Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

Kurs Nr. 550 

Fjodor M. Dostojewskij - Novelist and Philosopher


"Liebet die Tiere! Ihnen hat Gott einen Anfang des Denkens gegeben und eine harmlose Lebensfreude. Trübt ihnen diese Freude nicht, quält sie nicht, nehmt ihnen nicht ihre Freude, handelt nicht der Absicht Gottes zuwider! Mensch, überhebe dich nicht über die Tiere". - Dostojewskij

"Die tätige Liebe dagegen ist Arbeit und Geduld; sie ist für manche Menschen gewissermaßen eine richtige Wissenschaft" - Dostojewskij

"Der Materialismus triumphiert, die blinde, gefräßige Begierde nach persönlicher materieller Versorgung, die Gier nach persönlichem Zusammenscharren des Geldes, und - der Zweck heiligt die Mittel -: all das wird als höchstes Ziel anerkannt, als das Vernünftige, als Freiheit, an Stelle der christlichen Idee der Rettung einzig durch engste ethische und brüderliche Vereinigung der Menschen."  - Fjodor M. Dostojewskij


 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:

Dostojewskij meinte, "dass Russen das alte Europa mehr lieben als die Europäer." Er steht für die Geistesfreiheit ein. Dazu muss natürlich das "Joch des Materialismus" abgeschüttelt werden. Auch der Sozialismus ist "natürlich unwahr und aussichtslos". Dostojewskij geht es ähnlich wie Goethe, Schiller, Shakespeare, Novalis, den deutschen Idealisten um "gewissermaßen eine richtige Wissenschaft" statt Unwissenschaftlichkeit, Ungeist oder Dogmatismus. Wo liegt die "Urquelle aller Wahrheit"? [2][3][4][5][6][7][8][9][10][11][12][13][14][15][16][17][18][19][20][21] [22][23][24]
 

"Die Grundlage des Universums ist nicht Ungeist, Widergeist, dessen Verbindung mit dem Geiste sich nie begreifen liesse, sondern selbst Geist. Kein Tod, keine leblose Materie, sondern überall Leben, Geist, Intelligenz. Geisterreich und durchaus nichts anderes." [3][5]
"Auf der Erde gehen wir gleichsam in die Irre, und hätten wir nicht das kostbare Vorbild Christi vor Augen, würden wir ganz in die Irre geraten und zugrunde gehen wie das Menschengeschlecht vor der Sintflut. Vieles auf Erden ist uns verborgen, aber als Ersatz dafür ist uns das stille, geheime Gefühl gegeben, daß uns ein lebendiges Band mit einer anderen Welt verknüpft, mit einer höheren, himmlischen Welt. Auch die Wurzeln unserer Gedanken und Gefühle liegen nicht hier, sondern in anderen Welten. Das ist auch der Grund, weshalb die Philosophen sagen, daß wir das Wesen der Dinge auf Erden nicht begreifen können. Gott nahm Samenkörner aus anderen Welten und säte sie auf dieser Erde, und es erwuchs sein Garten, und es ging alles auf, was aufgehen konnte. Leben und lebendig sein kann das Aufgegangene aber nur durch das Gefühl seiner Berührung mit anderen geheimnisvollen Welten. Wenn dieses Gefühl in dir schwach wird oder erstirbt, dann stirbt auch das, was in dir herangewachsen war. Dann wirst du dem Leben gegenüber gleichgültig werden und es sogar hassen. So denke ich darüber." [1] - Fjodor M. Dostojewskij


Ähnlich wie Schopenhauer wendet sich Dostojewskij aus christlichen Gründen gegen Tierquälerei [7]:
 

"Wir sprachen über die Schönheit dieser Gotteswelt und über ihr großes, Geheimnis: wie jedes Gräschen, jedes Käferchen, die Ameise, die goldene Biene, alle in erstaunlicher Weise ihren Weg kennen, obgleich sie keinen Verstand besitzen, wie sie von Gottes Geheimnis zeugen und es unaufhörlich selbst erfüllen. ... Alles ist schön und prächtig, weil alles die Wahrheit ist. Schau dir das Pferd an, dieses große Tier, das dem Menschen so nahesteht, oder den Ochsen, diesen ernsten, nachdenklichen Gesellen, der ihn ernährt und für ihn arbeitet. Betrachte ihre Gesichter; welche Sanftmut, welche Anhänglichkeit an den Menschen, der sie oft unbarmherzig schlägt, welche Gutmütigkeit, welche Zutraulichkeit und welche Schönheit liegt in ihren Gesichtern! Es ist sogar rührend, wenn man bedenkt, daß diese Tiere keine Sünde kennen; denn alles ist vollkommen, alles außer dem Menschen ist frei von Sünden, und mit ihnen ist Christus noch eher als mit uns. ... Die ganze Schöpfung und jede Kreatur, jedes Blättchen strebt nach dem Wort, preist Gott, betet weinend zu Christus und vollführt das alles unbewußt, durch das Geheimnis seines sündlosen Lebens ... Dort im Wald haust ein furchtbarer Bär. Er ist ein grausames, wildes Tier und trägt dennoch keine Schuld daran. Und ich erzählte ihm, wie ein Bär einmal zu einem großen Heiligen kam, der in einer kleinen Zelle im Wald seinem Seelenheil lebte. Der große Heilige erbarmte sich des Tieres, ging furchtlos zu ihm hin und gab ihm ein Stück Brot. »Geh«, sagte er, »Christus sei mit dir!« Und das wilde Tier entfernte sich gehorsam und sanftmütig, ohne ihm etwas getan zu haben ... Liebet die ganze Schöpfung Gottes, das Weltall wie auch jedes Sandkörnchen! Liebet jedes Blättchen, jeden Lichtstrahl Gottes! Liebet die Tiere, liebet die Pflanzen, liebet jedes Ding! Wenn du jedes Ding liebst, wirst du das Geheimnis Gottes in den Dingen erfassen. Und wenn du es einmal erfaßt hast, wirst du es immer mehr und tiefer erkennen, unaufhörlich, Tag für Tag. Und du wirst schließlich die ganze Welt mit allumfassender Liebe liebgewinnen. Liebet die Tiere! Ihnen hat Gott einen Anfang des Denkens gegeben und eine harmlose Lebensfreude. Trübt ihnen diese Freude nicht, quält sie nicht, nehmt ihnen nicht ihre Freude, handelt nicht der Absicht Gottes zuwider! Mensch, überhebe dich nicht über die Tiere." [1] - Fjodor M. Dostojewskij


Dostojewskij geht es um eine Art "Höhenpsychologie". Während die alten Philosophen den "verstiegenen Menschen ins meson, die gute Mitte, zurückzuführen hatten, müssen die Neuen den modernen Menschen an die Region der Höhe als solche erinnern, sofern er der Mensch ist, der sich im Durchschnitt und darunter am wohlsten fühlt." Dostojewskij hatte bei seiner Londonreise 1862 den wiedererrichteten Crystal Palace in Sydenham bei London besucht. Die 1863 erschienene Reisebeschreibung "Winterliche Aufzeichnungen über sommerliche Eindrücke" könnte man als die Geburtsstunde der Globalisierungsgegnerschaft bezeichnen.  Dostojewskij schreibt in seinem Londonkapitel angesichts des Kristallpalasts und des Londoner Amüsierbetriebs, der gesamte Westen sei in einer Art von konsumistischem Baalskult gefangen. Man kann auch sagen, die breiten Mehrheiten sind längst zur glaubenslosen Internationale der Endverbraucher konvertiert. Für Dostojewskij ist aber nicht - wie für Tolstoi - der Monotheismus des Islams die Lösung, sondern das ursprüngliche Christentum. [27]

Tolstoi war - im Gegensatz zu den deutschen Idealisten und Dostojewslij - der Ansicht, Kant formuliere in philosophischer Sprache christliche Wahrheiten, spreche über den Sinn des Lebens und verbinde "die logisch nicht erklärbaren Grundlagen menschlicher Erkenntnis zu einem harmonischen Ganzen." Von wirklicher Harmonie kann aber nicht die Rede sein. Tolstoi übersah, dass Kants Ansicht zur mechanistischen Naturerkenntnis und Atheismus, allenfalls Monotheismus führt. In späteren Jahren wendete sich Tolstoi - nachdem er exkommuniziert wurde - dem Islam zu. Tolstois an Kant geschulte Lehre von einem dem Menschen immanenten, von kirchlichen Dogmen und Sakramenten unabhängigen Religiosität sowie sein Pazifismus waren der Grund, warum die orthodoxe Kirche ihn als ihren schlimmsten inneren Feind ansah. Der orthodoxe Denker Pawel Florenski nannte Kant einen "Pfeiler des Hasses wider Gott", der sich der mechanistischen Naturerkenntnis verschrieben habe. [35]

Im Gegensatz zu Tolstoi lebte Dostojewslij im Geist der Slawophilen und beschrieb deren Philosophie. Es gehe um das "Gebot  der allmenschlichen Vereinigung" und zwar nicht im "Geiste eines persönlichen Egoismus, in dem sich jetzt Menschen und Nationen künstlich und und unnatürlich in ihrer Zivilisation vereinigen, zum 'Kampf ums Dasein', indem sie mittels positiver Wissenschaft dem freien Geiste moralische Grenzen setzen und zu gleicher Zeit sich gegenseitig Gruben graben, belügen, beschimpfen und verleumden. Das Ideal der Slawophilen war vielmehr die Vereinigung im Geiste der wahren großen Liebe, ohne Lüge und Materialismus." [1]

Viele Russen haben sich von der europäischen materialistischen Philosophie (soweit man sie überhaupt Philosophie nennen kann) blenden lassen und wurden von Europäern dafür verachtet. Man sprach von "Barbarentum" oder "Grattez le Russe et vous verrez le Tartare". Dostojewskij fragt sich, "wie soll es da nicht interessant sein, frage ich, dass gerade diese sich am schnellsten den Verneinern der Zivilisation, den Zerstörern der Kultur, der 'äußersten Linken' anschließen, und dass dieses in Russland niemanden wundert, ja nicht einmal zum Nachdenken bringt? Wie soll einem das nicht merkwürdig erscheinen?":
 

"Darauf, schon in der Mitte dieses Jahrhunderts, erachteten sich einige von uns bereits für würdig, zum französischen Sozialismus überzutreten, und sie nahmen ihn ohne das geringste Bedenken für die endgültige Lösung der allmenschlichen Vereinigung, also für die Erreichung unserer ganzen Idee, die uns bis jetzt mit sich fortgerissen. Auf diese Weise hielten wir für das realisierte Ziel das, was in Wirklichkeit der größte Egoismus war, was den Gipfel der Unmenschlichkeit, der ökonomischen Sinnlosigkeit und des politischen Wirrwarrs, den Gipfel der Verleugnung aller menschlichen Natur, den Gipfel der Vernichtung jeder menschlichen Freiheit ausmachte." [1] - Fjodor M. Dostojewskij

"Russe werden, heißt aufhören, sein eigenes Volk zu verachten." [1] - Fjodor M. Dostojewskij

"Und doch können wir uns unmöglich von Europa lossagen. Europa ist uns zum zweiten Vaterlande geworden - ich selbst bin der erste, der sich leidenschaftlich zu Europa bekennt. Europa ist uns allen fast ebenso teuer wie Russland." [1] - Fjodor M. Dostojewskij

