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Kurs Nr. 678 Fraçnois Rabelais


»'s ist griech'scher Wein; das saust und braust! Um Gottes willen, Freundin, lehrt mich die Kunst, wie Ihr den macht.« François Rabelais, Pantagruel und Gargantua V

"Trinken ist des Menschen Vorrecht; nicht das Trinken schlechthin an sich, denn auch das Vieh trinkt, sondern Wein trinken... Alle Weisen und Philosophen des Altertums haben zu sicherm und fröhlichem Fortgang auf dem Weg der Gotteserkenntnis und der Jagd nach Weisheit zweierlei für nötig erachtet: Gottes Führung und der Menschen Gesellschaft"  François Rabelais, Pantagruel und Gargantua V

"Fürwahr, hinfort wird man den Leuen leichter bei der Mähne, das Ross beim Haar, den Stier beim Horn, den Büffel bei der Schnauz, den Wolf beim Schwanz, die Geiß beim Bart, den Vogel bei den Beinen greifen, als einen solchen Philosophen bei seinen Worten und Redensarten." François Rabelais, Pantagruel und Gargantua III

François Rabelais lisant (lesend), Anonym - by or after Nicolas Lagneau, Anfang 17. Jahrhundert 

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:
 

1. Leben und Werk

François Rabelais wurde zu Chinon in der Touraine vermutlich im Jahr 1483 geboren und starb 1553. Er wird bei den Benediktinermönchen in der Abtei Seillé und später im Kloster La Basmette erzogen und tritt 1511 nach Empfang der Priesterweihe in den Franziskanerorden ein. Im Jahr 1530 verlässt er die geistig enge Klosterwelt und geht nach Montpellier, um dort Medizin zu studieren. Wegen seiner herausragenden Kenntnisse und Fähigkeiten erhält er bereits nach kurzer Zeit das Recht, eigene Vorlesungen zu halten. Nach zwei Jahren unterbricht er seine Universitätslaufbahn und geht nach Lyon, wo er sich neben seiner Tätigkeit als Arzt dem Schreiben widmet. Nach der Promotion in Medizin und weiterer Lehrtätigkeit an der Universität von Montpellier tritt er 1538 in eine nahe bei Paris gelegene Benediktinerabtei ein, um einer päpstlichen Bulle Folge zu leisten, die dies wegen seines früheren eigenmächtigen Verlassens des Klosters verlangt. Hier kann er ein relativ freies Leben führen und sich seinen vielfältigen geistigen Interessen und dem Schreiben widmen. Seine drei letzten Lebensjahre verbringt er hochgeachtet und geehrt als Gemeindepfarrer von Meudon. [1] 

Das Leben François Rabelais' war bunt und abenteuerlich. »Wundersames Leben und unerhörte Taten des Meisters Rabelais, Franziskaner, Benediktiner und abtrünniger Mönch, fahrender Scholast, Doktor der Medizin und Dichter, Humanist, Weltbürger, Evangelist und Pfarrgeistlicher« – nicht lang und barock genug könnte ein solcher Titel über seiner Lebenschronik sein. Tatsächlich weiß man über seine Person nicht allzu viel. Manches liegt im Dunkel, verbirgt sich hinter der Vielfalt der Erscheinungen. Anderes ist Legende oder unsichere Anekdotenüberlieferung, zu der gerade Rabelais ideale Anlässe bietet. Trotzdem bleibt eine Fülle von Tatsachen. Nur in groben Umrissen kann an dieser Stelle auf das Wichtigste eingegangen werden. Inzwischen hatte Rabelais Pantagruel (1532) und Gargantua (1534) publiziert und im Gefolge seines großen Protektors, des Kardinals Du Bellay, zwei Romreisen unternommen. Das Dritte Buch (1546), nach Ansicht der beleidigten Theologen »vollgestopft mit den verschiedensten Häresien«, trug seinem Verfasser zwei Exiljahre in Metz ein. Nach einer dritten Romreise und der Veröffentlichung des Vierten Buches (1552) verlieren sich Rabelais' Spuren. 1553 war er nominell Pfarrer in Meudon bei Paris, und er starb vermutlich Anfang April des gleichen Jahres in Paris. Erst nach seinem Tode, 1564, erschien das Fünfte Buch. Man ist sich noch immer nicht einig, ob und wieweit Rabelais der Verfasser ist. Vermutlich wird sich diese Frage nie eindeutig entscheiden lassen. Der Stoff von "Gargantua und Pantagruel" ist so reich und vieldeutig, dass die Entscheidung über die Auswahl genauso schwerfällt wie die über die Art der Darstellung. Was veranlasste Rabelais zu seinen burlesken Erzählungen? Soll man seiner treuherzigen Versicherung glauben, dass er sie allein zur »Erheiterung der Kranken, Siechen und Gichtbrüchigen« geschrieben habe? Seine »Naivität« ist ja die Tarnung, hinter der sich die Satire verbirgt. Für Rabelais' Zwecke eignete sich besonders gut die Chronik eines Riesengeschlechtes; denn es kursierte bereits zu seiner Zeit mit großem Erfolg ein harmloses Volksbuch, anonym erschienen unter dem Titel Die große und unschätzbare Chronik vom großen und gewaltigen Riesen Gargantua. Was lag näher, als dieses beliebte Sujet auszubeuten? So wurde Rabelais' Riesenchronik – riesig in jeder Hinsicht: in der Unzahl der Ereignisse, der Anspielungen, in der Breite des Wissens, im Ausmaß der sprachlichen und stilistischen Formen – zu einer riesigen Zeit- und Gesellschaftskritik, einer Kritik der Theologie, des Islam, der Juristerei, der Medizin, der Philosophie, die viele Autoren inspirierte von Cervantes, Calderon, Voltaire, Molière, Laurence Sterne über Victor Hugo, Jean Paul und Schopenhauer bis zu S. Rushdie. Die vorliegende Ausgabe beruht auf einer späteren Bearbeitung (von Ulrich Rauscher, 1913) der ältesten deutschen Gesamtübertragung von Gottlob Regis (1832-41). [2] 

Rabelais gilt als größter französischer Schriftsteller der Renaissance. Seine unorthodoxen Bücher waren äußerst erfolgreich, wurden aber von staatlichen Autoritäten und der katholischen Kirche wegen der Verspottung religiöser Praktiken missbilligt und zeitweise verboten. [3] 
 

2. "Pantagruel und Gargantua I"

Wenn nur die Geistlichen von heute so tapfer wären wie der Mönch von Seuillé, ein tüchtiger "Messabzäumer, in Summa ein echter Mönch, so jemals einer, seit die mönchende Welt mit Mönchen bemönchelt gewesen", der den Abteigarten vor der Feinde Plünderung schützte: "Und trieben's immer schindend und plagend, raubend und stehlend also fort, bis sie gegen Seuillé kamen; zogen Mann und Weib aus, nahmen, was sie nur erlangen mochten: es war ihnen nichts zu heiß noch zu schwer. Wiewohl die Pest in den meisten Häusern war, liefen sie doch in alle hinein, mausten alles heraus und keiner nahm einen Schaden. Welches wohl ein fast erstaunlicher Fall war; denn die Priester, die Prediger, die Pfarrherrn, Ärzte, Feldscherer und Apotheker, die die Kranken besuchten, Beichte hörten, warnten, warteten, kurierten, trösteten und verbanden, waren schon alle an dem Gift gestorben, und diese Teufelsräuber und Mörder kam auch nicht ein Schauder an. Woher kommt dies, ihr Herrn? Ich bitt', denkt doch nach. Als nun der Flecken so ausgesackt war, stürmten sie mit erschrecklichem Getümmel auf die Abtei los, fanden sie aber sehr wohl verriegelt und verwahrt; demnach das Hauptheer fürbaß auf den Furt von Vede zuzog, bis auf sieben Fähnlein Fußvolks und zweihundert Lanzen, die dablieben und die Gartenmauern zerrissen, damit sie vollends den Weinberg verdürben. Die armen Teufel, die Mönche, wussten nicht, welchem Heiligen sie in der Angst sich geloben sollten. Gleichwohl aber ließen sie auf allen Fall zur Kapitelsitzung läuten. Darin ward beschlossen, dass sie einen stattlichen Umgang halten wollten mit schönen Litaneien contra hostium insidias und mit schönen Responsen pro pace. In der Abtei war dazumal ein Klostermönch, Bruder Jahn von Klopffleisch mit Namen, ein Wagherz, jung, rüstig, wacker, wohlgemut, behend, keck, hitzig, lang und hager, mit gutem Maulwerk und fester Nas, ein tüchtiger Horahetzer, Vigilienbürster und Messabzäumer: in Summa ein echter Mönch, so jemals einer, seit die mönchende Welt mit Mönchen bemönchelt gewesen, erfunden ward. Im übrigen ein Kreuzlateiner bis an die Zähne in Breviermaterien. Selbiger, als er den Lärm, den die Feinde in ihrem Weingarten machten, vernahm, lief aus, zu sehen, was los wär. Und als er sie fand, wie sie den Garten abernteten, daran ihr Tischtrunk des ganzen Jahrs hing, rannt' er wieder ins Chor der Kirche, wo die andern Mönch, schier verdutzt wie die Glockengießer, in einem fort Im-im-pe-e-e-e-e-e-tum, in-i-ni-mi-co-o-o-o-o-o-rum-um sangen, und rief: »Ich scheiß auf euer Gesings! Potz heiliger Gott, so singt doch lieber: Ade, ade Partie, der Wein der ist dahin! Ich sei des Teufels, wo sie nicht schon in unserm Garten sind und Stöck und Trauben so rein ausfegen, dass – bei des Herrn Leichnam! – in vier Jahren nix drin wird nachzubeeren sein. Ei, beim Sankt Jakobsränzl! Was sollen wir armen Teufel derweil trinken? O du mein Herr Gott da mihi potum!« – Da sprach der Prior des Klosters: »Was will doch der Trunkenbold hier! Man führ ihn gleich in Verwahrsam! Also die Handlung im Glauben zu stören!« – »Mitnichten«, antwortet' der Mönch, »die Wandlung der Trauben lasset uns vor Zerstörung schützen. Denn ihr, Herr Prior, trinkt selbst gern vom besten; und das tut jeder Ehrenmann; ein adlig Blut hasst nimmermehr den guten Wein, ist ein echtes Mönchswort. Aber diese Responsen, die ihr da singt, bei Gott die schicken sich jetzt schlecht. Warum sind unsre Horen zur Ernt- und Herbstzeit kurz, und um Advent und den ganzen Winter über so lang? Bruder Matz Schlehdorn, dessen Seel Gott tröste, ein wahrer Eifrer für unsern Glauben, sagt' mir einst, ich entsinn mich noch wohl, die Ursach wär, dass wir um die Zeit den Wein fein einbringen sollten und warten, im Winter aber ihn saugen. So folgt mir denn, ihr Herrn, die ihr den Wein liebhabt, und beim Kreuz Gottes, mir nach! Denn Sankt Anton soll mich zu Kohlen brennen, wenn der von euch auch nur einen Tropfen sieht, der nicht die Reben wacker beschützt hat. Heilige Marter Gottes! Was? Das Kirchengut? Ha nein, nein, Teufel! Dafür ließ Sankt Thomas von Engelland sein Leben, und wenn ich's nun auch dafür ließ, würd ich nicht eben auch wie er ein Heiliger? Aber ich laß es darum noch nit, es sollen es für mich wohl andre lassen.« [4] 

Mit diesen Worten warf er sein weit Gewand ab und erwischt' den Kreuzstock, der von hartem Kernholz, lang wie ein Reisspieß, rund in der Faust, und hie und da mit halb erloschenen Lilien bemalt war. Also in Hosen und Wams fuhr er hinaus, hing seine Kutte als Schärpe um die Achsel und strich mit dem Kreuzstock haarscharf unter die Feinde, die ohn all Ordnung, Fahnen, Trommeln noch Drommeten im Garten den Wein abzwackten. Denn die Fähndrich und Bannerleut hatten ihre Banner und Fähnlein an die Mauern angelehnt, die Trommler ihre Trommeln oben entledert und mit Trauben geladen, und die Drommeten staken voller Beerenbüschel. Alles war in bunter Reih. Er aber stieß, ohne einmal Wer da! noch Kopf weg! zu rufen, so gröblich darunter, dass er sie links und rechts wie die Schweine niederdrosch nach der alten Parade... Wenn einer sich durch die Flucht retten wollt', gab er ihm eins aufs Hirn, dass ihm der Schädel in Stücke sprang. Wenn einer auf einen Baum stieg und dacht', er wär da sicher, spießt' er ihn mit seinem Stock von unten durch den Hintern auf. Wenn einer von alter Kundschaft her ihm zuschrie: »Ha, mein Bruder Jahn, mein Freund, ich ergeb mich, Bruder Jahn!« – »Das musst du wohl«, versetzt' er, »aber ergib nur auch deine Seel allen Teufeln!« Und gab ihm stracks den Nickfang. Und wo einer sich von Tollheit gar so weit verblenden ließ, dass er ihm offen hätt' trutzen wollen, da zeigt' er die Kraft seiner Muskelwülst und Fäust; denn Brust und Herz und Bauchfell durchrannt' er ihnen auf einen Stoß. Glaubt nur, es war das greulichste Spektakel, so je ersehen ward... Und wie die, so gebeichtet hatten, durch selbige Bresch davonziehen wollten, drosch sie der Mönch mit Streichen darnieder und sprach dabei: »Die haben gebeichtet und bereuet und haben den Ablass davon; sie fahren grad wie eine Sichel gen Himmel.« Also ward dann durch seine Mannheit der ganze Heereshaufen erlegt, der in den Garten eingefallen, an 13622, ohne Weiber und kleine Kinder, wie sich allzeit von selbst versteht. Nimmer hat sich der Klausner Maugis mit seinem Pilgerstab so tapfer wider die Sarazenen gehalten, von denen man in den Geschichten der vier Haimonskinder liest, als unser Mönch mit seinem Kreuzstock wider die Klosterfeind hantierte." [5] 

Wenn ein Eroberer meint, "dass er nur mein Land begehrt', weil es ihm anstünd", könnte dieser Brief hilfreich sein, den Grandgoschier dem Gargantua schrieb: "Wiewohl der Eifer Deiner Studien erfordert hätt', dass ich noch in langer Zeit Dich nicht von dieser Deiner philosophischen Ruh abziehen sollte, so hat dennoch das Vertrauen in unsre alten Freunde und Verbündete gegenwärtig die Sicherheit meines Alters hintergangen. Und weil nun dies des Schicksals Schluss ist, dass ich von denen, derer ich mich zumeist getröstet, betrübt werden soll, zwingt mich die Not zum Schutz von Land und Leuten, die durch natürliches Recht Dein eigen sind, Dich heimzurufen. Denn gleichwie äußerliche Wehr ohnmächtig ist, wo guter Rat nicht im Hause wohnet, so bleibt auch das Studieren vergebens und der Rat unnütz, wenn er nicht zur rechten Zeit durch Tugend vollstreckt und ins Werk gesetzt wird. Mein Zweck ist nicht Beleidigung, sondern Sühne, nicht Überfall, sondern Verteidigung; nicht Eroberung, sondern Verwahrung meiner treuen Untertanen und Erblandschaften, in welche Pikrocholus ohn allen Grund noch Anlass feindlich eingebrochen und noch tagtäglich sein wütiges Treiben mit unerträglichem Unfug fortsetzt. Ich hab' mich verbunden geachtet und hab' ihm zu Begütigung seiner cholerischen Tyrannei alles erboten, was ich nur dachte, dass ihm genehm war, auch bei ihm zu mehren Malen durch gütliche Botschaft erkundigen lassen, worin, durch wen und wie er sich für beleidigt hielt: hab' aber nichts als frechen Trutz von ihm zur Antwort erhalten können, und dass er nur mein Land begehrt', weil es ihm anstünd. Daraus ich denn ersehen hab', dass ihn der ewige Gott in die Gewalt seines Eigendünkels und zügellosen Willens gegeben hat – welcher nicht anders als bös sein kann, wenn er durch göttliche Gnad nicht stets regieret wird – und ihn mir zur Beschwer gesendet, damit er soll zur Erkenntnis geführet werden. Derhalben, mein geliebter Sohn, komm des ehesten, so Dir nur möglich – alsbald auf Lesung dieses Schreibens – zurück zum Beistand, weniger meinetwillen, was Du gleichwohl kindlicher Lieb nach schuldig bist, als für die Deinen, die Du von Rechts wegen beschützen und schirmen magst. Mit mindest möglichem Blutvergießen wollen wir die Sach zu schlichten suchen, und wo nur tunlich auf kürzerem Weg, durch Handstreich und durch Kriegeslisten, alle Seelen erretten und fröhlich in ihre Heimat ziehen lassen. Vielgeliebter Sohn, der Friede Christi unsers Erlösers sei mit Dir. Grüße von mir den Gymnastes, Eudämon und Ponokrates. Den zwanzigsten September. Dein Vater Grandgoschier.« [6] 

Natürlich will man als Eroberer auch gemeinsame Sache mit dem türkischen Seeräuber Barbarossa machen - vorausgesetzt er ließe sich taufen; auch die "ganze Karawane von Mekka" solle erbeutet werden, zwar hätte man kein kühles Getränk, aber Wein genug: "Habt Ihr das Pikrocholinenmeer erst hinter Euch, so stehet auch schon der Afrikaner Rotbart dort und will Euer Sklav sein.« – »Ich nehm ihn zu Gnaden an«, sprach Pikrocholus. – »Wohl, aber er muss sich taufen lassen«, sagten sie. »Erstürmet dann die Königreiche Tunis, Algier, kühnlich die ganze Barbarei. Geht weiter, so fallen Euch in die Hand Mallorka, Minorka, Sardinien, Korsika samt den übrigen Inseln des ligustischen und balearischen Meeres. Wendet Euch links und schaltet frei über das ganze Narbonische Gallien, Allobrogien, die Provence, Genua, Lukka, Florenz und – Gott gnad dir alsdann – Rom. Der arme Junker Papst ist schon des Tods der Schrecken.« – »Bei meiner Treu, ich werd ihm nicht lang den Pantoffel lecken«, antwortete Pikrocholus. – »Jetzo ist Welschland Euch Untertan, da habt Ihr Neapel, Kalabrien, Apulien, Sizilien alles im Sack und Malta mit. Ich wollt nur, dass sich die schnakischen Herrn Weilandritter von Rhodus Euch ein wenig widersetzen, dass man ihnen das Wasser beschaun könnt.« – »Doch ging ich auch«, sprach Pikrochol, »gern gen Laureto.« – »Nix da, nix, das kommt auf dem Rückweg«, sagten sie. »Von da ab nehmen wir Candien, Zypern, Rhodus und die Cycladischen Inseln und werfen uns auf Morea. Wir haben's schon, Sankt Trinian! Gott schütz Jerusalem; denn der Sultan kann sich nicht messen mit Eurer Macht.« – »So werd ich«, sprach er, »den Tempel Salomonis bauen.« – »Nein«, sagten sie, »noch nicht! Verziehet noch ein wenig. Seid doch nur niemals so jähling in Euren Unternehmungen. Wisst Ihr, was Kaiser Octavian sagt? Festina lente! Ihr müsst zuvor Kleinasien, Karien, Lycien, Pamphylien, Cilicien, Lydien, Phrygien, Betunien, Carazien, Satalien, Samagerien, Castamena, Luga, Savasta, bis an den Euphrat haben.« – »Werden wir«, frug Pikrocholus, »auch Babel und den Berg Sinai sehen?« – »Es ist zur Zeit«, antworten sie, »noch nicht vonnöten. Heißt es nicht satt sich abgeplackt, wenn man das hirkanische Meer durchschifft hat, die beiden Armenien und die drei Arabien beritten?« – »Mein Treu!« sprach er, »wir sind vertan. Ach arme Leut!« – »Wieso denn?« frugen sie. – »Was werden wir trinken in dieser Wüst? Denn wie man sagt, ist Kaiser Julianus mit seinem ganzen Heer drin Dursts gestorben!« – »Wir han dem allen schon Rat erfunden«, versetzten sie. »Im Syrischen Meer habt Ihr 19 014 große Schiff, mit dem besten Wein beladen, den die Erd trägt. Die sind in Joppe bereits gelandet. Dort haben sich 220 000 Kamele und 16 000 Elefanten eingefunden, die Ihr auf einer Jagd bei Sigeilme, als Ihr nach Libien kamt, gefangen. Und außerdem habt Ihr auch noch die ganze Karawane von Mekka erbeutet. Brachten die Euch nicht Wein satt?« – »Schon wahr«, sprach er, »aber wir hatten drum kein kühl Getränk.« – »Ei, dass mich doch bald was anders biss!« antworteten sie, »ein Held, ein Landzwinger, einer, der nach der ganzen Weltherrschaft aus ist und trachtet, kann's nicht immer gemächlich haben. Dankt Gott, dass Ihr mit Euerm Volk gesund und frisch bis zum Tigris seid kommen.« [7] 

Auch die muslimische Welt soll erobert werden ("ich will auch Kaiser von Trapezunt sein. Soll'n wir nicht all diese Türkenhund und Mahometisten erwürgen?"):: »Aber«, sprach er, »was tut derweil unser ander Heer, das den armen filzigen Schlucker, den Grandgoschier, geschlagen hat?« – »Sie feiern auch nicht«, sagten sie; »werden Ihnen alsbald begegnen. Sie haben Bretanien, Normandie, Flandern, Hennegau, Brabant, Artoys, Holland, Seeland für Euch erobert, auch hat ein Teil davon Luxemburg, Lothringen, Champagne, Savoyen bis gen Lyon bezwungen, an welchem Ort sie Eure Besatzungen auf der Rückkehr von ihren Seeviktorien im Mittelländischen Meere gefunden; und haben sich, nachdem sie Schwaben, Württemberg, Bayern, Österreich, Mähren und Steiermark gewältiget, wieder in Böhmen zusammengeschlagen. Sind darauf mit aller Macht vereinigt auf Lübeck, Norwegen, Schweden, Rügen, Dazien, Esterlingen, Gothland, Grönland bis an das Eismeer geflogen, wonach sie die Orkadischen Inseln erobert, auch Schottland, Engelland und Irland unterjocht haben; sind von da das Sandmeer und die Sarmaten durchschifft und haben Preußen, Polen, Litauen, Rußland, Walachei, Siebenbürgen, Ungarn, Bulgarien, Türkei besiegt, gebändigt und sind bereits in Konstantinopel.« – »Macht nur«, sprach Pikrochol, »dass wir bald zu ihnen kommen; denn ich will auch Kaiser von Trapezunt sein. Soll'n wir nicht all diese Türkenhund und Mahometisten erwürgen?« – »Ei, was Teufel anders?« antworten sie, »ihr Land und ihre Güter schenkt Ihr dann denen, die Euch redlich gedienet.« – »Wie billig«, sprach er, »von Rechts wegen. Ich schenk euch Carmanien, Syrien und ganz Palästina.« – »Ha«, riefen sie, »da tut Ihr wohl dran, gnädigster Herr! Wir danken schön. Gott woll Euer Wohlfahrt allzeit mehren!« [8] 

Davon konnten nicht nur die Griechen und Philhelenen in ihrem Freiheitskampf gegen die Türken ein Lied singen: "Was weiland die Sarazenen und die Barbaren Tapferkeit hießen, das heißen wir heutzutag Raub und Gewalt". [9] 

Im Gegensatz zum reglementierten Leben in einem Stift bzw. Kloster schlägt Rabelais einen freieren Umgang miteinander vor, was letztlich mehr Vorteile bieten wurde: "Ihr ganzes Leben ward nicht geführt nach Satzung, Regel noch Statuten, sondern nach eigner freier Wahl. Sie stunden vom Bett auf, wann ihnen gut schien; tranken, aßen, arbeiteten, schliefen, wann sie dazu das Verlangen ankam. Keiner weckt' sie, keiner zwang sie, weder zum Trinken noch zum Essen, noch sonst etwas. Denn also war es vom Gargantua eingerichtet. In ihrer Regel war nicht mehr als dieses einzige Gebot: TU WAS DU WILLST, weil wohlgeborene, freie, wohlerzogene Leut in guter Gemeinschaft aufgewachsen, schon von Natur einen Sporn und Anreiz, der sie beständig zum Rechttun treibt und vom Laster abhält, in sich haben, welchen sie Ehre nennen. – Aus dieser Freiheit erwuchs in ihnen ein löblicher Wettstreit, alles zu tun, wovon sie sahen, dass es dem einen angenehm war. Wenn einer oder eine sprach: »Lasset uns trinken«, so tranken sie alle. Sprach er: »Lasset uns spielen«, so spielten sie alle. Sprach er: »Kommt ins Feld spazieren«, so gingen alle gleich hinaus. Wollten sie auf die Vogelbeize oder Jagd, so setzten sich die Frauen auf schöne Zelter, und jede trug, zierlich behandschuht, auf ihrer Faust ein Sperber, Habicht oder Falken. Die Männer trugen die andern Vögel. So adlig waren sie all erzogen, dass unter ihnen auch nicht einer noch eine war, die nicht hätt' lesen, schreiben, singen, musizieren, fünf bis sechs Sprachen reden und sowohl reimweis' als in ungebundener Red darin diktieren können. Niemals hat man so wackre, galante Ritter ersehen, so fertig zu Fuß und Roß, so rüstig und regsam, so wohl in allen Waffen bewandert, als es da gab. Niemals hat man so stattliche Frauen, so artige, so wohlgelaunte, zur Hand, zur Nadel, ja zu jeder ehrlichen freien weiblichen Kunst geschicktere Frauen gesehen als da. Daher dann, wann die Zeit erschien, dass einer auf seiner Freund Begehren oder sonst einen andern Grund aus diesem Stift austreten wollte, er eine der Frauen mit sich nahm, die ihn etwa zu ihrem Getreuen erkoren hätt', und wurden dann zusammen vermählt, und hatten sie in Thelem treu und einig gelebt, so fuhren sie im Ehestand noch besser damit fort und liebten einander am letzten Tag ihres Lebens wie an dem ersten  Hochzeitstag." [10] 
 
 

3. "Pantagruel und Gargantua II"

Das sechstes Kapitel aus François Rabelais' Pantagruel II, wie dieser seine Flucht aus der Gefangenschaft der Türken erzählt, "diese Höllenhund" , "Türkenlümmel" oder "diese armen Teufelstürken", erinnert stark an die Geschichten, die Voltaire oder die Philhelenen über die Türken, bzw. S. Rushdie über die Moslems erzählt: »Gestrenger Herr«, spricht der Gesell, »mein eigentlicher und wahrer Taufnam ist Panurg, und ich komm eben aus der Türkei, wohin ich in Gefangenschaft gebracht wurde; ich wollt' Euch gern meine Fata erzählen, die wunderlicher als die Fahrten des Ulysses gewesen sind; weil es Euch aber einmal beliebt, mich bei Euch zu behalten, und ich das Erbieten gern ergreif', mit der Beteuerung, nimmer von Euch zu lassen, und wenn Ihr zu allen Teufeln ginget – so werden wir wohl ein andermal bei guter Weil und gelegenerer Zeit davon reden können. Denn für jetzt hab' ich fast dringende Essenslust, leeren Magen, scharfe Zähne, verdürrte Gurgel, brüllenden Hunger; alles ist darauf eingerichtet. Wenn Ihr mir Arbeit geben wollt, wird es ein Fest sein, mich mumpfen zu sehen. Oh, um Gottes willen, bestellt es!« – Da befahl Pantagruel, dass man ihn in sein Quartier brächt' und ihm tüchtig zu essen auftrüg; wie es auch geschah. Er aß zu Abend meisterlich, ging mit den Hühnern zu Bett und schlief bis andern Tags zur Tischstund, da er dann wieder mit drei Schritten und einem Sprung vom Bett am Tisch war. Da trank nun der arme Panurg heldenmäßig, denn er war hohl wie ein ausgenommener Rauchhering. Und wie er so in der Hälfte eines mächtigen Humpens voll Rotwein nach Luft schnappt', da ermahnt' ihn einer und sprach: »Gevatter, nur sacht! Ihr ziehet ja wie ein Besessener.« – »Zum Henker auch!« antwortet' Panurg, »ich bin keiner von euren kleinen Pariser Schluckern, die nicht mehr nippen als ein Fink und denen man erst die Schwänz muß streichen, wenn sie die Schnäbel nur netzen sollen, wie den Spatzen. Heißa Kam'rad, wenn ich so tapfer steigen könnt', als ich zu Tal lass, ich wär längst überm Mondenhimmel. Aber zum Teufel, ich weiß nicht, was dies heißen soll; es ist ein sehr guter und köstlicher Wein, aber je mehr ich davon trink, je mehr durstet's mich. Ich glaub, der Schatten des gnädigen Herrn Pantagruel macht durstige Leut, wie der Mond den Husten und Schnupfen.« – Darüber mußten alle lachen, die es hörten. Als Pantagruel dies sah, sprach er: »Nun, Panurg, was gibt's? was lacht Ihr?« – »Gnädigster Herr«, antwortet' er, »ich erzählt' ihnen eben, wie diese armen Teufelstürken so elend dran sind, dass sie auch nicht ein Tröpflein Wein zu saufen kriegen. Wenn in des Mahomets Koran auch sonst nichts Unrechts weiter stünd', ich möcht' seinen Glauben schon darum nicht.« – »Nun aber«, sprach Pantagruel, erzählt mir, wie Ihr ihnen entkamet.« – »So helf mir Gott, gestrenger Herr«, versetzt' Panurg, »wenn ich Euch auch nur ein Wörtiein dran lüge. Die Türkenlümmel hatten mich an den Bratspieß gesteckt, wie ein Karnickel um und um gespickt, dieweil ich so hundsdürr war, dass ohnedies mein Fleisch zäh und nicht zu essen gewesen wäre, und brieten mich solchergestalt lebendig. Derweil ich nun also gebraten ward, befahl ich mich der göttlichen Gnade, denn ich gedacht' des guten Sankt Laurentius und hoffte beständig zu Gott, dass er mich dieser Pein überheben würde, wie bald darauf auch wunderbarerweis' geschah. Denn während ich vom Grund der Seelen mich Gott befahl und rief: ›Mein Herr Gott, erlöse mich aus diesen Martern, die mir hier diese Höllenhund um deines Glaubens Befolgung antun‹ – siehe! da entschlief der Brater nach Gottes Ratschluss. Wie ich nun merk', dass er nicht mehr am Spieße drehte, schau ich ihn an und seh, er schläft. Da nehm' ich einen Feuerbrand am andern End, wo er nicht glühet, zwischen die Zähn und werf ihn meinem Bratenwender in den Schoß, und einen andern, so gut ich's treffen mocht', unter ein Feldbett, das beim Kamin stund, darauf der Strohsack meines Herrn Braters lag. Urplötzlich schlägt das Feuer zum Stroh, vom Stroh ins Bett, vom Bett ins Dach, das mit Tannenbalken verschlagen war. Das Lustigste war aber, dass das Feuer, so ich dem Strauchdieb von Bratenwender erst in den Schoß geworfen hatt, ihm schier sein ganzes Bauchhaar verbrannte; aber der Stinkhals roch's nicht eher, als bis er auch die Feuersbrunst merkte, wie ein verdutzter Bock aufsprang und was er konnt': ›Dal Baroth! dal Baroth!‹ aus dem Fenster schrie, was ›Feuer! Feuer!‹ bedeutet. Dann stürzt er geraden Weges auf mich los, denn er wollt' mich vollends ins Feuer werfen; schon hatt' er die Strick zerhauen, damit mir die Händ gebunden waren, und schnitt mir an den Beinen herum. Jetzt aber kam der Herr des Hauses auf das Feuergeschrei und den Rauch von der Gassen, wo er eben mit etlichen andern Paschas und Muftis spazierenging, so eilig er konnt' zu Hilf und Rettung seiner Sachen herbeigelaufen. Und wie er kommt im vollen Schuss, packt er den Spieß, daran ich stak, und sticht meinen Brater mitten durch. Ich nun, wiewohl ich, als er mir den Spieß aus dem Leib zog, zwischen die Feuerböcke zur Erden fiel, nahm doch weiter nicht sonderlichen Schaden davon, denn der Spickspeck hielt die Gewalt des Stoßes auf. Mein Pascha aber, als er sein Haus verbrannt und sein Hab und Gut unwiederbringlich verloren sah, wollt sich mit meinem Bratspieß den Garaus machen und 's Herz durchstoßen: setzt' ihn sich auch an die Brust an, aber er kam nicht durch damit, weil er zu stumpf war; er stieß, so derb er konnt', drauf zu, bracht's aber doch nicht fertig. Da trat ich vor ihn hin und sprach zu ihm: ›Herr Schelm, du verlierst nur deine Zeit damit; denn auf die Art wirst du dich niemals ums Leben bringen; willst du aber, so stech' ich dich hier ganz ordentlich ab, dass du davon gar nicht einmal was spüren sollst; du kannst mir's glauben, denn ich hab' wohl schon andre erstochen, denen es wohl bekommen ist.‹ – ›Ha‹, sprach er, ›Freund, ich bitt' dich drum, und so du's tun willst, schenk ich dir auch meinen Säckel; da nimm ihn, es sind sechshundert Seraphinen und etliche feine Diamanten und Rubinen drin.‹« – »Wo sind die jetzt hingekommen?« frug Epistemon. – »Beim heiligen Jahn«, antwortet' Panurg, »schon ziemlich weit, wenn sie in dem Tempo wie ich von mir fortmarschieren.« – »Nu mach ein End, ich bitt dich«, sprach Pantagruel, »dass wir endlich erfahren, wie du den Pascha abgetan hast.« – »Auf Ehrenwort«, antwortet' Panurg, »ich lüg' kein Wörtlein. Ich band ihm mit meinen Stricken so recht auf bäurisch Arm und Bein, dass er sich weder regen noch rühren konnt'; darauf jag' ich ihm meinen Bratspieß durch die Gurgel und häng ihn damit an ein paar starken Haken auf, woran die Hellebarden staken, mach' ein lustig Feuer drunter und röst Euch meinen gnädigsten Herrn, wie man die Hering im Kamin dörrt. Pack mir dann seinen Beutel zu, nebst einem kleinen Jägerspieß, und fort im vollen Trott; und weiß Gott was für einen Bocksstank ich von mir gab. Unten auf der Gassen fand ich das Volk in hellen Haufen versammelt mit vielem Wasser zum Feuerlöschen, und wie sie mich halb gebraten sahen, gossen sie aus natürlichem Mitleid all ihr Wasser über mich her und erfrischten mich auf das lieblichste, was mir ein großes Labsal war; brachten mir dann auch was zu leben, aber ich aß nicht, denn sie gaben mir nichts zu trinken als pures Wasser nach ihrer Art. Sonst taten sie mir aber nichts zuleid, außer ein kleiner vertrackter Türk, der vorn bucklig war, schnappt' mir heimlich nach meinem Speckwickel, aber ich zog ihm mit meinem Spießle eine Gesalzene über die Finger, dass er's nicht noch einmal probiert'. Wohlgemerkt vertrieb mir die Braterei ein Lendenweh, daran ich länger denn sieben Jahr schon laborieret', just an der Stell, wo mich mein Brater, als er einschlief, anbrennen ließ. So entkam ich frisch und gesund.« [11] 

Überhaupt werden Moslems als das bezeichnet was sie eigentlich sind, nämlich Unholde wie Werwölfe und Riesen, die unter dem König "Anarch" leben und die am besten von ihrer islamischen Ideologie befreit werden: "Jetzt sprang Karpalim auf und wollte seinem Herrn helfen, aber ein Riese ermahnte ihn: »Beim Golfarin, des Mahoms Neffen! ...«  ... Der Werwolf schrie in einem fort: »O Mahom! Mahom! Mahom! Mahom!« ... Auf dies Schreien erhuben sich alle Riesen, um ihm beizustehen." [12] 

Nach dem Sieg über die Muslime ließ Pantagruel in der Hauptstadt der Amauroten ausrufen, dass König Anarchos gefangen und alle Feind aufs Haupt geschlagen wären. "Alsbald zogen die sämtlichen Einwohner der Stadt in Reih und Glied und fröhlich wie die Götter ihm entgegen, um ihn mit stolzem Triumphgepräng in ihre Stadt zu geleiten. Da brannten lustige Freudenfeuer rings in der Stadt, und in den Gassen waren Tische, mit Speis und Trank erschwert, aufgestellt. Aber in voller Ratsversammlung sprach Pantagruel: »Ihr Herren, man soll das Eisen schmieden, solange es warm ist; deshalb hab' ich, eh wir uns hie noch fester fressen, beschlossen, das ganze Dipsodische Königreich mit Sturm zu erobern; also wer mit mir kommen will, der sei bereit morgen nach dem Frühtrunk; denn um die Zeit werd ich ausziehn. Denen, die mit mir marschieren, will ich in Dipsodien das ganze Land als eine Kolonie geben, und ihr wisst, es ist vor allen Ländern der Welt schön, fruchtbar und lieblich.« – Sofort wurde dieser sein Beschluss ruchbar in der Stadt, und am andern Morgen fanden sich beim Rathaus auf dem Markt 1 056 011 Seelen ein, ohne die Weiber und Kinder. Die machten sich flugs nach Dipsodien auf den Weg, und zwar in einer so guten Ordnung, dass sie den Kindern Israels glichen, wie sie einst aus Ägyptenland dem Roten Meer entgegenzogen." [13] 

Früher stellten islamische Länder durchaus eine Bedrohung dar, obwohl ihre Könige oder Sultane nichtsnutzig waren und ihre Untertanen plagten ("Die Teufelskönige hier zu Land sind eitel Kälber, zu nichts nutz und wissen nichts weiter, als ihre armen Vasallen zu schinden und alle Welt mit Krieg zu plagen"): "Eh ich aber diese Fahrten weiter beschreibe, will ich euch melden, wie Panurg seinen Kriegsgefangenen, den König Anarch, hielt. Eines Tages kleidete er ihn ganz neu und spaßig an und schnallte ihm einen stattlichen Leibgurt um, halb gelb, halb weiß. »Denn die Livree«, sagte er, »schickt sich ganz gut für ihn, weil er ein Naseweiß und ein Gelbschnabel gewesen ist.« In diesem Aufzug führte er ihn zum Pantagruel und sprach zu ihm: »Gestrenger Herr, kennt Ihr wohl diesen Stoffel?« – »Nein, fürwahr nicht«, sprach Pantagruel. – »Es ist unser Herr Drei-Wecken-König. Ich will einen wohlgesitteten Menschen aus ihm machen. Die Teufelskönige hier zu Land sind eitel Kälber, zu nichts nutz und wissen nichts weiter, als ihre armen Vasallen zu schinden und alle Welt mit Krieg zu plagen. Ich will ihn ein Handwerk lehren, er soll mir Grünsuppen-Ausrufer werden. Jetzt fang mal an: Wer kauft Grünsuppen?« – Da schrie der arme Tropf. – »Zu tief!« fiel Panurg ein und nahm ihn beim Ohr, »musst höher singen, ge, sol, re, ut! So, Teufel! Hast eine gute Kehl; es ist wirklich dein Glück, dass du vom Regiment gekommen bist.« Zwei Tag darauf verheiratete ihn Panurg mit einer alten Vettel und richtete ihm selber die Hochzeit aus. Nach dem Essen führte er sie aufs Schloss zu Pantagruel, wies auf die Braut und sprach zu ihm: »Die lässt auch keinen Kracher mehr streichen.« – »Warum nicht?« frug Pantagruel. – »Weil sie schon gut angeschnitten ist«, sprach Panurg. – »Was sind dies wieder für Rätsel?« frug Pantagruel. – »Sehet Ihr nicht«, versetzte Panurg, »wie die Kastanien am Feuer, wenn sie ganz sind, krachen, dass alles pufft, und um dies Krachen ihnen zu legen, schneidet man sie an. So ist auch nun diese junge Frau unten herum schon lang angeschnitten, dass man von ihr keinen Kracher mehr hören wird.« Darauf gab ihnen Pantagruel eine kleine Bude in der Vorstadt und schenkte ihnen einen steinernen Mörsel zum Kräuterstoßen. Da trieben sie ihr Krämlein zusammen, aber die Frau soll ihn wie Gips dreschen und er darf sich nicht wehren, der arme Narr: so täppisch ist er." [14] 
 

4. "Pantagruel und Gargantua III"

Wie kann man ein durch Türken und andere muslimische Tyrannen verödetes Land wieder aufwerten? Sicher nicht durch eine neue Tyrannei, heute auch nicht durch "Klösterstiften, Tempelbauen", denn kirchliche Einrichtungen fördern die kleinen Paschas, die später die Schwimmbäder und Vorstädte tyrannisieren, inzwischen fast so wie die Moscheegemeinden; auch nicht durch Gründung von Koranschulen, die bekanntlich nur "perverse" Schwachköpfe heranzüchten; sondern indem man Kinder schützt wie einen neugepflanzten Baum, wie es z.B. in  der Waldorfpädagogik praktiziert wird: "Nachdem Pantagruel ganz Dipsodien erobert hatte, führte er in das Land eine Utopische Kolonie von 9 076 043 010 Männern, ohne die Weiber und kleinen Kindlein; Handwerksleut aus allen Zünften, Professoren aller ersinnlichen freien Künste, um dies Land, das sonst nicht sehr bewohnt und meist verödet war, zu restaurieren, zu bevölkern und wiederum in Blüte zu bringen. Hiebei bemerket nun, ihr Zecher, dass es der rechte Weg nicht ist, ein neu erobert Land in Pflicht und Gehorsam zu erhalten, wenn man, wie tyrannische Geister zu ihrem Schimpf und Schaden irrig vermeint haben, die Völker kränkt, plackt, schindet, martert, druckt, beraubt und sie mit eisernen Ruten züchtigt. Sondern man muss sie wie ein neugeboren Kindlein wiegen, säugen, ihnen schöntun; wie einen neugepflanzten Baum sie schützen, schirmen und vor allem Windbruch, Unbill und Wetterschaden hüten. Wie einen Menschen, der von schwerer langwieriger Krankheit wiederum sich zur Genesung erholen will, muss man sie warten, schonen und stärken; bis sie in ihren Herzen selbst der Meinung werden, dass sie von allen Königen und Fürsten der Welt keinen so ungern zu ihrem Feinde, keinen lieber zum Freund haben möchten." [15] 

