Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

Kurs Nr. 568 Nikolaus von Kues 

Nicolai de Cusa - Nicolaus Cusanus



 

 On wrong Philosophy and how to improve

Da seit der Entstehung des Christentums viele Jahrhunderte hindurch - lange vor Muhammad - der Welt das Evangelium verkündet wurde ("ab initio fidei Christianae per tot centenos annos ante Mahumetum evangelium mundo publicatum") und bis heute unverändert blieb, was auch Muhammad, wie zu lesen ist, seinerzeit nicht bezweifelt hat, ist es verwunderlich, wieso die Araber zum Verständnis des Korans, zu seinem Studium und seiner Lektüre nicht generell das Evangelium herangezogen haben, befassen sich doch viele ihrer Gelehrten in größter Ehrfurcht heimlich mit dem Evangelium, da sie ohne seine Kenntnis kein vollkommenes Verständnis des Korans gewinnen können. Der Grund dafür ist, wie einer der es wissen muß, sagt, dass ihre Gelehrten leicht die Falschheit des Korans ("falsitas Alkorani") entdecken könnten, sofern es ihnen erlaubt wäre, die genannten heiligen  und wahren Bücher zu lesen. Daher war, wenn man es recht überlegt, für das arabische Volk gar kein Gesandter vonnöten, um es einem anderen Glauben und ein anderes Gesetz als das des Evangeliums zu lehren."  - Nicolaus Cusanus

"Dieser Gott oder 'Fürst dieser Welt', der ein Lühner ist von Anbeginn, hat durch einen seiner Engel, der die Gestalt des Lichtes und vielleicht den Namen Gabriel annahm, den verlogenen Koran zusammengestellt; dabei bediente er sich vor allem Muhammads und seiner Nachfolger."  - Nicolaus Cusanus

"Und wenn der Koran auch viele Stellen zum Lob der Thora und des Evangeliums sowie der Propheten Abraham, Moses und vor allem Jesus Christus, des Sohns der Jungfrau Maria, zu enthalten scheint, so wird man dennoch davon ausgehen können, dass diese Lobhudeleien vielmehr ein Täuschungsmanöver sind, widerspricht er doch all dem, was dem wahren Heil dient."  - Nicolaus Cusanus

"Wie kannst du 'der erste der Gläubigen und Gottergebenen' sein, da du doch andernorts Moses als den ersten bezeichnest? Du bist von Anfang an ein Sünder gewesen, hast nie aufgehört zu sündigen und bist schließlich im Hause deiner Frauen gestorben, und zwar nach unzähligem Blutvergießen, Beutezügen, Hurereien und Ausbeutung der Armen. Wenn Gott dir aufgetragen hat, Abraham, dem Gerechten, nachzufolgen, wie kannst du dann, wenn du nach eigenem Bekunden der letzte der Propheten bist, der erste der Gläubigen und Gottergebenen sein? Der Gott des Korans ist also nicht jener große Gott, an den zu glauben jedes vernunftbegabte Geschöpf gehalten ist - ist er doch der Schöpfer aller Dinge -, sondern dein eigener Gott, der durch dich das sagt, was du erfindest. Alles also, was sich als Wort Gottes im Koran findet, ist - ob wahr oder falsch - allein der Erfindung Muhammads zuzuschreiben."  - Nicolaus Cusanus

Nikolaus Cusanus - Ausschnitt aus dem Epitaph in S. Pietro in Vincoli, Rom

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:

Die Nachwirkung der Gedanken dieses bedeutendsten auf der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit stehenden Mannes zeigt sich bei Hegel, Schelling und bei Leibniz in seiner der des Nikolaus Cusanus (1401-1464) sehr verwandten Lehre von den Monaden. Zukunftsweisend ist weiter die Lehre des Cusanuns über Wesen und Wert der Individualität. Es gibt nach ihm keine zwei gleichen Menschen. Die Weite und Unabhängigkeit dieses weltumspannenden Geistes, in dem staatsmännischer Weltsinn, wissenschaftliche Bildung, kühnes Denken und tiefe Religiosität vereint erscheinen, sein Bestreben, Gegensätze auf höherer Ebene zu verbinden, Irrtümer aufzuzeigen, treten auch hervor in seinem Wirken für eine Verständigung der christlichen Konfessionen und religiösen Frieden. In der Praxis versuchte er, die beiden Hauptzweige der damaligen Christenheit, den östlichen und den westlichen, einander näherzubringen. Er suchte ein Verständnis der nichtchristlichen Religionen und scheute sich nicht, die Irrtümer des Koran aufzuzeigen. 

Zur Zeit von Nikolaus von Kues rüstete auch Ungarn sich gegen die Osmanen. Der päpstliche Gesandte Kardinal Juan Carvajal trug wesentlich dazu bei, den ungarischen König ganz auf die Aufgabe der "Verteidigung der abendländischen Christenheit zu konzentrieren und den mutlos gewordenen ungarischen Edlen wieder Hoffnung auf die Hilfe des Westens einzuflößen." Während Capestrano ein vom Papst geweihtes Bildnis des Gekreuzigten über das militärische Unternehmen hielt, durchbrach Hunyadi mit wenigen Schiffen den Belagerungsring auf der Donau, lockte die inzwischen in die Festung eingedrungenen Janitscharen in einen Hinterhalt und trieb schließlich das osmanische Hauptheer in panische Flucht, nachdem der Anführer gefallen und der Sultan verletzt worden war. Der Triumpf der Christen war so unerwartet, so wider alle militärische Logik, dass er nicht den menschlichen Akteuren zugeschrieben wurde, sondern dem Beistand Gottes. [1]

Nikolaus von Kues hatte von einem "Sieg des Kreuzes Christi über die Feinde des Kreuzes gesprochen." Prozessionen und eigens verfasste Gebete "zur Abwehr der Türkengefahr" sollten im ganzen Abendland abgehalten werden. Schließlich wurde auch ein tägliches Glockenläuten zu Mittag befohlen - es hat sich im Zuge der späteren Türkenexpansion so eingebürgert, dass es sich bis auf den heutigen Tag erhalten hat. Eine Rede des Papstes, die mehr war als nur ein Ausdruck von Gelehrsamkeit und des historischen Wissens, lenkte seine Zuhörer implizit auf die "Tatsache, dass das Vordringen der Muslime geschichtstheologisch nichts anderes sei als der Versuch der widergöttlichen Mächte, die Sichtbarkeit Christi in der Welt auszulöschen. Darum gipfelt seine Schilderung der von den Türken bei der Eroberung Konstantinopels ausgeübten Schreckenstaten auch nicht in der Ermordung unzähliger Christen oder in deren Versklavung, sondern in der Schändung und Verspottung des Kreuzes. Der Kampf gegen die Muslime ist damit zu einem Existenzkampf der Christenheit geworden, weil der Islam sich gegen die Menschwerdung Gottes selbst richtet; er ist keineswegs ein bloß politisches Ringen, das nur religiös verbrämt wäre. Schon in seiner Einleitungsbulle hatte Pius Mohammed einen 'falschen Propheten" genannt und seine Anhänger 'blutdürstige Scharen des giftigen Drachen', die das Christentum auszulöschen versuchten." Jeder Sieg Mehmeds, so der Papst, werde werde für ihn nur die Stufe zu einem zweiten sein, "bis er nach Bezwingung aller Könige des Abendlandes das Evangelium Christi gestürzt und aller Welt das Gesetz seines falschen Propheten auferlegt haben wird." Pius' II. Türkenpolitik wartet noch mit einer Überraschung auf, die Vorbild sein könnte für alle muslimischen Krisenherde dieser Welt. 1461 entschloss sich Pius zu einem Schreiben an Sultan Mehmed. Darin fordert er diesen auf, "sich der Wahrheit zu öffnen und sich zu Christus zu bekehren." Der Papst greift auf die Geschichte zurück, indem er historische Vorbilder nennt: Konstantin den Großen, den Frankenkönig Chlodwig, Stephan von Ungarn oder auch den Westgoten Rekkared. Ebenfalls in diesem Brief schreibt der Papst, "dass der Koran die christliche Kultur nicht überwinden werde". Eine Ermutigung zum Kampf ebenso wie zu einer intellektuellen Offensive des Christentums mochten das geistliche Rom und darüber hinaus viele Pilger aus allen Ländern Europas erfahren haben, als am 12. April 1462 das Haupt des Apostels Andreas in einer feierlichen Prozession von Amalfi nach St. Peter in Rom gebracht wurde. Der Heilige Andreas, der Schutzpatron Griechenlands, Konstantinopels, Russlands und Rumäniens, "wurde um Hilfe gegen die Türken angefleht und seine Ehrung im Zentrum der Christenheit als ein Unterpfand für den kommenden Sieg des Christentums verstanden."  [2]

In seinem Werk "De pace fidei" legt der Cusaner die Grundlehren des Christentums so dar, dass die Nichtchristen zum Verstehen geführt werden. Umgekehrt zeigt Nikolaus von Kues in seiner Schrift "Kritik des Alchoran (De cribratio Alchorani)" ein vertieftes Verständnis des Islam; er benennt darin klar die "Irrtümer des Koran, widerspricht auch der muslimischen These einer Offenbarung Gottes im Koran" und damit auch dem Prophetentum Muhammads. Auch der Anspruch des Korans, das wahre Gesetz Abrahams zu sein, wird entkräftet. [3]

"Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch wahrlich: Bis daß Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis daß es alles geschehe. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich." (Mt 5, 17-19)

