Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

Kurs Nr. 552

William Shakespeare - Poet und Philosoph



 

"Es gibt mehr Ding' im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt" - Shakespeare

"What is a man,
If his chief goal and market of his time
be but to sleep and feed? a beast, no more.
Sure he that made us with such large discourse,
Looking before and after, gave us not 
That capability and god-like reason
To fust in us unus'd" - Shakespeare

"We must straight employ you 
Against the general enemy Ottoman." - Shakespeare
 

 


 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:
 

Nicht erst zu Hölderlins Zeiten ersehnten Griechenland und seine Freiheitskämpfer: Der Sultan soll aus Konstantinopel und ganz Griechenland vertrieben werden. Die ungläubigen Osmanen ("Tyrannenknechte") und "Andre des rohen Volks von dem Sultan bestellt" verstehen dabei nur eine Sprache: "Ja! sanft zu sein, zu rechter Zeit, das ist wohl schön, doch sanft zu sein, zur Unzeit, das ist hässlich, denn es ist feig!" Doch die Christenheit hat es bisher versäumt, Konstantinopel, Smyrna, die ganze Insel Zypern und andere christliche Gebiete in der Türkei und der Levante den Osmanen zu entreissen - dabei hatte nicht nur Dostojewskij die Orientfrage schon ausführlich behandelt. [1][2][3][4][5][6][7][8][9][11][12][13][14][15][16][19][20][21]

In der Renaissance, zu Shakespeares Zeiten, war man besonders hellhörig, wenn der Türke aufrüstete: "Etwas aus Zypern, wenn ich recht vermute; 's ist ein Geschäft von heißer Eil; die Flotte verschickt' ein Dutzend Boten nacheinander noch diesen Abend, die gedrängt sich folgten. Viel Herrn vom Rat, geweckt und schon versammelt, sind jetzt beim Herzog; eifrig sucht man Euch, und da man Euch verfehlt in Eurer Wohnung, hat der Senat drei Haufen ausgesandt, Euch zu erspähn." Die tapferen Helden der christlichen Heere wurden gerufen: "Ihr müßt gleich ins Feld wider den allgemeinen Feind, den Türken." [16] - Shakespeare

"We must straight employ you 
Against the general enemy Ottoman."  - Shakespeare
Boten berichteten über Stärke und Ziel der türkischen Osmanen: "Doch stimmt die Zahl auch nicht genau zusammen, wie insgeheim, wenn sich Gerüchte melden, der Inhalt abweicht, doch erwähnen alle die türkische Flotte, die gen Zypern segelt. ... Der Türken Kriegsbewegung geht auf Rhodos; So ward mir Auftrag, dem Senat zu melden." [16] - Shakespeare

Um die christlichen Gebiete wie zum Beispiel Zypern zu schützen, wurde gleich eine Flotte mit den besten Feldherrn entsandt: Die Ottomanen "In gradem Lauf zur Insel Rhodos steuernd, vereinten dort sich mit der Nebenflotte. an dreißig Segel; und jetzt wenden sie rücklenkend ihren Lauf, und ohne Hehl gilt ihre Absicht Zypern. ... Der Türke segelt mit gewaltiger Kriegsrüstung gegen Zypern. ... Euch ist die Festigkeit des Orts am besten bekannt, und obgleich Wir dort einen Statthalter von unbestrittner Fähigkeit besitzen, so hegt doch die öffentliche Meinung, eine unbeschränkte Gebieterin des Erfolgs, eine größere Zuversicht zu Euch. Ihr müßt Euch deshalb gefallen lassen, den Glanz Eures neuen Glücks durch diese rauhe und stürmische Unternehmung zu verdunkeln." [16] - Shakespeare

"Die eiserne Gewohnheit, edle Herren,
Schuf mir des Krieges Stahl und Felsenbett
Zum allerweichsten Flaum; ich rühme mich
Natürlicher und rascher Munterkeit
Im schwersten Ungemach und bin bereit
Zum jetzigen Feldzug gegen den Muselmann.

The tyrant custom, most grave senators,
Hath made the flinty and steel couch of war
My thrice-driven bed of down: I do agnize
A natural and prompt alacrity
I find in hardness, and do undertake
These present wars against the Ottomites" - Shakespeare

Viele Dichter der Renaissance und des Mittelalters berichten, dass christliche Heere durch die Natur und höhere Schutzmächte begleitet wurden: [11][12][13][14][15][16]
"Wenn nicht die Türkenflotte
Sich barg in Bucht und Hafen, so versank sie,
Es ist unmöglich, daß sie's überstand....
Zerstreuung wohl des türkischen Geschwaders.
Denn, stellt Euch nur an den beschäumten Strand,
Die zornige Woge sprüht bis an die Wolken;
Die sturmgepeitschte Flut will mächtigen Schwalls
Den Schaum hinwerfen auf den glühnden Bären,
Des ewig festen Poles Wacht zu löschen.
Nie sah ich so verderblichen Tumult
Des zornigen Meers." - Shakespeare
Auf diese Weise lassen sich die Türken schnell besiegen:
"Botschaft, Ihr Herrn! Der Krieg ist aus,
Der tolle Sturm nahm so die Türken mit,
Daß ihre Landung hinkt. Ein Kriegsschiff von Venedig
War Zeuge grauser Not und Havarie
Des Hauptteils ihrer Flotte." - Shakespeare
Die christlichen Helden werden auf Zypern bejubelt "Der Krieg ist aus, der Türk ertrank":
"Des Schiffes Reichtum ist ans Land gekommen! -
Ihr, Zyperns Edle, neigt Euch huldigend:
Heil dir, o Herrin! Und des Himmels Gnade
Begleite dich auf allen Seiten stets,
Dich rings umschließend....
Gehn wir aufs Schloß -
Wißt ihrs? Der Krieg ist aus, der Türk ertrank. -
Wie gehts den alten Freunden hier auf Zypern?" - Shakespeare
Die "Nachricht von der gänzlichen Vernichtung der türkischen Flotte" war früher immer ein Grund zum Feiern: Es ist unsres "edeln und tapfern Generals Wunsch, daß auf die zuverlässige, jetzt eingegangene Nachricht von der gänzlichen Vernichtung der türkischen Flotte jedermann seine Freude kundtue, sei es durch Tanz oder Lustfeuer, oder wie ihn sonst seine Neigung zu Spiel und Kurzweil treibt; denn außer jenem erfreulichen Ereignis feiert er heut seine Hochzeit. Solches wird auf seinen Befehl ausgerufen. Alle Säle des Palastes sind geöffnet, und volle Freiheit zu Schmaus und Fest von jetzt fünf Uhr an, bis die elfte Stunde geschlagen. Der Himmel segne die Insel Zypern und unsern edlen General"  [16] - Shakespeare

Leider hat aber die geeinte Christenheit - dadurch, dass sie in sich zerstritten war - dieses letzte und schon zerfallende Bollwerk im Osten nicht beschirmt, die Hagia Sophia konnte keine "Basilika des Glaubens" bleiben, der letzte und zugleich "schönste Dom des oströmischen Christentums" ist durch die Türken in eine "Moschee des Unglaubens" verwandelt worden; ehemals christliche Gebiete in der Levante wurden von den Osmanen und später den Türken widerrechtlich in Besitz genommen - einschliesslich der Ort, wo "das Grab des Weltheilandes liegt, der gesegneten Maria's Sohn: dies teure, teure Land so teurer Seelen, durch seinen Ruf in aller Welt so teuer." Noch heute muss man sich mit den ungläubigen Nachkommen der Osmanen herumschlagen, die die Christen in der Türkei und Syrien vernichtet haben (Genozid an Millionen christlicher Armenier und assyrischer Christen). "Der Friede wird bei Türk' und Heiden schlummern, Und hier im Sitz des Friedens wilder Krieg mit Blute Blut und Stamm mit Stamm verwirren. Zerrüttung, Grausen, Furcht und Meuterei wird wohnen hier, und heißen wird dies Land das Feld von Golgatha und Schädelstätte." Die heutige Türkei ist ähnlich wie das osmanische Reich seit 1453 ein antichristliches Land, das über die Jahrhunderte bis heute kein Vertrauen erwecken konnte; nur vereinzelt haben sich Firmen wie Daimler z.B. in die Türkei verirrt, um dort billiger produzieren zu können. Generell gilt aber seit 1453, dass vor allem Christen bestenfalls inhaftiert und versklavt wurden. Auch heute noch begibt sich in Gefahr, wer an türkischen Stränden sich aufhält  "Wer in der Türkei Urlaub macht, sollte sich Witze am Strand gut überlegen. Eine Untersuchungshaft von fünf Jahren ist oft länger als der Urlaubsanspruch." witzelte Dieter Nuhr in Shakespear'scher Manier. [17]

Heute ist die Insel vor der Küste Syriens "das einzige EU-Mitgliedsland, das partiell von türkischen Truppen besetzt ist." Seit der türkischen Invasion von 1974 - als die Türkei über Nacht einmarschierte und zwei Fünftel des Staatsgebietes besetzte - ist Nordzypern millitärisch, politisch und wirtschaftlich von Ankara abhängig. Was im Norden Zyperns seit Jahren vor sich geht, ließe sich als schleichende Annexion bezeichnen. Ein zyprischer Bürger berichtete, "die Regierung Nordzyperns habe gerade erst wieder 25 000 vom Festland geholten und auf der Insel angesiedelten Türken die nordzyprische 'Staatsbürgerschaft' erteilt. Die ist zwar international nichts wert, doch ein solcher Schritt schafft demographische Fakten. Die Planmäßige Ansiedlung von Bauern aus Anatolien, die ganz andere Lebenseinstellungen haben als die einheimischen türkischen Zyprer, ist freilich keine Erfindung Erdogans, sondern wird von Ankara schon seit Jahrzehnten praktiziert. Zyperns Norden wird auf diese Weise langsam turkisiert, beziehungsweise anatolisiert", wie man es früher mit anderen ehemals griechischen oder europäischen Gebieten getan hat. Denn ein beträchtlicher Teil der alten griechischen Welt lag auf dem Staatsgebiet der heutigen Türkei. Weltstädte wie Smirna, Halikarnassos und Milet befanden sich in Kleinasien, dem heutigen Anatolien. Griechen lebten dort bis zum Griechisch-Türkischen Krieg (1919-1922), der mit der "kleinasiatischen Katastrophe" endete. Die meisten Griechen, die nicht Massakern und Deportationen zum Opfer gefallen waren, wurden 1922 aus Anatolien nach Griechenland "umgesiedelt". Die heutigen EU-Länder waren zerstritten und dadurch nicht in der Lage, den Griechen zu helfen. Mit Geld aus Ankara entstehen heute nicht nur zahlreiche neue Moscheen, "sondern auch islamisch grundierte Imam-Hatip-Schulen. Erdogan ist selbst Imam-Hatip-Absolvent." Es handelt sich um Koranschulen, also Sonderschulen für zurückgebliebene Muslime. Schon seit dem siebzehnten Jahrhundert ist bekannt, dass die heutigen anatolischen Türken eine dekadente, vollkommen heruntergekommene Volksgruppe sind, die urprünglich von den Mongolen abstammt; im Gegensatz zu den heutigen Türken hatten die vorislamischen Vorfahren eine viel weiter entwickelte Sprache und Schrift. Überall wo Moslems, insbesondere Türken sich in christlichen Ländern zu weit ausbreiten, wie auf Zypern, entsteht "eine der explosivsten Regionen überhaupt." Verhandlungen mit Moslems sind ebenfalls kaum möglich: "Die jüngste Verhandlungsinitiative zur Lösung des Zypernkonfliktes sei im schweizerischen Crans-Montana trotz Vermittlung der Vereinten Nationen ohne eine Einigung zu Ende gegangen." Hauptgrund für das Scheitern war die Weigerung der Türkei, die 35 000 türkischen Besatzungssoldaten aus dem türkisch-zyprischen Norden der sei 1974 geteilten Insel, abzuziehen. Die griechische Republik Zypern ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union, während die türkische Republik Nordzypern einzig und allein von der Türkei anerkannt wird. Im türkischen Teil Zyperns  Im türkisch besetzten Nordzypern, zum Beispiel in Famagusta,  wurden Kirchen zu Moscheen oder in Geräteschuppen umgewandelt und ausgeraubt wie Panagia Kanakatiá (Kunstraubskandal); über Karpasía (Karpaz) kann man in Reiseführern heute nachlesen: "Die türkischen Truppen schnürten schon in den ersten Stunden ihres Vorstoßes den Karpaz vom Rest der Insel ab und versperrten 15 000 Griechen den Fluchtweg. ... Die Vertreibung der Griechen drängte Karpaz endgültig ins Abseits. Auf den Feldern wuchert Gestrüpp, in den Dörfern schweigen die Glocken. Leere, verfallene Häuser, deren Mauern wie ausgetrocknete Biskuits zerbröseln, die alten Brunnen versiegt, der Straßenbelag aufgeplatzt und verworfen." Überall sieht es dort so aus: in Galáteia ((Mehmetcik), Kómi (Büyükkonuk), das von Kurden bewohnte Lythrangkomi (Boltash) mit Panagía Kanakariá, Gialoúsa (Erenköy) mit der Basilika Agía Triás, von der allerdings nur noch der Mosaikboden zu sehen ist, Rizokárpaso (Dipkarpaz). Bischof Philon (368-403), auf den die Kirche Ágios Fílon zurückgehen soll, ist seit jeher auch Patron aller zerstörten Kirchen Zyperns. [26]