Wer sich beraten lassen will, wird sich ja wohl an Theologen, Mediziner, Juristen und Philosophen wenden, oder? Panurg fragt sie daher: »Ihr Herren, es handelt sich um eine Frage: Soll ich heiraten oder nicht? Könnt ihr den Zweifel mir nicht lösen, muss ich ihn für unlösbar halten. Denn ihr seid auserkorene Leute, erkiest, erprobt und auserlesen ein jeder in seinem besondern Fach, wie feine Erbsen auf dem Küchenbrett.« Auf Einladung Pantagruels und unter Verneigung aller übrigen antwortete ihm Vater Hippothadäus mit schier unglaublicher Sittsamkeit: »Mein Freund, Ihr fordert Rat von uns; zuvor müßt Ihr Euch aber selbst im klaren sein. Spüret Ihr in Eurem Leib das Ungestüm des Fleischesstachels?« – »Gar stark«, versetzte Panurg, »und nehmt's nicht für ungut, mein Vater.« – »Ich tu es nicht, mein Freund«, sprach Hippothadäus, »aber, habt Ihr in dieser Not die besondere Gabe und Gnade der Enthaltsamkeit von Gott empfangen?« – »Mein Treu, mitnichten!« antwortete Panurg. – »Nun dann, mein Freund, so freiet zu«, sprach Hippothadäus; »denn es ist besser freien, denn Brunst leiden.« – »Das heiß ich«, rief Panurg, »einmal ein Wort! Ein gutes, wackres Wort! Ihr geht nicht lang um den Brei herum. Großen Dank, mein Vater! Verlasst Euch darauf, ich werd freien, denn Brunst leiden. Das heiß ich einmal Hahn und Henn! Da soll's hoch hergehn. Ich will Euch auch um das Ehrentänzlein mit der Braut bitten, wenn Ihr mir so viel Lieb und Ehr erzeigen wollt! Jetzt bleibt nur noch ein kleines Nüssel zu knacken – klein sag' ich; ist so gut als nix. Werd ich auch nicht zum Hahnrei werden?« ... »Mein Freund«, antwortete Hippothadäus, »legt meine Wort zum besten aus! Ich bitt' Euch drum. Wenn ich Euch sag': wenn Gott will! tu' ich Euch damit Unrecht? Heißt das nicht einfach: eingestehen, an seinem Segen sei alles gelegen, dass wir nichts sind, nichts gelten, wenn er nicht seine heilige Gnade über uns ausgießt? Mein Freund, Ihr werdet nicht Hahnrei werden, wenn Gott will. Der gute Gott hat uns aber die Gnade erwiesen, dass er uns in der heiligen Schrift seinen Willen deutlich angezeigt und beschrieben hat. Da werdet Ihr finden, dass Ihr nimmer Hahnrei sein werdet, dass heisst, dass Eurer Weib nicht liederlich sein wird, wenn Ihr braver Eltern Kind dazu erwählt, in Sittsamkeit und Tugend erzogen, die nichts weiß von bösem Umgang noch Gemeinschaft, Gott liebt und fürchtet, ihm fröhlich dient im Glauben, sich scheut, ihn zu erzürnen durch Übertretung seines göttlichen Gesetzes, in welchem Ehebruch streng verboten ist. Wie man auch den Spiegel nicht für den besten und volkommensten hält, der am meisten mit Gold und Steinen verziert ist, sondern vielmehr den, der die Gestalten wahrhaft zeigt, so ist das Weib nicht am höchsten zu schätzen, das reich, schön, zierlich, von hohem Haus stammt, sondern die sich vor Gott zumeist der guten Zucht befleißigt und sich nach ihres Mannes Art bequemt.« – »Das heißt«, sprach Panurg (und zog an seinen Schnauzbartspitzen), »ich soll das vollkommene Weib frein, das Salomo beschrieben hat? Die ist tot, maustot, ich wenigstens hab sie noch nicht gesehen, nicht dass ich wüsst', verzeih mir's Gott. Doch, großen Dank, mein frommer Vater. Eßt dies Schnittlein Marzipan, wird Euch die Verdauung schärfen, und trinkt ein Glas guten Roten drauf; er ist gesund und wärmt den Magen. Jetzt weiter im Text!«  [16] 

Wie Rundibilis der Arzt Panurgen berät. Nun wandte sich Panurg an Rundibilis und sagte: »Also frisch, mein lieber Meister Rundibilis, macht's kurz, sprecht: soll ich frein oder nicht?« – »Bei meines Maultiers Passgang!« antwortete Rundibilis, »ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ihr bezeugt, dass Ihr den Stachel der Sinnlichkeit scharf in Euch spüret. Die Medizin lehrt nun, dass die Fleischeslust durch fünferlei Mittel gebändiget werden kann.« »Durch den Wein – das will ich glauben«, sprach Bruder Jahn, »wann ich sternvoll bin, verlangt mich nach weiter nichts als Schlaf.« – »Sagen wir durch Wein, im Übermaß genossen«, sprach Rundibilis. »Denn des Weines Übermaß im menschlichen Körper bewirkt Erkältung des Geblüts, Erschlaffung der Nerven, Verdünnung des erzeugenden Samens, Abstumpfung der Sinne, kurz alles dessen, was den Beischlaf hindert. Zweitens durch allerlei Medikamente und Kräuter, durch die der Mensch zur Zeugung kalt, ungeschickt und unfähig wird. Allerdings gibt es auch andre, die zum Liebeswerk erhitzen, den Menschen spornen und tauglich machen.« – »Die tun mir, Gott sei Dank! nicht not«, versetzte Panurg; »Euch etwa, Meister? Doch nichts für ungut, ich hab' die Frag nicht bös gemeint.« »Zum dritten«, sprach Rundibilis, »durch anhaltende Arbeit, die den Leib dermaßen erschöpft, dass das zur Erhaltung der einzelnen Glieder nötige Blut nicht Zeit findet, jene spermatische Feuchtigkeit und Ersparnis von der dritten Verdauung auszuscheiden. Die Natur behält es für sich selbst zurück, denn es ist ihr weit nötiger zur Erhaltung ihres Geschöpfs als zur Fortpflanzung der Spezies des Menschengeschlechtes. Wenn man den Müßiggang von der Welt vertilgen könnte, dann hätte Cupidos Kunst bald ein End; sein Bogen, Pfeil und Köcher wären ihm ein unnütze Last, er würd' damit niemandem mehr ein Leids antun, denn er ist nicht der Schütz darnach, dass er den Kranich in der Luft, den fliehenden Hirsch im Wald trifft, sondern er verlangt sein Wild in Ruh, stillsitzend, liegend, faul und müßig. Viertens: Durch emsig eifriges Studieren. Denn dies erschlafft die Geister unglaublich. Habt einmal acht auf einen Menschen, der fleißig über ein Studium nachdenkt. Alle Adern des Hirns an ihm werdet Ihr gleich der Armbrustsehne immer gespannt sehn, um ihm behend die nötigen Geister zuzuführen zur Füllung der Kammern des Menschenverstandes, der Empfindung und Einbildung, der Schluss- und Urteilskraft. An einem so vertieften Menschen sind alle Naturfunktionen wie aufgehoben, alle seine äußern Sinne stocken, kurz man könnte ihn für leblos halten. Fünftens: Durch den Liebesakt.« – »Da hab' ich«, fiel Panurg ein, »nur drauf gelauert und nehm's für mich. Hol sich das andere, wer Lust hat.« – »Dies ist«, sprach Bruder Jahn, »was der Prior zu Sankt Viktor Ertötung des Fleisches nennt. Und ich glaub', dass die Thebaischen Klausner ihren Leib nicht besser kasteien und den Aufruhr des Fleisches ersticken können, als wenn sie's des Tages fünfundzwanzig bis dreißigmal machen.« – »Ich seh, Panurg ist«, sprach Rundibilis, »von guter Leibesproportion und voll wirksamer Säfte, sein Geist ist wohlgebildet, sein Alter passlich, die Zeit gelegen; er hat den redlichen Willen zu frein; findet er ein Weib vom gleichen Schlag, so werden sie Kinder mitsammen zeugen, die eines Throns würdig sind. Er tut dazu je eher, je lieber, wenn er die Kinder noch versorgt sehn will.« [17] 

Wie Stülphändsch der Philosophus die Ehestandsbedenken traktiert. Nach diesen Worten sprach Pantagruel zu dem Philosophen Stülphändsch: »Nun, lieber Getreuer, ist die Lamp' aus Hand in Hand zu Euch gekommen. An Euch ist nun die Reih, zu reden. Soll Panurg freien oder nicht? – »Beides«, sprach Stülphändsch. – »Was sagt Ihr da?« frug Panurg. – »Was Ihr gehört habt«, antwortete Stülphändsch. – »Was hab' ich gehört?« frug Panurg. – »Was ich gesagt hab'«, antwortete Stülphändsch. – »Ha, ha, ha!« rief Panurg, »sind wir jetzt so weit? Ich passe ohn Trumpf. Heraus damit! Muss ich heiraten oder nicht?« – »Keins von beiden«, antwortete Stülphändsch. – »Der Teufel hol mich«, sprach Panurg, »wo ich nicht rapplig werd', und hol mich noch einmal, wo ich Euch kapier'. Wart, dass ich meine Brill hier ein wenig aufs linke Ohr ruck', ich hör' so besser.« – »Ihr redet nichts als Weisheit«, sprach Panurg, »aber mir ist, als wenn ich unten in dem finstern Brunnen säß, in dem die Wahrheit stecken soll. Ich seh keinen Stich, ich versteh nix, ich fühl mich in allen Sinnen wie zerschlagen und fürchte sehr, man hat mich behext. Jetzt soll's aber aus einem andern Ton gehen. Holla, lieber Getreuer, bekennt! Weicht nicht aus! Andre Karten her! Und lasst uns ohn Umschweife reden; diese verdrießen Euch nur, das merk' ich wohl. Wohlan dann, in des Herrn Namen! Soll ich frei'n? 

Stülphändsch: Es hat den Anschein.
Panurg: Und wenn ich nicht frei?
Stülphändsch: Seh ich dawider kein Bedenken.
Panurg: Seht Ihr keins?
Stülphändsch: Keins, oder mein Gesicht betrügt mich.
Panurg: Und ich seh ihrer mehr denn fünfhundert.
Stülphändsch: Zählt sie auf!
Panurg: Nun wohl, ich kann ohne Weib nicht sein, bei allen Teufeln!
Stülphändsch: Lasst den Teufel aus dem Spiel!
Panurg: Nu meinethalben dann bei Gott! Denn meine Salmigundier sagen: allein, ohne Weib schlafen, heißt wie das liebe Vieh gelebt; und so meint's auch Dido in ihrem Klaglied.
Stülphändsch: Wie Ihr meint.
Panurg: Dürft mir's glauben! Also: soll ich frei'n?
Stülphändsch: Vielleicht.
Panurg: Und wird mir's auch wohl geraten?
Stülphändsch: Je nachdem es fällt.
Panurg: Und wenn mir's gut fällt, wie ich verhoff, werd ich dann glücklich sein?
Stülphändsch: Genugsam.
Panurg: Jetzt anders 'rum: und wenn es schlimm fällt?
Stülphändsch: Kann ich nix zu.
Panurg: Herrgott! Gebt mir doch einen Rat. Was soll ich tun?
Stülphändsch: Was Ihr wollt.
Panurg: Potz Donner und Wetter!
Stülphändsch: Ich bitt Euch, flucht nicht!
Panurg: In Gottes Namen. Nur gebt mir Rat. Was ratet Ihr mir?
Stülphändsch: Nichts.
Panurg: Soll ich frei'n?
Stülphändsch: Ich dacht nicht dran.
Panurg: Ich werd also nicht frei'n.
Stülphändsch: Ich kann's nicht hindern.
Panurg: Und frei ich nicht, kann ich kein Hahnrei werden?
Stülphändsch: Das erwog ich eben.
Panurg: Setzt den Fall, ich hätt' gefreit.
Stülphändsch: Wohin soll ich ihn setzen?
Panurg: Ich sag', nehmt an, ich hätt' gefreit.
Stülphändsch: Da hab ich andres zu tun.
Panurg: Ei! So hol Euch doch ... Hui, wer jetzt fluchen dürfte! Nun, Geduld. – Also: frei ich, so werd ich wohl zum Hahnrei?
Stülphändsch: Man sollt' es denken.
Panurg: Wenn aber mein Weib fromm und keusch ist, werd ich wohl nicht zum Hahnrei werden?
Stülphändsch: Mir scheint, Ihr habt ganz recht.
Panurg: Hört an!
Stülphändsch: So lang Ihr wollt.
Panurg: Wird sie auch fromm und keusch sein? Denn da sitzt's.
Stülphändsch: Ich bezweifel's.
Panurg: Ihr habt sie nie gesehen?
Stülphändsch: Nicht dass ich wüsst'.
Panurg: Warum also bezweifelt Ihr, was Ihr nicht kennt?
Stülphändsch: Aus Erfahrung.
Panurg: Und wenn Ihr sie kenntet?
Stülphändsch: Dann noch mehr.
Panurg: He, Bub! Mein Schatz, da nimm meine Mütz' und spring in den Hof und fluch für mich ein halbes Stündel. Ich will auch für dich mal wieder fluchen! – Wer aber wird mich zum Hahnrei machen?
Stülphändsch: Jemand.
Panurg: Nun, jemand, Schwerenot! Euch will ich hahnreien, mein Herr Jemand.
Stülphändsch: Wie Ihr meint.
Panurg: Der Teufel und seine Großmutter hol' mich mitsammen, wenn ich nicht meinem Weib ein Vorhängschloß anleg, so oft ich von meinem Taubenschlag geh.
Stülphändsch: Redet etwas anständiger.
Panurg: Verflucht! Ich scheiß aufs Reden, kommt zum Schluss.
Stülphändsch: Mir ist's recht!
Panurg Halt! Weil ich auf dem Weg Euch kein Blut abzapfen kann, will ich ein andre Ader probieren. Seid Ihr beweibt, oder seid Ihr's nicht?
Stülphändsch: Keins von beiden, und dennoch beides.
Panurg: Gott steh uns bei! Heiliger Florian, ich schwitz vor Anstrengung, mein ganzer Habitus ist durcheinandergewürfelt, vor lauter Müh', Euch zu verstehen.
Stülphändsch: Geht mich nix an.
Panurg: Also nochmals, lieber. Getreuer! Seid Ihr beweibt?
Stülphändsch: Ich will's meinen.
Panurg: War't Ihr's schon vorher einmal?
Stülphändsch: Wohl möglich.
Panurg: Bekam's Euch wohl, das erstemal?
Stülphändsch: Ist nicht unmöglich.
Panurg: Und wie bekommt's Euch zum zweitenmal?
Stülphändsch: Wie Gott will.
Panurg: Nicht doch! Im Ernst, bekommt's Euch wohl?
Stülphändsch: Es ist wahrscheinlich.
Panurg: Nun helf mir Gott und seine Heerscharen! Lieber will ich einem toten Esel einen Furz entlocken denn Euch eine Antwort. Jetzt aber fang' ich Euch dennoch. Lieber Getreuer, dem höllischen Feind zum Possen, bekennt die Wahrheit: War't Ihr je Hahnrei? Ich meine Ihr hier vor mir, nicht Ihr da drunten beim Ballspiel.
Stülphändsch: Nicht, wenn es nicht vorher bestimmt war.
Panurg: Beim Fleisch, ich entsag'; beim Blut, ich hör' auf, bei des Herrn Leichnam, ich verzicht! Er entwischt mir!«

Bei diesen Worten erhob sich Gargantua und sprach: »Dem guten Gott sei Lob für alles. Die Welt ist, seh ich wohl, ein feiner Fant geworden, seit ich sie jung gekannt hab. Sind wir soweit? Fürwahr, hinfort wird man den Leuen leichter bei der Mähne, das Ross beim Haar, den Stier beim Horn, den Büffel bei der Schnauz, den Wolf beim Schwanz, die Geiß beim Bart, den Vogel bei den Beinen greifen, als einen solchen Philosophen bei seinen Worten und Redensarten."  [18] 

Nach dem Theologen, dem Mediziner und Philosophen ist nun der Jurist an der Reihe; auch er soll befragt werden. Nebenbei gibt der Jurist Gänszaum die Gründe an, warum er die Prozesse erst durchsähe, die er durchs Los der Würfel entschied, was an unsere heutigen Gerichte erinnert, die die unwichtigen Fälle den wichtigen vorziehen; zudem bekennt er, dass es in "unsrer ganzen Ratswelt kein so erlesenes Spiel als Akten kramen, Zettel heften, Seiten paginieren, Aktenständer räumen und Prozesse visieren" gibt und dass die Zeit alle Dinge zur Reife bringe. Der Jurist wird gefragt »wenn Ihr nun aber nach Los und Würfeln Eure Urteile macht, warum würfelt Ihr nicht gleich ohne weiteren Verzug am Tag und Termin, wenn die Parteien vor Euch erscheinen? Wozu braucht Ihr erst diese Schriften und all den Aktenwust?« – »Wozu ihr andern Herrn«, antwortete Gänszaum, »sie gleichfalls braucht, zu drei besondern, trefflichen Dingen. Erstens zur Form, in deren Ermangelung nichts gültig ist, was man getan hat (Spec. 1 tit. de instr. edit.). Zudem wisst ihr selbst am besten, wie oft in Prozessualibus Formalia die Materialien und Substanz umwerfen (Forma mutata mutatur substantia). Zweitens, just wie euch andern Herrn, dient mir's zu einer heilsamen und wohlanständigen Leibesbewegung... um mich zusammenzufassen, behaupt' ich mit euch andern Herrn, es gibt in unsrer ganzen Ratswelt kein so erlesenes Spiel als Akten kramen, Zettel heften, Seiten paginieren, Aktenständer räumen und Prozesse visieren... Drittens erwäg' ich, wie ihr andern, dass die Zeit alle Dinge zur Reife bringt, alles durch Zeit ans Licht kommen muss, die Zeit der Wahrheit Mutter ist (gloss. in l. 1. C. de servit, authent. de restit.). Deshalb, wie auch ihr andern Herrn, verschieb', verspät' und vertag' ich das Urteil, dass der Prozess, fein durchgeklaubt und klein geschrotet, im Lauf der Zeit zur Reife gedeihe. Denn wollt' man gleich auf frischer Tat so roh und grün den Spruch drauf setzen, so könnte leicht der Nachteil draus entstehn, der nach der Erfahrung der Ärzte eintritt, wenn man ein Geschwür vor der Zeit aufstechen und die bösen Säfte, ehe sie noch recht gar geworden sind, aus dem Leib abzapfen wollte (Authent. haec constit. in Innoc. de constit. princ.). Zudem lehrt die Natur uns, das Obst zu brechen und zu essen, wann es reif ist (Inst. de rer. div. § is ad quem), und die Töchter zu verehelichen, wann sie reif sind (ff. de donat. inter. vir. et. uxor. l. cum hic status).« [19] 

Zudem gilt der Jurist Gänszaum als idealer Prozeßvergleicher: »Dabei fällt mir ein«, fuhr Gänszaum fort, »wie ich noch unter dem Magister Strafgesetz die Rechte studierte, da war in Semerve einer namens Peter Bumbaum, ein respektabler Ehrenmann und braver Bauer, schon etwas bei Jahren, wohl angesehen, der, wie er sagte, den werten Mann Lateran-Konzil in seinem großen roten Hut noch wohl gekannt habe, samt dessen Weib, der guten Dame Sanktio Pragmatika in ihrem rostbraunen Atlaskleid und mit dem schweren Pfund-Paternoster von schwarzem Achat. Dieser Ehrenmann verglich euch mehr Prozesse, als jemals bei allen Gerichtshöfen Frankreichs zusammen erledigt worden sind. Alle Händel, Prozesse und Zwiste wurden nach seinem Spruch wie in oberster Instanz geschlichtet, wenn er auch kein Richter war, sondern nur ein Ehrenmann. (Arg. in l. sed si unius. ff. de jurejur.) In der ganzen Nachbarschaft ward kein Schwein geschlachtet, wovon er nicht Würste und Metzelsuppe erhalten hätte, und fast alle Tag war er zu Gast, zum Schmaus, zur Hochzeit, Kindtauf, Kirchgang und in der Schenk, um Vergleiche abzuschließen, wohlzumerken! Denn nie verglich er die Leute zusammen, sie hätten denn zum Zeichen der Aussöhnung, vollkommnen Eintracht und neuen Freundschaft eins miteinander getrunken (ut not. per Doct. ff. de peric.). Dieser treffliche Mann hatte auch einen Sohn, mit Namen Töffel Bumbaum; der wollte sich gleichfalls mit aufs Prozessvergleichen legen, wie ihr denn wohl wisst. Der gab sich selbst den Titel ›Prozessvergleicher‹ und war in diesem Handwerk so rührig und vigilant, dass, wie er nur irgendeinen Prozess oder Streit im Land roch, er spornstreichs zufuhr und die Parteien vergleichen wollte. Es glückte ihm aber so schlecht damit, dass er auch nicht einen einzigen Streit zu schlichten vermochte, auch nicht den kleinsten. Anstatt die Leute zu versöhnen, verhetzte und erbitterte er sie nur ärger; denn ihr wisst wohl, ihr Herren: Schwätzen tun alle Leut, / Aber nicht alle gescheit!" [20] 

Das Ziel des Juristen müsse sein, den Prozess möglichst in die Länge zu ziehen, erst wenn die Beteiligten Parteien wie eine Weihnachtsgans ausgenommen wären, seien sie reif für einen Vergleich, so wie die Krankheit zu End geht, wenn auch kein Arzt dazugekommen wäre: "Da klagte er einmal seinem Vater sein Leid und schob die Schuld davon auf die Verkehrtheit der Menschen. ›Mein Sohn Bumbaum‹, antwortete der Vater, ›musst's anders machen. Hier liegt der Has just nicht im Pfeffer. Du bringst nie einen Vergleich zu Weg. Warum? Du nimmst die Händel im Anfang, wenn sie noch frisch und grasgrün sind. Ich aber, ich vergleich' sie alle. Warum? Ich nehm' sie erst am End, lass sie fein reif und zeitig werden. Weisst du nicht, was das gemeine Sprichwort sagt: Wohl dem Arzt, den man rufen lässt, wann die Krankheit zu End geht? Die Krankheit ging von selbst zur Neige, wenn auch kein Arzt dazugekommen wäre: so auch neigten sich meine Bauern von selbst zum End des Streites, denn ihr Beutel war leer. Sie ließen von selbst das Hadern und Klagen, weil sie nichts mehr im Sack hatten, mit dem sie ihren Streit weiterführen konnten. Es fehlte ihnen nur noch an einem, der gleichsam den Braut- und Mittelsmann machte, der von Vergleichung zu reden anfing und ihnen beiden die ewige Schande ersparte, dass man gesagt hätte: der hat zuerst von einem Vergleich geredet, er ist's zuerst sattgeworden, sein Recht war eben nicht das beste. Ich sag' dir, Bumbaum, mein Sohn, dass ich auf diesem Weg, wenn nicht Frieden, so doch Waffenstillstand stiften wollt' zwischen dem großen König und den Venezianern, zwischen Kaiser und Schweizern, zwischen Engländern und Schotten, zwischen dem Papst und Ferrara.‹ [21] 

Man müsse die Prozesse zur Welt kommen und groß wachsen lassen, indem "Schergen, Häscher, Büttel, Anwälte, Schikanierer, Prokuratoren, Kommissarien, Advokaten, Inquisitoren, Registratoren und Kanzelisten" immerzu an den Geldbeuteln der Kunden saugen: "Deshalb wart ich nun«, fuhr Gänszaum fort, »wie ihr andern Herrn, so lang, bis der Prozess ganz reif und gewachsen ist in allen Gliedern, das heißt in seinen Sätzen und Akten. Denn ein Prozess, wann er zur Welt kommt, scheint mir, wie auch euch andern Herrn, unförmlich, roh und missgestalt... Wie ihr andern Herrn, so machen auch die Schergen, Häscher, Büttel, Anwälte, Schikanierer, Prokuratoren, Kommissarien, Advokaten, Inquisitoren, Registratoren und Kanzelisten, indem sie hitzig und immerzu an den Beuteln der Kunden saugen, ihren Prozessen Köpfe, Füße, Hände, Zähne, Schnäbel, Klauen, Adern, Venen, Nerven, Muskeln und Säfte, mit einem Wort: Akten (Gloss. de cons. d. 4, accepisti).« »Schon recht, schon recht... doch wie, mein Freund, verfahrt Ihr in Kriminalfällen, wenn man den Schuldigen in flagranti betroffen hat?« – »Just wie ihr andern Herrn«, sprach Gänszaum. »Zu Eingang des Prozesses heiße ich den Kläger tüchtig ausschlafen, und dann wiederum vor mir erscheinen mit gutem und gültigem Schlafattest (gloss. 37. q. 7. c. Si quis cum). Dieser Vorgang zeugt ein neues Glied, dies wieder eins, wie aus Masche für Masche das Panzerhemd gefertigt wird. Kurz, endlich sehe ich meinen Prozess durch Information geklärt und in allen Gliedern wohl ausgewachsen. Jetzt greif' ich wieder zur Entscheidung, zu meinen Würfeln.« [22] 

Prinz Pantagruel entschuldigt das Gänszaumische Rechtsverfahren u.a. wegen seiner Einfalt und dass sein geringer Fehler versenkt werden müsse in den "unendlichen Ozean so vieler billiger Urteilssprüche, wie er sie während seiner Amtstätigkeit gefällt" habe: »Erlauchter Prinz, nicht nur um der Verpflichtung willen, die Ihr durch Eure unzähligen Wohltaten diesem Parlament und unserm ganzen Markgrafentum auferlegt habt, sondern auch wegen Eures hohen Verstandes und reifen Urteils erfordert es die Billigkeit von uns, dass wir Euch die Entscheidung überlassen in dieser so befremdlichen, neuen und paradoxen Sache des Gänszaum, der in Eurem Beisein nach dem Ausschlag der Würfel zu richten gestanden hat. Wir ersuchen Euch demnach, hierüber zu erkennen, was Euch selbst gerecht und billig dünken wird.« Darauf antwortete Pantagruel: »Ihr Herrn, es ist, wie ihr wohl wisst, nicht meines Amtes noch Berufs, Prozesse zu entscheiden; weil ihr aber mir soviel Ehre erzeigen wollt, will ich, anstatt des Richters Amt hier zu verwalten, des Beklagten Anwalt sein. Denn ich nehme an unserm Gänszaum mehrere Eigenschaften wahr, derethalben ihm meines Erachtens in diesem Fall verziehen werden möchte. Erstens Alter, zweitens Einfalt, die, wie ihr selbst am besten wisst, nach unsern Rechten und Satzungen gar leicht für ein Vergehen Gnade und Vergebung erwirken. Drittens find' ich zu Gänszaums Gunsten in unsern Gesetzen noch einen andern Punkt erwogen: dass nämlich sein geringer Fehler versenkt werden muss in den unendlichen Ozean so vieler billiger Urteilssprüche, wie er sie während seiner Amtstätigkeit gefällt hat. Aus all diesen Gründen bitte ich euch, dass ihr für diesmal ihm verzeihn wollt, und zwar unter zwei Bedingungen: Erstens, wenn er dem durch das beanstandete Urteil geschädigten Teil Genugtuung gegeben oder dazu verpflichtet hat. Zweitens, dass ihr ihm zum Beistand in seinem Amt einen jüngeren, gelehrten, klugen, rechtschaffnen und erfahrnen Rat zugebt, mit dessen Hilfe er künftig seinen Rechtsgeschäften vorstehen soll. Und im Fall ihr ihn seines Amtes gänzlich entsetzen wollt, erbitt' ich mir ihn inständig zu freier Verfügung von euch. Ich werde der Plätze und Stellen schon genug in meinen Staaten finden, wo ich ihn hintun und brauchen kann.« [23] 

Wie Panurg beim Narren Triboullet sich Rat holt: "Am sechsten Tag drauf kam Pantagruel zur selben Stunde nach Haus, als Triboullet von Blois zu Wasser angelangt war. Panurg verehrte ihm zum Willkomm eine pralle, klappernde Schweinsblase, denn es waren Erbsen darin; ferner einen hölzernen, schön vergoldeten Degen, ein Täschlein von Schildpatt, eine Korbflasch voll Bretanischen Weins und einen Korb voll Äpfel. – Triboullet schnallte den Degen und das Täschlein um, nahm die Schweinsblase in die Hand, aß die Äpfel zum Teil auf und trank den Wein ganz aus. Panurg betrachtete ihn aufmerksam und sprach: »Ich hab' noch keinen Narren gesehn, und sah sie doch schon schockweise, der nicht gern und in langen Zügen getrunken hätte.« Darauf trug er ihm in wohlgesetzten rhetorischen Reden seine Sache vor. Er war noch nicht zu End damit, da gab ihm Triboullet mit der Faust einen derben Knuff zwischen die Schultern, händigte ihm die Flasche wieder aus, benasenstüberte ihn mit der Schweinsblase und gab weiter keine Antwort von sich, als dass er, stark mit dem Kopfe schlotternd, zu ihm sprach: »Ho, ho, he, Narr wie keiner meh, dem Pfaff paß auf, tüchtig hinten drauf!« Mit diesen Worten entlief er aus der Gesellschaft, spielte mit seiner Blase und ergötzte sich an dem melodischen Schall der Erbsen. Mehr war nicht aus ihm zu bringen, und als Panurg ihn weiter fragen wollte, zog Triboullet seinen hölzernen Degen und wollt' ihn schlagen." [24] 

Es ist ja nichts Neues, dass "Narren bei den Türken als Propheten verehrt werden", wie zum Beispiel Mohammed, bei dem bekanntlich eine dämonische Inspiration "stürmisch in ein kleines und schwächliches Wesen" gefahren ist, aber dass sie hier und heute solch einem Narren begegnen, ist seltsam: »Wahrlich«, rief Panurg, »da sind wir schön gefahren! Ein saubrer Bescheid! Ein Narr zwar ist er, das ist nicht zu leugnen; aber noch mehr ein Narr war der, der ihn brachte; und ich der größte, der ich ihm meine Gedanken vertraut hab'.« – »Soll das auf mich gehen?« antwortete Karpalim. – »Ohn uns weiter zu ereifern«, sprach Pantagruel, »lasset uns seine Worte und Gebärden in Betracht ziehn. Darin hab' ich bedeutende Mysterien erkannt und mich befremdet jetzt weniger als ehedem, dass solche Narren bei den Türken als Propheten verehrt werden. Habt Ihr wohl acht gegeben, wie sein Haupt hin und her schlottert' und wankte, eh' er den Mund zum Reden auftat? Nach der Lehre der alten Weisen und den Wahrnehmungen der Rechtsgelehrten könnt Ihr ermessen, dass diese Unruhe durch die Inspiration des prophetischen Geistes in ihm erregt wurde, der, wenn er stürmisch in ein kleines und schwächliches Wesen fährt, es dergestalt erschüttert, dass nach ärztlicher Erfahrung die Glieder des menschlichen Leibes ein Zittern befällt, teils wegen des zu schweren Gewichts der ertragenen Last, teils wegen der Schwäche im tragenden Organ und den Kräften des Trägers." [25] 

Beim Narren Triboullet kann man wohl, im Gegensatz zu den türkischen Narren, auf einen tieferen Sinn hoffen: "Er schilt Euch Narr. Und was für einen Narrn? ›Wie keiner mehr‹, dass Ihr Euch noch auf Eure alten Tage ins Joch des Ehstands beugen und schmiegen wollt. Er sagt Euch: ›Dem Pfaff pass auf!‹ Bei meiner Ehre, ein Pfaff wird Euch zum Hahnrei machen. Ich setz' mein Ehre zum Pfand; was Größers hätt' ich nicht, und wenn ich Erb- und unumschränkter alleiniger Herr von ganz Europa, Asien und Afrika wär. Die andern Orakel und Weisungen ernannten Euch nur schlechthin zum Hahnrei, aber besagten noch nicht deutlich, wer Euer Weib zum Ehebruch verleiten und Euch zum Hahnrei machen werde. Hier dieser edle Triboullet lehrt's. Wie! Muss Euer Ehebett durch Pfaffen besudelt und verunkeuscht werden? Weiter sagt er, Ihr würdet ›tüchtig hinten drauf kriegen!‹ Merkt weiter: wie er Euch mit der Schweinsblase nasenstüberte und einen Fauststoß auf's Rückgrat gab, da deutete er an, dass sie Euch schlagen, nasenstübern, bestehlen wird, so wie Ihr selbst die Schweinsblase erst den kleinen Kindern im Dorf gestohlen hattet.« »Im Gegenteil«, versetzte Panurg. »Nicht dass ich mich schamlos vom Narrengau lossagen wollt': bin da zu Haus, gehör« hinein, ich geb's gern zu. Die ganze Welt ist närrisch. Alles steckt voll Narren. Salomo spricht, der Narren Zahl ist unendlich. Und ein Narr wär ich wie keiner, wenn ich, als Narr, mich für närrisch nicht halten wollte. – Doch seine übrigen Worte und Gesten sind für mich. Er sagt zu meinem Weib: ›Dem Pfaff pass auf!‹ Das ist aber ein kleiner Dompfaff, an dem sie sich erlustigen wird, wie des Catullus Lesbia an ihrem Spatz; der wird Mucken fangen, mit dem wird sie sich Zeit und Weil so fröhlich vertreiben, wie noch nie. Dann sagt er: sie wird ländlich und hold sein, sie wird hinten rum was Tüchtiges haben. Wie wohl erkennt doch dieser wahrhaftige Triboullet mein Naturell und meine innersten Passionen! Denn dies beteur' ich Euch: weit lieber hab' ich die muntern Dirnen, die Schäfermaidlein im fliegenden Haar, denen der Steiß nach Heu riecht, als die vornehmsten Damen bei Hof und reichen Schlampen, parfümiert mit Bisam und Moschus. Ein treuer Narr, ein biedrer Narr! Ich bin gut für ihn. Wer Übels von ihm denkt, tut Sünde. Ich vergeb' ihm vom Grund der Seele. Er hat mich genasenstübert: das sind die kleinen Schäkerein, die ich und mein Weiblein treiben werden, wie alle jungen Eheleute tun.« [26]

Im Gegensatz zu den Namen der verdorbenen Wissenschaftler und Duckmäuser (»Es sind Namen von irrenden Teufeln, von fahrenden Teufeln, von kriechenden Teufeln.«), gibt es die "lautere Wissenschaft", wie sie heute selten anzutreffen ist: »Geliebter Sohn«, sprach Gargantua, »ich glaub' es Euch und danke dem Herrn, dass durch die Fenster Eurer Sinnen in Eures Geistes Wohnhaus nichts als lautere Wissenschaft Zutritt findet. Denn zu meiner Zeit gab es ein Reich, wo eine besondere Zunft duckmäuserischer Pfaffen dem Ehestand so abhold waren wie die Priester der Cybele in Phrygien, als wenn es Kapaune und nicht mutwillige, geile Hähne wären. Die haben dann den Eheleuten über die Ehe Gesetze erteilt; und ich weiß nicht, wovor man sich mehr entsetzen soll, ob vor der tyrannischen Einbildung dieser gefürchteten Duckmäuser, die innerhalb der Schranken ihrer mystischen Tempel nicht rasten können und sich in Dinge mischen, die ihrem Beruf schnurstracks zuwider und fremd sind, oder vor dem Aberglauben der dummen Eheleute, die so böse, barbarische Satzungen angenommen, ihnen Folge geleistet haben und nicht einsehn (was doch klarer ist als der Morgenstern!), wie solche Heiratsordnungen sämtlich den Vorteil der Pfaffengilde und auch nicht eine das Wohl und Frommen der Eheleute bezwecken. Denn, wie Ihr ganz richtig sagt, kein Recht auf Erden erteilt den Kindern die Freiheit, ohne ihrer Eltern Rat und Wissenschaft sich zu vermählen. Aber nach den Satzungen, von denen ich redete, ist im ganzen Gau kein Kuppler, Schelm, Schalk, Galgendieb, kein so stinkiger, müffiger, schäbiger Schnapphahn, Bandit oder Böswicht, der nicht jedes Mägdlein nehmen könnte, das ihm nur ansteht, und wenn es noch so vornehm, schön, reich, keusch und sittsam wär, wenn sich der Kuppler nur einmal erst mit einem Pfaff verständigt hat, der von dem Raub zu seiner Zeit sein Teil abkriegt.« [27] 
 
 

5. "Pantagruel und Gargantua IV"

Ein Muslim, also ein "islamitischer Hammel" mit großer Klappe, der eine Christin verführt hat, will Panurg beleidigen: »Schaut mal die saubre Hahnreifratz!« – Panurg, der wegen seiner Brille weit leiser denn gewöhnlich hörte, frug, als er diese Worte vernahm, den Handelsmann: »Wie Teufel soll ich Hahnrei sein, der ich noch nicht einmal ein Weib hab, wie du's hast? Denn das seh ich schon an deinem ungewaschnen Maul.« »Wohl«, sprach der Kaufmann, »hab' ich eins, und gäb's nit hin für alle Brillen in ganz Europa, und nicht um die Lupen von Afrika. Denn, mit Verlaub, ich hab' eins der allerschönsten, bravsten und züchtigsten Weiber im ganzen Ort. Ich bing' ihr auch von meiner Reise einen schönen roten, elf Zoll langen Korallenzinken zum heiligen Christ mit. Was schiert's dich? Worein mengst du dich? Wer bist du? Woher kommst du? Wenn du von Gott bist, so gib Antwort, du saubrer Brillenaffe.« [28] 

Panurg fordert ihn heraus (»Gib Antwort, o du islamitischer Hammel, der du von allen Teufeln bist!« ) und beinahe wäre es zum Streit gekommen, wenn nicht der Schiffspatron und die andern Passagiere Pantagruel gebeten hätten, auf seinem Schiff keinen Skandal zu gestatten." [29] 

Ähnlich wie Lope de Vega und Calderón de la Barca hatte auch Cervantes in seinem Don Quijote (I, 18) die Nutzlosigkeit des islamischen Glaubens an Hand des feindlichen Königs Ali fanfarón (wörtlich: Ali der Angeber oder das Großmaul) beschrieben. Das Heer der Muslime enpuppt sich später als Schaf- und Hammelherde, die hinter dem Leithammel Alifanfarón bzw. dem "falschen Propheten Mohammed" hinterherläuft. Alifanfarón zieht in den Krieg wegen einer schönen Christin, die er begehrt, die aber ihr Vater "dem heidnischen Könige" nicht geben will, zumindest nicht, solanger er "nicht vorher dem Gesetze seines falschen Propheten Mohammed entsagt und sich seinem Glauben zuwendet." Rabelais verwendet ein ähnliches Bild, wenn der Leithammel (der "islamitischer Hammel" oder im übertragenen Sinne der Prophet Mohammed) ins Meer geworfen wird und alle anderen freiwillig folgen: "Auf einmal, ich weiß selbst nicht wie, die Sache ging fix, ich konnte so schnell nicht Achtung geben, schmeißt Panurg, ohne ein Wort zu sagen, seinen schreienden, blökenden Hammel Knall und Fall ins hohe Meer. Die andern Hammel, all miteinander, schreiend und blökend wie aus einem Maul, ihm nach, und schnurgerad ins Meer. Es war ein Drängen um die Wette, wer seinem Kameraden als erster nachspräng'. An ein Aufhalten war nicht zu denken! Denn ihr kennt ja der Hammel Art, dass sie stets ihrem Vordermann, wohin er geht, nachlaufen und treten. Auch nennt sie Aristoteles mit Recht das dümmste und albernste Tier der Welt. Der Kaufmann, ganz bestürzt, sein Vieh vor seinen Augen untergehn und ersaufen zu sehen, sputete sich aus aller Macht, um es zu verhindern und aufzuhalten; aber umsonst. Sie sprangen all schnurstracks ins Meer und ertranken. Endlich erwischte er noch einen der größten und stärksten Hammel beim Fell, auf dem Verdeck des Schiffs, in der Hoffnung, ihn zu halten und mit ihm auch den Rest zu retten. Aber der Hammel war so mächtig, dass er den Kaufmann mit sich ins Meer riss. Die andern Hirten und Schafknechte versuchten's gleich ihm, hingen sich, wie's kam, teils an die Hörner, Beine und Felle an, wurden desselbengleichen alle mit in das Meer hinabgerissen und ersoffen elendiglich." [30] 

Die Juristerei oder wie "Raubschick-aner", "Prozessverdreher", also Rechtsdienstleister mit ausgefallenen Namen wie Farttrack, die ihre Opfer erschnüffeln und dann gegen unbescholtene Bürger vorgehen, wird z.B. kritisiert, als Pantagruel nach Notarien ging, und von der seltsamen Lebensart der Schick-aner berichtet: "Unsre Straße weiter ziehend, kamen wir tags drauf nach Notarien, welches ein ganz versudeltes und verschmiertes Land ist; ich konnt' nichts davon erkennen. Da sahen wir Notaner und Schick-aner, beides sehr borstige Leute; sie boten uns weder zu trinken noch zu essen an. Bloß sagten sie uns unter unzähligen gelehrten Reverenzen, dass sie uns alle zu Diensten stünden für Geld. Ein Dolmetsch unter uns erzählte dem Pantagruel, wie dies Volk auf seltsame Weise sein Brot verdiene, nämlich durchs Geschlagenwerden. »Die Art ist«, erzählte der Dolmetsch, »diese: Wenn irgendein Mönch, Pfaff, Wuchrer oder Anwalt einen Edelmann seines Landes ärgern will, schickt er ihm einen dieser Schick-aner. Der Schick-aner lädt ihn vor, zitiert, schimpft, schmäht ihn unverschämt, kraft seiner Instruktion und Vollmacht, so lang, bis endlich der Edelmann, wenn er nicht vor den Kopf geschlagen und dümmer als eine Kaulquappe ist, ihm ordentlich Prügel geben, oder einen Schwertstreich übern Kopf, oder den Pferderiemen um die Waden, oder besser: ihn aus den Zinnen und Fenstern seines Schlosses werfen muss. Ist dies geschehn, so ist mein Schick-aner reich auf vier Monate, als wenn die Stockschläg recht seine Ernte und Atzung wären. Denn von dem Mönch, dem Wuchrer, dem Anwalt erhält er ein sehr gutes Gehalt, und von dem Edelmann Schmerzensgeld, zuweilen ein so unbillig hohes, dass der Edelmann dadurch um Haus und Hof kommt, mit Gefahr, elend im Kerker zu verfaulen, als wenn er den König geschlagen hätt'.« »Für solchen Unfug«, sprach Panurg, »weiß ich ein sehr probates Mittel, das einst der Herr von Basché braucht'.« – »Und welches?« frug Pantagruel. – »Der Herr von Basché«, sprach Panurg, »war ein tugendhafter, mutiger, hochherziger Ritter. Als er einst aus einem langen Krieg nach Haus kam, in dem der Herzog von Ferrara sich mit dem Beistand der Franzosen tapfer gegen Papst Julius des Zweiten Wut verteidigt hatte, ward er tagtäglich vorgeladen, zitiert und schikaniert, je nachdem den feisten Prior von Saint Louant dazu die Laune und der Kitzel ankamen." [31] 

