Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

Kurs Nr. 320ff (Studienfahrt)

Romanische Baukunst

KünstlerInnen | ArchitektInnen | DesignerInnen | Ärztinnen | Ärzte | BienentherapeutInnen | PhilosophInnen | DI. Michael Thiele, internationaler Koordinator der Akademie der Kunst und Philosophie

Studienfahrten zum Beispiel nach Frankreich, dem Zentrum der romanischen Architektur in Europa oder "la première définition de l'Occident"
Vézelay Basilique  south tower 

 

 
 
 
 
 

 

Diese Studienfahrt führt uns nach Frankreich, dem Zentrum der romanischen Architektur in Europa oder "la première définition de l'Occident". (Genauere Infos für Mitglieder und eingeschriebene Studenten. Auch als Einleitung für Nr. 323, Nr. 324, Nr. 328, Nr. 329; Nr. 334, 335)

Das Römische Reich konvertierte bereits 380 zum Christentum, als Theodosius I. mit dem Erlass "Cunctos Populos" alle heidnischen und häretischen Religionen verbot: "die übrigen, die wir für wahrhaft toll und wahnsinnig erklären, haben die Schande ketzerische Lehre zu tragen ... und werden von unserer Strafgerechtigkeit ereilt." Das war keine Konversion, sondern ein Befehl, dem rund 60 "Ausführungsbestimmungen" folgten. Das Edikt von Thessalonike verbietet den Arianismus im Osten. Der Athanasionismus wird Staatsreligion (Katholizismus). Einige Länder am Rande des römischen Reiches wie Armenien konnten christianisiert werden. Dies war letztlich die Grundvoraussetzung für die romanische Kunst und Architektur. [1]

Den mächtigen Vorzügen des Christentums gegenüber finden wir das "Heidentum in voller Auflösung begriffen, ja in einem solchen Zustande, dass es auch ohne den Zutritt des Christentums kaum noch lange fortlebend zu denken ist. Nehmen wir zum Beispiel an, Mohammed hätte in der Folge seinen fanatischen Monotheismus ohne alle Einwirkung von christlicher Seite her zustande bringen können, so hätte das Heidentum am Mittelmeer dem ersten Angriff desselben so gewiss erliegen müssen als die Heidentümer Vorderasiens. Es war schon allzu tödlich geschwächt durch innere Zersetzung und neue willkürliche Mischung.... Das Christentum musste auf die Länge siegen, weil es alle diese Fragen, um deren Lösung sich jene gärende Zeit so sehr bemühte, ohne allen Vergleich einfacher und in einem grossartigen, einleuchtenden Zusammenhange beantwortete." Konstantins Siege beendeten die Christenverfolgung: "Blitzschnell rückte er wieder aus Syrien durch Kleinasien nach Europa und nahm in dem Gebiete seines Gegners das feste Byzanz sowie Heraklea weg. Zwischen dieser Stadt und Adrianopel kam es zu einer Schlacht mit dem überraschten Gegner. Wider Willen der beiden handelte es sich hier ganz offenbar um Christentum oder Heidentum.... Die während der Verfolgung konfiszierten Versammlungsplätze und andere Grundstücke der christlichen Gemeinden wurden zurückgegeben, die Christen offenbar begünstigt und ihr Proselytismus tätig unterstützt." [2]
 

"Das Jahrhundert war ausgegangen, sich eine neue Heimat für seine Gedanken und Gefühle zu suchen. Für die eifrigen Christen war dieses irdisch-himmlische Vaterland gegeben: es hiess Palästina... Vielleicht die erste weite Wallfahrt war die des kappadocischen Bischofs Alexander, welcher unter Caracalla Jerusalem – das damalige Aelia Capitolina – besuchte, »um des Gebetes und der Geschichte der Orte willen«. Auch Origenes kam, »um die Fußstapfen Christi, der Jünger und der Propheten aufzusuchen« ... "Eine merkwürdige Fügung hat es gewollt, dass Constantin auch in dem, was er für Palästina tat, weltgeschichtlich auf viele Jahrhunderte hinaus wirken sollte. Ohne den Glanz, welchen er über Jerusalem und die Umgegend verbreitete, hätte sich die Andacht der römischen Welt und folgerichtig die des Mittelalters nicht mit solcher Glut an diese Stätten geheftet und sie nicht nach einem halben Jahrtausend der Knechtschaft unter dem Islam wieder entrissen." [3] - Jacob Burckardt


Die Auswahl der neutestamentlichen Themen, in deren Mittelpunkt die Wundertaten des Heilands stehen, ist bezeichnend spätantik. "Man muss sie als eine Art Werbung für die christliche Religion verstehen, die ja erst in diesen Jahrzehnten ihren Durchbruch erlebte und sich anfangs noch neben diversen heidnische Kulten behaupten musste. Zweifler waren wohl kaum durch so subtile Auslegungen wie das Mysterium der Transsubstantiation zu überzeugen. Ihnen zeigte man lieber die überirdische Gabe des Heilands, Blinde sehend, Lahme gehend und sogar Tote wieder lebendig zu machen. Bezeichnenderweise verlieren sich denn auch diese Themen im Mittelalter, als es niemanden mehr zu bekehren galt, und an ihrer Stelle traten Darstellungen, die die heilsgeschichtlich bedeutsamen Ereignisse des Leidens und Sterbens des Erlösers in den Mittelpunkt rückten. Auf diesem Wege markiert die Fassade von St. Gilles einen Meilenstein in der abendländisch-christlichen Ikonographie." [4]

Eine wichtige Rolle in der Frühzeit der Romanik spielen die bis ins elfte Jahrhundert das Abendland verheerenden Invasionen, von denen sich der Mensch von heute wieder ein lebendiges Bild machen kann (islamischer Terror vor allem in arabischen und afrikanischen Ländern). Neben den Normannen und Horden der Ungarn, drängen wie einst die Hunnen die ebenfalls asiatischen Magyaren sengend und mordend bis an die Loire, und rhoneabwärts gelangen sie bis nach Arles. Vom Mittelmeer her aber droht die immerwährende Gefahr der mohammedanischen Sarazenen. Wie ein Ring hat sich das Reich des Islams um das christliche Abendland geschlossen. Nicht nur in Nordafrika, nicht nur in weiten Teilen der iberischen Halbinsel, auch in Sizilien und in Süditalien, ja selbst an der provenzialischen Küste haben die "Reiter Allahs" ihre befestigten Stützpunkte; von dort veranstalten sie ihre Razzien bis weit nach Norden. Und nirgends ein Karl Martel oder Prinz Eugen von Savoyen (einer der bedeutendsten Feldherren seines Zeitalters; er vertrieb die Osmanen aus Europa z.B. in der Schlacht bei Zenta, bei der allein 25.000 Moslems oder Osmanen ihr Leben aushauchten im Gegensatz von "nur 500" habsburgischen Soldaten), um ihnen geeigneten Widerstand zu leisten.