Paphos, an der Westspitze Zyperns gelegen, ist Kulturhauptstadt 2017. Zypern war weltweit das erste Land, das von einem Christen regiert wurde. Von hier aus begann der Siegeszug des neuen Glaubens gegen die traditionelle Macht der paganen Kultreligion."Der Apostel Paulus, der von 46 bis 48 nach Christus auf Zypern missionierte, wurde hier an eine Säule gebunden und mit 39 Hieben ausgepeitscht, weil er den Aphrodite-Kult der Römer als Teufelswerk bezeichnet hatte. Der römische Gouverneur Sergius Paulus interessierte sich trotzdem für seinen unerschütterlichen Namensvetter, lud ihn in seine Villa ein und ließ sich schließlich sogar von ihm zum Christentum bekehren." Das Troodos-Gebirge, das sich über den Westen der Insel erstreckt, seit dem Altertum für seine reichen Boden- und seit der byzantinischen Zeit für seine Kunstschätze in den Klöstern und Kirchen bekannt ist. "In dem berühmten Kykklos-Kloster wird eine Marienikone verehrt, die der Evangelist Lukas noch zu Lebzeiten der Jungfrau gemalt haben soll."  [27]

"Es ist eine Schande für unsere Europäer (die sich doch so viel auf ihr Urteil einbilden), dass sie sich mit Nichtigkeiten befassen und darüber die größten Dinge vernachlässigen."  - Gottfried Wilhelm Leibniz

"Peace shall go sleep with Turks and infidels,
And in this seat of peace tumultous wars
Shall kin with kin and kind with kind confound;
Disorder, horror, fear and mutiny
Shall here inhabit, and this land be call'd
The fields of Golgotha and dead men's skulls." - Shakespeare

Auch England, die grosse Kreuzfahrernation, ist in sich zerstritten. Gar maches Mal wurde gefochten "Für Jesus Christus, im glorreichen Feld des Kreuzes christliches Panier entrollend auf schwarze Heiden, Türken, Sarazenen." Gar Mancher liess "Die reine Seele seinem Hauptmann Christus, des Fahnen er so lang' im Kampf gefolgt."
"For Jesu Christ in glorious Christian field,
Steaming the ensign of the christian cross
Against black pagans, Turks, and Saracens;
And toil'd with works of war, retir'd himself
To italy; and there at Venice gave
His body to that pleasant country's earth,
And his pure soul unto his captain Christ,
Under whose colours he had fought so long." - Shakespeare

"This blessed plot, this earth, this realm, this England,
This nurse, this teeming womb of royal kings,
Fear'd by their breed and famous by their birth,
Renowned for their deeds as far from home, -
For Christian service and true chivalry, -
As in the sepulchre in stubborn Jewry
Of the world's ransom, blessed Mary's son:
This land of such dear souls, this dear, dear land,
Dear for her reputation through the world,
Is now leas'd out, - I die pronouncing it. -"  - Shakespeare

"Moscheen des Unglaubens" gibt es heute auch auf Nordzypern. "Rechtlich gehört der nordöstliche Teil der Insel zu Zypern, faktisch ist er seit 1974 türkisch besetzt. Mit der Ausnahme Ankaras hat Nordzypern aber niemand als eigenständigen Staat anerkannt." Ähnliches gilt für andere selbsternannte "islamische Staaten" wie zum Beispiel Bangsamoro. Seit mehr als 400 Jahren kämpfen die muslimischen Moro für einen eigenen Terrorstaat. Erst 333 Jahre kämpfen sie gegen Spanien, dann gegen Amerika, gegen Japan und heute gegen die Philippinen. [24]

Die Türken und Tataren wurden früher ähnlich wie die Orks in Tolkiens "der kleine Hobbit" als abschreckendes Beispiel angeführt, sogar bei einfachen Raufereien:

"Was gibt es hier? Woher entspann sich dies?
Sind wir denn Türken? Tun uns selber das,
Was den Ungläubigen der Himmel wehrt?
Schämt Euch als Christen! Laßt Eur heidnisch Raufen;
Wer sich noch rührt und zäumt nicht seine Wut,
Der wagt sein Leben dran; ein Schritt ist Tod.
Still mit dem Sturmgeläut! Es schreckt die Insel
Aus ihrer Fassung. Was geschah."  - Shakespeare

"I go, I go; look how I go;
Swifter than arrow from the Tartar's bow.

Ich eil', ich eil', sieh wie ich eil':
So fliegt vom Bogen des Tataren Pfeil." - Shakespeare

Warum wird dem Türken heute von europäischen Staaten so viel Sympathie entgegengebracht? Die Türkei darf sich in Lehrpläne von deutschen Schulen einmischen, wenn in Schulbüchern vom Genozid der Türken gegen die christlichen Armenier die Rede ist, wenn Ditib und Ahmadiyya in Hessen als "Religionsgemeinschaften anerkannte Kooperationspartner der Landesregierung" sind, obwohl alle Imame nicht nur in den Ditib-Moscheen als Rassisten bezeichnet werden können, da sie sich weigern Frauen die Hand zu geben und dieses Verhalten von den männlichen Muslimen übernommen und an ihre Kinder weitergegeben wird. Grundsätzlich kann die Türkei nur wieder christlich werden, denn als muslimischer Staat wird sie nicht nur von Ratingagenturen auf Ramschniveau herabgestuft ("Rating der Türkei fällt tiefer in den Ramschbereich"). Zudem fahren Urlauber lieber nach Griechenland, als in die Türkei. [22][23]

Türkische Stämme und später die Osmanen haben in der Geschichte schon immer ihre verheerenden Fussabdrücke hinterlassen ("die dem Islam scheinbar inwohnende geistbedrückende Kraft hat sich im ganzen minder thätig und hemmend unter der arabischen Herrschaft als bei den türkischen Stämmen gezeigt"): In unserm Kontinent begann die Erschütterung erst, als unter Valentinian I die Hunnen (finnischen, nicht mongolischen Ursprungs) in dem letzten Viertel des vierten Jahrhunderts über den Don vordrangen und die Alanen, später mit diesen die Ostgothen bedrängten. "Fern im östlichen Asien war der Strom wandernder Völker in Bewegung gesetzt mehrere Jahrhunderte früher, als unsere Zeitrechnung beginnt. Den ersten Anstoß zur Bewegung gab, wie wir schon früher erinnert, der Anfall der Hiungnu (eines türkischen Stammes) auf das blonde und blauäugige, vielleicht indogermanische Volk der Usün: die, an die Yueti (Geten?) grenzend, im oberen Flußtal des Huangho im nordwestlichen China wohnten. Der verheerende Völkerstrom, fortgepflanzt von der, gegen die Hiungnu (214 vor Chr.) errichteten großen Mauer bis in das westlichste Europa, bewegte sich durch Mittel-Asien, nördlich von der Kette des Himmelsgebirges. Kein Religionseifer beseelte diese asiatischen Horden, ehe sie Europa berührten; ja man hat bestimmt erwiesen, daß die Mongolen noch nicht Buddhisten waren, als sie siegreich bis nach Polen und Schlesien vordrangen. Ganz andere Verhältnisse gaben dem kriegerischen Ausbruch eines südlichen Volkes, der Araber, einen eigentümlichen Charakter. In dem wenig gegliederten Kontinent von Asien dehnt sich,
ausgezeichnet durch seine Form, als ein merkwürdig abgesondertes Glied, die arabische Halbinsel zwischen dem roten Meere und dem persischen Meerbusen, zwischen dem Euphrat und dem syrisch-mittelländischen Meere hin. Es ist die westlichste der drei Halbinseln von Süd-Asien, und ihre Nähe zu Aegypten und einem europäischen Meeresbecken bietet ihr große Vorteile sowohl der politischen Weltstellung als des Handels dar. In dem mittleren Teile der arabischen Halbinsel lebte das Volk des Hedschaz: ein edler, kräftiger Menschenstamm; unwissend, aber nicht roh, phantasiereich und doch der sorgfältigen Beobachtung aller Vorgänge in der freien Natur (an dem ewig heiteren Himmelsgewölbe und auf der Erdfläche) ergeben. Nachdem dies Volk, Jahrtausende lang fast ohne Berührung mit der übrigen Welt, größtenteils nomadisch umhergezogen, brach es plötzlich aus, bildete sich durch geistigen Contact mit den Bewohnern alter Kultursitze, bekehrte und herrschte von den Hercules-Säulen bis zum Indus: bis zu dem Punkt, wo die Bolor-Kette den Hindu-Kho durchschneidet. Schon seit der Mitte des neunten Jahrhunderts unterhielt es Handelsverkehr gleichzeitig mit den Nordländern Europa's und Madagascar, mit Ost-Afrika, Indien und China; es verbreitete Sprache, Münze und indische Zahlen: gründete einen mächtigen, langdauernden, durch religiösen Glauben  zusammengehaltenen Länderverband. Oft bei diesen Zügen wurden große Provinzen nur vorübergehend durchstreift. Der schwärmende Haufe, von den Eingeborenen bedroht, lagerte sich (so sagt die einheimische Naturdichtung) »wie Wolkengruppen, die bald der Wind zerstreut«. Eine lebensreichere Erscheinung hat keine andere Völkerbewegung dargeboten, und die dem Islam scheinbar inwohnende geistbedrückende Kraft hat sich im ganzen minder tätig und hemmend unter der arabischen Herrschaft als bei den türkischen Stämmen gezeigt." In den wundersamen Bestimmungen der Weltordnung lag es, daß die christliche Sekte der Nestorianer, welche einen sehr wichtigen Einfluß auf die räumliche Verbreitung der Kenntnisse ausgeübt hat, auch den Arabern, ehe diese nach dem vielgelehrten und streitsüchtigen Alexandrien kamen, nützlich wurde; ja daß der christliche Nestorianismus unter dem Schutze des bewaffneten Islam tief in das östliche Asien dringen konnte. "Die Araber wurden nämlich mit der griechischen Litteratur erst durch die Syrer, einen ihnen verwandten semitischen Stamm, bekannt: während die Syrer selbst, kaum anderthalb Jahrhunderte früher, die Kenntnis der griechischen Literatur erst durch die verketzerten Nestorianer empfangen hatten." Ärzte bildeten sich in den Lehranstalten der Griechen und auf der berühmten von den nestorianischen Christen zu Edessa in Mesopotamien gestifteten medizinischen Schule schon zu Mohammeds Zeiten. [25]