"Wißt ihr auch, meine Herren, wie teuer uns, den slawophilen Träumern, den Hassern Europas, für die ihr uns haltet, dieses selbe Europa, dieses Land der heiligen Wunder ist? Wißt ihr auch, wie teuer uns diese Wunder sind, wie sehr wir die großen Völker, die es bewohnen, und alles Große und Schöne, das sie geschaffen, lieben und verehren, mehr als brüderlich lieben und verehren? Wißt ihr auch, mit welchen Tränen und welchem Herzweh wir an die Schicksale dieses uns teuren und verwandten Landes denken, wie uns diese düsteren Wolken, die seinen Horizont immer mehr verdunkeln, erschrecken? Ihr Herren Europäer und Westler habt Europa nie so geliebt wie wir slawophilen Träumer, seine Erbfeinde, eurer Ansicht nach!" [1] - Fjodor M. Dostojewskij

"Die Völker Europas wissen gar nicht, wie teuer sie uns sind! In der Zukunft, ich glaube daran, werden wir, d.h. natürlich nicht wir , sondern die zukünftigen Menschen alle ohne Ausnahme begreifen, dass echter Russe sein nichts anderes bedeutet als: danach streben, die europäischen Widersprüche endgültig zu versöhnen, der europäischen Sehnsucht den Ausweg in der russischen allmenschlichen und allvereinden Seele zu zeigen, in sie mit brüderlicher Liebe alle unsere Brüder aufzunehmen und schließlich und endlich vielleicht auch das endgültige Wort der großen allgemeinen Harmonie auszusprechen, der brüderlichen endgültigen Einigung aller Völker nach dem Gesetze Christi und des Evangeliums!" [1] - Fjodor M. Dostojewskij


Interessant ist was Alexander von Humboldt, der mit Goethe befreundet war, über die Tataren herausgefunden hat. Danach pflegte man den Mongolen und Chinesen, die Tataren entgegenzusetzen. "In den Analen der Chinesen heißen sie Ta-taren, und das dem Namen zugesetzte r scheint vielmehr eine spätere Verstümmelung. Das älteste Dokument in dem man diesen Zusatz findet, ist ein Brief Ludwigs des Heiligen, an seine Mutter, nachdem jene Völker durch Rußland, nach Ungarn, und selbst bis Schlesien vorgedrungen waren. Der König spricht den Wunsch und die Hoffnung aus, daß die ganze Christenheit sich erheben werde, um diese Horden in ihre tartaria sites - Tartarusgleiche Wohnsitze zurückzutreiben. - So mag diese abweichende Benennung vielleicht nur einem bon-mot den Ursprung verdanken. Mit diesen Völkerschaften vermischt finden wir früh ganz verschiedenartige türkische Stämme, deren mehrere schon Dschingis Chan seinem Heere vereinigt hatte. Diese von den Mongolen sehr abweichenden Ties machten bald die Mehrzahl dieser verwüstenden Horden, von denen die Chanate in der Krim abstammen." So wird auch verständlich, dass Russland, das lange Zeit unter dem Tatarenjoch gelitten hatte, immer wieder die Tataren aus der Krim vertrieben hat. [26]

Nach Dostojewskij wird das "ganze Slaventum unter den Flügeln Russlands" zur allgemeinen Versöhnung beitragen. Es geht um die Befreiung und Erhebung der Slaven, um persönliche Freiheit und "Auferstehung ihres Geistes" und nicht darum Russland politisch zu verstärken. Es werde von selbst geschehen, wenn die Zeit dazu kommt. Es sei der natürliche Ausgang der Balkanfragen. Russland als Beschützer und Erhalter der Christenheit, vor allem der Christenheit in den Ursprungsländern des Christentums: heutige Türkei und alle arabischen und asiatischen Länder - übrigends eine Rolle, die Russland schon seit Iwan III. zusteht. "Zum Zeichen dessen hat dieser den zweiköpfigen byzantinischen Adler über das alte Wappen Russlands gestellt." Es geht um das "Wesen der Orientfrage", um Christen, die "von den gottlosen Heiden, den Türken, unterdrückt werden." Die Idee des russischen Volkes, sein Dienst an Christo sei die "künftige Einigung aller östlichen Christen zu einer Gemeinschaft; indem sie den Christen gegen die Türken, die Unterdrücker der Christenheit" helfen. Im Volke bestehe sogar die Vorstellung, dass Russland nur dazu lebe, um Christo zu dienen und vor den ungläubigen Muslimen das Christentum zu schützen. [10]

Dostojewskij spricht von einer "gemeinen muselmännischen Horde", die systematisch vorgeht und nach Anordnung des Sultans, der Minister und Regenten. Ganz Europa, wenigstens seine hervorragendsten Vertreter, die gleichen Menschen und Nationen, die gegen Sklaverei geschrieen, den Sklavenhandel aufgehoben, bei sich den Despotismus abgeschafft, die Menschenrechte verkündet, die Wissenschaft geschaffen und die Welt durch die Macht des Wissens in erstaunen gesetzt, die Menschenseele durch Kunst und ihre heiligen Ideale durchgeistigt und entzückt und Begeisterung und Glauben in den Menschenherzen geweckt haben, indem sie ihnen für die nächste Zukunft Gerechtigkeit und Wahrheit versprachen - "diese selben Völker und Nationen wenden sich plötzlich alle (fast alle) von den Millionen unglücklicher Wesen, Christen, Menschen, ihren zugrundegehenden und geschändeten Brüdern ab.... Vor den Augen der sterbenden Brüder werden ihre Schwestern geschändet, vor den Augen der Mütter werden die Säuglinge in die Höhe geworfen und mit Bajonetten aufgefangen; Dörfer werden zerstört, Kirchen in Schutt verwandelt, alles wird schonungslos vertilgt, - und das von einer wilden gemeinen muselmännischen Horde, einer verschworenen Feindin der Zivilisation. Es ist eine systematische Vernichtung; es ist keine Räuberbande, die sich während der Kriegswirren zufällig gebildet hat und immerhin das Gesetz fürchtet. Nein, es ist ein System darin, es ist die Kriegsmethode eines riesengroßen Reiches. Die Räuber gehen nach den Anordnungen und Befehlen der Minister und Regenten des Reiches und des Sultans selbst vor. Und Europa, das christliche Europa, die hohe Zivilisation, sieht mit Ungeduld zu. ... man bestreitet in Europa die Tatsachen." Stattdessen beschuldigt man Russland, es werde sich als eine Barbarenhorde über Europa stürzen und die Zivilisation vernichten - übrigens dieselbe Zivilisation, die solche Barbarei duldet!. Selbst ein so angesehener Historiker wie Gordon A. Craig spricht von einer "panslawistischen Agitation in Moskau", die mit "chauvinistischen Tönen aus London und protürkischen Reden in Budapest beantwortet wurde." [10][38]

Ziel sei es, so Dostojewskij "dass das Türkische Reich nicht mehr bestehe und dass die Balkanhalbinsel befreit sei und sein eigenes Leben lebe." Er hatte vorausgesehen, dass man in Europa sogar über die Türken mit mehr Respekt sprechen werde, als über Russland, dass die Balkanländer unabhängig werden oder unter dem Protektorat und der Aufsicht eines "europäischen Konzerts der Mächte, darunter auch Russlands" stehen werden. Ihm schwebte eine "brüderliche Vereinigung der Völker" vor, die nicht durch politische Gewalt und mit dem Schwerte zusammengehalten wird. [16]
 

"Wenn die Nationen nicht von höheren, uneigennützigen Ideen und den höchsten Zielen des Dienstes der Menschheit leben, sondern einzig ihren 'Interessen' dienen, so müssen sie erstarren, ohnmächtig werden und sterben." [1] - Fjodor M. Dostojewskij

"Jetzt weiß Russland, dass Konstantinopel uns gehören kann, auch ohne dabei die Hauptstadt zu sein; vor zweihundert Jahren aber, da hätte Peter nach der Eroberung von Byzanz nicht umhingekonnt, dorthin seine Residenz zu verlegen, was das Verderben Russlands gewesen wäre. " [1] - Fjodor M. Dostojewskij

"Freilich versteht es sich von selbst, dass zu diesem Zweck Konstantinopel - früher oder später doch unser werden muss..." [1] - Fjodor M. Dostojewskij


Ähnlich wie Augustinus, versicherte auch Dostojewskij, es sei weder bei ihm noch beim russischen Volk ein voreingenommener Hass auf die Juden vorhanden. Er übt zwar Kritik, wenn er vom "religiösen Dogma" der "Absonderung und Abgeschlossenheit von allem, was nicht Judentum ist, und die Unverschmelzbarkeit mit anderen Völkern" spricht und sagt: "die slawische Frage würde doch schon längst zugunsten der Slawen und nicht zugunsten der Türken entschieden sein, wenn die Jüdische Idee in der Welt nicht so stark wäre." Aber er spricht nur im allgemeinen vom Judentum und von der jüdischen Idee, "die die ganze Welt ergreift, an Stelle des 'mißlungenen' Christentums." Den Materialismus habe der Mensch zwar zu allen Zeiten vergöttert, aber diese Grundidee der Bourgeoisie "ward doch nicht zu einer Wahrheit und Weltanschauung, sondern ist vom Christentum stets bekämpft worden! Jetzt aber wird es im Gegenteil zur Tugend erhoben! So darf man wohl annehmen, es sei nicht einflußlos geblieben, dass an den Börsen dort allenthalben Juden herrschen, dass nicht umsonst sie die Kapitale lenken, nicht umsonst, ich wiederhole es, sie die Beherrscher der ganzen internationalen Politik sind!" [36]
 

"Der Materialismus triumphiert, die blinde, gefräßige Begierde nach persönlicher materieller Versorgung, die Gier nach persönlichem Zusammenscharren des Geldes, und - der Zweck heiligt die Mittel -: all das wird als höchstes Ziel anerkannt, als das Vernünftige, als Freiheit, an Stelle der christlichen Idee der Rettung einzig durch engste ethische und brüderliche Vereinigung der Menschen." [37] - Fjodor M. Dostojewskij


Dostojewskij prangerte wie Ariosto die Tataren und andere Turkvölker wie Türken, Krimtataren, Tscherkessen als "Christenpeiniger" an, deren Ziel es war, russische Christen zu unterjochen und zu zwingen, zum "heidnischen Glauben Mohammeds" überzutreten; christliche Sozialisten, die ebenfalls begannen das Christentum zu ruinieren waren im Prinzip nicht anders als die Tataren. [1][27]
 

"Wie kömmt es, daß ihr Christi Lehensleute
Ermordet und ihr Lehen an euch reißt
Und nicht Jerusalem von jener Meute
Befreit habt und die Räuberbrut zerschmeißt,
Und daß Constantinopel und den besten
Theil dieser Welt der Türke darf verpesten?" [9] - Ariosto

"I go, I go; look how I go;
Swifter than arrow from the Tartar's bow.
Ich eil', ich eil', sieh wie ich eil':
So fliegt vom Bogen des Tataren Pfeil." [22] - Shakespeare

"Die dort sitzen unter dem Türkenjoch haben alles vergessen. Die Rechtgläubigkeit ist bei ihnen schon längst getrübt, nicht einmal Glocken haben sie." [1] - Fjodor M. Dostojewskij

