Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

Kurs Nr. 545 

Sittenlehre


Freiheit ist die absolute Voraussetzung einer Sittenlehre im eigentlichen Sinne. "Das ganze Christentum hat keinen Sinn, ohne diese Erkenntnis". Für das physische Wohlergehen aller, "für Ordnung, die sie umgebe, für Rechtlichkeit ihrer Verfassung, für ihre Freiheit" - vor allem auch Meinungsfreiheit - muss gesorgt sein
Raphaels Disputa

 

 
 
 
 
 

 


Aus dem Inhalt:
 
Und ein Gott ist, ein heiliger Wille lebt,
Wie auch der menschliche wanke;
Hoch über der Zeit und dem Raume webt
Lebendig der höchste Gedanke.
Und ob alles in ewigem Wechsel kreist,
Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.
(Friedrich Schiller)


Was man bisher die Sittenlehre genannt hat, ist eigentlich die Lehre vom wahren Sein, der eigentlichen Realität. Freiheit ist die absolute Voraussetzung einer Sittenlehre im eigentlichen Sinne. "Das ganze Christentum hat keinen Sinn, ohne diese Erkenntnis". Für das physische Wohlergehen aller, "für Ordnung, die sie umgebe, für Rechtlichkeit ihrer Verfassung, für ihre Freiheit" - vor allem auch Meinungsfreiheit - muss gesorgt sein. [2][3][4][5]

"Denn er weiss, dass nur in einer solchen Lage sie ihren Blick erheben können auf das geistige und höhere, und dass äusserer Druck in der Regel, und nach dem gemeinen Maasstabe dem Menschen fast alles sein höheres nimmt, und ihn beinahe zum Tier hernieder drückt." - J.G.Fichte [1][2] 
Die Sittenlehre ist ein Fremdwort für die islamische Theologie, die die Welt nur in "das Gebiet des Islams" (Dar al islam) und "das Gebiet des Kriegs" (Dar al harb) unterteilt, also das Gebiet, das noch dem Islam unterworfen werden muss. [1][6]

In einem Interview äussert sich der algerische Schriftsteller Boualem Sansal zu den Anschlägen in Paris und meint, der Westen habe die islamistische Gefahr unterschätzt. Die Islamisten gingen sektiererisch vor; es gehe um Indoktrination. Inzwischen lassen sich sogar Christen, Atheisten und Juden unter den Islamisten finden. Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal warnt seit langem vor der Gefahr des Islamismus. "Es geht ihnen um die Eroberung der Welt“ [7]: 

"Ich bin, ehrlich gesagt, nicht überrascht. Die Islamisten sind dabei, sich in Europa einzurichten. Am Freitag haben sie in Paris zugeschlagen, morgen wird es woanders sein. Sie werden nicht aufhören. Die Strategie der Anschläge weist dabei auf ein Ziel hin, das man benennen muss: Es geht ihnen um die Eroberung der Welt. Und dieser Krieg wird längst nicht nur über Gewalt geführt. Die Islamisten nutzen für ihre Mission die verschiedensten Mittel, sie wirken politisch, sie predigen in Moscheen, sie kommunizieren über das Internet und lassen ihre Publikationen weltweit zirkulieren. Das halte ich für das Wesentliche. Mit den Attentaten wollen sie uns terrorisieren, aber die Arbeit im Hintergrund ist mindestens so wichtig. ... was jetzt in Paris passiert ist, erleben wir in Algerien seit 1990. In Paris gibt es 129 Tote, in Algerien sind es 250000 Opfer. Ich kenne die Gefahr des Islamismus. Deshalb bestätigt Paris meine Analyse nur. Der Islamismus hat der Menschheit den Krieg erklärt, seine Verfechter wollen die Macht. Weltweit mobilisieren sie Anhänger, und ihnen gegenüber steht – nichts, Leere. Die Demokratien sind schwach. Deshalb werden die Islamisten obsiegen und große Teile der Welt beherrschen. Denken Sie doch nur einmal: Vor zwanzig Jahren gab es sie nicht, und schon heute dominieren sie mehr als dreißig Länder. Und sie gewinnen ständig neue Territorien hinzu, ob in der Sahara, im Irak oder in Syrien. Die Türkei wird von einer islamistischen Partei regiert, Iran, Marokko. Und als Nächstes installieren sie sich in Europa". - Sansal [7]
Man kann natürlich fragen warum stellt sich die arabische Welt nicht geschlossen gegen die Verbrechen des IS? "Das hat viele Gründe. Zum einen haben die Amerikaner lange Zeit in Ländern wie Syrien, Irak oder Afghanistan mit den Islamisten paktiert, um den Kommunismus mit ihrer Hilfe zurückzudrängen. Außerdem glauben tatsächlich viele Bürger in der arabischen Welt, dass die Anschläge von Paris nicht von Islamisten verübt wurden, sondern vom Mossad oder dem französischen Geheimdienst. Um die Stimmung gegen die arabische Welt aufzuheizen. Sie wollen sich aber auch nicht mit der einstigen Kolonialmacht Frankreich solidarisch zeigen. Und außerdem gibt es nicht den einen Islam. Wenn Schiiten Anschläge verüben, ist das den Sunniten herzlich egal, weil sie Gegner sind. Auch Syrien und der Irak, Algerien und Marokko sind verfeindet, niemals würden diese Länder an einem Strang ziehen. Und zuletzt ist es für einen Muslim schwer, einen anderen Muslim zu kritisieren. Schon als Europäer steht man dann unter Verdacht, islamophob zu sein. Über einen Muslim, der sich kritisch äußert, aber heißt es, er sei vom Glauben abgefallen. Das ist sehr gefährlich". [7]

Natürlich habe der Westen die islamistische Gefahr unterschätzt. "Der Westen wird die wahre Dimension erst begreifen, wenn sich die Attentate häufen und eine Art urbaner Guerrillakrieg ausbricht".  Dennoch, meint Sansal, werde der IS an seinen inneren Widersprüchen scheitern. Problematisch sei eine Renaissance des Islam im Gewand des gemässigten Islams. Dafür stehe die "Nahda-Bewegung" mit Millionen Anhängern und karitativen Initiativen sowie Koranschulen. Auch in Parlamenten seien sie schon vertreten. Die Unterstützer im Hintergrund sind zum Beispiel Saudi Arabien und Qatar. [7]

"Der gewalttätige Islamismus ist eine vorübergehende Entwicklung. Das wird es noch eine Zeitlang geben, vielleicht zwanzig oder dreißig Jahre, aber seine wahre Intention ist die intellektuelle Ausrichtung. Das große Ziel ist die Renaissance des Islams. Dafür steht die Nahda-Bewegung, deren Name nicht zufällig „Wiedererwachen“ heißt. Entstanden in der Zeit, als die arabische Welt kolonisiert war und der Islam zu verschwinden drohte, hatte die Bewegung das Ziel, den Islam mit der Moderne zu verbinden. Heute hat Nahda Millionen Anhänger und wird immer mächtiger. Sie unterhalten karikative Initiativen, Koranschulen und sind in Parlamenten vertreten. Aber es sind fundamentalistische Muslime, deren Mission es ist, den Islam zu neuer Größe zu führen, in Afrika, Asien, Europa. Es ist doch offensichtlich, dass das Geld zum Beispiel aus Saudi-Arabien kommt, dem einzigen Land in der Welt, das einer Familie gehört. Die Amerikaner, die nur zu gern das saudische Öl abnehmen, versprechen im Gegenzug, nicht gegen Saudi-Arabien vorzugehen. Auf Qatar trifft dasselbe zu. Aus diesen Königreichen kommt die Unterstützung." - Sansal [7]
Ähnlich wie die Nahda-Bewegung, besteht auch die "Wasatiya"-Bewegung oder "Wasatiya-Islam" ("Islam der Mitte") aus fundamentalistischen Muslimen, nämlich z.B. den Muslimbrüdern, die mit Terrororganisationen wie der Hamas zusammenarbeiten. Der islamische Theologe Ahmad Nofal zählt zu den bekanntesten islamischen Theologen der Gegenwart. Der emeritierte Professor der Universität Jordaniens übt über Fernsehsendungen und Facebook großen Einfluß aus. Allein bei Facebook hat er mehr als 1,5 Millionen Follower. In einem Interview verrät er seine fundamentalistische Ansicht. Er sagt zum Beispiel: "Es ist ausgeschlossen, dass die Muslimbruderschaft hinter Terroranschlägen steckt. ... der Islam will so etwas nicht." Er täuscht seine Anhänger und die westliche Welt damit, dass er den Islam mit dem Christentum auf eine Stufe stellt: "Der Wasatiya-Islam hat viel mit Jesu Botschaft gemeinsam." Nur hat der Islam mit dem Christentum nicht das Geringste zu tun. [25]

