Akademie der Kunst und Philosophie | Academy of Arts and Philosophy
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Kurs Nr. 554

Friedrich Hölderlin - Poet und Philosoph

Hyperion oder der Eremit in Griechenland, Gedichte, Empedokles



"Wie ein Meer, lag das Land, wovon ich heraufkam, vor mir da, jugendlich, voll lebendiger Freude; es war ein himmlisch unendlich Farbenspiel, womit der Frühling mein Herz begrüßte, und wie die Sonne des Himmels sich wiederfand im tausendfachen Wechsel des Lichts, das ihr die Erde zurückgab, so erkannte mein Geist sich in der Fülle des Lebens, die ihn umfing, von allen Seiten ihn überfiel." - Hölderlin

"Die Wölfe gehen davon, wenn einer Feuer schlägt. Sahn jene Menschen einen Funken Vernunft, so kehrten sie, wie Diebe, den Rücken."  - Hölderlin

"Russland hat der Pforte den Krieg erklärt; man kommt mit einer Flotte in den Archipelagus; die Griechen sollen frei sein, wenn sie mit aufstehn, den Sultan an den Euphrat zu treiben" - Hölderlin

"Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,
Dass er, kräftig genährt, danken für alles lern,
Und verstehe die Freiheit,
Aufzubrechen, wohin er will."  - Hölderlin


 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:

Hölderlin schwärmt von Griechenland mit seinem Thymian und "Mastix", besonders von der Stadt Smyrna und seinen Wanderungen durch die Gegenden von Smyrna: "Wie ein Meer, lag das Land, wovon ich heraufkam, vor mir da, jugendlich, voll lebendiger Freude; es war ein himmlisch unendlich Farbenspiel, womit der Frühling mein Herz begrüßte, und wie die Sonne des Himmels sich wiederfand im tausendfachen Wechsel des Lichts, das ihr die Erde zurückgab, so erkannte mein Geist sich in der Fülle des Lebens, die ihn umfing, von allen Seiten ihn überfiel. Zur Linken stürzt' und jauchzte, wie ein Riese, der Strom in die Wälder hinab, vom Marmorfelsen, der über mir hing, wo der Adler spielte mit seinen Jungen, wo die Schneegipfel hinauf in den blauen Aether glänzten; rechts wälzten Wetterwolken sich her über den Wäldern des Sipylus; ich fühlte nicht den Sturm, der sie trug, ich fühlte nur ein Lüftchen in den Locken, aber ihren Donner hört ich, wie man die Stimme der Zukunft hört, und ihre Flammen sah ich, wie das ferne Licht der geahneten Gottheit. Ich wandte mich südwärts und ging weiter. Da lag es offen vor mir, das ganze paradiesische Land, das der Kayster durchströmt, durch so manchen reizenden Umweg, als könnt er nicht lange genug verweilen in all dem Reichtum und der Lieblichkeit, die ihn umgibt. Wie die Zephyre, irrte mein Geist von Schönheit zu Schönheit selig umher, vom fremden friedlichen Dörfchen, das tief unten am Berge lag, bis hinein, wo die Gebirgkette des Messogis dämmert." [1]

Kein Volk der alten Welt hat zahlreichere und in der Mehrzahl mächtigere Pflanzstädte dargeboten als die Hellenen. "Von der Ausführung der ältesten äolischen Colonien, unter denen Mytilene und Smyrna glänzten, bis zu der Gründung von Syracus, Croton und Cyrene sind aber auch vier bis fünf Jahrhunderte verflossen. Die Inder und Malayen haben nur schwache Ansiedelungen an der Ostküste von Afrika, in Zokotora (Dioscorides) und im südlichen asiatischen Archipel versucht. Bei den Phöniciern hat sich zwar ein sehr ausgebildetes Colonial-System auf noch größere Räume als das griechische ausgedehnt: indem dasselbe, doch mit sehr großer Unterbrechung der Stationen, sich vom persischen Meerbusen bis Cerne an der Westküste von Afrika erstreckte. Kein Mutterland hat je eine Colonie geschaffen, welche in dem Grade mächtig erobernd und handelnd zugleich gewesen ist, als es Carthago war. Aber Carthago stand trotz seiner Größe in geistiger Cultur und artistischer Bildsamkeit tief unter dem, was in den griechischen Pflanzstädten so herrlich und dauernd unter den edelsten Kunstformen erblühte. Vergessen wir nicht, daß gleichzeitig viele volkreiche griechische Städte in Kleinasien, im ägäischen Meere, in Unteritalien und Sicilien glänzten; dass, wie Carthago, so auch die Pflanzstädte Miletus und Massilia andere Pflanzstädte gründeten; daß Syracus auf dem Gipfel
seiner Macht gegen Athen und die Heere von Hannibal und Hamilkar kämpfte, daß Milet nach Tyrus und Carthago lange Zeit die erste Handelsstadt der Welt war. Indem sich durch die Thatkraft eines, in seinem Inneren oft erschütterten Volkes ein so reich bewegtes Leben nach außen entfaltete, wurden, bei zunehmendem Wohlstande, durch die Verpflanzung einheimischer Cultur überall neue Keime der geistigen National-Entwickelung hervorgerufen. Das Band gemeinsamer Sprache und Heiligthümer umfaßte die fernesten Glieder. Durch diese trat das kleine hellenische Mutterland in die weiten Lebenskreise anderer Völker. Fremde Elemente wurden aufgenommen, ohne dem Griechenthum etwas von seinem großen und selbstständigen Charakter zu entziehen." [34]

Vor dem Hintergrund des russisch-türkischen Krieges von 1770 schreibt Hölderlin über das schicksalhafte Engagement des griechischen Jünglings Hyperion für den beginnenden Freiheitskampf der Griechen gegen das osmanische Reich. Manche sagen: "Die Türken sind noch heute, was sie im fünfzehnten Jahrhundert waren, in Europa kampierende Tataren." [39]

"Der neue Geistesbund kann in der Luft nicht leben, die heilige Theokratie des Schönen muss in einem Freistaat wohnen, und der will Platz auf Erden haben und diesen Platz erobern wir gewiss." [1] - Hölderlin
In der von den Türken besetzten griechischen Stadt Smyrna fällt Hyperion auf, wie die Menschen sich unter dem "Türkenjoch" verändert haben. "Sahn jene Menschen einen Funken Vernunft, so kehrten sie, wie Diebe, den Rücken". Noch heute sind die Auswirkungen des Türkenjochs spürbar, zum Beispiel wenn man sich die linkspopulistische Syriza-Regierung von Alexis Tsipras ansieht, die kürzlich ein altes Amnestieversprechen einlöste, die Gefängnistüren öffnete und damit ein politisches Verbrechen im Gewande humaner Geste beging. Nicht nur eine junge Studentin kostete sie das Leben. Rund zweieinhalbtausend Straftäter kamen damals frei, darunter Gewalttäter, Mafiosi und muslimische Terroristen aus Marokko, Tunesien, Afghanistan, Türkei. Die meisten tauchten unter. So auch Hussein K. Am 12. November 2015, keine zwei Wochen nach seiner vorzeitigen Entlassung aus dem Gefängnis, tauchte der Straftäter aus dem großen Flüchtlingsstrom vor einem deutschen Polizei-Computer wieder auf. Er wurde als Asylbewerber registriert, wie schon zuvor in Griechenland. Wieder gab er an, siebzehn Jahre als zu sein. Das hatte er schon auf Korfu behauptet, zwei Jahre zuvor. Die Syriza-Regierung hatte es nicht für nötig gehalten, den untergetauchten Afghanen zur internationalen Fahndung auszuschreiben; man hat geahnt, wohin Hussein und die anderen freigelassenen Straftäter wollten, das aber bewusst nicht angezeigt, um eine Rücküberstellung zu verhindern. Auch die Merkel-Regierung hat in manchen Punkten Ähnlichkeit mit der Syriza-Regierung: sie ließ Hunderttausende unkontrolliert nach Deutschland einreisen, darunter kriminelle Muslime, Psychopaten und Islamisten sowie etwa 70 000 unbegleitete Minderjährige, die angeblich ohne Eltern sind. Etliche von ihnen sind, wie vermutlich Hussein K., in Wahrheit junge Erwachsene, die bei der Einreise gelogen haben, um eine bessere Sozialausstattung zu ergattern. Es handelt sich also um Personen, die fast alle unter einem islamischen Joch gelebt hatten und wie es schon von Hölderlin / Hyperion geschildert wird [40]:
"Was aber eigentlich mir die schale Kost des gewöhnlichen Umgangs würzte, das waren die guten Gesichter und Gestalten, die noch hie und da die mitleidige Natur, wie Sterne, in unsere Verfinsterung sendet." [1] - Hölderlin

"Ach! und wie heillos war das übrige alles, was ich hört und sah. Es war mir wirklich hie und da, als hätte sich die Menschennatur in die Mannigfaltigkeiten des Tierreichs aufgelöst, wenn ich umher ging unter diesen Gebildeten. Wie überall, so waren auch hier die Männer besonders verwahrlost und verwest. Gewisse Tiere heulen, wenn sie Musik anhören. Meine bessergezognen Leute hingegen lachten, wenn von Geistesschönheit die Rede war und von Jugend des Herzens. Die Wölfe gehen davon, wenn einer Feuer schlägt. Sahn jene Menschen einen Funken Vernunft, so kehrten sie, wie Diebe, den Rücken." [1] - Hölderlin

Die allerwenigsten interessierten sich für Philosophie und Kunst: "Wir waren zusammen aufs Feld gegangen, saßen vertraulich umschlungen im Dunkel des immergrünen Lorbeers, und sahn zusammen in unsern Plato, wo er so wunderbar erhaben vom Altern und Verjüngen spricht, und ruhten hin und wieder aus auf der stummen entblätterten Landschaft, wo der Himmel schöner, als je, mit Wolken und Sonnenschein um die herbstlich schlafenden Bäume spielte." Es ging auch um die "offenbare Mysterien" und "was die Wahrheit der sinnlichen Dinge ist". Doch sie müssen immer wieder an das Schicksal Griechenlands denken, das von Muslimen erobert wurde und seine Spuren hinterlassen hat:
"Wir sprachen darauf manches vom jetzigen Griechenland, beide mit blutendem Herzen, denn der entwürdigte Boden war auch Alabandas Vaterland. Alabanda war wirklich ungewöhnlich bewegt. Wenn ich ein Kind ansehe, rief dieser Mensch, und denke, wie schmählich und verderbend das Joch ist, das es tragen wird, und dass es darben wird, wie wir, daß es Menschen suchen wird, wie wir, fragen wird, wie wir, nach Schönem und Wahrem, dass es unfruchtbar vergehen wird, weil es allein sein wird, wie wir, daß es – o nehmt doch eure Söhne aus der Wiege, und werft sie in den Strom, um wenigstens vor eurer Schande sie zu retten! Gewiss, Alabanda! sagt ich, gewiss es wird anders. Wodurch? erwidert' er; die Helden haben ihren Ruhm, die Weisen ihre Lehrlinge verloren. Große Taten, wenn sie nicht ein edel Volk vernimmt, sind mehr nicht als ein gewaltiger Schlag vor eine dumpfe Stirne, und hohe Worte, wenn sie nicht in hohen Herzen widertönen, sind, wie ein sterbend Blatt, das in den Kot herunterrauscht. Was willst du nun? .... Ein Volk, wo Geist und Größe keinen Geist und keine Größe mehr erzeugt, hat nichts mehr gemein, mit andern, die noch Menschen sind, hat keine Rechte mehr, und es ist ein leeres Possenspiel, ein Aberglauben, wenn man solche willenlose Leichname noch ehren will, als wär ein Römerherz in ihnen. Weg mit ihnen! Er darf nicht stehen, wo er steht, der dürre faule Baum, er stiehlt ja Licht und Luft dem jungen Leben, das für eine neue Welt heranreift. ... Man frägt nicht, ob ihr wollt! Ihr wollt ja nie, ihr Knechte und Barbaren! Euch will man auch nicht bessern, denn es ist umsonst! man will nur dafür sorgen, dass ihr dem Siegeslauf der Menschheit aus dem Wege geht." [1] - Hölderlin

"Bei dieser Berufung auf die allgemeine Erfahrung kann es erlaubt sein, die Rücksicht auf das Praktische zu antizipieren. In dieser Rücksicht kann denjenigen, welche jene Wahrheit und Gewißheit der Realität der sinnlichen Gegenstände behaupten, gesagt werden, daß sie in die unterste Schule der Weisheit, nämlich in die alten Eleusischen Mysterien der Ceres und des Bacchus zurückzuweisen sind, und das Geheimnis des Essens des Brotes und des Trinkens des Weines erst zu lernen haben; denn der in diese Geheimnisse Eingeweihte gelangt nicht nur zum Zweifel an dem Sein der sinnlichen Dinge, sondern zur Verzweiflung an ihm; und vollbringt in ihnen teils selbst ihre Nichtigkeit, teils sieht er sie vollbringen. Auch die Tiere sind nicht von dieser Weisheit ausgeschlossen, sondern erweisen sich vielmehr am tiefsten in sie eingeweiht zu sein, denn sie bleiben nicht vor den sinnlichen Dingen als an sich seienden stehen, sondern verzweifelnd an dieser Realität und in der völligen Gewißheit ihrer Nichtigkeit langen sie ohne weiteres zu und zehren sie auf; und die ganze Natur feiert wie sie diese offenbare Mysterien, welche es lehren, was die Wahrheit der sinnlichen Dinge ist." [8] - Hegel

Aufgewachsen in einem Griechenland, das von den osmanischen Türken erobert war, kann man sich schon Gedanken über die Erziehung und Staatslehre machen: "ich überdachte stiller mein Schicksal, meinen Glauben an die Welt, meine trostlosen Erfahrungen, ich betrachtete den Menschen, wie ich ihn empfunden und erkannt von früher Jugend an, in mannigfaltigen Erziehungen, fand überall dumpfen oder schreienden Mißlaut.... Ja! ja! es ist recht sehr leicht, glücklich, ruhig zu sein mit seichtem Herzen und eingeschränktem Geiste. ... Nur müßt ihr euch bescheiden, lieben Leute, müßt ja in aller Stille euch wundern, wenn ihr nicht begreift, daß andre nicht auch so glücklich, auch so selbstgenügsam sind, müßt ja euch hüten, eure Weisheit zum Gesetz zu machen, denn das wäre der Welt Ende, wenn man euch gehorchte." Zur Staats- und Rechtslehre und Erziehung: "Du räumst dem Staate denn doch zu viel Gewalt ein. Er darf nicht fordern, was er nicht erzwingen kann. Was aber die Liebe gibt und der Geist, das läßt sich nicht erzwingen." Ähnliche Ansichten zu Erziehung und Staat vertreten Fichte, Goethe, Hegel, Aristoteles, Schelling, Novalis, Solowjew, Schopenhauer; interessant sind auch die Aussagen Dostojewskijs zur Orientfrage. [1][2][3][4][5][6][7][8][9][10][11][12][13][39]
"Beim Himmel! der weiß nicht, was er sündigt, der den Staat zur Sittenschule machen will. Immerhin hat das den Staat zur Hölle gemacht, dass ihn der Mensch zu seinem Himmel machen wollte. Die rauhe Hülse um den Kern des Lebens und nichts weiter ist der Staat. Er ist die Mauer um den Garten menschlicher Früchte und Blumen. Aber was hilft die Mauer um den Garten, wo der Boden dürre liegt? Da hilft der Regen vom Himmel allein. O Regen vom Himmel! o Begeisterung! Du wirst den Frühling der Völker uns wiederbringen. Dich kann der Staat nicht hergebieten. Aber er störe dich nicht, so wirst du kommen, kommen wirst du, mit deinen allmächtigen Wonnen, in goldne Wolken wirst du uns hüllen und empor uns tragen über die Sterblichkeit, und wir werden staunen und fragen, ob wir es noch seien, wir, die Dürftigen, die wir die Sterne fragten, ob dort uns ein Frühling blühe – frägst du mich, wann dies sein wird? Dann, wann die Lieblingin der Zeit, die jüngste, schönste Tochter der Zeit, die neue Kirche, hervorgehn wird aus diesen befleckten veralteten Formen, wann das erwachte Gefühl des Göttlichen dem Menschen seine Gottheit, und seiner Brust die schöne Jugend wiederbringen wird, wann – ich kann sie nicht verkünden, denn ich ahne sie kaum, aber sie kömmt gewiss, gewiss." [1] - Hölderlin
Sie sprachen unter einander von der Trefflichkeit des alten Athenervolks, woher sie komme, worin sie bestehe:
"Einer sagte, das Klima hat es gemacht; der andere: die Kunst und Philosophie; der dritte: Religion und Staatsform. Athenische Kunst und Religion, und Philosophie und Staatsform, sagt ich, sind Blüten und Früchte des Baums, nicht Boden und Wurzel. Ihr nehmt die Wirkungen für die Ursache." [1] - Hölderlin

"Das erste Kind der menschlichen, der göttlichen Schönheit ist die Kunst. In ihr verjüngt und wiederholt der göttliche Mensch sich selbst. Er will sich selber fühlen, darum stellt er seine Schönheit gegenüber sich. So gab der Mensch sich seine Götter. Denn im Anfang war der Mensch und seine Götter Eins, da, sich selber unbekannt, die ewige Schönheit war. – Ich spreche Mysterien, aber sie sind. – Das erste Kind der göttlichen Schönheit ist die Kunst. So war es bei den Athenern. Der Schönheit zweite Tochter ist Religion. Religion ist Liebe der Schönheit. Der Weise liebt sie selbst, die Unendliche, die Allumfassende; das Volk liebt ihre Kinder, die Götter, die in mannigfaltigen Gestalten ihm erscheinen. Auch so wars bei den Athenern. Und ohne solche Liebe der Schönheit, ohne solche Religion ist jeder Staat ein dürr Gerippe ohne Leben und Geist, und alles Denken und Tun ein Baum ohne Gipfel, eine Säule, wovon die Krone herabgeschlagen ist." [1] - Hölderlin

"Aus der Geistesschönheit der Athener folgte denn auch der nötige Sinn für Freiheit. Der Aegyptier trägt ohne Schmerz die Despotie der Willkür, der Sohn des Nordens ohne Widerwillen die Gesetzesdespotie, die Ungerechtigkeit in Rechtsform; denn der Aegyptier hat von Mutterleib an einen Huldigungs- und Vergötterungstrieb; im Norden glaubt man an das reine freie Leben der Natur zu wenig, um nicht mit Aberglauben am Gesetzlichen zu hängen." [1] - Hölderlin

"Gut! unterbrach mich einer, das begreif ich, aber, wie dies dichterische religiöse Volk nun auch ein philosophisch Volk sein soll, das seh ich nicht. Sie wären sogar, sagt ich, ohne Dichtung nie ein philosophisch Volk gewesen!" [1] - Hölderlin

Nicht nur damals in Griechenland, auch heute ist uns die Situation der muslimischen Länder und muslimischen Parallelgesellschaften in Europa bewusst (Koran-Schulen etc.):
"Wie ein prächtiger Despot, wirft seine Bewohner der orientalische Himmelsstrich mit seiner Macht und seinem Glanze zu Boden, und, ehe der Mensch noch gehen gelernt hat, muss er knieen, eh er sprechen gelernt hat, muss er beten; ehe sein Herz ein Gleichgewicht hat, muß es sich neigen, und ehe der Geist noch stark genug ist, Blumen und Früchte zu tragen, ziehet Schicksal und Natur mit brennender Hitze alle Kraft aus ihm. Der Aegyptier ist hingegeben, eh er ein Ganzes ist, und darum weiß er nichts vom Ganzen, nichts von Schönheit, und das Höchste, was er nennt, ist eine verschleierte Macht, ein schauerhaft Rätsel; die stumme finstre Isis ist sein Erstes und Letztes, eine leere Unendlichkeit und da heraus ist nie Vernünftiges gekommen. Auch aus dem erhabensten Nichts wird Nichts geboren." [1] - Hölderlin

"Aber aus bloßem Verstand ist nie Verständiges, aus bloßer Vernunft ist nie Vernünftiges gekommen." [1] - Hölderlin

"Des Verstandes ganzes Geschäft ist Notwerk. Vor dem Unsinn, vor dem Unrecht schützt er uns, indem er ordnet; aber sicher zu sein vor Unsinn und vor Unrecht ist doch nicht die höchste Stufe menschlicher Vortrefflichkeit." [1] - Hölderlin

"Aus bloßem Verstande kömmt keine Philosophie, denn Philosophie ist mehr, denn nur die beschränkte Erkenntnis des Vorhandnen. Aus bloßer Vernunft kömmt keine Philosophie, denn Philosophie ist mehr, denn blinde Forderung eines nie zu endigenden Fortschritts in Vereinigung und Unterscheidung eines möglichen Stoffs." [1] - Hölderlin

Was Griechenland und seine Freiheitskämpfer immer ersehnt hatten: Der Sultan soll aus Konstantinopel und ganz Griechenland vertrieben werden. Die ungläubigen Osmanen ("Tyrannenknechte") und "Andre des rohen Volks von dem Sultan bestellt" verstehen dabei nur eine Sprache: "Ja! sanft zu sein, zu rechter Zeit, das ist wohl schön, doch sanft zu sein, zur Unzeit, das ist hässlich, denn es ist feig!" Doch die Christenheit hat es in der Levante bisher versäumt effektiv "wider der Christenfeinde wütende Säbel" vorzugehen, Konstantinopel, Smyrna und andere christliche Gebiete in der Türkei den Osmanen zu entreissen. [1][15][16][17][18][19][21][22][25][30][31][32][33][39]
"Rußland hat der Pforte den Krieg erklärt; man kommt mit einer Flotte in den Archipelagus; die Griechen sollen frei sein, wenn sie mit aufstehn, den Sultan an den Euphrat zu treiben. Die Griechen werden das Ihre tun, die Griechen werden frei sein und mir ist herzlich wohl, daß es einmal wieder etwas zu tun gibt.... Der Vulkan bricht los. In Koron und Modon werden die Türken belagert... Navarin ist unser... Die Schiffe der Türken hatten sich in den Kanal, zwischen die Insel Chios und die asiatische Küste hineingeflüchtet, und standen am festen Lande hinauf bei Tschesme.  " [1] - Hölderlin

"Wenn ihr »die allerchristlichsten« noch heute,
Wenn heut ihr »die katholischen« noch heißt,
Wie kömmt es, daß ihr Christi Lehensleute
Ermordet und ihr Lehen an euch reißt
Und nicht Jerusalem von jener Meute
Befreit habt und die Räuberbrut zerschmeißt,
Und daß Constantinopel und den besten
Theil dieser Welt der Türke darf verpesten?" [17] - Ariosto

Auch heute noch verstehen die Türken "Andre des rohen Volks" zu rekrutieren oder zu unterstützen. Die türkische Armee habe fast 500 Geschosse auf IS-Stellungen in Syrien und Irak gefeuert, dabei seien 200 Terroristen getötet worden. In Wirklichkeit sei aber von Verlusten unter Extremisten nichts bekannt, schon gar nicht von hohen Verlusten. "Haben die Türken Angriffe nur simuliert? Wollen sie davon ablenken, dass sie die Islamisten immer noch heimlich gewähren lassen oder sogar unterstützen?" Schon lange werden islamistische Kämpfer in türkischen Krankenhäusern versorgt. Regierungsvertreter sagten damals, "Verwundete würden ohne Rücksicht auf ihre Herkunft versorgt. Natürlich wussten sie, mit wem sie es zu tun hatten." Die Grenze zwischen der Türkei und Syrien stand weit offen, für Flüchtlinge in der einen Richtung, für Dschihadisten in der anderen. Aus Europa strömten Tausende mit Touristenvisum in die Türkei und dann weiter zu den Islamisten. Die türkischen Behörden liessen sie gewähren. "Ihnen muss klar gewesen sein, dass auch Waffen und Munition diesen Weg nahmen. Anfang 2014 wurden drei Lastwagen konrolliert, die vom Flughafen Ankara aus auf dem Weg nach Syrien waren. Sie steckten voller Raketen und Sturmgewehre. Die Fahrer berichteten, sie seien oft diese Strecke gefahren." An der Grenze seien die Fahrzeuge von Mitarbeitern des türkischen Geheimdienstes übernommen worden, die die Waffen dann in Syrien an Islamisten lieferten [14]

Hölderlin schrieb: "Rußland hat der Pforte den Krieg erklärt; man kommt mit einer Flotte in den Archipelagus; die Griechen sollen frei sein, wenn sie mit aufstehn, den Sultan an den Euphrat zu treiben". Heute hat Russland einen Stützpunkt in Syrien und kann die Türkei von dort aus zurückdrängen. Das russische Aussenministerium meint, "der Einsatz Ankaras sei eine offene Unterstützung des internationalen Terrorismus. Man sei zutiefst besorgt über die aggressiven Handlungen der türkischen Regierung gegenüber dem Nachbarstaat. Der Beschuss verletze UN-Resolutionen und Verpflichtungen der Syrien-Unterstützergruppe, welche die Türkei in Wien, New York und München übernommen habe." Russland ist das einzige Land, das die Türkei abstraft. kürzlich haben russische Kampfflugzeuge den Nachschub für die Rebellen aus der Türkei unterbrochen. Ein Luftwaffenstützpunkt nahe der Grenze zur Türkei konnte den von der Türkei unterstützten Rebellen entrissen werden. Die meisten Rebellen sind heute Dschihadisten, die von prowestlichen Ländern wie Saudi-Arabien und der Türkei bewaffnet worden sind. Die Rebellen schiessen Raketen auf christliche Stadtteile und zerstören christliche Kirchen und Einrichtungen. Russland setzt sich für die Christen und die säkulare Ordnung Syriens ein. Vor dem Krieg hatten in Aleppo fast 200 000 Christen gelebt. Mehr als jeder zweite ist abgewandert. Weiter verlassen jeden Tag christliche Familien die Stadt. [20]

"Die Türkei plant eine Invasion in Syrien". Die Moskauer Tageszeitung "Iswestija" schreibt: "Jetzt versteht die politische Führung der Türkei, dass sie in die Ecke getrieben wurde, dass sie nichts erreicht hat in Bezug auf Syrien. Sie sieht, dass sich die syrische Armee dicht an die türkische Grenze angenähert hat.  Deshalb ist es wahrscheinlich, dass sie in dieser Situation einen Vorwand für eine direkte Invasion in Syrien sucht - und versucht, einen solchen herbeizuführen." Syrien und die Christen in der Levante können auf massive Unterstützung aus Moskau zählen. Militärfachleute sehen derzeit vor allem diesen Faktor als kriegsentscheidend an, und zwar nicht nur wegen der Luftunterstützung aus Moskau - sondern auch angesichts der Tatsache, dass im Zuge des russischen Militäreinsatzes die organisatorischen und strategischen Fähigkeiten der regulären syrischen Truppen massiv zugenommen haben. Die Planung sei besser, die Erfolge seien nachhaltiger. Diese Stärkung der strategischen Fähigkeiten fällt in eine Zeit, in der die islamistischen Rebellen auf diesem Feld keine Fortschritte machen. Das Gelände an der türkischen Grenze, das Assad und seine Verbündeten einnehmen, werde für die Rebellen weitgehend verloren sein. Für Amerika dürfte es immer schwieriger werden, die islamistischen Rebellen zu unterstützen, wenn sich der derzeitige Trend fortsetzt und sich radikale islamisten-Gruppen zusammenschliessen. [23]

Man muss sich aber vegegenwärtigen, was schon europäische Dichter und Denker seit dem 15. Jahrhundert beschrieben hatten, dass nämlich die Türkei ehemals christliche Länder "verpestet" (Ariost) und verwüstet. Dazu einige Details von einer Slavistin: "Das heutige türkische Staatsgebiet bildete für knapp zwei Jahrtausende ein zutiefst christlich geprägtes Land." Zahlreiche Schauplätze von Ereignissen des Neuen und Alten Testaments lassen sich noch immer in Augenschein nehmen lassen - auch nach der Eroberung der byzantinischen Hauptstadt Konstantinopel durch die Osmanen (1453). "Dass wir trotz Apostelgeschichte, trotz der bedeutenden Kirchenväter, Märtyrer und Heiligen Kleinasiens , Basileios der Große etwa, Grigorios von Nazianz, Grigorios von Nyssa oder Nikolaos von Myra , die Türkei nicht mehr als uraltes christliches Kulturland begreifen, liegt an der Radikalität, mit der türkische Nationalisten im Verlauf eines knappen Jahrhunderts das Christentum in Kleinasien und Nordmesopotamien entwurzelten und die Erinnerung an seine Träger zu tilgen versuchten."  Zu den einheimischen Christen gehören vorchalcedonensische Kirchen wie die Syrisch-Orthodoxe und die Armenisch-Apostolische Kirche, ferner die griechisch-orthodoxen, eigentlich „romäischen“ (byzantinischen) Christen, aber auch Konvertiten aus der türkisch-muslimischen Mehrheitsbevölkerung. Kürzlich hieß es noch: Russland  "schaltete die Verbündeten der Türkei auf dem Schlachtfeld aus. Putin will der Türkei einen kräftigen Stoss versetzen, seinen Widersacher Erdogan vielleicht sogar mit einem k.-o.-Schlag zu Boden befördern. Der französische Staatspräsident war der Erste, der die Türkei warnte, dass sie einen Krieg mit Russland riskiere." Auch wenn Russland und die Türkei zur Zeit in scheinbarer Eintracht  zusammenleben, als nicht-christliches Land ist die Türkei nicht in der Lage ihren eigenen Staat zu organisieren, weshalb andere, christliche Staaten dies in Zukunft übernehmen werden. Als Partner in der Nato oder EU ist die Türkei völlig ungeeignet. "Wie aber kann eine Regierung, die nicht einmal ihr Land in Ordnung halten kann, ein verlässlicher Partner sein?" Schon tolerante Völkerrechtler wie Gentili hatten vor der Türkei als verlässlichen Partner gewarnt. Zudem muß man sich nur ansehen, wie die Türkei mit Antiken und christlichen Denkmälern umgeht. Erst 2015 hatte die UNESCO die am Tigris gelegene Altstadt Diyarbakir auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt, denn die Burg und die Stadtmauern von Diyarbakir zählen zu den größten und am besten erhaltenen Befestigungsanlagen der Antike. Der römische Kaiser Constantinus II., ein Sohn Konstantins des Großen, hatte sie im Jahr 349 ausgebaut. Besiedelt ist die Stelle der Altstadt seit 5000 vor Christus. Fast 600 historische Gebäude waren in der Altstadt registriert, darunter die 1371 erbaute St.-Giragos-Kathedrale, die bis zu ihrer Zerstörung, Anfang 2016 als die größte christliche Kirche der Armenier im Nahen Osten gegolten hatte. "Nach dem Ende der Kampfhandlungen begannen im Frühjahr 2016 Abrissbagger mit der Zerstörung der Gebäude und mit der Einebnung der Stadt." Auf diese Weise haben die Türken seit Beginn der osmanischen Ausbreitung, ehemals christliche Städte verwüstet.  [24][26]

