Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

Kurs Nr. 559

Wolfram von Eschenbach - Poet und Philosoph


"Aus der Provence in deutsches Land
Ward uns die rechte Mär' entsandt
Und kam zu rechtem End' und Ziel" - Wolfram von Eschenbach, Parzivall

"Eh' ihn der Taufe Naß umfloß,
War er den Gral zu sehen blind,
Doch dem getauften sich erschloß
Der Gral und ließ sich von ihm sehen." - Wolfram von Eschenbach, Parzival


 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt des Kurses Nr. 559 Wolfram von Eschenbach - Poet und Philosoph:

Zur Geschichte der Gralssage

Wolfram von Eschenbach  lebte in derselben Zeit, in der Eike von Reprow den "Sachsenspiegel" mit den Worten begann: "Zwei Schwerter verlieh Gott dem Erdreiche, zu beschirmen die Christenheit, dem Papste das geistliche, dem Kaiser das weltliche." Das bedeutete die unter Karl dem Grossen entstandene Ordnung des Abendlandes. Christentum und Kirche standen über allem Zweifel; auf ihnen beruhte bei aller Verschiedenheit der Länder, Völker, Sprachen die Einheit des erneuerten römischen Kaiserreiches. Wolfram steht fest im christlichen Glauben an die Heilige Dreieinigkeit. Die Christlichkeit des Mittelalters führte zu der grossen kriegerischen Bewegung der Kreuzzüge. Jerusalem und Palästina, als die Landschaft Jesu Christi, sollten unter christlicher Herrschaft den christlichen Pilgern frei zugänglich werden. Dies führte zu Kämpfen mit den mohammedanischen Ländern, den sogenannten Heiden. Es entstanden Ritterorden, wie die Johanniter und Tempelritter. Nach dem ersten Kreuzzug taten sich mehrere Ritter unter der Führung des burgundischen Ritters Hugo von Payens zusammen zu einem Orden, der sich zur Aufgabe machte, die christlichen Pilger auf ihrem Weg durch Kleinasien zu schützen. Das Ordenshaus lag dort, wo einst der Tempel Salomos gestanden hatte. Daher nannten diese Ritter sich die Tempelritter oder Tempelherren. Danach hat Wolfram die Bezeichnung "Templeisen" für die Gralsritter in seinem Parzival gebildet. Wolframs Templeisen sind eigentlich Kontemplierende. Seine Dichtung will aber nicht den Templerorden darstellen. Dieser trug ein bestimmtes Kreuz als Symbol, die Templeisen der Dichtung jedoch tragen die Taube. Denn sie sind die Gemeinschaft des heiligen Geistes. Das alte Prinzip ex oriente lux wurde abgelöst durch das neue: ex occidente lux. Das Licht des Geistes, das von Westen nach Osten strahlt, war das Ziel der Kreise um den heiligen Gral. Der Legende nach soll Paulus den Titurel veranlasst haben in Spanien die Gralsburg zu erbauen. Während auf der Erde die Kirche den heiligen Geist immer mehr in der Tradition ersterben lässt, geht der Strom des wahren Christentums in einer anderen Welt weiter. Er rettet sich in das Reich der Toten hinein. Auf eine übersinnliche Ordensgemeinschaft ist hier hingedeutet. Der Tempel ist das Ergebnis gemeinsamer Kontemplation. Die Gralssage will auf diese Tatsache aufmerksam machen. Der Kampf gegen den Templerorden (von Innozenz III. begonnen, indem er den Kreuzzug gegen die Katharer befahl) und seine rücksichtslose Ausrottung durch Clemens V. muss als ein Vernichtungsschlag verstanden werden, der auch gegen das Gralstum gerichtet war. [1]

Die Sage spielt in der Zeit der Entwicklung des abendländischen Christentums zur Zeit der Völkerwanderung. Junge Völker prallten damals mit dem niedergehenden römischen Imperium zusammen und gründeten in Westeuropa neue Reiche, die dann die Träger des abendländischen Christentums werden konnten. Die Geistesführung der Gralsritter hat besonders im achten Jahrhundert, als die mohammedanischen Eroberer von Nordafrika aus ihre Heere nach Spanien hinüberwarfen, das westgotische Reich zerschlugen und in kurzer Zeit die Pyrenäenpässe zu überschreiten vermochten, rettend eingreifen müssen. Karl Martell schlug die arabischen Heere in blutigen Kämpfen zurück. Die Taten Karls des Großen, wie sie sich etwa in der Rolandsage spiegeln, bedeuten die Abschirmung des christlich-abendländischen Kulturraums gegen des Arabismus. Die Sorge um den Fortgang der abendländischen Kultur und ihrer christlichen Sendung war unter den Wissenden, zu denen Wofram gehörte, weit verbreitet. [2] 

In der Vorgeschichte des Parzival geht es um Gachmuret, seinen Vater. Er fiel im Kampf gegen die Heiden des Kalifen. "Er trug die Taufe und die Christenordnung. Aber sein Tod war auch den Sarazenen ein aufrichtiger Schmerz. Seit den Jahren, da er sich seiner selbst bewusst wurde, rang sein Mut nach Ruhm, und mit ritterlichem Ruhme starb er. Er hat über alle Falschheit gesiegt." Es soll eine Urfassung des Parzival in heidnischer Schrift geben, die von einem arabischen Astrologen aufgeschrieben wurde. Kyot, "der wohlbekannte Meister" hat sie in Toledo gefunden und übersetzt. "Es half ihm, dass er getauft war. Sonst wäre die Geschichte noch heute unbekannt." Diese heidniche Schrift konnte nur von einem Christen gelesen und verstanden werden. Diese für den Ursprung der Gralsgeschichte so wichtigen Daten hat Kyot dem Wolfram anvertraut, so dass er sie weiter tradieren konnte. [3]

"Doch hätt' er's ohne Taufe nie
Erforscht, noch heut wärs unbekannt.
Denn nie kann heidnischer Verstand
Des Grales Herrlichkeit verkünden
Und sein Geheimnis ganz ergründen" - Wolfram von Eschenbach, Parzival
Trevrizent, der dem Parzival von seinen weltweiten Fahrten durch die europäischen Länder wie durch Afrika und Asien berichtet, erzählt ihm, er sei einmal von Sevilla nach Gandin (Stadt in der Drauebene bei Pettau) gekommen. Von dieser Stadt habe der Grossvater Parzivals seinen Namen Gandin. Das Geschlecht sollte nach diesem Hinweis also ursprünglich aus der Steiermark stammen. Steiermark hat einen Panther im Wappen. Parzivals Ahnen Gamuret und Gandin tragen nicht die Lilie des Hauses Anjou im Wappen, sondern den Panther. Die Kämpfe, die Titurel gemeinsam mit seinem Vater gegen die Heiden auszutragen hat, spiegeln die historischen Kämpfe der Goten wider, die die christliche Kultur in Spanien gegen den Andrang der heidnischen Bevölkerung zu verteidigen haben. Später, im achten Jahrhundert, ist es die Abwehr des hereinbrechenden Islams, der ganz Europa zu überrennen drohte und nur mit Hilfe der Karolinger in Schranken gehalten werden konnte.  [4] 
 