Dass an der seit jeher unsicheren und umstrittenen Pyrenäengrenze ganze Klosteranlagen burgähnlichen Charakter tragen ist verständlich. Seit dem 8. Jahrhundert wurden die Küstenstädte der Provence wiederholt von Arabern überfallen. Die gross angelegte Offensive der Sarazenen in Richtung Norden konnte zwar durch Karl Martell, den Grossvater Karls des Grossen, 732 bei Tours und Poitiers abgefangen werden, aber der moslemische Feind setzte sich in der Provence vorerst fest. 838 wurde Marseille angegriffen und dem Erdboden gleich gemacht. Erst später gelang es der Provence "die lästigen Mauren abzuschütteln." [5]

So wie man in Spanien in den Burgähnlichen Klosteranlagen Schutz vor den Mauren suchte, so suchte man später in den Moldauklöstern Schutz vor den Türken. "Zum Schutz gegen die türkischen Kriegshaufen und gegen Räuberbanden befestigten die Mönche ihre Klöster mit hohen Mauern und Wehrtürmen.... Ein ähnliches Phänomen findet sich im oft kriegsbedrohten Siebenbürgen, wo die Sachsen ihre Kirchen in Städten und Dörfern in gleicher Weise zum Schutz gegen die Türken befestigten." [6]

Auch die Ikonographie der Portale und Kapitelle romanischer Kirchen ist aufschlussreich. Manche Skulpturen erzählen von den unheimlichen Feinden, die es besonders auf die Kirchenschätze der Klöster abgesehen haben. Eines der interessantesten derartigen Zeugnisse bietet ein Detail im marmornen Portalschmuck von Oloron-Sainte-Marie, wo gefesselte Sarazenen, also Mohammedaner als Atlanten die Last des Tympanons tragen müssen. Ähnliche Darstellungen lassen sich an der Fassade und den Portalen des Domes S.Giorgio in Ferrara finden. In der Basilica di San Nicola in Bari müssen Muslime den Abtsthron tragen. Die tragenden Gestalten halten die Erinnerung an einen über die Sarazenen errungenen Seesieg fest. Oft wird auf der einen Seite eines Portals links die verfolgte und rechts die befreite Kirche dargestellt.

Die ersten zwei Kreuzzüge, die in der Zeit der Romanik zum Abendländischen Aufbruch wider den Islam rufen, nehmen in Frankreich ihren Anfang. Der erste, in Clermont durch das Konzil Ende November 1095 beschlossen, hat Papst Urban II, den ehemaligen Mönch Oedes de Chatillon aus der Abtei Cluny, zum eigentlichen Urheber; gepredigt wurde er ganz besonders von Pierre L'Ermite, einem Mann aus Amiens, den man für einen Gesandten Gottes hielt. Ihrem Ruf folgend, erobert die Christenheit am 15 Juli 1099 das Grab ihres Erlösers zurück. Die Nachricht von der Befreiung Jerusalems von den Mohammedanern, die das ganze Abendland mit Jubel erfüllt, begeistert in Burgund einen Knaben, Bernhard, Sohn des Edelmannes und herzoglichen Vasallen Tescelin; kaum ein halbes Jahrhundert später schickt dieser inzwischen zum weitberühmten Bernhard von Claivaux gewordene Mann Gottes in Vézelay die Scharen der Fürsten und Ritter zum zweiten Mal auf die Kreuzfahrt. 1146 rief er in Vézelay im Beisein König Ludwigs VII. und seiner Gemahlin Eleonore von Aquitanien zum Zweiten Kreuzzug auf. Am Weihnachtstag desselben Jahres konnte er duch seine mitreissende Rede im Dom zu Speyer König Konrad III. für dasselbe Unternehmen gewinnen. Auf die Initiative des Stammvaters des Zisterzienserordens, Bernhard von Claivaux, gehen zahlreiche zisterziensische Tochtergründungen zurück. Von 1118 bis zu seinem Tode im Jahr 1153 gründete Bernhard fast siebzig neue Klöster. [7] 

Den Kreuzzügen im Südosten entspricht im Südwesten die weniger spektakuläre, doch ebenso wichtige Reconquista. Auch die spanische Halbinsel, an deren äusserstem Ende das Grab des Jakobus Hunderttausende von Pilgern anzieht, muss für Christus wiedererobert werden. Bei dieser langwierigen Bewegung, die schon Karl der Grosse in seinen letzten Lebensjahren vorauszuahnen schien, als er jenseits der Pyrenäen einen vorgeschobenen Befestigungsgürtel vom Ozean zum Mittelmeer anlegte, spielen französische Ritter, insbesondere die Ritter des Templer-Ordens, wiederum eine Hauptrolle, und zwar nicht nur die unmittelbar interessierten Männer aus dem spanischen benachbarten Aquitanien, sondern zunehmend auch Leute von jenseits der Loire. Im Verlauf von rund 200 Jahren - etwa von der Mitte des 11. Jahrhunderts bis zum Tode Ferdinands III. (1252) - vertrieben sie mit den Nordspaniern zusammen, vom verhältnismässig schmalen Landstreifen Katalonien - Aragon -Navarra - Kastilien - Asturien - Galizien ausgehend, den Islam bis auf ein kleines Gebiet um Granada aus der die Halbinsel beherrschenden Position. 
 

