Akademie der Kunst und Philosophie | Academy of Arts and Philosophy
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Kurs Nr. 624 

Byzantinische Wissenschaft / Philosophie 

Byzantine Science / Philosophy

Dass wir trotz Apostelgeschichte, trotz der bedeutenden Kirchenväter, Märtyrer und Heiligen, der Philosphen Kleinasiens, Basileios der Große etwa, Grigorios von Nazianz, Grigorios von Nyssa, Nikolaos von Myra, Ephraim der Syrer, Cyrill von Alexandrien, Johannes Chrysostomos, Athanasius der Große,  Johannes von Damaskus, Theodor Abu Qurra, "die Türkei nicht mehr als uraltes christliches Kulturland begreifen, liegt an der Radikalität, mit der türkische Nationalisten im Verlauf eines knappen Jahrhunderts das Christentum in Kleinasien und Nordmesopotamien entwurzelten und die Erinnerung an seine Träger zu tilgen versuchten."
Byzantine Scientists / Philosopher 

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:
 

Zur Geschichte der byzantinischen Philosophie

Warum gibt es heute im Gebiet des Byzantinischen Reiches, also vor allem in der heutigen Türkei, keine byzantinische (christliche) Philosophie mehr? Sie wurde zusammen mit Millionen Christen ausgerottet. Nur einzelne Werke dieser Philosphen konnten gerettet werden. Wie in Kurs 350 berichtet, bildete das heutige türkische Staatsgebiet für knapp zwei Jahrtausende ein zutiefst christlich geprägtes Land. Zahlreiche Schauplätze von Ereignissen des Neuen und Alten Testaments lassen sich noch immer in Augenschein nehmen - auch nach der Eroberung der byzantinischen Hauptstadt Konstantinopel durch die Osmanen (1453). Dass wir trotz Apostelgeschichte, trotz der bedeutenden Kirchenväter, Märtyrer und Heiligen, der Philosphen Kleinasiens, Basileios der Große etwa, Grigorios von Nazianz, Grigorios von Nyssa, Nikolaos von Myra, Ephraim der Syrer, Cyrill von Alexandrien, Johannes Chrysostomos, Athanasius der Große,  Johannes von Damaskus, Theodor Abu Qurra, "die Türkei nicht mehr als uraltes christliches Kulturland begreifen, liegt an der Radikalität, mit der türkische Nationalisten im Verlauf eines knappen Jahrhunderts das Christentum in Kleinasien und Nordmesopotamien entwurzelten und die Erinnerung an seine Träger zu tilgen versuchten." Armenier und Griechen bildeten mit 2,5 bzw. 2,7 bis 3 Millionen vor dem Ersten Weltkrieg die größten autochthonen ethno-religiösen Minderheiten im Osmanischen Reich. In der letzten Dekade osmanisch-türkischer Herrschaft fielen sie, ebenso wie die aramäischsprachigen Christen (Aramäer, Assyrer, Chaldäer) "staatlich geplanten und gelenkten Massakern sowie Deportationen zum Opfer, die die Genozidforschung als Völkermord entsprechend den Kriterien der UN-Genozidkonvention (1948) wertet. Namentlich der Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern osmanischer Staatszugehörigkeit bildet, zusammen mit den Massakern an Assyrern im Irak 1933 einen Prototypus des Genozids, der den Autor der UN-Genozid-Konvention, Raphael Lemkin, veranlasste, als Justitiar des Völkerbundes schon 1933 einen Entwurf für ein entsprechendes internationales Vertragswerk in den Völkerbund einzubringen; er scheiterte damals allerdings am Widerstand der Delegation aus Nazideutschland. Während die armenische Bevölkerung des Osmanischen Reiches in nur zwei Jahren (Frühjahr 1915 bis Februar 1917) genozidal um drei Fünftel verringert wurde, erstreckte sich die Vernichtung der griechisch-orthodoxen Bevölkerung auf ein Jahrzehnt, mit wechselnden Schauplätzen. Sie wird daher auch als kumulativer Völkermord bezeichnet. Der asymmetrische „Bevölkerungsaustausch“ ethno-religiöser Minderheiten zwischen der Türkei und Griechenland besiegelte 1923 nachträglich die schon weitgehend vollzogene Vertreibung und Vernichtung der kleinasiatischen Griechen. Die Republik Türkei verhinderte mit gesetzlichen Restriktionen (September 1923; Gesetz vom 23.05.1927) eine Rückkehr der überlebenden, ins Ausland geflüchteten osmanischen Christen. Im August 1926 verkündete die türkische Regierung die Zurückhaltung sämtlichen vor dem 6. August 1924 beschlagnahmten Eigentums. Mit Billigung der Behörden wurden christliche Rückkehrer in zahlreichen Fällen ermordet. Im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts sank die Zahl von Armeniern und Griechen durch ein Bündel restriktiver Maßnahmen und infolge erneuter staatlich inszenierter Ausschreitungen gegen Nichtmuslime, vor allem Griechen." [1]

In Europa ist diese Tatsache schon fast aus dem Bewusstsein verschwunden. "Altbundespräsident Christian Wulff sprach in seiner Rede anlässlich des 20. Jahrestages der Deutschen Einheit auf dem zentralen Festakt in Bremen davon, dass der Islam inzwischen zu Deutschland gehöre wie Christen- oder Judentum und erhielt Zustimmung von Seiten der Politik und der muslimischen Verbände. Gleichzeitig aber entfachte er damit eine Diskussion und stieß auf Unverständnis innerhalb breiter Bevölkerungsschichten. In Zeiten zunehmender Globalisierung, sozialer Unsicherheit und rückläufiger Kirchenmitgliederzahlen wird der Islam nicht als Bereicherung sondern als Bedrohung der gewohnten Ordnung und Identität gesehen. Die aufgekommenen Konflikte und Diskussionen sind jedoch nicht neu, sondern ziehen sich seit dem ersten Aufeinandertreffen beider Religionen wie ein roter Faden durch die Geschichte." [2]

Westliche Philosophen wie Thomas von Aquin hatten eine hohe Meinung über die östlichen Philosophen, z.B. über die Autorität Gregors von Nazianz: „dessen Ansehen“ nach Hieronymus „in der christlichen Heilslehre so groß ist, dass noch niemand in seinen Schriften etwas als irrtümlich verleumden konnte; gleichwie auch dies nicht geschehen konnte den Schriften des Athanasius gegenüber“, und er kam auch ähnlich wie die östlichen Philosophen zu dem Schluss, dass es unmöglich sei, sich vernünftig mit Muslimen bzw. muslimischen Philosophen zu unterhalten, da sie die grundlegenden Schriften des Juden- und Christentums nicht kennen. [3]

Auch andere Dichter und Philosophen kommen zu ähnlichen Ergebnissen: "Es kommt mir vor, Anselmo, du zeigest jetzt dieselbe Denkweise wie stets die Mauren, denen man den Irrweg ihrer Sekte weder mit Stellen aus der Heiligen Schrift begreiflich machen kann noch mit Gründen, die auf Vernunftschlüssen beruhen oder sich auf Glaubensartikel stützen; vielmehr muss man ihnen handgreifliche, verständliche, bündige, unzweifelhafte Beispiele beibringen nebst mathematischen Beweisen, die nicht zu leugnen sind, wie wenn man den Satz aufstellt: ›Wenn wir von zwei gleichen Größen gleiche Größen abziehen, so sind die übriggebliebenen ebenfalls gleich.‹ Und wenn sie dies in Worten nicht verstehen – und sie verstehen es wirklich nicht –, muss man sie es mit den Händen greifen lassen und es ihnen vor Augen stellen; und mit all diesem kann dennoch niemand sie von den Wahrheiten unsres heiligen Glaubens überzeugen. Dieselbe Art und Weise werde ich bei dir anwenden müssen; denn das Verlangen, das in dir entstanden, ist eine solche Verirrung und liegt so abseits von allem, was nur eine Spur vom Vernünftigen an sich hat, dass es meiner Meinung nach Zeitverschwendung wäre, dir deine Einfalt – denn ich will ihr für jetzt keinen andern Namen geben – begreiflich zu machen." [4]

Interessant erscheint ein Blick auf die Anfänge der Auseinandersetzung des Christentums mit dem Islam, womit wir uns nach einem Abriss der relevanten historischen und theoretischen Grundlagen beschäftigen werden. Zunächst geht es um einige ausgewählte Schriften des Johannes Damaskenos (Johannes von Damaskus oder Damaszenus) sowie des Theodor Abu Qurra. Beide Autoren lebten in Syrien zwischen dem 7. und dem 9. Jahrhundert unter der sich ausbreitenden muslimischen Herrschaft und gehörten der christlichen Gemeinschaft des einstigen byzantinischen Großreiches in Syrien an. Konfrontiert mit der neuen Irrlehre und den neuen Machthabern entwickelte sich eine Philosophie, die bis heute nicht abgeschlossen ist und die Gemüter der Menschen immer wieder beschäftigt und zum Teil heftig erhitzt. Islamkonferenzen brachten schon früher nichts und tun es heute nicht. "Ein notwendiger und wünschenswerter Konsens, in dem sich die Mehrzahl der Gläubigen beider Religionen wiederfinden könnten, scheint dabei nicht in greifbarer Nähe zu sein. Interessant für die Auseinandersetzung in heutiger Zeit ist gerade deshalb die Erschließung der Anfangsdebatte am Entstehungsort des Islams, weil dies das kollektive Wissen über den Islam für die nachfolgenden Generationen und die Christen außerhalb des Machtbereiches der Muslime begründete und ein erstes Bild schuf, worauf alle anderen möglicherweise aufgebaut haben. Eventuell wurden Ansichten und Denkstrukturen unreflektiert angenommen und bis in die heutige Zeit tradiert, die es bei einer Konsenssuche zu hinterfragen gilt." [5]

Wie glaubwürdig sind muslimische Quellen? Hubert Grimme zweifelt an der Vertrauenswürdigkeit der Hauptquelle für die ersten Jahrhunderte und Muhammads Offenbarungen, "dem arabischen Historiker Ibn Ishaq, da dessen Quellen unglaubwürdig seien. Somit erscheinen Hadith und die islamischen Prophetenviten als ungenügende Quellen und übrig bliebe der Koran als Referenz der traditionellen Geschichtsschreibung. Der Koran als Quelle ist aber ebenso umstritten und ungenügend für die Analyse der frühen islamischen Geschichte. Die heutige Gesamtschrift beruht nicht auf einer in sich geschlossenen Chronologie, sondern besteht aus mehr oder weniger willkürlich aneinander gereihten Bruchstücken in einer unüberschaubaren Anzahl."  [6]

Eine weitere Schwierigkeit der Koranüberlieferung besteht darin, dass erst im 9. Jahrhundert die definitive Festlegung der Konsonantenschreibung, die um 700 einsetzte, abgeschlossen wurde, was die Analyse der Inschriften und Texte dieser Zeit erschwert. "Günter Lüling vermutet, dass schon vor Muhammad ein Urkoran mit arianischen Hymnen existierte, die durch Muhammad und seine Gefolgsleute bearbeitet wurden." Kontrovers diskutiert wird gleichfalls die Entstehungsgeschichte der heutigen Fassung des Korans. "Gemäß des traditionellen Berichts ließ zunächst Abu Bakr (632-634) aus Sorge um den Verlust der prophetischen Offenbarungen während der Ridda-Kämpfe eine rein private Sammlung anfertigen, die schließlich der 3. Kalif Uthman ibn Affan oder Osman (644-656) durch eine Mekkaner Kommission unter der Leitung eines Zaid ibn Thabit, eines Weggefährten Muhammads, zwischen 650 und 656 zu einer Gesamtschrift der gesammelten und unterschiedlich überlieferten Offenbarungen des Propheten zusammenstellen ließ. Die ältesten, überlieferten handschriftlichen Teile des Korans stammen jedoch aus der ersten bzw. zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts und lassen ein Nebeneinander verschiedener Fassungen erkennen. Im 9. Jahrhundert gelangten die Rechtsgelehrten schließlich zu einer Übereinkunft, dass nur die uthmanische Kodifizierung kultische Tauglichkeit besitze und als der allgemein Gültige zu betrachten sei, während der Gebrauch abweichender Koranversionen unter Strafe gestellt und geahndet werden konnte.Umstritten ist ebenso die Verfasserfrage. Während die traditionelle Islamwissenschaft von Muhammad als Autor der Texte ausgeht, meinen andere Forscher, dass es sich bei dem Koran um ein Gemeinschaftsprodukt einer Gruppe oder einer Gemeinde handelt."  [7]

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bewertung der muslimischen Frühgeschichte und der islamischen Theologie dieser Zeit auf der Basis der vorhandenen Schriften sehr schwierig ist. "Demzufolge steht die Einschätzung der Äußerungen aus dieser Zeit über die neue Religion auf sehr tönernen Füßen, da die Aussagen meist an den traditionellen Berichten gemessen werden. Es ist durchaus möglich, dass die Kommentare aus der Frühzeit des Islams, die von den traditionellen Berichten abweichen, die Realität besser abbilden als angenommen, da sich die islamische Theologie in den ersten Jahrhunderten der arabischen Herrschaft erst entwickelte. Aus diesem Grund sollten die Aussagen der zeitgenössischen christlichen Autoren vielleicht weniger stark im Vergleich zu den traditionellen Informationen gewertet werden, sondern auch als wahrheitsgemäße und realitätsnahe Berichte angesehen werden." [8]

Die Auseinandersetzungen zwischen Persien und Byzanz intensivierten die Siedlungspolitik auf der Arabischen Halbinsel, indem beide Großreiche gezielt auf die Anwerbung und Ansiedlung von Alliierten setzten, um ihre Position an den jeweiligen Schnittstellen zu festigen und auszubauen. Zum Beispiel siedelte Byzanz zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert verstärkt arabische Stämme in den entwickelten Zentren und entlang der Handelsrouten an und unterstützte sie durch großzügige finanzielle Zuwendungen, die einen bescheidenen Wohlstand für die betreffenden Regionen mit sich brachte. In den Wüstenregionen setzte Byzanz auf die Unterhaltung eines relativ dichten Straßennetzes, das von Forts und Wachttürmen als Sicherungsposten gegen räuberische Stämme flankiert wurde und den seminomadischen Stämmen der Region Sicherheit gewährleisten sollte. Byzanz investierte große Summen in agrikulturelle Projekte, um die Wüstenbewohner für sich zu gewinnen. So wurde in der Negev-Region ein Regenwasser- und Abwassersystem gefunden, mit dem wahrscheinlich die Schafhaltung unterstützt werden sollte. Daneben erhielten die jeweiligen Stammesführer byzantinische Titel und umfangreiche Subventionen als Gegenleistung für die Treue zu Byzanz. (Vgl.: Nevo, Koren 2003. S. 73,80, 82). Neben der Negev-Region gab es noch weitere agrarische Zentren im Hedschas, die durch künstliche Bewässerung die Siedlungsgrenzen in Steppen- und Wüstengebiete verschoben haben. (Vgl.: Feldbauer 1995. S. 59). Die zunehmende arabische Durchdringung führte zudem zu einer intensivierten gesellschaftlichen Teilnahme in den Städten und größeren Gemeinden, die sich auch auf den religiösem Sektor erstreckte. Sozomenus berichtet in seiner Kirchengeschichte von arabischen Bischöfen, die als Priester in Dörfern Dienst taten. [9]

Wie sahen die Mehrheitsverhältnisse aus? "Die Mehrheit der aramäischen, arabischen und auch Teile der persischen Bevölkerung waren Christen." Die Herrscher der Sassaniden waren dem Christentum gegenüber nicht abgeneigt. Sie nahmen sich, wie z.B. Chosrau II., sogar christliche Frauen zu Gemahlinnen. Hierbei sollte die politische Absicht solcher Allianzen nicht unterschätzt werden. Gleichfalls unterstützten sie die Nestorianer, da sie in ihnen einen Gegner der orthodoxen Lehrmeinung von Byzanz sahen. (Vgl.: Feldbauer 1995. S. 39). Die Streitigkeiten der byzantinischen Kirche um orthodoxe Lehrmeinungen auf den Konzilen, z.B. von Nizäa 325 und Chalcedon 451, zwangen die Anhänger abweichender Lehrmeinungen das Kernland des byzantinischen Reiches zu verlassen und sich in entfernteren Regionen des Reiches anzusiedeln. In der Forschung wird allgemein angenommen, dass die byzantinischen Kaiser versuchten, Häresien zu unterdrücken, ein langwieriger Prozess, der schließlich scheiterte. Nestorianer wichen in das sassanidische Reich und nach Ostsyrien aus, während Monophysiten in Westsyrien ansässig wurden und zusammen mit der eigenständigen syrisch-orthodoxen Kirche ein reges Religionsleben entfalteten, wobei weiterhin heftig über theologische Fragen gestritten wurde. Die Nestorianische Kirche etablierte sich in Persien und entwickelte eine gut organisierte Hierarchie. Im Nordirak musste sie in der Auseinandersetzung mit dem Monophysitismus Verluste hinnehmen. (Vgl.: Kennedy 2004. S. 4,12. „ It should be clear that the distinctive position of the `Nestorian` Church developed in the early seventh century in reaction to the threat of a compromise with the Monophysites.” Vgl.: Morony, M. G.: Iraq after the Muslim Conquest. Princeton 1984. S. 357. Als die Araber die Kontrolle über Syrien übernahmen, war dies fast gänzlich monophysitisch. Vgl.: Nevo, Koren 2003. S. 52, 58). Während des 5. und 6. Jahrhunderts gingen viele administrative Aufgaben der lokalen Herrschaftsausübung von imperialen Provinzverwaltern auf die örtlichen Kirchen über, so dass sich zu Beginn des 7. Jahrhunderts die politische Macht kaum mehr in den Händen des byzantinischen Imperiums sondern in den Händen der Kirchenfunktionäre und der lokalen, christlichen Araber befand. [10]

Daneben brachte die "allgemein gängige Praxis der Großreiche, eroberte Gebiete und Grenzregionen durch Um- und Neuansiedelung zu ordnen und zu sichern, weitere christliche Gemeinden tiefer in persische Gebiete und half das Christentum zu verbreiten. Ferner nahmen einige Nomadenstämme der Arabischen Halbinsel das Christentum an. Besonders zu erwähnen sind zwei arabische Fürstentümer der Spätantike, die sich im Raum Syrien und bis zum Zweistromland ansiedelten und von den Großreichen in ihre jeweilige Politik eingebunden wurden: Der Stamm der Lahmiden mit seinem Zentrum Hira, der mit dem Ansässigwerden das vornizenische Christentum annahm, und der Stamm der Ghassaniden im Gebiet Syrien und Jordanien, der dem Monophysitismus anhing. Ausgehend von epigrafischen Funden wird geschlussfolgert, dass der überwiegende Teil der sesshaften städtischen und ländlichen Bevölkerung zwischen Damaskus und entlang der syrischen und jordanischen Steppe bis zum Transjordanischen Hochland in vorislamischer Zeit arabisch und christlich war. Anders gestaltete sich dies im Inneren Arabiens: Byzanz machte es zwar seinen arabischen Verbündeten zur Bedingung, das Christentum als Religion anzunehmen - nominal galten sie somit als christlich und teils pagan - aber de facto kann davon ausgegangen werden, dass die Stämme fast alle weiterhin ihren heidnischen Religionen anhingen." Meist nahm nur der Stammesführer formal das Christentum an, während der Stamm selbst nicht davon berührt wurde. Demgegenüber gab es aber auch christliche Gemeinden im Süden der Arabischen Halbinsel. Im 5. Jahrhundert wird das Christentum in der Provinz Nadschran durch einen einheimischen Händler, der auf seinen Geschäftsreisen in Hira getauft wurde, eingeführt. Weitere christliche Impulse kamen durch byzantinische und äthiopische Missionare. Verschiedene christliche Glaubensrichtungen existierten in Nadschran nebeneinander, wobei der Monophysitismus überwog. Ibn Ishaq berichtet über den Besuch einer christlichen Delegation aus Nadschran bei Muhammad, die einen Vertrag mit ihm schließen wollen. Dabei wurde laut Ishâq ebenfalls über religiöse Inhalte diskutiert. (Vgl. : Nevo, Koren 2003. S. 73,80). "Letztlich bot der Handel ebenfalls die Möglichkeit der Verbreitung christlicher Ideen; christliche Kaufleute waren gern gesehene Gäste entlang der Handelsstraßen und brachten neben ihren Waren auch ihre Religion und Kultur mit." [11]

Das 6. Jahrhundert brachte einige gravierende soziale und ökonomische Veränderungen für die Bewohner der Arabischen Halbinsel und Irans. Naturkatastrophen, Seuchen und politische Ereignisse bedrohten die Lebensgrundlagen der Menschen und verschoben die Machtverhältnisse dramatisch. Zwischen den Jahren 500 und 650 kam es zu klimatischen Veränderungen, die sich bis ca. 800 auswirken sollten. Für das Jahr 541 wird das erste Auftreten der Beulenpest berichtet, die von da an bis in das 7. Jahrhundert regelmäßig wiederkehrte (daher kommt womöglich die Redewendung Türken bzw. Osmanen verpesten die eroberten Gebiete). Angelehnt an die Forschungen zur Pest im Mittelalter wird angenommen, dass ca. ein Drittel der Bevölkerung daran verstorben ist. Besonders betroffen davon waren die Städte. (Vgl.: Haldon 2010. S. 22-29. Hinzu kamen schwere Erdbeben. Vgl.: Kennedy 2004. S. 2. Politisch nimmt man an, dass sich Byzanz mit innenpolitischen Veränderungen auseinandersetzen musste, in dessen Folge es zu einer Schwächung des Militärs kam. Ökonomisch wurde die Lage verschärft durch den Kollaps der städtischen Ökonomie in Italien und dem westlichen Europa, die eine dramatische Auswirkung auf den Fernhandel mit Luxusgütern hatte, welcher daraufhin im 6. Jahrhundert fast zum Erliegen kam und man sich nun auf den Binnenhandel beschränken musste. Vgl.: Kennedy 2004. S. 3, 22; Feldbauer 1995. S. 36). In Folge dessen wurde die Bevölkerung in den jeweiligen Grenzgebieten von Unruhen bedroht, es kam vermehrt zu Versorgungsengpässen und zu gehäuften räuberischen Übergriffen. Erschwerend kam hinzu, dass sich Persien und Byzanz eingebunden in ihre kriegerischen Auseinandersetzungen zusätzlich innenpolitischen und ökonomischen Probleme stellen mussten und in Folge dessen ihre Subsidiarpolitik in den Grenzregionen drastisch kürzten. Die militärische Hilfe für die Grenzwachen und die Unterstützung der Agrarwirtschaft wurde fast weitgehend eingestellt. In Folge dessen verfielen die Bewässerungsanlagen und Siedlungen wie z.B. in der Diyala-Region mussten aufgegeben werden. (Vgl.: Feldbauer 1995. S. 36,39; Nevo, Koren 2003. S. 90). Dies führte zum einen zur Einstellung der Hilfsmittel für die Agrarwirtschaft, zum anderen veränderten beide Reiche aus Sorge vor den erstarkten arabischen Fürstentümer ihre Alliiertenstrategie in den Grenzgebieten und schwächten bzw. zerschlugen ihre ehemaligen ghassanidischen bzw. lahmidischen Bündnispartner. Die einstigen Verbündeten waren im Schatten der Großreiche zu politischen Machtfaktoren geworden, die für Byzanz und Persien bedrohliche Ausmaße angenommen hatten. [12]

Wie ist die Irrlehre, die die byzantinische Welt so in Bedrängnis bringen sollte, entstanden? Das Heiligtum in Mekka, die Kaaba, war schon im Altertum neben anderen in der Region als Heiligtum bekannt und wurde bereits mit dem Namen Abraham verbunden. Es diente als neutrale Zone, innerhalb derer rivalisierende Nomadenstämme Verhandlungen führten. Der Wächter, bzw. der zugehörige Klan, des Heiligtums galt dabei als wichtige Institution innerhalb der Stadt und der Region. Durch die Zerschlagung des lahmidischen Zentrums in Hira wurde der Weg frei für Mekka als führendes Handelszentrum in Arabien. Die Bedeutung der Stadt basierte dabei wesentlich auf dem Prestige des Heiligtums und der Popularität der Handelsmessen, die unter dessen Schutz in der Nähe von Mekka stattfanden. Wurde die Position des Heiligtums bedroht, stand das Schicksal der ganzen Stadt auf dem Spiel. Demzufolge dürfte die feindliche Stimmung, die zur Vertreibung Muhammads geführt hat, wohl aus einer Mischung von politischen, ökonomischen und religiösen Gründen zurückzuführen sein. Später übernahm Muhammad die Stadt und die Herrschaft über die Kaaba. Begleitend passte er die Wallfahrtsriten des Heiligtums seinen Vorstellungen an und ersetzte das Sonnenjahr durch den Mondkalender. Zusätzlich wurden andere Heiligtümer in der weiteren Umgebung zerstört. Das Ziel war vor allem politisch und weniger religiös motiviert: die Konkurrenz sollte beseitigt und die eigene Position in Medina bzw. Mekka gesichert werden. Die Religion wurde dabei als einheitsstiftendes und politisches Ideal eingesetzt. Viele Stämme suchten die Unterstützung Muhammads, um sich territoriale und ökonomische Vorteile zu verschaffen sowie der unsicheren Lage nach dem Verlust der persischen bzw. byzantinischen Kontrolle zu begegnen. Obwohl die Verbreitung des Islam durch Muhammad und seine Gefolgsleute vorangetrieben wurde, kann davon ausgegangen werden, dass eine große Anzahl der östlichen und südlichen Araber kaum etwas über den neuen Glauben wussten bzw. Muhammad als Propheten Gottes betrachteten. [13]

692 im „Jahr der Eintracht“ ( die inneren Unruhen konnten beendet werden), wie es in verschiedenen Quellen genannt wird, ließ Abd al-Malik auf dem Tempelberg den Felsendom als sichtbares Zeichen der Macht errichten und sich als Wiederhersteller der „einträchtigen Gemeinschaft“ feiern. Im Inneren des Domes geben Inschriften seine religiösen Vorstellungen kund. "E. Rotter sieht im Bau eine gegen Byzanz und das Christentum gerichtete Polemik, die aus den antichristlichen Koranversen der Inschriften und der an christliche Kirchen angelehnten Architektur des Baues hervorgehe." [14]

Während die Umaiyaden sich lediglich als Sachwalter Muhammads [Muhammad Rasul Allah] betrachtet hatten, gingen die Abbasiden einen Schritt weiter und bezeichneten sich neben der Betonung ihres göttlichen Ursprunges „als Stellvertreter Gottes [Kalifat Allah], als Imame [Vorsteher des Gebets, religiöspolitisches Oberhaupt der Umma] der Gerechtigkeit und als rechtgeleitete Führer der muslimischen Gemeinschaft“. Auch heute noch wird von islamfreundlichen Politikern erlaubt, dass in Europa Moscheen gebaut, und die "Stellvertreter Allahs" Imame genannt werden dürfen. [15]

Als Muhammad und seine Nachfolger nach Syrien und in den Fruchtbaren Halbmond vorstießen, leisteten die orientalischen Christen kaum Widerstand. Zum einen fühlten sich die ansässigen, zumeist arabischen Stämme, den Eroberern genealogisch verbunden und zum anderen begrüßten sie die Muslime als Befreier vom byzantinischen Joch, das sie sowohl fiskalisch als auch religiös bedrängt hatte. Auch übernahmen sie die organisatorischen Hinterlassenschaften des byzantinischen und persischen Reiches und bauten auf die ansässigen Handwerker, Gelehrte, Kaufleute und Bauern, die die ökonomische Grundlage für das arabische Militär und die weiteren Eroberungen bildeten. Zu Beginn der Expansion zeigten sich die neuen, islamischen Machthaber sehr tolerant gegenüber den meisten Andersgläubigen auf der Arabischen Halbinsel. Den Christen – wie ebenfalls den Juden – wurde als Vertretern der sogenannten Buchreligionen ein spezieller Status zuerkannt und sie wurden unter dem Schutz des dhimma gestellt. Sie durften ihre Religion weitgehend ungehindert ausüben, sofern sie das Primat des Islams und die Oberhoheit der Araber anerkannten sowie eine Kopfsteuer entrichteten. Die Abgaben wurden meist in Form von Pauschalsummen bzw. Kopfsteuern erhoben und in Geld bzw. Naturalien berechnet, wobei die Höhe und die Art der Abgaben variieren konnten und den speziellen Situationen angepasst wurden. Den ersten Kalifen wird Milde und Zurückhaltung bei der Eintreibung der Abgaben nachgesagt. So soll Umar seinen Statthaltern eingeschärft haben, dass die Schutzbefohlenen für den Unterhalt der Muslime aufkämen und deshalb gut und gerecht zu behandeln seien. Das eingeräumte Recht auf freie Religionsausübung, das von den Muslimen in den Anfangsjahren zunächst auch beachtet wurde, dürfte ein entscheidendes Moment für die fast widerstandslose Akzeptanz der neuen Machthaber gewesen sein. Denn für die meisten Religionsgemeinschaften stellte dies eine bisher nicht gekannte Freiheit und Erleichterung dar, weshalb sie wohl auch keinen Grund sahen, sich gegen die Eroberer zu vereinen und diese zu bekämpfen. In den frühen Verträgen wurde die Religionsausübung der Christen kaum reglementiert, sodass das Läuten der Glocken, die Durchführung von Prozessionen und kirchliche Feste noch ohne Auflagen gestattet war. Erst spätere Ergänzungen beschränkten dies. Die Anhänger archaischer bzw. polytheistischer Glaubensrichtungen hingegen, die nicht über ein göttliches Offenbarungsbuch verfügten, wurden gezwungen, den Islam anzunehmen, sofern sie unter muslimischer Herrschaft lebten. Je weiter die Konsolidierung der arabischen Herrschaft und der islamischen Religion jedoch voranschritt, desto größer wurde die Notwendigkeit, den Status der Muslime und der Nichtmuslime im Reich zu definieren und die Regeln für das gemeinsame Zusammenleben zu überdenken. Nach den Überlieferungen des traditionellen Berichtes wurden bereits zu Lebzeiten Muhammads christliche, arabische Stämme in die islamische Gemeinschaft integriert, die im Gegenzug dafür einige Auflagen zu erfüllen hatten. So durften einige Stämme zum Beispiel keine neuen Kirchen bauen oder ihre Kinder im christlichen Glauben erziehen, während an anderen Orten das religiöse Leben nahezu ungestört weiterlief. [16]

Wie heute in Europa und anderen Nicht-muslimischen Ländern war es das Ziel der Moslems, "das Christentum langsam zu verdrängen. Den Stammesangehörigen der Banu Taglib wurde untersagt, ihre Kinder christlich zu unterweisen. Andere mussten zweimal im Jahr Abgaben leisten und bei Bedarf Kriegsgerät und Tiere an die Muslime liefern... So wurde das Verbot des Kirchenneubaus wiederholt, die Höhe der Kopfsteuer festgelegt und weitere soziale sowie religiöse Verbote erlassen. In der Forschung werden die einzelnen Bedingungen, deren Intention und die Abfassungszeit der Verträge kontrovers diskutiert und führen zu unterschiedlichen Deutungen der damit verbundenen Absichten.... Den Christen wird u.a. verboten, ihre Religion unter den Muslimen zu verbreiten, mit der Ratsche zum Gottesdienst zu rufen oder die Glocken zu läuten. Desweiteren hatten sie Muslimen bei Bedarf Quartier zu gewähren und in den christlichen Kirchen Platz für den islamischen Ritus zu schaffen. Ferner durften sie keine Waffen tragen und mussten an Mantel bzw. Sattel Erkennungszeichen tragen. Die meisten Zivilangelegenheiten konnten weiterhin durch eigene Richter und nach christlichen Gesetzen geregelt werden. Ebenso war die Schulbildung der christlichen Kinder nicht von den Bedingungen betroffen. Eine Eheschließung zwischen einem Muslim und einer nichtmuslimischen Frau wurde geduldet, während der umgekehrte Fall unter Todesstrafe stand. (Vgl.: Lewis 1996. S. 88, 97) Unter den Umaiyaden und besonders unter Abd al-Malik wurde die religiöse Botschaft Muhammads klarer definiert und die Arabisierung der Gesellschaft bzw. der Verwaltung vorangetrieben. Im Zuge dessen wurden die Möglichkeiten für Nichtmuslime stärker eingegrenzt, wenngleich neben den offiziellen Beschränkungen auch weiterhin enge Beziehungen zwischen den muslimischen Herrschern und den Ungläubigen bestanden. Obwohl die Kalifen Abd al-Malik und Umar II. verboten, dass Nichtmuslime in staatlichen Stellen beschäftigt werden durften, waren dennoch Andersgläubige in Führungspositionen weiterhin anzutreffen oder genossen eine Sonderstellung. Interessant ist ebenfalls, dass die Kalifen die Erziehung ihrer Nachkommen nach wie vor in christlichen Händen beließen. U.a. ließen Muawiya und Jazid I. ihre Söhne bzw. Abd al-Malik seinen Bruder von Christen unterrichten, obwohl letzterer die Steuern für die Christen erheblich erhöhte. Christliche Ärzte, Dichter und Gelehrte gehörten ebenfalls weiter zum arabischen Hofpersonal und einige arabische Kalifen, wie z.B. Utman, Muawiya und
Yazid I., nahmen sich Christinnen als Ehefrauen." [17]

Unter Kalif al-Mamûn (813-833) kam es zu einer Blüte von Wissenschaft und Kultur, die vor allem durch nichtmuslimische Gelehrte, die an der Akademie in Bagdad bis in das 10. Jahrhundert lehrten, geprägt wurde. "Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass die Christen innerhalb des entstehenden arabischen Reiches trotz der raschen und großflächigen Expansion über einen längeren Zeitraum die Mehrheit der Bevölkerung bildeten und auch nach dem Prozess der Bekehrung und Assimilation durch den Islam weiterhin in beträchtlicher Zahl als christliche Minderheit erhalten blieben. B. Lewis geht sogar davon aus, „[...] dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung, vielleicht sogar die Mehrheit, noch immer Christen waren[...]“, als die Kreuzfahrer das Heilige Land betraten. Laut S. H. Griffith wird in der Forschung nur selten wahrgenommen, dass zwischen dem 7. Jahrhundert bis zum Beginn der Kreuzzüge ca. 50 Prozent der weltweit praktizierenden Christen unter islamischer Herrschaft lebten und die Muslime nicht die absolute Mehrheit der Bevölkerung im Kalifat stellten. (Vgl.: Lewis 1996. S. 31, 88; Griffith 2008. S. 11, 14)... Es existieren einige Belege von prominenten Christen, die bewusst zum Islam übertraten, während sich viele für eine passive Konversion entschieden und die Ausübung der christlichen Sakramente ruhen ließen ohne direkt zum Islam zu konvertieren. Bulliet gibt eine Schätzung an, wonach um 825 in Iran und um 900 in Ägypten, Syrien und Irak die religiösen Proportionen innerhalb der Bevölkerung zugunsten der Muslime verschoben wurden. Er untersucht für seine Studie die Laufbahnen prominenter Muslime und stellt genealogische Analysen an. Nach seiner Auffassung kann anhand der Namensgebung der Grad der religiösen Verschiebung abgelesen werden, denn je intensiver die Islamierung wurde, desto aussagekräftiger und religiöser wurden die Vornamen gewählt, wie z.B. Muhammad, Ahmad, al-Hasan oder al-Husain.  [18]
 

Philosophische Erklärung der Ereignisse; Maximus Confessor (580-662); Sophronius von Jerusalem; Johannan bar Penkaye

Nachdem die arabischen Stämme unter der Führung von Muhammad und seinen Nachfolgern in die Gebiete des christlichen Ostens vordrangen, wurden die Christen nicht nur mit neuen Herrscherdynastien sondern auch mit einer neuen Irrlehre konfrontiert. Die unerwartet großflächigen und rasanten Erfolge der arabischen Truppen stellten die Menschen in den Gebieten des Vorderen Orients dabei nicht nur vor politische und soziale Probleme, sondern erforderten ebenso eine philosophische Erklärung der Ereignisse. Da die göttliche Wahrheit und die Religion eng mit dem politischen Erfolg verbunden wurde, durfte die Niederlage des christlichen Kaisers und damit der christlichen Religion nicht unkommentiert bleiben, um den Glauben an Gottes Allmacht und Weisheit nicht zu erschüttern. Neben den Herausforderungen des Islams, der vor allem die orthodoxe Trinitätslehre und deren Christologie in Frage stellte, gefährdete die neue Irrlehre vor allem das byzantinische Selbstverständnis, auserwählt zu sein und unter der Vorsehung Gottes zu stehen. Byzanz, das sich als „neues Sion und auserwähltes Volk Gottes“ begriff, sah sich im Angesicht der großflächigen Eroberungen und des Sendungsbewusstseins des entstehenden arabischen Reiches und dessen Irrlehre, bedroht. [19]

Als einer der ersten Autoren, der auf die Invasion der islamischen Araber ("untamed beasts who have merely the shape of a human form") reagiert hat und überliefert ist, beschreibt Maximus der Bekenner (580-662) die Geschehnisse von Alexandria aus in einem Brief an Petros Illustrios, verfasst zwischen 634 und 640, und sieht in den Ereignissen ein Zeichen Gottes und die Bestrafung der Christenheit für die begangenen Sünden: "a manner worthy of the Gospel of Christ […] We have all acted like wild beasts towards another, ignorant of the grace of God`s love for humans, and the mystery of the sufferings of the God who became flesh for our sakes. Maximus er"And especially when […] nature herself teaches us to take refuge in God, when she uses the present dire circumstances as a symbol. For what could be more dire than the present evils now encompassing the civilized world? […] To see a barbarous nation of the desert overrunning another land as if it were their own! To see our civilization [politeia] laid waste by wild and untamed beasts who have merely the shape of a human form! […] For we have not conducted ourselves in a manner worthy of the Gospel of Christ […] We have all acted like wild beasts towards another, ignorant of the grace of God`s love for humans, and the mystery of the sufferings of the God who became flesh for our sakes." Maximus ist bestürzt von der schnellen Expansion durch die aggressiven mohammedanischen Truppen aus der Wüste. [20] 

Abschließend folgen Ermahnungen, am orthodoxen Glauben so lange wie nur möglich festzuhalten und wenn nötig auch mit dem eigenen Leben dafür einzustehen. Die Eroberung durch die Angreifer könne schließlich durch eine aufrichtige, gemeinschaftliche Buße und Reue aufgehalten werden, da diese Herrschaft zeitlich beschränkt sei. [21] 

Sophronius, Patriarch von Jerusalem 634-637 (638) und enger Freund des Maximus Confessor, beklagt sich in seiner Weihnachtspredigt von 634, dass es den Christen nicht möglich sei, an Weihnachten wie gewohnt die Prozession zur Geburtskirche in Bethlehem durchführen zu können, da „gottlose Sarazenen“ die sichere Reise verhindern würden. Ob sie nun dem Götzen Allah folgen oder nicht, als "ungezähmte Bestien" wurden die Moslems schon damals bezeichnet. Er charakterisiert die Angreifer als Sarazenen, eine Bezeichnung die bereits ab dem 4. Jahrhundert für einige arabische Stämme überliefert ist. Ähnlich wie Maximus sieht Sophronius die Ursachen im Fehlverhalten der Christen begründet. "If then we do the will of our Father, and constantly maintain the Orthodox faith and truth, we will easily remove the Ismaelite sword, and turn aside the Saracen dagger, and break the Hagarene bow, and see holy Bethlehem, long unseen." Sophronius gibt also ebenfalls der inneren Zerstrittenheit und der Abweichung vom christlich-orthodoxen Glauben die Schuld an den augenblicklichen Missständen im Lande und sieht die Lösung der prekären Lage in der Rückkehr zur Einheit im Sinne der Beschlüsse von Chalcedon. Zwei weitere Texte des Sophronius sind erhalten, in denen er die arabischen Bedrohungen und die damit einhergehenden Gräueltaten beschreibt. "Why are the troops of the Saracens attacking us? […] Why have the churches been pulled down? Why is the cross mocked? Why is Christ […] blasphemed by the pagan mouths[?] That is why the vengeful and God-hating Saracens, the abomination of desolution clearly foretold to us by the prophets, overrun the places which are not allowed to them, plunder the cities, devastate fields, burn down villages, set on fire the holy churches, overturn the sacred monasteries, oppose the Byzantine armies arrayed against them, and in fighting raise up the trophies [of war] and add victory to victory." Dieser zweite Text stammt laut Hoyland aus dem Jahr 636 bzw. 637. "Sophronius beschreibt in dieser Predigt anlässlich des Epiphanienfestes die Sarazenen ausführlicher und polemischer sowie ihren Führer als Teufel." (Vgl.: Hoyland 2001. S. 72f.) Gemäß Tolan fragt Sophronius nicht nach dem Glauben der Eroberer, da er diesen als unbedeutende geistliche Bedrohung ansieht. (Vgl.: Tolan 2002. S. 42). Griffith erkennt in der Passage: „Moreover, they are raised up more and more against us and increase their blasphemy of Christ and the church, and utter wicked blasphemies against God.” Sophronius. Holy Baptism, aus der Predigt zum Epiphanienfest die Wahrnehmung einer „rival religious critique of Christian faith and practise“. (Vgl.: Griffith 2008. S. 26). Die Araber werden im Text zwar als "Barbaren, als gottlos, als gottesverachtend und Gottesbekämpfer beschrieben, deren Anführer der Teufel sei, aber die Polemik sei lediglich ein Element zur Unterstützung des eigentlichen Themas. Ziel der Predigt ist, die Bedeutung der Taufe Jesu durch Johannes darzustellen und die Gläubigen zur Buße anzuhalten, da Gott mit seinem Volke unzufrieden sei, weil diese sich über die Wesensart Jesu uneins seien." (Vgl.: Hoyland 2001. S. 71ff.) [22] 

Die Anhänger der nicht-orthodoxen Lehrmeinungen, wie die Monophysiten bzw. die Nestorianer, betrachteten die neuen arabischen Herrscher in erster Linie nicht als Bedrohung sondern eher als Rettung von byzantinischorthodoxer Unterdrückung, schließlich ist ihre Philosophie der islamischen nicht unähnlich. Es sind vielmehr nur wenige Zeugnisse vorhanden, die zeigen, dass sich die verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen gegen die arabischen Eroberer zusammenschlossen und ihre innerkirchlichen Dispute beiseite legten. Die einzelnen Gruppierungen denunzierten sich eher gegenseitig bei den Arabern, um daraus Vorteile zu gewinnen. [23] 

Je weiter die Konsolidierung der arabischen Herrschaft und einhergehend damit die Herausbildung der islamischen Lehre voranschritten, desto dringender bedurfte es einer neuen Betrachtung der Ereignisse durch die christlichen Philosophen. Die Erklärung, dass die arabische Herrschaft nur von kurzer Dauer sei und durch Buße abgewendet werden könne, genügte nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten. Hinzu kamen die sozialen und politischen Veränderungen des späten 7. Jahrhunderts, die viele Menschen an ihrem Glauben zweifeln ließen. Betrachtet man die schnellen sowie tiefgreifenden Erfolge der Muslime und die steigende Zahl an Konversionen zum Islam, konnte der Eindruck entstehen, dass Gott die Muslime bevorzugte. Der Islam wandelte sich folglich von einer eher militärischen Macht hin zu einer religiösen Bedrohung. Diesen Eindruck galt es zu widerlegen, im christlichen Sinne zu deuten und die Superiorität der eigenen Religion philosophisch und theologisch zu begründen. Diese veränderte Wahrnehmung fand ihren Ausdruck in dem Auftreten verschiedener Apokalypsen, die ab dem Ende des 7. Jahrhundert vermehrt entstanden sind. Mittels dieser Literaturgattung wurde die arabische Expansion durch die Einbindung in die biblische und historische Geschichte gedeutet und erklärt. Zentral blieb das Motiv der göttlichen Strafe für die begangenen Sünden als Erklärung für die missliche Lage der Christen erhalten. Gott habe mehrfach Zeichen gesandt, um die Christenheit auf ihre Vergehen hinzuweisen, die diese aber nicht beachtet hatten. Die frühe christliche Historiografie identifizierte die biblische Geschichte des Volkes Israel als Teil der eigenen Geschichte und interpretierte biblische Ereignisse als Prophezeiungen für aktuelle Geschehnisse. Aus diesem Grund wurde die arabische Expansion als die Erfüllung mosaischer Prophezeiungen angesehen. Besonders gegen Ende des 7. Jahrhunderts trat diese Erklärungsform in Erscheinung. Z. B. äußerte sich John bar Penkaye in seinem „Buch der Hauptpunkte der Geschichte der Welt der Zeit“ über die Verbindung zwischen dem Schisma nach Chalcedon und göttlichen Omen wie Erdbeben oder Kometen, die aber von der Christenheit nicht erhört wurden. Pseudo-Methodius verband als einer unter wenigen in seiner Apokalypse biblische Typologie mit apokalyptischen Zukunftsereignissen. (Vgl.: Morony 2005. S. 4-12; Baumstark, Anton: Geschichte der syrischen Literatur mit Ausschluss der christlich-palästinensischen Texte. Berlin 1968. S. 210f.) [24] 

Während zu Beginn die islamische Herrschaft noch als temporär und flüchtig angesehen wurde, wie bei Johannan bar Penkaye, der in seinem Buch der Hauptpunkte der Geschichte (geschrieben um 687 und nur in Fragmenten erhalten) die Muslime als flüchtiges Herrschaftsgebilde sieht (vgl.: Baumstark 1968. S. 210f. Pochoshajew 2004. S. 72 Anm. 56; Hoyland 2001. S. 197-200. Morony 2005. S. 5-7), veränderte sich der Tenor mit zunehmender Herrschaftskonsolidierung. In der Apokalypse des Pseudo-Methodius wird z.B. das Erscheinen der islamischen Araber in die biblische Abfolge der 7 Millennien eingebunden, an deren Ende die Endzeit und die Auferstehung der wahrhaft Gläubigen erfolge: "Und nachdem das Königreich Persien ausgerottet wurde, kämpften an seiner Stelle mit den Römern die Söhne Ismaels, des Sohnes der Hagar [...] weil die Zeit des Endes gekommen ist [...]. So werden in der Zeit der `Kasteiung dieser Tyrannen nur ganz wenige übrigbleiben, die `perfekte und vollkommene Christen sind, [...] Und eine Menge derjenigen, die Söhne der Kirche waren, werden den wahren Glauben der Christen und das heilige Kreuz und die glorreichen Sakramente verleugnen. Und ohne Zwang und Foltern und Schläge werden sie Christus verleugnen und sich auf die Seite der Ungläubigen stellen. [...] Aus welchem anderen Grunde wird Gott seinen Blick von der Hilfe der Gläubigen abwenden, [...] damit sie geprüft werden, und die Gläubigen von den Ungläubigen getrennt werden, [...]" Der Grundton der Apokalypse wird bestimmt von der Furcht vor dem Glaubensabfall zahlreicher Christen, die sich aus materiellen Beweggründen „auf die Seite der Ungläubigen stellen“. Die Leser sollen ermutigt werden, standhaft am christlichen Glauben festzuhalten und sich von den Veränderungen im täglichen und religiösen Leben nicht beirren zu lassen, denn am Ende der Zeit werden sie dafür belohnt werden. Die arabische Bedrohung wird noch als temporär und Teil des göttlichen Endzeitszenarios beschrieben. Die Hoffnung der Christen auf die Erlösung beruht auf dem byzantinischen Kaiser, der letztlich durch Gottes Eingreifen den Sieg davontragen wird und schließlich das Reich Gottes seinen Anfang nehmen wird. [25] 

Schließlich wird der Untergang der Muslime in eine unbestimmte, ferne Zeit verlegt. Mit der beginnenden Etablierung des Islams als Reichsreligion unter der Herrschaft des Kalifen Abd al-Malik mussten sich die christlichen Gemeinschaften den weiteren religiösen Herausforderungen stellen. Abd al-Malik kam 684 an die Macht und benötigte einige Jahre, um diese zu festigen. Anschließend formulierte er sein religiöses Konzept, das u.a. auf einer jüdisch-christlichen Grundlage basierte. Laut Nevo und Koren wurde Muhammad als Prophet durch Abd al-Malik erst eingeführt. Einen Beweis sehen sie darin, dass die erste überlieferte Erwähnung auf einer Münze aus dem Jahr 690/1 stammt. "Griffith erklärt, dass Abd al-Malik und seine Nachfolger die arabischen Territorien für das wachsende islamische Commonwealth vorbereiteten und durch seine Kampagne der Islam politisch und kulturell eingeführt wurde. Sein religiöses Programm bestand aus zwei Komponenten: „in stone, mortar and coinage“ verbreitete er den Islam und in dem Zusammenhang verdrängte er die christlichen Symbole wie z.B. das Kreuz." [26] 