Der Türke war früher für jeden Christen ein rotes Tuch: "Ein giftiger Türk in hohem Turban":

"Und fügt hinzu, daß in Aleppo, wo
Ein giftiger Türk in hohem Turban einst
'nen Venezianer schlug und schalt den Staat,
Ich den beschnittnen Hund am Hals ergriff."  - Shakespeare
Bei Shakespeare finden wir überall in seinen Dramen und Tragödien eine Heiterkeit als Gestus von Freiheit und Christentum, wie es später zum Beispiel von den Deutschen Idealisten aufgegriffen wurde. [4][5][6][7]
 

Der politische Shakespeare, Ausbreitung des osmanischen Reiches, Kampf um Europa und Türkenkriege

Die Shakespeare-Forschung interessiert sich zunehmend für den politischen Shakespeare. Was die zeithistorischen Realien betrifft, spielt Robert Devereux, der zweite Earl of Essex eine wichtige Rolle; ebenfalls G.B. Harrison in seinem Essay "Shakespeare's topical significances". Harrison war Katholik, und "jede konfessionspolitische Deutung der Dramen wird sich die Frage nach der Katholizität Shakespeares aufs Neue stellen müssen." Der religionspolitische Konflikt unter Elisabeth I, die dem Katholizismus auf den britischen Inseln ein Ende setzen wollte, steht im krassen Gegensatz zum Katholizismus Shakespeares. Unabhängig von Protestantismus und Katholizismus gilt aber, "dass das Christliche das politisch Vernünftige und Richtige ist" - zum Beispiel im Gegensatz zum Islamischen. Für das Bewusstsein des Abendlandes ist Christus die Achse der Geschichte. "Christentum als christliche Kirche ist vielleicht die größte und höchste Organisationsform menschlichen Geistes, die bisher da war ... Aber nicht nur geistig, sondern auch politisch ist die Weise des abendländischen Christentums für Europa entscheidend geworden." Das Abendland gründete sich auf Christentum und Antike, auf beide zunächst in der Gestalt, in der sie die Spätantike den europäischen Völkern überlieferte, um dann schrittweise zurückzudringen in die Ursprünge sowohl der biblischen Religion wie des griechischen Wesens. Es ist eine Tatsache, "daß es nur im Abendlande die eigenständigen Persönlichkeiten in solcher Fülle der Charaktere gegeben hat, von den jüdischen Propheten und den griechischen Philosophen über die großen Christen bis zu den Gestalten des 16. bis 18. Jahrhunderts. Und schließlich und vor allem ist ein Moment des Abendlandes die persönliche Liebe und die Kraft grenzenloser Selbstdurchleuchtung in einer nie vollendeten Bewegung. Hier ist ein Maß von Aufgeschlossenheit, von unendlicher Reflexion, von Innerlichkeit erwachsen, für die erst der volle Sinn von Kommunikation zwischen Menschen und der Horizont eigentlicher Vernunft aufleuchtete." [8][18]
"Das Abendland schuf sich die universalen Kristallisationen, aus denen die Kontinuität der Bildung lebte: das Imperium Romanum und die katholische Kirche. Beide wurden die Grundlage des europäischen Bewußtseins, das zwar ständig zu zerfallen droht, aber in den großen Unternehmungen gegen das drohende Fremde jeweils neu, wenn auch nicht zuverlässig konstituiert wurde wie in der Zeit der Kreuzzüge, der Mongolengefahr, der Türkengefahr."  - Karl Jaspers
Die osmanische Expansion vollzog sich in drei Phasen. In einer ersten Phase werden die Sultane, von christlichen Herrschern um Unterstützung gebeten, in deren Händel einbezogen. Die Sultane scheinen damit zu Interessenwahrern christlicher Regenten zu werden, treten aber zugleich in ein politisches Spiel ein, das zunehmend ihr eigenes Spiel wird. In der zweiten Phase ist die militärische Überlegenheit der Osmanen so stark, dass sich die christlichen Herrscher unversehens als Tributzahler wiederfinden. Mit dieser Abhängigkeit sind weitere Verpflichtungen verbunden, etwa militärische Hilfe für den Sultan. Aus eigenständig politisch Handelnden werden Objekte, denen der Sultan einen sehr engen Handlungsspielraum vorgibt. "Um diese Abhängigkeit zu zementieren, verlangen die Sultane hochrangige Geiseln: Fürstenkinder, die am Hof des Sultans - verbunden mit einer Konversion zum Islam - erzogen werden, oder als Ehefrauen für den Harem des Sultans besimmt sind." Erst in der dritten Phase kommt es zur formellen Eroberung und islamisierung. Auch für die Osmanen gilt: Der Islam kennt nur die "völlige Unterwerfung des Menschen unter den wilkürlichen Willen Gottes, womit die Freiheit des Menschen geleugnet und die Gewalt um des Glaubens willen als legitimes Mittel angesehen wird. Dies schliesst eine pragmatische Politik nicht aus; im Gegenteil, das Verbergen der wahren Ziele, die Verstellung ('Taqia') ist ebenso erlaubt wie ungerechtes Handeln, wenn es der Sache des Islams dient." [28]

Bei vielen Historikern und Politikern gibt es eine "Tendenz zur Verharmlosung" in der Frage nach dem Umgang der Osmanen mit den besiegten Christen; sie meinen, im Osmanischen Reich sei niemand wegen seines Glaubens verfolgt worden. Die Christen seinen nur von der Sondersteuer belastet gewesen. Die Wirklichkeit sieht anders. aus. Zum Beispiel wurde 1480 ein Massaker an Christen verübt nach der Eroberung der italienischen Stadt Otranto. "Die Einwohner Otrantos wussten, was es bedeutete, fortan unter dem Turban zu leben, denn mit Sicherheit waren zu ihnen die Nachrichten von den Gräueln der Osmanen bei der Eroberung Konstantinopels gelangt. Und auch in Otranto ereignete sich das, was in Konstantinopel und vielen anderen von den Muslimen eroberten Orten geschah: die selbst für die damalige Zeit beispiellose Massenversklavung von Frauen und Kindern." Es war Sultan Mehmed I. (1413-1421), der gegenüber den Christen eine der grauenvollsten Praktiken einführte, die sich über mehrere Jahrhunderte halten sollte: die Knabenlese. Ab einem Alter von etwa sechs bis zwanzig Jahren wurden besonders kräftige Knaben ihren christlichen Eltern geraubt und vornehmen Osmanen oder dem Sultan übergeben. "Als Erzieher fungierten Eunuchen und Derwische, die ihnen einen fanatischen Islam und absolute Ergebenheit gegenüber dem Herrscher einimpften. So bezog die Elitetruppe der Janitscharen zum großen Teil ihren Nachwuchs aus diesen Knaben, die, auch wenn sie Karriere gemacht hatten, keine Chance hatten, je ihre Familie wiederzusehen. Die Zahl der geraubten Knaben war gerade in den Jahrhunderten der größten osmanischen Expansion sehr hoch (Schätzungen gehen auf ca. 1/5 aller Knaben); sie richtete sich in der Regel nach dem Bedarf, der an gut ausgebildeten zivilen und militärischen Personal bestand. Doch wurden oft genug auch viel mehr Knaben ihren Eltern weggenommen als benötigt. Man verkaufte sie dann als Sklaven oder - trotz des strengen Verbots im Islam - als Lustknaben; oder aber man bot den verzweifelten Eltern die Möglichkeit an, ihre Kinder zurückzukaufen - ein florierender Menschenhandel also." Davon zeugt noch ein altes Wiegenlied "Heidschi Bumbeidschi", das eigentlich ein Klagelied ist. Der Heidschi Bumbeidschi, der in diesem Lied das Büblein mitnimmt, und nicht mehr bringt, ist niemand anders als der Hadschi (früherer Mekka-Pilger) Om-Baschi (Hauptmann oder türkischer Dorfbefehlshaber). Auch christliche Mädchen und junge Frauen waren in besonderer Weise Opfer der osmanischen Eroberungen: Sie fanden sich wieder in den Harems der Reichen oder wurden zur Beute der Soldaten. "Gefangenentötung, Kinderraub, Versklavung und Menschenhandel, verbunden mit unsäglichen Zerstörungen oder Schändungen christlicher Kirchen und Heiligtümer - all dies geschah nicht nur als Kollateralschaden der Kriege, als Folgen einer ohnehin gewalttätigen Zeit; diese Gräuel waren, wie auch die von den Christen zu entrichtende Sondersteuer, ganz bewusst eingesetzt Demütigungen.... Zu diesen Demütigungen gehörte auch die den Christen wie den Juden auferlegte Pflicht, sich durch ein besonderes Anzeichen an der Kleidung kenntlich zu machen. Auch war der Besitz von Waffen und Pferden den Nichtmuslimen verboten." Von Toleranz konnte unter diesen Umständen keine Rede mehr sein, zumal die Christen ihren Glauben nicht in der Öffentlichkeit ausüben und bekennen durften. Gewalt gegen die Christen und die Einwanderung türkischstämmiger Bevölkerung brachte die Christen in vielen Regionen in eine Minderheitenposition.  [29]

1204 hatte eine perfide venezianische Politik, die nur ihren eigenen Handelsinteressen folgte, das Heer des vierten Kreuzzugs statt nach Ägypten nach Konstantinopel geführt, das von Thronstreitigkeiten geschwächt war. "Zu spät erkannten die Führer der Kreuzfahrer, dass sie hier die Saat für einen Jahrhunderte währenden Hass gelegt hatten.... Was sich 1204 in Konstantinopel ereignete, war daher kein bloßer historischer Unglücksfall, sondern die Urkatastrophe des hohen Mittelalters, die die Christenheit des Ostens in eine tiefe Finsternis werfen sollte." Die Nutznießer von Misstrauen und Hass zwischen den Christen waren die Osmanen. Eine byzantinische Stadt nach der anderen wurde von ihnen erobert. 1430 fiel Thessaloniki nach zweimonatiger Belagerung in die Hände Murads II. "Bürger jeden Alters und jeden Geschlechts wurden hingerichtet, viele auch versklavt und deportiert; die Söhne wurden den Eltern durch die Knabenlese genommen, die Kirchen entweder, wie viele Paläste und Häuser, zerstört oder in Moscheen umgewandelt, wobei die prachtvollen Mosaike mit den Darstellungen Jesu, Maria oder der Heiligen und Engel übertüncht wurden. Die ganze Stadt wurde der Plünderung preisgegeben. Murad verfügte, dass die nunmehr nahzu entvölkerte Metropole durch türkische Siedler wieder aufgefüllt werde. So war aus der altehrwürdigen byzantinischen Metropole eine osmanische Geworden, in der sich als Grieche nur der noch zu behaupten vermochte, der zum Islam konvertierte." [30]