"In der muselmanischen Welt gab es keine Ritterschaft, die der Templerritterschaft entsprochen hätte. ... Es ist unbestritten einzig und allein das Verdienst dieses Ordens, den Vorstoss des Islams nach Europa in Spanien gestoppt zu haben... Dass der wissenschaftliche Aufschwung in der christlichen Welt weniger sprunghaft erfolgt, liegt daran, dass schon eine höhere Basis existiert, die auf Resten der lateinischen, byzantinischen und griechischen Zivilisation ruht. ... Fraglos ist die abendländische Zivilisation nach den Kreuzzügen erst richtig erblüht. Im Gegensatz dazu stirbt die islamische Zivilisation an den Kreuzzügen. Langsam aber sicher. So, als wäre sie von ihren Grundlagen getrennt worden. Die christliche Zivilisation verdorrt nach dem Verlust Jerusalems und besonders nach dem Untergang des Templerordens." [8]


Die Reconquista (Rückeroberung) 1031-1260 beginnt mit einem arabischen Bürgerkrieg und der Auflösung des Omaijaden-Kalifats. Durch den Sieg bei Navas de Tolosa wird das Almohaden-Reich aufgelöst (1212), Ferdinand III. , der Heilige, erobert den Süden mit Córdoba, in der Schlacht am Salado kann der Sultan von Marokko geschlagen werden, und beendet die Reconquista (1217-1253). Cluniazenser stärken die Ritterorden und bringen die Kirche in enge Verbindung mit Rom. Päpste fördern die Kreuzzüge durch Werbung und Geldmittel; Ritterorden (Templer, Johanniter) leisten wichtige Hilfe. Während der Zeit der Reconquista war man überzeugt, das Volk sei durch Moslems "angesteckt und angefault". Selbst zum Christentum konvertierte Mauren hatten Schwierigkeiten, nicht abgeschoben zu werden:
 

»Auf Gunst und Geschenke ist nicht zu bauen; denn bei dem großen Don Bernardino de Velasco, Grafen von Salazár, welchem Seine Majestät unsre Austreibung aufgetragen hat, helfen weder Bitten noch Versprechungen noch Geschenke noch Wehklagen; und wenn er auch zwar Barmherzigkeit mit Gerechtigkeit vereint, so sieht er doch, daß der ganze Körper unsres Volkes angesteckt und angefault ist, und er behandelt ihn lieber mit dem glühenden Eisen, das ausbrennt, als mit der Salbe, die aufweicht und lindert; und so hat er mit Klugheit, mit Einsicht, mit Tätigkeit, mit der Furcht, die er den Schlechten einflößt, die Last dieses großen Unternehmens auf seinen starken Schultern zu tragen gewußt, bis er seinen Auftrag zur gebührenden Ausführung gebracht, ohne daß unsre Anschläge, Künste, Bitten und Betrügereien seine Argusaugen wenden konnten, die er immer wachsam hält, damit keiner von den Unsern zurückbleiben oder sich vor ihm verstecken könne, um als verborgene Wurzel künftig neu auszuschlagen und giftige Früchte in Spanien hervorzubringen, das jetzt gereinigt und von der Furcht erlöst ist, in der unsre große Anzahl es lange Zeit hielt. Ein heldenmütiger Entschluß des großen Philipp des Dritten! Und außergewöhnlich weise, daß er mit der Ausführung diesen Don Bernardino de Velasco beauftragt hat.« (Cervantes, DQ II, 65)


Die Besiegten, zumindest wenn es sich um Normannen oder Ungarn handelte, wurden in das christliche Abendland integriert. Durch die Bekehrung und das Ansässigwerden der Ungarn konnte aus einer unbeständig schweifenden Bedrohung ein Element der Stabilität und ein bleibender Schutzwall gegen muslimische und asiatische Horden gemacht werden. Damals schon wurde schnell klar, dass Muslime sich nicht integrieren lassen; sie wurden daher aus Europa vertrieben. Auf solche Weise ist zu der Zeit, die uns hier beschäftigt, das Abendland an mehreren Fronten wieder im Vormarsch, und zwar ganz im Geiste der grenzsprengenden Verkündigung des Evangeliums, das heisst der von Christus selber aufgetragenen Ausbreitung der Heilslehre. Daran beteiligt waren vor allem Mönchsorden wie die Benediktiner, Zisterzienser und Templer, die Klosteranlagen und Kirchen bauten wie zum Beispiel die Round Church in Cambridge:
 

"The Fraternity were probably Knights Templars, a wealthy, fighting order, founded in 1118, devoted to the protection of pilgrims to the Holy Land. The church may therefore well have been a wayside oratory for the offering of prayer for those connected with the Crusades in the Holy Land." [9]


Überall in Europa entstehen Kirchen, Klöster und Kathedralen. Auch wenn es in Osteuropa weniger prächtige Kathedralen wie in Westeuropa gibt, haben wir es zum Beispiel in Slowenien oder Kroatien  mit einer "europäischen Kulturlandschaft von Rang" zu tun. Mit 800 ausgemalten Kirchen zählt Slowenien zu den an Fresken reichsten Ländern Europas. Äusserst charakteristisch für Slowenien sind die vielen Berg- und Höhenkirchen, die manchmal auch als Festungen gegen die Türken gedient haben. Wenige Kilometer von Ljubljana entfernt, inmitten einer freundlichen Hügellandschaft, liegt die 1136 gegründete Zisterzienserabtei Sticna (Sittich), im Mittelalter kultureller Mittelpunkt von ganz Unterkrain. [10]