"Raubschick-aner", "Prozessverdreher" wie die Rechtsdienstleister oder Winkeladvokaten ("Hunds-Schick-aner") können unbescholtene Bürger so traktieren, dass sie keinen Ausweg mehr sehen als das Land zu verlassen und sich sogar zum "Sultan und allen Teufeln" zu schlagen. Vorher soll der Rechtsverdreher allerdings noch seine gerechte Strafe bekommen: "Eines Tages, während er mit seinen Leuten das Frühmahl hielt (denn er war gütig und wohlgesinnt), ließ er seinen Bäcker rufen, namens Loire, nebst dessen Weib und dem Pfarrer des Kirchspiels, namens Oudart, der ihm, wie es damals in Frankreich der Brauch war, als Kellermeister und Schreiber diente; in seiner Kavaliere und andern Diener Beisein sprach er zu ihnen: ›Kinder, ihr seht, was für Verdruss mir diese Hunds-Schick-aner täglich antun. Ich bin schlüssig worden und will, wofern ihr mir nicht beisteht, ganz aus dem Land gehn und mich zum Sultan und allen Teufeln schlagen. – Also das nächste Mal, wann sie wiederkommen, haltet Euch fertig, Ihr, Loire, mit Euerm Weib Euch einzufinden in meinem großen Saal, in Euern Hochzeitskleidern, wie wenn man Euch trauen wollt'. Hie habt Ihr hundert Goldgülden, nehmet; ich schenk' sie Euch, um Eure Sonntagskleider instand zu setzen. Ihr, Herr Pfarrer Oudart, säumt auch nicht, in Eurer guten Stola und Chorhemd und mit dem Weihwasser Euch einzustellen, als wenn Ihr sie kopulieren wolltet. Ihr, Trudon (so hieß sein Heerpauker), kommt desgleichen mit Eurer Pauke und Pfeife. Und wenn der Segen gesprochen und die Braut geküßt ist, gebt ihr beim Paukenschall euch all einander das gebräuchliche Hochzeitsgeschenk, die kleinen Faustschläge, darnach wird euch das Nachtbrot nur desto besser schmecken. Wenn aber die Reihe an den Schick-aner kommt, dann schlagt mir zu wie auf alt Eisen; schenkt ihm nichts, pufft, knufft und wamst ihn, was Ihr könnt, ich bitt' Euch drum. Da nehmt, ich geb' Euch diese neuen Fausthandschuhe, sie sind mit Geißfell überzogen; zählt Eure Streich nicht lang, schlagt rechts und links drauf los, wie's fällt; den werd ich für meinen treuesten Diener halten, der ihn am besten trumpft. Und sorgt nicht, dass die Justiz Euch dieserhalb zur Red setzen werde, ich steh für alles. Die Schläge gebt ihr ihm im Spaß, wie es auf allen Hochzeiten Sitte ist.‹ Denselben Tag noch fügte es Gott und führte einen alten, dicken, roten Schick-aner her. Er schellte am Torweg, und der Pförtner erkannte ihn gleich an seinen großen schmierigen Gamaschen, an seiner schlechten Mähre und an einem leinenen Sack voll Zitationen, der ihm am Gurt hing. Der Pförtner neigte sich tief vor ihm, er ließ ihn höflich ein und zog dann die Schelle. Auf dies Signal warfen sich Loire und sein Weib in ihre guten Kleider und traten sehr gravitätisch in den Saal. Oudart hing Stola und Chorhemd über; wie er aus seiner Schreibstub trat, begegnete er dem Schick-aner, führte ihn mit sich hinein in seine Schreibstub, setzte ihm da weidlich zu trinken vor, derweil man sich allerseits behandschuhte, und sprach zu ihm: ›Ihr hättet's nicht besser treffen mögen; heut hat unser Herr seinen guten Tag, es wird bald bei uns hoch hergehn, alles wird mit Scheffeln gemessen werden: wir han heut Hochzeit; trinkt, langt zu, seid lustig.' Während der Schick-aner trank, und als Basché all seine Leute im Saal in der gehörigen Ordnung sah, ließ er den Oudart rufen. Oudart kam mit dem Weihwasser, der Schick-aner folgte ihm. Wie er in den Saal eintrat, machte er einen Haufen tiefer Kratzfüße und zitierte den Basché. Basché machte ihm die größten Schmeicheleien von der Welt, schenkte ihm einen Dukaten und bat ihn, dem Kontrakt und der Trauung beizuwohnen. Wie's auch geschah. Zu guter Letzt ging's an ein Fäusteln, und als die Reih an den Schick-aner kam, ward er mit schweren Handschuhpüffen so zugedeckt, dass er ganz mürb und morsch auf dem Platz blieb; ein Aug wurde ihm butterbraun gestoßen, acht Rippen zerschroten, das Brustbein zerknickt, die Schulterblätter in vier Stücke, der untere Kiefer in drei Fetzen zerspalten, und alles nur im Scherz. Gott weiß, wie Oudart paukte und seinen schweren stählernen, mit Hermelin verbrämten Handschuh unterm Ärmel des Chorhemds barg; denn er war ein gar starker Bulle. Der Schick-aner kehrte wie getigert nach seiner Heimat zurück, aber doch mit Herrn von Basché sehr zufrieden; er lebte mit Hilfe der guten Feldscherer seines Ortes weiß nicht wie lang. Es war nicht weiter die Rede davon, denn das Gedächtnis daran erlosch mit dem letzten Schall der Sterbeglocken, die ihn zu Grabe läuteten." [32] 

Wie das Teuflein mit seiner "Schar kleiner Kammerteuflein" von einem Bauern betrogen wurde: "Der Bauer mit seinen Leuten fing an, das Korn zu schneiden. Die Teuflein rauften ebenfalls die Stoppeln aus der Erde. Der Bauer drosch sein Korn auf der Tenne aus, worfelte es, lud's in Säcke und führt's zu Markt. Die Teuflein ebenfalls, setzten sich neben den Bauern auf den Markt hin und boten da ihre Stoppeln feil. Der Bauer verkaufte sein Korn sehr gut und tat das Geld in ein altes Strümpfel, das er am Gurt trug. Die Teufel lösten nichts; vielmehr machte sich das Landvolk über sie auf offnem Markt noch lustig. Als der Markt zu End war, sprach der Teufel zum Bauern: »Diesmal, Lump, hast du mich betrogen; zum andernmal gelingt dir's nicht.« – »Wie, mein Herr Teufel«, antwortete der Bauer, »sollt' ich Euch betrogen haben? Habt Ihr doch als erster gewählt. Wohl aber wolltet Ihr mich betrügen bei dieser Wahl, in der Hoffnung, dass auf meinen Part nichts aus der Erden wachsen würde und Ihr mein Saatkorn alles unten gut finden würdet; denn damit wollt Ihr die armen Leute, die Gleisner und die Geizhals in Versuchung führen und durch Versuchung sie in Eure Fallstrick ziehn. Seid aber noch sehr neu im Handwerk: dies Korn da drunten ist längst verfault und tot; aus dessen Tod und Fäulnis ist jenes erwachsen, das Ihr mich habt verkaufen sehn. Ihr habt also das schlimmre Teil erwählt. Dafür seid Ihr auch in der Schrift verflucht.« »Reden wir von etwas anderm«, sprach der Teufel, »was möchtest du wohl übers Jahr auf unsern Acker baun?« – Der Bauer antwortete ihm: »Ein guter Wirt tät Rettich säen.« – »Wohl«, sprach der Teufel, »du bist ein guter Lump, jetzt geh, bau Rettich, was das Zeug hält. Ich will sie vor Donnerwettern hüten, auch nicht drauf hageln. Aber merk's! Diesmal behalt' ich für mein Teil, was oben wächst, du kriegst das Unterste. Rühr dich, Lump, rühr dich! Ich geh jetzt die Ketzer versuchen, sehr leckre Karbonädelseelen! Herr Luzifer hat just sein Bauchweh; das gibt einen warmen Braten für ihn.« – Zur Zeit der Ernte fand sich der Teufel mit einer Schar kleiner Kammerteuflein am Platz ein, traf daselbst den Bauer und seine Leute und fing alsbald an, die Rettichblätter abzuschneiden und einzusammeln. Hinter ihm grub und schaufelte der Bauer seine dicken Rettiche aus und lud sie in Säcke. So zogen sie alle mitsammen zum Markt. Der Bauer verkaufte seine Rettich sehr gut; der Teufel löste nix; ja was noch schlimmer war, er wurde ausgelacht vor allem Volk. – »Wohl seh ich, Lump«, sprach jetzt der Teufel, »dass du mich wieder betrogen hast; jetzt will ich, dass ein End soll werden unter uns beiden mit dem Feld. Der Pakt soll sein, dass wir einander kratzen; und wer als der erste von beiden nachlässt, verliert seinen Feldteil. Dem Sieger verbleibt alles ganz und gar. Über acht Tag ist das Turnier. Fort, Lump! dich will ich teuflisch kratzen. Eben wollt' ich die Raubschick-aner, Prozessverdreher, Rabulisten, Notarien und verräterischen Anwälte versuchen gehn; sie haben mir aber durch ihren Dolmetsch sagen lassen, dass sie mir alle zu Diensten stehn. Auch ist Luzifer ihrer Seelen schon müd, denn er schickt sie gemeinlich den Küchenteufeln, sie müssten denn stark gepfeffert sein." [33] 

Luzifer ist "ihrer Seelen schon müd, denn er schickt sie gemeinlich den Küchenteufeln, sie müssten denn stark gepfeffert sein." Ein Anwalt zum Mittagessen, Raubschick-aner, Prozessverdreher, Rabulisten, Notarien und verräterische Anwälte, er kann sie nicht mehr sehen: "Sein Mittagsbrot sind für gewöhnlich Rechtsverdreher, schelmische Advokaten und Schinder der armen Leut; die gehn ihm nie aus. Doch Tag für Tag dieselbe Speise kriegt eins auch satt. Letzthin einmal, grad bei einer Ratssitzung, kriegte er auf eine Pfaffenseele Lust, die sich in ihrer Predigt den Leuten zu empfehlen vergessen hatte, und verhieß einem jeden doppelten Sold und ein notables Jahrgehalt, wer ihm dergleichen brühwarm brächte. Wir waren auch alle flugs darnach aus, aber es waren nur Fleischergäng'; denn alle ermahnen sie die edeln Frau'n, ja fein ihr Klösterlein mit Gaben zu bedenken. Sein Nachtessen ist sehr gut bestellt aus wucherischen Handelsherren, Apothekern, Warenfälschern, Kippern und Wippern. Und zuweilen, wenn er bei Laune ist, schluckt er zum Schlaftrunk wohl ein paar Zöflein, die ihrer Herren guten Wein aussaufen und das Fass dann mit stinkigem Wasser nachfüllen." [34] 

Zur Kritik an Kirche und Papst schreibt Rabelais: "Nach diesem zog Schlottig aus einem Kasten einen großen Schlüsselbund, mit dem er über dem Altar an einem mit starken Eisenbarren verwahrten Fenster zweiunddreißig Riegel- und vierzehn Vorhängschlösser aufsperrte. Drauf bedeckte er sich sehr geheimnisvoll mit einem nassen Sack, zog einen rotseidnen Vorhang auf und wies uns ein meines Erachtens ziemlich schlecht gemaltes Bildnis; er berührte es mit einem langen Stab und ließ uns Mann für Mann den Stab küssen; dann frug er uns: »Was haltet ihr von diesem Bild?« – »Es ist«, antwortete Pantagruel, »das Konterfei eines Papstes; ich kenn' es an der Tiara, am Pallium, der Dalmatik und dem Pantoffel.« – »Richtig«, sprach Schlottig, »es ist die Idee dieses grundgütigen Gottes auf Erden, dessen Zukunft wir demütiglich entgegenharren und ihn dereinst noch in diesem unserm Vaterland zu schauen hoffen. O ersehnter, o lang erharrter, seliger Tag! Und selig, aberselig auch ihr, die ihr Gestirn so wohl geführt hat, dass ihr diesen guten lieben Erdengott selbsteigenleiblich von Angesicht und in Person gesehen habt, dessen nun erblicktes Gleichnis schon uns vollen Erlass aller unsrer bewussten Sünden und eines Drittels, ja sogar von achtzehn Vierzigteilen der schon vergessnen einbringt! Wir sehen es nur alle hohen Feste einmal.« Darauf meinte Pantagruel, es wär wie eine Arbeit des Dädalus: wiewohl unförmlich und grob gezeichnet, wär doch, was den Ablass anbeträf, eine Art von göttlicher Energie darin verborgen und versteckt. – »Just wie die Bettler im Spittel zu Seuillé«, sprach Bruder Jahn, »die eines Abends an einem guten Feiertag bei ihrer Bettelsuppe sich rühmten, wieviel sie den Tag lang erfochten hätten, einer sechs Heller, der andre zwei Groschen, noch ein andrer sieben Fränklein; ein großer Schubjak kam gar und prahlte, dass er drei schwere Gulden erschnappt hätte. ›Ei‹, sprachen seine Gesellen zu ihm, ›du hast aber auch ein Gottesbein!‹ – Als wenn in einem brandig-faulen, eitrigen Bein was Göttliches stäke.« [35]

»Wenn ihr«, versetzte Pantagruel, »hier solche Reden führen wollt, so habt nur auch gleich ein Becken zur Hand; denn wenig fehlt, so muss ich kotzen. Den heiligen Namen Gottes bei solchem Schund und Unflat zu brauchen! Pfui, sag ich! Pfui! Wenn solcher Missbrauch der Worte in euerm Mönchtum Sitte ist, so lasst ihn nur im Kloster und bringt ihn nicht unter uns.«

»Mir will bedünken«, sprach Panurg, »dies Bildnis passe nicht gerade auf unsre letzten Päpste; denn die hab ich statt der Mitra den Helm auf'm Kopf tragen sehn und oben drauf war die persische Tiara gestülpt. Und wenn die ganze Christenheit in Fried und Ruh war, führten sie allein grausamen und blutigen Krieg.« »Ei«, sprach Schlottig, »das taten sie eben wider die Rebellen, die Ketzer und die gottesvergessenen Protestanten, die Seiner lieben Heiligkeit, diesem grundgütigen Erdengott, nicht folgen wollten. Dieses ist ihm nicht nur verstattet und erlaubt, sondern durch die hochgelobten Dekretalien sogar geboten: er muss Kaiser, Könige, Fürsten, Herzöge und freie Städt sofort mit Feuer und Schwert und Blut ersäufen, sobald sie auch nur ein einziges Jota von seinen Geboten weichen; muss sie ihrer Habe berauben, des Regiments entsetzen, in Acht und Bann tun, und nicht nur ihre und ihrer Kinder und andern Blutsfreunde Leiber töten, sondern auch ihre Seelen bis zu dem heißesten Höllenpfuhl hinab verfluchen.« »Nun gottlob!« rief hier Panurg, »hier unter uns, das weiß der Teufel! hat's keine Ketzer, wie in Deutschland oder England. Ihr habt doch noch euer Christentum am Schnürchen, als hätt' man euch extra ausgesucht!« – »Ei wohl!« sprach Schlottig, »ei potztausend! Wir werden aber auch alle selig! Und jetzt zum Weihwasser und dann zu Tisch!« [36]

Wie man durch die Kraft der Dekretalien das Gold aus Frankreich geschickt nach Rom zieht: »Ein Schöppel vom Besten«, sprach Epistemon, »wollt' ich gleich aus meiner Tasche bar bezahlen, wenn ich wüßte, dass die Dekretalienstellen stimmen, durch die man uns aus Frankreich jedes Jahr 400 000 Dukaten und drüber nach Rom zieht. Ist dies vielleicht nichts?« – »Mir scheint es«, sprach Schlottig, »immer noch wenig in Anbetracht dessen, dass das allerchristlichste Frankreich die einzige Säugamme des Römischen Hofs ist. Aber zeigt mir doch einmal auf Erden das Buch in Philosophie, in Medizin, Juristerei, Mathematik, ja, du mein Gott! (Du meiniger!) selbst in der Heiligen Schrift – das Buch, das so viel einbringt! Ihr findet keins, da bin ich gut für. Noch wollen freilich die Teufelsketzer hievon nix wissen noch hören. Ei, so brennt, zwickt, zwackt, sägt, henkt, pfählt, schneidet, metzelt, weidet aus, kappt, röstet, frikassiert, kocht, würfelt, kreuzigt, vierteilt, rädert, ledert, karbonädelt dies Ketzerpack, diese Dekretalienverächter, diese schlimmsten aller Verbrecher! Und ihr, ihr andern braven Leute, wenn ihr für wahre Christen gelten und vor der Welt geehrt sein wollt, fleh ich euch mit gefalteten Händen: Glaubt, denkt, sagt, tut, beginnt nichts, außer was unsre heiligen Dekretalien lehren. O der gottbeseligenden Bücher! Dann werdet ihr zu Ruhm, Ehre, Hoheit, Würden, Herrlichkeit und Reichtum kommen in dieser Welt, von allen Respekt und Ehrfurcht genießen, Vorzug vor allen, über alle auserwählt und erkoren sein. Was aber hat – o fragt euch selbst! – wohl diese artigen Klösterlein, mit denen ihr, gleichwie den Himmel in hellen Sternen, die Christenheit allerorten so herrlich funkeln, siegprangen und stolzieren seht, was hat sie errichtet, sichergestellt und privilegiert? Die göttlichen Dekretalien. Was hat fundiert, gesteift, untermauert, was unterhält, nutriert und ätzet in Klöstern, Stiften und Abteien die frommen Väter, ohne deren unermüdliches Gebet bei Tag und Nacht die Welt notwendig in ihr altes Chaos zurückfallen müsste? Die heiligen Dekretalien! Was macht und mehret täglich im Überschwang aller zeitlich-leiblichen wie geistlichen Güter das hochgelobte, glorreiche Patrimonium Petri? Die ewigen Dekretalien! Was macht den Heilgen Apostolischen Stuhl zu Rom vom Anbeginn bis heut so furchtbar durch die ganze Welt, dass alle Könige, Kaiser, Fürsten, hochmögende Potentaten und Herrn, friss oder stirb, von ihm abhängen, ihm dienstbar sind, von ihm gekrönt, gesalbt, autorisiert werden, ja kuschen und sich beugen müssen vor dem allmächtigen Pantoffel, dessen Bildnis ihr gesehen habt? Die edeln Himmelsdekretalien.« Damit hub Schlottig an zu grölen, furzen, lachen, sprudeln und schwitzen und gab sein großes schmieriges Pfaffenhütlein einer der Jungfern, die es mit großem Jubilo auf ihr artiges Köpflein setzte, nachdem sie's sehr verliebt geküsst hatte, als sichres Zeichen und Unterpfand, dass sie als erste einen Mann kriegen würde. – »Schenk! Schenk!« rief Schlottig, »Wein! Das Obst, ihr Maidlein!« Dabei vergoß er dicke, heiße Tränen, schlug sich die Brust und machte das Kreuz." [37] 
 

6. "Pantagruel und Gargantua V"

Hier zeigt Rabelais wie man der Ketzerei am besten entgeht, nämlich durch unverdächtiges trinken und Schmausen, denn solange man trinkt, kann man Papst und Kirche nicht kritisieren, im Islam ist das schwieriger, da Alkohol verboten ist. Deswegen gehen in islamischen Ländern immer gleich alle auf die Palme, wenn Jemand  z.B. den Koran verbrennen bzw. auf eine Formel bringen will wie sie ja auch auf manchen Fahnen zu sehen ist  (z.B. Allah scheint groß und Mohammed ist sein einziger Prophet, weil er keinen besseren Leithammel finden konnte) und diese auf einen Holzscheid ritzt und so den Heizwert des "Koran" steigert. Als Test für die Sicherheit in einem islamischen Land, sind Koranverbrennungen allergings nützlich. Wegen Koranverbrennungen in Schweden und Dänemark wurde sogar ein Treffen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) einberufen, in dem alle islamistischen Länder, in denen keine Meinungsfreiheit herrscht, vertreten sind. Eine Beschränkung der Koranverbrennungen ist sinnvoll, da sonst die Auflage in die Höhe schiesst; wenn dann sollte ein Koran bei öffentlichen Versammlungen medienwirksam verbrannt werden, oder einzelne Seiten daraus. Aber zurück zum Pabst: "Am dritten Tag, der ebenso mit Schmäusen und Banketten verstrich, wie die zwei vorigen, begehrte Pantagruel inständiglich den Papling zu sehen; Ädituus meinte aber, dass er sich so leicht nicht sehen ließ. »Wieso? wie?« frug Pantagruel, »trägt er etwa den Helm des Pluto auf dem Kopf, oder Gyges' Ring an den Klauen, dass ihn die Welt nicht schauen kann?« – »Mitnichten«, sprach Ädituus, »er ist nur von Natur ein wenig schwer zu sehen; ich werd' indessen dafür sorgen, dass Ihr, wo möglich, ihn zu sehn kriegt.« Mit diesen Worten ging er weg und ließ uns weiter schmausen. Nach einer Viertelstund kam er zurück und meldete, der Papling wär sichtbar, und führte uns dann ganz still und ducklings grad auf den Vogelbauer los, worin er in Gesellschaft zweier kleiner Kardinlinge und sechs schmerbäuchiger Bischlinge kauerte. Panurg betrachtete sich seine Gestalt, Gebärden, Mienen sehr aufmerksam; dann schrie er laut: »Der Henker hol das Biest! Er sieht aus wie ein Wiedehopf.« – »Um Gottes willen, redet leise!« sprach der Ädituus, »er hat Ohren!« – »Nun, hat die nicht auch ein Wiedehopf?« sprach Panurg. – »Wenn er euch nur ein einzigmal so blasphemieren und lästern hört, seid ihr verloren, liebe Leute. Seht ihr den Napf in seinem Bauer? Daraus fährt Blitz und Donnerwetter und tausend Teufel; die schlagen euch in einem Umsehn hundert Schuh tief unter die Erde.« – »Da wär's doch besser«, sprach Bruder Jahn, »wir tränken und bankettierten weiter«. – [38] 

»Aber«, sprach Pantagruel, »lasst doch den Papling uns etwas singen, dass wir auch hören, wie er pfeift.« – »Er singt und isst nur«, antwortete ihm Ädituus, »zu seinen gewissen Tagen und Stunden.« – »Da halt ich's anders«, sprach Panurg, »mir ist eine jede Stunde recht. Also marsch, dann zum Humpen!« – »Jetzt sprecht Ihr untadlig«, sprach Ädituus, »mit solchen Reden wird man nimmer zum Ketzer. Kommt, ich mein's auch so.«

Auf dem Rückweg zum Schoppen sahn wir einen alten grünköpfigen Bischling, der schnarchte für drei. Neben ihm saß ein niedliches Äbtinlein, das sang gar munter. Da sprach Panurg: »Dies artige Äbtinlein singt sich schier die Seel aus dem Leib, und dieses grobe Pferd von Bischling schnarcht alldieweil. Ich will ihn in drei Teufels Namen bald singen lehren.« – Sofort zog er an einer Glocke über seinem Bauer. Doch er mochte läuten, soviel er wollte, der Bischling schnarchte nur desto lauter und sang nicht eine Note. – »Na wart, du alter Luley«, sprach Panurg, »dich will ich wohl auf andre Art zum Singen kriegen!« – Damit nahm er einen großen Stein und wollt' ihn grad auf den Magen werfen. Aber der Ädituus schrie: »Ach werter Mann! Schlag, schmeiß, wirf, mord und erstich du doch alle Könige und Fürsten der Welt, meuchlings, mit Gift, wie, wann du willst, ja nimm die himmlischen Engelein aus ihren Nestern; alles dies verzeiht dir der Papling. Nur an diese geheiligten Vögel rühre nicht, so lieb dir Leib und Leben, Hab und Gut und Wohlfahrt deiner selbst, wie deiner Freunde und Anverwandten, lebender wie toter, sind. Hüt, o hüte dich vor jenem Napf!« – »Es wird demnach wohl besser sein, wir bankettieren und zechen weiter«, sprach Panurg. – »Er hat recht«, sprach Bruder Jahn! »ich lob' ihn drum, Herr Eseldumm; denn bei den Teufelsvögeln hier tun wir doch nichts als blasphemieren; hingegen bei Euern Humpen und Flaschen, so lang wir uns die Gurgeln waschen, ist es ein ewiger Gottesdienst. Fort denn zum Humpen! Das soll ein Wort sein!« [39] 

Die folgenden Kapitel sind eine Satire auf die Rechtspflege der Zeit, die aber zum Teil auch für unsere Zeit noch aktuell ist. Auch heute können sich Firmen, die im "Rechtsdienstleistungsregister" registriert sind, als Raubritter auftreten und phantastisch hohe Rechnungen an unbeschotene Bürger schicken. Dieses Volk der "Prozessverdreher" herrscht über ganz Europa und sieht sich im friedlichen Besitztum aller liegenden und fahrenden Güter sitzen. Sie sengen, brennen, vierteilen, köpfen, rädern, knebeln vielleicht nicht mehr, "untergraben aber alles ohne Unterschied. Denn Laster heisst bei ihnen Tugend, Bosheit Güte, Verräterei ist ihnen Treu, Diebstahl nennen sie Edelmut; Raub ist ihr Wahlspruch" und nennen sich z.B. Farttrack: "Von dort befuhren wir zunächst Verurteilung: auch dies ist ein sehr wüstes Eiland. Ferner fuhren wir nach Verwahrsam, wo Pantagruel nicht ausstieg und auch sehr wohl dran tat; denn wir wurden da arretiert und Knall auf Fall ins Loch gestochen auf Befehl Krellhinzens, des Erzherzogs der Katzenbälger, weil ein Mann von unsrer Gesellschaft einem Greifzu Knobelhütlein verkaufen wollte. Das sind gar erschreckliche, furchtbare Tiere, die Katzenbälger! Sie fressen kleine Kinder, Schluck und Druck! Einwärts, nicht nach außen kehren sie die Haarseite ihrer Bälge, und jeder trägt einen offenen Schnappsack als Devise und Symbolum, wiewohl nicht alle in gleicher Art. Denn die einen tragen ihn wie eine Schärpe um den Hals, andre auf dem Steiß, noch andre vor dem Wanst, und wieder andre an der Seiten: und das alles nach ganz besonderen Mysterien und Unterschieden. Ihre Krallen an den Klauen sind so stark und lang und scharf wie Eisen, dass ihnen gar nichts entwischen kann, was sie einmal mit ihren Fängen ergattert haben. Beim Eintritt in ihr Ratzenlager sagte uns ein armer Spittelpracher, dem wir ein halbes Hellerstück schenkten: »Ach, brave Leut, Gott geb, dass ihr doch bald gesunden Leibes wieder von da raus kommt! Merket wohl auf die Gebärden dieser tapfern Strebepfeiler krellhinzischer Gerechtigkeit und denkt, dass ihr, wenn ihr noch sechs Olympiaden und zwei Schwabenalter lebt, dies Volk der Katzenbälger über ganz Europa werdet herrschen und im friedlichen Besitztum aller liegenden und fahrenden Güter drin sitzen sehen, wenn nicht bald durch Gottes Straf ihr unrecht Gut und freventlich erworbner Mammon ihren Erben wieder zerrönne. Glaubt einem ehrlichen Bettelmann. Sie sengen, brennen, vierteilen, köpfen, rädern, knebeln, zwicken, schinden, schaben und untergraben alles ohne Unterschied. Denn Laster heißt bei ihnen Tugend, Bosheit Güte, Verräterei ist ihnen Treu, Diebstahl nennen sie Edelmut; Raub ist ihr Wahlspruch und wird, sobald sie ihn begehn, von allen Menschen gut geheißen, außer von den Ketzern: und dies alles tun sie unumschränkt aus höchster Machtvollkommenheit." [40] 

Nach Rabelais sind die Rechtsverdreher sogar noch schlimmer als Falschmünzer oder die freche Dummheit und Verblendung der Ärzte, Chirurgen, Apotheker, obwohl sie während der Corona-Krise gezeigt haben zu welchen Schandtaten sie fähig sind: "Wenn je Pest, Krieg, Hunger, Brand, Wassersnöte, Unglück aller Art die Welt heimsuchen werden, so schiebt es nur nicht auf die Stellung böser Sterne noch auf den Unfug des Römischen Hofes, schreibt es auch nicht der Tyrannei der Könige und Erdenfürsten, nicht den Finten der Kuttner, Ketzer, Wahnpropheten, nicht den Tücken der Wuchergeier, Kipper und Wipper, Falschmünzer, nicht der frechen Dummheit und Verblendung der Ärzte, Chirurgen, Apotheker, nicht der Bosheit der giftmischenden, ehebrüchigen, kindesmördrischen Weiber zu. Nein, meßt es einzig und allein dem unsäglichen Übel, der unermesslich unglaublichen Verruchtheit bei, die hier allstündlich im Rüsthaus dieser Katzenbälger geschmiedet wird!«

»Waas?« rief Panurg, »wie ist mir denn? Da bleib' ich weg! Bei Gott, da komm' ich nicht hin. Linksum! Zurück! Um Gottes willen, sag' ich! Wie Donner am grünen Donnerstag tönt mir, was dieser edle Bettler sprach.« – Als wir uns aber zurückziehn wollten, da fanden wir das Tor verrammelt und sagten uns, dass man zwar leicht, wie zur Unterwelt, hineinkomme, aber der Ausgang etwas schwierig sei.

Das Schlimmste war aber, wie wir in Verwahrsam ankamen; denn wir wurden wegen unsers Passierscheins vor das scheusslichste Untier gestellt. Man hieß es Krellhinz, und ich kann's nicht füglicher vergleichen als mit der Sphinx oder dem Cerberus, oder auch dem Bild des Osiris, wie ihn die alten Ägyptier malten, mit drei zusammengewachsenen Köpfen, nämlich denen eines brüllenden Löwen, eines wedelnden Hunds und eines lechzenden Wolfs, von einem Drachen umschlungen, der sich in den Schwanz beißt und feurige Strahlen ringsherum sendet. Seine Tatzen waren voll Blut, die Krallen wie Harpyienkrallen, die Schnauze in Form eines Rabenschnabels, das Gebiß wie die Hauer eines vierjährigen Eberschweins, die Augen flammten wie Höllenschlünde. Zum Stuhl diente ihm und seinen mauskätzerischen Beisitzern eine lange, funkelneue Heuraufe, über welcher an Winkelhaken sehr schöne geräumige Krippen hingen. Über dem Präsidentensitz war eine alte Frau gemalt, die eine Sichelscheide in der rechten, eine Waage in der linken Hand hielt und eine Brille auf der Nasen trug. Die Waagschalen waren zwei samtene Schnappsäcke, der eine, voll Münzen, hing tief herab, der andre, schlapp und leer, hoch oben über dem Zünglein. Dies war, mein' ich, das Bildnis der Krellhinzischen Gerechtigkeit, zum Unterschied von dem Gebrauch der alten Thebaner, die die Statuen ihrer Richter nach ihrem Tod in Gold, in Silber oder Marmor, je nach ihren Verdiensten, aber alle ohne Hände abbilden ließen.  »Setzt Euch!« brüllten sie, »nur gesetzt, und lasst es Euch nicht zweimal sagen – oder gleich soll sich die Erde auftun und Euch mit Haut und Haar verschlingen, wenn Ihr nicht ordentlich Antwort gebt.« [41] 

Bei den "Prozessverdehern" und "Mummelteufel" darf natürlich nicht ungefragt geredet werden: "Bruder Jahn, der jetzt der Glossen Krellhinzens müd war, sprach: »Hoho! Herr Mummelteufel, soll er etwa auf Sachen Red' stehn, von denen er nichts weiß? Lässt du dir nicht an der Wahrheit genügen?« – »Holla!« rief Krellhinz, »das wär, gelt? bei meinem Regiment das erstemal, gelt? dass mir einer hier ungefragt schwätzt'! gelt? Wer hat den Hundstagsnarr'n hier losgebunden? – (»Das lügst du frech«, sprach Bruder Jahn, verzog aber keine Lipp' dazu. –) Gelt? Wann die Reih zu reden, gelt? an dich kommen wird, sollst du Schelm brav schwitzen, gelt? – (»Erstunken!« sprach Bruder Jahn für sich. –) Meinst etwa, gelt? du seist bei euern müßigen Wahrheitsjägern und Büchsenmeistern? Wir hier han ganz andre Ding zu tun, gelt? gelt? Hie antwort man, gelt? Holla! gelt? und kategorisch, gelt? Auf das, was man auch nicht weiß, gelt? Bekennt, was man nie getan hat, gelt? Beschwört zu wissen, was man nie vernahm, gelt? Macht die Wütenden mutterzahm, gelt? Rupft die Gans und sie darf nicht schrein. Gelt?« [42] 

In diesem Gerichtssaal kann sich keine "Unschuld mehr sicher" sein; der Teufel selber scheint die Messe zu lesen: "Krellhinz wandte sich nun zu Panurg und sprach: »Ho hollo! her, du Saufaus! wird's bald? Wirst bald reden, gelt? holla, her!« – »So gelt euch doch«, antwortete Panurg, »der Teufel! Jetzt seh ich klar, dass uns die Pest hier erwartet. Der Teufel gelt euch! Weil keine Unschuld mehr sicher ist und der Teufel selber hier Messe liest! Ich bitt' euch, laßt mich's nur gleich für alle hier zahlen und laßt uns ziehn. Ich kann nicht mehr, gelt hin, gelt her! Gelt euch der Teufel!« – »Ziehn?« sprach Krellhinz; »gelt? ich glaub's: Seit nun dreihundert Jahren gelt dies hier gelt? Zum erstenmal, dass eins von hier entwischt wär, gelt? Ohn' Haar zu lassen oder gelt? auch Haut die meisten Male, denn, gelt? hieß dies nicht selbst eingestehn, dass du mit Unrecht hier vor uns geladen, gelt? und schlecht von uns tracktiert wärest, gelt? Du Lump! der du schon bist und noch weit mehr gelumpt wirst werden, gelt? wenn du nicht das Rätsel lösest, gelt? Jetzt holla! her! gelt? her! was ist's?« [43] 

Viel Geld, man will nicht sagen Schmiergeld, scheint die einzige Möglichkeit zu sein aus den Fängen der Justiz heraus zu kommen: "Auf diese Worte warf Panurg einen schweren, ledernen Geldsack voll Sonnentaler mitten in die Schranken hinein. Wie sie den Säckel klirren hörten, fingen die Katzbälger allzumal mit ihren Krallen zu fingern an und schrien mit lauter Stimm: »Das sind die Sporteln, das ist die Würze in unsre Supp! Es ist ein guter, ein leckerhafter, ein würziger Prozess gewesen! Sehr brave Leut! Sehr liebe Leut!« – »Da«, sprach Panurg, »ist Geld, und zwar Geld in Sonnentalern.« – »Wohl! ei wohl!« antwortete Krellhinz, »wir verstehn's auch so von Gerichts wegen. Gut Geld: gut! sehr gut Geld! Zieht in Frieden, Kinder, und passiert. Gut Geld! Wir sind so arme Teufel nicht, gut Geld! als wir schwarz aussehn, gelt? gut Geld!« Aus dem Verwahrsam wurden wir durch eine Schar gebirgiger Greifgeier in den Hafen gebracht. Die warnten uns, wie wir an Bord gehn wollten, dass wir nicht eher weiter kämen, bis wir der Dame Krellhinz und den gesamten jungen Krellhinzen stattliche Präsente gemacht hätten, sonst müssten sie uns, laut Vorschrift, wieder in Verwahrsam zurückbegleiten. – »Ei schade!« sprach Bruder Jahn, »kommt, lasst uns hier abseits ein wenig unsern Säckeln aufs Leder fühlen und alle abfinden.« – »Aber«, schrien die Hatschierer, »Herr, vergesst auch nicht, die armen durstigen Teufel zu tränken!« – »Oh«, sprach Bruder Jahn, »den armen Teufeln vergisst man's niemals einzutränken, in keinem Land, zu keiner Zeit.« [44] 

Daher ist das Leben dieser Leute von Überfluss geprägt, tauschen will Panurg mit ihnen aber nicht, auch auf eine weitere Reise in diese Gegend kann er verzichten: "Während noch Bruder Jahn so sprach, da sah er an 68 Galeeren und Fregatten im Hafen landen. Er lief also, zu hören, was Neues los wär und was für Waren die Schifflein brächten. Da sah er, dass sie sämtlich voller Wildbret, Hasen, Kapaunen, Tauben, Schweine, Rehböcke, Kälber, Hühner, Enten, Gänse und andrer Sorten Geflügels staken. Auch erblickte er mehrere Stücke Sammet, Atlas, Taft und Damast darunter; er frug daher die Passagiere, wohin und wem sie die guten Bisslein brächten. Krellhinzen, war die Antwort; ihm, und seinen Katzenbälgern und Katzen. »Und wie heißt ihr«, frug Jahn weiter, »diesen Weihrauch?« – »Schmiere, Schmiere«, antworteten die Passagiere. – »So leben sie denn«, sprach Bruder Jahn, »von Schmiere, und ein schmieriges End wird einst ihr Erbteil sein. Kreuz Gottes! Das kommt davon. Ihre Väter fraßen die lieben wackern Junker auf, die sich aus Anlaß ihres Standes mit der Jagd und mit dem Weidwerk übten, um, wenn es Krieg gäb', schon geschickter und der Strapazen gewohnt zu sein. Denn die Jagd ist ein Gleichnis der Schlachten. Nun fahren deren Seelen, wie Herr Krellhinz wähnt, nach ihrem Tod in Eber, Hirsche, Rehböck, Rebhühner und solch andres Wild, das sie in ihrem ersten Leben stets lieb gehabt und aufgepürscht haben. Und somit lechzt dies Katzenvolk noch immerfort, nachdem es erst ihr Haus und Hof, Domänen, Schlösser, Renten und Güter verschlungen und verprasst hat, auch im andern Leben nach ihrem Blut und ihren Seelen. Wollt ihr mir folgen?« frug Bruder Jahn die Passagiere. – »O ja!« antworteten diese. – »So lasst uns«, sprach er, »zweierlei tun: erstlich nehmt all dies Wildbret fest; ich hab' ohnehin das Pökelfleisch satt, es hitzt mir nur die Milz. Zweitens, kommt wieder nach Verwahrsam und lasst uns all die Teufelskerl von Katzenbälgern zusammenhaun!« – »Ich«, sprach Panurg, »komm' da nicht mit, auf alle Fälle nicht! Denn ich bin ein wenig schüchterner Natur.« [45] 

Bruder Jahn will aber noch eine Heldentat vollbringen und die Katzenbälger, also Rechtsdienstleister und "Teufelsbraten", "Satansgeier", zusammenzuhauen und dies Land von aller Tyrannei befreien, nur Panurg will nicht wieder zurück nach Verwahrsam: »Aber, in aller Kutten Namen!« rief Bruder Jahn, »was ist denn das für eine Reise, die wir da tun? Eine rechte Hosenscheißerreise! Blitz! Das ist wider meine Natur. Wenn ich nicht stets einen Heldenstreich, ein großes Werk vollführ', kann ich des Nachts nicht schlafen. Habt ihr mich nur darum zur Gesellschaft mit auf Reisen genommen, um Messe zu lesen und Beicht zu hören? Ich bin kein Studierter, doch die Studierten haben mir von Herkules erzählt. Nach seinem Vorbild lasst uns all diese schändlichen Katzenbälger erwürgen und zusammenhauen, die Teufelsbraten, und dies Land von aller Tyrannei befreien...« 

»Gott hat«, sprach Panurg, »uns die besondre Gnade erzeigt, aus ihren Klaun uns zu erlösen; da komm' ich nicht noch einmal hin, was mich betrifft. Ich bin vor Angst, die ich da ausgestanden hab', noch ganz verstört und außer mir; es hat mich schwer verdrossen, aus drei Gründen: fürs erste, weil mich's verdrossen hat; fürs zweite, weil mich's verdrossen hat; fürs dritte, weil mich's verdrossen hat. Horch auf jetzt, Jahn, mit dem rechten Ohr, du mein süßer Hodenloddel! Sooft du zu allen Teufeln fahren willst vor den Stuhl der Totenrichter, bin ich dein unzertrennlicher Genoss, will Styx, Cocytus, Acheron mit dir passieren, mich in den Fluten Lethes besaufen, auf Charons Kahn das Fährgeld für uns beide entrichten. Aber wieder nach Verwahrsam? Da such dir einen andern Gesellen! Mich kriegst du nicht; da bleib' ich von; dies Wort sei dir 'ne eherne Mauer. Wenn man mich bei den Haaren nicht hinschleppt und schleift, komm'ich, solang ich dies Leben hab', so wenig hin wie der Mond zur Sonne.«

»Ho ho!« sprach Jahn, »du wackres Herz und lahmer Hände Spießgesell, jetzt her zu mir! Ich hab' mit dir ein Ei zu schälen, mein feiner Herr. Wie kam's, und was bewog Euch doch, gleich sackweis mit harten Talern drunter zu feuern? Haben wir's etwa wie Heu? He? Hätten's nicht ein paar schäbige Batzen auch getan?« – »Weil«, antwortete ihm Planurg, »der Krellhinz bei jedem dritten Wort seinen samtenen Schnappsack aufhielt und immer ›Gelt her! Gelt her!‹ rief, draus schloss ich, man würd' uns wohl frei ausgehn lassen, wenn ich ihnen Gelt hin, Gelt hin würf, Gelt in Gottes und aller Teufels Namen! Denn so ein samtener Schnappsack ist doch kein Reliquienschächtelchen für Batzen und kleine Münzen; das ist ein Hort für Sonnentaler, siehst du nun wohl, mein Bruder Jahn! Wenn du einmal erst soviel wirst gebraten haben und wirst gebraten worden sein, als ich gebraten worden bin, wirst du halt auch wohl anders pfeifen.«

Trinkgeld an die Warteknechte und des Hafenzolls musste natürlich auch noch bezahlt werden: »Potz Hurlyburly!« schrie Bruder Jahn. »Seid ihr noch hier, ihr Satansgeier? Hab' ich noch nicht genug Ärger gehabt, dass ihr mich noch aufbringen müsst? Na wart, bei des Herrn Leichnam! Jetzt sollt ihr euer Trinkgeld haben, dies schwör' ich euch.« Zog damit seinen Säbel vom Leder, sprang aus dem Schiff und hätt' sie alle in seinem Grimm elendiglich niedergemetzelt, aber sie rannten davon, als ob der Boden brenne, und waren unsern Augen entschwunden. Die Plackerei war aber damit noch nicht zu End; denn etliche von unsrer Mannsschaft hatten sich mit Urlaub vom Pantagruel, während wir vor Krellhinz waren, in eine Schenke am Hafen gemacht, um einmal zu trinken und sich ein Weilchen dort gütlich zu tun. Nun weiß ich nicht, ob sie die Zeche halb oder ganz berichtigt hatten; kurz, als die alte Wirtin den Bruder Jahn am Land sah, erschien sie und führte im Beisein eines Packans (es war der Tochtermann eines Katzenbälgers) und zweier Zeugen sehr bittre Klagen über sie. Bruder Jahn, ihrer langen Flausen überdrüssig, frug: »Hundsfötter, meine guten Freunde, wollt ihr in Summa damit sagen, unsre Matrosen wären keine rechtschaffnen Leute? Ei, so behaupt' ich das Gegenteil und will's euch auch zu Recht erweisen. Wisst ihr wie? Hier mit Meister Säbel!« – Und damit ließ er seinen Säbel ihnen brav um die Ohren sausen... Sobald Jahn und die übrigen wieder an Bord gestiegen waren, ging Pantagruel in See. Aber da erhub sich ein so heftiger Sirokkowind, dass sie den Kurs verloren und, schier zu den Katzenbälgern zurückverschlagen, in einen mächtigen Wirbel kamen, wo die See erschrecklich hoch ging und uns der Bub vom Fockmast oben herunterrief, dass er noch immer Krellhinzens leidige Wohnungen säh. Darob Panurg, vor Angst von Sinnen, erbärmlich schrie: »Patron! Freund! Linksum! Wind und Wellen zum Trutz, linksum! Ach Freund! O nein, o nur nicht wieder in dies verfluchte Land, wo ich meinen Beutel gelassen hab'!«  [46] 

