Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences

 


 

Kurs Nr. 556 

Torquato Tasso - Poet der Renaissance


Und wer der Dichtkunst Stimme nicht vernimmt, Ist ein Barbar, er sei auch wer er sei

 
 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:
 

Tasso kennt man heute fast nur noch aus Goethe's "Torquato Tasso". Darin geht es, ähnlich wie bei Hölderlin, auch darum das Schicksal der Christenheit im Kampf mit den Sarazenen und Türken in dichterischer Form darzustellen  [1][2][3][4][5][6]: 
 

"Qual l'altro Egeo, perche Aquilone o Noto
Cessi, che tutto prima il volse e scosse,
Non s'accheta ei però, m'al suono e'l moto
Ritien de l'onde anco agitate e grosse." [19]  - Torquato Tasso

"Und wer der Dichtkunst Stimme nicht vernimmt,
Ist ein Barbar, er sei auch wer er sei" (Goethe)

"Gut! wenn du willst: der hohe Sinn des Pabsts.
Er sieht das Kleine klein, das Große groß.
Damit er einer Welt gebiete, gibt
Er seinen Nachbarn gern und freundlich nach.
Das Streifchen Land, das er dir überläßt,
Weiß er, wie deine Freundschaft, wohl zu schätzen.
Italien soll ruhig seyn, er will
In seiner Nähe Freunde sehen, Friede
Bei seinen Grenzen halten, daß die Macht
Der Christenheit, die er gewaltig lenkt,
Die Türken da, die Ketzer dort vertilge." (Goethe)

"Laß mein Gedicht aus jeder Stanze sprechen:
Was ich gewollt ist löblich, wenn das Ziel
Auch meinen Kräften unerreichbar blieb.
An Fleiß und Mühe hat es nicht gefehlt.
Der heitre Wandel mancher schönen Tage,
Der stille Raum so mancher tiefen Nächte,
War einzig diesem frommen Lied geweiht.
Bescheiden hofft' ich jenen großen Meistern
Der Vorwelt mich zu nahen; kühn gesinnt
Zu edlen Thaten unsern Zeitgenossen
Aus einem langen Schlaf zu rufen, dann
Vielleicht mit einem edlen Christen-Heere,
Gefahr und Ruhm des heil'gen Kriegs zu theilen.
Und soll mein Lied die besten Männer wecken,
So muß es auch der besten würdig seyn.
Alphonsen bin ich schuldig was ich that,
Nun möcht' ich ihm auch die Vollendung danken".(Goethe)
 

Doch Torquato Tasso ist ein berühmter italienischer Dichter. Sein bekanntestes Werk ist "Das befreite Jerusalem", das auch Händel zu seinem "Rinaldo" inspirierte. Auch Händels Kreuzritter-Oper "Rinaldo" erinnert an den Konflikt der christlichen Länder mit dem Islam und die Ereignisse in Köln. Georg Friedrich Händel brauchte 1710 ganz einfach handfeste Figuren, mit denen er deftigen Bühnenzauber entfalten konnte, um als Neuling das Publikum an der Themse zu beeindrucken. Das passende Personal liess er sich von dem Librettisten Giacomo Rossi aus dem Kreuzritterepos "Das befreite Jerusalem" von Torquato Tasso zusammenstellen, sowie aus Ariosts "Orlando furioso" und der Legende um die Zauberin Armida. Interessant ist die Inszenierung von Herzog: "Die Mannen des christlichen Heerführers Goffredo (Gottfried von Bouillon) werden gezeigt als eine Truppe von Aktenträgern, die, ziemlich albern, die Rituale der Delegationen bei Friedensverhandlungen und Krisensitzungen durchexerziert. Ihr Gegenspieler Argante, Verhandlungsführer der sarazenischen (also islamischen) Seite, ist ein Weichei, er giert mehr nach Sex als nach Macht. Bei seinem genüsslich zelebrierten Ausschnüffeln der Reizwäsche der Zauberin Armida und den plumpen Annäherungsversuchen an die schöne Almirena, Geliebte des Titelhelden Rinaldo, kommen einem unweigerlich die Nachrichten von den Kölner Massengrabsch-Szenen in den Sinn. Überdies entwickelt die Regie einen gehörigen Theaterdonner, der untrüglich nach Sprengstoff und Kalaschnikow-Geratter klingt. [6][7]

Vieles ist durchaus noch aktuell, zum Beispiel Sätze wie: "Die Mütter ziehn indes in die Moscheen, um zu dem bösen Lügnergott zu flehen" oder über die Türken: "Wie manches Mal ein Wolf, verjagt vom vollen Verschloßnen Schafstall, flieht und sich versteckt, der noch, obwohl der große Bauch geschwollen und Raubesmeng' im gier'gen Magen steckt, die Zunge reckt hervor in seiner tollen, unmäß'gen Blutgier und die Lippen leckt: So wich der Türk', dem nach so blut'gem Morden die Hungerswut noch nicht ersättigt worden" und für was Europa eigentlich kämpfen soll: "Er ist zum Sieg und zum Triumph erkoren, wo man für Christus kämpft und ew'ges Heil; das ist ihm hoch und göttlich angeboren, Ihm ward's durch ewiges Gesetz zu teil. Ruft denn zurück – der Himmel hat's beschlossen – Zum großen Werk den würdigen Genossen". [6][7][8]

Auch heute gilt für muslimische Länder: "Unwürd'gem Joch die Christen zu entraffen und einer so verhaßten Knechtschaft Pein" [6][20]

Alle Staaten, die nicht auf die Religion der Freiheit gegründet sind wie die heutige Türkei oder Saudi Arabien, sind auf Sand gebaut: "Der baut auf Sand, der nur auf Erdenstützen ein neues Reich zu gründen sich vermißt, wo wenig der Verbundnen ihn beschützen, wo er von Heiden rings umgeben ist." [6][7][8]

Auf Grenzsicherung im Mittelmeer kam es auch früher an - auch wenn Griechenland Probleme bereitete: "Doch weil vielleicht mit den gewohnten Ränken der Griechen Kaiser sich ihm listig naht", den Sarazenen wurde die Durchfahrt verwehrt: "Mit großen Schiffen und mit leichtern Kähnen belastet, stöhnt die See am nahen Strand, so daß im Mittelmeer den Sarazenen zu sichrer Fahrt kein Durchweg offen stand." [6]

In muslimischen Ländern werden die Christen von den "Sultanen" stärker belastet als die Muslime: "Verringert' er die Lasten seiner Heiden und ließ um so viel mehr die Christen leiden." [21] Aus dem ersten Gesang:

 
"Wohl ist es recht – wenn je in künft'gen Jahren
Die Völker Christi sich in Frieden sehn,
Und nun mit Schiff und Roß kühn dem Barbaren
Die große Beute zu entreißen gehn –
Daß sie die Führung, wie du willst, der Scharen
Zu Wasser oder Land dir zugestehn.
Nacheifrer Gottfrieds, horch' auf seine Siege
In unserm Lied, und rüste dich zum Kriege!

Schon lief das sechste Jahr, seitdem die Christen
Zum hohen Kampf gen Ost sich aufgemacht.
Nicäa war durch Sturm, durch Ueberlisten
War Antiochien schon in ihrer Macht,
Und wider Persiens Heer, nach kurzem Fristen,
Die Stadt verteidigt in gewalt'ger Schlacht.
Tortosa fiel; dann räumten sie der harten
Jahrszeit das Feld, um auf den Lenz zu warten.

Und jener feuchte Winter, der dem wilden
Kriegstoben wehrte, war beinah entflohn:
Als aus des Himmels heitersten Gefilden
Der ew'ge Vater, vom erhabnen Thron,
So weit erhöhet ob den Sterngebilden,
Wie sie sind ob des Abgrunds Region,
Das Aug' herniederwandt' und faßt' in eine
Anschauung, was die Welt in sich vereine." - Torquato Tasso
 

Die heilsgeschichtliche Verheissung, die von Abraham und Isaak auf das Christentum übergegangen ist (nicht jedoch auf Ismael und den Islam) wird von Zeit zu Zeit wiederholt. Ismael will Gott zwar "Fruchtbar machen und über alle Massen mehren" aber mit Isaak will er seinen Bund aufrichten. "Nur nach Isaak soll dein Geschlecht benannt werden ... Ich will dein Geschlecht segnen und mehren wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres, und deine Nachkommen sollen die Tore ihrer Feinde besitzen und durch dein Geschlecht sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden." [9]
 
"Er schaut das All, und weilet bei der Franken
Heerführern, die in Syriens Gaun verziehn;
Und mit dem Blick, dem in des Busens Schranken
Stets die geheimste Regung klar erschien,
Sieht er den Gottfried glühn von dem Gedanken,
Die heil'ge Stadt den Heiden zu entziehn,
Und, treu und eifrig, jedes ird'sche Trachten
Nach Ruhm der Welt, Herrschaft und Gold verachten.

Er sieht in Balduin die Begierde lauern
Nach allem, was zur Erdengröß' erhebt;
Und wie Tankred, versenkt in tiefes Trauern
Durch Liesbeswahn, nur wider Willen lebt;
Wie Bohemund in Antiochiens Mauern
Sein neues Reich fest zu begründen strebt,
Gesetz' und Sitten einführt, und Belehrung
In Künsten gibt und wahrer Gottverehrung;

Und wie sein Geist, nur thätig und geschäftig
Bei diesem Werk, nicht andres denkt noch thut.
Dann siehet er Rinaldo, kühn und kräftig,
Der Ruhe feind, entflammt von Kriegesmut.
Nicht Gold noch Herrschaft lockt ihn an; doch heftig
Durchlodert ihn der Ehr' unmäß'ge Glut.
Er sieht ihn treu an Guelfos Munde hangen
Und edler Vorzeit würd'ge Kund' empfangen.

Doch als der Herr des Weltalls wahrgenommen
Den tiefsten Wunsch, den jedes Herz gebar,
Heißt er den Gabriel zum Throne kommen,
Den zweiten aus der ersten Engel Schar,
Der immer zwischen Gott und seinen Frommen
Ein froher Bot' und treuer Dolmetsch war.
Er bringt hinab die himmlischen Befehle
Und bringt zu Gott das Flehn der gläub'gen Seele.

Ihm sagt der Herr: Zu Gottfried, meinem Treuen,
Eil' hin und sprich: Warum nunmehr verziehn?
Warum nicht jetzt mit Macht den Krieg erneuen,
Jerusalem dem Joche zu entziehn?
Die Fürsten ruf' er in den Rat, die Scheuen
Sporn' er zum Werk; zum Feldherrn wähl' ich ihn.
Ich wähl' ihn hier; die andern thun's auf Erden,
Die, einst ihm gleich, jetzt seine Diener werden.

So spricht der Herr; und diesem nachzuleben
Bereitet sich der Engel alsobald.
Luft muß den unsichtbaren Leib umweben,
Von ihm geformt zur menschlichen Gestalt,
Um sich den ird'schen Sinnen kund zu geben,
Doch von des Himmels Majestät umwallt.
Ein Knabe scheint er an des Jünglings Grenzen
Und läßt das blonde Haar von Strahlen glänzen.

Dann nimmt er weißt, goldgesäumte Schwingen,
Die unermüdlich sind, und schnell und leicht
Der Wind' und Wolken Region durchdringen,
Daß Meer und Land tief unter ihm entweicht.
Er eilt, vom Himmel sich hinabzuschwingen;
Bald hat er schon die untre Welt erreicht,
Läßt auf dem Berge Libanon sich nieder
Und wiegt sich auf verbreitetem Gefieder.

Nun lenkt er, abwärts fliegend, seine Pfade
Nach dem Gefild, in dem Tortosa ruht.
Die Sonn' entsteigt dem östlichen Gestade,
Zum teil herauf, doch mehr noch in der Flut;
Und Gottfried sendet zu dem Quell der Gnade
Sein frühes Flehn, wie er gewöhnlich thut:
Da, mit der Sonne, doch in hellerm Lichte,
Erscheint der Engel seinem Angesichte.

Und sagt ihm: Gottfried, sieh die Zeit erscheinen,
Die wieder Raum den Kriegesthaten schafft.
Warum noch säumst du länger mit den Deinen,
Jerusalem zu ziehn aus schnöder Haft?
Eil', in den Rat die Fürsten zu vereinen,
Und sporn' ans Ziel die träg gewordne Kraft.
Gott will zu ihrem Führer dich erheben,
Auch werden sie sich selbst dir untergeben.

