Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

Kurs Nr. 500 

St. Thomas Aquinas - Philosopher of Gothic Period

Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, De unitate intellectus contra Averroistas (Über die Einheit des Intellektes gegen die Averroisten) 


"sapientis est ordinare - Die Aufgabe des Weisen sei das Ordnen" - Thomas von Aquin / Aristoteles

"Das Aufgezwungene steht dem, was der Natur gemäß ist, entgegen." - Thomas von Aquin

"Die geistige Erkenntnis ist gewisser als die sinnliche." - Thomas von Aquin

Die islamische Lehre vom Menschen und der geistigen Seele sollten für das christliche Abendland verhängnisvoll sein; Averroes und seine Schüler behaupteten, sie sei eine in allen, wodurch folgerichtig die menschliche Persönlichkeit und die Unsterblichkeit aufgehoben wurden

Saint Thomas Aquinas

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:
 
"Questi, che m'è a destra più vicino,
Frate e maestro fummi; ed esso Alberto
E' di Cologna, ed io Thomas d' Aquino."
Dante, Il Paradiso X, 97–99
Unmittelbar nach seinem frühen Tod setzte ein erbittertes Ringen um die führende Stellung des Thomismus im Orden und in der ganzen katholischen Welt ein. Der Widerstand kam vor allem von der franziskanischen Theologie, mit der Thomas schon während seines Lebens heftige Kämpfe ausgefochten hatte. Doch seine Schüler verstanden seine Lehre durchzusetzen. Sein Lehrer Albertus Magnus, der ihn überlebte, erklärte ihn für ein "Licht der Kirche". Der Thomismus wurde zur offiziellen Philosophie des Dominikanerordens. 1322 wurde Thomas heiliggesprochen. 1879 wurde der Thomismus zur offiziellen Philosophie der katholischen Kirche erhoben.

Anfang des 13. Jahrhunderts verbreiteten sich in Europa die arabischen Wissenschaften, die den Werken der Griechen entlehnt waren. Islamische Gelehrte wie Avicenna, Avempace, Avicebron, Algacel und Averroes führten in Europa den Aristotelismus ein. Damals erregte eine ganze Gruppe, "die den Arabern blind bis in ihre tollsten Verirrungen hinein folgte, sehr starke Bedenken. Viele von den Parisern, sagte Albert der Grosse, sind nicht der Philosophie gefolgt, sondern den Sophismen." Die Lehre vom Menschen und der geistigen Seele sollten für das christliche Abendland verhängnisvoll sein; "Averroes und seine Schüler behaupteten, sie sei eine in allen, wodurch folgerichtig die menschliche Persönlichkeit und die Unsterblichkeit aufgehoben wurden." [1]

In islamischen "Staaten", besser gesagt Despotien, gab und gibt es keine Freiheit und Spiritualität. Thomas von Aquin konnte nachweisen, dass islamische Philosophen wie Averroes, Menschen nicht als Menschen sondern als Tiere definierten. Die "Summa contra Gentiles" war nicht nur gegen Averroes, wohl aber wie vorbereitend gegen die Gesamtheit der Häresie gerichtet, vor allem aber gegen die Araber und Sarazenen, d.h. die Moslems. "Die Grundfesten der Mauer zu errichten, galt es, dem Islam Aristoteles zu entringen und ihn darzustellen, wie er wirklich ist und nicht, wie ihn die Araber meinen sehen zu sollen; denn Averroes ist nicht der Erklärer, sondern der Verderber des Aristoteles." Nach Averroes bis in die heutige Zeit hat es noch viele derartige islamische Philosophen gegeben, die antike Schriften und sogar die Geschichte verfälscht haben. Heute handelt es sich um muslimische Studenten an Europäischen oder Amerikanischen Elite-Schulen - von Studenten an islamischen Hochschulen ganz zu schweigen -, die mit ihrer Dissertation oder Habilitation versuchen den Islam in einem rosigen Licht erscheinen zu lassen, indem sie zum Beispiel islamfreundliche oder neutrale Textstellen von Europäischen Dichtern und Denkern zitieren, die in Wirklichkeit massive Kritik am Islam geäussert hatten. [2]

Es war selbstverständlich, dass die aus dem Arabischen genommene Übersetzung, die bisher allein vorlag und die islamische Tendenzen in sich barg, durch eine neue ersetzt werden musste. Der gewaltigen Arbeit einer neuen Aristoteles-Übersetzung unterzog sich der Ordensbruder und Freund Thomas von Aquins, Wilhelm von Moerbaeke. Von nun an wurde Aristoteles in das christliche Lehrsystem einbezogen ("Taufe des Aristoteles"). Der Schrecken vor dem Heiden Aristoteles wich allmählich und offenbarte sich als das, was die Furcht eigentlich war: "ein berechtigter Schreck vor Mohammed und dem Islam, der wie ein alles Leben verdorrender Wind aus der Wüste wehte." [3]

Nur die Fallibilisten unter den heutigen Philosophen wie Carlos Fraenkel, die hauptsächlich an islamischen Hochschulen lehren, können der Meinung sein, die mittelalterlichen arabischen Übersetzungen von Averroes & Co seien den christlichen vorzuziehen. [4]

Man wehrte sich gegen die islamische Verführung durch Bann und Verurteilung von höchster kirchlicher Stelle, und ehe Thomas den Aristoteles "getauft" hatte, standen die beiden Dominikaner-Mönche Albertus Magnus und Thomas von Aquin immer in der Gefahr, verurteilt zu werden, "hatte doch die islamische Verirrung bereits weite Kreise des christlichen Abendlandes durch die Dürre des Nominalismus getroffen." [5]

Wie wichtig es gerade heute ist, die Werke des Thomas von Aquin neu zu rezipieren, zeigt die zunehmende Verbreitung des Islams unter Jugendlichen in Europäischen Ländern. Das Problem sind nicht die Hassprediger (diese kann man leicht erkennen; sie werden nach Saudi Arabien abgeschoben, wo sie in der Regel eine Karriere als Grossmufti beginnen). Problematisch sind sogenannte moderate Islamverbände, Moscheevereine, Internetportale wie islam.de und Koranverteilungsaktionen in Europa. Dort konvertieren die Jugendlichen zum Islam und reisen dann mit Freunden und Geschwistern in den islamischen Staat um dort zu kämpfen oder zu "helfen". Das Problem ist der Islam überhaupt, weshalb überlegt wird, Islamverbände, Moscheegemeinden ähnlich wie andere staatsgefährdende Sekten und Vereine zu verbieten. Schon im Mittelalter hat es ähnliche Probleme gegeben. [6]

Thomas von Aquin hatte für den König des Kreuzfahrerstaates auf Zypern eine Instruktionsschrift verfasst. Darin warnt er, dass, wenn zu viele - in diesem Fall meist muslimische Kaufleute - aufgenommen würden, die Stadt oder der Staat verderben könnte. Heute gilt dies auch für Länder wie die USA, in dem ein Bekenntnis zum Christentum als kriminell gelte ("Kriminalisierung des Christentums") und Gewinnmaximierung auf Kosten der Umwelt als normal. Damals wurden die Templer durch den "Scheinchristen" Philipp IV. kriminalisiert, heute werden die wahren Christen durch Atheisten in Kooperation mit Moslems kriminalisiert [7]: 

"Denn eine Stadt, die zu ihrem Lebensunterhalt eine Menge von Kaufleuten nötig hat, muss auch ein fortwährendes Zusammenleben mit Ausländern dulden. Der Verkehr mit Ausländern aber verdirbt zumeist den Charakter der Bürger; so ist auch die Ansicht des Aristoteles, wie er sie in seiner Politik äussert. Da die Ausländer unter anderen Gesetzen und Gebräuchen aufgewachsen sind, muss es dazu kommen, dass sie in vielen Dingen anders handelt, als es der Sitte der Einheimischen entspricht. So gerät, da nun diese wieder durch das Beispiel zu ähnlichem handeln veranlasst werden, das staatliche Leben in arge Verwirrung. Sind andererseits wieder die Bürger selbst mit dem Handel beschäftigt, so ist einer ganzen Zahl von Lastern der Weg in die Stadt offen. Da das Streben der Kaufleute sich vor allem auf den Gewinn richtet, wird durch den Betrieb des geschäftlichen Verkehrs die Begehrlichkeit in den Seelen der Bürger erweckt. Die nächste Folge daraus ist, dass im Staate alles käuflich wird, sich alles Vertrauen verliert und für jeden Betrug Platz ist, dass jeder in Verachtung des Gemeinwohls nur seinen persönlichen Vorteil folgt." - Thomas von Aquin, de reg. prin. II, 3 
Zudem lebten die Moslems der damaligen Zeit - zum grössten Teil auch der heutigen Zeit (Iran, Saudi Arabien, vereinigte Arabische Emirate, Qatar) - unter tyrannischer Herrschaft, was sich letztlich im Charakter der Menschen widerspiegelt, die nicht mehr "den Geist zu grossen Taten fassen" können. Viele versuchen diesem Teufelskreis zu entgehen, indem sie nach Europa fliehen; die deutsche Bundeskanzlerin wird als "mitfühlende Mutter" oder "Heilige" bezeichnet. Niemand will mehr in einem unfreien Land wie Saudi-Arabien leben; sie wollen Freiheit und Sicherheit - beides ist nur in christlichen Ländern möglich. Wenn der saudische König sich als "der Hüter der beiden Heiligen Stätten des Islams" anreden lässt, interessiert das keinen einzigen Flüchtling, denn es handelt sich nicht mehr um heilige Stätten sondern um eine Art goldenes bzw. steinernes Kalb  - die Kaaba in Mekka ist nichts weiter als ein Meteorit ohne jede weitere Bedeutung. Die einzige Hilfe, die Saudi-Arabien den syrischen Flüchtlingen zukommen lassen will, ist die Ankündigung 200 Moscheen in Deutschland zu bauen; dies wird aber nicht nötig sein, da sich kaum noch jemand für den Islam interessiert; wer will sich schon dem Urteil irgendeines seltsamen islamischen Theologen unterwerfen, der Apostasie mit dem Tode bestrafen will? Die junge muslimische Gemeinde in den Jahren nach dem Tod ihres Propheten Mohammed im Jahr 632 war ebenfalls damit konfrontiert, dass sich einzelne Gruppen wieder vom Islam lossagten, weil sie die ewigen Spitzbübereien satt hatten [8]: 
"Es liegt aber in der Natur des Menschen, dass die, die unter dem Druck einer steten Furcht aufwachsen, zu knechtischer Gesinnung entarten und schliesslich zu kleinmütig werden, überhaupt noch eine männliche und grosse Tat zu tun." - Thomas von Aquin, de reg. prin. I, 3 
Vor allem muslimische Tyrannen bezeichnet nicht nur Thomas von Aquin als Toren und Ungläubige, die ohne Christentum auch nicht in der Lage seien gerecht zu herrschen. Auch die Flüchtlinge aus den arabischen Diktaturen sehen das ähnlich: "Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen, die Araber sind die Ungläubigen." Deutlich wird der Widerwille, der sich gegen die arabischen Golfstaaten artikuliert, an einer Karikatur: Sie zeigt einen Mann im weissen Golf-Gewand, der mit der einen Hand ein Boot voller Flüchtlinge zurückweist. Mit der anderen gibt er einem bärtigen Rebellenkämpfer das Daumen-hoch-Zeichen. [9]