Der Brummbrüder-Orden, den die Seefahrer nun kennenlernten, war eine Sekte der anderen Art und unterschied sich mehr oder weniger von den üblichen christlichen Orden: "Dann kamen wir auf das Eiland der Schlappen; die leben von nichts als Stockfischsuppe. Wir wurden jedoch ganz wohl verpflegt und empfangen von Benius, dem Landeskönig, dem Dritten des Namens. Der führte uns nach dem Willkommtrunk herum und zeigte uns ein ganz neues Kloster, nach seiner eignen Invention für die Brummbrüder, so hieß er seine Ordensmönche, auferbaut und hergerichtet. Nach der Regel und Stiftungsbulle gingen sie männiglich wie die Mordbrenner angezogen, außer dass, wie die Schieferdecker in Anjou sich die Knie mit Flecken bepolstern, sie geradeso die Mägen bepolstert trugen; denn Magenpolster standen in hohen Ehren bei ihnen. Die Lätze an ihren Hosen waren pantoffelförmig und jeder trug ihrer zwei, den einen vorn, den andern hinten; durch diese Doppellätzigkeit behaupteten sie allerlei entsetzliche Mysterien auf das getreulichste nachzubilden. Sie trugen runde Schuh wie Näpfe, nach der Fasson, wie sie die Leute, die in dem Sandmeer wohnen, tragen; im übrigen geschorene Bärte und Nägel in den Sohlen. Und zum Zeichen, dass sie um kein Glück sich kümmern, ließen sie sich wie Schweine am Hinterhaupt vom Scheitel an bis auf die Schulterblätter scheren und rupfen; aber vorne wuchsen ihnen die Haare frei und unverkürzt. Zu fernerem Trutz wider das wetterwendische Glück trugen sie ein schneidend scharfes Schermesser; nicht, wie das Glück, in der Hand, sondern wie einen Rosenkranz im Gurt; das schliffen sie des Tags zweimal und wetzten's alle Nacht dreimal. Auf seinen Füßen trug jeder eine runde Kugel, weil, wie man spricht, Fortuna eine darunter führt. Die Deckel ihrer Kapuzen waren nicht hinten, sondern vorn angenäht, mithin ihr Antlitz vermummelt; und so spotteten sie ungestört des Glückes wie der Glücklichen, just wie bei uns die Jungfern, wenn sie ihr Runzeldecklein vorhalten, ihr Nasentüchlein, wie ihr's nennt; die Alten heißen's Liebeslärvlein, weil es an ihnen der Sünden schwere Menge deckt. Hingegen hatten sie allezeit die Hinterköpf ganz frei und bar, wie wir das Antlitz. So kam es, dass sie nach Gefallen bald vorwärts und bald ärschlings gingen. Wenn sie ärschlings gingen, hättet ihr's für ihren natürlichen Gang gehalten, teils wegen ihrer runden Schuhe, teils wegen des vorgehängten Latzes. Auch weil ihr hinterstes Gesicht ganz glatt geschoren und ein Maul und ein paar Augen grob draufgemalt waren. Wenn sie vorwärts gingen, hättet ihr gedacht, sie spielten Blindekuh. Man sah sein blaues Wunder an ihnen. Ihre Lebensart war folgende: Sobald der helle Luzifer auf Erden an zu leuchten fing, stiefelten sie und spornten einander gegenseitig aus christlicher Liebe. Also gestiefelt und gespornt schliefen sie, oder schnarchten doch zum mindesten, und trugen im Schlaf die Nasen bebrillt, oder wenigstens halb beglasaugt. Das verwunderte uns sehr; doch gaben sie genügenden Bescheid darüber und führten an, dass am Jüngsten Tag, wenn Er einst käme, die Menschen ruhn und schlummern würden; um nun klärlich darzutun, dass sie dann nicht, wie die Glücklichen, sich zu erscheinen weigern würden, so blieben sie gestiefelt und gespornt und fertig zu Ross zu steigen, wenn die große Posaune erschölle."  [47]

Der Orden schien eudämonistisch veranlagt zu sein: "Glock zwölf zu Mittag (merket hier, dass ihre Glocken, sowohl an der Uhr als in der Kirche und im Refektorium, aus gesteppten feinen Flaumfedern verfertigt waren und der Klöppel ein Fuchsschwanz), Glock zwölf also erwachten sie und zogen die Stiefel aus; wer wollte, der brunzte und nieste und kotzte. Alle aber nach ausdrücklichem Statut und strenger Vorschrift mussten ausführlichst gähnen, was das Zeug hielt; Gähnaffen waren ihr Morgenbrot. Mir kam dies Spektakel schnakisch vor; denn nachdem sie ihre Stiefel und Sporen aufgehangen hatten, gingen sie in die Kreuzgänge, wuschen sich da fleißig Hände und Mund, setzten sich auf eine lange Bank und stocherten sich in den Zähnen, bis der Präfekt mit einem Pfiff in die hohle Hand das Zeichen gab. Jetzt sperrte ein jeder, was er konnte, das Maul auf, und so gähnten sie bald eine halbe Stunde, bald drüber oder drunter, je nachdem der Prior das Morgenbrot zum Fest des Tages proportioniert fand. Dann hielten sie einen schönen Umgang mit zwei Fahnen; auf der einen war das Bild der Tugend, auf der andern das des Glückes fein gemalt zu sehn. Ein Brummer ging vorauf und trug die Glücksfahne, hinter ihm ein zweiter die Tugendfahne, und der hielt dabei einen Weihwasserwedel in der Hand, mit dem er jenen Brummer, der das Glück trug, unablässig drosch. – »Die Ordnung«, sprach Panurg, »läuft wider Cicero und alle Akademiker, die die Tugend voraufgehn lassen und das Glück nach.« ... Auf dem Umgang brömmelten sie sehr melodisch ich weiß nicht was für Töne zwischen den Zähnen, denn ihr Rotwelsch verstand ich nicht. Doch als ich näher hinhorchte, hört' ich, dass sie nur mit den Ohren sangen. O schöne Harmonie, wie gut stimmte sie zu ihrem Glockengeläut – da werdet ihr nie einen Misslaut hören."  [48]

Die Sitten waren speziell: "Wenn der Umgang, als eine heilsame Leibesübung, geendigt war, verfügten sie sich in ihr Refektorium und knieten unter den Esstisch hin, wobei sie sich mit Brust und Magen auf eine Laterne aufstemmten. Während sie knieten, trat ein langer Kuttenschwengel mit einer Gabel in den Saal, womit er sie begabelfrühstückte. Sie begannen ihr Essen mit Käse und schlossen mit Senf und Lattich. Zuletzt bekam noch Mann für Mann einen Teller Senf. Ihr Speisezettel war wie folgt: Am Sonntag aßen sie Schlackwurst, Würstchen, Frikadellen, Wellfleisch, Kalbsmagen (allzeit den Käs zu Anfang und Senf zum Schluss nicht mitgerechnet). Montags schöne Speckerbsen mit großem Drum und Dran. Dienstags Weihbrot, Wecken, Kuchen, Zwieback die Hülle und Fülle, mittwochs Bauerngrob, will sagen schöne Schöpsköpfe, Kalbsköpfe, Dachsköpfe, woran im Land kein Mangel war. Donnerstags Suppen sieben Arten und dazu ewigen Senf. Freitags nichts als Brombeeren, aber sie waren nicht einmal ganz reif, wie ich an ihrer Farbe sah. Samstags benagten sie die Knöchlein; sie waren aber keineswegs arm oder Hungerleider, denn jeder von ihnen hatte eine sehr fette Magenpfründe. Ihr Tischtrunk war ein Antifortunal, so hießen sie eine Art Getränk des Landes. Wenn sie essen und trinken wollten, schlugen sie ihre Kapuzen vorn auf, die ihnen dann statt Brusttüchlein dienten. Zu End der Mahlzeit beteten sie ihr Gratias sehr ordentlich und alles brummweis, übten sich dann den Rest des Tages in Erwartung des Jüngsten Tags, in Liebeswerken;... Gingen sie mit Urlaub ihres Priors aus, so war ihnen bei fürchterlichen Strafen streng untersagt, Fisch anzurühren und zu essen, wenn sie zur See oder auf einem Flusse wären; noch Fleisch, wie es auch heißen möchte, auf dem festen Land; dass alle Welt hieraus ersähe, wie sie sich, im Besitz der Sachen, doch der Tat und der Begier enthielten und davon so ungerührt wie ein Steinklotz blieben. Und alles, was sie taten, das begleiteten sie in einem fort mit dazu passlich auserlesnen Liedlein durch die Ohren. Wenn sich die Sonne ins Meer verbarg, stiefelten und spornten sie einander wie oben und legten sich bebrillnast schlafen. Um Mitternacht erschien der Kuttenschwengel, da warf sich alles flugs ins Zeug, wetzte und schliff Messer, kroch unter die Esstische, wenn der Umgang gehalten wurde, und das Schmausen ging von frischem an. Bruder Jahn kam über diese Brummnarren und ihre Ordensdisziplin aus aller Fassung, denn er schrie laut auf und sprach: »Da seh mir eins den groben Tischbock! So helf mir Gott, den stech' und schab' ich ab. Jetzt seh ich wahrlich, dass wir im Land der Antipoden sind. In Deutschland reißt man die Klöster ein und zieht den Mönchen die Kutten aus; hier aber drehn sie den Spieß um und baun sie im Gegenteil erst recht auf.«  [49]

Panurg nahm einen Brummbruder ins Verhör und wollte natürlich wissen wie sie es mit Frauen halten: "Panurg, der nun die ganze Zeit, dass wir da waren, nichts getan hatte, als unverwandt Miene und Gebärden dieser herrlichen Brummer zu betrachten, kriegte jetzt einen davon, er war so mager wie ein Rauchteuflein, beim Ärmel auf die Seite und frug ihn: »He, Bruder Brummbart, Brömmelin, Brummeriax! Wo ist die Dirn?«

Der Brummer gab zur Antwort: Drin.
Pan. Hat's viel hie? Br. Pah!
Pan. Wieviel im ganzen? Br. Zwölf.
Pan. Wieviel möchtet Ihr? Br. Schock.
Pan. Wo versteckt Ihr sie? Br. Da.
Pan. Vermutlich sind nicht all von einem Alter. Wie aber sind sie gewachsen? Br. Grad.
Pan. Machen sie euch Kinder? Br. Keins.
Pan. Wie schlaft ihr beieinander? Br. Nackt.
Pan. Bei jenem Eid, den Ihr getan! Wievielmal wohlgezählt des Tages tut Ihr's für gewöhnlich? Br. Sechs.
Pan. Und nachts? Br. Zehn.
»Wetter!« rief Jahn, »der Hurenhengst möcht's nicht gern über sechzehn treiben; er schämt sich.«
Pan. Wenn nun aber irgendwie Eure Geilheit versagt, wie ergeht's Euch? Br. Schlecht.
Pan. Und wie bestraft Ihr sie dann? Br. Derb. ...
Pan. Bei jenem Euerm geschwornen Eid: Welches ist die Jahreszeit, da Ihr's am schläfrigsten betreibt? Br. August.
Pan. Und am hitzigsten? Br. März.
Pan. Aber im ganzen treibt Ihr's immer? Br. Flott.

Hierauf lächelte und sprach Panurg: »Dies ist der ärmste aller Brummer auf Erden! Hört ihr, wie bündig, resolut und kurz er antwortet? Man entlockt ihm nichts als Monosyllaba; ich glaub', aus einer Kirsche macht der drei Bissen.« – »Potz Velten!« rief Bruder Jahn, »mit seinen Dirnen spricht er anders, da macht er sehr viel Silben: Der, und drei Kirschenbissen. Bei meiner Kutte, ich schwör', der fräß' auf zwei Bissen eine Kalbskeul und söff einen Quart Wein auf einen Schluck, so kreuzlahm wie er aussieht.« – »In der ganzen Welt«, sprach Epistemon, »ist dies vertrackte Mönchsgesindel so gierig auf den Fraß erpicht, und dann spricht's noch, es hätt' auf Erden nichts weiter als sein Leben. Ei zum Geier! Was haben denn die Kaiser und großen Potentaten mehr?« [50]

Wie man dem Geburtenrückgang entgegen wirken kann: »Habt Ihr wohl acht«, sprach Epistemon, »wie dieser schlechte Lotterbub und Brummpfaff uns den März als Monat der Unzucht pries?« – »Ei wohl«, antwortete Pantagruel, »und gleichwohl fällt er stets in die Fasten, die doch zu Kreuzigung des Fleisches, Ertötung aller Sinnenlüste und Venusfurien eingesetzt ist.« – »Nun könnt ihr schließen«, sprach Epistemon, »wie schlau der Papst gewesen sein muss; der's eingesetzt hat, wenn uns hier dies faule Kobenschwein von Brummer frei gesteht, dass es sich nie im Sündenschlamm der Hurerei so munter wie zur Fastenzeit herumgewälzt habe; nach dem offenbaren Zeugnis aller geschickten, erfahrnen Ärzte weiß man auch, dass das ganze Jahr lang keine zur Üppigkeit mehr reizende Speisen gegessen werden, als um die Zeit: Nüsse, Heringe, Erbsen, Bohnen, Zwiebeln, Anchovis, Austern, Mariniertes, Salate aller Art aus lauter venerischen Kräutern bereitet.« – »Wie aber solltet Ihr Euch erst wundern«, sprach Pantagruel, »wenn gar jener werte Papst und erste Stifter unsrer allerheiligsten Fasten die Speisen, die Ihr hier nennt, verordnet hätte, um die Vermehrung der Menschenrasse dadurch zu fördern? Was mich drauf bringt, ist, dass im Kirchenbuch zu Touars die Zahl der im Oktober und November geborenen Kinder größer als der zehn andern Monat des Jahrs ist, die mithin, wenn man rückwärts zählt, alle in den Fasten gemacht, erzeugt und empfangen sind!« – »Ich«, sprach Bruder Jahn von Klopffleisch, »hör' euern Reden fröhlich zu, und es ist mir immer ein groß Vergnügen! Allein der Pfarrer von Jambert schob dies häufigere Schwangerwerden der Weiber nicht auf die Fastenspeisen, sondern mehr auf die kleinen hökrigen Bettelmönche, auf die bekleckten und bedreckten Predigerlein, Seelsorgerlein und Stiefelpfäfflein; die verdammten gerade um die Zeit ihres Regiments die buhlerischen Ehemänner bis in den tiefsten Höllenpfuhl, so dass diese aus Angst vor ihnen nicht mehr die Zofen bürsteten, sondern wieder zu ihren Weibern kämen. Dixi.« »Legt ihr«, sprach Epistemon, »den Brauch der Fasten nur nach Belieben aus; ein jeder hält auf seiner Meinung; aber wenn sie einst abgeschafft werden, werden sich alle Ärzte auflehnen; das weiß ich, ich hab's von ihnen selbst. Denn ohne Fasten wär ihre Kunst verachtet, sie lösten nichts, kein Mensch wär mehr krank. In der Fasten wird alle Krankheit gesäet; sie ist die wahre Pflanzschule aller Übel, recht ihr Mutterstock und Brutnest. Die Fasten fressen nicht nur die Leiber faul; nein, auch die Seelen stürzen sie mit in Verdammnis. Da hantieren die Teufel frei; da gehn die Kuttner an ihr Geschäft; da feiern Gleisner und Pharisäer scharenweis ihre hohen Feste, Ablässe, Stationen, Beichten, ...« [51]

Griechischer Wein und ein Tempel der besonderen Art: "Während wir diesen Wundertempel noch entzückt beschauten, siehe, da trat uns die würdige Priesterin Bakbuk, heiter lächelnden Angesichts, mit ihrer Dienerschar entgegen und führte uns unschwer, weil sie uns beschriebenermaßen ausstaffiert sah, in des Tempels mittleren Raum, wo der schöne phantastische Brunnen war; sie ließ uns Humpen, Schalen, Becher von Gold, Kristall und Silber reichen, und wir wurden höflich eingeladen, vom Wasser, das dem Brunnen entquoll, zu trinken. Das taten wir auch gerne, denn in Form eines Säulenflusses fanden wir einen phantastischen Brunnen von rarer, herrlicher, wunderbarer Arbeit. – Hierauf befahl Bakbuk, dass man uns zu trinken brächte. Denn frei heraus euch zu gestehn, wir sind nicht von dem Kalbsgelichter wie die Spatzen, die nicht fressen, bis man ihnen die Schwänzlein streicht, auch weder essen noch trinken mögen, es sei denn, man treibt's ihnen mit Keulen ein; nie geben wir einer Seele den Korb, die uns zum Trinken höflich einlädt. – Darauf befrug uns Bakbuk, was uns dazu bedünke. Wir gaben ihr zur Antwort, es bedünkte uns wie gutes frisches Brunnenwasser. – »Ha ha!« rief Bakbuk, »nun dies heiß ich schlecht Achtung geben; ei wie wenig merkt ihr auf die Bewegungen der Zungenmuskeln, wenn das Trinken darüber in den Magen rinnt! Sagt, habt ihr fremden Leutlein denn verpichte Gaumen, tragt ihr sie verfuttert und verpelzt, dass ihr den wahren Würzgeschmack und Duft von diesem Göttersaft nicht spürt noch anerkennt? Jetzt bringt mir gleich«, sprach sie zu ihrer Zofenschar, »mein Striegelzeug her, damit wir ihnen die Schlünde ausfegen und bürsten können!« – Alsobald erschienen schöne, feiste, stolze Schinken, schöne, feiste, stolze Rauchzungen, gute stattliche Speckseiten, Hirn- und Haderwürste, gute herrliche Wildbret-Pasteten und solcher Kehl-Schlotfeger mehr; da aßen wir auf ihr Gebot so lang, bis wir bekennen mussten, dass unsre Mägen trefflich wohl gestriegelt wären, bis auf den Durst, der uns äußerst beschwerlich fiel. Da sprach sie zu uns: »Einst erhielt ein weiser, tapfrer Juden-Feldherr, als er sein ausgehungertes Volk durch die Wüsten führte, das Manna vom Himmel, welches ihnen in ihren Gedanken so wie ihr voriges Futter in Wahrheit schmeckte. So werdet nun auch ihr, wenn ihr den Wundertrank hier schlürft, den Schmack desselben Weins verspüren, den ihr euch eben denkt. Wohlan! So denkt und trinkt!« – Gesagt, getan. Worauf Panurg laut rief: »Bei Gott! Dies ist der allerbeste Beaune, den ich noch je getrunken hab', oder ich lass mich von neun Dutzend Teufeln holen; oh, wer doch, um ihn nur recht lang zu schmecken, gleich einen Hals von drei Ellen hätte, oder wenigstens einen Kranichhals!« »Auf Laternenehr!« schrie Bruder Jahn, »'s ist griech'scher Wein; das saust und braust! Um Gottes willen, Freundin, lehrt mich die Kunst, wie Ihr den macht.« – »Mir«, sprach Pantagruel, »schmeckt er wie Mireveauer; denn vor dem Trinken dachte ich an den. Es fehlt ihm nichts, als dass er kühl ist, kühler wahrlich als eiskühl.« – »Trinkt nur«, sprach Bakbuk, »immer wieder, ein-, zwei-, dreimal und denkt euch immer dabei was anders; immer wird es derselbe Trank und Saft sein, den ihr gedacht habt; und nun sagt mir hinfür nur noch, dass bei Gott ein Ding unmöglich sei.« – »Ei«, sprach ich, »das haben wir auch noch nicht gesagt, denn wir behaupten, er ist allmächtig.« [52]

"Heilge Flasche
Die verborgen
Hegt Geheimnis,
Du, auf welche
Ich mit Einem Ohr muss horchen,
Ohne Säumnis
Sag uns, wie der Reim hieß,
Der das Herz erhebt.
In Dein himmlisch
Nass begräbt Bacchus,
welchem Indien bebt,
Alle Wahrheit.
Weit entweichet, Götter-Saft,
von Dir verscheuchet,
Alles Lügen, alles Trügen.
Noäh Berg sei wonnumzweiget,
Der uns spendet
Dein Vergnügen
Lass das goldne Wort nun fliegen,
Das mich frei macht aller Sorgen!
Also fehl' es nie an Wein süß,
Rotem, weißem Deinem Kelche!
Heilge Flasche
Die verborgen
Hegt Geheimnis,
Du, auf welche,
Ich mit Einem Ohr muss horchen,
Sprich ohn Säumnis! ...

›Trink‹ ist ein bei allen Völkern verehrtes und verstandenes Wort - zumindest in der freien nicht islamisierten Welt; Trinken ist des Menschen Vorrecht; nicht das Trinken schlechthin an sich, denn auch das Vieh trinkt, sondern Wein trinken : »Die Philosophen, Doktoren und Prediger Euerer Welt speisen Euch mit schönen Wörtlein durch die Ohren. Wir hier zu Land einverleiben uns unsre Lehren leibhaftig durch den Mund; drum sag ich nicht zu Euch: lest dies Kapitel, merkt diese Glosse; ich sag Euch: schmecket dies Kapitel; schluckt diese Glosse! Vor Zeiten aß ein alter Seher der jüdischen Nation ein Buch und ward zum Doktor bis an die Zähne. Ihr sollt mir eins trinken und bis in die Leber zum Doktor werden. So kommt und tut die Kiefern auf!« Wie nun Panurg den Schlund weit aufriß, nahm sie ihr silbern Buch; wir sahen's auch wirklich für ein Buch an, denn nach der Figur war es gestaltet wie ein Brevier, war aber nichts als in der Tat ein ganz natürliches Feldfläschlein voll Falernerweins, das sie Panurgen bis auf den Boden ausschlucken ließ. »Seht«, sprach Panurg, »dies Kraftkapitel, seht diese höchst authentische Glosse! Und ist dies alles, was das Wort der heiligen Flasche mir rät? Da komm' ich wahrlich schön an!« – »Nichts weiter«, sprach die Priesterin, »denn ›Trink‹ ist ein bei allen Völkern verehrtes und verstandenes Wort; es bedeutet: du sollst zechen! Ihr in Eurer Welt sagt, das Wort Sack sei allen Sprachen gleich gemein, mit Fug und Recht von allen Völkern angenommen, weil jeder Mensch mit einem Sack am Hals zur Welt kommt als ein geborener Hungerleider, und einer beim andern betteln muss. Es ist kein König unter der Sonnen so mächtig, dass er andrer Leut entbehren könnt', kein armer Mann so bettelstolz, dass er der Reichen entraten möchte. Immer kann man noch leichter einen Sack entbehren als Trinken; und behaupten wir: nicht Lachen, sondern Trinken ist des Menschen Vorrecht; nicht das Trinken schlechthin an sich, denn auch das Vieh trinkt, sondern Wein trinken, alten, guten und kühlen Wein. Merkt, lieben Freunde! Alle Weissagung ist Wein-Sag' aus Weinsaugung entquollen. Nichts, kein Argument, kein Schluss ist so unfehlbar, keine Seherweisheit auf Erden minder trüglich. Eure Akademiker wussten's wohl, wenn sie die Herkunft des Weins gleichsam von vis, Kraft, Macht ableiten; denn die Macht hat er, mit aller Wahrheit, aller Weisheit und Wissenschaft, die Seelen zu erfüllen. Wenn Ihr über unsrer Tempeltür die ionische Schrift beherziget, habt Ihr daraus ersehen können, dass im Wein Wahrheit verborgen ist. Die göttliche Flasche verweiset Euch hierauf: seid Ihr selber nun Eures Beginnens Zeichendeuter.« – »Unmöglich«, sprach Panurg, »kann man doch bessere Reden führen als hier diese würdige Priesterin. – Hab' ich's Euch nicht zuvor gesagt, als Ihr das erstemal mich fruget? Wohlan, so trink! Was sagt Euch nun das Herz, von Bacchus' Wut erfasst?

Sauft und ruft: Bacchus soll leben!
Vivat! Und das Weib daneben,
Das gar bald mir unterliegt,
Und den Saft
Meiner Kraft
Durch und durch zu spüren kriegt.

Ja, mein Herz riecht in der Luft
Schon des Hochzeitsschmauses Dampf
Und ich weiß: zum Liebeskampf
Und zum Bürzelzeitvertreib
Kommt mein Weib
Immer, wenn Panurg sie ruft.

Duliöh! Als Ehemann,
Wohlgenährt,
Im Bett bewährt
Leb ich dann! Jo Päan!
Glaub mir, liebster Bruder Jahn,
Dies Orakel trügt mitnichten,
Prost! nach dem wölln wir uns richten!« [53]

Ein Wort zur Philosophie: "Alle Weisen und Philosophen des Altertums haben zu sicherm und fröhlichem Fortgang auf dem Weg der Gotteserkenntnis und der Jagd nach Weisheit zweierlei für nötig erachtet: Gottes Führung und der Menschen Gesellschaft" ...  »Darum«, sprach Bakbuk, »seid unbesorgt: die Zech ist richtig, wenn ihr mit uns zufrieden seid. Hie unten in dieser Erdkernnähe setzen wir nicht das höchste Gut in Nehmen und Empfangen, sondern in Geben und Spenden, und achten uns glücklich, nicht wenn wir von andern nur recht viel entgegennehmen und empfangen, wie wohl vielleicht in eurer Welt die Sekten lehren, sondern wenn wir andern immer viel geben und spenden. Nur um dies eine bitt' ich euch: Lasst uns in dieses Ritualbuch eure Namen und Herkunft schreiben.« Damit schlug sie ein schönes großes Buch auf, worin mit einem güldenen Griffel ihrer Mystagogen eine, der wir diktierten, etliche Züge machte, als wenn sie schrieb; uns aber blieb die Schrift verborgen. Als dies vollbracht war, füllte sie uns von dem phantastischen Brunnenwasser drei Schläuch voll, übergab sie uns und sprach: »So ziehet hin, ihr Freunde, unterm Schutz jener geistlichen Sphäre, deren Zentrum aller Orten, deren Umkreis aber nirgend ist, die wir GOTT nennen; und wenn ihr in eure Welt zurückkommt, zeuget, dass unter der Erd die großen Schätze und Wunderdinge verborgen sind; und nicht mit Unrecht Ceres, die so weit und breit verehrte Göttin, weil sie den Sterblichen die Kunst des Ackerbaus gelehret und gewiesen und sie durch Erfindung des Getreides der viehischen Eicheln entwöhnt hat, nicht ohne Grund ob der Entführung ihrer Tochter in unsre Tiefen so untröstlich gewehklagt hat, weil sie gewiss zum voraus sah, dass ihrer Tochter unter der Erden weit edlere Schätz und Güter harrten, als sie, die Mutter, droben je hervorgebracht. Wo ist die Kunst hin, den Blitz und das ätherische Feuer aus den Wolken herniederzuziehn, wie sie der weise Prometheus erfunden? [54]
 
 

7. Die Welt der "Mitternachtskinder" und "Satanischen Verse" - Über geistig Verwirrte, die Stimmen hören, muselmanische Gangbosse und ein mittelalterlicher Kinderschreck

Rabelais' Werk beinhaltet eine riesige Zeit- und Gesellschaftskritik, eine Kritik der Theologie, des Islam, der Juristerei, der Medizin, der Philosophie, die viele Autoren inspirierte von Cervantes, Calderon, Voltaire, Molière über Victor Hugo, Jean Paul bis zu S. Rushdie. Daher soll hier auch einige Werke der neuesten Vertreter seiner Fan-Gemeinde besprochen werden, schließlich muss Europa sich von "plumpen Fabeln und abgeschmackten Märchen" distanzieren und sich nicht von Ländern vereinnahmen lassen, deren Verfassung auf diesen Fabeln aufgebaut ist, wie die heutige Türkei. Welche Fabeln sind gemeint? Dazu S. Rushdie (1981 und 2012): "Als Mohammed seine Prophezeihungen machte, schrieben die Leute, was er sagte, auf Palmblätter auf, die in irgendeinem uralten Kasten aufbewahrt wurden. Nach seinem Tod versuchte Abu Bakr und die anderen, sich an die Reihenfolge zu erinnern, aber sie hatten kein sehr gutes Gedächtnis." Das war allerdings noch das geringste Problem. Al-Lah zählt zu den "aberhundert Götzen" in der Kaaba. Eine dieser Statuen stellte den keineswegs beliebtesten Götzen namens Al-Lah dar, was schlicht der Gott oder Götze heißt, der von Mohammed ausgewählt und sein Lieblingsgötze oder Dämon wurde. Er lernte auch Christen kennen, vor allem Anhänger der nestorianischen Sekte oder anderer Häretiker, deren Irrlehren später in seinen Koran aufgenommen wurden. Rushdie meint, es sei ein faszinierendes Paradox: "Eine im Grunde konservative Theologie, rückwärts gewandt einer untergehenden Kultur zugeneigt, wird zur revolutionären Idee, weil sich jene Menschen am stärksten von ihr angezogen fühlen, die von der Verstädterung an den Rand gedrängt wurden, die unzufriedenen Armen, der Mob der Straße." Wodurch also sind denn dies so "abgeschmackten Märchen" und z.B. die Moslems Kinder des Teufels, wie es in der Literatur immer wieder dargestellt wird von der Renaissance (Dante, Ariosto, Tasso) bis heute (S. Rushdie 1981,1988 und 2012)? ... Was Dante über Mohammed gesagt hatte, wurde später von S. Rushdie wieder aufgegriffen: "Der Teufel war ihm in Gestalt des Erzengels erschienen, weshalb es auch bei den Versen, die ihm eingeflüstert wurden, um keine göttlichen, sondern um satanische Verse handelte." Mohammed versuchte zwar immer wieder das Rezitierte vom Teufelswerk zu reinigen, die Fragen aber blieben: Warum hatte Mohammed "die falsche Offenbarung als wahre Offenbarung hingenommen?" Sicher ist jedenfalls: er warf sich in den Staub "und mit ihm warfen sich die Muslime zu Boden, die Heiden, die Dschinns und alle menschlichen Wesen." In den Hadith-Sammlungen soll Mohammed später gesagt haben: "Ich habe Dinge gegen Gott ersonnen und ihm Worte unterstellt, die er nicht gesagt hat."

Alle beziehen sich auf den Prophet Muhammad, "auch als Mohammed, Mahomet, der Vorletzte und Mahound bekannt". Was hatte es mit ihm auf sich? Rushdie (1981) vergleicht ihn mit einem geistig Verwirrten, der Stimmen hörte: "Ich hörte zuerst einen Kopf voll plapperndes Gerede wie in einem nicht exakt eingestellten Radio... Muhammd der immerhin vierzig war, suchte und erhielt Bestätigung von Frau und Freunden. 'Wahrlich', sagten sie, 'du bist der Gesandte Gottes'" Die Stimmen befahlen Muhammad: "Trag vor!" und dann begann der Vortrag im Arabischen als Al-Quran bekannt. Der Verwirrte sagte: "Ich habe gestern Stimmen gehört. In meinem Kopf sprechen Stimmen zu mir. Ich glaube ...Erzengel haben angefangen, mit mir zu reden." Wie reagierte seine Familie im Gegensatz zu der des Muhammad? Ein Familienmitglied meinte: "Dieser ganze Zirkus wegen so einer blöden Hirnrissigkeit?", eine Christin: "Jesus Christus, Herr, bewahre uns. Heiliger Vater in Rom, was für eine Gotteslästerung habe ich heute gehört!" und die Mutter: "Der Himmel behüte! ...Bist du denn vollkommen übergeschnappt? Was ist denn bloß passiert mit meinem lieben kleinen Jungen - wirst du zu einem Wahnsinnigen - einem Peiniger?!" Am schlimmsten war aber das Schweigen seines Vaters, "am schlimmsten von allem war die Hand meines Vaters, die sich plötzlich ausstreckte, mit dicken Fingern, massigen Gelenken, stark wie die eines Ochsen, um mir einen mächtigen Schlag gegen den Kopf zu versetzen, so dass ich nach jenem Tag auf dem linken Ohr nie wieder richtig hören konnte, so dass ich seitwärts durch das aufgeschreckte Zimmer, durch die schockierte Atmosphäre flog und eine grüne Tischplatte aus opakem Glas zertrümmerte, so dass ich, nachdem ich zum erstenmal in meinem Leben meiner selbst sicher gewesen war, in eine grüne, glasig-wolkige Welt voll schneidender Kanten gestürzt wurde." Es war klar, was am besten gedeiht bei Hitze: Phantasie, Unvernunft, Lust. "Das mit den Erzengeln war natürlich ein Irrtum. Die Hand meines Vaters - die in (bewusster? unbeabsichtigter?) Nachahmung einer anderen, körperlosen Hand, die ihn diesmal direkt ins Gesicht geschlagen hatte, auf mein Ohr eindrosch - hatte zumindes die eine heilsame Wirkung: sie zwang mich, meine ursprüngliche, Propheten nachäffende Haltung zu überdenken und schließlich aufzugeben. ...Meine Stimmen, weit davon entfernt, heilig zu sein, stellten sich als so profan und so mannigfach wie Staub heraus." Der Verwirrte sagte: "Selbst Mohammed hielt sich zuerst für wahnsinnig: glaubt ihr, der Einfall sei mir nie gekommen? Der Prophet aber hatte seine Khadija, seinen Abu Bakr, die ihn von der Echtheit seiner Berufung überzeugten; niemand lieferte ihn Irrenhausärzten aus."

Europa als christlicher Staatenbund ist nur möglich, wenn der Religionsunterricht christlich ist und nicht islamisch. Sogar in Indien wurde christlicher Religionsunterricht eingeführt, um den islamischen Einfluss, zurückzudrängen. Nur "Idioten und Jungen aus bigotten Elternhäusern" wollten nicht am christlichen Unterricht teilnehmen. Alle anderen gingen "in einem Zweierzug zur St. Thomas Kathedrale ... in einem langen Zug von Jungen jeder erdenklichen Religionszugehörigkeit, die von der Schule in den Schoß des taktvollerweise frei wählbaren Gottes der Christen flüchteten." Viele Musliminnen liebäugelten mit dem Christentum, was "auf den Einfluss ihrer europäischen Schulfreundinnen" zurückzuführen war." Man "sagte morgens und abends das Vaterunser auf, fastete in der Fastenzeit anstatt während des Ramzàn (Ramadan)." 

Denn hört man die Geschichten vom Propheten Mohammed und seinen Nachfolgern in Indien oder in der Stadt Qom (Iran), muss man an Schopenhauer denken: "Verehrung des Schlechten, Falschen, Geistlosen, oder gar Absurden, ja, Unsinnigen, lässt keine Entschuldigung zu". 

In islamischen Ländern verfallen viele Teenager dem "heimtückischen Bann" (Rushdie 1981/1997) dieser Allahbesessenen Länder. Viele Teenager werden verführt von jenem Allah, "den man nach einem Götzenbild in einem heidnischen Schrein benannt hatte, der um einen riesigen Meteoriten errichtet worden war; Allah in der Kaaba, dem Heiligtum des großen schwarzen Steines. Aber sonst war nichts." 

Kann die Wüste mitunter trostlos wirken, so ist dies nichts gegen die Trostlosigkeit islamischer Städte wie Karatschi, den "Häusern, die auf geheimnisvolle Weise blind wurden und deren Fenster man nicht sah, Häusern, die wie Radioapparate oder Klimaanlagen oder Gefängniszellen aussahen, verrückten, kopflastigen Gebäuden, die mit schöner Regelmäßigkeit wie Betrunkene umkippten, wild wuchernden Häusern, deren Unzulänglichkeit als Wohnquartier nur noch von ihrer ganz aussergewöhnlichen Hässlichkeit übertroffen wurde." Die Bewohner wurden geprägt von den islamischen Bilderstürmern aus Kaschmir, die gegen Ende des 14. Jahrhunderts jeden Hindu-Tempel im Tal zerstörten; 500 Jahre später folgte die Mudschahiddin-Bewegung Said Ahmed Barilwis mit seinen Ideen: Selbstverleugnung, Hass auf Hindus und Christen, Dschihad. 

Karatschi ist heute eine Stadt, in der Studenten Demonstrationen veranstalten, "um eine strengere, islamischere Gesellschaft zu fordern - wodurch sie bewiesen, dass sie es fertiggebracht hatten, das Gegenteil von Studenten überall sonst auf der Welt zu werden, da sie nicht weniger, sondern mehr Vorschriften verlangten." 

Neben der allgemeinen Verblödung, die sich durch die Freitagsmoscheen verbreitete, gab es die "Moskau-Fraktion", also "Kommunisten. Ja, richtig: Rote! Aufrührer, eine Gefahr für die Öffentlichkeit, der Abschaum der Erde - eine Gemeinschaft der Gottlosen."

Später berichtet Rushdie (1995/2013), wie sich der Islam in anderen Ländern entwickelt hat, wie in Indien und Europa Parallelwelten entstanden sind mit zum größten Teil muslimischen Gangs ("Muslim-Gangs"), die jeweils einem "muselmanischen Gangboss" gehörchten und das organisierte Verbrechen der Stadt kontrollierten. Wie bei den heutigen Muslim-Clans in Europa gehörten auch damals "Drogen, Terrorismus, Muslime-Mughals, Computer für die Lieferung von Waffensystemen, Khazana-Bank-Skandale, Atombomben" zu deren Kernkompetenz. Obwohl bösartig und unlogisch, sollte eine "gewisse Fassade des Spießbürgertums" aufrecht erhalten bleiben. In Indien gibt es eine "Liste heiliger Stätten, wo die muslimischen Eroberer des Landes an den Geburtsorten verschiedener Hindu-Gottheiten absichtlich Moscheen errichtet hatten. ... Sämtlich bevorzugten Stätten waren von Minaretten und Zwiebelkuppeln usurpiert worden." 
Der Hauptfadenzieher war eine Muslim-Bank (Khazana Bank), die gegen Ende der 80er Jahre das erste Finanzinstitut der dritten Welt wurde. "Zu den größten Kunden der KBI gehörte eine Anzahl von Gentlemen und Organisationen, deren Namen in jedem Land der freien Welt auf der Liste der Meistgesuchten und Höchstgefährlichen standen ... und diese unangenehmen Kunden wirkten absolut engelsgleich." Die Aufgabe der zahlreichen Imams und politischen Muslim-Führer war, die Zahlen der indischen Muslime absichtlich zu übertreiben, um ihre eigene Bedeutung zu steigern.