Gott schickt als Boten mich, dir zu berichten,
Was er beschloß. Wie hoffest Du mit Fug
Nun sichern Sieg! Wie groß sind deine Pflichten
Für jenes Heer, das er dir übertrug!
Er schwieg, verschwand und lenkte zu den lichten
Glücksel'gen Höhn des Himmels seinen Flug;
Und Gottfried, ob dem Glanz, ob dem Befehle,
Steht da, geblend'ten Augs, erstaunter Seele.

Doch als er sich gefaßt und klar ergründet,
Wer kam, wer sandt', und was zu ihm erscholl:
Da, wünscht er erst, fühlt er sich ganz entzündet,
Den Krieg zu enden, den er lenken soll.
Nicht daß sein Herz, weil ihm die Gunst verkündet,
Die ihm der Himmel schenkt, von Ehrsucht schwoll;
Doch fühlt er, daß sein Wille sich entflamme
In dem des Herrn, wie Funken in der Flamme.

Er lud demnach die Helden, in der Gegend
Ringsum zerstreut, zum Rat, den er berief.
Stets zu dem Vorschlag noch die Bitte legend,
Schickt Boten er auf Boten, Brief auf Brief.
Was nur für Edle lockend ist und regend,
Was nur die Thatkraft wecket, die entschlief:
Er findet's auf und schmückt es, und erringet,
Daß sein Bemühn zugleich gefällt und zwinget. ...

Dies Ziel vielmehr ermutigt' unsre Waffen:
Die edeln Mauern Zions zu befrein,
Unwürd'gem Joch die Christen zu entraffen
Und einer so verhaßten Knechtschaft Pein;
Im heil'gen Land ein neues Reich zu schaffen,
Der Andacht sichre Wohnung zu verleihn,
Damit am hohen Grab der fromme Pilger
In Ruh' anbete, des Gelübdes Tilger.

Zwar Großes ist für die Gefahr geschehen,
Mehr für die Mühe, für den Ruhm nicht viel,
Nichts für den Zweck; bleib' hier der Krieger stehen,
Such' anderswo der Waffendrang sein Ziel.
Was hilft's, Europas Macht vereint zu sehen,
Und daß der Brand in Asiens Fluren fiel,
Ist doch das Ende so gewalt'ger Thaten
Nicht Staatengründung, nur Verderb der Staaten?

Der baut auf Sand, der nur auf Erdenstützen
Ein neues Reich zu gründen sich vermißt,
Wo wenig der Verbundnen ihn beschützen,
Wo er von Heiden rings umgeben ist.
Das ferne Westland kann ihm wenig nützen,
Und trauen darf er nicht der Griechen List.
Nur Trümmer häuft er auf, wovon begraben,
Er selbst ein Grab sich wird erbauet haben. ...

Ja, ich bezeug's, ihr Fürsten – und erfahren
Wird dieses Zeugnis Welt und Afterwelt,
Und droben selbst der Himmelsbürger Scharen –
Die Zeit der Reife hat sich eingestellt.
Je mehr wir zögern, wachsen die Gefahren;
Unsicher wird, was man für sicher hält.
Ich seh's voraus, bald wird, wenn wir nicht eilen,
Aegyptens Macht dem Feinde Hilf' erteilen." - Torquato Tasso
 

Die Fürsten aus ganz Europa sammeln sich, um Jerusalem zu befreien: 
 
"Die Franken ziehn vorauf, an deren Spitze
Graf Hugo einst, des Königs Bruder, stand.
Sie hatten Isle de France zum Heimatsitze,
Vier Ström' umziehn ihr schönes, weites Land.
Seit Hugo starb, folgt mit gewohnter Hitze
Die Schar dem Lilienbanner in der Hand
Klothars, des Feldherrn ohne Furcht und Tadel,
Dem nichts gebricht als königlicher Adel.

Auf dies', in schwere Rüstung eingeschlossen
Und ihrer Zahl nach tausend, folgt alsbald
Ein Trupp von gleicher Zahl auf mut'gen Rossen,
Den ersten gleich an Waffen und Gestalt.
Normannen sind's; dem Fürstenstamm entsprossen,
Lenkt Robert sie mit erblicher Gewalt.
Zwei Völkerhirten führten ihre Scharen
Sodann herbei, Wilhelm samt Adhemaren.

Sie beide, die vordem, mit heil'gem Streben,
Ihr frommes Amt verwaltet am Altar,
Jetzt üben sie das rauhe Waffenleben;
Ein schwerer Helm verbirg das lange Haar.
Die Stadt Oranien und ihr Weichbild geben
Dem ersten die vierhundert seiner Schar;
Zum Kriege führet die aus Puy der zweite,
In gleicher Zahl und gleich geübt im Streite.

Dann führet Balduin aus Boulognes Gauen
Sein eignes Volk, samt dem aus Gottfrieds Land;
Ihm übergab's der Bruder mit Vertrauen,
Da man zum Haupt der Häupter ihn ernannt.
Der Graf von Chartres läßt sodann sich schauen,
Von Rat gewaltig und von tapfrer Hand.
Vierhundert führt er, und an Balduin schlossen
Sich dreimal mehr, im Harnisch und auf Rossen.

Zunächst zeigt Guelf sich auf des Feldes Bahnen,
An hohem Glück und Wert gleich unbeschränkt.
Vom welschen Vater ward der Estes-Ahnen
Glorreiche Folg' als Erbteil ihm geschenkt;
Doch deutsch von Namen und von Unterthanen,
Dem alten Stamm der Guelfen eingesenkt,
Herrscht er, wo Suev' und Rätier einst am Rheine
Und Ister wohnt'; auch Kärnten ist das Seine.

Mit diesem Erb' aus mütterlichem Hause
Verband er großen, rühmlichen Gewinn.
Es trotzt sein Volk dem wilden Kriegsgebrause
Und folgt ihm in den Tod mit kühnem Sinn.
Den Winter bringt es gern bei heiterm Schmause,
Gesellig froh, in warmer Wohnung hin.
Fünftausend zogen aus; zwei Drittel rieben
Die Perser auf, kaum ist ihm eins geblieben.

Dann kommt das blonde Volk, des Land vom Meere,
Frankreich und Deutschland eingeschlossen ruht,
An Herden reiche und Ceres' goldner Aehre,
Durchströmt von Rhein und von der Mosel Flut.
Ihm folgt der Insel Volk, das hohe Wehre
Baut vor des Ozeans raubgier'ger Wut;
Des Ozeans, der nicht nur Schiff' und Waren,
Auch Stadt und Land verschlingt und Völkerscharen.

Von beiden waren tausend; beide standen
In eines andern Robert Dienst und Lohn.
Kaum stärker ist der Briten Schar vorhanden,
Die Wilhelm führt, des Königs jüngrer Sohn.
Mit Bogen kämpft sie, und ihr folgt, aus Landen
Noch näher an des Nordpols Region,
Ein borstig Volk. Von dichten Wäldern sendet
Dies Irland aus, der Welt ganz abgewendet.

Dann kommt Tankred; und keiner ist von allen,
Der, nach Rinald, ein größrer Krieger sei,
Des Anstand und Betragen mehr gefallen,
Des Herz so groß, von jeder Zagheit frei.
Muß doch auf seinen Ruhm ein Schatten fallen,
So ist's der Liebe holde Raserei;
Sie, die im Krieg, von einem Blick entsprungen,
Mit Qualen sich genährt und Kraft errungen.

Als einst der Franken Heer – so geht die Kunde –
Das Perservolk ruhmwürdig überwand,
Und nun Tankred, sieghaft in letzter Stunde,
Dem Feind zu folgen sich ermüdet fand,
Da sucht' er Labung dem verlechzten Munde,
Dem Leibe Rast, von Kämpfen abgespannt,
Und kam zu einem Quell, wo grüne Sitze
Ihm Kühlung boten nach des Tages Hitze.

Hier ließ sich plötzlich eine Jungfrau blicken,
Bis auf das Antlitz ganz gehüllt in Stahl,
Die, eine Heidin, um sich zu erquicken,
Gleichfalls gesucht dies kühle Schattenthal.
Er schaut sie an, bestaunt mit frohen Blicken
Den holden Reiz, und glühet auf einmal.
O Wunder! Amor, kaum geboren, flieget
Erwachsen schon, bewaffnet sich und sieget.

Sie nahm den Helm und hätt' ihr Schwert geschwungen,
Erschien nicht plötzlich andres Volk allda.
Das stolze Weib verließ den sie bezwungen,
Obwohl ihr Fliehen nur aus Not geschah.
Allein ihr Bild war in sein Herz gedrungen,
So kriegrisch hold, wie er sie lebend sah;
Und stets umschwebt ihn die Gestalt, die Gegend,
Wo er sie sah, den Brand von neuem regend.

Und deutlich kann in seinem Antlitz lesen,
Wer Liebe kennt: Der glüht, und hoffnungslos.
So spricht von innrer Qual sein ganzes Wesen,
Der trübe Blick, das Herz von Seufzern groß.
Achthundert Reiter hatt' er auserlesen;
Sie kamen aus Kampaniens holdem Schoß,
Dem Prachtwerk der Natur, von sonnenhellen
Anhöhn, geliebkost von Tyrrheniens Wellen.

Zweihundert Griechen kamen dann gezogen,
Mit Eisenrüstung wenig nur beschwert.
Auf ihrem Rücken tönen Pfeil und Bogen,
An einer Seite hängt ein krummes Schwert.
Die Rosse schlank, bei magrer Kost erzogen,
Sind rasch im Lauf, im Dienste wohl bewährt,
Zum Angriff schnell, schnell sich zurückzuziehen,
Ficht dieses Volk zerstreut und noch im Fliehen.

Sie führt Tatin, er, den man bei den Scharen
Von Latium als einz'gen Griechen sah.
O Schmach! O Unthat! Griechenland, und waren
Dir diese Kriege damals nicht so nah?
Doch saßest du, den Ausgang der Gefahren
Erwartend, ruhig, wie beim Schauspiel, da.
Beugt jetzo dir der Knechtschaft Joch den Rücken,
So klage nicht; Rechts ist's und kein Bedrücken.

Nun kommt der letzte Haufen, doch an Ehre,
An Mut und Kunst der erste von der Zahl:
Die freien Ritter, die gefolgt dem Heere,
Der Schrecken Asiens, Mavors' Donnerstrahl.
Schweig' Arthur von der Seinen Fabelmäre!
Schweig' Argo von den Minyern allzumal!
Der Vorwelt Ruhm muß sich vor ihrem neigen;
Doch wer wird würdig sich als Führer zeigen?

Dudo von Consa ist's; denn welcher eben
Adlicher, tapfrer sei, schien zweifelhaft;
Ihm hatten sie sich willig untergeben,
Dieweil er mehr gesehn und mehr geschafft.
In ernster Würd' und reifem Mannesleben
Zeigt er, bei grauem Haar, noch frische Kraft;
Zeigt er, der Ehre würd'ges Mal, die Narben,
So Wunden ohne Mißzier ihm erwarb.

Ihm folgt Eustaz, des Lob schon oft erklungen,
Doch durch Bouillon, den Bruder, mehr bekannt.
Gernand, von Norwegs Königsstamm entsprungen,
Erscheinet, stolz auf Zepter, Kron' und Land.
Alt ist der Ruhm, den sich im Kampf errungen
Roger von Balnavill und Engerland;
Und mit den Tapfersten verglichen warden
Ein Rambald, ein Genton, samt zwei Gerharden.

Hier ist Rosmund, Lancasters reicher Erbe,
Der, wie Ubald, bei den Gepriesnen steht.
Obizo von Toscana, der biderbe,
Sei in dem Kreis der Tapfern nicht verschmäht.
Nicht der Lombardenbrüder Ruhm ersterbe,
Achill genannt, Sforza und Palamed:
Noch Ottos Preis, der jenen Schild erstritten,
Auf dem ein nacktes Kind der Schlang' entglitten.

Nichts soll es Guascon noch Ridolfen fehlen
Am Ruhme, der den zwei Guidonen ward;
Nicht will ich schweigend, undankbar verhehlen
Des Gernier Namen, noch des Eberhard.
Wohin entreißt ihr mich, der schon vom Zählen
Ermüdet ist, Gildipp' und Odoard,
Geliebte, Gatten? Eins im Kampfesbunde,
Bleibt ungetrennt auch in der Todesstunde.

Was läßt sich nicht in Amors Schule lernen?
Zum Kriege stählt sich dort ihr weiblich Herz;
Um nie sich von dem Gatten zu entfernen,
Hüllt sie die zarte Brust in rauhes Erz.
Es hängt ihr Schicksal an denselben Sternen,
Und ungeteilt ist jeder Wunde Schmerz.
Ist sie verletzt, sieht man, wie er sich quäle;
Wenn ihm das Blut entwallt, entwallet ihr die Seele.