"Philippus findet Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Moses im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesum, Joseph's Sohn von Nazareth. Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann von Nazareth Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh es! Jesus sah Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, ein rechter Israeliter, in welchem kein Falsch ist. Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe denn dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich. Nathanael antwortete und spricht zu ihm: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel! Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir gesagt habe, daß ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum; du wirst noch Größeres denn das sehen." (Joh 1, 45-50)

Selbst im Koran wurde bereits eine Entscheidung getroffen, nämlich dass Christus über alle anderen gestellt wird. Cusanus sagt daher "In Zweifelsfällen hat man sich also an Christus zu halten, der gesagt hat, dass er nicht gekommen sei, das Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen, und dass alles, was im Gesetz und bei den Propheten geschrieben stehe, von ihm handle."  Auch dass Muhammad nicht der erste Gesandte ist, gibt er zu, doch weiß er nicht wie zu handeln ist. "Da sieht man, was für ein Prophet Muhammad ist, der nicht weiß, wie er und andere handeln sollen, abgesehen von dem, was schon früher vorgeschrieben war.. Deshalb bleibt nichts Sicheres bei ihm übrig, ausser dem Satz, dass Gott, der Schöpfer des Alls, ein einziger ist." [4]
"Auch erklärt keiner den Satz für falsch, dass Gott Gott sei. Selbst ein Götzendiener, der mehrere Götter verehrt, erkennt den Satz, dass Gott Gott ist, als wahr an, weil das in sich selbstverständlich ist. Daher hat es nie einen Ungläubigen gegeben, noch wird es je einen geben. Die Tatsache aber, dass hinzugefügt wird: 'und Muhammad ist sein Gesandter', sagt nichts Bedeutendes aus, wenn man es so versteht, dass er der Gesandte einer Wahrheit ist, die eine tautologische Aussage darstellt; denn von ihm und jedem beliebigen anderen, der so etwas verkündete, könnte immer behauptet werden, er sei ein wahrer Gesandter!." - Nicolaus Cusanus
Selbst zu seiner Zeit war es nicht notwendig, dass alle, die gerettet werden wollten, an Muhammad als Gesandten Gottes glaubten, da er selbst bekennt, "er sei als Gesandter nur den Arabern und zu seinem Volk gesandt. Aber selbst die Araber waren nicht gehalten, ihm zu glauben, dass er der Gesandte Gottes sei, da er nicht mit Wunderzeichen und mit derartigen Kräften kam, die bezeugt hätten, dass Gottes Wort in ihm war; da er vielmehr ohne die Fähigkeit Wunder zu wirken, auftrat, das normale Leben eines Sünders führte und ein Götzendiener war - wie andere ein Verehrer der Venus -, ist es nicht verwunderlich, wenn sie ihm vorwarfen, er habe sich, um sich für die Beleidigung durch einen der Götter zu rächen, als Gesandter Gottes ausgegeben." An anderer Stelle hielten sie ihm entgegen, er sei nur ein Mensch wie ihresgleichen, "sein Buch sei entweder Phantasterei oder Fiktion" Muhammd behauptet im alten Testament und im Evangelium erwähnt zu sein. "Das ganze Zeugnis besteht darin, dass Muhammad der Gesandte Gottes sein soll! Da das aber völlig falsch ist, steht fest, dass nichts Wahres übrig bleibt, bis auf den einen Satz: 'Es gibt keinen Gott ausser Gott.'" [5]
"Nachdem Muhammad gesehen hatte, dass es ihm an Wahrheit mangelte und dass die Lügen, die er über das Alte Testament und das Evangelium verbreitete, dem ungebildeten und unwissenden Volk nicht lange verborgen bleiben konnten, da Christen und Juden sie für unwahr erklärten - denn weder in den beiden genannten Büchern noch in einem von beiden wird Muhammad erwähnt oder namentlich genannt - , da nahm er seine Zuflucht zu den Waffen und sprach zum Volk: 'Gott hat mit befohlen, die Völker mit dem Schwert zu erobern, bis sie bezeugen: Es gibt keinen Gott ausser Gott und ich bin sein Gesandter; wenn sie das tun', werden sie auf der Stelle 'ihr Blut und ihren Besitz' retten. Vom Schreck getroffen, gehorchten viele dem Befehl, wurden so vor Blutvergießen und Plünderung bewahrt und daher Gerettete oder Muselmanen genannt." - Nicolaus Cusanus
Und wie die Araber angeblich überliefern, war Muhammads Absicht damals die, dass der, der dieses Bekenntnis ablegte, ins Paradies gelangen sollte, "auch wenn er Unzucht getrieben, geraubt und andere Sünden begangen habe, weil allein der Glaube rette." Darum legen die, die ihnen beitreten, das Bekenntnis zu dem einen Gott "durch Erheben eines Fingers ab, was nach ihrer Meinung genügt." Letzte Beweiskraft für alles, was im Koran zu lesen ist, besitzt demnach das Schwert. Und wie es seine Art ist, behauptet Muhammad, "Gott habe befohlen, den Menschen Gewalt anzutun, und macht Gott, von dem er so oft schreibt, er habe ihm solchen Zwang und solche Gewalt verboten, zu einem wankelmütigen, schwankenden und verlogenen Wesen." [6]
"Johannes zeugt von ihm, ruft und spricht: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Moses gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesum Christum geworden. (Joh 1, 15-17)

"Auf daß wir nicht mehr Kinder seien und uns bewegen und wiegen lassen von allerlei Wind der Lehre durch Schalkheit der Menschen und Täuscherei, womit sie uns erschleichen, uns zu verführen. Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Christus." (Eph 4, 14-15)

Daraus erhellt, dass Christus die absolute Vollendung der vernunftbegabten Geschöpfe ist, an dessen Fülle alle teilhaben. ("Christus est perfectio absoluta intellectualium creaturarum, de cuius plentitudine omnes participant"). In Christus als dem Haupt liegt also die Vollendung eines jeden Geschöpfes. [7] 
 

Der Gott im Koran ein Sklave Muhammads?

Seltsam ist nur, "dass Gott im Koran geringer erscheint als alle Dinge, als Sklave Muhammads und als dessen Erfindung." Der Gott des Korans kann nicht der höchste, transzendente Gott sein, zumal da er sogar "beim Schreibrohr", "beim Feigenbaum" und bei vielen ähnlichen Dingen schwört, die doch dem Bereich des geschöpflichen Seins angehören. Der Gott des alten Testaments und des Evangeliums hat nicht so geschworen, sondern ausschließlich bei sich selbst, da er keinen größeren über sich hat. "Da dieser Gott des Korans aber bei niederen Dingen schwört, die dem Bereich des geschöpflichen Seins angehören, und in unbeständigem Wechsel bald bei jenem, bald bei anderem, wird er geringer sein als jedes noch so geringe geschöpfliche Sein; eine Aussage wird nämlich dadurch bezeugt, dass man bei jemanden schwört, der glaubwürdiger und gewichtiger ist als man selbst, und dass man ihn zur Beglaubigung der Aussage als Zeugen anführt." Es fällt also auf, "dass der Gott des Korans ein Sklave Muhammads ist (deus Alkorani servus est Mahumeti). Er selbst nämlich und die Engel beten für Muhammad." Gott sagt, was Muhammad selbst sich zu sagen scheint; "er ist das Bindeglied zwischen Muhammad und seinen Frauen, er leistet dessen glühendem Verlangen nach schmutziger Lust Sklavendienste, wenn er Muhammad willfährig zu sein, ihn deswegen von einem zuvor erlaubten Schwur, von Gesetzen und Versprechungen dispensiert und so Schande, Schuld und Sünde auf sich nimmt, damit Muhammad selbst nicht Ruf und Ansehen verliere. Da sieht man, wie Muhammad Gott zu seinem Sklaven macht!" Auch er selbst hat im Koran nicht alles verstanden und daher das Verständnis des Korans allein Gott zugeschrieben. [8] 
"Wie kannst du 'der erste der Gläubigen und Gottergebenen' sein, da du doch andernorts Moses als den ersten bezeichnest? Du bist von Anfang an ein Sünder gewesen, hast nie aufgehört zu sündigen und bist schließlich im Hause deiner Frauen gestorben, und zwar nach unzähligem Blutvergießen, Beutezügen, Hurereien und Ausbeutung der Armen. Wenn Gott dir aufgetragen hat, Abraham, dem Gerechten, nachzufolgen, wie kannst du dann, wenn du nach eigenem Bekunden der letzte der Propheten bist, der erste der Gläubigen und Gottergebenen sein? Der Gott des Korans ist also nicht jener große Gott, an den zu glauben jedes vernunftbegabte Geschöpf gehalten ist - ist er doch der Schöpfer aller Dinge -, sondern dein eigener Gott, der durch dich das sagt, was du erfindest. Alles also, was sich als Wort Gottes im Koran findet, ist - ob wahr oder falsch - allein der Erfindung Muhammads zuzuschreiben." [9] - Nicolaus Cusanus
Es ist klar "dass Muhammad blindlings gegen die Gebote Gottes verstößt, wenn er Christus in den Christen verfolgt. Ferner sage mir: Nachdem Gott dir so oft gesagt hat: 'Wende um der Gesetze willen auf keinen Fall Gewalt an", denn die Völker dürfen nicht zum Glauben gezwungen werden, da niemand zum Glauben finden kann ohne den Willen Gottes. [10]
"Wie kannst du dir gegen deinen Gott, der dir dies geraten hat, herausnehmen zu sagen, er habe angeordnet, die Ungläubigen gefangenzunehmen, zu töten und auszuplündern oder sie zum Glauben bzw. zur Tributzahlung zu zwingen? Du fügst Gott großes Unrecht und große Schmach zu, bei dem erzwungener Dienst nichts gilt. Das heißt: Er will Diener, die ihm aus freien Stücken treu sind und an ihn glauben." [11] - Nicolaus Cusanus