Salman Rushdie, der Auszeichnungen erhielt wie 1981: Booker Prize (Rushdie erhielt auch die Auszeichnungen Booker of Bookers, 1993, und The Best of the Booker, 2008, die sein Werk als das beste aller bisherigen Booker-Gewinner auszeichneten), 1992: Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur, 1993: Ehren-Gastprofessur Massachusetts Institute of Technology (MIT), 1996: Aristeion-Literaturpreis der EU für sein Lebenswerk, 1999: Ordre des Arts et des Lettres, 2007: Knight Bachelor, 2008: Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters, 2014: Hans-Christian-Andersen-Literaturpreis, 2015: Mailer Prize für sein Lebenswerk, 2018: Emperor Has No Clothes Award der Freedom From Religion Foundation, 2019: Welt-Literaturpreis, 2019: Schweizer Freidenkerpreis, 2022: Mitglied der American Academy of Arts and Sciences, 2022: Order of the Companions of Honour (CH), 2023: Friedenspreis des Deutschen Buchhandels - erzählt in dem komplexen Roman „Die satanischen Verse“ die surreale Geschichte von zwei Indern, die auf dem Flug nach London als Einzige einen Terroranschlag überleben. Während sich der Stimmenimitator Saladin Chamcha danach für einige Zeit in ein Monster mit teuflischen Zügen verwandelt, was an die historische Figur des Sultan Saladin erinnert, mutiert der durch Theologicals berühmt gewordene Schauspieler Gibril zum Erzengel Gabriel und leidet sowohl unter Albträumen als auch schizophrenen Wahnvorstellungen. Wahn, Traum und Wirklichkeit sind dabei kaum noch zu unterscheiden. Die eigentliche Handlung erzählt Salman Rushdie in den Kapiteln I, III, V, VII und IX. In den Kapiteln dazwischen schildert er Gibrils Träume. Mit Sprachkraft und orientalischer Lust am Fabulieren türmt Salman Rushdie in der Romansatire „Die satanischen Verse“ ein fulminantes Gewirr fantasievoller, grotesker und wahnwitziger Geschichten auf. Weit ausschweifend denkt er sich fortwährend neue Nebenfiguren und -handlungen aus. Mühelos springt er zwischen Indien, Arabien und England, surrealer Wirklichkeit, Wahnvorstellungen und Trauminhalten hin und her. Das zentrale Thema des Romans „Die satanischen Verse“ ist die Dichotomie islamischer Irrglaube und Zweifel. Es geht aber auch um die Gegensätze Gut und Böse, Liebe und Hass, Rache und Vergebung, Wahn und Rationalität, Kompromisslosigkeit und Pragmatismus, Orient und Okzident. Der Titel „Die satanischen Verse“ bezieht sich auf Mahounds Botschaft über die Verehrung von drei weiblichen Götzen, die ihm vom Teufel eingegeben wurde und die er nach wenigen Tagen widerruft. Dass Salman Rushdie in „Die satanischen Verse“ auf Mohammed und den Islam anspielt, ist unverkennbar, auch wenn er den Propheten Mahound und dessen Geburtsort nicht Mekka, sondern Jahilia nennt. Salman Rushdie stellt Mahound kritisch dar. Das betrifft nicht nur sein Verhältnis zu Frauen, sondern vor allem seine Offenbarung, die ein Schreiber verfälscht, ohne dass der Prophet es merkt, die auch nicht von Gott eingegeben wird, sondern von einem Engel, bei dem es sich um nichts als eine Projektion von Mahounds Innerem handelt. Fanatische Moslems empörten sich über die Darstellung des Propheten in „Die satanischen Verse“. Dazu kam, dass die groteske Figur eines Imam im Exil als Karikatur des Ayatollah Ruhollah Khomeini (1902 – 1989) aufgefasst werden konnte, der 1978/79 die Islamische Revolution im Iran ausgelöst hatte. Ayatollah Khomeini verhängte am 14. Februar 1989 die Fatwa gegen Salman Rushdie und setzte ein Kopfgeld für die Vollstreckung aus. Aufgrund der Bedrohung gründeten achtzig Verlage eigens den „Artikel 19 Verlag“, um 1989 eine deutschsprachige Ausgabe der „Satanischen Verse“ herauszugeben. Der Name des Verlags, der nur diesen einen Titel veröffentlichte, bezog sich auf den Artikel in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, in der das Grundrecht auf Meinungsfreiheit verankert ist. Der Übersetzer zog es vor, anonym zu bleiben. Auf andere Übersetzer wurden Mordanschläge verübt: der Italiener Ettore Capriolo überlebte am 3. Juli 1991 schwer verletzt einen Überfall; der Japaner Hitoshi Igarashi wurde am 11. Juli 1991 erstochen; von drei Schüssen getroffen, brach der Norweger William Nygaard am 11. Oktober 1993 zusammen und wurde zunächst für tot gehalten, aber er erholte sich während eines monatelangen Krankenhausaufenthalts von den Verletzungen. Mit der Fatwa gegen Salman Rushdie und den Mordanschlägen gegen Übersetzer seines Romans „Die satanischen Verse“ begann, was der amerikanische Politologie Samuel Huntington (* 1927) in seinem Buch „Clash of Civilizations and the Remaking of World Order“ (1993; deutsch: „Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert“, 1996) beschrieb. [55]

Mekka bzw. Jahilia ("Unwissenheit"), der Geburtsort des "Propheten Mohammed" bzw. Mahound ("Teufel") gilt im Islam als "Nabel der Welt". Hier wurde schon immer ein weißer Stein umrundet, der "durch die zahllosen Pilgerberührungen vieler Jahrhunderte schwarz" geworden war. "Dann begann die Zeit der Götzen; zur Zeit Mahounds drängten sich dreihundertsechtzig Steingötter" um den Stein. Um die Reisenden zu verführen, kommen die Dämonen, wie die Pilger von nah und fern. "Auch die Götzen sind Abgesandte auf einer Art internationalen Messe." Es gibt einen Anführer unter den Dämonen namens Allah. "Fragen sie die Jahilier, und sie werden zugeben, dass dieser Bursche so etwas wie eine übergreifende Autorität besitzt, aber er ist nicht sehr beliebt." [56]

Der Name der neuen Religion ist Unterwerfung. Mahound und seine Anhänger wurden damals oft "Schafköpfe", "verdammte Hanswürste" , "Kameltreiber von Mekka" (Walter Scott) genannt oder als "Mahound mit seiner Lumpenbande" bezeichnet. Walter Scott lässt Richard Löwenherz ausrufen: "Ich will nichts mehr hören von diesem Hunde von Propheten!" und einen anderen Ritter: "Freund des Kreuzes und Geißel aller Ungläubigen, Ketzer und Teufelsanbeter. Hütet Euch – hütet Euch! Nieder mit Mohammed, Satan und ihren Anhängern!". Dazu Rushdie: "Waschungen, immerzu Waschungen, die Beine bis zu den Knien, die Arme bis zu den Ellbogen, der Kopf bis zum Hals. Wie absonderlich sie aussehen, mit dem trockenen Rumpf, den nassen Gliedern und dem feuchten Kopf! Plitsch, platsch, waschen und beten. Kniend schieben sie Arme, Beine, Kopf wieder zurück in den allgegenwärtigen Sand, und dann fängt der Kreislauf von Wasser und Gebet von vorne an." Sie sind ergiebige Zielscheiben für Satiriker: "Wenn Mahounds Ideen auch nur einen Pfifferling wert wären, glaubt ihr dann, sie wären nur bei Abschaum" beliebt?. Damit steht Rushdie in der Tradition der Philosophie und Literatur seit dem Mittelalter und der Renaissance. Rushdie sagt sogar, dass von erschöpften Reisenden Bestechungsgelder verlangt wurden. Torwächter, die verärgert waren, "nicht mehr als Almosen erhalten zu haben, stießen zwei Pilger die große, steile Treppe hinunter in den Tod... Heute werden weibliche Pilger oft wegen eines Lösegeldes entführt oder als Konkubinen verkauft." [57]

Christen verstehen nicht, wie selbst tapfere Herrscher an den "Hunde von Propheten" (Walter Scott) glauben können. Tun sie das tatsächlich, kann das passieren, was Saladin Chamcha in Rushdies Roman widerfahren ist: "das heißt, seine Metamorphose in einen Teufel" und dass er "von den anderen so behandelt wurde, als sei es die banalste und normalste Sache der Welt." Herrscher z.B. aus der Türkei haben dann Angst, ihre "Stimme könnte sich in ein Ziegen-Gemecker verwandelt haben," als ob auch die Stimmbänder von dieser "grässlichen Dämonitis" befallen worden waren. Im Roman erklärt er sich: "Ich heiße Salahuddin Chamchawala, mit Künstlernamen Saladin Chamcha, schnatterte der halbe Ziegenbock." Er nennt sich auch "Beelzebub" , "Mann-Tiger", "Manikor", "Wenn er nicht der Teufel auf Erden ist." Der Name Chamcha bedeutet in Hindi umgangssprachlich soviel wie "Kriecher" oder "Speichellecker". Für die Bevölkerung eines Landes bedeutet dies: "Das Erscheinen eines ausgewachsenen Teufels, eines gehörnten Ziegenbockmannes, war ... nun wirklich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte... Wie soll man das tolerieren? Eine Gefahr für Ehre und Sicherheit junger Mädchen. ..Saladin, und wie von einigen Satirikern behauptet, auch Erdogan, "fügte sich, wieder ein elendes Häuflein Ziege... sein pestbringender Atem hätte die beiden Mädchen fast aus dem Zimmer gefegt, und mit hoch erhobenen Armen und tanzenden Ziegenbeinen sah er, endlich, wie der leibhaftige Teufel aus, zu dessen Ebenbild er geworden war." [58]

Auch die groteske Figur eines Imam im Exil kann als Karikatur des Ayatollah Ruhollah Khomeini (1902 – 1989) aufgefasst werden, der 1978/79 die Islamische Revolution im Iran ausgelöst hatte. Den Alltag des Imam im Exil beschreibt Rushdie so: Immer dann, wenn der Imam ein Bad nimmt, muss sein gesamtes Gefolge daran denken, "keine Kessel zu füllen, keinen schmutzigen Teller abzuspülen, und wenn der Imam auf die Toilette geht, springen seine Jünger mit verbrühter Haut aus der Dusche." Seine Philosophie ist so dürftig wie die von Mahound: "Wissen ist eine Illusion, denn an dem Tag, als Al-Lah seine Offenbarungen an Mahound vollendete, war auch alles Wissen vollendet... verbrennt die Bücher." Nur mit Entsetzen könne man sich von dem Anblick der Revolution im Iran abwenden, "wie der Imam ins Ungeheuerliche gewachsen ist, wie er im Vorhof des Palastes mit aufgerissenem Maul hinter den Toren liegt; sowie Menschen durch die Tore marschieren, verschlingt er sie mit Haut und Haar." [59]

Was lässt sich über Mahounds Anhänger sagen? Dass sie eine "diabolische Gestalt" annehmen und dies mit einer Art "fatalistischer Ergebenheit" hinnehmen? Hatte der Mohammedaner nicht seine eigene Idee des Guten verfolgt? Letztlich muss er jedoch zum Schluss kommen: "Ich bin die Inkarnation des Bösen, dachte er. Damit musste er sich abfinden. Wie es auch passiert sein mochte, es ließ sich nicht bestreiten. Ich bin nicht mehr oder nicht nur, ich selbst. Ich bin die Verkörperung des Schlechten, des Hassenswerten, der Sünde." Islamische Mystik oder die Achtsamkeit-Ideologie kann auch hier erfolgreich angewendet werden: "Keine belastenden Gedanken mehr! Er holte tief Luft, lehnte sich zurück, leerte seinen Kopf. Der Verräter in seiner Brust nahm den normalen Betrieb wieder auf." [60]

Grundsätzlich hatten sie gelernt, dass man mit Frechheit weiterkommt. Sie konnten nicht davon abgebracht werden, dass sie "Ladendiebe, kleine Betrüger, ganz allgemein: gewitzte Gauner offenkundig bewunderten." Ein krummes Ding drehen, sich aber nicht erwischen zu lassen: das fanden sie toll. So müssen sie "einstmals geklatscht und gelacht haben über die Taten früherer Banditen." Einer verwies auf seine fünf Frauen, "alle von Haus aus reich, von denen er jeweils bei der Scheidung eine hübsche Abfindungssumme kassiert hatte." Türken und andere Mohammedaner galten als "Erbärmliches Gesindel" (Walter Scott)  [61]

Saladins Zustand, "dessen Gefangenschaft im Körper eines Teufels", wurde immer bedrohlicher. Seine Hörner drehten sich mittlerweile zu "phantastischen Arabesken, wickelten sein Haupt in einen Turban aus nachdunkelndem Knochen. Ihm war ein dichter, langer Bart gewachsen ... er war überhaupt am ganzen Körper haariger geworden, und dort, wo sein Rückgrad endete, war ein schöner Schwanz gewachsen, der jeden Tag länger wurde und ihn bereits zwang, auf das Tragen von Hosen zu verzichten; er stopfte das neue Körperteil statt dessen in sackartige Salwarhosen, die Anahita Sufyan aus der großzügig geschneiderten Kollektion ihrer Mutter entwendet hatte. Wie sehr ihn diese fortwährende Metamorphose in eine Art Flaschenteufel bekümmerte, kann man sich leicht vorstellen... gelegentlich ertappte er sich dabei, wie er geistesabwesend an seinem Laken oder an alten Zeitungen herumknabberte, und erschrocken kam er dann zu sich, schuldbewusst und beschämt ob dieses neuerlichen Beweises seiner Entfernung vom Menschlichen hin zu - jawohl - zum Ziegenhaften."  Er beginnt zu philosophieren: "Entweder ich akzeptiere Lukrez und ziehe den Schluss, dass in meinem Innersten eine teuflische und irreversible Mutation stattfand, oder ich halte es mit Ovid und erkenne an, dass alles, was jetzt ans Tageslicht kommt, lediglich eine Manifestation des bereits Vorhandenen ist." Tatsache war, dass er "in Gestalt eines übernatürlichen Monsters" auftrat. In manchen mohammedanischen Gegenden "wimmelt es von Monstern, du brauchst dich nur mal umzuschauen." Einige Mullahs begannen schon von ihm zu träumen: "Und in jedem der tausendundein Träume sang er ... mit hornbeturbantem Haupt, mit einer Stimme so grauenvoll diabolisch und guttural, dass man die Strophen nicht unterscheiden konnte, obgleich die Träume, wie sich herausstellte, etwas erschreckend Serienmäßiges hatten." Mehr und mehr begann sich das Bild des "Traum-Teufels" festzusetzen und populär zu werden..Nicht nur in islamischen Ländern war ein um sich greifender "Teufelskult" und ein "Wiederaufleben von Satanismus" zu verzeichnen. Er hatte eine andere Wesensart angestrebt, doch diese hatte er bekommen. Das war er geworden: "laut, stinkend, ekelhaft, überdimensional, grotesk, unmenschlich, mächtig. Ihm war, als könne er mit ausgestrecktem kleinen Finger Kirchtürme umstürzen ... Ich bin, akzeptierte er, was ich bin. Unterwerfung." Islam wörtlich übersetzt heisst: Unterwerfung. Nicht nur Imame, Mullahs, Ajatollahs und Muftis träumten von ihm: "In dem Moment, als er die Augen schloss, erschienen auf seinem geistigen Bildschirm die gehörnten und ziegenhaften Gesichtszüge von Mr. Saladin Chamcha, so scharf und deutlich wie nur möglich, sowie der Name des Widersachers, als wäre das Bild untertitelt." [62]

Nach zwanzig Jahren Exil wird der "Prophet Mahound" so beschrieben: "Er rülpste lang und laut - eine Beschwerde des Alters, deren Derbheit der im Lauf der Zeit eingetretenen allgemeinen Verfettung zu entsprechen schien." Bei Satirikern hatte die "allgemeine Furcht vor Mahound" den "Markt für Unverschämtheiten und Witziges ruiniert." Rushdie lässt den Erzengel Gabriel träumen: "In der Oase Yatrib waren die Anhänger des neuen Glaubens, der Unterwerfung, landlos und daher arm. Viele Jahre lang lebten sie von Straßenraub, von Überfällen auf die reichen Kamelkarawanen von und nach Jahilia. Mahound hatte keine Zeit für Skrupel." Die Irrgläubigen lebten in Gesetzlosigkeit, doch in jenen Jahren war Mahound, oder "sollte man sagen Al-Lah?, besessen von dem Gedanken an das Geseztz." Es hagelte Vorschriften für die Irrgläubigen, "Vorschriften über alles und jedes, wenn ein Mann einen Furz ließ, sollte er sein Gesicht in den Wind richten, eine Vorschrift, mit welcher Hand man seinen Hintern säubern durfte... wieviel sie essen durften, wie tief sie schlafen sollten und welche Stellung beim Geschlechtsverkehr... Was für ein Gott das sein mochte, der sich dermaßen wie ein Geschäftsmann anhörte. Dieser Gedanke war es, der seinen Glauben zerstörte, denn Salman erinnerte sich, dass Mahound ja selber Geschäftsmann gewesen war." Wie könnte es abgelaufen sein? Er stellte die Vorschriften auf und der Engel Gibril bestätigte sie im nachhinein. Und nach Beendigung eines Krieges, "Simsalabim, tauchte der Erzengel Gibril auf und gab den überlebenden Männern Anweisung, die verwitweten Frauen zu heiraten, damit jene nicht durch auswärtige Wiederverheiratung, verlorengingen. O ja, wirklich ein praktisch denkender Engel...Uns wurde sogar gesagt, dass es keine Rolle spielt, ob wir bereits verheiratet sind, wir dürfen vier Frauen haben, wenn wir es uns leisten können, na ja du kannst es dir denken, davon waren die Jungs wirklich begeistert."  [63]

Viele wollten sich "vor diesem falschen Propheten" nicht in den Staub werfen. Dennoch sagte der Prophet: "'Jetzt können wir Jahilia betreten', und sie standen auf und zogen in die Stadt und nahmen sie in Besitz im Namen des Allerhöchsten, des Menschenvernichters... Jahilia gewöhnte sich an das neue Leben: fünfmal täglich der Gebetsruf, kein Alkohol, die Frauen hinter Schloss und Riegel." Anfangs gab es sogar noch ein Bordell, das berühmte Hijab ("der Vorhang"), das gebaut war, wie der Harem der späteren Sultane. "Da es aus begreiflichen Gründen, unklug war, auf der Straße schlange zu stehen, zog sich an vielen Tagen eine lange Reihe von Männern durch den Innenhof des Bordells und rings um den in der Mitte befindlichen 'Brunnen der Liebe', ähnlich den Pilgern, die, wenn auch aus anderen Gründen, um den alten schwarzen Stein gewandert waren." Die Beziehungen innerhalb des Bordells spiegelten "die politischen Verhältnisse der Moschee zu Yathrib wider."   [64]

Der islamische "Gott" oder Götze höchstpersönlich, der neuerdings auch vom Papst anerkannt wird, "erlaubte ihm, so viele Frauen zu f*****, wie er wollte. Tja, was konnte die arme Aischa gegen die göttlichen Verse schon ausrichten? Weißt du, was sie gesagt hat? 'Dein Gott ist immer zur Stelle, wenn er für dich ein Problem lösen soll.'" Mahound ließ das Bordell schließen, denn ein Mann könne sich nicht ewig hinter Frauenröcken verstecken, zudem wurde ihm empfohlen: "Huren und Dichter, Mahound, das sind die Leute, denen du nicht vergeben kannst." Es gab sogar eine Art Gerichtsverhandlung. Die Menge, die sich im Gerichtszelt drängte, als der berühmte Satiriker Baal, seinerzeit der scharfzüngigste und hellste Kopf in Jahilia, verurteilt wurde, "begann zu lachen, sosehr sie es auch zu unterdrücken versuchte. Je aufrichtiger und einfacher Baal seine Ehen mit den zwölf 'Frauen des Propheten' beschrieb, desto lauter grölte das verdutzt-erheiterte Publikum. Am Ende seines Vortrags lachten die guten Leute von Jahilia buchstäblich Tränen, hemmungslos, selbst dann noch, als Soldaten mit Peitschen und Krummsäbeln ihnen den sofortigen Tod androhten." Die Einflüsterungen des Teufels machten "Muhammad-Mahon-Mahound", dessen Name ein "Synonym des Bösen" ist, zu schaffen. Es traf die Nachricht ein, "dass der Prophet Mahound tödlich erkrankt sei, er liege in Aischas Bett, mit rasenden Kopfschmerzen, als wären lauter kleine Teufel dort am Werk."  Trotz Redewendungen wie "dick und fett wie der Obermufti" , "Pilgerfahrt, Prophet, Widersacher verschwimmen, treiben in einem Nebel", "Verrückte! Dorftrottel! Moslems!" oder "von Saladin ist jetzt nichts mehr übrig ausser dem dunklen Feuer des Bösen in seiner Seele" , verbreitete sich der Islam (Unterwerfung) immer weiter. Man sprach von Lemmingen oder von denen, "die den Versen des Teufels lauschen, gesprochen in der Sprache des Teufels" und die "am Ende selbst zum Teufel gehen" werden. Vertreten wird der Islam (Unterwerfung) heute durch Imame: "Der Imam, ein wabbelbäuchiger Mann mit zynischen Augen, der vormittags zumeist in seinem 'Garten' - ein Ödland aus roter Erde und Schutt im Schatten der Moschee - beim zählen der Rupien angetroffen werden konnte." Manche Imame schrecken auch nicht davor zurück Frauen und Kinder zu steinigen. "Der Imam untersuchte das Baby kurz, richtete sich auf und wandte sich der Menge zu. 'Dieses Kind wurde in teuflischer Ruchlosigkeit gezeugt' sagte er. 'Es ist das Kind des Teufels' ...Die Menge, die keine deutlichere Einladung brauchte, steinigte das Kind zu Tode." [65] 
 
 

8. Die Meinungsfreiheit und ihre Gegner

Am 16. Juni 2007 wurde vom Buckingham Palace mitgeteilt, dass Königin Elisabeth II. beabsichtige, Rushdie zusammen mit 945 Sportlern, Kulturgrößen und Repräsentanten der Wirtschaft als Knight Bachelor in den Ritterstand zu erheben. Die Bekanntgabe hat offizielle diplomatische Proteste im Iran und in Pakistan ausgelöst; in beiden Ländern wurden die britischen Botschafter einbestellt. Das iranische Außenministerium nannte die Entscheidung, den „verhassten Apostaten“ zu ehren, einen eindeutigen Beweis für Islamophobie unter hochrangigen britischen Beamten. In Iran, Pakistan und Malaysia kam es anschließend zu teilweise gewalttätigen Straßenprotesten. In Kaschmir kam die Wirtschaft einen Tag lang zum Erliegen. Der Ritterschlag fand im Juni 2007 statt. Nach zahlreichen Drohungen mit Gewaltausschreitungen und Mordaufruf von Islamisten sagte Rushdie die Teilnahme am größten Literaturfestival Indiens in Jaipur im Januar 2012 ab. Der gebürtige Inder hätte die Eröffnungsrede halten sollen. Seit dem Jahr 2000 lebt Rushdie die meiste Zeit in der Nähe des Union Square in New York. Im Frühjahr 2007 trat er eine fünfjährige Gastprofessur als Distinguished Writer in Residence an der Emory University in Atlanta an. Er erhielt den Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur, 1992, den Aristeion-Literaturpreis der EU, 1996, für sein Lebenswerk, den Ordre des Arts et des Lettres, 1999, er wurde zum Ritter geschlagen und erhielt den Knight Bachelor, 2007, wurde Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters, 2008. 

In seiner Autobiographie schreibt Rushdie: "Hätte ich doch nur ein kritischeres Buch geschrieben... Eine Religion, deren Führer sich auf derartige Weise verhielt, hätte ein wenig Kritik wohl durchaus nötig." Durch den Iran wurde ein Begriff immer bekannter: Extraterritorialität, auch bekannt als "staatlich geförderter Terrorismus". Schon in seiner Jugend konnte Rushdie mit islamischen Religionsgelehrten, Imamen, nichs anfangen. Als Kinder rebellierten sie gegen einen Religiosgelehrten ("Maulvi"), "gegen dieses wie Ho Chi Minh aussehende Wichtelmännchen, und trieben so gnadenlos ihren Spott mit ihm, dass er sich bei den Eltern bitterlich" beklagte. Verwünschungen murmelnd, verschwand der Maulvi, um niemals wiederzukehren. Stattdessen erfreute er er sich lieber an Händels Messias, als die Schule den Halleluja-Chor als Teil einer Aufführung des Messias mit professionellen Soliosten einübte. Er machte bei Frühgebeten und Abendgebeten mit, schließlich war er in Bombay zur Cathedral School gegangen. Er konnte nicht leugnen, "dass ihm die Choräle gefielen, deren Musik sein Herz erfreute." [66]

1967 interessierten sich in Cambridge nur wenige Studenten für den Propheten des Islam, so wenige, dass der für diesen Kurs vorgesehene Dozent die Vorlesung absagte. Dennoch konnte er einen Historiker überreden ihn zu betreuen, da er mehr über das Thema "Mohammed, der Aufstieg des Islam und das frühe Kalifat" erfahren wollte. "In dem als Würfel oder Ka'aba bekannten Gebäude im Zentrum der Stadt gab es Statuen von aberhundert Göttern. Eine dieser Statuen stellte die keineswegs beliebteste Gottheit namens al-Lah dar, was schlicht der Gott heißt, geradeso wie al-Lat die Göttin bedeutet." Der Mann, der den Götzen al-Lah "aus nahezu allumfassender Unbedeutendheit befreien und sein Prophet werden sollte", war Mohammed ibn Abdullah aus der Familie Banu Haschim. [67]

Al-Lah zählt also zu den "aberhundert Götzen" in der Kaaba. Eine dieser Statuen stellte den keineswegs beliebtesten Götzen namens Al-Lah dar, was schlicht der Gott oder Götze heißt, der von Mohammed ausgewählt und sein Lieblingsgötze oder Dämon wurde. Er lernte auch Christen kennen, vor allem Anhänger der nestorianischen Sekte oder anderer Häretiker, deren Irrlehren später in seinen Koran aufgenommen wurden. Rushdie meint, es sei ein faszinierendes Paradox: "Eine im Grunde konservative Theologie, rückwärts gewandt einer untergehenden Kultur zugeneigt, wird zur revolutionären Idee, weil sich jene Menschen am stärksten von ihr angezogen fühlen, die von der Verstädterung an den Rand gedrängt wurden, die unzufriedenen Armen, der Mob der Straße." [68]

Wodurch also sind denn z.B. die Moslems Kinder des Teufels, wie es in der Literatur immer wieder dargestellt wird von der Renaissance (Dante, Ariosto, Tasso) bis heute (S. Rushdie 1988 und 2012)? ... Was Dante über Mohammed gesagt hatte, wurde später von S. Rushdie wieder aufgegriffen: "Der Teufel war ihm in Gestalt des Erzengels erschienen, weshalb es auch bei den Versen, die ihm eingeflüstert wurden, um keine göttlichen, sondern um satanische Verse handelte." Mohammed versuchte zwar immer wieder das Rezitierte vom Teufelswerk zu reinigen, die Fragen aber blieben: Warum hatte Mohammed "die falsche Offenbarung als wahre Offenbarung hingenommen?" Sicher ist jedenfalls: er warf sich in den Staub "und mit ihm warfen sich die Muslime zu Boden, die Heiden, die Dschinns und alle menschlichen Wesen." In den Hadith-Sammlungen soll Mohammed später gesagt haben: "Ich habe Dinge gegen Gott ersonnen und ihm Worte unterstellt, die er nicht gesagt hat." [69]

Einmal wollte er in der Moschee filmen, und der alte Imam Bukhari, "ein Hetzprediger und Ultra-Konservativer, willigte ein, sich mit ihm zu treffen. Er traf den Imam in seinem "Garten", einem "sorgsam abgeriegelten Flecken Stein und Erde ohne einen einzigen Grashalm. Der Imam, mit Zahnlücken, wohlbeleibt, grimmig, der Bart hennagefärbt, ... und in seinem Schoß lagen eine Unmenge zerknüllter Geldscheine. Überall standen Untergebene, die ihn beschützten." Nachdem Khomeini die Fatwa verkündet hatte, prangerte ebendieser Imam Bukhari von der Kanzel der Moschee herab den Autor von  „Die satanischen Verse“an. Da der Islam die Denkfähigkeit stark einschränkt, konnte der Imam sich nicht genau an den Namen des Autors erinnern und "brandmarkte daher Salman Khurshid, einen prominenten muslimischen Politiker. Das war für beide peinlich, für den Imam wie den falschen Salman." Grundsätzlich kann man sagen, "der Terrorismus wurde vielfältiger" durch den Islam. [70]

Es gab ein Angebot für die englischsprachigen Rechte an „Die satanischen Verse“, das einhunderttausend Dollar höher lag, als das Angebot von Viking. Rushdie entschied sich glücklicherweise nicht für dieses verlockende Angebot. Denn später, als der Sturm losbrach, erschien ein Interview mit Ruppert Murdoch in The New Yorker, in dem er feststellte; "Ich finde, man sollte die religiösen Gefühle der Menschen nicht beleidigen. Deshalb kann ich auch nur hoffen, dass meine Leute niemals dieses Buch von diesem Salman Rushdie herausgebracht hätten." Wäre er tatsächlich der Verleger von „Die satanischen Verse“ geworden, hätte er den Roman in ebendem Moment zurückgezogen, in dem die Probleme begannen. "Murdoch wäre tatsächlich der falsche Herausgeber für sein Buch gewesen." Nicht nur Murdoch litt an einer "Art bewusst gewählter Blindheit", sondern diese Unsitte war weit verbreitet und zu den Aufgaben des Künstlers wie des Philosophen gehört es, "diese blind machende Schicht fortzuwischen, unsere Fähigkeit zum Staunen zu erneuern." Viele neuere Wissenschaftler sind dazu nicht in Lage. Rushdie las auch Hawkings "Eine kurze Geschichte der Zeit", wovon ihm der Schädel brummte, doch auch wenn er nur einen Bruchteil verstand, wusste er genug, um der Behauptung des "verrückten" Wissenschaftlers zu widersprechen, "dass wir uns dem Moment näherten, in dem wir alles wissen."  [71] 

Das Buch „Die satanischen Verse“ wurde 1988 in Indien verboten. 1988 standen in Indien Wahlen an, und Rajif Gandhis schwächelnde Regierung "kapitulierte feige vor den Drohungen zweier oppositioneller Muslim-Abgeordneter... Das Verbot wurde, so unwahrscheinlich dies auch klingen mag, vom Finanzministerium unter Berufung auf Sektion 11 der Zollvereinbarungen ausgesprochen, denen zufolge die Einführ des Buches nun verboten war. Eigenartigerweise behauptete das Finanzministerium, das Verbot wolle keinesfalls 'die literarischen und künstlerischen Verdienste seines Buches schmälern.'"  Die indische Presse nannte das Verbot "die Entscheidung von Banausen." An Indien kann man sehen, in welche Richtung Finanzämter oder -behörden sich entwickeln können und wie überflüssig sie eigentlich sind. Auch Finanzbehörden in Deutschland mischen sich in Angelegenheiten, von denen sie keine Ahnung haben: Islamistischen Vereinen wird die Gemeinnützigkeit zuerkannt, vielen christlichen Vereinen dagegen die Gemeinnützigkeit aberkannt. Die islamische Professorin Fatima Meer, äussert sich wie viele "muslimische Intellektuelle", die eben durch den Islam verdorben sind: "Letztlich greift Rushdie die Dritte Welt an." Auch die südafrikanische Regierung verbot die „Die satanischen Verse“, die damit einer Forderung der Islamisten nachgab. Der Großscheich von al-Azhar, Gad et-Haq Ali prangerte die Art und Weise an, in der "Lügen und Fantasiegebilde" als Tatsachen dargestellt wurden, vor allem wohl weil die Fiktion der Wirklichkeit so nah gekommen war. Die Mullahs der Wahabiten in Saudi-Arabien verboten das Buch natürlich ebenfalls wie auch die "turbantragenden Theologen" des iranischen Ghom. Die islamische Kampagne wurde zu einer "Explosion massenpopulistischer Irrationalität" Es gab viele Linke, "Germaine Greer, John Berger, John le Carré, die den Gedanken, die Masse könne irren, inakzeptabel fanden. Und während die Liberalen schwankten und Ausflüchte suchten, wuchs die massenpopuläre Bewegung der Irrationalität von Tag zu Tag, in ihrer Irrationalität ebenso wie in ihrer Popularität." [72] 

Sogar in England (Bradford) wurden seine Bücher von Muslimen verbrannt: "Ein Exemplar seines Romans war an eine Latte genagelt und in Brand gesteckt worden: gekreuzigt, dann geopfert. Das Bild sollte er nie wieder vergessen: Die begeistert wütenden Gesichter, jubelnd vor Wut; Männer, die glaubten ihre Identität würde aus dieser Wut geboren. Und im Vordergrund stand ein selbstzufriedener Kerl mit weichem Filzhut und kleinem Poirot-Schnauzbart, der Stadtratsabgeordnete Mohammed Ajeeb." Dieser hatte der  Menge zugerufen: "Islam heißt Frieden." Am Tag nach der Bücherverbrennung in Bradford nahm Englands größte Buchhandelskette, sein Buch in all ihren 430 Filialen aus den Regalen. Der Geschäftführer erklärte: "Wir möchten keinesfalls, dass man uns Zensur nachsagt, sind wir doch bestrebt, unserer Kundschaft zu bieten, was sie haben möchte." Am 28 Januar 1989 marschierten gut achttausend Muslime durch die Straßen Londons, um sich im Hyde Park zu versammeln. Statt die Islamisten nun festzunehmen und auszuweisen, wurden sie sogar ausgezeichnet und es war die "Zahl der Labour-Parlamentarier erschreckend, die sich auf die Seite der Muslime schlugen." Iqbal Sacranie vom britischen Aktionskomitee für islamische Angelegenheiten, der seinen Verstand bereits verloren hatte, sagte: "Der Tod ist für ihn eigentlich noch zuwenig. Falls er Allah den Allmächtigen nicht um Vergebung anfleht, möge sein Verstand für den Rest seines Lebens Höllenqualen leiden." 2005 wurde ebendieser Sacranie auf Vorschlag der Regierung Blair für seine Verdienste um ein friedliches Zusammenleben in den Adelsstand erhoben. [73] 

Der Observer verteidigte ihn: "weder Großbritannien noch der Autor hat sich für irgendwas zu entschuldigen." Viele britische, amerikanische und indische Kommentatoren lobten das Werk sowie das attackierte Buch. Abgeordnete des pakistanischen Parlaments sahen das anders und "befürworteten die sofortige Entsendung einiger Attentäter nach England." Ein iranischer Ayatollah namens Hassan Sanei setzte eine Million Dollar Kopfgeld aus. "Auf den Bildschirmen sah man ständig Bärte tragende (aber auch rasierte) Männer, die lauthals seinen Tod verlangten." Muslimische Stimmen drohten Penguin mit weltweiten Vergeltungsschlägen gegen Verlagsbüros. "Die Publikantionen wurden fortgesetzt und das Buch in großen Mengen verschifft und verkauft" und landete auf Platz eins der Bestsellerliste der New York Times. An dem Tag, an dem sein Roman in Amerika veröffentlicht wurde, am 22. Februar 1989, erschien in Tals in The New York Times eine ganzseitige, von der Vereinigung amerikanischer Verleger, der Vereinigung amerikanischer Buchhändler und der amerikanischen Bibliotheksvereinigung finanzierte Anzeige: "Freie Menschen schreiben Bücher, freie Menschen veröffentlichen Bücher. Freie Menschen verkaufen Bücher. Freie Menschen kaufen Bücher. Freie Menschen lesen Bücher. Im Geiste von Amerikas Verpflichtung für die freie Meinungsäusserung informieren wir die Öffentlichkeit, dass Leser dieses Buch überall im ganzen Land über Buchläden und Bibliotheken beziehen können." In Amerika gab es zum Zeichen der Solidarität "Ich bin Salman Rushdie" - Sticker. Irische Bauarbeiter, die in Birminham das Fundament für eine neue große Moschee legten, versenkten, als niemand hinsah, eine Ausgabe von "Die satanischen Verse" im feuchten Beton. Wenn in der Moschee auch später nur die Unwahrheit gepredigt werden sollte, so war nun wenigstens ein Fünkchen Wahrheit darin enthalten. Das Beispiel sollte sich in vielen europäischen Moscheen wiederholen. [74] 

Auch seine Gegner formierten sich wie der Schriftsteller Roald Dahl, Robert Runcie, Erzbischof von Canterbury, der Kardinal von New York, der Papst, Ahmad Dschibril, Anführer der Volksfront zur Befreiung Palästinas, Kalim Siddiqui, ein "silberbärtiger Gartenzwerg", der die Fatwa in mehreren Fernsehauftritten "leidenschaftlich verteidigte" und in einer Reihe öffentlicher Versammlungen, die auch von einigen Parlamentsmitgliedern besucht wurden, verlangte, man möge die Hand heben, um die einstimmige Ansicht aller Anwesenden kundzutun, "dass der Verleumder und Abtrünnige getötet werden sollte. Alle Hände flogen in die Höhe. Niemand wurde deshalb angezeigt. Siddiquis Muslim-Institute war völlig unbedeutend, doch wurde ihm von den iranischen Mullahs, die er oft besuchte, der rote Teppich ausgerollt." Die Organisation Abu Nidal bildete ein Team von Attentätern aus, die "als Geschäftsleute in westlichen Kleidern" nach England einreisen sollten. Mittlerweile war der Roman auch in Syrien verboten, im Libanon, in Kenia, Brunei, Tansania, Indonesien und überall in der arabischen Welt. In Buchläden wurden Bomben gezündet, Büchereien weigerten sich, das Buch ins Regal zu stellen, "ein Dutzend Drucker in Frankreich lehnten es ab, die französiche Ausgabe zu drucken, und erneut wurden gegen Verleger Drohungen ausgestoßen." Ein Muslim-Führer namens Abdul Hussain Chowdhury bat das oberste Gericht in London, gegen Salman Rushdie und dessen Verleger "wegen aufwieglerischer und hetzerischer Verleumdung" eine Vorladung auszusprechen, doch wurde dem Ersuchen nicht stattgegeben. Die Westberliner Akademie der Künste weigerte sich aus Sicherheitsgründen, eine "Pro-Rushdie-Demo" auf ihrem Gelände zuzulassen, was dazu führte, dass der Schriftsteller Günther Grass und der Philosoph Günther Anders unter Protest die Akademie verließen. Dann beschloss die Schwedische Akademie in Stockholm, die alljährlich den Nobelpreis vergab, keine formelle Erklärung gegen die Fatwa zu verfassen, woraufhin die bedeutende Autorin Kerstin Ekman ihren Platz in der Runde der achtzehn Akademiemitglieder aufgab. [75] 

Theater in England waren von Moslems unterlaufen. Tariq Ali nannte Rushdie einen "Toten auf Urlaub" und schickte ihm den Text von Iranian Nights, einem Theaterstück, das er mit Howard Brenton für das Royal Court Theatre geschrieben hatte, also ein "miserables, hastig zusammengezimmertes" Stück. Zu den Themen, mit denen sich das Stück nicht befasste, gehörten z.B. Islam als internationaler Terrorismus, politische Unterdrückung usw. Auch das Tara Arts Theatre berichtete von "schweren Einschüchterungsversuchen" und "politischen Druck" durch den Rat der Moscheen. Viele gehören der "Cat-Stevens-Trottelpartei" an, dessen Anführer und Haupttrottel Cat Stevens alias Yussuf Islam ist. Der ehemalige Popsänger "verkündete vor laufender Kamera, er hoffe auf Rushdies Tod, um dann zu sagen, dass er bereit sei, die Attentäter zu rufen, sobald er wisse, wo sich der Gotteslästerer aufhalte." In England erhalten nach Geschlechtern getrennte Muslimschulen staatliche Subventionen: "das sei nun mal die Politik der Labour-Partei." Muslims hatten mit der größten Demonstration auf englischem Boden gedroht, hatten fünfhunderttausend Leute angekündigt, gekommen waren aber nur zwanzigtausend, die sich im Hyde Park versammelten. Nicht in Theran, sondern in London marschierten Muslims durch die Straßen und forderten Rushdies Tod; festgenommen oder ausgewiesen wurde niemand. [76] 

Nach Thomas von Aquin müsse der Mensch dem Verstande nach vor Unwissenheit und Irrtum sicher sein, was man z.B. von den Mohammedaner nicht behaupten kann, deren Islam (Unterwerfung) auf Irrtum aufgebaut ist. Offensichtlich wird der Mensch "durch die in den Sakramenten empfangene Gnade nicht gegen jegliche Unwissenheit und jeglichen Irrtum gefeit. Dies ist das Privileg jener, deren Verstand jene Wahrheit erfasst, welche der höchste Garant jeglicher Wahrheit ist." (Thomas von Aquin) Diese Wahrheit wird heute sogar von den Oberen der evangelischen und katholischen Kirche nicht mehr erfasst. Dies zeigt sich daran, dass sie mit den islamischen Oberen zusammen eine "Schildkröte des Glaubens" (Rushdie 2012) bilden wie die Formation der römische Soldaten im Kampf, und das obwohl der Islam bestreitet, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist und viele muslimische Priester und Politiker sich öffentlich mit ihren antichristlichen und antisemitischen Ansichten brüsten. Dazu Rushdie: "Sie kümmert nicht, wie blöd das aussieht. Sie wollen nur, dass die Mauern der Schildkröte möglichst stark sind," ganz egal ob die Oberen der evangelischen und katholischen Kirche kläglich versagen, weil sie durch ihr Verhalten aktiv Christen aus Kirche vertreiben und zudem den Missionsbefehl missachten und stattdessen eine blödsinnige "Schildkröte des Glaubens" bilden und islamische Sekten wie die islamische Ahmadiyya-Gemeinschaft unter ihre Schildkröte holen. Man ist sogar islamischen Festen wie Opferfest, Ashura nicht abgeneigt; wie die "ekstatischen Schiiten" befindet man sich in einem "tranceähnlichen Zustand", die sich am Tag Ashura, "dem zehnten Muharram, geißeln und verletzen zur Erinnerung an Hussein ibn-Ali, den Enkel des Propheten, der in der Schlacht von Kerbela im Jahre 680 den Tod fand." Sie wollen sich mit den Muslimen in die  "Schildkröte des Glaubens" verkriechen, obwohl "dreihunderttausend Muslime in den Moscheen Englands" zusammen mit dem "Rat der Moscheen" es für nötig hielten, "einen Schriftsteller wegen seines Werkes zu exekutieren." [77] 

Ungeachtet des Geschwafels eines iranischen Präsidenten (Rafsandschani), der Todesbefehl wäre unwiderrufbar und würde von der gesamten muslimischen Welt unterstützt, Bomben in Bookshops, Kaufhäusern und Penguin-Buchläden, wurde von zwölftausen Menschen aus Großbritannien, Amerika und Europa ein weltweites Statement "Schriftsteller und Leser für Salman Rushdie" abgegeben. Die Kampagne wurde zu seiner Verteidigung von der Menschenrechtsorganisation "Artikel 19" geführt, benannt nach dem Artikel zur freien Meinungsäußerung in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: "Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung... dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedanken zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten." Rushdie meinte dazu, da stehe nicht: "es sei denn, Religionsführer beschließen etwas anderes und befehlen Ihre Ermordung" Mit Arts Council, PEN, der nationalen Journalistengewerkschaft, dem Autorenverband und der Schriftstellervereinigung sowie weiteren Verbündeten würde gegen die "bewaffnete Zensur" gekämpft. Um ihre muslimische Wählerschaft zufriedenzustellen, hatten sich Labour-Abgeornete wie Roy Hattersley und Max Madden darauf konzentriert, die Veröffentlichung des Taschenbuchs zu verhindern, "was nur ein weiterer Grund war, sie voranzutreiben." Überall in Europa kamen nun Übersetzungen des Romans heraus, so in Frankreich, Schweden, Dänemark, Finnland, Holland, Portugal und Deutschland.  [78] 

Vom Koran, dem Schopenhauer keinen einzigen vernünftigen Gedanken abgewinnen konnte, existierten früher mindestens sieben voneinander abweichende Texte. Die Inschriften der Umayyaden am Felsendom widersprachen dem, was heute als Koran gilt. "Die Mauern von einem der heiligsten Schreine des Islam verkündeten, dass menschliche Fehlbarkeit bei der Geburt des Buches mitgewirkt hatte." Der um 1920 von Al-Azhar erstellte und autorisierte Text folgte einer dieser sieben Varianten." Der Gedanke, es existiere ein Urtext, "ist schlichtweg falsch. Geschichte und Architektur lügen nicht." Allein in Afrika konvertieren jährlich sechs Millionen Muslime zum christlichen Glauben, wie der libysche Islamgelehrte und Leiter einer Ausbildungsstätte für Imame, Scheich Ahmad Al-Qataani vor einigen Jahren in einem Interview mit dem arabischen Fernsehsender Al-Dschazira zugab und beklagte." Davon hatten die Moslems in Iran noch nichts mitbekommen. Denn damals gab es neue Drohungen gegen S. Rushdie von Mehdi Karroubi, Sprecher des Majlis, des iranischen Parlaments (zwanzig Jahre später ein nicht überzeugender Oppositionsführer unter Präsident Ahmadinedschad, zusammen mit Hossein Mussavi, ebenfalls ein enthusiastischer Unterstützer der Fatwa). Ayatollah Yazdi, Irans Oberrichter, sagte, alle Muslime mit "entsprechenden Ressourcen" wären verpflichtet, diese Drohung in die Tat umzusetzen. Britische Moslems versuchten, Rushdie wegen Gottelästerung und Verstoßes gegen die öffentliche Ordnung zu verklagen, und wurden vor Gericht angehört, hatten jedoch keine Chance. Denn "wenn Menschen morden, liegt die Schuld bei den Mördern, nicht bei einem weit entfernt lebenden Romancier. Für die muslimische Sache war es auch nicht sonderlich hilfreich, dass der Richter am dritten Tag nach der Anhörung Drohbriefe erhielt." Auf einer Konferenz junger Moslems in Bradford forderte ein sechzehnjähriges Mädchen, dass man Rushdie steinigen solle. Ein schottischer Konvertit, der den Namen Yaqub Zaki angenommen hatte, lud Killerkommandos nach London ein. Der muslimische "Gartenzwerg Siddiqui" führ fort, "unangenehme Zwergenäußerungen" von sich zu geben, die mit lauteren Stimmen von den "größeren Zwergen in Ghom und Teheran" wiederholt wurden. Nahe der Stadt Rasht hatte es ein gewaltiges Erdbeben gegeben und vierzigtausend Moslems waren gestorben, eine halbe Million blieben obdachlos, doch die Fatwa blieb.Der "redselige Gartenzwerg des muslimischen Instituts" wetterte weiter gegen Rushdie und erhielt dazu auch jede Gelegenheit. So sagte er auf Radio BBC, "nach Ansicht der höchsten Rechtsautoritäten des Islams habe sich Salman Rushdie eines Kapitalverbrechens schuldig gemacht; jetzt bliebe nur noch übrig, die Strafe in die Tat umzusetzen." In einer Sonntagszeitung führte Siddiqui seine Überlegungen weiter aus. Siddiquis Ansichten fanden im Libanon ein Echo in der Auffassung von Hussein Musawi, dem Anführer der Hisbollah.Dem Studenten Mehrdad Kokabi wurden Brandstiftungen sowie Bombenattentate auf Buchläden vorgeworfen, die "Die satanischen Verse" verkauften. Er wurde in den Iran abgeschoben. Dort wurde ihm ein heldenhafter Empfang bereitet und er bekam einen neuen Job. "Es oblag nun seiner Verantwortung, jene 'Studenten' auszusuchen, die einen Platz im Ausland bekamen." [79] 

Auch Prinz Charles, der Prinz von Wales, hat sich von Moslems einlullen lassen, die "schrecklichen Unflat zu lehren anfangen" und sich gegen S. Rushdie ausgesprochen. Er sagte: Rushdie verdiente, was ihm widerführ, er musste aufhören, auf Taschenbuchausgaben zu bestehen, auf Prinzipien, auf Literatur und darauf im Recht zu sein. Ebenfalls Norman Tebbit, einer von Margaret Thatchers engsten politischen Vertrauten schrieb im Independent gegen ihn, wie auch Lord Dacre (Hugh Trevor-Roper), gefeierter Historiker und "Echtheitsbeglaubiger" der gefälschten "Hitler-Tagebücher."  [80] 