Doch durch Rinald, den Knaben, übertroffen
Sind beid' und alle, die zur Mustrung ziehn.
Hebt er mit holder Wildheit, groß und offen,
Die Königstirn, schaut alles nur auf ihn.
Den Jahren eilt er vor und jedem Hoffen;
Man harrt' auf Blüten, und die Frucht erschien:
Wenn er, gewaffnet, blitzt von Mutesfülle,
Glaubst du ihn Mars, und Amor, ohne Hülle.

Sophia gab ihn an den stolzen Wogen
Der Etsch dem mächtigen Berthold zum Sohn;
Doch als er noch der Mutter Brust gesogen,
Nahm zur Erziehung ihn Mathildis schon.
Sorgfältig ward er von ihr auferzogen
In jeder Kunst, die fähig macht zum Thron;
Bis Thatendrang die junge Brust durchwallte,
Als aus dem Ost die Kriegsdrommet' erschallte.

Da fliehet er, allein, auf fremden Pfaden,
Eh' noch das dritte Lustrum ihm entweicht,
Durchstreift die See samt Griechenlands Gestaden,
Bis er das Heer im fernen Land erreicht.
O edle Flucht, wohl würdig, einzuladen
Zur Nachahmung den Enkel, der ihm gleicht!
Drei Jahr ist er im Krieg, und kaum entsprießet
Unzeit'ger Flaum, der zart sein Kinn umschließet.

Des Fußvolks Banner, hell vom Strahl der Sonne,
Führt Raimund von Toulouse würdig an.
Er nahm die Seinen zwischen der Garonne,
Den Pyrenäen und dem Ozean.
Viertausend sind's; sie achten Krieg für Wonne,
Sind wohl bewehrt, gewohnt der rauhen Bahn,
Ein wackres Volk; und nicht wär' auszuspüren,
Wer klüger sie und kräft'ger könnte führen.

Stephan d'Amboise führt nun, aus der Gegend
Von Blois und Tours, Fünftausend, wohlgeschart;
Kein starkes Volk und wenig Kampflust hegend,
Obwohl es nicht die Eisenrüstung spart.
Das Land, anmutig, üppig, wonnerregend,
Erzeugt Bewohner von der gleichen Art.
Wild ist ihr Angriff bei dem ersten Zeichen,
Doch leicht ermatten sie hernach und weichen.

Dann kommt Alkast mit drohender Gebärde,
Wie Kapaneus vor Thebäs Mauern stand.
Er führt sechstausend Schweizer, zur Beschwerde
Geübt auf Alpenhöhn, wild, wutdurchmannt.
Das Erz, das Furchen zog und brach die Erde,
Ward, umgeformt, zu würd'germ Dienst verwandt;
Und diese Faust, gewohnt das Vieh zu leiten,
Scheint kühn genug, mit Königen zu streiten.

Sieh! dort erhebt sich das Panier der Ehren,
Durch Peters Kron' und Schlüsselpaar geweiht,
Vor siebentausend Kriegern, die in schweren
Stahlwaffen gehn; sie führt Camill zum Streit,
Froh, daß der Himmel ihn erkor, den hehren
Ruhm zu erneu'n der alten Römerzeit;
Zu zeigen mindstens, daß der mut'gen Seele
Des Latiers nichts, wenn nicht die Kriegszucht, fehlt.

Als Gottfried nun das Ganze wahrgenommen –
Denn diese zog als letzte Schar einher –
Läßt er die Oberfeldherrn zu sich kommen
Und meldet der Versammlung sein Begehr:
Sobald die neue Morgenröt' entglommen,
Soll, leicht und rasch, aufbrechen unser Heer;
Damit wir nahn Jerusalems Bezirken
So unversehn, wie möglich zu bewirken.

Bereitet euch demnach zum schnellen Zuge,
Bereitet euch zum Treffen und zum Sieg.
So sprach beredten, kühnen Munds der Kluge
Und weckt' in jedem neuen Mut zum Krieg.
Bereit macht' alles sich in raschem Fluge
Und harrte, bis empor Aurora stieg.
Doch ist der kundige Bouillon von Sorgen
Nicht ganz befreit, hält er sie gleich verborgen.

Denn sichre Nachricht hatt' er schon empfangen,
Daß sich Aegyptens König aufgemacht,
Um nach der Festung Gaza zu gelangen,
Die Syriens Grenzen droht mit starker Macht.
Der Mann, gewöhnt zu kühnem Unterfangen,
Ist schwerlich jetzt auf träge Ruh' bedacht.
Wohl sieht Bouillon, er muß als Feind ihn scheuen,
Und spricht zu Heinrich, seinem Vielgetreuen:

Auf leichtem Schiff – denn nichts ist zu verschieben –
Begieb nach Griechenland dich unverweilt.
Dort nahet sich, wie mir ein Mann geschrieben,
Der niemals noch mir falsche Kund' erteilt,
Ein Jüngling, der, von Thatendurst getrieben,
Sich unsern Scharen anzuschließen eilt,
Ein Dänenfürst. Bis aus dem fernsten Norden
Führt er heran zahlreiche Kriegerhorden.

Doch weil vielleicht mit den gewohnten Ränken
Der Griechen Kaiser sich ihm listig naht,
Um heimwärts seinen kühnen Lauf zu lenken,
Wenn nicht auf andern, von uns fernen Pfad:
So heiß in meinem Namen ihn bedenken –
Du, mein Gesandter, du, aufricht'ger Rat –
Was uns frommt, und was ihm; sporn' ihn zum Fluge,
Denn Unglimpf würd' er ernten vom Verzuge.

Du sollst nicht mit ihm kommen, sondern bleiben
Am Hof des griech'schen Kaisers, um sofort
Den oft verheißnen Beistand zu betreiben,
Der uns gebührt nach des Vertrages Wort.
Er spricht's und gibt ihm die Beglaubungsschreiben,
Und der Gesandte weilt nicht länger dort,
Beurlaubt sich und fördert seine Reise;
Und seien Geist beruhigt nun der Weise. ....

Hier steigt vom Berge S ëir, der erhaben
Von Osten her die Mauern überschaut,
Ein langer Zug von Männern, Frauen, Knaben
Ins Thal herab, mit Christus' Wort vertraut.
Er bringt dem gläub'gen Sieger seine Gaben,
Froh, ihn zu sehn, zu hören seinen Laut.
Das fromme Volk staunt ob den fremden Waffen
Und eilt, dem Heer ein treu Geleit zu schaffen.

Der kluge Feldherr führt den Zug am weiten
Meerstrande stets auf graden Wegen hin,
Wohl wissend, daß am Ufer, ihm zu seiten,
Die Flotte kreuzt, des Heers Versorgerin,
Die stets im Lager Ueberfluß verbreiten
Und schaffen kann, daß ihm nur den Gewinn
Der reichen Flur die Griecheninseln spenden,
Ihm ihren Wein Chios und Kreta senden.

Mit großen Schiffen und mit leichtern Kähnen
Belastet, stöhnt die See am nahen Strand,
So daß im Mittelmeer den Sarazenen
Zu sichrer Fahrt kein Durchweg offen stand.
Denn große Zahl von Schiffen, außer denen,
Die Genuas und Venedigs Port bemannt,
Ließ Frankreich, Engelland und Holland rüsten,
Sizilien auch an seinen reichen Küsten.

Und alle diese, durch die stärksten Bande
Zu einem Willen fest und treu vereint,
Beluden sich an fern und nahem Strande
Mit allem, was dem Landheer nötig scheint.
Dies fand indes von keinem Widerstande
Sich mehr gehemmt, die Grenzen ohne Feind
Und eilt nunmehr mit flügelschnellen Schritten
Dahin, wo Christus einst den Tod gelitten." - Torquato Tasso
 

Der Tyrann von Jerusalem benimmt sich wie muslimische Herrscher sich benehmen, d.h. sie nehmen keine Rücksicht auf ihre Untertanen: "Auf sein Gebot, in Flammen Hütt' und Haus, wo Nahrung fänden oder Schutz die Franken; er wandelt alles um in Schutt und Graus, er trübt die Bäch' und Quellen in den Triften und mischt die klare Flut mit bösen Giften."
 
"Sein Nam' ist Aladin; er lebt, beim Schwanken
Des neuen Throns, in steter Sorg' und Not.
Einst war er grausam; doch im Alter sanken
Die wilden Triebe, wie's die Zeit gebot.
Er nun, vernehmend von dem Plan der Franken,
Der seiner Stadt mit nahem Sturme droht,
Fühlt alte Furcht und neue sich vereinen;
Ihn schreckt der Feind, ihn schrecken selbst die Seinen.

Denn hier wohn ein vermischtes Volk, die Kinder
Verschiednen Glaubens, an demselben Ort.
Die Christo glauben, sind nur schwach und minder;
Der größre, stärkre Teil glaubt Mahoms Wort.
Doch als der König, Zions Überwinder,
Zu festen suchte seinen Sitz alldort,
Verringert' er die Lasten seiner Heiden
Und ließ um so viel mehr die Christen leiden.

Und der Gedank' erteilt dem alten Hange,
Der, eingeschläfert durch die Zeit, geruht,
Von neuem Kraft zu grausem Unheilsdrange,
Und mehr als jemals dürstet ihn nach Blut.
So wird im Sommer wieder wild die Schlange,
Die bei dem Frost so milde schien und gut;
So pflegt, wenn man ihn reizt, dem zahmen Leuen
Die angeborne Wut sich zu erneuen.

Ich sehe, sprach der Fürst, an sichern Zügen,
Wie bei dem falschen Volk die Freud' erwacht.
Nur allgemeines Leid wird ihm Vergnügen,
Wenn alles weint, dann jubelt es und lacht.
Vielleicht schon sinnt es auf Verrat und Trügen,
Ist schon vielleicht auf meinen Tod bedacht,
Und wie es meinem Feind, mit ihm im Bunde,
Die Pforten öffnet zu geheimer Stunde.

Das soll es nicht! Eh' sie das Werk vollführen,
Will ich der Rachgier Sättigung verleihn.
Nicht soll das Kind im Mutterschoß sich rühren,
Ihr ganzes Volk will ich dem Tode weihn.
An Haus und Tempel will ich Flammen schüren,
Dies soll der Toten Scheiterhaufen sein;
Und mitten im Gelübd', auf diesem Grabe,
Schlacht' ich die Priester selbst zur Opfergabe.

So unheilvoll ist seines Herzens Brüten;
Allein der grause Plan wird nicht zur That.
Doch, vor dem Mord der Unschuld sich zu hüten,
Lehrt ihn der Feigheit, nicht des Mitleids Rat.
Denn reizet ihn die eine Furcht zum Wüten,
So hemmt die andre, größre seinen Pfad;
Er scheut, zu sehr der Sieger Zorn zu regen
Und zum Vergleich den Weg sich zu verlegen.

Noch also mäßigt er die Blutgedanken
Und läßt den Grimm auf andern Wegen aus.
Weit um die Mauern her im Lande sanken;
Auf sein Gebot, in Flammen Hütt' und Haus,
Wo Nahrung fänden oder Schutz die Franken;
Er wandelt alles um in Schutt und Graus,
Er trübt die Bäch' und Quellen in den Triften
Und mischt die klare Flut mit bösen Giften.

Auch läßt er schnell Jerusalem verstärken
Und paart die Vorsicht mit der Grausamkeit.
Drei Seiten sind versehn mit festen Werken,
Nur gegen Norden fehlt's an Sicherheit.
Doch macht ihn kaum sein Argwohn dies bemerken,
So läßt er Wäll' errichten, hoch und breit;
Und schleunigst nimmer er ein noch viele Fahnen
Von Söldnervolk und eignen Unterthanen." - Torquato Tasso
 

Muslimische Tyrannen arbeiten mit allen Mitteln, auch mit schwarzer Magie - schliesslich hat der Islam auch damit etwas zu tun [10]: "Was meine Zauberkunst vermag, ist dein; Es sollen selbst der Engel mächt'ge Scharen, die Gott verstieß, uns ihren Beistand leihn". [6] Aus dem zweiten Gesang.
So rüstet der Tyrann zum Kriegsgedränge,
Als einst Ismen sich seinem Blick entdeckt;
Ismen, der aus des Grabes dumpfer Enge
Den toten Leib zu neuem Leben weckt.
Ismen, der durch geheimnisvolle Sänge
In seiner Burg den Höllenkönig schreckt
Und Diener stets in seinen Geistern findet
Zum Werk der Bosheit, und sie löst und bindet.