Auch im heiligen Land. Der Felsendom auf dem Tempelberg in Jerusalem zum Beispiel wurde  von den Kreuzfahrern in die Kirche "Templum Domini" umgewandelt, dann aber später (1194) von Sultan Saladin wieder den Moslems überlassen, die zwar für die Fassade viel Geld investierten (Die Kuppelvergoldung wurde 1993 erneuert. König Hussein von Jordanien finanziert das rund 8 kg schwere 24-karätige Blattgold). Die Innenarchitektur ist weitgehend erhalten. Im Innern umzieht ein doppelter Umgang (mit 12 Pfeilern und 28 Säulen) den in der Mitte etwas aus dem Boden herausragenden heiligen Felsen. Allerdings haben die Moslems den Innenraum mit Inschriften verschandelt, wie sie es mit allen sakralen Bauten tun: Die "sakralen" Inschriften am Felsendom sind eine detaillierte Polemik des Islam gegen das Christentum. Von den über 6000 Versen des Koran wurden vor allem die antichristlichen Aussagen Allahs ausgewählt. Auch in fast allen Moscheen im nahen Osten lassen sich Schriftzeichen finden, die zum Krieg "um Gottes willen zu führen", also zum Dschihad auffordern. Meistens sind diese Moscheen dort gebaut worden, wo vorher christliche Kirchen gestanden hatten, wie zum Beispiel die große Al-Nuri-Moschee in Mossul, die kürzlich zerstört wurde, damit nun wieder eine chtistliche Kirche dort errichtet werden kann. Der Erbauer dieser Moschee, Nur al Din Zengi (1118-1174) entstammte einer türkisch-sunnitischen Herrscherdynastie, die erbittert gegen die Kreuzzügler kämpfte. Opfer der von ihm energisch vorangetriebenen "sunnitischen Renaissance" waren hauptsächlich Christen. "Al Dins sunnitische Offensive, die mit der Eroberung Mossuls im Jahr 1170 einen Höhepunkt erreichte, war von einer Schriftreform wie auch von einer Publikations- und Baukampagne begleitet, die die Zentralität des Dschihads im islamischen Bewußtsein verankern sollten." So wie in allen muslimischen Ländern war die Verdrängung des christlichen Bauerbes fester Bestandteil von al Dins Baupolitik. Nachdem drei muslimisch-palästinensische Israelis im Juli 2017 in der Altstadt von Jerusalem das Feuer auf Sicherheitskräfte eröffnet hatten und zwei Polizisten getötet wurden, wurde der Tempelberg gesperrt. Denn es besteht der Verdacht, dass die Täter ihre Schusswaffen vor der Tat auf dem Al Aqsa-Plateau oder in der Moschee selbst deponiert hatten. Die Sicherheitskräfte durchsuchten die Al Aqsa-Moschee und setzten dabei Hunde ein, durchsuchten die Spinde der Mitarbeiter und konfiszierten Mobiltelefone und anderes Material; Imame und der Jerusalemer Großmufti wurden verhaftet. Mit Hilfe von Metalldetektoren und Überwachungskameras werden die Muslime nun streng kontrolliet. Muslime dürfen das Gelände betreten unter der Bedingung, "dass nicht mehr nur die nichtmuslimischen Besucher an dem einzigen für sie reservierten Zugang, sondern von nun an auch Muslime an den insgesamt neun für sie bestimmten Zugängen Metalldetektoren durchschreiten." Islamisten kritisierten die Aktion; darunter der Großmufti von Jerusalem, Muhammad Ahmad Hussein, der jordanische Außenminister Ayman al Safadi, der palästinensische Ministerpräsident Rami Hamdallah und Recep Tayyip Erdogan; Imame und Muezzine (der Ältester der Attentäter war ein Muezzin) forderten die Muslime auf, sich den Sicherheitskräften zu widersetzen und in der Altstadt "Schaubeten" oder "Kampfbeten" zu veranstalten. Nach dem beten greifen Muslime regelmäßig Sicherheitskräfte mit Steinen, Feuerwerkskörpern und Brandflschen an. In den Nachbarstaaten, vor allem in der jordanischen Bevölkerung überwiegt Abneigung gegen Christen und Juden, Antisemitismus ist weit verbreitet. Eine Mehrheit der Jordanier ist palästinensischer Herkunft. "Die jordanischen Muslimbrüder rufen täglich zu Demonstrationen gegen Israel auf. Der jjordanische Parlamentssprecher Atef Tarawneh hatte die Bluttat zweier israelischer Palästinenser nahe dem Tempelberg, die überhaupt erst zum Aufstellen der Metalldetektoren geführt hatte, gelobt und die Täter 'Märtyrer, die reinen Boden gesäht und gewässert haben', genannt."  Großmuftis und Imame in Jerusalem betreiben wie fast alle Imame in islamischen Ländern Geschichtsklitterei, indem sie behaupten, vor dem Islam hätte es keinen jüdischen Tempel gegeben; alles beziehe sich nur auf den Islam, wie auch das Patriarchengrab bei Hebron. Bis auf wenige Vertreter hat sich die Unesco von palästinensischen Imamen einlullen lassen, so dass sie tatsächlich das Patriarchengrab, das als zweitwichtigstes jüdisches Heiligtum gilt,  in dem Abraham, Isaak und Jakob liegen, und im "selben Bauwerk wie die Ibrahimi-Moschee" befindet, als muslimisch-palästinensische Weltkulturerbestätte ausloben wollte. Tatsächlich handelt es sich aber um eine jüdisch-christliche Weltkulturerbestätte; das Gleiche gilt für den Tempelberg, die Geburtskirche von Bethlehem sowie andere Gebiete um Jerusalem. Die Muslime haben es über die Jahre immer wieder verstanden, den Status quo am Tempelberg zu ihren gunsten zu erweitern. Heute dürfen nicht einmal mehr Knesset-Abgeordnete den Tempelberg besuchen, geschweige denn dort beten. Dabei haben die Muslime nur ein Ziel: "Chaibar, o Juden, die Armee Mohammeds wird wiederkommen." Chaibar war ein von Juden bewohnter Oasenort im heutigen Saudi-Arabien, dessen Bevölkerung im siebten Jahrhundert von Mohammed zum Teil massakriert worden war." Das, was den Muslimen auf dem Tempelberg scheinbar heilig ist, stellt allerdings nur eine Art "erfundene Tradition" dar. Die Koranpassage, auf die sich die Muslime berufen, "ist in der Tat interpretationsbedürftig. In Sure 17 ist von einem 'fernsten Gebetsplatz' die Rede - 'al masdschid al aqsa' - , zu dem der Prophet Mohammed in einer nächtlichen Reise auf dem Reittier Buraq gelangt." Wo genau dieser Ort sein soll, weiß niemand. Die Muslime meinen, es handele sich um den Jerusalemer Tempelberg, weshalb sie der Moschee den Namen Al-Aqsa gaben. [11]