Zunehmend wurde die Erkenntnis einer neuen monotheistischen Glaubensform erkennbar und die Christen waren gezwungen, sich mit dieser und deren Glaubensinhalten auseinanderzusetzen, da beide für sich den Anspruch erheben, die einzig wahre Religion zu besitzen. In polemischen Apologien und Disputationen widmeten sich die Autoren den islamischen Glaubensgrundsätzen und versuchten diese zu erschüttern und zu widerlegen. Mit Hilfe von zunächst sprachlich einfachen und leicht zu wiederholenden Argumenten wurde die christliche Gemeinschaft auf die philosophischen Auseinandersetzungen mit den Ungläubigen vorbereitet. Dabei stützten sich die christlichen Philosophen in ihrer Beweisführung innerhalb der interreligiösen Diskussion auf die Schriften des Christentums, die verbürgten Traditionen und die dialektischen Argumente, die auf grundsätzlichen Definitionen beruhen. Angepasst an die veränderten geschichtlichen Verhältnisse sollten die Christen im Glauben bestärkt werden, indem nicht mehr das baldige Ende der arabischen Herrschaft prophezeit wurde, sondern „dem vorübergehenden irdischen Königtum der Araber [...] das ewige, himmlische Königtum, das nur die Christen beerben werden, gegenübergestellt [...]“ wurde. In der Disputation zwischen einem Mönch des Klosters Bet Hale und einem arabischen Prominenten knüpft der Autor an die Endzeitstimmung des Pseudo-Methodius an. Anstatt der bevorstehenden Überwindung der arabischen Herrschaft durch den byzantinischen Kaiser zeigt der Autor auf, dass Gott die Christen in diesem kurzen vergänglichen Leben straft, um ihnen das ewige himmlische Königreich zu ermöglichen. Damit wird der Orientierungswandel deutlich, den die Christen vornehmen mussten. Die islamischen Araber waren keine "temporäre Geisel der Christen" mehr, sondern würden bleiben. "Johannes Damaskenos und sein geistiger Schüler, Theodor Abu Qurra, waren die Repräsentanten dieser sich entwickelnden Auseinandersetzung mit dem Islam und dienten als Wegbereiter für kommende Generationen weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus. Sie stellten sich den neuen Herausforderungen und bereiteten die Grundlagen und die Stereotypen für apologetische und polemische Schriften, die für Jahrhunderte Bestand haben sollten." [27] 
 

Aus dem Leben des Johannes Damaskenos (Johannes von Damaskus / Johannes Damascenus / Yuhanna ibn Mansur ibn Sarjun)

Obwohl Johannes Damaskenos zu den Kirchenvätern der ostkirchlichen Tradition zählt und seine Werke einen entscheidenden Einfluss sowohl auf die Debatte um die ikonoklastischen Strömungen in der orthodoxen Kirche als auch in der grundlegenden Auseinandersetzung mit dem Islam haben, ist nur sehr wenig über sein Leben überliefert. Nach dem Konzil von Chalcedon begann eine Periode des Niedergangs und der Zerrissenheit des Christentums. Johannes Damaskenos kommt die Bedeutung zu, dass er in dieser Zeit eine Zusammenfassung der gegenwärtigen philosophischen Lehren verfasste und ein Gesamtwerk christlicher Dogmen offerierte. Johannes Damaskenos wurde zum wichtigsten
philosophisch-theologischen Wortführer der melkitischen Kirche unter der Herrschaft der Umaiyaden. (Vgl.: Griffith, Sidney H.: John of Damascus and the Church in Syria in the Umayyad Era: The Intellectual and Cultural Milieu of the Orthodox Christians in the World of Islam. In: HJS. Vol. 11.2. S. 215, 219). Daneben zählt Johannes zu den talentiertesten Hymnographen seiner Zeit. (Vgl.: Sahas 1972. S. XII.) [28] 

Insgesamt sind 7 Viten von Johannes Damaskenos erhalten, die aber weitgehend legendenhafte Züge tragen. Erschwerend kommt hinzu, dass die wenigen erhaltenen Informationen von zweifelhafter Glaubwürdigkeit sind und es nahezu unmöglich machen, eine verlässliche Chronologie seines Lebens und Wirkens zu erstellen. Die älteste, erhaltene Vita (Vita Sancti Patris Nostri Johannis Damasceni, a Joanne Patriarchi Hierosolymitano Conscripta) ist eine griechische Version einer älteren arabischen Vita (geschrieben zwischen 808 – 969), die der Patriarch Johannes von Jerusalem (wahrscheinlich) Mitte des 10. Jahrhunderts übersetzte.(Sahas 1972. S. 33-37). Daneben existieren Notizen über Johannes
Damaskenos u.a. in den Akten des Konzils von Hiereia (754) und bei Theophanes. Die Sammlung seiner Werke wurden von Migne unter PG 94, 503-514 veröffentlicht. [29]

Trotz vieler Kontroversen um die Abstammung wird in der Forschung allgemein angenommen, dass Johannes Damaskenos als Yuhanna ibn Mansur ibn Sarjun als Sohn einer reichen, christlich-melkitischen Familie in Damaskus geboren wurde. (Vgl.: Nevo, Koren 2003. S. 236f ; Pochoshajew 2004. S. 70; Sahas 1992. S. 187; Glei/Khoury 1995. S. 11 ; Becker, Carl H.: Christliche Polemik und islamische Dogmenbildung. In: ZfA. Bd. 26. S. 177). Louth geht davon aus, dass Johannes den arabischen Namen mit dem Eintritt ins Kloster ablegte und den Namen „Johannes“ annahm. (Vgl.: Louth, Andrew: St. John Damascene: Tradition and Originality in Byzantine Theology. Oxford 2004. S. 6). In den Konzilsakten von Heireia wird erwähnt, dass Johannes von allen Mansur genannt wird und Theophanes gibt an, dass dies sein Vatername sei. (Vgl.: Concilia sacra, 13.357. Theophanes S. 417). In der Forschung wird die Abstammung zum Teil kontrovers diskutiert. Hoyland hinterfragt eine arabische Linie und führt an, dass die traditionelle Sicht Johannes als eine byzantinische Figur sehe, obwohl andere Forscher dies anders sehen. Als Referenz führt er Meyendorff an, der meint, dass „in mind and in heart John still lives in Byzantium“ und Louth, der Johannes als „ a Byznatine subject in exile“ sieht. (Vgl.: Hoyland 2001. S. 480 Anm. 83; Meyendorff 1964. S. 118). Meyendorff führt an, dass das Studium der liturgischen Texte des Johannes erkennen ließe, dass dieser in einem christlichen Ghetto gelebt habe, „which preserves intact the Byzantine political and historical outlook“. Griffith widerspricht dieser Ansicht und meint, Johannes sei von aramäischer, vielleicht auch arabischer Abstammung. Als Begründung führt er an, dass melkitisch arabische Quellen weder ihn noch einen seiner Vorfahren unter den Byzantiner (al-Rumi) gelistet haben. Ferner unterscheide der melkitische Historiker Eutychius von Alexandria (877-940) in seinen Annalen bei der Beschreibung der Übergabe von Damaskus durch einen Vorfahren des Johannes an die Araber deutlich zwischen den lokalen Christen und der Familie des Johannes sowie den Byzantinern.
Louth u.a. zögen ihre Schlüsse „based on a reading of John`s works through lenses crafted long after the final triumph of ‘Orthodoxy‘ in Constantinople in the ninth century“. Die ausschließliche Verwendung der griechischen Sprache sei ebenfalls kein Indiz für eine byzantinische Herkunft. Griechisch sei zu dieser Zeit die Sprache in Liturgie und Wissenschaft gewesen. (Vgl.: Griffith: John of Damascus and the Church in Syria. S. 229f.) Sahas lässt die Frage nach einer arabischen bzw. byzantinischen Herkunft offen, da keines von beiden mit Sicherheit aufgrund des Namens Mansur ibn Sarjun zu beantworten sei. Sowohl ein arabischer als auch ein nicht-arabischer Familienhintergrund seien möglich. Unterschiedliche Autoren benutzen verschiedene Schreibweisen für Johannes. Z.B.: Barhebraeus: John Qurin ibn Mansur, ein koptischer Autor: Yanah ibn Mansur, Agapius: Iyanis ibn Mansur al-Dimashi. (Vgl.: Sahas 1972. S. 7f.) [30]

Das genaue Geburtsjahr des Johannes wird in keiner Quelle erwähnt, weshalb abweichende Annahmen in der Forschung diskutiert werden. Zum einen wird ein Geburtsjahr um 650 angenommen, zum anderen plädieren einige Forscher für ein späteres Geburtsjahr um 675. U.a. spricht sich Sahas für das Jahr 655 (eventuell 652) aus. Seine Annahme basiert auf der angeblichen Kameradschaft mit dem jungen Prinzen Yazid (geboren um 644) und dem christlichen Poeten Akhtal (geboren um 640). Um 664 kam Cosmas der Sizilianer nach Damaskus und diente Johannes als Tutor. Ein späteres Geburtsdatum würde die Verbindung zu Yazid und das Lehrer-Schüler Verhältnis in Frage stellen. Khoury spricht sich in seiner Rezension zu Sahas gegen ein so frühes Geburtsjahr aus, da dies hieße, dass Johannes bei der Abfassung seiner Quelle der Erkenntnis bereits um die 90 Jahre alt gewesen sein müsse. Sahas argumentiert dagegen, dass die Quelle der Erkenntnis zwar sicher auf das Jahr 743 datiert sei, aber das Material dazu bereits früher zusammengestellt worden sein könnte. Gleichzeitig führt Sahas Argumente an, die seine Annahmen in Frage stellen. (Vgl.: Sahas 1972. S. 38f; ders. 1992. S. 188, 189 Anm. 19 u. 20); Pochoshajew sowie Glei und Khoury gehen davon aus, dass Johannes um 675 geboren wurde. (Vgl.: Pochoshajew 2004. S. 70; Glei/Khoury 1995. S. 11.) [31]

Der Großvater des Johannes Damaskenos sei Mansur ibn Sarjun gewesen, der als Logothet die öffentlichen Finanzen der Provinz im Auftrag des Gouverneurs sowohl unter byzantinischer wie persischer Herrschaft verwaltete. Laut den
Aussagen des Eutychios übergab dieser die Stadt Damaskus im Jahr 635 aus Groll über die byzantinische Politik an die arabischen Eroberer. Mansur ibn Sarjun diente bereits unter Maurikios ( 582-602) und später unter Herakleios (610-
641) als Finanzverwalter für Damaskus. Gemäß Eutychios behandelte Herakleios ihn schlecht, weshalb Mansur die Stadttore für die Araber öffnete und die Verhandlungen führte. Bei al-Baladhuri (gest. 892) wird von einem Freund des Bischofs gesprochen, der die Stadt übergab. Andere arabische Quellen sprechen von einem Mönch, einem Adligen, einem Lord von Damaskus. (Vgl.: Hoyland 2001. S. 481 Anm. 86; Sahas 1972. S. 17-20.) [32]

Den Posten als Finanzverwalter behielt jener Mansur ibn Sarjun auch unter den neuen, arabischen Herrschern und konnte dieses Amt an seinen Sohn Sarjun ibn Mansur weitergeben, der als Sekretär unter den Herrschern Muawiya I. (639-
680), Yazid I. (680-683), Muawiya ibn Yazid (683-684), Marwan ibn al-Hakam (684-685) und Abd al-Malik (685-705) Dienst tat und großes Ansehen genoss. Sein Name erhält in den arabischen Quellen oftmals den Zusatz „der Byzantiner“ (al-Rumi) oder „der Christ“ (al-Nasrani). In christlichen Quellen wird berichtet, dass Sarjun seinen Einfluss nutzte, um Nicht-Chalcedonenser zu tyrannisieren. Theophanes bezeichnet ihn als einen sehr christlichen Mann, "der die Säulen von Gethsemane rettete, die für die Sanierung der Moschee in Mekka genutzt werden sollten." Außerdem sei er Logothet gewesen und habe in engem Verhältnis zu Abd al-Malik gestanden. (Vgl.: Theophanes.S. 337) [33]

Nach dessen Tod übernahm schließlich Johannes, dem von seinem Vater neben einer sehr guten Bildung u.a. in Griechisch und Arabisch auch die handwerklichen Voraussetzungen für die Finanzverwaltung vermittelt wurden, das Amt am Hofe des Kalifen und er führte dies bis zu seinem Eintritt in ein Kloster nahe Jerusalem weiter. Gemäß der überlieferten Viten des Johannes` kam der italienische Mönch Cosmas nach Damaskus und wurde in das Haus der Mansurs aufgenommen. Johannes bat seinen Vater, dass dieser Mönch sein Lehrer sein solle, damit er von ihm „not only the books of the Saracens, but those of the Greeks as well“ studieren lerne. Sahas schließt daraus, dass Johannes, dessen Vater ein arabischer Christ und des Griechischen nicht mächtig gewesen sei, bis dahin eine arabische Erziehung genoss und eine griechische Erziehung erst durch Cosmas erfolgte. Ein griechischer Autor schließlich preist Johannes für seine schnelle Auffassungsgabe in Griechisch. (Vgl.: Sahas 1972. S. 39f; ders. 1992. S. 188ff.) Möglich ist auch, dass die Familie Mansur von Haus aus sowohl Aramäisch bzw. Griechisch als auch Arabisch sprach und Johannes von
Cosmas eine weiterführende Erziehung in griechischer Philosophie und Theologie genoss. Aramäisch war die meistgesprochene Sprache der einheimischen Christen und Griechisch die Sprache der Theologie und Liturgie.  [34]

Wann genau Johannes sich vom Hof der Umaiyaden zurückzog und welche Umstände ihn dazu brachten, sind nicht genau bekannt. Es wird vermutet, dass die zunehmende Arabisierung und die Herausbildung des Islams als Reichsreligion sowie die angestrebte Verdrängung christlicher Beamter aus den öffentlichen Bereichen die Ursachen dafür waren. "Allgemein wird in der Forschung angenommen, dass sich unter dem Kalifen al-Walid (705-715) die Bedingungen für die christliche Gemeinschaft verschärften. Er veranlasste den Wechsel von der griechischen zur arabischen Amtssprache und begann mit dem Bau der Umaiyaden-Moschee in Damaskus auf den Mauern der Kirche, die Johannes dem Täufers geweiht war. Diese Kirche aus dem 4. Jahrhundert wurde nach der muslimische Eroberung von Damaskus 715 in die Moschee umgewandelt - beauftragt vom Omayadenkalifen Al-Walid. Bereits unter seinem Vorgänger Abd al-Malik setzte die offizielle Kampagne gegen das Kreuz ein. Unter Yazid II. (720-724) wurden per Edikt die Ikonen aus öffentlichen Plätzen und den Kirchen verbannt. Neuere archäologische Funde zeigen einen Verfall der christlichen Kultur und einen Rückgang der Kirchenbauten." Glei und Khoury meinen, der Rückzug von Johannes Damaskenos erfolgte unter Umar II. (717-720), der in seinen Edikten den Christen verbot, hohe Ämter zu bekleiden. Sahas spricht sich dafür aus, dass Johannes aus persönlichen Gründen in Kombination mit den veränderten politischen Umständen in Damaskus unter Kalif Hisham (724-743) ins Kloster eintrat. Es sei vielmehr ein Rückzug als eine Flucht gewesen, „ a retreat to salvage what could be salvaged of the tradition and spirituality of a Christian Empire becoming subjugated to Islam and declining theologically“. [35]

Es herrscht ebenfalls Unsicherheit darüber, in welches Kloster sich Johannes zurückzog. Laut der hagiografischen Tradition trat er in das berühmte Kloster des Heiligen Sabas (Mar Saba) in der Nähe von Bethlehem ein. Neueste Studien haben die Historizität dieser Behauptung jedoch angezweifelt. Als relativ sicher gilt, dass Johannes Damaskenos durch den Patriarchen von Jerusalem, Johannes V. (705-735), wohl kurz nach dessen Amtsantritt zum Priester geweiht wurde und er seine ihm verbliebenen Jahre mit der Abfassung philosophischer Schriften, religiöser Poesie und griechischer Hymnen verbrachte. Die sozialen und religiösen Umstände dieser Epoche waren besonders geprägt durch die kulminierenden Auseinandersetzungen der melkitischen Kirche mit den innerchristlichen Strömungen der Nestorianer und Jakobiten und der damit einhergehenden Selbstdefinition der orthodoxen Kirche im Angesicht des Islams. Unter dem Patriarchen Johannes V. wurde Jerusalem wieder zum Zentrum des orthodoxen Lebens innerhalb des Kalifats und die Mönche der Klöster in der judäischen Wüste, ganz besonders die des Klosters Mar Saba, zu den Lehrmeistern der melkitischen Kirche. Jerusalem und seine benachbarten Klöster wurden somit zum aktivsten literarischen Zentrum der griechischen Kultur im 8. Jahrhundert und deren Theologen gehörten zu den prominentesten griechischen Autoren ihrer Tage. In dieser Zeit entstanden die ersten christlichen Antworten in griechischer und syrischer Sprache auf die religiösen Herausforderungen des Islams, zu denen Johannes Damaskenos einen herausragenden Beitrag leistete. In seinem Hauptwerk, der Quelle der Erkenntnis (entstanden nach 742/3), legte er zum ersten Mal in der Geschichte der christlichen Philosophie die philosophisch-theologischen Grundlagen und Dogmen des orthodoxen Glaubens dar. Die
Quelle der Erkenntnis besteht aus drei Teilen: 1. Dialectica, der die grundlegenden intellektuellen Instrumente für das Glaubensverständnis erörtert, 2. De haresibus, der die Irrlehren zusammenfasst und aufzeigt, 3. De fide orthodoxa bzw. Expositio fidei, der den wahren Glauben detailiert beschreibt. (herausgegeben von Kotter, Bonifatius: Die Schriften des Johannes von Damaskus. 1. Band I(PTS 7, Berlin 1969, 51-146), 2. Band IV (PTS 22, Berlin 1981, 19-67), 3. Band I (PTS 7, Berlin, 20-26). [36]

Auf diese Weise reagierte er auf die speziellen Herausforderungen seiner Zeit, in der eine umfassende christliche Philosophie notwendig erschien. Johannes selbst gibt als Zweck für seine Arbeit an, dass er vorrangig die Dinge, die die heiligen und weisen Männer zu unterschiedlichen Zeiten gelehrt haben, zusammenfassen und wiedergeben wolle, ohne dabei eigene Gedanken einfügen zu wollen. "Die Auswahl und Handhabung der von ihm verwendeten Schriften aus Philosophie, Geschichte und Theologie der vorangegangenen Jahrhunderte lässt jedoch die erstaunliche Kompetenz und Sorgfalt des Autors erahnen." Daneben wendete sich Johannes Damaskenos in seinen Schriften gegen die ikonoklastischen Strömungen in Syrien und Byzanz und wurde aus diesem Grund auf dem Konzil in Hiereia 754, auf dem die Bilderverehrung durch Kaiser Konstantin V. verurteilt wurde, exkommuniziert. In der Forschung gibt es Kontroversen, gegen wen sich die Kritik des Johannes richtet. "Allgemein wird angenommen, dass er sich gegen die ikonoklastische Politik von Byzanz, die unter Kaisers Leo III. mit dem Edikt von 726 angeblich ihren Anfang nahm, wendet. Griffith führt an,
dass in Syrien/Palästina die Christen bereits vor diesem Edikt unter den jüdischen und islamischen Einfluss ikonoklastischer Strömungen gerieten. Die Berichte aus Konstantinopel verschlimmerten das bereits bestehende Problem und somit wendete sich Johannes sowohl gegen die syrischen als auch die byzantinischen Gegebenheiten." Vgl.: Griffith: John of Damascus and the Church in Syria. S. 235; Sahas 1992. S. 186; ders. 1972. S. 11. Das Konzil von Hiereia wurde durch das zweite Konzil von Nicäa 787 wieder aufgehoben. [37]

Die Konzilsakten, die anscheinend die ältesten Dokumente sind, die sich mit der Person des Johannes beschäftigen, schildern ihn als Bedrohung für die orthodoxe Kirche und des byzantinischen Kaisers. "Anathema to Mansur, who has a bad name and Saracen opinions. To the iconolater and falsifier Mansur, anathema. To the insulter of Christ and conspirator against the empire, Mansur, anathema. To the teacher of impiety and perverter of the sacred Scripture, Mansur, anathema." In Wirklichkeit sind die Ikonoklasten und die ähnlich gesinnten Moslems diejenigen, die den Islam begünstigen. "Die Kritik des Johannes Damaskenos richtet sich nicht nur gegen die ikonoklastischen Strömungen des Kaisers, sondern er sieht in Leos Edikt den Versuch des Staates auf Glaubensfragen und kirchliche Belange Einfluss auszuüben. Die ikonoklastische Synode benutzt den Namen Mansur anstelle von Johannes Damaskenos, um diesen zu diskreditieren und dessen Nähe zu den Sarazenen zu betonen. Sahas sieht in der Bezeichnung „Saracenminded“ durch die ikonoklastische Synode die Bestätigung für Johannes` Affinität mit der arabischen
Welt aufgrund seiner Umgebung, seiner Familie und seines persönlichen Kontaktes mit Muslimen, was ihn zu einem Kenner des Islams macht." [38]

Es wird angenommen, dass Johannes Damaskenos die Exkommunikation nicht mehr erlebte und zwischen 749 und 753/4 in hohem Alter im Kloster von Mar Saba verstorben ist. "Von den nachfolgenden Generationen wurde die herausragende Rolle des syrischen Theologen und Dogmatikers weit über die Grenzen seines Wirkungskreises hinaus gewürdigt. Seine Werke bildeten die Grundlagen der Griechisch Orthodoxen Kirche in Byzanz und beeinflussten ebenso die Kirchendogmatik der Lateinischen Kirche für viele Jahrhunderte.  Die Vielzahl der überlieferten Handschriften verdeutlicht den Stellenwert dieser Werke und deren Bedeutung für die Scholastik. Im Jahre 1890 wurde Johannes Damaskenos durch die Kurie gewürdigt und zum römischkatholischen Kirchenlehrer erklärt. Für die Erforschung des frühen Islams ist besonders ein Text des Johannes Damaskenos von Belang: das Kapitel über den Islam als Bestandteil
der Quelle der Erkenntnis, seines Hauptwerkes." Griffith führt an, dass die herausragende Rolle des Johannes Damaskenos, die er für die nachfolgenden Generationen spielte, die Forschung nicht zu dem Schluss führen dürfe, er hätte diese
Rolle bereits zu Lebzeiten eingenommen. Seine Werke seien für Syrien bestimmt gewesen und wurden in Byzanz erst mit Verzögerung wahrgenommen. Vgl.: Griffith: John of Damascus and the Church in Syria. S. 235. Für eine verzögerte Würdigung seiner Werke spricht aber vielleicht auch, dass Johannes heftig gegen den Ikonoklasmus aufgetreten ist. Erst nachdem sich die bilderfeindliche Stimmung in Byzanz gelegt hatte, konnten seine Werke auch hier entsprechend gewürdigt werden. [39]
 

Quelle der Erkenntnis, Capita Philosophica oder Dialectica, De haeresibus cap. 100

Die Quelle der Erkenntnis wird als das theologische Hauptwerk des Johannes Damaskenos betrachtet und ist vermutlich im Jahr 743 in den letzten Lebensjahren des Autors im Kloster von Mar Saba entstanden. Johannes kam der Bitte seines Adoptivbruders Cosmas nach, der zu dieser Zeit den Bischofssitz in Maiuma nahe Gaza übernommen hatte, einen Leitfaden der christlichen Philosophie zusammenzustellen, in dem die kirchlichen Lehren gestützt auf die biblischen sowie patristischen Interpretationen klar verständlich dargestellt seien. Das Werk besteht aus drei Teilen. Der erste Teil, die Capita Philosophica oder Dialectica, liefert eine Zusammenstellung der grundlegenden philosophischen Kategorien der Antike und dient als Einführung und Erklärung zur christlichen Philosophie und speziell zum dritten Teil des Werkes. De Haeresibus (Compendium unde ortae sint et quomodo prodierunt) bildet den zweiten Teil des Werkes und gibt eine Auflistung der bisher bekannten Häresien, damit der Gläubige auf der Suche nach dem rechten Glauben die Irrwege erkennen und vermeiden lerne. Im dritten Teil, der Expositio accurata fidei Orthodoxae oder De Fide Orthodoxa, wird eine systematische Zusammenstellung der christlichen Lehrsätze geliefert, die auf den Lehren der sechs Konzilen der byzantinischen Orthodoxie beruhen. [40]

Die Authentizität und Autorschaft des ersten und des dritten Teils ist innerhalb der Forschung unumstritten. Bei der Beurteilung des zweiten Teiles, des Buches der Häresien, gehen die Meinungen zum Teil auseinander. Diskutiert wird zum einen, ob das Buch der Häresien von Beginn an ein fester Bestandteil des Werkes war oder dieses erst im Nachhinein integriert wurde. Frühe Manuskripte beinhalten lediglich den ersten und den dritten Teil des Werkes. Inhaltlich bilden diese beiden eine Einheit, welches die These eines späteren Einschubes erklären könnte. Viele Manuskripte setzen die De Haeresibus an den Schluss des Werkes und nicht in die Mitte. Andererseits gibt Johannes Damaskenos in seinem Proömion einen Ausblick auf den Inhalt und führt die Reihenfolge an: Dialectica, De Haeresibus, De Fide Orthodoxa. Am Schluss des De Haeresibus wird erwähnt, dass in diesem Buch 100 Häresien behandelt werden, dennoch sind 103 Häresien in verschiedenen Manuskripten überliefert. Übereinstimmung herrscht innerhalb der Forschung über die ersten 80 beschriebenen Häresien. Diese sind eine wortgenaue Wiedergabe einer früheren Zusammenstellung durch Epiphanius von Salamis. Die ersten zwanzig Kapitel behandeln vorchristliche religiöse und philosophische Strömungen des Barbarismus, des Skythismus, des Hellenismus und des Judentums. Die folgenden sechzig Kapitel beschreiben eine Anzahl von nachchristlichen Häresien von dem Simonianismus bis zu den Messialianern. Epiphanius von Salamis (315-403) wurde 367 zum Bischof von Konstantia (vormals Salamis) auf Zypern berufen. Er war ein glühender Verfechter der patristischen Tradition und lehnte Origenes und dessen Anhängern vehement ab. Sein Hauptwerk Panarion omnium haeresium wird interpretiert als „Arzneikasten gegen die Schlangenbisse der Häresie“. In seiner Abhandlung wurden Werke anderer Autoren wie Irenaeus und Hippolytus entdeckt. (Vgl.: PG 151, 173 –152, 773. Sahas 1972. S. 56f.) [41]

Die folgenden zwanzig Häresien werden als eine Kompilation verschiedener Autoren wie zum Beispiel des Theodoret, des Timotheus von Konstantinopel, des Sophronius von Jerusalem und des Leontius von Byzanz betrachtet. "Die letzten drei Häresien befassen sich mit dem Islam, dem Ikonoklasmus und den Aposchiten. Unter den beschriebenen Häresien fällt die Einzigartigkeit des Kapitels über den Islam ins Auge. Während die übrigen Kapitel meist nur aus einigen wenigen Zeilen bestehen, umfasst dieses Kapitel mehr als vier Spalten. Desweiteren weist es Unterschiede in der Einleitung und dem verwendeten Stil auf. Das Kapitel gilt allgemein als die erste überlieferte Äußerung zu den Inhalten der islamischen Lehren und gibt somit Aufschluss über den Wissensstand und die Haltung der Christen" gegenüber der neuen Irrlehre in der Frühphase des Islams. Nikephorus von Konstantinopel (757-829) gibt in seiner dritten Oratio gegen Konstantin Kopronymus fast wortgenau die Beschreibung der „Häresie 102, Christianocategoroi“ des De Haeresibus wieder, die den Ikonoklasmus beschreibt. Dies scheint zu bestätigen, dass die Existenz des Textes kurz nach dem Tod des Johannes Damaskenos bekannt war. (Vgl.: PG , C, 528. Sahas 1972. S. 59f.) Hoyland lässt die Frage offen, ob Johannes Damaskenos oder einer seiner Zeitgenossen der Verfasser ist. Er hält den Text aber für eine frühe byzantinische Polemik gegen den Islam und betrachtet die Autorschaft für die Beurteilung des Textes als zweitrangig. (Vgl.: Hoyland 2001. S. 485). "Die Authentizität des Kapitels wird vor allem durch A. Abel bestritten. Gestützt auf die Analyse des Inhalts und dem Vergleich mit späteren Texten kommt er zu dem Schluss, dass es sich um eine Interpolation des 9. bzw. 12. Jahrhunderts handeln müsse. Abel sieht dies in der Verwendung von Einzelheiten begründet, die nach seiner Auffassung nicht im 8. Jahrhundert anzutreffen seien und betrachtet das Kapitel 100/101 als einen Zusammenschnitt des Thesaurus Orthodoxae Fidei (PG 140, 105-113) des Niketas Choniates (1150-1215), welcher von einem Schreiber bzw. einem Übersetzer frühestens im 9. Jahrhundert in das Buch des Damaskenos eingefügt wurde. Seine Annahmen sind aber umstritten, weshalb besonders seit der Analyse von B. Kotter allgemein in der Forschung die Datierung und auch die Autorschaft des Johannes Damaskenos bezüglich des Kapitels 100/101 als gesichert gilt." [42]

Johannes Damaskenos schließt die Abhandlung über die bekannten Häresien seiner Zeit als ein Teil der Quelle der Erkenntnis mit dem Kapitel über den Islam ab und bringt die Zusammenstellung auf diese Weise auf den neuesten Stand. "Schließlich gibt es auch noch die bis heute einflussreiche Irrlehre der Ismaeliten, ein Vorläufer des Antichristen." Die Platzierung des Kapitels und die Verwendung der Bezeichnung „Irrlehre“ zeigen, "dass die Glaubensgemeinschaft der Araber zum Zeitpunkt der Abfassung und von dem Autor selbst nicht als eigenständige Religion wahrgenommen wird. Vielmehr reiht sie sich in die Abfolge der verschiedenen archaischen und christlichen Häresien ein und schließt diese ab." Erstaunt zeigt sich Johannes über die Macht und den großen Einfluss, den die Araber und „die bis heute einflussreiche Irrlehre“ in den ehemaligen byzantinischen Gebieten in so kurzer Zeit erringen konnten. Ganz in der christlichen Tradition sieht er die „Irrlehre“ als den „Vorläufer des Antichristen“, der laut den biblischen Aussagen der Propheten, des Hoheliedes und der Offenbarung ein Teil der göttlichen Endzeitplanung ist, was nicht nur für den Islam, sondern auch für andere Häresien gebräuchlich ist. "In einem Kapitel der De Fide Orthodoxa betrachtet Johannes neben Satan all diejenigen als Antichristen, die nicht die göttliche Wesensart Jesu Christi anerkennen und verwendet diese Bezeichnung zum Beispiel für Nestorius, der den Begriff Gottesgebärerin für Maria ablehnte und damit den Nestorianismus begründete. Auch die Ikonoklasten, die durch ihre Bilderstürmerei den Moslems ähnlich sind, werden wie die Moslems und Nestorianer als „Vorläufer des Antichristen“ bezeichnet. Zum Beispiel werden Kaiser Leo III. und sein Sohn Konstantius V. und andere Vertreter des Ikonoklasmus von deren Gegnern als „Vorläufer des Antichristen“ bezeichnet. Selbst in frühen muslimischen Schriften findet sich diese Bezeichnung wieder und deutet auf einen regen interreligiösen Dialog hin. "Interessant ist, dass Johannes die Quelle der Erkenntnis gemäß seiner Einleitung auf Betreiben seines Bruders Cosmas schrieb, der den Bischofssitz von Maiuma im Jahr 743 übernommen hatte. Dessen Vorgänger, Bischof Peter von Maiuma, war im selben Jahr zum Tode verurteilt worden, da er den Islam öffentlich verworfen und Mohammed als falschen Propheten und Vorläufer des Antichristen bezeichnet hatte." [43]

Johannes beschreibt in Kürze die Herkunft der Araber und verwendet die drei Bezeichnungen Ismaeliten, Hagarener bzw. Sarazenen und führt im Folgenden kurz deren Etymologie an. Alle drei Begriffe werden von ihm anhand der biblischen Vorgaben erklärt. Ismael war der Sohn des Abraham und der Magd Hagar und wurde aufgrund Abrahams Frau Sara mit dem Kind „leer“ fortgeschickt. Da die Muslime sich selbst in der Tradition Abrahams und als Nachfahren des Ismael sehen, sind die Bezeichnungen Ismaeliten Agarener/Hagarener als Reminiszenz an den Gründervater und dessen Mutter Hagar zu sehen. Die biblische Erklärung der etymologischen Herkunft für Sarazenen, die Johannes anführt (Sarazenen aber nennt man sie nach der Etymologie `Sara-leer`, vielleicht weil Hagar und Ismael nicht so gesegnet werden wie Sara bzw. Isaak. Johannes führt diese Bezeichnungen für die Araber nicht neu ein, sondern merkt an, dass sie so genannt werden. Bereits in verschiedenen Quellen des 4. Jahrhunderts finden sich diese drei Namen für die räuberischen Wüstenstämme der Arabischen Halbinsel und sie sind den Bewohnern somit bekannt. So schreibt z.B. Hieronymus in einem seiner Briefe „von den Arabern und Agarenern, die heute Sarazenen heißen, in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt Jerusalem“. Vgl.: Des heiligen Kirchenvaters Eusebius Hieronymus ausgewählte Briefe. (Des heiligen Kirchenvaters Eusebius Hieronymus ausgewählte Schriften Bd. 2-3; Bibliothek der Kirchenväter, 2. Reihe, Band 16 und 18) Kempten; München: J. Kösel : F. Pustet, 1936-1937.In: IV.b. Briefe wissenschaftlichen Inhaltes: Exegetische Briefe. 129. An Dardanus: Das Land der Verheißung. Weitere Beispiele finden sich u.a. bei Athanasius (295-373) – Leben des hl. Antonius (Vita Antonii) oder Theodoret von Cyrus (gest. 466) – Mönchsgeschichte (Historia Religiosa). [44]

Im Folgenden geht der Theologe auf die Entstehung der Irrlehre der Araber ein, wobei er zunächst darauf verweist, dass die Araber vormals Götzendiener waren, "die den Morgenstern und die Aphrodite verehrten, welche sie Khabar nannten, was in der Übersetzung „die Große“ bedeute. (Vgl.: Glei/Khoury 1995. S. 75 Z. 6-8) Seit der Zeit des Kaisers Herakleios aber erwuchs ihnen ein falscher Prophet, Muhammad mit Namen, der, nachdem er mit dem Alten und Neuen Testament Bekanntschaft gemacht und anscheinend mit einem arianischen Mönch Umgang gepflegt hatte, eine eigene Häresie schuf. Johannes kennzeichnet Muhammad als „falschen“ Propheten und spricht ihm damit jede göttliche Legitimation ab." Johannes verwendet im Text den Namen [Mamed], welcher aus dem Syrischen kommt. Daraus wird mit zunehmender Arabisierung Muhammad. Gleichzeitig unterminiert er den Offenbarungsanspruch des Islams, indem er Muhammad als den Schöpfer der Häresie angibt und jegliche göttliche Beteiligung ausschließt bzw. ablehnt. [45]

Er unterstreicht die Einordnung der arabischen Irrlehre als christliche Häresie, indem er darauf verweist, dass Muhammad das Alte und Neue Testament kannte und wahrscheinlich durch den Umgang mit einem christlichen Häretiker, einem arianischen Mönch, vom wahren Glauben abgekommen sei. In der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts entsteht in der muslimischen Literatur die Legende des nestorianischen Mönches Bahira, dem eine entscheidende Rolle bei der Formation des Islams zugewiesen wird. Scheinbar kennt Johannes diese Tradition (noch) nicht, die aber von den nachfolgenden christlichen Theologen aufgegriffen wird. U.a. beschreibt Petrus Venerabilis den Einfluss des Mönches auf den jungen Muhammed. [46]

Für Johannes ist der Islam somit anscheinend immer noch ein Bestandteil des innerchristlichen Diskurses und keine neue Religion. Arius lehnte wie Mohammed Jesus als Gottheit ab. Es gibt aber keine gesicherten Kenntnisse über die Einflüsse des Arianismus auf die Entstehung des Islams. Meyendorff erkennt zwar an, dass die Arianer und die Muslime die Trinität ablehnen, sieht aber eher monophysitische und nestorianische Einflüsse an der Entstehung des Islam beteiligt. (Vgl.: Meyendorff 1964. S. 119.) [47]

Die Grundlagen der „Irrlehre“ hielt Muhammed in einer „Schrift“ fest und verbreitete „zum Schein das Gerücht“, sie sei vom Himmel und „von Gott auf ihn herabgekommen“, „um beim Volk den Anschein der Gottesfurcht zu erwecken“. Johannes weiß folglich um eine Schrift bzw. Buch [biblos], in dem Muhammed einige „lächerliche“ Lehrsätze aufstellte, kennt aber offenbar die Bezeichnung Koran (noch) nicht. In den ersten Jahrhunderten ist die Bezeichnung Koran nicht geläufig bzw. bekannt. Der Koran selbst spricht von einem Buch bzw. einer Schrift (al-Kitab). Vgl.: u.a. Koran Sure 19: 16, 41, 51, 54. Auch bei Niketas von Byzanz (9.Jh) findet sich die Bezeichnung Buch oder Büchlein der Agarenener (PG 105, 704 bzw. 709). Akominatos (12.Jh) erwähnt wahrscheinlich zum ersten Mal die Bezeichnung Kouran in seinem Thesauros (PG 140, 129). Nach ihm wird die Bezeichnung fast immer verwendet. So z.B. Kouranion bei Bartolomaios (13.Jh, PG 104, 1384-1448) oder Alkoranon bei Kydones (14.Jh, PG 154, 1104) und Cusanus. "Den Anspruch einer göttlichen Offenbarung lässt Johannes nicht zu und unterstreicht erneut Muhammads Rolle als „falscher Prophet“. Ausschließlich um die Araber für sich zugewinnen und sie für rein egoistische Gründe zu manipulieren, erweckte Muhammad den Anschein, dass Gott und nicht er selbst für den Inhalt des Korans verantwortlich gewesen sei." [48]

Johannes beschreibt weiter die Irrlehre des Islams, dass Christus von Maria ohne menschliches Zutun durch Gottes Wort und Geist geboren wurde. Er war ein Prophet und Diener Gottes und sollte durch die frevelnden Juden gekreuzigt werden. Diese konnten aber nur ein Schattenbild Jesu an das Kreuz schlagen, während Jesus von Gott zu sich in den Himmel gerufen wurde. Dort wurde er von Gott befragt, ob er sich selbst auf Erden als Gott oder Gottes Sohn ausgegeben habe. Jesus verneinte und betonte seine Rolle als Gottes Diener, während andere Menschen jene Lügen über ihn verbreitet hätten und Gott erkannte seine Unschuld an. Johannes zeigt an dieser Stelle eindringlich und sachlich seine Kenntnisse vom Koran. In den Inschriften des Felsendomes finden sich die ersten schriftlich bekannten Korantexte. Johannes Damaskenos hielt sich lange Jahre in der Stadt auf und es ist wahrscheinlich, dass ihm diese Texte auch aufgrund seiner gesellschaftlichen Stellung bekannt waren. [49]

Die Auswahl der Themen und die Verwendung der fast wortgenauen Koranzitate beweisen, dass sich Johannes gut im Koran und mit den mohammedanischen Lehren auskennt und wahrscheinlich Zugang zum Buch der Muslime hat. Bereits mit der ersten Aussage: „Es gibt keinen Gott außer Allah“ trifft er den Kern und die Essenz des islamischen Glaubens, wobei er die Sure 112 fast wortgenau wiedergibt. Daneben finden sich viele weitere Stellen im Koran, die Allahs Einzigartigkeit und seine Rolle als Schöpfer aller Dinge betonen. Die Aussagen des Johannes zur Person Jesu decken sich weitestgehend mit den Lehren des Korans. Jesus wird geehrt als ein Prophet bzw. der Gesandte Gottes und er sei Wort und Geist von ihm. Er wird Messias und Diener Gottes genannt und es wird betont, dass er keinesfalls Sohn Gottes oder selbst ein Gott sei. [50]

Nach den einleitenden, meist sachlichen Erklärungen zur Herkunft bzw. der Entstehung des Islams, dessen gefälschte Gotteslehre und Christologie wendet sich Johannes dem Propheten Muhammad und der Legitimation seiner göttlichen Berufung zu. Er wertet erneut den Koran ab und spricht davon, dass Muhammad „in dieser Schrift noch von vielen anderen lächerlichen Dingen phantasiere“ und hartnäckig behaupte, „dass sie von Gott auf ihn herabgekommen sei.“ Der Philosoph wechselt jetzt von der anonymen Sprecherposition in eine aktive Form. Er fordert im Namen der christlichen Gemeinschaft die hypothetisch gegenüberstehende muslimische Gemeinschaft auf, einen Nachweis für den göttlichen Ursprung des Korans bzw. die Gesandtschaft Muhammads zu erbringen und stellt zwei entscheidende Fragen. Wenn wir aber fragen: Wer ist denn Zeuge, dass Gott ihm die Schrift gegeben hat, oder welcher von den Propheten hat vorhergesagt, dass ein solcher Prophet wie er erscheinen wird? Um die eigene Position hinreichend zu untermauern und seinem Gegenüber dessen Irrglauben vor Augen zu führen, beantwortet Johannes beide Fragen zuerst für das Christentum. Er kontrastiert Muhammad mit Mose, der „am Berg Sinai im Angesicht des ganzen Volkes das Gesetz empfing“, und somit das gesamte jüdische Volk als Zeuge hatte. Alle waren anwesend als „sich Gott in Wolken, Blitz, Gewitter und Sturmwind“ zeigte und die Offenbarung zu ihnen kam. Danach führt er an, dass das Kommen Jesu, „selbst Gott und Gottes Sohn“, dessen Fleischwerdung, Kreuzigung sowie seine Rolle als „Richter über die Lebenden und Toten“ durch Mose und alle folgenden Propheten vorhergesagt wurde. Eine ununterbrochene Reihe von biblischen Zeugen bestätigt somit die Legitimität und den Status Jesu. Folgerichtig stellt Johannes die sich ihm und damit dem Christentum allgemein aufdrängenden Fragen: "Wieso kam euer Prophet nicht auf diese Weise, indem andere über ihn Zeugnis ablegten, und wieso hat Gott nicht in eurem Beisein [...] das Gesetz übergeben, damit auch ihr einen Beweis hättet?" Die Muslime können auf alle diese Fragen lediglich mit einem „Gott tue, was er wolle“ antworten und offenbaren mit dieser knappen Antwort die eigene Unsicherheit. Damit gibt sich Johannes nicht zufrieden und fragt, wie Muhammad die Schrift übermittelt worden sei, worauf die Muslime antworten, dass sie im Schlaf auf Muhammad herabgekommen ist. Im Koran wird allerdings nicht erwähnt, dass Muhammad schlief, als er die göttliche Offenbarung empfing. Es ist möglich, dass Johannes hier vielleicht aus der oralen Tradition schöpfte, die später zum Beispiel bei Ibn Ishâq zu finden ist. Sarkastisch merkt der Philosoph an, dass ihm auf diese Weise das Wirken Gottes entgangen sein musste und unterstreicht die Polemik durch ein volkstümliches Sprichwort, das Zigabenos angibt durch: „Wer schläft, faselt und sieht oft seltsame Träume“. (Panoplia 28,3: PG 130: 1336 D) Ein drittes Mal fragt Johannes nach den Zeugen, die Muhammads Status untermauern und zeigt sich verwundert, wieso sie nicht selbst die Forderung an ihren Propheten gestellt haben: "Beweise erst einmal selbst durch Zeugen, dass du ein Prophet bist, dass du von Gott kommst, und welche Schrift Zeugnis über dich ablegt!" Schließlich habe doch jener Prophet in seiner Schrift selbst gefordert, „nichts ohne Zeugen zu tun oder anzunehmen“. Nun können "die Muslime nichts anderes als nur noch voller Scham zu schweigen." [51]

Anschließend fasst Johannes die Erkenntnisse aus der hypothetischen Befragung zusammen und "zeigt damit die für ihn greifbare Widersprüchlichkeit in der islamischen Argumentation auf. Die Muslime dürfen aufgrund der Vorgaben des Korans ohne Zeugen weder eine Frau heiraten, noch auf dem Markt etwas kaufen oder Grundbesitz erwerben. Dennoch akzeptieren sie ohne jegliche Beweise ihren Glauben und ihre Schrift, die ihnen von einem Propheten übergeben wurden, der seine Legitimation nicht nachweisen kann. Johannes fordert die Muslime heraus bis sie nicht anders können, als zu schweigen, und gibt sie und ihren Glauben der Lächerlichkeit preis, indem er diesen mit dem rechtlichen Status ihrer Frauen bzw. materiellen Gütern vergleicht. Dabei zeigt er sich sehr sicher und gewandt im Umgang mit den islamischen Rechtsvorschriften, die wiederum im Koran verankert sind. Auf seine Forderung nach den prophetischen Zeugen für die Legitimation Muhammads und seiner göttlichen Gesandtschaft, erhält der Theologe keine Antwort und erwartet auch keine." [52]

In einigen Texten aus dem 9. Jahrhundert hingegen zitieren die muslimischen Gelehrten auf ähnliche Kontroversen Bibelstellen, die Muhammad als Propheten ankündigen würden. Da Johannes nichts dergleichen erwähnt, ist es wahrscheinlich, dass diese muslimische Bewegung als Antwort auf die Fragen erst innerhalb des interreligiösen Diskurses und nach Johannes Damaskenos entstanden ist. Nachdem Johannes die Legitimation und den göttlichen Offenbarungsanspruch der Muslime in Zweifel gezogen hat, widmet er sich den zentralen Einwänden der Muslime gegen das Christentum und dessen Christologie. Dabei setzt er in seiner Argumentation sowohl auf eine defensive Erklärung als auch eine offensive Anklage, indem er zunächst auf die muslimischen Beschuldigungen antwortet und die christlichen Ansichten verteidigt, bevor er dann in der Offensive eine Gegenbeschuldigung mit der entsprechenden logischen Begründung formuliert. [53]

Die Muslime haben den Christen den Namen „Beigeseller“ gegeben, da sie entgegen ihren eigenen Ansprüchen gegen den Monotheismus verstoßen würden und „Gott insgeheim einen Nebengott beigesellen", indem sie behaupten, „Christus sei der Sohn Gottes und Gott“. Der Philosoph rechtfertigt zunächst den christlichen Glauben an Jesus als Gottes Sohn und erklärt, dass dies schließlich all die Propheten und die heilige Schrift so überliefert haben. Da aber die Muslime die biblischen Propheten achten und verehren, dürften sie folgerichtig deren Überlieferungen nicht anzweifeln, ohne ihren eigenen Glauben damit in Frage zu stellen. Den Muslimen scheint dies bewusst zu sein, weshalb „manche von ihnen sagen, dass [die Christen] bei der Auslegung der Propheten solche Behauptungen hinzugefügt“ oder die Juden mit Vorsatz die heiligen Schriften verfälscht hätten. Johannes zeigt, dass ihm die Vorwürfe der Textfälschung
seitens der Muslime durchaus bekannt sind. "Sie sind aber so abwegig, dass er sie nicht gesondert kommentieren muss." [54]

Johannes Damascenus geht nun in die Offensive und liefert den christlichen Gläubigen ein geschicktes Schimpfwort, um auf die muslimischen Herausforderungen adäquat reagieren zu können. "Wieso schmäht ihr uns als `Beigeseller`? [...] Wir aber nennen euch Verstümmler Gottes." Mit Hilfe einer grundsätzlichen theologischen Überlegung versucht Johannes zu zeigen, dass auch die koranischen Vorgaben die Gottheit Christi zwingend erweisen, wenn nur deren Aussagen konsequent durchdacht würden. "Die Muslime selbst verstehen Jesus als Wort und Geist Gottes und demzufolge sind diese nicht von ihm trennbar. Da in Gott ebenfalls sein Wort ist, muss dies zwangsläufig selbst Gott sein, denn wenn Gottes Wort und sein Geist außerhalb von Gott wären, könnte Gott sein Wort und seinen Geist nicht nutzen und wäre sprach- und vernunftlos. Auf diese Weise würde Gott nicht nur verstümmelt, sondern zu einem leblosen Stein oder Stück Holz gemacht, was ein schlimmeres Vergehen sei, als Gott einen Nebengott zu geben. Johannes beschuldigt auf diese Weise die Muslime, Gott seiner Haupteigenschaften zu entziehen und gibt der christlichen Polemik mit seiner Erklärung ein Standardargument an die Seite, indem er geschickt die Aussagen des Korans für seine Beweisführung nutzt." Der Vorwurf, die Muslime würden Gott zu einem statischen und unbelebten Objekt und damit Götzen machen, wird z.B. vom ostsyrischen Patriarchen Timotheos wieder aufgegriffen. [55]

Ein weiterer zentraler Vorwurf der muslimischen Theologie lautet, dass die Christen Götzendiener seien, da sie das Kreuz anbeten, welches die Muslime „sogar verabscheuen", nämlich so wie der Teufel das Weihwasser. Der Koran bezichtigt zwar die Christen an keiner Stelle Götzendiener zu sein, allerdings lehnt der Islam die Kreuzigung Jesu strikt ab. Die Muslime zeigten sich bis zum Ende des 7. Jahrhunderts relativ tolerant gegenüber den jüdischen und christlichen Gläubigen und ließen sie ihren Glauben und ihre Riten relativ ungestört ausüben. "Während der Lebenszeit des Johannes ändert sich diese Haltung jedoch und es werden alle christlichen Symbole und vor allem das Kreuz aus der Öffentlichkeit verdrängt und erfahren eine erhebliche Abwertung. Dies steht auch in direktem Zusammenhang mit den ikonoklastischen Strömungen in Byzanz. Johannes, ein heftiger Gegner des Ikonoklasmus, gibt somit nicht die Lehren des Korans wörtlich wieder, sondern fängt die Ideen und Gefühle der Muslime und seiner gesamten Umwelt ein." [56]