Einst war er Christ; zu Mahom abgefallen,
Hat er den frühern Dienst nicht ganz verbannt;
Vielmehr vermengt er beide, nach Gefallen,
Zu bösem Zweck, mit jedem schlecht bekannt.
Jetzt, aus der Nacht einsamer Felsenhallen,
Wo er der dunkeln Kunst sich zugewandt,
Treibt ihn zum Fürsten die Gefahr des Staates,
Zum schlimmen Herrn den Bringer schlimmern Rates." 

Im Zweifelsfall werden Christen von muslimischen Herrschern vertrieben oder inhaftiert. Nicht zuletzt deshalb kam es zu den Kreuzzügen. "In Flucht gejagt vom Christenheere, weichen die Palästiner":
 
"Allein des Königs Argwohn sieht mit Grauen
Ihm nah, vereint, so große Heldenkraft;
Drum wurden beid' aus Palästinas Gauen,
Durch sein Gebot, verbannt und fortgeschafft.
Auch andre Christen treibt er aus, der rauhen
Staatsklugheit folgend, andern gibt er Haft.
Wie traurig scheiden sie von zarten Sprossen,
Von grauen Vätern, liebenden Genossen!

Grausame Trennung! Der nur muß von hinnen,
Der stark von Kräften ist und kühn von Mut;
Die Frau'n, die Greis' und Kinder hält er drinnen
Als Geiseln fest, in sichrer Mauern Hut.
Viel' irren nun umher, und viele sinnen
Empörung aus; und mehr, als Furcht, kann Wut.
Sie eilen, sich den Franken zu vereinen,
Die an dem Tag vor Emaus erscheinen.

Der Flecken Emaus liegt wenig Stunden
Vom fürstlichen Jerusalem getrennt.
Wer zeitig geht, hat dort sich eingefunden,
Gemächlich wandelnd, eh' der Mittag brennt.
O, wie's die Scharen freut, dies zu erkunden!
O, wie die Sehnsucht heft'ger nun entbrennt!
Doch weil die Mittagsstunden schon verrannen,
Befiehlt Bouillon, die Zelt' hier aufzuspannen."
 

Verhandlungen mit muslimischen Herrschern taugte früher genauso wenig wie heute (zum Beispiel mit der Türkei wegen der Flüchtlingskrise): "Durch schlaue, schmeichelnde Beredsamkeit, Gewandte Sitten, feine Huldigungen und einen Geist, zum Truge stets bereit;
Stark in der Kunst, Verleumdung vorzubringen, die Schmähung ist und scheint wie Lob zu klingen" [22]
 
"Schon waren sie errichtet, und schon wandte
Zum Meere sich die Sonn' in hehrer Pracht,
Als man gewahrt, daß sich zwei unbekannte
Vornehme nahn, in fremder Landestracht,
An deren Thun und Wesen man erkannte,
Daß Freundsabsicht sie hierher gebracht.
Botschafter von Aegypten sind's, und haben
Der Knappen viel um sich, und Edelknaben.

Alet ist einer, namenlos entsprungen
Aus schlechten Pöbels Schmutz und Niedrigkeit;
Doch hat er sich zum ersten Rang geschwungen
Durch schlaue, schmeichelnde Beredsamkeit,
Gewandte Sitten, feine Huldigungen
Und einen Geist, zum Truge stets bereit;
Stark in der Kunst, Verleumdung vorzubringen,
Die Schmähung ist und scheint wie Lob zu klingen.

Argant, der andre, vom Cirkasserlande,
Der an Aegyptens Hof als Fremdling trat,
Schwang sich empor zum Reichssatrapenstande
Und stieg im Kriegsheer bis zum höchsten Grad.
Rauh, ungeduldig, wild im Zornesbrande,
In Waffen unbezwungen, rasch zur That,
Verhöhnt' er jede Gottheit, und begehrte
Sein Recht und sein Gesetz allein vom Schwerte.

Gehör beim Oberfeldherrn suchten beide,
Und er gewährt' es, ohne zu verziehn.
Auf niederm Sessel und in schlichtem Kleide,
Umringt von seinen Fürsten, sahn sie ihn;
Doch echtem Wert, auch fern vom Prunkgeschmeide,
Ist durch sich selbst der höchste Schmuck verliehn.
Kaum, daß Argant ihn zu begrüßen dachte,
So wie ein großer Mann, der keinen achte.

Alet indes, an seine Brust geschlossen
Die Rechte, beugt, gesenkten Blicks, das Haupt,
Und ehrt ihn ganz nach Sitte der Genossen,
Wie man in seinem Land es schicklich glaubt.
Es schien, als Worte seinem Mund entflossen,
Dem Honig selbst die Süße fast geraubt;
Und da die Franken Syriens Sprache kannten,
Verstand man leicht die Rede des Gesandten:"
 

Die Christen verlassen sich lieber auf ihre eigenen Stärken statt sich auf die Schmeicheleien der Muslime einzulassen: "Tankred, und neben ihm Rinald, durchschnitten der Feinde Kreis, so stark an Volk und Wehr ... Die Heiden nun, durchbrochen und zerstoben, fliehn nach der Stadt in ordnungslosem Lauf. ... Der wackre Dudo folgt, erhitzt vom Siegen, den Flücht'gen, stößt den schrecklichen Tigran mit seinem Roß; dann wirft ihn, ungehindert, sein Schwert zur Erd', um einen Kopf vermindert." [6] Aus dem 3. Gesang:
 
"Nicht half Algazars Panzer ohne Fehle,
Noch that der Helm Korbans ihm Widerstand;
Er traf sie rücklings, daß durch jenes Kehle,
Durch dieses Brust sein Schwert den Ausgang fand.
So trieb auch Amuraths und Mehmets Seele
Aus ihrer süßen Wohnung seine Hand;
Almansors dann; der mächtige Cirkasser
Blieb selbst nicht sicher vor dem Heidenhasser. ...

Indem Bouillon die Mauern nun und Zwinger
Der Stadt beschaut, die Gegend und das Land,
Sinnt, wo zu lagern sei, und wo geringer,
Bei einem Sturm, der Mauern Widerstand,
Nimmt ihn Erminia wahr, zeigt mit dem Finger
Auf ihn und spricht, zum Aladin gewandt:
Dort ist Bouillon, vom Purpur stolz umfaltet,
So herrlich und so königlich gestaltet.

Er ist fürwahr zum Oberherrn geboren,
So ganz ist ihm die Herrscherkunst verliehn.
Doch doppeltes Verdienst ist ihm erkoren:
Als Ritter, wie als Führer, preist man ihn.
Ihm ist von allen, die zum Kreuz geschworen,
An Mut und Klugheit keiner vorzuziehn;
Nur Raimund ist im Rat, es sind in Schlachten
Rinald nur und Tankred ihm gleich zu achten." - Torquato Tasso
 
 

Von den Muslimen, also Mahomet und seinen Anhängern, kann kein Heil für die Welt ausgehen. Ganz im Gegenteil sie tun so "Als wär' es – Thor! – ein Leichtes nur, zu streiten den großen Kampf mit Gottes heil'ger Macht; Thor! der den Himmel wagt herauszufodern, vergessend schon, wie Gottes Blitze lodern."  [9][10][11[12][13][14][15][16][17][18]  Aus dem 4. Gesang:
 
"Das größte Weh den Christen zu bereiten,
Ist nun sogleich sein ganzer Geist bedacht.
Zusammen ruft er schnell von allen Seiten
In seine Burg den grausen Rat der Nacht.
Als wär' es – Thor! – ein Leichtes nur, zu streiten
Den großen Kampf mit Gottes heil'ger Macht;
Thor! der den Himmel wagt herauszufodern,
Vergessend schon, wie Gottes Blitze lodern.

Es ruft dem grausen Volk urnächt'ger Klüfte
Der höllischen Posaune heisrer Ton.
Ihr zittern rings die weiten schwarzen Grüfte,
Des Orkus Nacht rückhallt ihr rauhes Drohn.
So schmettert nie der Blitzstrahl durch die Lüfte
Herab aus höchster Himmelsregion;
So bebt die Erde nie mit wildem Stoße,
Wann sie die Dünste preßt im schwangern Schoße.

Rings sammeln sich an hoher Pforte Stufen
Des Abgrunds Götter raschen Flugs sofort:
Scheusal', aus Nacht und Graun hervorgerufen,
Verderben sprühend aus dem Aug', und Mord.
Hier stampfen sie den Grund mit Tiereshufen
Um Menschenstirn wehn Schlangenhaare dort;
Ein ungeheurer Schweif erscheint bei allen,
Der, Peitschen gleich, sich dehnen läßt und ballen.

Centauren, Sphinxe siehst du und Gorgonen
Und der Harpyen ekelhafte Brut;
Die Hydra heult, es zischen die Pythonen,
Die Scylla bellt voll raubbegier'ger Wut.
Hier hausen Polypheme, Geryonen;
Dort spein Chimären dunkelrote Glut;
In neuer Mißform, nirgend sonst gefunden,
Scheusal' unzähl'ger Art in eins verbunden.

Die setzen sich zur Rechten, die zur Linken
Um den gewalt'gen Schreckenskönig her.
In Plutos Hand sieht man das Zepter blinken,
Das ungeheure Zepter, roh und schwer.
Nicht Calpes noch des Atlas hohe Zinken,
Kein Bergfels ist und keine Klipp' im Meer,
Die man vor ihm nicht kleine Hügel glaubte;
So ragt er auf mit hornbewehrtem Haupte.

Den stolzen Geist erhebt dem Schreckenvollen
Der Ungestalt furchtbare Majestät.
Der roten Augen Paar, von Gift gequollen,
Flammt wie ein unheilbringender Komet;
Sein Kinn umhüllt ein Bart, der, dick geschwollen,
Bis auf die borst'ge Brust hernieder weht.
Es öffnen ihm, gleich ungeheuern Tiefen,
Die Kiefern sich, die schwarz von Blute triefen.

Wie aus des Aetna Feuerschlund mit Krachen
Glut, Schwefeldampf und Donner steigt empor,
So stürzt sich jetzt aus seinem wilden Rachen
Der Atem schwarz und glutgemischt hervor.
Ihm schweigt der Laut des hundertköpf'gen Drachen,
Und Cerberus verstummt am Höllenthor;
Es stocket der Cocyt, die Gründ' erzittern,
Und seine Stimm' erschallt gleich Ungewittern:

Des Orkus Mächte, würd'ger dort zu wohnen,
Hoch über Sonnen, so eu'r Mutterland,
Die einst der große Fall von sel'gern Thronen
Mit mir in diese düstre Kluft gebannt:
Der alte Zorn des Herrschers jener Zonen
Und unser hoher Plan sind längst bekannt.
Er aber lenkt die Sterne nun als Meister
Und richtet uns als widerspenst'ge Geister.

Und fern vom heitern Tag, der uns umflossen,
Der Sonne Pracht, der Sterne goldnem Kranz,
Hält er in diesem Abgrund uns verschlossen,
Versagt auf ewig uns den alten Glanz.
Und dann – Weh mir! von seines Zorns Geschossen
Traf keins mein Innerstes so tief, so ganz! –
Ließ er den Menschen Himmelsbürger werden,
Aus schlechtem Staub geboren auf der Erden.

Und nicht genug; zu unserm Sturz verschworen,
Gab er dem Tode selbst den ein'gen Sohn.
Er kam herab, brach von des Orkus Thoren
Das Siegel los, trat kühn vor unsern Thron;
So viele Seelen, uns zur Beut' erkoren,
Führt' er dem Himmel zu, und, uns zum Hohn,
Schwang triumphierend er auf jenen Bahnen
Als Sieger der besiegten Hölle Fahnen.

Doch was erneur' ich meinen Schmerz durch Klagen!
Wer wüßte nicht, wie tief er uns gekränkt!
Wann hat, und wo, der altgewohnten Plagen
Erledigung uns jener dort geschenkt?
Nicht laßt uns fortan vom alten Leid uns sagen,
Aufs gegenwärt'ge sei der Sinn gelenkt!
Ha! und durchschaut ihr noch nicht, wie er strebe,
Daß alles Volk sich seinem Dienst ergebe?

Wir hielten träg' uns länger hier verkrochen
Und blieben bei so würd'ger Sorge kalt?
Wir litten, daß sein Volk, ununterbrochen,
In Asiens Gaun zunehm' an Macht und Halt?
Daß es Judäa dürf' jetzt unterjochen,
Noch mehren seines Herrschers Ruhmgewalt?
Daß man in andrer Sprach' und andrer Weise,
Auf neuem Erz und Marmor noch ihn preise?