Widerstandskämpfer und christliche Bündnisse gegen die Osmanen versuchten den Vormarsch aufzuhalten. So war die Rolle Polens und Ungarns als des Schutzschildes Europas vor der türkischen Bedrohung in Europa bekannt. Die Biografie eines Georg Kastriota (1405-1468), bekannt und bis auf den heutigen Tag in Albanien tief verehrt unter dem Namen "Skanderbeg", zeigt auf weite Strecken viel von dem charakteristischen Schicksal Adeliger in den osmanischen Expansionsgebieten: Sein Vater, der seinen Stammsitz im mittelalbanischen Kruja hatte, versuchte sich seit Beginn des 15. Jahrhunderts der osmanischen Übermacht zu erwehren, musste aber schließlich kapitulieren und seinen Sohn Georg nach einer Knabenlese als Geisel in die Hände des Sultans geben; er musste zum Islam konvertieren, wurde in die Elitetruppe der Janitscharen aufgenommen und machte Karriere als Offizier. Später hat er als Gouverneur ("beg") die Macht in seiner Heimatstadt übernommen und dem Sultan seinen Gehorsam aufgekündigt. "Diese Unabhängigkeitserklärung war verbunden mit einer Rückkehr zum Katholizismus. Sein militärisches Talent brachte ihm so manchen Sieg über die osmanischen Besatzungstruppen Albaniens, doch seine größte politische Leistung war ein 1444 geschlossenes Bündnis (Liga von Lezha/Alessio) des albanischen und montenegrinischen Adels unter seiner Führung, dem auch Venedig beitrat. Dieses Bündnis beendete die osmanische Herrschaft über den größten Teil Albaniens und zwang Sultan Mehmed II. 1461 und 1464 nach langen Kämpfen zu kuzzeitigen Waffenstillstandsvereinbarungen. In dieser Zeit versuchte Skanderbeg persönlich von Neapel, das formell Lehensherr war, Unterstützung zu erlangen. Er brachte aber nur päpstliche Ehrungen, Geldgeschenke und die Übereignung von Landgütern in Süditalien nach Hause. Bis zum Tode Skanderbegs 1468 blieben dennoch alle Versuche der Osmanen, Albanien wieder unter ihre Gewalt zu bringen, erfolglos. Erst zehn Jahre nach Skanderbegs Tod konnten die Albaner dem Druck der Türken nicht mehr standhalten, und Skanderbegs Familie emigrierte, nachdem sie einen erheblichen Blutzoll entrichten musste, nach Süditalien." [31]

Die wohl schwersten Stunden seines Pontifikates erlebte der Papst, als ihm die Nachricht vom Fall Konstantinopels überbracht wurde. Noch man 11. Oktober 1451 hatte er einen Brief an Kaiser Konstantin XI. geschickt und darin die Griechen zur Anerkennung der Union von Florenz aufgefordert. Er stellte dem Kaiser lebhaft vor Augen, dass "jedes Schisma das Werk Satans sei und in der ganzen Geschichte stets strenger bestraft wurde als jedes andere Vergehen. So sei das einst so herrliche Byzantinische Reich in die Hand der Feinde des Kreuzes geraten, mit der Folge eines unvorstellbaren Niedergangs an Glaube und Kultur. Der Kaiser möge das Schicksal Israels bedenken, das dem göttlichen Strafgericht verfallen sei." Tatsächlich war in Konstantinopel die in Florenz vereinbarte Union so aufgenommen worden, als hätte sie nie stattgefunden, und schon längst hatten die Unionsgegner dort die Oberhand. "Der Brief des Papstes zeigte bei dem gutwilligen Konstantin dennoch Wirkung, denn am 12. Dezember 1452 verkündete er in der Hagia Sophia in Anwesenheit des päpstlichen Legaten, Kardinal Isidor von Kiew, die Union - doch er stieß damit auf keinerlei Resonanz in Klerus und Volk. Im Gegenteil, ein hoher griechischer Würdenträger gab wieder, was die meisten dachten: 'Lieber wollen wir die Macht des türkischen Turbans als diejenige der lateinischen Tiara in der Stadt sehen.' Gründe für diese Blindheit und Halsstarrigkeit waren die Erinnerung an die Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer sowie die über Jahrhunderte verlaufene unterschiedliche theologische und geistliche Entwicklung beider Kirchen, die durch theologische Konsenspapiere nicht so einfach aus der Welt zu schaffen war." Mehmed II. kannte keine Gnade. Auf die Leiden der christlichen Soldaten folgten noch größere der Zivilbevölkerung: "Eine vielzahl von Frauen wurde vergewaltigt, die jungen Mädchen den osmanischen Kriegern zur Beute gegeben; es wurde auf bestialische Weise gemordet, geplündert und gebrandschatzt; Tausende, gleich welchen Alters oder Geschlechts, wurden in die Sklaverei geführt (man schätzt ihre Zahl auf 40000-50000), so dass in den etwa drei Tage dauernden Schrecknissen manche der Überlebenden die Toten beneideten und Mehmed II., als die Nachricht von den Gräueltaten in den Westen gelangt war, für den Antichristen selbst gehalten wurde." Die Hagia Sophis und viele andere Kirche wurden entweiht und in Moscheen verwandelt. Der Papst mahnt die christlichen Machthaber zu Frieden untereinander, um gemeinsam gegen den "Antichristen Mehmed" vorgehen zu können. "Die allerhärtesten Strafen aber sollten jene treffen, die die christliche Sache verrieten und mit den Türken gemeinsame Sache machten." Unzählige "Türkenreden" der Humanisten folgten.  1455 erwuchs die "große italienische Liga", ein Schutz- und Trutzbündnis der beteiligten Staaten. Dieses mochte zwar den großen Feind im Osten von der allgemein befürchteten Expansion nach Italien abgehalten haben, doch eine Offensivkraft im Sinne einer Reconquista des Balkans oder gar des Vorderen Orients entwickelte das Bündnis nicht.  [32]

Auch Ungarn rüstete sich gegen die Osmanen. Der päpstliche Gesandte Kardinal Juan Carvajal trug wesentlich dazu bei, den ungarischen König ganz auf die Aufgabe der "Verteidigung der abendländischen Christenheit zu konzentrieren und den mutlos gewordenen ungarischen Edlen wieder Hoffnung auf die Hilfe des Westens einzuflößen." Während Capestrano ein vom Papst geweihtes Bildnis des Gekreuzigten über das militärische Unternehmen hielt, durchbrach Hunyadi mit wenigen Schiffen den Belagerungsring auf der Donau, lockte die inzwischen in die Festung eingedrungenen Janitscharen in einen Hinterhalt und trieb schließlich das osmanische Hauptheer in panische Flucht, nachdem der Anführer gefallen und der Sultan verletzt worden war. "Nikolaus von Kues hatte von einem Sieg des Kreuzes Christi über die Feinde des Kreuzes gesprochen." Prozessionen und eigens verfasste Gebete "zur Abwehr der Türkengefahr" sollten im ganzen Abendland abgehalten werden. Schließlich wurde auch ein tägliches Glockenläuten zu Mittag befohlen - es hat sich im Zuge der späteren Türkenexpansion so eingebürgert, dass es sich bis auf den heutigen Tag erhalten hat. Eine Rede des Papstes, die mehr war als nur ein Ausdruck von Gelehrsamkeit und des historischen Wissens, lenkte seine Zuhörer implizit auf die "Tatsache, dass das Vordringen der Muslime geschichtstheologisch nichts anderes sei als der Versuch der widergöttlichen Mächte, die Sichtbarkeit Christi in der Welt auszulöschen. Darum gipfelt seine Schilderung der von den Türken bei der Eroberung Konstantinopels ausgeübten Schreckenstaten auch nicht in der Ermordung unzähliger Christen oder in deren Versklavung, sondern in der Schändung und Verspottung des Kreuzes. Der Kampf gegen die Muslime ist damit zu einem Existenzkampf der Christenheit geworden, weil der Islam sich gegen die Menschwerdung Gottes selbst richtet; er ist keineswegs ein bloß politisches Ringen, das nur religiös verbrämt wäre. Schon in seiner Einleitungsbulle hatte Pius Mohammed einen 'falschen Propheten" genannt und seine Anhänger 'blutdürstige Scharen des giftigen Drachen', die das Christentum auszulöschen versuchten." Jeder Sieg Mehmeds, so der Papst, werde werde für ihn nur die Stufe zu einem zweiten sein, "bis er nach Bezwingung aller Könige des Abendlandes das Evangelium Christi gestürzt und aller Welt das Gesetz seines falschen Propheten auferlegt haben wird." Pius' II. Türkenpolitik wartet noch mit einer Überraschung auf, die Vorbild sein könnte für alle muslimischen Krisenherde dieser Welt. 1461 entschloss sich Pius zu einem Schreiben an Sultan Mehmed. Darin fordert er diesen auf, "sich der Wahrheit zu öffnen und sich zu Christus zu bekehren." Der Papst greift auf die Geschichte zurück, indem er historische Vorbilder nennt: Konstantin den Großen, den Frankenkönig Chlodwig, Stephan von Ungarn oder auch den Westgoten Rekkared. Ebenfalls in diesem Brief schreibt der Papst, "dass der Koran die christliche Kultur nicht überwinden werde". Eine Ermutigung zum Kampf ebenso wie zu einer intellektuellen Offensive des Christentums mochten das geistliche Rom und darüber hinaus viele Pilger aus allen Ländern Europas erfahren haben, als am 12. April 1462 das Haupt des Apostels Andreas in einer feierlichen Prozession von Amalfi nach St. Peter in Rom gebracht wurde. Der Heilige Andreas, der Schutzpatron Griechenlands, Konstantinopels, Russlands und Rumäniens, "wurde um Hilfe gegen die Türken angefleht und seine Ehrung im Zentrum der Christenheit als ein Unterpfand für den kommenden Sieg des Christentums verstanden."  [33]

In seinem Werk "De pace fidei" legt der Cusaner die Grundlehren des Christentums so dar, dass die Nichtchristen zum Verstehen geführt werden. Umgekehrt zeigt Nikolaus von Kues in seiner Schrift "Kritik des Alchoran (De cribratione Alchorani)" ein vertieftes Verständnis des Islam; er benennt darin klar die "Irrtümer des Koran, widerspricht auch der muslimischen These einer Offenbarung Gottes im Koran".[34]

Unter Bayezid II. erhöhte sich der osmanische Druck auf Venedig. "Es begann mit einem Akt der Verstellung, wie ihn der Koran erlaubt, wenn es darum geht, Glaubensfeinde zu bekämpfen. Die Venezianer wurden in Sicherheit gewiegt, und die Türken signalisierten eine Fortführung der Politik wechselseitigen Einvernehmens. Doch dann verhaftet man ohne jede Kriegserklärung die in Konstantinopel befindlichen venezianischen Gesandten und Kaufleute. Die Venezianer entsandten auf diese Provokation hin eine Flotte, die im August 1499 zuerst bei Sapienza, dann bei Navarino von den Türken geschlagen wurde. Noch im selben Monat fielen Lepanto, dessen Name noch eine große Bedeutung erlangen, unter osmanischer Herrschaft aber der wohl größte Umschlagplatz für osmanische Sklaven werden sollte, und die auf dem südlichen Peloponnes gelegene Festung Modon (Methoni). Um 1500 musste die ebenfalls messenische Festung Korone von den Venezianern aufgegeben werden." Der Kaiser dachte an ein Bündnis aller christlichen Mächte gegen die Osmanen. Frankreichs "allerchristlichster König" stellte sich jedoch in perfider Weise sogar auf die Seite der Türken und konspirierte mit ihnen. Dennoch wurden die türkischen Weltmachtsträume 1536 erschüttert, als der Kaiser die Pläne für eine gegen Tunis gerichtete gemeinsame Operation von Flotte (psanische und portugiesische Schiffe) und Heer entwarf. Damit wollte er eine der Hauptbasen Haireddins treffen und somit dem Korsarenunwesen einen Riegel vorschieben. Hairedin konnte Barbarossa zwar entkommen, doch wurden 70000 christliche Sklaven befreit. "Bedenklich stimmen musste den Kaiser, dass viele der eroberten Geschütze aus französischer Produktion stammten und noch das Lilienwappen trugen. Von einer Geschlossenheit des Abendlandes wie bei den Kreuzzügen des Hochmittelalters konnte also keine Rede mehr sein." Die Türken hatten dennoch genügend vor allem christliche Sklaven als Ruderer zur Verfügung. Karl konnte sich noch immer auf Andrea Doria verlassen, war jedoch selbst durch den Krieg gegen Frankreich stark in Beschlag genommen. "Und dieses Frankreich steuerte einen Kurs, der geradezu auf ein Bündnis mit den Türken hinauslief." Venedig gab seine Appeasement-Politik auf und gesellte sich den Verteidigern Europas bei.  [35]
 