Auch Schopenhauer meint: "Europa endlich ist der christliche Staatenbund: das Christentum ist die Basis jeder seiner Glieder und das gemeinschaftliche Band aller; daher auch die Türkei, obgleich in Europa gelegen, eigentlich nicht dazu gerechnet wird." Nur wenn die Levante und damit die Türkei wieder griechisch-christlich wird, kann Konstantinopel wieder Hauptstadt der Levante werden. "Was von griechischer Kultur noch übrig war, lebte in Byzanz weiter. Auch politisch verschob sich der Schwerpunkt nach dem einst barbarischen Norden. Ein neuer griechischer Großstaat könnte heute sein Zentrum nicht mehr in Athen, sondern nur in Konstantinopel haben". Statt dass EU und Russland die Türkei und Afrika rechristianisieren, macht sich die EU zur "Geisel der Türkei". Die Türkei baut sogar ihren Einfluss unter den Muslimen in Afrika weiter aus. Türkische Unternehmer bauen in Mogadischu "getürkte" Straßen, Brücken, Krankenhäuser und Schulen. Dazu Friedell: "Schon im späteren Altertum war Hellas nur noch eine interessante Ruine. Zur Zeit des Polybios war die Unfruchtbarkeit der griechischen Ehen, eine Folge der Verarmung und der physischen Erschöpfung, bereits sprichwörtlich. Ovid nennt Athen eine leere Stadt, von der nur noch der Name übrig sei, sein Zeitgenosse Strabo Theben ein Dorf; hundert Jahre später klagt Plutarch, am meisten von allen Bevölkerungen des Römischen Reichs sei die griechische zurückgegangen. ... Das meiste an Bauten und Denkmälern stand noch; auch die Bücherschätze und die berühmten Lehrer zogen viele Fremde ins Land, und die Kurorte waren Wallfahrtsziele, denn Religion und Medizin waren in der antiken Vorstellung nicht getrennt. Die römische Eroberung betrachteten viele als Glück; man fand: »wären wir nicht so bald verloren gewesen, so wären wir nicht mehr zu retten gewesen«, und in der Tat herrschte von da an dauernder Friede, denn die Entscheidungsschlachten im römischen Bürgerkrieg, die alle auf griechischem Boden geschlagen wurden, zogen die Bevölkerung nicht in Mitleidenschaft. Später, unter der Byzantinerherrschaft, war Griechenland eine unbedeutende Provinz, die von Völkerstürmen heimgesucht wurde. Goten kamen, gingen und kamen wieder. Ihnen folgten Vandalen, Hunnen, Awaren und seit der Mitte des achten Jahrhunderts so viele Slawen, daß Fallmerayer im vorigen Jahrhundert die vielbeachtete Theorie aufstellen konnte, die heutigen Griechen hätten mit den alten Hellenen gar nichts zu schaffen. Das ist entschieden übertrieben: Es gibt im modernen Griechenland zwar eine Menge slawische Ortsnamen, aber noch viel mehr echt hellenische, und noch heute leben zahlreiche Vorstellungen der antiken Mythologie im Volk; die Lamia zum Beispiel ist noch ebenso gefürchtet wie zur Zeit Hesiods. Die  schlechten Eigenschaften, die man den Neugriechen vorwirft, besaßen ihre Vorfahren schon ganz ähnlich und in mindestens so reichem Maße. Aber was Ernst Curtius vom Peloponnes sagt: »Eine Übersicht über die Schicksale des Landes lehrt uns, daß der Peloponnes nur unter den hellenischen Stämmen eine Geschichte durchlebt hat, welche es verdient, daß wir mit treuster Forschung ihre Spuren im Lande aufsuchen«, gilt von ganz Griechenland, auch von Athen, dem ein byzantinisches Epigramm nachsagte: »Nichts ist mehr da als die Gräber der Toten und Schatten der Weisen.« Die Geschichte verrinnt zum Teil sogar unterirdisch wie die griechischen Flüsse, die streckenweise in »Katavothren« versinken. Was von griechischer Kultur noch übrig war, lebte in Byzanz weiter. Auch politisch verschob sich der Schwerpunkt nach dem einst barbarischen Norden. Ein neuer griechischer Großstaat könnte heute sein Zentrum nicht mehr in Athen, sondern nur in Konstantinopel haben. Von der Mitte des zwölften Jahrhunderts an erschienen fränkische Eroberer. Herzöge und Barone pflanzten ihre Kreuze auf die Akropolen, christliche Tempelritter füllten die heidnischen Tempel, Bilder der Jungfrau Maria die Heiligtümer der Jungfrau Athena. Im vierzehnten Jahrhundert kamen Albanesen, in der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts die Türken. Der Parthenon wurde Moschee. Griechen dienten als »Stratioten« in europäischen Heeren, als Hellenisten an europäischen Höfen, als Minister und Janitscharen in Stambul. Um die Wende des siebzehnten Jahrhunderts wurde Morea, wie man den Peloponnes jetzt zu nennen pflegte, für etwa ein Viertel Jahrhundert der Blüte venezianisch. Der griechische Befreiungskampf, der das dritte Jahrzehnt des neunzehnten Jahrhunderts erfüllte, wurde von ganz Europa mit großer Spannung und fast allgemeiner Sympathie verfolgt. Da sich in dieser Angelegenheit das Programm der russischen Balkanpolitik mit dem des englischen Liberalismus deckte, war der Krieg für die Türkei von Anfang an aussichtslos. Das neue Königreich gewann 1864 die Ionischen Inseln, 1878 Thessalien, in den Balkankriegen Kreta, Epirus, Südmazedonien und einen Teil der kleinasiatischen Inseln, im Weltkrieg Südwestthrazien, ursprünglich auch Ostthrazien und das Wilajet Smyrna, die aber wieder an die Türkei verlorengingen."  [27][28][29]

Später haben sich die Türken zu weit ausgebreitet: "Aber weh! es wandelt in Nacht, es wohnt, wie im Orkus, Ohne Göttliches unser Geschlecht. Ans eigene Treiben sind sie geschmiedet allein und sich in der tosenden Werkstatt höret jeglicher nur und viel arbeiten die Wilden mit gewaltigem Arm, rastlos, doch immer und immer unfruchtbar, wie die Furien, bleibt die Mühe der Armen. Bis erwacht vom ängstigen Traum, die Seele den Menschen aufgeht, jugendlichfroh, und der Liebe segnender Othem wieder, wie vormals, oft, bei Hellas blühenden Kindern, wehet in neuer Zeit und über freierer Stirne uns der Geist der Natur, der fernherwandelnde, wieder Stilleweilend der Gott in goldnen Wolken erscheinet." [1]

Waren auch Milet, Ephesus und Kolophon ionisch; Cos, Rhodus und Halikarnaß dorisch; Croton und Sybaris achäisch: so übte doch mitten in dieser Vielseitigkeit der Cultur, ja da, wo in Unteritalien Pflanzstädte verschiedener Volksstämme neben einander lagen, die Macht der homerischen Gesänge, die Macht des begeisterten, tiefempfundenen Wortes ihren allvermittelnden Zauber aus. Bei fest gewurzelten Contrasten in den Sitten und in den Staatsverfassungen, bei dem wechselnden Schwanken der letzteren erhielt sich das Griechenthum ungetheilt. Ein weites durch die einzelnen Stämme errungenes Reich der Ideen und Kunsttypen wurde als das Eigenthum der gesammten Nation betrachtet. [34]

Das Princip der Einigung und Einheit oder vielmehr das Gefühl von dem wohlthätigen politischen Einflusse dieses Princips lag, wie alle seine Staatseinrichtungen beweisen, tief in dem Gemüth des kühnen Eroberers. Selbst auf Griechenland angewandt, war es ihm von seinem großen Lehrer schon früh eingeprägt worden. In der Politik des Aristoteles (Polit. VII, 7 pag. 1327) lesen wir: »den asiatischen Völkern fehlt es nicht an Thätigkeit des Geistes und Kunstgeschicklichkeit, doch muthlos leben sie in Unterwürfigkeit und Knechtschaft: während die Hellenen, kräftig und regsam, in Freiheit lebend und deshalb gut verwaltet, wären sie zu einem Staate vereinigt, alle Barbaren beherrschen könnten.« So schrieb der Stagirite bei seinem zweiten Aufenthalte in Athen, ehe noch Alexander über den Granicus ging. Die Grundsätze des Lehrers haben zweifelsohne einen lebendigeren Eindruck auf den Eroberer gemacht als die phantasiereichen Berichte des Ktesias über Indien, denen August Wilhelm von Schlegel und vor ihm schon Sainte-Croix eine so große Wirkung zuschreiben. [35]

Wir haben das Meer als ein vermittelndes, völkerverbindendes Element; die durch Phönicier und Carthager, Tyrrhener und Tusker erweiterte Schifffahrt in wenigen Zügen geschildert. Wir haben gezeigt, wie, durch zahlreiche Colonien in ihrer Seemacht verstärkt, die Griechen gegen Osten und Westen, durch die Argonauten von Jolkos und durch den Samier Coläus, aus dem Becken des Mittelmeers vorzudringen gestrebt; wie gegen Süden die Salomon-Hiramschen Expeditionen, in Ophirfahrten, durch das rothe Meer ferne Goldländer besuchten. Nun geht es in das Innere eines großen Continents auf Wegen, die dem Landhandel und der Fluß-Schifffahrt geöffnet werden. In den kurzen Zeitraum von zwölf Jahren fallen der Zeitfolge nach: die Feldzüge in Vorder-Asien und Syrien mit den Schlachten am Granicus und in den Strandpässen von Issus, die Einnahme von Tyrus und die leichte Besitznahme Aegyptens; der babylonisch-persische Feldzug: als bei Arbela (in der Ebene von Gaugamela) die Weltherrschaft der Achämeniden vernichtet wurde; die Expedition nach Bactrien und Sogdiana zwischen dem Hindu-Kho und dem Jaxartes (Syr), endlich das kühne Vordringen in das Fünfstromland (Pentapotamia) von Vorder-Indien. Fast überall hat Alexander hellenische Ansiedelungen gegründet und in der ungeheuren Länderstrecke vom Ammonstempel in der libyschen Oase und von Alexandria am westlichen Nil-Delta bis zum nördlichen Alexandria am Jaxartes (dem jetzigen Khodjend in Fergana) griechische Sitten verbreitet. Die Erweiterung des Ideenkreises, – und dies ist der Standpunkt, aus welchem hier des Macedoniers Unternehmen und die längere Dauer des bactrischen Reiches betrachtet werden müssen –, war begründet: in der Größe des Raumes; in der Verschiedenheit der Klimate von Cyropolis am Jaxartes (unter der Breite von Tiflis und Rom) bis zu dem östlichen Indus-Delta bei Tira unter dem Wendekreise des Krebses. Rechnen wir dazu die wunderbar wechselnde Gestaltung des Bodens: von üppigen Fruchtländern, Wüsten und Schneebergen mannigfaltig durchzogen; die Neuheit und riesenhafte Größe der Erzeugnisse des Thier- und Pflanzenreichs, den Anblick und die geographische Vertheilung ungleich gefärbter Menschenracen; den lebendigen Contact mit theilweise vielbegabten, uralt cultivirten Völkern des Orients; mit ihren religiösen Mythen, ihren Philosophemen, ihrem astronomischen Wissen und ihren sterndeutenden Phantasien. In keiner anderen Zeitepoche (die, achtzehn und ein halbes Jahrhundert später erfolgende Begebenheit der Entdeckung und Aufschließung des tropischen Amerika's ausgenommen) ist auf einmal einem Theile des Menschengeschlechts eine reichere Fülle neuer Natur-Ansichten, ein größeres Material zur Begründung der physischen Erdkenntniß und des vergleichenden ethnologischen Studiums dargeboten worden. [35]

Die Kunde eines großen Theils des Erdbodens wurde nun erst wahrhaft eröffnet. Die Welt der Objecte trat mit überwiegender Gewalt dem subjectiven Schaffen gegenüber: und indem, durch Alexanders Eroberungen, griechische Sprache und Litteratur sich fruchtbringend verbreiteten, waren gleichzeitig die wissenschaftliche Beobachtung und die systematische Bearbeitung des gesammten Wissens durch Aristoteles Lehre und Vorbild dem Geiste klar geworden. Wir bezeichnen hier ein glückliches Zusammentreffen günstiger Verhältnisse; denn gerade in der Epoche, in der sich plötzlich ein so ungeheurer Vorrath von neuem Stoffe der menschlichen Erkenntniß darbot, war durch die Richtung, welche der Stagirite gleichzeitig dem empirischen Forschen nach Thatsachen im Gebiete der Natur, der Versenkung in alle Tiefen der Speculation und der Ausbildung einer alles scharf umgrenzenden /wissenschaftlichen Sprache gegeben hatte, die geistige Verarbeitung des Stoffes erleichtert und vervielfältigt worden. So bleibt Aristoteles, wie Dante sich schön ausdrückt, auf Jahrtausende noch: il maestro di color che sanno. [35][36][37]

Die macedonische Expedition, welche einen großen und schönen Teil der Erde dem Einflusse eines einzigen und dazu eines so hochgebildeten Volkes eröffnete, kann demnach im eigentlichsten Sinne des Worts als eine wissenschaftliche Expedition betrachtet werden; ja als die erste, in der ein Eroberer sich mit Gelehrten aus allen Fächern des Wissens: mit Naturforschern, Landmessern, Geschichtsschreibern, Philosophen und Künstlern, umgeben hatte. Aristoteles wirkte aber nicht bloß durch das, was er selbst hervorgebracht; er wirkte auch durch die geistreichen Männer seiner Schule, welche den Feldzug begleiteten. Unter diesen glänzte vor allen des Stagiriten naher Verwandter, Callisthenes aus Olynth, der schon vor dem Heerzuge botanische Werke und eine feine anatomische Untersuchung über das Gesichtsorgan geliefert hatte. Durch die ernste Strenge seiner Sitten und die ungemessene Freiheit seiner Rede ward er dem, schon von seiner edeln und hohen Sinnesart herabgesunkenen Fürsten, wie dessen Schmeichlern, verhaßt. Callisthenes zog unerschrocken die Freiheit dem Leben vor: und als man ihn zu Bactra in die Verschwörung des Hermolaus und der Edelknaben schuldlos verwickelte, ward er die unglückliche Veranlassung zu der Erbitterung Alexanders gegen seinen früheren Lehrer. Theophrast, des Olynthiers gemüthlicher Freund und Mitschüler, hatte den Biedersinn ihn nach seinem Sturze öffentlich zu vertheidigen; von Aristoteles wissen wir nur, dass er ihn vor seiner Abreise zur Vorsicht gemahnt und, durch den langen Aufenthalt bei Philipp von Macedonien des Hoflebens, wie es scheint, sehr kundig, ihm gerathen habe: »mit dem König so wenig als möglich, und wenn es sein müßte, immer beifällig zu reden«. [35]

Im September 1806 wird Hölderlin gegen seinen Willen, aber mit der Zustimmung seiner Mutter in seine schwäbische Heimat nach Tübingen gebracht und dort in die Universitätsklinik eingeliefert. Er landet in den Händen des Arztes Johann Heinrich Ferdinand Autenrieth, "der glaubt sein Bestes zu tun. Das Beste ist grauenvoll genug." Manche Ärzte behaupten, Hölderlin sei vor allem durch das quecksilberhaltige Mittel Kalomel, das ihm in der Klinik neben Belladonna und Opium verabreicht wurde, krank gemacht worden. Auffälligkeiten wie Zittern, Ängste und Menschenscheu ließen sich dadurch erklären. Ein letzter Beweis für diese Vermutung gelänge, wenn Haare des Kranken auftauchen würden, da sich dort dieser Stoff nachweisen ließe. Heute hätte man Hölderlin auf jeden Fall besser helfen können, nicht zuletzt auch mit einer Bienentherapie. [41]
 

250. Geburtstag Friedrich Hölderlins 2020

2020 stehen die 250. Geburtstage Friedrich Hölderlins, Georg Wilhelm Friedrich Hegels und Ludwig van Beethovens an, ferner der 100. Geburtstag Paul Celans und sein 50. Todestag. Weltliteratur, Weltphilosophie und Weltmusik –
mehr Anlass zu kulturellem Eingedenken geht kaum. Beethoven hat es als Marke leichter als Hölderlin oder Hegel, von Celan ganz zu schweigen. Deren Hinterlassenschaften gehören zu den intellektuell anspruchsvollsten der literarischen Überlieferung. Die Beschäftigung mit ihnen ist entsagungsvoll und verlangt alle Aufmerksamkeit. Beethovens Werke dagegen sind Selbstläufer des Konzertbetriebs. Sie werden überall auf der Welt gespielt, sind populär bis hin zur Europahymne, und ein Staat als Ganzes wäre töricht, wenn er die Gelegenheit, eine solch wirkungsmächtige Spur seiner kulturell lebendigen Geschichte der Weltöffentlichkeit zu demonstrieren, verstreichen ließe. Dem folgt aktuelle deutsche Merkel-Politik, wenn sie auch guter Literatur und Philosophie nicht folgt, denn dies liefe ihrer Christophobie entgegen. [42] 

Anders sieht es aus, wenn man darauf schaut, wie Hölderlin, Hegel und Celan im Jubiläumsjahr bedacht werden. Das Land Baden-Württemberg hat sich klar zu seiner Verantwortung bekannt. Hier wird vor Ort auch eine Menge geschehen – trotz des Schwierigkeitsgrades der zu vermittelnden Texte und "trotz der diffusen Stellung des Bundes zu seinen vielgerühmten Dichtern und Denkern". Aus unerklärlichen Gründen nämlich ist das Staatsministerium für Kultur und Medien seit einiger Zeit aus dem Zusammenhang eines konzertierten Förderkonzepts abgetaucht. Das rührt an zwei problematische Punkte, die die Politik des Bundes nun schon seit geraumer Zeit in ihrem Umgang mit der Literatur kennzeichnet: die nahezu vollständige Intransparenz, was Entscheidungsprozesse gerade über Prioritäten anlangt, und, schwerwiegender noch, "das eklatante Fehlen von dem, was man eine mittel- und langfristige Strategie im Bereich der Literaturpflege und -förderung nennen könnte... Undurchschaubar ist bis heute, wie die Stellung des Bundes zu den Jubiläen Hölderlins, Hegels und Celans überhaupt ist. Man weiß schlicht nicht, wie im Staatsministerium für Kultur und Medien der Stand des Nachdenkens ist und wie und aus welchen Gründen heraus Entscheidungen getroffen werden beziehungsweise getroffen worden sind. Für zahlreiche Projekte vor Ort, die auf Finanzierungshilfen des Bundes angewiesen wären, ist das von
großem Schaden." Die in der Sache wohlbegründete Legitimation, sich über die offizielle Literaturpolitik konzeptionell Gedanken zu machen, ist angesichts der von den sogenannten sozialen Netzwerken entfesselten sprachlichen Verrohung mehr denn je gegeben. Wo, wenn nicht in großer Literatur, sollte man sonst den verantwortlichen Umgang mit Sprache lernen, die Hölderlin in einer späten Aufzeichnung treffend „der Güter Gefährlichstes“ nennt? Dies immer wieder ins Bewusstsein zu heben ist eine nationale und internationale Aufgabe. [43] 
 

II

Der Philhelenismus in Deutschland, Europa und Russland

Attika, die Riesin, ist gefallen,
Wo die alten Göttersöhne ruh'n,
Im Ruin gestürzter Marmorhallen
Brütet ew'ge Todesstille nun;
Lächelnd steigt der süße Frühling nieder,
Doch er findet seine Brüder nie
In Ilissus heil'gem Tale wieder,
Ewig deckt die bange Wüste sie. – Friedrich Hölderlin

Griechenlands Befreiung vom Türkenjoche

Auf Stambuls Wälle pflanzt das Glaubenszeichen!
Der Halbmond muss dem Kreuze weichen,
Dem Griechen der Barbar.
Und wären ihrer auch wie Sand am Meere,
Euch bleibt der Sieg, Gott ist mit eurem Heere,
Drum mutig, tapfre Schaar! 

"Man frägt nicht, ob ihr wollt! Ihr wollt ja nie, ihr Knechte und Barbaren! Euch will man auch nicht bessern, denn es ist umsonst! man will nur dafür sorgen, dass ihr dem Siegeslauf der Menschheit aus dem Wege geht."  - Friedrich Hölderlin

"Der neue Geistesbund kann in der Luft nicht leben, die heilige Theokratie des Schönen muss in einem Freistaat wohnen, und der will Platz auf Erden haben und diesen Platz erobern wir gewiss." - Friedrich Hölderlin

"Russland hat der Pforte den Krieg erklärt; man kommt mit einer Flotte in den Archipelagus; die Griechen sollen frei sein, wenn sie mit aufstehn, den Sultan an den Euphrat zu treiben" - Friedrich Hölderlin
 


Die drei großen deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), Friedrich Schiller (1759–1805) und Friedrich Hölderlin (1770–1843) lebten und wirkten in Deutschland, aber das Zentrum ihrer dichterischen Phantasie war Griechenland. Gerade weil sie das Land der Griechen nie betreten hatten, verklärten sie das antike Hellas und seine Kultur. Der Held Hölderlins, Hyperion, erreicht Mistras während der blutig niedergeschlagenen griechischen Revolte gegen das Osmanische Reich von 1770. Hölderlin erstellte ein lebendiges Zeugnis von der Hoffnung der Griechen auf ihre politische Befreiung. Dieselbe Sehnsucht begegnet dem Leser auch bei Wilhelm Heinse (1749–1803), der die Helden und Heldinnen seines Künstlerromans Ardinghello nach Ionien gehen lässt, um der Regierung der Osmanen ein Ende zu bereiten. [44] 

Diese romantische Verklärung Griechenlands und seiner Kultur begegnet uns auch bei anderen europäischen Schriftstellern wie Viktor Hugo (1802–1885), François-René Vicomte de Chateaubriand (1768–1848), Percy Bysshe Shelley (1792–1822) und Annibale Santorre dei Rossi di Pomarolo, Conte di Santarosa (1783–1825), die mit ihren Werken ein europäisches philhellenisches Klima schufen. [45] 

Auch im Russland des 18. Jahrhunderts wurden die griechische Sprache und die altgriechische Literatur bewundert und gefördert. Peter I. (1672–1725) und Katharina II. (1729–1796), die eine westeuropäische Bildung genossen hatten, förderten den literarischen Philhellenismus in Russland. An Katharinas Hof begegnet uns im 18. Jahrhundert ein großer griechischer Gelehrter, Eugenios Voulgaris (1716–1806), der sich der Erforschung der altgriechischen Literatur widmete. Er war einer der wichtigsten Vertreter der griechischen Aufklärung; unter anderem hatte er Voltaire (1694–1778) ins Griechische übersetzt. Voulgaris übertrug nach dem Wunsch Katharinas II. auch den Codex ihrer Gesetze für Russland ins Griechische, der in der westeuropäischen Literatur den Namen "Große Instruktion" (russ.: nakaz) trägt. Die russische Zarin gründete im Jahre 1775 in St. Petersburg sogar ein griechisches Gymnasium für griechische Jugendliche. In Russland blieb es aber nicht beim literarischen Philhellenismus, sondern es kam auch zu politisch tatkräftiger Hilfe für Griechenland. Hierbei bot wohl der gemeinsame orthodoxe Glaube eine wichtige Grundlage für den russischen politischen Philhellenismus, der seinen Höhepunkt 1770 in einer Erhebung gegen die Osmanen auf der Peloponnes fand, die von dem russischen Geschwisterpaar Orloff vorbereitet wurde. [46] 

Am Anfang des 19. Jahrhunderts erreichte die Griechenlandbegeisterung ihren Höhepunkt. Die Französische Revolution und die europäische Aufklärung veränderten das politische Klima zugunsten Griechenlands. Die europäischen Regierungen sandten nun u.a. Diplomaten und Offiziere in politischer Mission nach Griechenland, um die dortigen Zustände genau zu untersuchen. Diese Griechenlandreisenden stellten zwar fest, dass sich die wirtschaftliche und geistige Situation der Griechen allmählich verbesserte, berichteten jedoch auch über das willkürliche Regime der osmanischen Machthaber und Gräueltaten an der griechischen Bevölkerung. [47] 

Ein wichtiger Faktor bei der Bezugnahme der Neugriechen auf ihre altgriechischen Vorfahren war die Gründung der Gesellschaft der "Musenfreunde" in Athen im Jahre 1813. Zwei Jahre zuvor hatten Freunde um Carl Haller von Hallerstein, Cockerell, Peter-Oluf Bröndtstedt (1780–1842), Forster, Linkh und von Stackelberg bereits einen Freundschaftsbund mit dem Namen XENEION gegründet. Der erste Präsident der Gesellschaft der "Musenfreunde" war Graf Ioannis Antonios Kapodistrias (1776–1831) aus Korfu. Die Gesellschaft hatte seit 1814 eine aktive Zweigstelle in Wien. Das Hauptziel der Gesellschaft war es, den Griechen die geistige Überlieferung des Altertums zu vermitteln, das Schulwesen neu zu organisieren und die Kunstschätze vor den Raubzügen vor allem der Osmanen zu bewahren. Neben Wissenschaftlern und Literaten traten dem Wiener Zweig der Gesellschaft auch Minister, Prinzen und Fürsten bei. Die Zweigstelle in Wien unterstützte auch griechische Studenten an deutschen Universitäten. Diese beseelte – wie Goethe damals sagte – "der Wunsch sich besonders deutsche Bildung anzueignen", und "das Verlangen allen solchen Gewinn dereinst zur Aufklärung, zum Heil ihres Vaterlandes zu verwenden." Einer dieser Studenten namens Ioannis Papadopoulos (gest. 1819), der 1817 bis 1818 in Jena als Stipendiat der erwähnten Gesellschaft studierte, traf Goethe mehrere Male und übersetzte sogar dessen Iphigenie 1818 ins Griechische. Hierbei muss man auch die Filike Etairia erwähnen, einen geheimen "Freundschaftsbund", der 1814 von griechischen Kaufleuten in Odessa gegründet wurde und einen freimaurerähnlichen Aufbau hatte (allerdings ohne Moslems und nicht wie es bei heutigen Freimaurern der Fall ist, dass sie von Islamisten geleitet werden). Das wichtigste Ziel dieser "Etairia" war nicht nur die Vorbereitung und Durchführung der griechischen Erhebung gegen die osmanische Herrschaft, sondern eine Befreiung aller Balkanländer von den Türken mit russischer Hilfe. Die Protagonisten dieses geheimen Bundes waren Emmanuel Xanthos (1772–1852) aus Patmos, Nikolaos Skouphas aus Arta und Athanasios Tsakalof aus Ioannina. [48] 

Durch die verschiedenen geschilderten Formen der Griechenlandbegeisterung war der Boden für eine aktive Anteilnahme der Europäer am Aufstand der Griechen bereitet worden. Die Proklamation des griechischen Befreiungskampfs am 6. März 1821 durch Alexander Ypsilantis (1792–1828), einen griechischen Offizier in russischen Diensten, der damals mit einer kleinen Truppe den Pruth überschritt und die Bevölkerung der Moldau und der Walachei zum Aufstand gegen die osmanische Herrschaft aufrief, löste spontane Zustimmung in großen Teilen Europas aus. Kurz danach, im April 1821, wurde die Revolution der Peloponnes proklamiert. Die politischen Solidaritätsbekundungen mit den Griechen in Europa und auch in Nordamerika waren die Früchte des oben geschilderten literarischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Philhellenismus. [49] 

Zu den wichtigsten deutschen Unterstützern der griechischen Erhebung von 1821 gehörten unter anderem der Leipziger Philosophieprofessor Wilhelm Traugott Krug (1770–1842), der Münchner Philologe Friedrich Wilhelm Thiersch (1784–1860) sowie der bayerische Kronprinz und spätere König Ludwig I. (1786–1868). Krug war durch Kontakte mit der griechischen Gemeinde in Leipzig auf die Situation in Griechenland aufmerksam geworden. Daraufhin wandte er sich mit einem Programm "Griechenlands Wiedergeburt" am Palmsonntag 1821 an die Griechen in Deutschland und rief zur Unterstützung des griechischen Kampfes auf, indem er betonte: "Die Herrschaft der Türken in Europa kann durchaus nicht als eine rechtmäßige (legitime) angesehn werden; sie ist nur eine angemaaßte (usurpirte). Sie entstand durch einen bloßen Angriffs- und Eroberungskrieg, der nach allen gesunden, d. h. vernünftigen Begriffen vom Völkerrechte nie eine Herrschaft des einen Volkes über das andere rechtlich begründen kann." Heute sind islamische Länder des OIC (in der auch die Türkei vertreten ist) sogar so dreist, dass sie Nicht-Mulimische Länder vor dem internationalen Gerichtshof wegen Verletzung der Menschenrechtskonvention verklagen, obwohl sie eigentlich selbt verklagt werden müssten. Die Tatsache, dass Krug seinen Zuspruch ein "Programm zum Auferstehungsfeste" nannte, zeigt, welche Bedeutung er christlichen Motiven bei seiner philhellenischen Agitation beimaß. Die Auferstehung des Herrn symbolisierte für ihn auch die Auferstehung Griechenlands. Die Neugriechen waren für ihn nicht nur die Nachfahren der alten Griechen, denen Europa seine Kultur und Wissenschaften verdankte, sondern sie waren Brüder im christlichen Glauben. So formuliert er am Ende seines Aufrufs an die Griechen die Vision, dass "die entweihete Sophienkirche ihre Tore öffnet, um euch [Griechen] als Sieger mit dem vorgetragnen Kreuze in ihre weiten Hallen aufzunehmen." In seinem Letzten Wort über die griechische Sache vom 1. August 1821, das er Ein Programm zum Michaelisfeste nennt, ermahnte Krug dann auch seine deutschen Mitbürger, Hilfsvereine zu gründen, welche die nach Griechenland ziehenden Freiwilligen und die verarmten griechischen Familien unterstützen sollten. Zwar nannte er diese Art von Hilfe vorsichtig "private Hilfe" und betonte, als Privatmann zu sprechen, der "sich aus menschlicher und christlicher Liebe für die griechische Sache interessiert", doch geriet sein Appell an die Deutschen in Konflikt mit der Zensur. Seine Aufforderung, Hilfsvereine zu gründen und Gelder für freiwillige Kämpfer zu sammeln, stieß auf heftigen staatlichen Widerstand - so wie Merkel-Politiker auch heute mehr für die Türkei als für die Griechen eintreten. Dennoch hatte Krug mit seinen zwei Programmen großen Erfolg. Seine Schriften verbreiteten sich schnell und lösten eine breite Diskussion über die griechische Sache aus. Tatsächlich wurden zahlreiche philhellenische Vereine in Deutschland gegründet. [50] 

Noch zwei Monate vor dem ersten Programm Krugs hatte Heinrich Gottlieb Tzschirner (1778–1828), ein protestantischer Theologieprofessor an der Universität Tübingen, eine anonyme Broschüre mit dem Titel Die Sache der Griechen, die Sache Europas veröffentlicht, die ebenfalls ein großes Echo fand. Tatsächlich unterstützten die protestantischen Kirchen in Deutschland die Griechen und halfen ihnen vor allem als christlichen Brüdern, während die römisch-katholische Kirche keine Hilfsaktion zugunsten der Griechen unternahm. Im Gegenteil, es war dem apostolischen Delegierten Giovanni Antonio Benvenuti (1765–1838) gelungen, den Hafen von Ancona für die Auslieferung von Kriegsmaterial zu sperren. Anders als die Protestanten hat der apostolische Stuhl "von Anfang bis Ende der griechischen Erhebung die strenge Neutralität eingehalten". Seit dem II. Vatikanischen Konzil gilt für die Päpste die Devise, der islamische Götze Allah sei der gleiche  wie der christliche Gott, was auch den islamfreundlichen Kurs der Oberen der katholischen Kirche erklärt. [51] 