Daß unsre Bilder stürzen vom Altare,
Der, umgeweiht, ihm künftig Opfer zollt?
Daß man nur ihm Gelübde zahl', ihm spare
Des Weihrauchs Duft, ihm spende Myrrh' und Gold?
Daß man vor uns die Tempel jetzt verwahre,
Wo alles sonst uns eigen war und hold?
Daß wir den Zoll so vieler Seelen missen,
Und Pluto herrsch' in öden Finsternissen?" - Torquato Tasso
 

Von muslimischen Kämpfern wie Argant ist keine Ritterlichkeit zu erwarten, weshalb Tankred ausruft: "Was hoffest du für Ehre zu erkaufen durch Thaten, die auch ein Barbar verflucht? In welcher Hord', in welchen Räuberhaufen hast du an solchen Freveln dich versucht?" [6]

Wie heute die Konvertiten mitunter am gefährlichsten sind, so auch damals. Mit allen Mitteln versuchten die Sarazenen die Christen zu dezimieren. Eine Methode war, sie - ähnlich wie Klingsor im Parsival von Richard Wagner, auf ein Schloss in den Hinterhalt zu locken. Zu spät erkannten die Ritter, wem sie gefolgt: "Er war Rambald, der zu erlognen Fehden Armiden folgt' und ihrenthalb bekennt das Heidentum und den Gebrauch verteidigt, der hier besteht und alles Recht beleidigt." [6]

 
"Er reitet fort mit ungewissem Schritte,
Als plötzlich Rossestrab sein Ohr erreicht,
Und aus dem Thale kommt in schnellem Ritte
Ein Mann hervor, der einem Boten gleicht;
Er schwingt die Peitsch' und trägt nach unsrer Sitte
Zur Seit' ein Horn, das bis zur Hüfte reicht.
Bei diesem forscht Tankred, um zu erfahren,
Wie er gelange zu den Christenscharen.

Der sagt italisch: Ebendahin wende
Ich meinen Ritt, gesandt von Bohemund.
Ihm folgt Tankred, der sicher glaubt, ihn sende
Sein großer Ohm, und traut dem falschen Mund.
Zu einer Burg gelangen sie am Ende,
Umringt von trüben Sees morast'gen Grund,
Zur Zeit, da sich die Sonne scheint zu neigen,
Um in ihr nächtlich Haus hinabzusteigen.

Der Bote läßt sein Horn die Ankunft sagen,
Und eine Brücke sinkt herab sofort.
Nun spricht er zu Tankred: Weil' ohne Zagen,
Bist du ein Christ, bis Tagesanbruch dort;
Denn Graf Cosenza nahm vor kaum drei Tagen
Den Sarazenen diesen sichern Ort.
Der Ritter hält, die Feste zu betrachten,
Die Lag' und Kunst unüberwindlich machten.

Es fällt ihm ein, ob hinter diesen Thüren
Der starken Burg vielleicht die Tücke wacht.
Doch Todsgefahr kann seine Brust nicht rühren,
Kein Wort, kein Blick verkündet den Verdacht;
Denn wohin Schicksal oder Wahl ihn führen,
Da will er sicher sein durch eigne Macht.
Nur weil er andern Kampf schon eingegangen,
Trägt er nach neuer Fehde kein Verlangen.

Er hemmt daher den Schritt, zum guten Glücke
Da, wo die Brück' auf einer Wiese ruht,
Dicht vor der Burg und folget nicht der Tücke
Des falschen Führers, der zum Schloß ihn lud.
Indem erscheint ein Ritter auf der Brücke,
Dem Ansehn nach entflammt von Zorn und Wut;
Gerüstet, in der Hand den bloßen Degen,
Ruft der ihm zu, bedrohend und verwegen:

O du, der zu Armidas mächt'gen Reichen
Durch Schickung oder Willkür sich gewandt,
Leg' ab die Wehr! Nicht denke zu entweichen,
Und beut den Fesseln die gefangne Hand!
Komm in dies Schloß, wo alle deinesgleichen
Sich unterwerfen dem, was sie erkannt,
Und hoffe nie, den Himmel mehr zu schauen
Durch Jahreslauf und deines Haars Ergrauen,

Wenn du nicht schwörst, für sie und wider jeden
In Kampf zu gehn, der sich nach Christus nennt.
Tankred betrachtet ihn bei diesen Reden,
Bis er die Waffen und die Stimm' erkennt.
Er war Rambald, der zu erlognen Fehden
Armiden folgt' und ihrenthalb bekennt
Das Heidentum und den Gebrauch verteidigt,
Der hier besteht und alles Recht beleidigt.

Von heil'gem Zorn entbrennt der fromme Krieger,
Und glüh'nden Blicks erwidert er im Flug:
Ich bin Tankred, nichtswürdiger Betrüger!
Ich, der für Christus stets die Waffen trug.
Durch ihn nur ward ich seiner Feinde Sieger,
Und dies erproben sollst du bald genug;
Denn meine Rechte hat der Herr erkoren,
Dein treulos Herz dir rächend zu durchbohren.

Rambald, als ihm der hehre Nam' erklungen,
Erschrickt urplötzlich und erbleicht vor Graun.
Doch spricht er keck: Von welcher Macht gedrungen,
Kommst du, Unsel'ger, hier den Tod zu schaun?
Hier wird die Kraft gelähmt dir und bezwungen;
Und dies dein stolzes Haupt, vom Rumpf gehaun,
Send' ich den Franken zu als Siegesbeute,
Bin ich derselbe, wie vordem, auch heute.

So spricht der Heid'; und weil des Tages Sinken
Nichts mehr erkennen läßt als dunkle Nacht,
Sieht man auf einmal tausend Lampen blinken,
So daß ein neuer, heller Tag erwacht.
Das Schloß erglänzt, wie auf des Meisters Winken
Bei nächt'gem Fest der Bühne stolze Pracht.
Erhaben sitzt Armida, ungesehen;
Doch ihrem Aug' und Ohr kann nichts entgehen....

So war Tankred von selbst hier eingegangen –
Wie immer auch der wunderbaren Haft
Einrichtung sei – und fand sich da gefangen,
Wo niemand sich von selbst den Ausgang schafft.
Wohl rüttelt' er am Thor; doch sein Verlangen
Blieb ohne Frucht, trotz seines Armes Kraft.
Da tönt ein Ruf: Umsonst ist dein Beginnen,
Armidens Sklav', dem Kerker zu entrinnen!"  - Torquato Tasso

Schon Mohammeds Kriegskunst bestand hauptsächlich darin Zwietracht zu säen und Söldner zu kaufen ("Arabiens Haufen, raubgierig jederzeit und leicht zu kaufen"): "Drum geh ins Lager, und was er den Christen zum Vorteil sagt, das wende zum Verlust. Laß Gift und Glut durch deine Kunst sich nisten In der Helvetier, Briten, Welschen Brust; Errege Zorn und Zwietracht und Empörung, und wirke so des ganzen Heers Zerstörung." Die Mohammedaner, also "die von Gott sich wandten" schliessen sich gegen die Christen zusammen, Araber, islamisierte Afrikaner und Asiaten [23]:
Denn unter allen, die von Gott sich wandten,
War dieser jetzt der stärkste, kühnste Mann;
Und brächt' aufs neu' die Erde der Giganten
Furchtbare Brut hervor, er wär's auch dann.
Er war der Türken Herrscher, und erlesen
Zum Sitz des Reichs Nicäa ihm gewesen.

Da streckte sich zur Griechenküste nieder;
Vom Sangar zum Mäander hin, sein Land,
Wo man vordem Bithyner, Myser, Lyder
Und Phryger und des Pontus Volk gekannt.
Doch nachmals, da die fremden Waffen wider
Die Türken und die Heiden sich gewandt,
Ward er des Reichs beraubt, und er, geschlagen,
Erlitt zweimal gewalt'ge Niederlagen.

Er sucht' umsonst, sein Unglück zu bezähmen;
Vom Vaterland trieb ihn der Christen Macht,
Und nach Aegypten mußt' er Zuflucht nehmen,
Wo ihn der Fürst empfing mit Würd' und Pracht,
Voll Freude, daß zum großen Unternehmen
Solch tapfrer Mann sein Schwert ihm zugebracht.
Denn schon beschloß er, vor der Christenscharen
Eroberung das heil'ge Land zu wahren.

Doch eh' er sich erkühnt, wie er beschlossen,
Mit offnem Krieg den Feind zu überziehn,
Wollt' er die Araber als Bundsgenossen
Für vieles Gold durch jenen an sich ziehn.
Indes die Seinen nun zusammenflossen
Aus Asien und dem Mohrenland, erschien
Fürst Soliman und dingt' Arabiens Haufen,
Raubgierig jederzeit und leicht zu kaufen."  - Torquato Tasso

aus dem 10. Gesang;

"Vorzeichen ist's und knabenhaft Ermannen,
Was Asien von ihm kennt und rühmt bis nun.
Ich seh' es klar: eh' viele Jahr' entrannen,
Zähmt er des Herrschers ungerechtes Thun.
Weit wird sein Aar den Silberfittich spannen,
Daß Kirch' und Rom in seinem Schatten ruhn,
Durch ihn erlöst aus jenes Untiers Klauen,
Und Söhne wird er, seiner würdig, schauen.

Der Söhne Söhn' und kommende Geschlechter,
Sie werden ganz sich solchem Beispiel weihn
Und wider die Tyrannen und Verächter
Den Infuln und den Tempeln Schutz verleihn.
Des Stolzes Bändiger, der Unschuld Wächter,
Der Schwachheit Schirm, der Bosheit Graun zu sein,
Das ist ihr Amt. So fliegt auf hehrem Neste
Einst über Sonnen hin der Aar von Este.

Und dringt er zu des Lichts, der Wahrheit Thoren,
Dann reich' er Petern einst den Donnerkeil.
Er ist zum Sieg und zum Triumph erkoren,
Wo man für Christus kämpft und ew'ges Heil;
Das ist ihm hoch und göttlich angeboren,
Ihm ward's durch ewiges Gesetz zu teil.
Ruft denn zurück – der Himmel hat's beschlossen –
Zum großen Werk den würdigen Genossen.

So tilgt der Weise nun die Furcht der Franken,
Die das Geschick Rinaldos ihnen gab.
Bouillon allein, verloren in Gedanken,
Lenkt schweigend sich vom lauten Jubel ab.
Indes erschien die Nacht; zur Erde sanken
Die dunkeln Hüllen taubenetzt herab.
Die andern lehn dem Schlummer ihre Glieder;
Dem Feldherrn nur steigt keine Ruh' hernieder." - Torquato Tasso
 

Auch heute noch haben Muslime ("das Heidenvolk") keinerlei Ehrfurcht vor christlichen Kirchen und Klöstern. In der Türkei und in der Levante wurden sie von Mohammedanern zerstört und entweiht; in Europa versuchen Muslime den Gottesdienst zu stören: "hebt die freche Schar zu toben an, und Schmähn und Lästrung füllen die Luft, daß Waldstrom, Thal und Berg erbrüllen" Zerstörung von Kulturgütern ist das Einzige worauf sich das "Heidenvolk" versteht: "Das  Heidenpaar, gespornt von immer neuer Zerstörungswut, schweift weit und weiter aus". Nicht nur der IS zerstört Kirchen und Klöster, alle muslimischen Herrscher von der Türkei bis Saudi Arabien schänden christliche Heiligtümer. "So schwingen sich des Orkus Ungeheuer, die Schwesterfurien, aus der Nächte Graus, Ihr Schlangenhaar und ihre Fackeln schüttelnd und wild das Weltall durcheinander rüttelnd." [24]
 
"So singend, zieht das Volk in weitem Kreise
Mit ernsten Schritten langsam seinen Pfad
Und lenkt zum Oelberg nun die fromme Reise,
Der vom Olivenbaum den Namen hat
Und, aller Welt berühmt mit heil'gem Preise,
Der hohen Mauer sich von Osten naht.
Nur Josaphat, mit schroffer Thaleswindung,
Verwehrt des Berges und der Stadt Verbindung. ...

Dorthin begibt das Heer sich mit Gesängen,
Und durch die tiefsten Thäler dringt der Schall,
Und Berg' und Grotten füllen sich mit Klängen,
Und tausendfach antwortet Widerhall.
Ein Waldchor scheint sich in den Felsengängen,
Im dichten Laub zu bergen überall;
So deutlich ruft's den frommen Melodieen
Die Namen nach von Christus und Marien.