Freiheit im Bildungssektor ist unumgänglich, in der Wirtschaft kann es aber fatale Folgen haben. Die Völker des christlichen Europa lassen sich betrachten als eine Nation. Durch dieselbe Abstammung und dieselben ursrünglichen Gebräuche, vereinigt, "wurden sie, seit ihrer Verbreitung durch die Provinzen des abendländischen römischen Reiches, noch durch dieselbe gemeinschaftliche Religion" verbunden. Den Völkern von anderer Abstammung, welche später hinzukamen, wurde zugleich mit der neuen Religion, dasselbe Grundsystem von Gebräuchen und Begriffen ausgebildet. Erst später wurden "Völkerschaften durch Staatsverfassung geschieden. Diese Trennung wurde noch dadurch erleichtert, dass durch die Kirchenreformation die geistliche Gewalt, die die christliche Kirche bisher zu einem Ganzen zusammengehalten hatte, zugrunde gerichtet wurde. So haben die modernen Staaten sich gebildet; - nicht, wie man in der Rechtslehre die Entstehung eines Staates zu beschreiben pflegt, durch Sammlung und Vereinigung unverbundener Einzelner unter die Einheit des Gesetzes, sondern vielmehr durch Trennung und Zerteilung einer einigen grossen, jedoch nur schwach verbundenen Menschenmasse. Die einzelnen Staaten des christlichen Europa sind solche losgerissene, ihrer Ausdehnung nach grösstenteils durch das Ohngefähr bestimmte Stücke des ehemaligen Ganzen. ... Während jener Einheit des christlichen Europa hat unter anderem sich auch das Handelssystem gebildet, das wenigstens nach seinen Grundzügen bis auf die gegenwärtige Zeit fortdauert... Der Handel war in diesem Zustande durchaus frei, ohne Berechnung, sowie ohne Beschränkung. ... Die Bürger desselben Staates, sollen alle durcheinander Handel und Wandel treiben. War das christliche Europa ein Ganzes, so musste der Handel der Europäer untereinander frei sein." Heute sind es verschiedene Regierungen, durch Staatsgrenzen getrennt, weshalb der Slogan "Wandel durch Handel" seine Bedeutung verloren hat. Wie die Wirtschaft heute am besten funktioniert ist Aufgabe der Wirtschaftslehre. [5][8][9][17]

Wollte man heute nach der Maxime "Wandel durch Handel" die Wirtschaft ausrichten, könnte dies zu völlig absurden Situationen führen. Firmen nicht europäischer Konzerne könnten eine Strategie entwickeln zur Kontrollübernahme nationaler Unternehmen, wie zur Zeit von Air Berlin durch Etihad (nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate). Auch "Turkish Airlines", "Emirates" oder "Qatar Airways" versuchen europäischen Fluggesellschaften wie der Lufthansa Marktanteile abzujagen um das Geld - wie die Petrodollars auch - in die Finanzierung des Islamismus zu stecken; wer also mit diesen Airlines fliegt, unterstützt indirekt den islamistischen Terrorismus. Nicht nur aus diesem Grund arbeitet die EU an "Schützenhilfe für Europas Fluglinien". Zu beobachten sind strategische Zukäufe auch in der Chemie- und Pharmaindustrie. Selbst vor Waffengeschäften mit den Golfstaaten schreckt Deutschland nicht zurück. Im ersten Halbjahr 2015 lieferten deutsche Unternehmen nur nach Grossbritannien und Israel mehr Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien und Qatar. Ende 2014 verfügten die Staatsfonds von Abu Dhabi, Saudi-Arabien, Kuweit und Qatar nach Berechnungen des Sovereign Wealth Fund Institut, über die sagenhafte Summe von 2,3 Billionen Dollar. [9][10][17]

Saudi-Arabien exportiert vor allem zwei Produkte: Erdöl und Islam. Das saudische Erdöl ist das Schmiermittel für die Weltwirtschaft, der saudische Islam aber ist eine Gefahr für den Weltfrieden. Vor mehr als einem halben Jahrhundert hatte das Königreich begonnen, seinen rückwärtsgewandten und intoleranten Islam zu exportieren. Rückwärtsgewandt ist er, weil er sich am Vorbild der ersten Muslime orientiert und dazu den Koran buchstabengetreu auslegt. Und intolerant ist dieser Islam, weil er alle Anhänger anderer Auslegungen zu „Ungläubigen“ erklärt, die bekämpft werden müssen. Die Vertreter dieses wahhabitischen Islams sehen ihn seit seiner Entstehung im 18. Jahrhundert als die einzige wahre Form des Islams an – und als die einzig wahre Religion überhaupt. Das Ergebnis ist verheerend. Seit einem halben Jahrhundert wird die saudische Missionsoffensive Jahr für Jahr mit Milliarden Petrodollars finanziert. Diese saudische Offensive schuf den theologischen und ideologischen Nährboden für den heutigen Terror im Namen des Islams. Zwar finanziert das Königreich Saudi-Arabien die Terrormiliz „Islamischer Staat“ nicht direkt; denn der IS hat der saudischen Monarchie den Krieg erklärt. Das Königreich ist aber der Schöpfer dieses Ungeheuers, denn der IS ist die besonders gewalttätige Fortsetzung des wahhabitischen Islams. [11]