Ein anderes Beispiel für eine tatkräftige Unterstützung der Griechen bot der bereits erwähnte Friedrich Wilhelm Thiersch, Professor für Altphilologie in München, der als Philhellene mitunter auch seinen Familiennamen zu "Thyrsios" gräzisierte. Zusammen mit dem bayerischen Kronprinzen, dem späteren Ludwig I., war er der wichtigste Initiator des bayerischen Philhellenismus. In der politisch restriktiven Atmosphäre des Vormärz trat er für eine Unterstützung der Griechen ein und forderte die Bildung einer deutschen Legion, die an der Seite der Griechen in den Kampf gegen die barbarischen Türken eintreten sollte. In der Augsburger Allgemeinen Zeitung veröffentlichte er zwischen dem 2. Juni und dem 17. September 1821 die viel beachtete Artikelserie Von der Isar. Darin widersprach Thiersch energisch dem Österreichischen Beobachter, dem Sprachrohr Fürst Klemens von Metternichs (1773–1859), und dessen antigriechischer Haltung. Als Thierschs Plan zur Bildung einer deutschen Legion im Juni 1821 der österreichischen Polizei bekannt wurde, forderte Metternich die deutschen Teilstaaten mit einer scharfen Note auf, sofort "dem revolutionären Spiel des Prof. Thiersch und seinen Konsorten ein Ende zu bereiten, das lächerlich sein würde, wenn es nicht verbrecherisch wäre". Besonders scharf reagierte die preußische Regierung auf Thierschs Plan. Der preußische Außenminister Christian Günther von Bernstorff (1769–1835) wandte sich in einem Zirkular am 15. September an die preußischen Gesandten und sprach sich wie Metternich scharf gegen den Plan zur Gründung einer Philhellenischen Legion aus, wobei er betonte: "Unter den Aposteln der Freiheit hat … keiner so viel Frechheit und eine so große Verkennung seiner Pflichten und Verhältnisse an den Tag gelegt als der Professor Thiersch zu München." Vor allem aber unterstützte auch der bayerische Kronprinz und spätere König Ludwig I. die philhellenische Bewegung mit Wort und Tat. Er las jeden Abend das Evangelium im griechischen Urtext, und sein Arbeitszimmer schmückte ein Büste Homers. Auch bei ihm spielte neben der Liebe zum antiken Hellas die Verbundenheit mit den Griechen im christlichen Glauben eine Rolle. In einem Gedicht des Kronprinzen vom Sommer 1822 heißt es beispielsweise: "Da, wo die Kunst der Menschen blühte, / Des Schönen, Großen Vaterland, / Wo Weisheit wurde dem Gemüte, / Die Wissenschaft einst dem Vaterland. / ...Da, wo die früh'sten Kirchen stehen, / Wo Paulus lehrte Christi Wort, / Da soll das Christentum vergehen, / Vertilget werden jetzt durch Mord!" Ludwig gab Geld, um Gefangene loszukaufen, ermunterte zur Gründung von philhellenischen Vereinen, ließ griechische Kriegswaisen nach München kommen und kümmerte sich um deren Erziehung. Am Tag seiner Thronbesteigung 1825 wandte er sich an die Griechen und versprach ihnen weitere Hilfe: "Jetzt ist die Lyra verstummt, aber das kräftige Wort, / Tönt von dem Könige aus der Fülle des glühenden Herzens, / Daß sich's gestalte zur Tat, Griechen, zu euerem Heil. Zusammen mit Thiersch setzte er sich für die Bildung einer Freiwilligenlegion ein. Griechischen Studenten in München gewährte er Stipendien und verfolgte mit großem Interesse ihre Studien. 1828 stellt er nach dem Vorschlag von Thiersch den Griechen in München die Salvatorkirche zur Verfügung. Schließlich schickte der bayerische König im Juni 1826 eine Abordnung qualifizierter Offiziere und Unteroffiziere unter der Leitung des bewährten Oberstleutnant Carl Wilhelm von Heideck (1788–1861) nach Griechenland. Später, im Jahre 1832, sandte er seinen zweiten Sohn Otto (1815–1867) als König nach Griechenland. Mit ihm kam eine Schar Wissenschaftler, Architekten und Künstler, die entscheidenden Einfluss auf den neugriechischen Staat ausübten. [52] 
 

Lord Byron, Victor Hugo, Alexander Puschkin, Alphonse de Lamartine, Casimir Delavigne, Wilhelm Müller, Rossini, Beethoven, Hector Berlioz, Eugène Delacroix 

Aus der Reihe der europäischen Dichter, welche sich für die Befreiung Griechenlands einsetzten, ragt die Gestalt des George Gordon Noël Lord Byron (1788–1824) hervor. Goethe hielt ihn für "das größte Talent des Jahrhunderts", und auch Alphonse de Lamartine (1790–1869), Shelley, Ugo Foscolo (1778–1827), Alexander Puschkin (1799–1837), Casimir Delavigne (1793–1843) und Victor Hugo gehörten zu seinen Bewunderern. Der griechische Nationaldichter Kostis Palamas (1859–1943) widmete ihm folgende Verse: "Länder beherrschte der Korse / Der Brite aber die Herzen." Schon während seiner Studienzeit hatte sich Byron in die Werke der klassischen griechischen Literatur vertieft. Politisch vertrat er liberale Ansichten und war ein großer Bewunderer Napoleon Bonapartes (1769–1821). Enttäuscht über die politischen Zustände in England unternahm er 1809 bis 1811 eine Reise in den Orient. In Ioannina begann er den ersten Gesang seines Childe Harold's Pilgrimage. Zu dieser Zeit war Byron noch ein romantischer Freund Altgriechenlands, der in seinen Versen von einem freien Griechenland träumte, doch kehrte er später als tatkräftiger Philhellene nach Griechenland zurück. Enttäuscht von der niedergeschlagenen revolutionären Bewegung der Carbonari in Italien suchte Byron damals ein neues Feld der Betätigung. Ermuntert vom Londoner Philhellenenverein trat er die Reise in das  Griechenland an, das sich gegen die osmanische Unterdrückung wehrte, und landete am 3. August 1823 in Argostoli. Am 29. Dezember machte er sich auf den Seeweg nach Mesolongi und organisierte aus eigenen Mitteln eine Kampftruppe von ca. 500 Soulioten. Auch stellte er der damaligen griechischen Regierung große Summen zur Verfügung, um damit eine Flotte zum Angriff auf Lepanto (Naupaktos) zu finanzieren. Doch während seiner militärischen Vorbereitungen erkrankte er am Sumpffieber, dem er am 19. April 1824 erlag. Griechenland empfand Byrons Tod als großen Verlust. Mehrere Denkmäler für den Dichter wurden an verschiedenen Orten Griechenlands errichtet, und ein Stadtteil Athens trägt bis heute seinen Namen. Die Todesnachricht verbreitet sich rasch in Europa, und die griechische Sache trat dadurch wieder in den Vordergrund. "Jetzt erst hatte", wie treffend betont wurde, "der Philhellenismus seinen Märchenhelden, sein Idol, seinen Märtyrer". Aus den Reihen der deutschen philhellenischen Dichter sei neben Hölderlin auch Wilhelm Müller (1794–1827) aus Dessau erwähnt, dessen dichterisches Talent sich im Kontext des griechischen Freiheitskampfes voll entfalten konnte. Müllers Muse wurde in Anbetracht der bedrückten politischen Atmosphäre zur "Megära", um mit ihrer Geißel "das Haupt der Pharisäer", den Wortführer der Heiligen Allianz, Metternich, zu schlagen. Der Philhellenismus Wilhelm Müllers wurzelte in seinem Neuhumanismus, in der Romantik, aber vor allem in seiner liberalen politischen Gesinnung. Im Besingen der griechischen Freiheit sah er die beste Möglichkeit, der damaligen deutschen Sehnsucht nach eigener Freiheit Ausdruck zu verleihen. [53] 

Die europäische philhellenische Stimmung, die sich in unzähligen literarischen und künstlerischen Erzeugnissen niederschlug, erfasste auch den Bereich der Musik: In der Form von Walzern, Opern und Singspielen wurde der heroische Freiheitskampf der Hellenen künstlerisch verarbeitet. So spielte Gioachino Antonio Rossinis (1792–1868) Die Belagerung von Korinth (1826) allegorisch auf die Belagerung und Zerstörung von Mesolongi an. In La Révolution grecque. Scène héroïque wiederum, einer Oper von Hector Berlioz (1803–1869), die im Jahr 1828 uraufgeführt wurde, avancierte der Befreiungskampf der Griechen zu einer edel-erhabenen Revolution. Ein philhellenischer Grundton durchwehte auch das Festspiel von Ludwig van Beethoven (1770–1827) Die Ruinen von Athen (op. 113, uraufgeführt im Jahr 1812), das auf einer literarischen Vorlage von August von Kotzebue (1761–1819) basiert. Die wichtigste Form philhellenischer Aktivität war zweifellos die Gründung von philhellenischen Vereinen, die durch Spenden und Sammelaktionen das nötige Geld zur Realisierung der verschiedenen Formen der Griechenhilfe zusammenbringen konnten. Kurz nach den Appellen Wilhelm Krugs erfolgte die erste Gründung eines philhellenischen Vereins in Stuttgart im August 1821. Einen Monat später wurde in Darmstadt ein Griechenverein ins Leben gerufen. Bis Ende 1821 entstanden mehrere philhellenische Vereine in Südwestdeutschland und der Schweiz. Von besonderer Bedeutung für die Koordination der Griechenhilfe war im November 1821 die Gründung des philhellenischen Vereins in Zürich mit dem Namen "Zürcherischer Hülfsverein für die Griechen". Kurz darauf entstanden viele weitere philhellenische Vereine in der Schweiz sowie in Deutschland. In England hatte die philhellenische Bewegung zunächst privaten Charakter. Aber nach dem Massaker von Chios wurden die Philhellenen aktiver und gründeten 1823 in London das "Greek Committee". In Frankreich entstand zunächst ein philanthroper Verein mit dem Namen "Société de la Morale Chrétienne", dessen Aufgabe es war, humanitäre Hilfe für die Griechen zu leisten. 1824 wiederum erfolgte die Gründung des französischen philhellenischen Vereins "Société philanthropique en faveur des Grecs". Zu dessen Aktivitäten gehörte die unmittelbare praktische Hilfe für die aufständischen Griechen. Philhellenische Vereine wurden während des griechischen Befreiungskampfes 1821–1827 auch in anderen europäischen Ländern gegründet, wie z.B. in Italien, Belgien, Schweden, Holland, Spanien, Russland usw. Von besonderer Bedeutung für die amerikanische philhellenische Bewegung war die Proklamation des Präsidenten James Monroe (1758–1831) im Jahr 1823, der den Befreiungskampf der Griechen offiziell begrüßte. Daraufhin erfolgte die Gründung von philhellenischen Vereinen in Boston, New York, Philadelphia und anderenorts. All diese Vereine veranstalteten verschiedene Aktionen zur Unterstützung des griechischen Befreiungskampfes. Sie finanzierten die Lieferung von Waffen und Kriegsmaterial, Lebensmitteln, Kleidung und sonstiger Hilfe nach Griechenland. Es wurden Kunstausstellungen organisiert; Lithographien mit wichtigen Ereignissen des griechischen Befreiungskampfes wurden massenweise gedruckt und zu Gunsten der Griechen verkauft; Kosmetikartikel wurden mit griechischen Themen dekoriert; griechische Fahnen wurden für die aufständischen Griechen hergestellt und nach Griechenland verschickt. Es gab viele philhellenische Basare, bei denen Tischsets, Weinflaschen, Blumenvasen, Stickereien, Fächer, Tischuhren, Tintenfässer und Schmuckkästchen verkauft wurden, die Abbildungen von sterbenden Kriegern oder von barbarischen Türken verfolgter griechischer Jungfrauen trugen. Ein deutscher Konditor verkaufte sogar Kuchen mit einer Dekoration aus philhellenischen Liedern. Schließlich wurde der Freiheitskampf der Griechen auch zu einer beliebten Quelle der Inspiration für bildende Künstler wie z.B. Eugène Delacroix (1798–1863), Horace Emile Jean Vernet (1789–1863), Jacques-Louis David (1748–1825), Antoine-Jean Gros (1771–1835) u.a. und Dichter wie Delavigne, Pierre-Jean de Beranger (1780–1857) und Victor Hugo. Die wichtigste Aktivität der Philhellenenvereine war jedoch die Unterstützung von Freiwilligen, die an der Seite der Hellenen kämpfen sollten. Trotz der kritischen Haltung der europäischen Regierungen waren nach dem Ausbruch des griechischen Befreiungskampfes viele Europäer bereit, selbst nach Griechenland zu fahren, um am Kampf teilzunehmen. Es waren jungen Studenten, Idealisten liberaler Gesinnung, die mit den politischen Zuständen ihrer Länder unzufrieden waren; Offiziere, die nach den Napoleonischen Kriegen ein neues Feld der Betätigung suchten, aber auch Abenteurer, Gescheiterte und Verfolgte. Daher war diese Hilfsaktion nicht unumstritten. Die meisten Freiwilligen kamen in den ersten Jahren des griechischen Aufstandes (Oktober 1821 bis November 1822) nach Griechenland. Mit der Unterstützung der deutschen und schweizerischen Griechenvereine fanden neun Expeditionen von Freiwilligen nach Griechenland statt. Besondere Beachtung verdient der erwähnte Plan zur Gründung einer deutschen Legion von Professor Thiersch. Um diese Idee zu verwirklichen, setzte er sich mit griechischen Patrioten wie z.B. Theocharis Kephalas in Verbindung. Die daraufhin zusammengestellte deutsche Legion umfasste schließlich etwa 130 Männer, die allerdings entgegen der strikten Anweisung Thierschs nicht militärisch geschult waren. Sie erreichte Griechenland im November 1822. Es war die neunte und letzte Expedition im angegebenen Zeitraum. Trotz großer Erwartungen hat diese Expedition allerdings nicht ihr Ziel erreicht und wurde wenige Wochen nach der Ankunft in Griechenland aufgelöst. Außer den Expeditionen von Freiwilligen unterstützten die philhellenischen Vereine auch griechische Flüchtlinge, die nach Europa und Russland kamen. So retteten sich beispielsweise Reste der Truppe Alexander Ypsilantis über Russland in die Schweiz, um – unterstützt von den dortigen Philhellenen – über Marseille wieder an die griechische Front zu fahren. Andere Griechen wiederum flüchteten vor den Kriegswirren nach Ancona. Ihnen wurde nicht von philhellenisch organisierten Vereinen geholfen, sondern von offiziellen Stellen des Kirchenstaates. Eine weitere große Zahl griechischer Flüchtlinge, ca. 52.000, erreichte Odessa und Bessarabien. Sie kamen aus Konstantinopel und den Donauprovinzen. Auch ihnen wurde von offiziellen staatlichen und kirchlichen Stellen geholfen. Komitees zur Unterstützung von Flüchtlingen wurden in Triest, Ancona, Livorno, Odessa, Marseille, Malta, Amsterdam und Wien gegründet. Durch die bereits erwähnte französische philanthrope Vereinigung "Société de la Morale Chrétienne" wurde im März 1823 ein Unterverein zur Unterstützung griechischer Flüchtlinge unter dem Namen "Comité en faveur des Grecs réfugiés en France" gegründet. Die philhellenische Bewegung hat mit ihren Aktionen die Einstellung Europas und anderer Länder zu Gunsten der Griechen beeinflusst. Sie hat die Begeisterung für die philhellenische Sache entfacht und am Leben gehalten und in gewisser Weise damit 1827 die Kampfhandlungen von Navarino, wo 1827 die entscheidende Schlacht des griechischen Unabhängigkeitskrieges stattfand, begünstigt. "Navarino ist", wie betont wurde, "ein Triumph des Philhellenismus, ein Sieg der Völker über die Politiker". Wenn sie auch nicht die ausschließliche Ursache war, so hat die philhellenische Bewegung doch viel zum Erfolg des griechischen Aufstandes beigetragen. [54] 
 

Bayerischer "Staatsphilhellenismus" 

Mit den auf den Londoner Konferenzen 1827–1832 ausgehandelten Bedingungen zur Errichtung der neugriechischen Staatlichkeit unter der Ägide der bayerischen Wittelsbacher (1833–1862) trat der europäische Philhellenismus in ein neues Stadium ein – diesmal als eine Art "Staatsphilhellenismus" im Regierungsauftrag. Der bayerischen Regentschaft unter Otto I. wurde nicht nur die staatspolitische Aufgabe anvertraut, nach den Wirren von Krieg und Bürgerkrieg ein stabiles Führungs- und Herrschaftssystem durchzusetzen. Die Regierung Ottos musste darüber hinaus eine umfassende, d.h. am westeuropäischen Kulturniveau orientierte, von den Entwicklungshilfeleistung des Bayerischen Staates getragene und die europäische Integration ermöglichende "Regeneration" eines durch die osmanischen Türken beraubten und verarmten und rückständigen Landes einleiten. Der Regentschaft, die bis zur Thronbesteigung Ottos (1835) über die Staatsgeschäfte waltete, gehörten der Staatsrat und Staatsminister Joseph Ludwig Graf von Armansperg (1787–1853), der Staats- und Reichsrat und Professor des französischen Rechts Georg Ludwig von Maurer (1790–1872) und der Generalmajor Karl Friedrich von Heideck (1788–1861) an. Obwohl der Regentschaft Ansätze eines zentralistisch funktionierenden Staatsapparats gelangen, war dem bayerischen Entwicklungsprojekt des griechischen "nation-building" kein durchschlagender Erfolg beschieden. Sowohl der etatistische Modernisierungsansatz der bayerischen Staatsbürokratie als auch der anti-republikanische Monarchismus der Regierung Ottos machten die philhellenisch motivierten Modernisierer beim griechischen Volk nicht gerade beliebt. Nachdem im Jahr 1843 Otto gezwungen wurde, einen verfassungsgebenden Nationalkongress einzuräumen, dankte er 1862 endgültig ab. Dank des glühenden Philhellenismus von Ludwig I., König von Bayern, ging mit der Bestimmung Athens zur Haupt- und Residenzstadt des neuen griechischen Staates eine rege Tätigkeit zur baulich-architektonischen Neugründung der Stadt einher. Während des ersten Jahrzehnts der Regierungszeit Ottos wurden mehrere Pläne für Neu-Athen entworfen: Einige wurden teilweise berücksichtigt, andere blieben zeichnerische Vorschläge ohne Folgen. Leo von Klenze (1784–1864), königlicher Baurat und von Ludwig I. nach Athen geschickt, war ein romantischer Klassizist und trug wesentlich dazu bei, dass die Akropolis von allen nachantiken Resten gesäubert und die Restaurierung der Bauten in Angriff genommen wurde. Klenze überarbeitete die ursprünglichen Stadtplanentwürfe und fertigte eine Reihe von Plänen für öffentliche Gebäude an. Erfolgreicher in der Realisierung architektonischer Bauten war Friedrich von Gärtner (1792–1847): Nach seinen Plänen wurde die königliche Residenz in Athen, das heutige Parlamentsgebäude, errichtet. Die Architekten und Schinkel-Schüler Stamatis Kleanthis (1802–1862) und Eduard Schaubert (1804–1860) fertigten die ersten Entwürfe für die neuen Städte Athen und Piräus an. Zusammen mit dem Archäologen Ludwig Ross (1806–1859) und dem Architekten Hans Christian Hansen (1803–1883) führte Schaubert die Arbeiten zum Wiederaufbau des Niketempels auf der Akropolis aus. Der Hauptvertreter des deutschen Klassizismus, Karl Friedrich Schinkel (1781–1841), besuchte selbst zwar die neugründete hellenische Hauptstadt nicht, er entwarf aber den Plan für den Bau eines Königsschlosses auf der Akropolis. Da dies jedoch die vollkommene Veränderung der Physiognomie des Burgbergs bedeutet hätte, wurde der Plan von Klenze verworfen. Der bayerische Philhellenismus wirkte sich umgekehrt auch auf das Stadtbild Münchens aus, so wurde der Königsplatz von Karl von Fischer (1782–1820) nach dem Vorbild der Akropolis entworfen. [55] 

Die europäische Griechenlandbegeisterung samt klassizistischen Idealisierungen blieb jedoch nicht unwidersprochen. Pikanterweise ging der Angriff auf das wunsch-, projektions- und sehnsuchtsgeladene Griechenlandbild von einem Mann aus, der nicht der restaurativen Ära der Metternich-Reaktion entstammte, sondern aktiv an der Revolution von 1848 mitwirkte und dafür mit dem Verlust seiner Professur an der Universität München bestraft wurde: Jakob Philipp Fallmerayer (1790–1861). Von der These ausgehend, dass die Epochen der Weltgeschichte durch Rassen bestimmt sind, sah er den nationalen Charakter der Neugriechen nicht in der sprachlichen Identität begründet, sondern in ihrer Zugehörigkeit zur slawischen Rasse. So behauptete er, dass auf Grund der Slaweneinwanderung des 6. und 7. Jahrhunderts sowie durch die Ausbreitung der Albaner die Kontinuität der griechischen Rasse höchst zweifelhaft sei. Die Kampfansage Fallmerayers gegen die nationale Identität der Neugriechen provozierte eine Reihe von Widerlegungen und Entgegnungen. Alle Gedanken, die die westeuropäischen Philhellenen gegen seine Thesen und für eine kulturhistorische nationale Kontinuität zwischen Alten und Neuen Griechen vorbrachten, wurden von der griechischen Historiographie des 19. Jahrhunderts übernommen und bilden seitdem Hauptbestandteile des griechischen Staats- und  Gesellschaftsverständnisses. [56] 

Bekannte Philhellenen, die z.Teil auch am griechischen Aufstand von 1821 teilnahmen, Nationales Historisches Museum von Athen, Griechenland:

Franz von Baader, Vorsitzender der Philomusen in München
Lord Byron
Richard Church
Edward Codrington
Louis Dupré
Jean Gabriel Eynard
Charles Nicolas Fabvier
Adam Friedel, dänischer Abenteurer und Porträtzeichner
Louis André Gosse, Schweizer Arzt aus Genf (18. Juni 1791 – 24. Oktober 1873), Ehrenbürger von Athen und Kalavryta
Johann Wolfgang von Goethe
Friedrich Schiller
Frank Abney Hastings, britischer Kapitän
Karl Wilhelm von Heideck
Friedrich Hölderlin
Wilhelm Heinse
Samuel Gridley Howe
Adalbert von Chamisso
Victor Hugo
Eugène Delacroix
Wilhelm von Humboldt
Ernst Michael Mangel
Johann Jakob Meyer, Herausgeber der ersten griechischen Zeitung
Wilhelm Müller, Dichter
Alfred de Musset
Karl von Normann-Ehrenfels, württembergischer Generalmajor
François Pouqueville
Alexander Puschkin
August Ludwig Reyscher
Albert Schott
Marie Espérance von Schwartz, Schriftstellerin
Percy Bysshe Shelley
Friedrich Wilhelm von Thiersch
Daniel Jeanne Wyttenbach
Ludwig I.

Griechenlands Befreiung vom Türkenjoche

Jetzt oder nie! ... Des Schicksals Würfel liegen;
Jetzt gilt es, sterben oder siegen;
Euch ruft das Vaterland.
Ergreift die Waffen, Söhne der Hellenen!
Ein schöner Sieg wird eure Taten krönen,
Des Nachruhms Unterpfand.

Jetzt oder nie ... zerbrecht die Sklavenketten!
Setzt alles dran die Freiheit euch zu retten,
des Lebens höchstes Gut.
Hoch aufgelodert sind der Rache Flammen,
Sie schlagen über Mah'meds Thron zusammen,
Löscht sie mit Türkenblut.

Auf Stambuls Wälle pflanzt das Glaubenszeichen!
Der Halbmond muss dem Kreuze weichen,
Dem Griechen der Barbar.
Und wären ihrer auch wie Sand am Meere,
Euch bleibt der Sieg, Gott ist mit eurem Heere,
Drum mutig, tapfre Schaar!

Stich und Gedicht dieses fliegenden Blattes (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg) werden dem Dichter und Maler Harro Paul Harring zugeschrieben, der 1822 als Freiwilliger in Griechenland war. Seine Memoiren erschienen 1828 mit dem Anagramm seines Namens Rhongar Jarr unter dem Titel Fahrten eines Friesen in Dänemark, Deutschland, Ungarn, Holland, Frankreich, Griechenland und der Schweiz und wurden als Tragikomische Abenteuer eines Philhellenen 1923 nochmals herausgegeben.
 

Genius Griechenlands

Die Freiheit wurde zuerst in Griechenland begründet und musste gegen die Perser und später die Türken verteidigt werden: "Dir sang in der Wiege den Weihgesang / Im blutenden Panzer die ernste Gefahr / Zu gerechtem Siege reichte den Stahl / Die heilige Freiheit dir." Griechenland stand unter göttlichem Schutz; das Christentum vorwegnehmend wurde es auf Liebe begründet: "Im Angesichte der Götter / Beschloss dein Mund / Auf Liebe dein Reich zu gründen." Von den Persern hat sich Griechenland befreit und später von den Türken ebenfalls, auch wenn Teile Griechenlands noch von den barbarischen Türken besetzt werden, wie die Hagia Sophia in Konstantinopel, die immer noch nicht in ein christliche Kirche zurückverwandelt wurde, d.h. die islamischen Schmierereien an Wänden wurden ebenso noch nicht entfernt wie die das Gebäude verschandelnden Minarette: "Wie jammertest, hohe Gefallene, du / Im Blute der Kinder!" Die Lüge, die die Türken in Griechenland mit ihrer islamischen Lehre verbreitet haben wird dennoch der Wahrheit und Weisheit weichen: "Stolzer Lüge Fluch und Untergang, / Ruhm der Weisheit unbefleckter Fahne, / Den Gerechten Ruhm und Siegsgesang! / ... Ha, der Lüge Quell – wie tot und trübe! / Kräftig ist der Weisheit Quell und süß! / Geister! Brüder! dieser Quell ist Liebe, / Ihn umgrünt der Freuden Paradies." [57] 

Heute kann man mit Hölderlin fast sagen: "Siehe, Stolz und Hader ist vernichtet, / Trug ist nun und blinde Lüge stumm, / Streng ist Licht und Finsternis gesichtet, / Rein der Wahrheit stilles Heiligtum." Denkt man zurück an Griechenland unter dem Türkenjoch, so muss es eine "bange Wüste" gewesen sein, wie es in islamischen Ländern noch heute der Fall ist: "Attika, die Riesin, ist gefallen, / Wo die alten Göttersöhne ruh'n, / Im Ruin gestürzter Marmorhallen / Brütet ew'ge Todesstille nun; / Lächelnd steigt der süße Frühling nieder, / Doch er findet seine Brüder nie / In Ilissus heil'gem Tale wieder, / Ewig deckt die bange Wüste sie." [58] 

Wo liegt nach Hölderlin die Würzel allen Übels? Darin, dass die Dreieinigkeit nicht erkannt wird. Denn wäre sie von den Persern und Türken erkannt worden, der Freiheitskampf der Griechen wäre überflüssig gewesen. Es besteht aber weiterhin die Sucht der Moslems bzw. Türken, dass statt der göttlichen Dreieinigkeit nur der Götze Allah angebetet wird: "Einig zu sein, ist göttlich und gut; woher ist die Sucht denn / Unter den Menschen, dass nur einer und eines nur sei?" [59] 

Die Griechen hatten schon die Perser erfolgreich in der Schlacht von Salamis geschlagen und haben damit Europa gegründet, was Hölderlin in seinem Gedicht "Archipelagus" besingt: "Denn des Genius Feind, der vielgebietende Perse, / Jahrlang zählt' er sie schon, der Waffen Menge, der Knechte, / Spottend des griechischen Lands und seiner wenigen Inseln, / Und sie deuchten dem Herrscher ein Spiel und noch, wie ein Traum, war / Ihm das innige Volk, vom Göttergeiste gerüstet. / Leicht aus spricht er das Wort und schnell, wie der flammende Bergquell, / Wenn er furchtbar umher vom gärenden Ätna gegossen, / Städte begräbt in der purpurnen Flut und blühende Gärten, / Bis der brennende Strom im heiligen Meere sich kühlet, / So mit dem Könige nun, versengend, städteverwüstend, / Stürzt von Ekbatana daher sein prächtig Getümmel; / Weh! und Athene, die herrliche, fällt; wohl schauen und ringen / Vom Gebirg, wo das Wild ihr Geschrei hört, fliehende Greise / Nach den Wohnungen dort zurück und den rauchenden Tempeln, / Aber es weckt der Söhne Gebet die heilige Asche / Nun nicht mehr, im Tal ist der Tod, und die Wolke des Brandes / Schwindet am Himmel dahin, und weiter im Lande zu ernten, / Zieht, vom Frevel erhitzt, mit der Beute der Perse vorüber. / Aber an Salamis Ufern, o Tag an Salamis Ufern!..." [60]

Von den Türken wurde die Dreieinigkeit ebenfalls nicht erkannt, weshalb sie die eroberten Länder verpesteten und in Wüste verwandelten. Die Griechen zusammen mit den Philhelenen haben zwar die islamischen Türken wieder aus dem Land geworfen, allerdings blieb Konstantinopel und die kleinasiatische Küste bis heute "verpestet". Überall verbreiteten die Türken "der Lüge Quell – wie tot und trübe!". Erst wurden Frauen und Kinder in Griechenland abgeschlachtet (Massaker von Chios), später weitere Christen wie die Armenier und andere inzwischen zur Minderheit gewordene Volksgruppen: „Die Menschen, die im Dorf geblieben waren, wurden von Soldaten weggeführt, aus der Ferne sah ich einen langen, schwarzen Menschenzug. Später hörte man Schreie und Maschinengewehre, auch Flugzeuge waren in der Luft. Das Schreien, die Maschinengewehrsalven, das Brummen der Flugzeugmotoren ergab ein fürchterliches Gemisch.“ 1915, 1937 und 1938 gab es Millionen Opfer der "erbarmungslosen Turkisierungspolitik, wie sie von Republikgründer und Staatspräsident Mustafa Kemal Atatürk formuliert worden war. Ziel war ein möglichst homogener türkischer Nationalstaat nach sunnitischer Prägung. Aufstände in den Kurdengebieten schlug die türkische Armee nieder; schon in den frühen zwanziger Jahren hatte mit Griechenland ein Bevölkerungsaustausch stattgefunden... Die Leute in Dersim dachten, sie würden befreit von der osmanischen Unterdrückung, aber dann kamen die ersten Gerüchte auf, weil türkische Truppen in großer Zahl zusammengezogen wurden.“ Anlässlich der Parlamentseröffnung 1936 hatte Schlächter und Kriegsverbrecher Atatürk die „DersimFrage“ als das wichtigste innenpolitische Problem des Landes bezeichnet: „Um diese Wunde, diesen furchtbaren Eiter in unserem Inneren samt der Wurzel anzupacken und zu säubern, müssen wir alles unternehmen – egal, was es koste.“ Dersim sollte sich assimilieren oder aufhören zu existieren. Schon 1934 war ein Deportationsgesetz und 1936 dann das TunceliGesetz in Kraft getreten. Tunceli heißt „bronzene Hand“. In Wirklichkeit griff die Staatsmacht mit eiserner Hand durch. In der Region herrschte ein Militärgouverneur nach Ausnahmerecht. Zudem wurde Dersim nach der Straf und Unterwerfungsaktion umbenannt: Tunceli. Ähnlich ist man zuvor mit christlichen Dörfern und Städten umgegangen. In der Türkei blieben diese Massaker bis heute ein Tabu. In der islamisierten Türkei werden die vertriebenen Christen und Minderheiten wie die Aleviten als Staatsfeinde beschuldigt und womöglich sogar wegen "Beleidigung des Türkentums" inhaftiert. Ein Zeitzeuge berichtet, "dass die Leute in den Nachbardörfern von Soldaten umgebracht worden waren. Von ihrem Versteck aus mussten er und seine Brüder ohnmächtig mit anschauen, wie ihre Mutter, ihr Vater, ihre Oma, zwei Schwestern und eine ein Jahr alte Nichte niedergemetzelt wurden. Ein Mädchen wurde vor der Erschießung noch vergewaltigt – denn als Jungfrau wäre sie ja ins Paradies gekommen.“ Anfang Dezember 2019 strahlte das ARDKulturmagazin „Titel, Thesen, Temperamente“ einen Beitrag über das „vergessene Massaker“ aus. Auch die Rolle Atatürks wurde kritisch beleuchtet. „Er galt – und gilt – vielen als Lichtgestalt, die nicht beschmutzt werden darf, ein Säulenheiliger“, hieß es in dem Fernsehbeitrag. In dem Beitrag war über einen bemerkenswerten Fund im türkischen Staatsarchiv berichtet worden. "Aus dem Dokument geht hervor, dass die türkische Regierung nach Geheimverhandlungen mit dem „Dritten Reich“ 1937 zwanzig Tonnen Giftgas in Deutschland zu bestellen versuchte. Das Geschäft sei diskret über die türkische Botschaft in Berlin abzuwickeln, heißt es in dem Erlass, der nicht nur von sämtlichen türkischen Ministern, sondern – an erster Stelle – von Staatspräsident Atatürk unterzeichnet ist." Ein Politikwissenschaftler und TürkeiFachmann ist unter anderem als Lehrbeauftragter an der Universität DuisburgEssen tätig. Schon lange forscht und publiziert er auch zum Thema türkische Minderheitenpolitik. Dass Atatürk nichts von den Geschehnissen in Dersim gewusst habe, sei eine „weitverbreitete türkische Legende und boshafte Geschichtsfälschung“. Tatsächlich aber sei das Massaker unter seiner Führung von langer Hand in mehreren Schritten geplant worden." Zudem wies er darauf hin, dass auch Sabiha Gökcen, die Adoptivtochter Atatürks und erste Kampfpilotin der Welt, an den Bombardements in der Region beteiligt war. Man muss die historischen Fakten und die Schattenseiten der Türkei kennen, dann wird klar, dass die Kriegsverbrecher wie Enver Pascha, Kemal Pascha (Atatürk) und der heutige Präsident Erdogan nichts geleistet haben ausser "der Lüge Quell" zu verbreiten. [61] 