Das Heidenvolk bleibt auf der Mauer stehen
Und nimmt erstaunt und still dies alles wahr;
Der ernste Gang, das demutsvolle Flehen,
Der fremde Pomp erscheint ihm wunderbar.
Doch wie es um der Neuheit Reiz geschehen
Des heil'gen Schauspiels, hebt die freche Schar
Zu toben an, und Schmähn und Lästrung füllen
Die Luft, daß Waldstrom, Thal und Berg erbrüllen.

Doch mit des Bittgesangs anmut'gen Tönen
Hält Christi frommes Volk deshalb nicht ein,
Und achtet mehr nicht auf ihr Drohn und Höhnen
Als auf geschwätz'ger Vögel lautes Schrein.
Auch sorgt man nicht, ob Wurfgeschosse dröhnen,
Daß sie des heil'gen Friedens Störer sei'n
Aus solcher Fern'; und so vollbringt die Menge
In Sicherheit die frommen Festgesänge.

Dem Priester nun wird ein Altar dort oben
Als Tafel jenes großen Mahls geschmückt,
Und auf den goldnen Leuchtern hoch erhoben
Ein strahlend Licht ihm rechts und links gerückt.
Ein andres Kleid, doch schön und reich gewoben,
Nimmt Wilhelm dort und sinnet, still gebückt.
Die Stimm' erhebt er dann mit hellem Schalle,
Verklagt sich selbst, dankt Gott und fleht für alle.

Der Nahe hält sein Ohr zu ihm gewendet,
Der Ferne mind'stens des Gesichtes Sinn.
Doch als er das Geheimnis nun vollendet
Des reinen Opfers, spricht er: Gehet hin!
Und mit der priesterlichen Rechte spendet
Den Kriegern er des Segens Vollgewinn.
Entsündigt wandelt nun die Schar der Frommen
Den Pfad zurück, auf welchem sie gekommen.

Als man im Lager Reih' und Glied verlassen,
Begibt der Feldherr sich in sein Gezelt;
Und bis zur Schwelle bleibt in dichten Massen
Ihm der Begleiter große Schar gesellt.
Hier wendet sich Bouillon, sie zu entlassen;
Den Führern aber winkt der fromme Held,
Mit ihm sich durch ein stärkend Mahl zu letzen;
Ihm gegenüber muß sich Raimund setzen.

Schon hat durch Speis' und Trank beim Festgelage
Befriedigt den Naturtrieb jeder Gast,
Da spricht der Feldherr: Mit dem neuen Tage
Macht insgesamt zum Angriff euch gefaßt.
Das sei ein Tag des Krieges und der Plage,
Doch diesen weiht der Rüstung und der Rast.
Drum ruhe nun ein jeder und bereite
Sodann sich selbst und seine Schar zum Streite.

Sie gingen fort; und nun macht sonder Weile
Der Herold bei Drommetenschall bekannt,
Daß jeder Krieger mit dem Frühlicht eile
In voller Wehr zum angewiesnen Stand.
So ward zum Teil zur Labung, und zum Teile
Zum Fleiß und Denken, dieser Tag verwandt,
Bis leise kam die Nacht herangezogen,
Die Mühe störend und der Ruh' gewogen.

Noch schwankt Aurora, und noch nicht hernieder
Blickt aus dem Ost des Tages Lichtgestalt;
Noch kehrt der Hirt nicht zu den Auen wieder,
Noch fühlt die Erde nicht des Pflugs Gewalt;
Gesichert ruht auf Zweigen das Gefieder,
Und kein Gebell noch Horn durchstört den Wald,
Als: zu den Waffen! die Drommete dröhnet,
Und: zu den Waffen! rings der Himmel tönet.

Auf, zu den Waffen! Waffen! So erneute
Sich tausendmal der Ruf im großen Heer.
Sogleich steht Gottfried auf, doch nimmt er heute
Nicht die gewohnte Rüstung, stark und schwer;
Er wählt sich andre Waffen, wie für Leute
Zu Fuß sich schickt, bequeme, leichte Wehr.
Schon hat er die geringe Last genommen,
Da sieht er schnell den wackern Raimund kommen.

Als Gottfried so bewaffnet sich dem weisen
Ratgeber zeigt, der seinen Sinn erspäht,
Spricht dieser: Herr, wo ist dein starkes Eisen?
Des Panzers Last? das andre Stahlgerät?
Warum fast waffenlos? Ich kann's nicht preisen,
Daß mit so schwacher Wehr der Feldherr geht.
Nun seh' ich wohl aus allen diesen Dingen,
Du willst ein niedres Ziel des Ruhms erringen.

Ha, wonach strebst du? Nach gemeiner Ehre
Des Wall-Ersteigers? Laß sie jener Schar,
Die, minder wert und nötig unserm Heere,
Pflichtmäßig weiht ihr Leben der Gefahr.
Du, Herr, ergreife die gewohnten Wehre
Und nimm zu unserm Wohl dein selber wahr.
Dein Leben, Geist und Seele dieser Scharen,
Es muß, bei Gott! sorgfältig sich bewahren.

Er schweigt, und jener spricht: Vernimm die Kunde:
Als ich in Clermont vor Urbanen stand,
Der durch dies Schwert dem frommen Ritterbunde
Mich zugesellte mit allmächt'ger Hand,
Gelobt' ich meinem Gott mit stillem Munde,
Nicht zu genügen bloß dem Feldherrnstand,
Nein, zu verwenden auch beim großen Werke
Als ein gemeiner Krieger Schwert und Stärke.

Drum, wenn mein ganzes Heer in Reihn und Glieder
Geordnet ist und rückt zum Feind hinan,
Und wenn ich so als Feldherr treu und bieder
Der übernommnen Pflicht genug gethan:
Dann will auch ich – wohl hast du nichts dawider –
Den hohen Mauern mich im Kampfe nahn
Und meinen heil'gen Schwur dem Himmel halten:
Mag über mir sein Arm beschützend walten!

Er spricht's; und Frankreichs Ritter, samt den beiden
Gebrüdern Gottfrieds, thun, wie er's gemacht;
Auch andre Fürsten folgen ihm und kleiden
Sich in des Fußvolks leichtre Waffentracht.
Schon stieg indes das kecke Volk der Heiden
Zur Höh' hinan, wo gegen Mitternacht
Und gegen Abend sich die Mauer kehrte,
Weil mindern Schutz die Ebne hier gewährte.

Denn anderswo befürchtet die Gefahren
Des Feindessturms die starke Festung nicht.
Hier sammelt der Tyrann die Söldnerscharen
Und alles Volk, das Kraft und Mut verspricht.
Ja, Kinder selbst und Greis' in hohen Jahren
Beruft die höchste Noth zur Kriegespflicht;
Und diese reichen dort dem stärksten Teile
Kalk, Schwefel, Pech und große Stein' und Pfeile.

Mit Waffen und Gezeug war mannigfaltig
Die Mauer nach der Ebne hin versehn;
Und hier, gleichwie ein Riese, hochgestaltig
Ist Soliman vom Gürtel auf zu sehn.
Hier, zwischen Zinnen drohend und gewaltig
Türmt sich Argant, von weitem zu erspähn;
Und auf dem höchsten Winkelturm am Walle
Erscheint Clorind', erhaben über alle.

Herab vom Rücken hängt bis auf die Lenden
Der Köcher ihr, der Pfeile schwere Last.
Den Bogen schon ergreift sie mit den Händen,
Schon ist die Sehne straff, der Pfeil gefaßt,
Und ringsum späht, den Feinden ihn zu senden,
Die schöne Schützin mit begier'ger Hast.
So dachte man vor alters sich Dianen,
Versendend ihre Pfeil' aus Wolkenbahnen.

Der greise König eilt mit flücht'gen Sohlen
Von Thor zu Thor, sieht nach an jedem Ort,
Ob alles auch geschehn, was er befohlen,
Ermuntert seine Schar durch kluges Wort,
Mehrt hier das Volk, läßt dort noch Waffen holen
Und sorgt für alles, als der Seinen Hort.
Die Mütter ziehn indes in die Moscheen,
Um zu dem bösen Lügnergott zu flehen."  - Torquato Tasso
 
 

Im Traum werden die christlichen Streiter von guten Mächten begleitet und ermahnt: "Entreißen mußt du erst des Heiden Händen das heil'ge Land, zu lang' ihm unterthan, und mußt dort einen Christenthron erbauen, den Gott wird deinem Bruder anvertrauen." [25]
 
"Nicht ferne von der Sonne goldnen Thoren
Ist eine Pforte von Kristall zu schaun,
Die sich gewöhnlich, eh' der Tag geboren,
Zu öffnen pflegt beim ersten Morgengraun,
Hier gehn die Träum' hervor, die Gott erkoren,
Um seinen Schluß den Frommen zu vertraun.
Aus dieser schwingt, der auf Bouillon hernieder
Sich neigen soll, sein schimmerndes Gefieder.

Noch nie erschien, wann Träume sich verklären,
Dem Erdensohn ein wonnevollres Bild
Als dieses, das des Himmels und der Sphären
Geheimnis ihm enthüllet, rein und mild.
Ein klarer Spiegel, stellt es treu im hehren
Abglanz ihm dar das himmlische Gefild;
In reinem Aether glaubt Bouillon zu schweben,
Den goldne Flammen strahlenreich durchweben.

 Und noch bewundert er an diesen Orten
Bewegung, Raum und Harmonie und Licht,
Da, sieh! begegnet ihm ein Ritter dorten,
Des edle Stirn ein Strahlenkranz umflicht.
Der naht sich ihm, und seinen holden Worten
Vergleich der Erde schönster Ton sich nicht:
Du schweigst, Bouillon? Du säumst, mich zu empfangen?
Ist Hugos Bild so schnell in dir vergangen?

Und er versetzt: Vor diesem Glanz der Sonnen,
Der wunderbar dein Angesicht verklärt,
Ist mir die alte Kenntnis so zerronnen,
Daß sie nur spät und langsam wiederkehrt.
Und dreimal, trunken von der Freundschaft Wonnen,
Streckt er den Arm nach dem, der ihm so wert;
Und dreimal flieht des Bildes leicht Gedüfte
Wie leerer Traum, wie rasch bewegte Lüfte.

Mit Lächeln spricht der Freund: Nicht mehr umgeben
Bin ich, wie dir bedünkt, vom Erdenkleid;
Du siehest hier Gestalt und Geist nur schweben,
Zum Bürger dieser Himmelsstadt geweiht.
Dies ist ein Tempel Gottes; hier ist neben
Den Streitern seiner Macht dein Sitz bereit.
Wann? fragt Bouillon. O, würd' ich jetzt vom Leibe
Der Erd' erlöst, wehrt dieser, daß ich bleibe!

Bald, spricht der Geist, wirst du den Lauf vollenden
Und hier die Palm' im Siegesglanz empfahn;
Doch mußt du noch viel Schweiß und Blut verwenden
Im harten Kampf auf jener Erdenbahn.
Entreißen mußt du erst des Heiden Händen
Das heil'ge Land, zu lang' ihm unterthan,
Und mußt dort einen Christenthron erbauen,
Den Gott wird deinem Bruder anvertrauen.

Doch um die Himmelssehnsucht zu vermehren,
Die dich erfüllt, schau' um dich her und sieh
Die Wohnungen des Lichts, die Flammensphären,
Gelenkt vom Geist der ew'gen Harmonie;
Und höre dort der Himmelsleier hehren
Zusammenklang mit Engelsmelodie.
Nun, sprach er dann, die Erd' ihm zeigend, falle
Dein Blick hinab zu jenem letzten Balle." - Torquato Tasso
 

Frauen werden auch heute noch von muslimischen Männern unterdrückt und auf falsche Fährten geführt, so wie Armida: "Als Heidin wuchs ich auf, und List und Trügen schien zum Verderb der Christen mir erlaubt. Dir folgt' ich, fing dich, führte dich in Banden vom Heere fern nach weit entlegnen Landen; Nicht tadle mich mein Oheim und mein Hüter; Er wollt' es so, er klage selbst sich an. Zu schlechtem Thun für weibliche Gemüter Führt' er zuerst den stolzen Geist hinan. Er raubte mir das köstlichste der Güter, Die edle Scheu, und störte meine Bahn. Ihm fällt zur Last die Schuld unwürd'ger Dinge, Die ich vollbracht aus Lieb', aus Zorn vollbringe." [26]
 

"Allein vor allen wird Alfonso ragen,
Des Namens zweiter, doch der erst' an Wert.
Er wird erstehn, wann in verderbten Tagen
Die dürft'ge Welt nur wenig Helden nährt.
Nie wird wie er ein Mann so herrlich tragen
Das Zepter auf dem Thron, im Kampf das Schwert,
Der Waffen Last, des Diademes Bürde:
Er, deines Stammes Ruhm und höchste Würde!