Titurel

Titurel zieht mit mit dem Vater "auf Heerfahrt gegen die Sarazenen von Auvergne und Navarra", wie Ludwig Uhland Titurel-Sage erzählt: "Wie dem Wächter nach langer, kalter Nacht der aufglänzende Morgenstern, wie allem Lebenden der wonnereiche Mai, wie nach kaltem Reif die Sonne, wie in Mittagsglut ein Brunnen und einer duftigen Linde breiter Schatten, wie dem Bedrängten der milde Freund, wie dem Beraubten, der Gericht begehrt, des Königs Gruß, wie dem Blinden, wenn er es wiederfände, das Augenlicht, wie dem Durstigen der süße, klare Wein, dem müden Gaste die Herberge, wie dem Liebenden das Geliebte, über all dieses herzerfreuend ist der Anblick des schönen Jünglings Titurel. Vielfach wird ihm der Frauen holder Gruß geboten, ein Klausner hätte sich daran entzündet. Doch Titurel ist eingedenk der Verkündigung des Engels bei seiner Geburt. Im Kampfe für das Christentum will er von Gott verdienen, daß ihm einst ein Kuß von rotem Munde werde. Mit dem Vater zieht er auf Heerfahrt gegen die Sarazenen von Auvergne und Navarra. Zween Falken gleich schweifen die beiden in rauschendem Flug umher, bis in allen Abendlanden der Heiden wenig sind. So wirbt er, in unverblühter Jugend, bis zum fünfzigsten Jahre; da bringt der Engel die Botschaft, daß Titurel um seiner Tugend willen zum Gral erwählt sei. Er scheidet von den Eltern, die in Tränen Gott loben. Vom Gesang der Engel geleitet, kommt er zu einem pfadlosen Walde, der nach allen Seiten sechzig Meilen sich erstreckt. Zypresse, Zeder, Ebenbaum, Gehölz aller Art ist hier wild verwachsen, fremde Vögel singen in den Zweigen. Mitten im Walde ragt ein Berg, den niemand finden kann, als wen die Engel führen, der bewahrte, behaltene Berg, Montsalvatsch. Mit vielen Gezelten liegt auf diesem Berge Titurels künftige Schar. Über ihr schwebt, in reichem Gehäuse, der Gral, von unsichtbaren Engeln gehalten; denn noch lange soll nicht geboren sein, wer ihn berühren darf. Was sie bedürfen, gibt der Gral, welch Gefäß man darunter hält, es ist der besten Labung voll. Reich an Gold und edeln Steinen ist das Land, Salvaterre, denen bekannt, die in Galicien fahren. Hier waltet Titurel, herrlich vor allen Königen. Er baut auf Montsalvatsch eine weite Burg, von ihr aus dient er Gott mit Speer und Schwert gegen die Heiden, die sich in der Wildnis ansiedeln wollen. Noch immer bleibt der Gral schwebend, da beschließt Titurel, ihm einen Tempel zu stiften, dessen Pracht niemand überbieten könne, ganz aus edlem Gestein, aus lautrem Gold und, wo man Holz zu dem Gestühle braucht, aus Aloe. Was man zum Werke bedarf, findet man von dem Grale bereit. Der Fels des Berges ist ein Onyx; eine Schichte desselben, mehr denn hundert Klafter im Umfang, säubert Titurel von Gras und Kräutern; er läßt sie schleifen, daß sie wie der Mond erglänzt. Auf ihr findet er eines Morgens den Grundriß des Werkes eingezeichnet. Rund, mit zweiundsiebenzig Chören, jeder von acht Ecken, erhebt sich der Bau. Innerhalb und außen glänzt aus rotem Golde jeder Edelstein nach seiner Farbe. Je auf zwei Chören ruht ein hohes Glockenhaus, allum zu einem Kranze stehen die Türme, achteckig, mit vielen Fenstern; inmitten hebt sich einer, zweimal so groß als die andern. Die Turmknöpfe brennende Rubine, darauf kristallene Kreuze, auf jedem Kreuz ein Aar, von Gold funkelnd; von fern scheint er im Fluge zu schweben; das Kreuz, darauf er ruht, verschwindet dem Auge. Des mitteln Turmes Knopf ein Karfunkel, der den Rittern des Grals, wenn sie im Walde sich verspätet, durch die Nacht zur Heimat leuchtet. Zwo Glocken mit goldnen Klöpfeln rufen zum Tempel und zum Konvent, zum Tisch und zum Streite. An den Außenwänden des Tempels ist ergraben und ergossen, wie seine Diener täglich gewappnet zum Schutze des Grales kämpfen. Drei sind der Pforten, von Mittag, Abend und Mitternacht, jede mit reichen Vorlauben geziert. Nach Morgen sind die meisten Chöre gerichtet; gen Mittag führt ein Kreuzgang zu der Wohnung der Brüderschaft. Im Innern des Tempels ist das Gewölb ein blauer Himmel von Saphiren, mit Karfunkeln gestirnt, die selbst in dunkler Nacht erglänzen. Dazwischen ziehen, durch verborgene Kunst, die goldne Sonne und der silberne Mond, die sieben Tageszeiten zum Gesang anzeigend. Der Estrich ein kristallnes Meer; wie unter dünnem Eise sieht man Fische und Meerwunder sich bekämpfen. Die Mauern von Smaragd, darauf goldne Bäume, mit Vögeln besetzt. Die Bogen mit Reben durchflochten, die über das Gestühl herabhängen. Dichtbelaubt, aus Gold, sind diese Reben, Rosen und Lilien dazwischen. Erhebt sich ein Wind, so erklingen die Blätter, als ob tausend Falken mit goldnen Glöcklein sich aufschwängen. Engelgestalten wiegen sich auf den Reben. An Wänden und Pfeilern Bilder der Evangelisten und Zwölfboten, der Propheten und der Heiligen. Nirgends spannenbreit im Tempel ungeschmückt. Nie Fenster, statt Glases, Berylle; auf ihnen, daß nicht der Glanz das Auge verletze, Bilder aus farbigem Gestein, nach welchem die Sonnenstrahlen sich färben. Entbehrlich ist zwar der Fenster Helle, Überfluß an Licht geben die edeln Steine, deren Glanz das lichte Gold entzündet. Goldne Kronen mit leuchtenden Kerzen hängen herab, darob je speereshoch ein  Engel, als wollt' er die Krone in die Lüfte führen. Auch auf Kanzeln und Mauern tragen viel Engel Kerzen. Engel, mittels verhohlner Bälge, geben zum Gesang der Priester süß Getöne. Welche Stimme im Tempel ertönt, durch die edle Art der Steine, die Weite und Höhe des Raums wird der Widerhall in hellem Tone verlängert, wie wenn im Walde Orgelklang ertönte. Der größern Chöre einer ist dem heiligen Geiste geweiht, der Patron über all den Tempel ist; der nächste dabei der reinen Mutter Gottes, der dritte dem Johannes, die folgenden den übrigen Zwölfboten. Vor jedem Chor zwo goldne Gittertüren, innen herrlich gezierte Altäre, darauf Balsamfeuer brennt. In der Mitte des Tempels aber steht ein überreiches Werk, diesen im kleinen darstellend, jedoch nur mit einem Altar; hier soll der Gral bewahrt werden, wenn er sich niederlassen wird. In dreißig Jahren ist der Bau vollbracht. Ein Bischof weiht Tempel und Altäre; da führt der Engel den Gral in die köstliche Zelle, die ihm bereitet ist. An jedem Karfreitag schwingt sich fortan eine glänzend weiße Taube vom Himmel und legt auf den Gral eine kleine, weiße Oblate, davon der Stein seine Wunderkraft empfängt. Als Titurel das Werk vollendet, hat er vierhundert Jahre Gott gedient und ist nach der Gestalt, als wär' er noch nicht gegen vierzig. Jetzt ist am Gral die Schrift zu lesen, Titureln sei ein Weib erlaubt, Richoude, die reine Königstochter aus Spanien. Aus großer Demut ist er bis daher nicht Ritter worden, jetzt, an seiner Hochzeit, läßt der Jüngling, der vierhundertjährig Haupt trägt, sich zum Schwerte segnen. Er wählt sich aus Richoudens Gefolge zweihundert Schildgefährten, mit denen er ferner dem Gral gegen Feinde dienen will. Ein engelgleiches Geschlecht entsprießt aus dieser Ehe. Die Söhne der Könige werben, einen Ast des edeln Stammes zu gewinnen. Am Gral findet man stets die Namen derjenigen geschrieben, die er aus allen Landen zu seinem Dienste wählt, Mägdlein und Knaben. Arme und Reiche freuen sich, wenn ihr Kind dorthin gefordert wird, wo reines, seliges Leben und himmlischer Lohn seiner wartet. Die Jünglinge erwachsen dort zu der ritterlichen Brüderschaft der Templeisen. Mit dem Wappen des Grals, der weißen Taube, bezeichnet, reiten sie aus und bekämpfen jeden, der die heilige Wildnis zu betreten wagt. Die Jungfrauen aber treten in das Gefolge der reinen Urepanse, Titurels Enkelin, die zuerst und allein gewürdigt ist, den Gral zu berühren. Die goldne Krone im gelockten Haar, leuchtend wie der aufgehende Tag, tritt sie im Geleit ihrer Jungfrauen daher und trägt den heiligen Stein zum Königssaale, wo er die Fülle irdischer Gaben spendet. [5]
 