Muslimische Tyrannen waren damals wie heute "wahrhaft im Irrtum", wenn sie "irgendwelcher irdischen Vorteile willen von der Gerechtigkeit ablassen".  Im Iran, in Saudi Arabien und anderen Ländern unter muslimischer Gewaltherrschaft muss die Regierung grosse Geschenke an sogenannte Trabanten zahlen, da sie in der Bevölkerung keinen Rückhalt hat:

"Da die Herrschaft des Tyrannen dem unterworfenen Volke missliebig ist, so haben sie es nötig, viele Trabanten zu halten, um vor ihren Untertanen sicher zu sein. Für diese müssen sie nun mehr ausgeben, als sie von den Untertanen rauben können." - Thomas von Aquin, de reg. prin. I, 10 

"Dort straft die göttliche Gerechtigkeit
den Attila, die Geissel vieler Völker" - Dante

Allerdings wenn von Gewinnmaximierung die Rede ist, sollte man auch erwähnen, dass nicht nur die Moslems sondern auch "dem Anschein nach christliche Könige" wie der französische König Philipp IV (der Schöne), auch als "Falschmünzerkönig" bezeichnet, gegen die Templer vorgegangen ist: Misshandlung des Papstes Bonifaz VIII. durch abgesandte Philipps des Schönen im Jahr 1303, aus Geldgier Misshandlung und Auflösung des Templerordens (1314) durch Philipp den Schönen, was letztlich zum Fall von Konstantinopel und dem Aufstieg des osmanischen Reiches führte. Dazu Dante Alighieri (1265 - 1321) und die Geschichte der Templer:
»Das alt und neue Weh zu überbieten,
seh ich das Lilienbanner in Anagni
und Christum selbst in seinem Stellvertreter
zum zweitenmal erhascht, verhöhnt, getränkt
mit Essig und mit Galle, zwischen Schächern
gekreuzigt, und so ruchlos ist der zweite 
Pilatus, dass er gierig, ohne Rechtsspruch
zum Tempel gar die Räuberschiffe schickt.«
- Dante Alighieri (1265 - 1321)
Der Templerorden (auch die Templer, Tempelritter oder Tempelherren genannt) war ein geistlicher Ritterorden, der von 1118 bis 1312 bestand. Der Ritterorden wurde 1118 infolge des Ersten Kreuzzugs gegründet. Sein voller Name lautete "Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem" ("Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosolymitanis"). Er war der erste Orden, der die Ideale des adligen Rittertums mit denen der Mönche vereinte, zweier Stände, die bis dahin streng getrennt waren. In diesem Sinne war er der erste Ritterorden und während der Kreuzzüge eine militärische Eliteeinheit. [10]
"Es ist unbestritten einzig und allein das Verdienst dieses Ordens, den Vorstoss des Islams nach Europa in Spanien gestoppt zu haben. Über die Gründe, warum der Französische König Philipp der Schöne den Prozess gegen sie erzwang, mit den perfidesten Tricks erzwang, gibt es nur Mutmassungen. Vorher war noch kein Orden aufgelöst worden, weder durch den Papst noch durch eine weltliche Macht. Erst die Einrichtung der Inquisition machte dies möglich. Sie brauchte nicht einmal vor dem Papst Rechenschaft für ihre Taten abzugeben." [11]

"Dass der wissenschaftliche Aufschwung in der christlichen Welt weniger sprunghaft erfolgt, liegt daran, dass schon eine höhere Basis existiert, die auf Resten der lateinischen, byzantinischen und griechischen Zivilisation ruht. ... Fraglos ist die abendländische Zivilisation nach den Kreuzzügen erst richtig erblüht. Im Gegensatz dazu stirbt die islamische Zivilisation an den Kreuzzügen. Langsam aber sicher. So, als wäre sie von ihren Grundlagen getrennt worden. Die christliche Zivilisation verdorrt nach dem Verlust Jerusalems und besonders nach dem Untergang des Templerordens." [12]

Der Name „Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels“ rührt von dem Umstand her, dass König Balduin II. dem Orden einen Flügel seines Palastes, der heutigen Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem, wo bis zur Zerstörung durch den persischen Sassanidenherrscher Chosrau II. im Jahre 614 eine Basilika  St. Maria gestanden hatte, als Quartier angeboten hatte, welcher auf den Grundmauern des salomonischen Tempels gebaut worden war. Die Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem hat dort also nicht das geringste zu suchen. Die zahlreichen Pilger in den bergigen Regionen der Strecke von Jaffa über Ramla nach Jerusalem zogen Räuber an. Da die Straßen von der Küste ins Landesinnere sehr unsicher waren und der Großteil des Kreuzritterheeres nach Europa zurückgekehrt war, weshalb kaum Schutz vor Überfällen bestand, war es bei der Gründung des Templerordens um 1118 seine erste und ursprüngliche Aufgabe, die Straßen des heiligen Landes für die christlichen Reisenden zu sichern. Im Jahre 1125 erlebte der Orden den ersten Aufschwung durch den Beitritt des Grafen Hugo I. von Champagne, der ein Freund des Abtes Bernhard von Clairvaux gewesen war. Bernhard war einer der wichtigsten Kleriker seiner Zeit. Er setzte sich ab 1129 für die Unterstützung des Templerordens ein. 1127 reiste Hugo von Payens in Begleitung mit anderen Gründungsmitgliedern (Zahl steht nicht fest; man spricht von acht bis dreißig Mitgliedern) nach Europa zurück, um für den Orden neue Mitglieder zu werben. Außerdem hatte die Idee der Vereinigung von Kriegern und Mönchen Streitfragen aufgeworfen, die die Templer den geistlichen Größen der Christenheit vorlegen wollten. Ab 1127 sind zunehmend Schenkungen von Landbesitz an den Orden zu verzeichnen, insbesondere in Frankreich, doch auch in England, Spanien, Portugal und Italien. Ein nicht geringer Teil der Schenkungen wird auf den Einfluss von Bernhard von Clairvaux zurückgeführt, der Abt des Zisterzienserklosters von Clairvaux war. Am 13. Januar 1129 fand das Konzil von Troyes statt. Anwesend waren laut der Präambel zur Ordensregel Kardinal Matthias von Albano, einige Bischöfe, die Äbte Hugo von Mâcon von Pontigny, Bernhard von Clairvaux, Stephan Harding von Cîteaux sowie weitere Kleriker und Laien; von den Templern wohnten Hugo von Payens, Andreas von Montbard und möglicherweise weitere Ordensmitglieder der Zusammenkunft bei. Die Ordensregeln wurden schriftlich festgelegt. Sie waren augustinisch geprägt, doch sind auch zisterziensische Einflüsse erkennbar, was für manche darauf hindeutet, dass Bernhard bei der Festlegung der Regeln beteiligt war. Mit zahlreichen weiteren Beitritten ging auch ein Wachstum der Spendeneinkünfte einher. Im Heiligen Land gehörten die Burgen Baghras (ab 1134 oder 1137), Roche Roussel und Darbsak zu den frühesten Besitzungen der Templer. Am 29. März 1139 wurde die Organisation der Templer von Papst Innozenz II. durch die Bulle „Omne datum optimum erneut bestätigt und der Orden direkt dem Papst unterstellt. Dadurch bildete der Orden faktisch einen Staat im Staat und war für weltliche Herrscher nahezu unantastbar. [13]

Die Templer nahmen an allen größeren militärischen Aktionen im Heiligen Land teil. Wie die anderen Orden blieben die Templer vom Königreich Jerusalem unabhängig und wurden zu einer eigenständigen politischen Kraft. Später zog sich der Orden nach Zypern zurück. Der Orden beteiligte sich auch aktiv an der Vertreibung der Mauren (Reconquista) aus der Iberischen Halbinsel. [14]

Die Templer beschäftigten sich aber nicht nur mit dem Kriegshandwerk: Die Einkünfte der europäischen Komtureien mussten nach den Staaten im heiligen Land transportiert werden. Diese Transporte begründeten die Finanzaktivitäten des Tempels. Zunächst dienten die Tempelhäuser im Osten nur als Tresore und Schatzkammern des Landes, aber schon für das Jahr 1135 sind erste Verleihgeschäfte verbürgt. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts machten die Templer Geldanleihen zu einer regulären geschäftlichen Betätigung. Die Templer erfanden eine eigene Art der Kreditbriefe  (Vorläufer der heutigen Reiseschecks) sowie fortschrittliche Techniken der Buchführung. Etwa 15.000 Ordensmitglieder verwalteten um die 9.000 über ganz Europa verstreute Besitzungen (von denen aber nur ein geringer Teil eigenständige Komtureien waren). Ihre Aufgabe war es, Gewinne zur Finanzierung des Kampfes in Palästina zu erwirtschaften. Zu den bekanntesten zählen die beiden „Hauptquartiere der Temple in Paris und die Temple Church in London sowie die Siedlung "Tempelhoffe" (1290), das heutige Berlin-Tempelhof, wo die burgartig erhöhte und ummauerte Dorfkirche Tempelhof im Alten Park das letzte Überbleibsel dieser alten Templer-Komturei darstellt. Auch Tempelhof war mehr Landgut als Burgfeste. Heute gibt es – wird von der Wehr-Klosteranlage Convento de Cristo im portugiesischen Tomar abgesehen – nur noch eine Burg des alten Templerordens in Europa (Burg von Ponferrada in Spanien), alle anderen wurden zwischenzeitlich zerstört. [15]