Als Knabe schon, in nachgeahmten Kriegen
Wird er des künft'gen Muts Verkünder sein;
Im Ritterspiel wird er den Preis erfliegen,
Das Wild wird vor ihm zittern und der Hain.
Er wird hernach in wahren Schlachten siegen,
Und reiche Beut' und Palmen warten sein;
Und oftmals prangt er mit verdientem Glanze
Im Lorbeer-, Eichen- oder Halmenkranze.

Nicht mindrer Glanz wird ihn als Mann verklären,
Wann er den Frieden stiftet und bewacht.
Den Seinen wird er Sicherheit gewähren,
Obwohl umringt von kühner Nachbarn Macht;
Die Künste fördern, das Talent ernähren,
Festspiele feiern von erlesner Pracht;
Mit gleicher Wage Straf' und Lohn verteilen
Und sichern Blicks voraus der Zukunft eilen.

O sollt' er je zum Kriege mit den Frechen,
Die Land und Meer dann furchtbar überziehn,
Von denen einst in einer Zeit voll Schwächen
Die edelsten der Völker schmählich knien;
Sollt' er, um Tempel und Altar zu rächen,
Die sie zerstört, hinaus als Feldherr ziehn:
Wie würd' er dann der Frevler Rotte zähmen,
Wie harte Rach' an dem Tyrannen nehmen!

Dann wehrt' umsonst mit mächt'gem Widerstande
Der Türk' und Mohr des Helden kühner That;
Denn bahnen würd' er bis zum Euphratstrande,
Bis auf des Taurus schneebedeckten Grat,
Bis in des Sommers ewig blühn'de Lande
Dem Kreuz, dem Aar, den Lilien ihren Pfad,
Des Mohren Haupt mit heil'ger Flut betauen
Und so des Nils verborgne Quellen schauen.

So spricht der Greis; und die Prophetentöne
Vernimmt entzückt der staunende Rinald,
Dem der Gedank' an seine künft'gen Söhne
Mit wonnigem Gefühl die Brust durchwallt.
Nun zeigt Aurora sich in neuer Schöne,
Der Morgenhimmel wandelt die Gestalt;
Schon können sie von fern die Wimpel sehen,
Die frei und lustig auf den Zelten wehen."
 

Muslime fordern Toleranz von den Christen, in Wirklichkeit steht "Die halbe Welt in Waffen", bereit, weiterhin gegen Christen zu kämpfen. Seitdem Ägypten "zum Islam überschritt" geht es bis heute in diesem Land bergab. Das Gleiche betrifft weitere Länder der Levante, Afrikas und Asiens. Ergriffen wurde die Herrschaft von Barbaren aus "aus Mahoms Blut" Von seltsamen Gesellen wird die Levante nun beherrscht: "Sie führt Arasp, ein Kriegsmann, der im Streite durch Schlauheit mehr als Tapferkeit gewinnt. Er scheint zur Kunst des Hinterhalts geboren und hat den Preis in jeder List der Mohren." Die Araber, "An Stimm' und Größe sind sie gleich dem Weibe, von Haaren schwarz, schwarz von Gesicht und Leibe" nicht zuletzt durch den mohammedanischen Glauben mehr Raubmörder als Ritter: "Albiazar als Arabiens dritter Heerführer" ist "Raubmörder und kein Ritter". [27]

Frauen sind für muslimische Männer nur dazu gut, die "aus Mahoms Blut" , das "Frevlervolk" zu mehren und lüsternes Begehren zu stillen: "Genüber sitzt Adrast, sie starr betrachtend, kein Auge wendend und kaum atmend schier; so hängt er ihr am Angesicht, nur trachtend zu weiden seine hungrige Begier. Doch Tissaphern, bald zürnend und bald schmachtend, schaut wechselnd bald nach ihm und bald nach ihr; und in dem stets bewegten Antlitz malen sich jetzt der Wut und jetzt der Liebe Qualen. Auch Altamor wird hier gewahrt; umfangen vom Frauenkreise sitzt er etwas fern und läßt nicht frei umschweifen sein Verlangen, doch lenkt er schlau den gier'gen Augenstern. Der Blick schielt nach der Hand, der nach den Wangen; Manchmal auch späht er nach verborgnerm Kern und dringt hinein, wo unvorsicht'ge Hülle geheimen Weg entdeckt zur schönsten Fülle." [28]
 

"Nun folgt die Schar, die gegen Ost am Meere
Von Asien wohnt, den Küstenstreif entlang.
Es lenket sie Aronteus, dessen Ehre
Nicht Kraft und Mut, nur Titel ist und Rang.
Noch nie entpreßt' ihm Schweiß des Helmes Schwere,
Nie weckt' ihn noch der Frühdrommete Klang;
Aus weicher Ruh' ins rauhe Kriegerleben
Verlockt' ihn nur unzeit'ger Ehrsucht Streben.

Alarcon führt sodann aus Barcas Lande
Ein schlechtes Volk, fast nackt und unbewehrt,
Das nur mit Raub im weiten, wüsten Sande
Sei langer Zeit ein hungrig Leben nährt.
Zumaras König bringt in besserm Stande
Sein Volk, nur nicht in fester Schlacht bewährt.
Dann der von Tripolis; der erst' und zweite
Sind sehr geschickt und schlau im flücht'gen Streite.

Nun kommt die Heerschar, die Arabiens Gauen,
Des fels'gen wie des glücklichen, bewohnt;
Des glücklichen, das – ist dem Ruf zu trauen –
Unmäß'ge Glut und Kälte stets verschont;
Wo Duftwerk und Gewürz entsprießt den Auen,
Wo stets verjüngt der ew'ge Phönix thront,
Der bei des Tods und Lebens Wechselsiege
Aus Blumen baut sein Grab und seine Wiege....

Sodann erscheint das Volk der Insellande,
Das, rings umschlossen von Arabiens Meer,
Zu fischen pflegt an seinem reichen Strande
Kostbare Muscheln, edler Perlen schwer.
Mit diesem kommt vom abendlichen Rande
Des roten Meers das Negervolk daher.
Die führet Agricalt, Osmid die Mohren,
Ein Mann, der Recht und Glauben abgeschworen....

Alark, der wilde, kommt mit Odemaren,
Dem Heeranordner; Hydraort, vereint
Mit Rimedon, dem Höhner der Gefahren,
Des kühner Sinn verachtet Tod und Feind.
Tigran kommt mit Rapold, dem Großkorsaren,
Des Meers Tyrannen; Ormond auch erscheint
Mit Marlabust, genannt von allen Zungen:
Der Araber, weil er dies Volk bezwungen.....

Ein Krieger, in Armeniens Gaun geboren,
Führt dieser Ritter edles Häuflein an.
Er hatt' als Jüngling Christum abgeschworen;
Einst hieß er Klemens, Emiren sodann.
Von seinem Herrn zum Günstling auserkoren,
Dient' er dem König, ein getreuer Mann,
Als Führer und als Ritter gleichen Wertes,
Durch Mut und Geist und Tapferkeit des Schwertes."
 
 

Das Schöne, Wahre und Gute siegt immer nicht zuletzt durch die Hilfe des Erzengels Michael:
 
Da zeigt sich Engel Michael des frommen
Heerführers Augen, sichtbar ihm allein,
Von Himmelswehr umblitzt, von Licht umglommen,
Besiegend der entwölkten Sonne Schein.
Sieh, Gottfried, spricht er, sieh! die Stund' ist kommen,
Vom Joch der Knechtschaft Zion zu befrein.
Nicht senke, senke nicht die scheuen Blicke;
Schau', welchen Beistand dir der Himmel schicke!

Erhebe nur die schwachen Augen freier
Und sieh das Himmelsheer in luft'gen Aun!
Denn lüpfen will ich deinem Blick den Schleier
Der Sterblichkeit, des undurchdringlich Graun
Dem Menschen birgt des Himmels hohe Feier,
So wirst du hüllenlose Geister schaun
Und kannst dem Glanz der englischen Gestalten
Auf kurze Frist dein Aug' entgegenhalten.

Sieh jene, die für Christi Wort gefallen
Als Geister nun des Himmels Bürger sind,
Die mit dir kämpfen und auch mit dir wallen
Ans hohe Ziel, das deine Kraft gewinnt.
Sieh, wo die Mauern dort in Trümmer fallen,
Wo Staub und Dampf schwarz durcheinander rinnt,
Dort kämpfet Hugo zwischen Rauch und Flammen
Und stößt der Türme festen Grund zusammen.

Sieh dort, wie Dudo die erhabne Pforte
Gen Mitternacht erstürmt mit Schwert und Brand.
Er reicht den Kriegern Wehr, ruft kräft'ge Worte,
Legt Leitern an und hält sie fest im Stand.
Der dort sich zeigt an jenem höhern Orte,
Geschmückt mit Bischofshut und Meßgewand,
Ist Adhemar, der Hirt aus sel'gen Reichen;
Er segnet euch und macht des Kreuzes Zeichen.

Richt höher noch den Blick und sieh das ganze
Vereinte Himmelsheer in voller Pracht!
Er hebt das Aug' und sieht in hellem Glanze
Geflügelt, ohne Zahl, des Himmels Macht.
Drei Scharen sind's, und jed' in einem Kranze,
Drei Glieder stark, geordnet wie zur Schlacht;
Und ihre Kreise, die an Raum gewinnen
Nach außen zu, verengern sich nach innen.

Geblendet sank sein Aug'; er hebt's, um weiter
Des Schauspiels sich zu freu'n, und sieht's nicht mehr.
Doch um sich blickend sieht er seine Streiter
Vom Siegsglück angelächelt ringsumher.
Viel Helden trug Rinalden nach die Leiter;
Und er schon oben würgt im Heidenheer.
Da zürnt Bouillon, die Zeit hier zu verschwenden,
Und reißt die Fahn' aus ihres Trägers Händen.

Zuerst beschreitet er die Brück', und eben
Sperrt in der Mitt' ihm Soliman den Weg.
Hier zeigt sich ein unendlich Heldenstreben
In wenig Hieben auf so engem Steg.
Der tapfre Sultan ruft: Für andrer Leben
Werf' ich, mich opfernd, hier das meine weg.
Haut ab die Brücke hinter mir, ihr Leute!
Ich bleibe hier, doch nicht als leichte Beute.

Da sieht er den Rinald hierher sich lenkend,
Und alle fliehn vor seinem grausen Nahn.
Was soll ich thun? Mein Leben hier verschenkend,
Verschenk' ich's, spricht er, ohne Zweck und Plan.
Und immer noch auf neue Schutzwehr denkend
Läßt er nunmehr dem Feldherrn freie Bahn,
Der drohend folgt, wie seine Schritte weichen,
Und auf die Mauer pflanzt des Kreuzes Zeichen.

Man sieht die Siegesfahn' erhaben wallen
Und prachtvoll sich in tausend Kreisen blähn.
Glanzheller scheint der Tag auf sie zu fallen,
Ehrfürcht'ger selbst die Luft sie anzuwehn;
Und mancher Pfeil scheint von ihr abzuprallen,
Und mancher scheu an ihr vorbeizugehn;
Es scheinen Burg und Hügel sich zu neigen,
Und fromm entzückt ihr Ehrfurcht zu bezeigen.

Frohlockend schallt durch alle Heeresglieder
Das Siegsgeschrei, laut jubelnd weit und breit.
Rings das Gebirg erschallt und hallet wider
Die letzten Tön'; und fast zur selben Zeit
Stürmt auch Tankred die letzte Schutzwehr nieder,
Die ihm Argant entgegenwarf im Streit,
Schlägt seine Brück', eilt nach dem Mauerkranze
Und stellt das Kreuz dort auf im Siegesglanze.

Im Süden nur, wo gegen den Tyrannen
Jerusalems der graue Raimund stand,
Gelang's noch nicht Gasconiens tapfern Mannen,
Den Turm zu nahn der schroffen Mauerwand.
Ihn hielt der Kern des Heidenheers von dannen,
Der in der Schar des Königs sich befand;
Und war die Mauer dort von mindrer Stärke,
War sie geschützter durch Verteid'gungswerke.

Und überdies war hier am Felsenhange
Dem großen Bau der Zugang minder leicht,
Weil die Natur des Orts dem mächt'gen Zwange
Der Kriegeskunst doch nicht in allem weicht.
Indessen wird vom lauten Siegesklange
Der Heiden und Gasconier Ohr erreicht,
So daß der König und der Graf erkunden,
Schon sei die Stadt im Norden überwunden.