Auf den Vorwurf der Idolatrie reagiert der Johannes mit einem geschickten Gegenangriff und fragt die Muslime: „Wie nun? Reibt ihr euch nich an einem Stein an eurer Kaaba und küsst ihn ehrfürchtig?“ Zunächst weist er die Begründung der Muslime zurück, die besagt, dass das Heiligtum in Mekka auf biblische Traditionen zurückgeht. Gleichzeitig prangert er die Inkonsistenz der Muslime in ihrer eigenen Tradition an, denn sie sind sich darin selbst uneinig. So meinen einige, die Kaaba wäre ein heiliger Platz, weil hier Abraham sexuellen Kontakt mit der Magd Hagar hatte, andere wiederum sagen, hier hätte Abraham sein Kamel angebunden, als er gemäß Gottes Befehls seinen Sohn Isaak opfern wollte. Der Koran erzählt, dass Abraham und Ismael die Grundmauern des Hauses, das sie Bethaus und Stätte Abrahams nennen, errichtet haben. Vgl.: Koran Sure 2: 125-127. Uneinigkeit besteht auch bezüglich der Ortung des Heiligtums. Es reicht von dem Stein, auf dem Abrahams Bau errichtet wurde bis zum gesamten Heiligtum bzw. der Wallfahrtsstätten oder hin zu entfernteren Stätten bzw. einiger Steinhaufen. Diesen Angaben widerspricht Johannes, da die Bibel eine andere topografische Beschreibung und Szenerie liefert, in welcher von einem hainähnlichen Waldstück und Eseln als Lasttieren gesprochen wird. Die Muslime irren folglich mit ihren Annahmen und Johannes wertet sie als schlichte „Märchenerzählung[en]“. Dennoch beharren die Muslime weiter auf ihrer Behauptung, „der Stein sei der Abrahams“, worauf Johannes Johannes Damascenus in dem zweiten Schritt seiner Argumentation mit Hilfe allgemeiner Vernunftgründe das Fundament der islamischen Verehrung, den leblosen und statischen Stein der Kaaba, mit der christlichen Verehrung des Kreuzes als Sinnbild für Jesus und die Macht Gottes vergleicht und angreift. Denn für den Fall, dass dieser Stein wider Erwartung doch von Abraham stammen sollte, was Johannes allerdings ausschließt, so erfüllt die Verehrung dessen, der entweder für den Ort eines sexuellen Erlebnisses oder als profane Requisite einer heiligen Handlung steht, weit mehr den Tatbestand der Idolatrie als die christliche Verehrung des Symbols, „durch das doch die Macht der bösen Geister und die Verirrung des Teufels zunichte geworden ist!“ Vielmehr ist dieser Stein ein Relikt aus archaischen Zeiten, als die Araber noch Götzendiener waren, und stellt den Kopf der Aphrodite, die sie Khabar nannten, dar. Noch heute sind bei genauerer Betrachtung die Spuren von Eingravierungen sichtbar, die einen Indiz für deren archaischen und heidnischen Ursprung liefern. Der gleiche Abschnitt zum Thema Götzendiener findet sich auch bei Euthymios Zigabenos und bei Akominatos. [57]

Johannes Damaskenos kann ähnlich wie später Nikolaus Cusanus in den koranischen Überlieferungen zu Abraham nur unrechtmäßige Aneignungen und subjektive Verfälschungen erkennen. Johannes beschreibt die Kaaba, das Heiligtum der Muslime, und auch die Rituale, die mit dessen Verehrung einhergehen. Sie müssen ihm und der christlichen Gemeinde demnach bekannt sein. Bereits in der Einleitung geht Johannes auf die vorislamische Religion der Araber ein und erwähnt die Verehrung des Morgensternes und der Aphrodite (Venus), die er als zwei getrennte Gottheiten betrachtet. Einige Berichte von antiken Autoren beschreiben die weitverbreitete Verehrung beider Gottheiten in ganz Arabien in verschiedenen Texten, die Johannes hier offenbar wiedergibt. Z.B. berichten Nilus d. Ä. und sein Sohn Theodoulos (um 400) über die Verehrung und Opferung zu Ehren des Morgensternes. Der Morgenstern und Aphrodite werden durch den gemeinsamen Namen Venus in Beziehung zueinander gebracht. Verwechslungen lassen sich dadurch nicht immer ausschließen. Der Koran erwähnt, dass in Mekka die Göttinnen al-Lat, al- Uzza und al-Manat – die Göttinnen des Morgen-, Mittags- und Abendsternes – verehrt wurden. (Vgl.: Koran Sure 53: 19-20) B. Roggema lehnt eine Identifikation von al- Uzza mit Aphrodite ab, da islamische Quellen dazu nichts sagen. Dennoch handelt es sich um Götzen, die zusammen mit hunderten anderen Götzen wie Al-lah von den Arabern angebetet wurden. "Al-Lah zählt zu den "aberhundert Götzen" in der Kaaba. Eine dieser Statuen stellte den keineswegs beliebtesten Götzen namens Al-Lah dar, was schlicht der Gott oder Götze heißt, der von Mohammed ausgewählt und sein Lieblingsgötze oder Dämon wurde" Damit errichtete er schließlich die monotheistische Irrlehre. Johannes setzt die steinerne Kaaba mit dem Kopf der Aphrodite gleich und gibt an, dass die Muslime diese Göttin „ja auch Khabar nannten“, welches die Große bedeute. Möglich ist, dass Johannes dies von Epiphanias übernommen hat. Dieser berichtet, dass in Petra ein Stein als Jungfrau verehrt wurde. Johannes hat dies vielleicht auf Mekka übertragen. [58]

Die Bezeichnung Khabar ist schwer zu deuten und wird in der Forschung vielfach diskutiert. Neben verschiedenen Varianten sei es u.a. möglich, dass Johannes das Takbir, die islamische Formel Allahu akbar (Gott ist groß) und Ruf des Muezzins, falsch interpretiert und als Anrufung der Göttin Aphrodite gedeutet hat.  Zudem gibt es den "altarabischen Gott Hubal, dessen Bild in der Kaaba aufgestellt und verehrt wurde. Eine spätere Verwechslung mit akbar ist möglich."  Gleichzeitig wird das arabischen Wort Kubra der Göttin al-Uzza beigelegt. (Vgl.: Eichner 1936. S. 238). Niketas von Byzanz benutzt die Kombination von Johannes und schreibt, dass Mohammed ein Anhänger der Göttin Khabar gewesen sei, deren Bildnis in Mekka verehrt wurde. (Vgl.: Tolan 2002. S. 44). "Dennoch ist nicht völlig auszuschließen, dass Johannes den Zusammenhang zwischen der archaischen Göttin und dem muslimischen Heiligtum bewusst hergestellt hat, um die archaische Herkunft der Häresie und deren fehlgeleitete Grundlagen zu untermauern. Letztlich ist ebenfalls nicht sicher, ob zu diesem Zeitpunkt tatsächlich noch eine Verbindung zu den archaischen Wurzeln des Heiligtums bestanden und Johannes hier schlicht die Wahrheit bzw. seinen Eindruck der Wirklichkeit wiedergibt." [59]

Nach der religiösen Debatte über zentrale Themen der christlichmuslimischen Auseinandersetzung wendet sich Johannes dem Koran zu. Erneut betont er den Unsinn, den sich Muhammad in „viele[n] absurden[n] Geschichten zusammengefaselt“ hat, wobei dieser jeder einzelnen davon einen Namen gab. Johannes zeigt, dass ihm die Zusammenstellung des Korans bzw. die Aufteilung in betitelte Suren bekannt ist und wählt daraus nach eigenen Angaben exemplarisch einige aus, die er für erwähnenswert bzw. diskussionswürdig hält. Joannes geht zunächst auf die Sure „Die Frau“ ein und beschreibt einzelne muslimische Ehevorschriften. Den Muslimen sei es erlaubt, vier Ehefrauen und zahlreiche Nebenfrauen zu nehmen. Während der Koran von vier Ehefrauen spricht, übertreibt Johannes mit bis zu 1000 Nebenfrauen. Koran Sure: 4: 3, 129; 2: 229-230. Im Koran wird von vielen Konkubinen gesprochen, allerdings hat es tatsächlich Sultane gegeben, die hunderte Konkubinen ihr eigen nannten und ca. 800 Kinder gezeugt hatten. Die Zahl 1000 ist also gar nicht einmal so übertrieben und wird später durch Euthymnios, Akominatos und Anonymos I  übernommen. [60]

Danach beschreibt Johannes das einfache Prozedere der Ehescheidung und liefert die Begründung für diese Regelung. Muhammad begehrte die Frau seines Mitstreiters Zaid und um sein Ziel zu erreichen, erklärte er diesem, dass Gott befohlen habe, dass Zaid seine Frau entlassen solle. Zaid gehorchte und im Anschluss nahm Muhammad sie selbst gemäß Gottes Befehls zu seiner Frau. Um seine ehebrecherischen Taten zu bemänteln, stellte er folgendes Gesetz auf: „Wer will soll seine Frau entlassen. Wenn er sich ihr aber nach der Entlassung wieder zuwenden will, soll sie vorher einen anderen heiraten. [...] Wenn aber ein Mann, der einen Bruder hat seine Frau entlässt, dann soll sein Bruder sie heiraten, wenn er will.“ Johannes demontiert auf geschickte Weise erneut den Offenbarungsanspruch des Korans durch die Wiedergabe der Ehevorschriften und des Vorkommnisses um Zaids Frau. Spätere Polemiker nutzen dieses Ereignis als ein zentrales Thema, um Muhammads Status als Prophet zu diskreditieren. Anhand von Muhammads scheinbarem Fehlverhalten zeigt Johannes, wie der Prophet der Muslime Gott für die Legitimation von rein menschlichen Bestrebungen missbraucht hat. Johannes verurteilt anschließend die Polygamie und die Ehemoral des Muhammad, die zur Grundlage des islamischen Rechts wurde. „Bestelle das Saatfeld, das Gott dir gegeben hat, und bearbeite es mit Eifer“ gibt den Koran sinngemäß wieder und unterstreicht die Kritik an den allgemein gängigen Sexualpraktiken, die sich nach dem Vorbild des Propheten etabliert haben. "Für Johannes ist dies ein Hinweis für die hemmungslose sexuelle Triebhaftigkeit der Muslime, die von den nachfolgenden christlichen Schriftstellern aufgegriffen wird und die auch in heutiger Zeit noch ein Bestandteil der Polemik gegen den Islam ist." [61]

Johannes gibt in einer umfangreichen Erzählung die Geschichte einer Kamelstute wieder, die nach seinen Angaben Teil des Korans ist und „Das Kamel Gottes“ genannt wird. Im Koran selbst fehlt eine derartige Sure, aber einige Stellen in unterschiedlichen Suren erzählen über eine Kamelstute des Propheten Salih. (Koran Sure 7: 73-79, 26: 141-149, 27: 45-53, 54: 23-31, 91: 11-14.) In der Forschung ist umstritten, ob Johannes aus Unkenntnis des Korans die Erzählung für einen Teil dessen hielt, diese Geschichte vor der Kanonisierung noch zu den koranischen Texten gehörte oder ob er die Teile des Korans über das Kamel Salihs bewusst ausbaute. Es ist durchaus möglich, "dass diese Geschichte zu Lebzeiten des Johannes noch ein Teil des Korans war, der erst in späterer Zeit kanonisiert worden sei. Dafür sprechen die noch vorhandenen Spuren und Anspielungen auf die Erzählung im Koran"  Möglich, dass Teile der Sure 7 mit „Kamel Gottes“ bezeichnet wurden. [62]

Integriert in die Geschichte finden sich einige Angaben zu den muslimischen Vorstellungen zum Paradies. Johannes zeigt einige Kenntnisse von den Jenseitsvorstellungen der Muslime und berichtet von drei Flüssen, die im paradiesischen
Überfluss voll mit Wasser, Wein und Milch sind, den vierten Fluss mit Honig scheint er aber nicht zu kennen. Möglich ist ebenfalls, dass dieser vierte Fluss erst später zu den islamischen Vorstellungen hinzugekommen ist. Die Beschreibung des Paradieses dient Johannes an dieser Stelle dazu, die Genüsse und sinnlichen Freuden der islamischen Lehren herauszustreichen und den eher geistigen Erwartungen des christlichen Jenseits kontrastierend gegenüberzustellen. [63]

Abschließend fasst er noch einige Verhaltensvorschriften zusammen und erwähnt die Beschneidung der Muslime und dass sie weder Sabbat noch Taufe zelebrieren und gewisse Speisevorschriften beachten sollen. Die Beschneidung wird im Koran nicht erwähnt, gehört aber zur islamischen Tradition und ist ein Teil der rituellen Waschung und ein Zeichen der Kontinuität von Abraham her, auf dessen Nachfolge sich der Islam beruft. Die Ablehnung des Sabbats und der Taufe findet sich ebenso nicht im Koran und könnte als Bestreben der Muslime gewertet werden, sich vom Juden- und Christentum abzugrenzen. Kritik übt Johannes an den Speisevorschriften, denn Muhammad erlaubte, „das im Gesetz Mose Verbotene zu essen“ und er verbot das durch das mosaische Gesetz Erlaubte zu essen. [64]

Johannes Damaskenos gibt einen Überblick über die zentralen Aspekte der koranischen Lehren und des Islams, obwohl er an keiner Stelle des Kapitels die Bezeichnungen Islam, Koran oder Muslim verwendet. "Er scheint sie demzufolge nicht zu kennen oder sie sind wahrscheinlich erst zu einem späteren Zeitpunkt entstanden und verwendet worden. Dabei zeigt er einen guten und recht sicheren Umgang mit dem Koran, den grundlegenden Doktrin und den muslimischen Traditionen bzw. den oralen Quellen seiner Zeit, die für die zeitgenössischen Christen relevant erscheinen." Scheinbar fehlerhafte Koranzitate bzw. Verwechslungen müssen jedoch nicht zwangsläufig auf eine mangelnde Kenntnis der islamischen Irrlehre hindeuten, denn abweichende Angaben können ebenso ein Indiz für die noch nicht abgeschlossene und in Arbeit befindliche Kodifizierung des Korans sein. Aus der Fülle des Materials wählt Johannes geschickt einige Themen, die ihm als wichtig erscheinen, aus und kommentiert diese. Keinesfalls liegt es in seiner Absicht eine vollständige Zusammenstellung des arabischen Irrglaubens geben zu wollen, wie er an mehreren Stellen selbst betont. Vielmehr strebt Johannes an, seine Leser über die „kürzlich“ entstandene Häresie zu informieren und ihnen einige einleitende und vorbereitende Antworten an die Hand zu geben, um innerhalb der innerchristlichen wie interreligiösen  auseinandersetzung auf deren häretische Elemente adäquat reagieren zu können. Die Lebensspanne und besonders die monastische Karriere des Johannes fällt in eine Zeit des Umbruches für die christliche Bevölkerung der Arabischen Halbinsel. Die relative Toleranz der arabischen Machthaber des ersten Jahrhunderts neigt sich dem Ende zu und mit zunehmender Etablierung der arabischen Herrschaft werden die Christen mit den sozial-politischen wie religiösen Auswirkungen konfrontiert, die die neue islamische Reichsreligion mit sich bringen. Unter den Umaiyaden wurden die Christen zunehmend aus dem öffentlichen Raum verdrängt. Sichtbare Zeichen des Macht- und Glaubensanspruches waren u.a. die Errichtung des Felsendomes in Jerusalem, der Umaiyaden-Moschee in Damaskus, die Verdrängung des Kreuzes aus der Öffentlichkeit und die Einführung neuer Münzen bzw. der arabischen Amtssprache. Hinzu kamen fiskale Neuregelungen. (Vgl.: Pochoshajew 2004. S. 73-75; Tolan 2002. S. 46; Griffith: John of Damascus and the Church in Syria. S. 209f.) [65]

Zeitgleich versucht die orthodoxe Kirche sich gegen den Nestorianismus bzw. den Monophysitismus zu positionieren, während sie sich kanonisch selbstdefiniert und eine umfangreiche melkitische Christologie entwickelt. In diesem Zusammenhang ist die Arbeit des Johannes Damaskenos zu betrachten. "Zum einen will er auf die zunehmende Abwanderung christlicher Glaubensgenossen durch Konversion zum Islam reagieren, indem er das Gefühl der geistigen und religiösen Überlegenheit des christlichen Glaubens gegenüber dem Islam betonen will. Zum anderen ist das Kapitel über den Islam ein Bestandteil der umfassenden Glaubensdefinition seiner Zeit, die Gegenstand des Gesamtwerkes der Quelle der Erkenntnis ist und deshalb auch im Ganzen betrachtet und eingeordnet werden muss. Aus diesen Gründen wendet sich Johannes seelsorgerisch an die ganze christliche Kirche und beschränkt sich nicht nur auf die monastischen Kreise seines Klosters. Angesprochen werden von ihm vor allem das christliche Publikum der gebildeten und gelehrten Bevölkerungskreise sowie der sozialen Elite, die seinen theologischen und vernunftorientierten Argumenten geistig folgen können. Der Theologe setzt sich inhaltlich neben den einleitenden und allgemeinen Informationen zur Herkunft und der Entstehung der Häresie der Ismaeliten mit den Schwachstellen des Islams aus der Sicht der christlichen Orthodoxie auseinander. In dem Kapitel hinterfragt er die Legitimität der prophetischen Botschaft sowie deren Überbringer, diskutiert die christologischen Deutungsunterschiede und rechtfertigt die göttliche Trinität. Dabei verwendet Johannes die bekannten trinitarischen Argumente wie in den vorangegangenen Debatten schon gegen die Jakobiten, die Nestorianer bzw. die Monophysiten und die er selbst gegen die Ikonoklasten eingesetzt hat." [66]

Der Islam wird zunächst wie eine häretische Abspaltung vom Christentum gewertet. Gleichzeitig werden die christlichen Kontroversen bestimmend für den Islam, der gezwungen wird, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Die Anordnung des Kapitels innerhalb der Aufzählung der bekannten Häresien und die Wahl der Argumente deuten darauf hin, dass aus der Perspektive des Johannes Damaskenos der Islam die letzte in einer langen Reihe von christlichen Abweichungen ist und er diese nicht als neue und eigenständige Religion ansieht. Argumentiert wird nicht nur gegen die muslimischen Lehren, sondern auch gegen die innerchristlichen Abweichler der Monophysiten oder der Nestorianer. [67]

Die islamischen Lehren werden den christlichen Anschauungen als negatives Spiegelbild gegenübergestellt und dienen der Selbstvergewisserung und der Festigung der eigenen christlichen Identität. Das „Eigene“ wird in der der Wertehierarchie als die idealisierte Norm und das „Andere“ konträr dazu als die defizitäre Abweichung dargestellt. Johannes will auf diese Weise das adressierte christliche Publikum einschwören, trotz aller politischen und sozialen Widrigkeiten am christlichen Glauben und vor allem der Orthodoxie festzuhalten und die eigenen Standpunkte mit Enthusiasmus zu verteidigen. Das Kapitel über den Islam ist "Teil des epochalen Gesamtwerkes über die orthodoxen Lehrmeinungen, die im Auftrag des Bischofs von Maiuma verfasst wurden und die das zeitgenössische Wissen der Christen zusammenfassen. Johannes wird somit als Koryphäe auf dem Gebiet der Orthodoxie anerkannt und vertritt das Christentum" gegen die Irrlehren der Nestorianer und des Islams. [68] 

Westliche Philosophen wie Thomas von Aquin hatten eine hohe Meinung über die östlichen Philosophen wie Gregor von Nazianz oder Johannes Damaszenus. Sie alle kamen ähnlich wie die östlichen Philosophen zu dem Schluss, dass es unmöglich sei, sich vernünftig mit Muslimen bzw. muslimischen Philosophen zu unterhalten, da sie die grundlegenden Schriften des Juden- und Christentums nicht kennen. Auch bei Johannes Damaszenus fallen die Antworten der Muslime "kurz und vage aus und werden immer weniger, sind kleinlauter und am Schluss der Argumentation können sie nur noch schweigen." Johannes will die Christen von der Überlegenheit des eigenen Glaubens überzeugen und bringt durch die Strahlkraft des Christentums die Muslime zum Schweigen, "denn überzeugen kann und will er sie nicht", da es sinnlos ist wie später Thomas von Aquin und Cervantes feststellen. [69] 

"Es kommt mir vor, Anselmo, du zeigest jetzt dieselbe Denkweise wie stets die Mauren, denen man den Irrweg ihrer Sekte weder mit Stellen aus der Heiligen Schrift begreiflich machen kann noch mit Gründen, die auf Vernunftschlüssen beruhen oder sich auf Glaubensartikel stützen; vielmehr muss man ihnen handgreifliche, verständliche, bündige, unzweifelhafte Beispiele beibringen nebst mathematischen Beweisen, die nicht zu leugnen sind, wie wenn man den Satz aufstellt: ›Wenn wir von zwei gleichen Größen gleiche Größen abziehen, so sind die übriggebliebenen ebenfalls gleich.‹ Und wenn sie dies in Worten nicht verstehen – und sie verstehen es wirklich nicht –, muss man sie es mit den Händen greifen lassen und es ihnen vor Augen stellen; und mit all diesem kann dennoch niemand sie von den Wahrheiten unsres heiligen Glaubens überzeugen. Dieselbe Art und Weise werde ich bei dir anwenden müssen; denn das Verlangen, das in dir entstanden, ist eine solche Verirrung und liegt so abseits von allem, was nur eine Spur vom Vernünftigen an sich hat, dass es meiner Meinung nach Zeitverschwendung wäre, dir deine Einfalt – denn ich will ihr für jetzt keinen andern Namen geben – begreiflich zu machen." - Cervantes, Don Quichote
Johannes Damaskenos vermischt eine sachliche Auseinandersetzung in theologisch-philosophischen Fragen mit polemischen Äußerungen in rituellen Fragen bis hin zur "Karikatur des muslimischen Propheten", die sich automatisch ergibt, wenn man sich ernsthaft mit dem Islam beschäftigt. Stilistisch gehört der Text zum populären Genre der Apologetik, der aber ebenso einige polemische Textbestandteile besitzt. "Er ist nicht gekennzeichnet von purem Hass gegen den Islam... In den strittigen theologischen Fragen zur Legitimität des Propheten und der göttlichen Offenbarung bzw. der Christologie appelliert Johannes überwiegend sachlich an die Vernunft und äußert Argument und Gegenargument bis er die Muslime zum Verstummen gebracht hat." Die Irrlehre und ihr Prophet diskreditieren sich selbst. Muhammad „phantasierte“ bzw. „faselte“ sich „absurde“ und „lächerliche“ Dinge zusammen, nur um seine eigene Triebhaftigkeit ausleben zu können. Polemisch äußert sich daher Johannes ebenso zum Koran und dessen „vermeintlich“ göttlichen Ursprungs, der im Schlaf von Muhammad empfangen worden sein soll. Die ungenügende Unterweisung des Propheten im Alten und Neuen Testament und der häretische Einfluss eines Arianers führten zu einer "fehlgeleiteten Lehre". Daraus resultiert, "dass die Muslime trotz der christlichen Grundkenntnisse nicht in der Lage sind, die göttliche (christliche) Wahrheit zu erkennen, und dass sie weiterhin an heidnischen Relikten festhalten bzw. die biblischen Verhaltensvorschriften verdrehen." Johannes greift an keiner Stelle die Araber persönlich an bzw. verhöhnt oder verspottet sie. Seine Kritik richtet sich vielmehr gegen die „Irrlehre“ oder die fehlende Legitimität der prophetischen Botschaft, die er vor allem anhand der koranischen und biblischen Schriften bzw. der rituellen Handlungen zu widerlegen sucht. Es ist möglich, dass Johannes die Muslime nicht über Gebühr herausfordern will, da eine Verunglimpfung des Islams und seines Propheten mit dem Tod bestraft werden kann, wie es z.B. im Fall des Bischofs von Maiuma geschehen ist und dessen Nachfolger Cosmas als Initiator der Quelle der Erkenntnis genannt wird. Die Christen in den arabisch besetzten Gebieten setzen sich mit ihren religiösen und politischen Gegnern auseinander und entwickeln ihre eigene Strategie, den christlichen Glauben gegen die islamischen Herausforderungen zu verteidigen, indem sie auf der Basis des Damaskenos die Legitimität des Islams hinterfragen und die Wahrhaftigkeit des Christentums betonen. Dennoch wurden die östlichen Christen mehr und mehr von den Moslems und ihrer Irrlehre überrollt und verdrängt, weil die Christen uneins waren und sich - wie heute die Europäer - sich nicht genügend zur Wehr gesetzt haben und eine schleichende Islamisierung in Kauf genommen haben. [70] 
 

Aus dem Leben des Theodor Abu Qurra / Theodorus Abucara

In zwei syrischen Chroniken werden einige wenige Details über das Leben und Wirken des Theodor Abu Qurra berichtet. Zum einen in der Chronik von Michael dem Syrer, zum anderen in der Anonymen Chronik von 1234. "Theodor Abu Qurra hatte einen entscheidenden Einfluss auf die Theologie seiner Zeit und der ihn nachfolgenden Generationen, dennoch sind nur wenige gesicherte Erkenntnisse über seine Person überliefert und viele Details werden in der Forschung heftig diskutiert. Es herrscht Übereinstimmung, dass der Theologe wahrscheinlich um das Jahr 750 in Edessa als Mitglied der melkitischen Kirche geboren wurde. Die genauen Lebensdaten variieren allerdings bei den einzelnen Gelehrten. Desweiteren wird angenommen, dass Theodor Abu Qurra in seinen Jugendjahren das Kloster in Mar Saba besuchte und dort wohl mit den Schriften des Johannes Damaskenos in Berührung gekommen ist, dessen Schüler er nach eigenen Aussagen geworden sei. Eine persönliche Schüler-Lehrer Beziehung ist allerdings aufgrund der Tatsache, dass Johannes Damaskenos um 750 gestorben ist, auszuschließen. Umstritten ist, ob Theodor Abu Qurra je ein Mitglied des Klosters gewesen ist und wenn ja wann bzw. wie lange er dort blieb oder ob er dieses lediglich nur besuchte." [71] 

Zeitweilig hatte der Theologe den Bischofssitz in Harran in Syrien inne, bis er durch den Patriarchen Theodoret von Antiochia aus unbekannten Gründen abgesetzt wurde. Im Dienste der Verbreitung des orthodoxen Glaubens unternahm er einige Reisen nach Ägypten und Armenien und stand schließlich im Jahr 813 dem Patriarchen Thomas in Jerusalem als Berater zur Seite. Laut der Anonymen Chronik von 1234 führte Theodor Abu Qurra, der wahrscheinlich durch Job, den neuen Patriarchen von Antiochien, wieder in sein Bischofsamt von Harran eingesetzt worden war, mit dem Kalif al-Mamun eine Debatte über die Inhalte des christlichen Glauben, die in einem gesonderten Bericht aufgezeichnet worden sei. Die Auseinandersetzung wird in verschiedenen Versionen wiedergegeben, die inhaltlich voneinander abweichen. Bisher sind diese Texte weder editiert noch sorgfältig studiert worden. Die Anzahl der überlieferten Dokumente verweist aber darauf, dass Theodor Abu Qurra als Polemiker und Philosoph der christlichen Gemeinde wahrgenommen wurde. (Vgl.: Griffith: Theodore Abu Qurrah. S. 24). Es wird angenommen, dass die Debatte um 829 stattgefunden haben muss. (Vgl.: Beaumont 2005. S. 28; Griffith 1997. S.10; Suermann 2002. S.238). Dies steht im Kontrast zu einigen Annahmen zum Todesjahr des Philosophen. [72] 

Unklar ist ebenfalls, wann und wo der Theodorus verstorben ist. In der Forschung werden die Jahre zwischen 820 und 830 diskutiert. "Dieses chronologische Rahmenwerk beruht auf der Auswertung zweier Chroniken, die zum einen im 12. Jahrhundert durch Michael dem Syrer und zum anderen durch einen anonymen Chronisten im Jahr 1234 angefertigt wurden. Trotz des großen zeitlichen Abstandes zu den berichteten Ereignissen sei auf deren Glaubwürdigkeit zu vertrauen, so S. H. Griffith, da zum einen einige Fakten durch andere Dokumente belegt seien und zum anderen die Anonyme Chronik hauptsächlich auf der Chronik des Dionysios von Tell Mahrê beruhe, der ein Reisegefährte des Kalifen al-Mamun und ein möglicher Augenzeuge des Gespräches mit Theodor Abu Qurra gewesen sei." [73] 

Im Gegensatz zu den unsicheren persönlichen Fakten steht die geistige Überlieferung des Philosophen, "die unbestritten einen besonderen Platz innerhalb der christlichen Kirche einnimmt. Allgemein wird Theodor Abu Qurra in der Forschung als geistiger Schüler des Johannes Damaskenos bezeichnet, der dessen Argumentationsweise und Auseinandersetzung mit den religiösen Kontroversen seiner Zeit fortsetzte. Bei Abu Qurra finden sich Topoi anti-islamischer Polemik, die auch bei Johannes Damaskenos vorhanden sind und eine geistige Verbundenheit vermuten lassen." (Vgl.: Markov, Smilen: Theodor Abu Qurra als Nachfolger des Johannes von Damaskus. In: Speer, Andreas (Hrsg.): Knotenpunkt Byzanz: Wissensformen und kulturelle Wechselbeziehungen; [... 37. Kölner Mediaevistentagung]. Berlin 2012. S. 111). Besonders in dem Traktat zur Verehrung der Bilder wird die Verbindung zu Johannes Damaskenos deutlich. (Vgl.: Griffith: Theodore Abu Qurrah. S. 19 Anm. 76). [74] 

Er gilt als einer der führenden Wissenschaftler / Philosophen des Mittleren Ostens, der die orthodoxen Lehrmeinungen der melkitischen Kirche sowohl gegen innerchristliche Häretiker als auch gegen die jüdischen und muslimischen Glaubensvorstellungen in seinen Schriften verteidigte. Innerhalb der christlichen Kirche tritt Theodor Abu Qurra z.B. in seinem Werk Confession of the Orthodox Faith für die Beschlüsse von Chalcedon und den orthodoxen Glauben ein. Den Juden versucht er in einer Abhandlung (Treatise on the Holy Law of Moses and the Prophets who predicted the Messiah) die Überlegenheit Jesu gegenüber Mose aufzuzeigen, da Jesus in der Lage sei, Wunder in eigenem Namen zu verrichten und somit seine Göttlichkeit zeige. Gegen die Muslime sind seine Streitgespräche (Opuscula Islamica) gerichtet, die vor allem die Göttlichkeit Jesu vermitteln sollen. (Vgl.: Beaumont 2005. S. 28f.) [75]

Unter anderem setzte er sich in seinen Werken mit den unterschiedlichen Haltungen zur Thematik der Christologie auseinander und trat als entschiedener Verfechter der Bilderverehrung auf, womit er die ikonoklastische Kontroverse aus nicht-byzantinischer Sicht in entscheidender Weise prägte. U.a. hinterließ er ein Kompendium aus 24 Kapiteln über den Ikonenkult, verfasste Abhandlungen zu unterschiedlichen christologischen Fragen. Als ein Hauptwerk seines Schaffens gilt die Apologie über die Existenz des Schöpfers und der wahren Religion. (Vgl.: Suermann 2002. S. 238). [76] 

Dabei zeichnete sich Theodor Abu Qurra in seinen Ausführungen besonders durch seine innovative wie philosophisch und didaktisch fundierte Argumentationsführung aus. Seine Person bestimmte die philosophisch-theologische Auseinandersetzung seiner Epoche derart, "dass er zur Lichtgestalt und zum Verteidiger des christlichen Glaubens für die nachfolgenden Generationen wurde, dessen Bischofssitz in Edessa zum Zentrum der interreligiösen Streitgespräche stilisiert wurde. Edessener wurde zum Synonym für diejenigen, die den Islam erfolgreich anfechten." [77] 

Eine führende Rolle innerhalb des interreligiösen Dialogs übernahm Theodorus, indem er die arabische Sprache als Mittel der Verständigung wählte. Theodor Abu Qurra gehörte zur ersten Generation christlicher Philosophen, die ihre Schriften in arabisch verfassten. Dazu zählen u.a. auch Habib ibn Khidmah Abu Raitah, Ammar al-Basri und Abu Zayd Hunayn ibn Ishaq.  (Vgl.: Griffith 2008. S. 119). Er gilt als einer der ersten, der sich die Sprache und die Argumentationsmittel der muslimischen Theologen zunutze machte, um neue Gedanken und Visionen einer christlich orthodoxen Identität innerhalb einer zunehmend arabisierten christlichen Gemeinschaft zu entwickeln. Gleichzeitig übertrug er die theologischen Begriffe des Christentums ins Arabische und eröffnete auf diese Weise eine völlig neue Möglichkeit der Kommunikation, die auch einen Einfluss auf die arabische Sprache mit sich brachte. In islamisch beherrschten Gebieten wurde die Kenntnis der arabischen Sprache zur Grundvoraussetzung für den Erfolg im öffentlichen Dienst, im Handel und im kulturellen Leben. Dies führte über Generationen zur Verdrängung der traditionellen christlichen Sprachen auch auf dem religiösen Sektor. (Vgl.: Swanson, Mark N.: Arabic as a Christian Language? S.4). Die melkitische Kirche als Vertreter der Beschlüsse von Chalcedon integrierte sich allmählich in das kulturelle Umfeld des muslimischen Commonwealth, indem sie lebte, sie war bilingual, sprach sowohl griechisch als auch arabisch. Zunehmend nahm sie sich als eigenständige sozioreligiöse Gruppe wahr, die sich von Byzanz und seinen Glaubensvorstellungen aufgrund der islamischen Einflüsse entfernte. Die Bezeichnung Melkite kam gegen Ende des 8. Jahrhunderts auf und ist äußeres Zeichen dieser Wahrnehmung. (Vgl.: Griffith 2001. S. 12-16; ders. 2008. S. 49f.) Die Kreuzfahrer nannten sie später Syri, welches signalisiert, dass sie als separate Gruppe wahrgenommen wurden. (Vgl.: ders. 2008. S. 139.) [78] 

Die Schwierigkeit bestand vor allem darin, die charakteristischen Lehren des Christentums bzw. der theologischen Fachausdrücke in Arabisch zu formulieren, einer Sprache, deren religiöses Vokabular bereits durch stark islamische Zwischentöne gekennzeichnet war. Es bestand die Gefahr, dass die christlichen Begriffe durch die Übersetzung ins Arabische einen Bedeutungswandel erfuhren, da deren arabische Entsprechungen theologisch bereits durch die  muslimischen Lehren besetzt waren. Auf diese Weise konnte es leicht zu Missverständnissen und Irritationen kommen. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch die Etablierung der islamischen Tradition des theologischen Streitgespräches (Ilm al-Kalam), die auf den Grundlagen der antiken griechischen Philosophen beruhte und ihren Höhepunkt unter den Kalifen des ersten Jahrhunderts abbbasidischer Herrschaft erreichte. An diesen zum Teil öffentlichen Streitgesprächen nahmen ebenfalls Christen teil und einige von ihnen erlangten auch unter den Muslimen einen hohen Bekanntheitsgrad. Besonders zwischen den Regierungszeiten von al-Mahdi (775-785) und al-Mutawakkil (847-861) erreichte die religiöse Debatte ihren Höhepunkt, bis ihr schließlich unter dem letzteren Einhalt geboten wurde, da er die öffentliche Ordnung innerhalb der Gesellschaft gefährdet sah und aus diesem Grund die theologischen Streitgespräche sowohl für Christen als auch Muslime beendete. Besonders die Teilnahme der Christen an öffentlichen Debatten und deren hoher Bekanntheitsgrad erregte Ärgernis und führten schließlich dazu, dass er die Bestimmungen Umars wieder aufleben ließ. (Vgl.: Griffith 1994. S. 1f.)  [79] 

Von Theodor Abu Qurra sind Schriften in arabischer, georgischer und griechischer Sprache überliefert. Einige syrische Schriften, die sich gegen die Glaubensinhalte der Monophysiten richteten, sind verloren gegangen. In der Forschung wird diskutiert, welche Sprache der Theologe zur Abfassung seiner Originalschriften benutzte. R. Glei und A.T. Khoury plädieren dafür, dass Theodor Abu Qurra hauptsächlich die griechische Sprache verwendete und die arabischen Überlieferungen lediglich die Übersetzungen der griechischen Originale seien. Als Begründung hierfür führen sie an, dass es für einen Christen zu gefährlich gewesen sei, Muhammad und den Islam auf arabisch und damit öffentlich anzugreifen. Dem widerspricht allerdings die Tatsache, dass die Schriften des Theodorus den Muslimen durchaus bekannt waren und diese auf seine Werke ihrerseits mittels verschiedener Texte reagierten. In einem muslimischen Bericht ist z.B. überliefert, dass der Mutazilite Isa ibn Sabih al-Murdar ein Buch „Gegen Abu Qurra, den Christen“ schrieb. (Vgl.: Griffith 1994. S. 7.) [80] 
 

Opuscula Islamica; Johannes Diakonos und Theodorus Abucara; Niketas und Kantakuzenos

Die ersten Ausgaben von Abu Qurra erfolgten im 16./17.Jahrhundert durch G. Genebrard (zwischen 1575 und 1579), P. Canisius (1603) J. Gretser (1606), A. Arnold (1685) unter dem Namen Theodorus Abucara. (Vgl.: Griffith: Theodore Abu Qurrah. S. 6.) Zu den griechischen Werken die Theodor Abu Qurra zugeschrieben werden und bereits editiert wurden, gehören ca. 43 kurze Traktate, Opuscula, die sich apologetisch und polemisch mit verschiedenen philosophisch-theologischen Themen auseinandersetzen. Darunter finden sich einige, die an die Muslime gerichtet sind und sich mit der muslimischen Vorstellungen beschäftigen, die konträr zum orthodoxen Christentum stehen und sich im Brennpunkt der Diskussion befinden. Die Texte stehen ganz in der Tradition des Ilm al-Kalam und erscheinen wie die Wiedergabe real stattgefundener Streitgespräche, die durchaus in ähnlicher Weise geführt worden sein können. Dennoch ist davon auszugehen, dass sie wohl eher als Leitfaden für die religiöse Debatte dienen und den Christen eine Stütze sein sollen. R. Glei und A.T. Khoury gehen davon aus, dass der Gedankenaustausch wahrscheinlich in arabischer Sprache stattgefunden hat, welches in Spuren noch in den Texten zu finden ist, dennoch sei der Originaltext von Theodor Abu Qurra im Interesse der eigenen Sicherheit als Christ unter muslimischer Herrschaft in griechischer Sprache verfasst worden. Der Tenor in seinen arabischen Schriften sei offenkundig rücksichtsvoller gegenüber dem Islam als in seinen griechischen Texten. [81] 

Eine kritische Erstedition der 17 griechischen Opuscula des Theodor Abu Qurra, die sich mit dem Islam beschäftigen, ist von R. Glei und A.T. Khoury 1995 herausgegeben worden. Dazu sind 12 verschiedene Handschriften von den Gelehrten untersucht worden, die zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert entstanden sind. Beide Gelehrte sind aufgrund ihrer Analyse zu dem Schluss gekommen, dass die Dialoge nicht aus der Feder von Theodor Abu Qurra selbst stammen, sondern durch Johannes Diakonos, einen bislang unbekannten Autor, aufgezeichnet wurden, der nach eigenen Angaben Zeuge der Gespräche des Philosophen mit unterschiedlichen Sarazenen gewesen sei. Diese Entdeckung ermöglichte die Lösung eines viel diskutierten Problems. Bisherige Analysen hatten zu Spekulationen geführt, dass Johannes Damaskenos die Streitgespräche des Theodor Abu Qurra aufgeschrieben haben könnte, welches im Widerspruch zu den Lebensdaten beider Philosophen stand.  In einem fehlerhaften Manuskript (PG 94. 1596B) wird im Vorwort nicht Johannes Diakonos sondern Johannes Damaskenos als Verfasser der Schriften genannt, dies hat vermuten lassen, dass Theodor Abu Qurra der Schüler des Damaszeners, ob physisch oder im Geiste, gewesen sei. (Vgl.:Lamoreaux 2001. S. 363f; Eichner 1936. S. 136 Anm. 5.) J. C.Lamoreaux erkennt die Bedeutung der Untersuchungen von Glei und Khoury für die Forschung zwar an, zweifelt aber an der Richtigkeit einiger ihrer Schlüsse. Zum einen hinterfragt er die Unterteilung der 17 Streitgespräche in 3 Teile, die laut Glei und Khoury das Gesamtwerk des Johannes Diakonos seien. Vielmehr gäbe es gute Gründe, die auf der Analyse weiterer und zum Teil älterer Manuskripte beruhen, die dafür sprechen, dass nicht alle Traktate dem Diakonos zuzuschreiben sind. Nach seiner Auffassung ist der sogenannte erste Teil der Gespräche (das Vorwort, Opuscula 18-25, 32) tatsächlich von Johannes Diakonos verfasst worden. Der zweite Teil (Opuscula 3, 8, 16,9) wird allerdings in den meisten Handschriften nicht als Teil des Diakonos aufgeführt, ist aber eingestreut in Werken des Theodor Abu Qurra zu finden. Der dritte Teil (Opuscula 35-38) existiert wiederum unabhängig von den Schriften des Diakonos oder des Abu Qurra und ist in manchen Zusammenstellungen lediglich an beider Schriften angehängt. Desweiteren stellt Lamoreaux die Frage nach dem Verfasser und seiner zeitlichen wie örtlichen Einordnung gegenüber Theodor Abu Qurra. Es erscheint ihm durchaus für möglich, dass Johannes Diakonos ein direkter oder naher Zeitgenosse des Abu Qurra gewesen ist, und jener somit vielleicht Zeuge einiger Gespräche des Philosophen mit den Muslimen war. Zumindest kann nachgewiesen werden, dass er in den Schriften Gebrauch von Abu Qurras arabischen Texten und den von ihm verwendeten Argumentationsstrategien macht. Lamoreaux sieht infolgedessen die Annahmen von S. H. Griffith bestätigt, der anzweifelt, dass die überlieferten griechischen Schriften des Theodor Abu Qurra tatsächlich aus dessen Feder stammen, sondern vielmehr Ab- oder vielleicht sogar Mitschriften der Gespräche der Philosophen durch andere Autoren sind. [82] 

Ungeachtet der Debatte um die tatsächliche Autorschaft der Traktate darf angenommen werden, "dass sich Theodor Abu Qurra, der zu den angesehensten Theologen seiner Zeit zählte, an den öffentlichen und vielleicht auch herrschaftlichen theologischen Auseinandersetzungen in der Tradition des Ilm al-Kalam beteiligte. Die Debatten errungen hohe Popularität innerhalb der Bevölkerung, weshalb es nicht ungewöhnlich gewesen wäre, wenn einige dieser Diskussionen zu Lehr- und Studienzwecken mitgeschrieben bzw. im Nachhinein aufgezeichnet wurden. Möglich ist ferner, dass dies durch Johannes Diakonos als Augenzeugen geschehen ist, oder dass dieser einzeln und anonym aufgezeichnete Streitgespräche des Theodor Abu Qurra (und vielleicht auch anderer Theologen) zu späterer Zeit ordnete und systematisierte (s.u.). Wenn auch nicht die tatsächlichen Worte des Theodor Abu Qurra überliefert sein sollten, so kann doch davon ausgegangen werden, dass die Streitgespräche zeitlich und örtlich dem Theologen sehr nahe sind und einen Blick auf die Gedankengänge der orthodoxen Christen in Syrien ermöglichen. Die folgende Analyse richtet sich nach der Komposition, die Glei und Khoury in ihrer Edition vorgegeben haben, und geht von der Annahme aus, dass die Texte zum Oeuvre des Theodor Abu Qurra gehören." [83] 

Die Überschrift der Zusammenstellung liefert zunächst einige wichtige Informationen. Es wird berichtet, dass es sich im Folgenden um einige ausgewählte Streitgespräche des Theodoros, des Bischofs von Harran, mit dem Beinamen Abu Qurra, handelt, die dieser gegen die Sarazenen geführt hat. Wiedergegeben werden sie durch einen gewissen Johannes Diakonos. Im anschließenden Vorwort erklärt dieser aus welchem Grund er sich zur Aufzeichnung der Streitgespräche entschlossen hat. Die Kirche wird „gegenwärtig“ durch die „Angriffe der Häretiker“ bzw. anderer „Übelgesinnter“ bedroht und bedarf der Aufmunterung und der Unterstützung, da neben den religiösen Sanktionen zahlreiche Konversionen die Glaubensgemeinschaft der Christen erschüttern. Er vergleicht die Angreifer mit Krankheiten, „wie sie im Körper eines Lebewesens entstehen und auch wieder vergehen“ und lässt den Optimismus der Anfangsjahre islamischer Herrschaft anklingen, als das baldige Eingreifen des byzantinischen Kaisers noch erhofft wurde. "Im ersten Jahrhundert der islamischen Machtübernahme glaubten die Christen noch an eine vorübergehende Herrschaft und hofften auf die Rückkehr der byzantinischen Kaiser.... Dies dürfte jedoch nur rein rhetorisch gemeint sein, denn zu fest haben sich die muslimischen Kalifen und die islamische Reichsreligion bereits in den beherrschten Gebieten etabliert. Es darf bezweifelt werden, dass die Christen in Syrien zu Beginn des 9. Jahrhunderts tatsächlich noch ernsthaft an eine vorübergehende Herrschaft des Islams glaubten. Johannes ermahnt sie weiter, unerschütterlich an der orthodoxen Kirche, die auf dem Felsen des Petrus errichtet wurde, festzuhalten und an den Sohn Gottes, der seinem Vater und dem Heiligen Geist wesensgleich ist, zu glauben. Damit streicht er gleich zu Beginn die christlich orthodoxen Lehren heraus und macht unmissverständlich klar, dass er alle Abweichler hiervon als Häretiker betrachtet, die der Kirche „übelgesinnt“ sind." [84] 

Johannes vergleicht nachfolgend die Angriffe auf die christlichen Lehren mit den Versuchungen des Satans, „der das Gute hasst“ und zum Widersacher Gottes wird. Wie einst der gottesfürchtige Hiob durch Satan versucht wurde, wird gegenwärtig die Kirche durch ihre Feinde herausgefordert und ihr Glauben bedroht. Doch wenn die Kirche wie Hiob sich von allem „Bösen“ fernhält und fest auf Gott vertraut, hat der „Feind des Gerechten“ keine Möglichkeit, "die im Wesen Gottes des Vaters liegende Wahrheit als lügnerisch zu erweisen, indem er Schwindler und Betrüger, wie irgendwo geschrieben steht, in einem fort mit zerstörerischen Lehren gegen sie ausrüstet, die wie Krankheiten den Körper von allen Seiten überfluten." [85] 

Johannes nennt bisher den Islam und seinen Propheten Muhammad nicht explizit beim Namen. Gemeint ist aber der Islam mit seinem Propheten Muhammad sowie andere Irrlehren, die die kirchliche Orthodoxie in ihren Grundfesten bedrohen und zerstören wollen. "Doch der Herrscher über die, die an ihn glauben [...] wird die nicht im Stich lassen, die um seinetwillen in Bedrängnis sind". Die Rettung aus dieser misslichen Lage ist für Johannes Diakonos nicht fern, denn Gott lässt seine treuen Gläubigen nicht allein und schickt gegen die  „seelenraubenden Soldaten" (oder die in der romanischen Kunst dargestellten seelenverschlingenden Wesen, worunter man vor allem die Sarazenen oder Mohammedaner mit ihrem Dämon Allah verstand, die das christliche Europa von Westen und Osten bedrohten),  "einen schildgewappneten Verteidiger aus den eigenen Reihen [...] in den Kampf“. Mit Hilfe seiner rhetorischen Fähigkeiten und seiner philosophisch-theologischen Kenntnisse als Schild gegen die wachsende Gefahr der Konversion wird dieser Verfechter des wahren Glaubens die Christen in der verbalen und theoretischen Auseinandersetzung gebührend vertreten. [86]

Demzufolge steht der Sieger dieses Kampfes für Johannes bereits fest, denn "offensichtlich ist also die Vernichtung des götzendienerischen Heidentums durch die siegreichen heiligen Märtyrer, ebenso klar wie auch die Eliminierung der einzelnen Häretiker." Mit Optimismus versucht Johannes gegen die Widrigkeiten und die steigende Zahl an Konversionen vorzugehen, denen die orthodoxe Kirche ausgesetzt ist, indem er in festem Vertrauen auf Gott an die Überwindung der Herausforderungen glaubt und diese Zuversicht auch in seinem Publikum erwecken will. Einen dieser herausragenden Streiter für die Sache Gottes und einen Verteidiger des Glaubens will Johannes besonders hervorheben: „den  allerseligsten und allerweisesten Bischof von Harran“ Theodoros, der aus Syrien stammt und "die gottlose Religion der Hagarener in wahrhaft göttlich inspirierten Schriften mit Recht anprangert und gezeigt hat, dass sie es wert ist, dem Gelächter aller preisgegeben zu werden". [87]

Während Johannes vorher nur allgemein von den häretischen Bedrohungen der christlichen Kirche spricht, nennt er nun explizit die „Religion der Hagarener“, die er als gottlos und als lächerlich bezeichnet. Entsprechend äußert er sich über die Kompetenz der islamischen Theologen und spricht ihnen jegliche Handlungsführung ab. Johannes sagt, dass Theodoros die Gespräche mit den größten Theologen führte. Der christliche Theologe ist somit der Handlungsführende. (Vgl.: Glei/Khoury 1995. S. 89 Z. 11f.).  [88]