"Der Sozialismus ist nämlich nicht nur ein Problem, das den Arbeiter, den sogenannten vierten Stand berührt; er ist vor allem ein atheistisches Problem: Es geht um die moderne Verkörperung des Atheismus, um einen babylonischen Turm, der ausdrücklich ohne Gott gebaut wird, nicht um den Himmel von der Erde aus zu erreichen, sondern um den Himmel zur Erde herabzuholen" [1] - Fjodor M. Dostojewskij
 

Der Sozialismus und später der Kommunismus ist die "moderne Verkörperung des Atheismus". Ähnlich wie im Islam wird das Christentum von linken Ideologen bekämpft - wie neuerdings wieder in China. Nach dem Amtsantritt von Parteichef Xi Jinping verspüren Chinas linke Ideologen wieder Oberwasser und versuchen der zur Zeit schnellen Ausbreitung des Christentums entgegen zu wirken. Nach inoffiziellen Schätzungen gibt es bald so viele Christen wie Mitglieder der kommunistischen Partei. Chinesische Parteiideologen wollen sich "wieder auf den Marxismus besinnen." Dabei glauben seit 1968 nur noch Sonder- oder Koranschüler daran, dass die in Theorie und Praxis längst tief kompromittierte kommunistische Sache eine Zukunft hätte. Die Schriften der Autoren vorrevolutionärer und revolutionärer Negativität wie Heidegger, Bakunin (sein freimütiges Gewaltmanifest von 1869, Die Prinzipien der Revolution), Marx, Lenin (Wladimir Uljanow, Bruder eines Terroristen) etc. sind für Menschen mit zeitgenössischen intellektuellen, moralischen und ästhetischen Fähigkeiten unlesbar geworden; sie sind in einer illusionären Fremdsprache geschrieben, dass ihre abstossende Wirkung die Forscherneugier überwiegt. Zudem bieten sie Anschauungsunterricht für eine Begriffsgläubigkeit, wie man sie sonst nur bei fundamentalistischen Sekten beobachtet. [30]

Man muss vor dem Hintergrund des kommunistischen Terrors die Frage zulassen, ob nicht auch in heutigen Diskursen "neue Kampfkollektive" mit einem Mandat zu blutigen Aktionen ausgestattet werden. In europäischen Ländern versorgen Sozialisten und Linksterroristen inhaftierte Salafisten mit Rat und Anwälten. Unter dem Namen "Islamische Gefangenenhilfe" werden mutmassliche Attentäter und radikalisierte Jugendliche unterstützt. [28]

Zur Zeit besinnt sich Russland auf seine Wurzeln (die nicht Sozialismus, Leninismus und Stalinismus sind) und - nach dem militärischen Vorgehen der Türken gegen Russland - auch darauf, wer seine Feinde wirklich sind, nämlich islamistische Tataren und Türken, die Russland über Jahrhunderte unterjocht hatten. Nicht nur Wirtschaftswissenschaftler sehen die Türkei unter der Herrschaft der islamistischen AKP-Partei von Präsident Recep Tayyip Erdogan schon eine ganze Weile auf einem sehr problematischen Weg; sie prophezeihen der Türkei, dass sie eine "harte Landung" erleben werde; sie sehen eine signifikante Zunahme der Korruption und Schmiergeldzahlungen. "Und die Aufklärung von Fällen von Korruption und Bereicherung, in die höchste AKP-Politiker bis hinauf zum Präsidenten verwickelt seien, werde politisch unterdrückt." Zum Teil sind die Politiker in Geschäfte mit den Terroristen verwickelt. Sicherheitshalber hat Moskau Kampfhubschrauber nach Armenien verlegt, an die Nordostgrenze der Türkei. Türken und Turkvölker haben nicht nur dem christlichen Armenien Land weggenommen, auch die Krim wurde von Tataren - deren Schutzmacht die Türkei ist - bevölkert; Dschihadisten kämpfen für die ukrainische Seite im Donbass, "die meisten von ihnen seien über die Türkei ins Land gereist, ihr Endziel sei ein Dschihad gegen Russland." Im Süden der Türkei versuchen die von Ankara unterstützten Turkmenen weiter Land für die Türkei zu gewinnen. Neuerdings will die Türkei sogar griechische Inseln und Teile Syriens erobern; tatsächlich dürfte es darauf hinauslaufen, dass die Türkei mit russischer und europäischer Hilfe aus Zypern und der anatolischen Küste herausgedrängt wird um dort eine europäische Sicherheitszone einzurichten.  Russland will christliche Länder mehr unterstützen; die von der Türkei besetzten Gebiete sollen an ihre rechtmässigen Besitzer zurückgegeben werden, nämlich christliche Armenier, Syrer und Griechen. Auch die Hagia Sophia soll wieder christliche Kirche werden. Der Zwergenaufstand der Türkei ist gescheitert, "Erdogans zwischenzeitlicher Versuch, das Osmanische Reich wieder auferstehen zu lassen, ist krachend gescheitert. Er schmiss sich an die Muslimbrüder in Ägypten ran - die wurden von einem erfolgreichen Militärputsch hinweggefegt. Er hofierte Präsident Assad in Syrien und die Ajatollahs in Iran - heute im syrischen Bürgerkrieg seine größten Feinde."  [2][6][34]

Russland versteht sich seit Dostojewskij als "Schutzpatron der Christenheit" und Förderer der "wahren Religion". Die Christenheit soll wieder in die arabischen Länder zurückkehren. Der Islam soll dort verdrängt werden, wo er nichts zu suchen hat, zum Beispiel in Jerusalem, in der Levante oder in Europa. Die Türkei war früher überwiegend christlich; auch heute noch versucht die Türkei Christen zu verdrängen. Seit Anfang des 20. Jh.s. und insbesondere seit den Balkankriegen 1912/13 wurden die christlichen Minderheiten des Osmanischen Reiches als “innere Feinde” gebrandmarkt. Von diesem traditionellen Feindbild hat sich die Türkei niemals verabschiedet, im Gegenteil: Während der sogenannten Befreiungskriege 1919–1922 wurde es noch stärker ausgebaut, um Widerstand nicht nur gegen die alliierten Besatzer des Osmanischen Reiches zu mobilisieren, sondern auch gegen christliche Mitbürger bzw. rückkehrende Überlebende des Völkermordes. "Die Vernichtung von 3,5 Millionen Christen im letzten Jahrzehnt osmanischer Herrschaft – vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg – bildet das tabuisierte Gründungsverbrechen der Republik Türkei. Personen und Institutionen, die unmittelbar am Völkermord des nationalistischen Weltkriegsregimes der so genannten Jungtürken beteiligt waren, wurden von Mustafa Kemal in den republikanischen Staatsapparat übernommen. Die Republik rehabilitierte auch jene, die 1919/20 von osmanischen Sondergerichtshöfen wegen ihrer Verbrechen an Armeniern zum Tode verurteilt wurden und zahlte, sofern die Urteile vollstreckt worden waren, den Angehörigen der Hingerichteten eine staatliche Rente. Den politisch Hauptverantwortlichen des Völkermordes an den Armeniern – Innenminister Mehmet Talat und Kriegsminister Ismail Enver – errichtete die Republik Türkei Ehrengrabmäler auf dem Istanbuler Freiheitshügel.  "Was mit dem Genozid begann, wird per Grundbucheintrag komplettiert: Die Türkei geht wieder einmal gegen die christliche Minderheit der Aramäer vor." Aramäische Kirchen sollen der islamischen Religionsbehörde Diyanet übergeben werden. Die meisten AKP-Medien schwiegen dazu, nur die Zeitung "Yeni-Akit", "das extremste islamistische Hetzblatt im Medienarsenal der AKP" tat sich durch die Darstellung hervor, es werde versucht, die Aramäer von außen gegen die Türkei aufzuhetzen. "Das ist ein altes stattliches Narrativ im Umgang mit den Aramäern. Sobald diese Minderheit ihre Rechte zu verteidigen sucht, wird die einflussreiche aramäische Diaspora in staatlichen und staatlich gelenkten Medien als Ansammlung von Verrätern dargestellt, die im Verbund mit ausländischen Staaten der Türkei schaden wollten. Auf solche Schilderungen griff 'Yeni Akit' auch in diesem Fall zurück." Sie zählen zu den ältesten christlichen Gemeinden der Welt, ihre Zahl ist wie die aller Christen im Nahen Osten zuletzt stark geschrumpft, und jetzt werden ihnen auch ihre letzten Besitztümer genommen: die syrisch-orthodoxen Aramäer (auch Assyrer genannt), deren Siedlungsgebiet in der südostanatolischen Region Tur Abdin liegt, am „Berg der Diener Gottes“. Ihnen gehören dort Hunderte Kirchen und Klöster, die teilweise seit dem vierten und fünften Jahrhundert genutzt werden. Im Juni 2017 enthüllte die türkisch-armenische Zeitung „Agos“ aus Istanbul, dass der türkische Staat in einer beispiellosen Enteignungsoperation mindestens 50 frühchristliche Monumente beschlagnahmt und dem staatlichen, sunnitischen Religionsamt Diyanet überschrieben hat; Dutzende weitere Enteignungen sollen noch folgen. Die Bauten sind damit möglicherweise der Zerstörung ausgeliefert. „Agos“ gegenüber bestätigte das Gouverneursamt der zuständigen Provinz Mardin die Beschlagnahmungswelle, die Kirchen, Klöster, Friedhöfe und umfangreiche Ländereien betrifft. Damit stehen die christlichen Gemeinden Anatoliens, die ihre Existenz auf die Zeit der Apostel zurückführen und während des Völkermords von 1915 im Osmanischen Reich Hunderttausende Opfer zu beklagen hatten, praktisch vor der Auslöschung. Viele Aramäer verließen bereits in den 90er Jahren ihre alten Siedlungsgebiete, als der Bürgerkrieg zwischen den Kurden von der PKK und dem türkischen Staat seinen Höhepunkt erfuhr. Heute leben nach Angaben ihres deutschen Bundesverbandes in der EU 350 000 und in Deutschland 150 000 Aramäer. In Tur Abdin blieben nur noch 2000 bis 3000 Christen, die versuchen, ihre religiösen Stätten zu bewahren. Lediglich in Istanbul existiert noch eine größere Gemeinde. Zum Opfer der aktuellen Enteignungen wurde auch das berühmteste Kloster der Türkei, Mor Gabriel aus dem Jahr 397. Das Kloster nahe der Stadt Midyat ist eines der weltweit ältesten und eines der wenigen, die seit mehr als 1600 Jahren aktiv genutzt werden. Kaum eine Stiftung religiöser Minderheiten in der Türkei verfügt über so umfangreiche Schutzurkunden. Die Kloster-Stiftung wurde 1851-52 auf Befehl des Sultans Abdülmecid I. gegründet und selbst während der Enteignungen von Minderheitenbesitz nach Gründung der Republik Türkei 1923 gesetzlich geschützt. Sie wurde 2002 außerdem in die staatliche Liste der religiösen Stiftungen aufgenommen, die als Grundeigentümer legale Protektion genießen. Das alles soll nun offenbar nicht mehr gelten. „Mit dem Gesetz von 2002 konnten wir einige Grundstückstitel sichern, die auf den Namen unserer Stiftung lauteten, für andere lief der juristische Prozess“, zitierte Agos den Stiftungsvorsitzenden Kuryakos Ergün. „Es war uns aber nicht möglich, alle Besitztümer einzuklagen. Gleichzeitig wurden neue Grundbücher angelegt, und die Katasterämter ignorierten die Gesetzgebung.“ Der Hintergrund ist kompliziert. Nur als anerkannte religiöse Stiftung – wie im Fall von Mor Gabriel – können Kirchen in der Türkei Immobilien besitzen. Aufgrund der republikanischen Enteignungswellen wurden viele Kirchen und Liegenschaften der Aramäer seit den 30er Jahren in Dorfeigentum überführt, auch weil die Aramäer anders als die griechisch-orthodoxe und die armenisch-apostolische Kirche nicht als religiöse Minderheit anerkannt sind. Als die Dörfer der zuständigen Provinz Mardin im Zuge einer Gebietsreform 2012 zu Landkreisen aufgewertet wurden, fiel ihr Grundbesitz an das staatliche Schatzamt – ein neuer staatlicher Vorwand für eine alte Enteignungsmethode. Die Kirchen und Klöster wurden anschließend dem staatlichen Religionsamt Diyanet übergeben. Die riesige Behörde ist allerdings de facto nur für den Islam zuständig und hat vom Christentum nicht die geringste Ahnung. Die Mehrheit der Christen fühlt sich von ihr nicht vertreten, und das Amt begreift sich nicht als Anwalt der Minderheiten. Auch das Kloster Mor Gabriel steht seit zehn Jahren unter dem Druck gerichtlicher Attacken angrenzender Dörfer, die ohne Grundbuchurkunden zu besitzen, Ländereien des Klosters für sich beanspruchen, ohne dass Diyanet sich eingeschaltet hätte. Die Aramäer in Deutschland haben bestürzt auf die Presseberichte reagiert und die Bundesregierung um Hilfe gebeten. „Die aktuellen überfallartigen Massenkonfiszierungen im Tur Abdin im Südosten der Türkei sind beispiellos und haben unvorstellbare Ausmaße angenommen“, so der Vorsitzende des Bundesverbands, Daniyel Demir. Die Übertragung der zunächst 50 Immobilien an den Staat scheine „nur die Spitze des Eisbergs“ zu sein. Es sei zu befürchten, dass die Jahrtausende alten Kirchen und Klöster veräußert oder in Moscheen umgewandelt würden. Tatsächlich ist nach einer kurzen Phase relativer Toleranz nach dem Amtsantritt der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP 2002 in den vergangenen Jahren wieder ein Rückfall in die Unterdrückung zu beobachten. Damals öffnete ein Gesetz den Weg für religiöse Minderheiten, um beschlagnahmte Besitztümer wieder einzuklagen. "Doch mittlerweile wurden historische christliche Kirchen wieder in Moscheen umgewandelt, selbst die als Museum genutzte Hagia Sophia in Istanbul wird schleichend wieder als islamisches Gotteshaus genutzt." Unterdessen hat die EU-Abgeordnete Renate Sommer (CDU) die Konfiszierung des aramäischem Eigentum im Südosten der Türkei scharf kritisiert. „Die momentanen Verstaatlichungen von jahrtausendealtem urchristlichem Kulturerbe sind absolut beispiellos“, erklärte Sommer. „Ganz offensichtlich arbeitet die türkische Regierung daran, die Minderheit der Aramäer im Land nicht nur – wie schon seit Jahren – weiterhin zu drangsalieren, sondern regelrecht auszulöschen.“ Vor diesem Hintergrund sei es ein „Hohn“, dass die Türkei weiterhin offiziell darauf bestehe, Mitglied der EU zu werden. Renate Sommer ist in der Fraktion der Europäischen Volkspartei für den Fortschrittsbericht zur Türkei zuständig. [40]