Also alles lediglich akademische Selbstverständlichkeiten, zumindest an nicht-türkischen Universitäten. In Deutschland gibt es sogar ein "Institut für Turkistik", das sich mit den Kriegsverbrechen der Türken seit der Staatsgrundung auseinandersetzt. Auch an anderen Universitäten kommt man mehr und mehr zur Einsicht, dass "der Weisheit Quell" nicht in islamischen Ländern fließen kann, denn dort ist - wie das Beispiel Türkei zeigt - an Koranschulen und höheren Koranschulen (Universitäten) nur "der Lüge Quell" zu finden. Aufgabe der Koranschulen und Ditib-Moscheen ist die Geschichtsklitterung. "Die Leugnung und Verdrängung der dunkelsten Seiten der türkischen Geschichte nicht nur bei den Kemalisten, sondern auch beim ErdoganRegime" ist integraler Teil der Staatsdoktrin. Ihre Wirkmächtigkeit habe sich auch jüngst bei der Erklärung gezeigt, mit der (mit Ausnahme der prokurdischen HDP) alle Parteien im Parlament die Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern durch den amerikanischen Senat verurteilten. Die Geschichte der Türkei ist nichts anderes als die Geschichte von Räubern und Kriegsverbrechern, die Christen (Byzantiner, Griechen, Armenier) abgschlachtet und ihre Kirchen zerstört bzw. in Moscheen verwandelt haben. [62] 

Im Gegensatz zum Genius Griechenlands steht zur Zeit der Genius Merkel-Deutschlands: "der Lüge Quell" (Hölderlin) soll in Deutschland etabliert werden. Über 2500 Moscheen gibt es schon allein in Deutschland, in der Regel geführt von "frommen" Muslimen. Was heißt das? Schon Augustinus und Johannes Damaszenus hatten sich zur schlechten Lehre der Sarazenen, der heutigen Muslims, geäußert: "Bei einer guten Lehre aber ist es also: wer sie hört und sie erfüllt, der ist selber gut, schlecht aber ist, wer sie zwar hört, aber nicht erfüllt; wer aber eine schlechte Lehre für wahr hält, der ist, auch wenn er ihr nicht gehorcht, selber schlecht; und noch schlechter ist, wer sie auch noch befolgt." (Augustinus) Merkel-Deutschland und einige verdorbene Bischöfe arbeiten mit sogenannten "frommen" Muslimen zusammen, also mit denen, die "eine schlechte Lehre für wahr" halten und dadurch selber schlecht, bzw. besonders schlecht sind, weil sie die falsche Lehre des Islams auch noch befolgen. Merkel-Deutschland hatte lange geschlafen. "Die Ditib, der rund 900 Moscheegemeinden in Deutschland angehören, war viele Jahre lang ein bewährter und angesehener Kooperationspartner für Bund und Länder. Doch vor einigen Jahren begann das Misstrauen der deutschen Politik gegen die Ditib immer schneller zu wachsen. Bei der Ditib handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der türkischen
Religionsbehörde Diyanet, die wiederum dem türkischen Präsidenten unmittelbar untersteht. Die Ditib lässt sich also auch als politisches Instrument einsetzen. Und das geschah zuletzt immer unverblümter. Den Tiefpunkt markierte die Spitzelaffäre: Im Herbst 2016 war bekanntgeworden, dass mehr als ein Dutzend der vom türkischen Staat bezahlten Imame in Deutschland Informationen über angebliche oder tatsächliche Anhänger der Gülen-Bewegung nach Ankara geliefert hatten. Die Bundesländer reduzierten daraufhin ihre Zusammenarbeit etwa beim Thema Religionsunterricht oder bei der Anti-Extremismus-Arbeit mit der Ditib drastisch oder stellten sie komplett ein." Dennoch soll die schlechte Lehre weiter verbreitet werden: Im nordrhein-westfälischen Dahlem hat die Ditib jetzt damit begonnen, die ersten 22 islamischen "Theologen" zu "islamischen Religionsbeauftragten" fortzubilden. Alle sind in Deutschland geboren und aufgewachsen, aber nur zwei von ihnen haben ihren Bachelor in Deutschland gemacht, zwanzig haben diesen Abschluss an höheren Koranschulen (Universitäten) in der Türkei erworben. Vier der Teilnehmer sind aktuell in  Masterstudiengängen unter anderem an der Universität Münster eingeschrieben. "In einer ehemaligen Jugendherberge in Dahlem lernen die zwölf Frauen und zehn Männer in über zwei Jahre verteilten Blockseminaren vom richtigen Koran-Rezitieren über das Predigen bis hin zum rituellen Waschen von Leichnamen alles, was sie für die theologisch-praktische Arbeit in einer Moscheegemeinde beherrschen müssen. Bisher sind alle der rund 1000 in Deutschland tätigen Ditib-Imame von der Türkei entsandt." Ob sie in Deutschland ausgebildet werden oder nicht ändert nichts an der Tatsache, dass der Islam und "fromme" Muslime "eine schlechte Lehre für wahr" halten. [63] 

Mit dem Genius Griechenlands unvereinbar sind auch türkische Koranschulen in Deutschland, wie die Gülen-Schulen, zu denen nun die Erdogan-Schulen hinzukommen sollen. "Die Türkei verhandelt mit dem Auswärtigen Amt über die Gründung dreier Schulen in Berlin, Köln und Frankfurt am Main." Wie dreist die Türken schon geworden sind, zeigt sich daran, dass deutsche Schulen, die im Gegensatz zu türkischen Koranschulen nahzu der einzige Ort in der Türkei ist, wo Schüler ausserhalb "der Lüge Quell" lernen können, geschlossen wurden. "Im Juni 2018 hatten türkische Behörden die Deutsche Schule in Izmir geschlossen und den unangekündigten Schritt damit begründet, dass es keine rechtliche Grundlage für die Schule gebe. Durch die Schließung hat die Türkei enormen Druck aufgebaut; dass weitere deutsche Auslandsschulen in dem Land geschlossen werden." Türkische Schulen sollen dann sogar "zu einem Großteil mit
öffentlichen Geldern finanziert" werden. "Diese Schulen dürfen ihr Personal selbst auswählen, unterstehen aber wie alle staatlichen Schulen der Schulaufsicht des jeweiligen Landes. Gelehrt wird nach den Lehrplänen des Sitzlandes." Die Türkei kümmert sich natürlich darum, dass die türkischen Schulen in Deutschland "zum Einfallstor für die Ideologie von Präsident Recep Tayyip Erdogan" und die Irrlehre des Islams werden. An türkischen Schulen in Deutschland ist also im Gegensatz zur Meinung vieler islamfreundlicher Journalisten, an sich sehr viel auszusetzen. Und das hat nicht nur mit dem "Ableger der türkischen Religionsbehörde Diyanet in Deutschland zu tun, deren Imame türkischstämmige Muslime ausspioniert haben und in deren Moscheen der Krieg der türkischen Armee in Syrien verherrlicht wird." [64] 

Türkische Koranschulen in Griechenland oder Europa wäre wohl das Letzte, was Hölderlin sich vorstellen könnte, weil es Gift wäre für die "keimende Seele": "Denn voll göttlichen Sinns ist alles Leben geworden, / Und vollendend, wie sonst, erscheinst du wieder den Kindern / Überall, o Natur! und, wie vom Quellengebirg, rinnt / Segen von da und dort in die keimende Seele dem Volke. / Dann, dann, o ihr Freuden Athens! ihr Taten in Sparta! / Köstliche Frühlingszeit im Griechenlande!" Wie will die Türkei "gemeinsamen Geistes Gedanken" mit europäischen Ländern haben, wenn sie weiter an der Lüge festhält? "Hinwandeln zwischen Himmel und Erd und unter den Völkern / Des gemeinsamen Geistes Gedanken sind, / Still endend in der Seele des Dichters" [65] 

Hatte sich doch das osmanische Reich wie ein "böser Geist" über Griechenland und Osteuropa gelegt, jede Entwicklung verhindert und "Die Sonne Christi" verdunkelt: "Seit nämlich böser Geist sich / Bemächtiget des glücklichen Altertums, unendlich, / Langher währt Eines, gesangsfeind, klanglos, das / In Maßen vergeht, des Sinnes Gewaltsames." [66] 
 
 

Hölderlin und Hegel; Fichte-Vorlesungen; moderne Literatur, Kunst und Philosophie; Chronik zum 250. Geburtstag Friedrich Hölderlins 2020

Die Geschichte der Freundschaft zwischen Hölderlin und Hegel, so wie sie zumeist erzählt wird, steht im Zeichen vieler Gegensätze. Der dichterischste aller Dichter und der philosophischste aller Philosophen. Der ständig auf Wanderschaft begriffene Poet und der auf urbane Sesshaftigkeit sowie ruhige Arbeitsumstände bedachte Denker. "Hölderlin erscheint als die Verkörperung der Jugend, deren Genius er in seinen Gedichten lobt. Hegel nannten seine Freunde, schon als er zwanzig war, den „alten Mann“. Hölderlin war von früh an eigentlich ständig verliebt, hat als Hauslehrer erst in Thüringen ein uneheliches Kind mit der Gesellschafterin seiner Dienstherrin, um dann in Frankfurt mit sechsundzwanzig die sein Schicksal bestimmende Liebe zur nächsten Dienstherrin zu durchleben. Auch Hegel wird ein uneheliches Kind haben, aber erst mit siebenunddreißig und von seiner Vermieterin, die er mit dem Kind in Jena zurücklässt. Mit vierzig beschließt er dann, es sei nun wohl Zeit zu heiraten. Als 1798 Hölderlins Roman „Hyperion“ erschien, hatte Hegel noch nichts publiziert als eine anonym herausgekommene Übersetzung von Briefen über die politischen Verhältnisse im Waadtland, und es wird weitere neun Jahre dauern bis zu seinem ersten Buch. Er veröffentlicht es just in dem Moment, in dem Hölderlin verstummt. In seinem gesamten weiteren Werk wird der Name Hölderlins nicht vorkommen. Von Hölderlins Gedichten wiederum ist nicht eines Hegel gewidmet, und Hölderlin war durchaus ein sehr widmender Dichter." [67] 

Es war aber durchaus etwas Gemeinsames, was sie etwa zwölf Jahre lang aneinander band. Hölderlin und Hegel lernten sich als Jugendliche unter ebenso bedrückenden wie zum gedanklichen Austausch drängenden Umständen kennen. Von 1788 an waren sie Insassen des Tübinger Stifts, einer Art von protestantischem Bildungskloster als Teil der dortigen Universität. Hier sollten sie zu einem Beruf ausgebildet werden, den beide, wenn nicht an sich, so doch für sich ablehnten: Pfarrer. Weil Pastoren damals nicht nur als Seelsorger verstanden wurden, sondern als Instanz der öffentlichen Verbreitung von Gesinnungen, die dem Staatswohl im Herzogtum Württemberg frommten, war ihre Ausbildung streng reguliert. So empfanden sie sich nicht nur räumlich und durch einen strikten Stundenplan eingepfercht, sondern auch geistig: "Gepredigt wurde ihnen vor allem die sogenannte Tübinger Orthodoxie, eine raffinierte Lehre, wonach so gut wie alles, was man wissen, vor allem aber tun muss, biblisch unter der Voraussetzung ableitbar ist, dass Tugend zu einem Anspruch auf ein ewiges Leben führt. Das wurde den Stiftlern sogar als Folgerung aus der Moral- und Religionsphilosophie Immanuel Kants verkauft. Doch erstens lasen sie Kant anders, und zweitens lasen sie weit über Kant hinaus: Spinoza, Rousseau, Herder, Schiller, Platon, die antiken Tragödien. Ihre Anstrengungen galten dem Versuch, diese unterschiedlichen Gedankenwelten zu vereinen. Hegel,  dem noch unklar ist, was er mit sich anfangen soll, zieht daraus den Auftrag zur Volkserziehung, einer Art säkularem Priestertum im Rahmen einer erst noch zu gründenden, angstfreien, das Herz ansprechenden und den Gemeinsinn für Tugend belebenden Religion. In Paris hatte man 1789 nicht nur ähnliche Ideen, in Paris war es zu einer Revolution gekommen, als deren Ursache damals alle „Ideen“ bezeichneten. Die Aussicht, das gesellschaftliche Leben nicht auf Traditionen, Bajonette und Theologie, sondern auf Vernunft zu gründen, entzündete die Tübinger Gemüter." [68] 

Hölderlin, dem der Dichterberuf im Bild Schillers vorschwebt, fragte als Erster, welcher Art diese Vernunft sein müsse. "Dabei erkennt er eine zweifache Anforderung an sie. Vernunft muss Freiheit und insofern die Fähigkeit beinhalten, unbedingten Forderungen an sich selbst zu folgen. Vernunft ist Selbstgesetzgebung. Sie soll aber auch ein vereinigendes Prinzip sein, eines, das nicht nur auf Individuen, sondern auch auf Gemeinschaften anzuwenden ist. Eine Vernunft, die sich beispielsweise in strikten Gegensatz zu Natur, Sinnlichkeit, Schönheit bringe, sei keine. „Hen kai pan“ – Einheit von allem, gehörte zu den Losungen der Tübinger Studentenzeit von Hölderlin und Hegel. In einer frühen Notiz hält Hegel in diesem Sinne fest, Liebe und Vernunft ähnelten einander, weil es beide Male darum gehe, sich in etwas anderem zu finden. Hölderlin wiederum unternimmt einen Versuch nach dem anderen, schon in der Liebe selbst diesen überwundenen Gegensatz zwischen „sich finden“ und „sich hingeben“ zu bestimmen. In einem berühmt gewordenen Fragment von 1795 – Hölderlin war nach Jena gezogen, um dort bei Johann Gottlieb Fichte zu studieren – heißt es: Selbstbewusstsein ist nur möglich, indem ich mich von mir selbst trenne, aber im Entgegengesetzten als dasselbe erkenne. Allen Trennungen von Subjekt und Objekt gehe also eine ursprüngliche Einheit voraus, die wiederherzustellen das Ideal jedweden Erkennens und Tuns sei." [69] 

Hegel, der nach dem Studium als Hauslehrer in Bern gearbeitet hatte, wurden diese Überlegungen Hölderlins in der gemeinsamen Frankfurter Zeit bekannt. Es ist die Zeit von 1797 bis 1800, in der er erst zum Philosophen wird. Er erkennt durch Hölderlin, wie Forschungen von Dieter Henrich und Christoph Jamme gezeigt haben, dass philosophisches Wissen eine Kraft voraussetzt, die alle Gegensätze verbindet, ohne sie unsichtbar werden zu lassen. Zunächst nennt er diese Kraft „Leben“. Denn Organismen sind Ganzheiten von Teilen, die es nur gibt, weil sie vereinigt sind und an der ganzen „Organisation“ teilhaben. Andererseits aber gehört zum Leben auch die Differenzierung in Teile, die voneinander getrennt sind. Menschen wiederum haben ein individuelles Leben nur durch Beziehung zu anderen, von denen sie sich zugleich unterscheiden. Eine lebendige, selbstbewusste und vernünftige Gemeinschaft, das Ideal der Jugendschriften Hegels, setzt Individuen voraus, die weder in ihr verschwinden noch sich von ihr trennen. Diese Figur, die Einheit von Verbundenheit und Entgegensetzung, findet Hegel auf allen Ebenen des natürlichen, individuellen und gesellschaftlichen Lebens in einer „Unendlichkeit von Gestalten“. Nimmt man aus ihr „das Tote und sich Tötende der Mannigfaltigkeit“ heraus, könne die Gesamtheit dieses unendlichen Lebens auch „Geist“ genannt werden. Hölderlin war gewiss der Philosoph, der Hegel den entscheidenden Anstoß gab, selbst einer zu werden. [70] 

„Unser vaterländischer Dichter Hölderlin wird Ihnen bekannt seyn? Er dichtet noch immer in seiner Zerrüttung, in seinem Wahnsinne, meistens unverständlich für andere.“ Justinus Kerner schreibt dies an Friedrich de la Motte Fouqué und fügt ein Gedicht Hölderlins hinzu. Er hatte es zusammen mit einem Brief erhalten, noch am selben Tag abgeschrieben und unverzüglich weiterverbreitet. Was macht Hölderlin? Er dichtet. „Der arme Hölderlin will auch einen Almanach herausgeben und schreibt dafür täglich eine Menge Papiers voll.“ Eduard Mörike, der war, was Hölderlin nicht sein wollte und nicht sein konnte, ein schwäbischer Landpfarrer nämlich, "wird Jahrzehnte später Manuskripte, Gedichte, Entwürfe Hölderlins in Nürtingen korbweise aus dem Haus der Schwester tragen und vernichten. Wusste Mörike, was er tat? Es ist zu befürchten. Denn Mörike tat, was alle taten und immer noch tun: Sie nehmen sich von Hölderlin, was ihnen passt."   „Folgende Verse waren mir rührend: Das Angenehme dieser Welt hab’ ich genossen / Die Jugendstunden sind, wie lang! wie lang! verflossen, / April u. Mai u. Junius sind ferne; / Ich bin nichts mehr; ich lebe nicht mehr gerne.“ So August Mayer in einem Brief an seinen Bruder Karl vom Januar 1811, der Hölderlins Verse umgehend an Justinus Kerner schickt, der sie an Friedrich de la Motte Fouqué weiterleitet. Hölderlin, der zu diesem Zeitpunkt erst vier von insgesamt 36 Jahren im Tübinger Turm hinter sich gebracht hat, ist „nichts mehr“. Der Mediziner Autenrieth entließ den Dichter nach fast achtmonatiger Behandlung als unheilbar krank und beschied seine Lebenserwartung auf höchstens drei Jahre. [71] 

Hölderlin ist sechzehn, als er ins Klosterseminar kommt. Sein Tag beginnt mit Morgengebet samt Lesung um fünf Uhr früh. Freitags ist Unterrichtsbeginn um sechs: Weltgeschichte nach Schröckh steht auf seinem Stundenplan, der heute zusammen mit den Stundenplänen von Johannes Kepler und Hermann Hesse im kleinen Literaturmuseum zu sehen ist, das in einigen Räumen der besterhaltenen mittelalterlichen Klosteranlage nördlich der Alpen eingerichtet wurde. "Vier Andachten sind über Hölderlins Tag verteilt, der um acht Uhr mit dem Abendgebet endet. Die Schüler tragen Kutten, das Essen ist karg und knapp bemessen, Grundkenntnisse in Latein, Griechisch und Hebräisch werden bei Eintritt in die Klosterschule vorausgesetzt. Hölderlin ist ein guter Schüler, aber nicht mehr ganz so gut wie zuvor in Nürtingen. Die schwäbische Königsdisziplin der pietistischen Selbsterforschung macht ihm zu schaffen: „Liebste Mamma! Ich habe wirklich wieder Geschäfte die Menge auf dem Hals; und Geschäfte, wo die Geisteskräfte ziemlich stark angegriffen werden.“ Er zweifelt an seinem Glauben, klagt über das „Klosterkreuz“, und seiner Mutter bleibt nicht verborgen, dass er die eingeschlagene Pfarrerslaufbahn gern verlassen würde, also nicht länger, wie die Mutter formulierte, „im Gehorsam“ bliebe."  In Maulbronn liest Hölderlin Schillers „Räuber“, verschreibt sich vollends der Poesie, nimmt sich „Pindars Flug“ und „Klopstoksgröße“ zum Vorbild und will nicht ruhen, bis er beide Ideale erreicht, wenn nicht gar überflügelt hat. Sogar die erste Liebe wird der Dichtkunst geopfert. Aber der wichtigste Brief aus Hölderlins Maulbronner Zeit gilt nicht Louise Nast, der Tochter des Klosterverwalters, sondern ihrem Cousin Immanuel Nast, dem er die Liebschaft ein ganzes Jahr lang verschwiegen hatte. Hölderlin klagt darin über zwei gegensätzliche Züge seines Wesens: eine „wächserne Weichheit“ des Herzens, die ihn oft weinen lasse, und einen „traurigen Ansaz von Roheit – daß ich oft in Wuth gerate ... wann kaum ein Schein von Beleidigung da ist“. Das Kindliche in Hölderlins Wesen haben seine Zeitgenossen oft hervorgehoben. Aber über seine Kindheit wissen wir fast nichts. „Mich erzog der Wohllaut / des säuselnden Hains“, heißt es in einem Gedicht. Er war zwei Jahre alt, als der Vater starb, und neun, als der geliebte Stiefvater sich eine tödliche Lungenentzündung zuzog. In Nürtingen, wo die Mutter nach der Heirat mit Johann Christoph Gok seit 1774 lebte, war Hölderlin lange Zeit weitgehend vergessen. Eine Plakette erinnert am ehemaligen Wohnhaus der Familie an den Dichter. Jetzt wird das große, nicht schöne, aber ausgesprochen stattliche Gebäude, in dem die Nürtinger Volkshochschule untergebracht ist, nach Jahren des Streits in der Stadt renoviert und neu gestaltet. Die geradezu großbürgerlichen Wohnräume der Familie in der ersten Etage sollen künftig eine Ausstellung zum Thema Hölderlin und die Bildung beherbergen. [72] 

Hölderlins zweiter und letzter Abschied aus Homburg ist traumatisch. Dabei waren seine beiden Aufenthalte in dem Residenzstädtchen am Rande des Taunus poetisch schaffensreich, "der Austausch mit den Freunden Sinclair und Hegel produktiv, bisweilen sogar lebensfroh. Jetzt aber geht nichts mehr. Selbst Sinclair, der sich bis zuletzt kümmert und Hölderlin finanziell unterstützt, weiß sich, da der Wahnsinn, wie er notiert, „eine sehr hohe Stufe erreicht hat“, nicht mehr zu helfen, zumal er selbst zu allem Übel soeben seine Regierungsstelle verloren hat. Am 11. September 1806 wird der kranke Dichter in seinem Wohnhaus abgeholt, in einen Wagen verfrachtet und in die Autenriethsche Klinik nach Tübingen gefahren. Hölderlin wehrt sich, er schreit, zerkratzt das Gesicht seines Bewachers und versucht, sich aus dem Wagen zu stürzen. Doch es hilft nichts. „Le pauvre Holterling...“, wird Landgräfin Caroline die dramatische Szene noch am selben Tag ihrer Tochter in einem Brief beschreiben. Zweimal hielt Hölderlin sich für jeweils zwei Jahre hier auf, es waren prägende Jahre. Authentische Erinnerungsorte sind im heutigen Bad Homburg zwar nicht mehr zu finden. Das Haus des Hofglasers Wagner in der Haingasse, wo Hölderlin von September 1798 bis Juni 1800 zwei Zimmer im Obergeschoss bewohnte, „gegen das Feld hinaus...Gärten vor dem Fenster und ein Hügel mit Eichbäumen“, steht nicht mehr. Und auch das barocke Bürgerhaus in der heutigen Dorotheenstraße, in dem er später lebte, war so baufällig, dass die Stadt es 1983 abriss und später denkmalgerecht neu errichten ließ. Aber die Schlosskirche, wo seit einigen Jahren der Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg vergeben wird, ist nach Ansicht der Rechtshistorikerin Barbara Dölemeyer, die zu Hölderlin in Homburg forscht, durchaus authentisch. Der Bau wurde behutsam restauriert, so dass man sich im Innern tatsächlich die Zeit von damals vorstellen kann. Was von Hölderlin in Homburg bleibt, ist gleichwohl immens: Es ist das erinnerte Leben des Dichters in der Stadt und das Werk, an dem er dort gearbeitet hat: das Fragment gebliebene „Empedokles“-Drama, der zweite Teil des „Hyperion“, außerdem Sophokles-Übersetzungen und theoretische Abhandlungen, Oden, Gedichte. In einer späten Fassung des „Wanderer“ von 1800 findet sich sogar eines der frühesten Zeugnisse für den Namen „Taunus“. Die Landschaft um Homburg herum wurde damals meist nur „die Höhe“ genannt: „Aber lächelnd und ernst ruht droben der Alte, der Taunus, / und mit Eichen bekränzt neiget der Freie das Haupt.“ Der berühmte Hymnos „Patmos“ entstand zwar nicht in Homburg, gewidmet aber ist er dem Landgrafen Friedrich V. Ludwig. Ihm verdankte Hölderlin während seines zweiten Aufenthalts von 1804 bis 1806 seine Stelle als Hofbibliothekar. In Wahrheit hatte der gute Geist Sinclair Hölderlins Gehaltszahlung übernommen, auch dann noch, als er die Aufgabe längst nicht mehr erfüllen konnte. Quittungen belegen, dass der Hofbeamte seinen Fürsten darum gebeten hatte, die ihm zugedachte Gehaltserhöhung stattdessen dem Freund zukommen zu lassen." [73] 

Kennengelernt hatten sich der Dichter und der fünf Jahre jüngere Homburger in Tübingen, der eine studierte Jura, der andere Theologie. "Freunde wurden sie in Jena, wo sie gemeinsam ein Gartenhaus bewohnten und Fichtes Philosophie-Vorlesungen besuchten. Sinclair bestärkte Hölderlin in seinen Bestrebungen nach Unabhängigkeit, der, anders als seine Mutter dies wünschte, keinen theologischen Beruf ergreifen wollte, doch dann trennten sich ihre Wege, trafen sich aber 1796 aufs Neue, diesmal in Frankfurt, als Hölderlin in die Dienste des Bankiers Jakob Friedrich Gontard eintrat und sein Leben bekanntlich eine dramatische Wende erfuhr. Im Gotischen Haus steht derzeit als Leihgabe des Frankfurter Liebieghauses die Alabaster-Büste von Susette Gontard. Als Hölderlins Beziehung mit seiner Dienstherrin aufflog und er die Stadt „fluchtartig“ verlassen musste, gelangte der Liebeskranke 1798 zum ersten Mal nach Homburg. Fortan wurde er zum Pendler aus dem Frankfurter Umland, als er regelmäßig in die Stadt lief, um die seelenverwandte Diotima am Sommersitz der Gontards, dem Adlerflychthof, verstohlen zu treffen oder durch die Hecke Briefe mit ihr zu tauschen. Nicht aber Briefe, sondern das sogenannte „Homburger Folioheft“ ist das kostbarste Hölderlin-Eigentum der Stadt Bad Homburg. Es zählt zu den rätselhaftesten und berühmtesten Handschriften der Literaturgeschichte und ist die zweitgrößte Autographen-Sammlung Hölderlins. Das Bündel von 32 ineinandergelegten Doppelblättern mit Gedichten und poetischen Fragmenten erlaubt den unverstellten Blick auf den Dichter in den verschiedenen Phasen seines Schaffensprozesses, denn Hölderlin hat die Blätter selbst immer wieder neu geordnet, ergänzt, bearbeitet und überschrieben. Aus konservatorischen Gründen befindet es sich seit vielen Jahren im Stuttgarter Hölderlin-Archiv, wo es sorgsam gehütet wird, denn sein Wert ist unschätzbar."  [74]

Seinen Zustand bezeichnete er rundheraus als „Glück“, sein Leben sei dem der „seligen Götter“ vergleichbar, er habe es mit „wirklich seltnen Menschen“ zu tun – der Auftakt zu den gut zweieinhalb Jahren, die Friedrich Hölderlin als Hauslehrer in der Familie des sechs Jahre älteren Bankiers Jakob Friedrich Gontard verbrachte, hätte nicht besser sein können. Dass es dabei nicht blieb, dass Hölderlin die Konstellation schon rasch als unerträglich empfand, teilt sich dann in den Briefen mit, die er ein halbes Jahr nach dem glücklichen Beginn und in den folgenden Monaten an Freunde und Verwandte schreibt: „Ich schweige und schweige“, oder „ich bin zerrissen von Liebe und Hass“, und schließlich: „Die Not und Dürftigkeit von außen macht den Überfluss des Herzens Dir zur Dürftigkeit und Not. Du weist nicht, wo Du hin mit Deiner Liebe sollst und musst um Deines Reichtums willen betteln gehn.“ Dass Hölderlin den „Überfluss des Herzens“ und seinen inneren „Reichtum“ so betont, ist sicher kein Zufall. Denn mit Blick auf äußere Vermögensverhältnisse ist die Diskrepanz zwischen seinem Dienstherren und ihm selbst nicht zu übersehen. Dass beide Seiten am Anfang womöglich bestrebt waren, dieser Diskrepanz im Miteinander keine Bedeutung einzuräumen, klingt in Hölderlins ersten Äußerungen an. Dass sich dies nicht durchhalten ließ, wenigstens nicht in einem Maße, mit dem Hölderlin leben konnte, kann man den Folgebriefen entnehmen. „Dieses ganze Jahr haben wir fast beständig Besuche, Feste und Gott weiß! was alles gehabt“, schreibt er an die Mutter, „wo dann freilich meine Wenigkeit immer am schlimmsten wegkommt, weil der Hofmeister besonders in Frankfurt überall das fünfte Rad am Wagen ist.“ Tatsächlich musste jeder, der den Kaufmann und Bankier in seinem „Weißen Hirsch“ besuchte, von der großzügigen, beinahe luxuriösen Anlage der Gebäude und des Parks am Großen Hirschgraben beeindruckt, wenn nicht geradezu eingeschüchtert sein. Mindestens seit 1592 ist ein Gebäude namens „Weißer Hirsch“ an dieser Stelle bezeugt, das 1753 in den Besitz der Familie Gontard kam und einige Jahre vor Hölderlins Ankunft prächtig umgebaut wurde. Bewohnt wurde es von Gontard und seiner Frau Susette, die er 1786 als Siebzehnjährige geheiratet hatte, sowie von den vier Kindern des Paares, den Dienstboten und häufig von Gästen. In einem Brief von April 1798, als das Verhältnis offenbar schon schwierig geworden ist, beschreibt der Hofmeister die vornehme Gesellschaft der Stadt, in der es ihm an „ächten Menschen“ mangelt, als „lauter ungeheure Karikaturen. Bei den meisten wirkt ihr Reichtum, wie bei Bauern neuer Wein; denn grad so läppisch, schwindkich, grob und übermüthig sind sie.“ Und es ist nicht Hölderlin allein, der sich darüber beklagt, in Frankfurt werde generell der Reichtum allzu bereitwillig zur Schau gestellt, zum Schaden der Kultur, Goethe urteilt ähnlich. Immerhin scheint er das kulturelle Angebot der Stadt, die Theateraufführungen und Konzerte, hin und wieder genutzt zu haben. Susette Gontard, die vierfache Mutter, zu deren Sohn Henry Hölderlin ein besonders herzliches Verhältnis entwickelte, betrachtet er mit anderen Augen. Sie scheint mit ihrer Schönheit und ihrem freundlichen, oft herzlichen Auftreten viele Besucher bezaubert zu haben, und auch Hölderlin verliebt sich bald in sie. Dass die Flucht der Familie vor den anrückenden Franzosen Richtung Kassel und weiter nach Bad Driburg, an der der Hofmeister, nicht aber der Bankier teilnimmt, die Entwicklung der Liebesbeziehung zwischen Susette Gontard und Hölderlin begünstigt hat, ist wahrscheinlich. Und auch die Aufenthalte im Sommer auf dem von Gontard gemieteten Adlerflychtschen Hof vor den Toren Frankfurts am heutigen Oeder Weg scheinen das vertrauliche Verhältnis der beiden weiter befördert zu haben. Jedenfalls kursierten Gerüchte darüber in der Frankfurter Gesellschaft, die auch Gontard zu Ohren gekommen sein werden. Es kommt zu einer Auseinandersetzung, in deren Folge Hölderlin Ende September 1798 das Haus verlassen muss. Dass die Situation zuvor für ihn höchst belastend gewesen sein muss, kann man einem kurz vor dem Eklat geschriebenen Brief entnehmen: Er habe „viel, sehr viel gelitten“, schreibt Hölderlin an seinen Bruder Karl, „und noch, noch leid’ ich viel und tief.“ Susette Gontard und Hölderlin bleiben weiter in Kontakt, treffen sich heimlich, wechseln Briefe, und die Frau des Bankiers zeigt sich darin als leidenschaftlich Liebende, die Hölderlin als „Herz meines Herzens“ bezeichnet und Verzweiflung ebenso wie Groll gegenüber ihrem Mann zu erkennen gibt. Hölderlin zog nach Homburg, wo ihm sein Freund Sinclair eine Wohnung verschaffte. Als er auch diese verließ, kommt es 1800 zum letzten Treffen mit Susette, die zwei Jahre darauf stirbt, nachdem sie sich bei ihren Kindern mit Röteln angesteckt hatte. Verewigt ist sie als „Diotima“ in Hölderlins Werk, etwa in einem gleichnamigen Gedicht von 1798, das mit den Worten beginnt: „Du schweigst und duldest, und sie versteh’n dich nicht, / Du heilig Leben! welkest hinweg und schweigst, /Denn ach, vergebens bei Barbaren / Suchest du die Deinen im Sonnenlichte“. Wer heute nach den Spuren sucht, die das Anwesen hinterlassen hat, wird sehr viel Phantasie aufbringen müssen, um überhaupt noch etwas anzutreffen. "Gontard vermietete das Haus, später wurde dort ein Mädchenpensionat eingerichtet, 1872 wurde das Gebäude abgerissen. Das weitläufige Gelände ist teils mit Häusern – wie dem „Frankfurter Hof“ oder dem Commerzbank Tower –, teils mit Straßen und Plätzen überbaut. Auch vom Adlerflychtschen Hof ist nichts mehr übrig, nur am Spielplatz, der auf einem Teil des Geländes angelegt worden ist, verweist ein Täfelchen auf den „Hölderlin-Pfad“, der hier vorbeiführt. Die Hecke aber, durch die hindurch die Briefe der Liebenden gewechselt wurden, muss man sich dazu denken."  [75] 