Parzivals Atheismus-Phase

Auch Parzivals Weg zum Gralsritter führte ihn durch eine atheistische Phase, heute würde man sagen "Nietzsche-Phase", in der er den Gral nicht erreichen konnte. Er sagt:
"Weh, was ist Gott?
Wär' er gewaltig, solchen Spott
Hätt' er uns beiden nicht gebracht,
Ein Nichts erscheint mir seine Macht!" - Wolfram von Eschenbach, Parzival
Erst durch das "Höhlengespräch" mit einem Einsiedler kommt es zur Wiedergeburt Parzivals. "Nehmt alte Weisheit als neue an, sie möge Euch Treue im Parlieren lehren! Plato verkündet es zu seinen Zeiten." (Wolfram von Eschenbach, Parzival) [6]

Wolfram ehrt das Rittertum auch der Heiden. Aber Hilfe von Gott können die Heiden nicht erwarten: "Ihr Frauen, die Ihr getauft seid, rufet alle Gott an um seinen Segen!". Auch die edleren Frauen waren eher unter den Christen zu finden: "Ausser Parzivals Weib und Orgeluse gibt es unter den Getauften auf dieser Erde keine Edleren." (Wolfram von Eschenbach, Parzival)
 

Klingschors Methode

Wolfram beschreibt die Seelenverfassung eines schwarzen Magiers. Klingschors Methode ist es - ähnlich wie damals Mohammed mit seinem Islam - Schrecken um sich zu verbreiten; dadurch lähmt er den Widerstandswillen. Er entwaffnet sie durch Angst. Deshalb sind Mutkräfte, die sich mit Erkenntnis der Situation paaren müssen, die einzige Rettung vor derartigem Zauber: "Klingschor übt immer die Kunst der Nigromantie, durch seine Zauberei vermag er Weib und Mann zu zwingen. Wo immer er ordentliche Leute sieht, tut er ihnen weh.... Er hat auch Gewalt über alle, die zwischen dem Firmament und der Erde wohnen, über die Gens du mal und die beaux Gens, soweit sie nicht unter Gottes Schutz stehn. ... Auch viele Heiden und Heidinnen müssen hier oben bei uns weilen."  - Wolfram von Eschenbach, Parzival

Paulus warnt vor falscher Enthaltsamkeit und "verführerischen Geistern und Lehren böser Geister durch die Heuchelei der Lügenredner, die ein Brandmal in ihrem Gewissen haben" [7]

Wenn Wolfram die Festung Kalot-Embolot nennt, so weist er damit auf einen bestimmten Ort im Südwesten Siziliens hin, Kalta-Bellota. Von 827 an drangen die Sarazenen auf dieser Insel vor und gründeten dort ihre arabischen Festungen. Von dort strahlte nun jahrhundertelang all das Seelentötende, die Herzen gegen das Christliche Aufstachelnde über das Abendland aus. Der Westen stellte sich der seelenlähmenden Intelligenz entgegen, die vom Arabismus ausging, der vom Süden her Europa zu umklammern drohte. Ohne die ständige Zurückdrängung dieser arabisch-orientalischen Strömung wäre die Entwicklung des Abendlandes in den Materialismus hinein noch mehr beschleunigt worden. Darum geht es letztlich in Gawans Kämpfen um das Zauberschloss des Klingschor. Durch seinen Sieg über Klingschor werden die "Wundergaben des Orients" wieder frei. Klingschors Macht über jene Schätze ist jetzt gebrochen. Gawan und Orgeluse dürfen sie als ihr Eigentum empfangen. Der Reichtum des Morgenlandes fällt dem Sieger zu. Ein Seelenbefreier ist in Gawan erstanden, der ein weites Reich der Schönheit zu gründen vermag. Nicht ein Reich der kalten Formen, aus denen die Seele gewichen ist, wie zum Beispiel arabische oder türkische Moscheen. Orgeluse, solange sie im Banne Klingschors leben musste, erschien - wie viele Musliminnen heute - nicht in ihrer wahren Schönheit. Ihre sich hoch über die Menschenwelt hinaufwindende Burg und der gütelose Glanz ihrer berückenden Schönheit drohten alle, die ihr huldigten, in ein lebensfernes Reich hineinzuführen, in eine künstliche Welt, in die Welt des Ästhetizismus. [8]
 