In einem Bieterwettstreit um das 8400 Quadratmeter große Terrain am Quai Branly kam es zum Duell zwischen Saudi-Arabien und Russland. Die Golfmonarchie wollte dort eine Moschee bauen. Viele Franzosen sind Putin dankbar, dass am Seine-Ufer keine Moschee errichtet wurde. Als Präsident setzte sich Sarkozy maßgeblich dafür ein, dass das Grundstück am denkmalgeschützten Seine-Ufer an Putin ging. Nun wird das neue "kulturell-spirituelle Zentrum" am Eiffelturm eröffnet gibt es einen neuen Blick auf den Eiffelturm: Die russisch-orthodoxe Kathedrale im Zentrum von Paris. Mit dem Zentrum verbindet sich Putins Kernbotschaft von Russland als Schutzmacht "traditioneller Werte" und eines "christlichen Europas." [33]

Wie Saudi-Arabien ist die Türkei nicht nur Hauptfeind von Russland, sie sollte auch von Europa als Hauptfeind angesehen werden. Kürzlich hat sogar die Türkei Beamten des deutschen Verteidigungsministeriums, den Besuch des Nato-Luftwaffenstützpunkt Incirlik bei Adana verweigert. Zudem hat die Türkei hat eine klare Ansage gemacht, wie der Westen und Russland erobert werden sollen: "Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten." (Recep Tayyip Erdogan) Das Minarett steht heute als Symbol des ideologischen Macht- und Überlegenheitsanspruch des Islams im nahen Osten. Es wird als Machtsymbol der Eroberung wahrgenommen. Amtsträger der mainstreamverhafteten und politisierten EKD sehen das natürlich anders.  [29]

Manche Schriftsteller sprechen von einer "drohenden Pakistanisierung" der Türkei. Der staatseigene Flughafen Atatürk und die "Turkish Airlines" gelten als "Dschihad-Express" ähnlich wie die Fluggesellschaften "Fly Emirates" oder "Etihad". Militär und Geheimdienst hängen in der Türkei dem Irrglauben an, radikale Islamisten fördern und für eigene Zwecke steuern zu können, ohne das eigene Land in Mitleidenschaft zu ziehen. "Es ist ein offenbares Geheimnis, dass Ankara islamistische Kräfte in Syrien unterstützte und unterstützt - und sei es nur durch Wegsehen." Istanbul ist eine Drehscheibe auf dem Weg zu den Kampfplätzen in der Levante. Von hier aus geht es mit dem Bus oder dem Flugzeug weiter ins türkisch-syrische Grenzgebiet. In der Anonymität der Metropole können Extremisten untertauchen, "Kontakte zu Rekruteuren verschiedenster islamistischer Brigaden knüpfen. Im istanbuler Stadtteil Fatih etwa, dem Viertel der Frommen, in dem verschleierte Frauen und bärtige Männer in weiten hosen zum Straßenbild gehören." In den Läden, in denen "Dschihadisten-T-Shirts, -Flaggen, oder -Spruchbänder" verkauft werden, gibt es Telefonnummern oder "Hinweise auf einschlägige Teehäuser, Moscheen und Koranschulen." Einwohner im Grenzgebiet berichten von Lastwagen, die in der Nacht die Grenze nach Syrien passieren. In manchen Orten gehen "islamistische Rebellen, unter anderem aus den Reihen der unter dem Banner von Al Quaida kämpfenden Nusra-Front, ein und aus - und auch IS-Kämpfer. Fotos zeigen, dass Aktivisten der regierungsnahen türkischen Hilfsorganisation IHH Dschihadisten in Syrien mit Hilfslieferungen unterstützen. Die Übergänge zwischen den Milieus sind fließend - ebenso jene zwischen humanitärer Unterstützung und Waffenhilfe."  [32] 

Kraftvoll wird in Europäischen Zeitungen ausgemalt: "Russische Bomber provozieren Amerikaner". Zwei russische Jagdbomber vom Typ SU-24 hätten den amerikanischen Zerstörer Donald Cook in der Ostsee etwa 70 Seemeilen vor St. Petersburg mehrmals in gefährlicher Höhe überflogen. Dies wird als eine Provokation Russlands bezeichnet. "Es wird nicht die Frage gestellt, was ein amerikanisches Kriegsschiff in der gegenwärtigen Lage eigentlich in der Ostsee in der Nähe Russlands zu suchen hat. Korrekter müsste die Überschrift wohl lauten: Amerikanischer Zerstörer provoziert die Russen." Auch die Äusserungen amerikanischer Thinktanks oder des amerikanischen Präsidenten Harry Truman sind scheinbar nicht bekannt. [25]

Das heutige Russland interessiert sich für das christliche Europa, nicht die gottlose EU mit Bürokraten, die niemand gewählt hat, und das aus Amerika geführt wird. Besonders wichtig ist Russland und der Kirche, einen "Genozid" an Christen "im Nahen Osten, in Nord- und Zentralafrika und in einigen anderen Regionen" zu verhindern, zum Beispiel auch die unter dem türkischen Druck schrumpfende griechische Gemeinde unter Bartholomäus. Dies verlange "dringende Massnahmen und eine engere Zusammenarbeit zwischen den christlichen Kirchen". Im Danilow-Kloster, dem Sitz des Patriarchen Kirill von Moskau und ganz Russland, reagiert man auf politische Gebote der Stunde. Im Syrien-Einsatz wird auf den Weg des Christentums nach Russland über Byzanz verwiesen, mit Moskau als "Drittem Rom" nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453, auf Zar Nikolaj I., der sich Mitte des 19. Jahrhunderts zum Beschützer der Christen im Osmanischen Reich erklärte. Man verweist auf die Fürsorge des Patriarchen für die orthodoxen Christen in Syrien, die dort mehr als 10 Prozent der Bevölkerung stellen. Es schimmert das Franziskus-Motto von der "Ökomene des Blutes" durch, wenn der Orthodoxe und der Lateiner über die Verfolgung der Christen "in vielen Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas" klagen, wo "Familien, Dörfer und ganze Stände unserer Brüder und Schwestern in Christus ausgelöscht, ihre Kirchen verwüstet und barbarisch ausgeplündert werden". [19]
 

"Liebet das Volk Gottes, laßt nicht zu, daß Fremdlinge euch die Herde abspenstig machen; denn wenn ihr in Trägheit und geringschätzigem Stolz und vor allem in Eigennutz einschlafet, so werden sie von allen Seiten kommen und euch eure Herde abspenstig machen. Legt dem Volke unermüdlich das Evangelium aus!" [1] - Fjodor M. Dostojewskij

"Denke unablässig daran, daß die weltliche Wissenschaft eine große Macht geworden ist und namentlich im letzten Jahrhundert alles kritisiert hat, was uns in den heiligen Büchern Himmlisches vermacht worden ist. Die unbarmherzige Analyse der Gelehrten hat von allem, was früher heilig war, nichts übriggelassen. Sie untersuchten aber nur immer die einzelnen Teile und niemals das Ganze; man muß sogar die Blindheit bewundern, mit der sie dabei verfahren sind. Das Ganze jedoch steht vor ihren eigenen Augen unerschüttert da wie vorher, und die Pforten der Hölle können es nicht überwältigen. Hat es denn nicht neunzehn Jahrhunderte lang gelebt, lebt es nicht auch jetzt noch in den Bewegungen der einzelnen Seelen und denen der Volksmassen? Sogar in den Bewegungen der Seelen jener Atheisten, die alles zerstört haben, lebt es wie vorher, unerschütterlich! Denn auch diejenigen, die sich vom Christentum lossagten und sich dagegen empören, zeigen ihrem eigentlichen Wesen nach denselben Christustypus und blieben dieselben; denn bis jetzt war weder ihre Weisheit noch die Wärme ihres Herzens imstande, für den Menschen und seine Würde ein anderes, höheres Vorbild zu schaffen, als Christus uns vor alters gewiesen hat. Die Produkte aller ihrer Versuche waren nur Mißgeburten." [1] - Fjodor M. Dostojewskij