Zur Wieder- und Neuentdeckung Hölderlins in der Philosophie und Literatur der Moderne: oft wir er allerdings fälschlich von Marx und Marxisten missbraucht. In der vorletzten Szene des Theaterstücks „Hölderlin“ von Peter Weiss aus dem Jahre 1971 z.B. ist der greise und geisteskranke Dichter plötzlich wieder munter im Kopf und in der Seele. Revitalisiert hat den über Siebzigjährigen der junge, noch keine fünfundzwanzig Jahre alte Karl Marx. Er bereitet gerade seine erste Publikation vor – die „Einleitung zur Kritik des Hegelschen Staatsrechts“ von 1844. Noch sind es zwei, drei Jahre bis dahin. Zeit also, den armen, alten Hölderlin im Tübinger Turm zu besuchen. Es sei, lobt der Marx des Peter Weiss den Dichter, „kein Fehler“ gewesen, „ein halbes Jahrhundert zuvor die Umwälzung nicht als wissenschaftlich begründete Notwendigkeit, sondern als mythologische Ahnung“ beschrieben zu haben. Es war Teil einer enormen Dichter-Renaissance. Sie machte in den sechziger und siebziger Jahren aus dem ehrfürchtig bestaunten, als unverständlich geltenden Klassiker einen emphatischen Zeitgenossen der Moderne, mehr noch: einen „Avantgardisten der Avantgarde“, wie der Derrida- und Lacan-Schüler Philippe Lacoue-Labarthe deklarierte. Aus Frankreich kam auch der entscheidende Impuls der neuen deutschen Begeisterung. 1969 erschien „Hölderlin und die Französische Revolution“, ein fulminanter Traktat des Germanisten Pierre Bertaux, der den Dichter als verkappten Jakobiner porträtierte. "Wie Peter Weiss war auch Bertaux ein Autor des Verlagschefs Siegfried Unseld. Längst Säulen von Suhrkamp waren die beiden anderen großen Hölderlin-Propagandisten der sechziger Jahre: Theodor W. Adorno und Martin Walser. „Vor dem Allbekannten reiben Hölderlins Verse sich gleichsam die Augen, als wäre es ein erstes Mal“: Adornos bis heute epochaler Aufsatz „Parataxis. Zur späten Lyrik Hölderlins“ erschien in den „Noten zur Literatur“ erstmals 1965, gleichzeitig mit Walsers Sammlung „Erfahrungen und Leseerfahrungen“, die das nicht minder bahnbrechende autobiographische Bekenntnis „Hölderlin auf dem Dachboden“ enthielt – eine Freiheits-Eloge auf das unverstellte, naive, von keinerlei „Besteck“ aus Begriffen und Erläuterungen limitierte Lesen. „Hölderlin zu entsprechen“: Walser redete 1970 im Stuttgarter Staatstheater auch zur Feier des zweihundertsten Geburtstags. Gewiss, Heinrich von Kleist und Georg Büchner treten damals ebenfalls aus Goethes und Schillers Schatten. Hölderlins neue Präsenz aber überstrahlt alles. Der Regisseur Klaus Michael Grüber nimmt sich 1975 an der Berliner Schaubühne der fragmentarischen, im Grunde unspielbaren Tragödie „Der Tod des Empedokles“ an und inszeniert sie als Sinnbild gescheiterter Fortschrittshoffnung. Mit dem „Hyperion“, Hölderlins einzigem Roman, bricht Grüber 1977 zur „Winterreise ins Olympiastadion“ auf und lässt den Titelhelden beim Lauf über die Hürden der deutschen Geschichte ein ums andere Mal stürzen. Peter Härtling landet 1976 mit der Romanbiographie „Hölderlin“ einen verdienten Bestseller, weil es ihm ganz in Walsers Sinn gelingt, seine Hauptfigur sehr nahbar zu schildern." [76] 

Es sind drei Themen, von denen die Hölderlin-Rezeption beherrscht wird: die poetische und philosophische Beschwörung der griechischen Antike und des griechischen Freiheitskampfes gegen die islamischen Türken als Vorbild für die Gegenwart, das Verhältnis zu Politik und Gesellschaft und der Wahnsinn des Dichters in der zweiten Lebenshälfte von 1806 bis 1843. Für Bertaux allerdings, der 1978 mit „Friedrich Hölderlin“ eine zweite, psychobiographisch  argumentierende Studie vorlegt, ist der Dichter zeitlebens vernünftig, von 1802 an, nach dem frühen Tod der geliebten Susette Gontard, ein bisweilen depressiver, einsiedlerischer Charakter, von Geisteskrankheit aber keine Spur. „Dichtung und Wahnsinn“: So hatte Wilhelm Waiblinger die erste, 1831 erschienene Lebensbeschreibung Hölderlins betitelt und den Mythos vom an sich selbst scheiternden Genie geprägt, den Bertaux nun destruierte. Dessen Buch fand enormen Widerhall, nicht zuletzt, weil es der antipsychiatrischen Aversion der Zeit entsprach. Hölderlins Irresein entpuppte sich als eine „aus wohlüberlegten Gründen“ erst inszenierte, dann habitualisierte Mimikry, um politischer Verfolgung zu entgehen. [77]

Den Zeitgenossen war der Dichter nahezu unbekannt. Lediglich der „Hyperion“- Roman war als Buch erschienen, 1797 und 1799 in zwei Bänden, was den spärlichen Absatz zusätzlich schmälerte. Hinzu kam eine Reihe von Gedichten, vereinzelt und verstreut in Zeitschriften publiziert. Bei den Romantikern um die Schlegel-Brüder und Clemens Brentano, bei Bettine und Achim von Arnim, in der schwäbischen Dichterschule um Kerner, Uhland, Mörike und Gustav Schwab galt Hölderlins Verskunst als Geheimtipp, sie alle aber faszinierte vor allem der umnachtete Poet in der jahrzehntelangen Obhut der Tübinger Schreinerfamilie Zimmer. Erst 1826 erschien, von Schwab und Uhland ediert, eine erste Auswahl der Gedichte. Martin Heideggers Hölderlin-Bild entsteht Mitte der dreißiger Jahre. Es zeigt in den „Erläuterungen zu Hölderlins Dichtung“ und in den „Beiträgen zur Philosophie“ ein erhabenes Hereinholen des poetischen Tons in die eigene philosophische Diktion und zugleich ein Aufwerten des dichterischen Werks bis zur manifesten Idolatrie. „Die geschichtliche Bestimmung der Philosophie gipfelt in der Erkenntnis der Notwendigkeit, Hölderlins Wort das Gehör zu schaffen“, heißt es. Die Renaissance der sechziger und siebziger Jahre war auch eine Antwort auf das Pathos vergangener Hölderlin-Gottesdienste, die weit vor Beginn des Ersten Weltkriegs im George-Kreis ihren Ausgang nahmen und den elegischen Sänger zum frühen Künder des „geheimen Deutschlands“ kürten. Und sie war die Replik auf Hölderlins nationalsozialistische Zurichtung, die in Feldpostausgaben der Gedichte an ihr Ziel gelangte und natürlich auch die einzig unverzeihlichen Verse, die er je schrieb, auf ihr Banner setzte: „Der Tod fürs Vaterland“. Hölderlin-Nachahmer, rasch wieder vergessen, gibt es viele in der jüngeren Geschichte der deutschen Lyrik. Hölderlin-Nachfolge findet sich neben Stefan George partiell bei Hofmannsthal, Trakl, Benn oder Celan. Rainer Maria Rilke aber kommt Hölderlins Tönen und Dichtarten vor allem in den „Duineser Elegien“ und den „Sonetten an Orpheus“ nahe. [78]

Auch Zeichner, Maler und Bildhauer lassen sich von Hölderlin inspirieren. Hölderlin war stets ein aus der Zeit Gefallener. Derartige Unzeitigkeit macht Künstler postum oft zeitlos. Auch seine eigene höchste Verehrung galt nicht der Kunst seiner eigenen Zeit, sondern der Antike, aber auch in dieser nur der einstigen Avantgarde. Im Gegensatz zu seinem etwas älteren Zeitgenossen Johann Joachim Winckelmann erfreute ihn wie auch Percy Bysshe Shelley nicht die Perfektion der griechischen Klassik, sondern das bunte und imperfekte, gern auch römisch dekadente Altertum, die rohe archaische Kunst oder der Hellenismus als Spätblüte. Während Winckelmann noch meint, der Künstler könne „unnachahmlich werden“ nur durch die „Nachahmung der Alten“, stellt Hölderlin das herausfordernd wettstreitende Agon-Spiel vor allem mit den „jungen“, vitalen Altertumsbeständen dagegen, wie es sich im „Hyperion“ zeigt. "Dabei sieht Hölderlin das Kopistentum in der römischen Kunst keineswegs grundsätzlich als ehrenrührig an, wenn er etwa gegen den täuschenden Traum „von Originalität und Selbstständigkeit“ polemisiert – von der Antike kann und soll man sich nicht lösen. Wie ein später Treppenwitz der Geschichte mutet an, dass ausgerechnet der Philosoph Walter Benjamin als maßgeblicher Apologet eines angeblichen Auraverlustes durch kopierende Reproduktion seine Dissertation über den „Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik“ vorrangig an Hölderlin abarbeiten sollte. Eine „Ruinenromantik“ der Antike wiederholt sich beständig im Werk Hölderlins, der um 1800 selbst auf den rauchenden Ruinen alter Systeme saß." Jeder Künstler, der nach Hölderlin lebendige Mythologie aufgreifen wollte, kam insofern an ihm kaum vorbei. "Von Auguste Rodin – durch die Vermittlung seines Sekretärs Rilke – bis zu dem 1967 selbst in Tübingen geborenen Ralf Ehmann sind daher gerade jene Meißelkünstler die größten Hölderlinverehrer, die ihre Skulpturen bewusst nicht vollenden, weil sie wissen, dass der vollendete Abschluss nicht mehr möglich ist. Michelangelo wäre wohl ebenfalls ein Hölderlinfreund gewesen. Hoch angesehen ist er allerdings auch bis heute bei jenen Künstlern, die eine gewisse Dissidenz pflegen. Sein berühmter Satz gegenüber dem Bruder, „Ich bin mit dem gegenwärtig herrschenden Geschmack so ziemlich in Opposition, aber ich lasse auch künftig wenig von meinem Eigensinne nach ...“, steht über der Ateliertür vieler moderner Künstler. Dieses Eigensinnige streift bei Hölderlin bisweilen das Surreale, und so nimmt es nicht Wunder, dass der Rheinländer und Dadaist Max Ernst ein großer Bewunderer Hölderlins war. Eine der schönsten Definitionen dessen, was Kunst sein kann oder sein sollte, stammt ebenfalls von Hölderlin: „Kunst“, schreibt er, sei der „Übergang aus der Natur zur Bildung“. Hölderlins treffende Kunstformel geht allerdings noch weiter: „... und aus der Bildung zur Natur“, indem diese schillerisch freispielende Kunst, die ihm vorschwebt, dann (wieder) das richtige Maß an Naturnähe aufweist. [79]
 
 

1770
Am 20. März wird Johann Christian Friedrich Hölderlin in Lauffen am Neckar geboren. Der Vater ist Klosterhofmeister und Landwirt, die Mutter  Pfarrerstochter.

1772
Der Vater stirbt. Die Schwester Heinrike wird am 15. August geboren.

1774
Die Mutter Johanna Christiana Hölderlin heiratet in zweiter Ehe den Weinhändler Johann Christoph Gok in Nürtingen.

1776
Der Stiefbruder Karl Christoph Friedrich wird am 29. Oktober geboren.

1779
Der Stiefvater Gok stirbt am 13. März.

1780
Hölderlin beginnt mit dem Klavier- und Flötenunterricht.

1784
Hölderlin, der bisher Privatunterricht erhalten und die Lateinschule in Nürtingen besucht hatte, wo er Friedrich Wilhelm Joseph Schelling kennenlernte, wird nach seiner Konfirmation zum 20. Oktober Schüler der niederen Klosterschule Denkendorf, Die frühesten erhaltenen Gedichte stammen aus diesem Jahr: „Dankgedicht“ und „M. G.“ („Herr! was bist du, was Menschenkinder?“)

1786
Freundschaft mit Christian Ludwig Bilfinger. Im Oktober beginnt Hölderlins Schulzeit im Kloster Maulbronn. Beginn der Liebe zu Louise Nast, der Tochter des Klosterverwalters (Trennung 1789). Er schreibt das Langgedicht „Die Meinige“ und „Stella“.

1788
Reise nach Bruchsal, Speyer, Schwetzingen, Heidelberg und Mannheim. Am 21. Oktober beginnt er sein Studium im Tübinger Stift. Dort schließt er sich mit Christian Ludwig Neuffer und Rudolf Friedrich Heinrich Magenau zu einem Dichterbund zusammen.

1790
Schelling tritt ins Stift ein und bewohnt mit Hölderlin, Hegel und sechs anderen eine Stube,

1791
Reise in die Schweiz, über Schaffhausen und Zürich zum Vierwaldstätter See. Im „Musenalmanach fürs Jahr 1792“ erscheinen vier Gedichte von Hölderlin. Magenau und Neuffer verlassen das Stift. Die „Hymne an die Menschheit“ entsteht.

1792
Arbeit am Roman „Hyperion“. Vor dem Hintergrund des russisch-türkischen Krieges von 1770 schreibt Hölderlin über das schicksalhafte Engagement des griechischen Jünglings Hyperion für den beginnenden Freiheitskampf der Griechen gegen das osmanische Reich. Manche sagen: "Die Türken sind noch heute, was sie im fünfzehnten Jahrhundert waren, in Europa kampierende Tataren." In der „Poetischen Blumenlese fürs Jahr 1793“ erscheinen weitere Gedichte Hölderlins, darunter die Hymne „Kanton Schweiz“. (s. Hölderlin I)

1793
Hölderlin, Hegel, Schelling und andere Kommilitonen errichten am 14. Juli einen Freiheitsbaum. Im September lernt Hölderlin Isaak von Sinclair kennen und legt sein Examen ab. Auf Vermittlung Schillers engagiert ihn Charlotte von Kalb als Hauslehrer in Waltershausen, wo er am 28. Dezember ankommt.

1794
Hölderlin unterrichtet Fritz von Kalb und freundet sich mit der jungen Witwe Wilhelmine Marianne Kirms an, der Gesellschafterin der Hausherrin. Weitere Arbeit am „Hyperion“, den Hölderlin als Fragment an Schiller schickt. Besuch in Jena, wo Hölderlin bei Schiller Goethe antrifft.

1795
Weil das Verhältnis zwischen ihm und seinem Schüler zerrüttet ist, gibt Hölderlin seine Stelle auf und zieht nach Jena. Schiller vermittelt den „Hyperion“ an Cotta. Hölderlin schreibt sich an der Universität ein und kehrt doch fluchtartig nach 
Nürtingen zurück. Unterwegs lernt er den Frankfurter Arzt Johann Gottfried Ebel kennen, der ihn als Hauslehrer an die Frankfurter Bankiersfamilie Gontard vermittelt.

1796
Hölderlin besucht den Freund Sinclair in Homburg. Er tritt seine Stelle an und verliebt sich bald in Susette Gontard, die Mutter seines Zöglings Henry. Wegen der nahenden französischen Armee flieht die Familie ohne den Hausherren Jakob Friedrich Gontard am 10. Juli nach Kassel und weiter nach Bad Driburg. Hölderlin lernt in Kassel Wilhelm Heinse kennen, den Autor des „Ardinghello“, der mit den Gontards befreundet ist. Ende September, als die Gefahr vorbei ist, kommt die Familie wieder in Frankfurt an.

1797
Hegel tritt eine Hofmeisterstelle ebenfalls in Frankfurt an. Der erste Teil des „Hyperion“ erscheint. Für den Sommer mieten die Gontards den Adlerflychtschen Hof nördlich von Frankfurt. Hölderlin verfasst einen Entwurf zum Drama 
„Empedokles“, das unvollendet bleiben wird, und schickt Gedichte an Schiller, der sie Goethe zur Beurteilung vorlegt.

1798
Hölderlin schickt weitere Gedichte an Schiller, der zwei von ihnen im „Musenalmanach“ auf 1799 druckt. Ende September muss Hölderlin die Gontards nach einem Streit mit dem Hausherrn verlassen. Er zieht nach Homburg, wo sein Freund Sinclair lebt, und trifft sich in Frankfurt weiter heimlich mit Susette Gontard, mit der er auch einen Briefwechsel unterhält. Im November besucht er den Kongress in Rastatt, auf dem über die Abtretung von linksrheinischen Territorien an Frankreich verhandelt werden sollte. Ein weiteres „Diotima“-Gedicht entsteht: „Du schweigst und duldest, und sie versteh’n dich nicht ...“

1799
Der Plan für eine zu gleichen Teilen literarische und rezensorische „poetische Monatsschrift“ namens Iduna, die Hölderlin herausgeben und für die er prominente Beiträger gewinnen soll, zerschlägt sich. Regelmäßige heimliche Treffen mit Susette Gontard. Der zweite Band des „Hyperion“ erscheint. Hölderlin arbeitet an einer zweiten Fassung des „Empedokles“. Das Gedicht „Der Tod fürs Vaterland“ entsteht.

1800
Am 8. Mai sieht Hölderlin Susette Gontard zum letzten Mal. Er verbringt einige Wochen in Stuttgart und gibt Stunden. Im Dezember nimmt er eine Stelle als Hauslehrer an: Er soll im thurgauischen Hauptwil die beiden Töchter des Kaufmanns Anton von Gonzenbach unterrichten.

1801
Von Nürtingen aus kommt Hölderlin über Stuttgart, Tübingen und Konstanz nach Hauptwil. Der Frieden von Lunéville, geschlossen am 9. Februar zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich, beendigt den zweiten Koalitionskrieg gegen Frankreich und gibt den Anstoß für Hölderlins Hymne „Friedensfeier“. Nach einem Vierteljahr trennt sich die Familie Gonzenbach trotz offenbar guten Einvernehmens von ihrem Hauslehrer. Hölderlin kehrt zurück und möchte in Jena Vorlesungen zur griechischen Literatur halten, was nicht zustande kommt. Auch die mit Cotta verabredete Ausgabe von Hölderlins Gedichten erscheint nicht. Hölderlin arbeitet weiter an der Elegie „Brod und Wein“. Im Dezember beginnt Hölderlin schließlich seine Fußreise nach Bordeaux, wo er beim Kaufmann Daniel Christoph Meyer seine vierte Stelle als Hauslehrer antreten soll.

1802
Am 28. Januar erreicht Hölderlin Bordeaux und stellt sich Meyer vor. Im Mai verlässt er Bordeaux wieder, obwohl auch hier kein Zerwürfnis bekannt ist, und kehrt über Paris, Straßburg und Stuttgart nach Nürtingen zurück. Am 22. Juni stirbt Susette Gontard, die sich bei ihren Kindern mit den Röteln angesteckt hatte. Hölderlin, ohnehin schon angegriffen, trifft die Nachricht schwer. Im Herbst reist er zu Sinclair nach Regensburg, wo es ihm besser geht. Er übersetzt Dramen des Sophokles, die Verlagssuche ist schwierig.

1803
Hölderlin ist in Nürtingen immer stärker isoliert. Im Juni trifft er Schelling in Murrhardt bei Stuttgart, der entsetzt über den zerrütteten Zustand des Freundes ist und in einem Brief an Hegel schreibt, Hölderlin „vernachlässigt sein Äußeres bis zum Ekelhaften“. Mit dem Frankfurter Verleger Friedrich Wilmans schließt er einen Vertrag über seine Übersetzung der „Trauerspiele des Sophokles“ ab. Sinclair schlägt vor, Hölderlin solle zu ihm nach Homburg ziehen, wo er auf eine Anstellung rechnen könne.

1804
Sinclair holt Hölderlin in Nürtingen ab, um mit ihm über Würzburg nach Homburg zu fahren, wo Hölderlin als Hofbibliothekar arbeiten soll und dafür mit einem Teil von Sinclairs Gehalt entlohnt wird. Er wohnt bei Uhrmacher Calame in der
Dorotheenstraße und verkehrt bei Hofe.

1805
Sinclair wird als Hochverräter angeklagt, Hölderlin als Mitwisser bezichtigt, der immerfort rufe „Ich will kein Jakobiner sein“. Ein Arzt, der ihn untersucht, nennt ihn „sehr zerrüttet“. Er rede wirr in drei Sprachen. Wegen seines Zustands muss er eine neue Wohnung beziehen, wo er wüst auf dem Klavier phantasiert. Die Auffassung, Hölderlin sei wahnsinnig, verbreitet sich rasch. Sinclair wird aus der Untersuchungshaft entlassen. Der Kontakt mit ihm scheint Hölderlin zu beruhigen.

1806
Hölderlins Mutter beantragt und erhält vom württembergischen König eine jährliche Unterstützung für ihren Sohn. Sinclair schreibt ihr am 3. August, dass er für die Sicherheit Hölderlins nicht mehr garantieren könne, da die Krankheit zu weit 
fortgeschritten sei und Hölderlin Mitbürger gegen sich aufgebracht habe. Am 11. September wird er mit Gewalt nach Tübingen gebracht, in die Anstalt des Arztes Johann Heinrich Ferdinand Autenrieth unweit des Tübinger Stifts, wo sich unter anderem der zwanzigjährige Medizinstudent Justinus Kerner um ihn kümmert. Im „Musenalmanach“ von 1807 erscheinen drei Gedichte Hölderlins, darunter der Beginn von „Brod und Wein“ unter dem Titel „Die Nacht“.

1807
Der Kreis der Hölderlin-Verehrer wird größer, Autoren wie Friedrich Schlegel, Tieck, Brentano oder Achim von Arnim treten für seine Werke ein. Ein „Hyperion“-Leser, der Tübinger Schreinermeister Ernst Zimmer, besucht Hölderlin in Autenrieths Anstalt und erklärt sich bereit, den Kranken bei sich aufzunehmen, da ihm in der Einrichtung nicht mehr geholfen werden könne. Hölderlin bezieht ein Zimmer bei ihm in einem Turm, von dem aus er das Neckartal überblicken kann. Er kann sich frei im Haus bewegen und Besuch empfangen. Seinem Hauswirt widmet er Gedichte. Es kommt zur Publikation weiterer Texte des Kranken, darunter die Gedichte „Rhein“ und „Patmos“.

1808
Hölderlin spielt im Turm Klavier und Flöte. Besucher wie Varnhagen von Ense und Justinus Kerner erleben einen Kranken, der lebhaft diskutiert, auch mit unsichtbaren Bewunderern, und konstatieren, seine ganze Beredsamkeit kaschiere nur ein „gewöhnliches Irrereden“.

1809
Besuch von Justinus Kerner und Ludwig Uhland. Ein Beauftragter der Familie bietet dem Zeitungsredakteur August Mahlmann Arbeiten von Hölderlin zum Abdruck an, der aber anonym erfolgen müsse. Dazu kommt es nicht.

1811
Hölderlin schreibt emsig Gedichte, die er in einem Almanach veröffentlichen möchte.

1822
Erster Besuch Wilhelm Waiblingers bei Hölderlin. Der Dichter redet den Gast mit „Eure Königliche Majestät“ an. Hölderlin geht mit Waiblinger spazieren und liest ihm aus dem „Hyperion“ vor. Waiblinger schreibt später eine biographische Skizze Hölderlins.

1826
Hölderlins Gedichte erscheinen in einer von Uhland und Schwab herausgegebenen Ausgabe.

1828
Hölderlins Mutter stirbt. Er erbt mehr als neuntausend Gulden. Für seinen Unterhalt bei Zimmer fallen jährlich etwa 200 Gulden an. 

1838
Der Tischlermeister Zimmer stirbt. Seine Tochter Lotte kümmert sich weiter um den Kranken.

1841
Mit Christoph Theodor Schwab, dem Sohn Gustav Schwabs, kommt ein neuer regelmäßiger Besucher zu Hölderlin, der seine Eindrücke notiert. Schwab erlebt den Kranken durchaus mit lichten Momenten. Wie andere Besucher auch ist Schwab vom Phantasieren Hölderlins auf dem Klavier beeindruckt.

1843
Besuchern gegenüber erklärt Hölderlin, er habe diesen Namen niemals getragen, sondern heiße eigentlich „Scardanelli, oder Salvator Rosa, oder so was“. Im Juni bekommt Hölderlin eine Erkältung, am 7. Juni stirbt er, am 10. Juni findet die Beerdigung auf dem Tübinger Friedhof statt.
 
 
 
 
 
 
 

Hymne an den Genius Griechenlands

Jubel! Jubel
Dir auf der Wolke!
Erstgeborner
Der hohen Natur!
Aus Kronos Halle
Schwebst du herab.
Zu neuen, geheiligten Schöpfungen
Hold und majestätisch herab.

Ha! bei der Unsterblichen
Die dich gebar,
Dir gleichet keiner
Unter den Brüdern
Den Völkerbeherrschern
Den Angebeteten allen!

Dir sang in der Wiege den Weihgesang
Im blutenden Panzer die ernste Gefahr
Zu gerechtem Siege reichte den Stahl
Die heilige Freiheit dir.
Von Freude glühten
Von zaubrischer Liebe deine Schläfe
Die goldgelockten Schläfe.

Lange säumtest du unter den Göttern
Und dachtest der kommenden Wunder.
Vorüber schwebten, wie silbern Gewölk
Am liebenden Auge dir
Die Geschlechter alle!
Die seligen Geschlechter.

Im Angesichte der Götter
Beschloss dein Mund
Auf Liebe dein Reich zu gründen.
Da staunten die Himmlischen alle.
Zu brüderlicher Umarmung,
Neigte sein königlich Haupt
Der Donnerer nieder zu dir.
Du gründest auf Liebe dein Reich.

Du kommst und Orpheus Liebe
Schwebet empor zum Auge der Welt
Und Orpheus Liebe
Wallet nieder zum Acheron
Du schwingest den Zauberstab,
Und Aphrodites Gürtel ersieht
Der trunkene Mäonide.
Ha! Mäonide! wie du!
So liebte keiner, wie du;
Die Erd' und Ozean
Und die Riesengeister, die Helden der Erde
Umfasste dein Herz!
Und die Himmel und alle die Himmlischen
Umfasste dein Herz.
Auch die Blume, die Bien' auf der Blume
Umfasste liebend dein Herz! –

Ach Ilion! Ilion!
Wie jammertest, hohe Gefallene, du
Im Blute der Kinder!
Nun bist du getröstet. Dir scholl
Groß und warm wie sein Herz,
Des Mäoniden Lied.

Ha! bei der Unsterblichen
Die dich gebar,
Dich, der du Orpheus Liebe,
Der du schufest Homeros Gesang - Friedrich Hölderlin

...
Frei und mächtig, wie des Meeres Welle,
Rein wie Bächlein in Elysium,
Sei der Dienst an ihres Tempels Schwelle,
Sei der Wahrheit hohes Priestertum.
Nieder, nieder mit verjährtem Wahne!
Stolzer Lüge Fluch und Untergang,
Ruhm der Weisheit unbefleckter Fahne,
Den Gerechten Ruhm und Siegsgesang!

Ha, der Lüge Quell – wie tot und trübe!
Kräftig ist der Weisheit Quell und süß!
Geister! Brüder! dieser Quell ist Liebe,
Ihn umgrünt der Freuden Paradies.
Von des Erdelebens Tand geläutert,
Ahndet Götterlust der zarte Sinn,
Von der Liebe Labetrunk erheitert,
Naht die Seele sich der Schöpferin.

Geister! Brüder! unser Bund erglühe
Von der Liebe göttlicher Magie.
Unbegrenzte, reine Liebe ziehe
Freundlich uns zur hohen Harmonie.
Sichtbar adle sie die treuen Söhne,
Schaff in ihnen Ruhe, Mut und Tat,
Und der heiligen Entzückung Träne,
Wenn Urania der Seele naht.

Siehe, Stolz und Hader ist vernichtet,
Trug ist nun und blinde Lüge stumm,
Streng ist Licht und Finsternis gesichtet,
Rein der Wahrheit stilles Heiligtum.
Unsrer Wünsche Kampf ist ausgerungen,
Himmelsruh' errang der heiße Streit,
Und die priesterlichen Huldigungen
Lohnet göttliche Genügsamkeit. - Friedrich Hölderlin

Griechenland

Hätt' ich dich im Schatten der Platanen,
Wo durch Blumen der Ilissus rann,
Wo die Jünglinge sich Ruhm ersannen,
Wo die Herzen Sokrates gewann,
Wo Aspasia durch Myrten wallte,
Wo der brüderlichen Freude Ruf
Aus der lärmenden Agora schallte,
Wo mein Plato Paradiese schuf,

Wo den Frühling Festgesänge würzten,
Wo die Fluten der Begeisterung
Von Minervens heil'gem Berge stürzten –
Der Beschützerin zur Huldigung –
Wo in tausend süßen Dichterstunden,
Wie ein Göttertraum, das Alter schwand,
Hätt' ich da, Geliebter, dich gefunden,
Wie vor Jahren dieses Herz dich fand!

Ach, wie anders hätt' ich dich umschlungen! –
Marathons Heroen sängst du mir,
Und die schönste der Begeisterungen
Lächelte vom trunknen Auge dir;
Deine Brust verjüngten Siegsgefühle,
Und dein Haupt vom Lorbeerzweig umspielt,
Fühlte nicht des Lebens dumpfe Schwüle,
Die so karg der Hauch der Freude kühlt.

Ist der Stern der Liebe dir verschwunden,
Und der Jugend holdes Rosenlicht?
Ach! umtanzt von Hellas goldnen Stunden,
Fühltest du die Flucht der Jahre nicht;
Ewig, wie der Vesta Flamme, glühte
Mut und Liebe dort in jeder Brust;
Wie die Frucht der Hesperiden, blühte
Ewig dort der Jugend süße Lust.

Hätte doch von diesen goldnen Jahren
Einen Teil das Schicksal dir beschert;
Diese reizenden Athener waren
Deines glühenden Gesangs so wert;
Hingelehnt am frohen Saitenspiele
Bei der süßen Chiertraube Blut,
Hättest du vom stürmischen Gewühle
Der Agora, glühend ausgeruht.