Angriff auf Malta und Zypern

Im März 1565 verließ eine Flotte von etwa 130 türkischen Kriegsschiffen mit einer Invasionsarmee von mehr als 40000 Mann an Bord Istanbul in Richtung Malta. Die Kommandogewalt über dieses Unternehmen lief bei dem früheren Korsaren Dragut zusammen, der die Strategie Haireddins weiterverfolgte. Die Befehlsgewalt vor Ort lag bei Mustafa Pascha. Die Johanniter auf Malta verfügten nur über etwa 600 Mann Ritter und Kriegsleute, dazu kamen weniger als 5000 Söldner aus Spanien, Italien und von den maltesischen Inseln selbst. Der Großmeister der Malteser hatte sie eingeschworen "auf einen Kampf um das Überleben des Christentums und des Evangeliums. Dass dies keineswegs nur Propaganda war, führten ihnen die Geschehnisse fast täglich vor Augen: Wer in türkische Hand geriet, wurde auf bestialische Weise zum Tode gefoltert." Das felsige Malta widerstand dem Beschuss der Osmanen. Der Zeitplan der türkischen Eroberung geriet völlig durcheinander. Als die Angreifer dann noch die Kunde vom Anrücken eines 8000 Mann starken spanischen Heeres vernahmen, das Spaniens König Philipp II. zum Entsatz schickte, da brachen sie die Belagerung ab. Es gab jedoch noch ein Nachgefecht. Ein christlicher Überläufer, ein zum Christentum gezwungener Moriske, hatte Mustafa Pascha berichtet, das spanische Entsatzheer sei kleiner als gemeldet und überdies ermattet durch die lange Seereise. Mustafa Pascha, der den Zorn seines Herrn wegen des verschenkten Sieges fürchtete, wollte noch einen letzten Triumpf heimholen und griff mit seiner Infanterie die anlandenden Spanier an. "Sie mochten sich an die Vielzahl der verschleppten, gemarterten und gemeuchelten Glaubensbrüder erinnert haben, die gerade an Spaniens Küsten zu beklagen waren, an die gekaperten Handelsschiffe und Fischerboote, die nie wieder in ihre Häfen zurückfanden, an die Schändungen der Kirchen und Klöster, an alle Demütigungen, die die Christen Europas durch die Türken erfahren hatten - die Spanier rangen sich die letzten Kräfte ab und trieben die Türken schliesslich in panische Flucht." 1570 überfielen die Türken mit etwa 50000 Mann Zypern. Dass die Eroberung gelang, lag nicht nur an der zahlenmäßigen Überlegenheit der Angreifer. Die Zyprioten waren der venezianischen Herrschaft überdrüssig; sie halfen daher nicht bei der Verteidigung der Insel; zudem hatten die Türken ihnen faire Behandlung und Steuerermäßigung versprochen. "Manche spionierten sogar für den Angreifer oder leisteten Unterstützerdienste. Die Türken honorierten dies keineswegs, sondern töteten oder versklavten nach sechswöchigen Belagerung Nikosias (9.11.1570) unzählige Zivilisten - meist Frauen und Kinder, die Männer wurden liquidiert -, zerstörten die Stadt und machten die Kathedrale zur Moschee." Famagusta wehrte sich lange gegen den Ansturm der Türken, weil ein tiefes Einvernehmen mit den Katholiken darüber bestand, dass eine türkische Herrschaft für alle ein Übel sei. Aber Famagusta war nicht Malta; die Türken unterminierten die Festung, so dass die Venezianer schließlich kapitulierten. "Der Türke brach schließlich alle Zusagen, ließ die militärische Elite der Venezianer köpfen, Bragadino aber nach mehreren Scheinhinrichtungen grausam foltern und schließlich unter schlimmen Demütigungen und abstoßenden Quälereinen ermorden. Bragadino aber, der während dieser grauenvollen Prozedur immer wieder zur Konversion zum Islam aufgefordert wurde, erwiderte, dass er als Christ leben und sterben wolle. Als die Berichte über diese Gräuel Venedig erreichten, da bewirkten sie eine grundsätzliche Änderung der venezianischen Politik: Venedig und Spanien fanden sich in einer Neuauflage der Heiligen Liga gegen die Osmanen zusammen."  [36]
 

Der Sieg von Lepanto

Das große Ziel hat auch Pius V. (1566-1572) verfehlt: eine Allianz aller europäischen Mächte, einschließlich Englands, Frankreichs, des Heiligen Römischen Reichs und sogar Polens und Russlands. Das protestantisch gewordene England hatte kein Interesse. Frankreich trat nicht der Liga bei, sondern versuchte deren Zustandekommen bis zum letzten Augenblick zu hintertreiben. So konzentriete sich die Gründung der Heiligen Liga auf Spanien, Venedig und den Heiligen Stuhl selbst. "Am 19. Mai 1571 war es endlich so weit: Die Liga wurde auch formell beschlossen, nachdem man sich noch einmal ihres offensiven wie defensiven Charakters versichert und das Banner des Oberbefehlshabers an König Philipps Halbbruder Juan d'Austria übergeben hatte. Weitgespannte Erwartungen begleiteten das Bündnis, so etwa die Vorstellung, auch die vom Sultan abhängigen muslimischen Staaten zu bekämpfen und damit den Islam auf breiter Front zurückzudrängen." Don Juans Männer hatten verstanden, dass sie nicht allein für Sold und Beute, "sondern für die Freiheit Europas, des Abendlandes, für den christlichen Glauben und die Kirche fochten." Sie selbst waren Träger eines Freiheitskampfes geworden. Und Don Juan setzte dafür ein eindrucksvolles Zeichen: "Er befahl, die Rudersklaven auf den Galeeren loszuketten - das konnte ihnen im Falle des Unterganges des Schiffes das Leben retten - und ihnen nach der Schlacht die Freiheit zu geben." Die Flotte der Liga, der auch Genua, die Städte der Toskana, Savoyen und die Johanniter auf Malta beitraten, war trotz ihrer beachtlichen Größe der osmanischen Flotte, die von Ali Pascha geführt wurde, vor allem an Zahl der Kampftruppen weit unterlegen. Noch Unheilverheißender waren die Streitigkeiten zwischen den Flottenadmiralen, deren fortwährende Uneinigkeit durch türkische Spione dem Gegner gemeldet wurde. In der Aufstellung der christlichen Flotte bewährten sich das strategische und taktische Genie Don Juans. Er verstand es, schnelle und wendige Galeeren mit den schweren Galeeren und den gewaltigen, damit auch trägen Galeassen so klug zu verbinden, dass sich die Schiffe nicht gegenseitig behinderten. Zugleich ordnete er die Schiffe in einer sechs Kilometer langen Reihe so an, dass jedes Schiff den Nachbarschiffen nahe genug war, um Hilfe zu leisten, zugleich aber der Abstand auch groß genug war, damit sich die Schiffe nicht gegenseitig behinderten. Die christlichen Schiffe waren mit mehr Kanonen bestückt, hatten also eine weitaus größere Feuerkraft. Vor allem besaß die christliche Flotte in ihrem Zentrum mehrere schwere Galeassen, die ihre Kanonen nicht nur, wie bei Galeeren üblich, an dem schmalen Bug postiert hatten, sondern an den Schiffsseiten und darüber hinaus im Vergleich zu den dünnwandigen Galeeren über eine viel stärkere Panzerung verfügten. Die christliche Marine war damit technisch innovativer als die osmanische. Der Plan Don Juans ging auf: Das Kanonenfeuer richtete schwerste Verwüstungen unter der osmanischen Flotte an. Der größte Teil der osmanischen Flotte wurde - bei relativ geringen Schiffsverlusten der Christen - versenkt oder schwer beschädigt, mehr als 12000 christliche Rudersklaven konnten befreit werden. Der Papst führte für den 7. Oktober das Fest "Maria vom Siege" ein, das Papst Gregor XIII. zum "Rosenkranzfest" umbenannte. Nach Pius' V. Tod, brach die Liga jedoch wieder auseinander. Der Konflikt mit Frankreich und der Abfall der Niederlande banden Spaniens Kräfte. An eine Politik der Eindämmung oder gar Wiedereroberung der von den Osmanen besetzten christlichen Gebiete war nicht zu denken. Erst Ende des 17. Jahrhunderts sollte eine Wiedergeburt der Liga die Türkengefahr für immer bannen. [37]
 
"We must straight employ you 
Against the general enemy Ottoman."  - Shakespeare

The tyrant custom, most grave senators,
Hath made the flinty and steel couch of war
My thrice-driven bed of down: I do agnize
A natural and prompt alacrity
I find in hardness, and do undertake
These present wars against the Ottomites" - Shakespeare

"Was gibt es hier? Woher entspann sich dies?
Sind wir denn Türken? Tun uns selber das,
Was den Ungläubigen der Himmel wehrt?
Schämt Euch als Christen! Laßt Eur heidnisch Raufen;
Wer sich noch rührt und zäumt nicht seine Wut,
Der wagt sein Leben dran; ein Schritt ist Tod.
Still mit dem Sturmgeläut! Es schreckt die Insel
Aus ihrer Fassung. Was geschah."  - Shakespeare

"Wie ekel, schal und flach und unersprießlich
Scheint mir das ganze Treiben dieser Welt!" - Shakespeare

Engel und Boten Gottes, steht uns bei! -
Angels and ministers of grace defend us!" - Shakespeare

Etwas ist faul im Staate Dänemarks - 
Something is rotten in the state of Denmark"  - Shakespeare

Ihr tut, was Euch Beruf und Neigung heißt
- Denn jeder Mensch hat Neigung und Beruf,
Wie sie denn sind -, ich für mein armes Teil,
Seht Ihr, will beten gehn." - Shakespeare

 Welch ein Meisterwerk ist der Mensch! Wie edel durch Vernunft! Wie unbegrenzt an Fähigkeiten! In Gestalt und Bewegung wie bedeutend und wunderwürdig! Im Handeln wie ähnlich einem Engel! Im Begreifen wie ähnlich einem Gott! Die Zierde der Welt! Das Vorbild der Lebendigen! - What a piece of work is a man! How noble in reason! How infinite in faculty! in form, in moving, how express and admirable! in action how like an angel! in apprehension how like a god! the beauty of the world! the paragon of animals!" - Shakespeare

Der große Säugling, den Ihr da seht, ist noch nicht aus den Kinderwindeln - The great baby you see there is not yet out of his swaddling-clouts." - Shakespeare

Dieser Kiebiz ist mit der halben Eierschale auf dem Kopfe aus dem Nest gelaufen - This lapwing runs away with the shell on his head"  - Shakespeare

Was ist der Mensch,
Wenn seiner Zeit Gewinn, sein höchstes Gut
Nur Schlaf und Essen ist? Ein Vieh, nichts weiter.
Gewiß, der uns mit solcher Denkkraft schuf,
Voraus zu schaun und rückwärts, gab uns nicht
Die Fähigkeit und göttliche Vernunft,
Daß ungebraucht sie in uns schimmle."  - Shakespeare

What is a man,
If his chief goal and market of his time
be but to sleep and feed? a beast, no more.
Sure he that made us with such large discourse,
Looking before and after, gave us not 
That capability and god-like reason
To fust in us unus'd"  - Shakespeare