"Warum erweist du dich durch dein Tun als ein anderer und strafst so Gott Lügen? Was soll das, dass du deinem Gott genauso oft sich selbst widersprechen lässt, wie du deine Meinung änderst?" - Nicolaus Cusanus 

"So bleiben sie, auch wenn sie gezwungenermaßen konvertiert zu sein scheinen, doch im Herzen Christen und werden nicht mit dir verdammt werden. Warum bekämpfst du Christus in den Christen dermaßen, dass du sie verfolgst, obwohl du nicht abstreitest, dass sie durch ihr eigenes Gesetz gerettet werden?" - Nicolaus Cusanus

"Warum verfogen deine Anhänger Christus, um ihm das Volk, das er sich erworben hat, abspenstig zu machen? Wir aber werden durch das Evangelium bestärkt, dem du trotz der Anerkennung, die du ihm oft zollst, unrecht tust, und indem Christus sagt":

"Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und
verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl belohnt werden. Denn also haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind." (Mt 5, 9-12)

"Was sollte ein Gläubiger deiner Meinung nach tun, den du an den Koran verweist, obwohl niemand - wie du sagst - ihn verstehen kann ausser Gott und den Weisen, die das göttliche Wissen besitzen? Und sagst du nicht auch das Gegenteil, nämlich der Koran sei klar und leicht zu verstehen? Wer soll das begreifen? Und so hüllst du durch Widersprüchlichkeit und Wechselhaftigkeit alles in Dunkel", so dass jener Beweis, den du für den Koran geltend machst, gegen ihn spricht; "du sagst nämlich: 'Wäre er nicht von Gott, enthielte er viele Widersprüche'. Da er sich selbst so oft widerspricht, kann er folglich keineswegs von Gott sein."  [12] - Nicolaus Cusanus

"Du aber scheinst mir, Muhammad, unter dem Deckmantel der Religion Macht und Herrschaft erstrebt zu haben; denn alles löst du mit dem Schwert, und mit dem Schwert strebst du danach, mindestens in den Genuß von Tributzahlungen zu kommen."  - Nicolaus Cusanus
 

Gegen Muhammads Behauptung, das Gesetz des Koran sei das Gesetz Abrahams; hätte er sich "die ganze Arbeit mit dem Koran ersparen können"?

Nikolaus von Kues entlarvt Muhammads einfältige und unlogische Argumentation, die heute auch von vielen Salafisten wiederholt wird: "Sag doch, Muhammad... Du sagst, dir sei von Gott goffenbart worden, dem Gesetz Abrahams zu folgen, ohne nach rechts und kinks abzuweichen, damit du nicht für ungläubig befunden würdest. Wie kannst du es wagen zu behaupten, das Gesetz, das der Koran enthält, stamme von Gott, obwohl du doch niemandem nachweist, dass Abraham ein derartiges Gesetz gegeben hat? Wenn dir Gott wirklich geoffenbart hat, das Gesetz Abrahams zu befolgen, und wenn sowohl das Gesetz, das Moses gegeben wurde, als auch das, das Christus gegeben wurde, in den göttlichen Büchern des Alten Testaments und des Evangeliums enthalten ist, wie du versicherst, ist es dann nicht notwendig, dass sie weder links noch rechts vom Gesetz Abrahams abweichen? Wie kannst du es also wagen zu behaupten, dein Gesetz sei hervorragender als das anderer? Es gibt doch nicht zwei Gesetze - ein Gesetz des Alten Testaments und ein Gesetz des Evangeliums -, sondern nur ein einziges göttliches Gesetz, das Christus nicht aufgelöst, sondern erfüllt hat, indem er das Verständnis, d.h. den Geist des Gesetzes aufzeigte, der unter den Buchstaben enthalten war, aber nicht begriffen wurde." [13]
"Wie kann also dein Gesetz - das der Araber - als das Gesetz Abrahams bezeichnet werden, da es doch vom Evangelium abweicht? Du darfst es schlechterdings nicht wagen zu behaupten, Gott habe dir eine größere Versiertheit gegeben als Christus, den du sowohl über dich selbst als auch über alle anderen Propheten stellst. Du must also zugeben, dass es nur ein einziges Gesetz gibt - das von Abraham, Moses und Christus -, das denen, die es halten, den höchsten Lohn, nämlich ewiges Leben, verspricht." [14]  - Nicolaus Cusanus

"Hättest du doch lesen und schreiben können und dann wenigstens den kleinen kanonischen Brief jenes Lieblingsjüngers Christi, des Evangelisten Johannes, studiert, du hättest dir die ganze Arbeit mit dem Koran ersparen können und hättest Trost und Ruhe gefunden bei jenem Licht der Wahrheit... Sucht also das Licht in dem erwähnten Brief, damit ihr zu Christus findet, der das wahre Licht ist und der alle Menschen erleuchtet; dann werdet ihr den Schatz der Weisheit und damit das Verständnis aller Schriften finden."  - Nicolaus Cusanus

"Auf daß ihre Herzen gestärkt und zusammengefügt werden in der Liebe und zu allem Reichtum des vollen Verständnisses, zu erkennen das Geheimnis Gottes, das Christus ist, in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis." (Kol 2,2-3)

"Wer ist ein Lügner, wenn nicht, der da leugnet, daß Jesus der Christus sei? Das ist der Widerchrist, der den Vater und den Sohn leugnet. Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater." (1 Joh 2, 22-23)

Wie Augustinus untersucht auch Nikolaus von Kues die verschiedenen Verheißungen im ersten Buch Mose. Nikolaus von Kues kommt ähnlich wie Augustinus zu dem Schluss: "Gottes Verheißung gilt nicht dem Sohne der Hagar, sondern dem der Sara." Die Verheißungen werden immer deutlicher. Sie beziehen sich auf die Völker in Isaak, dem Sohne der Verheißung, der ein "Sinnbild der Gnade" ist, nicht der Natur. Es ist eine Verheißung, "die wir nun in Christus sich erfüllen sehen", nicht jedoch in Ismael und später Mohammed und den Mohammedanern (Muslimen). Ismael wird so beschrieben: "Er wird ein wilder Mensch sein: seine Hand wider jedermann und jedermanns Hand wider ihn, und wird wohnen all seinen Brüdern zum Trotz". Ismael und seinen Nachkommen wurde zwar vorausgesagt, dass sie sich mehren würden, aber ausserhalb des Bundes ("Aber meinen Bund will ich aufrichten mit Isaak"): "Nach diesen Geschichten begab sich's, daß zu Abram das Wort des Herrn kam in einer Offenbarung: Fürchte dich nicht Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn. Abram sprach aber: Herr, mein Gott,  was willst du mir geben? Ich gehe dahin ohne Kinder; und dieser Elieser von Damaskus wird mein Haus besitzen. Und Abram sprach weiter: Mir hast du keine Nachkommen gegeben; und siehe, einer von meinen Knechten soll mein Erbe sein. Und siehe, der Herr sprach zu ihm: Er soll nicht dein Erbe sein; sondern der von deinem Leib kommen wird, der soll dein Erbe sein. Und er hieß ihn hinausgehen und sprach: Siehe gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? und sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein. Abram glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit. Und er sprach zu ihm: Ich bin der Herr, der dich von Ur in Chaldäa ausgeführt hat, daß ich dir dies Land zu besitzen gebe. Abram aber sprach: Herr, woran soll ich merken, daß ich's besitzen werde? Und er sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijährige Kuh und eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube und eine junge Taube. Und er brachte ihm solches alles und zerteilte es mitten voneinander und legte einen Teil dem andern gegenüber; aber die Vögel zerteilte er nicht. Und die Raubvögel fielen auf die Aase; aber Abram scheuchte sie davon. Da nun die Sonne am Untergehen war, fiel ein tiefer Schlaf auf Abram; und siehe, Schrecken und große Finsternis überfiel ihn. Da sprach er zu Abram: Das sollst du wissen, daß deine Nachkommen werden Fremdlinge sein in einem Lande, das nicht das ihre ist; und da wird man sie zu dienen zwingen und plagen vierhundert Jahre. Aber ich will richten das Volk, dem sie dienen müssen. Darnach sollen sie ausziehen mit großem Gut. Und du sollst fahren zu deinen Vätern mit Frieden und in gutem Alter begraben werden. Sie aber sollen nach vier Mannesaltern wieder hierher kommen; denn die Missetat der Amoriter ist noch nicht voll. Als nun die Sonne untergegangen und es finster geworden war, siehe, da rauchte ein Ofen, und ein Feuerflamme fuhr zwischen den Stücken hin. An dem Tage schloß der Herr einen Bund mit Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dies Land geben, von dem Strom Ägyptens an bis an den großen Strom Euphrat: die Keniter, die Kenisiter, die Kadmoniter, die Hethiter, die Pheresiter, die Riesen, die Amoriter, die Kanaaniter, die Girgasiter, die Jebusiter. Sarai, Abrams Weib, gebar ihm kein Kind. Sie hatte eine ägyptische Magd, die hieß Hagar. Und sie sprach zu Abram: Siehe, der Herr hat mich verschlossen, daß ich nicht gebären kann. Gehe doch zu meiner Magd, ob ich vielleicht durch sie  zu einem Sohn komme. Und Abram gehorchte der Stimme Sarais. Da nahm Sarai, Abrams Weib, ihre ägyptische Magd, Hagar, und gab sie Abram, ihrem Mann, zum Weibe, nachdem sie zehn Jahre im Lande Kanaan gewohnt hatten.  Und er ging zu Hagar, die ward schwanger. Als sie nun sah, daß sie schwanger war, achtete sie ihre Herrin gering. Da sprach Sarai zu Abram: Das Unrecht, dass mir geschieht, komme über dich! Ich habe meine Magd dir in die Arme gegeben; nun sie aber sieht, daß sie schwanger geworden ist, bin ich gering geachtet in ihren Augen. Der Herr sei Richter zwischen mir und dir. Abram aber sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist unter deiner Gewalt; tue mit ihr, wie dir's gefällt. Als nun Sarai sie demütigen wollte, floh sie von ihr. Aber der Engel des Herrn fand sie bei einem Wasserbrunnen in der Wüste, nämlich bei dem Brunnen am Wege nach Schur. Der sprach zu ihr: Hagar, Sarais Magd, wo kommst du her, und wo willst du hin? Sie sprach: Ich bin von meiner Frau Sarai geflohen. Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: Kehre wieder um zu deiner Frau, und demütige dich unter ihre Hand. Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: Ich will deine Nachkommen so mehren, daß er der großen Menge wegen nicht gezählt werden können. Weiter sprach der Engel des Herrn zu ihr: Siehe, du bist schwanger geworden und wirst einen Sohn gebären, dessen namen sollst du Ismael heißen, denn der Herr hat dein Elend erhört. Er wird ein wilder Mensch sein: seine Hand wider jedermann und jedermanns Hand wider ihn, und wird wohnen all seinen Brüdern zum Trotz. Und sie nannte den Namen des Herrn, der mit ihr redete: Du bist ein Gott, der mich sieht. Denn sie sprach: Gewiß habe ich hier hinter dem hergesehen, der mich angesehen hat. Darum nannte man den Brunnen 'Brunnen des Lebendigen, der mich sieht'. Er liegt zwischen Kadesch und Bered. Und Hagar gebar einen Sohn; und Abram hieß den Sohn, den ihm Hagar gebar, Ismael. Und Abram war sechsundachtzig Jahre alt, da ihm Hagar den Ismael gebar. Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der Herr und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei fromm. Und ich will meinen Bund zwischen mir und dir schließen und ich will dich über alle Maßen mehren. Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und sprach: Siehe, ich habe meinen Bund mit dir, und du sollst ein Vater vieler Völker werden. Darum sollst du nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham soll dein Name sein; denn ich habe dich gemacht zum Vater vieler Völker und will dich gar sehr fruchtbar machen und will aus dir Völker machen, und auch Könige sollen von dir kommen. Und ich will aufrichten meinen Bund zwischen mir und dir und deinen Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht, daß es ein ewiger Bund sei, so daß ich dein und deiner Nachkommen Gott bin. Und ich will dir und deinem Geschlecht geben das Land, darin du ein Fremdling bist, das ganze Land Kanaan, zu ewigem Besitz, und will ihr Gott sein. ...  Sara, dein Weib, soll dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen; denn mit ihm will ich meinen ewigen Bund aufrichten und mit seinem Geschlecht nach ihm. Und für Ismael habe ich dich auch erhört. Siehe, ich habe ihn gesegnet und will ihn fruchtbar machen und über alle Maßen mehren. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und ich will ihn zum großen Volk machen. Aber meinen Bund will ich aufrichten mit Isaak, den dir Sara gebären soll um diese Zeit im andern Jahr. Und er hörte auf, mit ihm zu reden. Und Gott fuhr auf von Abraham." [15]