Nochmals verweist Johannes auf „Theodorus, mit Beinamen Abu Qurra“ als eigentlichen Autor der Gespräche, woraus abzulesen ist, dass Abu Qurra ein Ehrenname ist, der in der Übersetzung Vater des Trostes bedeutet und ihm aus Anerkennung – vermutlich durch christliche Bewunderer aufgrund seiner trostspendenden Werke – verliehen wurde. [89]

Johannes Diakonos beginnt seine Zusammenstellung mit dem Opusculum 18, das anlässlich einer Versammlung in Aschdod stattgefunden hat. Die Christen der Region sind durch die Sarazenen derart in Bedrängnis geraten, dass sie den Bischof zu Hilfe rufen müssen. Der Wortführer der Muslime ist siegessicher und beginnt „draufgängerisch“ mit der Unterredung. Johannes lässt bereits hier den Ausgang des Disputes anklingen, indem er den erfahrenen Philosophen und Meister seines Faches auf den allzu forschen Schüler treffen lässt. Der Sarazene argumentiert, dass sich der Islam aufgrund seiner Schlussfolgerung als einzig wahre Religion aus der zeitlichen Abfolge der drei Religionen ergibt und daraus folgt, dass die muslimische Religion das Christentum naturgemäß in seiner Rolle ablöst. Theodor Abu Qurra bestreitet nicht, dass das Judentum den vormals heidnischen Götzendienern die Ehrfurcht vor Gott lehrte. Beide Gesprächsteilnehmer stimmen ebenfalls darin überein, dass das Christentum das Judentum ablöste. Daraus folgert der Sarazene nun nach seiner Logik, dass dies gleichfalls auf den Islam angewendet werden kann. Theodor Abu Qurra widerspricht nun allerdings und klärt den erstaunten Sarazenen über dessen Fehler in seiner Schlussfolgerung auf. "Denn Mose und Christus waren nicht, wie du meintest, deshalb glaubwürdig, weil sie predigten und lehrten, so dass auch Muhammad aufgrund des Lehrens und Predigens geglaubt werden müsste." Vielmehr ergibt sich die Glaubwürdigkeit der jüdischen und christlichen Lehren durch die vollbrachten Zeichen und Wunder, die von Moses und Jesus berichtet werden. Zum Beweis dessen führt Theodorus einige von ihnen an, die sowohl durch die Bibel als auch den Koran anerkannt werden. Der Sarazene kann daraufhin der Argumentation nur noch kleinlaut zustimmen. „Wo bleibt nun euer Prophet?“ fragt Theodoros abschließend sein Gegenüber und erhält keine Antwort mehr darauf. "Schweigend muss der Sarazene hinnehmen, dass der Prophet der Muslime derartige Zeichen und Wunder nicht aufweisen kann. Er kann seine Legitimität nicht nachweisen und die gesamte Religion des Islams wird damit in Frage gestellt." [90]

Es ist Sitte bei den „heuchlerischen“ Sarazenen, „wenn sie einen Christen treffen“ die nötige Höflichkeit vermissen zu lassen und diese ohne vorherigen Gruß aufzufordern, das Glaubensbekenntnis des Islams abzulegen. Sie sollen Muhammad als Prophet und Diener anerkennen (Das šhahada, das Glaubensbekenntnis des Islams, lautet: Es gibt keinen Gott außer Gott und Muhammad ist sein Gesandter. Es beruht auf den Koranstellen: 37:35 bzw. 47:19 und 48:29). Als nun auch Abu Qurra in eine vergleichbare Situation geraten ist, wirft der Philosoph dem „Barbaren“ vor, dadurch gleich mehrfach gegen göttliches Gesetz zu verstoßen, da er nicht nur selbst falsches Zeugnis ablege, also lüge, sondern auch noch andere dazu anstifte, was der Sarazene allerdings bestreitet. Theodor Abu Qurra fragt nun nach und will wissen, ob er denn dabei gewesen sei, als Gott Muhammad sandte, welches der Sarazene natürlich verneinen muss. Vielmehr beruhe dessen Zeugnis auf den Traditionen seiner Vorfahren. „Und worin unterscheidet sich dann noch deine Religion von den anderen“ will der Theodorus wissen, denn schließlich beruhen ja alle Religionen, auch die der primitiven Völker, auf den Überlieferungen der Vorväter. Schließlich kann man nur das bezeugen, was man selbst gesehen hat und alles andere ist ein „falsches Zeugnis“. Šhahada, das Glaubensbekenntnis des Islam, bedeutet in der Übersetzung dabei sein. Der Sarazene fühlt sich „in die Enge getrieben“, will sich aber noch nicht geschlagen geben und fragt nach dem Zeugnisbegriff des Christen. Jener antwortet, dass er sich zwar ebenso auf die Traditionen der Vorväter stützt, aber diese werden durch glaubwürdige, bezeugte Gesandte Gottes untermauert. Dies kann von Muhammad jedoch nicht gesagt werden, da kein Prophet ihn vorhergesagt habe und keine Wunder von ihm überliefert sind. Daraufhin beschuldigt der Sarazene die Christen der Textfälschung, da diese die Nachrichten über Muhammad aus den Evangelien gelöscht hätten. Im Koran sind Äußerungen zu finden, die sowohl die Juden als auch die Christen der Textfälschung beschuldigen. Die Korankommentatoren unterscheiden hierbei zwei Auslegungsrichtungen. Die einen finden, dass die Texte zwar nicht verfälscht wurden, sondern der Inhalt falsch gedeutet werde. Die anderen gehen von tatsächlichen Textfälschungen durch die beiden anderen Weltreligionen aus. (Vgl. Glei/Khoury 1995. S. 202) "Theodor Abu Qurra stößt sich ebenso wie Johannes Damaskenos an den fehlenden Zeugen, die Muhammads göttliche Gesandtschaft nachweisen können. Während der Damaszener (noch) nichts von dem muslimischen Vorwurf der Textmanipulation der Bibel durch die Christen oder die Juden erwähnt, weiß Theodor Abu Qurra um diese Diskussion, geht darauf ein und löst diese Situation mittels juristischer Logik. Er legt dar, dass sich ohne Beweis schließlich auch nichts beweisen lasse. Der Versuch des Sarazenen, auf Wunderzeichen des Muhammad zu beharren, läuft ins Leere und der Muslim kann nur noch verstummen. Erneut wird die Legitimität des Islams und seines Propheten erfolgreich angezweifelt." [91]

Theodor Abu Qurra geht im Opusculum 20 noch einen Schritt weiter und will zeigen, "dass Muhammad sich nicht in die Reihe der göttlichen Propheten einreiht, sondern vielmehr ein Feind Gottes und von einem Dämon besessen ist." Theodorus stellt die Überlegung an, was wäre, wenn der himmlische Herrscher tatsächlich einen Heerführer auf die Erde schicke, der die abtrünnigen Gläubigen wieder auf den rechten Pfad bringen oder sie andernfalls mit dem Schwert bestrafen soll. Gesetzt den Fall dieser Heerführer lasse sich nun korrumpieren und "würde sich sogar an die Spitze der Gotteslästerer stellen. Dieser wäre doch ohne Zweifel der größte Feind Gottes und nicht sein Diener. Nur ein „Wahnsinniger“ könne sich dazu „versteigen“ und dafür auch noch Gold annehmen." Theodorus präzisiert seine Aussagen und bezieht seine hypothetischen Überlegungen auf Muhammad. Er sieht in ihm einen „verrückten Lügenpropheten“, der sich in „seinen eigenen Lügengeschichten“ brüstet, von Gott gesandt zu sein und die Verehrer der Trinität „mit dem Schwert zu bestrafen.“ „Die Theologie dieses Verrückten“ beruht auf der Leugnung der Göttlichkeit Jesu und er will gemäß des göttlichen Befehls nur diejenigen verschonen, die die Einzigartigkeit Gottes anerkennen. Ähnlich wie bei Tasso, der schrieb "Die Mütter ziehn indes in die Moscheen, um zu dem bösen Lügnergott zu flehen" so kommt auch Abucara zu dem Schluss, dass es sich bei dem islamischen Propheten um einen  „verrückten Lügenpropheten“ handelt, der sich in „seinen eigenen Lügengeschichten“ brüstet. [92]

Theodor Abu Qurra zeigt seine Sicherheit im Umgang mit dem Koran und gibt die Sure 112, die Grundessenz des Korans, sinngemäß wieder. Er verwendet den Ausdruck „Gott ist der Beständige, (der mit dem Hammer geschmiedete)“, die Gott den Anschein von etwas Statischem, Leblosen und Körperlichen verleiht. Spätere Autoren greifen diese Argumentation auf und steigern die negative Besetzung des Ausdruckes, indem sie Muhammad bezichtigen, einen Körper oder Götzen und nicht Gott zu verehren. z. B. führen Niketas und Kantakuzenos diese Vorstellung in ihren Werken (Refutatio Moh. und Contra Mah.) fort. (Vgl.: Eichner 1936. S. 159f.) [93]

Johannes Diakonos spricht im Vorwort zu den Opuscula zwar von der Religion der Hagarener, für Theodor Abu Qurra, Johannes Damaszenus und anderen handelt es sich allerdings nicht um eine Religion. So wie die Lehren Muhammads als "verrückt", und der islamische Prophet als "Lügner" bezeichnet werden, so müssen entsprechend auch die "islamischen Theologen", die Muftis, Ayatollahs, Imame verückte Theologen sein. So abwegig die Vorstellungen der islamischen Theologen auch sein mögen, sie sind für die christliche Religion eine Bedrohung und bedürfen der Erläuterung. Die Erklärung, wie es „zu einem solchen Grad von Wahnsinn“ kommen konnte, liefert Theodorus im Anschluss. Muhammad sei „von einem Dämon besessen“, der ihn „unter Verrenkungen zu Boden“ fallen ließ und für kurze Zeit die Sinne raubte. Als Beweis für die Richtigkeit dieser Annahme „und damit keiner glaubt, wir würden Falsches behaupten“ spricht Theodor Abu Qurra die Episode „Die Vergebung für Aisha“ aus der Biografie Muhammads nach Ibn Hisham an, die bei den Muslimen bekannt ist. Es wird auf die sogenannte Halsbandgeschichte angespielt, deren Bericht bei Ibn Hisham (gest. um 830) zu finden ist. Der Koran gibt die Rechtfertigung Aischas in der Koran Sure 24: 11-20, 23-26 wieder. (Vgl.: Glei/Khoury 1995. S. 101 Z. 1-11, 204.) [94]

Wer den Ausführungen des Theologen nicht glaubt, kann sich durch Nachlesen der Geschichte vergewissern. Dieses Angebot richtet sich vor allem an das muslimische Publikum, denn es dürfte kaum zu erwarten sein, dass die christlichen
Leser in der Biografie des Muhammad nachlesen werden oder eine derartige Absicherung überhaupt benötigen. Gleichzeitig zeigt es, dass ihm – und seinen Zuhörern bis zu einem gewissen Grade – die Inhalte des Korans und die Überlieferungen des Hadiths bekannt sind, denn er spricht nur gewisse Punkte der Geschichte an, der Rest der Geschichte muss ihnen folglich bekannt sein. "Theodor Abu Qurra begründet seine Argumente somit auf der Basis der islamischen Theologie und will die Muslime mit den Inhalten ihrer eigenen Lehren zum Schweigen bringen." [95]

Mehrfach spricht Theodor Abu Qurra davon, dass Muhammad für die Unterstützung der „Schmähung“ Gottes Geld bzw. Gold erhalten habe. Anscheinend spielt der Theologe damit auf die Entrichtung der Kopfsteuer an, die die Christen für ihren Status als Schutzbürger zahlen müssen und die viele von ihnen zu umgehen suchen, indem sie zum Islam konvertieren. Die Mehrzahl der folgenden Opuscula beschäftigen sich mit der Verteidigung der Trinität sowie dem christologischen Themenkomplex und dessen verschiedenen Facetten. Sie bilden die Kernpunkte der gegensätzlichen Glaubensauffassungen von Christentum und Islam. [96]

In Opusculum 21 wird Theodor Abu Qurra von einem sarazenischen Theologen herausgefordert, „die christliche Lehre sogar durch die scheinbar niedrigen Dinge in ihr [zu] bekräftigen.“ Der muslimische Theologe ist sich seiner Sache sehr sicher und will sich von seinen Glaubensgenossen als „unbesiegbaren Gelehrten“ bewundern lassen, indem er „auf seine eigene Beredsamkeit“ und „Kühnheit“ vertraut. Theodor Abu Qurra lässt sich davon nicht beeindrucken und kommt der Aufforderung nach. Beide vereinbaren vorher, dass der Sieger des Wettstreites ab sofort nicht mehr das Recht haben soll, mit einem jeweilig Andersgläubigen „gelehrt zu disputieren“. Der christliche Theologe spricht daraufhin die ungleiche Verteilung der Strafe an, "denn wenn du mich unter den Sarazenen zum Verstummen bringst, wirst du größten Dank bei ihnen ernten. Dich aber werden die Christen, auch wenn du noch so viel redest, für nichts achten."  Deutlich wird an diesen Formulierungen, dass öffentliche Dialoge zwischen den religiösen Gegner nicht unüblich gewesen sind. Wenn durch den Verlust der Wette das Recht, an derartigen Disputen teilzunehmen, verwirkt wird, muss es bis dahin bestanden haben. Scheinbar hat der Christ mehr zu verlieren als der Muslim, denn ganz gleich wie die Wette für den muslimischen Teilnehmer ausgeht, die Achtung der Christen wird ihm in keinem Fall zuteil, er kann sie also nicht verlieren. Dies würde bedeuten, dass der christliche Theologe mehr zu verlieren hat und er demzufolge je nach seiner Leistung auch von dem religiösen Gegner geachtet wird, wie der sarazenische Theologe erkennen lässt, der zwar über die Äußerungen des Bischofs lacht, aber dennoch dessen „Freimütigkeit“ bewundernd anerkennt. Theodor Abu Qurra beginnt mit seinem Beweis, indem er die Menschen in drei verschiedene Arten unterteilt: die Weisen, die Mittelmäßigen und die Toren. Er stellt die Frage, ob wenigstens eine dieser drei Arten einen gekreuzigten Gott anerkenne, was der Muslim für keine der drei Arten bestätigen kann, denn keinem einzigen unter ihnen könne es einfallen, einen gekreuzigten Gott zu verehren. Was ist aber nun mit den Christen, die „ein Viertel der Menschheit oder sogar noch mehr“ ausmachen, fragt der christliche Gelehrte nach und erklärt dem „ratlosen“ und erstaunten Sarazenen anhand eines allegorischen Beispiels, wie die Christen zu ihrem Glauben gekommen sind. Gesetzt den Fall ein fremder Bettler käme zu den „heidnischen Völkern“ und würde ihnen von einem gekreuzigten Gott erzählen, der der Sohn Gottes sei. Er würde ihnen berichten, wie er auf die Erde kam, leiden musste, gekreuzigt und begraben wurde. Außerdem würde der Bettler Aufschluss über den Inhalt der Lehren des Gekreuzigten geben, die für eine strenge und demütige Lebensweise sprechen und deren Lohn erst im Himmel zu erwarten sei. Die heidnischen Zuhörer, zu denen Theodor Abu Qurra auch die Sarazenen zählt und sie direkt anspricht, würden zunächst gegen den Bettler wüten und toben, ihm danach dennoch zuhören. Ungläubig über die scheinbar schwache Religion, deren unerfüllbare Botschaften und deren „aufgeschobener“ und „zweifelhafter“ Lohn, fragen sie sich „[...] wer wird es über sich bringen, eine solche Religion auf sich zu nehmen?“ Der Bettler aber zeigt anhand von Wundern, die er „im Namen Jesu Christi des Nazoräers“ vollbringt, die Macht und die Legitimität des gekreuzigten Gottes. Daraus ließe sich von allen, die imstande sind zu sehen, die unzweideutige Göttlichkeit des „Nazoräers“ erkennen. Wiederholt führt der Theologe die Legitimität des Christentums auf die Beweiskraft der Wunder und Zeichen zurück, die in Jesu Namen vollbracht werden. Gleichzeitig beweisen sie, dass Jesus Gottes Sohn und er ein Teil der Göttlichkeit ist. Die Person Jesu wird auch in Opusculum 25 hinterfragt. Die „Hagarener“ sind bestrebt „die Göttlichkeit des Wortes Gottes“, welches gleichbedeutend mit Jesus Christus ist, mit aller Macht zu erschüttern, da sie anzweifeln, dass er Gott oder Gottes Sohn ist. Diese „gottlose und frevelhafte Lehre“ wurde ihnen von ihrem „Lügenprophet“ vermittelt, der durch die Predigten eines Arianers zu seinen Ansichten gelangt ist. Zu diesem Thema wird der Bischof von einem „der bei ihnen besonders gebildet reden konnte,“ befragt und soll „in einer öffentlichen Versammlung“ beantworten, ob es möglich sei, dass Gott einen Sohn hat. Der redegewandte Sarazene stellt seine Frage auf der Basis der koranischen Lehren, die eine mögliche Vaterschaft Gottes strikt ablehnt. In seinen Ausführungen erklärt Theodor Abu Qurra, dass Gott nicht über seine Geschöpfe herrsche, da dies ihn einem irdischen König vergleichbar mache, Gott aber über allen Menschen stehe. Vielmehr herrsche Gott von Natur aus über seinen Sohn, der wesensgleich, wie er ohne Anfang ist, der zusammen mit dem Erzeuger in göttlicher Herrlichkeit thront. In diesem Opusculum wird erneut auf den Kernpunkt der islamischen Kritik am Christentum verwiesen, die eine Göttlichkeit Jesu kompromisslos ablehnt. Andererseits reagiert der Christ auf diese Herausforderung, indem die Legitimität des Propheten Muhammad bestritten und seine Lehren als Imitation arianischer Häresie bezeichnet werden. [97]

In Opusculum 32 will ein anderer „gebildeter Sarazene“ in einer „weiteren Versammlung“ von dem Bischof erfahren, ob Jesus am Kreuz gestorben ist und folglich wie ein Mensch aufhörte zu existieren. Seine Annahmen beruhen zum Teil auf den Lehren des Korans, vor allem aber zieht der Sarazene seine Schlüsse „aus der Analogie zu [sich] selbst“, denn schließlich ist er als Mensch durch die Zusammensetzung seiner beiden Bestandteile „– Leib und Seele nämlich –“ im Bauch der Mutter entstanden und die Trennung der beiden „im Augenblick des Todes“ wird schließlich zur „Nichtexistenz“ seiner Person führen. Der Muslim schöpft seine Annahmen zwar aus den Lehren des Korans, aber er argumentiert mithilfe der Logik, die auf den philosophischen Zeugungsvorstellungen seiner Zeit basieren. Theodor Abu Qurra versteht die Gedankengänge des Sarazenen, weist ihn aber auf dessen fehlerhafte Schlussfolgerungen hin. Christus existierte schon vor seiner Geburt und hat durch diese nichts verloren. Denn er blieb vollkommen Gott, wie auch der Vater vollkommen ist; er hieß aber auch Mensch, wie auch seine Mutter. Denn die Bestandteile Christi sind die göttliche und menschliche Natur. Nach seinem Tod blieb diese Verbindung als „unzerreißbare Einheit“ erhalten. Der Sarazene lacht nur laut über diese Erklärung, da es ihm widersinnig erscheint, von einer Einheit von Leib und Seele zu sprechen, wo beide doch offensichtlich nach dem Tode voneinander getrennt sind. Theodor Abu Qurra antwortet darauf lächelnd, dass sein Allah doch auch zugleich in den Moscheen von Bagdad und von Mekka sein kann. Jesus hat seinen göttlichen Status behalten und lässt seinen toten Körper im Grab unbewegt, damit „das, was sich für Tote gehört, unzerstört blieb“. Der muslimische Gesprächspartner hat das Gespräch sehr siegessicher begonnen und ist überzeugt von seinen Überlegungen. Er lacht schallend über die für ihn scheinbar irrigen Schlüsse des Bischofs, "wohingegen der christliche Theologe den Sarazenen nicht mit seiner Stimme und seinem Lachen übertönen muss, seine Argumente sprechen für sich und für die Richtigkeit seiner Anschauungen. Schließlich muss der Sarazene dies anerkennen und kann zum Schluss nur noch staunend schweigen." [98]
 

Naturwissenschaftliche Erkenntnisse

Das Opusculum 3 überliefert einen Dialog zwischen Theodoros, dem Bischof der Karer, mit dem Beinamen Abu Qurra, und dem Logotheten des Dromos von Emesa, der gefordert hatte, ihm einen Vernunftbeweis für die Existenz Gottes zu geben. Es ist das längste seiner Art und liefert in der Überschrift neben dem Thema der Auseinandersetzung auch Informationen über die teilnehmenden Personen und den Ort des Zusammentreffens. Theodor Abu Qurra wird hier als Bischof
der Karer genannt, wobei Carrhae die lateinische bzw. Karrhai die griechische Bezeichnung für die arabische Stadt Harran ist, die sich auf dem Gebiet der heutigen Türkei befindet. Theodor Abu Qurra soll den Beweis für die Existenz Gottes auf der Basis der Vernunft erbringen und verwendet zur Illustration seiner Argumente verschiedene naturwissenschaftliche Erkenntnisse seiner Zeit. Zunächst weist Theodorus darauf hin, dass mindestens einer der Menschen, die je gelebt haben, nicht durch einen anderen gezeugt wurde, denn folgt man der Ahnenreihe bis zu ihrem Ursprung, bleibt ein letzter übrig, der keinen natürlichen Erzeuger haben kann. Der Rückschluss auf den Ursprung und das Fundament einer Sache wird auch von Muammar ibn Abbad, einem der Hauptvertreter der Mutaziliten, in seiner Mana –Theorie angewandt. (Siehe dazu weiter unten Opusculum 9). Aus der Erde könne er nicht gewachsen sein, denn sonst würde sie noch bis heute weitere [Menschen] hervorsprießen lassen, so wie die Baum- und Pflanzenarten. Da er gestorben und somit auch nicht von ewiger Natur ist, kann er nur von einem Schöpfer geschaffen worden sein. Ein weiteres Beispiel soll seine Argumentation unterstützen. Ein fallender Gegenstand wird unablässig von Natur aus nach unten streben, wenn er nicht durch eine stärkere Kraft gestützt wird. Demzufolge wird die Erde, die in sich ruht, durch „irgendeine stärkere Kraft, die sie stützt und trägt“ gehalten. Denn folgt man analog zur Ahnenreihe jeweils der Kette der Kräfte hin zur stärksten Kraft, kommt man schließlich auf das Wort Gottes, das die Erde trägt und hält, woraus sich die Existenz Gottes als Schöpfer ergibt. [99]

Der Sarazene erkennt die Schlussfolgerungen und die Logik des Theodorus an und will nun einen Beweis dafür, „dass dieser Schöpfer einen Sohn hat“. Theodor Abu Qurra legt mit Hilfe verschiedener Beispiele dar, dass Gott, der sich „aus sich selbst heraus“ nicht erkennen kann, für die Erkenntnis seiner selbst notwendigerweise einen Vergleich mit etwas wesensgleichem bzw. etwas wesensfremdem benötigt. Geschickt spricht Theodorus die Frage nach der Identitätsbildung an. Jedes Individuum, gleich ob ein Gott oder Mensch, benötigt ein Gegenüber, anhand dessen es sich selbst einordnen kann. Daraus folgt, dass sich Gott in dem ihm wesensgleichen Sohn selbst erkennt, da dieser „ja das Abbild des unsichtbaren Gottes und die Erscheinungsform seines Wesens“ ist. Der Sarazene stimmt zu, dass es eine wesensgleiche Person zu Gott gibt, aber wie soll sich daraus ergeben, dass diese sein Sohn ist? Theodrus erläutert, dass die Menschen Gott durch ihre eigene Beobachtung erkennen und ihn „mithilfe der edleren Dinge unserer Erfahrung“ beschreiben, wie z.B. dem Sehen und Hören im Gegensatz zur Blind- bzw. der Taubheit. Gott erweist sich demzufolge auch als fruchtbar und zeugungsfähig, wobei er nur das Edelste aus dem menschlichen Erfahrungsbereich besitzt und frei von Leidenschaften bzw. Akzidenzien ist. Aus diesen Argumenten erkennt auch der Sarazene die Existenz Gottes und seines Sohnes an, möchte aber nun noch von ihm wissen, warum Gott nur einen und nicht mehrere Söhne hat. Theodrus erklärt, dass Gott zwar unbegrenzt viele Söhne zeugen könnte, dies aber auch hieße, dass „sein Verlangen nicht zum Stillstand
kommen und sein Wille niemals befriedigt“ würde. Eine bestimmte Anzahl von ihm gezeugter Söhne würde bedeuten, dass jeder für sich genommen „unvollkommen, bedürftig und nicht genügend“ sei und seinen Willen und Verstand nicht vollständig befriedigen könne. Da aber der Sohn dem Vater, wie bereits vorher bewiesen, völlig wesensgleich und somit vollkommen ist, „bedarf es keiner weiteren Söhne.“ Diese Erkenntnis ergibt sich auch noch aus einem anderen Grund. Gott hat die Engel und die Menschen mit einem freien Willen ausgestattet und er würde nur aus ihren Reihen einen auserwählen, den er als Gesandten auf die Erde schickt. Aufgrund seines freien Willens besteht aber die Gefahr, dass dieser Gesandte die göttliche Botschaft verfälscht oder sich verweigert, wie es u.a. Moses, Jeremias und Jonas anfangs versucht hatten. Dies würde aber dazu führen, dass Gottes Wille nicht ausgeführt wird. Daraus ergibt sich, dass Gott einen Überbringer sucht, „der einen freien Willen besitzt und dessen Willen von seinem eigenen Willen in keiner Weise abweicht“ und der folglich kein anderer als sein Sohn sein kann. Wenn der Sarazene die Heiligen Schriften und die  Weissagungen der Propheten sorgfältiger lesen würde, würde auch er dies zwangsläufig erkennen. Der Muslim gibt sich noch nicht ganz geschlagen und möchte nun auch die Existenz des Heiligen Geistes erklärt haben. Theodor Abu Qurra betrachtet Gott als himmlischen Herrscher, der seinen Sohn als Mittler zu den Menschen gesandt hat. Dieser schenkt nun in Gottes Namen den Heiligen Geist, der den Reichtum Gottes darstellt und die „Gnadengaben“ hervorsprudeln lässt.
Der Vater also befiehlt in königlicher Weise, der Sohn vollführt den väterlichen Willen und gibt den Heiligen Geist, das heißt den Reichtum und die Schatzkammer aller guten Gaben. Theodor Abu Qurra liefert mit diesem Dialog eine umfangreiche Verteidigung der Dreifaltigkeit Gottes. Der Logothet spricht die islamische Kritik daran in der Auseinandersetzung nicht explizit an. Er fordert die Existenz der Dreifaltigkeit auf der Basis vernunftorientierter Argumente zu beweisen. Dabei zeigt er sich überzeugt und dankbar „für dieses nützliche Wissen“ und immer wieder stimmt er den Schlussfolgerungen des Philosophen zu. [100]

Würde nicht die Überschrift den Hinweis auf ein Gespräch zwischen einem Sarazenen und einem Christen geben, könnte die Unterhaltung auch zwischen zwei Christen stattfinden, die sich über die Existenz der Dreifaltigkeit Gottes Gedanken machen und die ebenfalls in der innerchristlichen Auseinandersetzung kontrovers diskutiert wird. Z.B. bestreiten die Monophysiten und die Jakobiten die Göttlichkeit Jesu. [101]

Die Atmosphäre zwischen den Gesprächspartnern ist freundschaftlich und entspannt, Theodor Abu Qurra nennt sein Gegenüber „mein Freund“, „mein Guter“ oder „mein Bester“. Die Bezeichnungen sind aber auch ironisch gemeint. Der Sarazene kann dem erfahrenen Philosophen nicht das Wasser reichen, vielmehr muss der Meister dem Schüler auf die Sprünge helfen und die komplexen Zusammenhänge mithilfe von anschaulichen Beispielen erklären. [102]

Die Verteidigung der Dreifaltigkeit ist auch Thema des viel kürzeren Opusculum 8. Ein Araber hinterfragt den Monotheismus der Christen, indem er sie nach dem Status und dem Wesen von Vater, Sohn und Heiligem Geist befragt. Der Christ antwortet darauf mit einer Analogie und benutzt dafür die Schrift der Araber, deren göttliche Legitimität er allerdings außerhalb dieses Beispiels strikt ablehnt. Genauso wie diese Schrift in mehreren Exemplaren existiert und dennoch dieselbe ist, so sind auch Vater, Sohn und Heiliger Geist zu verstehen. Sie sind nicht jeweils verschiedene Götter, sondern verschiedene Hypostasen des einen, einzigen Gottes. Theodrus spricht damit die christliche Unterscheidung zwischen der göttlichen Natur und den göttlichen Hypostasen an. Die Eigenschaften Gottes werden in Opusculum 16 wieder aufgegriffen. Gemäß den christlichen Lehren ist „Gott in allem und überall“, was der „Ungläubige“ näher erklärt haben möchte. Darauf antwortet der Christ, dass dies sich ähnlich verhält wie mit den menschlichen Gedanken, die sich in verschiedenen Dingen, mit denen sie sich auseinandersetzen, erstrecken können. Der Geist bleibt demnach mit dem Körper „wesenhaft geeint“ und befindet sich aber auch in den Dingen selbst. "Genauso trifft dies auf Gott zu, der sich einerseits in seinem eigenen Fleisch [...] wesenhaft und hypostatisch geeint und Fleisch geworden, und andererseits überall mit seiner Vorsehung und Wirkkraft das All durcheilend und beherrschend [...] offenbart." Gleichzeitig gesteht der Christ, dass es schwer ist, Gottes Geheimnisse in ihrer Gesamtheit adäquat zu verstehen und zu erklären. [103]

In Opusculum 36 geht es um die Frage, ob die Worte des Herrn und damit Jesus Christus „geschaffen oder ungeschaffen“ sind. Der Sarazene stellt diese Frage mit Bedacht, um eine von ihm beabsichtigte Wirkung zu erzielen. Deshalb warnt Theodor Abu Qurra davor, eine voreilige und unbesonnene Antwort zu geben, und gibt Regie-Anweisungen, wie angemessen auf derartige Fragen reagiert werden soll. Beide möglichen Antworten auf die Frage bergen Risiken in sich, denn ein geschaffenes Wort Gottes würde Jesus die Göttlichkeit absprechen, wohingegen das ungeschaffene Wort Gottes auch bedeuten würde, das jedes Wort Gottes folglich ein Gott ist. „Deshalb sollst du weder geschaffen noch ungeschaffen sagen [.]“ Vielmehr kann nur ein einziges Wort Gottes, nämlich Jesus, als „wesenhaft ungeschaffen“ bezeichnet werden, alle anderen Worte des Herrn, die sich in der Heiligen Schrift befinden, sind davon verschieden und als Äußerungen zu deklarieren. Wenn also der Prophet der Muslime von den Worten Gottes spricht, dann benutzt er genauso wie die Propheten vor ihm die Bezeichnung in einem allegorischen Sinne, im eigentlichen Sinne sind es Äußerungen. Dialektisch befinden sich die Muslime in einer Zwickmühle, denn der Koran bezeichnet Jesus selbst als Messias sowie Wort und Geist Gottes. Andererseits lehrt die islamische Orthodoxie, dass das Gotteswort ewig und damit unerschaffen ist. Würde nun ein Sarazene Gottes Wort als unerschaffen gelten lassen, ist die Göttlichkeit Jesu dadurch belegt. Wäre das Wort Gottes aber erschaffen, ist Gott vor dessen Erschaffung ohne Geist und Wort gewesen, was blasphemisch ist. Die Christen, die dialektisch durch die eigene innerchristliche Auseinandersetzung über das Wesen von Christus geprägt sind, nutzen geschickt die Vorgaben des Korans aus und verwenden sie für die Verteidigung der orthodoxen Christologie. Gleichzeitig nötigen sie den Muslimen auf diese Weise eine Stellungnahme ab, die Einfluss auf die islamische Orthodoxie nimmt. Die Mutaziliten, deren Blütezeit unter den abbasidischen Herrschern im 9. Jahrhundert beginnt, sprechen sich z.B. entgegen der traditionellen Sicht der islamischen Orthodoxie für den geschaffenen Charakter des Korans aus. Offenbar ist das Opusculum von dieser innerislamischen Auseinandersetzung geprägt und gibt den mutazilitischen Standpunkt wieder. [104]

Zwei der überlieferten Gespräche setzen sich mit den christlichen Praktiken bzw. den Lebensvorschriften auseinander. Im Opusculum zeigt sich ein Sarazene verwundert über die christliche Praxis der Eucharistie. Wie kann ein und dieselbe Speise zum einen gewöhnliches Brot sein und zum anderen zum Leib Christi werden und fordert den Christ auf, ihm dies nicht aus seiner Schrift, sondern aus allgemein bekannten und zugestandenen Grundsätzen zu erklären. Der Christ macht dem Sarazenen deutlich, dass doch er selbst durch Brot erst so groß geworden ist und somit das Brot zu seinem Leib wird, indem es durch die Kehle in den Magen gelangt und die „gekochte und verflüssigte“ Nahrung von der Leber aufgesaugt wird. Die Leber wiederum verwandelt diese in Blut, welches „durch die Adern wie durch Wasserleitungen in den ganzen Körper“ gelangt und wobei diese Nahrung jeweils zu der Substanz wird, aus der der Körperteil besteht, indem das Brot zu Fleisch und der Trank zu Blut wird. Vergleichbar damit ist das christliche „Mysterium“, bei dem der Priester das Brot und den Wein auf den Altar legt und mittels des Gebetes den Heiligen Geist beschwört, der „Brot und Wein in Leib und Blut Christi“ verwandelt. "Folglich sollte der Sarazene dem Heiligen Geist wenigstens die gleiche Kraft zugestehen, die auch die menschliche Leber vollbringt. Der Muslim kann nur noch zustimmen, seufzen und schweigen." [105]

Thedorus gibt hiermit einen "bemerkenswerten Einblick in den Stand der naturwissenschaftlichen Kenntnisse seiner Zeit und nutzt diese auf beeindruckende und anschauliche Weise" zur Illustration der philosophischen Lehren, so dass auch dem Gegner die Bedeutung der Eucharistie nicht verborgen bleiben kann. Brot und Wein werden dabei innerhalb der Zeremonie zum tatsächlichen Leib und Blut Christi. Diese Thematik beschäftigt nicht nur die islamischen Anhänger jener Epoche, sondern entzweit die Glaubensbrüder der verschiedenen innerchristlichen Strömungen bis heute, wovon zahlreiche kontroverse Dispute berichten können. "Immer wieder versuchen einige Kirchenvertreter im Zuge der Ökumene, gemeinsame Eucharistiefeiern zu veranstalten. Dies wird aber von allen Kirchenführern strikt abgelehnt und mit Exkommunikation bestraft." Streng genommen müsste auch der heutige Papst exkommuniziert werden, da er sogar Gottesdienst in der Moschee feiert, da seiner verirrten Meinung nach der islamische Gott derselbe sei wie der christliche. [106]
 

Naturwissenschaft, Willensfreiheit (arbitrarii libertatem), göttliche Vorsehung (providentia Dei), Meinungsfreiheit; Monogamie - Polygamie

In Opusculum 24 spricht der Sarazene die Ehevorschriften der Christen an und möchte wissen, warum „die Monogamie dem Gesetz entsprechender als die Polygamie“ sein soll, denn wenn die Gesamtheit schlecht ist, muss folglich auch das Einzelne schlecht sein. Überzeugt werden möchte er nicht aufgrund der Autoritäten Jesaja und Matthäus sondern aufgrund zwingender und allgemein anerkannter Grundsätze der Vernunft. Der christliche Philosoph merkt zunächst an, dass man hierbei nicht vom Ganzen auf das Einzelne schließen kann, sondern dies vergleichbar mit der Maßlosigkeit und dem Maßhalten ist. Beide Gesprächspartner stimmen überein, dass die Ehe aus zwei Gründen geschlossen wird: zum einen dient sie der Lustbefriedigung, zum anderen soll sie Kinder hervorbringen. Adam als Stammvater und Vorbild für die Menschen hatte nur ein einziges Weib, die seine Lust auf das vollkommenste stillen konnte. Andererseits hatte gerade er
eine reiche Nachkommenschaft am nötigsten, da er und seine Frau Eva die einzigen Bewohner der Erde waren. Dennoch schuf Gott nur eine Frau für ihn, woraus geschlussfolgert werden kann, dass die Monogamie die von Gott gewollte Ehepraxis ist. Die Polygamie, die in einer Zeit großer Bevölkerungszahlen gesetzlich eingeführt wurde, ist deshalb gegen den Willen Gottes und dient nur der Befriedigung des Fleisches, was durch dieses Beispiel bewiesen wird. Der Sarazene will sich noch nicht vollkommen geschlagen geben und fordert noch einen Beweis. Der Philosoph zeigt mithilfe der Allegorie von zwei Sklaven, die die Kälte jeweils durch ein Gewand oder durch beliebig viele bei Strafe aushalten sollen, dass die muslimischen Ehevorschriften Gott als ungerecht erscheinen lassen. Der Koran bestraft die Hurer und die Huren in gleicher Weise, obwohl der Mann den menschlichen Leidenschaften besser widerstehen kann als die schwächere Frau. Außerdem wird ihr nur der vierte Teil eines Mannes zugestanden, während dem Mann vier Hauptfrauen und zahllose Nebenfrauen zur Befriedigung seiner Lust gewährt werden. Theodor Abu Qurra gibt hier die gängigen Stereotypen der Geschlechterbeziehung wieder. Die schwache Frau wird dem starken Mann gegenübergestellt. Andererseits kann er nicht umhin, eine gewisse Ungerechtigkeit in der ehelichen Rollenverteilung anzuerkennen. [107]

Der Sarazene bekommt nicht genug und möchte noch einen Beweis von Theodor, der bereitwillig darauf eingeht. Theodor Abu Qurra wählt als letzten Vernunftbeweis, die Frage nach dem häuslichen Frieden. Wie könnte er am besten gesichert werden, wenn nicht durch die Monogamie? Viele Frauen und ein Mann führen zu Rivalitäten und Streitereien, die auch tödlich enden können. Die Monogamie aber hat zuvor zerstrittene Familien der beiden Partner geeint und das, was trennend erschien, verbunden. Daraus folgt unzweifelhaft, dass Gott, der den Frieden liebt, die Monogamie der Polygamie vorzieht. Der Sarazene ist von der Beweisführung vollkommen überzeugt und deren Argumente haben ihn „fast zu einem Christen gemacht.“ Die Dialogführung zeigt, dass der Theodor die muslimischen Ehevorschriften genau kennt und diese ablehnt. Sie sind gegen den eindeutigen Willen Gottes und dienen lediglich der Lustbefriedigung. Es gibt keinen
Grund für deren Rechtfertigung, wobei die gesetzlichen Vorschriften, die gemäß den Lehren des Korans erlassen wurden, nur den eigentlichen Grund verschleiern sollen. Die Argumente sind so stichhaltig, dass selbst ein Muslim davon überzeugt sein muss und dass er fast bereit ist, seine Religion zu wechseln. [108]

Ein weiterer wichtiger Themenkomplex der christlich-islamischen Auseinandersetzung ist der Streit über die Freiheit des menschlichen Willens. Das Opusculum 35 beginnt mit einer Standardfrage, die auch in den Erörterungen anderer Autoren häufig zu finden ist. „Wen hälst du für den Urheber des Guten und Bösen?“ möchte der Sarazene von Theodor Abu Qurra wissen. Der Christ antwortet darauf, dass für das Gute Gott verantwortlich ist, das Böse aber durch den menschlichen Leichtsinn und die Schlechtigkeit des Teufels verursacht wird. Dies liegt in dem freien Willen begründet, der jedem Menschen erlaubt, sowohl gute als auch schlechte Dinge zu tun. Gut ist z.B. der Lobpreis Gottes und das Gebet, das Böse liegt im Ehebruch und Diebstahl. "Wenn es nun so wäre, wie du sagst, dass Gut und Böse von Gott kämen, würde Gott – nach deiner Auffassung – als ungerecht befunden werden [...], denn er und die irdischen Gesetzgeber bestrafen die Diebe und Mörder, die nach dieser Auffassung lediglich Gottes Willen tun. Anstelle von Bestrafung hätten sie vielmehr Lob und Dank verdient." Der Koran äußert sich zum Thema der Urheberschaft von Gut und Böse nicht eindeutig. Zum einen gibt es Äußerungen, die Gott als alleinigen Verursacher aller Dinge angeben, zum anderen besteht kein Zwang im Glauben und der Mensch kann selbst entscheiden. Obwohl die Fragestellung nach dem freien Willen des Menschen von allgemeiner Natur ist und somit wahrscheinlich in allen Kultur- und Glaubenskreisen zu finden sein wird, sind Parallelen zu islamischen Gruppierungen wie der kadaritischen Bewegung und den Mutaziliten nicht von der Hand zu weisen. Muammar ibn Abbad, einer der Hauptvertreter der Mutaziliten, vertritt in seiner Mana –Theorie die Ansicht, dass alle Akzidenzien auf jeweils vorhergehende zurückgehen und in einer mit Gott identifizierten Erstursache enden. In Gott selbst liegt demzufolge die wahre Ursache für alle akzidentiellen äußeren Erscheinungen. Das Thema selbst ist von philosophischer Bedeutung, die Details der Fragestellung werden aber von der christlichen Diskussion in die islamische
übernommen. [109]

In philosophischer Hinsicht haben schon Augustinus und später Thomas von Aquin für Klarheit in dieser Diskussion gesorgt. Die ganze Tätigkeit der Natur wird also notwendig von einer Erkenntnis auf ihr Ziel hingeordnet ("tota operatio narurae ab aliqua cognitione ordinetur"). Jede untergeordnete Kunst und Erkenntnis empfängt notwendig von einer höheren ihre Prinzipien, wie es auch in den theoretischen und den praktischen Wissenschaften ersichtlich ist. Das letzte Ziel des göttlichen Willens ist seine Gutheit, und dieser am nächsten ist unter den geschaffenen Dingen das Gute der Ordnung des ganzen Alls ("bonum ordinis totius universi"): denn auf dieses als Ziel ist jedes besondere Gute dieses oder jenes Dinges hingeordnet, so wie das weniger Vollkommene auf das Vollkommene hingeordnet ist. "daher findet sich, dass jeder Teil um eines Ganzen willen da ist." Für die Ordnung des Alls ("ordo universi") ist sein Lenker zuständig, also Gott. Die Tätigkeiten bestimmter Dinge auf ein Ziel hinzuordnen heißt, sie zu lenken. "Also gewährt Gott durch die Vorsehung seiner Weisheit den Dingen Lenkung und Herrschaft." Hierdurch wird der Irrtum der alten Naturphilosophen ausgeschlossen ("excluditur error antiquorum Naturalium"), die behaupteten, alles gehe aus der Notwendigkeit der Materie hervor ("omnia ex necessitate materiae provenire"): daus folgte, dass alles "zufällig geschehe". So wie früher irren auch die heutigen Naturphilosophen mit ihrer "naturwissenschaftlichen Weltsicht" vom Urknall usw. Auch die These der Moslems und einiger Koran-Kommentatoren wird damit ausgeschlossen, "die, um die Lehre aufrechterhalten zu können, dass die Welt der Erhaltung durch Gott bedürfe, behaupteten, alle Formen seien Akzidentien, und kein Akzidens dauere zwei Augenblicke, so dass die Formung der Dinge immer im Werden wäre: als ob das Ding der Wirkursache nur bedürfe, solange es im Werden ist." Thomas von Aquin hält, wie viele andere Philosphen, daher alles aus dem Koran ("lege Maurorum") für unsinnig oder absurd ("omnia patet esse absurda"). Auch heute nach sorgfältiger Prüfung des Korans, kommen viele neuere Philosophen zu dieser Ansicht. [110] 

"Die Ursache für das Bestehen jedes Geschöpfes ist des Schöpfers Macht, die Kraft des Allmächtigen und Allbeherrschenden. Wenn diese Kraft einmal aufhörte, das Geschaffene zu leiten, so hörte zugleich ihre Wesensart auf, und alle Natur fiele zusammen. Denn wenn ein Baumeister den Bau eines Hauses errichtet hat und sich entfernt, so bleibt sein Werk bestehen, obwohl er aufhört und sich entfernt, die Welt aber könnte so nicht einen Augenblick bestehen, wenn Gott ihr seine Herrschaft entzöge." - Augustinus, Super Gen. ad itt. IV, 12 

"Den Teufel spürt das Völkchen nie,
Und wenn er sie beim Kragen hätte." Goethe, Faust I, Auerbachs Keller 

Nun gibt es aber auch Philosophen, vor allem mohammedanische, die den Naturdingen eigene Tätigkeiten absprechen. Dieser Sachverhalt hat manche zu der Meinung verleitet, zu glauben, kein Geschöpf trage etwas zur Hervorbringung der Naturwirkungen bei: "so wärme nicht das Feuer, sondern Gott verursache Wärme, wo Feuer sei; ebenso verhalte es sich bei allen anderen Naturdingen." Avicenna behauptete, dass alle substantiellen Formen von der tätigen Intelligenz ausfließen. Akzidentelle Formen dagegen seien, so behauptete er, Anordnungen der Materie, die aus der Tätigkeit tiefer stehender Wirkursachen hervorgingen, welche die Materie anordnen. Darin wich er von früherer Torheit ("priore stultitia") ab. Avicebron bleibt aber in der Tradition islamischer Gelehrter und Koran-Kommentatoren und behauptet, kein Körper sei tätig, sondern die Kraft der geistigen Substanz gehe auf die Körper über und bewirke die Tätigkeiten, die durch Körper zu geschehen scheinen; andere Islamwissenschaftler halten es zum Beispiel für unmöglich, dass die Wärme von einem warmen Körper auf einen anderen, von ihm erwärmten Körper übergehe: "vielmehr behaupten sie, alle derartigen Akzidentien würden von Gott erschaffen." Daraus ergeben sich natürlich viele Ungereimtheiten, denn die Ursächlichkeit der unteren Wirkungen kann nicht in einem solchen Sinne der göttlichen Kraft zugeschrieben werden, als würde die Ursächlichkeit unterer Wirkursachen betritten. Thomas von Aquin sagt daher: "Es widerspricht dem Wesensgrund der Weisheit (contra rationem sapientiae), dass etwas in den Werken der Weisen vergeblich sei. Wenn aber die geschaffenen Dinge in keiner Weise tätig wären, Wirkungen hervorzubringen, sondern Gott allein alles unmittelbar bewirkte, so wären die anderen Dinge vergeblich von ihm herangezogen worden, Wirkungen hervorzubringen." Diese typisch islamische These widerstreitet also der göttlichen Weisheit ("divinae sapientiae"), womit wieder einmal klar wird, dass der Inhalt des Korans nicht der göttlichen Weisheit entstammen kann. Der christliche Gott hat also den geschaffenen Dingen seine Gutheit ("suam bonitatem") so mitgeteilt, dass ein Ding, das sie empfangen hat, sie auf ein anderes übertragen kann. Den Dingen also eigene Tätigkeiten absprechen heißt, die göttliche Gutheit herabsetzen ("divinae bonitati derogare"), was völlig unangemessen ist. Denn wenn die Wirkungen nicht von der Tätigkeit der geschaffenen Dinge hervorgebracht werden, sondern allein von der Tätigkeit Gottes, "ist es unmöglich, dass durch die Wirkungen die Kraft irgendeiner geschaffenen Ursache offenbar werde." Sollten also die geschaffenen Dinge keine Tätigkeiten haben, um Wirkungen hervorzubringen, so dürfte folgen, dass niemals die Natur irgendeines geschaffenen Dinges durch die Wirkung erkannt werden könnte. Und so würde uns jede Erkenntnis der Naturwissenschaft abgesprochen, in der ja vornehmlich Beweisführungen an einer Wirkung vorgenommen werden. Nicht die getrennten Artgestalten der Dinge also, wie die Platoniker behaupteten, noch die tätige Intelligenz, wie Avicenna erklärte,sind die Ursache der Formen in der Materie. Die Körper sind, da sie aus Materie und Form zusammengesetzt sind, "etwas Göttliches" (Aristoteles). [111]
"Den geschaffenen Dingen ihre Ordnung absprechen heißt, ihnen das Beste abzusprechen, was sie haben: denn das einzelne für sich ist gut, alles zugleich aber ist wegen der Ordnung des Alls das Beste; denn immer ist das Ganze besser als die Teile und deren Ziel." Thomas von Aquin, SgG III, 69 
Es wäre natürlich auch gegen die Vernunft der göttlichen Herrschaft, wenn sie die geschaffenen Dinge nicht nach der Weise der ihnen eigenen Natur ("modum propriae naturae") tätig sein ließe. Eigene Natur bedeutet, das keine gentechnische Veränderung stattgefunden hat; zudem gehört es nicht zur göttlichen Vorsehung ("divinam providentiam"), das Schlechte von den Dingen völlig auszuschließen. Deswegen heißt es in der Heiligen Schrift "Der Frieden wirkt und Unheil schafft". Denn das Gute wird eher im Vergleich mit dem Schlechten erkannt, "so erkennen auch die Kranken am ehesten, ein wie großes Gutes die Gesundheit ist; auch entbrennen sie eher in Verlangen nach ihr als die Gesunden." Hierdurch wird auch der Irrtum einiger Materialisten und Atheisten ausgeschlossen, die deswegen, weil sie das Schlechte in der Welt vorkommen sahen, behaupteten, es gebe Gott nicht. Thomas von Aquin argumentiert so: Man müsste umgekehrt darlegen: Wenn es das Schlechte gibt, gibt es Gott. Denn es gebe das Schlechte nicht, wenn die Ordnung des Guten, dessen Privation das Schlechte ist, beseitigt würde. Diese Ordnung aber wäre nicht, wenn Gott nicht wäre. Durch das bisher Gesagte wird auch eine Gelegenheit zum Irrtum ("erroris occasio") für jene beseitigt, die leugneten, das die göttliche Vorsehung sich bis auf diese vergänglichen Dinge erstrecke, weil sie sahen, dass in ihnen vieles Schlechte vorkomme; sie behaupteten, allein das Unvergängliche, in dem kein Mangel und nichts Schlechtes zu finden sei, unterliege der göttlichen Vorsehung. Auch für die Manichäer wird hierdurch eine Gelegenheit zu irren, beseitigt, da sie zwei tätige Prinzipien aufstellten, das Gute und das Schlechte, als habe das Schlechte seinen Ort nicht unter der Vorsehung des gutes Gottes. [112]

Die göttliche Vorsehung schließt nicht die Willensfreiheit aus. Gregor von Nyssa, bzw. Nemesius, sagt über die göttliche Vorsehung, sie sei "der Wille Gottes, durch den alles, was ist, eine angemessene Führung empfängt". Das willentlich Tätige erreicht die göttliche Ähnlichkeit darin, dass es frei tätig ist, so wie es auch in Gott freies Entscheidungsvermögen gibt ("liberum arbitrium in Deo esse"). Hierdurch wird die Lehrmeinung der Stoiker ausgeschlossen, die gemäß einer "gewissen unüberschreitbaren Ordnung der Ursachen", die die Griechen "Heimarmene" nannten, behaupteten, alles geschehe "aus Notwendigkeit (ex necessitate)". Auch für die Naturwissenschaft ist dieser Punkt wichtig. Denn derjenige ist vollkommener in der theoretischen Wissenschaft, der nicht nur die allgemeine, sondern auch die jeweils eigentümliche Erkenntnis von den Dingen hat; denn wer nur im Allgemeinen erkennt, erkennt das Ding nur in seiner Potentialität. Deswegen wird der Schüler von der allgemeinen Erkenntnis der Prinzipien zur jeweils eigentümlichen der einzelnen Schlüsse durch einen Lehrer geführt, der beide Erkenntnisweisen besitzt - was heute leider nicht so häufig vorkommt. In viel größerem Maße ist also in der praktischen Wissenschaft derjenige vollkommener, der nicht allein im Allgemeinen, sondern auch im Einzelnen die Dinge von der Potentialität zur Aktualität vorbereitet. Hierdurch wird auch die Meinung einiger ausgeschlossen, die gesagt haben, die göttliche Vorsehung erstrecke sich nicht bis auf die Einzeldinge und sich dabei fälschlicherweise auf Aristoteles beriefen. Averroes meint sogar, wenn Gott nicht durch sich selbst unmittelbar für diese niederen Einzeldinge sorgte, dann ist das nur deshalb so, weil er sie verachtet oder damit seine Würde nicht befleckt wird. Es ist klar, dass das eine unvernünftige ("irrationabile") Sichtweise ist. Jeder Weise, der vorsorgend seine Kraft gebraucht, mäßigt im Tätigsein den Gebrauch seiner Kraft und stellt eine Ordnung auf, was und wieviel erreicht werden soll: sonst würde seine Kraft im Tätigsein nicht der Weisheit folgen. Auch die göttliche Weisheit ("divina sapientia") ordnet bei den untersten Dingen an, welche und wie viele Wirkungen auf welche Weise aus ihrer Kraft hervorgehen sollen.  [113]

"Es ist auch nicht so, als seien diese Einzeldinge nicht lenkbar: denn wir sehen, dass sie durch die Geschicklichkeit der Vernunft gelenkt werden, wie es bei den Menschen ersichtlich ist; das gleiche gilt für den natürlichen Instinkt, wie es bei den Bienen und vielen wilden Tieren (in apibus et multis animalibus brutis) ersichtlich ist, die von einem natürlichen Instinkt (per naturalem instinctum) gelenkt werden." - Thomas von Aquin, ScG III, 75

"In bezug auf die Einzeldinge einer Art kann sich nichts ereignen, das nicht in irgendeiner Weise auf die Prinzipien dieser Art zurückgeführt wird." - Thomas von Aquin, Ib.