Ach! es hätt' in jenen bessern Tagen
Nicht umsonst so brüderlich und groß
Für ein Volk dein liebend Herz geschlagen,
Dem so gern des Dankes Zähre floß; –
Harre nun! sie kommt gewiss, die Stunde,
Die das Göttliche vom Staube trennt!
Stirb! du suchst auf diesem Erdenrunde,
Edler Geist! umsonst dein Element!

Attika, die Riesin, ist gefallen,
Wo die alten Göttersöhne ruh'n,
Im Ruin gestürzter Marmorhallen
Brütet ew'ge Todesstille nun;
Lächelnd steigt der süße Frühling nieder,
Doch er findet seine Brüder nie
In Ilissus heil'gem Tale wieder,
Ewig deckt die bange Wüste sie. –

Mich verlangt in's bess're Land hinüber
Nach Alcäus und Anakreon,
Und ich schlief' im engen Hause lieber,
Bei den Heiligen in Marathon!
Ach! es sei die letzte meiner Tränen,
Die dem heil'gen Griechenlande rann,
Lasst, o Parzen, laßt die Schere tönen!
Denn mein Herz gehört den Toten an. - Friedrich Hölderlin
 

Der Gott der Jugend

Gehn dir im Dämmerlichte,
Wenn in der Sommernacht
Für selige Gesichte
Dein liebend Auge wacht,
Noch oft der Freunde Manen
Und, wie der Sterne Chor,
Die Geister der Titanen
Des Altertums empor,

Wird da, wo sich im Schönen
Das Göttliche verhüllt,
Noch oft das tiefe Sehnen
Die Liebe dir gestillt,
Belohnt des Herzens Mühen
Der Ruhe Vorgefühl,
Und tönt von Melodien
Der Seele Saitenspiel,

So such im stillen Tale
Den blütenreichsten Hain,
Und gieß aus goldner Schale
Den frohen Opferwein!
Noch lächelt unveraltet
Des Herzens Frühling dir,
Der Gott der Jugend waltet
Noch über dir und mir.

Wie unter Tiburs Bäumen,
Wenn da der Dichter saß,
Und unter Götterträumen
Der Jahre Flucht vergaß,
Wenn ihn die Ulme kühlte,
Und wenn sie stolz und froh
Um Silberblüten spielte,
Die Flut des Anio,

Und wie um Platons Hallen,
Wenn durch der Haine Grün,
Begrüsst von Nachtigallen,
Der Stern der Liebe schien,
Wenn alle Lüfte schliefen,
Und, sanft bewegt vom Schwan,
Cephissus durch Oliven
Und Myrtensträuche rann,

So schön ist's noch hienieden!
Auch unser Herz erfuhr
Das Leben und den Frieden
Der freundlichen Natur;
Noch blüht des Himmels Schöne,
Noch mischen brüderlich
In unsers Herzens Töne
Des Frühlings Laute sich.

Drum such im stillsten Tale
Den düftereichsten Hain,
Und gieß aus goldner Schale
Den frohen Opferwein!
Noch lächelt unveraltet
Das Bild der Erde dir,
Der Gott der Jugend waltet
Noch über dir und mir. - Friedrich Hölderlin
 

Wurzel alles Übels

Einig zu sein, ist göttlich und gut; woher ist die Sucht denn
Unter den Menschen, dass nur einer und eines nur sei? - Friedrich Hölderlin
 

Der Archipelagus

Kehren die Kraniche wieder zu dir, und suchen zu deinen
Ufern wieder die Schiffe den Lauf, umatmen erwünschte
Lüfte dir die beruhigte Flut, und sonnet der Delphin
Aus der Tiefe gelockt am neuen Lichte den Rücken?
Blüht Ionien? ists die Zeit? denn immer im Frühling,
Wenn den Lebenden sich das Herz erneut und die erste
Liebe den Menschen erwacht und goldner Zeiten Erinnrung,
Komm ich zu dir und grüß' in deiner Stille dich, Alter!

Immer, Gewaltiger! lebst du noch und ruhest im Schatten
Deiner Berge, wie sonst; mit Jünglingsarmen umfängst du
Noch dein liebliches Land und deiner Töchter, o Vater!
Deiner Inseln ist noch, der blühenden, keine verloren.
Kreta steht und Salamis grünt, umdämmert von Lorbeern,
Rings von Strahlen umblüht, erhebt zur Stunde des Aufgangs
Delos ihr begeistertes Haupt und Tenos und Chios
Haben der purpurnen Früchte genug, von trunkenen Hügeln
Quillt der Cypriertrank und von Kalauria fallen
Silberne Bäche, wie einst, in die alten Wasser des Vaters.
Alle leben sie noch, die Heroenmütter, die Inseln,
Blühend von Jahr zu Jahr und wenn zu Zeiten, vom Abgrund
Losgelassen, die Flamme der Nacht, das untre Gewitter
Eine der holden ergriff und die Sterbende dir in den Schoß sank,
Göttlicher! du, du dauertest aus, denn über den dunkeln
Tiefen ist manches schon dir auf und untergegangen.

Auch die Himmlischen, sie, die Kräfte der Höhe, die stillen,
Die den heiteren Tag und süßen Schlummer und Ahnung
Fernher bringen über das Haupt der fühlenden Menschen
Aus der Fülle der Macht, auch sie, die alten Gespielen
Wohnen, wie einst, mit dir, und oft am dämmernden Abend
Wenn von Asiens Bergen herein das heilige Mondlicht
Kömmt und die Sterne sich in deiner Woge begegnen,
Leuchtest du von himmlischem Glanz und so, wie sie wandeln,
Wechseln die Wasser dir, es tönt die Weise der Brüder
Droben, ihr Nachtgesang im liebenden Busen dir wieder.

Wenn die allverklärende dann, die Sonne des Tages,
Sie, des Orients Kind, die Wundertätige, da ist,
Dann die Lebenden all im goldnen Traume beginnen,
Den die Dichtende stets des Morgens ihnen bereitet,
Dir, dem trauernden Gott, dir sendet sie froheren Zauber
Und ihr eigen freundliches Licht ist selber so schön nicht
Denn das Liebeszeichen, der Kranz, den immer, wie vormals,
Deiner gedenk, doch sie um die graue Locke dir windet.

Und umfängt der Äther dich nicht und kehren die Wolken,
Deine Boten, von ihm mit dem Göttergeschenke, dem Strahle
Aus der Höhe dir nicht? dann sendest du über das Land sie,
dass am heißen Gestad die gewittertrunkenen Wälder
Rauschen und wogen mit dir, dass bald, dem wandernden Sohn gleich,
Wenn der Vater ihn ruft, mit den tausend Bächen Mäander
Seinen Irren enteilt und aus der Ebne Kayster
Dir entgegenfrohlockt, und der Erstgeborne, der Alte,
Der zu lange sich barg, dein majestätischer Nil itzt
Hochherschreitend aus fernem Gebirg, wie im Klange der Waffen,
Siegreich kömmt und die offenen Arme der Sehnende reichet.

Dennoch einsam dünkest du dir, in schweigender Nacht hört
Deine Weheklage der Fels und öfters entflieht dir
Zürnend von Sterblichen weg die geflügelte Woge zum Himmel,
Denn es leben mit dir die edeln Lieblinge nimmer,
Die dich geehrt, die einst mit den schönen Tempeln und Städten
Deine Gestade bekränzt und immer suchen und missen,
Immer bedürfen ja, wie Heroen den Kranz, die geweihten
Elemente zum Ruhme das Herz der fühlenden Menschen.

Sage, wo ist Athen? ist über den Urnen der Meister
Deine Stadt, die geliebteste dir, an den heiligen Ufern,
Trauernder Gott! dir ganz in Asche zusammengesunken,
Oder ist noch ein Zeichen von ihr, dass etwa der Schiffer,
Wenn er vorüberkommt, sie nenn' und ihrer gedenke?
Stiegen dort die Säulen empor und leuchteten dort nicht
Sonst vom Dache der Burg herab die Göttergestalten?
Rauschte dort die Stimme des Volks, die stürmischbewegte,
Aus der Agora nicht her und eilten aus freudigen Pforten
Dort die Gassen dir nicht zu gesegnetem Hafen herunter?

Siehe! da löste sein Schiff der fernhinsinnende Kaufmann,
Froh, denn es wehet' auch ihm die beflügelnde Luft und die Götter
Liebten so, wie den Dichter, auch ihn, dieweil er die guten
Gaben der Erd' ausglich und Fernes Nahem vereinte.
Fern nach Cypros ziehet er hin und ferne nach Tyros,
Strebt nach Kolchis hinauf und hinab zum alten Ägyptos,
dass er Purpur und Wein und Korn und Vließe gewinne
Für die eigene Stadt und öfters über des kühnen
Herkules Säulen hinaus, zu neuen seligen Inseln
Tragen die Hoffnungen ihn und des Schiffes Flügel, indessen
Anders bewegt, am Gestade der Stadt ein sinnender Jüngling
Weilt und die Woge belauscht und Großes ahnet der Ernste
Wenn er zu Füßen so des erderschütternden Meisters
Lauschet und sitzt und nicht umsonst erzog ihn der Meergott.
Denn des Genius Feind, der vielgebietende Perse,
Jahrlang zählt' er sie schon, der Waffen Menge, der Knechte,
Spottend des griechischen Lands und seiner wenigen Inseln,
Und sie deuchten dem Herrscher ein Spiel und noch, wie ein Traum, war
Ihm das innige Volk, vom Göttergeiste gerüstet.
Leicht aus spricht er das Wort und schnell, wie der flammende Bergquell,
Wenn er furchtbar umher vom gärenden Ätna gegossen,
Städte begräbt in der purpurnen Flut und blühende Gärten,
Bis der brennende Strom im heiligen Meere sich kühlet,
So mit dem Könige nun, versengend, städteverwüstend,
Stürzt von Ekbatana daher sein prächtig Getümmel;
Weh! und Athene, die herrliche, fällt; wohl schauen und ringen
Vom Gebirg, wo das Wild ihr Geschrei hört, fliehende Greise
Nach den Wohnungen dort zurück und den rauchenden Tempeln,
Aber es weckt der Söhne Gebet die heilige Asche
Nun nicht mehr, im Tal ist der Tod, und die Wolke des Brandes
Schwindet am Himmel dahin, und weiter im Lande zu ernten,
Zieht, vom Frevel erhitzt, mit der Beute der Perse vorüber.
Aber an Salamis Ufern, o Tag an Salamis Ufern!

Harrend des Endes stehn die Athenerinnen, die Jungfraun,
Stehn die Mütter, wiegend im Arm das gerettete Söhnlein,
Aber den Horchenden schallt von Tiefen die Stimme des Meergotts
Heilweissagend herauf, es schaun die Götter des Himmels
Wägend und richtend herab, denn dort an den bebenden Ufern
Wankt, seit Tagesbeginn, wie langsamwandelnd Gewitter
Dort auf schäumenden Wassern die Schlacht und es glühet der Mittag,
Unbemerket im Zorn, schon über dem Haupte den Kämpfern.

Aber die Männer des Volks, die Heroenenkel, sie walten
Helleren Auges jetzt, die Götterlieblinge denken
Des beschiedenen Glücks, es zähmen die Kinder Athenes
Ihren Genius, ihn, den todverachtenden jetzt nicht;
Denn wie aus rauchendem Blut das Wild der Wüste noch einmal
Sich zuletzt verwandelt erhebt, der edleren Kraft gleich,
Und den Jäger erschreckt; kehrt jetzt im Glanze der Waffen,
Bei der Herrscher Gebot, furchtbargesammelt den Wilden,
Mitten im Untergang die ermattete Seele noch einmal.
Und entbrannter beginnts; wie Paare ringender Männer
Fassen die Schiffe sich an, in die Woge taumelt das Steuer,
Unter den Streitern bricht der Boden und Schiffer und Schiff sinkt.

Aber in schwindelnden Traum vom Liede des Tages gesungen
Rollt der König den Blick, irrlächelnd über den Ausgang
Droht er und fleht und frohlockt und sendet, wie Blitze, die Boten
Doch er sendet umsonst, es kehret keiner ihm wieder.
Blutige Boten, Erschlagne des Heers und berstende Schiffe,
Wirft die Rächerin ihm zahllos, die donnernde Woge
Vor den Thron, wo er sitzt am bebenden Ufer, der Arme
Schauend die Flucht und fort in die fliehende Menge gerissen,
Eilt er, ihn treibt der Gott, es treibt sein irrend Geschwader
Über die Fluten der Gott, der spottend sein eitel Geschmeid' ihm
Endlich zerschlug und den Schwachen erreicht' in der drohenden Rüstung.

Aber liebend zurück zum einsamharrenden Strome
Kommt der Athener Volk und von den Bergen der Heimat
Wogen, freudig gemischt, die glänzenden Scharen herunter
Ins verlassene Tal; ach! gleich der gealterten Mutter,
Wenn nach Jahren das Kind, das verlorengeachtete, wieder
Lebend ihr an die Brüste kehrt, ein erwachsener Jüngling,
Aber im Gram ist ihr die Seele gewelkt und die Freude
Kommt der hoffnungsmüden zu spät und mühsam vernimmt sie,
Was der liebende Sohn in seinem Danke geredet,
So erscheint den Kommenden dort der Boden der Heimat.
Denn es fragen umsonst nach ihren Hainen die Frommen,
Und die Sieger empfängt die freundliche Pforte nicht wieder,
Wie den Wanderer sonst sie empfing, wenn er froh von den Inseln
Wiederkehrt' und die selige Burg der Mutter Athene
Über sehnendem Haupt ihm fernherglänzend heraufging.
Aber wohl sind ihnen bekannt die verödeten Gassen
Und die trauernden Gärten umher und auf der Agora,
Wo des Portikus Säulen gestürzt und die göttlichen Bilder
Liegen, da reicht in der Seele bewegt und der Treue sich freuend
Jetzt das liebende Volk zum Bunde die Hände sich wieder.

Bald auch suchet und sieht den Ort des eigenen Hauses
Unter dem Schutt der Mann; ihm weint am Halse der trauten
Schlummerstätte gedenk, sein Weib, es fragen die Kindlein
Nach dem Tische, wo sonst in lieblicher Reihe sie saßen,
Von den Vätern gesehn, den lächelnden Göttern des Hauses.
Aber Gezelte bauet das Volk, es schließen die alten
Nachbarn wieder sich an, und nach des Herzens Gewohnheit
Ordnen die luftigen Wohnungen sich umher an den Hügeln.

So indessen wohnen sie nun, wie die Freien, die Alten,
Die, der Stärke gewiß und dem kommenden Tage vertrauend,
Wandernden Vögeln gleich, mit Gesange von Berge zu Berg' einst
Zogen, die Fürsten des Forsts und des weitumirrenden Stromes.
Doch umfängt noch, wie sonst, die Muttererde, die treue,
Wieder ihr edel Volk und unter heiligem Himmel
Ruhen sie sanft, wenn milde, wie sonst, die Lüfte der Jugend
Um die Schlafenden wehn und aus Platanen Ilissus
Ihnen herüberrauscht und neue Tage verkündend,
Lockend zu neuen Taten bei Nacht die Woge des Meergotts
Fernher tönt und fröhliche Träume den Lieblingen sendet.
Schon auch sprossen und blühn die Blumen mälig, die goldnen
Auf zertretenem Feld, von frommen Händen gewartet,
Grünet der Ölbaum auf und auf Kolonos Gefilden
Nähren friedlich, wie sonst, die Athenischen Rosse sich wieder.

Aber der Muttererd' und dem Gott der Woge zu Ehren
Blühet die Stadt itzt auf, ein herrlich Gebild, dem Gestirn gleich
Sichergegründet, des Genius Werk, denn Fesseln der Liebe
Schafft er gerne sich so, so hält in großen Gestalten,
Die er selbst sich erbaut, der immerrege sich bleibend.
Sieh! und dem Schaffenden dienet der Wald, ihm reicht mit den andern
Bergen nahe zur Hand der Pentele Marmor und Erze,
Aber lebend, wie er, und froh und herrlich entquillt es
Seinen Händen und leicht, wie der Sonne, gedeiht das Geschäft ihm.
Brunnen steigen empor und über die Hügel in reinen
Bahnen gelenkt, ereilt der Quell das glänzende Becken;
Aber umher an ihnen erglänzt, gleich festlichen Helden
Am gemeinsamen Kelch, die Reihe der Wohnungen, hoch ragt
Der Prytanen Gemach, es stehn Gymnasien offen,
Göttertempel entstehn, ein heiligkühner Gedanke
Steigt, Unsterblichen nah, das Olympion auf in den Äther
Aus dem seligen Hain; noch manche der himmlischen Hallen!
Mutter Athene, dir auch, dir wuchs dein herrlicher Hügel
Stolzer aus der Trauer empor und blühte noch lange,
Gott der Wogen und dir und deine Lieblinge sangen
Frohversammelt noch oft am Vorgebirge den Dank dir.

O die Kinder des Glücks, die frommen! wandeln sie fern nun
Bei den Vätern daheim und der Schicksalstage vergessen
Drüben am Lethestrom und bringt kein Sehnen sie wieder,
Sieht mein Auge sie nie? ach! findet über den tausend
Pfaden der grünenden Erd', ihr göttergleichen Gestalten!
Euch das Suchende nie, und vernahm ich darum die Sage,
Darum die Sprache von euch, dass immertrauernd die Seele
Vor der Zeit mir hinab zu euern Schatten entfliehe?
Aber näher zu euch, wo eure Haine noch wachsen,
Wo sein einsames Haupt in Wolken der heilige Berg hüllt,
Zum Parnassos will ich und wenn im Dunkel der Eiche
Schimmernd, mir Irrenden dort Kastalias Quelle begegnet,
Will ich, mit Tränen gemischt, aus blütenumdufteter Schale
Dort, auf keimendes Grün, das Wasser gießen, damit doch,
O ihr Schlafenden all! ein Totenopfer euch werde.
Dort im schweigenden Tal, an Tempes hängenden Felsen,
Will ich wohnen mit euch, dort oft, ihr herrlichen Namen,
Her euch rufen bei Nacht, und wenn ihr zürnend erscheinet,
Weil der Pflug die Gräber entweiht, mit der Stimme des Herzens
Will ich, mit frommem Gesang euch sühnen, heilige Schatten!
Bis zu leben mit euch, sich ganz die Seele gewöhnet.
Fragen wird der Geweihtere dann euch manches, ihr Toten!
Euch, ihr Lebenden auch, ihr hohen Kräfte des Himmels,
Wenn ihr über dem Schutt mit euren Jahren vorbeigeht,
Ihr in der sicheren Bahn! denn oft ergreifet das Irrsal
Unter den Sternen mir, wie schaurige Lüfte den Busen,
dass ich spähe nach Rat und lang schon reden sie nimmer
Trost den Bedürftigen zu, die prophetischen Haine Dodonas,
Stumm ist der delphische Gott und einsam liegen und öde
Längst die Pfade, wo einst, von Hoffnungen leise geleitet,
Fragend der Mann zur Stadt des redlichen Sehers heraufstieg.

Aber droben das Licht, es spricht noch heute zu Menschen,
Schöner Deutungen voll und des großen Donnerers Stimme
Ruft es: denket ihr mein? und die trauernde Woge des Meergotts
Hallt es wider: gedenkt ihr nimmer meiner, wie vormals?
Denn es ruhn die Himmlischen gern am fühlenden Herzen,
Immer, wie sonst, geleiten sie noch, die begeisternden Kräfte
Gerne den strebenden Mann und über Bergen der Heimat
Ruht und waltet und lebt allgegenwärtig der Äther,
dass ein liebendes Volk in des Vaters Armen gesammelt,
Menschlichfreudig, wie sonst, und Ein Geist allen gemein sei.
Aber weh! es wandelt in Nacht, es wohnt, wie im Orkus,
Ohne Göttliches unser Geschlecht. Ans eigene Treiben
Sind sie geschmiedet allein und sich in der tosenden Werkstatt
Höret jeglicher nur und viel arbeiten die Wilden
Mit gewaltigem Arm, rastlos, doch immer und immer
Unfruchtbar, wie die Furien, bleibt die Mühe der Armen.
Bis erwacht vom ängstigen Traum, die Seele den Menschen
Aufgeht, jugendlichfroh, und der Liebe segnender Othem
Wieder, wie vormals, oft, bei Hellas blühenden Kindern,
Wehet in neuer Zeit und über freierer Stirne
Uns der Geist der Natur, der fernherwandelnde, wieder
Stilleweilend der Gott in goldnen Wolken erscheinet.

Ach! und säumest du noch? und jene, die göttlichgebornen,
Wohnen immer, o Tag! noch als in Tiefen der Erde
Einsam unten, indes ein immerlebender Frühling
Unbesungen über dem Haupt den Schlafenden dämmert?
Aber länger nicht mehr! schon hör' ich ferne des Festtags
Chorgesang auf grünem Gebirg' und das Echo der Haine,
Wo der Jünglinge Brust sich hebt, wo die Seele des Volks sich
Stillvereint im freieren Lied, zur Ehre des Gottes,
Dem die Höhe gebührt, doch auch die Tale sind heilig;
Denn, wo fröhlich der Strom in wachsender Jugend hinauseilt,
Unter Blumen des Lands und wo auf sonnigen Ebnen
Edles Korn und der Obstwald reift, da kränzen am Feste
Gerne die Frommen sich auch und auf dem Hügel der Stadt glänzt,
Menschlicher Wohnung gleich, die himmlische Halle der Freude.
Denn voll göttlichen Sinns ist alles Leben geworden,
Und vollendend, wie sonst, erscheinst du wieder den Kindern
Überall, o Natur! und, wie vom Quellengebirg, rinnt
Segen von da und dort in die keimende Seele dem Volke.
Dann, dann, o ihr Freuden Athens! ihr Taten in Sparta!
Köstliche Frühlingszeit im Griechenlande! wenn unser
Herbst kömmt, wenn ihr gereift, ihr Geister alle der Vorwelt!
Wiederkehret und siehe! des Jahrs Vollendung ist nahe!
Dann erhalte das Fest auch euch, vergangene Tage!
Hin nach Hellas schaue das Volk und weinend und dankend
Sänftige sich in Erinnerungen der stolze Triumphtag!

Aber blühet indes, bis unsre Früchte beginnen,
Blüht, ihr Gärten Ioniens! nur und die an Athens Schutt
Grünen, ihr Holden! verbergt dem schauenden Tage die Trauer!
Kränzt mit ewigem Laub, ihr Lorbeerwälder! die Hügel
Eurer Toten umher, bei Marathon dort, wo die Knaben
Siegend starben, ach! dort auf Chäroneas Gefilden,
Wo mit den Waffen ins Blut die letzten Athener enteilten,
Fliehend vor dem Tage der Schmach, dort, dort von den Bergen
Klagt ins Schlachttal täglich herab, dort singet von Ötas
Gipfeln das Schicksalslied, ihr wandelnden Wasser, herunter!
Aber du, unsterblich, wenn auch der Griechengesang schon
Dich nicht feiert, wie sonst, aus deinen Wogen, o Meergott!
Töne mir in die Seele noch oft, dass über den Wassern
Furchtlosrege der Geist, dem Schwimmer gleich, in der Starken
Frischem Glücke sich üb' und die Göttersprache das Wechseln
Und das Werden versteh' und wenn die reißende Zeit mir
Zu gewaltig das Haupt ergreift und die Not und das Irrsal
Unter Sterblichen mir mein sterblich Leben erschüttert,
Lass der Stille mich dann in deiner Tiefe gedenken. - Friedrich Hölderlin

aus: Brot und Wein

 Seliges Griechenland! du Haus der Himmlischen alle,
    Also ist wahr, was einst wir in der Jugend gehört?
Festlicher Saal! der Boden ist Meer! und Tische die Berge
    Wahrlich zu einzigem Brauche vor Alters gebaut!
Aber die Thronen, wo? die Tempel, und wo die Gefäße,
    Wo mit Nektar gefüllt, Göttern zu Lust der Gesang?
Wo, wo leuchten sie denn, die fernhintreffenden Sprüche?
    Delphi schlummert und wo tönet das große Geschick?
Wo ist das schnelle? wo brichts, allgegenwärtigen Glücks voll
    Donnernd aus heiterer Luft über die Augen herein?
Vater Äther! so riefs und flog von Zunge zu Zunge
    Tausendfach, es ertrug keiner das Leben allein;
Ausgeteilet erfreut solch Gut und getauschet, mit Fremden,
    Wirds ein Jubel, es wächst schlafend des Wortes Gewalt
Vater! heiter! und hallt, so weit es gehet, das uralt
    Zeichen, von Eltern geerbt, treffend und schaffend hinab.
Denn so kehren die Himmlischen ein, tiefschütternd gelangt so
    Aus den Schatten herab unter die Menschen ihr Tag.

 Unempfunden kommen sie erst, es streben entgegen
    Ihnen die Kinder, zu hell kommet, zu blendend das Glück,
Und es scheut sie der Mensch, kaum weiß zu sagen ein Halbgott
    Wer mit Namen sie sind, die mit den Gaben ihm nahn.
Aber der Mut von ihnen ist groß, es füllen das Herz ihm
    Ihre Freuden und kaum weiß er zu brauchen das Gut,
Schafft, verschwendet und fast ward ihm Unheiliges heilig,
    Das er mit segnender Hand törig und gütig berührt.
Möglichst dulden die Himmlischen dies; dann aber in Wahrheit
    Kommen sie selbst und gewohnt werden die Menschen des Glücks
Und des Tags und zu schaun die Offenbaren, das Antlitz
    Derer, welche schon längst Eines und Alles genannt
Tief die verschwiegene Brust mit freier Genüge gefüllet,
    Und zuerst und allein alles Verlangen beglückt;
So ist der Mensch; wenn da ist das Gut, und es sorget mit Gaben
    Selber ein Gott für ihn, kennet und sieht er es nicht
Tragen muss er, zuvor; nun aber nennt er sein Liebstes,
    Nun, nun müssen dafür Worte, wie Blumen, entstehn.

 Und nun denkt er zu ehren in Ernst die seligen Götter,
    Wirklich und wahrhaft muss alles verkünden ihr Lob.
Nichts darf schauen das Licht, was nicht den Hohen gefället,
    Vor den Äther gebührt Müßigversuchendes nicht.
Drum in der Gegenwart der Himmlischen würdig zu stehen,
    Richten in herrlichen Ordnungen Völker sich auf
Untereinander und baun die schönen Tempel und Städte
    Fest und edel, sie gehn über Gestaden empor –
Aber wo sind sie? wo blühn die Bekannten, die Kronen des Festes?
    Thebe welkt und Athen; rauschen die Waffen nicht mehr
In Olympia, nicht die goldnen Wagen des Kampfspiels,
    Und bekränzen sich denn nimmer die Schiffe Korinths?
Warum schweigen auch sie, die alten heilgen Theater?
    Warum freuet sich denn nicht der geweihete Tanz?
Warum zeichnet, wie sonst, die Stirne des Mannes ein Gott nicht,
    Drückt den Stempel, wie sonst, nicht dem Getroffenen auf?
Oder er kam auch selbst und nahm des Menschen Gestalt an
    Und vollendet und schloß tröstend das himmlische Fest. - Friedrich Hölderlin
 

Hyperions Schicksalslied

Ihr wandelt droben im Licht
  Auf weichem Boden, selige Genien!
    Glänzende Götterlüfte
      Rühren euch leicht,
        Wie die Finger der Künstlerin
          Heilige Saiten.

Schicksallos, wie der schlafende
  Säugling, atmen die Himmlischen;
    Keusch bewahrt
      In bescheidener Knospe,
        Blühet ewig
          Ihnen der Geist,
            Und die seligen Augen
              Blicken in stiller
                Ewiger Klarheit.

Doch uns ist gegeben,
  Auf keiner Stätte zu ruhn,
    Es schwinden, es fallen
      Die leidenden Menschen
        Blindlings von einer
          Stunde zur andern,
            Wie Wasser von Klippe
              Zu Klippe geworfen,
                Jahr lang ins Ungewisse hinab.

Da ich ein Knabe war,
  Rettet' ein Gott mich oft
    Vom Geschrei und der Rute der Menschen,
      Da spielt ich sicher und gut
        Mit den Blumen des Hains,
          Und die Lüftchen des Himmels
            Spielten mit mir.

Und wie du das Herz
  Der Pflanzen erfreust,
    Wenn sie entgegen dir
      Die zarten Arme strecken,

So hast du mein Herz erfreut,
  Vater Helios! und, wie Endymion,
    War ich dein Liebling,
      Heilige Luna!

Oh all ihr treuen
  Freundlichen Götter!
    dass ihr wüßtet,
      Wie euch meine Seele geliebt!

Zwar damals rief ich noch nicht
  Euch mit Namen, auch ihr
    Nanntet mich nie, wie die Menschen sich nennen
      Als kennten sie sich.

Doch kannt ich euch besser,
  Als ich je die Menschen gekannt,
    Ich verstand die Stille des Aethers,
      Der Menschen Worte verstand ich nie.

Mich erzog der Wohllaut
  Des säuselnden Hains
    Und lieben lernt ich
      Unter den Blumen. - Friedrich Hölderlin
 

Im Arme der Götter wuchs ich groß.
...
Die Natur ist jetzt mit Waffenklang erwacht,
Und hoch vom Äther bis zum Abgrund nieder
Nach festem Gesetze, wie einst, aus heiligem Chaos gezeugt,
Fühlt neu die Begeisterung sich,
Die Allerschaffende wieder.

Und wie im Aug' ein Feuer dem Manne glänzt,
Wenn Hohes er entwarf, so ist
Von neuem an den Zeichen, den Taten der Welt jetzt
Ein Feuer angezündet in Seelen der Dichter.
Und was zuvor geschah, doch kaum gefühlt,
Ist offenbar erst jetzt,
Und die uns lächelnd den Acker gebauet,
In Knechtsgestalt, sie sind erkannt,
Die Allebendigen, die Kräfte der Götter.

Erfrägst du sie? im Liede wehet ihr Geist
Das auch der Sonne, wie Blumen und dunkler Erd
Entwächst, und Wettern, die in der Luft, und andern
Die vorbereiteter in Tiefen der Zeit,
Und deutungsvoller, und vernehmlicher uns
Hinwandeln zwischen Himmel und Erd und unter den Völkern
Des gemeinsamen Geistes Gedanken sind,
Still endend in der Seele des Dichters,

dass schnellbetroffen sie, Unendlichem
Bekannt seit langer Zeit, von Erinnerung
Erbebt, und ihr, von heilgem Strahl entzündet,
Die Frucht in Liebe geboren, der Götter und Menschen Werk
Der Gesang, damit er beiden zeuge, glückt.
So fiel, wie Dichter sagen, da sie sichtbar
Den Gott zu sehen begehrte, sein Blitz auf Semeles Haus
Und die Asche der göttlichgetroffnen gebar,
Die Frucht des Gewitters, den heiligen Bacchus.

Und daher trinken himmlisches Feuer jetzt
Die Erdensöhne ohne Gefahr.
Doch uns gebührt es, unter Gottes Gewittern,
Ihr Dichter! mit entblößtem Haupte zu stehen,
Des Vaters Strahl, ihn selbst, mit eigner Hand
Zu fassen und dem Volk' ins Lied
Gehüllt die himmlische Gabe zu reichen.
Denn sind nur reinen Herzens,
Wie Kinder, wir, sind schuldlos unsere Hände - Friedrich Hölderlin

Der Einzige (Erste Fassung)

Was ist es, das
An die alten seligen Küsten
Mich fesselt, dass ich mehr noch
Sie liebe, als mein Vaterland?
Denn wie in himmlische
Gefangenschaft verkauft
Dort bin ich, wo Apollo ging
In Königsgestalt,
Und zu unschuldigen Jünglingen sich
Herabließ Zevs und Söhn' in heiliger Art
Und Töchter zeugte
Der Hohe unter den Menschen?