Nach Augustinus sei es nach der Verheißung, dass das ältere Volk der Juden dem jüngeren Christenvolke dienen werde. Dies schließt alle nichtchristlichen arabischen Völker (heute muslimisch) mit ein. "Aber nicht sage ich solches, als ob Gottes Wort darum aus sei. Denn nicht alle sind Israeliten, die von Israel stammen; auch nicht alle, die Abrahams Nachkommen sind, sind darum auch Kinder. Sondern nur "was von Isaak stammt, soll dein Geschlecht heißen". Das heißt: nicht das sind Gottes Kinder, die nach dem Fleisch Kinder sind; sondern nur die Kinder der Verheißung werden als sein Geschlecht gerechnet. Denn dies ist ein Wort der Verheißung, da er spricht: "Um diese Zeit will ich kommen, und Sara soll einen Sohn haben." Nicht allein aber hier ist es so, sondern auch bei Rebekka, die von einem, unserm Vater Isaak, schwanger ward." [16]

"Abraham lebt also auf ewig in seinen Nachkommen. Und wie lebte er? Nicht dem Fleische nach, so wie Vater Abraham in seinem Sohn Ismael lebte, der nur dem Fleische, nicht der Verheißung nach sein Sohn war, sondern dem Geiste nach, so wie der Geist des Glaubenden durch die Verheißungen Gottes lebt. Der notwendigerweise ewige Bund Abrahams mit Gott wird also durch Isaak, nicht durch Ismael fortgeführt... Als daher Gott Abraham verhieß, dass seine Nachkommen, in denen alle Völker und alle Stämme der Erde gesegnet sein sollten, überaus zahlreich sein würden, hat er eigentlich von Christus gesprochen. Der Bund Gottes mit Abraham, d.h. dass er, der eine Schöpfer selbst, ihr Gott sein sollte, ist von allen Propheten als Söhnen Abrahams tradiert worden, die mit größter Sorgfalt über die Einhaltung dieses Bundes wachten, bis er schließlich zum größten aller Propheten kommen musste, in dem jene Tradierung der Abrahamskindschaft ihren Höhepunkt erreichte, da in ihm die Fülle des verheißenen Segens lag. Und das ist Christus, in dem Abraham alle Gläubigen auf ewig leben." [17] - Nicolaus Cusanus

"Nachdem vorzeiten Gott manchmal und auf mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzt hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat. Er ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von unsreren Sünden und hat sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe und ist so viel höher geworden als die Engel, so viel erhabener der Name ist, den er vor ihnen ererbt hat. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt (Ps 2,7): "Du bist mein lieber Sohn, heute habe ich dich gezeugt"? und abermals (2 Sam 7, 14): "Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein"? Und abermals, da er einführt den Erstgeborenen in die Welt, spricht er (Ps 97,7): "Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten." Von den Engeln heißt es (Ps 104, 4): "Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen", aber von dem Sohn (Ps 45,7-8): "Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit; das Zepter der Gerechtigkeit ist seines Reichs Zepter. Du hast geliebt die Gerechtigkeit und gehaßt die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, gesalbt dein Gott mit dem Öl der Freude wie keinen andern neben dir." Und (Ps 102, 26-28): "Du, Herr, hast von Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, du aber bleibst. Und sie werden alle veralten wie ein Kleid; und wie ein Gewand werden sie gewechselt werden und sich verwandeln. Du aber bist derselbe, und deine Jahre werden nicht aufhören." Zu welchem Engel aber hat er jemals gesagt (Ps 110,1): "Setze dich zu meiner Rechten, bis ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße"? Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit?" (Hebr. 1)

"Daß aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn "der Gerechte wird seines Glaubens leben." Das Gesetz aber ist nicht des Glaubens; sondern "der Mensch, der es tut, wird dadurch leben." Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns denn es steht geschrieben: "Verflucht ist jedermann, der am Holz hängt!", auf daß der Segen Abrahams unter die Heiden käme in Christo Jesu und wir also den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben. Liebe Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: man hebt doch eines Menschen Testament nicht auf, wenn es bestätigt ist, und tut auch nichts dazu. Nun ist die Verheißung Abraham und seinem Nachkommen zugesagt. Es heißt nicht: "und den Nachkommen", als gälte es vielen, sondern als es gilt einem: "und deinem Nachkommen", welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt ist auf Christum, wird nicht aufgehoben durch das Gesetz, welches vierhundertdreißig Jahre hernach gegeben ist, so daß die Verheißung zunichte würde. Denn wenn das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat's Abraham durch Verheißung frei geschenkt. Was soll denn das Gesetz? Es ist hinzugekommen um der Sünden willen, bis der Nachkomme da sei, dem die Verheißung gilt, und zwar ist es verordnet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines Einzigen Mittler; Gott aber ist nur einer. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Denn nur, wenn ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetz. Aber die Schrift hat alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbart werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wieviel euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Knecht noch Freier, hier ist nicht Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben." (Gal 3, 11-29)

"Der Jakobssegen besagt also die Verkündigung Christi bei allen Völkern. Das ist's, und darum handelt sich's. Isaak ist Gesetz und Weissagung. Auch durch den Mund der Juden wird Christus durch diese beiden gesegnet, und zwar von einem Nichtwissenden, weil sie nicht verstanden werden. Von dem Duft des Namens Christi ist die Welt erfüllt wie der Acker vom Duft des Getreides; auf Christus bezieht sich der Segen vom Tau des Himmels, das ist vom Regenguß der göttlichen Worte, sowie der Segen von der Fruchtbarkeit der Erde, das ist von der Sammlung der Völker.... Ja, unser Christus wird auch durch den Mund der Juden gesegnet, das ist in Wahrheit verkündigt, denn ob sie schon irren, verkünden sie doch das Gesetz und die Propheten." - Augustinus