"Das Ziel der theoretischen Erkenntnis ist die Wahrheit, die zuerst und an sich im Immateriellen und im Allgemeinen besteht; das Ziel der praktischen Erkenntnis dagegen ist die Tätigkeit, die die Einzeldinge betrifft. daher sorgt der Arzt nicht für den Menschen im allgemeinen, sondern für diesen konkreten Menschen: und darauf ist die ganze Wissenschaft der Medizin hingeordnet." - Thomas von Aquin, Ib.

Aus der christlichen Philosophie zur Freiheit des Willens folgt auch die Meinungsfreiheit, die in Nichtislamischen Ländern i.d.R. vorhanden ist, es sei denn sie wird beschnitten z.B. durch das Maulkorbgesetz des ehemaligen Bundesjustizministers und jetzigen Aussenministers Heiko Maas. Dieses "Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) war Ende der Legislaturperiode im Jahr 2017 fast ohne Debatte durch das Parlament gepeitscht worden, obwohl es der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages für teilweise verfassungswidrig erklärt hatte. Dieser Linkspopulismus und Materialismus der Merkel-Administration sowie der von ihnen geförderte Islamismus wirken dem Christentum entgegen. Trotz allem, ist das Standardwerk über die Freiheit des Willens, die Bibel, heute mit 3000 Millionen Exemplaren das meistverkaufte Buch aller Zeiten, weit abgeschlagen liegen der Koran (800 Millionen) und das kommunistische Manifest von Marx/Engels mit 500 Millionen Exemplaren.  [114]

Der Sarazene ist nicht zufrieden mit der Antwort des Theodorus und fragt noch einmal expliziter nach. „Wer bildet die Kinder im Mutterleib?“ Theodor Abu Qurra erklärt daraufhin, dass die Bibel doch eindeutig belegt, dass Gott nach der Schöpfung nichts anderes mehr erschaffen hat. Einzig und allein Adam also ist von Gott gebildet worden, die anderen aber werden gezeugt und zeugen ihrerseits. Sie folgen damit der Aufforderung Gottes, der befahl: Seid fruchtbar und mehret euch, und erfüllet die Erde. [...] Wo auch immer ich, von meiner Freiheit Gebrauch machend meinen Samen säe, sei es bei meiner eigenen Frau, sei es bei einer anderen, er wächst und bringt von neuem Frucht, jenem ersten Befehl Gottes gehorchend: weil das Gesäte in sich die Kraft zur Fortpflanzung trägt, nicht weil Gott auch jetzt noch täglich bildet und schafft. Theodorus erkennt wie Thomas von Aquin somit die Wirkung Gottes bei der Erschaffung der Dinge an, aber er erschafft die Dinge nicht neu, sondern hat dies durch die einmalige Festsetzung der Naturgesetze am Anfang der Schöpfung schon hinreichend initiiert. Die Fruchtbarkeit des Samens ist Gottes schöpferisches Werk, aber gemäß der christlichen Auslegung entscheidet der freie Wille des Menschen darüber, wo und ob er fruchtbar werden kann. "Nach der islamischen Orthodoxie entscheidet Gott aber über beides, der Mensch kann selbst nicht eingreifen. Der Koran spricht ebenfalls davon, dass Gott sich nicht wie in der Bibel berichtet am siebenten Tag der Schöpfung ausruhte, sondern dass er sich als Herrscher auf den Thron setzte und unaufhörlich die Geschicke der Welt und ihrer darauf befindlichen Menschen bis zum heutigen Tag steuert." [115]

Beide Gesprächspartner diskutieren in dem Zusammenhang noch über eine biblische Formulierung, die besagt, dass Gott einen Menschen aus dem Mutterschoß heiligt und er zum Kind Gottes macht. Angespielt wird dabei auf die heilige Taufe, die jeden getauften Menschen zum Kind Gottes werden lässt und welche im übertragenen Sinne zu verstehen ist. Die Frage nach dem freien Willen des Menschen ist ebenfalls Gegenstand des Opusculum 9. Ein Sarazene fragt den Christen, ob Jesus aus freiem Willen von den Juden gekreuzigt wurde, was Theodor Abu Qurra bejaht. Daraus ergibt sich für den Muslimen, dass man den Juden nach dieser Ansicht Dank schuldet, da sie durch die Kreuzigung schließlich nur Gottes Willen erfüllt haben. Theodorus antwortet auf diese Herausforderung mit einer Gegenfrage und wählt ein Beispiel aus seinem täglichen Umfeld. "Ihm als Christ wird von dem Muslim vorgeworfen, dass er Gott durch seine  Glaubensvorstellungen verspottet. Tut er „dies dann gegen [Gottes] Willen oder nach seinem Willen?“ Würde er gegen den Willen Gottes handeln, dann wäre Gott schwach. Handelt er aber nach Gottes Willen, wie ist dann zu erklären, dass er
Steuern und Abgaben aufgrund seiner christlichen Religion zahlen muss, wo ihm doch eigentlich stattdessen Geschenke zustehen. Theodor Abu Qurra kehrt den Angriff auf die christliche Vorstellung der Willensfreiheit des Menschen um und zeigt stattdessen dem Sarazenen die Schwachstelle der islamischen Doktrin und deren Inkonsistenz auf. Wie bereits in Opusculum 35 angesprochen, muss der Mensch über einen freien Willen verfügen, denn sonst würde die irdische Gerichtsbarkeit und Gottes Gerechtigkeit in Frage gestellt werden. Kein Mörder, Dieb oder wie in diesem Fall ein Ungläubiger könnte dann von Gott oder den weltlichen Richtern für seine Taten verantwortlich gemacht werden, denn sie erfüllen stets nur Gottes Willen und Vorherbestimmung. Geschickt nutzt der Theodor für seine Argumentation die Lage der Christen in den islamisch beherrschten Gebieten und spricht die Tributforderungen an, die die Christen für den Status der Schutzbürgerschaft zahlen müssen." [116]

Zur Illustration seiner These wählt Theodor Abu Qurra ein weiteres Beispiel aus dem Umfeld des Muslimen aus und "verwendet dafür die islamische Lehre, die besagt, dass ein Kämpfer, der im Glaubenskrieg fällt, ganz sicher in das Paradies kommen wird. Wenn nun sein Bruder im Kampf gegen die Byzantiner (Rhomäer) fallen würde, würde er dann an seinem Mörder Blutrache nehmen oder ihm für seine Tat dankbar sein? Oder wenn er nun selbst „eine schmerzhaft und totbringende Geschwulst“ hätte und ein Feind ihn zwar töten wolle, aber durch seinen Angriff diese Geschwulst träfe, woraufhin er statt durch den Kampf oder die Krankheit zu sterben, geheilt würde. Würdest du dann den, der [dies zu verantworten hat], als einen Freund und Wohltäter ansehen oder als einen Feind, indem du nicht auf seinen Vorsatz blicktest, sondern auf das, was ohne seinen Vorsatz und gegen seinen Willen eintraf, und ihn lieben und ihm Wohltaten
erweisen? Der Sarazene entscheidet sich in beiden Fällen dafür, dem Vorsatz größeres Gewicht bei seiner Bewertung einzuräumen und würde sich für die Blutrache entscheiden. Genauso verhält es sich aber mit den Juden, deren Vorsatz es gewesen ist, Jesus zu ermorden. Dies wurde zwar zu einer Wohltat für die Christen, geschah aber letztlich gegen ihren freien Willen. Theodor Abu Qurra zeigt mit dieser Beweisführung auf, dass der freie Wille des Menschen existiert und jeder selbst für seine Handlungen verantwortlich ist." Der Islam geht zwar davon aus, dass Gott neben dem Guten auch das Böse erschaffen hat, dennoch zeigt sein Umgang mit Dieben, Mördern, Ehebrechern und Ungläubigen, dass auch für die Muslime allein der Vorsatz für die Bestrafung des Bösen zählt. "Damit widerspricht sich der Islam selbst und lässt seine Vorstellungen als absurd erscheinen." [117]
 

Genre der Apologetik, scholastisches Genre der Philosophie

Die Schaffenszeit des Theodor Abu Qurra fällt in einen Abschnitt der Geschichte, der geprägt wurde durch die großen Übersetzungsleistungen der christlichen und muslimischen Scholastiker sowie die zunehmende Arabisierung der syrischen Christen. Diese erstreckte sich zunächst auf den öffentlichen Bereich und wurde schließlich auch für die christliche Liturgie übernommen, indem sie die vorherigen Sprachen wie z.B. Griechisch oder Aramäisch verdrängte. Berichte von Feindseligkeiten der Muslime gegenüber Christen sind überliefert. "Wirft man einen Blick auf die überlieferten Martyrologien, dann wird deutlich, dass die Opfer meist zum Christentum konvertierte Muslime oder unter Muslimen missionierende Christen waren. Beides verstößt gegen muslimisches Recht und wird mit dem Tode geahndet." (Vgl.: Griffith 2008. S. 149; Hoyland 2001. S. 336-86.) [118]

Betrachtet man die überlieferten griechischen Streitgespräche des Theodor Abu Qurra im Zusammenhang, dann wird deutlich, dass er sich als sehr sicher im Umgang mit den mündlichen und schriftlichen Quellen der islamischen Irrlehre erweist. "Er zitiert den Koran zum Teil direkt bzw. indirekt und gibt die entsprechenden koranischen Lehren und Dogmen wieder. Außerdem ist er vertraut mit den muslimischen Lebensweisen und nutzt diese für seine Argumentationsführung. Gleichzeitig gibt er einen Einblick in das naturwissenschaftliche Verständnis und die philosophischen Erkenntnisse seiner Zeit, die es ermöglichen das kollektive Wissen dieser Epoche und der Region zu analysieren." Die Zusammenhänge bzw. die angesprochenen Argumente müssen dem Publikum des christlichen Theodorus bekannt gewesen sein, ansonsten wären diese für sie unverständlich und damit als Hilfsmittel für die christlich-muslimische Auseinandersetzung unbrauchbar. Stilistisch lassen sich die Opuscula des Theodor Abu Qurra nicht fest einordnen. Sie tragen zum einen die Züge des populären Genres der Apologetik, zum anderen kann der Aufbau und die Präsentation der Argumente, die
vor allem auf der Basis der Vernunft beruhen, dem scholastischen Genre der Philosophie zugeordnet werden. Sie sollen dem Publikum auf unterhaltsame Weise die orthodoxen Wahrheiten des Christentums und deren Überlegenheit vermitteln, gleichzeitig wird den einzelnen Gesprächspartnern aber der Raum für die Präsentation der eigenen Meinungen gewährt, die vor allem logisch und rational dargelegt werden. Desweiteren tragen die Opuscula die Züge einer neuen literarischen Form, die gegen Ende des 8. Jahrhunderts aufgekommen ist und von S. H. Griffith als „the monk in the Emir`s majils“ bezeichnet wird. Diese Gattung erlangte innerhalb der christlichen Gemeinschaft ab der 1. Hälfte des 9. Jahrhunderts große Popularität und folgte im Aufbau meist einem immer wiederkehrenden Szenario. Ein Vertreter des Christentums, ein Mönch oder Philosoph, wird von einer muslimischen Behörde oder einem Emir aufgefordert, seinen Glauben innerhalb einer öffentlichen Versammlung zu verteidigen. Die Zusammenfassung dieses Gespräches durch einen Erzähler hat dabei neben der literarischen auch eine soziale Funktion. Es wird eine Situation geschildert, die dem Zuhörer bekannt bzw. vertraut ist, und auf diese Weise wird aus der scheinbar dokumentarischen Schilderung eines realen Ereignisses eine exemplarische Anweisung, die zu Lehrzwecken weitergegeben wird. [119]

Die Opuscula des Theodor Abu Qurra beschäftigen sich thematisch ebenso wie das Kapitel 100 des Johannes Damaskenos mit den grundlegenden Glaubensinhalten des Christentums, die von den Muslimen und den Lehren des Korans kritisiert werden. Dazu gehören vor allem die Verteidigung der Trinität bzw. der Christologie und die Auseinandersetzung mit einigen religiösen Praktiken; hinzu kommt bei Theodor Abu Qurra die Diskussion um die Willensfreiheit des Menschen. Diese Basisfragen sind bereits innerhalb der christlichen Kirche in den vorangegangenen Jahrhunderten oft und kontrovers diskutiert worden. Durch die christlich-muslimische Auseinandersetzung werden sie auch in den Islam hineingetragen, indem das Christentum den Muslimen eine Stellungnahme dazu aufzwingt. Speziell die Fragen nach dem Erschaffen- bzw. Ewigsein des Korans oder den Eigenschaften Gottes werden von der christlichen Apologetik  verwendet, um die Christologie anhand der koranischen Lehren verteidigen zu können. Theodor bar Kônî (Blütezeit um 792) scheint der erste Vertreter dieser Gattung zu sein. Er erklärt diese Form im Scholion. Dabei übernimmt der Muslim die Sprecherposition des Studenten und der Christ ist sein Lehrer. (Vgl.: Griffith 2008. S. 77-79, 81-83.) "Daneben kritisiert Theodor Abu Qurra wie sein Vorgänger die Legitimität der Prophetie Muhammads, indem er die Integrität seiner Lehren bzw. des Korans und seinen göttlichen Auftrag in Zweifel zieht. Die bereits durch Damaskenos verwendeten Argumente werden dahingehend erweitert, dass Muhammad unter dem Einfluss eines Dämons stand, der ihm die Sinne verwirrte."  [120]

Die Kriterien, nach denen der Theodorus ganz in der Tradition des Damaszeners die wahre Religion zu ergründen sucht, sind neben den bezeugten prophetischen Vorhersagen, die überlieferten Wunder im Namen Gottes und vor allem Jesu sowie die moralischen Qualitäten der göttlichen Gesandten. In der Beweisführung greift der Philosoph dabei weniger auf die Bibel oder die Dogmen zurück, sondern gründet seine Argumente vor allem auf der Basis der Rationalität bzw. der Vernunft, und zeigt - im Gegensatz zur Kant'schen Philosophie, dass für ihn zwischen Glaube und Vernunft eine tiefe Übereinstimmung herrscht. [121]

Bereits bei Johannes Damaskenos sind einzelne Sequenzen davon zu erkennen, aber bei Theodor Abu Qurra kommt es schließlich zur vollen Entfaltung und Meisterschaft, wie z.B. in Opusculum 3 zu erkennen ist. Die philosophische Auseinandersetzung findet überwiegend in Dialogform statt, die von Johannes Diakonos als Chronisten mit einer Einführung zu dem Thema und dem Zweck seiner Zusammenstellung versehen ist. Hin und wieder gibt er zu den einzelnen Dialogen eine kurze Notiz zu den teilnehmenden Personen, dem Anlass oder der speziellen Thematik. Obwohl Diakonos im Vorwort von mehreren Streitgesprächen spricht, die er zusammengestellt hat, ist deren ursprüngliche Anzahl und deren Chronologie nicht erkennbar. Es ist durchaus möglich, dass einzelne Gespräche z.B. aus inhaltlichen Gründen durch spätere Redakteure hinzu gekommen sind oder vielleicht auch von ihnen weggelassen wurden. Die Gespräche werden meist als direkte Konfrontationen der Gesprächspartner übermittelt, indem der Sprecher kurz identifiziert wird und seine Aussagen in wörtlicher Rede wiedergegeben werden. Dies verleiht dem Dialog einen Anschein von Authentizität und lässt ihn als dokumentarischen Bericht erscheinen. Aus dem Rahmen fällt hierbei lediglich Opusculum 20, das einen indirekten Dialog wiedergibt. Dessen Aufbau und die Verwendung des Konjunktivs lassen vermuten, dass die Themen und Argumente zwar aus dem realen Umfeld der christlich-islamischen Debatte stammen, aber es sich hierbei eher um eine beispielhafte Szenerie, wie schon der Titel verrät, als um einen tatsächlichen Dialog handelt. Opusculum 20 gibt vielmehr Instruktionen, die für eine mögliche reale Auseinandersetzung die Argumente bereitstellen sollen. "Immer wieder spricht Diakonos von Versammlungen und Aufforderungen an Theodor Abu Qurra, seinen Glauben im Wettstreit mit verschiedenen Sarazenen zu definieren und zu verteidigen." [122]

Die Positionen der einzelnen Sprecher innerhalb der Streitgespräche unterstreichen die realitätsnahe Darstellung. Bei Johannes Damaskenos überwiegt die kontrastierende Gegenüberstellung von „wir“, die Christen, und „sie“, die Muslime. Er spricht für alle Christen und die Muslime stehen eher abseits, außerhalb der Gesprächsebene. Ähnlich verhält es sich mit dem Vorwort und den einzelnen Einführungen des Johannes Diakonos sowie Opusculum 20. So berichtet er z.B. in Opusculum 19 „von den heuchlerischen Sarazenen“ und deren Gewohnheiten oder in Opusculum 20 bezieht ein christliches „ich“, das nicht näher beschrieben ist, Stellung gegenüber dem „verrückten Lügenpropheten der Hagarener“. In den verwendeten Bezeichnungen ist die jeweilige Haltung des Berichterstatters ebenso erkennbar. Diakonos charakterisiert den Gesprächspartner des Theodor Abu Qurra als „Araber“, „Sarazenen“, „Hagarener“, „Ungläubigen“ und „Barbaren“. [123] 

Selten wird der Sarazene als kluger, gebildeter und rhetorisch versierter Muslim dargestellt. In der Regel ist er der beschränkte und einfältige Barbar des Johannes Damaskenos, der durch einen falschen Propheten in die Irre geführt wurde und aufgrund seiner fehlenden didaktischen Fähigkeiten Mitleid verdient. Manche Muslims sind zwar in der Lage, komplizierte bzw. philosophische Begriffe und naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und diese für ihre Argumentation zu nutzen. "Trotz seiner Bildung bleibt er aber immer noch ein Lehrling des scholastisch überlegenen christlichen Meisters. Er wird von den Antworten des Christen überrascht, versteht manchmal nicht alle Zusammenhänge, zeigt sich schnell von den Argumenten überzeugt, ist verlegen und gibt seine Unterlegenheit zu bzw. kann nur noch ratlos schweigen. Schließlich ist er kurz davor, seine muslimische Überzeugung aufzugeben und den christlichen Glauben anzunehmen. Der Muslim kann eigentlich gar nicht anders, denn ihm gegenüber steht der brillante, „allerseligste“ und „allerweiseste“, der „göttlich inspirierte“ und „schildgewappnete Verteidiger“ des Christentums. Selbst die Muslime erkennen seine glänzenden didaktischen Fähigkeiten an. Aufgrund dieser Reputation ist es ihm auch erlaubt, für die Christen in den Wettstreit mit den Muslimen zu treten und gegen die führenden Vertreter ihrer Religion anzutreten. Theodor Abu Qurra vermeidet es überwiegend, die Muslime und den Islam polemisch anzugreifen, obwohl er nicht umhin kann, den Propheten Muhammad zu diskreditieren und seine Legitimität in Zweifel zu ziehen, sowie die göttliche Botschaft des Korans kritisch zu hinterfragen." [124] 

Die christliche Religion erscheint aufgrund vernunftbezogener Argumente als die einzig logische und legitime im Gegensatz zu den Diskrepanzen bzw. die Unregelmäßigkeiten der koranischen Lehren. Zur Illustration seiner Beweisführung verwendet er zahlreiche Analogien und Beispiele aus dem natürlichen Umfeld, die in sich schlüssig und nachvollziehbar erscheinen. Sein Gegenüber soll auf dieser Grundlage selbst zu den von Theodor Abu Qurra angestrebten Erkenntnissen gelangen. Ihm ist offenbar an einer ehrlichen Verständigung gelegen und nicht daran, den Islam lediglich ins Lächerliche zu ziehen. Gleichzeitig wurde den Christen diese Diskussion in den muslimisch besetzten Gebieten aufgedrängt, da die
täglichen Situationen eine Beschäftigung mit den gegensätzlichen Glaubensvorschriften herausforderten. "Sowohl innerchristlich als auch interreligiös bedurften sie der Erklärung, wenn die eigene Glaubensidentität nicht erschüttert werden sollte. Anders gestaltete sich dies in den christlich beherrschten Gebieten, wo die Gefahr der Konversion zum Islam und die direkte Konfrontation der Religionen kaum vorhanden war". Allerdings besteht heute in christlich beherrschten Gebieten wie in Europa durchaus die Gefahr der Konversion zum Islam, da einige irregeleitete Politiker und Kirchenvertreter wie Merkel und Bischof Heinrich Bedford-Strohm den "Islam fördern" wollen, indem sie "islamisch-theologische Fakultäten an den Universitäten unterstützen", "der Staat islamischen Religionsunterricht fördert", türkische Moscheegemeinden wie die Ditib finanziell entlasten, islamische Großfamilien finanziell zu unterstützen, z.B. durch Duldung der Vielehe und Kindergeld für Muslime, anstatt den Islam in Europa zurückzudrängen und die über 2500 Moscheen allein in Deutschland, in denen die Irrlehre verbreitet wird, zu schließen und die islamischen Irrlehrer (Imame) zurück in die Türkei zu schicken. [125] 

Den ernsthaften Bemühungen des Theodor Abu Qurra stehen die bildreiche Sprache und die Äußerungen des Johannes Diakonos gegenüber. Dieser hinterfragt die Kompetenzen der Sarazenen, indem er deren Bildung zum Teil ironisch kommentiert. Die Muslime sind nicht gebildet, sondern wollen nur so erscheinen und vertrauen auf ihre vermeintliche Beredsamkeit. „Draufgängerisch“ verbreiten sie ihre „Lügen“ und „Heucheleien“. Die Religion der Muslime vergleicht Diakonos mit Krankheiten, die nur durch festes Vertrauen auf Gott und die orthodoxe Kirche überwunden werden können. Sie sind wie die Versuchungen Satans, denen der biblische Hiob ausgesetzt war. Betrachtet man unter diesen Gesichtspunkten das Opusculum 20, dann fallen neben dem abweichenden Aufbau auch die vorwiegend polemischen Aussagen ins Auge. Der Sprecher charakterisiert den Propheten als wahnsinnig, irrgeleitet und Lügner.  [126] 

Die rasante Zunahme an Konversionen sollte durch diese Gespräche verlangsamt werden, indem den christlichen Gläubigen trotz der machtpolitischen Unterlegenheit das Gefühl der religiösen Überlegenheit gegeben wurde. Die Christen werden in den Schriften ermuntert, die irdischen Strapazen nicht durch einen Glaubenswechsel abzumildern, sondern diese mit Blick auf den verheißenen himmlischen Lohn wie einst Hiob geduldig zu ertragen. Obwohl die Texte vordergründig für die Christen verfasst wurden, waren sie auch indirekt für ein interessiertes muslimisches Publikum gedacht, denen aufgrund der arabischen Sprache der Zugang zu den Texten und den christliche Lehren erleichtert wurde. Nachfolgende Philosophen richteten sich zum Teil sogar direkt an den jeweiligen religiösen Gegner. So diskutiert Elias von Nisibis (975-1046) mit Abu l-Qasim al-Husayn ibn Ali al-Maghribi (981-1027). (Vgl.: Griffith 2008).  Oder es antwortete Isa ibn Sabih al-Murdar (gest. 860) direkt auf die philosophischen Argumente des christlichen Philosophen in seinem Kitab ala Abi Qurra al-nasrani und versuchte ihn damit zu widerlegen, was natürlich scheitern musste. [127] 
 

Ausbreitung einer falschen Wissenschaft / Philosophie

Die Christen der griechisch-byzantinischen oder lateinischen Welt, sahen im Islam vor allem den „Feind“, den es kompromisslos zu bekämpfen galt. S. H. Griffith ist der Ansicht, dass die Arabisierung den Konflikt der Religionen („clash of religions“) erst vorantrieb. Schon Augustinus, Ambrosius, Antonius, Thomas von Aquin u.a. erkannten, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung mit derartigen Irrlehren wie dem Islam nicht möglich sei und warnten vor dieser und ähnlichen Irrlehren, die man zwar kennen aber auch bekämpfen müsse und nicht auch noch fördern wie in Deutschland. [128] 

Im Schatten der Streitigkeiten des byzantinischen bzw. persischen Großreiches entstand auf dem Gebiet der Handelszentren Mekka und Medina zu Beginn des 7. Jahrhunderts ein neuer Machtfaktor, der sein Einflussgebiet durch die schwächelnden Großreiche rasch ausdehnen konnte. Die aufstrebenden Umaiyaden und später die Abbasiden stabilisierten die zunächst instabile Vereinigung von unterschiedlichen arabischen Stammesgemeinschaften, indem sie den Islam als einheitsstiftendes Identitätsmerkmal zur Reichsreligion erklärten und die Geschicke der arabischen Obrigkeit an die islamische Irrlehre banden. Im Zuge der Etablierung der arabischen Herrschaft setzten sich die neuen Machthaber mit den vorherrschenden Kulturen und Religionen, insbesondere der christlichen Religion und deren innerchristlichen Strömungen, zwar auseinander. Sie nahmen jedoch von der christlichen Religion nichts an, ganz im Gegenteil, die arabischen Völker wurden durch den Islam fanatisiert und sind es bis heute, was man vor allem an der Türkei und Pakistan beobachten kann. Die Christen bekämpften damals Irrlehren wie die der Arianer, Nestorianer und Monophysiten; diese sind zwar weitgehend verschwunden, doch an ihre Stelle trat die Irrlehre des Islams, die heute weitaus größer ist als die damaligen Irrlehren es gewesen sind. [129] 

Man sehe sich ehemals große Städte wie Antiochia an, das einst die drittgrößte Stadt des Römischen Reichs war und heute von Türken besetzt wird, die alle Christen, vor allem Armenier, herausgeworfen und es zu einer hässlichen Stadt haben verkommen lassen; sie nennen die Stadt, in der es nur noch hässliche Moscheen gibt, Antakya. Die Stadt war einst auch eine Hochburg der Christen. Der Legende nach wurde Margareta von Antiochien aufgrund ihres christlichen Glaubens von ihrem Vater, einem heidnischen Priester, verstoßen und lebte als Schafhirtin. Weil sie sich weigerte, ihren Glauben aufzugeben, steckte man sie in den Kerker. Dort besiegte sie mit einem Kreuzzeichen den Teufel in Gestalt eines Drachens und nahm damit den heutigen Kampf der Christen gegen die antichristlichen Sarazenen vorweg, die in den Ländern des nahen Ostens den Kampf gegen das Christentum zu gewinnen drohen. Die türkischen Sultane und Präsidenten haben Christen verfolgt wie Kaiser Diokletian. Der Hl. Augustinus fragt daher: Reicht der Glaube der Teufel aus, die ja auch an Christus als den Sohn Gottes "glauben und zittern"? Nein, denn ihr Glaube ist ja nicht durch die Liebe wirksam, sondern "nur durch die Furcht erzwungen". Da die Sarazenen bzw. Moslems noch nicht einmal an Christus als des Sohn Gottes glauben, sind sie sogar noch schlechter dran als die Teufel. Die Hl. Margareta von Antiochien ist Patronin der Bauern und Jungfrauen; Margareta gehört zu den 14 Nothelfern und bildet zusammen mit Katharina und Barbara die sog. "drei heiligen Madl". [130] 

In der Antike haben es nur wenige Städte mit Antiochia aufgenommen. Nur wenige waren so kosmopolitisch wie die Metropole am Orontes. Der Handel hatte der Küstenstadt großen Wohlstand beschert, Philosophen dachten in der Tradition des Aristoteles, und eine große jüdische Gemeinde lebte in der von einem Diadochen Alexanders 307 v.Chr. gegründeten Stadt. Ebenso Römer, Griechen, Syrer und Chaldäer. Die jüdischen und heidnischen Anhänger Jesu wurden zu Christen, und von hier brachen Petrus und Paulus zur Verbreitung des Christentums auf. [131] 

Die von Säulen flankierte Hauptstraße der römischen Metropole war die erste, die beleuchtet war. Als Lukas in seiner Geburtsstadt Antiochia die Apostelgeschichte verfasste, war sie mit einer halben Million Einwohnern und 200000 Sklaven die drittgrößte Stadt des römischen Imperiums. Theateraufführungen und Spiele gab es in der prächtigen Metropole, es wurden Musik- und Dichterwettbewerbe veranstaltet, auch Trinkwettbewerbe und Bacchanale, und so zog sie auch Müßiggänger und Scharlatane an. Antiochia war eben eine Stadt des Überflusses, und seine Bürger lebten in Saus und Braus – bis im 6. Jahrhundert Erdbeben ihren Niedergang einleiteten. Bei dem größten Beben im Jahr 526 wurden 300000 Menschen getötet, so hat es der spätantike Geschichtsschreiber Prokopios überliefert. Zwölf Jahre später verschleppte der persische Großkönig Chosrau I. die Bewohner. Weitere Erdbeben folgten, und die Stadt versank in der Bedeutungslosigkeit. Die Eroberung durch die Türken zerstörte weitere römische und byzantinische Bauten.  Erst im 20. Jahrhundert fingen europäische Archäologen an zu graben, und allmählich kehrten die Spuren der vergangenen Größe an die Oberfläche zurück. So wurden seit 1930 in der Stadt und an den Hängen des Hausbergs Silpius, an dessen Füßen die nach Petrus benannte Grotte liegt, in der sich die Christen zu Gottesdiensten versammelt hatten, prächtige Mosaiken freigelegt: Zeugen des sagenhaften Reichtums des antiken Antiochias. Vor zehn Jahren begann die größte und systematischste Ausgrabung in Antiochis (Antakya). Zutage trat das mit 1050 Quadratmetern größte zusammenhängende Mosaik überhaupt, zudem ein ungemein plastisches Mosaik mit dem Dichter Hesiod und der ihn inspirierenden Muse Kalliope, dessen Steine 162 Farben und Farbschattierungen haben sollen. Daneben ein Mosaik um die überirdisch schöne Psyche mit mehr Vogelarten als auf jedem anderen bekannten Mosaik. Zudem legte die Grabung mehr als 30000 sonstige Objekte des damaligen Lebens in einer römischen Metropole frei. [132] 

Da in der islamischen Türkei alle byzantinischen Universitäten geschlossen bzw in höhere Koranschulen umgewandelt wurden, kann von Wissenschaft / Philosophie in der Türkei keine Rede mehr sein. Das zeigt sich schon daran, wie mit antiken bzw. byzantinischen Baudenkmälern umgegangen wird. So hat man in Antiochia über antiken Mosaiken ein Hotel gebaut. "Über diesen Ausschnitt des antiken Antiochien spannt sich ein einzigartiger moderner Hotelbau... Und so beschloss die Unternehmerfamilie, auf einem Grundstück, das sie 1990 erworben hatte und auf dem sie einen Handel mit Baustoffen betrieb, ein Hotel zu bauen. Denn das Grundstück liegt nur wenige hundert Meter von der Grotte des Petrus entfernt " Islamische Architekten und Koranschüler aus dem Kulturministerium genehmigten alles, obwohl sie in erster Linier nur hässliche Moscheen bauen. "Dann luden sie den preisgekrönten türkischen Architekten Emre Arolat, zu dessen bekanntesten Werken die moderne Sancaklar-Moschee in Istanbul gehört, nach Antakya ein. Er markierte zunächst die Stellen, an denen nicht gegraben wurde, und entwarf ein Projekt mit 66 Eisensäulen, das Museum und Hotel miteinander verschmolz." Vom sagenhaften Reichtum Antiochias in der Antike ist im heutigen Antakya nicht viel übrig. Einige von den Türken nicht zerstörte Kirchen erinnern an die Geschichte der frühen Christen. In der Petrus-Grotte feierten sie Gottesdienst, Paulus brach von hier zu seinen apostolischen Reisen auf. Der Evangelist Lukas wurde in Antiochia geboren, Markus lebte hier einige Zeit, und Matthäus schrieb sein Evangelium in der Stadt am Orontes. Ein Bürger der Stadt war der Kirchenlehrer und große Philosoph Johannes Chrysostomos (344 bis 407), der an der „Schule der Rhetoren und Philosophen“ studiert hatte. Von christlicher Wissenschaft / Philosophie ist allerdings nichts übrig gebieben, da von der türkischen Besatzung alle Christen des Landes verwiesen worden sind. Zu sehen sind hauptsächlich Moscheen, sunnitische Muslime leben neben arabischsprachigen Alawiten. Nur von weitem sieht man den Berg Musa Dag, auf dem Franz Werfels Roman über die Rettung verfolgter Armenier vor dem Genozid spielt. In der Nähe befindet sich auch die Grenze zu Syrien. Nach der türkischen Invasion auf Zypern hat von hier der Angriffskrieg Erdogans gegen Syrien begonnen. Durch Raketen werden nicht nur christliche Kirchen sondern auch Zivilflugzeuge, also Billigflieger wie Turkish Airlines und Pegasus getroffen. [133] 

Vor der Ausbreitung dieser falschen Wissenschaft / Philosophie hatten schon der Hl. Johannes von Damaskus, Theodorus Abucara, Niketas von Byzanz, Euthymios Zigabenos und der große Philosoph Arethas, der seit 902 Erzbischof von Kaisareia in Kappadokien war, gewarnt, und zwar Johannes Damszenus in seinem Werk haer. 100, Niketas Byzantios in seiner confutatio Mohamedis, Euthymios Zigabenos in Panopliae dogmaticae, wobei Kapitel 28 sich gegen die Sarazenen richtet. Arethas belehrt zum Beispiel den etwas stupiden Emir von Damaskus: [134] 

"Aber wie kannst du es ertragen, den Glauben der Sarazenen rein und untadelig zu nennen, welcher euch doch nach dem Gesetz des euch betrügenden Muhammad, wie dem Koran und der Offenbarung lehrt?" - Arethas

"Was den Einwand der Leute betrifft, auch Ezechiel habe Tote auferweckt, so haben wir viel über die Leute gelacht, die das vorbringen. Denn Ezechiel selbst erklärt in seiner Prophezeiung, die über die leblosen Gebeine spricht, dass er nicht lenlose Gebeine meint, sondern die in Kriegsgefangenschaft nach Babylon Weggeführten und wieder  in die eigenen Wohngebiete Zurückkehrenden; diese nennt er 'leblos'. Er fügt nämlich hinzu: "Menschensohn, diese Gebeine sind das Haus Israel; denn sie selbst sagen: Ausgetrocknet sind unsere Gebeine, wir sind lebensmüde", d.h. wir sind abgestorben, und er fügt gleich noch hinzu: "Ich führe euch aus euren Gräbern heraus in euer Land, mein Volk" (Ezech 37, 11-13). Wie also könnt ihr etwas, das als Vergleich gemeint ist, als wirklichen Tatbestand auffassen?" - Arethas

"Doch weil ihr Sarazenen leidenschaftlich seid und, wie das Vieh, nicht in der Lage, mit menschlicher Vernunft jede einzelne Natur entsprechend der Stellung der jeweiligen Natur aufzufassen und so auch die Aussagen über sie, stellt ihr euch auch Vorgänge bei Gott nach eurer eigenen Unreinheit und Schlechtigkeit vor." - Arethas

"Ebenso steht es auch mit dem heiligen Geist. Denn wie die Sonne hier, obwohl sie eine ist und so erscheint, Licht und Wärme enthält, die von ihr ohne Affektion ausgehen; dabei sind sowohl das Licht wie die Wärme der Sonne nicht fremd, sondern gehen in eigentümlicher Weise aus ihrer Natur hervor, heißen 'Licht' und 'Wärme' und sind einander nicht fremd, denn die Sonne ist ihre eigentliche Quelle; das Licht zeigt alles Sichtbare in der Welt und die von der Sonne kommende Wärme bringt alles Leben, die Pflanzen und die Tiere hervor - so erleuchtet auch Gottvater durch seinen Sohn, den Herrn und Gott Jesus Christus, der zu unserer Rettung Mensch geworden ist, das Denken der vernunftbegabten Naturen, damit sie entsprechend dem vorliegenden Sachverhalt auch die Geschehnisse selbst erkennen und erwägen. Da ihr Sarazenen diesen nicht in eurem Herzen habt, lebt ihr wie Blinde und könnt Göttliches und Menschliches nicht unterscheiden." - Arethas

Arethas entgegnet den Behauptungen des Emirs und dem "Geschwätz" seiner theologischen Berater, das "nicht von vernünftigen und sachverständigen Leuten" stammt: In manchen Ländern werden sogar einzelne Haare des Propheten Muhammad verehrt, zumindest aber der "Mantel Muchumets". Der Mantel des Propheten (burda) spielt in der Poesie und islamischen Frömmlertum tatsächlich seit frühester Zeit eine gewisse Rolle. "Noch heute befindet sich eine Mantelreliquie im  Topkapi Saray, als Glanzstück der Sammlung islamischer Reliquien am osmanischen Hof." [135] 
"So verdient ihr in dem, was ihr leer daherschwätzt, mehr Tadel, weil ihr einen Menschen, der weder von Propheten angekündigt wurde noch Wunder tat noch einer jungfräulichen Mutter ohne Mann geboren wurde, als Propheten anerkennt und verehrt."  - Arethas

"Denn als jener sah, dass ihr in der Wollust unbeherrscht seid, betrieb er nichts anderes, als das, was ihr, wie er erkannte am meisten schätzt, die Lustbefriedigung mit Frauen, als Gesetz zu geben, das ihr befolgen sollt. Wie könnt ihr es also wagen, ihn einen Propheten und von Gott an euch Gesandten zu nennen? Uns nämlich bewegen die Wunder Christi, sein ernster Lebenswandel, den er führte und vorschrieb, und seine Auferstehung von den Toten dazu, ihn als wahren Gott zu verehren und anzubeten, außerdem, dass er das tat, was die Propheten über ihn angekündigt hatten."  - Arethas

Immer wieder geht Arethas auf die Behauptungen der islamischen Theologen ein ("ferner schwätzt ihr auch folgendes daher") und ermahnt sie, sich mehr mit echter Philosophie und Wissenschaft zu beschäftigen: "Überlegt das mit Verstand und lernt euren Unverstand kennen, weil ihr nicht wisst, was ihr sagt, und auch nicht, was ihr denkt." Denn ohne diese christliche Philosophie sei die Zeit der Sarazenen "jetzt erfüllt" und "ihr werdet völlig zugrunde gehen." [136] 

Auch vom Paradies der Moslems ist die Rede. Zum Beispiel in Sure 47, 15 ff. "In ihm sind Bäche von Wasser, das nicht verdirbt, und Bäche von Milch, deren Geschmack sich nicht ändert, und Bäche von Wein, köstlich den Trinkenden; und Bäche von geklärtem Honig; und sie haben in ihnen allerlei Früchte". Arethas fragt die gelehrten islamischen Geistlichen, wenn Moslems sich aus diesen Flüssen ernähren, scheiden sie diese Nahrung zum Teil nicht auch als Kot wieder aus? Er fragt: "Beseitigt ihr nun auch jenen Kot von euch im Paradies? Wenn jedenfalls alle Sarazenen, die im Paradies sind, Kot ausscheiden, wie sollten sie da nicht in kurzer Zeit das Paradies mit Kot anfüllen? Wenn aber einige von euren scheinbar klugen Leuten sagen, dass sie einen Teil jener Nahrung nicht als Kot ausscheiden, sondern dass das Überflüssige und Unbrauchbare durch den Schweiß des ganzen Körüers entleert wird, so antworten wir darauf: Wenn jetzt in diesem vergänglichen Leben durch eine einzige Öffnung der Kot entleert wird und jene Öffnung deshalb schlecht riecht, wird dann nicht jemand, der mit dem ganzen Körper durch Schweißausdünstungen das Unnütze der Nahrung ausscheidet, ganz übelriechend und abscheulich? So ist euer Paradies und so seid ihr voll von Kot und Gestank. Und wo werdet ihr so viel Moschus finden, um euch zu salben, wie ihr es jetzt in diesem vergänglichen Leben tut?" [137] 
 

Echte Wissenschaft / Philosophie; Panoplia dogmatica

Das Kennzeichen Europas ist die Freiheit, die Philosophie der Freiheit, was nach Schelling, Johann Ludwig Wilhelm Müller und anderen Philhelenen Knechtschaft unter dem Halbmond grundsätzlich ausschliesst, weshalb in Europa als Symbol auch "kein halber Mond zu sehn" sein sollte. Dennoch schießen nicht nur diese Symbole wie Pilze aus dem Boden, weil einige "toll" gewordene Politiker es erlauben, Minarette und Halbmond an öffentlichen Straßen, Plätzen und sogar an denkmalgeschützten Häusern anzubringen, sondern die Irrlehre des Islams wird auch noch an Schulen und Universitäten verbreitet. In Deutschland gibt es mittlerweile vielerorts die Möglichkeit, an einer staatlichen Universität islamische Theologie, also quasi die oben beschriebene falsche Wissenschaft / Philosophie, zu studieren. sogar für Koranschulen in der Türkei gibt Deutschland Geld: "Auf der asiatischen Seite des Bosporus eröffneten Merkel und Erdogan dann auch den neuen Campus der Türkisch-Deutschen Universität. Beide waren sich über die Bedeutung dieses Projekts einig. Merkel nannte die Hochschule „ein großartiges Beispiel“ der partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Der Campus stehe für Zukunfts- und Weltoffenheit, und die Universität sei „ein Glück für unsere beiden Gesellschaften“, denn nun steht einer weiteren Osmanisierung und Verfall der Wissenschaft Deutschlands nichts im Wege. Die 2010 gegründete Koran-Schule bzw. Universität habe 2013 den Lehrbetrieb aufgenommen und pflege eine enge Zusammenarbeit mit Firmen in der Türkei, die Erdogans Feldzug gegen Nicht-Muslime unterstützen. "Partnerschaften bestehen mit 37  Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland sowie mit zahlreichen privaten Unternehmen", die in der Türkei produzieren lassen; Ziel ist es auch diese deutschen Universitäten langsam in türkische Koranschulen umzuwandeln, nachdem deutsche Politiker schon die Gülen-Schulen und -Universitäten gefördert haben. "Rita Süssmuth, heute Präsidentin des Konsortiums der binationalen Hochschulen, ist seit mehr als einem Jahrzehnt die treibende Kraft der Türkisch-Deutschen Universität... Der Rektor der Universität, Halil Akkanat, überreichte Merkel einen kunstvollen osmanischen Handspiegel als Zeichen der persönlichen Wertschätzung, Erdogan aber einen ebenso kunstvollen osmanischen Helm." [138] 

Statt echte Wissenschaft / Philosophie zu fördern, geht es um "die Beschulung der Flüchtlingskinder" in Koranschulen und ihre Finanzierung durch die EU. Dazu verlangt der heutige türkische Kriegsräsident Erdogan, "dass die Flüchtlingshilfe der EU direkt in den türkischen Staatshaushalt fließt... Bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise unterstützt Deutschland die Türkei bislang mit 1,1 Milliarden Euro." Eines der wichtigsten Projekte für die Türkei ist der Bau neuer Koranschulen und Moscheen, in denen den Kinder von Anfang an der Krieg gegen Nicht-Muslime eingeimpft werden soll. "In einem weiteren Schulprojekt finanziert die EU mit einem Volumen von 300 Millionen Euro Leistungen des türkischen Bildungsministeriums... Allein für die humanitären Hilfsleistungen sind bisher 2,4 Milliarden Euro ausgegeben worden." Im Einzelnen wurden 63 humanitäre Projekte an 21 überwiegend islamische Nichtregierungsorganisationen vergeben.  Der größte Teil entfällt mit 1,7 Milliarden Euro jedoch auf das Emergency Social Safety Net, das größte einzelne humanitäre Projekt in der Geschichte der EU. Es erreicht derzeit 1,7 Millionen überwiegend islamische Flüchtlinge. "Sie erhalten eine Kreditkarte, die von den türkischen Partnern Roter Halbmond und der staatlichen Halkbank ausgestellt wird. Die EU überweist auf eine solche Karte im Monat 120 türkische Lira, umgerechnet etwa 18,50 Euro, pro Person in einer Familie. Hinzu kommt eine Sonderzahlung von 150 Lira im Quartal pro Person. Die türkische Regierung will nicht, dass die Zahlung an Flüchtlinge den Betrag von 120 Lira übersteigt. Dieser steht einem türkischen Sozialhilfeempfänger zu." 
Griechisch-byzantinische Freiheitskämpfer wie Alexander Ypsilanti, Theodoros Kolokotronis, Jannis Makryjannis haben die muslimischen Türken erfolgreich aus Griechenland und Europa vertrieben. Heute werden von deutschen Politikern wie Merkel, Seehofer, AKK, Lindner & Co Moscheen, Koranschulen und höhere Koranschulen (islamische Universitäten) finanziell gefördert und ihre Ausbreitung in Deutschland vorangetrieben. Sogar Universitäten wie die frankfurter Goethe-Uni werden mehr und mehr von Moslem vereinnahmt. Dort kommt es z.B. zur "Schlägerei bei der Kopftuchdiskussion". Die Studenten der Frankfurter Uni-Asta haben dann nichts besseres zu tun als mit „Studis gegen rechte Hetze“ darüber zu streiten, "was links ist". Kritiker des Islams werden an diesen Unis in die rechte Ecke gestellt. Statt sich mit christlich orientierter Wissenschaft zu beschäftigen, wird nur über die Irrlehre des Islams geredet : Eine Studentin der Philosophie und der Vergleichenden Literaturwissenschaft muss sich seit einiger Zeit den Vorwurf anhören, sie betreibe das politische Geschäft der AfD, indem sie „antimuslimischen Rassismus“ fördere. Jene, die das behaupten, nehmen für sich in Anspruch, die wahren Linken zu sein, wenn sie kopftuchtragende Musliminnen gegen vermutete Bevormundung durch Leute wie diese Studentin in Schutz nehmen. "Diesen Anspruch formulieren sie lautstark und bisweilen, wie es scheint, sogar handgreiflich: Bei der Podiumsdiskussion über die Bedeutung des Kopftuchs, die Keser als Referentin für Politische Bildung des Frankfurter Uni-Asta moderiert hatte, kam es im Saal zu einer Schlägerei." Bald nach Beginn der Podiumsdiskussion hatten muslimische und linke Störer im Publikum "lautstark Pamphlete verlesen und Schilder hochgehalten, um auf rassistische Attacken gegen Muslime hinzuweisen." Ein typisches Verhalten an dieser Art Unis ist, dass man nicht mit Ideen streitet sondern „angespuckt, getreten, geschubst, geboxt“ wird. Eine Studentin sagt, "seit jenem Abend habe sie Angst, bestimmte Gebäude der Uni aufzusuchen, in denen sie womöglich auf die selbsternannten Antirassisten treffen könnte. Zwar habe bisher niemand sie persönlich bedroht. Jedoch hätten Anhänger der „Studis gegen rechte Hetze“ schon vor der Podiumsdiskussion ein Flugblatt verteilt, in dem ihr eine „islamfeindliche Haltung“ vorgeworfen wird. Dieses Pamphlet sei auch Freunden von ihr in die Hand gedrückt worden" – verbunden mit der Aufforderung, sie, körperlich anzugehen. Man darf nicht einmal in einem Interview mit der „Welt“ sagen: Der Islam sei „eine verdammte Ideologie“. Ohnehin sei „der Islamismus-Begriff in der wissenschaftlichen Diskussion sehr umstritten, weil er nicht klar definiert ist", schließlich geht es um den Islam und dieser ist immer mit Unfreiheit und Terror verknüpft. [139] 

Osmanen / Türken haben über Jahrhunderte dafür gesorgt, dass im ursprünglich christlich-byzantinischen Kleinasien nur noch Türken bzw. Sarazenen leben, die von echter Wissenschaft / Philosophie nichts mitbekommen haben. Man nennt sie auch Ismaeliten, Hagarener, Moslems, Muslime. Der Begriff Chabar steht für das verballhornte "akbar". Wenn Molsem "Allah akbar" rufen, meinen sie im Grunde den Morgenstern, der zusammen mit dem Halbmond das Erkennungszeichen der Moslems ist. Es wurden weibliche Gottheiten wie al-Lat, al-Uzza und Manat verehrt. Förstel (2009) meint, "Muhammad habe ursprünglich ihre Anbetung empfohlen, die diesbezüglichen Verse aber später als vom Satan inspiriert getilgt und durch die überlieferten ersetzt." Heute ist klar, dass alle Verse vom Satan inspiriert sind.  [140] 

"Die Sarazenen dienten bis in die Zeit des Kaisers Herakleios den Götzen. Sie beteten den Morgenstern und Aphrodite an. Diese nennen sie in ihrer Sprache Chabar; das Wort bedeutet 'die Große'. Damals trat bei ihnen der falsche Prophet Muhammad auf, der groß und berühmt war durch seine Gotteslästerungen." - Euthymios Zigabenos, Panoplia dogmatica, 28
Wie hat sich diese Irrlehre zu dem entwickelt, was sie heute ist? Muhammad und seine Gattin hatten als Freund eine häretischen Mönch, "der wegen seines schlechten Glaubens in diese Gegend verbannt worden war."  Dieser Mönch Sergius / Bahira, der das Prophetentum des jungen Muhammad voraussagte, ist seit Ibn Ishaq ein fester Bestandteil der Muhammad-Biographie.  Das Zusammentreffen zwischen beiden soll in oder bei einer Handelsstadt an der Route von Aila nach Damaskus, stattgefunden haben. Dieser Mönch war "Muhammad bei der Konstruktion seiner Pseudoreligion behilflich". Nach Zigabenos überzeugte er "auf Anstiften Muhammads dessen Gemahlin, dass es nicht die verbreitete Krankheit sei, die ihn befalle; sondern er falle jedes Mal in dieses Leiden, sooft er den Erzengel Gabriel sehe." Er wird, sagte er, "auch zu deinem Mann gesandt, da er ein großer Prophet ist." Sie glaubte den Worten, wurde sehr froh und verkündete offen den anderen Frauen, dass ihr Mann ein Prophet sei. [141] 
"Auf diese Weise verbreitete sich die Kunde von den Frauen zu den Männern und gewann Beständigkeit. So begann der Betrüger zu lehren und die Krankheit seines Glaubens bei den Unkundigen zu verbreiten. Dieser verbreitete überall das Gerücht, eine Schrift sei vom Himmel auf ihn, als er schlief, herabgekommen... Er fabelt noch vieles andere in dieser erbärmlichen Schrift, das Gelächter verdient, brüstet sich aber, sie sei von Gott auf ihn herab gesandt worden." - Euthymios Zigabenos, Panoplia dogmatica, 28

"Über unseren Herrn Jesus Christus haben alle Propheten Vorankündigungen gemacht und vor ihnen Moses, dass er, der Sohn Gottes und Gott ist, am Ende der Tage Mensch werden würde; dass er nach Vollendung des Heilsplans seiner Incarnation gekreuzigt und bestattet werden würde; dass er auferstehen und in den Himmel aufgenommen werden würde, und, dass er schließlich als Richter von allen kommen und jeden einzelnen vergelten werde, wie es seine Taten verdienen (Ps. 61, 13; Math. 16, 27; Röm 2, 6; Tim 4, 14). Diese Propheten akzeptiert auch ihr, wie ihr sagt. Doch über Muhammed hat keiner von ihnen vorausgesagt, dass Gott den Sarazenen einen solchen Propheten auferwecken werde." - Euthymios Zigabenos, Ib.