"Zu den größten Fehlern des Westens zähle der Irrglaube, dass das saudische Regime uns wohlgesinnt sei, sagte kürzlich der Schriftsteller Salman Rushdie. Denn Saudi-Arabien sei maßgeblich verantwortlich für die weltweite Verbreitung radikal-islamischen Gedankenguts in Form des Wahhabismus: „Das war eine winzig kleine Strömung innerhalb des sunnitischen Islams, bis die Saudis dazu übergingen, mit ihren Petrodollars den Wahhabismus weltweit zu propagieren.“ Kronprinz Faisal berief 1962 eine Konferenz nach Mekka ein, um den Säkularismus und Nassers arabischen Nationalismus, zwei existentielle Gefahren für das saudische Königshaus, zu bekämpfen. Das Ergebnis war die Idee, eine „Islamische Weltliga“ zu gründen. Sie wurde das wichtigste Instrument des Königreichs, sein Islamverständnis weltweit zu verbreiten – also Moscheen, Schulen und islamische Kulturzentren zu bauen, Jugendprojekte zu fördern, islamische Anliegen, wo auch immer in der Welt, zu unterstützen und humanitäre Hilfe zu leisten. Überall sollten kleine islamische Gesellschaften nach saudischem Verständnis entstehen. Einer der großzügigsten Spender der Islamischen Weltliga war von Beginn an der heutige König Salman Bin Abd al Aziz Al Saud. Das Programm umriss Faisal in einer Rede während der Pilgerfahrt in Mekka 1968, als er bereits vier Jahre König war: „Wir wollen eine islamische Wiedergeburt ohne Nationalismus, Ethnien und politische Parteien, aber mit dem Ruf des Islams und dem Ruf des Dschihad, um unsere Religion zu verteidigen.“ Die „Konferenz für islamische Zusammenarbeit“, als Zusammenschluss islamischer Staaten ist das zweite Instrument Saudi-Arabiens, Einfluss auf andere Länder der islamischen Welt zu nehmen. Ein weiteres Instrument sind Universitäten. Seit ihrer Gründung 1961 haben etwa 45.000 religiöse Kader aus mehr als 160 Ländern an der Islamischen Universität studiert. Weitere zehntausend Schüler und Studenten haben weitere saudische Bildungseinrichtungen im Ausland und in Saudi-Arabien besucht. So unterhält die 1974 gegründete Islamische Universität Imam Ibn Saud Zweigstellen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Indonesien, Malaysia, Djibouti, Japan und den Vereinigten Staaten. Sie sind nicht die einzigen Hochschulen, die im Ausland auf saudische Initiative gegründet wurden und weiter zu einem großen Teil aus Saudi-Arabien finanziert werden. Im Tschad wurde 1991 die König-Faisal-Universität eröffnet, und bereits 1980 hatten in Pakistan die OIC und der damalige Geheimdienstchef Turki al Faisal Al Saud die Islamische Universität Islamabad gegründet. Im Afghanistan-Krieg war sie Anlaufstelle für viele arabische Kämpfer auf dem Weg in den Dschihad. Man islamisierte das Bildungswesen und stattete die Religionspolizei mit mehr Kompetenzen aus. "Gleichzeitig exportierte das Haus Saud die radikalislamischen Dissidenten: Die Extremisten sollten sich in Afghanistan austoben, und die saudische Führung glaubte, sich mit der Unterstützung extremistischer Bewegungen in der islamischen Peripherie eine neue Legitimation als islamische Führungsmacht zu verschaffen. Zehntausende arabische Dschihadisten zogen nach Afghanistan. Von dort zogen sie zu anderen Konfliktherden weiter, nach Kaschmir und Tschetschenien, nach Algerien und Bosnien. Dabei bedienten sich die Dschihadisten der Institutionen, die Saudi-Arabien in den Jahrzehnten zuvor geschaffen hatte. Dazu gehörte auch die Islamische Hilfsorganisation (IIRO), die 1978 als Unterorganisation der Islamischen Weltliga gegründet wurde. Zu den bedeutenden Spendern zählten der langjährige Verteidigungsminister Sultan Bin Abd al Aziz Al Saud und der heutige König Salman Bin Abd al Aziz Al Saud. Offiziell leistet die IIRO humanitäre Hilfe, sie verschickt Hilfspakete und betreibt Waisenhäuser. Auch hat sie mehrere tausend Moscheen und einige Dutzend Schulen gebaut, einige ihrer mehr als 80 Auslandsbüros haben Terrorgruppen unterstützt. So nutzte von 1994 an Muhammad Dschamal Chalifah, ein Schwager des Al-Qaida-Gründers Bin Ladin, die IIRO-Filiale auf den Philippinen als Tarnorganisation für die Terrorgruppe Abu Sayyaf. Zuvor hatte er die Attentäter auf das World Trade Center 1993 in New York finanziert. Die Untersuchungskommission des amerikanischen Kongresses zu den Anschlägen vom 11. September 2001 kam zu dem Ergebnis, dass auch die 1972 gegründete „Weltversammlung für die muslimische Jugend“ (Wamy) den islamistischen Terror offen unterstützt habe. Wamy unterhält Filialen in 56 Ländern, organisiert Jugendprojekte und vergibt Stipendien für Kurse an saudischen Bildungseinrichtungen. Die Jugendorganisation unterhält ein weltweites Netz von Schulen, Hospitälern und Waisenhäusern. Das amerikanische Finanzministerium erklärte im Juli 2005, auch wenn Saudi-Arabien nun gegen Terroristen vorgehe, flössen weiter Gelder über die Islamische Weltliga und Wamy an Terrororganisationen. Da war die zur Islamischen Weltliga gehörende Haramain-Stiftung, die mehr als tausend Moscheen gebaut und 13 Millionen islamische Bücher verteilt hatte, bereits aufgelöst worden, weil sie ihre Infrastruktur Terrorgruppen bereitgestellt hatte. Deshalb hatte sie auch im Jahr 2002 in Bosnien ihre Büros schließen müssen. Auf dem Balkan war Bosnien ein Schwerpunkt der saudischen Missionsarbeit. Saudi-Arabien und die Islamische Weltliga bauten in Biha? die Prinz-Salman-Akademie, um islamische Religionslehrer für den ganzen Balkan auszubilden. Im Büro der staatlichen saudischen Hilfsorganisation in Sarajevo wurden Fotos gefunden, die die Terroranschläge der Jahre 1998 und 2001 verherrlichten. Saudi-Arabien schürte auch in anderen Ländern des Balkans und der früheren Sowjetunion bestehende Konflikte. So sah das Königreich in Albanien, als nach 1992 die staatlichen Strukturen zusammenbrachen, die Möglichkeit, das einst muslimische Land nach eigenen Vorstellungen zu prägen. Prediger wurden entsandt, mehr als zweihundert Schulen gebaut und eine Million Exemplare des Korans auf Albanisch verteilt. Arabische Dschihadisten erhielten Zuflucht und Arbeitsmöglichkeiten. Pakistan und Indien sind in Asien Schwerpunkte der Islamischen Weltliga. Sie unterstützt die einflussreiche Hochschule der Bewegung der Deobandi im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, die als Ableger des wahhabitischen Islams in Indien gilt. In Pakistan soll die Deobandi-Bewegung bis zu 40.000 Koranschulen unterhalten. Aus ihrer politischen Partei, der Dschamiat Ulema-e-Islam, sind die afghanischen Taliban hervorgegangen. Moscheen und Schulen sind die Hardware, um den Islam in die Welt zu exportieren. Saudi-Arabien versorgt diese Stätten auch mit Predigern und Pamphleten. Einer der bekanntesten saudischen Hassprediger, die das Königreich über viele Jahre auch nach Deutschland schickte, war Muhammad al Arifi, der auf Twitter elf Millionen Follower hat. Er darf nicht mehr in den Schengen-Raum einreisen, und so greift Saudi-Arabien auf andere Wanderprediger zurück, die Hass verbreiten. Nicht dem Dialog dient auch die Standardliteratur des wahhabitischen Islams, für deren Verbreitung Saudi-Arabien rund um den Erdball sorgt. Seinen Radius erweitert das Königreich auch mit islamischen Satellitensendern und islamischen Websites, die überall verfügbar sind und den Nutzer nichts kosten. Damit beliefere Saudi-Arabien einen erheblichen Teil der Curricula der weltweiten islamischen Institutionen, beobachtete bereits vor Jahren der französische Islamismus-Fachmann Olivier Roy." [11]

Die schädlichen Auswirkungen der Maxime "Wandel durch Handel" zeigt sich auch hier: „Bei der Verbreitung des saudischen Islams spielt auch die Arbeitsmigration eine wichtige Rolle“, sagt Ulrike Freitag. Denn in Saudi-Arabien arbeiten zehn Millionen ausländische Bürger, und die meisten stammen aus muslimischen Ländern. Wenn sie zum Urlaub oder endgültig zurückkehren, bringen sie nicht nur Ersparnisse mit, sie verlangen von ihren Familien dann meist, sich wie in Saudi-Arabien „islamisch“ zu verhalten. Gebe es dann noch Angebote einer von Saudi-Arabien finanzierten Moschee, steige die Bereitschaft, den saudischen Islam zu übernehmen, sagt Freitag. König Fahd baute nicht nur prächtige Paläste. Er sorgte auch dafür, dass sich Saudi-Arabien in der islamischen Welt fortsetzte. So soll er den Bau von mindestens 1500 Moscheen finanziert haben, von 2000 Grundschulen, 200 höheren Schulen und 210 islamischen Kulturzentren. Eine Druckerei, die seinen Namen trug, druckte 138 Millionen Exemplare des Korans in mehr als 20 Sprachen. In Europa tragen diesen 16 „Akademien“. Das sind Schulen, in denen nach saudischen Lehrplänen unterrichtet wird. Die „König-Fahd-Akademie“ in Bonn geriet als Anziehungspunkt für Extremisten nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ins Visier des Verfassungsschutzes. Eine Untersuchung ihrer Schulbücher erbrachte ein alarmierendes Ergebnis. Die „Akademie“ wird seither ausgetrocknet. Die Ideologie ist aber in der Welt und wird nicht so schnell aus dieser zu schaffen sein."  [11][17]