Feirefis und Parzival auf dem Weg zum Gral

Erfolg und Wohlstand allein machen noch lange nicht glücklich. Wie man zu echter Erfüllung findet, zeigen nicht nur die Beispiele des Parzival und Feirefiss aus der Gralssage sondern auch das Beispiel des Augustinus. Niemand dürfte damit gerechnet haben, dass aus dem smarten weltlichen Erfolgsredner später einmal ein Bischof, gar ein grosser Theologe werden würde. Erfolg hatte er auf seinem bisherigen Weg gehabt, sein Beruf war angesehen und erträglich, er besaß gute Freunde. Alles schien in Ornung. Und dennoch zufrieden war Augustinus nicht. Sein Beruf brachte ihn in innere Not. Augustinus wusste, dass er nicht den richtigen Weg verfolgte. Seinen Erfolg erlebte er als Scheitern auf der Suche nach Glück. Was Augustinus beschreibt, erinnert an moderne Befindlichkeiten. Man führt ein Leben des Erfolgs, des Wohlstands und hält es doch für ungenügend. Man ist sich bewusst, dass man auf dem falschen Weg ist, und vermag doch nichts zu ändern. Mitten in Erfolg und Wohlstand erlebt man sich als Gescheiterten, wenn es um das wirklich Wichtige geht. Nur wenige - eben Parzival und Feirefiss-Naturen - wagen einen Ausbruch aus dem bisherigen Leben. Der glanzvollen beruflichen Karriere sollte Augustinus bald entsagen. Er ging den Gralsweg, der ihm die Nichtigkeit seiner bisherigen Ambitionen vor Augen führte, beeinflusst durch Ambrosius und durch seine Mutter. Das ganze Scheitern seiner bisherigen Lebensplanung sah er in den Römerbriefen des Paulus in Worte gefasst. Er musste sein Leben ändern. Das Scheitern Augustinus mündete in eine Bekehrung zum christlichen Glauben. [9] 

Nicht nur ungetaufte und nicht nur früher schmückte man sich "um Weibes Lohn". Der "Heide, der nie das Zeichen der Taufe gewonnen hatte", hatte jedoch auch keine anderen Ziele. "Der ungetaufte Edle kämpfte um Weibes Lohn. Darum schmückte er sich so schön.... er führte fünfundzwanzig Heere, von denen keines die Sprache des anderen verstehen konnte. Das entsprach seiner Macht, denn ebenso viele einzelne Länder dienten ihm, Mohren und andere Sarazenen von verschiedenem Aussehen." (Wolfram von Eschenbach, Parzival)

Edle Heiden wurden von den christlichen Rittern der Tafelrunde des Artus grundsätzlich ersteinmal willkommen geheissen: "Artus sagte: Ich preise Gott für diese Ehre, die er uns erwiesen hat, dass wir Dich hier gesehen haben. Nie kam ein Mann, dem ich lieber zu Dienst sein möchte - was für Dienste auch immer Dein Wille begehrt - , aus der Heidenschaft in unsere Länder, wo man die Leute zu taufen pflegt." (Wolfram von Eschenbach, Parzival)

Wolfram vertritt in seinem Parzival eine Religion der umfassenden Toleranz. Der heidnische Halbbruder Feirefis findet ohne Christentum durch Parzival den Zugang zur Gralssphäre. Er nimmt mit grosser Unbefangenheit die Offenbarungen der Geisteswelt entgegen. Christuswirkungen nimmt er auf, zu christerleuchteten Menschenseelen fühlt er sich hingezogen. Aber der Quell dieser Ausstrahlungen bleibt ihm verborgen. Im Sinne der Gralsweisheit ist es wichtig, dass das christliche Bekenntnis nicht als Vorbedingung für den Weg zum Geiste gefordert wird. Im Weiterschreiten auf dem Geisteswege tritt jedoch eine Situation ein, in welcher der Erkennende Tatsachen gewahr wird, die ihn durch ihr eigenes Wesen über das bisher Errungene hinausführen. Er lernt verstehen, dass er sich selbst den Zugang zu den tiefsten Kräftequellen verbauen würde, wenn er an dieser Grenze im Trotz verharren wollte. Nicht die christliche Wahrheit als solche interessiert einen Feirefis oder ein einen Muslim, der christerfüllte  Mensch ist es, der ihn überzeugt. Wer das Christentum und die Gralsgeschichte wirklich verstehen will, muss als "Heidnischer Mann" oder Muslim etwas mehr tun als "um Weibes Lohn" zu kämpfen und sich zu schmücken. Nur durch den völligen Verzicht auf das, was durch die Astrologie der Menschheit gegeben worden ist, kann in der Seele die Freiheitskraft geboren, kann das Ich gefestigt werden. Der Bekenner des Islams trug die Kunst des Horoskopstellens in das Abendland hinein. Er leugnete dadurch die menschliche Freiheit. Er sah den Menschen als determiniert an, sein Gott war der Allmachtsgott, das erstarrte Weltgesetz. Er kannte nur den Vatergott. Wer den Sohnesgott nicht findet, kann auch nicht in Freiheit den Geist ergreifen. Zieht der göttliche Sohn in die Menschenseele ein, so wird alles durch eine Verjüngung geführt, was aus alten Zeiten herübergekommen ist; es muss durch eine völlige Umschmelzung gehen. Dieses geschieht in den Gralsmysterien. 