Da ruft der von Toulous': Ihr Kampfgenossen!
Von jenseit ist die Stadt erobert schon
Und widersteht trotzdem? Und ausgeschlossen
Sind wir allein vom hehren Siegeslohn? –
Doch endlich weicht der alte Fürst verdrossen,
Da jede Hoffnung des Erfogs entflohn,
Und flüchtet sich nach einem höhern Turme,
Wo er gedenkt, zu widerstehn dem Sturme.

Nicht durch die Mauern nur, auch durch die Pforten
Zieht nun das ganze Siegerheer hinein;
Denn schon gesprengt, verbrannt, zerstört ist dorten,
Was noch im Wege war den tapfern Reihn.
Des Schwertes Grimm lustwandelt allerorten
Und Tod, mit Graun und Jammer im Verein;
In Bächen strömt das Blut, stemmt sich in Teichen,
Von halb Lebend'gen voll und voll von Leichen."
 
 

Wie heute aus allen Ländern Dschihadisten in den Orient reisen um für das "Frevlervolk" zu kämpfen, so kamen damals Muslime aus allen Ländern zusammen um gegen Christen zu kämpfen: "O du mein Heer, des Orients Bezwinger, du Geißel des, der Christi Wort verlacht!
Sieh, endlich ist der frohe Siegesbringer, der lang' ersehnte letzte Tag erwacht. Mit großer Absicht hat des Höchsten Finger sein ganz rebellisch Volk heran gebracht; All' eure Feinde wollt' er hierher senden, um viele Krieg' in einem Schlag zu enden." Viele Heiden mussten erbleichen: "Mit großer Schmach fällt unter ihren Streichen das Heidenvolk, das nichts zur Abwehr thut. kein Kampf ist dies, nur Mord und Niederlage; denn dort gebraucht man Stahl, hier Schrei und Klage. Nicht lang' empfangen sie am edlern Teile die Wunden noch, und zeigen ihr Gesicht. Die Scharen fliehn, und Furcht treibt sie zur Eile, daß alles wild aus Reihn und Gliedern bricht. Allein Rinald verfolgt sie sonder Weile, und eh' sie ganz versprengt sind, ruht er nicht. Dann aber sammelt sich der rasche Sieger, der minder wild ist gegen flücht'ge Krieger."  [29]
 
"Wir werden viel in einem Sieg erlangen,
Und größer nicht wird Fahr und Mühe sein.
Fern sei von euch, fern jedes eitle Bangen
Vor unsrer Feind' unzähligem Verein!
Zu ordnen schwer, in innerm Zwist befangen,
Verwickelt er sich selbst in seinen Reihn
Und wird im Kampf nur wenig Streiter zählen;
Denn Raum wird vielen, vielen Kühnheit fehlen.

Die, welche sich jetzt wider uns erheben,
Sind meistens nackt und ohne Kunst und Kraft,
Nur durch Gewalt dem niedern Sklavenleben,
Durch Herrscherzwang der feigen Muß' entrafft.
Schon seh' ich Schild und Schwert und Fahne beben,
Und wie der Arm schon vor dem Kampf erschlafft;
Seh' Angst und Zweifel alle Reihn durchschleichen,
Seh' ihren Tod an wohlbekannten Zeichen.

Der Feldherr, der im purpurnen Gewande
Die Scharen stellt, so wild von Angesicht,
Er hat der Araber, der Mohren Bande
Vielleicht besiegt; uns widersteht er nicht.
Was kann er thun mit Klugheit und Verstande,
Wenn Angst, Verwirrung durch die Haufen bricht?
Kaum kennen ihn, kaum kennet er die Scharen,
Sagt wen'gen wohl: Dort kämpften wir zu Paaren!

Doch ich bin Feldherr auserlesner Streiter;
Zusammen kämpften einst und siegten wir,
Und lange war ich nachmals euer Leiter.
Wes Land und Abkunft ist verborgen mir?
Welch Schwert, das ich nicht kenne? Ja, wenn weiter
Der Pfeil noch fliegt im luftigen Revier,
Weiß ich, ob Irland, ob ihn Frankreich sandte,
Und welches Schützen Arm den Bogen spannte.

Gewohntes fordr' ich nur: Auch heute wieder
Sei jeder so wie sonst sich selber gleich,
Voll Mut, wie sonst; und denke treu und bieder
An seinen, meinen, Christi Ruhm zugleich.
Geht, stürzet die Verruchten; ihre Glieder
Zermalmt und sichert unser heil'ges Reich.
Was säum' ich noch? Mich läßt eu'r Aug' erkunden
Mit heller Schrift: Schon habt ihr überwunden!

Es schien, als ob beim Enden dieser Töne
Ein lichter Strahl dem Himmel sich entwand,
Wie oft die Sommernacht in heitrer Schöne
Stern' oder Blitze schüttelt vom Gewand.
Doch dieser Strahl – so glaubten Christi Söhne –
Ward aus der Sonne tiefstem Schoß gesandt;
Er schien sein Haupt im Kreise zu umstreichen,
Und manchem schien er künft'ger Herrschaft Zeichen."
 

Auch Verräter haben keine Chance. Selbst Sultan und muslimischer König von Jerusalem sind besiegt: "Der König stürzt und beißt im Todesgrauen laut heulend in die einst beherrschten Auen. ... Fern ist der Sultan, Aladin erschlagen, und ihre Mannschaft folgt verschiedner Wahl: Die einen jetzt gleich wüt'gen Tigern jagen die Brust verzweifelnd in des Feindes Stahl; die andern suchen wie betäubt vom Zagen Im hohen Turme Schutz zum zweitenmal. Doch mit den Flücht'gen drängt sich mutentglommen der Sieger ein und macht den Sieg vollkommen." [6]
 
"Indes hat Ormond, der sich unterwunden
Heimtückisch zu vollziehn die grause That,
Samt den Genossen, ihm durch Eid verbunden,
In falscher Wehr den Christen sich genaht:
Wie nächt'ge Wölfe, gleichend fast den Hunden,
Zur Hürde ziehn auf nebelvollem Pfad,
Indem sie spähn, den Eingang zu entdecken,
Und den verdächt'gen Schweif geschickt verstecken.

Sie nähern sich; schon hat der freche Heide
Von Gottfrieds Seite sich nicht fern gestellt;
Doch wie Bouillon das Gold, die weiße Seide
Des Truggewands erblickt, da ruft der Held:
Seht da den Frevler, der in falschem Kleide
Verrätrisch sich als einen Franken stellt!
Seht da mit ihm die andern Missethäter!
So rufend sprengt er los auf den Verräter....

So fällt die Burg, und teils wird auf den Stiegen,
Teils unten schon der Flüchtling umgebracht.
Indes hat Raimund, der die Zinn' erstiegen,
Des Kreuzpanier mit sich hinauf gebracht
Und läßt's im Wind' als Siegeszeichen fliegen,
Im Angesicht der großen Völkerschlacht."
 
 

Die Heiden fliehen oder kämpfen schon für die Christen: "Als Soliman, der dem Antäus gleichend im langen Krieg' oft fiel und immer drauf furchtbarer sich erhob, nun sank erbleichend
zu ew'ger Rast: da eilt des Rufes Lauf. Das Glück, unstät bisher im Felde streichend, hält länger nicht des Siegs Entscheidung auf; Es hemmt die Kreise, fügt sich ohne Schwanken zu Gottfrieds Heer und streitet für die Franken. Der Nerv des Morgenlandes, die Genossen der Königsschar fliehn, wie die andern flohn. Einst hießen sie unsterblich; doch beschlossen Ist ihr Verderb, dem Titelprunk zum Hohn.... Besudelt und verderbt in großer Menge der Sarazenen Schmuck und Wehrgepränge." [30]
 
"So siegt Bouillon nach langem, hartem Streite;
Und da der Tag noch völlig nicht entschwand,
Führt er die Sieger in die schon befreite
Hochheil'ge Stadt, wo Christi Wohnung stand.
Er selber geht an seiner Helden Seite
Zum Tempel ein mit blut'gem Kriegsgewand,
Hängt hier die Waffen auf als fromme Gabe
Und löset sein Gelübd' am heil'gen Grabe."
_____________
[1] Vgl. Kurs Nr. 554 Friedrich Hölderlin. Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Vgl. Kurs Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie
[3] Vgl. Kurs Nr. 512 Novalis: Christenheit oder Europa. Akademie der Kunst und Philosophie
[4] Vgl. Kurs Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie / Academy of Sciences
[5] Vgl. Kurs Nr. 532 - Philosophie der Wissenschaften. Akademie der Kunst und Philosophie
[6] Torquato Tasso, Gierusalemme liberata. Poema heroice, Ferrara 1581. Vgl. Kurs Nr. 556 - Torquato Tasso. Akademie der Kunst und Philosophie
[7] Vgl. Kurs Nr. 545 Sittenlehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[8] Vgl. Kurs Nr. 544 Staats- und Rechtslehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[9] I Mos. 17, 19-22 und 21ff. Siehe auch Kurse Nr. 556 - Torquato Tasso, Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie
[10] Vgl. Kurs Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie
[11] Vgl. Kurs Nr. 509 Philosophie der Freiheit. Akademie der Kunst und Philosophie
[12] Vgl. Kurs Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie. Akademie der Kunst und Philosophie
[13] Vgl. Kurs Nr. 506 Wladimir Solowjew: Europa im 21. Jahrhundert. Akademie der Kunst und Philosophie
[14] Vgl. Kurs Nr. 552 William Shakespeare. Akademie der Kunst und Philosophie
[15] Vgl. Kurs Nr. 553 Friedrich Schiller. Akademie der Kunst und Philosophie
[16] Vgl. Kurs Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance in Italien
[17] Vgl. Kurs Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur in Frankreich
[18] Vgl. Kurs Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik
[19] "So wie das Meer nicht so gleich stille ist, wenn sich die stürmischen Winde, von denen es bewegt wurde, gelegt haben, sondern sich noch immer bewegt, und mit dem Geräusche seiner erzürnten Wellen drohet." (Tasso)
[20] Vgl. Kurse Nr. 556 - Torquato Tasso, Nr. 545 Sittenlehre, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 552 William Shakespeare, Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 559 - Wolfram von Eschenbach, Nr. 512 Novalis, Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie
[21] Christen leiden in muslimischen Ländern nicht zuletzt wegen der Ignoranz westlicher Kirchenvertreter wie den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Heinrich Betford-Strohm, der eher die Muslime in Europa fördern will, als Christen im Nahen Osten. Siehe auch Kurse Nr. 556 - Torquato Tasso, Nr. 512 Novalis, Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie
[22] Vgl. Kurse Nr. 556 - Torquato Tasso, Nr. 506 Wladimir Solowjew: Europa im 21. JahrhundertNr. 550 Dostojewskij. Akademie der Kunst und Philosophie
[23] Die Mohammedaner sind die "die von Gott sich wandten". Erst wenn sie zum Christentum zurückkehren, kann Frieden im Nahen Osten einkehren. Siehe auch Kurse Nr. 556 - Torquato Tasso, Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie 
[24] Der Fatalismus der meisten Muslime lässt sie die Geschichte verachten und antike und christliche Baudenkmäler zerstören. Siehe Kurse Nr. 556 - Torquato Tasso, Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 505 Arthur Schopenhauer. Akademie der Kunst und Philosophie 
[25] Sie Anm. 9
[26] Die Unterdrückung der Frau in muslimischen Ländern ist auch heute noch die Regel. Siehe Kurse Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 512 NovalisNr. 545 Sittenlehre, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[27] Es ist noch heute so: Muslime fordern Toleranz von den Christen und stilisieren sich gerne als Opfer einer "Islamophobie" - einige Dorftrottel in Europa wie Bedford-Strohm fallen auch immer wieder darauf herein - , in Wirklichkeit steht "Die halbe Welt in Waffen", bereit, weiterhin gegen Christen zu kämpfen. Siehe Kurse Nr. 556 - Torquato Tasso, Nr. 557 - AriostoNr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 505 Arthur Schopenhauer. Akademie der Kunst und Philosophie 
[28] Sie Anm. 9
[29] Sie Anm. 27
[30] Die Muslime müssen wie die Heiden im paulinischen Sinne zurückgewonnen werden, dann kämpfen sie auf der richtigen Seite. Siehe auch Kurse Nr. 556 - Torquato Tasso, Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie 
 
 

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Letzte Bearbeitung:21.04.2017