"Ein nicht unwichtiger Bestandteil des Lebens ist das Denken. ... Zu dem Entschlusse aber, dieses Denken nun auch einmal an seiner eigenen Person zu versuchen, wird es nicht leicht kommen." - J.G.Fichte [2]
Warum eigentlich? Ist die "historische Flachheit, Zerstreutheit in die mannigfaltigsten und widersprechendsten Ansichten, Unentschlossenheit über alle zusammen, und absolute Gleichgültigkeit gegen Wahrheit" so verbreitet? Und versichert jeder, "dass er in diesem Bilde sich nicht erkenne"? Worum geht es denn in den Kursen der Akademie der Kunst und Philosophie? Doch um nichts anderes, als 
"Den ausgestorbenen Trieb des Denkens wieder in Anregung zu bringen." - J.G.Fichte [2]
Das funktioniert natürlich nicht mit Werken, die "keinen einzigen wertvollen Gedanken" enthalten. Nach Schopenhauer, Voltaire, Goethe, Novalis, Thomas von Aquin und anderen ist der Koran beispielsweise dazu nicht geeignet. [1][12][13][14][21]
"Ich glaube sie am Besten charakterisieren zu können durch folgenden Grundzug: ihr heisst Denken soviel als sich Etwas ausdenken; und Selbstdenken soviel als sich für seine eigene Person und auf seinen eigenen Leib eine Wahrheit erdenken." - J.G.Fichte [2]
Der Terror der Gewalttäter von Paris, der die Welt entsetzt, entspricht "koranischem Gebot". In Sure 8, Verse 60-68 wird von den Muslimen verlangt, alle Mittel einzusetzen, um die Feinde Allahs zu "terrorisieren". Zudem tadelt Mohammed seine Anhänger, dass sie in der Schlacht bei Bedr nicht alle Gefangenen niedermetzelten. Damit der Islam in den Augen von Nichtmuslimen akzeptabler erscheint, werden in europäischen Koranübersetzungen gefälligere Vokabeln verwendet, zum Beispiel statt "terrorisieren" wird "einschüchtern" oder "erschrecken" verwendet. "Doch das im Koran verwendete Verbum lautet "turhibuna", was korrekt nur als "terrorisieren" wiedergegeben werden kann und auch heutzutage in diesem Sinn gebraucht wird." Was die Verbrechen angeht, die im sogenannten "Islamischen Staat" an der Tagesordnung sind, dient der Koran, Sure 5, Verse 33-37: "Der Lohn derer, die gegen Allah und seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Land zu erregen trachten, soll sein, dass sie getötet und gekreuzigt werden oder dass ihre Hände und Füsse wechselseitig abgeschlagen werden oder dass sie aus dem Land vertrieben werden." Der Islam ist eine nie revidierte Gewaltideologie, die im Gewand einer Religion daherkommt und das Christentum verfälscht darstellt. Jesus wird im Koran oft erwähnt, aber nicht verstanden; Muslime - und Islamwissenschaftler - glauben, dass "Christen irrten und sich folglich Jesus am Ende der Zeiten gegen sie richten werde, um den Islam als wahre Religion aufzurichten."  Der Islam wurde und wird stärker, je mehr er hofiert und gefördert wird - nicht zuletzt durch "tolerante" Islamwissenschaftler von der Harvard- oder Cornell-University. "Wer den Islam schönredet, muss wissen, dass er als geistiger Brandstifter agiert und sich mitschuldig macht.... Nachweislich wahr ist: solange der Islam nicht aus der Welt ist, wird es in ihr keinen Frieden geben." [3][15]

In Nordrhein-Westfalen, dem Bundesland mit den meisten Salafisten-Hochburgen, sollen sogar schon Organisationen, die kurz davor stehen, als Terrororganisation verboten zu werden, eine Anerkennung als Religionsgemeinschaft bekommen! Die "Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion" (Ditib), ein Ableger der islamistischen türkischen Regierungspartei AKP und der Zentralrat der Muslime, gegründet von den islamistischen Muslimbrüdern, zählen zum Beispiel dazu. [16][21]

"Die mohammedanische Religion hasst und verbannt dagegen alles Konkrete; Gott ist der absolute Eine, wogegen der Mensch keinen Zweck, keine Partikularität, keine Eigentümlichkeit für sich behält. Der Mensch, indem er existiert, partikularisiert sich allerdings in seinen Neigungen, Interessen, und diese sind hier um so wilder, ungebändigter, weil die Reflexion ihnen fehlt, aber damit ist auch das vollkommene Gegenteil, alles fallen zu lassen, Gleichgültigkeit gegen jeden Zweck, absoluter Fatalismus, Gleichgültigkeit gegen das Leben.... Daher ist die mohammedanische Religion wesentlich fanatisch." [17] - Hegel
Schon Hegel bezeichnete den Islam als eine fanatische Religion, und die Neigungen der Muslime - bedingt durch ihre Religion - "um so wilder, ungebändigter, weil die Reflexion ihnen fehlt". Was in der Silvesternacht in Köln passierte, passiert jetzt, in diesem Moment und wie selbstverständlich, am helllichten Tag hunderttausendfach in Nordafrika und in der arabischen Welt: Frauen werden sexuell belästigt, gedemütigt und, so sie es wagen, sich den Übergriffen zu widersetzen, als „Schlampen“ oder „Huren“ beschimpft. [17][18][20]

Auch Händels Kreuzritter-Oper "Rinaldo" erinnert an den Konflikt der christlichen Länder mit dem Islam und die Ereignisse in Köln. Georg Friedrich Händel brauchte 1710 ganz einfach handfeste Figuren, mit denen er deftigen Bühnenzauber entfalten konnte, um als Neuling das Publikum an der Themse zu beeindrucken. Das passende Personal liess er sich von dem Librettisten Giacomo Rossi aus dem Kreuzritterepos "Das befreite Jerusalem" von Torquato Tasso zusammenstellen, sowie aus Ariosts "Orlando furioso" und der Legende um die Zauberin Armida. Interessant ist die Inszenierung von Herzog: "Die Mannen des christlichen Heerführers Goffredo (Gottfried von Bouillon) werden gezeigt als eine Truppe von Aktenträgern, die, ziemlich albern, die Rituale der Delegationen bei Friedensverhandlungen und Krisensitzungen durchexerziert. Ihr Gegenspieler Argante, Verhandlungsführer der sarazenischen (also islamischen) Seite, ist ein Weichei, er giert mehr nach Sex als nach Macht. Bei seinem genüsslich zelebrierten Ausschnüffeln der Reizwäsche der Zauberin Armida und den plumpen Annäherungsversuchen an die schöne Almirena, Geliebte des Titelhelden Rinaldo, kommen einem unweigerlich die Nachrichten von den Kölner Massengrabsch-Szenen in den Sinn. Überdies entwickelt die Regie einen gehörigen Theaterdonner, der untrüglich nach Sprengstoff und Kalaschnikow-Geratter klingt. ... Das Geraufe nach der Kapitulation der Sarazenen deutet an, dass deren Übertritt zum Christentum ebenso wenig ernst zu nehmen ist wie der Friedensschluss nach der Befreiung Jerusalems. Hauptsache, nicht das Militär, sondern die Liebe hat gesiegt. Und die richtigen Paare haben zusammengefunden, einstweilen zumindest, damit Händels grandiose Apotheose ihre Wirkung entfalten kann." [19] 

Die ägyptische Schriftstellerin und Feministin Mona Eltahawy hat dieses Phänomen und seine Ursachen 2012 in „Le Monde“ beschrieben: „Ja: sie (die Männer der arabischen Welt) hassen uns. Es muss endlich gesagt werden . . . Die Frauen der ganzen Welt haben Probleme; stimmt, die Vereinigten Staaten haben noch keine Frau zur Präsidentin gewählt; und richtig, in vielen ,westlichen‘ Ländern (ich lebe in einem von ihnen) werden Frauen weiterhin wie Objekte behandelt. Das ist im Allgemeinen der Punkt, an dem das Gespräch beendet wird, wenn Sie versuchen, über die Gründe zu diskutieren, aus denen die arabischen Gesellschaften die Frauen hassen . . . Nennen Sie mir den Namen arabischer Länder, und ich werde Ihnen eine Litanei an Beispielen für den schlimmen Umgang – er ist tausendmal schlimmer, als Sie denken – mit Frauen rezitieren, der von einer giftigen Mischung aus Kultur und Religion angefacht wird, mit der sich anscheinend nur wenige auseinandersetzen wollen, aus Angst, der Blasphemie beschuldigt zu werden oder zu schockieren.“ [18]