Woher kommt die Rettung für Russland und die ganze Welt? Dostojewskij war davon überzeugt, dass die russischen Klöster eine wichtige Rolle dabei spielen:
 

"Wie würden sie sich aber wundern, wenn ich sage, daß von diesen frommen, sich nach einsamem Gebet sehnenden Mönchen vielleicht noch einmal die Rettung der russischen Erde kommen wird! Denn in Wahrheit sind sie in der Stille vorbereitet »auf den Tag und die Stunde und den Monat und das Jahr«. Sie bewahren bis dahin in ihrer Einsamkeit das Bild Christi herrlich und unentstellt in der Wahrheit Gottes, so wie es aus der Zeit der ältesten Väter, der Apostel und Märtyrer überliefert ist; und sobald es nötig ist, werden sie es der schwankenden Wahrheit dieser Welt zeigen. Das ist ein gewaltiger Gedanke. Vom Osten her wird dieser Stern aufgehen. So denke ich über den Mönch – und ist das wirklich unwahr und hochmütig? Schaut euch doch nur die Weltleute und diese ganze Welt an, die sich über das Volk Gottes erhaben dünkt: Ist nicht bei ihnen das Antlitz Gottes und seine Wahrheit entstellt? Sie haben ihre Wissenschaft, doch in der Wissenschaft ist nur das enthalten, was den Sinnen unterworfen ist. Die geistige Welt aber, die höhere Hälfte des menschlichen Wesens, wird vollständig negiert und mit einem gewissen Triumph, ja sogar mit Haß zurückgewiesen. Die Welt hat die Freiheit verkündet, besonders in der letzten Zeit – und was sehen wir als Resultat dieser ihrer Freiheit? Nur Knechtschaft und Selbstmord! Denn die Welt sagt: »Du hast Bedürfnisse, darum befriedige sie; du besitzt dasselbe Recht wie die Vornehmsten und Reichsten! Scheue dich nicht, sie zu befriedigen, sondern steigere sie sogar noch!« Das ist die heutige Lehre der Welt. Darin sehen sie die Freiheit. Und was ist die Folge dieses Rechtes auf Steigerung der Bedürfnisse? Bei den Reichen Isolierung und geistiger Selbstmord, und bei den Armen Neid und Mord. Denn das Recht haben sie ihnen zwar gegeben, doch die Mittel zur Befriedigung der Bedürfnisse haben sie ihnen nicht gewiesen. Sie versichern, die Welt werde sich immer mehr einigen, sich zu einer brüderlichen Gemeinschaft zusammenschließen, indem sie die Entfernungen verkürzt und die Gedanken durch die Luft übermittelt. O weh, glaubt nicht an eine solche Einigung der Menschen! Dadurch, daß sie unter Freiheit nur Steigerung und schnelle Befriedigung ihrer Bedürfnisse verstehen, verderben sie ihre Natur, weil sie in sich viele sinnlose, dumme Wünsche und Gewohnheiten und törichte Einfälle wecken. Sie leben nur, um einander zu beneiden und ihre Lüste und ihre Eitelkeit zu befriedigen. Diners, Spazierfahrten, Equipagen, hoher Rang und knechtische Untergebene: diese Dinge gelten bereits als so notwendiges Bedürfnis, daß sie sogar ihr Leben, ihre Ehre und ihre Menschenliebe opfern, um nur dieses Bedürfnis zu befriedigen, und sich sogar töten, wenn sie es nicht befriedigen können. Bei denen, die nicht reich sind, sehen wir dasselbe; die Armen aber betäuben ihren Ärger, daß sie ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können, und ihren Neid einstweilen durch Trinken. Bald werden sie sich jedoch an Blut statt an Branntwein berauschen; dahin bringt man sie ja geradewegs. ... Vom Volk kommt Rußlands Rettung. Und das russische Kloster hat von jeher in enger Beziehung zum Volk gestanden. Wenn das Volk isoliert ist, so sind wir es auch. Das Volk ist auf unsere Art gläubig; ein ungläubiger Weltverbesserer wird bei uns in Rußland doch nichts erreichen, mag er es noch so aufrichtig meinen und einen noch so genialen Verstand besitzen. Behaltet das gut im Gedächtnis! Das Volk wird den Atheisten entgegentreten und sie niederringen, und es wird ein einiges, rechtgläubiges Rußland erstehen! Behütet das Volk, bewahrt sein Herz vor allem Übel! Erzieht es in der Stille! Das ist das große Werk, das ihr als Mönche auszuführen habt, denn dieses Volk ist der Träger des göttlichen Glaubens!" [1] - Fjodor M. Dostojewskij
"Die träumerische Liebe dürstet nach einer Großtat, rasch ausgeführt und von allen gesehen. Es kommt so weit, daß man sogar sein Leben hingibt, nur wenn die Sache schnell erledigt wird und so, daß alle es sehen und loben – wie auf der Bühne. Die tätige Liebe dagegen ist Arbeit und Geduld; sie ist für manche Menschen gewissermaßen eine richtige Wissenschaft. Ich kann es Ihnen im voraus sagen: Sobald Sie mit Schrecken wahrnehmen, daß Sie all Ihrem Bemühen zum Trotz dem Ziel nicht nur nicht näher kamen, sondern sich scheinbar von ihm entfernten – in diesem selben Augenblick, das prophezeie ich Ihnen, werden Sie plötzlich das Ziel erreichen und deutlich Gottes wundertätige Kraft erkennen! Gott hat Sie die ganze Zeit geliebt, die ganze Zeit insgeheim geleitet." [1] - Fjodor M. Dostojewskij

"Die Kirche müsse vielmehr selbst den Staat in sich einschließen, statt nur ein Eckchen in ihm einzunehmen. Und wenn das jetzt unmöglich wäre, so müsse es doch von Anfang an als direktes und wichtigstes Ziel jeder Weiterentwicklung der christlichen Gesellschaft hingestellt werden." [1] - Fjodor M. Dostojewskij

"In seiner frühesten Zeit, das heißt in den ersten drei Jahrhunderten, erschien das Christentum auf der Erde nur in Gestalt der Kirche und war nur Kirche. Als nun der heidnische römische Staat christlich zu werden wünschte, nahm er beim Übergang zum Christentum notwendigerweise die Kirche in sich auf, obgleich er in sehr vielen Einrichtungen ein heidnischer Staat blieb. Es mußte im Grunde auch so sein. Es war noch viel heidnische Kultur und Weisheit im römischen Staat zurückgeblieben, ja, heidnisch waren sogar die Grundlagen und Ziele des Staates. Die christliche Kirche aber konnte bei ihrem Eintritt in den Staat von ihren Grundlagen, von dem Stein, auf dem sie stand, nichts aufgeben. Sie konnte nur ihre eigenen Ziele verfolgen, die ihr der Herr gesetzt und gewiesen hatte, und die waren unter anderen, die ganze Welt, und folglich auch den ganzen alten heidnischen Staat, zur Kirche zu machen. Nicht die Kirche muß sich also künftig wie ›jede gesellschaftliche Vereinigung‹ oder wie eine ›Vereinigung von Menschen zu religiösen Zwecken‹ (um mit dem Autor, dem ich widerspreche, zu reden) einen Platz im Staat suchen, vielmehr muß in der Folgezeit jeder irdische Staat zur Kirche werden und nichts als Kirche sein; auf Ziele, die nicht mit den kirchlichen vereinbar sind, muß er verzichten. Das alles erniedrigt ihn durchaus nicht; es nimmt ihm weder seine Ehre noch seinen Ruhm als großer Staat, noch den Ruhm seiner Herrscher; es weist ihm nur statt des unrechten heidnischen Weges den richtigen und wahren Weg, den einzigen Weg zu den ewigen Zielen." [1] - Fjodor M. Dostojewskij
"Die Kirche soll sich nach Theorien, die in unserem neunzehnten Jahrhundert entstanden sind, in den Staat umwandeln, gleichsam aus einer niederen Gestalt in eine höhere, um dann im Staat aufzugehen; sie soll der Wissenschaft, dem Zeitgeist und der Kultur einfach weichen. Will sie das nicht und sträubt sie sich, wird ihr zur Strafe eine Art Ecke inmitten des Staates angewiesen, auch das natürlich nur unter Aufsicht, wie es gegenwärtig überall in den westeuropäischen Ländern der Fall ist. Nach der russischen Vorstellung und Zuversicht soll sich jedoch nicht die Kirche in den Staat umwandeln wie aus der niederen in eine höhere Form, sondern der Staat muss im Gegenteil zuletzt dahin kommen, dass er sich würdig erweist, einzig und allein Kirche zu werden und nichts anderes." [1] - Fjodor M. Dostojewskij
"Alle Verbannungen zur Zwangsarbeit, zu denen früher noch Körperstrafen kamen, bessern niemand und schrecken keinen Verbrecher ab; denn die Zahl der Verbrechen vermindert sich nicht, sondern wächst immer mehr. Das müssen Sie zugeben. Infolgedessen ist die Gesellschaft auf diese Weise gar nicht geschützt; man sondert wohl ein schädliches Mitglied ab und verbannt es weit weg, daß es niemand mehr zu sehen bekommt, aber an seiner Stelle erscheint sogleich ein anderer Verbrecher, womöglich gar zwei. Wenn irgend etwas sogar in unserer Zeit die Gesellschaft schützt und den Verbrecher bessert und in einen anderen Menschen verwandelt, so allein das Gesetz Christi, das sich im Bewußtsein des eigenen Gewissens kundtut. Nur wer sich seiner Schuld als Sohn der Gemeinschaft Christi, das heißt der Kirche, bewußt ist, wird die Schuld auch vor der Gemeinschaft, das heißt vor der Kirche, bekennen. Nur vor der Kirche vermag der heutige Verbrecher seine Schuld zu bekennen, nicht vor dem Staat. Läge also die Gerichtsbarkeit in den Händen einer Gemeinschaft wie der Kirche, würde diese Gemeinschaft wissen, wen sie aus der Verbannung zurückzurufen und wiederaufzunehmen hat. Solange aber die Kirche keine tatsächliche Gerichtsbarkeit ausübt, sondern nur die Möglichkeit einer moralischen Verurteilung besitzt, solange hält sie sich von jeder tatsächlichen Bestrafung des Verbrechers fern. Sie schließt ihn nicht aus ihrer Mitte aus, sie verweigert ihm nicht ihren mütterlichen Trost. Ja mehr noch, sie bemüht sich sogar, die christliche Gemeinschaft mit dem Verbrecher in vollem Umfang aufrechtzuerhalten; sie läßt ihn zum Gottesdienst und zum Abendmahl zu, gibt ihm Almosen und verkehrt mit ihm wie mit einem Verblendeten, nicht wie mit einem Schuldigen. O Gott, was würde aus dem Verbrecher, wenn ihn die christliche Gemeinschaft, das heißt die Kirche, ebenso verstoßen würde wie das bürgerliche Gesetz? Was würde geschehen, wenn ihn die Kirche nach jeder Bestrafung durch das bürgerliche Gesetz auch ihrerseits mit Ausschluß aus der Gemeinschaft bestrafen würde? Eine größere Strafe für den russischen Verbrecher wäre nicht denkbar, denn die russischen Verbrecher sind noch gläubig. Doch wer weiß, vielleicht würde dann etwas Furchtbares eintreten? Vielleicht würde das verzweifelte Herz des Verbrechers den Glauben verlieren – und was dann? Als zärtliche, liebende Mutter hält sich die Kirche von einer tatsächlichen Bestrafung fern, da der Schuldige ohnehin durch das staatliche Gericht schon schwer gestraft ist und einer ihn doch bemitleiden muß. Der Hauptgrund aber, weshalb sich die Kirche fernhält, ist, daß das Gericht der Kirche als einziges die Wahrheit in sich einschlieft und es sich deshalb mit keinem anderen Gericht materiell und moralisch vereinbaren läßt, auch nicht vorübergehend. Auf Kompromisse kann man sich nicht einlassen. Der ausländische Verbrecher, sagt man, bereut nur selten, bestärken ihn doch gerade die modernen Lehren in der Anschauung, daß sein Verbrechen kein Verbrechen sei, sondern nur eine Auflehnung gegen die ihn zu Unrecht unterdrückende Macht. Die Gesellschaft sondert ihn kraft ihrer Macht mechanisch aus und begleitet den Ausschluß mit ihrem Haß (so berichtet man wenigstens in Westeuropa von sich selbst); man haßt diesen Bruder, bleibt seinem weiteren Schicksal gegenüber gleichgültig und vergißt ihn völlig. Alles geht ohne das geringste Mitleid der Kirche vonstatten, denn vielfach gibt es dort keine Kirchen mehr, nur noch ein Kirchenpersonal und prächtige kirchliche Gebäude; die Kirchen selbst aber suchen längst aus der niederen Form in die höhere überzugehen, das heißt in den Staat – zumindest in den lutherischen Ländern. In Rom wird schon seit tausend Jahren der Staat an Stelle der Kirche verkündet. Der Verbrecher fühlt sich daher nicht als Glied der Kirche, sondern als Ausgestoßener und verfällt der Verzweiflung. Und wenn er in die Gesellschaft zurückkehrt, geschieht es nicht selten mit solchem Haß, daß ihn die Gesellschaft von selber meidet. Wie das schließlich endet, können Sie sich selbst sagen. In vielen Fällen scheint es bei uns nicht anders zu sein, der Unterschied ist jedoch der, daß es außer den eingesetzten Gerichten bei uns noch eine Kirche gibt, die niemals die Verbindung mit dem Verbrecher als ihrem lieben, immer noch teuren Sohn aufgibt. Außerdem besteht und erhält sich noch theoretisch ein kirchliches Gericht; und wenn es jetzt auch nicht tätig ist, so lebt es doch jedenfalls für die Zukunft, und zweifellos erkennt es auch der Verbrecher selbst mit innerem Instinkt an. Es ist ganz richtig gesagt worden: Würde das Gericht der Kirche in seiner ganzen Kraft eingesetzt, das heißt, würde sich die ganze Gesellschaft in eine einzige Kirche verwandeln, so hätte nicht nur das Kirchengericht einen wesentlich stärkeren Einfluß auf die moralische Besserung des Verbrechers, auch die Zahl der Verbrechen würde sich wahrscheinlich ungeahnt vermindern. Die Kirche würde den künftigen Verbrecher in vielen Fällen zweifellos ganz anders beurteilen als jetzt; sie wäre fähig, den Ausgeschlossenen zurückzuholen, den Bösen Planenden zu warnen und den Gefallenen aufzurichten." [1] - Fjodor M. Dostojewskij
"Vorläufig ist die christliche Gemeinschaft noch nicht fertig und beruht nur auf sieben Gerechten; da diese jedoch nicht abnehmen werden, wird sie unbeirrt fortbestehen, und ihre Umwandlung aus einer beinahe noch heidnischen Vereinigung in eine einzige, die Welt umspannende und beherrschende Kirche abzuwarten. Amen, es soll also geschehen, und sei es auch erst am Ende der Zeiten ... es ist das einzige, dem eine Erfüllung vorherbestimmt ist! Die langen Zeiten brauchen uns nicht zu beirren; denn das Geheimnis der Zeiten ist in der Weisheit Gottes, in seiner Voraussicht und seiner Liebe eingeschlossen. Und was nach menschlicher Rechnung vielleicht noch sehr fern ist, das steht nach göttlicher Vorherbestimmung vielleicht schon vor der Tür. Amen, es soll also geschehen!" [1] - Fjodor M. Dostojewskij