Allerdings wenn von "la première définition de l'Occident" die Rede ist, sollte man auch erwähnen, dass kurz nach der Romanik vom französischen König Philipp IV (der Schöne), auch als "Falschmünzerkönig" bezeichnet, antichristliche Taten ausgegangen sind: Misshandlung des Papstes Bonifaz VIII. durch abgesandte Philipps des Schönen im Jahr 1303, aus Geldgier Misshandlung und Auflösung des Templerordens (1314) durch Philipp den Schönen in Zusammenarbeit mit Papst Clemens V.. Bertrand de Got, wie der Papst mit bürgerlichem Namen hiess, erwies sich als "willfähriges Instrument in den Händen des französischen Königs Philipps des Schönen, der ihn zwang, in der Provence Residenz zu beziehen, und sich von ihm die Zerschlagung des Templerordens sanktionieren liess." Diese Aktion schwächte das christliche Abendland, die Königreiche England und Frankreich waren in das "Dilemma des Hundertjährigen Krieges geraten, der Frankreich in der Anfangsphase mehrere katastrophale Rückschläge einbrachte. 1349 war die Pest ausgebrochen, die ganze Landstriche nahezu entvölkerte. Allein in Avignon sollen an die 11 000 Menschen Opfer der verheerenden Seuche geworden sein. Anschliessende Dürreperioden verursachten zusätzlich Hungersnöte." Später kommt es zum Fall von Konstantinopel und dem Aufstieg des osmanischen Reiches. Zu diesen Ereignissen und der Stadt Avignon, dem "babylonischen Exil der Päpste" schreiben Dante Alighieri und Francesco Petrarca [12]:

 
»Das alt und neue Weh zu überbieten,
seh ich das Lilienbanner in Anagni
und Christum selbst in seinem Stellvertreter
zum zweitenmal erhascht, verhöhnt, getränkt
mit Essig und mit Galle, zwischen Schächern
gekreuzigt, und so ruchlos ist der zweite 
Pilatus, dass er gierig, ohne Rechtsspruch
zum Tempel gar die Räuberschiffe schickt.«
- Dante Alighieri (1265 - 1321)

"Diese Stadt ist eine Abfallgrube, in der sich aller Unrat der Welt sammelt. Alles, was es auf Erden an Hinterhältigkeit, Gottlosigkeit und verabscheuungswürdigen Seiten gibt, findet sich dort aufgehäuft. Man verachtet Gott und betet stattdessen Geld an, man tritt die göttlichen und menschlichen Gesetze mit Füssen."  - Francesco Petrarca


Der höchste Inhalt der Kunst ist es, die höchsten Interessen des Geistes zum Bewusstsein zu bringen. "Die menschliche Gestalt ist die notwendige des Geistes, der im sinnlichen Dasein erscheint". Im Gegensatz zum Islam beispielsweise ist in der christlichen Religion der Gott ein ganz unmittelbar Einzelnes in allen Bedingungen des Daseins, kein blosses Ideal. "Hat man vom Absoluten nur eine abstrakte Vorstellung, die es nur als das Eine bestimmt, fällt die Gestaltung allerdings fort; aber zum Gott als Geist gehört das Erscheinen als Mensch, sonst ist er nicht Geist." Also die Darstellung Christi in seiner Geschichte, seiner Gestalt. Menschlicher Ernst muss sich in Christus ausdrücken, Marias Liebe ist der gelungene Gegenstand der Malerei der Romanik, Gothik und Renaissance  [13]
 

"Die höchste Bestimmung hat die Kunst, um den Gedanken aussprechen zu können, gemein mit der Religion und Philosophie, sie ist wie diese beiden eine Art und Weise, das Göttliche, die höchsten Forderungen des Geistes auszusprechen und zum Bewusstsein zu bringen." [14] - Hegel
"Das Gefallen gehört dem Zufälligen an und kann Zweck der Kunst nicht sein. Religiöses, Sittliches, Moralisches sind wohl an-und-für-sich-seiende Gegenstände, und die Kunst, je mehr sie solche Bestimmungen in sich hat, desto höher wird sie sein. ... Und die Kunst als Darstellung dieses Inhalts war Lehrerin der Völker. ... Der Inhalt also, um wahrhaft zu sein, muss konkret sein. Sagen wir von Gott, er sei das einfache Eine, so ist Gott als blosses Abstraktum gedacht und der Kunst unfähig; ... die Türken demnach können keine Kunst haben. Gott aber ist auch nicht dies Abstraktum der leeren Wesenheit, nicht das Abstraktum des unvernünftigen Verstandes." [15] - Hegel


In der Zeit bis zur Renaissance hatte die Kunst nur ein absolutes Werk, "die Ausbreitung des Christentums. Aus diesem sind die Legenden genommen. Das Werk der Weltlichkeit ist die Vertreibung der Mauren, die Kreuzzüge." Dies gilt besonders auch für das Epos: "Kriege müssen geschildert werden vom Abendland gegen das Morgenland, von Christen gegen Mauren." Wollte man in dieser Zeit "türkische Macht von europäischer unterscheiden, so ist es darin, dass die europäischen Soldaten das Bewusstsein haben, nur in der Einheit mit anderen zu gelten. Dies Zusammenhalten ist das Wesentliche, Unterscheidende gebildeter Heere." Bei den Barbaren oder Muslimen sind es nur ungebildete Haufen.  [16]

In Ungarn ging es um die Vertreibung der Tataren und Türken. Zwischen der Theiß und Debrecen dehnt sich die bekannteste ungarische Puszta, die 100 000 Hektar grosse Hortobágy. Tataren- und Türkenstürme hatten das besiedelte Land zur fast baumlosen Wüstenei (puszta heisst: leer, öde, wüst) gemacht. Während der hundertfünfzigjährigen türkischen Herrschaft zog sich das Volk aus den Dörfern und Einzelgehöft-Siedlungen in die Städte zurück, wo es mehr Schutz vor dem Unwesen der wütenden Heere fand. Erst nach Vertreibung der Türken strömte es wieder aus. Ursprünglich war das Königreich Ungarn, das Land der Stephanskrone, für Grösseres bestimmt. Dann kamen die Türkenkriege und zerstörten alle Grundlagen. Seither kennt die ungarische Geschichte immer wieder den Versuch, gegen eine Welt von Feinden anzugehen. Die Mongolen des Batu Khan steckten Budapest in Brand und vertrieben oder verschleppten seine Bewohner. Die Türken eroberten die Stadt und machten sie innerhalb einer Generation zu einer osmanischen Metropole. Aber die vereinigten christlichen Heere unter Prinz Eugen zerstörten die Bauten, mit denen die Türken die Stadt verschandelt hatten. Trotz der Wirren sind in Ungarn auch romanische Kirchen erhalten geblieben wie die Kirche von Ják, begonnen im 12. Jahrhundert, geweiht 1256, gilt als der bedeutendste romanische Bau in Ungarn. [17]
 