Der Gewaltausbruch von Köln war jedoch derart heftig, dass sich die „giftige Mischung aus Kultur und Religion“, nicht länger leugnen oder verdrängen lässt, auch wenn das von linker und muslimischer Seite auch jetzt wieder versucht wird. Schon warnte der Beauftragte der türkischen Religionsbehörde (Ditib) für interreligiösen Dialog in Deutschland, Bekir Alboga, vor einer „Kulturalisierung von Verbrechen“, und die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor befand: „Beim Oktoberfest in München und beim Kölner Karneval kommt es gehäuft vor, dass stark alkoholisierte Männer Frauen sexuell bedrängen und belästigen. Das wird dann gern als Kollateralschaden dieser Veranstaltungen abgetan. Es gibt keinen Unterschied zwischen der einen sexuellen Gewalt und der anderen.“ Der Unterschied ist nur der, dass die sexuelle Gewalt in Nordafrika und im Nahen Osten zum Alltag gehört und dass in dieser
Hinsicht dort permanent „Oktoberfest“ und „Karneval“ ist, denen sich keine Frau entziehen kann, indem sie diese Veranstaltungen meidet. Die Gewalt beginnt vor der Haustür auf der Straße. "Rachida, eine marokkanische Mitarbeiterin, musste ich eines Tages von meinem Grundstückswächter per Fahrrad abholen und heimbringen lassen. Sie hatte beschlossen, die Djellaba (langes Gewand) abzulegen, und war daraufhin von jungen Männern mit Messern verfolgt worden. Nun wurde sie, mit wippendem Haar und in Jeans auf der Fahrradstange sitzend, an ihren Peinigern vorbeigefahren. Sexuelle Übergriffe sind in islamischen Ländern die Regel und nicht Ausnahmen. Eine Muslimin kann in Deutschland den Bus nehmen, ohne befürchten zu müssen, begrabscht zu werden, eine Europäerin in Nordafrika kann das nicht. Davon konnte ich mich während meines zehnjährigen Aufenthaltes in Algerien und Marokko überzeugen. Eine Muslimin kann in Deutschland auf den Markt gehen, ohne plötzlich Männerhände am Hintern zu spüren, eine Europäerin kann das in Nordafrika nicht. .... Um so schockierender fand ich nach meiner Rückkehr aus Nordafrika den Blick meiner alten Weggefährten sowie des linksliberalen Mainstreams einschließlich der SPD und der Grünen auf die muslimische Welt: Sie schienen keine Ahnung zu haben von dem, was dort vor sich ging, wie sehr Frauen dort unter religiösen Diktaten litten, nachdenkliche Menschen von Staat und Staatsislam gleichzeitig fertiggemacht wurden. Sie schienen völlig zu ignorieren, wie sehr Islam und Diktatur letztlich Hand in Hand arbeiteten, wenn es darum ging, ihre gemeinsamen Hauptfeinde zur Strecke zu bringen: die Demokratie, die Menschenrechte, die Religionsfreiheit, die Gleichberechtigung. Die muslimische Dissidenz à la Necla Kelek
, Seyran Ates, Taslima Nasreen, Hirsi Ali et cetera wurde von Linken und Linksliberalen in Deutschland kaum ernst genommen, wenn nicht sogar verhöhnt oder als „islamophob“ diffamiert. Meinungsfreiheit und Demokratie, so war zu lesen, seien nicht unbedingt Lebensformen, nach denen sich die arabische Welt sehne. Das gesamte linke und linksliberale Spektrum baute jedoch eifrig an einem Multikulti-Schutzprotektorat für das Kopftuch samt dahinter steckendem Frauenbild, den Hass auf den „Westen“, die Verschonung des Islams vor jeder Kritik. In diesem intellekt- und kritikfeindlichen Dunst konnten die Parallelgesellschaften aufblühen. Dieses Nicht-wissen-Wollen war unfassbar. Heute taucht diese Haltung im Zeichen der „Willkommenskultur“ und der „Der-Islam-gehört-zu-Deutschland“-Rhetorik wieder auf. Man erinnere sich nur an das Frohlocken der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt auf allen Fernsehkanälen über den höchstrichterlich ermöglichten Einzug des Lehrerinnen-Kopftuches in deutsche Klassenzimmer. Warum aber schreien Millionen fundamentalistisch gesinnter Männer von Pakistan über Afghanistan, Iran, Saudi-Arabien, Nigeria, Mali, Algerien und Marokko nach dem Kopftuch, warum ist das Kopftuch dort am häufigsten zu sehen, wo es am fundamentalistischsten zugeht? .... Gegen diese Entwicklung eines außer Rand und Band geratenen Islams, dessen Schizophrenie sich diesmal vor dem Kölner Hauptbahnhof ausgetobt hat, gibt es nur ein Mittel, soll die Entwicklung nicht in Richtung Regression weitergehen: Der Islam muss die gleiche Kritik aushalten lernen, wie das Christentum sie hat aushalten müssen. Doch die hiesige seriöse Islamkritik besteht bisher aus einer Handvoll Frauen und Männern, die von den Islamverbänden als „islamophob“ abgelehnt werden. Das muss sich ändern. Ebenso muss der Resonanzboden für die liebedienerische Haltung des hiesigen linken Spektrums gegenüber jedwedem Obskurantismus verschwinden, sobald dieser nur das Etikett „muslimisch“ trägt. Diese Liebedienerei ist zwar verständlich, teilt die fundamentalistisch-muslimische Welt doch die anti-amerikanische, antiwestliche und antiisraelische Aggressivität, die das Lebenselixier der deutschen Linken ausmacht. Sie ist gemeingefährlich, weil sie in ihrer Verbundenheit mit dem fundamentalistisch festgefahrenen Islam unbesehen jenes „Ungeheuer“ in Kauf nimmt, das der muslimische Philosoph Abdennour Bidar sich aus diesem entwickeln sieht. Seit fünfzehn Jahren drischt die deutsche Linke auf muslimische Aufklärerinnen und Aufklärer ein, beschuldigt sie, Wasser auf die Mühlen der Rechtspopulisten zu liefern. Wasser auf deren Mühlen aber liefert vor allem das Blut der Opfer des „Ungeheuers“, das muslimische Freunde verzweifelt bekämpfen, ohne dass die europäische Linke begriffe, was auf dem Spiel steht, auch für Nichtmuslime. Hauptsache, es geht gegen „den Westen“, der für den Niedergang der islamischen Welt verantwortlich sein soll – was keiner historischen Analyse standhält. So wie die Linke für das Scheitern des Sozialismus Sündenböcke findet, sucht sich die islamische Welt die ihren: Loser gesellt sich zu Loser, Underdog zu Underdog, gemeinsam sind wir stark, die Rachsucht brennt: Passt auf, wir werden es euch heimzahlen! ... Das ist das Nordafrika, aus dem auch einige der Kölner Täter kommen. Viele der Phänomene sind mehr oder weniger auch in den hiesigen muslimischen Gemeinschaften zu beobachten. Eines existiert schon lange: Das „Erwecken von Schuldgefühlen bei den progressiven Eliten und deren Denunzierung als ... Islamophobe“ (Daoud), insbesondere durch die Islamverbände, Linke - zum Beispiel die für ihre Größe wie für ihre Gewaltbereitschaft bundesweit bekannte linksautonome Szene in Göttingen, die sich aus der Georg-August-Universität heraus entwickelt hat - und Grüne. Deshalb dürfen wir uns davon nicht mehr ins Bockshorn jagen lassen." [18]