"Der Staat wandelt sich in eine Kirche, erhebt sich zur Kirche, wird auf der ganzen Erde zur Kirche! Das ist das genaue Gegenteil von Ultramontanismus und Rom und Ihrer Auffassung; es ist die größte Vorbestimmung der rechtgläubigen Kirche auf Erden. Von Osten her wird diese Erde ihr Licht erhalten." [1] - Fjodor M. Dostojewskij

"Es gibt unter ihnen jedoch einige, nicht viele Menschen, von besonderer Art, die glauben an Gott und sind Christen, zugleich aber auch Sozialisten. Sehen Sie, die fürchten wir am meisten; die sind gefährlich! Der christliche Sozialist ist schrecklicher als der atheistische!‹ Diese Worte frappierten mich schon damals. Jetzt, meine Herren, sind sie mir plötzlich, ich weiß nicht wieso, wieder eingefallen." [1] - Fjodor M. Dostojewskij
In den siebziger Jahren schrieb Dostojewskij: "Durch die Wendung nach Asien kann mit uns dasselbe geschehen, was mit Europa geschah, als Amerika entdeckt wurde.... Mit der Strömung nach Asien wird sich unser Geist wieder erheben und werden sich unsere Kräfte wieder starken"  und zeigt damit viel Ähnlichkeit mit Solowjew. [31]
 
"Also hat sich wieder ein wildes und stolzes mohammedanisches Volk dem weißen Zaren unterworfen, werden jetzt die asiatischen Völker denken.... Der Name des weißen Zaren muss über den Chans und Emiren stehen, muss über dem der Kaiserin von Indien leuchten, ja sogar über dem des Kalifen." [1] - Fjodor M. Dostojewskij


Dostojewskij zitiert aus den "Moskauer Nachrichten" und spricht von einer "katholischen Verschwörung" gegen Deutschland und Russland. Der Klerus habe sich sogar mit "unmißverständlicher Zärtlichkeit über den Koran geäußert". Sogar England solle die Hauptrolle in diesen Intrigen spielen. Der Papst habe freudig von den "türkischen Siegen" gesprochen und Russland eine "furchtbare Zukunft" prophezeit. [39]
 

"Und was den kriegerischen Katholizismus anbetrifft, so hat er nicht erst jetzt, sondern von Anfang an, wie allen bekannt, leidenschaftlich die "rechtgläubige" Türkeit gegen das schismatische Russland unter seinen Schutz genommen. Die Gesinnungslosigkeit des eifernden Klerus ist sogar so weit gegangen, dass sich ein Vertreter dieser Partei mit unmißverständlicher Zärtlichkeit über den Koran geäußert, so dass selbst die ultramontane "Germania es für nötig befunden hat, ähnliche Ausfälle durch die Bemerkung abzuschwächen, dass, wenn man sich auch der Siege der Türken über die verhassten Russen freuen müsse, es doch nicht ganz angebracht sei, gleich Sympathie für den Islam zu bekunden." [1] - Fjodor M. Dostojewskij

"Der kiegerische Katholizismus stellt sich eifrig und 'leidenschaftlich' gegen uns auf die Seite der Türken. Selbst in England, selbst in Ungarn gibt es augenblicklich keine so eifernden Hasser Russlands, wie diese kriegerischen Klerikalen. Nicht irgendein Prälat, sondern der Papst selbst hat in den Versammlungen im Vatikan freudig von den 'türkischen Siegen' gesprochen und Russland eine 'furchtbare Zukunft' prophezeit  " [1] - Fjodor M. Dostojewskij