War es vorher bei den Zwilligssöhnen Isaaks noch zweifelhaft, ob der Segen beiden oder nur einem, und wenn nur einem, dann welchem von ihnen gelten würde. Das klärt sich nun, da Jakob von seinem Vater prophetisch gesegnet und ihm gesagt wird: "Der allmächtige Gott segne dich und mache dich fruchtbar und mehre dich, daß du werdest ein Haufe von Völkern, und gebe dir den Segen Abrahams, dir und deinen Nachkommen mit dir, daß du besitzest das Land, darin du jetzt ein Fremdling bist, das Gott dem Abraham gegeben hat." Jakob schaut die Himmelsleiter: "Aber Jakob zog aus von Beer-Seba und reiste gen Haran und kam an einen Ort, da blieb er über Nacht; denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein des Orts und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an dem Ort schlafen. Und ihm träumte; und siehe, eine Leiter stand auf der Erde, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen
daran auf und nieder; und der Herr stand oben darauf und sprach: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden; und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hin ziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe. Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Fürwahr, der Herr ist an dieser Stätte, und ich wußte es nicht! Und fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels. Und Jakob stand des Morgens früh auf und nahm den Stein, den er zu
seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und goß Öl oben darauf und nannte die Stätte Bethel (Haus Gottes); zuvor aber hieß die Stadt Lus." Das hat prophetischen Sinn. Denn nicht wie Götzendiener tun, begoss Jakob den Stein mit Öl, um ihn damit zu einer Art Gott zu machen, betete den Stein auch nicht an - wie die Muslime in Mekka den Meteoriten in der Kaaba. Sondern weil der Name Christus sich von "Chrisma, das ist Salbung", herleitet, liegt hier unfraglich ein Gleichnis vor, das ein tiefes Geheimnis (magnum sacramentum) in sich birgt. Wir müssen daran denken, dass uns der Heiland selbst im Evangelium jene Leiter ins Gedächtnis ruft: "Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf und herab fahren auf des Menschen Sohn." [18]

Als daher die Jungfrau Maria mit Jesus schwanger ging, im Geiste frohlockte und ihre Seele Gott pries, das sagte sie: "Er hat sich Israels, seines Sohnes, angenommen, eingedenk seiner Barmherzigkeit, wie er zu unseren Vätern gesprochen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig." Und durch ihren Lobgesang wissen wir, dass Jesus ein Sohn Israels ist, des Mannes (Jakob), der Gott schaute nach der Abraham und seinen Nachkommen gegebenen Verheißung. Und der Prophet Zacharias, der Vater Johannes des Täufers, sagte über Jesus, er sei das "Füllhorn des Heils", aufgerichtet "im Hause Davids", d.h. der Messias, der Erlöser, wie er durch den Mund der Heiligen gesprochen hat, die es von Urzeiten her gibt, und gemäß dem Eid, den er unserem Vater Abraham geschworen hat. [19]
 

Gottes Bund mit Abraham schließt die Ismaeliten, die heutigen Muslime, aus, und kommt in Christus, dem Mittler, zum Abschluß 

Abraham sah also im Geiste die Ankunft des Messias, d.h. seines gesegneten Nachkommen, und frute sich; er sah also, dass Christus früher war als er, dass er ihm verheißen wurde und dass er später aus seiner Nachkommenschaft hervorgehen werde; und als er diesen Tag der Ankunft sah, freute er sich, und durch diese Vision wurde er bestärkt, dass alles, was ihm verheißen war, in Erfüllung gehen werde. Hier zeigt sich die falsche Darstellung des Christentum im  Koran am krassesten. Muhammad interpretiert in seinem Koran, dass Abraham sich an Gott wendet mit der Bitte, seinen Nachkommen den Propheten Muhammad zu senden.  [20]
"Nun gebt acht, ihr Araber: Ihr, die ihr dem Fleische nach aus Ismael gezeugt seid, gehört nicht der Gemeinschaft und dem Bund Abrahams mit Gott an wie die Söhne der Verheißung aus Isaak, und ihr habt keinen Anteil am Erbe Abrahams, da ihr von der Sklavin Hagar geboren und Feinde des Geistes seid." - Nicolaus Cusanus

"Da sieht man: Hier spricht Abraham im Gebet über Christus, den Mittler zwischen Gott und Mensch; ein anderer kann darunter nicht verstanden werden, da er von einem Propheten als dem Sohn aus seiner Nachkommenschaft spricht, d.h. aus Isaak, den Gott seinen eingeborenen Sohn nennt. Und dieser ist der Mittler zwischen Gott und Mensch, weil er der einzige ist, zwischen dem und Gott kein Mittler nötig ist; denn er, Christus, ist der höchste Prophet, der allein Kenntnis gibt von Gott."  [21] - Nicolaus Cusanus

"Denn nur nach Isaak soll dein Geschlecht benannt werden" (Genesis 21, 12)

"Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, daß ihr Freunde seid; denn alles, was ich habe von meinem Vater gehört, habe ich euch kundgetan." (Joh 15, 15).

"Seht ihr, ihr Araber: Wie wollt ihr Abraham folgen, die ihr diesen Glauben nicht habt? Wie wollt ihr vor Gott wandeln und vollkommen sein, da ihr nicht Söhne der Verheißung in Christus Jesus seid? Sucht, und ihr werdet finden, dass Gott niemals einen Gesandten oder Lehrer, einen Propheten oder Boten geschickt hat, der nicht die vertraglichen Bündnisse hielt, die Gott mit Abraham, Isaak und Jakob geschlossen hat. Denn von ihnen stammen alle ab, denen Gott den Geist der Prophetie gegeben hat, nicht von Ismael, mit dem Gott keine Bündnisse eingegangen ist, den er vielmehr ausschloß und statt seiner Isaak erwählte."  [22] - Nicolaus Cusanus

"Auf daß die Gerechtigkeit, vom Gesetz erfordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach dem Geist. Denn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnt; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnt. Aber fleischlich gesinnt sein ist der Tod, und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede. Denn fleischlich gesinnt sein ist wie eine Feindschaft wider Gott." (Röm 8, 4f)

"Und Gott erhörte ihr Wehklagen und gedachte an seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob." (Exodus 2, 24)

Man darf sich nicht vom Koran beeinducken lassen, weil Muhammad in seinem Koran Ismael hinter Abraham, aber vor Isaak, unter die Propheten einreiht und ihn sogar Gesandter und Prophet nennt. "Für diese Behauptung hat er kein Schriftzeugnis, weder aus dem Alten Testament noch aus dem Evangelium." Vielmehr ist von Ismael zu lesen, dass der Hagar, als sie mit ihm schwanger war, ein Engel vorausgesagt hat, er werde ein wilder Mensch sein, "der seine Zelte wider seine Brüder aufstellen werde." [23] 
"Muhammad aber fügte das oben Erwähnte in den Koran ein, um die Araber leichter davon überzeugen zu können, er sei ein Prophet und Gesandter, indem er, der ein Ismaelit war, vorgab, aus dem Geschlecht eines Propheten zu sein; indem er aber darin fehlging, hat er gezeigt, was von ihm zu halten ist." - Nicolaus Cusanus

"Abraham jedoch war, wenn du es, Araber, recht verstehst, nicht, wie der Koran an irgendeiner Stelle sagt, vor Christus, und Abraham hat deshalb auch nicht bestritten, selbst Christ gewesen zu sein, vielmehr war Christus - als Sohn Gottes mit seinem Vater gleich ewig - vor ihm." [24] - Nicolaus Cusanus

"Und er ist gekommen, hat verkündigt im Evangelium den Frieden euch, die ihr ferne waret, und denen, die nahe waren; denn durch ihn haben wir den Zugang alle beide in einem Geiste zum Vater. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn, auf welchem auch ihr mit erbaut werdet zu einer Behausung Gottes im Geist." (Eph 2, 17-22)

So ist ja auch zu lesen, dass Christus im Evangelium gesagt hat: "Ehe Abraham ward, bin ich." Abraham sah also mit prophetischem Geist voraus, dass der Messias kommen werde, ohne den - wie er glaubte - weder er noch sonst irgendjemand Zugang zu Gott, dem Vater, haben werde. Somit kann man auch sagen, dass Abraham Christ war, weil er darauf hoffte, durch Christi Mittlerschaft zweifellos das unsterbliche Leben zu erlangen. Dies einzig allein ist der vollkommene Glaube Abrahams, der auch der Glaube all derer sein sollte, die den rechten Glauben haben wollen und die durch ihn glückselig werden. Die Araber von damals wie die Moslems von heute sind aber auf der vollkommen falschen Fährte. Cusanus sagt daher: Ihr Araber, wenn ihr den verfälschten Ansichten des Muhammad in eurem Koran Glauben schenkt, die wahren Söhne Abrahams verfolgt, "seid ihr keine Nachfolger Abrahams."   [25]
"Wie könnt ihr glauben, den Spuren Abrahams, des Gerechten, zu folgen, wenn ihr die Söhne Abrahams verfolgt? Nur einer allein ist als Abrahams Sohn der Erbe des Alls, Jesus Christus, der Sohn der Jungfrau Maria, einer Tochter Abrahams: Dieser, dessen Typus Isaak verkörperte, ist der wahre Erbe des Alls, weil er zugleich Gottes Sohn ist, Christus, wahrer Gott, und er ist der überaus große, Abraham verheißene Lohn. Gott schenkte Abraham, der auf die Wahrheit der Verheißungen Gottes vertraute, einen Sohn, Isaak; wegen des Gehorsams aber, den er bei der Opferung seines Sohnes bewies, schenkte er ihm Christus zum Sohn, den König und Herrn des Alls. Ihr Araber aber glaubt nicht, dass Abraham einen solchen Lohn von Gott für seine Gerechtigkeit und seinen Gehorsam empfangen hat; ihr glaubt also weniger von Abraham als die Christen, die wahren Söhne Abrahams. Daher werdet ihr nicht Miterben Christi, des Sohnes Abrahams, sein, da ihr euch weigert, gläubige Söhne Abrahams zu sein." [26] - Nicolaus Cusanus