Er machte Umstände mit seiner Mutter Brust, ehe er daran sog. Auf diese Art hat er, und viele andere von demselben Schlage, in die das schale Zeitalter verliebt ist, nur den Ton der Mode und den äußerlichen Schein der Unterhaltung erhascht, eine Art von Schaumansammlung, die sie weiterträgt, und zwar durch die tiefsten und gesiebtesten Beurteilungen hindurch; aber man puste sie nur zu näherer Prüfung an, und die Blasen platzen."  - Shakespeare


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[1] Vgl. Kurs Nr. 554 Friedrich Hölderlin. Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Vgl. Kurs Nr. 545 Sittenlehre. Ib.
[3] Vgl. Kurs Nr. 544 Staats- und Rechtslehre. Ib.
[4] Vgl. Kurs Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Ib.
[5] Vgl. Kurs Nr. 512 Novalis. Ib.
[6] Vgl. Kurs Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion - Philosophy of Science, Art and Religion. Ib.
[7] Vgl. Kurse Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung. Ib.
[8] Karl Jaspers spricht vom ungeheuren "Wagnis menschlicher Möglichkeiten der Freiheit", und dass sie seelisch den Boden verlieren kann oder auch heute noch der Gefahr von muslimisierten Türken und anderen Muslimen ausgesetzt ist, "wobei aufgehoben würde die abendländische Freiheit, die Idee der Persönlichkeit, die Weite der abendländischen Kategorien, das helle Bewusstsein. Statt dessen würde das ewige Asiatische übrigbleiben: die despotische Form des Daseins, die Geschichtslosigkeit und Entscheidungslosigkeit, die Stabilisierung des Geistes in Fatalismen. (...) Der Offenbarungsbegriff gehört allein der biblischen Religion. Die Offenbarung ist geschehen und ist vollendet. Der Offenbarungsgedanke wird unlösbar mit der biblischen Religion verbunden bleiben. In der Helle unserer Welt würde eine mit dem Anspruch einer neuen Gottesoffenbarung auftretende Prophetie vielleicht immer als Wahnsinn wirken oder als falsche Prophetie, als Aberglaube, der Versinkt vor der einen großen wahren Prophetie, die vor Jahrtausenden stattfand. (...)  Das Philosophieren wird dabei in jedem Falle Wesentliches leisten. Es lohnt uns, denkend den Absurditäten, Fälschungen, Verkehrungen und dem Ausschließlichkeitsanspruch geschichtlicher Wahrheit und der blinden Intoleranz zu widerstehen. Und es führt auf den Weg dorthin, wo die Liebe ihre Tiefe gewinnt in wirklicher Kommunikation. Dann würde in dieser Liebe durch das Gelingen der Kommunikation den Fernsten aus ihrer geschichtlichen Ursprungsverschiedenheit doch die Wahrheit sich zeigen, die uns verbindet." (Karl Jaspers). Vgl. Kurse Nr. 552 William Shakespeare, Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa, Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 509 Philosophie der Freiheit. Ib.
[9] Vgl. Kurse Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 506 Wladimir Solowjew: Europa im 21. Jahrhundert. Ib.
[10] Vgl. Kurs Nr. 505 Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Ib.
[11] Vgl. Kurs Nr. 556 - Torquato Tasso. Ib.
[12] Vgl. Kurs Nr. 557 - Ariosto. Ib.
[13] Vgl. Kurs Nr. 558 - Calderon de la Barca. Ib.
[14] Vgl. Kurs Nr. 559 - Wolfram von Eschenbach. Ib.
[15] Vgl. Kurs Nr. 560 - Walter von der Vogelweide. Ib.
[16] Weitere Literatur in  Kurs Nr. 552 William Shakespeare. Ib.
[17] Stefan Zweig schreibt über die Die Eroberung von Byzanz am 29. Mai 1453 und Greueltaten des türkischen Sultans: "Am 5. Februar 1451 bringt ein geheimer Bote dem ältesten Sohn des Sultans Murad, dem einundzwanzigjährigen Mahomet, nach Kleinasien die Nachricht, daß sein Vater gestorben sei. Ohne seine Minister, seine Berater auch nur mit einem Wort zu verständigen, wirft sich der ebenso verschlagene wie energische Fürst auf das beste seiner Pferde, in einem Zug peitscht er das herrliche Vollblut die hundertzwanzig Meilen bis zum Bosporus und setzt sofort nach Gallipoli auf das europäische Ufer über. Dort erst entschleiert er den Getreusten den Tod seines Vaters, er rafft, um jeden anderen Thronanspruch von vorneweg niederschlagen zu können, eine auserlesene Truppe zusammen und führt sie nach Adrianopel, wo er auch tatsächlich ohne Widerspruch als Gebieter des ottomanischen Reiches anerkannt wird. Gleich seine erste Regierungshandlung zeigt Mahomets furchtbar rücksichtslose Entschlossenheit. Um im voraus jeden Rivalen gleichen Blutes zu beseitigen, läßt er seinen unmündigen Bruder im Bade ertränken, und sofort darauf – auch dies beweist seine vorbedenkende Schlauheit und Wildheit – schickt er dem Ermordeten den Mörder, den er zu dieser Tat gedungen, in den Tod nach. Die Nachricht, daß statt des bedächtigeren Murad dieser junge, leidenschaftliche und ruhmgierige Mahomet Sultan der Türken geworden sei, erfüllt Byzanz mit Entsetzen. Denn durch hundert Späher weiß man, daß dieser Ehrgeizige geschworen hat, die einstige Hauptstadt der Welt in seinen Besitz zu bringen, daß er trotz seiner Jugend Tage wie Nächte mit strategischen Erwägungen für diesen seinen Lebensplan verbringt; zugleich aber melden auch alle Berichte einmütig die außerordentlichen militärischen und diplomatischen Fähigkeiten des neuen Padischahs. Mahomet ist ... ein Barbar, der Blut verschüttet wie Wasser. ...Das Imperium Byzantinum, das oströmische Kaiserreich, das einstens die Welt umspannte, von Persien bis zu den Alpen und wieder bis zu den Wüsten Asiens sich erstreckend, ein Weltreich, in Monaten und Monaten kaum zu durchmessen, kann man nun in drei Stunden zu Fuß bequem durchschreiten: kläglicherweise ist von jenem byzantinischen Reich nichts übriggeblieben als ein Haupt ohne Leib, eine Hauptstadt ohne Land; Konstantinopel, die Konstantinstadt, das alte Byzantium, und selbst von diesem Byzanz gehört dem Kaiser, dem Basileus, nur mehr ein Teil, das heutige Stambul, während Galata schon an die Genueser und alles Land hinter der Stadtmauer an die Türken gefallen ist; handtellergroß ist dieses Kaiserreich des letzten Kaisers, gerade nur eine riesige Ringmauer um Kirchen, Paläste und das Häusergewirr, das man Byzanz nennt. Geplündert schon einmal bis auf das Mark von den Kreuzfahrern, entvölkert von der Pest, ermattet von der ewigen Abwehr nomadischer Völker, zerrissen von nationalen und religiösen Streitigkeiten, kann diese Stadt weder Mannschaft noch Mannesmut aufbringen, um sich aus eigner Kraft eines Feindes zu erwehren, der sie mit Polypenarmen von allen Seiten längst umklammert hält; der Purpur des letzten Kaisers von Byzanz, Konstantin Dragases, ist ein Mantel aus Wind, seine Krone ein Spiel des Geschicks. Aber eben weil von den Türken schon umstellt und weil geheiligt der ganzen abendländischen Welt durch gemeinsame jahrtausendalte Kultur, bedeutet dieses Byzanz für Europa ein Symbol seiner Ehre; nur wenn die geeinte Christenheit dieses letzte und schon zerfallende Bollwerk im Osten beschirmt, kann die Hagia Sophia weiterhin eine Basilika des Glaubens bleiben, der letzte und zugleich schönste Dom des oströmischen Christentums. Konstantin begreift sofort die Gefahr. Trotz aller Friedensreden Mahomets in begreiflicher Angst, sendet er Boten auf Boten nach Italien hinüber, Boten an den Papst, Boten nach Venedig, nach Genua, sie mögen Galeeren schicken und Soldaten. Aber Rom zögert und Venedig auch. Denn zwischen dem Glauben des Ostens und dem Glauben des Westens gähnt noch immer die alte theologische Kluft. Die griechische Kirche haßt die römische, und ihr Patriarch weigert sich, in dem Papst den obersten Hirten anzuerkennen. Zwar ist längst im Hinblick auf die Türkengefahr in Ferrara und Florenz auf zwei Konzilien die Wiedervereinigung der beiden Kirchen beschlossen und dafür Byzanz Hilfe gegen die Türken zugesichert. Aber kaum daß die Gefahr für Byzanz nicht mehr so brennend gewesen, hatten sich die griechischen Synoden geweigert, den Vertrag in Kraft treten zu lassen; jetzt erst, da Mahomet Sultan geworden ist, siegt die Not über die orthodoxe Hartnäckigkeit: gleichzeitig mit der Bitte um rasche Hilfe sendet Byzanz die Kunde seiner Nachgiebigkeit nach Rom. Nun werden Galeeren ausgerüstet mit Soldaten und Munition, auf einem Schiffe aber segelt der Legat des Papstes mit, um die Versöhnung der beiden Kirchen des Abendlandes feierlich zu vollziehen und vor der Welt zu bekunden, daß, wer Byzanz angreift, das geeinte Christentum herausfordere. ...Zum erstenmal wird in dieser Kirche wieder der Name des Papstes ins Gebet eingeschlossen, zum erstenmal schwingt sich gleichzeitig in lateinischer und in griechischer Sprache der fromme Gesang hinauf in die Wölbungen der unvergänglichen Kathedrale, während der Leichnam des heiligen Spiridion in feierlichem Zuge von beiden befriedeten Kleriseien einhergetragen wird. Osten und Westen, der eine und andere Glaube scheinen für ewig verbunden, und endlich ist wieder einmal nach Jahren und Jahren verbrecherischen Haders die Idee Europas, der Sinn des Abendlandes erfüllt. Aber kurz und vergänglich sind die Augenblicke der Vernunft und der Versöhnung in der Geschichte. Noch während sich in der Kirche fromm die Stimmen im gemeinsamen Gebet vermählen, eifert bereits draußen in einer Klosterzelle der gelehrte Mönch Genadios gegen die Lateiner und den Verrat des wahren Glaubens; kaum von der Vernunft geflochten, ist das Friedensband vom Fanatismus schon wieder zerrissen, und ebensowenig wie der griechische Klerus an wirkliche Unterwerfung denkt, entsinnen sich die Freunde vom andern Ende des Mittelmeeres ihrer verheißenen Hilfe. Ein paar Galeeren, ein paar hundert Soldaten werden zwar hinübergesandt, aber dann wird die Stadt ihrem Schicksal überlassen." Mahomet beschwört öffentlich und feierlich bei Gott und seinem Propheten, daß er die Verträge mit dem Basileus treulichst einhalten wolle. Gleichzeitig aber schließt "der Hinterhältige" eine Vereinbarung auf beiderseitige Neutralität mit den Ungarn und den Serben für drei Jahre – für eben jene drei Jahre, innerhalb welcher er ungestört die Stadt in seinen Besitz bringen will. Dann erst, nachdem Mahomet genügend den Frieden versprochen und beschworen, provoziert er mit einem Rechtsbruch den Krieg. "Bisher hatte den Türken nur das asiatische Ufer des Bosporus gehört, und somit konnten die Schiffe ungehindert von Byzanz durch die Enge ins Schwarze Meer, zu ihrem Getreidespeicher. Diesen Zugang drosselt Mahomet nun ab, indem er, ohne sich auch nur um eine Rechtfertigung zu bemühen, auf dem europäischen Ufer, bei