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[1] Vgl. Kurs Nr. 550 Dostojewskij. Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Vgl. Kurs Nr. 544 Staats- und Rechtslehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[3] Vgl. Kurse Nr. 543 Deutscher Idealismus, Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung. Akademie der Kunst und Philosophie
[4] Vgl. Kurs Nr. 546 Religionslehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[5] Vgl. Kurs Nr. 532 Philosophie der Wissenschaften. Akademie der Kunst und Philosophie
[6] Sozialismus, Kommunismus, "Vaterländischer Krieg" nicht die eigentlichen Wurzeln Russlands: Das wichtigste Instrument zur Implantierung einer Politik à la 1793 in die russische Nachkriegsrealität war die von Lenin ersonnene "Außerordentliche Kommission für den Kampf gegen die Konterrevolutionäre und Sabotage" (WeTscheKa oder Tscheka). Später wurde sie umbenannt in: "Volkskommissariat für innere Angelegenheiten" (NKWD).Bei Festakten war immer der "Who's who des Vernichtungsapparats" anwesend. Mit ihrer Gründung im Dezember 1017 stellte Lenin unter Beweis, wie gründlich er die Lektion der französischen Terreur gelernt hatte. Er schuf das System der "Besserungslager" (GULag), in denen das Konzept der Lebensvernichtung durch Arbeit unter dem Vorwand der politischen Erziehung in die Praxis umgesetzt wurde. Für Lenin glich die Exterminierung von Gegnern der Beseitigung von schädlichen Insekten. "Zu den zu vertilgenden Insekten rechneten auch Kirchgänger, Geistliche, Gymnasiallehrer, Intellektuelle, Hausbesitzer, unmotivierte Arbeiter und Marginale aller Art." Niemand hat die Informalisierung des Scharfrichter-Wesens in der russischen Oktober-Revolution und seine in der Stalin-Ära erreichte Inflation präziser erfasst als Alexander Solschenyzin: "Die Tscheka... war ein in der Menschheitsgeschichte einmaliges Straforgan, das in einer einzigen Instanz die Kompetenzen der Bespitzelung, der Verhaftung, der Voruntersuchung, der Anwaltschaft, des Gerichts und der Urteilsverkündung vereinigte." Zwanzig Jahre später sind aus den Improvisationen des November 1017 die Institutionen eines Hyperstaats emporgewachsen, dessen Herrschaftmodus seit den vierziger Jahren als "totalität" bezeichnet wurde. "Im Kern des Totalitarismus-Syndroms steht die Bemühung der Funktionäre, den aus der Illegitimität hervorgegangenen Parteistaat mit dem Prädikaten einer utopischen Hyper-Legitimität auszustatten."  Der sowjetische Generalstaatsanwalt Andrei Januarjewitsch Wyschinski verstand sich perfekt auf die erwünschtesten Urteilsformen und die suggestivsten Floskeln des tagesaktuellen Machtspiels. Er war einer der ersten, die "fließend Stalinistisch sprachen - ein Idiom, das zwischen den dreißiger und den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts den Status einer Weltsprache erlangte, bis es aus Mangel an Neuanmeldungen für kommunistische Kurse in der Bedeutungslosigkeit versank".Es handelt sich um ein "epochemachendes Mißverständnis, wonach die hastige Improvisation der Sowjetmacht nach 1917 eine Gründung gewesen sei und Lenin ein Gründervater, aus dessen Samen wie aus dem von Abraham zahllose Geschlechter befreiter Menschenwesen hätten hervorgehen können." Stalins seit den dreißiger Jahren inszeniertes Legitimitätstheater sollte vortäuschen, er habe die Revolution von Lenin legitim geerbt. "Mit dessen Imperium versank 1990 die dritte weltgeschichtliche Groß-Improvisation - nach jener der Mongolen im 13. Jahrhundert und der Napoleons im frühen 19. Jahrhundert - in der Bodenlosigkeit, aus welcher sie im Herbst 1917 mit der Heftigkeit eines ideengetriebenen Amoklaufs erhoben hatte." (Sloterdijk). Siehe auch: Frankfurter Allgemeine Zeitung 2015, Nr. 293, p. 10, 20; Alexander Solschenyzin, der Archipel Gulag, Band I, Bern-München 1973; Franz Borkenau, The Totaltarian Enemy, London 1940; Robert Conquest, Der große Terror. Sowjetunion 1934-1928, München 1992 
[7] Vgl. Kurs Nr. 505 Schopenhauer. Akademie der Kunst und Philosophie
[8] Vgl. Kurs Nr. 556 - Torquato Tasso. Akademie der Kunst und Philosophie
[9] Vgl. Kurs Nr. 557 - Ariosto. Akademie der Kunst und Philosophie
[10] Iwan III. Großfürst von Moskau (1462-1505), heiratete 1472 Sophie Paläolog, die letzte byzantinische Prinzessin. Mit Iwan III. hatten die Zaren nicht nur das Wappen von Ostrom übernommen, sondern auch den Anspruch auf Konstantinopel und dessen macht- und kirchenpolitisches Erbe. Später hat der Panslawismus diese Idee aufgegriffen und sich vor allem an die Südslawen unter türkischer Herrschaft gerichtet. Der Versuch Konstantinopel zu erobern, wurde nach dem Krimkrieg zuletzt wieder im türkisch-russischen Krieg 1876/77 von den Westmächten vereitelt, als die Russen bereits knapp vor diesem Ziel standen. (Science Review Letters 2017, 16, Nr. 774) Vgl. Abschnitt und Anm. 1, 16, 22 sowie Kurs Nr. 554 Friedrich Hölderlin. Akademie der Kunst und Philosophie
[11] Vgl. Kurs Nr. 545 Sittenlehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[12] Vgl. Kurs Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie
[13] Vgl. Kurs Nr. 512 Novalis. Akademie der Kunst und Philosophie
[14] Vgl. Kurs Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie / Academy of Sciences
[15] Vgl. Kurs Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie
[16] Zu Europa und der Orientfrage vgl. Anm. 1, 10 und 22 sowie Kurs Nr. 506 Wladimir Solowjew: Europa im 21. Jahrhundert. Akademie der Kunst und Philosophie
[17] Vgl. Kurs Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance in Italien
[18] Vgl. Kurs Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur in Frankreich
[19] Der junge Wladimir Gudnjajew folgte der Familientradition, als er mit 19 Jahren in seiner Heimatstadt Leningrad (St. Petersburg) in das geistliche Seminar eintrat, um Priester zu werden.Schon sein Grossvater und sein Vater waren Geistliche, und beide haben in der Sowjetunion einen hohen Preis für ihre Treue zum christlichen Glauben bezahlt. Der Grossvater war in den zwanziger Jahren auf der Gefängnisinsel Solowski im Weissen Mehr inhaftiert, der Keimzelle des sowjetischen Lagersystems, das später als "Archipel GUlag" bekannt wurde. Fast dreissig Jahre währte seine Odyssee durch Dutzende von Gefängnissen und Lagern. Und auch der Vater verbrachte, bevor er in den vierziger Jahren zum Diakon geweiht wurde, einige Jahre in sowjetischen Lagern. Als Wladimir Gudnjajew sich Ende der sechziger Jahre entschied, ins Kloster zu gehen, konnte er kaum ahnen, dass er unter seinem Mönchsnamen Kirill einmal zu den wirklich mächtigen Männern in Russland gehören würde. Er hat bei verschieden Gelegenheiten darüber gesprochen, welchen Druck die Familie in der Sowjetunion ausgesetzt gewesen sei: "In die Schule ging ich wie nach Golgatha." Kirill stieg in der kirchlichen Hierarchie rasch auf. Mit 30 Jahren wurde er Bischof. 1989 übernahm er die Leitung des Aussenamtes der Russischen Orthodoxen Kirche. Jetzt ist Kirill mit Papst Franziskus zusammengetroffen, also das "erste Rom" hat das "dritte Rom" getroffen, wie vorher schon das "zweite Rom". Unter "zweitem Rom" versteht man das ökomenische Patriarchat mit Residenz in Konstantinopel (Istanbul). Der Nachfolger des damaligen Patriarchen ist Bartholomäus. (Science Review Letters 2016, 15, Nr. 676 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 36, p. 3; Nr. 37, p. 8; Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 2016, Nr. 6, p. 5, 10)
[20] Vgl. Kurs Nr. 509 Philosophie der Freiheit. Akademie der Kunst und Philosophie
[21] Vgl. Kurs Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie. Akademie der Kunst und Philosophie
[22] Vgl. Kurs Nr. 552 William Shakespeare. Akademie der Kunst und Philosophie
[23] Vgl. Kurs Nr. 553 Friedrich Schiller. Akademie der Kunst und Philosophie
[24] Vgl. Kurs Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik
[25] Am Tag nach dem Überfall Hitlers auf die Sowjetunion sagte der amerikanische Präsident Harry Truman: "Wenn wir sehen, dass Deutschland am gewinnen ist, müssen wir Russland helfen, und wenn Russland am gewinnen ist, müssen wir Deutschland helfen, damit sie gegenseitig so viele Menschen wie möglich umbringen..." (New York Times vom 24. Juni 1941); Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 97, p. 6
[26] Zu Alexander von Humboldt vgl. Kurse Nr. 506 Wladimir Solowjew: Europa im 21. Jahrhundert , Nr. 553 Friedrich Schiller und Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. . Akademie der Kunst und Philosophie
[27] Der Sozialismus oder "Sozialnaturalismus" (Sloterdijk) hat das Bestreben, den Menschen ganz für das "Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse" samt ihren physischen Grundlagen zu reklamieren und ihm die Evasion in vermeintliche Innen- und Gegenwelten zu verbauen - um von den religiösen Hinterwelten nicht mehr zu reden. Es darf nur eine Art "elementarer Pragmatismus" gelten, der in sozialen Handlungen und technischen Verfahren traktierbar ist. "Er wird ergänzt durch einen unerbittlichen Moralismus, ja durch die Neigung zum moraldämonischen Exzeß: Wenn schon den Menschen keine spirituelle Distanzierung von den Weltverhältnissen mehr gelingt, tun doch Zahllose alles, was ihnen nötig scheint, damit sie sich innerhalb der Gegebenheiten zu den Guten, den moralisch überlegenen rechnen können." Sloterdijk meint, der Islam sei eine agonierende Religion. "In diesem parodieren die Sterbenden das Leben, indem sie sich angriffslustig und weiß Gott wie rüstig und vital gebärden. Aber im Grunde weiß dieser marode Monotheismus kein vernünftiges Wort mehr über die moderne Welt zu sagen." Der Islam habe im 13. Jahrhundert zu denken aufgehört. Das Wiedereinsetzen des Denkens geschehe zurzeit unter den Formen der Abwehr. Daraus entstehe ein ein doppelter Hass: zum einen Hass gegen die Denkaufgaben der modernen Welt, zum anderen Hass gegen die Kulturformen. "Es liegt auf der Hand, dass die arabische und koranische Universität noch nicht damit umzugehen weiß, dass sie zuerst von der christlichen und später von der säkularen Universität deklassiert worden ist." Mehr dazu in den Kursen Nr. 541 Europäische Philosophie, Nr. 512 Novalis, Nr. 532 Philosophie der Wissenschaften. Akademie der Kunst und Philosophie
[28] Ein Linksterrorist besorgt inhaftierten Muslimen islamische Anwälte damit sie aus der U-Haft freikommen. Dann will er sie "sensibilisieren und fähig machen für die Auseinandersetzung in der Welt. Diese Auseinandersetzungen sind gleichbedeutend mit Falks militantem Kampf für seine Version vom islamischen Staat. Die Gefangenen von heute sind aus diesem Blickwinkel die potentiellen Krieger und Attentäter von morgen, ausgeliefert der vermeintlichen Fürsorge seiner islamischen Gefangenenhilfe und ihrer Strafverteidiger." Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 2016, Nr. 18, p. 6