"Du wirst die Heils- und Segenskrone
für immer tragen, würdevoll
und im allerhöchsten Rang,
dir wird, was du auf Erden wünscht, 
erfüllt, und zwar im vollen Maß,
und keiner, sei er noch so mächtig,
wird so glanzvoll leben können - 
wenn du nur die Frage stelltest!" - Wolfram von Eschenbach, Parzival [10]
Der Kampf um die Verjüngung des Geistes drückte sich in den dogmatischen Kämpfen zwischen der östlichen und westlichen Kirche aus. Die Konzilien rangen um die Formel im Glaubensbekenntnis, ob der heilige Geist nur vom Vater ausgehe oder auch vom Sohne ("filioque"). Das Abendland entschied sich für die letztere Formulierung; die Voraussetzung für diese Entscheidung liegt in der Geschichte des Abendlandes, zum Beispiel im Auftritt der Goten auf der Bühne Europas. Die Westgoten waren es, die, nach Aalarichs Tod ganz Italien durchziehend, sich zunächst im südlichen Gallien festsetzten und das tolosanische Reich mit der Hauptstadt Toulouse gründeten. Dieses blüht im Anfang des 5. Jahrhunderts schnell auf, erweitert sich über die Pyrenäen hinaus nach Spanien, wird 711 durch den Sieg der Araber bei Xeres de la Frontera zerschlagen. Theoderich I. fällt in der grossen Hunnenschlacht, sein Sohn besiegt Attila. Unter Theoderich II. (453-466) finden die Eroberungen im nördlichen Spanien statt. Die Goten, als arianische Christen, stiessen auf römisch-katholische Christen. Auf ihren Zügen vom Schwarzen Meer nach Bulgarien hatten sie durch kappadozische Gefangene das Christentum kennengelernt. Der grosse Missionar Ulfilas, der eine gotische Bibelübersetzung anfertigte, war Sohn eines Goten und einer gefangenen Christin gewesen. Später im 6. Jahrhundert breiteten sich die Franken unter dem Merowingerkönig Chlodwig, der das römische Bekanntnis angenommen hatte, aus. Auf einer Synode zu Toledo wird nun dem athanasianischen Bekenntnis die Formel "filioque" eingefügt. Darin bringt sich das Anliegen der gotischen Christen zur Geltung. Rom anerkannte dieses filioque lange Zeit nicht. Erst als Karl der Grosse es im Jahre 809 für seine fränkische Kirche zur Anerkennung gebracht hatte, folgte allmählich das ganze Abendland nach. Mit der Landung Tariks auf spanischem Boden (711) und seinem Einzug in Toledo (712) ist das Westgotenreich zerschlagen. Erst 732 gelingt es Karl Martell die Araber bei Tours zu schlagen. Auf der einen Seite haben wir die gotischen Mysterien wie das Gralstum und Katharertum, die Reste des tolosanischen Reiches, die unter fränkischer Hoheit standen, während auf der anderen Seite die christliche Kirche seit dem Konzil von Konstantinopel (869) immer mehr in eine Verleugnung des Geistes hineinsteuerte. Es war der gotische Adel, der in den Grafen von Toulouse und auf den hohen Schlössern der Provence den heroischen Widerstand leistete und für den freien Geist kämpfte. [11]
"Eh' ihn der Taufe Naß umfloß,
War er den Gral zu sehen blind,
Doch dem getauften sich erschloß
Der Gral und ließ sich von ihm sehen." - Wolfram von Eschenbach, Parzival
"Wenn es ein heidnischer Mann ist, so darf er nicht wollen, dass seine Augen ohne die Kraft der Taufe die Kameradschaft derer erlangen, die den Gral anschauen. ... Da sagte sowohl der Burgherr wie Amfortas, Feirefiss sollte achtgeben, wovon das ganze Volk hier lebte. Keinem Heiden sei es möglich, das zu sehen. Sie warben, dass er die Taufe nähme und damit endlosen Gewinn kaufe." (Wolfram von Eschenbach, Parzival)

Kleine Missverständnisse bei der Taufe konnten auch früher die Menschen erheitern: "Wenn ich mich durch Euch zur Taufe bewegen lasse, wird mir die Taufe für die Minne nützlich sein? ... Wie nun - muss man die Taufe erkämpfen? Dann bringe mich sogleich auf den Kampfplatz und lass mich um ihren Lohn dienen. Ich habe immer gern jenen Ton gehört, wenn von der Tjoste die Splitter krachten und wenn die Schwerter auf den Helmen erklangen." Der Burherr lachte laut und Amfortas noch mehr: "Vermagst Du auf solche Weise die Taufe zu erhalten?" sagte der Burgherr. "Du musst Deinen Gott Jupiter ihretwegen verlieren ... Morgen früh werde ich Dir einen Rat geben, der zu Deinem Zwecke nützlich ist." (Wolfram von Eschenbach, Parzival)

Da stand ein grauer alter Priester, der schon manches Kindlein aus der Heidenschaft in die Taufe getaucht hatte. Der sagte: "Ihr sollt glauben - und sollt damit Eure Seele dem Teufel rauben - an den höchsten Gott alleine, dessen Dreifalt ist allgemein und gleich geurbart. Gott ist Mensch und seines Vaters Wort. Da er Vater sowohl wie Sohn ist, die gleicherweise verehrt werden, gleich erhaben wie sein Geist, so wehrt Euch dieses Wasser mit der Fülle und Kraft dieser Drei die Heidenschaft ab. Mit der Kraft der Trinität ging einst zur Taufe der ins Wasser, von dem Adam sein Antlitz empfing. Vom Wasser haben die Bäume ihren Saft. Wasser fruchtet all das Geschaffene, das man Kreatur nennt. Mit dem Wasser blickt das Auge. Wasser gibt mancher Seele einen Schein, dass die Engel nicht lichter sein können." (Wolfram von Eschenbach,  Parzival)
 

Feirefis

"Feirefis liess zu India im ganzen Lande durch Schreiben das christliche Leben, wie man es kennen gelernt hatte, verbreiten. Vorher war es dort nicht so in Kraft. (wir nennen das Land hier India, dort nennt man es Tribalibot)." Wolfram von Eschenbach, Parzival

Auch wenn das östliche Christentum manichäische Zuge trägt, dient es dem gleichen menschheitsumspannenden Ideal eines Christentums des heiligen Geistes. Nicht nur Goethe, auch andere deutsche Klassiker und Idealisten haben sich dafür eingesetzt. Angesichts der dogmatischen Erstarrung der abendländischen Kirche, ihres drohenden Machtanspruchs, der überall den freien Geist mit den Mitteln der Inquisition aufspürte und auszurotten suchte, ist es wie ein hereinrufen der Gegenwart des Grals in die Not unseres Zeitalters. Die sagenhaften Templeisen, konnte mancher im Orden der Templer wiederbegrüssen. Allerdings wurden auch sie später durch Clemenz V. verfolgt und ausgerottet. Finsternis breitete sich mit diesem tragischen Geschehen über das Abendland aus. Hinter den glanzvollen Stil der höfischen Kultur und der Gotik spielte sich ein Geisteskampf ab, der um die Seele des Abendlandes entbrannt war. Die islamische Wissenschaft, "gerade die Sternenkunde zeigte es, wußte nichts von der Freiheit und dem unendlichen Wert der einzelnen Menschenseele. Sie kannte wohl Allah, den allmächtigen Gott, aber nicht den göttlichen Sohn, der sich am Kreuze geopfert und dadurch die Menschheit aus ihrer Schuldverkettung gelöst, sie zur Freiheit berufen hatte." [12]
 