Rumili Hissar, eine Festung zu bauen befiehlt, und zwar an jener schmälsten Stelle, wo einst in den Persertagen der kühne Xerxes die Meerenge überschritten. Über Nacht setzen Tausende, Zehntausende Erdarbeiter auf das europäische Ufer, das vertragsmäßig nicht befestigt werden darf" und sie plündern zu ihrem Unterhalt die umliegenden Felder, sie reißen nicht nur die Häuser, sondern auch die altberühmte Sankt-Michaels-Kirche nieder, um Steine für ihre Zwingburg zu gewinnen; persönlich leitet der Sultan, rastlos bei Tag und Nacht, den Festungsbau, und ohnmächtig muß Byzanz zusehen, wie man ihm den freien Zugang zum Schwarzen Meer wider Recht und Vertrag abwürgt. Schon werden die ersten Schiffe, welche das bisher freie Meer passieren wollen, mitten im Frieden beschossen, und nach dieser ersten geglückten Machtprobe ist bald jede weitere Verstellung überflüssig. "Im August 1452 ruft Mahomet alle seine Agas und Paschas zusammen und erklärt ihnen offen seine Absicht, Byzanz anzugreifen und einzunehmen. Bald folgt der Ankündigung die brutale Tat; durch das ganze türkische Reich werden Herolde ausgesandt, die Waffenfähigen zusammenzurufen, und am 5. April 1453 überschwillt; wie eine plötzlich vorgebrochene Sturmflut eine unübersehbare ottomanische Armee die Ebene von Byzanz bis knapp an dessen Mauern." Endlich, am 20. April, um drei Uhr morgens, leuchtete ein Signal. In der Ferne hat man Segel erspäht. Es ist nicht die gewaltige, die erträumte christliche Flotte, aber immerhin: langsam vom Wind getrieben, steuern drei große genuesische Schiffe heran und hinter ihnen ein viertes, kleineres, ein byzantinisches Getreideschiff, das die drei größeren zu seinem Schutz in die Mitte genommen. Sofort sammelt sich ganz Konstantinopel begeistert an den Uferwällen, um die Helfer zu begrüßen. Doch gleichzeitig wirft sich Mahomet auf sein Pferd und galoppiert in schärfstem Ritt von seinem Purpurzelt zum Hafen hinab, wo die türkische Flotte vor Anker liegt, und gibt Befehl, um jeden Preis das Einlaufen der Schiffe in den Hafen von Byzanz, in das Goldene Horn, zu verhindern. Hundertfünfzig, allerdings kleinere Schiffe, zählt die türkische Flotte, und sofort knattern Tausende Ruder ins Meer. Mit Enterhaken, mit Brandwerfern und Steinschleudern bewehrt, arbeiten sich diese hundertfünfzig Karavellen an die vier Galeonen heran, aber scharf getrieben vom Wind überholen und überfahren die vier mächtigen Schiffe die mit Geschossen und Geschrei belfernden Boote der Türken. Majestätisch, mit breit geschwellten runden Segeln steuern sie, unbekümmert um die Angreifer, hin zum sichern Hafen des Goldenen Horns, wo die berühmte Kette, von Stambul bis Galata hinübergespannt, ihnen dann dauernden Schutz bieten soll gegen Angriff und Überfall.  Doch die Belagerten täuschen sich nicht mehr. Sie wissen: nun auch in der aufgerissenen Flanke gepackt, werden sie nicht lange Widerstand leisten hinter ihren zerschossenen Mauern, achttausend gegen hundertfünfzigtausend, wenn nicht baldigst Hilfe kommt. Aber hat nicht feierlichst die Signoria von Venedig zugesagt, Schiffe zu entsenden? Kann der Papst gleichgültig bleiben, wenn Hagia Sophia, die herrlichste Kirche des Abendlandes, in Gefahr schwebt, eine Moschee des Unglaubens zu werden? Versteht Europa, das in Zwist befangene, durch hundertfache niedere Eifersucht zerteilte, noch immer nicht die Gefahr für die Kultur des Abendlandes?   Sonst zerteilt in Spaltungen und religiösen Streit, sammelt sich die Bevölkerung in diesen letzten Stunden – immer erschafft erst die äußerste Not die unvergleichlichen Schauspiele irdischer Einigung. Damit allen gewärtig sei, was ihnen zu verteidigen obliege: der Glaube, die große Vergangenheit, die gemeinsame Kultur, ordnet der Basileus eine ergreifende Zeremonie an. Auf seinen Befehl sammelt sich das ganze Volk, Orthodoxe und Katholiken, Priester und Laien, Kinder und Greise, zu einer einzigen Prozession. Niemand darf, niemand will zu Hause bleiben, vom  Reichsten bis zum Ärmsten reihen sich fromm und singend alle zum »Kyrie eleison« in den feierlichen Zug, der erst die Innenstadt und dann auch die äußern Wälle durchschreitet. Aus den Kirchen werden die heiligen Ikonen und Reliquien geholt und vorangetragen; überall, wo eine Bresche in die Mauer geschlagen ist, hängt man dann eines der Heiligenbilder hin, damit es besser als irdische Waffen den Ansturm der Ungläubigen abwehren solle. Gleichzeitig versammelt Kaiser Konstantin um sich die Senatoren, die Edelleute und Kommandanten, um mit einer letzten Ansprache ihren Mut zu befeuern. Mahomet und Konstantin, beide wissen sie: dieser Tag entscheidet auf Jahrhunderte Geschichte. "Um ein Uhr morgens gibt der Sultan das Signal zum Angriff. Riesig wird die Standarte entrollt, und mit einem einzigen Schrei »Allah, Allah il Allah« stürzen sich hunderttausend Menschen mit Waffen und Leitern und Stricken und Enterhaken gegen die Mauern, während gleichzeitig alle Trommeln rasseln, alle Fanfaren tosen, Pauken, Zimbeln und Flöten ihr scharfes Getöne mit menschlichen Schreien und dem Donnern der Kanonen zu einem einzigen Orkan vereinigen. Mitleidlos werden zunächst die ungeübten Truppen, die Baschibozugs, gegen die Mauern geworfen – ihre halbnackten Leiber dienen im Angriffsplan des Sultans gewissermaßen nur als Prellböcke, bestimmt, den Feind zu ermüden und zu schwächen, bevor die Kerntruppe zum entscheidenden Sturm eingesetzt wird. Mit hundert Leitern rennen im Dunkel die Vorgepeitschten heran, sie klettern die Zinnen empor, werden herabgeworfen, stürmen wieder hinan, immer, immer wieder, denn sie haben keinen Rückweg: hinter ihnen, dem bloß zur Opferung bestimmten wertlosen Menschenmaterial, stehen schon die Kerntruppen, die sie immer wieder vortreiben in den fast sicheren Tod. Noch behalten die Verteidiger die Oberhand, ihren Maschenpanzern können die zahllosen Pfeile und Steine nichts anhaben. Aber ihre wirkliche Gefahr – und dies hat Mahomet richtig errechnet – ist die Ermüdung. In schweren Rüstungen fortwährend gegen die immer wieder vorpreschenden Leichttruppen kämpfend, ständig von einer Angriffsstelle zu der anderen springend, erschöpfen sie ein gut Teil ihrer Kraft in dieser aufgezwungenen Abwehr. Und als jetzt – schon beginnt nach zweistündigem Ringen der Morgen zu grauen – die zweite Sturmtruppe, die Anatolier, vorstürmen, wird der Kampf schon gefährlicher. Denn diese Anatolier sind disziplinierte Krieger, wohlgeschult und gleichfalls mit Maschenpanzern gegürtet, sie sind außerdem in der Überzahl und völlig ausgeruht, während die Verteidiger bald die eine, bald die andere Stelle gegen die Einbrüche schützen müssen. Aber noch immer werden überall die Angreifer zurückgeworfen, und der Sultan muß seine letzten Reserven einsetzen, die Janitscharen, die Kerntruppe, die Elitegarde des ottomanischen Heeres. In eigener Person stellt er sich an die Spitze der zwölftausend jungen, ausgewählten Soldaten, der besten, die Europa damals kennt, und mit einem einzigen Schrei werfen sie sich auf die erschöpften Gegner. Es ist höchste Zeit, daß jetzt in der Stadt alle Glocken läuten, um die letzten halbwegs Kampffähigen an die Wälle zu rufen, daß man die Matrosen heranholt von den Schiffen, denn nun kommt der wahre Entscheidungskampf in Gang. Zum Verhängnis für die Verteidiger trifft ein Steinschlag den Führer der Genueser Truppe, den verwegenen Condottiere Giustiniani, der schwer verwundet zu den Schiffen abgeschleppt wird, und sein Fall bringt die Energie der Verteidiger für einen Augenblick ins Wanken. Aber schon jagt der Kaiser selbst heran, um den drohenden Einbruch zu verhindern, noch einmal gelingt es, die Sturmleitern hinabzustoßen:  Entschlossenheit steht gegen letzte Entschlossenheit, und für einen Atemzug noch scheint Byzanz gerettet, die höchste Not hat wider den wildesten Angriff gesiegt. Da entscheidet ein tragischer Zwischenfall, eine jener geheimnisvollen Sekunden, wie sie manchmal die Geschichte in ihren unerforschlichen Ratschlüssen hervorbringt, mit einem Schlage das Schicksal von Byzanz. Etwas ganz Unwahrscheinliches hat sich begeben. Durch eine der vielen Breschen der Außenmauern sind unweit der eigentlichen Angriffsstelle ein paar Türken eingedrungen. Gegen die Innenmauer wagen sie sich nicht vor. Aber als sie so neugierig und planlos zwischen der ersten und der zweiten Stadtmauer herumirren, entdecken sie, daß eines der kleineren Tore des inneren Stadtwalls, die sogenannte Kerkaporta, durch ein unbegreifliches Versehen offengeblieben ist. Es ist an sich nur eine kleine Türe, in Friedenszeiten für die Fußgänger bestimmt während jener Stunden, da die großen Tore noch geschlossen sind; gerade weil sie keine militärische Bedeutung besitzt, hat man in der allgemeinen Aufregung der letzten Nacht offenbar ihre Existenz vergessen. Die Janitscharen finden nun zu ihrem Erstaunen diese Tür inmitten des starrenden Bollwerks ihnen gemächlich aufgetan. Erst vermuten sie eine Kriegslist, denn zu unwahrscheinlich scheint ihnen das Absurdum, daß, während sonst vor jeder Bresche, jeder Luke, jedem Tor der Befestigung Tausende Leichen sich türmen und brennendes Öl und Wurfspieße niedersausen, hier sonntäglich friedlich die Tür, die Kerkaporta, offensteht zum Herzen der Stadt. Auf jeden Fall rufen sie Verstärkung heran, und völlig widerstandslos stößt ein ganzer Trupp hinein in die Innenstadt, den ahnungslosen Verteidigern des Außenwalls unvermutet in den Rücken fallend. Ein paar Krieger gewahren die Türken hinter den eigenen Reihen, und verhängnisvoll erhebt sich jener Schrei, der in jeder Schlacht mörderischer ist als alle Kanonen, der Schrei des falschen Gerüchts: »Die Stadt ist genommen!« Laut und lauter jubeln die Türken ihn jetzt weiter: »Die Stadt ist genommen!