"Wie der Schlafende oft Falsches redet und sonderbare Träume sieht, so ist auch die Erklärung, dass die Schrift auf ihn im Schlaf gelegt wurde, verblendet und traumhaft in ihrer Falschheit."  - Euthymios Zigabenos, Ib.

"Wenn wir weiter fragen: Warum habt ihr, wo doch euer Muhammad untersagt hat, etwas ohne Bezeugung zu tun oder zu billigen, nicht von ihm einen Beweis dafür verlangt, dass Gott ihn zum Propheten erwählt hat und dass er von Gott die genannte Religion empfangen hat, schweigen sie und schämen sich."  - Euthymios Zigabenos, Ib.

"Was für ein Widerspruch! Frauen und Knechte, Geld und Besitz, sowohl Esel als auch Hunde, das Wertloseste habt ihr nicht ohne Zeugen, nur den Glauben und die Schrift besitzt ihr so, ohne Zeugen?"  - Euthymios Zigabenos, Ib.

"Seit Maria, die Schwester des Moses und Aaron, mit ihren Brüdern von Ägypten auszog, verging bis zur Geburt des Herrn im Fleisch eine Zeit von zweitausend Jahren, Diese Maria überschritt nicht die Lebenszeit der Frauen, die damals zu ihrer Zeit lebten. Also ist die Behauptung, diese Maria sei die Mutter Jesu, offensichtlich eine schlecht erfundene Lüge, die gegen die geschichtliche Wahrheit verstößt." - Euthymios Zigabenos, Ib.

"Keineswegs also kann die Schrift, die derartiges daherschwatzt und so gewaltig lügt, von Gott gesandt sein." - Euthymios Zigabenos, Ib.

Eine Schrift wie der Koran, "die derartiges daherschwatzt und so gewaltig lügt" (Euthymios Zigabenos), hat mit Wissenschaft / Philosophie nichts zu tun. Dennoch wird in Deutschland und anderen europäischen Ländern versucht, daraus eine Wissenschaft zu machen, die "Islamwissenschaft" bzw. die "Wissenschaft der Islamophobie", also die Wissenschaft über diejenigen, die das Lügengebäude zum Einsturz bringen möchten. Es gibt schon Lehrstühle für Islamwissenschaft an Universitäten, Thinktanks, die untersuchen, ob es jemand wagt, die Lügen im Koran offenzulegen und wenn ja, wer es ist. Diese falsche oder Lügen-Wissenschaft wird auch noch vom Staat finanziert. Für die Wissenschaft / Philosophie bringt es nichts, aber für Komiker und Kabarettisten ist es interessant. Politiker, die das finanziell fördern, wie Merkel, Seehofer & Co. möchten von der "Popularität des Islamophobie-Begriffs profitieren", weshalb es zu "kuriosen Definitions-Manövern" kommt. So verwendet der britische Thinktank Runnymed Trust, der den Islamophobie-Begriff 1997 mit seinem Bericht „Islamophobia. A challenge for us all“ in öffentliche Debatten einführte, folgende Definition: „Islamophobie ist antimuslimischer Rassismus.“ Wer also den Koran als Lügengebäude entlarvt, kann nun als Rassist bezeichnet werden. Auch Farid Hafez, der im deutschsprachigen Raum wohl einflussreichste Islamophobie-Forscher, verwendet den Phobie-Begriff weiter, um seiner Forschung zu antimuslimischem Rassismus den Anschluss an politische und mediale Debatten zu sichern, so in den Titeln der von ihm herausgegebenen Reihen „Jahrbuch für Islamophobieforschung“ und „European Islamophobia Reports“. Dass er Islamophobie wiederum mit antimuslimischem Rassismus gleichsetzt, sichert ihm zugleich den Anschluss an die postkolonialen Studien. "Die enge Anbindung an diese Forschungsrichtung ist für einen offenkundig gesellschaftspolitische Ziele verfolgenden Agendawissenschaftler wie Hafez äußerst vorteilhaft. Das liegt daran, dass es sich bei den meisten Vertretern der postkolonialen Studien ebenfalls um Agendawissenschaftler handelt. Also um Wissenschaftler, die Forschung und Lehre als Mittel zur Verwirklichung einer angestrebten Idealgesellschaft sehen. Konkret streben sie eine Gesellschaft an, in der es keine westliche Dominanzkultur mehr gibt, und damit auch niemanden mehr, der „als kulturell oder religiös anders markiert“ werden kann." Das Ziel für diese "Wissenschaftler" ist erreicht, wenn alle den Islam angenommen haben oder echte Wissenschaft in falsche verwandelt wurde. [142] 

Es werden nicht nur echte Wissenschaft / Philosophie, sondern auch "Menschenrechtsfragen, die in Spannung zu muslimischen Glaubensvorschriften stehen, ausgeblendet." So unzulässig es ist, Menschen nach biologischen Merkmalen zu bewerten, so notwendig ist die Kritik an menschenrechtsverletzenden kulturellen oder pseudoreligiösen Praktiken, wie sie im Islam anzutreffen sind. Diejenigen, die sich auf den Koran berufen wie der Islamwissenschaftler Farid Hafez sind also "verblendet und traumhaft in ihrer Falschheit" (Euthymios Zigabenos). Das jüngste Beispiel dafür ist der im Herbst 2019 veröffentlichte „European Islamophobia Report“. Im Dezember 2019 haben dreizehn Wissenschaftler und Autoren, die in dem Bericht als islamophob bezeichnet werden, in einem offenen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gegen die willkürliche Stigmatisierung protestiert. "Die EU trägt mit 125000 Euro zur Finanzierung des Reports bei. Auf den Punkt gebracht, wirft der Bericht den Unterzeichnern des offenen Briefes ihr Engagement gegen den politischen Islam vor. Hafez rechtfertigt in der „Wiener Zeitung“ die im Bericht erhobenen Vorwürfe damit, dass die Unterzeichner den Begriff politischer Islam verwendeten, „um Musliminnen und Muslime zu kriminalisieren“; dass sie ferner „nicht die Regierungen, die Mächtigen, sondern die bereits Marginalisierten und Ausgeschlossenen“ kritisierten; und dass es „völlig unerheblich“ sei, „ob jemand aus völkisch-rassistischen oder säkularen Positionen heraus eine Ungleichbehandlung von MuslimInnen fordert oder unterstützt“. Sein Anliegen, das, zieht man alle seine Äußerungen und Kooperationen heran, nur darin bestehen kann, den Entfaltungsspielraum der legalistischen Variante des politischen Islams in Europa abzusichern, versteckt Hafez also gezielt hinter dieser postkolonialen Rhetorik. De facto läuft seine Diagnosemethode darauf hinaus, dass jede Kritik an islamischen Lehren und Praktiken als rassistisch, wahlweise islamophob, klassifiziert werden kann. So kommt es zu einer Problemverlagerung, die dem politischen Islam Vorschub leistet: Die zu islamophoben Rassisten erklärten Kritiker des politischen Islams erscheinen nun als das eigentliche Problem und nicht mehr diejenigen, die ihn vorantreiben. So ist es nicht verwunderlich, dass Islamisten standardmäßig Rassismusvorwürfe gegen diejenigen erheben, die ihre Agenda durchkreuzen." Politik und Institutionen verfallen in Aktionismus, ergreifen oder finanzieren Maßnahmen, die zur Diskreditierung notwendiger Islamkritik beitragen. Sie  untergraben damit das Recht auf freie Meinungsäußerung, blockieren Bestrebungen der Moslems oder Sarazenen vom Islam zum Christentum zu konvertieren, und unterstützen die freiheitsfeindliche Agenda des politischen Islams. [143] 

Schon byzantinische Wissenschaftler / Philosophen hatten festgestellt, dass der Islam keine echte Religion, sondern eine Sekte und Götzendienst ist. "Wieso reibt ihr euch denn an einem Stein an eurer Kaaba und küsst ihn ehrfürchtig?" Einen Stein ließ er die "unseligen Barbaren" anbeten. "Ferner befiehlt er, wenn sie zu jenem abscheulichen Haus der Anbetung gekommen sind, im Kreis um jenes Haus herumzugehen." Die Kaaba wird siebenmal umschritten; die ersten drei Umläufe werden gewöhnlich im Laufschritt vollzogen. "Dabei soll jedesmal der schwarze Stein an der Nordostecke geküsst oder berührt werden." [143]

"Sieh' da, er hat den Götzendienst gesetzlich verordnet!"  - Euthymios Zigabenos, Panoplia dogmatica, 28

"Dieser Muhammad verfasste, obwohl er ungebildet und roh war, hundertdreizehn Fabeln (Suren) und gab jeder einzelnen von ihnen einen Namen, der seiner Unbildung und seinen törichten Reden entspricht. Die Unreinheit und die offensichtliche Torheit von diesen allen zu besprechen kommt der Ausmistung des Augiastalles nach Art des Herkules gleich."  - Euthymios Zigabenos,  Ib.

"Wenn das Evangelium den Menschen Rechtleitung, Licht und Gerechtigkeit gegeben hat, ... dann bleibt dir (Muhammad) nichts anderes den Menschen beizusteuern übrig als Irrtum und Widerspruch gegen die Lehren der Wahrheit." - Euthymios Zigabenos,  Ib.

Mit Wissenschaft / Philosophie / Weisheit hat es auch nichts zu tun, wenn "sinnlose Schwurformeln" verwendet, Dämonen als Götter bezeichnet, oder rituelle Waschungen vorgenommen werden, was nämlich nichts nutzt, "wenn die Seelen der Leute voll Unreinheit sind"; auch unsinnige Fastenregeln des Ramadan, die dem Moslem erlaubt, "die ganze Nacht hindurch zu schmausen und ausschweifend zu sein", können ihn nicht vom "Seelenfressenden" Ungeheuer Allah retten. "Von diesen Eiden", sagt Muhammad, stammten die einen von Allah persönlich, "andere schwört er selbst; auch damit verblüfft er die Barabaren und will ihnen zeigen, dass er vieles weiß und tiefe Geheimnisse kennt." [144]
"In einigen Fabeln (Suren) bringt er gewisse andere barbarische und sinnlose Schwurformeln, die seiner Torheit und Verücktheit nicht ermangeln. So wieder an einer anderen Stelle: 'Bei dem Schreibrohr und dem, was sie zeilenweise niederschreiben" (Sure 68, 1). Wiederum an einer anderen Stelle bringt er den Schwur: 'Bei denen, die aus der Reihe gesandt werden, bei den Stürmen der Stürme, bei den Ausbreitungen des Ausgebreiteten, ... bei denen, die eine Mahnung ausstoßen zur Verteidigung' (Sure 77, 1-6). Ferner an einer anderen Stelle: 'Bei denen, die das Geschoss zurückziehen, die im Wegnehmen wegnehmen, die im Schwimmen schwimmen, die Vorsprung gewinnen und die Angelegenheit regeln am Tag, an dem das Beben bebt' (Sure 79, 1-6). Ferner in einer anderen Fabel: 'Bei dem mit Türmen befestigten Himmel, bei dem Tag des Versprechens, bei dem Zeugen und dem Bezeugten' (Sure 85, 1-3). Ferner in einer anderen: 'Beim Himmel und dem Nachtstern. Wie kannst du wissen, was der Nachtstern ist? Es ist der durchbohrende Stern' (Sure 86, 1-3). Ferner in einer anderen: 'Bei der Morgenröte und zehn Tagen, bei dem Geraden und dem Ungeraden, bei der Nacht, wenn sie sich ausbreitet' (Sure 89, 1-4). Ferner in einer anderen: 'Bei den Feigenbäumen und den Ölbäumen des Sinai und bei dieser Stadt' (Sure 95, 1-3). Ferner in einer anderen: 'Bei denen, die keuchend laufen, die Funkenflug bewirken und die am Morgen einfallen und stehendes Wasser aufwühlen' (Sure 100, 1-4)." - Euthymios Zigabenos, Panoplia dogmatica, 28

"Er sagt noch vieles andere von der Art, das schwer auszusprechen und töricht ist und die Ohren seiner Schüler geißelt. Ferner schwört Muhammad bei Sonne und Mond, bei den Sternen, bei Feuerglanz, bei Tieren, schnellen Hunden, Pflanzen und anderen unbekannten und barbarischen Namen, die, wich ich glaube, irgendwelche frevelhaften und mörderischen Dämonen bezeichnen. Indem er bei diesen Namen schwört, zeigt er, dass er sie für Götter hält.."  - Euthymios Zigabenos,  Ib.

"Er befiehlt denen, die zum Gebet gehen, sich zu reinigen mit Wasser, wenn es vorhanden ist, wenn es fehlt, mit Erde; aber diese beschmutzt vielmehr und reinigt nicht. Doch was vermag auch die bloße Reinigung mit Wasser, wenn die Seelen der Leute voll Unreinheit sind?" - Euthymios Zigabenos,  Ib.

"Bei der Gesetzgebung über das Fasten sagt erfolgendes: 'Die Nacht der Fastenzeit ist euch zum Beischlaf mit euren Frauen erlaubt; denn diese sind eure Bekleidung und ihr seid eine Bekleidung für sie. Denn Gott (Allah) weiß, dass ihr eure Seelen betrügt in der Fastenzeit, und er erweist sich euch als gnädig. Vereinigt euch mit ihnen als Trost und esst am Abend und trinkt, bis der in der Nacht schwarze Faden durch den Tagesanbruch weiß erscheint. Darauf erfüllt wieder das Fastengebot bis zum Abend und vereinigt euch nicht mit ihnen, sondern verweilet in den Moscheen. Das ist das Gesetz Gottes.' (Sure 2, 181 ff.) Was ist das für ein Fasten, du Unreiner, oder was für ein Gesetz Gottes, die ganze Nacht hindurch zu schmausen und ausschweifend zu sein?" - Euthymios Zigabenos,  Ib.

"Er schrieb vor, dass jeder von euch vier Frauen nehmen könne, Mätressen aber tausende oder so viele er unterhalten könne. Die Mätressen sollten den Frauen untergeordnet sein. Der Mann könne die Frau, die er wolle, entlassen und eine andere an ihrer Stelle heiraten (Sure 4, 3). Oh unübertreffliche und schweinische oder hündische Zuchtlosigkeit!" - Euthymios Zigabenos,  Ib.

Damit echte Wissenschaft / Philosophie / Weisheit sich nicht ausbreitet, d.h. Christen die "gottlosen und verabscheuungswürdigen Lehren" Muhammads nicht widerlegen, befiehlt er seinen Anhängern: "Tötet sie, wo immer ihr sie trefft" (Sure 2, 191). Ohne diese Weisheit leben die Moslems "in einem "blutbefleckten Volk" angeführt von einem "blutbefleckten Propheten", dessen "Einkünfte blutbefleckt" sind. Zu Recht rufen die Byzantiner aus: "Pah, was für eine unmenschliche Frömmigkeit!" oder "Bravo wegen der Menschenfreundlichkeit". Länder wie die heutige Türkei haben Christen im Sinne Muhammds in Massen abgeschlachtet, aus Furcht, die Christen könnten die islamische Lehre widerlegen und ad absurdum führen. Die Weisheit der Philosophie hat aber trotzdem die islamische Lehre bzw. Philosophie widerlegt und Muhammad als "Christusbekämpfer oder besser Gottesbekämpfer" entlarvt.  [145]
"Indem er seine Anhänger zum Krieg gegen uns anstachelt, sagt er: "Tötet sie, wo immer ihr sie trefft" (Sure 2, 191). Doch weswegen befiehlst du das, du Blutdürstiger? Doch wohl, damit sie nicht, vernünftig wie sie sind, deine gottlosen und verabscheuungswürdigen Lehren widerlegen. Er spornt die Barbaren auf vielfältige Weise an und bewaffnet sie dazu, sich mit dem Blut der Christen zu besudeln, indem sie glauben, eine große Belohnung, liege bei Allah für diejenigen bereit, die brutal gegen sie vorgehen. Der fünfte Teil der Gefangenen und der übrigen Beute solle Allah und seinem Propheten und Apostel Muhammad überlassen werden (Sure 8, 41); denn jedenfalls sollte auch der mit ihnen an dem Gewinn teilhaben, der die Ursache ihres Verderbens war. Es mussten ja in einem blutbefleckten Volk von einem blutbefleckten Propheten auch die Einkünfte blutbefleckt sein. Er befiehlt, sich zu versöhnen, wenn die Christen darum bitten. Pah, was für eine unmenschliche Frömmigkeit! Wenn sie, nachdem sie sich versöhnt haben und auf ihre Seite getreten sind, es wagen sollten, sich von ihrer Macht zu trennen, dann sollten sie Krieg gegen sie beginnen und sie abschlachten" (vgl. Sure 2, 193; 4, 90).  - Euthymios Zigabenos, Panoplia dogmatica, 28

"Er sagt: 'Ihr sollt sie nicht zum Glauben zwingen, denn das gut Annehmbare ist aus dem Trügerischen klar geworden' (Sure 2, 256). Das heißt: Eur Glaube ist gut annehmbar für Allah, während die anderen Glaubensrichtungen verworfen werden, da sie trügerisch sind. Bravo wegen der Menschenfreundlichkeit, dass er, nachdem er befohlen hatte, die Christen abzuschlachten, sie inzwischen nicht zum Glauben zu zwingen anordnete, nachdem er sie doch zu töten befohlen hatte - nicht wegen des abweichenden Glaubens, sondern aus seiner eigenen Grausamkeit und Unmenschlichkeit und, damit sie, wenn sie am Leben bleiben, nicht seinen Wahnsinn und seine Gottlosigkeit widerlegen, wie vorher gesagt wurde." - Euthymios Zigabenos,  Ib.

"Er ermahnt die eigenen Leute, indem er sagt: 'Werdet nicht Helfer von Juden und Christen. Denn wer von euch für sie eintritt, der gehört zu ihnen" (vgl. Sure 5, 57). Gut! Du hasst die Christen, die die alles bewirkende Trinität verehren, und befiehlst, dass sie solche Leiden erdulden. Aber warum lässt du den Juden, die sich dazu bekennen, den Glauben Abrahams zu bewahren, das Gleiche zukommen? Aber auch dieses Verhalten ist nicht frei von deiner Bosheit. Denn du weißt, dass das Gesetz die Göttlichkeit Christi beweist. Deshalb forderst du zur Feindschaft gegen beide auf, da du ein Christusbekämpfer oder besser Gottesbekämpfer bist." - Euthymios Zigabenos,  Ib.

"Er schrieb vor, junge Männer wie auch Frauen zu beschneiden; er verbot ihnen auch den Genuss von Wein. Das Beschneiden der Männer ist eine Sitte der Hebräer, das der Frauen ist eine Besonderheit des unverschämten Muhammad. ... Die Enthaltung vom Wein schrieb er vor, damit sie nicht im Rausch den Feinden, vor allem Christen, eine leichte Beute werden."  - Euthymios Zigabenos,  Ib.

Um die Menschen abzuschrecken, nach der Wahrheit zu suchen, fügt Muhammad eine Erzählung über die Hebräer hinzu: "Sie baten Moses um Größeres als das und sagten: 'Zeige uns Gott unverhüllt!' Da ergriff sie die Gottheit wegen ihres vergehens", d.h. sie vernichtete sie wegen dieser ihrer unsinnigen Bitte (Sure 4, 153; 2, 55)." Muhammad meinte, auf diese Weise könne er die Moslems davon abhalten nach der Wahrheit zu suchen, damit sie nicht Gleiches erleiden wie die Hebräer. Doch diese seine Annahme ist falsch. "Also ist auch das Beispiel der so umgekommenen Hebräer falsch." Auch andere Methoden seine Glaubwürdigkeit zu erhöhen schlagen fehl. So ist alles, was Muhammad offenbart wurde, "erlogen und teuflisch." [146] 
"Ferner führt er, um sich Wahrheit und Glaubwürdigkeit für seine Lehre zu gewinnen, gewisse gänzlich unbekannte Personen ein, die vor Noah zur Verkündigung gekommen seien und denen, die an sie glaubten, göttlichen Segen, denen aber, die ihnen keinen Glauben schenkten, die schlimmste Verfluchung verschafften. So führt er nach Noah einen Propheten Tzaled (Salih) ein, einen Bruder (d.h. Landsmann) der Thamud (Sure 7, 73 ff.; 26, 141), den es nicht gegeben hat und der auch von niemandem sonst genannt wird, ferner auch Saipos (Shuraib) (Sure 7, 85 ff; 11, 84 ff.; 26, 176 ff.), den weder Moses noch die übrigen Historiker kennen. Diese, sagt er, hätten nach ihrer Verkündigung den Leuten, die an sie glaubten, Gott wohlgesonnen gemacht; denen aber, die nicht an sie glaubten, hätten sie Verderben bereitet."  - Euthymios Zigabenos, Panoplia dogmatica, 28

"Darauf fügt er über sich folgendes hinzu: "Weh, ihr Menschen, ich bin der Gesandte Gottes" (Sure 7, 158). Du hast durch deine Lehren, Betrüger, gezeigt, welchen Gottes Gesandter du bist: des fälschlich so genannten, ich meine, des Satans. Denn du lehrst, was diesem lieb, dem wahren und großen Gott aber verhasst ist." - Euthymios Zigabenos, Ib.

"Wie die Behauptung erlogen ist, Gott habe bei einem Stern geschworen, so ist auch alles, was Muhammad offenbart wurde, erlogen und teuflisch. Er sagt, Jesus, der Sohn Marias, habe über ihn prophezeit, indem er sagte: "Ich bin der Gesandte Gottes an euch, der bestätigt, was vor mir vorhanden war, nämlich das Gesetz, und einen Gesandten verkündet, der nach mir kommt, sein Name ist Muhammad" (Sure 61, 6). Doch wo prophezeite dies Christus oder in welcher Schrift? Denn ihr kennt gewiss die Worte Christi ganz genau, wo auch immer sie stehen. Entweder sollen also die Anhänger Muhammads zeigen, dass diese Aussage irgendwo in den von Gott inspirierten Schriften steht, oder sie sollen klar wissen, dass diese Behauptung eine Lüge ist, wie auch seine übrigen Lehren." - Euthymios Zigabenos, Ib.

"Dieser Zauberer lehrte gewisse Zauberkniffe, teuflische Weihen und andere unerlaubte Schändlichkeiten. Zu Unrecht also rühmen sich deswegen seine Schüler und schämen sich nicht, einen solchen Mann als Einführer in die Mysterien zu haben, der voll ist von jeder Art Lästerung, Gottlosigkeit, Fabelerzählung und Zauberei." - Euthymios Zigabenos, Ib.

Muhammad und die Ismaeliten sagen, auch Ismael sei gesegnet worden; er erhielt aber nicht den gleichen Segen wie Isaak, sondern nur eine Verheißung, wie auch alle vernunftlosen Lebewesen, zu wachsen und sich zu vermehren; als Gotteslästerer, wie sie sich später gebärden, haben sie das göttliche Wohlwollen verspielt und sich von Gott entfremdet. Daher soll man Muhammad und seine Schüler auslachen und ihren Irrtum und ihr Verderben verachten und nicht daraus auch noch eine Wissenschaft (Islamwissenschaft) machen und diese an Schulen und Universitäten lehren, wie es heute sogar in Europa passiert. [147]
"Die Ismaeliten sagen, auch Ismael sei gesegnet worden als Sohn Gottes. Ihnen antworten wir: Ismael erhielt nicht den gleichen Segen wie Isaak, in dessen Nachkommen alle Völker nach Gottes Verheißung gesegnet sein sollten und er sollte der Erbe der größten Verheißung sein; sondern er erhielt nur eine Verheißung, wie auch alle vernunftlosen Lebewesen, zu wachsen und sich zu vermehren (Gen. 21, 13). Doch welchen Nutzen hat sein Geschlecht von der Vermehrung, wenn es das göttliche Wohlwollen nicht erlangt und Gott entfremdet wird?" -  Euthymios Zigabenos, Panoplia dogmatica, 28

"Diese phantastischen Schwätzereien des Muhammad mit dem falschen Namen des Propheten wurden deswegen hier aufgeschrieben, damit die Christen, wenn sie diese bedenken, ihn und seine Schüler auslachen und ihren Irrtum und ihr Verderben verachten. Dagegen wollen wir, indem wir den erleuchteten und stärker als die Sonne strahlenden Glauben der Christen über alle Maßen erhöhen und unserem Heiland und Gott Christus danken, seine unbegrenzte Gutheit und Wohltätigkeit preisen und rühmen, dass er uns in seiner Barmherzigkeit von diesem verhassten Irrtum und Verderben befreit hat, aber auch von allem anderen Irrtum der Heiden und dem Kult der Häretiker, die mit der Seele auch den Körper dem Verderben übergeben."  - Euthymios Zigabenos, Ib.
 