Augustinus, ein häufig von Thomas von Aquin zitierter Autor, die Templeisen in Wolfram von Eschenbachs Parzival und die Templer wussten, Erfolg und Wohlstand allein machen noch lange nicht glücklich. Wie man zu echter Erfüllung findet, zeigen nicht nur die Beispiele des Parzival und Feirefiss aus der Gralssage sondern auch das Beispiel des Augustinus. Niemand dürfte damit gerechnet haben, dass aus dem smarten weltlichen Erfolgsredner später einmal ein Bischof, gar ein grosser Theologe werden würde. Erfolg hatte er auf seinem bisherigen Weg gehabt, sein Beruf war angesehen und erträglich, er besaß gute Freunde. Alles schien in Ornung. Und dennoch zufrieden war Augustinus nicht. Sein Beruf brachte ihn in innere Not. Er sollte, das brachte seine Funktion mit sich, eine Rede auf einen Kaiser halten, den jungen, überforderten Valentinian II. Er musste dafür lügen. Augustinus wusste, dass er nicht den richtigen Weg verfolgte. Seinen Erfolg erlebte er als Scheitern auf der Suche nach Glück. Was Augustinus beschreibt, erinnert an moderne Befindlichkeiten. Man führt ein Leben des Erfolgs, des Wohlstands und hält es doch für ungenügend. Man ist sich bewusst, dass man auf dem falschen Weg ist, und vermag doch nichts zu ändern. Mitten in Erfolg und Wohlstand erlebt man sich als Gescheiterten, wenn es um das wirklich Wichtige geht. Nur wenige - eben Parzival und Feirefiss-Naturen - wagen einen Ausbruch aus dem bisherigen Leben. Der glanzvollen beruflichen Karriere sollte Augustinus bald entsagen. Er ging den Gralsweg, der ihm die Nichtigkeit seiner bisherigen Ambitionen vor Augen führte, beeinflusst durch Ambrosius und durch seine Mutter. Das ganze Scheitern seiner bisherigen Lebensplanung sah er in den Römerbriefen des Paulus in Worte gefasst. Er musste sein Leben ändern. Das Scheitern Augustinus mündete in eine Bekehrung zum christlichen Glauben. Augustinus, legte den Grundstein für die christliche Theologie als Wissenschaft. Am 13. November 354 wird Augustinus in der wohlhabenden römischen Provinzstadt Tagaste in Numidien geboren. Die Region zählt heute zu Algerien. Sein Vater ist der Stadtrat Patricius, seine Mutter die Christin Monica. Patricius schickt seinen Sohn zur Ausbildung in die etwa 24 km entfernte Stadt Madaura. 370  beginnt er in Karthago das Studium der Rhetorik. Dort schließt sich er sich dem Manichäismus an. Die in der Oberschicht Karthagos verbreitete Glaubenslehre geht auf ihren persischen Gründer Mani zurück. 384  nimmt Augustinus in Mailand die Stelle eines Magisters der Rhetorik an. Dort lernt er Bischof Ambrosius kennen, dessen Predigten und Liturgie ihn mit dem Leben von Jesus und dem Christentum als Religion in Berührung bringen. Ambrosius hatte das christliche Ritual durch die Einführung des Gemeindegesangs gestärkt.Im August 386 hat er ein Bekehrungserlebnis. Er hört eine Kinderstimme, die ihm die Worte "Nimm und lies!" einflüstert. Er bezieht diese Eingebung auf die Paulus-Briefe und beginnt sie zu studieren. Auf dem Landgut Cassiciacum beginnt er mit seinen ersten theologischen Schriften "Contra Academicos", "De beata vita" (vom glücklichen Leben) und "Soliloquia" (Selbstgespräche). Ostern 387 lässt sich Augustinus zusammen mit seinem Sohn Adeodatus und dem Freund Alypius von Bischof Ambrosius taufen. Im Herbst 388 tritt Augustinus seine Heimreise nach Numidien an. Mit Freunden bezieht er in Tagaste das väterliche Haus und beginnt mit ihnen ein klösterliches Leben. 390 entsteht die Schrift "De vera religione", in der er sich gegen die Manichäer wendet und den Glauben an den christlichen Gott verteidigt. Der hochbetagte Bischof Valerius von Hippo Regius nimmt Augustinus als seinen Gehilfen. Augustinus lässt sich zum Presbyter (griech: der Erste) weihen und beginnt sein Amt zu Ostern. 395 ist Augustinus Bischof mit Valerius.397 verfasst Augustinus  seine Autobiographie "Confessiones" (Bekenntnisse). 399 beginnt Augustinus mit seinem insgesamt 15 Bücher umfassenden Hauptwerk "De Trinitate", das er 419 vollendet. 410 erobern die Goten Rom. Augustinus schreibt das Buch "De unico baptismo contra Petilianum". Zentraler Gedanke ist die Einmaligkeit der Taufe, die darum nicht wiederholt werden kann. 413 verfasst Augustinus, als Reaktion auf die Eroberung Roms, seine Vision von der gerechten Stadt in "De civitate Dei". [16]

"Sie haben keineswegs Lügenpropheten und wahre Propheten unterschiedslos gewähren lassen und durcheinander gemengt, sondern als wahrhaftig nur diejenigen Verfasser heiliger Schriften anerkannt und festgehalten, die untereinander einhellig waren und in keinem Stücke voneinander abwichen. Nur sie galten ihnen als Philosophen, das ist als Liebhaber der Weisheit, nur sie als Weise, als Theologen, als Propheten, als Lehrer der Rechtschaffenheit."  - Augustinus, civ. 18, 41
Ähnlich wie Aristoteles und Augustinus hat auch Thomas von Aquin die Verwandtschaft zwischen dem menschlichen Innern und dem Göttlichen immer wieder dargestellt. Dieses Verhältnis kann natürlich gestört sein, dann geben wir den Mut auf und anstatt dass wir uns selbst entwickeln, werden wir entwickelt. "Eine Entwicklung ist nur dann rechtmäßig, wenn diese sich in völliger Harmonie mit ihrer Umgebung entfaltet, und wenn wir selber die Sicherheit über unsere moralischen Impulse handhaben. Unsere Umgebung diktiert uns nicht, wie wir zu handeln haben, wir tun selber das Gute, weil wir das wollen." [17]:
"Zweitens können wir aus dem Dargelegten erschließen, dass das Wort immer in einem lebendigen Denkvorgang aus dem Geist hervorgeht, und weiter, dass das Wort stets der Begriff und ein Abbild des gedachten Gegenstandes ist. Wenn das Denkende und das Gedachte dasselbe sind, dann ist das Wort der Begriff und ein Abbild des Geistes, aus dem es hervorgeht; wenn jedoch das Denkende und das Gedachte etwas Verschiedenes sind, dann ist das Wort kein Abbild und nicht der Begriff des denkenden Geistes, sondern des gedachten Gegenstandes, wie die Vorstellung, die jemand von einem Stein hat, lediglich ein Abbild des Steines ist. Wenn aber der Geist sich selbst denkt, dann handelt es sich bei einem solchen Wort um ein Abbild und um den Begriff des Geistes. Deshalb nimmt Augustinus ein Abbild der Dreieinigkeit in der menschlichen Seele an, sofern der Geist sich selbst denkt, nicht aber, sofern er etwas anderes denkt. Demnach ist deutlich, dass man das Wort in jedem geistigen Wesen voraussetzen muß, dass der Geist durch das Denken etwas bildet: dessen Bildung wird Wort genannt. Aus diesem Grunde muß man in allem Denkenden das Wort annehmen." [18] - Thomas von Aquin, Super Evangelium S. Joannis  I, 1-11 
Thomas von Aquin konnte die Position retten, für die der heilige Albertus Magnus gefochten hatte. Renaissance-Maler schufen Altarbilder, die den Triumpf des heiligen Thomas von Aquin darstellen. Dabei hält der Heilige sein Buch in der Hand und setzt seinen Fuß auf einen vor ihm niedergestreckten Mann, den sein Turban als einen Moslem kenntlich macht. Es ist Averroes, der arabische Philosoph und Jurist. Was Moslems und ihre Sympathisanten betrifft, spricht Thomas in seinem anti-averroistischen Traktat 1270 von der "Unverschämtheit der Irrlehrer" (errantium impudentia).  Sein Gegenüber ist ein Pariser Kollege - Siger von Brabant - , einer jener christlichen Professoren, die den Arabern zu sehr entgegenkamen - ähnlich wie heute die sog. Islamwissenschaftler. Auch Averroes wurde bei dieser Gelegenheit scharf angegangen und als Kommentator des Aristoteles die Kompetenz bestritten. Er verdrehe den Aristoteles, statt ihn auszulegen. Averroes sollte seine Schlüsselstellung als der Aristoteles-Erklärer verlieren. Aristoteles sagt ganz klar, allein der tätige Intellekt sei unsterblich und zeitüberlegen. Thomas stellt fest, die Lehre von der Einheit des Intellekts für alle Menschen widerspreche offensichtlich dem Christentum. Das Ziel seiner Schrift sei es darüber hinaus zu beweisen, dass diese Theorie auch den Grundsätzen der Philosophie widerspreche. Mit großer Sorgfalt und Textkenntnis erreicht Thomas sein Ziel, Aristoteles von Averroes zu trennen. Thomas argumentiert, wenn der Intellekt als Seelenvermögen, also als ein Teil der Seele angesehen werde, einer Seele, die wesenhaft Körperform sei, dann könne er dennoch mit Aristoteles als getrennt bezeichnet und seine Unzerstörbarkeit gesichert werden. Die organfreie Denkkraft sei Teil einer Seele, deren Hauptaufgabe die Gestaltung eines menschlichen Leibes sei. Diese Seele sei individuell, also auch ihre Denkkraft. Die Geistseele sollte, Aristoteles und Thomas zufolge, unzerstörbar sein. [19]