Sängerwettstreit auf der Wartburg

Nicht nur in der Philosophie eines Albertus Magnus (1193-1280), Thomas von Aquin (1225-1274), Meister Eckart, Johannes Scotus Erigena, Bernhard von Clairvaux (1091-1153) oder einer Elisabeth von Thüringen (1207-1231), auch im Sängerwettstreit auf der Wartburg spiegelt sich dieses Ringen des Geistes wieder. "Man empfand: dieser Sänger des Grals stellte eine Geistesmacht dar. In seiner Individualität konzentrierte sich der Kampf des christlichen Abendlandes gegen den Ansturm der Mächte, die den strebenden Menschengeist einer kalten Intelligenz ausliefern wollen." Auch auf dem Sängerwettstreit hat der Kampf gegen den Arabismus begonnen. Mit dem Erwachen der starken intellektuellen Kräfte geht Hand in Hand die Entfesselung der niederen Minne. Es ist besonders tiefsinnig, dass gerade aus dem gleichen Lande, aus dem der schwarze Magier Klingsor herbeigeholt wird, auch die grosse Heilige (Elisabeth) kommt. Als Magier hat Klingsor seinen Wettstreit zu führen gesucht. Er ist in die schwarze Kunst eingeweiht. "Zu Paris, so hören wir, fand er eine gute Schule; zu Konstantinopel lernte er, aber auch in Bagdad und Babylon war er drei Jahre in Mohammeds Diensten." Gerade der Minnegesang und die ritterliche Epik seiner Zeit waren vom Ungeist der niederen Minne bedroht. "Wie hätte er, neben allen Bewunderern, nicht Feindschaft finden sollen? Sogar ein Gottfried von Straßburg, der in seiner Tristandichtung wohl die Welt der "edlen Herzen" zu verherrlichen wußte, aber die Seelen nicht aus dem Minnezwang heraus zur Befreiung des Herzens hinzuleiten verstand, mischte sich unter die Gegner Wolframs. Er verhöhnte ihn als einen "Erfinder wilder Mären.... Wolfram entlarvt die Sternenweisheit, die arabischen Geistes ist und die Seelen in Unfreiheit bannt."  [13]
 

Lohengrin

Etzel, der grosse Hunnenkönig Attila, ist eine über die Jahrhunderte hinaus wirkende Sagengestalt. "Er, der den Bestand des christlichen Abendlandes mit seinen Heerzügen auf das äusserste bedroht hatte, wurde noch immer hinter all dem wirkend empfunden, was bis in spätere Zeiten hinein mit den Einfällen der Ungarn die mitteleuropäische Kultur beunruhigte. Parzival aber und seine über den Tod hinaus wirkende Gegenwart in der Sendung Lohengrins steht als der Garant für das Schicksal des christlichen Abendlandes da. Dieses darf aus dem Reiche der Toten Führung und Schutz erwarten. Die Hüter des Grals sind die mächtigen Beschirmer der christlichen Sendung Europas. Wenn um die Mitte des 13. Jahrhunderts die Lohengrin-Sage volkstümlich gemacht wird, so kann damit eine unmittelbare Parallele zwischen den Hunnen- und Ungarnzügen früherer Jahrhunderte und dem Tatarensturm der Gegenwart empfunden werden. 1241 hatte sich die christliche Ritterschaft Schlesiens dem Ansturm des großen Mongolenheeres entgegengestellt. Sie war dabei in der Schlacht von Liegnitz völlig aufgeopfert worden, aber das Mongolenheer zog sich zurück. Ein rätselhafter Vorgang, hinter dem man das Walten unsichtbarer Mächte zu spüren glaubte. Die Lohengrin-Dichtung mit ihren ausführlichen Schilderungen der Heldenkämpfe gegen die Ungarn und Sarazenen konnte ermutigend wirken für die Ritterschaft, deren heilige Aufgabe es war, den Schild über die christliche Kultur des Abendlandes zu halten." [14]
 

Von der mittelalterlichen Kunst und Philosophie zur Neuzeit

Durch die Gralsdichtung wurde noch einmal die ganze Glorie einer verlorenen Mysterienwelt zum Ausdruck gebracht. Damals erhob sich mit der Scholastik, die sich den Aristoteles zum Meister gewählt hatte, um philosophisch die Fundamente für eine christliche Weltanschauung zu legen. In der Gothik entstanden zu gleicher Zeit in den Städten die einzigartigen Kathedralen. Die Grundsteinlegung des Kölner Doms fand um 1250 unter der Leitung des berühmten Philosophen und Theologen Albertus Magnus statt. Man kann das 13. Jahrhundert dadurch kennzeichnen, dass man die machtpolitische Entfaltung der römischen Kirche und die von ihr ausgehende Bedrohung des freien Geistes in aller Schärfe kritisiert. Man denke nur an die sinnlosen Kreuzzüge, die auf das Konto von Innozenz III. gehen: gegen die Katharer Südfrankreichs, welches man als Freveltaten bezeichnen kann gegen ein Christentum, das vom heiligen Geist inspiriert war; und gegen das christliche Konstantinopel. Man muss aber auch die andere Seite der Wahrheit sehen, um der Not des Zeitalters gerecht zu werden. "Es wurden im Rahmen der Kirche, besonders in den Ordensgründungen der Dominikaner und Franziskaner, Anstrengungen von außerordentlicher Intensität gemacht, um den Ansturm des Arabismus, der heraufziehenden Kultur eines christusfeindlichen Intellektualismus das Bollwerk wohlbegründeter Glaubenswahrheiten und christlich-sakramentaler Lebensformen, bis in den künstlerischen Stil hinein, entgegenzustellen." Es war die Tragik der abendländischen Entwicklung, dass ihre "edelsten Geistesfrüchte", die aus einer tausendjährigen Kultur heranzureifen begannen, in ihren Tendenzen abgebogen und einseitig zu den Impulsen einer materialistischen Zivilisation und Technik umgestaltet wurden. Im 18. Jahrhundert steigt langsam das Ideal der geistig-religiösen Toleranz herauf und bahnt den Weg zur Versöhnung der echten Naturerkenntnis mit dem Christentum. Goethe wurde der wirksamste Bannerträger dieser Geistesströmung. In vielen seiner Werke, wie dem Wilhelm Meister (die Gestalt der Makarie ist vergleichbar mit Repanse de Schoye, der Gralsträgerin und Herzeloyde) oder dem Gedicht "Im Grenzenlosen sich zu finden" spiegelt sich Goethes Gralstum. "Was ist das Gralskönigtum, zu dem Parzival berufen wird, anderes als ein Eintritt in den Orden jener hohen Meister, die für die Weltverwandlung unablässig tätig sind? Heute werden die echten Mysterien nicht mehr im Kreise geheimer Brunderschaften gehütet; sie sind überall als "offenbares Geheimnis" aufzufinden. Wenn natürlich Materialismus, Darwinismus, Fatalismus (Islam) das Denken weithin beherrscht, kann der Mensch nur Fortsetzung der Tierheit sein. Der naturwissenschaftliche Materialismus deckte jede Verständnismöglichkeit für das wahre Wesen des Menschen zu. Es verschüttete damit die Quellen einer echten Christuserkenntnis. [15]