"Das Vermögen, jedes Sinnliche zu veredeln", sagt Goethe, "und den toten Stoff durch Vermählung mit der geistigen Idee zu beleben, ist die sicherste Bürgschaft unseres übersinnlichen Ursprungs." Im Gegensatz zum "Heiligen Geist" gibt es aber auch den abgefallenen "nicht heilenden" Geist; was passiert wäre, wenn das Christentum nicht gekommen wäre, kann man heute an der arabischen Welt studieren. [22]
Die glorifizierten frühislamischen „Superkämpfer“ , Prototypen eines abgefallenen, nicht heilenden Geistes, zeichneten sich dadurch aus, dass sie sich fatalistisch auf eine große Zahl von Feinden stürzten und sie überwältigten. Ein gern angeführtes Beispiel ist Mohammeds Diener al-Bara Bin Malik, der für seinen Kampfesmut und seinen Erfindungsreichtum berühmt ist. In einer entscheidenden Schlacht soll er darauf bestanden haben, von seinen Kameraden über die Mauer der feindlichen Festung geworfen zu werden, um ihnen das Tor zu öffnen. Bevor ihm das gelang, soll sich Bin Malik der Überlieferung nach auf die Feinde gestürzt und trotz seiner zahlreichen Verwundungen zehn von ihnen getötet haben. Dank seiner Heldentat wurde die Schlacht zugunsten der Muslime entschieden. Al Qaida hatte 2005 im Irak eines ihrer Märtyrer-Bataillone nach dem legendären Mudschahed benannt, heute kämpft eine Gruppe syrischer Islamisten in der Region Aleppo unter der Bezeichnung „Brigade des al-Bara Bin Malik“ gegen Assads Truppen wie auch gegen die in Syrien operierenden Al-Qaida-Ableger. In den Gewaltphantasien islamistisch motivierter Einzeltäter, die in jüngster Zeit immer häufiger in westlichen Ländern zuschlagen, können schnell Parallelen zwischen den einstigen militärischen Gegnern der Muslime und den heutigen nicht-muslimischen Zivilisten entstehen. [23]

Die Imame sämtlicher Moscheen in Europa predigen das Antichristentum. Die Verweigerung des Handschlags ist nur ein Symptom unter vielen. Ein Muslim hat kürzlich an einer Berliner Privatschule der Lehrerin seiner Söhne den Handschlag verweigert. Sie warf ihm Frauenfeindlichkeit und mangelnden Respekt vor und brach das Gespräch ab – und er kündigte an, sie wegen Beleidigung und Verletzung der Religionswürde zu verklagen. Der Fall erregte weit über Berlin hinaus die Gemüter, vor allem, als die Schule sich später bei dem Mann, einem aus der Türkei stammenden Imam, entschuldigte. Vor dem Berliner Handschlag-Streit hatte es ähnliche Vorfälle gegeben: In der Schweiz weigerten sich im Frühjahr zwei Schüler, ihrer Lehrerin die Hand zu geben; die Schulbehörde entschied, dass sie dazu gezwungen werden können. Im vergangenen Herbst sagte die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Julia Klöckner ein Treffen mit einem Imam ab, als dieser ankündigte, er werde ihr zur Begrüßung nicht die Hand reichen. Einige Wochen später rief der muslimische Fußballspieler Nacer Barazite vom FC Utrecht einen Skandal hervor, als er einer Journalistin vor laufender Kamera den Handschlag verweigerte. Die Berliner Schule will sich derzeit zum Handschlag-Vorfall nicht äußern. Bei den muslimischen Verbänden will kaum jemand das Verhalten des Imams gegenüber der Lehrerin kritisieren.  Maryam Hübsch etwa schüttelt keine Männer-Hände. Sie ist Mitglied der als liberal geltenden Ahmadiyya-Gemeinschaft, Autorin des Buches „Unter dem Schleier die Freiheit“ und gern gesehener Gast in Talkshows zum Thema Islam. Von sich aus gibt sie Männern nie die Hand. Bleibt die Frage: Was sagt der Islam denn tatsächlich zum Händeschütteln? „Es ist besser, dass einer mit einem Eisenstachel in den Kopf gestochen wird, als dass er eine Frau berührt, die er nicht berühren darf“, soll der Prophet in den Hadithen gesagt haben. Die wohl häufigste Begründung für das Verweigern des Handschlags ist die, dass der Prophet Frauen nie die Hand gegeben haben soll. Viele Muslime haben von ihren Eltern gelernt: Männer und Frauen, die weder verwandt noch verheiratet sind, sollten sich nicht berühren. Gerade die Älteren stellen das nicht in Frage und stellen auch keine Überlegungen darüber an, ob die Vorstellungen von Sittlichkeit und Höflichkeit aus der Zeit des Propheten heute noch genau so gültig sind. [24]

Wir kommen unten noch einmal auf den italienischen Juristen Alberico Gentili zurück, der ja zu  den Wegbereitern des modernen Völkerrechtes gehört. Wie oben erwähnt gilt neben Saudi Arabien und der Türkei auch Qatar als ein Land der Terrorunterstützung. Das Emirat an der Ostküste der arabischen Halbinsel zählt nur 300.000 Bürger. Aber der Zwerg ist reich. Der Wüstenstaat besitzt das höchste Pro-Kopf-Einkommen der Welt. Grund sind die Energievorkommen, Qatar ist der drittgrößte Gasexporteur der Welt. Rund 2,7 Millionen Menschen leben dort, Hunderttausende Gastarbeiter schuften oft unter schlechten Bedingungen. Der Wüstenstaat hat sich zudem internationalen Einfluss erkauft, überall auf der Welt investiert. In Deutschland besitzt das Emirat Anteile etwa an Volkswagen, der Deutschen Bank oder am Baukonzern Hochtief. "Qatar und Saudi-Arabien sind beide für den Sturz des Assad-Regimes. Zugleich kochen sie seit Jahren ihr eigenes Süppchen im syrischen Bürgerkrieg, unterstützten allerlei Rebellengruppen, die im Zweifelsfall auch gemeinsame Sache mit den Dschihad-Kriegern der Nusra-Front oder des sogenannten „Islamischen Staats“ machten." Doha setzte im Arabischen Frühling auf die Muslimbruderschaft, unterstützte sie in Ägypten, Tunesien und anderen Staaten. Dass die Muslimbrüder in Ägypten die Macht im Sommer 2013 durch einen Militärputsch verloren, war auch eine Niederlage für Qatar. Es gewährte danach ähnlich wie die Türkei vielen führenden Figuren der Muslimbrüder Zuflucht. Zwar musste das Emirat unter dem Druck Saudi-Arabiens und der Vereinigten Staaten die neue Regierung unter General Sisi in Ägypten notgedrungen anerkennen. Doch einen Bruch mit den Muslimbrüdern vollzog Doha nicht. Zudem unterstützt Qatar aktiv die palästinensische Hamas im Gazastreifen. Auch die Vorzeigeorganisation "Qatar Charity" , ein anerkannter Partner von UN-Organisationen wie dem Welternährungsprogramm, hat Verbindungen zu Terrorgruppen. "Sie arbeitet eng mit der türkischen Hilfsorganisation IHH zusammen, die dem islamistischen Flügel der Regierungspartei AKP nahesteht und ein Beispiel dafür ist, dass die Übergänge zwischen den islamistischen Milieus fließend sind. Die IHH organisierte einst die Gaza-Hilfsflotte, sie ist im türkisch-syrischen Grenzgebiet aktiv, wo sie unter anderen gemeinsam mit der 'Qatar Charity' ein Heim für Waisenkinder aufgebaut hat. Aber fotos zeigen auch, dass IHH-Aktivisten dschihadistische Kämpfer in Syrien mit Hilfslieferungen unterstützen." Auch islamistische Prediger wie Yusuf al Qaradawi und andere Führer der islamistischen Muslimbrüder halten sich in Qatar auf. "Erdogan kommt mit dem Emir Hamad Bin Chalifa Al Thani seit Jahren bestens aus. In Syrien verfolgt man die gleichen Ziele, ebenso (erfolglos) in Ägypten, wo Erdogan und der Emir die Muslimbruderschaft unterstützen." In Zeiten, da die türkische Wirtschaft nicht mehr so rund läuft wie noch vor einigen Jahren, sind Großprojekte in Qatar vor der WM 2022 für die türkische Bauwirtschaft eine wichtige Entlastung. Außerdem erhofft sich die türkische Rüstungsindustrie, die Erdogan seit Jahren auszubauen und zu stärken versucht (!), in dem reichsten Land der Welt weitere Aufträge. "Die qatarische Luftwaffe hat zudem F-16-Flugsimulatoren beim staatlichen türkischen Rüstungsunternehmen Havelsan bestellt." Umgekehrt investiert das Emirat in der Türkei, unter anderem im Bankwesen und in der Immobilienbranche. Im April 2016 wurde in Doha das Abkommen über die Einrichtung einer türkischen Militärbasis in Qatar unterzeichnet. "In der Türkei hieß es sogleich, mit dem Abkommen von Doha kämen nun endlich türkische Soldaten zurück an den Golf - 100 Jahre nachdem die letzten osmanischen Truppen im Ersten Weltkrieg von dort abgezogen waren." Die Osmanen wurden in den letzten Jahrhunderten mehr und mehr aus Europa zurückgedrängt; noch immer sind auf dem heutigen Staatsgebiet der Türkei ehemals christliche Gebiete wie Nordzypern, Konstantinopel, Smyrna, Assos, Ephesus, Erzurum etc von türkischen Soldaten besetzt; diese Soldaten dürften nun mehr und mehr in Qatar zum Einsatz kommen; auf diese Weise könnten viele muslimische AKP-Türken in der Wüste eine neue Heimat finden. Der italienische Jurist Alberico Gentili (1552-1608) gehört zu den Wegbereitern des modernen Völkerrechtes, das im siebzehnten Jahrhundert die relative Entkonfessionalisierung zwischenstaatlicher Konflikte überhaupt erst ermöglichte. Gentili, der seit 1587 den Lehrstuhl für Römisches Recht in Oxford innehatte, trat nicht nur für religiöse Toleranzein, sondern verwarf auch die Idee des Religionskrieges an sich. Glaubensfragen könnten niemals ein legitimer Grund dafür sein, einen anderen Souverän anzugreifen. Gentili lehnte einen "Heiligen Krieg" gegen die Osmanen dezidiert ab, "sah in der expansiven Politik der Sultane aber eine permanente Bedrohung für ganz Europa und befürwortete daher einen Präventivschlag gegen die Hohe Pforte. Kritikern dieser Sicht unter den Theologen hielt Gentili entgegen, dass sie die empirische Frage, wie groß die Gefahr sei, die vom Osmanischen Reich ausging, gar nicht wirklich beurteilen könnten, weil dies eben keine theologische Problematik war."  [25]