Thomas von Aquin wendet sich mit seinem Sermo "Attendite a falsis prophetis (hütet euch vor falschen Propheten)" noch vor 1272 in Paris gegen solche Philosophen und Wissenschaftler, die dem Christentum widersprechende Ansichten vortragen, wie die Nominalisten und Averroisten um Siger von Brabant. An heutigen Universitäten dagegen wimmelt es schon von "falschen Wissenschaftlern". Ein solcher Philosoph, Wissenschaftler oder Mediziner sei nach Thomas von Aquin ein falscher Prophet oder ein falscher Doktor (falsus propheta sive falsus doctor), denn es sei dasselbe, eine zweifelhafte Ansicht zu erörtern und sie nicht aufzulösen wie ihr zuzustimmen. Die Gegner des Thomas argumentieren immer der Sache nach mit Aristoteles und Averroes gegen Positionen des Christentums. Die These von der Einheit des Intellekts gehört zu den zentralen Thesen des sogenannten lateinischen Averroismus. Dieser Monopsychismus ist die zentrale Lehre des averroistischen Kreises um Siger gewesen. Ein Averroist (averroista) ist ein Vertreter der Lehre von der unitas intellectus gewesen. Thomas zufolge ist die Geistseele die Seinsform des ganzen Menschen. Averroes dagegen meint, es gebe nur einen einzigen Intellekt in allen Menschen (quod unus sit intellectus in omnibus). Siger folgt uneingeschrängt der Aristoteles-Interpretation des Averroes. Eine persönliche Unsterblichkeit wie sie das Christentum lehrt, ist nach der Theorie der Averroisten nicht mehr denkbar und kann nur noch geglaubt, nicht aber mehr mit der Vernunft begründet werden - eine Ansicht, die zur Kant'schen Philosophie führt. Die Frage, ob dem Intellekt die Erkenntnis einiger geistig wahrnehmbarer Dinge angeboren sei, wird von Siger - und später Kant - schlicht verneint; unserem Intellekt sei keinerlei Erkenntnis von geistig wahrnehmbaren Dingen angeboren.  [20] 

"sapientis est ordinare - Die Aufgabe des Weisen sei das Ordnen" - Thomas von Aquin
Darüber hinaus sei es nach Aristoteles die Aufgabe des Weisen, "die höchsten Ursachen" zu betrachten (sapientis est "causas altissimas" considerare). Das Ziel des Universums müsse das "Gut der Vernunft" sein. Das aber sei die Wahrheit. Also müsse die Wahrheit das letzte Ziel des ganzen Universums sein und die Weisheit vor allem in ihrer Betrachtung bestehen. "Daher legt die fleischgewordene göttliche Weisheit Zeugnis dafür ab, dass sie in die Welt gekommen sei, um die Wahrheit offenbar zu machen" indem sie sagt: "Dazu bin ich geboren und in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege." Auch die erste Philosophie bestimmt Aristoteles als die "Wissenschaft von der Wahrheit". Wie es darum die Aufgabe des Weisen sei, die Wahrheit vor allem in Hinblick auf den ersten Ursprung zu bedenken und den anderen darzulegen, so sei es auch seine Aufgabe, das ihr entgegenstehende Falsche zu bekämpfen - eine Aufgabe, die von vielen Philosophen und Theologen heute versäumt wird. [21] 

Das Streben nach Weisheit sei unter allen Bestrebungen des Menschen das erhabenste, weil dadurch der Mensch in vorzüglicher Weise eine Ähnlichkeit mit Gott erlange, der "alles in Weisheit (omnia in sapientia)" gemacht habe. Ziel sei es, die Wahrheit, die der christliche oder katholische Glaube bekenne, darzulegen und entgegenstehende Irrtümer auszuschließen oder wie Hilarius sagt: Er sei sich bewusst, "diese Aufgabe geradezu als das wesentlichste meines Lebens Gott schuldig zu sein, dass all  meine Rede und all mein Sinn spreche von ihm." Mit den meisten Irrenden könne man vernünftig diskutieren, nicht jedoch mit den Moslems oder Mohammedanern. Bei der Untersuchung der Wahrheit müssten daher die Irrtümer wie die des Islams ausgeschlossen werden. Es müsse dargelegt werden, in welcher Weise die Wahrheit mit dem Glauben der christlichen Religion übereinstimmt. ("veritas fidei Christianae religionis concordet")  [22] 

"Weil einige von ihnen, wie die Mohammedaner und die Heiden, nicht mit uns die Autorität wenigstens eines Teils der Heiligen Schrift anerkennen, durch die sie überzeugt werden könnten, wie wir gegen die Juden auf Grund des Alten Testaments disputieren können, gegen die Häretiker auf Grund des Neuen. Sie aber nehmen ja keins von beiden an." - Thomas von Aquin
Natürlich gebe es Menschen, die eine Sache mit dem Verstand schärfer durchschauen als andere, erkenne der, dessen Verstand höher sei, vieles, was der andere überhaupt nicht fassen könne, wie es ersichtlich ist bei einem türkischen Ziegenhirten oder vielen anderen, die die islamische Lehre angenommen haben, die in keiner Weise die scharfsinnigen Überlegungen der Philosophie begreifen können. "Wie also der Laie, der behauptet, das von einem Philosophen Vorgetragene sei falsch, weil er es nicht fassen kann, von höchstem Unverstand wäre, so und noch viel mehr ist der Mensch von übergroßer Torheit", wenn er das, was vom christlichen Gott her durch den Dienst der Engel offenbart wird, deshalb für falsch hält, weil es mit der Vernunft nicht erforscht werden kann. Nicht alles, was über das Christentum gesagt wird, ist, obwohl es mit der Vernunft nicht erforscht werden kann, sogleich als falsch zu verwerfen, wie vor allem die Mohammedaner gemeint haben. Nur wenige haben eine wirkliche Gotteserkenntnis. Einige werden abgehalten wegen ihrer ungeeigneten körperlichen Veranlagung, durch Erfordernisse der Haushaltung und können nicht so viel Zeit aufbringen, "dass sie den höchsten Gipfel menschlichen Forschens erreichen, die Gotteserkenntnis nämlich - Einige aber werden durch Faulheit gehindert. Zur Erkenntnis jener Dinge nämlich, die die Vernunft von Gott erforschen kann, muss man vieles vorher erkennen, da ja fast alles philosophische Denken auf die Gotteserkenntnis hingeordnet ist." Solche Anstrengungen nun wollen nur wenige aus Liebe zum Wissen auf sich nehmen, zu dem Gott doch ein natürliches Verlangen in den Geist der Menschen eingepflanzt habe. Erst wenn der Geist Ruhe und Halt gefunden hat, wie Aristoteles sagt, könne er begreifen und denken. "Dadurch, dass die Seele von der natürlichen Verwirrtheit aus auf festem Boden Fuß fasst, wird etwas erst besonnen und klug." Heilsam also habe die göttliche Güte Vorsorge getroffen, dass sie auch das, was die Vernunft erforschen kann, im Glauben festzuhalten gebot, damit so alle Menschen leicht, ohne Zweifel und ohne Irrtum der Gotteserkenntnis teilhaft sein könnten. Darum heißt es ja auch - heute vor allem auf die Moslems bezogen - "Wandelt nicht mehr, wie die Heiden wandeln in der Eitelkeit ihrer Sinne, da sie einen durch Finsternis verdunkelten Verstand haben" und "Ich will alle deine Kinder vom Herrn belehrt sein lassen." Es gehe um die "Unterdrückung der Anmaßung" wie sie heute vor allem bei den Moslems zu finden ist und die die "Mutter des Irrtums" sei. Der Geist müsse zu etwas höherem aufgerufen werden, was über den ganzen Stand des gegenwärtigen Lebens hinausgehe. "Dies aber kommt vorzüglich der christlichen Religion zu (Et hoc praecipue Christianae religioni competit)." wie Thomas von Aquin betont. [23] 
"Ist also, mit dem Menschen verglichen, der Geist etwas Göttliches, so ist auch ein Leben im Geistigen, verglichen mit dem menschlichen Leben, etwas Göttliches." - Aristoteles

Daher sollen wir nicht solchen Dichtern folgen wie Simonides, "die uns mahnen, als Menschen uns mit menschlichen und als Sterbliche mit sterblichen Gedanken zu bescheiden, sondern, so weit wir können, uns zur Unsterblichkeit erheben und alles tun, um unser Leben nach dem einzurichten, was in uns das höchste ist." - Aristoteles

Die aber einer derartigen Wahrheit, der die menschliche Vernunft die Erfahrungsprobe nicht biete, Glauben beimessen, glauben nicht leichtfertig, als ob sie wie die Muslime "ungelehrten Fabeln folgten (indoctas fabulas secuti)." Denn diese "Geheimnisse der göttlichen Weisheit (divinae Sapientiae secreta)" wurden den Menschen durch Christus geoffenbart.  "Nicht nur eine unzählbare Schar einfältiger, sondern auch der weisesten Menschen hat sich, nachdem sie dies gesehen hatte, durch die Wirksamkeit der genannten Beweise, nicht durch Waffengewalt, nicht durch Verheißung von Genüssen getrieben und, was das Wunderbarste ist, unter der Tyrannei der Verfolger zum christlichen Glauben bekannt."  (Thomas von Aquin). Nachdem das menschliche Heil "anfangs durch den Herrn verkündet worden war, wurde es von denen, die es höörten, bei uns befestigt, wobei Gott Zeugnis gab durch Zeichen und Wunder und mannigfache Gaben des Heiligen Geistes." [24] 
"Diese so wunderbare Bekehrung der Welt zum christlichen Glauben (mirabilis mundi conversio ad fidem Christianam) ist aber die sicherste Bestätigung für die vorausgegangenen Zeichen, so dass es nicht notwendig ist, sie fernerhin zu wiederholen, da sie in ihrer Wirkung sichtbar vor Augen stehen. " [25]  - Thomas von Aquin