Im Mittelalter und der Renaissance war klar, dass Moslems weder die Heilige Schrift verstehen noch Ahnung von echter kunst besitzen. Umgekehrt sagten die Christen von den Moslems: "gleichwie auch wir ihre gotteslästerlichen Torheiten und lügenhaften Unsinnigkeiten nicht ertragen können." Das gleiche gilt für Filme von muslimischen Produzenten oder Regisseuren. Rushdie schreibt: "Der pakistanische Film International Gorillary (Internationale Guerillas), produziert von Sajjad Gul, erzählt die Geschichte einer Gruppe von Lokalmatadoren - jener Sorte, die man später einmal Dschihadisten oder Terroristen nennen sollte -, die sich schworen, einen Autor namens Salman Rushdie aufzuspüren und zu ermorden. Die Suche nach Rushdie bildete die Haupthandlung des Films, und sein Tod war das Happyend des Films." Später wurde der Rushdie-Schauspieler von den Zuschauern so sehr gehasst, dass er auch in den Untergrund flüchten musste. Am Ende des Films wird "Rushdie" tatsächlich getötet, allerdings nicht von den International Gorillary, sondern "von Blitzen, die aus drei großen, am Himmel über seinem Kopf hängenden Koranen niederfahren und das Ungeheuer zu einem Häuflein Asche reduzieren." Vom Buch des Götzen Al-Lah "höchstpersönlich verbruzelt." Der Film sei wirklich widerlich, es handelte sich um einen "entstellenden, inkompetenten Müll". Man zögerte erst ihn zuzulassen, dann aber zugelassen, "dem Urteil des Marktes unterworfen, verschrumpelte der Film wie ein Vampir in der Sonne." [81] 

Mit Thomas von Aquin kann man sagen  Irrgläubigen wie den Moslems fehlt etwas, weshalb ihre Hilfsorganisationen, die "den Charakter des Unglaubens" tragen, wenig taugen, nämlich hauptsächlich um ihren Unglauben weiter zu verbreiten. "Der Akt eines Ungläubigen ist somit immer schlecht, insoweit derselbe den Charakter des Unglaubens trägt; mag er einen nackten bekleiden oder Ähnliches tun, insoweit dies nämlich bezogen wird auf den Zweck seines Unglaubens." Hilfsorganisationen und "geimeinnützige" Vereine der Muslime wie Ditib und Atib, die "den Charakter des Unglaubens" tragen beraten sogar Landesregierungen in Deutschland in Sachen Religionsunterricht. Vollkommen untauglich sind auch Wohltätigkeitsorganisationen im Iran: "Der Iran hielt eine Konferenz muslimischer Gelehrter ab, auf der verlangt wurde, dass man die Todesdrohung Khomeinis so bald wie möglich umsetzte. Das Kopfgeld wurde von der '15. Khordad Foundation aufgebracht, einer Quasi-Nichtregierungsorganisation unter Vorsitz von Ayatollah Hassan Sanei, die erklärte, man würde jeden Freund, Verwandten oder Nachbarn des Autors, der die Drohung in die Tat umsetzte, zwei Millionen Dollar zahlen. (Die bonyads oder Stiftungen waren ursprünglich Wohltätigkeitsorganisationen, die sich nach der Khomeini-Revolution das Vermögen des Schahs und anderer 'Feinde des Staates' aneigneten, um zu gigantischen, von den hohen Geistlichen geführten Wirtschaftskonsortien zu werden.)" Ettore Capriolo, der Übersetzer der italienischen Ausgabe von Die satanischen Verse, wurde von einem "iranisch aussehenden" Mann aufgesucht, der laut Gillon ein Treffen vereinbart hatte, um mit ihm über "literarische Fragen" zu reden. "Kaum war der Mann in Capriolos Haus, verlangte er 'Salman Rushdies Adresse' und griff, als er die nicht bekam, den Übersetzer an, trat ihn und stach wiederholt auf ihn ein, ehe er fortrannte und Capriolo blutend am Boden zurückließ. Nur durch großes Glück überlebte der Übersetzer." Ein weiteres Ergebnis islamischer Wohltätigkeitsorganisationen: "Acht Tage später fand man an der Universität von Tsukuba, nordöstlich von Tokio, Hitoshi Igarashi, den japanischen Übersetzer von 'Die satanischen Verse', ermordet in einem Aufzug unweit von seinem Büro." Der Killer war ein erst kürzlich nach Japan eingereister Iraner. Viele Verlage prüften ihre Mitarbeiter, "obwohl nur relativ wenige islamische Terroristen im Verlag Bloomsbury arbeiteten." Der Fall Rushdie war keineswegs einzigartig. Überall in der islamischen Welt wurden Schriftsteller und Intellektuelle genau der gleichen Vergehen beschuldigt wie er. Bei einer Lesung sagte Rushdie sogar einmal, er sei "in diesem freien Land" kein freier Mann. Ein Publikationsorgan der Irrgläubigen, eine iranische Zeitung nannte die Fatwa einen "göttlichen Befehl, den Teufel zu steinigen" Irans britischer Lakei Kalim Siddiqui "quakte unter seinem Giftpilz hervor: 'Rushdie ist der Feind Nummer eins des Islam.'" Wie läuft Wohltätigkeit bei den Ungläubigen ab, also z.B.in islamischen Ländern wie Iran? "Innerhalb des iranischen Ministeriums für Nachrichtenwesen gab es eine besondere Task-Force, deren Aufgabe es war, einen Plan zu erarbeiten, der Khomeinis Befehl in die Tat umsetzte. Diese Task-Force besaß einen Codenamen, und für alle Befehle bestand eine Genehmigungskette. Ein Plan wurde entwickelt, dann von diversen Ebenen bis hinauf zum Präsidenten genehmigt und schließlich von der religiösen Führerschaft abgezeichnet. Das war der im Iran übliche modus operandi." Wohltätigkeit in islamischen Ländern heißt soviel wie "staatlich geförderter Terrorismus". Der Iran hört nicht auf "Terrorismus zu predigen und zu exportieren."   [82] 

Bei einem Spendendinner in London traf er Michail Gorbatschow. "Rushdie!" sagte. "Ich unterstütze all Ihre Positionen total!" Nach der Umarmung fragte Rushdie "Wie, wirklich alle?" Gorbatschow ließ durch seinen Dolmetscher sagen: "Ja, totale Unterstützung." [83]

Peter Weidhaas, Direktor der durch die Frankfurter Schule verseuchten Frankfurter Buchmesse, "wollte wieder iranische Verleger einladen; ein Proteststurm in Deutschland verhinderte das." Die Zeitung "The Independent", die immer mehr zur "Hauspostille des britischen Islam" verkam, veröffentlichte einen Artikel von einem islamischen "Schriftsteller" namens Ziauddin Sardar, der schrieb: "Mr. Rushdie und seine Unterstützer sollten lieber den Mund halten. Eine Fliege im Spinnennetz lenkt keine Aufmerksamkeit auf sich." Besagte Fliege rief den Herausgeber dieser Zeitung an, um ihm mitzuteilen, "dass er künftig keine Rezensionen mehr für ihr Feuilleton schreiben werde." Vor der Merkel-Zeit, gab es zahlreiche Parlamentarier in Deutschland, die S. Rushdie begrüssten wie die Bundestagspräsidentin Rit Süssmuth oder der Leiter der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes, Dr. Schirmer. "Der iranische Botschafter wetterte im deutschen Fernsehen." Am nächsten Tag wurde Botschafter Hossein Mousavian ins Auswärtige Amt zitiert. "Wir werden Mr. Rushdie beschützen", sagte der stellvertretende Aussenminister. [84] 

Nach Thomas von Aquin, Johannes Damaszenus und Augustinus gelten z:B. Moslems als "die Ausbläser Christi" und Mohammed als "Vorläufer des Antichristen", sein Koran als "Märchenerzählung", weshalb man all das fliehen solle wie die Pest oder ein "Krebsgeschwür" (Rushdie): "den Schwätzern und Seelenverkäufern, die Fabeleien und Lügen daherreden und in solch eitlem Gerede sozusagen ein tiefes Wissen versprechen", die die Menschen von dem einen Mittler zwischen Gott und den Menschen abwendig zu machen suchen, die "fliehet wie eine Pest, die noch schlimmer ist als die übrigen." Wer Moslems z.B. als Bodyguards einstellt, hat schon verloren. Als z.B. ein pakistanischer Politiker eine zu unrecht der Blasphemie angeklagte Christin in Schutz nahm, wurde er von seinem Bodyguard umgebracht; "das Land applaudierte dem Mörder und bewarf ihn auf dem Weg zum Gericht mit Blütenblättern." In vielen muslimischen Ländern sind neue Hexenjäger unterwegs, Rushdie "versuchte die Welt davon zu überzeugen, dass nicht er, sondern die Hexenjäger die Verbrecher waren." Von Anfang an gab es diese Intoleranz, doch für viele war sie wie neu. "Sie verbreitete sich über den Erdball, doch niemand wollte es wahrhaben. Ein neues Wort war erfunden worden, um den Blinden ihre Blindheit zu lassen: Islamophobie." Viele muslimische Politiker in Europa wie Londons Bürgermeister Sadiq Khan, stilisierten sich als Opfer von  "Islamophobie". Es wurden "an allen Ecken der Welt - in Algerien, Pakistan, Afghanistan - islamische Stimmen laut, die Theater, Film und Musik verdammten; Musiker und Schauspieler wurden verstümmelt und umgebracht. Gegenständliche Kunst war böse, also wurden die antiken Buddhastatuen in Bamiyan von den Taliban zerstört." Wie die Pest verbreitete sich die Seuche. Die Saudis hatten ihren grenzenlosen Ölreichtum dazu genutzt islamische Schulen (Madrasas) zu bauen, "um die extremistische, sittenstrenge Ideologie ihres geliebten (und bis dahin unbedeutenden) Muhammad ibn Abd al-Wahhab zu propagieren, bis der winzige Kult des Wahhabismus schließlich die ganze arabische Welt überrollte. Andere islamische Extremisten fühlten sich dadurch bestärkt. In Indien verbreitete sich die Deobandi-Bewegung der Hochschule Darul Uloom, im schiitischen Iran gab es die militanten Prediger von Ghom und im sunnitischen Ägypten die einflussreichen Konservativen der al-Azhar." Die Ideologien des Wahhabismus, Salafismus, Khomeinismus und Deobandismus gewannen an Einfluss und die von saudischem Öl finanzierten Madrasas brachten "Generationen von grimmig dreiblickenden, fusselbärtigen, Fäuste schüttelnden Männern" hervor. Das in muslimischen Gruppen wuchernde "fanatische Krebsgeschwür" griff auf die übrige Welt über. Als Rushdie in einem Museum in Dänemark einen Vortrag hielt, war zum Schutz ein Kriegsschiff nötig, "das ihn vor Seeangriffen schützen und nach islamischen Froschmännern Ausschau halten sollte, die mit Entersäbeln zwischen den Zähnen auf das Museum zuschwammen." [85] 

Es dauert nicht mehr lange, und in Deutschland und anderen europäischen Ländern, in denen Islampopulisten Moslems vor "Islamophobie" schützen, könnte das passieren, was einem bedeutenden Historiker in Indien widerfuhr: Ein Historiker ist von "zornigen Muslimen" bedroht worden, weil er gewagt hatte, das Verbot von "Die satanischen Verse“ zu kritisieren. Nicht nur musste er seine Aussage zurückbehmen und das Buch verfehmen, der Mob nötigte ihn ausserdem, die Fatwa gutzuheißen. "Er weigerte sich. Fünf Jahre durfte er nicht an seine Universität zurückkehren." Heute in Zeiten, in denen man sich wundert, dass es auch "eine nicht-islamische Bombe" gibt, in Zeiten des "Fatwa-Terrorismus", in Zeiten, in denen in islamischen Ländern Mörder ihre Spesen beim Finanzamt absetzen können: "Mörder, hebt eure Rechnungen auf, Geschäftsessen lassen sich absetzen!", in Zeiten, in denen sich islamische Politiker als Opfer der "Islamophobie" stilisieren, Islampopulisten in Europa die "Ideologie der Engstirnigkeit und Intoleranz" verteidigen, musste etwas beim Namen genannt werden. "Und der einzige zutreffende Name lautete Islam. Der real existierende Islam war zu seinem eigenen Gift geworden." Rushdie schreibt: Während der "Respekt für den Islam", diese als "Tartuffe'sche Heuchelei getarnte Furcht vor islamischer Gewalt, im Westen fuß fasste, zerfraß der Krebs des kulturellen Relativismus die multikulturelle Vielfalt der modernen Welt." [86] 

In Stockholm nahm Rushdie den "Kurt-Tucholsky-Preis" für verfolgte Schriftsteller entgegen und hielt vor der Schwedischen Akademie einen Vortrag. "Der Iran verurteilte den Preis natürlich." Auch in Toronto brach "solidarischer Jubel" aus, er traf den Premierminister von Ontario zum Mittagessen. Dazu S. Rushdie: "Die iranische Botschaft in Ottawa hatte sich bei der kanadischen Regierung beschwert, nicht von seinem Besuch in Kenntnis gesetzt worden zu sein. Das war der beste Witz der Woche." Der US-Kongress, die UN-Menschenrechtskommission und sogar die britische Regierung nahmen zu den Drohungen Ayatollah Khameneis, Rafsandschanis, Nateq Nuris Stellung. Der Rushdie-Fall wurde als "eine Menschenrechtsfrage von höchster Priorität" bezeichnet. In Norwegen hatte man ein Ölabkommen mit dem Iran auf Eis gelegt; eine milliardenschwere Kreditzusage Kanadas an den Iran war ebenso eingefroren worden. Rushdie durfte sogar von der Kanzel der King's College Chapel eine Predigt halten. Er fühlt sich "wie ein Erzbischof" und sagt: "Hier zu stehen erinnert an das, was das Schönste am Glauben ist... So wie man die King's Chapel als Symbol dessen sehen kann, was das Beste an der Religion ist, so ist die Fatwa zum Symbol dessen geworden, was das Schlechteste an ihr ist. Man könnte Khomeinies Fatwa selbst als eine Sammlung moderner satanischer Verse ansehen. Auch in der Fatwa erscheint das Böse im Gewand der Tugend und die Gläubigen werden getäuscht." [87] 

Einige Jahre nachdem der Iran als Staatsterrorist aufgetreten war und die Fatwa gegen Rusdie ausgesprochen hatte, bildete sich in England die "Anti-Rushdie-Pressure-Group der Tories, die u.a. aus Sir Edward Hesth, Emma Nicholson, und dem bekannten Apologeten iranischer Interessen, Peter Temple-Morris. Emma Nicholson soll sogar gesagt haben, dass sie das Regime, das von den Vereinten Nationen als "eines der schlimmsten der Welt verurteilt wurde, was Morde, Verstümmelungen und Folter am eigenen Volk anbelangt", mittlerweile "respektiert und mag." Die iranische Presse soll sogar einen Preis von sechzehn Goldstücken und einer Pilgerfahrt nach Mekka für einen Zeichentrickfilm ausgesetzt haben, der "beweist", dass es sich bei Die satanischen Verse gar nicht um einen Roman handelt, sondern um eine westliche Verschwörung gegen den Islam. Rusdie äussert sich zu den Verleumdungen so: "Wenn es gut und richtig war, die Mitläufer des Kommunismus auf der Linken anzugreifen und jene, die eine Appeasement-Politik gegenüber den Nazis betrieben, auf der Rechten, dann haben es die Freunde des revolutionären Iran - Geschäftsleute, Politiker, britische Fundamentalisten -verdient, mit gleicher Verachtung behandelt zu werden." Rushdie bekam natürlich auch Drohbriefe wie "die Zeit ist nah" oder "Allah sieht alles". Ein Brief war von D. Ali von der "Sozialistischen Arbeiterpartei Manchester und der Anti-Rassismus-Liga" unterzeichnet. Deren Mitglieder hätten sämtliche Flughäfen im Auge, sagte er, und seien überall unterwegs - Liverpool, Bradford, Hampstead, Kensington. Während Allah und seine Gesellen weiter im Dunkeln tappten, sollte Rushdie im Massachusetts Institute of Technology geehrt werden. Alain Lightman, der Autor von "Und immer wieder die Zeit", der am MIT lehrte, hatte ihn angerufen und ihm die Ehrendoktorwürde angeboten. "Man hatte ihm gesagt, das MIT sei mit Ehrendoktorwürden nicht gerade freigiebig, bisher sei die Ehre nur einem anderen zuteil geworden, und das war Winston Churchill."  [88] 

Die Zeitung "The Independent", die ja zur "Hauspostille des britischen Islam" verkommen war und die sich in "islamischem Appeasement besonders hervorgetan hatte" (Rushdie), druckte ein "unsägliches Stück" von Yasmin Alibhai-Brown ab, und die über die "vielen guten, positiven Effekte der Fatwa schrieb, dank deren die britischen Muslime zu einer Identität und einer öffentlichen Stimme gefunden hätten." Welche Identität meint sie denn? Die, die von Thomas von Aquin und Augustinus beschrieben wurde, nach der man z:B. Moslems fliehen solle wie die Pest, eine Identität, die umschrieben wird mit "Schwätzern und Seelenverkäufern, die Fabeleien und Lügen daherreden und in solch eitlem Gerede sozusagen ein tiefes Wissen versprechen"? Oder wie Rushdie es sagt: "Ideologie der Engstirnigkeit und Intoleranz" , "Abschaum", "Wir lassen uns von diesen Mistkerlen nicht unterkriegen", "Es gibt alle möglichen Arten von Mistkerlen, nicht alle sind Muslime." [89] 

Mit Klaus Kinkel als EU-Ratspräsident, deutete sich schon an, was später in der Merkel-Administration Wirklichkeit werden sollte: Nicht das Christentum und die Meinungsfreiheit gehören zu Deutschland sondern "Der Islam gehört zu Deutschland" (Merkel, Scheuble, Christian Wulf u.a.). Dazu Rushdie: "Manchmal konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, die Deutschen machten dem Iran in Europa den Büttel. Sie hatten ihre Besen gezückt, um ihn wieder einmal unter den Teppich zu kehren." Auch der ehemalige Rocksänger Cat Stevens (Yusuf Islam) blubberte "mit seinem Geschwätz in The Guardian an die Oberfläche wie ein Furz in der Badewanne und verlangte erneut, Rushdie müsse sein Buch zurücknehmen und bereuen." Später behauptete Cat Stevens, er habe sich nie im Fersehen oder in der Presse zu Wort gemeldet, "um seinen unverschämten, blutrünstigen Müll von sich zu geben." [90] 

In der Algerien-Sitzung äußerte Rushdie seine Meinung, "dass sich der Islam, der real existierende Islam, nicht von den in seinem Namen begangenen Verbrechen freisprechen ließ." Jacques Derrida war anderer Meinung, der Islam habe mit der Ideologie nichts zu tun. In Theheran ließ derweil Ayatollah Jannati verlauten, "die Fatwa stecke den Feinden des Islam in der Kehle, könne aber nicht widerrufen werden, ehe dieser Mann stirbt." Auch in Großbritannien dürften britische Muslime wie die "Bradford-Clowns" ähnliches verlauten lassen, ohne dass sie strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen wurden. Peter Temple -Morris von der "Anti-Rushdie"-Torygruppe unterstützte diese Moslems auch noch; bei enem Seminar der School of Oriental and African Studies sagte er in einer Rede in Gegenwart des iranischen chargé d'affaires Gholamreza Ansari und mit dessen Zustimmung, "Mr. Rushdie sei an der ganzen Sache schuld und solle endlich den Mund halten." Dennoch fühlte sich die Arbeit als Schriftsteller für Rushdie an "wie ein Sieg über die Mächte der Finsternis". Bezüglich der islamischen Terror-Organisationen Hizbullah und Hamas gilt auch heute noch: "die Finsternis nicht siegen lassen". Der palästinensische Verhandlungsführer Saeb Erekat hat Anfang Juli 2019 Äußerungen des Hamas-Politbüromitglieds Fathi Hammad scharf verurteilt, der die palästinensische Diaspora dazu aufgefordert hatte, „jeden Juden auf dem Planeten Erde anzugreifen“. Hammad sagte, „wir müssen sie schlachten und töten“. [91] 

Wie funktioniert eigentlich Politik in islamischen Ländern wie Iran, z.B. wenn eine europäische Initiative auf diese Politik trifft? Sie schiebt sich "durch die verschlungenen Eingeweide der iranischen Mullahkratie und wurde mit der rätselhaften Trägheit dieses undurchschaubaren Organismus wiedergekäut und verdaut. Hin und wieder gab es irgendwelche positiven oder negativen Verlautbarungen, die ihn an Fürze denken ließen. Sie stanken, taten aber nichts zur Sache."  Auch die angesehene Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel liebte islamische Länder und "brüllende Muslimhorden" und bekam dafür "auf der Frankfurter Buchmesse den Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen und sprach sich zum allgemeinen Entsetzen begeistert für die Fatwa gegen den Verfasser des von ihr zuvor verurteilten Buches Die satanischen Verse aus. Angesichts laustarker Empörung versuchte sie sich in der 'Cat-Stevens-Abwehr' - das habe ich nicht gesagt -, doch als zahlreiche Menschen sich bereit erklärten, dies der Presse unter Eid zu bestätigen, äusserte sie knapp, sie wolle sich entschuldigen, was allerdings nicht erfolgte." Die Grande Dame mochte eine große Wissenschaftlerin sein, doch bewahrte sie das nicht vor der "Mitgliedschaft in der Cat-Stevens-Trottelpartei." Die Mitglieder dieser Partei mussten sich Fragen gefallen lassen wie, welcher Religion er angehöre, "Muzlim?", "Islammic?", vielleicht einer von diesen "Ayatollah-Brüdern?"  [92] 

Ähnlich wie in Deutschland oder Frankreich versuchen sich auch britische Politiker bei ihren islamischen Wählern beliebt zu machen, so auch damals der Labour-Innenminister Jack Straw: er verkündte in London "durch eine neue Gesetzgebung werde der archaische, veraltete und längst zur Abschaffung fällige Gotteslästerungsparagraf über die Church of England hinaus auf andere Religionen ausgeweitet, was es unter anderem wieder ermöglichte, die satanischen Verse zu verfolgen und zu verbieten." Obwohl Straws Vorstoß scheitern sollte, "suchte Blairs Regierung jahrelang nach Wegen, Religionskritik - beispielsweise am Islam -  für rechtswidrig zu erklären. Einmal ging er in Begleitung von Rowan Atkinson ('Mr. Bean geht nach Whitehall') ins Innenministerium, um dagegen zu protestieren. Rowan, im wirklichen Leben ein verhaltener, besonnener Mann, wollte von den gesichtslosen Männern und dem Staatssekretät wissen, wie es mit Satire stehe. Natürlich waren sie alle Fans von ihm und wollten, dass er sie zurückliebte. Oh, Comedy, wir lieben Comedy, Satire ist überhaupt kein Problem. Er nickte bekümmert und sagte, kürzlich habe er in einem Fernsehsketsch Filmmaterial von Muslimen beim Freitagsgebet in, so glaube er, Teheran verwendet und mit dem Off-Kommentar versehen: 'Die Kontaktlinsen des Ayatollah sind noch immer nicht gefunden.' Wäre das angesichts der neuen Gesetzgebung in Ordnung, oder müsse er deshalb ins Gefängnis? O nein, das wäre kein Problem, hieß es, gar kein Problem, überhaupt kein Problem. Hmm, sagte Rowan, aber wie könne er da sicher sein? Das ist ganz einfach, entgegneten sie. Sie schicken das Drehbuch an die entsprechende Behörde zur Genehmigung, die sie natürlich bekommen, und dann wissen Sie's. 'Ich frage mich', gab Rowan zu bedenken, 'warum mich das nicht beruhigt.'" Lässt Mr. Bean Moslems nach den Kontaktlinsen des Ayatollah suchen, fragen sich andere Komiker, welche Frisur wohl unter dem Turban versteckt ist. Rushdie (1988) meinte, es seien Hörner, Otto (2019) meinte, im arabisch-islamischen Raum würde man diese Frisur "Achwardamalhaardran" nennen. [93] 

Im Jahr 2011 kam Rushdies Buch "Mitternachtskinder" als Spielfilmproduktion nach Indien und Sri Lanka, dreißig Jahre nach seinem Erscheinen und vierzehn Jahre nach dem Scheitern der BBC-Fersehserie. Vorher hatten muslimische Politiker in Sri Lanka alles daran gesetzt, die Fersehserien zu verhindern. In Teheran rief der iranische Aussenminister den Botschafter von Sri Lanka zu sich, um sich zu beschweren. Dann forderte eine "Gruppe muslimischer Abgeordneter" oder "Moslem-Narren", um ein Wort Athanasius des Großen abzuwandeln, die Präsidentin Chandrika Bandaranaike auf, die von ihre erteilte Dreherlaubnis zurückzunehmen, obwohl auch schon der stellvertretende Verteidigungsminister der Präsidentin "volle militärische Unterstützung" zusicherte. Hinter den Kulissen hatten der Iran und Saudi-Arabien gedroht, sri-lankische Arbeiter auszuweisen, wenn die BBC-Produktion nicht gestoppt werde. [94]

In Europa und Amerika gibt es viele Wissenschaftler, Politiker und Schriftsteller, die man der "Cat-Stevens-Trottelpartei" bzw. den "Moslem-Narren" zuordnen kann. Dazu zählt, wie schon erwähnt auch der Spionageautor John le Carré. Er hätte wie die Kapitänin Rackete wahrscheinlich auch die höchste Verdienstmedaille der Stadt Paris erhalten. Wichtigstes Kriterium für diesen Preis: eine gewisse "Verlogenheit" müsse vorhanden sein. Die sozialistische Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat die deutschen Kapitäninnen Carola Rackete und Pia Klemp, die vor allem weitere Moslems nach Europa schleusen, mit der höchsten Verdienstmedaille der Stadt Paris ausgezeichnet. John le Carré wäre zumindest auch preiswürdig, hat er sich doch als einer der wenigen Schriftsteller zu Beginn des Angriffs auf die satanischen Verse gegen Rushdie ausgesprochen. Während der "übelsten islamischen Attacken" auf die satanischen Verse 1989 hat sich Carré ziemlich großspurig auf die Seite seiner Angreifer gestellt. In einem Wortgefecht, das der Guardian abdruckte, schreibt Rushdie über John le Carré: Er müsse feststellen, "dass 1. er die vernagelte, reduktionistische , radikal islamische Auffassung teilt, Die satanischen Verse sei nichts anderes als eine 'Beleidigung', und 2. behauptet, jeder, der für vernagelte, reduktionistische , radikal islamische Leute nichts übrig hat, verliert sein Recht auf ein Leben in Sicherheit... Dass er sich derart schwammig und beschönigend zu einem offenen Aufruf zum Mord gegen Kopfgeld positioniert, begründet er damit, dass auch Ayatollahs Gefühle haben." [95]
 

9. Die Welt als Scham und Schande

Heute in Zeiten, in denen über soziale Netzwerke und Messenger-Dienste IslamistInnen oder Hamas-Terroristen versuchen, meist in islamischer Kleidung, ihre verkorksten Ansichten aufzudrängen, in Zeiten, in denen z.B. in Frankreich sich das Muslim-Banditentum, dank linker Asylhilfe-Organisationen sowie der kommunistischen Partei, noch weiter ausgebreitet hat, viele islamische Rapper wie Amir Tataloo fest an der Seite der Mullah- und Hamas-Terroristen und Antisemiten stehen, nicht nur auf deutschen Straßen sich islamischer Antisemitismus breit macht, sondern auch an amerikanischen Elite-Universitäten, Erdogans deutscher Ableger des türkischen Staatssenders TRT Hamas-Propaganda verbreitet, die Türkei mit ihrer Religionsbehörde Diyanet und Ditib fest an der Seite der Hamas-Terroristen und Antisemiten stehen, Erdogan sich zum Nebendarsteller degradiert - nur als Wachen-Eunuch vor einem Harem oder als Sultan-Affe im Film "Planet der Affen" könnte er noch eine gute Figur abgeben, Zeiten in denen nicht nur bei Facebook und Tiktok Hamas-Journalisten unterwegs sind, sondern auch in anderen Medien wie AP, Reuters, „New York Times“,  ja in diesen Zeiten lohnt es sich Rabelais und S. Rushdie zu lesen, z.B. "Shame" , denn der Islam, insbesondere der Islamismus, hat die Welt tatsächlich mit Schande überzogen. Intersaant ist in dem Zusammenhang der Film "Planet der Affen" (2001) von Tim Burton, eine Neuverfilmung des gleichnahmigen Klassikers von 1968, basierend auf dem Roman "La planète des singes" (Planet der Affen) von Pierre Boulle, 1963. Auf dem Planet haben die Affen die Menschen verdrängt und ihren Platz eingenommen, ähnlich wie die Osmanen bzw. Türken die Christen aus der eigentlich christlichen Türkei versklavt und durch Genozid getötet haben. Die Oberschicht im Planet der Affen lebt wie der Sultan und seine Paschas; in einem Serail treten verschleierte Affen-Frauen auf. Angebetet wird der "Vater aller Affen" oder Allah. Die Soldaten, mit einem roten Helm sehen aus wie osmanisch-türkische Kämpfer bzw. Janitscharen. Zurück auf der Erde, muss der Astronaut feststellen, dass auch sie bereits von Affen gekapert ist und die Geschichte verfälscht wurde, wie es zur Zeit vom türkischen Präsident vorgenommen wird. Das Abraham Lincoln Denkmal wurde verfälscht und zeigt statt des amerikanischen Präsidenten einen Affen. [96]

Bekanntlich wurde ja Delhi oft von Männern regiert, "die (wie Mahmoud) an Al-Lah" glaubten. Schon damals wurden die Städte von Muslim-Terroristen heimgesucht. "Wer weiß, wer die Bombe gelegt hatte; in jenen Tagen gab es viele, die Gewalt säten. Vielleicht war es sogar eine monotheistische Bombe, die ein besonders fanatischer Glaubensbruder Mahmouds im 'Imperium' gelegt hatte, denn offenbar explodierte der Zeitzünder während einer besonders schlüpfrigen Liebesszene, und wir wissen, was die Gottesfürchtigen von der Liebe halten - oder von ihrem Abbild , vor allem, wenn man Eintrittsgeld zahlen muss, um sie zu sehen ... sie sind dagegen. Sie zensieren sie. Liebe verdirbt die Sitten." [97]

Frauen wurden bei ihnen in einer Art Legebatterie gehalten: "Sie brachten ihre Frauen dorthin, damit sie unter Legebatteriebedingungen lebten und Nachkommen hervorbrachten. Mütterlicherseits hatte Raza insgesamt elf legitime Onkel und, wie man annahm, mindestens neun illetime, die Brut des nichtsnutzigen Großonkels, der ein großer Schürzenjäger gewesen war. Abgesehen von Rani konnte er auf eine Gesamtsumme von zweiunddreißig ehelich geborenen Vettern verweisen. (Die mutmaßlichen Sprösslinge der Bastardonkel wurden einer Erwähnung im Koran nicht für wert gehalten.) ... Sechsundzwanzig vetterliche Ehefrauen überfüllten das verruchte Schlafzimmer, mit Bilquìs ergab das vierzig, wenn man die drei Schwestern der ältesten Generation mitrechnet." Jedem Außenstehenden schwirrt der Kopf, und das nicht nur in Pakistan, das sich aus Pundschabis, Afghanen, Kaschmiris, Belutschistaner, Sindschis zusammensetzt, sondern in vielen islamischen Ländern, inkl. der arabischen Viertel in europäischen Städten. [98]

Manche islamische Länder, die sich besonders für den Hamas-Terrorismus einsetzen, sehen sich als "Land der Reinen". Rushdie schreibt zu solchen Leuten: "Mir ist nichts Besseres eingefallen, um Reinheit darzustellen in einem Land, das sich Land der Reinen gilt ... und Schwachsinnige sind per definitionem unschuldig." [99]

Nicht jede Frau will so einen Trottel heiraten: "Diesen Dummkopf heirate ich nicht, das schwöre ich." Zumal die Reinen nicht immer so rein sind wie sie vorgeben: "Man wusste, dass er seine Universitätszeit fast ausschließlich in den Spielclubs und Freudenhäusern Londons verbracht hatte; und man erzählte sich, dass er. als er in jenem Sommer den Prüfungssaal betrat, einen Blick auf den Fragebogen warf, ohne sich hinzusetzen, die Achseln zuckte und fröhlich verkündete: 'Das ist wohl nicht mein Fall', und dann ohne weiteres Aufheben zu seinem Mercedes-Benz-Coupé hinausschlenderte." Er kehrte mit "zahlreichen Squash-Schlägern, Adressen arabischer Prinzen, mit Whiskykaraffen, maßgeschneiderten Anzügen, Seidenhemden und erotischen Fotos nach Hause zurück, aber ohne ausländisches Diplom." [100]

Muslim-Banditen, die in der Nacht randalieren und Autos in Brand setzen, waren auch früher schon aktiv: Im Schutz der Dunkelheit versammeln sie sich und gehen auf die Straßen. Sie "legten Feuer an Autos, Schulbusse, Armeelaster und an die Bibliotheken des British Council und des United States Information Service." [101]

Imame und Mekka-Pilger gelten als die seltsamsten Käuze. Im "traditionellen Gewand eines Mekkapilgers" erschien ein Kandidat in weißen Tüchern, eins um die Lenden geschlungen und das andere nachlässig über die Brust geworfen. Er will natürlich nicht mit Flugzeug pilgern, sondern zu Fuß. Er fing an, "die Hände wie ein geöffnetes Buch ausgebreitet, durch die Stadt zu stolpern und Koranverse in einem Arabisch anzustimmen, das er infolge des Verlustes seines Verstandes mit anderen, derberen Mundarten verfälschte. Unter dem Einfluss der Senilität, die ihn glauben machte, er sähe die weit entfernten Gipfel von Abu Qubais, Thabir und Hira hinter der Stadt, und die ihn in einer Fahrradfabrik den Friedhof vermuten ließ, auf dem die Frau des Propheten begraben war, begann er, die Stadtbewohner wegen ihrer antireligiösen Blasphemien auszuschimpfen, denn natürlich waren die Männer unschicklich gekleidet und die Frauen eine Schande, sie lachten ihm ins Gesicht, wenn er sie Huren hieß. Er war ein verrückter Alter, der nach dem Weg zur Kaaba fragte, ein bärtiger Narr in seiner zweiten Kindheit, der sich vor Fischgeschäften auf den Boden warf, als wären es die heiligen Orte Mekkas, und dabei rief: 'Ya Allah!'. ... Der Alte sei mit den Worten verschieden: 'Da ist sie! - Und sie bedecken sie mit Scheiße.' Er hatte sich in die Randbezirke der Altstadt  verirrt, dorthin, wo kurz zuvor die neuen Wasserreinigungstanks mit aktiviertem Klärschlamm gefüllt worden waren." Vielleicht hatte er aber auch wirklich eine Vision von Mekka erblickt, und dass seinen letzten Worten zur Kaaba "eine schreckliche, geheimnisvolle Wahrheit innewohnen konnte... Sie muss es gewesen sein, er muss sie endlich gesehen haben, und sie haben sie mit Exkrementen überschüttet." [102]

Siebenundzwanzig Kinder pro Frau sind dort keine Seltenheit. "Mittlerweile konnte niemand mehr angeben, wie viele Jungen und wie viele Mädchen es waren." Die Frau war den vielen Kindern überhaupt nicht gewachsen. "Doch ihr Ehemann war unerbittlich, unersättlich, sein Kinderwunsch hatte alles andere verdrängt und den Platz in seinem Leben ausgefüllt, den früher das Polospiel eingenommen hatte, und dank seiner hellseherischen Fähigkeiten wusste er immer, welche Nächte die für die Empfängnis günstigsten waren. Einmal im Jahr kam er zu ihr und befahl ihr, sich bereitzuhalten, weil es an der Zeit sei, zu säen, bis sie sich fühlte wie ein Gemüsebeet, dessen von Natur aus fruchtbarer Boden von einem übereifrigen Gärtner erschöpft wurde." [103]

Das Tragen einer schwarzen Burqa, eines Schleiers, eines Purdah, verändert die Trägerin und lässt sie langsam aus der Gesellschaft verschwinden, "wie auch der Schleier ihres Solipsismus niemandem mehr auffiel." Sie wurde beinahe unsichtbar, "ein Schatten, der die Korridore nach etwas absuchte, was er verloren hatte, vielleicht nach dem Körper, von dem er sich gelöst hatte. " Sie war nicht einmal mehr ein Wesen, "war beinahe ein Trugbild, ein Flüstern... , ein Gerücht in einem Schleier." [104]

Wo landen die verschollenen Kinder eigentlich? "Aus den Barackenvierteln und Slums des Landes verschwanden seit Jahren Kinder. Über dieses Verschwinden gab es verschiedene Theorien. Es wurde behauptet, die Kinder würden an den Golf entführt, um als billige Arbeitskräfte zu dienen oder von arabischen Prinzen in schlimmerer, unaussprechlicher Weise ausgebeutet zu werden. Manche Leute vertraten die Meinung, die Eltern seien die Schuldigen, sie schafften sich die unerwünschten Mitglieder ihrer übergroßen Familien vom Halse... Es war eine Alltäglichkeit: Kinder verschwanden einfach am hellichten Tag, lösten sich in Luft auf." [105]

Es gibt natürlich harmlose Schleierträgerinnen, oft verbirgt sich dahinter aber auch eine Extremistin, weshalb man sagen kann: "Die Frau mit dem Schleier: eine Horrorgeschichte." Solange man nur eine Vision einer Burqaträgerin hat, kann man sich noch in Sicherheit bringen: "wie gewöhnlich von Kopf bis Fuß in eine schwarze Burka gehüllt, die einen dunklen Korridor entlang auf ihn zuschritt. Als sie vorbeiging, ohne in seine Richtung zu blicken, sah er mit Entsetzen, dass ihre Burqa durchnässt war und eine Flüssigkeit herabtropfte, die zu dick war, um Wasser zu sein. Das Blut, das im unbeleuchteten Korridor schwarz erschien, hinterließ auf dem Gang hinter ihr eine Spur. Die Vision verschwand." Aber wenn dann in der Zeitung von "Leichen ohne Kopf" die Rede ist oder von Morden in der Stadt, wird man demnächst mehr Abstand zu Schleierträgerinnen halten. Rushdie beschreibt wie Schleierträgerinnen zu Monstern werden: "Schlaflosigkeit wird Somnambulismus. Das Monster, Avatara der Scham und Schande, erhebt sich vom Bett, verlässt das Zimmer, in dem keine Ayah mehr weilt. Die Burqa kommt von irgendwo, egal woher - dieses Kleidungsstück war in dem traurigen Haus nie schwer zu finden -, und dann die Wanderung. In einer Wiederholung der Truthahnkatastrophe verhext sie die nächtlichen Wachen, in ihren Augen lodern die Augen des Untiers, die die Wachposten in Stein verwandeln, wie, das weiß man nicht, aber als sie später aufwachten, wissen sie nicht, dass sie geschlafen haben. Scham durchstreift die nächtlichen Straßen. In den Slums werden vier Jugendliche von diesen entsetzlichen Augen hypnotisiert, deren tödliches gelbes Feuer wie ein Windstoß durch das Gitterwerk des Schleiers bläst. Sie folgen ihr wie einem Rattenfänger zu dem verhängnisvollen Müllhaufen, Gliederpuppen, die in dem verzehrenden Licht der schwarzverschleierten Augen tanzen. Sie legt sich nieder.... Vier Ehemänner kommen und gehen. Vier dringen in sie ein und lassen von ihr ab, und dann greifen ihre Hände nach dem Hals des ersten Jungen. Die anderen stehen still da und warten, bis sie an der Reihe sind. Und Köpfe werden emporgeschleudert, versinken in den zerstreuten Wolken; niemand hat sie niederfallen sehen. Sie erhebt sich, geht nach Hause. Und schläft; das Ungeheuer zieht sich zurück."  [106]

Den heutigen Islamisten und Antisemiten könnte man mit Rushdie auch Sätze an den Kopf werfen wie: "Verhöckerer deiner Töchter an die uneheliche Brut von Zuhältern" oder "Dünnscheißer, der auf den Koran kackt". [107]

Wohnsitze von prominenten Muslimen bzw. Türken hatten Ähnlichkeit mit einem Waisenhaus. Die Frau "vermochte den alljährlichen Strom von Kindern, der sich aus ihren Lenden ergoß, nicht einzudämmen. Siebenundzwanzig Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren kotzten, sabberten, krabbelten, bemalten die Wände, ... purzelten Treppen herunter, zerbrachen Vasen, heulten, kicherten, ... machten in die Hose, verlangten Aufmerksamkeit, probierten Schimpfwörter aus, traten nach ihren Ayas, weigerten sich, die Zähne zu putzen, zupften am Bart des Religionslehrers, der ihnen das Schreiben und den Koran beibringen sollte, ...Alle wussten mit schrecklicher Gewissheit, dass die Geburtenrate steigen würde, dass es dieses Mal nicht weniger als acht Babys sein würden, und im nächsten Jahr neun, und danach zehn, und so weiter, und bis zu ihrem dreißigsten Geburtstag würde sie siebenundsiebzig Kindern das Leben geschenkt haben; das Schlimmste stand noch bevor." [108]

Zum Verständnis der islamischen Strafen: Ein General wird im Fernsehen interviewt: "Informierte Quellen lassen verlauten, gut orientierte Beobachter behaupten, viele unserer Zuschauer im Westen würden sagen, was haben Sie der Behauptung entgegenzusetzen, wie stehen Sie zu der Unterstellung, Ihre Einführung von islamischen Strafen wie Auspeitschen und Handabschlagen könne in mancher Hinsicht als, was zu erörtern wäre, gewissen Definitionen gemäß, sozusagen barbarisch angesehen werden?" Der General lächelt in die Kamera, "ein höfliches Lächeln, das Lächeln eines Mannes mit wahrhaft guten Manieren und nicht wenig Etikette." Er meint dazu: "Sir, sind wir nicht irgendwelche Wilden, die von den Bäumen kommen, nicht wahr? Wir befehlen den Leuten doch nicht einfach, die Hand auszustrecken, so, und hacken sie ihnen dann, fataakh!, mit dem Schlachtermesser ab. Oh, nein! Alles geschieht unter striktester Beachtung der Hygiene, unter ärztlicher Aufsicht, Anwendung von Anästhetika etcetera." Schließlich sind das Gesetze aus dem Koran, der in allen Moscheen und Koranschulen vorgetragen wird, deswegen ist klar, "dass wir diese Gesetze schließlich nicht aus den Fingern gesogen haben, mein Bester." Wenn sie also aus dem Koran stammen, sozusagen von Allah, "können sie nicht gleichzeitig barbarisch sein. Das kann nicht sein. Sie müssen etwas anderes sein." [109]

Das Fersehprogramm soll sich natürlich auch nach dem Koran richten, Alkohol wurde verboten und Bierbrauereien geschlossen. Es wurden so drastische Eingriffe in das Fernsehprogramm vorgenommen, "dass die Leute den Kundendienst kommen ließen, weil ihnen unbegreiflich war, weshalb die Fersehapparate auf einmal außer theologischen Vorträgen nichts mehr zeigten, und sie fragten sich, wie es kam, dass diese Mullahs hinter dem Bildschirm steckengeblieben waren." Frauen durften sich natürlich nicht unverschleiert auf den Straßen zeigen. "Es ist verbürgt, dass in jenen Tagen Theologiestudenten anfingen, Gewehre zu tragen, und gelegentlich aufs Geratewohl Schüsse auf nicht genügend gottesfürchtige Professoren abgaben."   [110]
 

10. Narreteien, Schrott-Mullahs und Schrott-Moscheen, "Planet der Affen", Das Narrenschiff, global-islamische jihad-Aktivitäten und Muslim-Gelehrsamkeit

Im Roman bzw. Film "Planet der Affen" haben die Affen, die im Film wie osmanische bzw türkische Krieger aussehen, komplett die Macht übernommen und die Menschen versklavt oder getötet, ähnlich wie die Muslime es mit den Armeniern, Griechen und Juden in der Türkei und mit den Brahmanen in Kaschmir getan hatten. So kann man nach Rushdie auch von der Tragödie der Pandits, der Brahmanen Kaschmirs, sprechen, "die von Meuchelmördern des Islam aus ihrem Heimatland vertrieben wurden, von den Vergewaltigungen junger Mädchen, den in Brand gesetzten Vätern, lodernd wie Fanale, die den Untergang prophezeiten."  [111]

In vielen Ländern konnten die Muslime/Türken zurückgedrängt werden wie zum Beispiel auf den Philippinen. Einst hatte es dort den "Sultan Kudarat" gegeben, der von den Spaniern besiegt wurde. Durch Jesuiten ist das Land christlich geworden, doch einige versprengte Muslime sind dort geblieben und nun gibt immer Ärger mit den Muslimen bzw. Islamisten. [112]

Ähnlich wie die Türkei gründet auch Pakistan auf Unrecht; erst nachdem die eigentlichen Bewohner versklavt und getötet worden waren, haben sie wie im "Planet der Affen" die Macht übernommen. "Wie kannst du von Recht reden, wenn Pakistan uns diese mörderische Bande auf den Hals hetzt? Weißt du nicht, dass die Führer Pakistans diesen Halsabschneiderstämmen gesagt haben, Kaschmir sei voller Gold, Teppiche und schöner Frauen? Zum Plündern und Vergewaltigen wurden sie hergeschickt, und die Ungläubigen sollen sie auch gleich umbringen, wenn sie schon mal dabei sind. So einem Land willst du angehören?" Die Affenbande ist los: "Fünfhunderttausend Pakistani greifen uns an, und die Anführer sind als Zivilisten getarnte Soldaten! ... An der Grenze in Jammu wurden fünftausend Frauen vergewaltigt und ermordet. ... Zwanzigtausend Hindus und Sikhs wurden abgeschlachtet! ... In Muzafarabad haben muslimische Soldaten gemeutert und ihre hinduistischen Kameraden samt den Offizieren getötet! ... Die indische Armee kommt um uns zu retten!"  [113]

Ähnlich wie die Griechen seinerzeit die Chance hatten, die gesamte Türkei zurückzuerobern, zumindest Konstantinopel und die ehemaligen griechischen Städte, so hatte auch die indische Armee auf Bitten des Maharadschas und des Löwen von Kaschmir, die kabaili-Eindringline (Volksstamm mit den Türken verwandt, auch Räubervolk) zwar zurückgedrängt, aber nicht vollständig besiegt. Man hatte ihnen leider "die Kontrolle über einige Hochgebirgsebenen im Norden gelassen, über Gilgit, Hunza und Baltistan. Es wäre leicht gewesen, die Teilung, die de facto aus dieser Entscheidung resultierte, einen Fehler zu nennen.  ..Warum hatte die Armee ihren Vorstoß abgebrochen? Sie hatte ihn abgebrochen, weil sie beschlossen hatte ihn abzubrechen; es war eine Entscheidung, die angesichts der aktuellen Lage vor Ort getroffen wurde." Nun muss man sich mit den Muslim-Banden herumschlagen. [114]

Später kamen die sogenannten "eisernen Mullahs", die aus Schrott entstanden waren. "Er wurde lebendig und nahm menschliche Gestalt an. Die Männer, die wundersamerweise aus diesem rostenden Kriegsmaterial geboren wurden und ins Tal hinauszogen", um eine islamische Revolution wie im Iran zu predigen. "Es hieß, wenn man es wage, an ihre Leiber zu klopfen, könne man einen hohlen, metallischen Widerhall hören. Da sie aus Waffenstahl bestanden, ließen sie sich nicht erschießen, doch zum Schwimmen waren sie zu schwer und gingen unter, wenn sie ins Wasser fielen. Ihr Atem war rauchig und heiß wie der Gummiabrieb von Reifen oder der Atem eines Drachen." 