Der hohen Gedanken
Sind nämlich viel
Entsprungen des Vaters Haupt
Und große Seelen
Von ihm zu Menschen gekommen.
Gehöret hab' ich
Von Elis und Olympia, bin
Gestanden oben auf dem Parnaß,
Und über Bergen des Isthmus,
Und drüben auch
Bei Smyrna und hinab
Bei Ephesos bin ich gegangen;

Viel hab' ich schönes gesehn,
Und gesungen Gottes Bild,
Hab' ich, das lebet unter
Den Menschen, aber dennoch
Ihr alten Götter und all
Ihr tapfern Söhne der Götter
Noch Einen such ich, den
Ich liebe unter euch,
Wo ihr den letzten eures Geschlechts
Des Hauses Kleinod mir
Dem fremden Gaste verberget.

Mein Meister und Herr!
O du, mein Lehrer!
Was bist du ferne
Geblieben? und da
lch fragte unter den Alten,
Die Helden und
Die Götter, warum bliebest
Du aus? Und jetzt ist voll
Von Trauern meine Seele
Als eifertet, ihr Himmlischen, selbst
dass, dien' ich einem, mir
Das andere fehlet.

Ich weiß es aber, eigene Schuld
Ists! Denn zu sehr,
O Christus! häng' ich an dir,
Wiewohl Herakles Bruder
Und kühn bekenn' ich, du
Bist Bruder auch des Eviers, der
An den Wagen spannte
Die Tyger und hinab
Bis an den Indus
Gebietend freudigen Dienst
Den Weinberg stiftet und
Den Grimm bezähmte der Völker.

Es hindert aber eine Scham
Mich dir zu vergleichen
Die weltlichen Männer. Und freilich weiß
Ich, der dich zeugte, dein Vater,
Derselbe der, ... - Friedrich Hölderlin
 

Der Einzige (Zweite Fassung)

Was ist es, das
An die alten seligen Küsten
Mich fesselt, dass ich mehr noch
Sie liebe, als mein Vaterland?
Denn wie in himmlischer
Gefangenschaft gebückt, in flammender Luft
Dort bin ich, wo, wie Steine sagen, Apollo ging
In Königsgestalt,
Und zu unschuldigen Jünglingen sich
Herabließ Zeus und Söhn in heiliger Art
Und Töchter zeugte
Der Hohe unter den Menschen.

Der hohen Gedanken
Sind nämlich viel
Entsprungen des Vaters Haupt,
Und große Seelen
Von ihm zu Menschen gekommen.
Gehöret hab ich
Von Elis und Olympia, bin
Gestanden oben auf dem Parnaß,
Und über Bergen des Isthmus,
Und drüben auch
Bei Smyrna und hinab
Bei Ephesos bin ich gegangen;

Viel hab ich Schönes gesehn,
Und gesungen Gottes Bild
Hab ich, das lebet unter
Den Menschen, denn sehr dem Raum gleich ist
Das Himmlische reichlich in
Der Jugend zählbar, aber dennoch,
O du der Sterne Leben und all
Ihr tapfern Söhne des Lebens,
Noch Einen such ich, den
Ich liebe unter euch,
Wo ihr den letzten eures Geschlechts,
Der Hauses Kleinod, mir
Dem fremden Gaste bewahret.

Mein Meister und Herr!
O du, mein Lehrer!
Was bist du ferne
Geblieben? und da
Ich fragte unter den Alten,
Die Helden und
Die Götter, warum bliebest
Du aus? Und jetzt ist voll
Von Trauern meine Seele,
Als eifertet ihr Himmlischen selbst,
dass, dien ich einem, mir
Das andere fehlet.

Ich weiß es aber, eigene Schuld ists! Denn zu sehr,
O Christus! häng ich an dir, wiewohl Herakles' Bruder,
Und kühn bekenn ich, du bist Bruder auch des Eviers, der
Die Todeslust der Völker aufhält und zerreißet den Fallstrick,
Fein sehen die Menschen, dass sie
Nicht gehn den Weg des Todes und hüten das Maß, dass einer
Etwas für sich ist, den Augenblick,
Das Geschick der großen Zeit auch,
Ihr Feuer fürchtend, treffen sie, und wo
Des Wegs ein anderes geht, da sehen sie
Auch, wo ein Geschick sei, machen aber
Das sicher, Menschen gleichend oder Gesetzen.

Es entbrennet aber sein Zorn; dass nämlich
Das Zeichen die Erde berührt, allmählich
Aus Augen gekommen, als an einer Leiter.
Diesmal. Eigenwillig sonst, unmäßig
Grenzlos, dass der Menschen Hand
Anficht das Lebende, mehr auch, als sich schicket
Für einen Halbgott, Heiliggesetztes übergeht
Der Entwurf. Seit nämlich böser Geist sich
Bemächtiget des glücklichen Altertums, unendlich,
Langher währt Eines, gesangsfeind, klanglos, das
In Maßen vergeht, des Sinnes Gewaltsames. Ungebundenes aber
Hasset Gott. Fürbittend aber

Hält ihn der Tag von dieser Zeit, stillschaffend,
Des Weges gehend, die Blüte der Jahre,
Und Kriegsgetön, und Geschichte der Helden unterhält, hartnäckig Geschick;
Die Sonne Christi, Gärten der Büßenden, und
Der Pilgrime Wandern und der Völker ihn, und des Wächters
Gesang und die Schrift
Des Barden oder Afrikaners. Ruhmloser auch
Geschick hält ihn, die an den Tag
Jetzt erst recht kommen, das sind väterliche Fürsten. Denn viel ist der Stand
Gottgleicher, denn sonst. Denn Männer mehr
Gehöret das Licht. Nicht Jünglingen.
Das Vaterland auch. Nämlich frisch

Noch unerschöpflich und voll mit Locken.
Der Vater der Erde freuet nämlich sich des
Auch, dass Kinder sind, so bleibet eine Gewißheit
Des Guten. So auch freuet
Das ihn, dass eines bleibet.
Auch einige sind, gerettet, als
Auf schönen Inseln. Gelehrt sind die.
Versuchungen sind nämlich
Grenzlos an die gegangen.
Zahllose gefallen. Also ging es, als
Der Erde Vater bereitet Ständiges
In Stürmen der Zeit. Ist aber geendet. - Friedrich Hölderlin
 

Der Einzige (Dritte Fassung)

Was ist es, das
An die alten seligen Küsten
Mich fesselt, dass ich mehr noch
Sie liebe, als mein Vaterland?
Denn wie in himmlischer
Gefangenschaft gebückt, dem Tag nach sprechend
Dort bin ich, wo, die Steine sagen, Apollo ging,
In Königsgestalt,
Und zu unschuldigen Jünglingen sich
Herabließ Zeus, und Söhn in heiliger Art
Und Töchter zeugte
Stumm weilend unter den Menschen.

Der hohen Gedanken aber
sind dennoch viele
Gekommen aus des Vaters Haupt,
Und große Seelen
Von ihm zu Menschen gekommen.
Und gehöret hab ich
Von Elis und Olympia, bin
Gestanden immerdar, an Quellen, auf dem Parnaß
Und über Bergen des Isthmus
Und drüben auch
Bei Smyrna und hinab
Bei Ephesos bin ich gegangen.

Viel hab ich Schönes gesehn
Und gesungen Gottes Bild
Hab ich, das lebet unter
Den Menschen. Denn sehr, dem Raum gleich, ist
Das Himmlische reichlich in
Der Jugend zählbar, aber dennoch,
Ihr alten Götter und all
Ihr tapfern Söhne der Götter,
Noch einen such ich, den
Ich liebe unter euch,
Wo ihr den letzten eures Geschlechts.
Des Hauses Kleinod, mir
Dem fremden Gaste bewahret.

Mein Meister und Herr!
O du, mein Lehrer!
Was bist du ferne
Geblieben? und da
Ich sahe, mitten, unter den Geistern, den Alten
Die Helden und
Die Götter, warum bliebest
Du aus? Und jetzt ist voll
Von Trauern meine Seele,
Als eifertet ihr Himmlischen selbst,
dass, dien ich einem, mir
Das andere fehlet.

Ich weiß es aber, eigene Schuld
Ist's, denn zu sehr,
O Christus! häng ich an dir,
Wiewohl Herakles Bruder,
Und kühn bekenn ich, du
Bist Bruder auch des Eviers, der einsichtlich, vor Alters
Die verdrossene Irre gerichtet,
Der Erde Gott, und beschieden
Die Seele dem Tier, das lebend
Vom eigenen Hunger schweift' und der Erde nach ging,
Aber rechte Wege gebot er mit Einem Mal und Orte,
Die Sachen auch bestellt er von jedem.

Es hindert aber eine Scham
Mich, dir zu vergleichen
Die weltlichen Männer. Und freilich weiß
Ich, der dich zeugte, dein Vater ist
Derselbe. Nämlich Christus ist ja auch allein
Gestanden unter sichtbarem Himmel und Gestirn, sichtbar
Freiwaltendem über das Eingesetzte, mit Erlaubnis von Gott,
Und die Sünden der Welt, die Unverständlichkeit
Der Kenntnisse nämlich, wenn Beständiges das Geschäftige überwachst
Der Menschen, und der Mut des Gestirns war ob ihm. Nämlich immer jauchzet die Welt
Hinweg von dieser Erde, dass sie die
Entblößet; wo das Menschliche sie nicht hält. Es bleibet aber eine Spur
Doch eines Wortes; die ein Mann erhaschet. Der Ort war aber
Die Wüste. So sind jene sich gleich. Voll Freuden, reichlich. Herrlich grünet
Ein Kleeblatt. Ungestalt war, um des Geistes willen, dieses, dürfte von solchen
Nicht sagen, gelehrt im Wissen eines schlechten Gebets, dass sie
Wie Feldherrn mir, Heroen sind. Des dürfen die Sterblichen wegen dem, weil
Ohne Halt verstandlos Gott ist. Aber wie auf Wagen mit Gewalt
Demütige
Des Tages oder
Mit Stimmen erscheinet Gott als Natur von außen. Mittelbar
In heiligen Schriften. Himmlische sind
Und Menschen auf Erden beieinander die ganze Zeit. Ein großer Mann und ähnlich eine große Seele
Wenn gleich im Himmel

Begehrt zu einem auf Erden. Immerdar
Bleibt dies, dass immergekettet alltag ganz ist
Die Welt. Oft aber scheint
Ein großer nicht zusammenzutaugen
Zu Großem. Alle Tage stehn die aber, als an einem Abgrund einer
Neben dem andern. Jene drei sind aber
Das, dass sie unter der Sonne
Wie Jäger der Jagd sind oder
Ein Ackermann, der atmend von der Arbeit
Sein Haupt entblößet, oder Bettler. Schön
Und lieblich ist es zu vergleichen. Wohl tut
Die Erde. Zu kühlen. Immer aber... - Friedrich Hölderlin 
 

Denn nimmer herrscht er allein.

Es hänget aber an Einem
Die Liebe. Diesesmal
Ist nämlich vom eigenen Herzen
Zu sehr gegangen der Gesang,
Gut machen will ich den Fehl
Wenn ich noch andere singe.
Nie treff ich, wie ich wünsche,
Das Maß. Ein Gott weiß aber
Wenn kommet, was ich wünsche das Beste.
Denn wie der Meister
Gewandelt auf Erden

Ein gefangener Aar,
Und viele, die
Ihn sahen, fürchteten sich,
Dieweil sein Äußerstes tat
Der Vater und sein Bestes unter
Den Menschen wirkete wirklich,
Und sehr betrübt war auch
Der Sohn so lange, bis er
Gen Himmel fuhr in den Lüften,
Dem gleich ist gefangen die Seele der Helden.
Die Dichter müssen auch
Die geistigen weltlich sein. - Friedrich Hölderlin
 
 

Anmerkungen

[1] Vgl. Kurs Nr. 554 Friedrich Hölderlin. Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Vgl. Kurs Nr. 545 Sittenlehre. Ib.
[3] Vgl. Kurs Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung. Ib.
[4] Vgl. Kurs Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences. Ib.
[5] Vgl. Kurs Nr. 544 Staats- und Rechtslehre. Ib.
[6] Vgl. Kurs Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Ib.
[7] Vgl. Kurs Nr. 512 Novalis. Ib.
[8] Vgl. Kurs Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion - Philosophy of Science, Art and Religion. Ib.
[9] Vgl. Kurs Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung. Ib.
[10] Vgl. Kurs Nr. 509 Philosophie der Freiheit. Ib.
[11] Vgl. Kurs Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie. Ib.
[12] Mehr zur Verteidigung der Freiheit zum Beispiel gegen die Türken in Kurs Nr. 552 William Shakespeare. Ib.
[13] Vgl. Kurse Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 506 Wladimir Solowjew: Europa im 21. Jahrhundert. Ib.
[14] Gutschker, T. 2016: Unterstützt die Türkei den IS? Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Nr. 2, p. 7
[15] Vgl. Kurs Nr. 505 Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Ib.
[16] Vgl. Kurs Nr. 556 - Torquato Tasso. Ib.
[17] Vgl. Kurs Kurs Nr. 557 - Ariosto. Ib.
[18] Die islamisierten Turkstämme (Tscherkessen, Tschetschenen, Osseten, Lasen, Tataren) lösten zusammen mit Kurden und Arabern aus dem oberen Zweistromland die christlichen Byzantiner als herrschende Klasse und als Oberschicht ab. Das 1299 gegründete Osmanische Reich unterschied nicht zwischen Rassen und Völkern, sondern zwischen Religionen. Alle Muslime gehörten der islamischen "Nation" (Millet) an. Die Osmanen konnten nur überleben, weil christliche Minderheiten die Verwaltung organisierten. Mit der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen unter Mehmed II. herrschten die Osmanen von 1453 bis 1830 über die Griechen. Viele griechisch besiedelte Regionen kamen teilweise erst im Laufe dieser Zeitspanne unter osmanische Herrschaft. Mit der Schwächung des Osmanischen Reiches und dem Erstarken des griechischen Nationalbewusstseins kam es am Anfang des 19. Jahrhunderts zu einer  Unabhängigkeitsbewegung auf dem Gebiet des seit Jahrtausenden von Griechen bewohnten Gebietes. Die Aufstände der Griechen für Freiheit und Unabhängigkeit von der osmanischen Beherrschung konnten von der Hohen Pforte nur zum Teil niedergeschlagen werden. 1830 setzten die europäischen Großmächte gegenüber dem Osmanischen Reich ein unabhängiges Griechenland durch. Erst im Balkankrieg von 1912/13 konnte Griechenland gegenüber dem Osmanischen Reich große Landgewinne verzeichnen. Die vorangegangenen Kriege hatte das junge Griechenland zum Teil verloren. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Nr. 25, p. 7) vgl. Kurse Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 550 Dostojewskij und Nr. 552 William Shakespeare. Ib.
[19] Auch später im Griechisch-Türkischen Krieg, den Auseinandersetzungen zwischen dem Königreich Griechenland und dem anatolischen Teil des im Ersten Weltkrieg zerschlagenen Osmanischen Reiches in den Jahren 1919–1922, in dem Griechen und Armenier gegen die Türken kämpfen, hat Europa versäumt, eine Reconquista für Konstantinopel und die Levante durchzuführen. Dieser Krieg schloss sich unmittelbar an den Ersten Weltkrieg an, in dem Griechenland seit dem Regierungswechsel 1917 auf Seiten der Entente gegen das Osmanische Reich gekämpft hatte. Als sich im Winter 1918/19 der endgültige Zerfall des Osmanischen Reiches abzeichnete, schien für die griechische Regierung der Zeitpunkt gekommen, die „Megali Idea"  in die Tat umzusetzen: Es sollten Teile Kleinasiens , in denen auch Griechen lebten, und auch die teilweise griechisch bewohnten europäischen Restgebiete der Türkei inklusive der Hauptstadt Istanbul mit militärischen Mitteln für Griechenland erobert werden. Ihren Anfang nahmen die Kampfhandlungen nach der Unterzeichnung des Vertrages von Sèvres vom 10. August 1920. In Sèvres hatten die Siegermächte des Ersten Weltkriegs Anatolien bis auf eine kleine Fläche um Ankara unter christlichen Ländern aufgeteilt. In diesem Vertrag sollte - wenn er nicht 1923 durch den Friedensvertrag von Lausanne aufgelöst worden wäre -  nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, eine umfassende Regelung des Nachkriegszustandes auf dem Gebiet der osmanischen Türkei getroffen werden. Nach diesem Vertrag erhielt Griechenland das Recht, die im Vertrag genannten Gebiete unter Verwaltung zu nehmen und nach einer Übergangszeit von fünf Jahren dort einen Volksentscheid durchzuführen, bei dem die Bevölkerung dieser Gebiete frei entscheiden konnte, in welchem Staat sie zukünftig leben wollte. Am 15. Mai 1919 erfolgte die Übernahme der Verwaltung in den genannten Gebieten; auch durch Ankunft griechischer Truppen in Smyrna-Izmir. Nachdem der Vertrag von Mustafa Kemal nicht anerkannt wurde, entwickelte sich eine rege Partisanentätigkeit, die immer wieder Überfälle und andere kriegsähnliche Handlungen gegen griechische Truppen umfasste. Dabei wurden vielfach auch Zivilisten und andere Unbeteiligte auf beiden Seiten umgebracht. Als Reaktion auf diese Überfälle, die teilweise auch mit sowjetischen Waffenlieferungen möglich wurden, unternahm die griechische Armee Strafexpeditionen, um diese Partisanenüberfälle zu unterbinden. Ab dem Sommer 1920 wurden diese dann zu umfassenden Militäroperationen erweitert, mit dem Ziel, Angriffe von mittlerweile regulären Truppen unter Mustafa Kemal endgültig zu unterbinden und die der griechischen Verwaltung unterstellten Gebiete zu sichern. Da jedoch in diesen Gebieten nach einer Volkszählung von 1914, durchgeführt durch türkische Stellen, ca. 1,8 Millionen Menschen mit griechisch-orthodoxem Hintergrund lebten, stand zu befürchten, dass nach der Übergangszeit von fünf Jahren der Volksentscheid zugunsten Griechenlands fallen würde. Dies wussten auch die Militärs um Mustafa Kemal. Leidtragende des Krieges waren auch Zivilisten auf beiden Seiten. Die Rolle, die die Regierungen der Entente, insbesondere die britische und französische, während dieses Konflikts einnahmen, erscheint äußerlich inkonsequent. In ihr spiegelt sich zum einen die Kriegsmüdigkeit der Alliierten nach dem verlustreichen Ersten Weltkrieg wider, die durch den energischen und erfolgreichen türkischen Widerstand (auch durch Waffenlieferungen der Bolschewisten aus Russland) überrascht waren, zum andern auch die unterschiedlichen, zum Teil unvereinbaren Interessen der Verbündeten. Während die Briten nach Unterzeichnung der Verträge von Sèvres die griechische Regierung stärkten, unternahm der Bündnispartner Italien, der seine Interessen durch den Vertrag nicht genügend berücksichtigt fand, viel, um diese Verträge zu torpedieren, indem er sowohl offiziell als auch inoffiziell Waffen und Kriegsmaterial an die Jungtürken und Mustafa Kemal lieferte. Nach dem Sturz des ententefreundlichen Ministerpräsidenten Eleftherios Venizelos im Verlauf des Krieges und der Rückkehr des als deutschfreundlich geltenden Königs Konstantin auf den griechischen Thron erkaltete zunehmend auch die Parteinahme der Westmächte für Griechenland. Die griechischen Truppen rückten in Anatolien zunächst schnell vor. Vor der Offensive der Griechen im Juli 1921 zogen sich die türkischen Truppen dann nach den Schlachten bis hinter den Sakarya (Fluss) zurück. Wegen der kritischen Lage übernahm Mustafa Kemal, damals schon Präsident der Nationalversammlung in Ankara, den Oberbefehl über die türkischen Truppen. Am 23. August 1921 begann mit einem griechischen Angriff die Schlacht am Sakarya etwa 70 km von Ankara entfernt. Die Griechen rückten zunächst bis auf eine Entfernung von 50 km auf Ankara vor, so dass dort bereits der Geschützdonner zu hören war, doch gelang es den Türken in vielen kleineren Gefechten, den griechischen Vormarsch nach drei Wochen zum Stehen zu bringen und dann mit einer Gegenoffensive die Griechen auf ihre Ausgangspositionen zurückzuwerfen. Hier hatten die Europäer und Russen versäumt, den Griechen effektiv zu helfen wie in der Zeit von 1453 bis 1830. Nachdem die Jungtürken fast zwei Millionen Armenier und andere Christen im ersten Weltkrieg vernichteten, vertrieben sie unter Mustafa Kemal Atatürk (1881-1938) weitere Millionen Christen, vor allem Angehörige der orthodoxen Kirche, ohne dass Russland oder andere europäische Staaten eingegriffen hätten. Der Historiker Stefan Ihrig zeigt in seiner 2014 erschienenen Monographie "Atatürk in the Nazi Imagination", wie sich Hitler in den 1920er Jahren von Atatürks Machenschaften hat inspirieren lassen. So habe Hitler etwa 1939 gesagt: "Die Türkei ist unser Modell." Wiederholt sprach er von Atatürk als dem "Stern in der Dunkelheit". 1936 hatte ein Rundschreiben des Büros der NSDAP für Rassenpolitik die Türken sogar zu "Ariern" und zu Europäern geadelt. Ihrig arbeitet heraus, wie sehr die Nationalsozialisten in Atatürks "Republik" das vorweggenommene Führerprinzip, "wie sie den modernen türkischen Staat bewunderten, seine völkische gute Praxis (...) und besonders die Art, wie dieser mit Minderheitenfragen umging. (...) Die gleichgeschaltete Nazipresse feierte die Auslöschung der Armenier (1915) rückblickend als den Beginn des Aufstiegs der 'Neuen Türkei', als eines wahrhaft türkisch-nationalen Staats." Die heutige radikal-islamische Regierung in der Türkei und ihre Niederlassungen in Deutschland (Zekeiya Altug, Ditib-Vorstandsmitglied, sagte nach der Armenier-Resolution im Bundestag, die Mitglieder seines Verbandes fühlten sich nach der Abstimmung nicht mehr von den türkischstämmigen Abgeordneten vertreten) verbreiten heute noch Nazi-Parolen. (FAS 2016, Nr. 25, p. 1, 7 sowie Kurse Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 552 William Shakespeare. Ib.)
[20] Der Leiter des Ausschusses für internationale Angelegenheiten der Duma, Konstantin Kossatschew, sagte der Nachrichtenagentur Interfax: "Die Türkei sei schon mit ihrem Hauptziel gescheitert, Assad (pro-christlich) zu stürzen. Wenn Aleppo falle (also aus den Händen der pro-türkischen Rebellen befreit wird), werde das praktisch den Auszug der Türkei aus den Verhandlungen bedeuten. Der Westen könne und werde die türkische Führung nicht unterstützen, zudem bestehe das Risiko, dass ein direktes Eingreifen der Türkei zu einem vollumfänglichen Krieg führe. Wenn die Türkei eingreife, würden die Syrischen Streitkräfte jedem helfen, der sich gegen die türkische Aggression stemme, vor allem den Kurden, dem stärksten Spieler im Gebiet eines potentiellen türkischen Angriffs." Russland wird seine Strafaktionen gegen die Türkei fortsetzen, nicht nur weil die Türkei ein russisches Militärflugzeug abgeschossen hatte, sondern auch weil die Türkei permanent den islamistischen, tschtschenischen Separatismus und die muslimischen Krimttataren unterstützt. (Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 39, p. 1-2, 8; Nr. 40, p. 2); vgl. Kurse Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 550 Dostojewskij. Ib.
[21] Vgl. Kurs Nr. 558 - Calderon de la Barca. Ib.
[22] Vgl. Kurs Nr. 559 - Wolfram von Eschenbach. Ib.
[23] Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 43, p. 2, 5 
[24] Science Review Letters 2017, 16, Nr. 824 und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 2017, Nr. 7, p. 10; dazu, dass das heutige türkische Staatsgebiet für knapp zwei Jahrtausende ein zutiefst christlich geprägtes Land bildete vgl. Kurse Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 550 Dostojewskij. Ib.
[25] Vgl. Kurs Nr. 560 - Walter von der Vogelweide. Ib.
[26] Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin machte in aller Öffentlichkeit klar, wer Herr im Hause Syrien ist." Wandel und Übergang zu einer säkularen und christlichen Levante werden von Russland geführt". Man wird auch nicht dulden, dass Weltkulturerbestätten zerstört werden. (Science Review Letters 2017, 16, Nr. 814 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2017, Nr. 135, p. 8; 2016, Nr. 46, p. 5:); zu Gentili und der Orientfrage vgl. Kurse Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 545 Sittenlehre, Nr. 550 Dostojewskij. Ib.
[27] Egon Friedell, Kulturgeschichte des Altertums 
[28] Die konservative tschechische Zeitung "Lidové noviny" schreibt zur deutschen Flüchtlingspolitik: "Die gemeinsame europäische Lösung des Migrationsdesasters wird, so will es Merkel, ausserhalb Europas gesucht - in der Türkei.... Die EU wird auf diese Weise zu einer Geisel der Türkei. Sie wird abhängig von deren Bereitwilligkeit und deren Forderungen, wie etwa dem visafreien Reiseverkehr." (Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 53, p. 2)
[29] Vgl. Kurs Nr. 505 Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Ib. sowie Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 54, p. 2
[30] Vgl. Kurs Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance in Italien. Ib.
[31] Vgl. Kurs Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur in Frankreich. Ib.
[32] Vgl. Kurs Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik. Ib.
[33] Vgl. Kurs Nr. 553 Friedrich Schiller. Ib.
[34] Weitere Ausführungen von Alexander von Humboldt in Kurse Nr. 505 Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung und Nr. 553 Friedrich Schiller. Ib.
[35] Sainte-Croix, examen critique des historiens d'Alexandre p. 731 ( Schlegel. Ind. Bibliothek Bd. I. S.150). Mehr zu Aristoteles und Alexander von Humboldt in Kurs Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences. Ib.
[36] Vgl. Kurs Nr. 531 Plato, Aristoteles & Co. Ib.
[37] Vergl. über diese Epoche Wilhelm von Humboldt in seinem Werke über die Kawi-Sprache und die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaues Bd. I. S. CCL und CCLIV; Droysen, Gesch. Alexanders des Gr. S. 547, und hellenist. Staatensystem S. 24
[38] Dante, Inf. IV, 130
[39] Schon damals war die Frage nach dem Geiste Europas mit dem verknüpft, was man später die orientalische Frage nennen sollte. Ohne Ostgrenze keine westliche Wertegemeinschaft. Siehe auch Sloterdijk in Kurs Nr. 554 Friedrich Hölderlin; zur Orientfrage und Dostojewskij vgl. Anm. 5 und Kurse Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 553 Friedrich Schiller, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 552 William Shakespeare. Ib.; zur Kritik an muslimischen Philosophen und  Muhammads Koran vgl. Kurse Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa. Ib.
[40] Science Review Letters 2017, 16, Nr. 785 und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 2016, Nr. 50, p.12; vgl. Kurse Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 545 Sittenlehre. Ib.
[41] Science Review Letters 2017, 16, Nr. 822 und FAS 2017, Nr. 26, p.46; zu Naturheilverfahren wie Bienentherapie vgl. Zentrum für natuerliche Bienentherapie 2019: Natürliche Bienentherapie. Pressemitteilung; Ders.: 2019: K12 inkl. Begleitheft. Große Kurpackung gegen psychiatrische Erkrankungen wie Depression, Neurose, Schizophrenie, Psychose; Ders. 2019: Psychiatrische Erkrankungen wie Depression und Psychose und die  Bienentherapie. Pressemitteilung
[42] Zu: Dem folgt aktuelle deutsche Merkel-Politik, wenn sie auch guter Literatur und Philosophie nicht folgt, denn dies liefe ihrer Christophobie entgegen, vgl. Science Review Letters 2019, 18, Nr. 1011 und FAZ 2017, Nr. 101 und Kurse Nr. 558 Calderon de la Barca, Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 557 - Ludovico Ariosto, Nr. 556 - Torquato Tasso, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis. Ib.
[43] Ib. 
[44] Zu: Die drei großen deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), Friedrich Schiller (1759–1805) und Friedrich Hölderlin (1770–1843) lebten und wirkten in Deutschland, aber das Zentrum ihrer dichterischen Phantasie war Griechenland. Gerade weil sie das Land der Griechen nie betreten hatten, verklärten sie das antike Hellas und seine Kultur. Der Held Hölderlins, Hyperion, erreicht Mistras während der blutig niedergeschlagenen griechischen Revolte gegen das Osmanische Reich von 1770. Hölderlin erstellte ein lebendiges Zeugnis von der Hoffnung der Griechen auf ihre politische Befreiung, vgl. Science Review Letters 2019, 18, Nr. 1071 und Konstantinou, Evangelos 2012: Griechenlandbegeisterung und Philhellenismus, in: Europäische Geschichte Online (EGO), hg. vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz sowie Kurse Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 553 Friedrich Schiller, Nr. 020 Johann Wolfgang von Goethe. Ib.
[45] Ib. 
[46] Ib. 
[47] Ib. 
[48] Ib.; zu: Das Hauptziel der Gesellschaft war es, den Griechen die geistige Überlieferung des Altertums zu vermitteln, das Schulwesen neu zu organisieren und die Kunstschätze vor den Raubzügen vor allem der Osmanen zu bewahren. Neben Wissenschaftlern und Literaten traten dem Wiener Zweig der Gesellschaft auch Minister, Prinzen und Fürsten bei. Die Zweigstelle in Wien unterstützte auch griechische Studenten an deutschen Universitäten. Diese beseelte – wie Goethe damals sagte – "der Wunsch sich besonders deutsche Bildung anzueignen", und "das Verlangen allen solchen Gewinn dereinst zur Aufklärung, zum Heil ihres Vaterlandes zu verwenden." Einer dieser Studenten namens Ioannis Papadopoulos (gest. 1819), der 1817 bis 1818 in Jena als Stipendiat der erwähnten Gesellschaft studierte, traf Goethe mehrere Male und übersetzte sogar dessen Iphigenie 1818 ins Griechische. Hierbei muss man auch die Filike Etairia erwähnen, einen geheimen "Freundschaftsbund", der 1814 von griechischen Kaufleuten in Odessa gegründet wurde und einen freimaurerähnlichen Aufbau hatte (allerdings ohne Moslems und nicht wie es bei heutigen Freimaurern der Fall ist, dass sie von Islamisten geleitet werden). Das wichtigste Ziel dieser "Etairia" war nicht nur die Vorbereitung und Durchführung der griechischen Erhebung gegen die osmanische Herrschaft, sondern eine Befreiung aller Balkanländer von den Türken mit russischer Hilfe. Die Protagonisten dieses geheimen Bundes waren Emmanuel Xanthos (1772–1852) aus Patmos, Nikolaos Skouphas aus Arta und Athanasios Tsakalof aus Ioannina, vgl. Anm. 44 ff. und Kurse Nr. 020 Goethe, Nr. 558 Calderon de la Barca, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib.
[49] Ib. 
[50] Ib.; zu: Zu den wichtigsten deutschen Unterstützern der griechischen Erhebung von 1821 gehörten unter anderem der Leipziger Philosophieprofessor Wilhelm Traugott Krug (1770–1842), der Münchner Philologe Friedrich Wilhelm Thiersch (1784–1860) sowie der bayerische Kronprinz und spätere König Ludwig I. (1786–1868). Krug war durch Kontakte mit der griechischen Gemeinde in Leipzig auf die Situation in Griechenland aufmerksam geworden. Daraufhin wandte er sich mit einem Programm "Griechenlands Wiedergeburt" am Palmsonntag 1821 an die Griechen in Deutschland und rief zur Unterstützung des griechischen Kampfes auf, indem er betonte: "Die Herrschaft der Türken in Europa kann durchaus nicht als eine rechtmäßige (legitime) angesehn werden; sie ist nur eine angemaaßte (usurpirte). Sie entstand durch einen bloßen Angriffs- und Eroberungskrieg, der nach allen gesunden, d. h. vernünftigen Begriffen vom Völkerrechte nie eine Herrschaft des einen Volkes über das andere rechtlich begründen kann." Heute sind islamische Länder des OIC (in der auch die Türkei vertreten ist) sogar so dreist, dass sie Nicht-Mulimische Länder vor dem internationalen Gerichtshof wegen Verletzung der Menschenrechtskonvention verklagen, obwohl sie eigentlich selbt verklagt werden müssten. Die Tatsache, dass Krug seinen Zuspruch ein "Programm zum Auferstehungsfeste" nannte, zeigt, welche Bedeutung er christlichen Motiven bei seiner philhellenischen Agitation beimaß. Die Auferstehung des Herrn symbolisierte für ihn auch die Auferstehung Griechenlands. Die Neugriechen waren für ihn nicht nur die Nachfahren der alten Griechen, denen Europa seine Kultur und Wissenschaften verdankte, sondern sie waren Brüder im christlichen Glauben. So formuliert er am Ende seines Aufrufs an die Griechen die Vision, dass "die entweihete Sophienkirche ihre Tore öffnet, um euch [Griechen] als Sieger mit dem vorgetragnen Kreuze in ihre weiten Hallen aufzunehmen," vgl. Anm. 44 ff. und Kurse Nr. 505 Arthur Schopenhauer, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 552 William Shakespeare II, Ib.
[51] Ib. 
[52] Ib. 
[53] Ib.
[54] Ib.
[55] Ib.
[56] Ib.
[57] Zu: Die Freiheit wurde zuerst in Griechenland begründet und musste gegen die Perser und später die Türken verteidigt werden: "Dir sang in der Wiege den Weihgesang / Im blutenden Panzer die ernste Gefahr / Zu gerechtem Siege reichte den Stahl / Die heilige Freiheit dir." Griechenland stand unter göttlichem Schutz; das Christentum vorwegnehmend wurde es auf Liebe begründet: "Im Angesichte der Götter / Beschloss dein Mund / Auf Liebe dein Reich zu gründen." Von den Persern hat sich Griechenland befreit und später von den Türken ebenfalls, auch wenn Teile Griechenlands noch von den barbarischen Türken besetzt werden, wie die Hagia Sophia in Konstantinopel, die immer noch nicht in ein christliche Kirche zurückverwandelt wurde, d.h. die islamischen Schmierereien an Wänden wurden ebenso noch nicht entfernt wie die das Gebäude verschandelnden Minarette: "Wie jammertest, hohe Gefallene, du / Im Blute der Kinder!" Die Lüge, die die Türken in Griechenland mit ihrer islamischen Lehre verbreitet haben wird dennoch der Wahrheit und Weisheit weichen: "Stolzer Lüge Fluch und Untergang, / Ruhm der Weisheit unbefleckter Fahne, / Den Gerechten Ruhm und Siegsgesang! / ... Ha, der Lüge Quell – wie tot und trübe! / Kräftig ist der Weisheit Quell und süß! / Geister! Brüder! dieser Quell ist Liebe, / Ihn umgrünt der Freuden Paradies," vgl. Anm. 44 ff., Hölderlin, Gediche (Hymne an den Genius Griechenlands); Science Review Letters 2020, 19, Nr. 1082 und FAZ 2020 Nr. 6; Nr. 8; Nr. 9; sowie Kurse Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Nr. 020 Johann Wolfgang von Goethe II. Ib. 
[58] Ib. 
[59] Ib. 
[60] Ib. 
[61] Ib.; zu: Von den Türken wurde die Dreieinigkeit ebenfalls nicht erkannt, weshalb sie die eroberten Länder verpesteten und in Wüste verwandelten. Die Griechen zusammen mit den Philhelenen haben zwar die islamischen Türken wieder aus dem Land geworfen, allerdings blieb Konstantinopel und die kleinasiatische Küste bis heute "verpestet". Überall verbreiteten die Türken "der Lüge Quell – wie tot und trübe!". Erst wurden Frauen und Kinder in Griechenland abgeschlachtet (Massaker von Chios), später weitere Christen wie die Armenier und andere inzwischen zur Minderheit gewordene Volksgruppen: „Die Menschen, die im Dorf geblieben waren, wurden von Soldaten weggeführt, aus der Ferne sah ich einen langen, schwarzen Menschenzug. Später hörte man Schreie und Maschinengewehre, auch Flugzeuge waren in der Luft. Das Schreien, die Maschinengewehrsalven, das Brummen der Flugzeugmotoren ergab ein fürchterliches Gemisch.“ 1915, 1937 und 1938 gab es Millionen Opfer der "erbarmungslosen Turkisierungspolitik, wie sie von Republikgründer und Staatspräsident Mustafa Kemal Atatürk formuliert worden war. Ziel war ein möglichst homogener türkischer Nationalstaat nach sunnitischer Prägung. Aufstände in den Kurdengebieten schlug die türkische Armee nieder; schon in den frühen zwanziger Jahren hatte mit Griechenland ein Bevölkerungsaustausch stattgefunden... Die Leute in Dersim dachten, sie würden befreit von der osmanischen Unterdrückung, aber dann kamen die ersten Gerüchte auf, weil türkische Truppen in großer Zahl zusammengezogen wurden.“ Anlässlich der Parlamentseröffnung 1936 hatte Schlächter und Kriegsverbrecher Atatürk die „DersimFrage“ als das wichtigste innenpolitische Problem des Landes bezeichnet: „Um diese Wunde, diesen furchtbaren Eiter in unserem Inneren samt der Wurzel anzupacken und zu säubern, müssen wir alles unternehmen – egal, was es koste.“ Dersim sollte sich assimilieren oder aufhören zu existieren. Schon 1934 war ein Deportationsgesetz und 1936 dann das TunceliGesetz in Kraft getreten. Tunceli heißt „bronzene Hand“. In Wirklichkeit griff die Staatsmacht mit eiserner Hand durch. In der Region herrschte ein Militärgouverneur nach Ausnahmerecht. Zudem wurde Dersim nach der Straf und Unterwerfungsaktion umbenannt: Tunceli. Ähnlich ist man zuvor mit christlichen Dörfern und Städten umgegangen. In der Türkei blieben diese Massaker bis heute ein Tabu. In der islamisierten Türkei werden die vertriebenen Christen und Minderheiten wie die Aleviten als Staatsfeinde beschuldigt und womöglich sogar wegen "Beleidigung des Türkentums" inhaftiert. Ein Zeitzeuge berichtet, "dass die Leute in den Nachbardörfern von Soldaten umgebracht worden waren. Von ihrem Versteck aus mussten er und seine Brüder ohnmächtig mit anschauen, wie ihre Mutter, ihr Vater, ihre Oma, zwei Schwestern und eine ein Jahr alte Nichte niedergemetzelt wurden. Ein Mädchen wurde vor der Erschießung noch vergewaltigt – denn als Jungfrau wäre sie ja ins Paradies gekommen.“ Anfang Dezember 2019 strahlte das ARDKulturmagazin „Titel, Thesen, Temperamente“ einen Beitrag über das „vergessene Massaker“ aus. Auch die Rolle Atatürks wurde kritisch beleuchtet. „Er galt – und gilt – vielen als Lichtgestalt, die nicht beschmutzt werden darf, ein Säulenheiliger“, hieß es in dem Fernsehbeitrag. In dem Beitrag war über einen bemerkenswerten Fund im türkischen Staatsarchiv berichtet worden. "Aus dem Dokument geht hervor, dass die türkische Regierung nach Geheimverhandlungen mit dem „Dritten Reich“ 1937 zwanzig Tonnen Giftgas in Deutschland zu bestellen versuchte. Das Geschäft sei diskret über die türkische Botschaft in Berlin abzuwickeln, heißt es in dem Erlass, der nicht nur von sämtlichen türkischen Ministern, sondern – an erster Stelle – von Staatspräsident Atatürk unterzeichnet ist." Ein Politikwissenschaftler und TürkeiFachmann ist unter anderem als Lehrbeauftragter an der Universität DuisburgEssen tätig. Schon lange forscht und publiziert er auch zum Thema türkische Minderheitenpolitik. Dass Atatürk nichts von den Geschehnissen in Dersim gewusst habe, sei eine „weitverbreitete türkische Legende und boshafte Geschichtsfälschung“. Tatsächlich aber sei das Massaker unter seiner Führung von langer Hand in mehreren Schritten geplant worden." Zudem wies er darauf hin, dass auch Sabiha Gökcen, die Adoptivtochter Atatürks und erste Kampfpilotin der Welt, an den Bombardements in der Region beteiligt war. Man muss die historischen Fakten und die Schattenseiten der Türkei kennen, dann wird klar, dass die Kriegsverbrecher wie Enver Pascha, Kemal Pascha (Atatürk) und der heutige Präsident Erdogan nichts geleistet haben ausser "der Lüge Quell" zu verbreiten, vgl. Anm. 57 ff. und Kurse Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib.
[62] Ib.; zu: Also alles lediglich akademische Selbstverständlichkeiten, zumindest an nicht-türkischen Universitäten. In Deutschland gibt es sogar ein "Institut für Turkistik", das sich mit den Kriegsverbrechen der Türken seit der Staatsgrundung auseinandersetzt. Auch an anderen Universitäten kommt man mehr und mehr zur Einsicht, dass "der Weisheit Quell" nicht in islamischen Ländern fließen kann, denn dort ist - wie das Beispiel Türkei zeigt - an Koranschulen und höheren Koranschulen (Univeritäten) nur "der Lüge Quell" zu finden. Aufgabe der Koranschulen und Ditib-Moscheen ist die Geschichtsklitterung. "Die Leugnung und Verdrängung der dunkelsten Seiten der türkischen Geschichte nicht nur bei den Kemalisten, sondern auch beim ErdoganRegime" ist integraler Teil der Staatsdoktrin. Ihre Wirkmächtigkeit habe sich auch jüngst bei der Erklärung gezeigt, mit der (mit Ausnahme der prokurdischen HDP) alle Parteien im Parlament die Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern durch den amerikanischen Senat verurteilten. Die Geschichte der Türkei ist nichts anderes als die Geschichte von Räubern und Kriegsverbrechern, die Christen (Byzantiner, Griechen, Armenier) abgschlachtet und ihre Kirchen zerstört bzw. in Moscheen verwandelt haben, vgl. Anm. 61 
[63] Ib.; zu: Im Gegensatz zum Genius Griechenlands steht zur Zeit der Genius Merkel-Deutschlands: "der Lüge Quell" (Hölderlin) soll in Deutschland etabliert werden. Über 2500 Moscheen gibt es schon allein in Deutschland, in der Regel geführt von "frommen" Muslimen. Was heißt das? Schon Augustinus und Johannes Damaszenus hatten sich zur schlechten Lehre der Sarazenen, der heutigen Muslims, geäußert: "Bei einer guten Lehre aber ist es also: wer sie hört und sie erfüllt, der ist selber gut, schlecht aber ist, wer sie zwar hört, aber nicht erfüllt; wer aber eine schlechte Lehre für wahr hält, der ist, auch wenn er ihr nicht gehorcht, selber schlecht; und noch schlechter ist, wer sie auch noch befolgt." (Augustinus) Merkel-Deutschland und einige verdorbene Bischöfe arbeiten mit sogenannten "frommen" Muslimen zusammen, also mit denen, die "eine schlechte Lehre für wahr" halten und dadurch selber schlecht, bzw. besonders schlecht sind, weil sie die falsche Lehre des Islams auch noch befolgen. Merkel-Deutschland hatte lange geschlafen. "Die Ditib, der rund 900 Moscheegemeinden in Deutschland angehören, war viele Jahre lang ein bewährter und angesehener Kooperationspartner für Bund und Länder. Doch vor einigen Jahren begann das Misstrauen der deutschen Politik gegen die Ditib immer schneller zu wachsen. Bei der Ditib handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der türkischen
Religionsbehörde Diyanet, die wiederum dem türkischen Präsidenten unmittelbar untersteht. Die Ditib lässt sich also auch als politisches Instrument einsetzen. Und das geschah zuletzt immer unverblümter. Den Tiefpunkt markierte die Spitzelaffäre: Im Herbst 2016 war bekanntgeworden, dass mehr als ein Dutzend der vom türkischen Staat bezahlten Imame in Deutschland Informationen über angebliche oder tatsächliche Anhänger der Gülen-Bewegung nach Ankara geliefert hatten. Die Bundesländer reduzierten daraufhin ihre Zusammenarbeit etwa beim Thema Religionsunterricht oder bei der Anti-Extremismus-Arbeit mit der Ditib drastisch oder stellten sie komplett ein." Dennoch soll die schlechte Lehre weiter verbreitet werden: Im nordrhein-westfälischen Dahlem hat die Ditib jetzt damit begonnen, die ersten 22 islamischen "Theologen" zu "islamischen Religionsbeauftragten" fortzubilden. Alle sind in Deutschland geboren und aufgewachsen, aber nur zwei von ihnen haben ihren Bachelor in Deutschland gemacht, zwanzig haben diesen Abschluss an höheren Koranschulen (Universitäten) in der Türkei erworben. Vier der Teilnehmer sind aktuell in  Masterstudiengängen unter anderem an der Universität Münster eingeschrieben. "In einer ehemaligen Jugendherberge in Dahlem lernen die zwölf Frauen und zehn Männer in über zwei Jahre verteilten Blockseminaren vom richtigen Koran-Rezitieren über das Predigen bis hin zum rituellen Waschen von Leichnamen alles, was sie für die theologisch-praktische Arbeit in einer Moscheegemeinde beherrschen müssen. Bisher sind alle der rund 1000 in Deutschland tätigen Ditib-Imame von der Türkei entsandt." Ob sie in Deutschland ausgebildet werden oder nicht ändert nichts an der Tatsache, dass der Islam und "fromme" Muslime "eine schlechte Lehre für wahr" halten, vgl. Anm. 57 ff. und Kurse Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 601 St. Augustinus II, Ib.
[64] Ib.
[65] Ib.
[66] Ib.; zu: Hatte sich doch das osmanische Reich wie ein "böser Geist" über Griechenland und Osteuropa gelegt, jede Entwicklung verhindert und "Die Sonne Christi" verdunkelt: "Seit nämlich böser Geist sich / Bemächtiget des glücklichen Altertums, unendlich, / Langher währt Eines, gesangsfeind, klanglos, das / In Maßen vergeht, des Sinnes Gewaltsames." Vgl. Anm. 63 ff. und Kurse Nr. 624 Byzantinische Philosophie, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib. 
[67] Science Review Letters 2020, 19, Nr. 1103 und FAZ 2020 Nr. 68; Sandra Kegel 2020: Die Entdeckung des Taunus. Zweimal ist Hölderlin in die kleine Residenzstadt Homburg geflohen – vor Liebesunglück, beruflicher Unsicherheit und anderen Geistern, die ihn quälten. Frankfurt a.M.; Tilman Spreckelsen 2020: Vergebliche Suche unter den Barbaren. Dahinwelken, schweigen: Hölderlins Frankfurter Zeit im Haus des Bankiers Gontard begann glücklich und endete in einer Katastrophe. Dazwischen liegt eine große Liebe. Ib.; „Gestalten der Welt. Frankfurt 1796–1798“. Hölderlin Texturen, Bd. 3. Herausgegeben von der Hölderlin-Gesellschaft Tübingen, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Schillergesellschaft Marbach. Tübingen 1996.
[68] Ib.; zu: So empfanden sie sich nicht nur räumlich und durch einen strikten Stundenplan eingepfercht, sondern auch geistig: "Gepredigt wurde ihnen vor allem die sogenannte Tübinger Orthodoxie, eine raffinierte Lehre, wonach so gut wie alles, was man wissen, vor allem aber tun muss, biblisch unter der Voraussetzung ableitbar ist, dass Tugend zu einem Anspruch auf ein ewiges Leben führt. Das wurde den Stiftlern sogar als Folgerung aus der Moral- und Religionsphilosophie Immanuel Kants verkauft. Doch erstens lasen sie Kant anders, und zweitens lasen sie weit über Kant hinaus: Spinoza, Rousseau, Herder, Schiller, Platon, die antiken Tragödien. Ihre Anstrengungen galten dem Versuch,
diese unterschiedlichen Gedankenwelten zu vereinen. Hegel,  dem noch unklar ist, was er mit sich anfangen soll, zieht daraus den Auftrag zur Volkserziehung, einer Art säkularem Priestertum im Rahmen einer erst noch zu gründenden, angstfreien, das Herz ansprechenden und den Gemeinsinn für Tugend belebenden Religion. In Paris hatte man 1789 nicht nur ähnliche Ideen, in Paris war es zu einer Revolution gekommen, als deren Ursache damals alle „Ideen“ bezeichneten. Die Aussicht, das gesellschaftliche Leben nicht auf Traditionen, Bajonette und Theologie, sondern auf Vernunft zu gründen, entzündete die Tübinger Gemüter." Vgl. Anm. 67 ff und Kurse Nr. 551 G.W.F. Hegel, Nr. 553 Friedrich Schiller I-II, Nr. 531 Plato, Aristoteles & Co. Ib.
[69] Ib.
[70] Ib.
[71] Ib.
[72] Ib.
[73] Ib.
[74] Ib.; zu: "Freunde wurden sie in Jena, wo sie gemeinsam ein Gartenhaus bewohnten und Fichtes Philosophie-Vorlesungen besuchten" vgl. Anm. 67 ff. und Kurs Nr. 511 J.G. Fichte. Ib.
[75] Ib.
[76] Ib.
[77] Ib.; zu: Es sind drei Themen, von denen die Hölderlin-Rezeption beherrscht wird: die poetische und philosophische Beschwörung der griechischen Antike und des griechischen Freiheitskampfes gegen die islamischen Türken als Vorbild für die Gegenwart, das Verhältnis zu Politik und Gesellschaft und der Wahnsinn des Dichters in der zweiten Lebenshälfte von 1806 bis 1843. Für Bertaux allerdings, der 1978 mit „Friedrich Hölderlin“ eine zweite, psychobiographisch  argumentierende Studie vorlegt, ist der Dichter zeitlebens vernünftig, von 1802 an, nach dem frühen Tod der geliebten Susette Gontard, ein bisweilen depressiver, einsiedlerischer Charakter, von Geisteskrankheit aber keine Spur. „Dichtung und Wahnsinn“: So hatte Wilhelm Waiblinger die erste, 1831 erschienene Lebensbeschreibung Hölderlins betitelt und den Mythos vom an sich selbst scheiternden Genie geprägt, den Bertaux nun destruierte. Dessen Buch fand enormen Widerhall, nicht zuletzt, weil es der antipsychiatrischen Aversion der Zeit entsprach. Hölderlins Irresein entpuppte sich als eine „aus wohlüberlegten Gründen“ erst inszenierte, dann habitualisierte Mimikry, um politischer Verfolgung zu entgehen. Vgl. Anm. 67 ff. und Kurse Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Ib.
 