“Die aber, welche die verschiedenen Richtungen des Irrtums aufgebracht haben, sind auf entgegengesetztem Wege vorgegangen, wie offenbar ist bei Mohammed, der die Völker verlockt hat durch Versprechung fleischlicher Genüsse, zu deren Verlangen die fleischliche Begierde anstachelt. Auch hat er, der fleischlichen Lust die Zügel schießen lassend, Gebote gegeben, die zu diesen Versprechungen passen und denen fleischliche Menschen leicht gehorchen. Auch Belege für die Wahrheit hat er nicht beigebracht, außer solchen, die leicht von jedem halbwegs Weisen durch natürliche Geisteskraft erkannt werden können. Ja, sogar das Wahre, das er lehrte, hat er mit vielen Fabeln und grundfalschen Lehren vermischt. Auch hat er in den Dienst der Sache keine übernatürlich gewirkten Zeichen gestellt, durch die allein der göttlichen Eingebung ein angemessenes Zeugnis gegeben wird, wo die sichtbare Tat, die nicht anders als göttlich sein kann, den auf unsichtbare Weise geisterfüllten Lehrer der Wahrheit erweist. Er hat vielmehr gesagt, er sei in der Macht der Waffen gesandt: Zeichen, die auch Räubern und Tyrannen nicht fehlen. Auch haben ihm am Anfang nicht irgendwelche in göttlichen und menschlichen Dingen geübte Weise geglaubt, sondern tierische Menschen, die in Wüsten lebten, jeder göttlichen Lehre durchaus unkundig, durch deren Menge er andere mit Waffengewalt unter sein Gesetz gezwungen hat. Auch legten für ihn keine göttlichen Weissagungen vorausgehender Propheten Zeugnis ab; alle Belege des Alten und des Neuen Testaments entstellt er vielmehr durch fabelndes Erzählen, wie dem deutlich wird, der sein Gesetz liest; deswegen überließ er auch mit listiger Berechnung die Bücher des Alten und des Neuen Testaments seinen Gefolgsleuten nicht zum Lesen, damit er durch sie nicht der Unwahrheit überführt werde. Daher ist offenbar, daß die, die seinen Ansprüchen Glauben schenken, leichtfertig glauben.” [26] - Thomas von Aquin

Obwohl nun die genannte Wahrheit des christlichen Glaubens ("veritas fidei Christianae") das Fassungsvermögen der menschlichen Vernunft übersteige, so könne doch das, was der Vernunft von Natur aus gegeben ist , dieser Wahrheit nicht entgegengesetzt sein. Was von Lehrenden in die Seele des Schülers hineingetragen werde, das sei im Wissen des Lehrers enthalten, "falls er nicht Erdichtetes lehrt, was von Gott zu sagen Frevel ist." - was bekanntlich bei allen muslimischen Lehrern (Imamen) der Fall ist. Die Erkenntnis der von Natur aus bekannten Prinzipien aber sei uns von Gott eingegeben, da Gott selbst der Urheber unserer Natur ist.  "Diese Prinzipien sind also auch in der göttlichen Weisheit enthalten. Was immer also derartigen Prinzipien entgegengesetzt ist, das steht gegen die göttliche Weisheit. Es kann also nicht von Gott sein." Daher kann der Islam auch nicht von Gott stammen. Im Einklang damit findet sich auch ein Wort des Augustinus: "Was die Wahrheit offenbaren wird, kann in den heiligen Büchern des Alten und Neuen Testaments in keiner Weise entgegen sein." [27]
"Das Aufgezwungene steht dem, was der Natur gemäß ist, entgegen." - Thomas von Aquin

"Die geistige Erkenntnis ist gewisser als die sinnliche." - Thomas von Aquin

Es gibt etwas in der Wirklichkeit, was den Sinnen als Gegenstand zugrunde liegt. Dasselbe gilt auch für den Verstand. Es gibt über alles Sinnenfällige hinaus in der Wirklichkeit etwas Geistiges. Platon lässt Gott über die Himmelskörper folgendermaßen reden: "Eurer Natur nach seid ihr auflösbar, nach meinem Willen jedoch unauflösbar, denn mein Wille ist größer als euer Zusammenhalt." Aristoteles sagt, dass der Himmel die Kraft hat, immer zu sein. Im Gegensatz zu Averroes heißt es in der heiligen Schrift über den christlichen Gott: "Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten." oder: "Das Unsichtbare an Gott kann man in den geschaffenen Dingen verstehend anschauen." Dadurch werde auch der Irrtum der ersten Naturphilosophen widerlegt, die nur materielle Ursachen annahmen, wie Feuer, Wasser oder derartiges, und so die ersten Prinzipien der Dinge für Körper hielten und diese Götter nannten. "Unter den Alten aber kam allein Anaxagoras an die Wahrheit heran, da er den Geist als den alles Bewegenden annahm. Durch diese Wahrheit werden auch die Heiden Lügen gestraft, die annehmen, die Elemente der Welt und die Kräfte in ihnen seien Götter, wie Sonne, Mond, Erde, Wasser und dergleichen, wozu sie durch die genannten Irrtümer der Philosophen veranlasst wurden." Auch an heutigen Universitäten werden die Studenten von den Irrtümern der Philosophen und Wissenschaftler in die Irre geführt und zu Materialisten und Utilitaristen herangezogen. [28]
"Jeder Name aber ist dazu bestimmt, die Natur oder das Wesen eines Dinges zu bezeichnen.." - Thomas von Aquin
Hilarius sagt: Sein sei für den christlichen Gott nicht hinzukommende, sondern wesentliche Wahrheit, bleibende Ursache und Eigentümlichkeit seiner Natur ("subsistens veritas, et manens causa, et naturalis generis proprietas"). Auch Augustinus sagt, in Gott sei kein Akzidens. Mit dem Nachweis dieser Wahrheit wird der Irrtum der Islamischen Theologen und der Averroisten widerlegt, die behaupten, es gebe bestimmte Attribute, die zum Wesen Gottes hinzukämen ("in lege Sarracenorum loquentium confutatur"). Zu diesem Irrtum führt zum Beispiel ein "Versagen der Vernunft (rationis defectus)". Es gibt zwar eine Redeweise, nach der wir sagen, Gott sei in allen Dingen, wobei sie aber nicht verstanden, "dass er nicht in den Dingen als gewissermaßen etwas von dem Ding ist, sondern wie eine Ursache des Dinges, die in keiner Weise von ihrer Wirkung abwesend ist." Thomas von Aquin widerlegt den Irrtum der Heiden und Moslems, Gott sei die Seele des Himmels oder der ganzen Welt. "Auf Grund dieses Irrtums verteidigten sie den Götzendienst, indem sie sagten, die ganze Welt sei Gott." Sie glaubten, daraus folge, dass der Welt und ihren Teilen nicht nur angemessene sondern göttliche Verehrung ("divinus cultus") erwiesen werde. Auch Averroes neigte zu dieser Ansicht. [29]

Nach Aristoteles ist Vortrefflichkeit eines jeden das, was den, der sie hat, gut macht und sein Werk gut werden lässt. Die Vortrefflichkeit ist ein Vollkommenheit. "Wir nennen mämlich dann etwas vollkommen, wenn es die ihm eigene Vortrefflichkeit erreicht." Es gibt Vorzüge des Verstandes (dianoetische) und Vorzüge des Charakters (ethische). "Die ersteren nun gewinnen Ursprung und Wachstum vorwiegend durch Lehre, weshalb sie Erfahrung und Zeit brauchen, die letzteren sind das Ergebnis von Gewöhnung. Daher auch der Name (ethisch von ethos)", der sich von dem Begriff für Gewöhnung (ethos) herleitet. Die sittlichen Vorzüge entstehen in uns weder mit Naturzwang noch gegen die Natur, sondern es ist unsere Natur, fähig zu sein sie aufzunehmen. Es müsse sich eine fest Grundhaltung entwickeln: "Ob wir also gleich von Jugend auf in dieser oder jener Richtung uns formen - darauf kommt nicht wenig an, sondern sehr viel, ja alles." Daher müsse schon von früher Jugend an, wie Platon sagt, eine bestimmte Führung da sein, die Lust und Unlust da empfinden lehrt, wo es am Platze sei; denn dies sei die richtige Erziehung. [30]

"Wir philosophieren nämlich nicht, um zu erfahren, was ethische Werthaftigkeit sei, sondern um wertvolle Menschen zu werden" - Aristoteles

"Kraft der Gesundheit: die Körpersprache wird durch ein Zuviel an Sport genauso geschädigt wie durch ein Zuwenig. Übermaß in Speise und Trank richtet die Gesundheit ebenso zugrunde wie Unterernährung, während ein richtiges Maß sie erzeugt, steigert und erhält. Dasselbe ist nun der Fall bei der Besonnenheit, der Tapferkeit und den übrigen wesenszügen."  - Aristoteles

"Edle sind einfacher Art, hundertfach schillert das Böse."  - Aristoteles

"Gut Scheinendes bewegt nicht durch sich selbst, sondern infofern es irgendeinen Anschein des Guten hat; das Gute aber bewegt durch sich selbst." -  Thomas von Aquin

"Das, was dem Wesen eines Dinges entgegengesetzt ist, kann ihm in keiner Weise zukommen, solange es besteht, wie es dem Menschen nicht zukommen kann, ohne Vernunft oder ohne Sinne zu sein, es sei denn, dass er aufhörte, Mensch zu sein."  - Thomas von Aquin

Der handelnde Mensch selbst muss in einer ganz bestimmten Verfassung wirken. Er muss wissentlich auf Grund einer klaren Willensentscheidung und mit unerschütterlicher Sicherheit handeln. Allerdings, "gerecht und besonnen ist nicht ohne weiteres jeder, der solche Handlungen vollbringt: er muss sie auch im selben Geiste vollbringen wie die gerechten und besonnenen Menschen." Und dennoch handeln die meisten Menschen nicht so, sondern sie nehmen Zuflucht zur Theorie, glauben Philosophen zu sein und so zur sittlichen Tüchtigkeit zu gelangen. "Sie halten es wie die Kranken, die mit Eifer auf den Arzt hinhören, aber nichts von dem tun, was er anordnet. Sowenig nun letztere durch ein solches Verfahren zur Gesundheit des Leibes kommen werden, sowenig die ersteren durch ein derartiges Philosophieren zur Gesundheit der Seele." [31]

Unter allen Vollkommenheiten, die sich in den geschaffenen Dingen finden, ist nach Thomas von Aquin die höchste, Gott zu erkennen, "da die geistige Natur, deren Vollkommenheit das Erkennen ist, die anderen Naturen überragt." Auch der Apostel sagt: "Der Geist Gottes erforscht auch die Tiefen der Gottheit."