«, und dieser Schrei zerbricht allen Widerstand. Die Söldnertruppen, die sich verraten glauben, verlassen ihren Posten, um sich noch rechtzeitig in den Hafen und auf die Schiffe zu retten. Vergeblich, daß Konstantin sich mit ein paar Getreuen den Eindringlingen entgegen wirft, er fällt, unerkannt erschlagen, mitten im Gewühl, und erst am nächsten Tage wird man in einem Leichenhaufen an den purpurnen, mit einem goldenen Adler geschmückten Schuhen feststellen können, daß ehrenvoll im römischen Sinne der letzte Kaiser Ostroms sein Leben mit seinem Reiche verloren. Ein Staubkorn Zufall, Kerkaporta, die vergessene Tür, hat Weltgeschichte entschieden. ... Wahllos überläßt er nach dem ersten Massaker seinen Kriegern Häuser und Paläste, Kirchen und Klöster, Männer, Frauen und Kinder zur Beute, und wie Höllenteufel jagen die Tausende durch die Gassen, um einer dem anderen zuvorzukommen. Der erste Sturm geht gegen die Kirchen, dort glühen die goldenen Gefäße, dort funkeln Juwelen, aber wo sie in ein Haus einbrechen, hissen sie gleich ihre Banner davor, damit die Nächstgekommenen wissen, hier sei die Beute schon mit Beschlag belegt; und diese Beute besteht nicht nur in Edelsteinen, Stoffen und Geld und tragbarer Habe, auch die Frauen sind Ware für die Serails, die Männer und Kinder für den Sklavenmarkt. In ganzen Rudeln werden die Unglückseligen, die sich in die Kirchen geflüchtet haben, hinausgepeitscht, die alten Leute als unbrauchbare Esser und unverkäuflicher Ballast ermordet, die jungen, wie Vieh zusammengebunden, weggeschleppt, und gleichzeitig mit dem Raub wütet die sinnlose Zerstörung. Was die Kreuzfahrer bei ihrer vielleicht ebenso fürchterlichen Plünderung an wertvollen Reliquien und Kunstwerken noch übriggelassen, wird von den rasenden Siegern zerschlagen, zerfetzt, zertrennt, die kostbaren Bilder werden vernichtet, die herrlichsten Statuen zerhämmert, die Bücher, in denen die Weisheit von Jahrhunderten, der unsterbliche Reichtum des griechischen Denkens und Dichtens bewahrt sein sollte für alle Ewigkeit, verbrannt oder achtlos weggeworfen. Nie wird die Menschheit zur Gänze wissen, was für Unheil in jener Schicksalsstunde durch die offene Kerkaporta eingebrochen ist und wieviel bei den Plünderungen Roms, Alexandriens und Byzanz' der geistigen Welt verlorenging. ... Laut hallt der steinerne Ton durch die Kirche und weit über sie hinaus. Denn von diesem Sturze erbebt das ganze Abendland. Schreckhaft hallt die Nachricht wider in Rom, in Genua, in Venedig, in Florenz, wie ein warnender Donner rollt sie nach Frankreich, nach Deutschland hinüber, und schauernd erkennt Europa, daß dank seiner dumpfen Gleichgültigkeit durch die verhängnisvolle vergessene Tür, die Kerkaporta, eine schicksalhaft zerstörende Gewalt hereingebrochen ist, die jahrhundertelang seine Kräfte binden und lähmen wird. Aber in der Geschichte wie im menschlichen Leben bringt Bedauern einen verlorenen Augenblick nicht mehr wieder, und tausend Jahre kaufen nicht zurück, was eine einzige Stunde versäumt." Zur katholischen Verschwörung vgl.  Kurs Nr. 550 Dostojewskij. Ib.
[18] Das Abendland kennt die Idee der politischen Freiheit. In den Perserkriegen der Griechen bewährte sich die Freiheit zuerst, später in den Kriegen zur Verteidigung des Christentums: zwischen Byzanz und den Sassaniden und Arabern, später die Kriege der westlichen Staaten mit den Arabern und dann die Kreuzzüge. In dieser Welt war das Christentum in Byzanz nicht viel anders wie die übrigen dogmatischen Religionen. Es war ein mehr oder weniger theokratischer Staat. Anders im Abendland. Hier war der Anspruch der Kirche der gleiche. Aber da er nicht erfüllt wurde, die Kirche kämpfte, entfaltete sie hier nicht nur das geistige Leben, sondern wurde ein "Faktor der Freiheit gegen weltliche Gewalt. Das Christentum hat hier dann gerade auch in den Gegnern der Kirche die Freiheit gefördert. Die großen Staatsmänner waren fromm. Die Kraft ihres nicht nur augenblicklich machtpolitischen, sondern Lebens- und Staatsform mit Ethos und Religion erfüllenden Willens war eine Hauptquelle abendländischer Freiheit seit dem Mittelalter." (Karl Jaspers). Siehe auch Science Review Letters 2016, 15, Nr. 684 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 64, p. N3, N4 sowie Kurse Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 509 Philosophie der Freiheit. Ib.
[19] Vgl. Kurse Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance in Italien. Ib.
[20] Vgl. Kurs Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik. Ib.
[21] Vgl. Kurs Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib.
[22] Deutschland ist das 25. Land, dessen Parlament in einer Resolution den Massenmord an den Armeniern als Genozid wertet. Die ersten Parlamente waren Uruguay (1965) und Zypern (1982), zuletzt Österreich (2015). Nur in zwei Fällen, Russland und Belgien, hatte die Türkei ihren Botschafter nicht zurückgerufen. Die Schweiz ging am weitesten, da sie die Leugnung des Genozids als Straftatbestand kriminalisiert. Das heisst, der Koransonderschüler Erdogan und andere Türken müssten bestraft werden, zum Beispiel indem ihnen auferlegt wird sämtliche Kirchen wieder aufzubauen und Moscheen als Orte der Radikalisierung zu schliessen. In den Vereinigten Staaten haben 42 Bundesstaaten einen Genozid postuliert, nicht aber der Kongress in Washington. Dennoch spielen sich in Deutschland skurile Dinge ab: "Türkei will Genozid aus Lehrplan streichen. In der Handreichung 'Genozid als Thema schulischen Unterrichts' für Sachsen-Anhalt wird unter anderem auch der Völkermord an den osmanischen Armeniern 1915 behandelt. Das hat wieder einmal den Zorn türkischer Regierungsbehörden erregt, die nach Informationen des 'Spiegel' im Februar darum den deutschen Botschafter einbestellten. ... 2005 war auf Wunsch des türkischen Gesandten dieses Kapitel aus dem brandenburgischen Lehrplan gestrichen worden, was zu einem Skandal führte. Die Streichung musste schliesslich zurückgenommen werden." Nicht nur in Hessen wollen die Islam-Verbände einen "konservativen, von der Türkei die Türkei diktierten Lehrplan" etablieren, "der gewaltverherrlichende und diskriminierende Suren ausspare. In Hessen sind Ditib und Ahmadiyya als Religionsgemeinschaften anerkannte Kooperationspartner der Landesregierung. Den von der Ditib mitentworfenen und vom Ministerium geprüften Lehrplan" kann man als "Importware aus Ankara" bezeichnen. (Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 80, p. N4; Nr. 127, p.2); vgl. Kurse Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib.
[23] Die "Förderation islamischer Dachorganisationen in der Schweiz" (FIDS) ist der wichtigste Muslim-Verband der Schweiz und gilt als gemässigt und liberal. Zusammen mit dem Islamischen Zentralrat Schweiz (IZRS) wird der Standpunkt vertreten, es sei verboten Frauen die Hände zu schütteln. In der Schweiz gelten klare Regeln: "Beim Schwimmunterricht gibt es klare Regeln: Wenn Eltern ihre Kinder von ihm fernhalten, droht ein hohes Strafgeld. Ein fanatischer Vater wurde sogar zu vier Monaten Gefängnis verurteilt." Die für Immigration zuständige Ministerin sagt: "Dass ein Schüler der Lehrperon die Hand nicht gibt, das geht gar nicht." Der Handschlag sei Teil der Schweizer Kultur und gehöre zum Alltag; von Ratingagenturen werden türkische Staatsanleihen als Ramsch eingestuft. Schließlich will niemand mehr in der Türkei Urlaub machen. Manche fragen sich, ob christlichen Touristen in der Türkei der Anblick von Minaretten zuzumuten ist. (Frankfurter Allgemeine Zeitung 2018, Nr. 102, p. 27; Nr. 51, p. 25; 2016, Nr. 81, p. 11; FAS 2017, Nr. 4, p. 31; vgl. Anm. 24 und Sloterdijk 2012)
[24] Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 2016, Nr. 14, p. 61; zur Orientfrage und zum Verhältnis Europas zu den Türken vgl. Kurse Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa, Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 545 Sittenlehre, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 557 - Ariosto,Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib.
[25] Siehe auch Alexander von Humboldt in Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik und in Kurs Nr. 553 Friedrich Schiller. Ib.
[26] Science Review Letters 2017, 16, Nr. 809 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2017, Nr. 156, p. 4 und 10; Nr. 122, p. 10; Nr. 126, p. 13; vgl. Kurse Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz. Ib.
[27] Ib. und FAS 2017, Nr. 23, p. 73-74; vgl auch Anm. 2 und 19-21
[28]  Vgl. Mann, G. & Heuß, A. (Hrsg.): Propyläen Weltgeschichte. Eine Universalgeschichte. Bde 1-10, Berlin , Frankfurt a.M. 1960-1964; Dies.: Summa Historica. Die Grundzüge der welthistorischen Epochen. Berlin, Frankfurt, Wien 1965; Niedermeier, R.: Mohammed vor den Toren. Ein Kampf um Europa. Künzell 2015; Moczar, D. Islam at the Gates. How Christendom Defeated the Ottoman Turks, Manchester/New Hampshire 2008; vgl. auch Kurse Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib.
[29] Ib
[30] Ib.
[31] Ib.
[32] Ib.
[33] Ib. ;zur Ausbreitung der "Neo-Osmanen" heute vgl. Science Review Letters 2018, 17, Nr. 879 und FAZ 2018, Nr. 16, p. 10; Nr. 25, p. 12: Auch heute versuchen die islamistischen AKP-Türken oder "Neo-Osmanen" ihren Einflussbereich auszudehnen; zur Not arbeiten sie mit Islamisten zusammen, gegen die ein Haftbefehl des internationalen Strafgerichtshofs vorliegt, wie den sudanesischen Machthaber Baschir. In Suakin (Sudan) und Somalia arbeitet Erdogan Hand in Hand mit Terroristen. Türkische Mekka-Pliger sollen Suakin besuchen und von dort über das Rote Meer nach Saudi-Arabien reisen. Erst 2017 hat Erdogan einen Stützpunkt in Somalia mit 300 Soldaten in Betrieb genommen. Auf diese Weise wollen die Türken eine Militärbasis nach der anderen errichten. Byzantinische Kirchen lässt die Türkei verfallen, Moscheen aus der osmanischen Zeit lässt sie aber in Israel aufwendig renovieren. "Wenig bekannt ist, dass seit bald einem Jahrzehnt auch in der Türkei immer wieder eine Parallelveranstaltung stattfindet, die von dem türkischen Verein "Mirasimiz" (Unser Erbe) organisiert wird." Über diesen Verein wurden Kontakte zu führenden palästinensischen Islamisten in Israel wie etwa Raed Salah von der "Islamischen Bewegung" und dem damals noch als Mufti von Ostjerusalem amtierenden Ekrima Sabri geknüpft, der heute Prediger der Al-Aqsa-Moschee ist. Die Aktivitäten von Mirasimiz intensivierten sich in dem Maße, wie die Neoosmanismus-Kampagne der AKP voranschritt. Türkische Islamisten hetzen in der Al-Aqsa-Moschee gegen Israel und gegen die Christen; vor der Moschee demonstrieren Erdogan-Anhänger mit der osmanischen Kopfbedeckung und türkischen Fahnen. Muslimische Pilger werden von der Türkei und Deutschland über Jerusalem nach Mekka geleitet. 
[34] Ib.; vgl. auch Kurs Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa. Ib.
[35] Ib.
[36] Ib.
[37] Ib.
 
 

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Letzte Bearbeitung:07.05.2018