Beginn der Reconquista in Spanien, vorromanische (westgotische und asturische) und romanische Kathedralen und Klöster

Santo Domingo de Silos war schon im Westgotenreich ein bedeutendes Kloster. Nach seiner Zerstörung durch die Mauren liess es Graf Fernán Gonzáles wiederherstellen. "Der zweistöckige romanische Kreuzgang, erbaut um 1100, zeigt in seinen Kapitellen und Reliefs das Subtilste, was spanische Kunst jener Epoche hervorgebracht hat. In der Szene mit den Jüngern von Emmaus trägt Christus einen Helm - so kämpferisch dachte die Reconquista." [18]

Unerwartete Kostbarkeiten an romanischen Kirchenbauten finden sich in Soria und Segovia (Kastilien). In Segovia zum Beispiel findet sich die kleine zwölfeckige Templerkirche Vera Cruz (1208 vom Templerorden eingeweiht) sowie das Karmeliterkloster, die Grabstätte des grossen Mystikers und Dichters Juan de la Cruz sowie die Kirchen San Esteban, San Milán, San Martín, San Juan de los Caballeros, San Lorenzo, San Justo, San Clemente. In Soria blühte einst die Romanik. Santo Domingo, eine guterhaltene Kirche des 12. Jahrhunderts erinnert in ihrer Gedrungenheit an französische Vorbilder, während San Juan de Rabanera die im kastilischen Raum seltenen Einflüsse von Byzanz aufweist. Die Ruinen des ehemaligen Templerklosters San Juan de Duero ausserhalb der Stadt sind eine Mischung romanischer, gotischer und maurischer Elemente. Im Süden der Provinz: Zisterzienserkloster Santa María de Huerta. [19]

Das im 12. Jahrhundert gegründete Nonnenkloster Las Huelgas Reales besitzt einen beeindruckenden romanischen Kreuzgang. Die Äbtissin von Las Huelgas war eine mächtige Dame, die über 12 Klöster und 65 Ortschaften gebot. Auch heute noch kümmern sich die Zisterzienserinnen darum, das ihnen anvertraute Erbe instand zu halten. [20]

Sankt Jakobus wurde zum Vorkämpfer der Reconquista, der Zurückeroberung des an die Mauren verlorenen Landes. "Er wurde zum christlichen Gegenpol wider den Islam." Der Jakobsweg durchzieht wie der rote Faden die Entwicklung der frühmittelalterlichen Königshäuser Nordspaniens. An ihm entfalteten sich die Dynastien von Asturien, León, Navarra und Kastilien. In sein Einzugsgebiet gehörten die Baskenlande, Aragonien und Katalonien. Der Jakobskult war das Stimulans für die durch Jahrhunderte bestehende Zugehörigkeit Spaniens zur politischen, geistigen und kulturellen Einheit des Abendlandes. Er war die Brücke, die das asturische Königreich als Nachfolger des westgotischen Königshofs mit dem Reich Karls des Grossen verband. Die Jakobs-Pilger bewegte in ihren Gesängen der Sagenstoff um Karl den Grossen und seine Paladine, der im 12. Jahrhundert im Rolandslied zum Epos gestaltet wurde. Im selben Jahrhundert flossen neue Impulse in das religiöse Leben der Halbinsel ein, als Gelmírez, der Erzbischof von Santiago de Compostela, sich der Reformbewegung von Cluny anschloss. Damit fand die spanische Kirche "aus der Enge der nationalkirchlicher Tendenzen in die Weite der abendländischen Glaubenseinheit." Der Jakobsweg wurde zur Schlagader eines intensiven Ost-West-Handels: aus den skandinavischen Ländern, dem Baltikum, Polen, Deutschland, Ungarn, Italien, Frankreich, England nach Spanien. Auch ein Handel vom Süden zum Norden fand statt über die Zubringerstrassen Sevilla-Córdoba-León und Córdoba-Toledo-Burgos. Für Dante konnte nur der sich Pilger nennen, der nach Santiago gezogen war. [21]

Viele romanische Kirchen und Klöster liegen am Weg: die Kathedrale von Jaca, San Juan de la Pena, Santa Cruz de la Serós, das Kloster Lyre, die Kirchen von Sanguesa, die achteckige Templerkirche Nuestra Senora de Eunate, ein architektonisches Juwel. Die Strecke bis Burgos ist für den Camino besonders charakteristisch. Sie wurde um die Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert von den beiden Heiligen, Santo Domingo und San Juan de Ortega, angelegt und mit Brücken, Rasthäusern und Hospizen versehen. Zuvor verlief der Weg weiter Nördlich. Wegen der Maurengefahr mussten die Pilger die kantabrische Küste entlang ziehen, wo die damals wenig christlichen Basken den Wanderern oft böse mitspielten. Burgos war Mitte, Höhe- und Sammelpunkt des Camino. In seiner besten Zeit unterhielt es für die Pilger 34 Hospize und Herbergen. Als Keimzelle des kastilischen Königreichs war die Stadt ein herausragendes politisches Zentrum. Von dort wurde der Kampf gegen die Mauren entscheidend vorangetrieben. Hier träumte Rodrigo Díaz, genannt "El Cid", von einem geeinten Spanien "von Meer zu Meer". Weitere romanische Kirchen und Klöster am Weg sind San Martin von Frómista, die Templerkirche Santa María la Blanca in Villalcázar de Sirga, Santa María del Camino und Santiago sowie das Kloster San Zoil in Carrión de los Condes. Das Kloster San Benito in Sahagún, heute eine Ruine, gebot einst über mehr als hundert Klöster. Der Ort war die spanische Zentrale der Cluniazenser. Weiter gehts nach Santiago de Compostela über León und Ponferrada, das von einer Templerburg gekrönt ist. 1971 waren 3,6 Millionen Pilger in Santiago.  [22]