"Wovon wir aber reden, das ist dennoch Weisheit bei den Vollkommenen; nicht eine Weisheit dieser Welt, auch nicht der Herrscher dieser Welt, welche vergehen. Sondern wir reden von der heimlichen, verborgenen Weisheit Gottes, welche Gott verordnet hat vor der Welt zu unsrer Herrlichkeit, welche keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat; denn wenn sie die erkannt hätten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. Sondern es ist gekommen wie geschrieben steht: "Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben." Uns aber hat es Gott offenbart durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also auch weiß niemand, was in Gott ist, als der Geist Gottes. Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, daß wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist; und davon reden wir nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Sachen für geistliche Menschen. Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich verstanden sein. Der geistliche Mensch aber ergründet alles, und wird doch selber von niemand ergründet. Denn "wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen?" Wir aber haben Christi Sinn." [32]
Da aber manche Leute wie zum Beispiel die muslimischen Forscher Avicenna und Averroes (Ibn-Rushd Abu I-Walid Muhammad), gesagt haben, dass Gott von den anderen Dingen nur eine "allgemeine Erkenntnis" habe und zwar so, dass er sie lediglich als Seiende erkenne, bleibt zu zeigen, dass der christliche Gott "alle anderen Dinge erkennt, insofern sie untereinander und von Gott unterschieden sind. Das aber heisst, die Dinge in ihren eigenen Wesenszügen erkennen."  Der gut ausgebildete Verstand kann im Sinne von Thomas von Aquin und Goethe "auch im Menschen das dem vernunftlosen Lebewesen als solchem und seinen einzelnen Arten eigene Urbild erfassen." Deswegen habe auch der Philosoph Clemens Alexandrinus gesagt, das Vorzüglichere unter dem Seienden sei Urbild des weniger Vorzüglichen. Nach Thomas von Aquin und Aristoteles wird damit auch in gewisser Hinsicht die Meinung Platons gerechtfertigt, der Ideen annahm, nach denen alles geformt werde, was es im materiellen Bereich gebe. Auch Dionysius sagt: "Also erkennt die göttliche Weisheit alles, indem sie sich selbst erkennt, und zwar das Materielle immateriell, das Getrennte ungetrennt und das Viele in einem." Nach Aristoteles ist das Wahre im eigentlichen Sinne nicht in den Dingen , sondern im Geist. Die Naturwissenschaft sei lediglich eine betrachtende Wissenschaft, nur die erste Philosophie könne die Urbilder und das Geistige erkennen. [33]

"Der Verstand irrt nicht in den ersten Prinzipien, zuweilen aber in den Schlüssen, zu denen er aus den ersten Prinzipien durch Schlussfolgern fortschreitet." Der Verstand des christlichen Gottes aber sei nicht schlussfolgernd oder diskursiv. Also könne es in ihm keine Falschheit oder Täuschung geben. Je höher eine Erkenntniskraft sei, um so umfassender sei der eigene Gegenstand und um so mehr enthalte er. "Die Kraft des göttlichen Verstandes hat aber das Höchstmaß an Erhabenheit im Erkennen inne." Wie das Wahre das Gute des Verstandes ist, so ist das Falsche sein Schlechtes, wie Thomas von Aquin formuliert. Von Natur streben wir nämlich danach, das Wahre zu erkennen, und scheuen davor zurück, vom Falschen getäuscht zu werden. Im christlichen Gott kann es keine Falschheit geben, was vom islamischen Gott und seinem Propheten nicht gesagt werden kann. Bezeichnend ist, dass Averroes und Avicenna wie oben erwähnt, "die der Vollkommenheit der Erkenntnis Gottes die Kenntnis der Einzeldinge abzusprechen trachten." Muslimische Philosophen verneinen zum Beispiel, dass "Gott keine Kenntnis vom einzelnen hat, in dem sich Schlechtes und Mangel findet." Schließlich hat Mohammed seinen Islam auf "Schlechtes und Mangel" aufgebaut. Thomas von Aquin meint daher, zur Widerlegung des Irrtums dieser Philosophen und um die Vollkommenheit des Wissens des christlichen Gottes darzulegen, "muss sorgfältig die Wahrheit bezüglich jedes einzelnen des zuvor Gesagten erforscht werden, damit das, was der Wahrheit entgegensteht, zurückgewiesen wird." Dargelegt werden soll also, dass der Verstand Gottes das einzelne erkennt, dass er das Zukünftige, das sein und nicht sein kann, erkennt, dass er "jedes Wertlose und Kleinste unter dem Seienden erkennt" und "dass er das Schlechte und alle Mängel und Fehler erkennt". Mit Aristoteles weist Thomas von Aquin nach, dass Gott das "Fehlen und folglich das Schlechte, das nichts anderes ist als das Fehlen der wesensgemäßen Vollkommenheit" erkennt. [34]

"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." [35]

"Gott aber ist wahrhaftig" [36] 

"Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm." [37] 

Nach Aristoteles muss der Philosoph die "Prinzipien und Ursachen der Wesen erfassen." Es gibt viele, die darüber nachdenken; im Gegensatz zur Sophistik, die als Philosophie erscheint, aber keine ist sondern lediglich eine Scheinweisheit, und den Dialektikern, die über alles diskutieren, "hat der Philosoph die Wahrheit zu erkunden".  [38] 
"Und wenn sie das nicht mit Wissen, sondern aus blosser Meinung tun, so müssen sie sich weit mehr um die Wahrheit kümmern, wie sich ja auch der Kranke mehr als der Gesunde um die Gesundheit bemüht. Denn in Hinblick auf den Wissenden steht der bloß Meinende in keinem gesunden Verhältnis zur Wahrheit." - Aristoteles

"Die Ursache aber für ihre Meinung, die sie verfechten, liegt darin, dass sie zwar nach der Wahrheit des Seienden forschten, aber als Seiendes lediglich die Sinnesdinge gelten liessen. ... Daher sprechen sie zwar dem Anschein nach wahr, sagen aber nicht die Wahrheit."  - Aristoteles

Wenn der christliche Gott nach Thomas von Aquin etwas von ihm Verschiedenes erkennt, wird er das am meisten erkennen, was das Beste ist. "Dieses aber ist die Ordnung des Universums (ordo universi), auf die als Ziel alles Teilgute hinzuordnen ist. Zur Ordnung des Universums gehört aber einiges, was zur Abwehr von Schädigungen dient, die dem betreffenden Ding von anderem her erwachsen könnten, wie es bei dem ersichtlich ist, was den Tieren zur Verteidigung gegeben ist." Also erkenne er diese Schädigung und damit das Schlechte. Bei uns Menschen werde die Erkenntnis des Schlechten niemals getadelt, "sofern sie an sich Sache des Wissens ist, das heisst, insofern über das Schlechte geurteilt wird; jedoch wird sie getadelt auf Grund des hinzukommenden Umstandes, dass jemand sich durch Betrachtung des Schlechten zuweilen dem Schlechten zuneigt." So ist auch nicht die Forschung in der Biologie und Ökologie schädlich, aber wenn Biologen oder Gentechniker meinen, sie müssten die weise Ordnung des Universums verändern, damit sie noch mehr Gewinn erzielen können und Tiere und Pflanzen aus diesen Gründen gentechnisch verändern, "neigen sie sich dem Schlechten zu". [39] 
"Die Schlechtigkeit besiegt nicht die Weisheit Gottes" [40] 
Also man dürfe nicht der Auslegung des Averroes folgen, der den Schluss ziehen möchte, der Verstand erkenne das Fehlen auf keine Weise. "Das Gute ist gleichsam der Grund für die Erkenntnis des Schlechten. Deswegen wird das Schlechte durch das Gute erkannt." Das Gutsein des christlichen Gottes ist der Grund allen Gutseins ("sua bonitas est ratio omnis bonitatis"); sein Wesen ist das Urbild von allem ("essentia sua est exemplar omnium"). Nicht allein die Gesamtheit des Guten, auch jedes einzelne Gute erlangt vom Gutsein Gottes das Gutsein, wie ja auch das Sein. Aristoteles: "Nun aber gibt es etwas, das, ohne selbst bewegt zu werden, anderes bewegt und der Verwirklichung nach existiert; dies kann sich in keiner Weise anders verhalten... Von einem derartigen Prinzip also hängt der Himmel ab und die Natur." [41] 
"Das Denken an sich geht auf das, was an sich das Beste ist, und Denken im höchsten Sinne an sich auf das, was im höchsten Sinne das Beste an sich ist. Sich selbst denkt die Vernunft, indem sie am Gedachten Anteil hat. Gedacht nämlich wird sie selbst, indem sie Gedachtes berührt und denkt, so dass Vernunft und Gedachtes dasselbe sind. Denn die Vernunft ist das, was für das Gedachte und das Wesen aufnahmefähig ist, und sie verwirklicht, indem sie über das Gedachte verfügt. Also ist der Besitz des Gedachten in höherem Masse göttlich als das, was die Vernunft als Göttliches zu beinhalten scheint; und die Betrachtung ist das Angenehmste und Beste. Wenn sich aber der Gott immer so wohl befindet, wie wir uns nur zuweilen, so ist dies bewundernswert. Wenn er sich aber in noch höherem Maße wohlbefindet, so ist dies noch bewundernswerter. So aber befindet er sich. Und auch Leben kommt ihm zu; denn die Verwirklichung der Vernunft ist Leben, jener aber ist die Verwirklichung. Seine Verwirklichung aber an sich ist bestes und ewiges Leben. Wir sagen also, dass der Gott ein lebendes, ewiges und bestes Wesen sei. Dem Gott kommt demnach ununterbrochenes, fortdauerndes und ewiges Leben zu; denn das ist eben der Gott.... Denn dass es nun ein ewiges, unbewegliches und von den Sinnesdingen abgetrenntes Wesen gibt, ist aus dem Gesagten klar ersichtlich." [42]    - Aristoteles
Die Ansicht des Averroes führt letztlich zu der heutigen Ansicht der Naturwissenschaft, die annimmt, alles sei durch Zufall entstanden. Dazu Thomas von Aquin: "Wenn Gott das einzelne Gute, aus dem das Universum besteht, nicht wollte, so würde folgen, dass im Universum das Gut der Ordnung zufällig wäre... dass aber die Ordnung des Universums zufällig sei, ist unmöglich, da ja folgen würde, dass das andere und Nachfolgende noch viel mehr zufällig wäre." [43]