Im Zeichen des Grales wurde das spirituelle Christentum gepflegt und verehrt. Auch in den Paulus-Briefen wird die Grals-Theologie erkennbar, "wenn man den Mut fasst, die paulinischen Grundbegriffe auch menschenkundlich zu verstehen." Friedrich Christoph Oetinger, Prälat aus dem 18. Jahrhundert, hat eine Theologia ex idea vitae, eine "Theologie aus der Idee des Lebens" geschrieben. "Eigentlich war bereits die Verkündigung des Paulus eine derartige Lebenslehre und könnte als solche in unserer Zeit zur Erneuerung nicht nur der Theologie, sondern der Weltanschauung überhaupt neu entdeckt werden." Paulus spricht von der lebenden Seele, dem lebenerzeugenden Geist, der Zurechtbringung der Lebenskräfte (dikaiosis zoes); sein Schlüsselbegriff ist Dikaiosyne, das zurechtgebrachte, wahre Sein. Wenn Paulus davon spricht, "der Geist jedoch läßt ... in euch einen neuen Lebensquell entspringen, der aus dem wahren Sein (dikaiosyne) hervorgeht", so wird das Wesen des Christentums deutlich, nämlich "dass durch ein echtes, treu-gepflegtes, christlich-religiöses Leben Durchgeitigungs- und Verwandlungswirkungen nicht nur im Seelischen des Menschen, sondern gerade auch in seinen Lebenskräften hervorgerufen werden." Allgemeine religiöse Stimmungen, wie sie auch im Islam gepflegt werden, verbleiben im Seelischen und dringen nicht in die eigentlich der Erlösung bedürftigen Regionen des Lebens vor. [16]
 

Mittelalterliche Literaturkritik

Wolfram wird nicht nur selbst kritisiert (s.o.) sondern er teilt auch selbst aus. Er wirft Christian von Troyes vor, er habe "der Märe Unrecht angetan". Er vermochte die kosmopolitischen Zusammenhänge, die Weltumfassung, die dem Gral gebührt, nicht zu erkennen. Dem Gral ist die Sorge um das Heil der ganzen Menschheit anvertraut, es hat die Angelegenheiten des heiligen Geistes zu verwalten:
"Aus der Provence in deutsches Land
Ward uns die rechte Mär' entsandt
Und kam zu rechtem End' und Ziel" - Wolfram von Eschenbach, Parzival
Vor dem Hintergrund der Zeitereignisse, nämlich der Vernichtung der Katharergemeinden in Südfrankreich, die von vielen Dichtern und Denkern wie Dante oder Montagne scharf kritisiert wurde, schreibt Wolfram von Eschenbach:
"Ich lehrt' euch kennen wahr und echt
Des Helden Kinder und Geschlecht
Und hab' ihn selber hingeleitet
Zum Heile, das ihm war bereitet." - Wolfram von Eschenbach, Parzival
Abmerkungen von Alexander v. Humboldt:
"Freude an der Natur, dem beschaulichen Hang der germanischen Nationen eigenthümlich, spricht sich in einem hohen Grade in den frühesten Gedichten des Mittelalters aus. (...) Ein inniges, alles durchdringendes Naturgefühl leuchtet aus den germanischen Sitten und allen Einrichtungen des Lebens, ja aus dem Hange zur Freiheit hervor. Viel in höfischen Kreisen lebend, ja oft aus ihnen entsprossen, blieben die wandernden Minnesänger mit der Natur in beständigem Verkehr. Es erhielt sich frisch in ihnen eine idyllische, oft elegische Gemüthsstimmung. Um das zu würdigen, was eine solche Stimmung hervorgebracht, wende ich mich zu den Forschungen der tiefsten Kenner unseres deutschen Mittelalters, zu meinen edeln Freunden Jacob und Wilhelm Grimm. »Die vaterländischen Dichter jener Epoche«, sagt der Letztere, »haben sich nirgends einer abgesonderten Naturschilderung hingegeben: einer solchen, die kein anderes Ziel hat als, den Eindruck der Landschaft auf das Gemüth mit glänzenden Farben darzustellen. Der Sinn für die Natur fehlte den altdeutschen Meistern gewiß nicht; aber sie hinterließen uns keine andre Aeußerung dieses Sinnes als die, welche der Zusammenhang mit geschichtlichen Vorfällen oder mit den Empfindungen erlaubte, die in lyrische Gedichte ausströmten. Um mit dem Volks-Epos, den ältesten und werthvollsten Denkmälern, zu beginnen: so findet sich weder in den Nibelungen noch in der Gudrun die Schilderung einer Naturscene: selbst da, wo dazu Veranlassung war. Bei der sonst umständlichen Beschreibung der Jagd, auf welcher Siegfried ermordet wird, geschieht nur Erwähnung der blumenreichen Heide und des kühlen Brunnens unter der Linde. In der Gudrun, die eine gewisse feinere Ausbildung zeigt, bricht der Sinn für die Natur etwas mehr durch. Als die Königstochter mit ihren Gefährten, zu niedrigem Sklavendienst gezwungen, die Gewänder ihrer grausamen Gebieter an das Ufer des Meeres trägt, wird die Zeit bezeichnet, wo der Winter sich eben gelöst und der Wettgesang der Vögel beginnt. Noch fallen Schnee und Regen herab, und das Haar der Jungfrauen wird vom rauhen Märzwinde gepeitscht. Als Gudrun, ihre Befreier erwartend, das Lager verläßt und nun das Meer beim Aufgang des Morgensterns zu schimmern beginnt, unterscheidet sie die dunkeln Helme und die Schilde der Freunde. Es sind wenige Worte, welche dies andeuten: aber sie geben ein anschauliches Bild, bestimmt, die Spannung vor einem wichtigen geschichtlichen Ereigniß zu vermehren. Nicht anders macht es Homer, wenn er die Cyclopen-Insel schildert und die geordneten Gärten des Alcinous; er will anschaulich machen die üppige Fülle der Wildniß, in der die riesigen Ungeheuer leben, und den prächtigen Wohnsitz eines mächtigen Königs. Beide Dichter gehen nicht darauf aus eine für sich bestehende Naturschilderung zu entwerfen.« »Dem schlichten Volks-Epos stehen die inhaltreichen Erzählungen der ritterlichen Dichter des dreizehnten Jahrhunderts entgegen: die eine bewußte Kunst übten und unter welchen sich Hartmann von Aue, Wolfram von Eschenbach und Gottfried von Strasburg im Beginn des Jahrhunderts so sehr hervorheben, daß man sie die großen und classischen nennen kann. Aus ihren umfangreichen Werken würde man Beweise genug von tiefem Gefühl für die Natur, wie es zumal in Gleichnissen ausbricht, sammeln können; aber der Gedanke an unabhängige Naturschilderungen war auch ihnen fremd. Sie hemmten nicht den Fortschritt der Handlung, um bei der Betrachtung des ruhigen Lebens der Natur stille zu stehn. Wie verschieden davon sind die neueren dichterischen Compositionen! Bernardin de St. Pierre braucht die Ereignisse nur als Rahmen für sein Gemälde. Die lyrischen Dichter des dreizehnten Jahrhunderts, zumal wenn sie die Minne besingen (was sie nicht immer thun), reden oft genug von dem milden Mai, dem Gesang der Nachtigall, dem Thau, welcher an den Blüthen der Heide glänzt: aber immer nur in Beziehung der Gefühle, die sich darin abspiegeln sollen. Um traurende Stimmungen zu bezeichnen, wird der falben Blätter, der verstummenden Vögel, der in Schnee vergrabenen  Saaten gedacht. Dieselben Gedanken, freilich schön und sehr verschiedenartig ausgedrückt, kehren unablässig wieder. Der seelenvolle Walther von der Vogelweide und der tiefsinnige Wolfram von Eschenbach, von dem wir leider nur wenige lyrische Gesänge besitzen, sind hier als glänzende Beispiele aufzuführen.« »Die Frage: ob der Contact mit dem südlichen Italien, oder durch die Kreuzzüge mit Kleinasien, Syrien und Palästina die deutsche Dichtkunst nicht mit neuen Naturbildern bereichert habe? kann im allgemeinen nur verneint werden. Man bemerkt nicht, daß die Bekanntschaft mit dem Orient dem Minnegesang eine andere Richtung gegeben habe. Die Kreuzfahrer kamen wenig in nahe Verbindung mit den Sarazenen; ja sie lebten selbst mit anderen Völkern, die für dieselbe Sache kämpften, in großer Spannung. Einer der ältesten lyrischen Dichter war Friedrich von Hausen. Er kam in dem Heere Barbarossa's um. Seine Lieder enthalten vielfache Beziehungen auf die Kreuzfahrt, aber sie drücken nur religiöse Ansichten aus oder den Schmerz sich von der Geliebten getrennt zu sehen. Von dem Lande fanden er und alle, die an den Kreuzzügen Theil nahmen: wie Reinmar der Alte, Rubin, Neidhart und Ulrich von Lichtenstein, nicht Veranlassung etwas zu sagen. Reinmar kam als Pilgrim nach Syrien: wie es scheint, im Gefolge Herzogs Leopolds VI von Oestreich. Er klagt, daß die Gedanken an die Heimath ihn nicht loslassen, und ihn von Gott abziehen. Die Dattelpalme wird hier einige Male genannt, wo der Palmenzweige gedacht ist, welche fromme Pilger auf der Schulter tragen sollen. Ich erinnere mich auch nicht, daß die herrliche Natur Italiens die Phantasie der Minnesänger angeregt habe, welche die Alpen überstiegen. Walther von der Vogelweide, der weit umhergezogen, hatte nur den Po gesehn; aber Freidank war in Rom. Er bemerkt bloß, daß in den Palästen derer, welche sonst dort herrschten, Gras wachse.« [17] - Alexander von Humboldt

