Apicultural Review Letters
(Kritische Apikultur Briefe)

916. Brief
18. Oktober 2014

Grüne und rote Gentechnik in Europa und Russland weiter auf dem Rückzug

In vielen Ländern der Erde verlieren gentechnisch veränderte Saaten weiter an Bedeutung

Der Anbau genveränderter Pflanzen findet vor allem in den Vereinigten Staaten statt (70 Millionen Hektar). Fast 100 Prozent der Soja-, Baumwolle- und Maissaat sind in den Vereinigten Staaten genverändert. Monsanto und Dupont/Pioneer verdienen am meisten daran. [2]

In vielen Ländern wurde erkannt, dass die grüne Gentechnik, ähnlich wie die Atomtechnologie und Fracking, keine Zukunftstechnologie ist. Die grüne Gentechnik ist weiter auf dem Rückzug. Banken sprechen von einer "schrumpfenden Branche". Waren in Deutschland 2001 noch fast 15.000 Beschäftigte in der Biotech-Branche zu verzeichnen, sind es 2006 nur noch wenige tausend. 2014 ist Europa, insbesondere Deutschland, gentechnikfrei. Dies betrifft sowohl den Anbau als auch die angewandte Forschung. Nachdem schon vor fast drei Jahren BASF und zuvor Bayer Crop Science ihre Pflanzengenetiker nach Amerika versetzt hatten, folgt nun die KWS. "Dort seien die besten Forscher - und im Cluster St. Luis auch Universitätsinstitute und eine junge Unternehmensgründerszene". In Wirklichkeit ist dort eine Ansammlung der weltweit dekadentesten Forscher überhaupt. Sie glauben allen Ernstes, dass sie immer neue Pflanzen gentechnisch verändern können um so den "Resistenzwettlauf" zu gewinnen. Die Natur lässt sich aber nicht dauerhaft überlisten. [1][2]

Sachverständige attestieren der Biotech-Industrie, den angeschlossenen Wissenschaftlern, Lobbyisten und Behörden durchweg einen Mangel an Sicherheitskultur und ein fragwürdiges Verständnis von Wissenschaftlichkeit:

Kritiker müssen den Niedergang der "grünen" und "roten" Biotechnologie nicht unbedingt fördern, die Biotech-Branche mit ihren zwielichtigen Lobbyisten besorgt es schon selbst.

Chefredakteure wie Thomas Deichmann tragen mit seltsamen Aphorismen und klassischen Kategorie-Fehlern ("Grüne Gentechnik als Weiterentwicklung der klassischen Pflanzenzüchtung", "Alle Agrarprodukte unterliegen vielmehr vor ihrer Zulassung umfangreichen Sicherheitsprüfungen"- FAZ 2007/Nr. 20,p.8) genauso dazu bei wie die Wissenschaftler aus dem Zusammenschluß der ehrenvollen deutschen Wissenschaftsakademien ("keine Gefahr für die Umwelt", "sicher für Mensch und Tier" - FAZ 2007/Nr. 19,p.36) oder sonstige Biotech-Einzelkämpfer wie der Inder Kameswara Rao und seine "Foundation for Biotechnology Awareness and Education in Bangalore" oder die ISAAA-Internetseite. Wer glaubt denn heute noch solches Zeug? Das einzige was man ihnen abnehmen kann, ist, daß sie allesamt in der Lage sind, einwandfreie Phrasen und Worthülsen zu liefern. Das ist allerdings eine erbärmliche Wissenschaft, die nur auf Phrasen und Worthülsen aufgebaut ist! [3]
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[1] Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung  2007, Nr. 3, p. 48
[2] Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung  2014, Nr. 241, p. 15
[3] Science Review Letters 2007, 6, Nr.94
 
 


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Die Gesamtausgabe der Briefe erscheint in der Fachzeitschrift "Apikultur"

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