Die Araber und heutigen Muslime kennen das Gesetz Abrahams gar nicht und lästern sogar den Gott Abrahams, Muhammad wird als Ungläubiger der Blasphemie überführt

Cusanus sagt sogar, "dass die Araber das Gesetz Abrahams gar nicht kennen, ja es sogar verfolgen. Ist es etwa genug, dass ihr euch beschneiden lasst? Als ob ihr damit Abrahams Gesetz erfüllt! Die Beschneidung weist euch nicht als Söhne Abrahams aus." Entscheidend ist der Glaube Abrahams: "Und siehe, der Herr sprach zu ihm: Er soll nicht dein Erbe sein; sondern der von deinem Leib kommen wird, der soll dein Erbe sein. Und er hieß ihn hinausgehen und sprach: Siehe gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? und sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein. Abram glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit." Gerecht war Abraham bereits, als er noch nicht beschnitten war.Die Beschneidung ist für die wahren Gläubigen, die Christen, völlig überflüssig, "da sie durch Glaube und Taufe zum mystischen Leib Christi (corpus Christi mysticum) geworden sind." Abraham hat auch keine Kriege um Beute geführt.  [27]
"Ihr aber sucht bei ungerechtfertigten Angriffen durch Raub fett zu werden und behauptet, dass euer Gesetz das erlaube, obwohl es doch vom Gesetz Abrahams in keinem Punkt abweichen darf; dadurch lästert ihr den Gott Abrahams in Abraham, wenn ihr lügnerisch behauptet, dies stimme mit dem Gesetz Abrahams überein." - Nicolaus Cusanus

"Warum maßt ihr euch an, anders über die Welt zu verfügen als Gott, es sei denn, dass ihr Gott für eure verderbten Wünsche mißbraucht und dadurch mehr als alle anderen der Blasphemie verfallt?" - Nicolaus Cusanus

"Ihr aber verfolgt Christus, beraubt und unterdrückt ihn in seinen Anhängern und tut so Abraham Unrecht, dessen Nachfolger zu sein doch euer ganzer Stolz ist." - Nicolaus Cusanus

Wenn die Araber und heutigen Muslime nach Cusanus noch nicht einmal dies verstehen, wie sollen sie die komplizierteren Dinge verstehen wie Transsubstantiation, die Wesensverwandlung oder die personale Union der menschlichen und göttlichen Natur in Christus ("unionem humanae naturae et divinae in Christo")? Denn wie die Substanz der Nahrung sich vereinigt mit der Substanz des Genährten, so wird die lebendige Substanz des Menschen durch das Wirken des Wortes Gottes  gereinigt und schließlich in die Einheit mit ihm aufgenommen, um in einem höheren Leben als früher, d.h. im göttlichen und ewigen, zu leben. [28]
"Daraus ersieht man, dass das Wort Gottes, Christus und sein mystischer Leib durch die oben genannte Einigung in einem einzigen, unsterblichen und ewigen Leben leben; aber diese tief verborgenen Geheimnisse könnt ihr nicht begreifen, da ihr nicht an eine personale Union der menschlichen und göttlichen Natur in Christus glaubt; auch werdet ihr niemals in den Genuß der oben erwähnten Frucht kommen können, da ihr ungläubig und ohne Hoffnung seid." - Nicolaus Cusanus

Über den Koran, ein höchst verworrenes Buch ("confuissimi libri"), und dass der wahre Gott nicht sein Verfasser ist ("De Alcorano et quod deus verus non sit auctor eius")

Nikolaus von Kues widmete seine Schrift "Sichtung des Korans" Enea Silvio Piccolomini (war als Pius II. von 1458-1464 Papst). Dass Cusanus sich überhaupt mit dem Koran befasste verdankte er Johannes von Segovia, einem Philosoph an der Universität von Salamanca. Cusanus nahm an einer Gesandtschaft teil, die im Auftrag von Papst Eugen IV. im Jahre 1437 nach Konstantinopel reiste, um die Griechen zur Abhaltung des Konzils in Italien zu bewegen. Franziskanern und Dominikanern oblag seit dem 13. Jahrhundert die Mission in Konstantinopel und dem gesamten Orient. Man traf sich in Pera, einer Vorstadt von Konstantinopel (heute: Beyoglu). Cusanus befasste sich auch mit den Islam-Kritikern vor seiner Zeit sowie zeitgenössischen Islam-Kennern, zum Beispiel Johannes von Damaskus, der eine Art Häresiengeschichte geschrieben hatte, Ricoldus de Monte Crucis, Juan de Torquemada. Dionysius Cartusianus begleitete Nikolaus von Kues drei Jahre lang seit 1451 auf dessen Legations- und Visitationsreisen am Nieder- und Mittelrhein. Cusanus schreibt dazu: "Später habe ich Bruder Dionysius den Karthäuser angeregt, gegen den Koran zu schreiben; das tat er und schickte sein umfangreiches Werk dem Papst Nikolaus. Ich sah danach in Rom das kleine Buch von Bruder Ricoldus aus dem Dominikanerorden, der sich in Bagdad mit arabischer Literatur beschäftigt hatte, und es gefiel mir mehr als alle anderen. Auch habe ich katholische Schriften von anderen Brüdern über diesen Gegenstand eingesehen, besonders die des heiligen Thomas über Vernunftgründe des Glaubens an einen Kantor von Antiochia." Zuletzt habe er sich mit der Schrift des Juan de Torquemada befasst, der die Irrlehren und Irrtümer Muhammads in lebhafter Argumentation widerlegt hat ("haereses et errores Mahumeti vivis rationibus confutantis"). [29]

Cusanus schreibt, Jesus, der Sohn der Jungfrau Maria, jener von Moses und den Propheten als kommender vorausverkündete Christus, kam und machte, weil er alles wusste, den oft genannten Weg auf vollkommenste Weise offenbar, was selbst Muhammad bezeugt. Es ist deshalb sicher, dass, wer Christus und seinem Weg folgt, zur Erlangung des ersehnten Gutes kommen wird. Cusanus will das Buch Muhammads sieben ("cribrare") und vor allem zeigen, dass, wo es vom Evangelium abweicht, dies aus Unwissenheit und folglich aus böser Absicht hervorgegangen ist ("ex ignorantia et consequenter ex perversitate intenti Mahumeti evenisse"), da Christus nicht seine eigene Ehre suchte, sondern die seines Vaters und das Heil der Menschen, Muhammad hingegen nicht die Ehre Gottes und das Heil der Menschen, sondern seine eigene Ehre ("Mahumeto vero non dei gloriam et hominum salutem sed gloriam propriam quaerente"). [30]

"Wenn daher Muhammad in irgendeinem Punkt von Christus abweicht, so muss das entweder aus Unwissenheit geschehen sein, weil er Christus weder kannte noch verstand, oder aus böser Absicht, weil er die Menschen nicht zu jenem Ziel der Ruhe führen wollte, zu dem Christus den Weg gezeigt hat, sondern unter dem äußeren Anstrich jenes Zieles seine eigene Ehre suchte. Dass aber beides anzunehmen ist, wird ein Vergleich des Gesetzes Christi mit dem seinen ergeben. Wir halten es für erwiesen, dass Unwissenheit die Ursache von Irrtum und Böswilligkeit ist. Denn keiner, der Christus kennt, weicht von ihm ab oder schmälert seinen Verdienst." - Nicolaus Cusanus
Mohammed war vom wahren Verständnis des Evangeliums weit entfernt ("Mahumetus remotissimus fuit vero evangelii intellectu"), zudem verwandte der Kompilator die größte Mühe, um durch den Reiz der Diktion alle anzulocken und in Staunen zu versetzen, und um so seine Aussprüche als göttlich erscheinen zu lassen. Der Koran ist also ein höchst verworrenes Buch ("confusissimi libri"). [31]
"Wie die klügeren Araber und die authentischen Geschichtsdarstellungen sagen, und wie es auch das Buch selbst und sein Name Koran zeigen, ist es eine Sammlung gewisser Vorschriften, die als solche keineswegs auf den wahren Gott zurückgeführt werden kann. Weshalb sollte er sammeln, der die Weisheit selbst ist? Daraus folgt zwingend, dass eine Sammlung, die ja nur sukzessiv vonstatten gehen kann, keinesfalls Gott zugeschrieben werden darf, dessen Wirken über alle Zeit ohne ein Nacheinander ist. Wem also kann man die Sammlung zuschreiben, wenn nicht einem Menschen, der aus verschiedenen Schriften eine Sammlung erstellt und das Gesammelte nach Belieben benennt, so wie diese Sammlung Koran heißt?"  [32] - Nicolaus Cusanus
Einige Verteidiger des Korans behaupten daher, die Sammlung sei zwar auf einen Menschen zurückzuführen, der Inhalt jedoch auf eine Eingebung Gottes durch den Erzengel Gabriel. Dies scheint auch lange die Meinung der herrschenden theologischen Schule gewesen zu sein, sogar viele christliche Theologen nehmen das noch heute an. In der Philosophie des Mittelalter und auch der neueren Philosophie war man sich allerdings sicher, dass der Urheber des Korans, also die Inspiration nicht göttlichen Ursprungs gewesen sein konnte. Dazu Cusanus: [33]
"Richtig daran ist, dass es die Sammlung eines Menschen ist; dass aber Gott, der Schöpfer des Alls, dieses Buch durch Gabriel Muhammad ins Herz gelegt habe, das kann nicht wahr sein, weil in dem Buch Dinge enthalten sind, die wegen ihrer Schändlichkeit, Ungerechtigkeit, notorischen Unwahrhaftigkeit und Widersprüchlichkeit Gott nur in blasphemischer Weise zugeschrieben werden könnten ("turpitudinem iniustitiam et notorietatem mendacii et contradictionis deo sine blasphemia adscibi nequeant)."  - Nicolaus Cusanus
Ein Anderer als der wahre Gott ("deus verus") wird daher der Urheber des Korans sein, nämlich der sogenannte Gott dieser Welt ("deus huius saeculi"); dieser Gott ist es, der "den Sinn der Ungläubigen verblendet, daß sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes." Weil ihnen das Evangelium verschlossen ist, gehen sie verloren, denn der Fürst dieser Welt ("princeps huius mundis") wird von Christus ausgestoßen werden. [34]
"Dieser Gott oder 'Fürst dieser Welt', der ein Lühner ist von Anbeginn, hat durch einen seiner Engel, der die Gestalt des Lichtes und vielleicht den Namen Gabriel annahm, den verlogenen Koran zusammengestellt; dabei bediente er sich vor allem Muhammads und seiner Nachfolger. Jenen fand er hierfür am geeignetsten, war er doch Heide und Venusverehrer, jemand, der alles, was von dieser Welt ist, begehrte."  - Nicolaus Cusanus