Schon im 14. Jahrhundert kam der Sufi Syed Sharafuddin Abdul Rehman, der nach dem Muezzin des Propheten als Bilal oder Bulbul (Nachtigall) benannt war, nach Kaschmir. "Womöglich kam er aus Tamkastan im alten Iran oder aus Bagdad, wahrscheinlich aber aus Turkestan". Mit ihm nahm das Verhängnis seinen Lauf: Denn Ihm war es gelungen mit Hilfe des ladakhischen Machthabers, der 1320 den Thron von Kaschmir an sich gerissen hatte, Kaschmir in einem muslimischen Staat zu verwandeln. Auch heute wieder verfolgen diese Mullahs alle, die Allah und seinen dusseligen Propheten leugnen. Er wickelte seinen Turban vom Kopf, ballte die rechte Faust und "klopfte sich mit den Knöcheln fest auf die kahle Schädelkuppe. Alle Anwesenden hörten den harten metallischen Klang, und viele Frauen und mehrere Männer fielen spontan auf die Knie... Ein Haus nach dem anderen gewährte dem Eisernen Mullah Unterkunft, und ein Jahr später hatte sich der Charakter des Dorfes verändert. Die Köche, in deren Herzen eine neue Leidenschaft loderte, taten sich zusammen, um dem flammenden Bulbul eine Moschee zu bauen." Die Kinder nannten ihn wegen seines Schwefelgestanks bald "Bulbul Fakh" (Bulbul mit dem schlechten Geruch).

Für den Schrott-Mullah gab es also nun eine Schrott-Moschee. "Im hinteren Teil der neuen Moschee gab es zwei einfache, fensterlose Räume, in denen Bulbul Fakh wohnte. Dass Frauen an den Gebeten teilnehmen konnten, war nicht vorgesehen. Die auffälligste Attraktion der Moschee stand in ihrem Hauptraum, wo man Bulbul Fakh zu Ehren eine Furcht erregende Schrottkanzel errichtet hatte, mitsamt einer Reihe LKW-Scheinwerfer, hörnerähnlich nach oben gebogenen Stoßstangen und einem zähnefletschenden Kühlergrill."

Ein Colonel der indischen Armee, der die Muslime in Kaschmir zurückdrängen soll, hörte von den dreisten Predigten des eisernen Mullah. Ihm musste ein Lektion erteilt werden, denn "er war ein propakistanisches Kommunistenschwein, dieser Fakh, und er wagte es, über Feinde im Innern zu predigen, wo er selbst doch die Verkörperung des Bösen war." Das war auch bitter nötig, denn die eisernen Mullahs riefen die Kaschmiri zu den Waffen, damit sie gegen die indischen Truppen kämpfen und die Pandits, die brahmanischen Ureinwohner Kaschmirs vertrieben. Bulbul Fakh arbeitete mit anderen Muslim-Gangstern zusammen, so zum Beispiel mit den "Zauselbärtigen" Gegroo-Brüdern "Aurangzeb, Alauddin und Abdulkalam, ein Trio verbitterter, nichtsnutziger junger Ratten", die nur in der Lage waren, unschuldige Frauen zu vergewaltigen und denen man höchstens den Abwasch anvertrauen konnte.  [115]

Seinerzeit hatten Nazis und Muslim-Banditen zusammen gearbeitet, weshalb Nazis am Muslim-Banditentum und Antisemitismus der Muslime nicht ganz unschuldig waren. Rushdie beschreibt wie sich die Nazis von Deutschland aus ein Land nach dem anderen eroberten und ihre Fabriken in Beschlag nahmen. So übernahmen sie auch die Fabrik des legendären Autodesigner Ettore Bugatti, "le Patron" genannt. "Klar, dass die Nazis in den Fabriken ihre Kanonen bauen wollen. Arschlöcher. Aber die Hunde und die Pferde mögen sie, und natürlich fahren sie auch die Scheßautos. Wenn ich dieses dämliche Hakenkreuz auf der Kühlerhaube von einem 57-5 flattern sehe, könnte ich kotzen. Diese verfluchten Gossenratten machen einen auf vornehm. Verdammter Abschaum." Die Nazi-Banditen förderten auch die Wissenschaft und Schulmedizin: "Nach dem Krieg fand er heraus, wie die Geschichte ausgegangen war. Er erfuhr von den Nummern, die in ihre Unterarme eingebrannt worden waren, lernte sie auswendig und vergaß sie nie mehr. Der Bericht  verriet, dass man sie für medizinische Experimente missbraucht hatte. Sie waren alt und verloren den Verstand, waren zu nichts nutze, und so fand man einen Nutzen für sie. Nach einem Leben, das überwiegend vom - jetzt geschwächten - Geist bestimmt gewesen war, endeten sie als bloße Körper, als Körper, die so auf Schwerz reagierten, so auf größeren Schmerz und so auf den denkbar größten Schmerz, endeten als Körper, deren Reaktion auf injizierte Krankheiten von Interesse war, von hohem wissenschaftlichem Interesse. Sie wollten etwas lernen? Bitte sehr. Sie dienten dem Fortschritt auf wertvolle, praktische Weise. Bis zur Gaskammer schafften sie es nie. Die Wissenschaft brachte sie schon vorher um."  [116] 

Manche Juden wurden zu "großen romantischen Helden der Résistance" oder legten sich Namen zu, die an große Autoren erinnerten wie Sébastian Brant, der Straßburger Autor des 1494 erschienenen Buches "Stultifera navis" oder das Narrenschiff, eine satirische Schrift über menschliche Narreteien, die teilweise vom jungen Albrecht Dürer illustriert worden war. [117] 

Doch zurück zu Kaschmir und einer möglichen Koexistenz mit den Muslimen. Wie die Geschichte lehrt und nach neuesten Erkenntnissen muss man allerding zu dem Schluss kommen, dass eine Koexistenz mit Muslimen nur möglich ist, wenn der Anteil der Muslime nicht mehr als 5 Prozent beträgt. Schon bei 10 Prozent gibt es massive Probleme wie die Beispiele in Frankreich zeigen. Das gilt auch für Kaschmir. "Vielleicht waren Tyrannei, Zwangsbekehrungen, Tempelzerstörung, Bilderstürmerei, Verfolgung und Genozid die Norm, und die friedliche Koexistenz entsprach einer Illusion." Damals, vor der Muslim-Invasion, die an die Eroberung von Konstantinopel durch die Türken erinnert, sprangen aus Angst vor einer zwangsweisen Bekehrung Brahmanen ins Feuer; "viele nahmen den Strick, manche griffen zum Gift, andere erträngten sich. Unzählige Brahmanen stürzten sich in den Bergen zu Tode. Das Land war voller Hass. Die Anhänger des Königs hinderten keinen einzigen Menschen am Selbstmord. Und immer so weiter, bis zum heutigen Tag," an dem die eisernen Mullahs ihr Unwesen treiben. [118] 

Die Schrott-Mullahs wie der Eiserne Mullah Maulana Bulbul Fakh waren Experten in Sachen global-islamische jihad-Aktivitäten mit Waffen in Hülle und Fülle und sie verstanden unter Religion, Selbstverleugnung und Nicht-Muslime zu zermalmen. Bulbul Fakh war der von ihnen erwählte Anführer. "Sein Atem roch noch immer nach jenem schwefligen Drachendunst, der ihm den Stinknamen fakh verliehen hatte." Der Eiserne Mullah führte sie zu einem als "FC-22" bekannten "Frontcamp, einer vom pakistanischen Geheimdienst Inter-Services Intelligence geführten Einrichtung des Markaz Dawar Center für global-islamische  jihad-Aktivitäten. In jenen anfänglichen Tagen war FC-22 ein Drecksloch. Es gab nur wenige feste Gebäude - schmutzige, zusammengeflickte Zelte boten die einzige Schlafgelegenheit -, und es fehlte an Lebensmitteln und geheizten Räumen. Dafür gab es Waffen in Hülle und Fülle, und die Leute vom ISI zeigten bereitwillig, wie man damit umging... Es gab wöchentlich Seminare, aber auch Echtzeittrainingsprogramme für jenseits der Linie of Control auszuführende Guerilla-Operationen, Unterricht im blitzschnellen Zuschlagen und im sofortigen Rückzug. Es gab eine Bombenfabrik, einen Kursus für Infiltrationstechniken als fünfte Kolonne, vor allem aber gab es Gebete. Auf dem maidan (Parade- und Exerzierplatz) des Lagers waren die fünf täglichen Gebete für alle Kämpfer Pflicht." Das einzig erlaubte Buch - von Lehrbüchern einmal abgesehen - war der Koran.

Sie wurden nicht von Wahrheit, Ökonomie oder gar Ökologie geleitet, sondern von Ideologie. Neuankömmlinge mussten umerzogen werden. Der Jihadist hat, nachdem er sich selbst aufgegeben hat, also nach der Selbstverleugnung keine Seele, denn sie gehört Allah - was an die Darstellungen von Ungeheuern und Teufeln erinnert, die die Seele der Muslims (bzw. die sich dem Dämon Allah unterworfen haben) fressen. Praktisch lief das so ab: "Er zog das Hemd aus und verkündete laut seine Unterwerfung: 'Ich reinige mich, lege außer dem Kampf alles ab! Ohne den Kampf bin ich nichts!' schrie er. 'Nehmt mich oder tötet mich auf der Stelle!'. Und mit diesen Worten zog er die Unterhose aus. Dieses leidenschaftliche Bekanntnis machte großen Eindruck auf den Eisernen Mullah." [119] 

Nicht nur Kaschmir hat ein Problem mit Muslimen, sondern auch die Philippinen. Der Islamist stellt sich vor: "Muslim von Philippinen. Aus Basilan, von Mindanao, ...Janjalani, Abdurajak Abubakar... Bin zu AL-Islamic Tabligh, gute Gruppe. Geld von den Saudis, auch von Pakistan. Schicken mich zur Ausbildung nach Westasien, nach, wie ihr sagt, Naher Osten... Saudi-Arabien, Libyin, Afghanistan. Hab im Basislager gelernt. Kennst du? Bruder Ayman, Bruder Ramzi, Scheich Usama. Hab viel Gutes gelernt. Gewehr auseinander nehmen hab ich gelernt. Hinterhalt hab ich gelernt. Auch Entführung. Und Erpressung, Bomben bauen, Mordanschlag."  Den Narreteien der Muslim-Philippinos wurde Einhalt geboten, indem Katholiken auf Mindanao angesiedelt wurden. "Um Platz zu machen, war die muslimische Mehrheit, sieben Millionen Menschen, in zunehmend engere, überfülltere Gegenden abgedrängt worden." Basilan, die kleine Insel südwestlich der Hauptinsel Mindanao, wurde nun eine No-Go-Area und ein Auffangbecken für Islamisten mit Mullahs und Waffen im Schlepptau. [120] 

Unter Islamisten hat Wissenschaft eine ganz andere Bedeutung. Der größte Gelehrte ist hier gleichzeitig der schlimmste Schrott-Mullah oder Muslim-Terrorist, wie es sich auch heute im Libanon bei der Hizbullah, in Palästina bei der Hamas, im Iran und in der Türkei bei DITIB/Diyanet zeigt. "Die meiste Zeit des Tages wurde mit der Ausbildung an der Waffe verbracht. Wichtigster Ausbilder war ein afghanischer Kriegskumpan von Janjalani, dem Philippinen, ein Kämpfer aus Kandahar mit schwarzem Turban, der sich selbst schlicht Talib nannte, was so viel wie 'Lernender' hieß. Taleem war das Wissen. Wer Wissen erworben hatte, war ein Gelehrter, ein taliban. Talib, der Lernende, war eigentlich ein Mullah, jedenfalls war er in einer Koranschule, einer madrasa, ausgebildet worden." [121] 

Kunst und Wissenschaft wie es überall in der freien Welt praktiziert wird, gibt es bei Islamisten nicht. Allah "spuckt auf Schauspieler ... auf das Tanzen und Singen.... Du hast Glück, dass ich hier im Lager nicht das Sagen habe. Ich würde sofort die Hinrichtung aller Theaterleute befehlen... Ich würde auch die Hinrichtung aller Zahnärzte, Professoren, Sportler und Huren befehlen."  Allah spucke auf das Theater, ... "auf  Intellektuelle, auf Zügellosigkeit und Spiele." [122] 

Seltsamerweise sind diese Islamisten oft homosexuell und pädophil. Talib, der Afghane hatte sich einen Jungen aus Kandahar mitgebracht, "seinen Schützling, seinen Schüler, seinen Geliebten... Zahir, der Junge, schlief in Talibs Zelt, pflegte dessen Waffen und kümmerte sich um dessen natürliche nächtliche Bedürfnisse. Mit Homosexualität hatte das nichts zu tun. Das war Männersache. Talib, der Afghane, wollte Homosexuelle hinrichten lassen, diese unnatürlichen Schwächlinge", auf die Allah am heftigsten herabspuckte. [123] 

In Kaschmir hatte man 1987 versucht, ob eine Koexistenz mit Muslimen möglich wäre. Nachdem aber die muslimische Partei als ihren Kandidaten einen gewissen Mohammad Yousuf Shah benannte, den man auch als den "meistgesuchten Terroristen des Landes" bezeichnen konnte, war für Indien klar, dass eine Koexistenz nicht möglich war. Mohammad Yousuf Shah ging in den Untergrund und wurde als "Syed Salahuddin Anführer der militanten Hizb-ul-Mujaheddin. Seine engsten Verbündeten, die so genannten HAJY-Gruppen (Abdul Hamid Shaikh, Ashfaq Majid Wani, Javed Ahmed Mir und Mohammad Yasin Malik) zogen über die Berge und schlossen sich der JKLF an." Die Muslim-Banditen, die sich in Kaschmir versammelt hatten, kehrten nun in ihre Heimatländer zurück und gründeten dort weitere Muslim-Terrorgruppen.

So kehrte auch Abdurajak Janjalani in seine Heimat, den Philippinen, zurück. Er gründete dort eine neue Terrorgruppe, die "Schwertträger-Fraktion" oder Abu Sayyaf genannt. "Wirst sehen. Wird ein Triumpf für unsere Internationale... Willst du nach Basilan ... rufst du diesen Menschen an. Geht alles fix und problemlos. Bruder Ramzi kommt. Gibt so viele Gelder." Als die Muslim-Terrorgruppe der Schwertträger später "mit Bombendrohungen und Lösegeldforderungen Schlagzeilen machten, summte es in den Netzwerken der sichtbaren und unsichtbaren Welt, und diverse Namen fielen, etwa der von Mohammed Jamal Khalifa, einem Vetter von Scheich Usama, der eine Reihe islamischer Wohltätigkeitsorganisationen in den südlichen Philippinen führte und als einer der wichtigsten Finanziers der neuen Gruppe galt." Auch Lybische und Malaysische Wohltätigkeitsorganisationen waren darin verwickelt. 

Viele Muslim-Terrorgruppen wurden afghanisiert und zur Lash-kar-e-Pak, der Armee der Reinheit. Alle Muslim-Banditen der Gegend waren an einem LeP-Überfall auf ein Dorf im Bezirk Rajouri in Jammu und Kaschmir beteiligt. "Lep-Plakate waren im Dorf aufgetaucht und hatten allen muslimischen Frauen befohlen, die burqa anzuziehen und sich an die von den Taliban in Afghanistan festhelegten Kleider- und Benimmregeln zu halten. Die meisten Frauen Kaschmirs kannten den Schleier kaum, und so ignorierten sie die Plakate." Später wurden die, die sich weigerten, mal eben geköpft oder mit Säure übergossen, wie es so Sitte ist in diesen Gruppen. [124]

In Indien kam man immer mehr zu dem Schluss, "dass die Einführung des Islam in der Klassik ausnahmslos schädlich gewesen war, ein kulturelles Desaster, weshalb die seit Jahrhunderten überfälligen Korrekturen gemacht werden mussten." Gegenden, in denen die Muslime stark vertreten waren wie in Kaschmir, wurden zur "Unruhezone" erklärt. Man ging von der "grundlegend hinterhältigen und subversiven Natur" der islamischen Bevölkerung in Kaschmir aus. In diesen Gegenden ist quasi "jeder Muslim potenziell militant". Die Muslime dort waren entweder für Pakistan oder für den "internationalen islamischen Terror". Die Tage der Eisernen Mullahs waren vorbei, die in den alten Tagen "toleranter Schwäche fälschlicherweise einmal geduldet" wurden, was die "großen" Muslim-Gelehrten, die notorischen Schrott-Mullahs mit ihrer "Bande von Desperados" und Handlangern nur allzubald feststellen sollten. [125] 

Aus der Geschichte von Kaschmir wusste man, wo Muslims ähnlich wie Heuschreckenschwärme über ein Land herfallen, wird alles zerstört. Man kennt es von den Türken. Zur Zeit von Sikandar But-Shikan, also Sikander, dem Bilderstürmer, "wurden die muslimischen Angriffe auf die kaschmirischen Hindus mit Heuschreckenschwärmen verglichen, die über die schutzlose Reisernte herfielen." Nur die heutigen Muslim-Terrororganisationen sind noch schlimmer: "Die radikalen Kader der Jamaat-i-Islami-Partei brachten neue Worte  für die Pandits in Umlauf: mukhbir, kafir, was Spione bedeutete, Ungläubige... Einige Tage später begann im Bezirk Anantnag eine Woche grundloser Gewalt gegen Häuser, Geschäfte und Tempel der Pandits und auch gegen die Familien selbst. Viele von ihnen flohen. Der Exodus der Pandits von Kaschmir hatte begonnen." Wie die ethnischen Säuberungen der Türken in Bezug auf die Armenier bzw. Christen in der Türkei: "Kravalle, Plünderungen, Brandstiftung, Mord und Exodus waren die Worte, die Tag für Tag fielen ...Hinduistische Gemeindehäuser, Tempel, Privathäuser und ganze Bezirke wurden zerstört.... Die Namen jener Orte, die von der Katastrophe heimgesucht worden waren. 'Trakroo, Uma Nagri, Kupwara. Sangrampora, Wandhama, Nadimarg....' Diese Namen mussten erinnert werden. Sie zu vergessen wäre ein Verbrechen an jenen, deren Straßen 'bis auf die Grundmauern' niedergebrannt wurden, die ausgeraubt oder getötet worden waren, nachdem sie Gewalttaten erduldet hatten, die man nicht zu beschreiben und sich nicht vorzustellen vermag. Töte einen, verjag zehn, grölte der muslimische Mob, und zehn sollten tatsächlich verjagt werden. Mehr als zehn. Dreihundertfünfzigtausend Pandits, fast die gesamte hinduistische Bevölkerung Kaschmirs, flohen aus ihren Häusern nach Süden in die Auffanglager, wo sie wie bitteres Fallobst verfaulten, wie die ungeliebten, untoten Toten, zu denen sie geworden waren. In den sogenannten Bangladeshi Markets in der Iqbal-Park-Hazuri-Bag-Gegend von Srinagar wurden die aus den Tempeln und Häusern geraubten Gegenstände offen feilgeboten." Wie den Christen in der Türkei ist auch den Pandits in Kaschmir niemand zu Hilfe geeilt oder zu spät. Die Christen wurden von den Türken vertrieben und getötet. Die Pandits wurden von Muslimen, den Fundamentalisten, den Jihadis, den Hizbs vertrieben und getötet, die Übrigen starben in den Lagern an Krankheiten. [126] 

Worum dreht es sich eigentlich bei den Fundamentalisten, den Schrott-Mullahs, den Jihadis, den Hizbs, den "LeP-Idioten" ? Sind sie gegen Frauengesichter? "Für diese Arschlöcher, entschuldige maej, dreht sich alles um Sex. Sie halten es für eine wissenschaftliche Tatsache, dass dem Haar einer Frau Strahlen entweichen, die Männer zu sexuellen Schandtaten anstacheln... Weil also die Männer sie für Tiere halten, müssen die Frauen leiden. Die alte Geschichte." Als die Jihadis bei hellem Tageslicht in Pachigam einritten, rechneten sie nicht mit Widerstand. "Ihr Anführer, ein mordlüsterner, irrer Afghane mit schwarzem Turban, kaum fünfzehn Jahre alt, befahl allen Dorfbewohnern, auf die Straße zu treten, und verkündete dann, da die Frauen so schamlos seien, sich nicht so züchtig bedecken, wie es der Islam vorschreibe, sollten sie ihre Kleider ablegen, damit alle Welt sehen könne, was für Huren sie seien. Ein großes Gemurmel stieg unter den Dorfbewohnern auf, doch Firdaus Noman trat vor, legte ihren phiram ab und begann, sich auszuziehen. Die übrigen Frauen und Mädchen des Dorfes folgten ihrem Vorbild und fingen ebenfalls an zu strippen. Die LeP-Kämpfer konnten ihre Augen nicht von den Frauen abwenden, die sich langsam und verführerisch entblätterten, die Augen geschlossen, die Körper rhythmisch wiegend." Der kleine fünfzehnjährige mordlüsterne Irre zeigte mit der Kalaschnikow auf Firdaus Noman: "Wenn ich dich jetzt abknalle, ... wird jeder Mensch in der islamischen Welt sagen, es sei gerechtfertigt gewesen." Im selben Moment wurde er jedoch von einem Scharfschützen getroffen, auch die übrigen Jihadis wurden überwältigt. Firdaus merkt noch an: "Du hast gemerkt, dass Frauen gefährlich sein können, mein Junge. Schade nur, dass du keine Gelegenheit mehr hattest, ein Mann zu werden, dass man uns auch lieben kann."  [127] 

Überall, wo Islamisten frei herumlaufen, sogar in Deutschland, sind Juden in Gefahr. Wie gefährlich ist es dann erst in Kaschmir, wo Schrott-Mullahs, Jihadis, Hizbs, "LeP-Idioten" unbehelligt ihrem Terror-Geschäft nachgehen können: "Wir halten es für keine gute Idee, Juden zu sein, wenn die Islamisten wieder in unsere Stadt kommen." [128]

Leider haben diese Islamisten Kaschmir zerstört und ihre Ureinwohner vertrieben und getötet. Dabei war Kaschmir so ein schönes Land, jetzt ist es das nur noch in der Vorstellung: "Er beschwor die kristallenen Seen des Landes herauf, Shishnag, Wular, Nagin und Dal, seine Bäume, die Walnuss, die Pappel, den Cinar, den Apfel- und den Pfirsichbaum, seine mächtigen Berggipfel, den Nanga Parbat, den Rakaposhi und den Harmukh. Die Pandits haben den Himalaja ins Sanskrit gebracht. Er sah die Boote wie kleine Finger Furchen in das Wasser ziehen, und die Blumen - zu zahlreich, um sie zu benennen - in strahlendem Duft erblühen. Er sah die Schönheit der goldenen Kinder, die Schönheit der grünäugigen, blauäugigen Frauen, die Schönheit der blauäugigen, grünäugigen Männer " [129]

Und überall, wo Islamisten frei herumlaufen, gibt es Selbstmordattentäter: "Der erhöhte Einsatz von Selbstmordattentätern der Fedajin durch Maulana Bulbul, aber auch durch andere aufständische Gruppen, etwa die von Hizb-ul-soundso, Lashkat-e-diesunddas, Jaish-e-sonst-wie, war ein neues Ärgernis." Es ist eine feige Art der Kriegsführung. Die Eisernen Müllahs hatten nichts besseres zu tun als Jungen und Mädchen aufzuspüren, die bereit waren sich in die Luft zu sprengen. Ähnlich wie bei den Hamas-Terroristen in Israel und den Hirzbullah--Terroristen im Libanon geht es darum, diese möglichst alle auszuschalten: Annähernd einhundert vermutliche Aufständische sowie deren vermeintliche Verbündete wurden Tag für Tag erschössen. Auf den Willen zum Erfolg kam es an. Sollten fünfzigtausend Tote nötig sein, würde es fünfzigtausend Tote geben. Der Kampf konnte nicht verloren werden, solange es nicht am nötigen Willen mangelte.... Man würde siegen." 

Die "ustadz" (wörtlich: Lehrer) waren die Anführer der islamistischen Terrorgruppen und agierten meist vom Ausland aus; ihr Ziel war es vor allem Christen zu überfallen. Sie zu erreichen war für die Rekruten nicht leicht. "Mehrmals hielt er sich auf Schiffen auf. Um die Hauptinsel Basilan liegen einundsechzig kleinere Inseln, und auf einer davon, die zur Pilas-Gruppe gehört, trat er aus der Schattenwelt in ein palmgedecktes Pfahlhaus in einem Dorf, das nach Thunfisch und Sardinen roch, und er wurde von einem vertrauten Gesicht begrüsst. 'Tja, gottloser Mann', sagte der ustadz in seinem schlechten, fröhlichen Hindi, 'wie du kannst sehen, ich bin wieder Fischer, aber auch - ja? ja? - ein Menschenfischer.' Abdurajak Janjalani hatte reiche Geldgeber, doch steckte seine Abu-Sayyaf-Gruppe noch in den Kinderschuhen, kaum sechshundert Kämpfer zählten dazu. 'Also, mein Freund, wir brauchen gute Kämpferkiller wie dich.' Der Plan war einfach: 'Überall auf Basilan und West-Mimdanao wir überfallen Christen, wir jagen in die Luft Christen, wir stecken in Brand Geschäfte von Christen, wir entführen Touristenchristen für Lösegeld, wir töten Christensoldaten, und dann überfallen wir noch ein paar Christen. Und zwischendrin zeigen dir, wie man gut lebt. Land des Überfluss! Viel Fisch, viel Gummi, viel Korn, viel Palmöl, viel Paprika, viel Kokosnuss, viele Frauen... In unserer Sprache gibt's nur wenige Worte. Überfall, Bombe, entführen, Lösegeld, hinrichten. Nix mehr mit nett sein! Wir sind die Schwertträger!'". 

Diese "ustadz" hatten natürlich überall Schläfer plaziert, die jederzeit aktiviert werden können. "Mr. Khadaffy Andang, der merkwürdig aussehende philippinische Gentleman, war die Verbindung des ustadz, ein Schläfer, den das Lager vor vielen Jahren in Kalifornien plaziert hatte und der vom Scheich auf Bitten der ustadz aktiviert worden war." [130]

Unter islam verstanden die Islamisten neben Selbstmordattentaten "Schießereien, Lynchjustiz, Messerstechereien, Enthauptungen, Bomben... Es war durchaus bekannt, dass sich die Führer der Hamas im Nahen Osten psychologische Profile erstellen ließen, nach denen sie ihre Märtyrerkandidaten aussuchten." Nicht jeder kann ein Killer sein. Psychologie war wichtig. "Charakter war Schicksal. Gewisse Persönlichkeitstypen konnten besser beeinflusst werden als andere, konnten von äußeren Kräften geformt und von ihren Herren wie Waffen gegen jedes Ziel gelenkt werden, das einen Angriff lohnte." Die Kandidaten halten sich oft  über viele Jahre an verschiedenen als "Schulen des Terrorismus" bekannten Orten auf, "wahren Zentren der Gehirnwäsche". Die Bombenleger der Hamas, "die palästinensischen Selbstmordattentäter und nun die schreckliche Möglichkeit, dass ferngelenkte menschliche Roboter unter uns wandelten, bereit einen Mord auszuüben, sobald eine Stimme am Telefon auch nur 'Banane' oder 'Solitär' sagte", machen deutlich, wie gefährlich die Muslim-Terroristen sind.  [131]
 

11. Der Glaube an falsche Propheten, an personenschädigende Waren, die geschickt als essbare Lebensmittel getarnt sind, an chemische Heilmittel, Gesundheitsrisiko der gentechnisch manipulierten Pflanzen; "Metapher der Flachheit, der Eindimensionalität der Kultur"

Oft hängen die Muslime nur am Islam, weil ein Urgroßvater "den Islam umarmt" hat, "den Islam, den Glauben, der sich am allerwenigsten umarmen lässt, d.h. annehmen lässt." In Indien bzw. Pakistan stammt fast jeder Muslim von einem  Konvertiten ab; viele lernten, wie in der Türkei auch, statt Geschichte nur Geschichtsklitterung. "Als Ergebnis dieser etwas scharfkantigen Umarmung verlor Vivvy Merchant (genau wie Ameer und jeder Muslim auf diesem Subkontinent, denn wir allesamt, ob wir es zugeben wollen oder nicht, jeder Einzelne von uns, Kinder von Konvertiten) den Kontakt mit der Geschichte."  Aristoteles hatte selbstverständlich nichts übrig für falsche Propheten; ihm ging es um die Wahrheiten in der Natur und im Kosmos, weshalb der Islam versucht hatte die Schriften des Aristoteles zu verfälschen um zu verbinden, was nicht zu verbinden war. Giovanni Battista Vico (1688-1744) ließ sich schon eher vom Islam vereinnahmen, zumindest was die Beeinflussbarkeit der frühen Jahre der Kindheit betrifft; schließlich nutzen die Mullahs die Koranschulen dazu, eine Art Gehirnwäsche an den Kindern vorzunehmen. [132]

Selbst in England hatten sich falsche Propheten und der Islam ausgebreitet. In islamischen Ländern wie der Türkei war es nichts Neues, "das Schlucken verschiedenener Formen von dummem Geschwätz, das die Verbreitung von Intelligenz verdrängt hat, die Anfälligkeit für Gurus und andere falsche Propheten, die Flucht vor der Vernunft, den Abstieg in ein Inferno von Privilegien", aber England? Die Bilder sind bekannt, ein antisemitischer Muslim-Mob zieht durch die Straßen und verbrennt "die satanischen Verse", heute demonstrieren sie für die Hamas-Terroristen - was allerdings in Deutschland und Frankreich ebenfalls verbreitet ist. Andere treten zum Islam über und schließen sich einer obskren Sekte, den "Cats of Allah" an, die ihr Hauptquartier mitten in der jüdischen Gemeinde von Hampstead Garden Suburb haben soll. [133] 

Eine Christin will wissen, wie ein Muslim ohne echten Gott auskommen kann. Sie fragt ihn: "Dann ist es also wirklich wahr, dass Sie überhaupt keinen Gott haben?" [134] 

Im Fersehen gibt es viel "Reklame für personenschädigende Waren, die geschickt und unterschiedlich als essbare Lebensmittel getarnt sind, um dann den Magen und den Verdauungstrakt des amerikanischen Volkes in ein grimmiges, tobendes Schlachtfeld zu verwandeln. Diese wechseln sich mit Werbefilmen für ein breit gefächertes Angebot von chemischen Heilmitteln ab, von denen ein jedes behauptet, die einzig zuverlässige Hilfe zur Wiederherstellung des intestinalen Friedens zu sein."  [135] 

Ganz anders die Zeit der Renaissance. Alte Begrenzungen wurden niedergerissen. Man könnte es Dekompartmentalisierung (Erwin Panofsky) nennen; es löste während der Renaissance das Heraufdämmern der modernen Idee des Genies aus. "Im fünfzehnten Jahrhundert lassen die Manifeste und Abhandlungen von Alberti, Leonardo und Cennini keinen Zweifel daran, dass diese Dekompartmentalisierung unmittelbar mit der Urbanisierung der künstlerischen Sensibilität oder vielmehr mit der Eroberung der Städte durch die Künstler verbunden ist. Der Renaissancekünstler ist nicht länger eine Arbeitsbiene, ein Handwerker, der nach der Pfeife seines Gönners tanzt, sondern vielseitig, ein Meister der Anatomie, der Philosophie, ein Mythograph der Gesetze des Sehens und der Wahrnehmung; ein Adept der Arkana der tiefen Einsicht, der in der Lage ist, bis zum Kern der Dinge vorzudringen. Die Errungenschaften moderner Künstler, verkündete Alberti, beweisen, dass die moderne Welt noch nicht erschöpft ist. Indem er Grenzen überschreitet, viele Sparten des Wissens, technische und intellektuelle, höhere und niedrigere, miteinander vereint, legitimiert der moderne Künstler das gesamte Projekt der Gesellschaft. Das ist Genie! Leonardo, Michelangelo: Sie beanspruchen Verwandschaft, ja Ebenbürtigkeit mit den Göttern."  [136]

Biotech-Landwirtschaft, Biotech-Medizin, KI usw. haben mit der Renaissance nichts mehr zu tun und es kann sein, "dass wir den Kontakt mit unserer Menschlichkeit verlieren. Wenn wir uns schließlich ganz gehen lassen, was sollte uns hindern, uns in Dinosaurier, Säbelzahntiger, Schakale, Hyänen, Wölfe zu verwandeln?"   [137]

Die Rock-Musik war auch ein Protest zum Beispiel gegen Krieg und den weltweiten Hunger, gegen "den Zynismus der internationalen Ölgesellschaften in Afrika" und das "Gesundheitsrisiko der gentechnisch manipulierten Pflanzen". [138] 

Sieht man sich jedoch manche Pop- und Rap-Musiker (z.B. islamischer Gangster-Rap) des zwanzigsten / und beginnenden 21. Jahrhundert an, kann man auch von der Geschichte des Jahrhunderts als eine "geheime Geschichte von Antichristen" reden. Ihr Erfolg ist eine "Metapher der Flachheit, der Eindimensionalität der Kultur". Insbesondere islamische Rapper sind bekannt für ihre "Katzenmusik" und ihre "Oden an den Materialismus". Es wird die Doughnut-Kultur gefeiert, sie ist süß, und sie schmeckt gut, in ihrem Kern ist sie jedoch leer und hohl. [139]

Neben dieser "dekadenten und gottlosen westlichen Welt" gibt es aber den "spirituellen Hunger der Welt, ihr Bedürfnis nach Soul food." Sogar Muslime, die in einer spirituellen Wüste leben, "islamische Frauen in ihren Vogelkäfigschleiern" wollen raus aus ihrer Wüste und den Islam hinter sich lassen. [140]

Es ist das "Vermächtnis der alten Religionen an lebendigen Geschichten" wie die Weltesche Yggdrasil, Dionysos' indischer Ausflug, die Olympier, Prometheus, die Nibelungen, Indra und Kadmos usw., die letztlich zum Christentum führen. Der Islam (auch das Christentum, das den Unterschied zwischen Christus und Allah nicht kennt, ist Islam), der Marxismus, der Markt dagegen sind nichts als Pseudo-Religionen für die Titelseiten. [141]

Jeder Mensch muss zu irgendwas gehören, und sei es auch nur der Gangsterrap, der Islam, "ein Golfclub oder ein Schoßhund". So ein islamischer Gangsterrapper lebt ausschließlich in seiner Welt, verfälscht durch den Koran, "einer Ersatzunterwelt, gestaffelt wie die Kreise der Hölle." Die Show war sein Zuhause . "Draußen war die Fiktion, der Kosmos war eine Fälschung... Nachdem er dieses Territorium erschaffen hatte, traute er keinem anderen Boden mehr." Seine Frau, obwohl Christin, musste Allah, dem "Fürsten der Finsternis" dienen und  "spielte die Rolle der in der Hölle gefangenen Liebe, die sich nach der Befreiung sehnt." [142]
 

12. Antisemitismus nicht nur bei den fanatischen Berbern und Almoraviden, ein Muslim-Fanatiker als "nachtragender, bornierter Bursche... Ich habe den Verdacht, er ist ein Dummkopf"; Muslim-Prediger, die dunklen Dschinn als Einflüsterer

1195 hatten es freiheitsliebende Philosophen schwer in Córdoba, Spanien. Denn muslimische Antisemiten, die fanatischen Berber breiteten sich "wie die Pest im maurischen Spanien" aus. Juden mussten in der Nähe von Córdoba in einem Dorf leben; sie durften aber nicht mehr sagen, dass sie Juden waren, "weil die vorherige Herrscherdynastie von al-Andalus, die Almoraviden, sie gezwungen hatte, zum Islam überzutreten." [143]

Überall, wo Islamisten frei herumlaufen, sogar in Deutschland, sind Juden und natürlich auch Christen in Gefahr. Das gilt auch für das von Islamisten besetzte Spanien, das erst durch die berühmte Reconquista zurückerobert wurde.  Islamisten benötigen außer dem idiotischen Koran eigentlich kein Buch, dennoch ist ein Perser, ein gewisser Ghazali "zur schlimmsten Geißel in der Weltgeschichte der Philosophie geworden." Er griff die griechischen Philosophen wie Aristoteles an, ohne sie auch nur wirklich zu verstehen und wurde zu einem Muslim-Fanatiker. Er sagt zum Beispiel, die Baumwolle sei entflammt, weil Allah sie dazu gezwungen habe, denn in Allahs kleinem Universum gilt nur der Koran. Sowohl Ghazali als auch Averroes bzw. Ibn Ruschd wurden später von der christlichen Philosophie widerlegt (z.B. Albertus Magnus und Thomas von Aquin). [144]

Benedito de Espinosa, kurz Spinoza, ein portugiesischer Jude aus Amsterdam, meinte, Geist und Körper seien eins und Descartes hätte unrecht, sie getrennt zu sehen. Das beeindruckte auch Goethe, allerdings hat er wie Averroes die Unsterblichkeit der Seele geleugnet. Im Mittelalter galt die Lehre des Averroes als islamische Lehre und gleichbedeutend mit Atheismus. [145]

Nach seinem Tod geistert Ghazali als islamischer Flaschengeist (Dschinn) durch die Welt der Islamisten: "Ein Narr ohne jede Phantasie, den auch noch niemand der Intelligenz bezichtigt hat, aber mit grauenhaften Kräften." Er ist wie viele Muslime, "offenbar ein nachtragender, bornierter Bursche." Ghazali als Flaschengeist meint, er sei ein Anhänger der Wahrheit. Und er wüsste, "dass Vernunft und Wissenschaft die eigentlichen Jugendwerke des menschlichen Geistes sind." Wie die Schrott-Mullahs predigt auch er, nur auf den blinden Glauben an Allah komme es an, die Vernunft sei nur "unsere pubertäre Rebellion" dagegen. Später als Islamist, nach der Koranschule, sei man ganz dem Glauben an Allah verfallen, denn dazu sei man schließlich geboren. Statt nach dem Tod in der Wahrheit und Weisheit zu sein, lungert Ghazalis Geist "in einer gleichgültigen Leere herum". Wie alle Islamisten trachte er nur noch danach, dem Koran und Allah gerecht zu werden. Andere Geister meinen über ihn: "Ich habe den Verdacht, er ist ein Dummkopf." Sein Allah sei "ein hinterhältiger Gott, der dem Leben der Lebenden keinen Wert beimisst." [146] 

Wodurch kennzeichnen sich die Flaschengeister der Islamisten? "Die Dschinn sind unserer Meinung nach zu primitiven Gefühlen fähig - Wut, Missgunst, Rachsucht, Habgier, Lust (Lust besonders) - und vielleicht sogar zu einigen Formen der Zuneigung; doch die hohen, edlen Gefühle wie Selbstlosigkeit, Hingabe und so weiter, die bleiben ihnen versagt." Vielen Dschinn ging es darum, Sprösslinge hervorzubringen, "wie Henry Ford Autos produzierte oder Georges Simenon Romane schrieb, sprich, wie am Fließband."  [147]

Wie die Islamisten in der realen Welt, richteten die Dschinn "Chaos an, weil das in ihrem Wesen lag. Frei von allen Skrupeln fügten sie der Welt Ungemach und das damit verwandte Schlimmere, echtes Unheil, zu, denn so wie die Dschinn für die meisten Menschen nicht real waren, empfanden auch die Dschinn die Menschen nicht als real und scherten sich keinen Deut um deren Leid. Ein kleines Mädchen schert sich auch nicht darum, ob es dem Plüschtier wehtut, wenn sie es an die Wand knallt." [148]