__________________
[1] Weitere Literatur in Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles. Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Weitere Literatur in Kurs Nr. 543 Deutscher Idealismus. Akademie der Kunst und Philosophie
[3] Weitere Literatur in Kurs Nr. 546 Religionslehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[4] Weitere Literatur in Kurs Nr. 547 Einführung in die Philosophie. Akademie der Kunst und Philosophie
[5] Vgl. Kurse Nr. 503 Nominalistische Weltanschauungen, Nr. 545 Sittenlehre, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[6] Der Angriff der muslimischen Terroristen auf das Stade de France im November 2015 (Freundschaftsspiel Frankreich-Deutschland) galt nicht dem Fussball oder dem Sport per se. Aber der freundschaftlichen Begegnung zweier, wie der IS schrieb, "Kreuzfahrer-Nationen". Spätestens nach den Attentaten von Paris muss sich Frankreich endlich ernsthaft die Frage stellen, warum die Integration vieler Zuwanderer aus Nord- und Schwarzafrika gescheitert ist. Mit "Moralkursen" an staatlichen Schulen, wie sie Bildungsministerin Vallaud-Belkarem nach den islamischen Jannuar-Anschlägen verordnet hat, kann die Identitätskrise der Passfranzosen der zweiten und dritten Einwanderergeneration nicht gelöst werden. In den brodelnden Banlieue-Vorstädten kommt es immer wider zu Gewaltausbrüchen und zu Strassenschlachten mit der Polizei, forciert von überwiegend maghrebinischen Jugendbanden. Brandstiftungen gehören dabei zum Alltag. 2005 wurden bei Unruhen, die fast zwei Wochen andauerten, mehrere Tausend Autos zerstört. Die Polizei nahm etwa 2500 Personen fest, überwiegend junge Leute. Marine Le Pen forderte damals den Einsatz der Armee in den Vorstädten und den Ausnahmezustand - für eine Art Reconquista dieser Gebiete. In den vergangenen Jahren wurden diese Quartiere aber auch Reservoirs für Islamisten und Rekrutierer des islamischen Terrors. "Mehr als 1550 Kämpfer soll der 'islamische Staat' in Frankreich für den Krieg in Syrien angeworben haben. Das sind mehr als in jedem anderen Land. Und was für Deutschland bisher ein theoretisches Szenario ist, haben Frankreich und Belgien schon erlebt: Terrorangriffe durch Eückkehrer." Etwa dreitausend Personen würden wegen ihrer Verbindungen zu Terrornetzwerken überwacht. Das sind dreimal mehr als in Deutschland und offenbar zu viele für die französischen Sicherheitsbehörden. "Ausserdem steigt ihre Zahl rasant. Rund eintausend Syrien-Kämpfer sollen ins Land zurückgekehrt sein." Die Ereignisse von Paris werden nicht nur in Frankreich die Debatten über das Verhältnis von Islamismus und Islam und über die Milieus anfachen, die den Terrorismus nähren. "Der massenhafte Zustrom von jungen Männern aus Krisen- und Kriegsgebieten des Nahen und Mittleren Ostens treibt vielen deutschen Sicherheitsfachleuten Schweißperlen auf die Stirn: nicht, weil sie fürchteten, dass die Trecks zur Hälfte aus schon zu allem entschlossenen Fanatikern bestünden. Doch kommen da zuhauf Menschen ins Land, die jene Parallelgesellschaften vergrössern könnten, die es in Deutschland gibt, mehr aber noch in den Vorstädten Frankreichs. Die sind so verschlossen, dass es selbst den wenig zimperlichen französischen Sicherheitsbehörden nicht gelingt, sie in der nötigen Weise zu durchleuchten und zu kontrollieren". Für die Werber des islamischen Terrorismus aber sind die Ansammlungen von leicht radikalisierbaren und von Gewalterfahrungen geprägten zornigen jungen Männern ein ideales Terrain. Die endgültige Radikalisierung findet dann in Moscheen und Gefängnissen statt, wie bei dem Briten "Dschihadi John" alias Mohammed Emwatzi (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 2015, Nr. 46, p. 1, 7, 12, 14 und 39)
[7] Kegel, S. 2015: Ein Gespräch mit Boualem Sansal. Frankfurter Allgemeine Zeitung 2015, Nr. 268, p. 9. Boualem Sansal, 1949 im algerischen Theniet El Had geboren, ist promovierter Volkswirt und arbeitete bis zu seiner Entlassung 1999 im algerischen Wirtschaftsministerium. Im selben Jahr erschien sein Debütroman „Le serment des barbares“ („Der Schwur der Barbaren“), dem weitere Romane und viele Preise folgten, darunter 2011 der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Soeben erschien in Frankreich seine
vieldiskutierte Dystopie „2084“. Heute lebt Sansal mit seiner Familie in der Nähe von Algier. Vgl. Kurs Nr. 512 Novalis. Akademie der Kunst und Philosophie
[8] Weitere Literatur in Kurs Nr. 549 Wirtschaftslehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[9] Science Review Letters 2015, 14, Nr. 654 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2015, Nr. 279, p. 20
[10] Freytag, B. et al 2015: Geld kennt keine Moral. Trotz der Nähe zum Terror nimmt die deutsche Wirtschaft munter Geld von arabischen Potentaten. Muss das sein? Frankfurter Allgemeine Zeitung 2015, Nr. 277, p. 21
[11] "Der Nährboden des Terrors. Seit einem halben Jahrhundert exportiert Saudi-Arabien mit Milliarden Petrodollars seinen intoleranten Islam in alle Welt – und fördert damit gezielt den Extremismus". (Frankfurter Allgemeine Zeitung 2015, Nr. 276, p. 2)
[12] Vgl. Kurs Nr. 505 Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Akademie der Kunst und Philosophie
[13] Vgl. Kurse Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie
[14] Vgl. Anm. 1 und Kurse Nr. 503 Nominalistische Weltanschauungen, Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 545 Sittenlehre, Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung, Nr. 512 Novalis. Akademie der Kunst und Philosophie
[15] Science Review Letters 2015, 14, Nr. 657 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2015, Nr. 284, p. 18; Nr. 285, p. 15
[16] Burger, R. 2015: Abenteuerliche Anerkennung. Frankfurter Allgemeine Zeitung 2015, Nr. 284, p. 8
[17] Vgl. Kurs Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion - Philosophy of Science, Art and Religion. Akademie der Kunst und Philosophie / Academy of Sciences
[18] Science Review Letters 2017, 16, Nr. 779 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2017, Nr. 35, p. 2; Schirmbeck, S. 2016: Sie hassen uns. Die giftige Mischung aus nordafrikanisch-arabischer Kultur und Religion, die sich in der Kölner Silvesternacht Bahn brach, wird in Deutschland noch immer beschönigt oder beschwiegen. Islamkritik ist überfällig. Frankfurt a.M.
[19] Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 9, p. 12