"Und wenn der Koran auch viele Stellen zum Lob der Thora und des Evangeliums sowie der Propheten Abraham, Moses und vor allem Jesus Christus, des Sohns der Jungfrau Maria, zu enthalten scheint, so wird man dennoch davon ausgehen können, dass diese Lobhudeleien vielmehr ein Täuschungsmanöver sind, widerspricht er doch all dem, was dem wahren Heil dient."  - Nicolaus Cusanus

Nach dem Koran sei Muhammad eine Waise gewesen, "als Heide im Irrtum befangen, und arm; des Gesetzes und des Schreibens sei er völlig unkundig gewesen und habe nur seine arabische Muttersprache beherrscht." Er solle den Glauben Abrahams annehmen, eines Mannes von höchster Gerechtigkeit, und solle auch die Araber zur Annahme dieses Glaubens bewegen, "allerdings ohne Zwang", was ihm letztlich nicht gelang, da er sich nie als intellektuelle Größe hervorgetan hatte. Stattdessen diente der Koran dazu, unter dem Vorwand der Ausrottung des Heidentums, die Behauptung aufzustellen, Christus sei weder Gottes Sohn gewesen noch sei er gekreuzigt worden. Dieser Zusatz ist offenbar die eigentliche Intention des ganzen Buches ("totius libri intentio"). Nun ist aber sicher, dass Muhammad nicht die Übermacht gewinnen kann, sondern dass Christus am Ende siegt ("Mahumetum non posse praevalere, sed Christus demum vincit"). [35] 
"Daher versucht der Satan auf diese Weise den Glauben an das Evangelium gänzlich auszurotten; so sehen wir, dass schon viele vormals christliche Gebiete vom wahren Glauben abgefallen sind und das Gesetz der Araber angenommen haben." - Nicolaus Cusanus

"Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, was ich empfangen habe: daß Christus gestorben sei für unsre Sünden nach der Schrift, und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift, und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jakobus, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, darum daß ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Es sei nun ich oder jene: also predigen wir, und so habt ihr geglaubt. Wenn aber Christus gepredigt wird, daß er sei von den Toten auferstanden, wie sagen denn etliche unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? Gibt es aber keine Auferstehung der Toten nichts, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden aber auch erfunden als falsche Zeugen Gottes, daß wir wider Gott gezeugt hätten, er hätte Christum auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten und der Erstling geworden unter denen, die da schlafen. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn gleichwie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeglicher aber in seiner Ordnung: der Erstling Christus; darnach die Christus angehören, wenn er kommen wird." (1 Kor 15, 3-23)

"Möchte aber jemand sagen: Wie werden die Toten auferstehen, und mit welchem Leibe werden sie kommen? Du Narr: was du säest, wird nicht lebendig, es sterbe denn. Und was du säest, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, etwa Weizen oder der andern eines. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, und einem jeglichen von den Samen seinen eigenen Leib. Nicht ist alles Fleisch einerlei Fleisch; sondern ein anderes Fleisch ist der Menschen, ein anderes des Viehs, ein anderes der Fische, ein anderes der Vögel. Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen Körper und eine andere die irdischen. Einen anderen Glanz hat die Sonne, einen anderen Glanz hat der Mond, einen anderen Glanz haben die Sterne; denn ein Stern übertrifft den andern an Glanz. So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich, und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Unehre, und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit, und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib, und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib. Wie es geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, "ward zu einer lebendigen Seele", und der letzte Adam zum Geist, der da lebendig macht. Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche; danach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der andere Mensch ist vom Himmel. Welcherlei der irdische ist, solcherlei sind auch die irdischen; und welcherlei der himmlische ist, solcherlei sind auch die himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, also werden wir auch tragen das Bild des himmlischen." (1 Kor 15, 35-49)

"Gelobet sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christus. Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten heilig und unsträflich sein vor ihm; in seiner Liebe hat er uns dazu verordnet, dass wir seine Kinder seien durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns bgnadet hat in dem Geliebten. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat widerfahren lassen in allerlei Weisheit und Klugheit. Denn Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er sich vorgesetzt hatte in Christus, damit er ausgeführt würde, wenn die Zeit erfüllt wäre: daß alle Dinge zusammengefaßt würden in Christus, beides, was im Himmel und auf Erden ist. In ihm sind wir auch zum Erbteil gekommen, die wir zuvor verordnet sind nach dem Vorsatz des, der alle Dinge wirkt nach dem Rat seines Willens, auf daß wir etwas seien zu Lob seiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christus hofften haben. In ihm seid auch ihr, die ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, das nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit - in ihm seid auch ihr, da ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, der verheißen ist, welcher ist das Unterpfand unsers Erbes zu unsrer Erlösung, daß wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit. Darum auch ich, nachdem ich gehört habe von dem Glauben bei euch an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen, höre ich nicht auf, zu danken für euch, und gedenke euer in meinem Gebet, daß der Gott unsers Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen. Er erleuchte die Augen eures Herzens, daß ihr erkennen möget, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, und welchen Reichtum an Herrlichkeit er den Heiligen beschieden hat, und was da sei die überschwengliche Größe seiner Kraft an uns, die wir glauben, weil die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wurde, die er in Christus wirken ließ. Durch sie hat er ihn von den Toten auferweckt und gesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und was genannt mag werden, nicht allein auf dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen; und hat alle Dinge unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt zum Haupt der Gemeinde über alles, welche da ist sein Leib, nämlich die Fülle des, der alles in allem erfüllt." (Eph 1, 3-23)

"Zudem dienen viele Christen unter der Herrschaft der muslimischen Araber Christus um so ergebener, und unzählige arabische Christen, die abtrünnig geworden sind und aus Angst vor Verfolgung sich als Muslime ausgeben, werden sich in der Todesstunde zum Christentum bekennen. Das werden schließlich alle tun." - Nicolaus Cusanus

Wenn Muhammad vorgeworfen wurde, er sei ein Erdichter und Phantast, versucht er sich immer wieder damit zu entschuldigen, dass er ausschließlich von Gott unterrichtet worden sei. Diese erfundene und lügnerische Entschuldigung ("excusatio conficta et mendax") genügt, den Verfasser des Buches als wankelmütig zu erkennen; wollte man aber dem wahren und unveränderlichen Gott Wankelmütigkeit zuschreiben, bedeutete das Blasphemie ("blasphemia"). Wo der Sinn des Korans nicht mit dem des Evangeliums oder des Alten Testaments übereinstimmt, ist der Koran nicht entschuldbar. Zudem behauptet Muhammad, Maria habe den Koran bestätigt. Es finden sich mehrere derartige Abweichungen von der Wahrheit der heiligen Schrift ("dissona a veritate sacrae scripturae"). Dabei hatte Muhammad sogar selbst gesagt: "Wenn du über die dir gesandten Gebote irgedwie im Zweifel bist, dann lies die Bücher deiner Vorgänger, und du wirst die Wahrheit erkennen." [36] 
"Dann nämlich ist der Koran keineswegs entschuldbar, vielmehr muss man zugeben, dass Gott jene Passagen nicht geoffenbart hat, da sie nicht mit den göttlichen und auch vom Koran bestätigten Büchern übereinstimmen. Z.B. steht im Koran, die Jungfrau Maria, die Mutter Jesu, sei die Schwester Aarons und die Tochter Amrams. Ganz sicher hat sich der, der Muhammad dies erzählt hat, geirrt und die wahre Geschichte des Evangeliums nicht gekannt, weil Maria, die Tochter Amrams, die Schwester von Moses und Aaron, gestorben und in der Wüste bestattet worden ist, und zwar mehr als tausend Jahre vor der Jungfrau Maria, der glorreichen Mutter Jesu Christi, die, wie im Koran ebenfalls zu lesen ist, zur Zeit Zacharias, des Vaters von Johannes dem Täufer, lebte. Und da der Koran dies nicht nur einmal, sondern mehrmals sagt, so genügt dieses eine Beispiel als Beleg dafür, dass dieses Buch Irrtümer enthält und darum Gott nicht der Verfasser sein kann... Es steht fest, dass Maria nahezu sechshundert Jahre vor Abfassung des Korans gestorben ist; wie konnte sie dann den Koran bestätigen, den doch die Araber so verstehen, dass Gott in ihm in eigener Person spricht?" - Nicolaus Cusanus