[29] "Das Verteidigungsministerium zeigte sich besorgt über die verweigerte Besuchererlaubnis" des Nato Luftwaffenstützpunktes. Viele westliche Kirchenvertreter reden unkritisch über die Türkei und nutzen Verharmlosen und Verschweigen als Rechtfertigung einer eklatanten Gleichgültigkeit orientalischen Christen gegenüber. Der EKD-Ratsvorsitzenden Bischof Heinrich Bedford-Strohm, bekannt für politisch vordergründige Antworten, die auch von Claudia Roth oder Aiman Mazyek stammen könnten,  meint "Minarette sind Teil der sakralen Bauten im Islam und für sich kein Ausdruck einer Bedrohung." Sogar dem Ahmadiyya-Islam wird in Deutschland der Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zuerkannt. Laut dem "Handbuch der Weltanschauungen" der evangelischen Kirche sah sich der Gründer der Ahmadiyya-Gemeinde, Ghulam Ahmad, als "Inkarnation aller Propheten von Adam über Abraham bis zu Jesus und Mohammed". Heute soll die Bewegung in bis zu 190 Ländern mehr als zehn Millionen Anhänger haben. In Deutschland wird die Zahl der Anhänger auf 30 000 bis 50 000 geschätzt. Sein Ziel ist "der Sieg des Islam". Kein Wunder, dass sich inzwischen viele fragen: es "sei absolut schleierhaft, wie diese Gemeinde den Status einer öffentlichen Körperschaft erlangen und sogar zum Kooperationspartner der Bundesregierung werden konnte." Eine besonders naive Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, findet es besonders gut, "wenn eine Moschee gebaut wird." Mitglieder der mainstreamverhafteten und politisierten EKD wie ihr Amtsträger Bedford-Strohm fällt es leicht, "obsolete politische Einordnungen nachzubeten", wenn es aber darum geht "theologisch begründete Stellungnahmen abzugeben, was weitaus anspruchsvoller ist", wird kläglich versagt. Der christlichen Kirche obliegt nicht die Belehrung über das vermeintlich politisch Richtige, sondern die Wahrhaftigkeit in Glaubensdingen und Glaubensvermittlung, sowie die tätige Nächstenliebe. Letztere postuliert sogar die Feindesliebe. Ein Politiker kann das Gespräch verweigern, ein Christ nicht. Bedford-Strohms Vorwurf, die AfD baue Ängste auf und schüre den "Kampf der Kulturen", könnte ebenfalls von Claudia Roth stammen. Bedford-Strohm begnügt sich damit, ängstliche oder besorgte Menschen, die angeblich "Flüchtlinge pauschal verdächtigen", als Diskriminierungsexperte seinerseits zu verdächtigen. Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 113, p. 3; Nr.118, p.18; 144, p.1. siehe auch Kurse Nr. 512 Novalis, Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre sowie Nr. 505 Schopenhauer
[30] Im Zuge der "Dekularisierung" der frühen dreißiger Jahre, die allein im Hungerwinter 1932-1933 bis zu acht Millionen Menschen das Leben gekostet hat, entwickelte Stalin einen Terrorismus im eigenen Land. In China entstand Maos "Totalguerilla", ein Kriegsmodell, das einem Krebsgeschwür vergleichbar ist und so funktionierte wie heute die islamistische Guerilla. Mao war der Dramaturg eines Bauernkrieges, der in der Übernahme der Macht durch einen Bauerngeneral gipfelte. Maos Burleske kostete aktuellen Schätzungen zufolge zwischen 35 und 43 Millionen Menschen das Leben. "Man hat es hier mit dem einzigen Fall einer massiven Vernichtung von Menschen durch Arbeit zu tun, die zu ihrer Durchführung nicht einmal auf die Errichtung von Lagern angewiesen war" (Sloterdijk). Was heute für den Islamismus die Koranschulen sind, fand Mao in einer Flut von in Furor versetzten Jugendlichen, die auf den Ruf des Führers hin ihre Schulen und Universitäten verliessen, um sich, wie entfesselte Wandervögel, physischen und psychischen Terror verbreitend, über das ganze Land zu ergiessen. "Die holocaustartigen Rasereien der Kulturevolution - von westlichen Beobachtern zu größeren Unruhen verharmlost - ereigneten sich in relativer Gleichzeitigkeit mit den Studentenbewegungen von Berkeley, Paris und Berlin, wo es auch überall engagierte Gruppen gab, die das wenige, was sie über die Ereignisse in China und ihre Ursachen wußten, für einen zureichenden Grund hielten, sich als Maoisten zu präsentieren.... Die hohe Schule der Unbelehrbarkeit fand ihren Meister in Jean-Paul Sartre." Bei zahlreichen Angehörigen der Neuen Linken im Westen sollte die "Wunschnebelphase" bis zum Solschenizyn-Schock von 1974 anhalten. Erst mit dem Erscheinen des Archipel Gulag und dank der nouveaux philosophes setzte sich eine veränderte Optik durch, "obschon sich manche Wortführer der ewigen Militanz auch dann noch damit begnügten, ihren Ignoranzschutz zu modernisieren." Die ingeniöse Selbstdarstellung des Linksfaschismus als Antifaschismus wurde im gesamten Einflußbereich des Stalinismus und darüber hinaus in der Neuen Linken zum vorherrschenden Sprachspiel der Nachkriegszeit. "Man sagt nicht zuviel, wenn man die Flucht der radikalen Linken in den Antifaschismus als das erfolgreichste sprachpolitische Manöver des 20. Jahrhunderts bezeichnet." Sartre zum Beispiel war im Bilde über zehn Millionen Gefangene in sowjetischen Lagern und schwieg, um nicht aus der Front der Antifaschisten auszubrechen. Eine höhere moralische Mathematik wurde erfunden, nach welcher als unschuldig zu gelten hat, wer beweisen kann, dass ein anderer krimineller war als er selbst. Dank solcher Rechnungen avancierte Hitler für viele zum Retter des Gewissens. Dank massloser Formen von Kulturkritik, versuchte man, die Spuren zu verwischen, die verrieten, wie nahe man selbst einem "klassengenozidalen System" gestanden hatte. Seit man auf den real nicht mehr existierenden Sozialismus zurückblickt, begreift man "die grimmige Pointe der post-kommunistischen Situation": Nach 1991 gab es nichts zu begreifen, was aufmerksame Beobachter des sowjetischen Experiments nicht im Prinzip ab 1918 und Lenins Dekreten über den Roten Terror evident gewesen wäre, "für einäugige Antifaschisten ab 1945, für im utopischen Trotz Verkalkte ab 1956 und für Sonderschüler der Geschichte ab 1968" (Sloterdijk). - André Glucksmann hat in seinem Erinnerungsbuch, Une rage d'enfant, Paris 2006 seine Teinahme an dem wahnhaften Mao-Kult in Frankreich zwischen 1968 und 1972 bedauert. Romain Rolland hatte Ende der zwanziger Jahre notiert, der Kommunismus habe den Faschismus gezeugt, sofern dieser nur ein umgekehrter Bolschewismus sei. Francois Furet, Le passe´d'une illusion. Essai sur l'idée communiste au XX siécle, Paris 1995; Simon Leys, Maos neue Kleider. Hinter den Kulissen der Weltmacht China, München 1972; Arno Mayer, The Furies. Violence and Terror in the French and Russian Revolutions, Princeton 2000; Boris Groys, Das kommunistische Postskriptum, Frankfurt 2006.
[31] Russland ist mehr als Bolschewismus, Leninismus, Stalinismus, Amerika mehr als Kapitalismus und Massenkonformismus. "Wir leben nicht aus einer europäischen, sondern einer abendländischen Idee, denn sie schließt Amerika und Russland ein.... Was wir sind, sind wir durch biblische Religion und durch die Säkularisierungen, die aus dieser Religion hervorgegangen sind: von den Grundlagen der Humanität bis zu den Motiven der modernen Wissenschaft und zu den Antrieben unserer großen Philosophen. Es ist in der Tat so: ohne Bibel gleiten wir ins Nichts." (Karl Jaspers) Mehr dazu in den Kursen Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 506 Wladimir Solowjew: Europa im 21. Jahrhundert. Akademie der Kunst und Philosophie
[32] Als Sponsoren werden "Turkish Airlines" nur noch in korrupten Vereinen zugelassen wie der FIFA. Denn wer mit Airlines wie "Fly Emirates" oder "Turkish Airlines" fliegt, fördert indirekt den islamischen Extremismus. Siehe auch Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 150, p. 2 und Kurse Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 506 Wladimir Solowjew. Akademie der Kunst und Philosophie
[33] Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 236, p. 3; Nr. 238, p. 5; zum Christentum als "wahre Religion" siehe Anmerk. 14-16 sowie Kurs Nr. 564 St. Augustinus. Akademie der Kunst und Philosophie
[34] Für die Türkei steht nicht nur das Verhältnis zur EU und Russland auf dem Spiel. Es geht auch um den Europarat, in dem das Land schon seit 1949 Mitglied ist. Die Organisation ist der Sachwalter von Europas Werten, insbesondere über die Menschenrechtskonvention. Alle Mitglieder haben die Todesstrafe in Friedenszeiten abgeschaft, mit Ausnahme Russlands, das sie aber nicht mehr anwendet. Für den Europarat ist das der Mindeststandard - und zugleich der Grund, warum Weißrussland als einziges Euroäisches Land bis heute nicht aufgenommen wurde. Dort werden die Todesurteile immer noch verhängt und vollstreckt.(Science Review Letters 2016, 15, Nr. 752 und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 2016, Nr. 44, p. 5; Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 254, p. 8)
[35] Zu Tolstoi und Kant: Science Review Letters 2016, 15, Nr. 757 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 274, p. N3; Lev Nikolaevic Tolstoi: Gedanken Immanuel Kants, Stuttgart 2016; vgl Anm. 3 und 5 sowie Kurse Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung. Akademie der Kunst und Philosophie
[36] "Die Grundidee der Bourgeoisie, die am Ende des vorigen Jahrhunderts die frühere Weltanschuung ersetzt hat und jetzt zur Hauptidee unseres Jahrhunderts in der ganzen europäischen Welt geworden ist." (Dostojewskij); zu Dostojewskijs Verhältnis zu den Juden siehe Anm. 1 und Kurs Nr. 564 St. Augustinus. Akademie der Kunst und Philosophie
[37] Ebd.
[38] Die Aufstände gegen die türkische Herrschaft in Bosnien und Bulgarien sowie das bewaffnete Eingreifen der Serben und Montenegriner in diese Unruhen drohten alle großen Mächte auf den Kampfplatz zu rufen. Russland wurde zuerst in dieses Labyrinth hineingezogen, denn die Notlage seiner Glaubensbrüder unter türkischer Herrschaft machte es ihm nahezu unmöglich, sich herauszuhalten. Österreicher und Engländer folgten nicht lange danach. Sie bewegte das "Mißtrauen gegenüber den Russen" und die "Sorge über die Zukunft der Meerengen, wenn der russische Einfluss auf dem Balkan sich verstärkte." (Craig) Die Engländer dachten natürlich wieder nicht an die gute Sache, die Vertreibung der Türken, sondern nur an die eigenen Interessen. Die englische Regierung, schockiert vom Ausmaß der Friedensbedingungen, welche die Russen nach dem Zusammenbruch des türkischen Widerstandes zu diktieren suchten, wollte gar keine Konferrenz und weigerte sich durch eine Art Brexit. Die Russen schnitten in Berlin nicht schlecht ab. Sie erhielten die bessarabischen Gebiete, die ihnen 1856 weggenommen worden waren, wieder zurück; die wichtigen Stützpunkte Kars und Batum in Kleinasien gingen in ihren Besitz über. Die Russen haben den Bulgaren, Serben, den Montenegrinern und den Rumänen die volle Unabhängigkeit verschafft; und die Türken gezwungen, weitreichende Zugeständnisse an die ihr verbliebenen christlichen Untertanen zu machen und eine hohe Kriegsentschädigung zu zahlen. (Craig); vgl. Science Review Letters 2017, 16, Nr. 774 und Anm. 10 und 16
[39] Seit der Vatikan kraft des von Pius IX 1864 verkündeten Syllabus Errorum dem liberalen Denken und allen Formen des Fortschritts offen den Kampf angesagt hatte, machte sich eine antipäpstliche Stimmung breit. Die Doktrin der päpstlichen Unfehlbarkeit war in den Augen der Liberalen eine Provokation. Die römisch-katholische Kirche wurde als Vampir gesehen, der den Deutschen die Lebensenergie aussaugte. Bismarck war auf seine eigene Art und Weise ein religiöser Mensch, der in der Führung der Staatsangelegenheiten stets das göttliche Geleit suchte und - wie man spöttelte - schloß Gott sich gewöhnlich seiner Meinung an. (Bamberger / Craig). Bismarcks Kreuzzug gegen die römisch-katholische Kirche kam auch in Russland gut an. Bismarck verabschiedete 1873 Gesetze, die den Besuch eines Gymnasiums und einer Universität sowie die erfolgreiche Ablegung eines Examens in Philosophie, Geschichte und deutscher Literatur zur Voraussetzung für die Übernahme eines Prieser- oder Pastorenamts machten und die jegliche Disziplinargewalt in kirchlichen Dingen den staatlichen Behörden übertrugen. Ein im Jahr 1874 verabschiedetes Gesetz ermächtigte die Regierung, alle Geistlichen abzusetzen, die ihr religiöses Amt weiterhin ausübten, ohne den staatlich auferlegten Anforderungen zu genügen. Bischöfe und Prieser wurden in solcher Zahl eingesperrt und abgesetzt, dass ausländische Beobachter sich darüber verwunderten; bis 1876 waren insgesamt 1400 Gemeinden ohne Geistlichen; vgl. vgl. Science Review Letters 2017, 16, Nr. 774 und Anm. 10, 13 und 16
[40] Science Review Letters 2017, 16, Nr. 824 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2017, Nr. 151, p. 2; Frank Nordhausen 2017: Ausverkauf des christlichen Erbes. Der türkische Staat enteignet Minderheitsgemeinden und nimmt ihnen Kirchen und Klöster. Ankara verschleiert die Übernahme der Gebäude. Frankfurt a.M.; vgl. Kurse Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 506 Wladimir Solowjew: Europa im 21. Jahrhundert. Akademie der Kunst und Philosophie
 
 

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Letzte Bearbeitung:07.07.2017