Anmerkungen

[1] Science Review Letters 2017, 16, Nr. 824, 832 und FAZ 2017, Nr. 186, p. 12; Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)/ Tessa Hofmann 2007: Christliche Minderheiten in der Republik Türkei, Wien; vgl. auch Kurse Nr. 624 Byzantinische Philosophie, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur I, Nr. 618 St. Ephraim der Syrer, Nr. 617 St. Cyrill von Alexandrien, Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Nr. 613 St. Gregor von Nyssa, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 609 St. Athanasius der Große, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 550 Dostojewskij. Ib.
[2] Science Review Letters  2020, 19, Nr. 1083 und Ina Süß 2015: Christus im Diskurs mit Muhammad - Das Ringen um religiöse Identität Die Auseinandersetzung der syrischen Christen mit dem Islam anhand ausgewählter Texte des Johannes Damaskenos und des Theodor Abu Qurra, Universitätsverlag Chemnitz, sowie Kurse Nr. 624 Byzantinische Philosophie, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur I-II, Nr. 550 Dostojewskij. Akademie der Kunst und Philosophie
[3] Ib.; zu: Westliche Philosophen wie Thomas von Aquin hatten eine hohe Meinung über die östlichen Philosophen, z.B. über die Autorität Gregors von Nazianz: „dessen Ansehen“ nach Hieronymus „in der christlichen Heilslehre so groß ist, dass noch niemand in seinen Schriften etwas als irrtümlich verleumden konnte; gleichwie auch dies nicht geschehen konnte den Schriften des Athanasius gegenüber“, und er kam auch ähnlich wie die östlichen Philosophen zu dem Schluss, dass es unmöglich sei, sich vernünftig mit Muslimen bzw. muslimischen Philosophen zu unterhalten, da sie die grundlegenden Schriften des Juden- und Christentums nicht kennen, vgl. Kurse Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Nr. 501 St.Thomas Aquinas II: Summa Theol. Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles. Ib. 
[4] Ib.; Cervantes, Don Quichote; darin schreibt er sogar über Mauren bzw. Moslems: "dass man Wahrheit von den Mauren nicht erwarten könne, da sie sämtlich Betrüger, Fälscher und Schwindler sind... Verlass dich auf keinen Mauren, denn sie sind alle Schurken".  Mehr dazu in den Kursen Nr. 563 Miguel de Cervantes - Poet und Philosoph, Nr. 568 Nikolaus von Kues, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles. Ib.
[5] Ib.
[6] Ib.;  Ibn-Ishaq (704- ca. 767) war ein muslimischer Historiker, dessen historische Werke unter dem Titel al-kitab al-kabir zusammengefasst werden. Keines seiner Werke wurde überliefert, lediglich durch die Rezensionen seiner Schüler und Nachfolger sind sie bekannt. Vgl.: Schoeler, Gregor: Charakter und Authentie der muslimischen Überlieferung über das Leben Mohammeds. Berlin 1996. S. 48-51. Laut Grimme könne keiner der angeführten Gewährsmänner tatsächlich Augenzeuge gewesen sein, während die ältesten Gefährten des Propheten von Ibn-Ishaq unerwähnt bleiben. Vgl.: Grimme, H.: Mohammed. Erster Teil: Das Leben. Münster i. W.: 1892. S. 11f.
[7] Ib.; vgl. Lüling, G.: Über den Ur-Quran. Ansätze zur Rekonstruktion der vorislamischen Strophenlieder im Koran. Erlangen: 1993 (1974).
[8] Ib.
[9] Ib.; Vgl.: Sozomenus: Historia ecclesiastica. Hrsg. J. Bidez. Berlin 1960; Sahas, Daniel: John of Damascus on Islam. The “Heresy of the Ishmaelites”. Leiden 1972. S. 22. 
[10] Ib.
[11] Ib.
[12] Ib.
[13] Ib.
[14] Ib.; zu: 692 im „Jahr der Eintracht“, wie es in verschiedenen Quellen genannt wird, ließ Abd al-Malik auf dem Tempelberg den Felsendom als sichtbares Zeichen der Macht errichten und sich als Wiederhersteller der „einträchtigen Gemeinschaft“ feiern. Im Inneren des Domes geben Inschriften seine religiösen Vorstellungen kund. "E. Rotter sieht im Bau eine gegen Byzanz und das Christentum gerichtete Polemik, die aus den antichristlichen Koranversen der Inschriften und der an christliche Kirchen angelehnten Architektur des Baues hervorgehe." Vgl.: Rotter, Gernod: Die Umayyaden und der zweite Bürgerkrieg (680-692). Deutsche Morgenländische Gesellschaft. Wiesbaden 1982. S. 30 sowie Kurs Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Ib. 
[15] Ib.
[16] Ib.
[17] Ib.; zu: Wie heute in Europa und anderen Nichtmuslimischen Ländern war es das Ziel der Moslems, "das Christentum langsam zu verdrängen. Den Stammesangehörigen der Banu Taglib wurde untersagt, ihre Kinder christlich zu unterweisen. Andere mussten zweimal im Jahr Abgaben leisten und bei Bedarf Kriegsgerät und Tiere an die Muslime liefern... So wurde das Verbot des Kirchenneubaus wiederholt, die Höhe der Kopfsteuer festgelegt und weitere soziale sowie religiöse Verbote erlassen. In der Forschung werden die einzelnen Bedingungen, deren Intention und die Abfassungszeit der Verträge kontrovers diskutiert und führen zu unterschiedlichen Deutungen der damit verbundenen Absichten.... Den Christen wird u.a. verboten, ihre Religion unter den Muslimen zu verbreiten, mit der Ratsche zum Gottesdienst zu rufen oder die Glocken zu läuten. Desweiteren hatten sie Muslimen bei Bedarf Quartier zu gewähren und in den christlichen Kirchen Platz für den islamischen Ritus zu schaffen. Ferner durften sie keine Waffen tragen und mussten an Mantel bzw. Sattel Erkennungszeichen tragen. Die meisten Zivilangelegenheiten konnten weiterhin durch eigene Richter und nach christlichen Gesetzen geregelt werden. Ebenso war die Schulbildung der christlichen Kinder nicht von den Bedingungen betroffen. Eine Eheschließung zwischen einem Muslim und einer nichtmuslimischen Frau wurde geduldet, während der umgekehrte Fall unter Todesstrafe stand. (Vgl.: Lewis 1996. S. 88, 97) Unter den Umaiyaden und besonders unter Abd al-Malik wurde die religiöse Botschaft Muhammads klarer definiert und die Arabisierung der Gesellschaft bzw. der Verwaltung vorangetrieben. Im Zuge dessen wurden die Möglichkeiten für Nichtmuslime stärker eingegrenzt, wenngleich neben den offiziellen Beschränkungen auch weiterhin enge Beziehungen zwischen den muslimischen Herrschern und den Ungläubigen bestanden. Obwohl die Kalifen Abd al-Malik und Umar II. verboten, dass Nichtmuslime in staatlichen Stellen beschäftigt werden durften, waren dennoch Andersgläubige in Führungspositionen weiterhin anzutreffen oder genossen eine Sonderstellung. Interessant ist ebenfalls, dass die Kalifen die Erziehung ihrer Nachkommen nach wie vor in christlichen Händen beließen. U.a. ließen Muawiya und Jazid I. ihre Söhne bzw. Abd al-Malik seinen Bruder von Christen unterrichten, obwohl letzterer die Steuern für die Christen erheblich erhöhte. Christliche Ärzte, Dichter und Gelehrte gehörten ebenfalls weiter zum arabischen Hofpersonal und einige arabische Kalifen, wie z.B. Utman, Muawiya und Yazid I., nahmen sich Christinnen als Ehefrauen," vgl. Anm. 14 ff. und Kurse Nr. 624 Byzantinische Philosophie, Nr. 505 Arthur Schopenhauer, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre II, Nr. 545 Sittenlehre II, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib. 
[18] Ib.; zu: "Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass die Christen innerhalb des entstehenden arabischen Reiches trotz der raschen und großflächigen Expansion über einen längeren Zeitraum die Mehrheit der Bevölkerung bildeten und auch nach dem Prozess der Bekehrung und Assimilation durch den Islam weiterhin in beträchtlicher Zahl als christliche Minderheit erhalten blieben. B. Lewis geht sogar davon aus, „[...] dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung, vielleicht sogar die Mehrheit, noch immer Christen waren[...]“, als die Kreuzfahrer das Heilige Land betraten. Laut S. H. Griffith wird in der Forschung nur selten wahrgenommen, dass zwischen dem 7. Jahrhundert bis zum Beginn der Kreuzzüge ca. 50 Prozent der weltweit praktizierenden Christen unter islamischer Herrschaft lebten und die Muslime nicht die absolute Mehrheit der Bevölkerung im Kalifat stellten. (Vgl.: Lewis 1996. S. 31, 88; Griffith 2008. S. 11, 14)... Es existieren einige Belege von prominenten Christen, die bewusst zum Islam übertraten, während sich viele für eine passive Konversion entschieden und die Ausübung der christlichen Sakramente ruhen ließen ohne direkt zum Islam zu konvertieren. Bulliet gibt eine Schätzung an, wonach um 825 in Iran und um 900 in Ägypten, Syrien und Irak die religiösen Proportionen innerhalb der Bevölkerung zugunsten der Muslime verschoben wurden. Er untersucht für seine Studie die Laufbahnen prominenter Muslime und stellt genealogische Analysen an. Nach seiner Auffassung kann anhand der Namensgebung der Grad der religiösen Verschiebung abgelesen werden, denn je intensiver die Islamierung wurde, desto aussagekräftiger und religiöser wurden die Vornamen gewählt, wie z.B. Muhammad, Ahmad, al-Hasan oder al-Husain." Vgl. Anm. 17 ff. und: Tolan, John V.: Saracens. Islam in the Medieval European Imagination. New York 2002. S. 39; Bulliet, R.W.: Conversion to Islam in the Medieval Period. An Essay in Quantitative History. Cambridge Mass. 1979. Die These Bulliets wird von anderen Wissenschaftlern hinterfragt. Für einen Überblick zu dieser Debatte siehe: Morony, M.: The Age of Conversions. A Reassessment. In: Gervers, M.; R. Bikhazi (Hrsg.): Conversion and Continuity. Indegenous Christian Communities in Islamic Lands, Eight to Eighteenth Centuries. Toronto: Pontifical Institute of Medieval Studies 1990. S. 135-150.
[19] Ib.
[20] Ib.; zu: Als einer der ersten Autoren, der auf die Invasion der islamischen Araber ("untamed beasts who have merely the shape of a human form") reagiert hat und überliefert ist, beschreibt Maximus der Bekenner (580-662) die Geschehnisse von Alexandria aus in einem Brief an Petros Illustrios, verfasst zwischen 634 und 640, und sieht in den Ereignissen ein Zeichen Gottes und die Bestrafung der Christenheit für die begangenen Sünden: "a manner worthy of the Gospel of Christ […] We have all acted like wild beasts towards another, ignorant of the grace of God`s love for humans, and the mystery of the sufferings of the God who became flesh for our sakes. Maximus er"And especially when […] nature herself teaches us to take refuge in God, when she uses the present dire circumstances as a symbol. For what could be more dire than the present evils now encompassing the civilized world? […] To see a barbarous nation of the desert overrunning another land as if it were their own! To see our civilization [politeia] laid waste by wild and untamed beasts who have merely the shape of a human form! […] For we have not conducted ourselves in a manner worthy of the Gospel of Christ […] We have all acted like wild beasts towards another, ignorant of the grace of God`s love for humans, and the mystery of the sufferings of the God who became flesh for our sakes." Maximus ist bestürzt von der schnellen Expansion durch die aggressiven mohammedanischen Truppen aus der Wüste (Vgl.: Maximus Confessor. Epistula 14. PG 91, 538-540). 
[21] Ib.
[22] Ib.; zu: Sophronius, Patriarch von Jerusalem 634-637 (638) und enger Freund des Maximus Confessor, beklagt sich in seiner Weihnachtspredigt von 634, dass es den Christen nicht möglich sei, an Weihnachten wie gewohnt die Prozession zur Geburtskirche in Bethlehem durchführen zu können, da „gottlose Sarazenen“ die sichere Reise verhindern würden. Ob sie nun dem Götzen Allah folgen oder nicht, als "ungezähmte Bestien" wurden die Moslems schon damals bezeichnet. Er charakterisiert die Angreifer als Sarazenen, eine Bezeichnung die bereits ab dem 4. Jahrhundert für einige arabische Stämme überliefert ist. Ähnlich wie Maximus sieht Sophronius die Ursachen im Fehlverhalten der Christen begründet. "If then we do the will of our Father, and constantly maintain the Orthodox faith and truth, we will easily remove the Ismaelite sword, and turn aside the Saracen dagger, and break the Hagarene bow, and see holy Bethlehem, long unseen." Sophronius gibt also ebenfalls der inneren Zerstrittenheit und der Abweichung vom christlich-orthodoxen Glauben die Schuld an den augenblicklichen Missständen im Lande und sieht die Lösung der prekären Lage in der Rückkehr zur Einheit im Sinne der Beschlüsse von Chalcedon. Zwei weitere Texte des Sophronius sind erhalten, in denen er die arabischen Bedrohungen und die damit einhergehenden Gräueltaten beschreibt. "Why are the troops of the Saracens attacking us? […] Why have the churches been pulled down? Why is the cross mocked? Why is Christ […] blasphemed by the pagan mouths[?] That is why the vengeful and God-hating Saracens, the abomination of desolution clearly foretold to us by the prophets, overrun the places which are not allowed to them, plunder the cities, devastate fields, burn down villages, set on fire the holy churches, overturn the sacred monasteries, oppose the Byzantine armies arrayed against them, and in fighting raise up the trophies [of war] and add victory to victory." Dieser zweite Text stammt laut Hoyland aus dem Jahr 636 bzw. 637. "Sophronius beschreibt in dieser Predigt anlässlich des Epiphanienfestes die Sarazenen ausführlicher und polemischer sowie ihren Führer als Teufel." (Vgl.: Hoyland 2001. S. 72f.) Gemäß Tolan fragt Sophronius nicht nach dem Glauben der Eroberer, da er diesen als unbedeutende geistliche Bedrohung ansieht. (Vgl.: Tolan 2002. S. 42). Griffith erkennt in der Passage: „Moreover, they are raised up more and more against us and increase their blasphemy of Christ and the church, and utter wicked blasphemies against God.” Sophronius. Holy Baptism, aus der Predigt zum Epiphanienfest die Wahrnehmung einer „rival religious critique of Christian faith and practise“. (Vgl.: Griffith 2008. S. 26). Die Araber werden im Text zwar als "Barbaren, als gottlos, als gottesverachtend und Gottesbekämpfer beschrieben, deren Anführer der Teufel sei, aber die Polemik sei lediglich ein Element zur Unterstützung des eigentlichen Themas. Ziel der Predigt ist, die Bedeutung der Taufe Jesu durch Johannes darzustellen und die Gläubigen zur Buße anzuhalten, da Gott mit seinem Volke unzufrieden sei, weil diese sich über die Wesensart Jesu uneins seien." Vgl.: Hoyland 2001. S. 71ff.; PG 87/3, 3.205 D; Sophronius: Weihnachtspredigt des Sophronius. Ed. von H. Usener. Rheinisches Museum für Philologie 41(1886). S. 514. Nachdruck in idem. Kleine Schriften IV. Berlin 1913 und Kurse Nr. 618 St. Ephraim der Syrer, Nr. 617 St. Cyrill von Alexandrien, Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Nr. 613 St. Gregor von Nyssa, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Ib. 
[23] Ib.; zu: Monophysiten bzw. die Nestorianer vgl. Anm. 22 und Kurse Nr. 611 St. Johannes Cassianus, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 501 St.Thomas Aquinas: Summa Theologica I. Ib.
[24] Ib.
[25] Ib.
[26] Ib.; zu: Schließlich wird der Untergang der Muslime in eine unbestimmte, ferne Zeit verlegt. Mit der beginnenden Etablierung des Islams als Reichsreligion unter der Herrschaft des Kalifen Abd al-Malik mussten sich die christlichen Gemeinschaften den weiteren religiösen Herausforderungen stellen. Abd al-Malik kam 684 an die Macht und benötigte einige Jahre, um diese zu festigen. Anschließend formulierte er sein religiöses Konzept, das u.a. auf einer jüdisch-christlichen Grundlage basierte. Laut Nevo und Koren wurde Muhammad als Prophet durch Abd al-Malik erst eingeführt. Einen Beweis sehen sie darin, dass die erste überlieferte Erwähnung auf einer Münze aus dem Jahr 690/1 stammt. "Griffith erklärt, dass Abd al-Malik und seine Nachfolger die arabischen Territorien für das wachsende islamische Commonwealth vorbereiteten und durch seine Kampagne der Islam politisch und kulturell eingeführt wurde. Sein religiöses Programm bestand aus zwei Komponenten: „in stone, mortar and coinage“ verbreitete er den Islam und in dem Zusammenhang verdrängte er die christlichen Symbole wie z.B. das Kreuz." Vgl. Anm. 17 ff. und Griffith, Sidney H.: Answering the Call of the Minaret: Christian Apologetics in the World of Islam. In: Van Ginkel, J.J.; H.L. Murre-van den Berg; T.M. van Lint (Hrsg.): Redefining Christian Identity. Cultural Interaction in the Middle East since the Rise of Islam. Leuven 2005. S. 93
[27] Ib.; zu: "Johannes Damaskenos und sein geistiger Schüler, Theodor Abu Qurra, waren die Repräsentanten dieser sich entwickelnden Auseinandersetzung mit dem Islam und dienten als Wegbereiter für kommende Generationen weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus. Sie stellten sich den neuen Herausforderungen und bereiteten die Grundlagen und die Stereotypen für apologetische und polemische Schriften, die für Jahrhunderte Bestand haben sollten." Vgl. Anm. 2 und Kurs Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Ib.
[27] Ib.
[28] Ib.
[29] Ib.
[30] Ib.
[31] Ib.
[32] Ib.
[33] Ib.
[34] Ib.
[35] Ib.; zu: Es wird vermutet, dass die zunehmende Arabisierung und die Herausbildung des Islams als Reichsreligion sowie die angestrebte Verdrängung christlicher Beamter aus den öffentlichen Bereichen die Ursachen dafür waren. "Allgemein wird in der Forschung angenommen, dass sich unter dem Kalifen al-Walid (705-715) die Bedingungen für die christliche Gemeinschaft verschärften. Er veranlasste den Wechsel von der griechischen zur arabischen Amtssprache und begann mit dem Bau der Umaiyaden-Moschee in Damaskus auf den Mauern der Kirche, die Johannes dem Täufers geweiht war. Diese Kirche aus dem 4. Jahrhundert wurde nach der muslimische Eroberung von Damaskus 715 in die Moschee umgewandelt - beauftragt vom Omayadenkalifen Al-Walid. Bereits unter seinem Vorgänger Abd al-Malik setzte die offizielle Kampagne gegen das Kreuz ein. Unter Yazid II. (720-724) wurden per Edikt die Ikonen aus öffentlichen Plätzen und den Kirchen verbannt. Neuere archäologische Funde zeigen einen Verfall der christlichen Kultur und einen Rückgang der Kirchenbauten." (Vgl.: Pochoshajew 2004. S. 71, 73f; Griffith: John of Damascus and the Church in Syria. S. 231). Glei und Khoury meinen, der Rückzug von Johannes Damaskenos erfolgte unter Umar II. (717-720), der in seinen Edikten den Christen verbot, hohe Ämter zu bekleiden. (Vgl.: Glei/Khoury 1995. S. 11, 32). Sahas spricht sich dafür aus, dass Johannes aus persönlichen Gründen in Kombination mit den veränderten politischen Umständen in Damaskus unter Kalif Hisham (724-743) ins Kloster eintrat. Es sei vielmehr ein Rückzug als eine Flucht gewesen, „ a retreat to salvage what could be salvaged of the tradition and spirituality of a Christian Empire becoming subjugated to Islam and declining theologically“. (Vgl.: Sahas 1972. S. 45; ders. 1992. S. 194), vgl. Anm. 17 ff.
[36] Ib.
[37] Ib.; zu: Auf diese Weise reagierte er auf die speziellen Herausforderungen seiner Zeit, in der eine umfassende christliche Philosophie notwendig erschien. "Die Auswahl und Handhabung der von ihm verwendeten Schriften aus Philosophie, Geschichte und Theologie der vorangegangenen Jahrhunderte lässt jedoch die erstaunliche Kompetenz und Sorgfalt des Autors erahnen." Daneben wendete sich Johannes Damaskenos in seinen Schriften gegen die ikonoklastischen Strömungen in Syrien und Byzanz und wurde aus diesem Grund auf dem Konzil in Hiereia 754, auf dem die Bilderverehrung durch Kaiser Konstantin V. verurteilt wurde, exkommuniziert. In der Forschung gibt es Kontroversen, gegen wen sich die Kritik des Johannes richtet. "Allgemein wird angenommen, dass er sich gegen die ikonoklastische Politik von Byzanz, die unter Kaisers Leo III. mit dem Edikt von 726 angeblich ihren Anfang nahm, wendet. Griffith führt an,
dass in Syrien/Palästina die Christen bereits vor diesem Edikt unter den jüdischen und islamischen Einfluss ikonoklastischer Strömungen gerieten. Die Berichte aus Konstantinopel verschlimmerten das bereits bestehende Problem und somit wendete sich Johannes sowohl gegen die syrischen als auch die byzantinischen Gegebenheiten." Vgl.: Griffith: John of Damascus and the Church in Syria. S. 235; Sahas 1992. S. 186; ders. 1972. S. 11. Das Konzil von Hiereia wurde durch das zweite Konzil von Nicäa 787 wieder aufgehoben, vgl. auch Anm. 27 ff. und Kurs Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib. 
[38] Ib.; zu: Die Konzilsakten, die anscheinend die ältesten Dokumente sind, die sich mit der Person des Johannes beschäftigen, schildern ihn als Bedrohung für die orthodoxe Kirche und des byzantinischen Kaisers. "Anathema to Mansur, who has a bad name and Saracen opinions. To the iconolater and falsifier Mansur, anathema. To the insulter of Christ and conspirator against the empire, Mansur, anathema. To the teacher of impiety and perverter of the sacred Scripture, Mansur, anathema." In Wirklichkeit sind die Ikonoklasten und die ähnlich gesinnten Moslems diejenigen, die den Islam begünstigen. "Die Kritik des Johannes Damaskenos richtet sich nicht nur gegen die ikonoklastischen Strömungen des Kaisers, sondern er sieht in Leos Edikt den Versuch des Staates auf Glaubensfragen und kirchliche Belange Einfluss auszuüben. Vgl.: Sahas 1972. S. 6 Anm. 2. Die ikonoklastische Synode benutzt den Namen Mansur anstelle von Johannes Damaskenos, um diesen zu diskreditieren und dessen Nähe zu den Sarazenen zu betonen. Sahas sieht in der Bezeichnung „Saracenminded“ durch die ikonoklastische Synode die Bestätigung für Johannes` Affinität mit der arabischen
Welt aufgrund seiner Umgebung, seiner Familie und seines persönlichen Kontaktes mit Muslimen, was ihn zu einem Kenner des Islams macht." Vgl.: Sahas 1972. S. 13. 
[39] Ib.
[40] Ib.
[41] Ib.
[42] Ib.
[43] Ib.; zu: "Schließlich gibt es auch noch die bis heute einflussreiche Irrlehre der Ismaeliten, ein Vorläufer des Antichristen." Die Platzierung des Kapitels und die Verwendung der Bezeichnung „Irrlehre“ zeigen, "dass die Glaubensgemeinschaft der Araber zum Zeitpunkt der Abfassung und von dem Autor selbst nicht als eigenständige Religion wahrgenommen wird. Vielmehr reiht sie sich in die Abfolge der verschiedenen archaischen und christlichen Häresien ein und schließt diese ab." Erstaunt zeigt sich Johannes über die Macht und den großen Einfluss, den die Araber und „die bis heute einflussreiche Irrlehre“ in den ehemaligen byzantinischen Gebieten in so kurzer Zeit erringen konnten. Ganz in der christlichen Tradition sieht er die „Irrlehre“ als den „Vorläufer des Antichristen“, der laut den biblischen Aussagen der Propheten, des Hoheliedes und der Offenbarung ein Teil der göttlichen Endzeitplanung ist, was nicht nur für den Islam, sondern auch für andere Häresien gebräuchlich ist. "In einem Kapitel der De Fide Orthodoxa betrachtet Johannes neben Satan all diejenigen als Antichristen, die nicht die göttliche Wesensart Jesu Christi anerkennen und verwendet diese Bezeichnung zum Beispiel für Nestorius, der den Begriff Gottesgebärerin für Maria ablehnte und damit den Nestorianismus begründete. Auch die Ikonoklasten, die durch ihre Bilderstürmerei den Moslems ähnlich sind, werden wie die Moslems und Nestorianer als „Vorläufer des Antichristen“ bezeichnet. Zum Beispiel werden Kaiser Leo III. und sein Sohn Konstantius V. und andere Vertreter des Ikonoklasmus von deren Gegnern als „Vorläufer des Antichristen“ bezeichnet. Selbst in frühen muslimischen Schriften findet sich diese Bezeichnung wieder und deutet auf einen regen interreligiösen Dialog hin. "Interessant ist, dass Johannes die Quelle der Erkenntnis gemäß seiner Einleitung auf Betreiben seines Bruders Cosmas schrieb, der den Bischofssitz von Maiuma im Jahr 743 übernommen hatte. Dessen Vorgänger, Bischof Peter von Maiuma, war im selben Jahr zum Tode verurteilt worden, da er den Islam öffentlich verworfen und Mohammed als falschen Propheten und Vorläufer des Antichristen bezeichnet hatte." Vgl. Anm. 27 und Kurse Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Ib.
[44] Ib.; zu: Johannes beschreibt in Kürze die Herkunft der Araber und verwendet die drei Bezeichnungen Ismaeliten, Hagarener bzw. Sarazenen und führt im Folgenden kurz deren Etymologie an. Alle drei Begriffe werden von ihm anhand der biblischen Vorgaben erklärt. Ismael war der Sohn des Abraham und der Magd Hagar und wurde aufgrund Abrahams Frau Sara mit dem Kind „leer“ fortgeschickt. Da die Muslime sich selbst in der Tradition Abrahams und als Nachfahren des Ismael sehen, sind die Bezeichnungen Ismaeliten Agarener/Hagarener als Reminiszenz an den Gründervater und dessen Mutter Hagar zu sehen. Die biblische Erklärung der etymologischen Herkunft für Sarazenen, die Johannes anführt Sarazenen aber nennt man sie nach der Etymologie `Sara-leer`, vielleicht weil Hagar und Ismael nicht so gesegnet werden wie Sara bzw. Isaak. Johannes führt diese Bezeichnungen für die Araber nicht neu ein, sondern merkt an, dass sie so genannt werden. Bereits in verschiedenen Quellen des 4. Jahrhunderts finden sich diese drei Namen für die räuberischen Wüstenstämme der Arabischen Halbinsel und sie sind den Bewohnern somit bekannt. So schreibt z.B. Hieronymus in einem seiner Briefe „von den Arabern und Agarenern, die heute Sarazenen heißen, in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt Jerusalem“. Vgl.: Des heiligen Kirchenvaters Eusebius Hieronymus ausgewählte Briefe. (Des heiligen Kirchenvaters Eusebius Hieronymus ausgewählte Schriften Bd. 2-3; Bibliothek der Kirchenväter, 2. Reihe, Band 16 und 18) Kempten, München: J. Kösel : F. Pustet, 1936-1937.In: IV.b. Briefe wissenschaftlichen Inhaltes: Exegetische Briefe. 129 An Dardanus: Das Land der Verheißung. Weitere Beispiele finden sich u.a. bei Athanasius (295-373) – Leben des hl. Antonius (Vita Antonii) oder Theodoret von Cyrus (gest. 466) – Mönchsgeschichte (Historia Religiosa), vgl. Anm. 43 ff. und Kurse Nr. 609 St. Athanasius der Große, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 601 St. Augustinus II, Ib.
[45] Ib.; zu: Im Folgenden geht der Theologe auf die Entstehung der Irrlehre der Araber ein, wobei er zunächst darauf verweist, dass die Araber vormals Götzendiener waren, "die den Morgenstern und die Aphrodite verehrten, welche sie Khabar nannten, was in der Übersetzung „die Große“ bedeute. (Vgl.: Glei/Khoury 1995. S. 75 Z. 6-8) Seit der Zeit des Kaisers Herakleios aber erwuchs ihnen ein falscher Prophet, Muhammad mit Namen, der, nachdem er mit dem Alten und Neuen Testament Bekanntschaft gemacht und anscheinend mit einem arianischen Mönch Umgang gepflegt hatte, eine eigene Häresie schuf. Johannes kennzeichnet Muhammad als „falschen“ Propheten und spricht ihm damit jede göttliche Legitimation ab." Johannes verwendet im Text den Namen [Mamed], welcher aus dem Syrischen kommt. Daraus wird mit zunehmender Arabisierung Muhammad. Gleichzeitig unterminiert er den Offenbarungsanspruch des Islams, indem er Muhammad als den Schöpfer der Häresie angibt und jegliche göttliche Beteiligung ausschließt bzw. ablehnt, vgl. Anm. 43
[46] Ib.; zu: Er unterstreicht die Einordnung der arabischen Irrlehre als christliche Häresie, indem er darauf verweist, dass Muhammad das Alte und Neue Testament kannte und wahrscheinlich durch den Umgang mit einem christlichen Häretiker, einem arianischen Mönch, vom wahren Glauben abgekommen sei. In der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts entsteht in der muslimischen Literatur die Legende des nestorianischen Mönches Bahira, dem eine entscheidende Rolle bei der Formation des Islams zugewiesen wird. Scheinbar kennt Johannes diese Tradition (noch) nicht, die aber von den nachfolgenden christlichen Theologen aufgegriffen wird. U.a. beschreibt Petrus Venerabilis den Einfluss des Mönches auf den jungen Muhammed. Vgl.: Glei, Reinhold: Schriften zum Islam/Petrus Venerabilis (Corpus Islamo-Christianum, Series Latina, 1), Altenberge 1985 und Kurs Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Ib.
[47] Ib.
[48] Ib.; zu: Die Grundlagen der „Irrlehre“ hielt Muhammed in einer „Schrift“ fest und verbreitete „zum Schein das Gerücht“, sie sei vom Himmel und „von Gott auf ihn herabgekommen“, „um beim Volk den Anschein der Gottesfurcht zu erwecken“. Johannes weiß folglich um eine Schrift bzw. Buch [biblos], in dem Muhammed einige „lächerliche“ Lehrsätze aufstellte, kennt aber offenbar die Bezeichnung Koran (noch) nicht. In den ersten Jahrhunderten ist die Bezeichnung Koran nicht geläufig bzw. bekannt. Der Koran selbst spricht von einem Buch bzw. einer Schrift (al-Kitab). Vgl.: u.a. Koran Sure 19: 16, 41, 51, 54. Auch bei Niketas von Byzanz (9.Jh) findet sich die Bezeichnung Buch oder Büchlein der Agarenener (PG 105, 704 bzw. 709). Akominatos (12.Jh) erwähnt wahrscheinlich zum ersten Mal die Bezeichnung Kouran in seinem Thesauros (PG 140, 129). Nach ihm wird die Bezeichnung fast immer verwendet. So z.B. Kouranion bei Bartolomaios (13.Jh, PG 104, 1384-1448) oder Alkoranon bei Kydones (14.Jh, PG 154, 1104) und Cusanus. "Den Anspruch einer göttlichen Offenbarung lässt Johannes nicht zu und unterstreicht erneut Muhammads Rolle als „falscher Prophet“. Ausschließlich um die Araber für sich zugewinnen und sie für rein egoistische Gründe zu manipulieren, erweckte Muhammad den Anschein, dass Gott und nicht er selbst für den Inhalt des Korans verantwortlich gewesen sei." Vgl. Kurse Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Ib.
[49] Ib.
[50] Ib.
[51] Ib.; zu: Nach den einleitenden, meist sachlichen Erklärungen zur Herkunft bzw. der Entstehung des Islams, dessen gefälschte Gotteslehre und Christologie wendet sich Johannes dem Propheten Muhammad und der Legitimation seiner göttlichen Berufung zu. Er wertet erneut den Koran ab und spricht davon, dass Muhammad „in dieser Schrift noch von vielen anderen lächerlichen Dingen phantasiere“ und hartnäckig behaupte, „dass sie von Gott auf ihn herabgekommen sei.“ Der Philosoph wechselt jetzt von der anonymen Sprecherposition in eine aktive Form. Er fordert im Namen der christlichen Gemeinschaft die hypothetisch gegenüberstehende muslimische Gemeinschaft auf, einen Nachweis für den göttlichen Ursprung des Korans bzw. die Gesandtschaft Muhammads zu erbringen und stellt zwei entscheidende Fragen. Wenn wir aber fragen: Wer ist denn Zeuge, dass Gott ihm die Schrift gegeben hat, oder welcher von den Propheten hat vorhergesagt, dass ein solcher Prophet wie er erscheinen wird? Um die eigene Position hinreichend zu untermauern und seinem Gegenüber dessen Irrglauben vor Augen zu führen, beantwortet Johannes beide Fragen zuerst für das Christentum. Er kontrastiert Muhammad mit Mose, der „am Berg Sinai im Angesicht des ganzen Volkes das Gesetz empfing“, und somit das gesamte jüdische Volk als Zeuge hatte. Alle waren anwesend als „sich Gott in Wolken, Blitz, Gewitter und Sturmwind“ zeigte und die Offenbarung zu ihnen kam. Danach führt er an, dass das Kommen Jesu, „selbst Gott und Gottes Sohn“, dessen Fleischwerdung, Kreuzigung sowie seine Rolle als „Richter über die Lebenden und Toten“ durch Mose und alle folgenden Propheten vorhergesagt wurde. Eine ununterbrochene Reihe von biblischen Zeugen bestätigt somit die Legitimität und den Status Jesu. Folgerichtig stellt Johannes die sich ihm und damit dem Christentum allgemein aufdrängenden Fragen: "Wieso kam euer Prophet nicht auf diese Weise, indem andere über ihn Zeugnis ablegten, und wieso hat Gott nicht in eurem Beisein [...] das Gesetz übergeben, damit auch ihr einen Beweis hättet?" Die Muslime können auf alle diese Fragen lediglich mit einem „Gott tue, was er wolle“ antworten und offenbaren mit dieser knappen Antwort die eigene Unsicherheit. Damit gibt sich Johannes nicht zufrieden und fragt, wie Muhammad die Schrift übermittelt worden sei, worauf die Muslime antworten, dass sie im Schlaf auf Muhammad herabgekommen ist. Im Koran wird allerdings nicht erwähnt, dass Muhammad schlief, als er die göttliche Offenbarung empfing. Es ist möglich, dass Johannes hier vielleicht aus der oralen Tradition schöpfte, die später zum Beispiel bei Ibn Ishâq zu finden ist. Sarkastisch merkt der Philosoph an, dass ihm auf diese Weise das Wirken Gottes entgangen sein musste und unterstreicht die Polemik durch ein volkstümliches Sprichwort, das Zigabenos angibt durch: „Wer schläft, faselt und sieht oft seltsame Träume“. (Panoplia 28,3: PG 130: 1336 D) Ein drittes Mal fragt Johannes nach den Zeugen, die Muhammads Status untermauern und zeigt sich verwundert, wieso sie nicht selbst die Forderung an ihren Propheten gestellt haben: "Beweise erst einmal selbst durch Zeugen, dass du ein Prophet bist, dass du von Gott kommst, und welche Schrift Zeugnis über dich ablegt!" Schließlich habe doch jener Prophet in seiner Schrift selbst gefordert, „nichts ohne Zeugen zu tun oder anzunehmen“. Nun können "die Muslime nichts anderes als nur noch voller Scham zu schweigen." Vgl. Anm. 48 ff. und Kurs Nr. 545 Sittenlehre II, Ib.
[51] Ib.; zu: Anschließend fasst Johannes die Erkenntnisse aus der hypothetischen Befragung zusammen und "zeigt damit die für ihn greifbare Widersprüchlichkeit in der islamischen Argumentation auf. Die Muslime dürfen aufgrund der Vorgaben des Korans ohne Zeugen weder eine Frau heiraten, noch auf dem Markt etwas kaufen oder Grundbesitz erwerben. Dennoch akzeptieren sie ohne jegliche Beweise ihren Glauben und ihre Schrift, die ihnen von einem Propheten übergeben wurden, der seine Legitimation nicht nachweisen kann. Johannes fordert die Muslime heraus bis sie nicht anders können, als zu schweigen, und gibt sie und ihren Glauben der Lächerlichkeit preis, indem er diesen mit dem rechtlichen Status ihrer Frauen bzw. materiellen Gütern vergleicht. Dabei zeigt er sich sehr sicher und gewandt im Umgang mit den islamischen Rechtsvorschriften, die wiederum im Koran verankert sind. Auf seine Forderung nach den prophetischen Zeugen für die Legitimation Muhammads und seiner göttlichen Gesandtschaft, erhält der Theologe keine Antwort und erwartet auch keine." Vgl. Anm. 4 und 51 ff.
[52] Ib.
[53] Ib.
[54] Ib.
[55] Ib.; zu: Johannes Danascenus geht nun in die Offensive und liefert den christlichen Gläubigen ein geschicktes Schimpfwort, um auf die muslimischen Herausforderungen adäquat reagieren zu können. "Wieso schmäht ihr uns als `Beigeseller`? [...] Wir aber nennen euch Verstümmler Gottes." Mit Hilfe einer grundsätzlichen theologischen Überlegung versucht Johannes zu zeigen, dass auch die koranischen Vorgaben die Gottheit Christi zwingend erweisen, wenn nur deren Aussagen konsequent durchdacht würden. "Die Muslime selbst verstehen Jesus als Wort und Geist Gottes und demzufolge sind diese nicht von ihm trennbar. Da in Gott ebenfalls sein Wort ist, muss dies zwangsläufig selbst Gott sein, denn wenn Gottes Wort und sein Geist außerhalb von Gott wären, könnte Gott sein Wort und seinen Geist nicht nutzen und wäre sprach- und vernunftlos. Auf diese Weise würde Gott nicht nur verstümmelt, sondern zu einem leblosen Stein oder Stück Holz gemacht, was ein schlimmeres Vergehen sei, als Gott einen Nebengott zu geben. Johannes beschuldigt auf diese Weise die Muslime, Gott seiner Haupteigenschaften zu entziehen und gibt der christlichen Polemik mit seiner Erklärung ein Standardargument an die Seite, indem er geschickt die Aussagen des Korans für seine Beweisführung nutzt." Der Vorwurf, die Muslime würden Gott zu einem statischen und unbelebten Objekt und damit Götzen machen, wird z.B. vom ostsyrischen Patriarchen Timotheos (Timothy I, Dialogue with a Moslem Caliph, tr. Alphonse Mingana 1928) wieder aufgegriffen. Vgl.: Roggema 2003. S. 12; Pochoshajew 2004. S. 67, vgl. auch Anm. 56 ff. und Kurse Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 611 St. Johannes Cassianus, Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Nr. 613 St. Gregor von Nyssa, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Ib.
[56] Ib.
[57] Ib.; zu: Auf den Vorwurf der Idolatrie reagiert Johannes mit einem geschickten Gegenangriff und fragt die Muslime: „Wie nun? Reibt ihr euch nich an einem Stein an eurer Kaaba und küsst ihn ehrfürchtig?“ Zunächst weist er die Begründung der Muslime zurück, die besagt, dass das Heiligtum in Mekka auf biblische Traditionen zurückgeht. Gleichzeitig prangert er die Inkonsistenz der Muslime in ihrer eigenen Tradition an, denn sie sind sich darin selbst uneinig. So meinen einige, die Kaaba wäre ein heiliger Platz, weil hier Abraham sexuellen Kontakt mit der Magd Hagar hatte, andere wiederum sagen, hier hätte Abraham sein Kamel angebunden, als er gemäß Gottes Befehls seinen Sohn Isaak opfern wollte. Der Koran erzählt, dass Abraham und Ismael die Grundmauern des Hauses, das sie Bethaus und Stätte Abrahams nennen, errichtet haben. Vgl.: Koran Sure 2: 125-127. Uneinigkeit besteht auch bezüglich der Ortung des Heiligtums. Es reicht von dem Stein, auf dem Abrahams Bau errichtet wurde bis zum gesamten Heiligtum bzw. der Wallfahrtsstätten oder hin zu entfernteren Stätten bzw. einiger Steinhaufen. (Vgl.: Glei/Khoury 1995. S. 196.) Diesen Angaben widerspricht Johannes, da die Bibel eine andere topografische Beschreibung und Szenerie liefert, in welcher von einem hainähnlichen Waldstück und Eseln als Lasttieren gesprochen wird. Die Muslime irren folglich mit ihren Annahmen und Johannes wertet sie als schlichte „Märchenerzählung[en]“. Dennoch beharren die Muslime weiter auf ihrer Behauptung, „der Stein sei der Abrahams“, worauf Johannes Johannes Damascenus in dem zweiten Schritt seiner Argumentation mit Hilfe allgemeiner Vernunftgründe das Fundament der islamischen Verehrung, den leblosen und statischen Stein der Kaaba, mit der christlichen Verehrung des Kreuzes als Sinnbild für Jesus und die Macht Gottes vergleicht und angreift. Denn für den Fall, dass dieser Stein wider Erwartung doch von Abraham stammen sollte, was Johannes allerdings ausschließt, so erfüllt die Verehrung dessen, der entweder für den Ort eines sexuellen Erlebnisses oder als profane Requisite einer heiligen Handlung steht, weit mehr den Tatbestand der Idolatrie als die christliche Verehrung des Symbols, „durch das doch die Macht der bösen Geister und die Verirrung des Teufels zunichte geworden ist!“ Vielmehr ist dieser Stein ein Relikt aus archaischen Zeiten, als die Araber noch Götzendiener waren, und stellt den Kopf der Aphrodite, die sie Khabar nannten, dar. Noch heute sind bei genauerer Betrachtung die Spuren von Eingravierungen sichtbar, die einen Indiz für deren archaischen und heidnischen Ursprung liefern. Der gleiche Abschnitt zum Thema Götzendiener findet sich auch bei Euthymios Zigabenos (11./12.Jh, Panoplia dogm. Disputatio PG 130, 1340) und bei Akominatos (12.Jh, Thesaurus PG 140, 109). Vgl.: Eichner 1936. S. 235. Vgl. Anm. 55 ff. 
[58] Ib.; zu: Johannes Damaskenos kann ähnlich wie später Nikolaus Cusanus in den koranischen Überlieferungen zu Abraham nur unrechtmäßige Aneignungen und subjektive Verfälschungen erkennen. Johannes beschreibt die Kaaba, das Heiligtum der Muslime, und auch die Rituale, die mit dessen Verehrung einhergehen. Sie müssen ihm und der christlichen Gemeinde demnach bekannt sein. Bereits in der Einleitung geht Johannes auf die vorislamische Religion der Araber ein und erwähnt die Verehrung des Morgensternes und der Aphrodite (Venus), die er als zwei getrennte Gottheiten betrachtet. Einige Berichte von antiken Autoren beschreiben die weitverbreitete Verehrung beider Gottheiten in ganz Arabien in verschiedenen Texten, die Johannes hier offenbar wiedergibt. Z.B. berichten Nilus d. Ä. und sein Sohn Theodoulos (um 400) über die Verehrung und Opferung zu Ehren des Morgensternes. Der Morgenstern und Aphrodite werden durch den gemeinsamen Namen Venus in Beziehung zueinander gebracht. Verwechslungen lassen sich dadurch nicht immer ausschließen. (Vgl.: Glei/Khoury 1995. S. 237.) Der Koran erwähnt, dass in Mekka die Göttinnen al-Lat, al- Uzza und al-Manat – die Göttinnen des Morgen-, Mittags- und Abendsternes – verehrt wurden. (Vgl.: Koran Sure 53: 19-20) B. Roggema lehnt eine Identifikation von al- Uzza mit Aphrodite ab, da islamische Quellen dazu nichts sagen. (Vgl.: Roggema 2003. S. 10.) Dennoch handelt es sich um Götzen, die zusammen mit hunderten anderen Götzen wie Al-lah von den Arabern angebetet wurden. "Al-Lah zählt zu den "aberhundert Götzen" in der Kaaba. Eine dieser Statuen stellte den keineswegs beliebtesten Götzen namens Al-Lah dar, was schlicht der Gott oder Götze heißt, der von Mohammed ausgewählt und sein Lieblingsgötze oder Dämon wurde" Damit errichtete er schließlich die monotheistische Irrlehre. Johannes setzt die steinerne Kaaba mit dem Kopf der Aphrodite gleich und gibt an, dass die Muslime diese Göttin „ja auch Khabar nannten“, welches die Große bedeute. Möglich ist, dass Johannes dies von Epiphanias übernommen hat. Dieser berichtet, dass in Petra ein Stein als Jungfrau verehrt wurde. Johannes hat dies vielleicht auf Mekka übertragen. (Vgl.: Glei/Khoury 1995. S. 239.), vgl. Anm. 57 ff. und Kurse Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Nr. 505 Arthur Schopenhauer II, Nr. 545 Sittenlehre II, Ib.
[59] Ib.
[60] Ib.
[61] Ib.; zu: Danach beschreibt Johannes das einfache Prozedere der Ehescheidung und liefert die Begründung für diese Regelung. Muhammad begehrte die Frau seines Mitstreiters Zaid und um sein Ziel zu erreichen, erklärte er diesem, dass Gott befohlen habe, dass Zaid seine Frau entlassen solle. Zaid gehorchte und im Anschluss nahm Muhammad sie selbst gemäß Gottes Befehls zu seiner Frau. Um seine ehebrecherischen Taten zu bemänteln, stellte er folgendes Gesetz auf: „Wer will soll seine Frau entlassen. Wenn er sich ihr aber nach der Entlassung wieder zuwenden will, soll sie vorher einen anderen heiraten. [...] Wenn aber ein Mann, der einen Bruder hat seine Frau entlässt, dann soll sein Bruder sie heiraten, wenn er will.“ Johannes demontiert auf geschickte Weise erneut den Offenbarungsanspruch des Korans durch die Wiedergabe der Ehevorschriften und des Vorkommnisses um Zaids Frau. Spätere Polemiker nutzen dieses Ereignis als ein zentrales Thema, um Muhammads Status als Prophet zu diskreditieren. Anhand von Muhammads scheinbarem Fehlverhalten zeigt Johannes, wie der Prophet der Muslime Gott für die Legitimation von rein menschlichen Bestrebungen missbraucht hat. Johannes verurteilt anschließend die Polygamie und die Ehemoral des Muhammad, die zur Grundlage des islamischen Rechts wurde. „Bestelle das Saatfeld, das Gott dir gegeben hat, und bearbeite es mit Eifer“ gibt den Koran sinngemäß wieder und unterstreicht die Kritik an den allgemein gängigen Sexualpraktiken, die sich nach dem Vorbild des Propheten etabliert haben. "Für Johannes ist dies ein Hinweis für die hemmungslose sexuelle Triebhaftigkeit der Muslime, die von den nachfolgenden christlichen Schriftstellern aufgegriffen wird und die auch in heutiger Zeit noch ein Bestandteil der Polemik gegen den Islam ist." Vgl. Anm. 58 ff.
[62] Ib.
[63] Ib.
[64] Ib.
[65] Ib.
[66] Ib.; zu: Zeitgleich versucht die orthodoxe Kirche sich gegen den Nestorianismus bzw. den Monophysitismus zu positionieren, während sie sich kanonisch selbstdefiniert und eine umfangreiche melkitische Christologie entwickelt. In diesem Zusammenhang ist die Arbeit des Johannes Damaskenos zu betrachten. "Zum einen will er auf die zunehmende Abwanderung christlicher Glaubensgenossen durch Konversion zum Islam reagieren, indem er das Gefühl der geistigen und religiösen Überlegenheit des christlichen Glaubens gegenüber dem Islam betonen will. Zum anderen ist das Kapitel über den Islam ein Bestandteil der umfassenden Glaubensdefinition seiner Zeit, die Gegenstand des Gesamtwerkes der Quelle der Erkenntnis ist und deshalb auch im Ganzen betrachtet und eingeordnet werden muss. Aus diesen Gründen wendet sich Johannes seelsorgerisch an die ganze christliche Kirche und beschränkt sich nicht nur auf die monastischen Kreise seines Klosters. Angesprochen werden von ihm vor allem das christliche Publikum der gebildeten und gelehrten Bevölkerungskreise sowie der sozialen Elite, die seinen theologischen und vernunftorientierten Argumenten geistig folgen können. Der Theologe setzt sich inhaltlich neben den einleitenden und allgemeinen Informationen zur Herkunft und der Entstehung der Häresie der Ismaeliten mit den Schwachstellen des Islams aus der Sicht der christlichen Orthodoxie auseinander. In dem Kapitel hinterfragt er die Legitimität der prophetischen Botschaft sowie deren Überbringer, diskutiert die christologischen Deutungsunterschiede und rechtfertigt die göttliche Trinität. Dabei verwendet Johannes die bekannten trinitarischen Argumente wie in den vorangegangenen Debatten schon gegen die Jakobiten, die Nestorianer bzw. die Monophysiten und die er selbst gegen die Ikonoklasten eingesetzt hat." Vgl. Anm. 23
[67] Ib.
[68] Ib.
[69] Ib.; zu: Westliche Philosophen wie Thomas von Aquin hatten eine hohe Meinung über die östlichen Philosophen wie Gregor von Nazianz oder Johannes Damaszenus. Sie alle kamen ähnlich wie die östlichen Philosophen zu dem Schluss, dass es unmöglich sei, sich vernünftig mit Muslimen bzw. muslimischen Philosophen zu unterhalten, da sie die grundlegenden Schriften des Juden- und Christentums nicht kennen. Auch bei Johannes Damaszenus fallen die Antworten der Muslime "kurz und vage aus und werden immer weniger, sind kleinlauter und am Schluss der Argumentation können sie nur noch schweigen." Johannes will die Christen von der Überlegenheit des eigenen Glaubens überzeugen und bringt durch die Strahlkraft des Christentums die Muslime zum Schweigen, "denn überzeugen kann und will er sie nicht", da es sinnlos ist wie später Thomas von Aquin und Cervantes feststellen, vgl. Anm. 66 ff.
[70] Ib.; zu: Johannes Damaskenos vermischt eine sachliche Auseinandersetzung in theologisch-philosophischen Fragen mit polemischen Äußerungen in rituellen Fragen bis hin zur "Karikatur des muslimischen Propheten", die sich automatisch ergibt, wenn man sich ernsthaft mit dem Islam beschäftigt. Stilistisch gehört der Text zum populären Genre der Apologetik, der aber ebenso einige polemische Textbestandteile besitzt. "Er ist nicht gekennzeichnet von purem Hass gegen den Islam... In den strittigen theologischen Fragen zur Legitimität des Propheten und der göttlichen Offenbarung bzw. der Christologie appelliert Johannes überwiegend sachlich an die Vernunft und äußert Argument und Gegenargument bis er die Muslime zum Verstummen gebracht hat." Die Irrlehre und ihr Prophet diskreditieren sich selbst. Muhammad „phantasierte“ bzw. „faselte“ sich „absurde“ und „lächerliche“ Dinge zusammen, nur um seine eigene Triebhaftigkeit ausleben zu können. Polemisch äußert sich daher Johannes ebenso zum Koran und dessen „vermeintlich“ göttlichen Ursprungs, der im Schlaf von Muhammad empfangen worden sein soll. Die ungenügende Unterweisung des Propheten im Alten und Neuen Testament und der häretische Einfluss eines Arianers führten zu einer "fehlgeleiteten Lehre". Daraus resultiert, "dass die Muslime trotz der christlichen Grundkenntnisse nicht in der Lage sind, die göttliche (christliche) Wahrheit zu erkennen, und dass sie weiterhin an heidnischen Relikten festhalten bzw. die biblischen Verhaltensvorschriften verdrehen." Johannes greift an keiner Stelle die Araber persönlich an bzw. verhöhnt oder verspottet sie. Seine Kritik richtet sich vielmehr gegen die „Irrlehre“ oder die fehlende Legitimität der prophetischen Botschaft, die er vor allem anhand der koranischen und biblischen Schriften bzw. der rituellen Handlungen zu widerlegen sucht. Es ist möglich, dass Johannes die Muslime nicht über Gebühr herausfordern will, da eine Verunglimpfung des Islams und seines Propheten mit dem Tod bestraft werden kann, wie es z.B. im Fall des Bischofs von Maiuma geschehen ist und dessen Nachfolger Cosmas als Initiator der Quelle der Erkenntnis genannt wird. Die Christen in den arabisch besetzten Gebieten setzen sich mit ihren religiösen und politischen Gegnern auseinander und entwickeln ihre eigene Strategie, den christlichen Glauben gegen die islamischen Herausforderungen zu verteidigen, indem sie auf der Basis des Damaskenos die Legitimität des Islams hinterfragen und die Wahrhaftigkeit des Christentums betonen. Dennoch wurden die östlichen Christen mehr und mehr von den Moslems und ihrer Irrlehre überrollt und verdrängt, weil die Christen uneins waren und sich - wie heute die Europäer - nicht genügend zur Wehr gesetzt haben und eine schleichende Islamisierung in Kauf genommen haben, vgl. Anm. 69 und Kurse Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Nr. 505 Arthur Schopenhauer II, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Friedrich Hölderlin I-II, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 545 Sittenlehre II, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib.
[71] Ib.
[72] Ib.
[73] Ib.
[74] Ib.
[75] Ib.
[76] Ib.
[77] Ib.; zu: Dabei zeichnete sich Theodor Abu Qurra in seinen Ausführungen besonders durch seine innovative wie philosophisch und didaktisch fundierte Argumentationsführung aus. Seine Person bestimmte die philosophisch-theologische Auseinandersetzung seiner Epoche derart, "dass er zur Lichtgestalt und zum Verteidiger des christlichen Glaubens für die nachfolgenden Generationen wurde, dessen Bischofssitz in Edessa zum Zentrum der interreligiösen Streitgespräche stilisiert wurde. Edessener wurde zum Synonym für diejenigen, die den Islam erfolgreich anfechten." Vgl. Anm. 70 ff. und Suß 2015 sowie  Glei/Khoury 1995. S. 57f.. 
[78] Ib.
[79] Ib.
[80] Ib.
[81] Ib.
[82] Ib.
[83] Ib.
[84] Ib.; zum Islam als Krankheit und zum "krankhaften Wahnsinn der verschiedenartigen Häretiker" (St. Petrus Venerabilis): Es wird berichtet, dass es sich im Folgenden um einige ausgewählte "Streitgespräche des Theodoros, des Bischofs von Harran, mit dem Beinamen Abu Qurra, handelt, die dieser gegen die Sarazenen geführt hat. Wiedergegeben werden sie durch einen gewissen Johannes Diakonos. Im anschließenden Vorwort erklärt dieser aus welchem Grund er sich zur Aufzeichnung der Streitgespräche entschlossen hat. Die Kirche wird „gegenwärtig“ durch die „Angriffe der Häretiker“ bzw. anderer „Übelgesinnter“ bedroht und bedarf der Aufmunterung und der Unterstützung, da neben den religiösen Sanktionen zahlreiche Konversionen die Glaubensgemeinschaft der Christen erschüttern. Er vergleicht die Angreifer mit Krankheiten, „wie sie im Körper eines Lebewesens entstehen und auch wieder vergehen“ und lässt den Optimismus der Anfangsjahre islamischer Herrschaft anklingen, als das baldige Eingreifen des byzantinischen Kaisers noch erhofft wurde. "Im ersten Jahrhundert der islamischen Machtübernahme glaubten die Christen noch an eine vorübergehende Herrschaft und hofften auf die Rückkehr der byzantinischen Kaiser.... Dies dürfte jedoch nur rein rhetorisch gemeint sein, denn zu fest haben sich die muslimischen Kalifen und die islamische Reichsreligion bereits in den beherrschten Gebieten etabliert. Es darf bezweifelt werden, dass die Christen in Syrien zu Beginn des 9. Jahrhunderts tatsächlich noch ernsthaft an eine vorübergehende Herrschaft des Islams glaubten. Johannes ermahnt sie weiter, unerschütterlich an der orthodoxen Kirche, die auf dem Felsen des Petrus errichtet wurde, festzuhalten und an den Sohn Gottes, der seinem Vater und dem Heiligen Geist wesensgleich ist, zu glauben. Damit streicht er gleich zu Beginn die christlich orthodoxen Lehren heraus und macht unmissverständlich klar, dass er alle Abweichler hiervon als Häretiker betrachtet, die der Kirche „übelgesinnt“ sind." Vgl. Anm. 70 ff. und Kurse Nr. 557 - Ariosto, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Ib.
[85] Ib.; zu: Johannes vergleicht nachfolgend die Angriffe auf die christlichen Lehren mit den Versuchungen des Satans, „der das Gute hasst“ und zum Widersacher Gottes wird. Wie einst der gottesfürchtige Hiob durch Satan versucht wurde, wird gegenwärtig die Kirche durch ihre Feinde herausgefordert und ihr Glauben bedroht. Doch wenn die Kirche wie Hiob sich von allem „Bösen“ fernhält und fest auf Gott vertraut, hat der „Feind des Gerechten“ keine Möglichkeit, "die im Wesen Gottes des Vaters liegende Wahrheit als lügnerisch zu erweisen, indem er Schwindler und Betrüger, wie irgendwo geschrieben steht, in einem fort mit zerstörerischen Lehren gegen sie ausrüstet, die wie Krankheiten den Körper von allen Seiten überfluten." Vgl. Anm. 84 ff. 
[86] Ib.; zu den seelenverschlingenden Wesen oder „seelenraubenden Soldaten": Johannes nennt bisher den Islam und seinen Propheten Muhammad nicht explizit beim Namen. Gemeint ist aber der Islam mit seinem Propheten Muhammad sowie andere Irrlehren, die die kirchliche Orthodoxie in ihren Grundfesten bedrohen und zerstören wollen. "Doch der Herrscher über die, die an ihn glauben [...] wird die nicht im Stich lassen, die um seinetwillen in Bedrängnis sind". Die Rettung aus dieser misslichen Lage ist für Johannes Diakonos nicht fern, denn Gott lässt seine treuen Gläubigen nicht allein und schickt gegen die  „seelenraubenden Soldaten" (oder die in der romanischen Kunst dargestellten seelenverschlingenden Wesen, worunter man vor allem die Sarazenen oder Mohammedaner mit ihrem Dämon Allah verstand, die das christliche Europa von Westen und Osten bedrohten),  "einen schildgewappneten Verteidiger aus den eigenen Reihen [...] in den Kampf“. Mit Hilfe seiner rhetorischen Fähigkeiten und seiner philosophisch-theologischen Kenntnisse als Schild gegen die wachsende Gefahr der Konversion wird dieser Verfechter des wahren Glaubens die Christen in der verbalen und theoretischen Auseinandersetzung gebührend vertreten, vgl. Anm. 85 ff. und Kurs Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Ib.
[87] Ib.; zur gottlosen Religion der Hagarener: Einen dieser herausragenden Streiter für die Sache Gottes und einen Verteidiger des Glaubens will Johannes besonders hervorheben: „den  allerseligsten und allerweisesten Bischof von Harran“ Theodoros, der aus Syrien stammt und "die gottlose Religion der Hagarener in wahrhaft göttlich inspirierten Schriften mit Recht anprangert und gezeigt hat, dass sie es wert ist, dem Gelächter aller preisgegeben zu werden", vgl. Anm. 44 ff.,  86 ff.
[88] Ib.
[89] Ib.
[90] Ib.
[91] Ib.; zu: Es ist Sitte bei den „heuchlerischen“ Sarazenen, „wenn sie einen Christen treffen“ die nötige Höflichkeit vermissen zu lassen und diese ohne vorherigen Gruß aufzufordern, das Glaubensbekenntnis des Islams abzulegen. Sie sollen Muhammad als Prophet und Diener anerkennen (Das šhahada, das Glaubensbekenntnis des Islams, lautet: Es gibt keinen Gott außer Gott und Muhammad ist sein Gesandter. Es beruht auf den Koranstellen: 37:35 bzw. 47:19 und 48:29). Als nun auch Abu Qurra in eine vergleichbare Situation geraten ist, wirft der Philosoph dem „Barbaren“ vor, dadurch gleich mehrfach gegen göttliches Gesetz zu verstoßen, da er nicht nur selbst falsches Zeugnis ablege, also lüge, sondern auch noch andere dazu anstifte, was der Sarazene allerdings bestreitet. Theodor Abu Qurra fragt nun nach und will wissen, ob er denn dabei gewesen sei, als Gott Muhammad sandte, welches der Sarazene natürlich verneinen muss. Vielmehr beruhe dessen Zeugnis auf den Traditionen seiner Vorfahren. „Und worin unterscheidet sich dann noch deine Religion von den anderen“ will der Theodorus wissen, denn schließlich beruhen ja alle Religionen, auch die der primitiven Völker, auf den Überlieferungen der Vorväter. Schließlich kann man nur das bezeugen, was man selbst gesehen hat und alles andere ist ein „falsches Zeugnis“. Šhahada, das Glaubensbekenntnis des Islam, bedeutet in der Übersetzung dabei sein. Der Sarazene fühlt sich „in die Enge getrieben“, will sich aber noch nicht geschlagen geben und fragt nach dem Zeugnisbegriff des Christen. Jener antwortet, dass er sich zwar ebenso auf die Traditionen der Vorväter stützt, aber diese werden durch glaubwürdige, bezeugte Gesandte Gottes untermauert. Dies kann von Muhammad jedoch nicht gesagt werden, da kein Prophet ihn vorhergesagt habe und keine Wunder von ihm überliefert sind. Daraufhin beschuldigt der Sarazene die Christen der Textfälschung, da diese die Nachrichten über Muhammad aus den Evangelien gelöscht hätten. Im Koran sind Äußerungen zu finden, die sowohl die Juden als auch die Christen der Textfälschung beschuldigen. Die Korankommentatoren unterscheiden hierbei zwei Auslegungsrichtungen. Die einen finden, dass die Texte zwar nicht verfälscht wurden, sondern der Inhalt falsch gedeutet werde. Die anderen gehen von tatsächlichen Textfälschungen durch die beiden anderen Weltreligionen aus. (Vgl. Glei/Khoury 1995. S. 202) "Theodor Abu Qurra stößt sich ebenso wie Johannes Damaskenos an den fehlenden Zeugen, die Muhammads göttliche Gesandtschaft nachweisen können. Während der Damaszener (noch) nichts von dem muslimischen Vorwurf der Textmanipulation der Bibel durch die Christen oder die Juden erwähnt, weiß Theodor Abu Qurra um diese Diskussion, geht darauf ein und löst diese Situation mittels juristischer Logik. Er legt dar, dass sich ohne Beweis schließlich auch nichts beweisen lasse. Der Versuch des Sarazenen, auf Wunderzeichen des Muhammad zu beharren, läuft ins Leere und der Muslim kann nur noch verstummen. Erneut wird die Legitimität des Islams und seines Propheten erfolgreich angezweifelt." Vgl. Anm. 67 ff. und Kurse Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Ib.
[92] Ib. ; zu: Theodor Abu Qurra geht im Opusculum 20 noch einen Schritt weiter und will zeigen, "dass Muhammad sich nicht in die Reihe der göttlichen Propheten einreiht, sondern vielmehr ein Feind Gottes und von einem Dämon besessen ist." Theodorus stellt die Überlegung an, was wäre, wenn der himmlische Herrscher tatsächlich einen Heerführer auf die Erde schicke, der die abtrünnigen Gläubigen wieder auf den rechten Pfad bringen oder sie andernfalls mit dem Schwert bestrafen soll. Gesetzt den Fall dieser Heerführer lasse sich nun korrumpieren und "würde sich sogar an die Spitze der Gotteslästerer stellen. Dieser wäre doch ohne Zweifel der größte Feind Gottes und nicht sein Diener. Nur ein „Wahnsinniger“ könne sich dazu „versteigen“ und dafür auch noch Gold annehmen." Theodorus präzisiert seine Aussagen und bezieht seine hypothetischen Überlegungen auf Muhammad. Er sieht in ihm einen „verrückten Lügenpropheten“, der sich in „seinen eigenen Lügengeschichten“ brüstet, von Gott gesandt zu sein und die Verehrer der Trinität „mit dem Schwert zu bestrafen.“ „Die Theologie dieses Verrückten“ beruht auf der Leugnung der Göttlichkeit Jesu und er will gemäß des göttlichen Befehls nur diejenigen verschonen, die die Einzigartigkeit Gottes anerkennen. Ähnlich wie bei Tasso, der schrieb "Die Mütter ziehn indes in die Moscheen, um zu dem bösen Lügnergott zu flehen" so kommt auch Abucara zu dem Schluss, dass es sich bei dem islamischen Propheten um einen  „verrückten Lügenpropheten“ handelt, der sich in „seinen eigenen Lügengeschichten“ brüstet. Vgl. Anm. 91 ff. und Kurs Nr. 556 Torquato Tasso, Ib.
[93] Ib. ; zu: Theodor Abu Qurra zeigt seine Sicherheit im Umgang mit dem Koran und gibt die Sure 112, die Grundessenz des Korans, sinngemäß wieder. Er verwendet den Ausdruck „Gott ist der Beständige, (der mit dem Hammer geschmiedete)“, die Gott den Anschein von etwas Statischem, Leblosen und Körperlichen verleiht. Spätere Autoren greifen diese Argumentation auf und steigern die negative Besetzung des Ausdruckes, indem sie Muhammad bezichtigen, einen Körper oder Götzen und nicht Gott zu verehren. z. B. führen Niketas und Kantakuzenos diese Vorstellung in ihren Werken (Refutatio Moh. und Contra Mah.) fort. (Vgl.: Eichner 1936. S. 159f.), vgl. Anm. 92 ff.und Kurs Nr. 609 St. Athanasius der Große, Ib.
[94] Ib.; zu: Johannes Diakonos spricht im Vorwort zu den Opuscula zwar von der Religion der Hagarener, für Theodor Abu Qurra, Johannes Damaszenus und anderen handelt es sich allerdings nicht um eine Religion. So wie die Lehren Muhammads als "verrückt", und der islamische Prophet als "Lügner" bezeichnet werden, so müssen entsprechend auch die "islamischen Theologen", die Muftis, Ayatollahs, Imame verückte Theologen sein. So abwegig die Vorstellungen der islamischen Theologen auch sein mögen, sie sind für die christliche Religion eine Bedrohung und bedürfen der Erläuterung. Die Erklärung, wie es „zu einem solchen Grad von Wahnsinn“ kommen konnte, liefert Theodorus im Anschluss. Muhammad sei „von einem Dämon besessen“, der ihn „unter Verrenkungen zu Boden“ fallen ließ und für kurze Zeit die Sinne raubte. Als Beweis für die Richtigkeit dieser Annahme „und damit keiner glaubt, wir würden Falsches behaupten“ spricht Theodor Abu Qurra die Episode „Die Vergebung für Aisha“ aus der Biografie Muhammads nach Ibn Hisham an, die bei den Muslimen bekannt ist. Es wird auf die sogenannte Halsbandgeschichte angespielt, deren Bericht bei Ibn Hisham (gest. um 830) zu finden ist. Der Koran gibt die Rechtfertigung Aischas in der Koran Sure 24: 11-20, 23-26 wieder. (Vgl.: Glei/Khoury 1995. S. 101 Z. 1-11, 204.) Vgl. Anm. 92 ff. und Kurs Nr. 625 Theodorus Abucura, Ib.
[95] Ib.
[96] Ib.
[97] Ib.
[98] Ib.
[99] Ib.
[100] Ib.
[101] Ib.; zu den Monophysiten und Jakobiten, die Göttlichkeit Jesu bestreiten, vgl. Auch Anm. 23 und 66 f.
[102] Ib.; zu: Die Atmosphäre zwischen den Gesprächspartnern ist freundschaftlich und entspannt, Theodor Abu Qurra nennt sein Gegenüber „mein Freund“, „mein Guter“ oder „mein Bester“. Die Bezeichnungen sind aber auch ironisch gemeint. Der Sarazene kann dem erfahrenen Philosophen nicht das Wasser reichen, vielmehr muss der Meister dem Schüler auf die Sprünge helfen und die komplexen Zusammenhänge mithilfe von anschaulichen Beispielen erklären, vgl. Anm. 69
[103] Ib.
[104] Ib.
[105] Ib.
[106] Ib.; zu: Thedorus gibt hiermit einen "bemerkenswerten Einblick in den Stand der naturwissenschaftlichen Kenntnisse seiner Zeit und nutzt diese auf beeindruckende und anschauliche Weise" zur Illustration der philosophischen Lehren, so dass auch dem Gegner die Bedeutung der Eucharistie nicht verborgen bleiben kann. Brot und Wein werden dabei innerhalb der Zeremonie zum tatsächlichen Leib und Blut Christi. Diese Thematik beschäftigt nicht nur die islamischen Anhänger jener Epoche, sondern entzweit die Glaubensbrüder der verschiedenen innerchristlichen Strömungen bis heute, wovon zahlreiche kontroverse Dispute berichten können. "Immer wieder versuchen einige Kirchenvertreter im Zuge der Ökumene, gemeinsame Eucharistiefeiern zu veranstalten. Dies wird aber von allen Kirchenführern strikt abgelehnt und mit Exkommunikation bestraft." Streng genommen müsste auch der heutige Papst exkommuniziert werden, da er sogar Gottesdienst in der Moschee feiert, da seiner verirrten Meinung nach der islamische Gott derselbe sei wie der christliche, vgl. Kurse Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 558 Calderon de la Barca, Ib.
[107] Ib.
[108] Ib.
[109] Ib.
[110] Ib.; zu: Hierdurch wird der Irrtum der alten Naturphilosophen ausgeschlossen ("excluditur error antiquorum Naturalium"), die behaupteten, alles gehe aus der Notwendigkeit der Materie hervor ("omnia ex necessitate materiae provenire"): daus folgte, dass alles "zufällig geschehe". So wie früher irren auch die heutigen Naturphilosophen mit ihrer "naturwissenschaftlichen Weltsicht" vom Urknall usw. Auch die These der Moslems und einiger Koran-Kommentatoren wird damit ausgeschlossen, "die, um die Lehre aufrechterhalten zu können, dass die Welt der Erhaltung durch Gott bedürfe, behaupteten, alle Formen seien Akzidentien, und kein Akzidens dauere zwei Augenblicke, so dass die Formung der Dinge immer im Werden wäre: als ob das Ding der Wirkursache nur bedürfe, solange es im Werden ist." Thomas von Aquin hält, wie viele andere Philosphen, daher alles aus dem Koran ("lege Maurorum") für unsinnig oder absurd ("omnia patet esse absurda"). Auch heute nach sorgfältiger Prüfung des Korans, kommen viele neuere Philosophen zu dieser Ansicht, vgl. Thomas von Aquin, Scg III, 64 ff; Phys I, 9; Maimonides, Dux neutr. I, 72-73 ; Avicebron, Fons vitae II, 9-10; und Kurse Nr. 500 St. Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 624 Byzantinische Philosophie, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 568 Nikolaus von Kues.Ib. 
[111] Ib.; zu: Nun gibt es aber auch Philosophen, vor allem mohammedanische, die den Naturdingen eigene Tätigkeiten absprechen. Dieser Sachverhalt hat manche zu der Meinung verleitet, zu glauben, kein Geschöpf trage etwas zur Hervorbringung der Naturwirkungen bei: "so wärme nicht das Feuer, sondern Gott verursache Wärme, wo Feuer sei; ebenso verhalte es sich bei allen anderen Naturdingen." Avicenna behauptete, dass alle substantiellen Formen von der tätigen Intelligenz ausfließen. Akzidentelle Formen dagegen seien, so behauptete er, Anordnungen der Materie, die aus der Tätigkeit tiefer stehender Wirkursachen hervorgingen, welche die Materie anordnen. Darin wich er von früherer Torheit ("priore stultitia") ab. Avicebron bleibt aber in der Tradition islamischer Gelehrter und Koran-Kommentatoren und behauptet, kein Körper sei tätig, sondern die Kraft der geistigen Substanz gehe auf die Körper über und bewirke die Tätigkeiten, die durch Körper zu geschehen scheinen; andere Islamwissenschaftler halten es zum Beispiel für unmöglich, dass die Wärme von einem warmen Körper auf einen anderen, von ihm erwärmten Körper übergehe: "vielmehr behaupten sie, alle derartigen Akzidentien würden von Gott erschaffen." Daraus ergeben sich natürlich viele Ungereimtheiten, denn die Ursächlichkeit der unteren Wirkungen kann nicht in einem solchen Sinne der göttlichen Kraft zugeschrieben werden, als würde die Ursächlichkeit unterer Wirkursachen betritten. Thomas von Aquin sagt daher: "Es widerspricht dem Wesensgrund der Weisheit (contra rationem sapientiae), dass etwas in den Werken der Weisen vergeblich sei. Wenn aber die geschaffenen Dinge in keiner Weise tätig wären, Wirkungen hervorzubringen, sondern Gott allein alles unmittelbar bewirkte, so wären die anderen Dinge vergeblich von ihm herangezogen worden, Wirkungen hervorzubringen." Diese typisch islamische These widerstreitet also der göttlichen Weisheit ("divinae sapientiae"), womit wieder einmal klar wird, dass der Inhalt des Korans nicht der göttlichen Weisheit entstammen kann, vgl. Anm. 110
[112] Ib.; zu den Manichäern und zur heutigen bzw. falsch verstandenen Naturwissenschaft, die eigentlich Nominalismus ist, vgl. Anm. 110 ff und Kurse Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 511 Joahann Gottlieb Fichte. Ib.
[113] Ib.
[114] Ib.; zu: Aus der christlichen Philosophie zur Freiheit des Willens folgt auch die Meinungsfreiheit, die in nichtislamischen Ländern i.d.R. vorhanden ist, es sei denn sie wird beschnitten z.B. durch das Maulkorbgesetz des ehemaligen Bundesjustizministers und jetzigen Aussenministers Heiko Maas. Dieses "Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) war Ende der Legislaturperiode im Jahr 2017 fast ohne Debatte durch das Parlament gepeitscht worden, obwohl es der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages für teilweise verfassungswidrig erklärt hatte. Dieser Linkspopulismus und Materialismus der Merkel-Administration sowie der von ihnen geförderte Islamismus wirken dem Christentum entgegen. Trotz allem, ist das Standardwerk über die Freiheit des Willens, die Bibel, heute mit 3000 Millionen Exemplaren das meistverkaufte Buch aller Zeiten, weit abgeschlagen liegen der Koran (800 Millionen) und das kommunistische Manifest von Marx/Engels mit 500 Millionen Exemplaren, vgl. Anm. 110 ff., Albertus Magnus, De causis et processu universi III, 15; Origenes, De principiis I, 6, 4; FAS 2017, Nr. 36, p. 36 sowie Kurse Nr. 579 St. Albertus Magnus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 533 Aristoteles. Ib.
[115] Ib.; zu: Die Fruchtbarkeit des Samens ist Gottes schöpferisches Werk, aber gemäß der christlichen Auslegung entscheidet der freie Wille des Menschen darüber, wo und ob er fruchtbar werden kann. "Nach der islamischen Orthodoxie entscheidet Gott aber über beides, der Mensch kann selbst nicht eingreifen. Der Koran spricht ebenfalls davon, dass Gott sich nicht wie in der Bibel berichtet am siebenten Tag der Schöpfung ausruhte, sondern dass er sich als Herrscher auf den Thron setzte und unaufhörlich die Geschicke der Welt und ihrer darauf befindlichen Menschen bis zum heutigen Tag steuert." Vgl. Anm. 111 ff.
[116] Ib.
[117] Ib.; zu: Zur Illustration seiner These wählt Theodor Abu Qurra ein weiteres Beispiel aus dem Umfeld des Muslimen aus und "verwendet dafür die islamische Lehre, die besagt, dass ein Kämpfer, der im Glaubenskrieg fällt, ganz sicher in das Paradies kommen wird. Wenn nun sein Bruder im Kampf gegen die Byzantiner (Rhomäer) fallen würde, würde er dann an seinem Mörder Blutrache nehmen oder ihm für seine Tat dankbar sein? Oder wenn er nun selbst „eine schmerzhaft und totbringende Geschwulst“ hätte und ein Feind ihn zwar töten wolle, aber durch seinen Angriff diese Geschwulst träfe, woraufhin er statt durch den Kampf oder die Krankheit zu sterben, geheilt würde. Würdest du dann den, der [dies zu verantworten hat], als einen Freund und Wohltäter ansehen oder als einen Feind, indem du nicht auf seinen Vorsatz blicktest, sondern auf das, was ohne seinen Vorsatz und gegen seinen Willen eintraf, und ihn lieben und ihm Wohltaten
erweisen? Der Sarazene entscheidet sich in beiden Fällen dafür, dem Vorsatz größeres Gewicht bei seiner Bewertung einzuräumen und würde sich für die Blutrache entscheiden. Genauso verhält es sich aber mit den Juden, deren Vorsatz es gewesen ist, Jesus zu ermorden. Dies wurde zwar zu einer Wohltat für die Christen, geschah aber letztlich gegen ihren freien Willen. Theodor Abu Qurra zeigt mit dieser Beweisführung auf, dass der freie Wille des Menschen existiert und jeder selbst für seine Handlungen verantwortlich ist." Der Islam geht zwar davon aus, dass Gott neben dem Guten auch das Böse erschaffen hat, dennoch zeigt sein Umgang mit Dieben, Mördern, Ehebrechern und Ungläubigen, dass auch für die Muslime allein der Vorsatz für die Bestrafung des Bösen zählt. "Damit widerspricht sich der Islam selbst und lässt seine Vorstellungen als absurd erscheinen." Vgl. Anm. 110 ff.
[117] Ib.
[118] Ib.
[119] Ib.
[120] Ib.
[121] Ib.; zu: In der Beweisführung greift der Philosoph dabei weniger auf die Bibel oder die Dogmen zurück, sondern gründet seine Argumente vor allem auf der Basis der Rationalität bzw. der Vernunft, und zeigt - im Gegensatz zur Kant 'schen Philosophie, dass für ihn zwischen Glaube und Vernunft eine tiefe Übereinstimmung herrscht, vgl. Kurse Nr. 500 St. Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 501 St.Thomas Aquinas: Summa Theologica I, Nr. 551 G.W.F. Hegel, Nr. 511 Johann Gottlieb Fichte, Nr. 509 F.W.J. Schelling Philosophie der Freiheit. Ib.
[122] Ib.
[123] Ib.; zu: Die Positionen der einzelnen Sprecher innerhalb der Streitgespräche unterstreichen die realitätsnahe Darstellung. Bei Johannes Damaskenos überwiegt die kontrastierende Gegenüberstellung von „wir“, die Christen, und „sie“, die Muslime. Er spricht für alle Christen und die Muslime stehen eher abseits, außerhalb der Gesprächsebene. Ähnlich verhält es sich mit dem Vorwort und den einzelnen Einführungen des Johannes Diakonos sowie Opusculum 20. So berichtet er z.B. in Opusculum 19 „von den heuchlerischen Sarazenen“ und deren Gewohnheiten oder in Opusculum 20 bezieht ein christliches „ich“, das nicht näher beschrieben ist, Stellung gegenüber dem „verrückten Lügenpropheten der Hagarener“. In den verwendeten Bezeichnungen ist die jeweilige Haltung des Berichterstatters ebenso erkennbar. Diakonos charakterisiert den Gesprächspartner des Theodor Abu Qurra als „Araber“, „Sarazenen“, „Hagarener“, „Ungläubigen“ und „Barbaren“, vgl. Anm. 91 ff.
[124] Ib.; zu: Selten wird der Sarazene als kluger, gebildeter und rhetorisch versierter Muslim dargestellt. In der Regel ist er der beschränkte und einfältige Barbar des Johannes Damaskenos, der durch einen falschen Propheten in die Irre geführt wurde und aufgrund seiner fehlenden didaktischen Fähigkeiten Mitleid verdient. Manche Muslims sind zwar in der Lage, komplizierte bzw. philosophische Begriffe und naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und diese für ihre Argumentation zu nutzen. "Trotz seiner Bildung bleibt er aber immer noch ein Lehrling des scholastisch überlegenen christlichen Meisters. Er wird von den Antworten des Christen überrascht, versteht manchmal nicht alle Zusammenhänge, zeigt sich schnell von den Argumenten überzeugt, ist verlegen und gibt seine Unterlegenheit zu bzw. kann nur noch ratlos schweigen. Schließlich ist er kurz davor, seine muslimische Überzeugung aufzugeben und den christlichen Glauben anzunehmen. Der Muslim kann eigentlich gar nicht anders, denn ihm gegenüber steht der brillante, „allerseligste“ und „allerweiseste“, der „göttlich inspirierte“ und „schildgewappnete Verteidiger“ des Christentums. Selbst die Muslime erkennen seine glänzenden didaktischen Fähigkeiten an. Aufgrund dieser Reputation ist es ihm auch erlaubt, für die Christen in den Wettstreit mit den Muslimen zu treten und gegen die führenden Vertreter ihrer Religion anzutreten. Theodor Abu Qurra vermeidet es überwiegend, die Muslime und den Islam polemisch anzugreifen, obwohl er nicht umhin kann, den Propheten Muhammad zu diskreditieren und seine Legitimität in Zweifel zu ziehen, sowie die göttliche Botschaft des Korans kritisch zu hinterfragen." Vgl. Anm. 123 ff. 
[125] Ib.; zu: Die christliche Religion erscheint aufgrund vernunftbezogener Argumente als die einzig logische und legitime im Gegensatz zu den Diskrepanzen bzw. die Unregelmäßigkeiten der koranischen Lehren. Zur Illustration seiner Beweisführung verwendet er zahlreiche Analogien und Beispiele aus dem natürlichen Umfeld, die in sich schlüssig und nachvollziehbar erscheinen. Sein Gegenüber soll auf dieser Grundlage selbst zu den von Theodor Abu Qurra angestrebten Erkenntnissen gelangen. Ihm ist offenbar an einer ehrlichen Verständigung gelegen und nicht daran, den Islam lediglich ins Lächerliche zu ziehen. Gleichzeitig wurde den Christen diese Diskussion in den muslimisch besetzten Gebieten aufgedrängt, da die täglichen Situationen eine Beschäftigung mit den gegensätzlichen Glaubensvorschriften herausforderten. "Sowohl innerchristlich als auch interreligiös bedurften sie der Erklärung, wenn die eigene Glaubensidentität nicht erschüttert werden sollte. Anders gestaltete sich dies in den christlich beherrschten Gebieten, wo die Gefahr der Konversion zum Islam und die direkte Konfrontation der Religionen kaum vorhanden war". Allerdings besteht heute in christlich beherrschten Gebieten wie in Europa durchaus die Gefahr der Konversion zum Islam, da einige irregeleitete Politiker und Kirchenvertreter wie Merkel, AKK, Lindner und Bischof Heinrich Bedford-Strohm den "Islam fördern" wollen, indem sie "islamisch-theologische Fakultäten an den Universitäten unterstützen", "der Staat islamischen Religionsunterricht fördert", türkische Moscheegemeinden wie die Ditib finanziell entlasten, islamische Großfamilien finanziell zu unterstützen, z.B. durch Duldung der Vielehe und Kindergeld für Muslime, anstatt den Islam in Europa zurückzudrängen und die über 2500 Moscheen allein in Deutschland, in denen die Irrlehre verbreitet wird, zu schließen und die islamischen Irrlehrer (Imame) zurück in die Türkei zu schicken, vgl. Anm. 84 ff. chrismon 7/2006 p. 10 sowie Kurse Nr. 554 Friedrich Hölderlin II, Nr. 552 William Shakespeare II. Ib. 
[126] Ib.
[127] Ib.
[128] Ib.; zu: Die Christen der griechisch-byzantinischen oder lateinischen Welt, sahen im Islam vor allem den „Feind“, den es kompromisslos zu bekämpfen galt. S. H. Griffith ist der Ansicht, dass die Arabisierung den Konflikt der Religionen („clash of religions“) erst vorantrieb. Schon Augustinus, Ambrosius, Antonius, Thomas von Aquin u.a. erkannten, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung mit derartigen Irrlehren wie dem Islam nicht möglich sei und warnten vor dieser und ähnlichen Irrlehren, die man zwar kennen aber auch bekämpfen müsse und nicht auch noch fördern wie in Deutschland, vgl. Anm. 125 ff. und Kurse Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm MüllerNr. 622 Victor Hugo, Nr. 621 Lord Byron, Ib.
[129] Ib.; zu: Im Zuge der Etablierung der arabischen Herrschaft setzten sich die neuen Machthaber mit den vorherrschenden Kulturen und Religionen, insbesondere der christlichen Religion und deren innerchristlichen Strömungen, zwar auseinander. Sie nahmen jedoch von der christlichen Religion nichts an, ganz im Gegenteil, die arabischen Völker wurden durch den Islam fanatisiert und sind es bis heute, was man vor allem an der Türkei und Pakistan beobachten kann. Die Christen bekämpften damals Irrlehren wie die der Arianer, Nestorianer und Monophysiten; diese sind zwar weitgehend verschwunden, doch an ihre Stelle trat die Irrlehre des Islams, die heute weitaus größer ist als die damaligen Irrlehren es gewesen sind, vgl. Anm. 128 ff.
[130] Zu: Man sehe sich ehemals große Städte wie Antiochia an, das einst die drittgrößte Stadt des Römischen Reichs war und heute von Türken besetzt wird, die alle Christen, vor allem Armenier, herausgeworfen und es zu einer hässlichen Stadt haben verkommen lassen; sie nennen die Stadt Antakya. Die Stadt war einst auch eine Hochburg der Christen. Der Legende nach wurde Margareta von Antiochien aufgrund ihres christlichen Glaubens von ihrem Vater, einem heidnischen Priester, verstoßen und lebte als Schafhirtin. Weil sie sich weigerte, ihren Glauben aufzugeben, steckte man sie in den Kerker. Dort besiegte sie mit einem Kreuzzeichen den Teufel in Gestalt eines Drachens und nahm damit den heutigen Kampf der Christen gegen die antichristlichen Sarazenen vorweg, die in den Ländern des nahen Ostens den Kampf gegen das Christentum zu gewinnen drohen. Die türkischen Sultane und Präsidenten haben Christen verfolgt wie Kaiser Diokletian. Der Hl. Augustinus fragt daher: Reicht der Glaube der Teufel aus, die ja auch an Christus als den Sohn Gottes "glauben und zittern"? Nein, denn ihr Glaube ist ja nicht durch die Liebe wirksam, sondern "nur durch die Furcht erzwungen". Da die Sarazenen bzw. Moslems noch nicht einmal an Christus als des Sohn Gottes glauben, sind sie sogar noch schlechter dran als die Teufel. Die Hl. Margareta von Antiochien ist Patronin der Bauern und Jungfrauen; Margareta gehört zu den 14 Nothelfern und bildet zusammen mit Katharina und Barbara die sog. "drei heiligen Madl", vgl. Anm. 129 ff. und Science Review Letters  2020, 19, Nr. 1091 und FAS 2020, Nr. 6; Förstel, Karl (2009) sowie Kurse Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 619 Franz Werfel. Ib.
[131] Ib.
[132] Ib.
[133] Ib.; zu: Da in der islamischen Türkei alle byzantinischen Universitäten geschlossen bzw in höhere Koranschulen umgewandelt wurden, kann von Wissenschaft / Philosophie in der Türkei keine Rede mehr sein. Das zeigt sich schon daran, wie mit antiken bzw. byzantinischen Baudenkmälern umgegangen wird. So hat man in Antiochia über antiken Mosaiken ein Hotel gebaut. "Über diesen Ausschnitt des antiken Antiochien spannt sich ein einzigartiger moderner Hotelbau... Und so beschloss die Unternehmerfamilie, auf einem Grundstück, das sie 1990 erworben hatte und auf dem sie einen Handel mit Baustoffen betrieb, ein Hotel zu bauen. Denn das Grundstück liegt nur wenige hundert Meter von der Grotte des Petrus entfernt " Islamische Architekten und Koranschüler aus dem Kulturministerium genehmigten alles, obwohl sie in erster Linier nur hässliche Moscheen bauen. "Dann luden sie den preisgekrönten türkischen Architekten Emre Arolat, zu dessen bekanntesten Werken die moderne Sancaklar-Moschee in Istanbul gehört, nach Antakya ein. Er markierte zunächst die Stellen, an denen nicht gegraben wurde, und entwarf ein Projekt mit 66 Eisensäulen, das Museum und Hotel miteinander verschmolz." Vom sagenhaften Reichtum Antiochias in der Antike ist im heutigen Antakya nicht viel übrig. Einige von den Türken nicht zerstörte Kirchen erinnern an die Geschichte der frühen Christen. In der Petrus-Grotte feierten sie Gottesdienst, Paulus brach von hier zu seinen apostolischen Reisen auf. Der Evangelist Lukas wurde in Antiochia geboren, Markus lebte hier einige Zeit, und Matthäus schrieb sein Evangelium in der Stadt am Orontes. Ein Bürger der Stadt war der Kirchenlehrer und große Philosoph Johannes Chrysostomos (344 bis 407), der an der „Schule der Rhetoren und Philosophen“ studiert hatte. Von christlicher Wissenschaft / Philosophie ist allerdings nichts übrig gebieben, da von der türkischen Besatzung alle Christen des Landes verwiesen worden sind. Zu sehen sind hauptsächlich Moscheen, sunnitische Muslime leben neben arabischsprachigen Alawiten. Nur von weitem sieht man den Berg Musa Dag, auf dem Franz Werfels Roman über die Rettung verfolgter Armenier vor dem Genozid spielt. In der Nähe befindet sich auch die Grenze zu Syrien. Nach der türkischen Invasion auf Zypern hat von hier der Angriffskrieg Erdogans gegen Syrien begonnen. Durch Raketen werden nicht nur christliche Kirchen sondern auch Zivilflugzeuge, also Billigflieger wie Turkish Airlines und Pegasus getroffen, vgl. Anm. 130 ff. und Kurse Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 545 Sittenlehre II, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Nr. 619 Franz Werfel. Ib. 
[134] Ib. 
[135] Ib.; zu: Arethas entgegnet den Behauptungen des Emirs und dem "Geschwätz" seiner theologischen Berater, das "nicht von vernünftigen und sachverständigen Leuten" stammt: In manchen Ländern werden sogar einzelne Haare des Propheten Muhammad verehrt, zumindest aber der "Mantel Muchumets". Der Mantel des Propheten (burda) spielt in der Poesie und islamischen Frömmlertum tatsächlich seit frühester Zeit eine gewisse Rolle. "Noch heute befindet sich eine Mantelreliquie im  Topkapi Saray, als Glanzstück der Sammlung islamischer Reliquien am osmanischen Hof." Vgl. Anm. 133 ff und Förstel (2009) sowie Kurs Nr. 505 Arthur Schopenhauer. Ib.
[136] Ib. 
[137] Ib.
[138] Zu: Das Kennzeichen Europas ist die Freiheit, die Philosophie der Freiheit, was nach Schelling, Johann Ludwig Wilhelm Müller und anderen Philhelenen Knechtschaft unter dem Halbmond grundsätzlich ausschliesst, weshalb in Europa als Symbol auch "kein halber Mond zu sehn" sein sollte. Dennoch schießen nicht nur diese Symbole wie Pilze aus dem Boden, weil einige "toll" gewordene Politiker es erlauben, Minarette und Halbmond an öffentlichen Straßen, Plätzen und sogar an denkmalgeschützten Häusern anzubringen, sondern die Irrlehre des Islams wird auch noch an Schulen und Universitäten verbreitet. In Deutschland gibt es mittlerweile vielerorts die Möglichkeit, an einer staatlichen Universität islamische Theologie, also quasi die oben beschriebene falsche Wissenschaft / Philosophie, zu studieren. sogar für Koranschulen in der Türkei gibt Deutschland Geld: "Auf der asiatischen Seite des Bosporus eröffneten Merkel und Erdogan dann auch den neuen Campus der Türkisch-Deutschen Universität. Beide waren sich über die Bedeutung dieses Projekts einig. Merkel nannte die Hochschule „ein großartiges Beispiel“ der partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Der Campus stehe für Zukunfts- und Weltoffenheit, und die Universität sei „ein Glück für unsere beiden Gesellschaften“, denn nun steht einer weiteren Osmanisierung und Verfall der Wissenschaft Deutschlands nichts im Wege. Die 2010 gegründete Koran-Schule bzw. Universität habe 2013 den Lehrbetrieb aufgenommen und pflege eine enge Zusammenarbeit mit Firmen in der Türkei, die Erdogans Feldzug gegen Nicht-Muslime unterstützen. "Partnerschaften bestehen mit 37  Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland sowie mit zahlreichen privaten Unternehmen", die in der Türkei produzieren lassen; Ziel ist es auch diese deutschen Universitäten langsam in türkische Koranschulen umzuwandeln, nachdem deutsche Politiker schon die Gülen-Schulen und -Universitäten gefördert haben. "Rita Süssmuth, heute Präsidentin des Konsortiums der binationalen Hochschulen, ist seit mehr als einem Jahrzehnt die treibende Kraft der Türkisch-Deutschen Universität... Der Rektor der Universität, Halil Akkanat, überreichte Merkel einen kunstvollen osmanischen Handspiegel als Zeichen der persönlichen Wertschätzung, Erdogan aber einen ebenso kunstvollen osmanischen Helm." Vgl. Science Review Letters 2020, 19, Nr. 1087 und FAS 2020, Nr. 6; FAZ 2020, Nr. 34; Nr. 31; Nr. 29; Nr. 27; Nr. 26; Nr. 23; Nr. 22; Nr. 21; Förstel, Karl (2009) sowie Kurse Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 509 F.W.J. Schelling Philosophie der Freiheit, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Ib.
[139] Ib.
[140] Ib.; Osmanen / Türken haben über Jahrhunderte dafür gesorgt, dass im ursprünglich christlich-byzantinischen Kleinasien nur noch Türken bzw. Sarazenen leben, die von echter Wissenschaft / Philosophie nichts mitbekommen haben. Man nennt sie auch Ismaeliten, Hagarener, Moslems, Muslime. Der Begriff Chabar steht für das verballhornte "akbar". Wenn Molsem "Allah akbar" rufen, meinen sie im Grunde den Morgenstern, der zusammen mit dem Halbmond das Erkennungszeichen der Moslems ist. Es wurden weibliche Gottheiten wie al-Lat, al-Uzza und Manat verehrt. Förstel (2009) meint, "Muhammad habe ursprünglich ihre Anbetung empfohlen, die diesbezüglichen Verse aber später als vom Satan inspiriert getilgt und durch die überlieferten ersetzt." Heute ist klar, dass alle Verse vom Satan inspiriert sind, vgl. Anm. 58
[141] Ib.
[142] Ib.; zu: Eine Schrift wie der Koran, "die derartiges daherschwatzt und so gewaltig lügt" (Euthymios Zigabenos), hat mit Wissenschaft / Philosophie nichts zu tun. Dennoch wird in Deutschland und anderen europäischen Ländern versucht, daraus eine Wissenschaft zu machen, die "Islamwissenschaft" bzw. die "Wissenschaft der Islamophobie", also die Wissenschaft über diejenigen, die das Lügengebäude zum Einsturz bringen möchten. Es gibt schon Lehrstühle für Islamwissenschaft an Universitäten, Thinktanks, die untersuchen, ob es jemand wagt, die Lügen im Koran offenzulegen und wenn ja, wer es ist. Diese falsche oder Lügen-Wissenschaft wird auch noch vom Staat finanziert. Für die Wissenschaft / Philosophie bringt es nichts, aber für Komiker und Kabaretisten ist es interessant. Politiker, die das finanziell fördern, wie Merkel, Seehofer & Co. möchten von der "Popularität des Islamophobie-Begriffs profitieren", weshalb es zu "kuriosen Definitions-Manövern" kommt. So verwendet der britische Thinktank Runnymed Trust, der den Islamophobie-Begriff 1997 mit seinem Bericht „Islamophobia. A challenge for us all“ in öffentliche Debatten einführte, folgende Definition: „Islamophobie ist antimuslimischer Rassismus.“ Wer also den Koran als Lügengebäude entlarvt, kann nun als Rassist bezeichnet werden. Auch Farid Hafez, der im deutschsprachigen Raum wohl einflussreichste Islamophobie-Forscher, verwendet den Phobie-Begriff weiter, um seiner Forschung zu antimuslimischem Rassismus den Anschluss an politische und mediale Debatten zu sichern, so in den Titeln der von ihm herausgegebenen Reihen „Jahrbuch für Islamophobieforschung“ und „European Islamophobia Reports“. Dass er Islamophobie wiederum mit antimuslimischem Rassismus gleichsetzt, sichert ihm zugleich den Anschluss an die postkolonialen Studien. "Die enge Anbindung an diese Forschungsrichtung ist für einen offenkundig gesellschaftspolitische Ziele verfolgenden Agendawissenschaftler wie Hafez äußerst vorteilhaft. Das liegt daran, dass es sich bei den meisten Vertretern der postkolonialen Studien ebenfalls um Agendawissenschaftler handelt. Also um Wissenschaftler, die Forschung und Lehre als Mittel zur Verwirklichung einer angestrebten Idealgesellschaft sehen. Konkret streben sie eine Gesellschaft an, in der es keine westliche Dominanzkultur mehr gibt, und damit auch niemanden mehr, der „als kulturell oder religiös anders markiert“ werden kann." Das Ziel für diese "Wissenschaftler" ist erreicht, wenn alle den Islam angenommen haben oder echte Wissenschaft in falsche verwandelt wurde. Vgl. Science Review Letters 2020, 19, Nr. 1092 und FAZ 2020, Nr. 36; Sandra Kostner 2020: Wissenschaft nach Agenda. Der Islamophobie- Forschung fehlt ein stimmiges Konzept, um Diskriminierung von Muslimen zu bewerten. Deshalb sucht sie ihr Heil in Rassismus-Vorwürfen. Frankfurt a.M. sowie Kurse Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 545 Sittenlehre II, Ib.
[143] Ib.; zu: Es werden nicht nur echte Wissenschaft / Philosophie, sondern auch "Menschenrechtsfragen, die in Spannung zu muslimischen Glaubensvorschriften stehen, ausgeblendet." So unzulässig es ist, Menschen nach biologischen Merkmalen zu bewerten, so notwendig ist die Kritik an menschenrechtsverletzenden kulturellen oder pseudoreligiösen Praktiken, wie sie im Islam anzutreffen sind. Diejenigen, die sich auf den Koran berufen wie der Islamwissenschaftler Farid Hafez sind also "verblendet und traumhaft in ihrer Falschheit" (Euthymios Zigabenos). Das jüngste Beispiel dafür ist der im Herbst 2019 veröffentlichte „European Islamophobia Report“. Im Dezember 2019 haben dreizehn Wissenschaftler und Autoren, die in dem Bericht als islamophob bezeichnet werden, in einem offenen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gegen die willkürliche Stigmatisierung protestiert. "Die EU trägt mit 125000 Euro zur Finanzierung des Reports bei. Auf den Punkt gebracht, wirft der Bericht den Unterzeichnern des offenen Briefes ihr Engagement gegen den politischen Islam vor. Hafez rechtfertigt in der „Wiener Zeitung“ die im Bericht erhobenen Vorwürfe damit, dass die Unterzeichner den Begriff politischer Islam verwendeten, „um Musliminnen und Muslime zu kriminalisieren“; dass sie ferner „nicht die Regierungen, die Mächtigen, sondern die bereits Marginalisierten und Ausgeschlossenen“ kritisierten; und dass es „völlig unerheblich“ sei, „ob jemand aus völkisch-rassistischen oder säkularen Positionen heraus eine Ungleichbehandlung von MuslimInnen fordert oder unterstützt“. Sein Anliegen, das, zieht man alle seine Äußerungen und Kooperationen heran, nur darin bestehen kann, den Entfaltungsspielraum der legalistischen Variante des politischen Islams in Europa abzusichern, versteckt Hafez also gezielt hinter dieser postkolonialen Rhetorik. De facto läuft seine Diagnosemethode darauf hinaus, dass jede Kritik an islamischen Lehren und Praktiken als rassistisch, wahlweise islamophob, klassifiziert werden kann. So kommt es zu einer Problemverlagerung, die dem politischen Islam Vorschub leistet: Die zu islamophoben Rassisten erklärten Kritiker des politischen Islams erscheinen nun als das eigentliche Problem und nicht mehr diejenigen, die ihn vorantreiben. So ist es nicht verwunderlich, dass Islamisten standardmäßig Rassismusvorwürfe gegen diejenigen erheben, die ihre Agenda durchkreuzen." Politik und Institutionen verfallen in Aktionismus, ergreifen oder finanzieren Maßnahmen, die zur Diskreditierung notwendiger Islamkritik beitragen. Sie  untergraben damit das Recht auf freie Meinungsäußerung, blockieren Bestrebungen der Moslems oder Sarazenen vom Islam zum Christentum zu konvertieren, und unterstützen die freiheitsfeindliche Agenda des politischen Islams, vgl. Anm. 142 f. 
[143] Ib.
[144] Ib.; zu: Mit Wissenschaft / Philosophie / Weisheit hat es auch nichts zu tun, wenn "sinnlose Schwurformeln" verwendet, Dämonen als Götter bezeichnet, oder rituelle Waschungen vorgenommen werden, was nämlich nichts nutzt, "wenn die Seelen der Leute voll Unreinheit sind"; auch unsinnige Fastenregeln des Ramadan, die dem Moslem erlaubt, "die ganze Nacht hindurch zu schmausen und ausschweifend zu sein", können ihn nicht vom "Seelenfressenden" Ungeheuer Allah retten. "Von diesen Eiden", sagt Muhammad, stammten die einen von Allah persönlich, "andere schwört er selbst; auch damit verblüfft er die Barabaren und will ihnen zeigen, dass er vieles weiß und tiefe Geheimnisse kennt." Vgl. Anm. 142 ff. und Kurse Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Ib.
[145] Ib.; Damit echte Wissenschaft / Philosophie / Weisheit sich nicht ausbreitet, d.h. Christen die "gottlosen und verabscheuungswürdigen Lehren" Muhammads nicht widerlegen, befiehlt er seinen Anhängern: "Tötet sie, wo immer ihr sie trefft" (Sure 2, 191). Ohne diese Weisheit leben die Moslems "in einem "blutbefleckten Volk", angeführt von einem "blutbefleckten Propheten", dessen "Einkünfte blutbefleckt" sind. Zu Recht rufen die Byzantiner aus: "Pah, was für eine unmenschliche Frömmigkeit!" oder "Bravo wegen der Menschenfreundlichkeit". Länder wie die heutige Türkei haben Christen im Sinne Muhammds in Massen abgeschlachtet, aus Furcht, die Christen könnten die islamische Lehre widerlegen und ad absurdum führen. Die Weisheit der Philosophie hat aber trotzdem die islamische Lehre bzw. Philosophie widerlegt und Muhammad als "Christusbekämpfer oder besser Gottesbekämpfer" entlarvt, vgl. Anm. 144 ff. und Kurse Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 500 St. Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 568 Nicolaus Cusanus, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 509 F.W.J. Schelling, Nr. 511 J.G. Fichte, Nr. 505 Arthur Schopenhauer, Nr. 512 Novalis, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 551 G.W.F. Hegel, Ib. 
[146] Ib.; zu: Um die Menschen abzuschrecken, nach der Wahrheit zu suchen, fügt Muhammad eine Erzählung über die Hebräer hinzu: "Sie baten Moses um Größeres als das und sagten: 'Zeige uns Gott unverhüllt!' Da ergriff sie die Gottheit wegen ihres vergehens", d.h. sie vernichtete sie wegen dieser ihrer unsinnigen Bitte (Sure 4, 153; 2, 55)." Muhammad meinte, auf diese Weise könne er die Moslems davon abhalten nach der Wahrheit zu suchen, damit sie nicht Gleiches erleiden wie die Hebräer. Doch diese seine Annahme ist falsch. "Also ist auch das Beispiel der so umgekommenen Hebräer falsch." Auch andere Methoden seine Glaubwürdigkeit zu erhöhen schlagen fehl. So ist alles, was Muhammad offenbart wurde, "erlogen und teuflisch." Vgl. Anm. 145 ff. 
[147] Ib.; zu: Muhammad und die Ismaeliten sagen, auch Ismael sei gesegnet worden; er erhielt aber nicht den gleichen Segen wie Isaak, sondern nur eine Verheißung, wie auch alle vernunftlosen Lebewesen, zu wachsen und sich zu vermehren; als Gotteslästerer, wie sie sich später gebärden, haben sie das göttliche Wohlwollen verspielt und sich von Gott entfremdet. Daher soll man Muhammad und seine Schüler auslachen und ihren Irrtum und ihr Verderben verachten und nicht daraus auch noch eine Wissenschaft (Islamwissenschaft) machen und diese an Schulen und Universitäten lehren, wie es heute sogar in Europa passiert. Vgl. Anm. 145 ff. und Kurse Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 545 Sittenlehre II, Ib.
 