Durch die Philosophie des Thomas von Aquin wird auch der Irrtum bestimmter Leute, vor allem Anhänger des sogenannten Fatum Mohammetanum, ausgeschlossen, die sagen, "alles gehe von Gott auf Grund seines bloßen Willens aus, so dass man für nichts einen anderen Grund anzugeben brauche, als Gott es will." Diese Ansicht steht auch im Gegensatz zur Heiligen Schrift, die sagt, dass der christliche Gott alles nach der Ordnung seiner Weisheit gemacht habe. [44]

"Alles hast du in Weisheit gemacht" [45] 

"Gott hat seine Weisheit ausgegossen über alle seine Werke." [46] 

Der Mensch besitzt das freie Entscheidungsvermögen gegenüber anderen Lebewesen, weil er sich durch ein Urteil der Vernunft ("judicio rationis") zum Wollen neigt und nicht durch den Antrieb der Natur wie die Tiere. Also gibt es in Gott freies Entscheidungsvermögen ("Ergo in Deo est liberum arbitrium"). Nach Aristoteles richtet sich der Wille auf das Ziel, die Wahl aber auf das, was auf das Ziel hingeordnet ist. [47]
"So wünschen wir gesund zu sein, wir entscheiden uns jedoch für das, was die Gesundheit fördert." -  Aristoteles

"Entscheidung ist mit richtiger Planung und mit dem Durchdenken des Sachverhaltes verbunden. Schon der Name (proheireton) scheint anzudeuten: wofür man sich vor anderen Dingen entscheidet."  - Aristoteles

"Wir überlegen uns das, was in unserer Macht steht und verwirklicht werden kann - denn dies allein bleibt noch übrig. Das sind nämlich die bekannten Ursachen: Natur, Notwendigkeit und Zufall, dazu Geist und alle menschliche Wirkenskraft. Im Einzelfalle freilich wird von den Menschen nur das hin und her erwogen, was durch eines jeden eigene Kraft verwirklicht werden kann."  - Aristoteles

"Freiwillig krank: weil er nämlich ein liederliches Leben führt und nicht auf die Ärzte hört. Ursprünglich hätte es ihm freigestanden, nicht krank zu sein, aber jetzt nicht mehr, nachdem er seine Gesundheit vertan hat, sowenig wie das Zurückholen eines Steins möglich ist, wenn man ihn fortgeschleudert hat."  - Aristoteles

"Ohne Irrtum der Erkenntniskraft kann es nicht vorkommen, dass das, was ein Gutes ist, als etwas Schlechtes aufgefasst wird." Thomas von Aquin

Thomas von Aquin sagt daher "über etwas Gutes Unlust zu empfinden und etwas Schlechtes zu erstreben, ist ein und derselbe Sachverhalt. Denn das erste kommt daher, dass man etwas Gutes für schlecht hält, das zweite aber kommt daher, dass man etwas Schlechtes für gut hält." Anwenden ließe sich das auf den Fernehphilosophen und Agnostiker Richard David Precht und seine bizarren Thesen zum Christentum. Bezeichnend ist, dass er und seine Fans mit dem von Aristoteles geforderten "Durchdenken des Sachverhaltes" so ihre Schwierigkeiten haben; auch stellt sich die Frage, ob bei ihm "der Geist im Menschen herrscht oder nicht" [48]:
"Und von beherrscht und unbeherrscht spricht man, je nachdem, ob der Geist im Menschen herrscht oder nicht - da der Geist als der eigentliche Mensch gilt. Und das gilt als eigentlich menschliche und freiwillige Tat, was mit dem richtigen Plan getan ist." - Aristoteles
Daher sei es auch den Freunden eigen, sich an wechselseitiger Gegenwart, am Zusammenleben und an Gesprächen zu freuen, an der Gemeinschaft von Wort und Gedanke. "Denn so ist gemeinhin der Begriff des Zusammenlebens zu verstehen, wenn er vom Menschen ausgesagt wird, und nicht wie beim Vieh als Grasen auf derselben Weide." Eine Freundschaft der Schlechten, zum Beispiel innerhalb einer Koranschule, entwickelt sich "zum Bösen - ihre Haltlosigkeit verführt sie zur Gemeinschaft" in einer unwahren Philosophie, "und überdies werden sie schlecht, indem sie sich einander angleichen - , Freundschaft der Guten aber ist etwas Gutes: sie wächst stetig durch den vertrauten Umgang. Und wie die Erfahrung zeigt, nehmen die Freunde zu an sittlichem Gehalt: es ist eine Freundschaft der Tat und der gegenseitigen Vervollkommnung."  [49] 

Dionysius nennt die Liebe die "einigende Kraft (unitiva virtus)". Es werde zwar zuweilen die Liebe, die von einer Leidenschaft verursacht ist, stärker als die Liebe, die aus der natürlichen Herkunft oder aus irgendeiner Gewohnheit gervorgeht, gehe aber leichter vorüber. Das jedoch, wodurch alles mit dem christlichen Gott verbunden sei, sein Gutsein nämlich, dass alle nachahmen, das sei für Gott das Größte und innerlichste, da er selbst sein Gutsein sei. Im christlichen Gott ist also nicht allein eine "wirkliche Liebe, sondern auch die vollkommenste und stärkste." [50] 
 
 