Die Kirchen der asturischen Vorromanik befinden sich alle in oder um Oviedo (seit 810 Asturiens Hauptstadt: Zum Beispiel Santa Cristina in Vega del Rey oder Santa Maria de Naranco. Viele Zisterzienserklöster und Bauten des Templerordens befinden sich in der Nähe des Camino. [23]
 

Zur philosophischen Annäherung an unsere Thematik können folgende Fernkurse belegt werden: Die Kreuzzüge, mochten sie nun nach dem Osten oder in das von Arabern eroberte Spanien nach Westen gehen, waren nur der äusserste Ausdruck eines Geisteskampfes, der eigentlich nicht auf den Schlachtfeldern Palästinas, sondern in den Seelen der abendländischen Menschheit ausgefochten wurde. Dieser Kampf kulminierte in der Auseinandersetzung zwischen Thomas von Aquin und Averroes. (siehe auch Kurse Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles - gegen die Heiden, Nr. 502 Thomismus in der heutigen Zeit , Nr. 503 Nominalistische Weltanschauungen und ihre Folgen. Zur Aktualität des Universalienstreites und Nr. 504

Es ging darum, der mit verödender Erstarrung drohenden Kräfte des Intellekts, den Europäischen Geist entgegenzusetzen. Denn hätte der Arabismus gesiegt - es hätte ein Überhandnehmen des Materialismus und die Vernichtung des Individuums in einem unvorstellbaren Mass zur Folge gehabt. Der Materialismus, der nichts anderes als ein weiterlebender Arabismus ist, findet sich heute noch an Universitäten, besonders an Amerikanischen Elite-Universitäten. (Vergl. Kurs Nr. 532 Philosophie der Wissenschaften