[20] Aus dem neuen Zwischenbericht zur Aufarbeitung der massenhaften Übergriffe auf Frauen in der Sivesternacht in Köln, geht hervor, dass 149 der 153 Tatverdächtigen, die bisher ermittelt wurden, muslimische Ausländer waren. Von ihnen sind wiederum die meisten Asylbewerber und Migranten mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus. "Zwei Drittel der Tatverdächtigen Ausländer stammen aus Marokko oder Algerien." Über 1500 Straftaten mit mehr als 1200 Opfern wurden erfasst, Sexualdelikte und Diebstahlsdelikte. In anderen deutschen Städten wurden ähnliche Straftaten aufgedeckt. (Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 81, p. 1)
[21] Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Aiman Mazyek, gilt als "selbsternannter Ober-Muslim", "Chef-Lobbyist" oder "Posterboy der Muslime". Jetzt hat er ein Buch geschrieben, in dem Koran-Zitate belegen sollen, wie "der Islam" nun wirklich sei oder was als "unislamisch" abqualifiziert werden kann. Sein "Zielpublikum" träumt Mazyek, "ist der Ottonormalverbraucher, der sagt, das Gesicht kennst du doch, und da schmöker' ich mal rein." Von Muslimen wird er gelobt: "Der Typ macht viel." Was heisst das genau? "Was das genau heißt, lässt sich beim Jahresempfang der Caritas erahnen. Schon im Publikum sitzend, hat er die SPD-Frau vor sich umarmt und sich mit dem Kirchenmann auf dem Nachbarstuhl ausgetauscht. Nach dem offiziellen Teil wieselt er durch die Menge, um gezielt hier einen Minister, dort einen Prälaten die Hand zu schütteln und drei Sätze Smalltalk zu machen. Als er mit seinem Wasserglas an einem der Stehtische lehnt, eilt eine ranghohe Vertreterin des Deutschen Roten Kreuzes hinzu, extra um ihn zu begrüßen." (Schaaf, J. 2016: Das Gesicht kennst du doch. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 2016, Nr. 18, p. 9)
[22] Siehe Anm. 13
[23] Das Selbstmordattentat, bei dem die Selbstsprengung als Handlungsmuster vorgegeben ist, und seine mediale Inszenierung waren ursprünglich eine Erfindung linksgerichteter palästinensischer Terrororganisationen. Ihre Attentäter wurden in den siebziger Jahren unter der säkularen Bezeichnung „Selbstmordkommando“ auf Todesmission geschickt. Ein Jahrzehnt später prägte, um das mit Selbstmordanschlägen kollidierende Suizidverbot im Islam zu umgehen, die proiranische libanesische Schiitenmiliz Hizbullah für ihre  Selbstmordbomber den islamisch konnotierten Ehrentitel „Istischhadi“ – gemeint ist damit ein Dschihadist, dessen Selbsttötung im Rahmen einer „Märtyrertod-Operation“ (amaliya istischhadiya) erfolgt. Der Begriff machte eine ebenso steile Karrierre wie die Waffe des Selbstmordattentats. Auch für sunnitische Suizidbomber, die Schiiten angreifen, stellt er eine begehrte Ehrenbezeichnung dar, obgleich der Terminus schiitischer Provenienz ist. So wurde der „Istischhadi“ schnell zum Inbegriff islamistischen Heldentums. Den Ruhm allerdings muss er sich auf sunnitischer Seite seit einigen Jahren immer häufiger mit einem neuen Terrorkollegen teilen: dem „Inghimasi“. Der Infinitiv „Inghimas“ hat im Arabischen zweierlei Bedeutungen: „eintauchen“, weit in das Lager des Feindes, um ihn dort zu überraschen; und „sich (absolut) hingeben“. Den neuen islamistischen Terminus technicus für  Selbstmordkämpfer "hat allem Anschein nach Al Qaida  im Irak eingeführt, noch ehe sie sich in die beiden rivalisierenden Lager „Islamischer Staat“ und „Nusra-Front“ spaltete." Anders als der „klassische“ Selbstmordattentäter, der in einem weitgehend standardisierten Ablauf nur per Knopfdruck Sprenggürtel oder Autobombe zündet, hat der „Inghimasi“ weit komplexere Aufgaben zu bewältigen, die bei aller Variation nur auf das eine abzielen: die Effizienz des Angriffs und möglichst die Zahl der Opfer maximal zu steigern. Die IS-Terrormiliz steht der Rivalin „Nusra-Front“ in nichts nach und rühmt sich ebenfalls ihrer „Inghimasiyin“, die es, häufig in kleinen Gruppen, immer wieder schaffen, tief in Feindesgebiet vorzudringen und den Gegner erst in Feuergefechte zu verwickeln und ihm dann durch die Detonation mitgeführter Bomben große Verluste zuzufügen. Im Gegensatz zu den Todesfahrten der Selbstmordattentäter, die von den Terrororganisationen regelmäßig aus größerer Entfernung gefilmt werden, können solche Operationen kaum auf Video festgehalten werden. "Wohl auch deshalb verwendet der IS in seinen Kriegsmeldungen häufig den Terminus „Inghimasi“, der offensichtlich noch mehr Angst einzuflößen vermag, weil seine genaue Bedeutung selbst arabischen Lesern nicht unbedingt klar ist; davon zeugen die sich häufenden Erklärungsversuche führender arabischer Medien. So fühlte sich Anfang Juli die in London erscheinende internationale saudische Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“ bemüßigt, über das rätselhafte Phänomen der „Inghimasi“-Terroristen aufzuklären, die sie als die „neue vierte Generation der IS-Selbstmordattentäter“ beschrieb." In Frankreich war man auf sie schon kurz nach den Pariser Anschlägen im vergangenen November aufmerksam geworden. Die Wochenzeitschrift „Actualité Juive“ sprach mit dem französischen Dschihadismus-Experten Romain Caillet, der die Selbstmordattentäter vom Bataclan als „Inghimasis“ bezeichnete. Auf die Gefährlichkeit dieses neuen Terroristentyps wies kürzlich in „Le Monde“ auch der an der École Normale Supérieure lehrende amerikanische Anthropologe Scott Atran hin. Dass Mohamed Lahouaiej-Bouhlel, dem aus Tunesien stammenden Attentäter von Nizza, der neue Typus des dschihadistischen Helden entgangen sein sollte, scheint unwahrscheinlich; ist dieser doch derzeit im arabischen Internet in aller Munde. Im Fall des „Inghimasi“ ist es für die Islamisten leichter, zu Legitimierungszwecken wie auch als Inspiration kühne Heldentaten aus der Zeit des Propheten zu beschwören, als bei dem bereits vertrauten Typ des Selbstmordbombers, der ein Produkt des modernen technischen Zeitalters ist. (Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 167, p. 9 und Anmerk. 12)
[24] Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 168, p. 7 sowie Anmerk. 5 und 14
[25] Peter Schröder, Trust in Early Modern International Political Thought, Cambridge University Press 2017; Science Review Letters 2017, 16, Nr. 769 und FAS 2017, Nr. 23, p. 2; Frankfurter Allgemeine Zeitung 2017, Nr. 130, p. N3; Nr. 133, p. 6; Nr. 132, p. 2; Nr. 2, p. 5; Vgl. auch Abschnitt und Anm.7, 12-14 und 17 sowie Kurse Nr. 545 Sittenlehre, Nr. 552 William Shakespeare, Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 325 Kunst und Architektur der Gotik, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre. Akademie der Kunst und Philosophie
 
 

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Letzte Bearbeitung:04.09.2017