Das Evangelium ist dem Koran vorzuziehen ("Evangelium sit Alkorano praeferendum"), Falschheit des Korans ("falsitas Alkorani"), über den unsteten Muhammad ("lubrico Mahumeto") und den Antichristen ("illis antichristis")

Wenn das so ist, dass das Evangelium alles Heilsnotwendige in sich enthält ("evangelium in se omnia necessaria ad salutem contineat") und zum Gesetz des Alten Testaments ergänzt, dann enthält also der Koran nichts, was über den Inhalt des Evangeliums hinaus heilsnotwendig wäre ("nihil igitur in Alkorano reperitur, quod sit necessarium ad satutem ultra id, quod in evangelio contietur") und nichts im Koran, was nicht mit dem Evangelium übereinstimmt, ist notwendig, was soviel heisst wie, dass der Koran völlig überflüssig ist. Daraus geht hervor, dass der Koran die Araber auf das Evangelium zurückverweist als das Licht und die Rechtleitung der Gottesfürchtigen ("Alkoranum Arabes ad Evangelium remittere tamquam ad lumen et rectam viam deum timentium"). Der Koran sagt sogar selbst, man solle sich an das halten, was Jesus Christus, der Sohn der Maria, geraten hat.  [37] 
 
Da seit der Entstehung des Christentums viele Jahrhunderte hindurch - lange vor Muhammad - der Welt das Evangelium verkündet wurde ("ab initio fidei Christianae per tot centenos annos ante Mahumetum evangelium mundo publicatum") und bis heute unverändert blieb, was auch Muhammad, wie zu lesen ist, seinerzeit nicht bezweifelt hat, ist es verwunderlich, wieso die Araber zum Verständnis des Korans, zu seinem Studium und seiner Lektüre nicht generell das Evangelium herangezogen haben, befassen sich doch viele ihrer Gelehrten in größter Ehrfurcht heimlich mit dem Evangelium, da sie ohne seine Kenntnis kein vollkommenes Verständnis des Korans gewinnen können. Der Grund dafür ist, wie einer der es wissen muß, sagt, dass ihre Gelehrten leicht die Falschheit des Korans ("falsitas Alkorani") entdecken könnten, sofern es ihnen erlaubt wäre, die genannten heiligen  und wahren Bücher zu lesen. Daher war, wenn man es recht überlegt, für das arabische Volk gar kein Gesandter vonnöten, um es einem anderen Glauben und ein anderes Gesetz als das des Evangeliums zu lehren."  - Nicolaus Cusanus

"Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. So nun aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. Wenn nun der Geist des, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird auch derselbe, der Jesus Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt." (Röm 8, 9-11)

"Wenn nur Christus verkündigt werde wird auf alle Weise, es geschehe zum Vorwand oder in Wahrheit, so freue ich mich darüber will mich auch fernerhin freuen. Denn ich weiß, daß mir dies zum Heil gereichen wird durch euer Gebet und durch den Beistand des Geistes Jesu Christi." (Phi 1, 18-19)

Den Einsichtigen also, jenen nämlich, die sich vom Geist Christi leiten lassen, erkennen Bruchstücke des Evangeliums im Koran, auch wenn sein Verfasser es nicht so wollte. Nicht erkennen können das allerdings der unstete Muhammad selbst und jene Antichristen ("ipsi lubrico Mahumeto et illis antichristis"), die diese Welt der zukünftigen vorziehen und nichts für gut erachten, was nicht dieser Welt und ihren eigenen Begierden entspricht. Diese Leute meinen, Gott als Urheber des Korans bestätige ihre verdorbenen Wünsche ("Illi putant deum auctorem Alkorani sua corrupta desideria confirmare"). [38] 
 

Anmerkungen

[1] Vgl. Mann, G. & Heuß, A. (Hrsg.): Propyläen Weltgeschichte. Eine Universalgeschichte. Bde 1-10, Berlin , Frankfurt a.M. 1960-1964; Dies.: Summa Historica. Die Grundzüge der welthistorischen Epochen. Berlin, Frankfurt, Wien 1965; Niedermeier, R.: Mohammed vor den Toren. Ein Kampf um Europa. Künzell 2015; Moczar, D. Islam at the Gates. How Christendom Defeated the Ottoman Turks, Manchester/New Hampshire 2008; vgl. auch Kurse Nr. 568 Nikolaus von Kues, Nr. 552 William Shakespeare, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Akademie der Kunst und Philosophie 
[2] Ib.; vgl. Kurse Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 510 Schelling - Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie 
[3] Ib.
[4] Cribratio Alkorani I-III; Koran 2,253f; 47, 8f
[5] Ib.; Koran 43, 2f; 21, 3f
[6] Ib.
[7] Ib.; vgl. Albertus Magnus, De incarnatione tract. V 
[8] Ib.; Koran 68, 1; 95, 1
[9] Ib.; Koran 7, 140f; 3, 89f
[10] Ib.; Koran 10, 99; 2, 256f
[11] Ib.; Koran 9, 29f 
[12] Ib.; Koran 4, 84
[13] Ib.; Mt 5, 17
[14] Ib.; Koran 2, 253f; 3, 40f
[15] Ib.; Genesis 15, 1-21; 16, 1-15; 17ff ; vgl. Kurse  Nr. 564 St. Augustinus.  Ib.
[16] Ib.; Röm 9, 6-10
[17] Ib.; Gal 3, 16-29; 4, 28-31
[18] Ib.; Genesis 28, 3-4; 10-19; Joh 1, 51
[19] Ib.; Lk 1, 69f
[20] Ib.; Koran 2, 81-130
[21] Ib.; Genesis 21, 12; Hebr 11, 17; Joh 15,15; Hebr. 4, 14-15
[22] Ib.; Röm 8, 4-7; Exodus 2, 24
[23] Ib.; Koran, 19, 54f; Genesis 16, 12
[24] Ib.; Koran, 57, 26f; 3, 40-71
[25] Ib.; Joh 8, 58; Eph 2, 18; 
[26] Ib.; Hebr. 1, 2; Röm 8, 17 
[27] Ib.; Genesis, 15, 6; Gal 3, 6; Röm 4, 3; 4, 10 
[28] Ib.; Aristoteles, Phys. VIII,7; vgl. Kurse Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles.Ib. 
[29] Ib.; Iohannes Damascenus, De haeresibus; Dionysius Cartusianus, Contra perfidiam Machometi; Ricoldus de Monte Crucis, Contra legem Sarracenorum mit dt. Übers. von Martin Luther (WA 53, 261-396); Iohannes de Turrecremata (Juan de Torquemada), Tractatus contra principales errores perfidi Mahometi, Brüssel 1476-80; Petrus Venerabilis, Summa totius haeresis Saracenorum; Thomas von Aquin, De rationibus fidei ad Cantorem Antiochenum; vgl. Kurse Nr. 568 Nikolaus von Kues, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 501 Thomas von Aquin: Summa Theologiae, de Malo, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, De unitate intellectus contra Averroistas. Ib.
[30] Ib. 
[31] Ib.
[32] Ib.; Thomas von Aquin, s.th. I q. 10 und 34; vgl. auch Kurs Nr. 501 Thomas von Aquin: Summa Theologiae, de Malo. Ib. 
[33] Ib.; vgl. auch Kurse Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 512 Novalis, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 505 Schopenhauer, Nr. 510 Schelling - Philosophie der Offenbarung, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, De unitate intellectus contra Averroistas. Ib.
[34] Ib.; 2 Kor 4, 4; Joh 12, 31; 8, 44; dass Muhammad Venusverehrer gewesen sei, bezieht sich auf ein seltsame Ritual, das Steinwerfen zu Mekka während der Wallfahrtsriten, die im wesentlichen aus vorislamischer Zeit stammen: "Die im Jahr 2009 fertiggestellte Dschmarat-Brücke, deren Baukosten mit 1,2 Milliarden Dollar angegeben werden, gleicht eher einem Flughafenterminal. Hier findet - auf fünf Ebenen - die rituelle Steinigung des Teufels statt.... Abermillionen von Steinen, mit denen bei der Teufelsvertreibung die Stelen beworfen wurden, werden auf Förderbändern zur Entsorgung in der Wüste abtransportiert." (Science Review Letters 2015, 14, Nr. 637; FAZ 2015, Nr. 223, p. 8; Nr. 227, p. 2, 4; Nr. 229, p. 2); vgl. Kurse Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 564 St. Augustinus.  Ib.
[35] Ib.
[36] Ib.; Koran 66, 12; 10, 94
[37] Ib.; Koran 5, 68f ; 61, 14
[38] Ib. 
 
 


Fra Angelico, Incoronazione della Vergine, Uffizien, Florenz 


Fra Angelico, la resurrection avec les femmes au tombeau


Raffael, Resurrection

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Letzte Bearbeitung:25.04.2018