Anmerkungen

[1] Sertillanges, A.D.1954, Saint Thomas D'Aquin, Köln und Olten
[2]  Mehr zum Thema Universalienstreit, Nominalisten-Realisten siehe auch Kurse Nr. 503 Nominalistische Weltanschauungen, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 502 Thomismus in der heutigen Zeit, Nr. 501 Thomas von Aquin: Summ Theologiae, de Malo, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, De unitate intellectus contra Averroistas. Akademie der Kunst und Philosophie
[3] Siehe Anm. 1 und 2 
[4] Fallibilismus ist die Ansicht, dass alle unsere Überzeugungen falsch sein könnten ausser der Skeptizismus. Eine wichtige Konsequenz hiervon ist wie zum Beispiel beim Humeschen Skeptizismus, dass die "rechtlichen und sittlichen Bestimmungen und Gesetze sowie der Inhalt der Religion als etwas Zufälliges erscheinen und deren Objektivität und innere Wahrheit aufgegeben ist." (Science Review Letters 2016, 15, Nr. 678 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 46, p. 10); siehe auch Abschnitt und Anm. 21 Kurse Nr. 509 Philosophie der Freiheit, Nr. 551 Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie / Academy of Sciences
[5] Siehe dazu Ausführungen von Alexander von Humboldt: Als Naturwissenschaftler tendiert Alexander von Humboldt zur Weltanschauung der Nominalisten, obwohl er der naturwissenschaftlichen Anschauung Goethes auch nahe steht: Als nun, die platonische Philosophie verdrängend, die aristotelische Philosophie den entschiedensten Einfluß auf die Bewegungen des Geistes gewann, war es in zwei Richtungen zugleich: in den Forschungen der speculativen Philosophie und in der philosophischen Bearbeitung des empirischen Naturwissens. "Die erste dieser Richtungen, wenn sie auch dem Gegenstande meiner Schrift entfernter zu liegen scheint, darf hier schon deshalb nicht unberührt bleiben, weil sie mitten in der Zeit dialectischer Scholastik einige edle, hochbegabte Männer zum freien Selbstdenken in den verschiedenartigsten Gebieten des Wissens antrieb. Eine großartige physische Weltanschauung bedarf nicht bloß der reichen Fülle der  Beobachtungen, als Substrats der Verallgemeinerung der Ideen; sie bedarf auch der vorbereitenden Kräftigung der Gemüther, um in den ewigen Kämpfen zwischen Wissen und Glauben nicht vor den drohenden Gestalten zurückzuschrecken, die bis in die neuere Zeit an den Eingängen zu gewissen Regionen der Erfahrungswissenschaft auftreten und diese Eingänge zu versperren trachten. Man darf nicht trennen, was in dem Entwickelungsgange der Menschheit gleichmäßig belebt hat das Gefühl der Berechtigung zur intellectuellen Freiheit und das lange unbefriedigte Streben nach Entdeckungen in fernen Räumen. Jene freien Selbstdenker bildeten eine Reihe, welche im Mittelalter mit Duns Scotus, Wilhelm von Occam und Nicolaus von Cusa anhebt und durch Ramus, Campanella und Giordano Bruno bis zu Descartes leitet. Die unübersteiglich scheinende »Kluft zwischen dem Denken und dem Sein, die Beziehungen zwischen der erkennenden Seele und dem erkannten Gegenstande« trennten die Dialectiker in jene zwei berühmten Schulen der Realisten und Nominalisten. Des fast vergessenen Kampfes dieser mittelalterlichen Schulen muß hier gedacht werden, weil er einen wesentlichen Einfluß auf die endliche Begründung der Erfahrungswissenschaften ausgeübt hat. Die Nominalisten, welche den allgemeinen Begriffen nur ein subjectives Dasein in dem menschlichen Vorstellungsvermögen zugestanden, wurden nach vielen Schwankungen zuletzt im 14ten und 15ten Jahrhundert die siegreiche Parthei. Bei ihrer größeren Abneigung vor leeren Abstractionen drangen sie zuerst auf die Nothwendigkeit der Erfahrung, auf die Vermehrung der sinnlichen Grundlage der Erkenntniß. Eine solche Richtung wirkte wenigstens mittelbar auf die Bearbeitung des empirischen Naturwissens; aber auch schon da, wo sich nur noch realistische Ansichten geltend machten, hatte die Bekanntschaft mit der Litteratur der Araber Liebe zum Naturwissen, in glücklichem Kampfe mit der alles absorbirenden Theologie, verbreitet. So sehen wir in den verschiedenen Perioden des Mittelalters, dem man vielleicht eine zu große Charakter-Einheit zuzuschreiben gewohnt ist, auf ganz verschiedenen Wegen: auf rein ideellen und empirischen, das große Werk der Entdeckungen im Erdraume und die Möglichkeit ihrer glücklichen Benutzung zur Erweiterung des kosmischen Ideenkreises sich allmälig vorbereiten. Unter den gelehrten Arabern war das Naturwissen eng an Arzneikunde und Philosophie, im christlichen Mittelalter war es neben der Philosophie an die theologische Dogmatik geknüpft. Die letztere, ihrer Natur nach zur Alleinherrschaft strebend, bedrängte die empirische Forschung in den Gebieten der Physik, der organischen Morphologie und der, meist mit Astrologie verschwisterten Sternkunde. Das von den Arabern und jüdischen Rabbinern überkommene Studium des allumfassenden Aristoteles hatte aber die Richtung nach einer philosophischen Verschmelzung aller Disciplinen hervorgerufen; daher galten Ibn-Sina (Avicenna) und Ibn-Roschd (Averroes), Albertus Magnus und Roger Bacon für die Repräsentanten des ganzen menschlichen Wissens ihrer Zeit. Der Ruhm, welcher im Mittelalter ihre Namen umstrahlte, läßt sich diesem allgemein verbreiteten Glauben beimessen. Albert der Große, aus dem Geschlechte der Grafen von Bollstädt, muß auch als Selbstbeobachter in dem Gebiete der zerlegenden Chemie genannt werden. Seine Hoffnungen waren freilich auf die Umwandlung der Metalle gerichtet; aber, um sie zu erfüllen, vervollkommnete er nicht bloß die praktischen Handgriffe in Behandlung der Erze, er vermehrte auch die Einsicht in die allgemeine Wirkungsart der chemischen Naturkräfte. Ueber den organischen Bau und die Pflanzen-Physiologie enthalten seine Werke einzelne überaus scharfsinnige Bemerkungen. Er kannte den Schlaf der Pflanzen, das periodische sich Oeffnen und Schließen der Blumen, die Verminderung des Saftes durch Verdunstung aus der Oberhaut der Blätter, den Einfluß der Theilung der Gefäßbündel auf die Ausschnitte des Blattrandes. Er commentirte alle physikalischen Schriften des Stagiriten, doch die Thiergeschichte nur nach der lateinischen Uebersetzung des Michael Scotus aus dem Arabischen. Ein Werk Alberts des Großen, welches den Titel führt: Liber cosmographicus de natura locorum , ist eine Art physischer Geographie. Ich habe darin Betrachtungen aufgefunden über die gleichzeitige Abhängigkeit der Klimate von der Breite und der Höhe des Orts, wie über die Wirkung des verschiedenen Einfallswinkels der Sonnenstrahlen auf Erwärmung des Bodens, die mich sehr überrascht haben. Daß Albert von Dante gefeiert worden ist, verdankt er vielleicht nicht so sehr sich selbst als seinem geliebten Schüler, dem heiligen Thomas von Aquino, welchen er 1245 von Cöln nach Paris und 1248 nach Deutschland zurückführte." Siehe auch Anm. 2 und Kurs Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie 
[6] Science Review Letters 2015, 14, Nr. 609 und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 2015, Nr. 22, p. 8; siehe auch Kurse, Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 560 - Walter von der Vogelweide, Nr. 558 - Calderon, Nr. 557 - Ariosto, Nr. 556 - Torquato Tasso. Akademie der Kunst und Philosophie
[7] Science Review Letters 2015, 14, Nr. 629; 631 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2015, Nr. 206, p. 2, 8, 10
[8] Ebd.
[9] Ebd.
[10] Siehe Anm. 7
[11] Siehe Anm. 2 und Kurs Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur in Frankreich. Akademie der Kunst und Philosophie
[12] Ebd.
[13] Ebd.
[14] Siehe Anm. 7 und Kurs Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance in Italien. Akademie der Kunst und Philosophie
[15] Ebd.
[16] Horn, Christoph: Augustinus. München 1995; Hartmut Leppin 2016: Einfach mal das Leben ändern. Erfolg und Wohlstand allein machen noch lange nicht glücklich. Wie man zu echter Erfüllung findet, zeigt das Beispiel des Augustinus. Frankfurt a.M; mehr zu Augustinus und wie das Scheitern in die Bekehrung zum Christlichen Glauben führen kann siehe Kurse Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 500 Thomas von Aquin, Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik. Akademie der Kunst und Philosophie
[17] "Das Böse ist dann nicht mehr eine abstrakte Macht, die uns von außen verführt und die im wesentlichen nichts mit uns zu tun hat. Wir lernen es jedoch als unrechtmäßige Entwicklung kennen. Entweder hemmt es unsere Entwicklung zum Schönen, Wahren und Guten, weil wir den Mut aufgeben, diese Entwicklung trotz aller Widerstände fortzusetzen; oder es will unsere Entwicklung beschleunigen, wodurch wir unsere Freiheit in dieser Entwicklung preisgeben. Wir werden entwickelt und geben die Macht über uns selbst auf." (Mosmuller); vgl. auch Kurs Nr. 501 Thomas von Aquin: Summa Theologiae, de Malo. Akademie der Kunst und Philosophie 
[18] Zitiert nach Mosmuller 1994; was die morgenländische Philosophie und Mystik betrifft, so geht es immer um ein Auflösen des Ich und Verschmelzung mit dem All. Das Bewusstsein des Ich ist verdunkelt, das Ich scheint überwunden zu sein, doch eigentlich lebt man nun ohne Unterscheidung im niederen Ich. Faktisch verliert man damit seine Menschlichkeit und wird zu einem tierischen Bewusstsein gebracht. Es gab eine Zeit - doch die liegt Jahrtausende zurück - in der dieses Bewusstsein wirklich zeitgemäß war. In dieser Zeit waren die morgenländischen Religionen der Ägypter, Perser, Inder geistige Mysterien. Will man allerdings heute noch diese Art Mystik betreiben, wie es vor Jahrtausenden richtig war, dann gerät der Geist in Verfall. Das Denken wird geistlos, auch durch eine falsche Erziehung. (Mieke Mosmuller 2007: Der heilige Gral. Occident. Baarle Nassau; Dies.1994, Suche das Licht, das im Abendlande aufgeht, Den Haag). vgl. Kurse Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung, Nr. 509 Philosophie der Freiheit, Nr. 543 Deutscher Idealismus, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences. Akademie der Kunst und Philosophie 
[19] Thomas von Aquin, De unitate intellectus contra Averroistas, Paris 1270; siehe auch Anm. 2
[20] Ebd. und Kurs Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences, Nr. 532 Philosophie der Wissenschaften. Akademie der Kunst und Philosophie 
[21] Met I, 2; Met II, 1; Joh 18, 37 und Kurs Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles. Akademie der Kunst und Philosophie
[22] Ps 104, 24; Hilarius, De trin. I, 37 
[23] Met I,1; Physica VII, 3; Eph 4, 17; Jes 54, 12f; vgl. Anm. 20 und 21
[24] Eth X 7; 2 Petr 1, 16; Hiob 11, 6; Hebr 2, 3f
[25] Summa contra gentiles I, 6; vgl. Anm. 21 
[26] Ebd.
[27] Vgl Kurse Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 510 Schelling - Philosophie der Offenbarung, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles. Akademie der Kunst und Philosophie
[28] Platon, Timaeus 41; 1 Caeli et mundi 3; Joh 4, 24; Röm 1, 20; vgl. auch Anm. 20
[29] Hilarius, De trin. VII, 11; Augustinus De trin. V, 4; vgl. Abschnitt und Anm. 27
[30] Eth. VII, 3 und II: Phys. VII
[31] Ebd.
[32] 1 Kor 2, 6ff 
[33] Clemens Alexandrinus, Stromata VIII 9; Dionysium, De div. nom. V, 9 und VII, 2; Aristoteles Met. VI; vgl. auch Kurs Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie 
[34] Vgl. Anm. 17 und 21 
[35] Joh 14, 6
[36] Röm 3,4
[37] 1 Joh 1, 5
[38] Met. IV
[39] Wenn der Sinn der Naturwissenschaft verdreht wird: Gentechnisch veränderter Lachs ist in Kanada erstmals an Endverbraucher abgegeben worden. Die amerikanische Firma AquaBounty Technologies gab kürzlich bekannt, dass sie mehr etwa 5000 Kilogramm an Fisch verkauft hat. "Diese Lachse sind die ersten gentechnisch veränderten Tiere auf dem Esstisch." Das Unternehmen habe mehr als 25 Jahre für dieses sinnlose Unterfangen gekämpft. "Die Lachse enthalten das Gen für ein Wachtumshormon. Ein spezieller Schalter sorgt dafür, dass es auch bei niedrigen Temperaturen abgelesen wird." Im Sinne der natürlichen Ordnung stellen Lachse die Synthese von Wachtumshormonen im Winter oder in kaltem Wasser ein. Von Interesse für diejenigen Forscher, "die sich zum Schlechten neigen" war allerdings nur, dass mit der gentechnischen Veränderung die Tiere schon nach 18 Monaten, nicht erst nach 36 Monaten ihr Schlachtgewicht erreichen. Erwartungsgemäß sehen die amerikanischen und kanadischen Behörden keine gesundheitlichen Risiken. "In Kanada muss der gentechnisch veränderte Lachs nicht gekennzeichnet werden" und kann durch das Freihandelabkommen mit Kanada auch nach Europa gelangen. (Api Review Letters 2017, 16, Nr. 1103 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2017, Nr. 183, p. N2); vgl. auch Anm. 20
[40] Weish. 7, 30
[41] Met. XII
[42] Ebd.
[43] Vgl. Anm. 20 und 21 
[44] Zum Fatum Mahometanum vgl. Kurse Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 505 Schopenhauer. Akademie der Kunst und Philosophie
[45] Ps 104, 24
[46] Sir 1, 10
[47] Eth. III
[48] Eth IX; zu Richard David Precht vgl. auch Kurs Nr. 512 Novalis. Akademie der Kunst und Philosophie 
[49] Ebd.
[50] Dionysius De div. nom. 4, 12
 
 


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Letzte Bearbeitung:14.08.2017