 

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Süß, Ina: Christus im Diskurs mit Muhammad - Das Ringen um religiöse Identität Die Auseinandersetzung der syrischen Christen mit dem Islam anhand ausgewählter Texte des Johannes Damaskenos und des Theodor Abu Qurra, Universitätsverlag Chemnitz, 2015
Swanson, Mark N.: Arabic as a Christian Language? Unter: www.luthersem.edu/faculty/fa_home.asp?contact_id=mswanson 
Theodore Abu Qurrah. Übersetzt von J.C. Lamoreaux. Provo 2005. 
Theophanes Confessor: The chronicle of Theophanes Confessor. Trans. C. Mango. Oxford 1997.
Tolan, John V. (Hrsg.): Medieval Christian Perceptions of Islam. London 1996.
Tolan, John V.: Saracens. Islam in the Medieval European Imagination. New York 2002.
Thomas, David (Hrsg.): Syrian Christians Under Islam: The First Thousand Years. Leiden 2001.
Thomas, David: Christians at the heart of Islamic rule. Church life and and Scholarship in `Abbasid Iraq`. Leiden 2003.
Thomas, David: Explanations of the Incarnation in Early ?Abbasid Islam. In Van Ginkel, J.J.; H.L. Murre-van den Berg; T.M. van Lint (Hrsg.): Redefining Christian Identity.Cultural Interaction in the Middle East since the Rise of Islam. Leuven 2005. S. 127-150.
van Ginkel, J.J.; H.L. Murre-van den Berg; T.M. van Lint (Hrsg.): Redefining Christian Identity. Cultural Interaction in the Middle East since the Rise of Islam. Leuven 2005.
 
 



Tiziano Vecellio, Wisdom, 1560
 
 


Hagia Sophia zur Zeit des Byzantinischen Reiches


Artist's depiction of the Greek Orthodox church of Agia Sophia (Holy Wisdom) in Constantinople in the 10th century
 
 
 


Byzantinische Kunst und Architektur: Hagia Sophia, Konstantinopel
 


Byzantinische Kunst und Architektur: Hagia Sophia, Konstantinopel

Tenth century mosaic, southwest entrance, Hagia Sophia. This beautiful mosaic is a visual representation of how the Byzantines regarded Constantinople and Hagia Sophia cathedral as offerings made by the byzantine emperors to Christ and his mother. This mosaic is dated to mid tenth century, most likely during the reign of the Emperor Basil II. In the mosaic, Mary the Mother of God (identified as such by the Greek letters) sits on her throne holding baby Jesus. To their right, is an image of Emperor Constantine I offering them the city of Constantinople. Constantine is identified by the text "Constantine the Great Emperor among the Saints". To their left, is an image of Emperor Justinian I offering them the church of Hagia Sophia. Justinian is identified by the text “The renowned Emperor Justinian". This mosaic had been covered over with plaster by the "barbari" (as the Greek called the muslims or turcs) when Hagia Sophia was converted into a mosque in the fifteenth century. It was rediscovered during restorations carried out by Swiss architects Gaspare and Giuseppe Fossati. 

Andere byzantinische Kirchen und Klöster in Konstantinopel (Istanbul) werden von den "barbari" weiterhin als Moscheen missbraucht wie das Pantokrator Kloster (Zeyrek Moschee) und Theotokos Kyriotissa (Kalenderhane Moschee); christliche Symbole wurden entfernt, Mosaiken mit Lehmputz zugekleistert. - und das obwohl die islamische Lehre bzw. Philosophie widerlegt und Muhammad als "Christusbekämpfer oder besser Gottesbekämpfer" entlarvt wurde.
 
 


Byzantinische Kunst und Architektur: Hagia Sophia, Konstantinopel, Christ Pantokrator entrhroned with Mary and Archangel Michael, Christ is holding the Greec Biblical text: "Peace be with you, I am the light of universe"
 
 


Byzantinische Kunst und Architektur: Hagia Sophia, Konstantinopel, Virgin Mary seated on throne with Christ Child. Also this mosaic was covered with plaster by Muslims [idolatra, Götzendiener, Heide] in the fifteenth century when Hagia Sophia was converted into a mosque und used for islamic idolatry [Götzendienst, idolatria, eidololatrei] 
 
 


Byzantinische Kunst und Architektur, Hagia Sophia, Konstantinopel, Maria mit Christus-Kind und Johhannes II Komnenos und seine Frau Irene

This Mosaik (12 th Century) is located in the south Gallery in Hagia Sophia. The south gallery walls were originally decorated with numerous portraits of Emperors, Empresses, patriarchs and Christian saints. This mosaik dates from 1122 AD and shows the Emperor John II Komnenos and his wife Empress Irene with Virgin Mary holding the Christ child. In the year 1122 when this mosaik was made, John elevated his son Alexios to be Co-Emperor. The Empress Irene, whose birth name was Piroska, was the daughter of King Ladislaus I of Hungary. She was a devoted mother and Christian. John and Irene constructed the Monastery of Christ Pantokrator in Constantinople (converted by muslim-barbarians into the mosque Zeyrek), a monstic complex with churches and hospitals who served all in need. Irene is now venerated as a Christian saint. Also this mosaik was covered with plaster by muslim-barbarians when Hagia Sophia was converted into a mosque in the 15 th. Century. It has been estimated that nearly 90 Percent of the original wall mosaiks in the south gallery were destroyed by muslim-barbarians in the process of converting Hagia Sophia into a mosque und used for islamic idolatry [Götzendienst, idolatria, eidololatrei] 
 


Byzantinische Kunst und Architektur, Hagia Sophia, Konstantinopel, Maria mit Christus-Kind


Byzantinische Kunst und Architektur, Hagia Sophia, Konstantinopel, Maria mit Christus-Kind und Johhannes II Komnenos und seine Frau Irene (Detail)
 
 


Byzantine Art in Constantinople: Archangel Michael, 14th century, Byzantine and Christian Museum, Athens
 

The "Little Hagia Sophia" Sunni Islamic Mosque" formerly the Greek Othodox Church of Saints Sergius and Bacchus, was converted with the rise of the Ottoman Empire. It was completed 537 by Justinian and served as a smaller version of the "Hagia Sophia" which was to become the Cathedral and seat of Orthodoxy . Unlike the aforementioned, this little experiment remains as a Mosque with the original Christian adornments not being re-revealed. Inscriptions to Justinian and Theodora can still be seen but have been painted over. The characteristics of brown brick exterior and other aesthetics are classic Byzantine Architecture, as all good art and architecture in islamic countries is Byzantine Architecture. In terms of its significance it cannot be understated as it shows the thinking of both Justinian and the architects for the coming of the immense undertaking that is the Hagia Sophia. The importance of the little Hagia Sophia is vital as its vastly bigger twin sits atop a major fault line and an eathquake in Istanbul could easily bring the dome crashing down. Structural cracks have been developing for years and experts are unsure how to prevent further damage. 
 
 


Die Apostelkirche (griechisch: Agioi Apostoloi, von den Byzantinern auch Polyandreion oder Myriandrion genannt), war eine christliche Kirche in Konstantinopel, der ehemaligen Hauptstadt des Byzantinischen Reiches. Nach der Hagia Sophia war die Apostelkirche die bedeutendste unter den großen Kirchen des Oströmischen Reiches. Nach der Eroberung von Konstantinopel im Jahr 1453 durch die Osmanen und der Umwandlung der bisherigen Hauptkirche Hagia Sophia in eine Moschee wurde sie für kurze Zeit Kathedrale der Patriarchen von Konstantinopel. Schon 1461 allerdings wurde die Apostelkirche von den "Barbari" (Moslems) abgerissen, um Platz für einen Götzentempel, die "Fatih-Moschee" zu schaffen. Einen ungefähren Eindruck vom Aussehen der Apostelkirche vermittelt noch heute der nach ihrem Vorbild errichtete Markusdom in Venedig. 
 
 


"Seelenverschlingendes Wesen", Cathédrale Sainte-Marie d'Oloron
 
 


Fahne des christlichen Orients und der Türkei (Bandera Imperio Bizantino)


Wappen Byzantion (altgriechisch, latinisiert Byzantium, modern Byzanz, türkisch Bizans) war eine um 660 v. Chr. am südwestlichen Ausgang des Bosporus gegründete Koloniestadt dorischer Griechen aus Megara, Argos und Korinth. Byzantium wurde unter römischer Herrschaft zu einer Stadt in der römischen Provinz Thracia. Aufgrund seiner günstigen Lage an der europäischen Küste des Bosporus, auf der Ostspitze einer Halbinsel zwischen Marmarameer und Goldenem Horn, wurde Byzantion von 326 bis 330 von Kaiser Konstantin I. zur neuen Hauptstadt des Römischen Reiches ausgebaut und in der Folgezeit Konstantinopel genannt. Durch einen noch heute bei Türken üblichen Angriffskrieg wurde es von Moslems (Osmanen) erobert und Bizans bzw. später Istanbul genannt. Das byzantinische Wappen wurde durch eine Halbmond-Piratenflagge ersetzt. 
 
 


St Maximos the Confessor
Als einer der ersten Autoren, der auf die Invasion der islamischen Araber ("untamed beasts who have merely the shape of a human form") reagiert hat und überliefert ist, beschreibt Maximus der Bekenner (580-662) die Geschehnisse von Alexandria aus in einem Brief an Petros Illustrios, verfasst zwischen 634 und 640, und sieht in den Ereignissen ein Zeichen Gottes und die Bestrafung der Christenheit für die begangenen Sünden: "a manner worthy of the Gospel of Christ […] We have all acted like wild beasts towards another, ignorant of the grace of God`s love for humans, and the mystery of the sufferings of the God who became flesh for our sakes. Maximus er"And especially when […] nature herself teaches us to take refuge in God, when she uses the present dire circumstances as a symbol. For what could be more dire than the present evils now encompassing the civilized world? […] To see a barbarous nation of the desert overrunning another land as if it were their own! To see our civilization [politeia] laid waste by wild and untamed beasts who have merely the shape of a human form! […] For we have not conducted ourselves in a manner worthy of the Gospel of Christ […] We have all acted like wild beasts towards another, ignorant of the grace of God`s love for humans, and the mystery of the sufferings of the God who became flesh for our sakes." Maximus ist bestürzt von der schnellen Expansion durch die aggressiven mohammedanischen Truppen aus der Wüste (Vgl.: Maximus Confessor. Epistula 14)
 
 


Matteo di Giovanni, quattro Santi (dettaglio), 1458, Asciano, Museo Civio e d'arte sacra di Palazzo Corlboli (St. Bernard von Siena und St. Margareta von Antiochien)
Der Legende nach wurde Margareta von Antiochien aufgrund ihres christlichen Glaubens von ihrem Vater, einem heidnischen Priester, verstoßen und lebte als Schafhirtin. Weil sie sich weigerte, ihren Glauben aufzugeben, steckte man sie in den Kerker. Dort besiegte sie mit einem Kreuzzeichen den Teufel in Gestalt eines Drachens und nahm damit den heutigen Kampf der Christen gegen die antichristlichen Sarazenen vorweg, die in den Ländern des nahen Ostens den Kampf gegen das Christentum zu gewinnen drohen. Die türkischen Sultane und Präsidenten haben Christen verfolgt wie Kaiser Diokletian. Der Hl. Augustinus fragt daher: Reicht der Glaube der Teufel aus, die ja auch an Christus als den Sohn Gottes "glauben und zittern"? Nein, denn ihr Glaube ist ja nicht durch die Liebe wirksam, sondern "nur durch die Furcht erzwungen". Da die Sarazenen bzw. Moslems noch nicht einmal an Christus als des Sohn Gottes glauben, sind sie sogar noch schlechter dran als die Teufel. Die Hl. Margareta von Antiochien ist Patronin der Bauern und Jungfrauen; Margareta gehört zu den 14 Nothelfern und bildet zusammen mit Katharina und Barbara die sog. "drei heiligen Madl".
 


Giovanni Bellini Sacra Conversatione
 


Raffael, Vision of Ezekiel, 1518
Der byzantinische Philosoph Arethas geht auf die Einwände eines Emirs und seiner theologischen Berater ein: "Was den Einwand der Leute betrifft, auch Ezechiel habe Tote auferweckt, so haben wir viel über die Leute gelacht, die das vorbringen. Denn Ezechiel selbst erklärt in seiner Prophezeiung, die über die leblosen Gebeine spricht, dass er nicht lenlose Gebeine meint, sondern die in Kriegsgefangenschaft nach Babylon Weggeführten und wieder  in die eigenen Wohngebiete Zurückkehrenden; diese nennt er 'leblos'. Er fügt nämlich hinzu: "Menschensohn, diese Gebeine sind das Haus Israel; denn sie selbst sagen: Ausgetrocknet sind unsere Gebeine, wir sind lebensmüde", d.h. wir sind abgestorben, und er fügt gleich noch hinzu: "Ich führe euch aus euren Gräbern heraus in euer Land, mein Volk" (Ezech 37, 11-13). Wie also könnt ihr etwas, das als Vergleich gemeint ist, als wirklichen Tatbestand auffassen?"
 
 

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Letzte Bearbeitung:26.05.2020