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[1] Konstantin der Grosse wird 324 Alleinherrscher ("Totius orbis imperator"). Byzantium wird nach Umbenennung in Konstantinopel christliche Reichshauptstadt (2. Rom) im bewussten Gegensatz zum heidnischen Rom. Das auf 75 Legionen (900 000 Mann) verstärkte Heer besteht aus Feldheer (Comitatenses), Grenztruppen (Limitanei) und Kaiserliche Leibgarde (Candidati). Anwohner (Foederati) übernehmen den Grenzschutz. Einteilung des Reichs in vier Präfekturen: Oriens (Konstantinopel), Illyricum (Sirmium), Italia (Mailand), Gallia (Trier) mit 14 Diozösen und 117 Provinzen. Nach der Bekehrung Konstantins 313 Toleranzedikt von Mailand: Völlige Religionsfreiheit und Gleichberechtigung des Christentums. Rückgabe des kirchlichen Eigentums, Abschaffung des Staatskults. 391 wird das Christentum Staatsreligion (Verbot alleer heidnischen Kulte). Hätte es den Islam damals schon gegeben, wäre er als Götzendienst (Anbetung der Kaaba in Mekka) ebenfalls verboten, Moscheen zerstört und Muslime bekehrt worden. In der Zeit der Kreuzzüge hatte man erwogen, Arabien zu erobern um den islamischen Götzendienst in Mekka zu unterbinden. Heute kommt es zu einer "arabischen Invasion" in Europa, die aber - so Papst Franziskus - auch Chancen biete. Wenn Europa Arabien nicht erobert, kommen eben seine Bewohner nach Europa, lassen sich taufen und bringen das Christentum nach Arabien zurück und ersetzen den dort waltenden islamischen Götzendienst durch die Religion der Freiheit. (Kinder, H. & Hilgemann, W. 1976: Atlas zur Weltgeschichte. München, Paris, Milano, Tokio, Madrid, New York, Baarn, Harmondsworth; Science Review Letters 2016, 15, Nr. 680; Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 55, p. 6; siehe auch Kurse Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 550 Dostojewskij. Akademie der Kunst und Philosophie., Nr. 561 Walter Scott. Akademie der Kunst und Philosophie ) 
[2] Vgl. Kurs Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Akademie der Kunst und Philosophie.
[4] Droste, T. 2011: Provence. Ostfildern 
[5] Kurz bevor der Papst Bonifaz VIII. (1294-1303) den König Philipp den Schönen exkommunizieren konnte, "wurde er seinerseits durch dessen Legaten Wilhelm von Nogaret in seiner Sommerresidenz Anagni überrumpelt und festgenommen. Zwar wurde er alsbald wieder freigesetzt; geschwächt von dem turbulenten Ereignissen, verstarb er aber bald darauf. Der Nachfolger Benedikt XI. starb bereits im Jahr nach seiner Wahl. Auf dem Konklave, das nun - bezeichnenderweise wieder in Lyon - tagte, wurde unter dem Druck Philipps des Schönen erstmals ein Franzose auf den Stuhl Petri gewählt, Bertrand de Got, der Erzbischof von Bordeaux. Als Clemens V. geriet er vollständig unter den Einfluss des französischen Königs, der den Papst überreden konnte, nicht in das von inneren Parteikämpfen zerrissene Rom zurückzukehren. Anfangs liess sich Clemens V. in Carpentras in der Grafschaft Venaissin nieder, die ja bereist päpstlicher Besitz war. 1309 wurde die Residenz nach Avignon verlegt. ... Wie willfährig der Papst nun den Wünschen des französischen Königs war, zeigt allein die unerbittliche Ausrottung des Templerordens, in dessen legendären Besitz sich der macht- und habgierige Carpentinger zu bringen wusste. Mit Billigung des Papstes wurde der Orden verboten, seine Mitglieder wurden eingekerkert, gefoltert und in grosser Zahl hingerichtet. Als der Grossmeister des Ordens, Jaques Bertrand de Molay, seine unter der Folter erpressten Geständnisse widerrief, kam er auf Befehl des Königs 1314 auf den Scheiterhaufen. Aus den Flammen bekannte sich Molay nur wegen seines vermeintlichen Geständnisses für todeswürdig und beschwor seine Mörder - König und Papst - noch vor Jahresfrist vor Gottes Richtertrohn. Tatsächlich starb der Papst wenige Wochen später, am 20. April, und Philipp der Schöne erlag ebenfalls noch im selben Jahr, am 29. November 1314, einer plötzlichen Erkrankung." (Droste, T. 2011: Provence. Ostfildern)
[6] Prof. George Oprescu legte als Direktor des Bukarester Instituts für Kunstgeschichte die Grundlagen zur Erforschung der rumänischen Kunst. Er war korrespondierendes Mitglied der Akademie der Schönen Künste, Paris, und der San Fernando-Akademie, Madrid. In seinem Artikel "Gemalte Gebete, Freskenkunst der Moldauklöster" schreibt er: Stephan der Grosse hatte Gott zum Dank für den Sieg über seine Feinde zahlreiche Kirchen gebaut. Petru Rares und seine Nachfolger liessen die Aussenwände der Kirchen schmücken, um "Göttlichen Beistand für die Abwehr der Türken zu erflehen. ... So bedeckt zum Beispiel das Jüngste Gericht - die Gruppe der Türken erleidet bezeichnenderweise auf dieser Darstellung die härteste Strafe - die ganze Fläche der Westfassade der Klosterkirche von Voronet." Siehe auch Kurs Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur und Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz. Akademie der Kunst und Philosophie
[7] Siehe Anm. 4
[8] Weitere Literatur in Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles. Akademie der Kunst und Philosophie
[9] Ruston, C. M. 1973 (?): Holy Sepulchre Church, The Round Church in Cambridge. London; siehe auch Kurs Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik. Akademie der Kunst und Philosophie
[10] Cevec, E. & Zadnikar, M. 1970: Kirchen, Klöster. In: Slovenien und Istrien, Hamburg
[11] Die Bedeutung des Felsendoms heute liegt in der nirgends dokumentierten Vorstellung der Moslems, Mohammed habe auf wunderbare Weise Jerusalem erreicht und sei von hier in den Himmel gefahren. Tatsächlich ist der Felsendom wie fast alle anderen Moscheen auch ein Beispiel dafür wie Moscheen nur dazu dienen, Moslems gegen die Christen aufzuhetzen. Dazu einige Beispiele: Einige Verse verfluchen jeden Christen, der an Jesus als den Sohn Gottes glaubt (vgl. Sure 9 und 5). Weitere Koranverse an den Wänden des Felsendoms rufen Christen auf, ihren Glauben an die Dreieinigekeit aufzugeben (vgl. Sure 4) und bestreiten, daß Jesus jemals getötet oder gekreuzigt wurde. (vgl. Sure 4). Ein Spruchband mit einer Koranstelle "ziert" das Innere der vergoldeten Kuppel. Hier, an der prominentesten Stelle des Felsendoms, verkündigt Allah: "Ihr Leute der Schrift! Treibt es in eurer Religion nicht zu weit und sagt gegen Allah nichts aus, als die Wahrheit! Christus Jesus, der Sohn der Maria, ist nur der Gesandte Allahs und sein Wort, das er der Maria entboten hat, und Geist von ihm. Darum glaubt an Allah und seine Gesandten und sagt nicht von Allah, dass er in einem drei sei! Hört auf so etwas zu sagen! Das ist besser für euch" (Sure 4). Religionspolitisches Ziel der Inschriften ist es, den vor Ort als Gottessohn verehrten Christus auf die verfälschte koranische Dimension eines bloßen Gottesdieners zurückzustufen und ihm den Propheten des Islam zur Seite zu stellen. Nicht nur im Felsendom in Jerusalem, auch in der jetzt zerstörten Al-Nuri-Moschee in Mossul oder auf der goldenen Tür der Kaaba und dem mit goldenen Schriftzeichen bestickten Gewand der Kaaba wird offen gegen das Christentum polemisiert. (Science Review Letters 2017, 16, Nr. 816 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2017, Nr. 144, p. 14; Nr. 156, p. 5; 165, p. 2; Nr. 166, p. 3; Nr. 169, p. 2; Nr. 170, p. 5; Nr. 174, p. 10); vgl. Kurse Nr. 564 Augustinus, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 320ff Romanische Kunst und Architektur. Akademie der Kunst und Philosophie
[12] Siehe Anmerk. 5 und 9
[13] Weitere Literatur in den Kursen Nr. 551 Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion und Nr. 505 Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Akademie der Kunst und Philosophie
[14] Siehe Kurs Nr. 551 Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie
[15] Siehe Anm. 14
[16] Siehe Anm. 13 und Kurse Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion.  und Nr. 512 Novalis. Akademie der Kunst und Philosophie
[17] Der Lyriker und Prosaist Gyula Illyés schreibt: "Ich habe kein Heimatdorf, nur ein Heimatland" (Gyula Illyés 1970: Sanft wie ein Haustier. In: Will Keller, Hans Joachim Bornhage et al.: Ungarn, Hamburg; siehe auch Leopold Kron 1970: Puszta. In: Ders.; Carl Gustaf Ströhm 1970: Debrecen, Györ, Székesfehérvár, Pécs etc. In. Ders.; Hubert Fink 1970: Das heimliche Budapest. In Ders.); vgl auch Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz. Akademie der Kunst und Philosophie
[18] Siehe Kurse Nr. 334 Vorromanische, westgotische und romanische Kathedralen und Klöster in Spanien I Kastilien, Valencia und Nr. 335 Vorromanische, westgotische und romanische Kathedralen und Klöster in Spanien II Asturien, Galicien; Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik sowie Eberhard Horst 1984: Von Stadt zu Stadt durch Altkastilien. In: Ferdinand Ranft, Hans Joachim Bornhage et al.: Madrid und Kastilien, Hamburg
[19] Ibid
[20] Ibid
[21] Siehe Anm. 18 sowie Anton Dieterich 1974: Die Straße des heiligen Jakob. In: Hans Joachim Bornhage et al.: Baskenland, Asturien, Galicien. Hamburg; zum Rolandslied siehe auch Kurs Nr. 557 - Ariosto; zu Dante siehe Kurs Nr. 562 Dante. Akademie der Kunst und Philosophie
[22] Ibid
[23] Ibid
 
 

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Letzte Bearbeitung:18.08.2017