Die dunklen Dschinn waren Einflüsterer. "Sie machten sich unsichtbar, legten die Lippen auf die Brust eines Menschen, murmelten leise etwas in dessen Herz und bemächtigten sich so des Willens ihres Opfers." Beim Propheten Mohammed zum Beispiel war die Inbesitznahme so umfassend, dass sich sein Ich auflöste und "der Dschinn dann sogar im Körper seines Opfers lebte. Doch selbst in Fällen einer nicht kompletten Inbesitznahme wurden gute Menschen nach einer solchen Einflüsterung böser Taten fähig, schlechte noch böser."  [149]

Ein dunkler Dschinn spuckt wie die Muslim-Paschas auf alles um sie herum: "Ich spucke auf die Philosophen ... auf Künstler auch und den ganzen Rest der Menschheit." Die Muslim-Paschas verschwinden in den Muslim-Vierteln der Großstädte, der Dschinn "drehte sich und drehte sich, bis er zu einem Trichter aus Wut wurde, und verschwand." [150]

Die Dschinn haben normalerweise keine Nachkommen, nur Dunia hatte viele, wie es bei Musliminnen oft der Fall ist. "Was Inzest betraf, folgte sie allerdings dem Beispiel des Kamels. Das Kamel hat fröhlich Sex mit Mutter, Tochter, Bruder, Schwester, Vater, Onkel, wem auch immer. Es schert sich weder um Anstandsregeln, noch denkt es überhaupt an Schicklichkeit. Es folgt nur seinem Begehren. Dunia war, nicht anders als ihr ganzes Volk, genauso."  [151]

Die Kinderproduktion sollte möglichst nicht gestört werden, welbst wenn Hamas- oder Hizbullah-Terroristen die Stadt attakieren: "Die Stadt schrie vor Angst, doch sie hörten es nicht, Schiffe weigerten sich, die Hafengewässer zu befahren, die Menschen wagten es nicht, aus dem Haus und zur Arbeit zu gehen, und die Panik wirkte sich auch auf das Geld aus, Aktienkurse stürzten ab, Banken machten dicht, Supermarktregale leerten sich, frische Ware wurde nicht geliefert, die Stadt war durch den Terror wie gelähmt, die Katastrophe lag in der Luft. Doch in dem dunklen engen Schlafzimmer ... war der Ferneher aus und von dem krachenden Desaster nichts zu hören."  [152]

Die dunklen Dschinn hoffen, dass Muslim-Banditen und Antisemiten wie AKP-Türken, Hamas- , Huthi- und Hizbullah-Terroristen eine "Tyrannei über alle Völker der Erde" errichten. [153]

Nicht nur in den französichen Vorstädten zeigt sich, was muslimische Prediger anrichten, sondern auch in London. "Die zivile Ordnung löste sich auf, in den Sozialsiedlungen in den armen Stadtteilen im Norden wurden Brände gelegt, Läden in Hauptgeschäftsstraßen der normalerweise konservativen Stadtviertel südlich der Themse geplündert, und auf dem größten Platz sammelten sich aufbegehrende Massen, die nicht wussten, was sie fordern sollten. Aus den Flammen stieg der Zündler, ein kleiner Mann mit Turban, safranrotem Yosemite-Sam-Bart und Augenbrauen, denen ein starker Rauchgeruch entströhmte. Er hieß Jusuf Ifrit, tauchte eines Tages aus dem Nichts auf ... und war plötzlich allgegenwärtig; als Führer, Wortführer, saß er in Regierungskomitees, und es war sogar die Rede von einer Erhebung in den Adelsstand... Die Musik fürchtete und hasste er vor allem anderen, denn die Musik schlüpft unter dem denkenden Verstand hindurch und packt das Herz... Der sich zusammenrottende Pöbel, die Hasstiraden, die als Abwehr getarte Aggression, die Drohenden, die behaupten, sie würden bedroht, das Messer, das tut, als sei es in Gefahr, erstochen zu werden, die Faust, die das Kinn beschuldigt, sie anzugreifen, all das war vertraut, das war die laute, bösartige Heuchelei der Zeit. Selbst über den Prediger aus dem Nichts wunderte sich niemand. Solche unheiligen Heiligen tauchten ständig auf, erschaffen aus einer Art gesellschaftlicher Parthogenese, einer schrägen Bootstrap-Operation, die aus dahergelaufenen Nullen Experten machte."  [154] 
 

Anmerkungen

[1] Wissenschaftsbriefe / Science Review Letters 2023, 22, Nr. 1446; vgl. Kurse Nr. 678 François Rabelais, Nr. 677 Jean Paul, Nr. 511 Johann Gottlieb Fichte I, Nr. 658 Johann Gottlieb Fichte II, Nr. 551 G.W.F. Hegel I, Nr. 660 G.W.F. Hegel II, Nr. 630 Johann Ludwig Tieck, Nr. 588 Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Nr. 667 Romantische Kunst und Philosophie I, Nr. 669 Romantische Kunst und Philosophie II, Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 673 Johann Wolfgang von Goethe III,  Akademie der Kunst und Philosophie 
[2] Ib.
[3] Ib.
[4] François Rabelais, Pantagruel und Gargantua I, 21-23
[5] Ib. 
[6] Ib.
[7] 27
[8] Ib.
[9] 39; zu: Davon konnten nicht nur die Griechen und Philhelenen in ihrem Freiheitskampf gegen die Türken ein Lied singen: "Was weiland die Sarazenen und die Barbaren Tapferkeit hießen, das heißen wir heutzutag Raub und Gewalt"; vgl. Kurse Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Nr. 020 Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 673 Johann Wolfgang von Goethe III, Nr. 553 Friedrich Schiller I-II, Nr. 675 Friedrich Schiller III, Nr. 554 Friedrich Hölderlin I-II, Nr. 631 Adelbert von Chamisso, Nr. 622 Victor Hugo I, Nr. 674 Victor Hugo II, Nr. 629 Voltaire I-II, Nr. 621 Lord Byron I, Nr. 676 Lord Byron II, Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Ib.
[10] 50
[11] II, 6; zu: Das sechstes Kapitel aus François Rabelais' Pantagruel II, wie dieser seine Flucht aus der Gefangenschaft der Türken erzählt, "diese Höllenhund" , "Türkenlümmel" oder "diese armen Teufelstürken", erinnert stark an die Geschichten, die Voltaire oder die Philhelenen über die Türken, bzw. S. Rushdie über die Moslems erzählt, vgl. Anm. 9, 126 und Kurse Nr. 629 Voltaire I-II, Nr. 545 Sittenlehre I-II, Nr. 614 Sittenlehre III, Nr. 680 Nikos Kazantzakis, Nr. 619 Franz Werfel, Ib.
[12] II, 17-19
[13] Ib.
[14] Ib.
[15] III, 1; zu: Wie kann man ein durch Türken und andere muslimische Tyrannen verödetes Land wieder aufwerten? Sicher nicht durch eine neue Tyrannei, heute auch nicht durch "Klösterstiften, Tempelbauen", denn kirchliche Einrichtungen fördern die kleinen Paschas, die später die Schwimmbäder und Vorstädte tyrannisieren, inzwischen fast so wie die Moscheegemeinden; auch nicht durch Gründung von Koranschulen, die bekanntlich nur "perverse" Schwachköpfe herangezüchten; sondern indem man Kinder schützt wie einen neugepflanzten Baum, wie es z.B. in  der Waldorfpädagogik praktiziert wird, vgl. Kurse Nr. 511 Johann Gottlieb Fichte I, Nr. 658 Johann Gottlieb Fichte II, Nr. 545 Sittenlehre I-II, Nr. 614 Sittenlehre III, Ib.
[16] III, 22-23
[17] Ib.
[18] III, 27-28
[19] III, 32-37; zu: Nebenbei gibt der Jurist Gänszaum die Gründe an, warum er die Prozesse erst durchsähe, die er durchs Los der Würfel entschied, was an unsere heutigen Gerichte erinnert, die die unwichtigen Fälle den wichtigen vorziehen; zudem bekennt er, dass es in "unsrer ganzen Ratswelt kein so erlesenes Spiel als Akten kramen, Zettel heften, Seiten paginieren, Aktenständer räumen und Prozesse visieren" gibt und dass die Zeit alle Dinge zur Reife bringe, vgl. Kurse Nr. 678 François Rabelais, Nr. 677 Jean Paul, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre I-II, Nr. 641 Staats- und Rechtslehre III, Nr. 644 Staats- und Rechtslehre IV, Nr. 655 Staats- und Rechtslehre V, Ib.
[20] Ib.
[21] Ib.
[22] Ib.; Man müsse die Prozesse zur Welt kommen und groß wachsen lassen, indem "Schergen, Häscher, Büttel, Anwälte, Schikanierer, Prokuratoren, Kommissarien, Advokaten, Inquisitoren, Registratoren und Kanzelisten" immerzu an den Geldbeuteln der Kunden saugen, vgl. Anm. 19, 22-23, 31 und 40
[23] Ib.; Prinz Pantagruel entschuldigt das Gänszaumische Rechtsverfahren u.a. wegen seiner Einfalt und weil sein geringer Fehler versenkt werden müsse in den "unendlichen Ozean so vieler billiger Urteilssprüche, wie er sie während seiner Amtstätigkeit gefällt" habe, vgl. Anm. 19, 22-23, 31 und 40
[24] Ib.
[25] Ib.; zu: Es ist ja nichts Neues, dass "Narren bei den Türken als Propheten verehrt werden", wie zum Beispiel Mohammed, bei dem bekanntlich eine dämonische Inspiration "stürmisch in ein kleines und schwächliches Wesen" gefahren ist, vgl. Kurse Nr. 678 François Rabelais, Nr. 677 Jean Paul, Nr. 629 Voltaire I-II, Nr. 622 Victor Hugo I, Nr. 020 Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 545 Sittenlehre I-II, Nr. 614 Sittenlehre III, Ib.
[26] Ib.
[27] Ib.; zu: Im Gegensatz zu den Namen der verdorbenen Wissenschaftler und Duckmäuser (»Es sind Namen von irrenden Teufeln, von fahrenden Teufeln, von kriechenden Teufeln.«), gibt es die "lautere Wissenschaft", wie sie heute selten anzutreffen ist, vgl. Anm. 34, 135, 138 und Kurse Nr. 678 François Rabelais, Nr. 679 Laurence Sterne, Nr. 677 Jean Paul, Nr. 659 Wissenschaftslehre I, Nr. 666 Wissenschaftslehre II, Ib.
[28] Ib.
[29] VI, 5-12
[30] Ib.; zu: Ähnlich wie Lope de Vega und Calderón de la Barca hatte auch Cervantes in seinem Don Quijote (I, 18) die Nutzlosigkeit des islamischen Glaubens an Hand des feindlichen Königs Ali fanfarón (wörtlich: Ali der Angeber oder das Großmaul) beschrieben. Das Heer der Muslime enpuppt sich später als Schaf- und Hammelherde, die hinter dem Leithammel Alifanfarón bzw. dem "falschen Propheten Mohammed" hinterherläuft. Alifanfarón zieht in den Krieg wegen einer schönen Christin, die er begehrt, die aber ihr Vater "dem heidnischen Könige" nicht geben will, zumindest nicht, solanger er "nicht vorher dem Gesetze seines falschen Propheten Mohammed entsagt und sich seinem Glauben zuwendet." Rabelais verwendet ein ähnliches Bild, wenn der Leithammel ("islamitischer Hammel" oder im übertragenen Sinne der Prophet Mohammed) ins Meer geworfen wird und alle anderen freiwillig folgen, vgl. Kurse Nr. 558 Calderón de la Barca, Nr. 648 Calderón de la Barca II, Nr. 650 Calderón de la Barca III, Nr. 651 Calderón de la Barca IV, Nr. 563 Miguel de Cervantes I, Nr. 645 Miguel de Cervantes II, Nr. 637 Lope de Vega I, Nr. 638 Lope de Vega II, Nr. 642 Lope de Vega III, Nr. 643 Lope de Vega IV, Nr. 652 Juan Ruiz de Alarcón, Nr. 632 Ginés Pérez de Hita, Nr. 633 Luis Vaz de Camões, Nr. 678 François Rabelais, Ib.
[31] Ib.; zu: Die Juristerei oder wie "Raubschick-aner", "Prozessverdreher", also Rechtsdienstleister mit ausgefallenen Namen wie Farttrack, die ihre Opfer erschnüffeln und dann gegen unbescholtene Bürger vorgehen, wird z.B. kritisiert, als Pantagruel nach Notarien ging, und von der seltsamen Lebensart der Schick-aner berichtet, vgl. Anm. 19-23 und Kurse Nr. 678 François Rabelais, Nr. 677 Jean Paul, Ib.
[32] Ib.
[33] VI, 35-41
[34] Ib.; zu: Luzifer ist "ihrer Seelen schon müd, denn er schickt sie gemeinlich den Küchenteufeln, sie müssten denn stark gepfeffert sein." Ein Anwalt zum Mittagessen, Raubschick-aner, Prozessverdreher, Rabulisten, Notarien und verräterische Anwälte, er kann sie nicht mehr sehen: "Sein Mittagsbrot sind für gewöhnlich Rechtsverdreher, schelmische Advokaten und Schinder der armen Leut; die gehn ihm nie aus... Sein Nachtessen ist sehr gut bestellt aus wucherischen Handelsherren, Apothekern, Warenfälschern", vgl. Anm. 19, 22-23, 31 und 40
[35] Ib.
[36] Ib.
[37] Ib.
[38] V, 7; zu: Hier zeigt Rabelais wie man der Ketzerei am besten entgeht, nämlich durch unverdächtiges trinken und Schmausen, denn solange man trinkt, kann man Papst und Kirche nicht kritisieren, im Islam ist das schwieriger, da Alkohol verboten ist. Deswegen gehen in islamischen Ländern immer gleich alle auf die Palme, wenn Jemand  z.B. den Koran verbrennen bzw. auf eine Formel bringen will wie sie ja auch auf manchen Fahnen zu sehen ist  (z.B. Allah scheint groß und Mohammed ist sein einziger Prophet, weil er keinen besseren Leithammel finden konnte) und diese auf einen Holzscheid ritzt und so den Heizwert des "Koran" steigert. Als Test für die Sicherheit in einem islamischen Land, sind Koranverbrennungen allergings nützlich. Wegen Koranverbrennungen in Schweden und Dänemark wurde sogar ein Treffen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) einberufen, in dem alle islamistischen Länder, in denen keine Meinungsfreiheit herrscht, vertreten sind. Eine Beschränkung der Koranverbrennungen ist sinnvoll, da sonst die Auflage in die Höhe schiesst; wenn dann sollte ein Koran bei öffentlichen Versammlungen medienwirksam verbrannt werden, oder einzelne Seiten daraus, vgl. Anm. 53 und Wissenschaftsbriefe / Science Review Letters 2023, 22, Nr. 1452, 1456; FAZ 2023, Nr. 171, Nr. 176, Nr. 190 sowie Kurs Nr. 655 Staats- und Rechtslehre V, Ib.
[39] Ib.
[40] V,10-14; zu: Die folgenden Kapitel sind eine Satire auf die Rechtspflege der Zeit, die aber zum Teil auch für unsere Zeit noch aktuell ist. Auch heute können sich Firmen, die im "Rechtsdienstleistungsregister" registriert sind, als Raubritter auftreten und phantastisch hohe Rechnungen an unbeschotene Bürger schicken. Dieses Volk der "Prozessverdreher" herrscht über ganz Europa und sieht sich im friedlichen Besitztum aller liegenden und fahrenden Güter sitzen. Sie sengen, brennen, vierteilen, köpfen, rädern, knebeln vielleicht nicht mehr, "untergraben aber alles ohne Unterschied. Denn Laster heißt bei ihnen Tugend, Bosheit Güte, Verräterei ist ihnen Treu, Diebstahl nennen sie Edelmut; Raub ist ihr Wahlspruch" und nennen sich z.B. Farttrack, vgl. Anm. 19, 22-23, 31, 34, 41
[41] Ib.; zu: Nach Rabelais sind die Rechtsverdreher sogar noch schlimmer als Falschmünzer oder die freche Dummheit und Verblendung der Ärzte, Chirurgen, Apotheker, obwohl sie während der Corona-Krise gezeigt haben zu welchen Schandtaten sie fähig sind, vgl. Anm. 40 und 27
[42] Ib.
[43] Ib.
[44] Ib.
[45] Ib.
[46] Ib.
[47] V, 24-26
[48] Ib.
[49] Ib.
[50] Ib.
[51] Ib.
[52] V, 38-43
[53] Ib.; zu: ›Trink‹ ist ein bei allen Völkern verehrtes und verstandenes Wort - zumindest in der freien nicht islamisierten Welt; Trinken ist des Menschen Vorrecht; nicht das Trinken schlechthin an sich, denn auch das Vieh trinkt, sondern Wein trinken, vgl. Anm. 11, 15, 25, 30, 54
[54] Ib.
[55] S. Rushdie 1988/2017: Die satanischen Verse / The Satanic Verses / Les Versets Sataniques, Penguin / Verlagsgruppe Random  House, London, New York, Paris, München, Hamburg; Ders. 1981/1997: Midnight Children (Mitternachtskinder), London, München, übers. von Karin Graf, Ders. 1995/2013: The Moor's Last Sigh (Des Mauren letzter Seufzer), London, München, Hamburg; vgl. Kurse Nr. 545 Sittenlehre I-II, Nr. 614 Sittenlehre III, Nr. 561 Sir Walter Scott, Nr. 505 Arthur Schopenhauer I-II, Nr. 663 Arthur Schopenhauer III, Ib.
[56] Ib.
[57] Ib.; zu: zu: Mahound und seine Anhänger wurden damals oft "Schafköpfe" , "verdammte Hanswürste", "Kameltreiber von Mekka" (Walter Scott) genannt oder als "Mahound mit seiner Lumpenbande" bezeichnet. Walter Scott lässt Richard Löwenherz ausrufen: "Ich will nichts mehr hören von diesem Hunde von Propheten!" oder einen anderen Ritter: "Freund des Kreuzes und Geißel aller Ungläubigen, Ketzer und Teufelsanbeter. Hütet Euch – hütet Euch! Nieder mit Mohammed, Satan und ihren Anhängern!". Dazu Rushdie: "Waschungen, immerzu Waschungen, die Beine bis zu den Knien, die Arme bis zu den Ellbogen, der Kopf bis zum Hals. Wie absonderlich sie aussehen, mit dem trockenen Rumpf, den nassen Gliedern und dem feuchten Kopf! Plitsch, platsch, waschen und beten. Kniend schieben sie Arme, Beine, Kopf wieder zurück in den allgegenwärtigen Sand, und dann fängt der Kreislauf von Wasser und Gebet von vorne an." Sie sind ergiebige Zielscheiben für Satiriker: "Wenn Mahounds Ideen auch nur einen Pfifferling wert wären, glaubt ihr dann, sie wären nur bei Abschaum" beliebt?. Damit steht Rushdie in der Tradition der Philosophie und Literatur seit dem Mittelalter und der Renaissance, vgl. Anm. 30, 55, 66, 82 Kurse Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 568 Nicolaus Cusanus - Renaissance Philosopher I, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 583 St.Thomas Aquinas, Sth. III, Nr. 678 François Rabelais, Nr. 557 Ludovico Ariosto I-II, Nr. 668 Ludovico Ariosto III, Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 561 Walter Scott, Nr. 562 Dante Alighieri I-II, Nr. 672 Dante Alighieri III, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Ib.
[58] Ib.
[59] Ib.
[60] Ib.
[61] Ib.
[62] Ib.
[63] Ib.
[64] Ib.
[65] Ib.
[66] S. Rushdie 2012: Joseph Anton. A Memoir / Die Autobiographie. Random  House, New York; deutschsprachige Ausgabe C. Bertelsmann, München, übersetzt von Verena von Koskull und Bernhard Robben; zu: In seiner Autobiographie schreibt Rushdie: "Hätte ich doch nur ein kritischeres Buch geschrieben... Eine Religion, deren Führer sich auf derartige Weise verhielt, hätte ein wenig Kritik wohl durchaus nötig." Durch den Iran wurde ein Begriff immer bekannter: Extraterritorialität, auch bekannt als "staatlich geförderter Terrorismus". Schon in seiner Jugend konnte Rushdie mit islamischen Religionsgelehrten, Imamen, nichs anfangen. Als Kinder rebellierten sie gegen einen Religiosgelehrten ("Maulvi"), "gegen dieses wie Ho Chi Minh aussehende Wichtelmännchen, und trieben so gnadenlos ihren Spott mit ihm, dass er sich bei den Eltern bitterlich" beklagte. Verwünschungen murmelnd, verschwand der Maulvi, um niemals wiederzukehren. Stattdessen erfreute er er sich lieber an Händels Messias, als die Schule den Halleluja-Chor als Teil einer Aufführung des Messias mit professionellen Soliosten einübte. Er machte bei Frühgebeten und Abendgebeten mit, schließlich war er in Bombay zur Cathedral School gegangen. Er konnte nicht leugnen, "dass ihm die Choräle gefielen, deren Musik sein Herz erfreute." Vgl. Anm. 30, 55, 57 Kurse Nr. 667 Romantische Kunst und Philosophie I, Nr. 669 Romantische Kunst und Philosophie II, Nr. 551 G.W.F. Hegel I, Nr. 660 G.W.F. Hegel II, Ib.
[67] Ib.
[68] Ib.
[69] Ib.
[70] Ib.
[71] Ib.
[72] Ib.
[73] Ib.
[74] Ib.
[75] Ib.
[76] Ib.
[77] Ib.
[78] Ib.
[79] Ib.
[80] Ib.
[81] Ib.
[82] Ib.; zu: Mit Thomas von Aquin kann man sagen  Irrgläubige wie die Muslime fehlt etwas, weshalb ihre Hilfsorganisationen, die "den Charakter des Unglaubens" tragen, wenig taugen, nämlich hauptsächlich um ihren Unglauben weiter zu verbreiten. "Der Akt eines Ungläubigen ist somit immer schlecht, insoweit derselbe den Charakter des Unglaubens trägt; mag er einen nackten bekleiden oder Ähnliches tun, insoweit dies nämlich bezogen wird auf den Zweck seines Unglaubens." Hilfsorganisationen und "geimeinnützige" Vereine der Muslime wie Ditib und Atib, die "den Charakter des Unglaubens" tragen beraten sogar Landesregierungen in Deutschland in Sachen Religionsunterricht. Vollkommen untauglich sind auch Wohltätigkeitsorganisationen im Iran .. Wie läuft Wohltätigkeit bei den Ungläubigen ab, also z.B.in islamischen Ländern wie Iran? "Innerhalb des iranischen Ministeriums für Nachrichtenwesen gab es eine besondere Task-Force, deren Aufgabe es war, einen Plan zu erarbeiten, der Khomeinis Befehl in die Tat umsetzte. Diese Task-Force besaß einen Codenamen, und für alle Befehle bestand eine Genehmigungskette. Ein Plan wurde entwickelt, dann von diversen Ebenen bis hinauf zum Präsidenten genehmigt und schließlich von der religiösen Führerschaft abgezeichnet. Das war der im Iran übliche modus operandi." Wohltätigkeit in islamischen Ländern heißt soviel wie "staatlich geförderter Terrorismus". Der Iran hört nicht auf "Terrorismus zu predigen und zu exportieren," vgl. Anm. 30, 55, 57, 66, Kurse Nr. 582 St.Thomas Aquinas, Sth II-II, Nr. 545 Sittenlehre I-II, Nr. 614 Sittenlehre III, Ib.
[83] Ib.
[84] Ib.
[85] Ib.
[86] Ib.
[87] Ib.
[88] Ib.
[89] Ib.
[90] Ib.; zu: Mit Klaus Kinkel als EU-Ratspräsident, deutete sich schon an, was später in der Merkel-Administration Wirklichkeit werden sollte: Nicht das Christentum und die Meinungsfreiheit gehören zu Deutschland sondern "Der Islam gehört zu Deutschland" (Merkel, Scheuble, Christian Wulf u.a.). Dazu Rushdie: "Manchmal konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, die Deutschen machten dem Iran in Europa den Büttel. Sie hatten ihre Besen gezückt, um ihn wieder einmal unter den Teppich zu kehren." Auch der ehemalige Rocksänger Cat Stevens (Yusuf Islam) blubberte "mit seinem Geschwätz in The Guardian an die Oberfläche wie ein Furz in der Badewanne und verlangte erneut, Rushdie müsse sein Buch zurücknehmen und bereuen." Später behauptete Cat Stevens, er habe sich nie im Fersehen oder in der Presse zu Wort gemeldet, "um seinen unverschämten, blutrünstigen Müll von sich zu geben." Vgl. Anm. 95 
[91] Ib.
[92] Ib.
[93] Ib.
[94] Ib.
[95] Ib.; zu: In Europa und Amerika gibt es viele Wissenschaftler, Politiker und Schriftsteller, die man der "Cat-Stevens-Trottelpartei" bzw. den "Moslem-Narren" zuordnen kann. Dazu zählt, wie schon erwähnt auch der Spionageautor John le Carré. Er hätte wie die Kapitänin Rackete wahrscheinlich auch die höchste Verdienstmedaille der Stadt Paris erhalten. Wichtigstes Kriterium für diesen Preis: eine gewisse "Verlogenheit" müsse vorhanden sein. Die sozialistische Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat die deutschen Kapitäninnen Carola Rackete und Pia Klemp, die vor allem weitere Moslems nach Europa schleusen, mit der höchsten Verdienstmedaille der Stadt Paris ausgezeichnet. John le Carré wäre zumindest auch preiswürdig, hat er sich doch als einer der wenigen Schriftsteller zu Beginn des Angriffs auf die satanischen Verse gegen Rushdie ausgesprochen. Während der "übelsten islamischen Attacken" auf die satanischen Verse 1989 hat sich Carré ziemlich großspurig auf die Seite seiner Angreifer gestellt. In einem Wortgefecht, das der Guardian abdruckte, schreibt Rushdie über John le Carré: Er müsse feststellen, "dass 1. er die vernagelte, reduktionistische , radikal islamische Auffassung teilt, Die satanischen Verse sei nichts anderes als eine 'Beleidigung', und 2. behauptet, jeder, der für vernagelte, reduktionistische , radikal islamische Leute nichts übrig hat, verliert sein Recht auf ein Leben in Sicherheit... Dass er sich derart schwammig und beschönigend zu einem offenen Aufruf zum Mord gegen Kopfgeld positioniert, begründet er damit, dass auch Ayatollahs Gefühle haben." Vgl. Anm. 90 und Kurse Nr. 545 Sittenlehre I-II, Nr. 614 Sittenlehre III, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre I-II, Nr. 641 Staats- und Rechtslehre III, Nr. 644 Staats- und Rechtslehre IV, Nr. 655 Staats- und Rechtslehre V, Ib.
[96] S. Rushdie 1983/1985/1990/1996: "Shame" (Scham und Schande), London, München, aus dem Englischen von Karin Graf:; vgl. Kurse Nr. 655 Staats- und Rechtslehre V, Nr. 678 François Rabelais, Ib.
[97] II, 4
[98] II, 5
[99] III, 7
[100] III, 8
[101] Ib.
[102] IV, 10
[103] Ib.
[104] Ib.
[105] Ib.
[106] Ib.
[107] IV, 11
[108] Ib.
[109] IV, 12
[110] Ib.
[111] S. Rushdie 2005/2006: "Shalimar the Clown" (Shalimar der Narr), London, Hamburg,  aus dem Englischen von Bernhard Robben, Kap. 1; vgl. Kurse Nr. 505 Arthur Schopenhauer I-II, Nr. 663 Arthur Schopenhauer III, Nr. 680 Nikos Kazantzakis, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 655 Staats- und Rechtslehre V, Nr. 678 François Rabelais, Ib.
[112] Ib.
[113] Kap. 2
[114] Ib.
[115] Ib.
[116] Kap. 3; zu: Für den Schrott-Mullah gab es also nun eine Schrott-Moschee. "Im hinteren Teil der neuen Moschee gab es zwei einfache, fensterlose Räume, in denen Bulbul Fakh wohnte. Dass Frauen an den Gebeten teilnehmen konnten, war nicht vorgesehen. Die auffälligste Attraktion der Moschee stand in ihrem Hauptraum, wo man Bulbul Fakh zu Ehren eine Furcht erregende Schrottkanzel errichtet hatte, mitsamt einer Reihe LKW-Scheinwerfer, hörnerähnlich nach oben gebogenen Stoßstangen und einem zähnefletschenden Kühlergrill." Vgl. Anm. 121 und Kurse Nr. 655 Staats- und Rechtslehre V, Nr. 678 François Rabelais, Ib.
[117] Ib.
[118] Kap. 4
[119] Ib.; vgl. Kurse Nr. 606 Fra Angelico, Nr. 640 Stefan Lochner, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 649 Giotto di Bondone, Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 648 Calderon de la Barca II, Nr. 645 Miguel de Cervantes II, Nr. 557 Ludovico Ariosto I-II, Nr. 668 Ludovico Ariosto III, Nr. 500 St. Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Ib.
[120] Ib.
[121] Ib.; zu: Unter Islamisten hat Wissenschaft eine ganz andere Bedeutung. Der größte Gelehrte ist hier gleichzeitig der schlimmste Schrott-Mullah oder Muslim-Terrorist, wie es sich auch heute im Libanon bei der Hizbullah, in Palästina bei der Hamas, im Iran und in der Türkei bei DITIB/Diyanet zeigt, denn sie alle sind Antisemiten und Feinde Europas bzw. des Westens. "Die meiste Zeit des Tages wurde mit der Ausbildung an der Waffe verbracht. Wichtigster Ausbilder war ein afghanischer Kriegskumpan von Janjalani, dem Philippinen, ein Kämpfer aus Kandahar mit schwarzem Turban, der sich selbst schlicht Talib nannte, was so viel wie 'Lernender' hieß. Taleem war das Wissen. Wer Wissen erworben hatte, war ein Gelehrter, ein taliban. Talib, der Lernende, war eigentlich ein Mullah, jedenfalls war er in einer Koranschule, einer madrasa, ausgebildet worden." Vgl. Anm. 9, 11, 121, 126 und Kurse Nr. 641 Staats- und Rechtslehre III, Nr. 644 Staats- und Rechtslehre IV, Nr. 655 Staats- und Rechtslehre V, Nr. 680 Nikos Kazantzakis, Nr. 678 François Rabelais, Ib.
[122] Ib.
[123] Ib.
[124] Ib.
[125] Ib.
[126] Ib.; zu: Aus der Geschichte von Kaschmir wusste man, wo Muslims ähnlich wie Heuschreckenschwärme über ein Land herfallen, wird alles zerstört. Man kennt es von den Türken. Zur Zeit von Sikandar But-Shikan, also Sikander, dem Bilderstürmer, "wurden die muslimischen Angriffe auf die kaschmirischen Hindus mit Heuschreckenschwärmen verglichen, die über die schutzlose Reisernte herfielen." Nur die heutigen Muslim-Terrororganisationen sind noch schlimmer: "Die radikalen Kader der Jamaat-i-Islami-Partei brachten neue Worte  für die Pandits in Umlauf: mukhbir, kafir, was Spione bedeutete, Ungläubige... Einige Tage später begann im Bezirk Anantnag eine Woche grundloser Gewalt gegen Häuser, Geschäfte und Tempel der Pandits und auch gegen die Familien selbst. Viele von ihnen flohen. Der Exodus der Pandits von Kaschmir hatte begonnen." Wie die ethnischen Säuberungen der Türken in Bezug auf die Armenier bzw. Christen in der Türkei, vgl. Kurse Nr. 680 Nikos Kazantzakis, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 655 Staats- und Rechtslehre V, Nr. 678 François Rabelais, Nr. 677 Jean Paul, Nr. 629 Voltaire I-II, Nr. 622 Victor Hugo I, Nr. 020 Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 621 Lord Byron I, Nr. 676 Lord Byron II, Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 545 Sittenlehre I-II, Nr. 614 Sittenlehre III, Ib.
[127] Ib.
[128] Ib.
[129] Ib.
[130] Ib.
[131] Kap. 5; zu: Unter islam verstanden die Islamisten neben Selbstmordattentaten "Schießereien, Lynchjustiz, Messerstechereien, Enthauptungen, Bomben... Es war durchaus bekannt, dass sich die Führer der Hamas im Nahen Osten psychologische Profile erstellen ließen, nach denen sie ihre Märtyrerkandidaten aussuchten." Nicht jeder kann ein Killer sein. Psychologie war wichtig. "Charakter war Schicksal. Gewisse Persönlichkeitstypen konnten besser beeinflusst werden als andere, konnten von äußeren Kräften geformt und von ihren Herren wie Waffen gegen jedes Ziel gelenkt werden, das einen Angriff lohnte." Die Kandidaten halten sich oft  über viele Jahre an verschiedenen als "Schulen des Terrorismus" bekannten Orten auf, "wahren Zentren der Gehirnwäsche". Die Bombenleger der Hamas, "die palästinensischen Selbstmordattentäter und nun die schreckliche Möglichkeit, dass ferngelenkte menschliche Roboter unter uns wandelten, bereit einen Mord auszuüben, sobald eine Stimme am Telefon auch nur 'Banane' oder 'Solitär' sagte", machen deutlich, wie gefährlich die Muslim-Terroristen sind. Vgl. Anm. 121 
[132] S. Rushdie 1999/2014: "The Ground beneath her Feet" (Der Boden unter ihren Füßen), London, München, Hamburg,  aus dem Englischen von Gisela Stege, Kap. 3
[133] Kap. 10
[134] Kap. 12
[135] Ib.; zu: "Reklame für personenschädigende Waren, die geschickt und unterschiedlich als essbare Lebensmittel getarnt sind, um dann den Magen und den Verdauungstrakt des amerikanischen Volkes in ein grimmiges, tobendes Schlachtfeld zu verwandeln. Diese wechseln sich mit Werbefilmen für ein breit gefächertes Angebot von chemischen Heilmitteln ab, von denen ein jedes behauptet, die einzig zuverlässige Hilfe zur Wiederherstellung des intestinalen Friedens zu sein", vgl. Anm. 138 und Zentrum für natürliche Bienentherapie 2023: Mechanistisch-materialistische Sichtweise in der Schulmedizin I-II. Pressemitteilung; Ders. 2023 Mechanistische Medizin III, Ib.; Ders. 2023: Soziale Medizin / alternative Therapien statt Biotech-Medikamente und -Vakzine I-II, Ib.; Ders. 2023: Soziale Medizin / alternative Therapien statt Biotech-Medikamente und -Vakzine III, Ib. sowie Kurse Nr. 665 Molière, Nr. 678 François Rabelais, Nr. 679 Laurence Sterne, Nr. 677 Jean Paul, Nr. 511 Johann Gottlieb Fichte I, Nr. 658 Johann Gottlieb Fichte II, Nr. 659 Wissenschaftslehre I, Nr. 666 Wissenschaftslehre II, Ib.
[136] Kap. 13
[137] Ib.; vgl. Anm. 135
[138] Kap. 14; zu: "Gesundheitsrisiko der gentechnisch manipulierten Pflanzen" vgl. Zentrum für wesensgemaesse Bienenhaltung / Centre for Natural Apitherapy 2023: Mehr Ernährungskrisen und Hunger in der Welt durch grüne Gentechnik IV, Presse-Mitteilung; Ders. 2021: Mehr Ernährungskrisen und Hunger in der Welt durch grüne Gentechnik I-III, Presse-Mitteilung; Ders. 2007 / 2022: Die Debatte über Gentechnik und Bienen in Deutschland, Presse-Mitteilung; Ders. Gentechnisch veränderte Lebensmittel und GV-Saaten sind nachweislich unsicher und gesundheitsgefährdend, Ib.; Ders. 2017 / 2023: Natürliche Apitherapie statt Gen-Pharming und Genom-Editing, gentechnisch frisiertes Getreide, Obst, Gemüse, Laborfleisch (Tissue Engineering), Klonfleisch und andere Klonprodukte, Ib.;  vgl. Kurse Nr. 665 Molière, Nr. 679 Laurence Sterne, Nr. 678 François Rabelais, Nr. 677 Jean Paul, Nr. 666 Wissenschaftslehre II, Nr. 659 Wissenschaftslehre I, Nr. 655 Staats- und Rechtslehre V, Ib.
[139] Ib.
[140] Kap. 16
[141] Ib.
[142] Kap. 17
[143] S. Rushdie 2015/2017: "Two Years Eight Months and Twenty-Eight Nights" (Zwei Jahre acht Monate und achtundzwanzig Nächte), New York, München, aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier, Kap. 1
[144] Ib.
[145] Kap. 2
[146] Kap. 3
[147] Kap. 4
[148] Ib.
[149] Ib.
[150] Kap. 5
[151] Kap. 6
[152] Ib.
[153] Ib.
[154] Ib.

François Rabelais
Akademie der Kunst und Philosophie / Academy of Arts and Philosophy
DI. M. Thiele, President and international Coordinator
M. Thiele College of Beetherapy / Academy of Arts and Philosophy / Sciences
 

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Zur Philosophie und Kulturgeschichte von Byzanz, des Mittelalters, der Schule von Chartres, der Renaissance, des Barock, der Aufklärung, des Idealismus, der Romantik vgl. Kurse:Nr. 551 G.W.F. Hegel I, Nr. 660 G.W.F. Hegel II, Nr. 511 Johann Gottlieb Fichte I, Nr. 658 Johann Gottlieb Fichte II, Nr. 509 F.W.J. Schelling I, Nr. 510 F.W.J. Schelling II, Nr. 513 F.W.J. Schelling III, Nr. 505 Arthur Schopenhauer I-II, Nr. 663 Arthur Schopenhauer III, Nr. 531 Platon, Nr. 533 Aristoteles, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Nr. 020 Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 673 Johann Wolfgang von Goethe III, Nr. 553 Friedrich Schiller I-II, Nr. 675 Friedrich Schiller III, Nr. 554 Friedrich Hölderlin I-II, Nr. 512 Novalis I, Nr. 671 Novalis II, Nr. 677 Jean Paul, Nr. 667 Romantische Kunst und Philosophie I, Nr. 669 Romantische Kunst und Philosophie II, Nr. 630 Johann Ludwig Tieck, Nr. 631 Adelbert von Chamisso, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 665 Molière, Nr. 622 Victor Hugo I, Nr. 674 Victor Hugo II, Nr. 629 Voltaire I-II, Nr. 679 Laurence Sterne, Nr. 621 Lord Byron I, Nr. 676 Lord Byron II, Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 561 Sir Walter Scott, Nr. 555 Angelus Silesius, Nr. 634 Hans Sachs, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 680 Nikos Kazantzakis, Nr. 588 Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Nr. 550 Fjodor M. Dostojewskij I-II, Nr. 506 Wladimir Sergejewitsch Solowjow, Nr. 664 Philosophie der Kunst, Nr. 661 Philosophie der Geschichte I, Nr. 686 Philosophie der Geschichte II, Nr. 687 Philosophie der Geschichte III, Nr. 687 Philosophie der Geschichte IV, Nr. 687 Philosophie der Geschichte V, Nr. 659 Wissenschaftslehre I, Nr. 666 Wissenschaftslehre II, Nr. 681 Wissenschaftslehre III, Nr. 682 Wissenschaftslehre IV, Nr. 683 Wissenschaftslehre V, Nr. 684 Wissenschaftslehre VI, Nr. 685 Wissenschaftslehre VII, Nr. 545 Sittenlehre I-II, Nr. 614 Sittenlehre III, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre I-II, Nr. 641 Staats- und Rechtslehre III, Nr. 644 Staats- und Rechtslehre IV, Nr. 655 Staats- und Rechtslehre V, Nr. 618 St. Ephraim der Syrer, Nr. 617 St. Cyrill von Alexandrien, Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Nr. 613 St. Gregor von Nyssa, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 611 St. Johannes Cassianus, Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 653 St. Cyprianus, Nr. 609 St. Athanasius der Große, Nr. 605 St. Irenaeus von Lyon, Nr. 604 St. Hildegard von Bingen, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 581 Bernhard von Chartres, Nr. 580 Wilhelm von Conches, Nr. 578 Pierre Abaelard, Nr. 574 Johannes von Salisbury, Nr. 577 Petrus Lombardus, Nr. 576 Gilbert de la Porrée / Gilbert von Poitiers, Nr. 565 Johannes Scotus Eriugena, Nr. 575 Thierry de Chartres, Nr. 571 Alanus ab Insulis, Nr. 572 Anselm von Canterbury, Nr. 570 St. Hilarius von Poitiers, Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Nr. 568 Nicolaus Cusanus II, Nr. 568 Nicolaus Cusanus III, Nr. 564 St. Ambrosius, Nr. 564 St. Augustinus I, Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 654 St. Augustinus III, Nr. 579 St. Albertus Magnus, Nr. 500 St. Thomas von Aquin I, ScG, Nr. 501 St.Thomas von Aquin II,  Sth I., Nr. 502 St.Thomas von Aquin III, Sth. I-II, Nr. 582 St.Thomas von Aquin IV, Sth II-II, Nr. 583 St.Thomas von Aquin V, Sth. III, Nr. 566 Meister Eckhart, Nr. 562 Dante Alighieri I-II, Nr. 672 Dante Alighieri III, Nr. 558 Calderón de la Barca, Nr. 648 Calderón de la Barca II, Nr. 650 Calderón de la Barca III, Nr. 651 Calderón de la Barca IV, Nr. 563 Miguel de Cervantes I, Nr. 645 Miguel de Cervantes II, Nr. 637 Lope de Vega I, Nr. 638 Lope de Vega II, Nr. 642 Lope de Vega III, Nr. 643 Lope de Vega IV, Nr. 652 Juan Ruiz de Alarcón, Nr. 632 Ginés Pérez de Hita, Nr. 633 Luis Vaz de Camões, Nr. 678 François Rabelais, Nr. 557 Ludovico Ariosto I-II, Nr. 668 Ludovico Ariosto III, Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 552 William Shakespeare I-II, Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 560 Walter von der Vogelweide, Nr. 662 Gottfried von Strassburg, Akademie der Kunst und Philosophie / Académie des sciences

Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 586 Tizian, Nr. 591 Paolo Veronese, Nr. 597 Correggio, Nr. 670 Annibale Carracci, Nr. 520 Rembrandt, Nr. 598 El Greco, Nr. 620 Giovanni Battista Tiepolo, Nr. 590 Giovanni Bellini, Nr. 656 Andrea Solari, Nr. 657 Bernadino Luini, Nr. 587 Andrea Mantegna, Nr. 595 Jan van Eyck, Nr. 635 Rogier van der Weyden, Nr. 640 Stefan Lochner, Nr. 646 Michael Pacher, Nr. 647 Peter Paul Rubens, Nr. 649 Giotto di Bondone, Nr. 626 Luca Signorelli, Nr. 610 Piero della Francesca, Nr. 596 Perugino, Nr. 522 Raffael (Raffaello Sanzio), Nr. 523 Sandro Botticelli, Nr. 602 Benozzo Gozzoli, Nr. 606 Fra Angelico, Nr. 607 Pinturicchio, Nr. 608 Domenico Ghirlandaio, Nr. 593 Filippo Lippi, Nr. 594 Filippino Lippi, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 603 Bernard van Orley, Nr. 615 Ambrogio da Fossano detto il Bergognone, Nr. 636 Eugène Delacroix, Nr. 639 Bartolomé Esteban Murillo, Akademie der Kunst und Philosophie



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Letzte Bearbeitung:14.12.2023