 



Lord Byron's Oath on the Grave of Marco Botzaris, by Ludovico Lipparini, 19th Century, oil on canvas. Italy, Veneto, Treviso, Civic Museum
 
 


Le Serment à Aghia Lavra, peinture de Theodoros P. Vryzakis, 1865.
Der Metropolit Germanos von Patras segnet am 25. März 1821 im Kloster Agia Lavra die griechische Fahne (Gemälde von Theodoros Vryzakis, 1865). Das Ereignis gilt als Beginn der Griechischen Revolution gegen die Türken
 


La sortie de Messolonghi, huile sur toile, 1,69 x 1,27m, par Theodoros Vryzakis, milieu 19ème s.
25.3.1821: les Grecs se libèrent de 4 siècles de joug des Turcs Ottomans; Aujourd'hui, nous célébrons le début de la libération du peuple Héllène du joug des Turcs. Le 25 mars 1821, le métropolite Germanos de Patras bénit un drapeau grec au monastère d'Agia Laura, et proclama le soulèvement national. La Grèce déclara son indépendance de l'empire Ottoman, entamant la Guerre Grecque d'Indépendance.
 


The Combat of the Giaour and Hassan by Eugène Delacroix (1826, oil on canvas, Art Institute of Chicago). Inspired by Lord Byron's poem The Giaour
 


Combat entre Grecs et Turcs par Eugene Delacroix, 1821
 
 


Scène des massacres de Scio par Delacroix

Chios était une des plus riches îles de la mer Égée et les insurgés grecs tentèrent de la rallier à leur cause. Dès mai 1821, Iákovos Tombázis était passé demander l'aide chiote, sans succès. L'île craignait pour ses ressortissants disséminés dans tous les ports de l'Empire ottoman. Pour être sûr de la fidélité des habitants de l'île, le Sultan renforça la garnison et prit quarante otages au sein des plus riches familles. En mars 1822, une troupe samienne de klephtes débarqua sur Chios et prit la capitale. Le Sultan envoya son Capitan Pacha (amiral de la flotte ottomane), Kara-Ali, à la reconquête de l'île. Il pourrait disposer de l'aide de 30 000 volontaires rassemblés à Chesmé, attirés par la perspective de butin. La résistance des klephtes fut brève. Repoussés, ils finirent par évacuer tandis que la population commença à être systématiquement massacrée et les otages exécutés. Cependant, une bonne partie de la population fut plutôt réduite en esclavage et vendue sur les marchés soit de Constantinople soit de Smyrne, d'Égypte ou d'Afrique du nord. Certains d'entre eux furent rachetés par les agents diplomatiques occidentaux qui avaient aussi plus tôt essayé de sauver les habitants de l'île des massacres qui durèrent de mi-avril à fin mai 1822. Le 18 juin (6 juin julien) 1822, le capitaine psariote Constantin Kanaris coula le vaisseau amiral ottoman avec un brûlot, tuant l'amiral ottoman Kara Ali et 2 000 marins turcs. Cette action est considérée par l'historiographie grecque comme ayant vengé les massacres de Chios. La population de l'île au début de 1822 est estimée entre 100 000 et 120 000 personnes dont 30 000 habitaient Chora, la capitale. Il y aurait eu aussi autour de 2 000 musulmans sur l'île. Les estimations les plus courantes font état de 25 000 morts et 45 000 personnes réduites en esclavage. 10 000 à 20 000 auraient réussi à s'enfuir.

Une immense émotion face aux horreurs commises traversa l'Europe, suscitant une première vague de philhellénisme. Castlereagh, le Foreign Secretary britannique, menaça l'Empire ottoman d'une rupture des relations diplomatiques. Eugène Delacroix exposa sa Scène des massacres de Scio au Salon de 1824. Charles X en fit immédiatement l'acquisition pour les collections du Louvre. En Russie, le prince Golitsyn organisa une collecte de fonds pour venir en aide aux victimes des massacres. Le recueil Les Orientales de Victor Hugo, comprend un poème « L'enfant grec » consacré au massacre de Chios.

Philhellénisme: Les Grecs reçurent l’aide de nombreux volontaires étrangers (les Philhellènes), notamment des libéraux britanniques comme Lord Byron et français tels le colonel Fabvier, et remportèrent des succès sur les troupes du sultan. Byron débarqua avec des armes fournies par les comités philhellènes européens le 4 janvier 1824 à Missolonghi. Sa mort, en avril, fut un important signal de prise de conscience de la situation à travers toute l’Europe. Hector Berlioz, pour commémorer ces évènements va composer en 1825 une Scène héroïque (La Révolution grecque) a pour deux basses, choeur mixte et orchestre. 


La bataille de Navarin, 1846 de Ivan Aivazovsky, 1817-1900, Russia

Ivan Konstantinovitch Aïvazovski né à Théodosie (Crimée) le 17 juillet 1817 (29 juillet 1817 dans le calendrier grégorien) et mort dans cette même ville le 5 mai 1900, est un peintre russe d'origine arménienne. C'est un des maîtres de la peinture de marine qui a marqué l'histoire et les périodes romantiques et réalistes de l'art russe. Originaire d'une famille pauvre de marchands arméniens émigrée de Pologne au début du XIXe siècle, Ivan Aïvazovski est né à Théodosie, en Crimée, le 29 juillet 1817. Le nom de famille de ses parents était Aïvazian et quelques-unes de ses peintures sont signées en alphabet arménien Hovhannes Aïvazian. Très jeune, il est attiré par le dessin et recopie les illustrations d'un livre sur la lutte des Grecs contre le joug de l'empire ottoman. Ce thème aura une grande influence sur lui et il y reviendra, plus tard, dans ses peintures. Après une éducation primaire dans une école arménienne de Théodosie, il reçoit une première formation artistique au Gymnasium de Simferopol grâce à des aides de compatriotes appréciant son talent. En 1833, avec le soutien de A. Kaznatcheïev, maire de Théodosie, il se rend à Saint-Pétersbourg pour y compléter sa formation à l'Académie impériale des beaux-arts . Il y étudie les œuvres du paysagiste Maxime Vorobev et du peintre de marines français Philippe Tanneur alors professeur dans cette Académie. Lors de ses études, sa production attire l'intérêt des connaisseurs ; dès ces années-là, Alexandre Pouchkine découvre ses œuvres lors d'une exposition et lui porte une grande admiration

Wirkung und Nachwirkung in Europa: z.B. die Propyläen am Münchner Königsplatz als Denkmal. Infolge des Falls von Byzanz 1453 hatten sich griechischsprachige Gelehrte in ganz Europa niedergelassen, wo sie die Kenntnis der altgriechischen Sprache und Schriften beförderten. Restriktionen und Repressalien der osmanischen Herrscher führten zu weiteren Migrationswellen, vor allem von Kaufleuten. Seit dem 17. Jahrhundert konnte eine größere Anhängerschaft, besonders unter Intellektuellen und Bürgerlichen, für die Befreiung Griechenlands gewonnen werden, was sich etwa auch in der Gräzisierung von Namen oder dem Philhellenismus ausdrückte. Nach dem Wiener Kongress und den Karlsbader Beschlüssen war der griechische Freiheitskampf auch im deutschsprachigen Raum ein gewichtiges Thema, was sich auch daran zeigte, dass Schriftsteller das zeitgenössische Griechenland zum Thema nahmen (beispielsweise Wilhelm Müller (Der kleine Hydriot), Leopold Schefer oder Goethe, der Gedichte aus dem Neugriechischen übersetzte). Diese Haltung entstand auch in Opposition zu einer überdauernden Griechenfeindlichkeit, die im Wesentlichen eine Spätfolge des religiösen Schismas war. Trotz Ereignissen wie dem Massaker von Chios sahen viele Politiker vor allem die Geschäftsbeziehungen zum Osmanischen Reich gefährdet; ähnlich wie heute auch die Politiker um Geschäftsbeziehungen fürchten, so dass die deutsche Bundeskanzlerin Merkel bei den Komikern sogar als Bauchtänzerin des türkischen Präsidenten dargestellt wird. Die Freiheit Griechenlands führte zu einer Schwächung des Osmanischen Reiches in Europa und wurde zum Vorbild weiterer Unabhängigkeitsbewegungen in Südosteuropa; Moscheen wurden wieder in Kirchen zurückverwandelt und hässliche neue Moscheen zerstört; unverständlicherweise werden heute wieder Moscheen - sogar im christlichen Europa gebaut. Auf dem Balkan, allem voran in gemischt besiedelten Gebieten, entstanden Konflikte zwischen christlichen und muslimischen Bewohnern. 

Die Endphase des Kampfes der Griechen gegen die Türken wurde durch das Eingreifen fremder Mächte bestimmt. Es eilten die modernisierten ägyptischen Streitkräfte unter der Führung von Mehmet Ali den Türken zu Hilfe. Im Jahre 1825 landeten sie auf der Peloponnes und eroberten den Hafen von Navarino. Die Revolution war damit im Prinzip gescheitert. Es war nun ein leichtes, die Peloponnes von den zerstrittenen Griechen zurückzuerobern. Die europäischen Großmächte waren allerdings in keinem Fall dazu bereit, Mehmet Ali die Herrschaft sowohl über Ägypten als auch über Griechenland zu überlassen. Man einigte sich darauf, die Kräfte zu vereinen und eine Drei-Mächte-Flotte nach Navarino zu senden. In der Schlacht von Navarino im Oktober 1827 versenkte die europäische Flotte den Großteil der gegnerischen Schiffe. Der Kommandeur der Alliierten gegen die Türken war der britische Admiral Sir Edward Codrington (1770-1851). Damit hatte der Sultan den europäischen Großmächten auf der Peloponnes militärisch nichts mehr entgegenzusetzen. Den letzten Akt der Revolution bestimmte der Russisch-Osmanische Krieg (1828–1830). Nach dem russischen Einmarsch in das Osmanische Reich und der Kapitulation des Sultans wurde im Rahmen des Londoner Protokolls im Jahre 1830 die Errichtung eines kleinen, unabhängigen, griechischen Königreiches beschlossen. Das neue Königreich sollte, so wurde beschlossen, von dem deutschen Prinzen Otto I. von Bayern regiert werden. Dieser Prinz als König von Griechenland war für die drei Großmächte eine akzeptable Lösung.

(From the early stages of the revolution, success at sea was vital for the Greeks. When they failed to counter the Ottoman Navy, it was able to resupply the isolated Ottoman garrisons and land reinforcements from the Ottoman Empire's provinces, theatening to crush the rebellion; likewise the failure of the Greek fleet to break the naval blocade of Missolonghi (as it did several times earlier) in 1826 led to the fall of the city. The Greek fleet was primarily outfitted by prosperous Aegean islanders, principally from three islands: Hydra, Spetses and Psara. Each island equipped, manned and maintained its own squadron, under its own admiral. Although they were manned by experienced crews, the Greek ships were not designed for warfare, equipped with only light guns and staffed by armed merchantmen. Against them stood the Ottoman fleet, which enjoyed several advantages: its ships and supporting craft were built for war; it was supported by the resources of the vast Ottoman Empire; command was centralized and disciplined under the Kapudan Pasha. The total Ottoman fleet size consisted of 20 three-masted ships of the line, each with about 80 guns and 7 or 8 frigates with 50 guns, 5 corvettes with about 30 guns and around 40 brigs with 20 or fewer guns.


"The burning of the Ottoman frigate at Eressos by Dimitrios Papanikolis" by Konstantinos Volanakis

In the face of this situation, the Greeks decided to use fire ships, which had proven themselves effective for the Psarians during the Orlov Revolt in 1770. The first test was made at Eresos on 27 May 1821, when an Ottoman frigate was successfully destroyed by a fire ship under Dimitrios Papanikolis. In the fire ships, the Greeks found an effective weapon against the Ottoman vessels. In subsequent years, the successes of the Greek fire ships would increase their reputation, with acts such as the destruction of the Ottoman flagship by Constantine Kanaris at Chios, after the massacre of the island's population in June 1822, acquiring international fame. Overall, 59 fire ship attacks were carried out, of which 39 were successful. At the same time, conventional naval actions were also fought, at which naval commanders like Andreas Miaoulis distinguished themselves. The early successes of the Greek fleet in direct confrontations with the Ottomans at Patras and Spetses gave the crews confidence and contributed greatly to the survival and success of the uprising in the Peloponnese. Later, however, as Greece became embroiled in a civil war, the Sultan called upon his strongest subject, Muhammad Ali of Egypt, for aid. Plagued by internal strife and financial difficulties in keeping the fleet in constant readiness, the Greeks failed to prevent the capture and destruction of Kasos and Psara in 1824, or the landing of the Egyptian army at Methoni. Despite victories at Samos and Gerontas, the Revolution was threatened with collapse until the intervention of the Great Powers in the Battle of Navarino in 1827. (vgl. Kurse Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 621 Lord Byron,Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 020 Goethe, Nr. 552 William Shakespeare, Akademie der Kunst und Philosophie
 


Fahne des christlichen Orients und der Türkei (Bandera Imperio Bizantino)


Wappen Byzantion (altgriechisch, latinisiert Byzantium, modern Byzanz, türkisch Bizans) war eine um 660 v. Chr. am südwestlichen Ausgang des Bosporus gegründete Koloniestadt dorischer Griechen aus Megara, Argos und Korinth. Byzantium wurde unter römischer Herrschaft zu einer Stadt in der römischen Provinz Thracia. Aufgrund seiner günstigen Lage an der europäischen Küste des Bosporus, auf der Ostspitze einer Halbinsel zwischen Marmarameer und Goldenem Horn, wurde Byzantion von 326 bis 330 von Kaiser Konstantin I. zur neuen Hauptstadt des Römischen Reiches ausgebaut und in der Folgezeit Konstantinopel genannt. Durch einen noch heute bei Türken üblichen Angriffskrieg wurde es von Moslems (Osmanen) erobert und Bizans bzw. später Istanbul genannt. Das byzantinische Wappen wurde von den Türken bzw. Osmanen durch die rote Halbmond Räuber- und Piratenflagge ersetzt. 
 
 

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Letzte Bearbeitung:18.05.2020