Richard Wagners Parsifal

Parsifal: "Wer ist der Gral"
Gurnemanz: "Das sagt sich nicht;
Doch, bist du selbst zu ihm erkoren, 
Bleibt dir die Kunde unverloren. -
Und sieh!
Mich dünkt, dass ich dich recht erkannt:
Kein Weg führt zu ihm durch das Land,
Und niemand könnte ihn beschreiten,
Den er nicht selber möcht' geleiten."
Jeder Regiseur, der in Bayreuth zu virtuos inszeniert, wird gnadenlos ausgebuht. Dies passierte Schlingensief und Neuenfels, nicht jedoch Uwe Eric Laufenberg mit seiner Neuinszenierung des Parsival 2016. Er hatte den zweiten Akt durchaus so inszeniert wie es Wagner in den späteren Angaben über den Zaubergarten Klingsors vorgesehen hatte: Die Architektur solle man sich "im arabischen Stil" vorstellen. Laufenberg hat konsequenterweise die Blumenmädchen erst ganzkörperverschleiert und dann in Bauchtänzerinnen verwandelt. Die islamische Welt wird mit der des Klingsor, also der Welt des Widersachers und Antichristen assoziiert. Parsifal tritt mit moderner Kampfausrüstung auf die Bühne - vor allem im Kampf gegen antichristliche Bestrebungen im Islam. Dennoch geht es auch um "Erlösung dem Erlöser", das heisst Rettung des wahren Christentums aus den Händen des konfessionellen Christentums. Diese Inszenierung kam beim Publikum gut an, nicht zuletzt auch wegen der Sänger Klaus Florian Vogt als Parsifal, Georg Zeppenfeld als Gurnemanz, Elena Pankratova als Kundry sowie den Blumenmädchen. Traurig ist nur, wenn es um Kritik am Islam geht, dass die Polizei der ganzen Region auf dem Hügel zusammengezogen werden musste: "Dass dann auch noch die Polizei am Festspielhaus patroullierte, dass die Wege hinauf gesäumt waren von Streifenwagen und Einsatzfahrzeugen, manche standen unauffällig in Stichstraßen und Auffahrten: dass also die Burg, die Richard Wagner sich auf den sogenannten Hügel gestellt hatte, an diesem drückend schwülen Premieretag wirklich zu einer Burg geworden war." Auch 2017 war wieder ein Erfolg. "Die transparent gewebte Partitur legt besonderes Gewicht auf die Streicher, die vom Licht der Blechbläser und der von Wagner eigens erfundenen Parsifal-Glocken sphärisch durchstrahlt werden." Wie 2016 siedelt der Regisseur Uwe Eric Laufenberg die Gralsritter im aktuellen Religionskriegsgebiet an. Der Gegenspieler der Gralsritter und des Parsifal ist Klingsor; "er herrscht über ein orientalisches Lustbad und sammelt Kruzifixe als phallische Trophäen." Parsifal zerbricht Klingsors Speer und hält ihm das Kreuz entgegen, als banne er eine finstere Macht, nämlich Klingsors oder Mohammeds finstere Welt des Islam. Wenn Parsifal Klingsors Lustgarten zum Einsturz bringt, steht das für das Einstürzen des Zentrums der finsteren Macht, des "gewaltigen dogmatisch-kitschigen Erinnerungsbusiness" in Mekka. Auch Wagners Götterdämmerung kann man als Untergang der alten Götterwelt, inkl. der des Islams ("Allah-Dämmerung"), bezeichnen. [18]

In der Inszenierung von Alvis Hermanis an der Wiener Staatsoper, spielt Richard Wagners "Parsifal" in der Psychiatrie. "In Gurnemanz und Klingsor stehen einander zwei Psychologen mit unterschiedlichen Ansätzen gegenüber: der eine vertritt Prinzipien der Transzendenz, der andere verfolgt offenbar die wissenschaftlichen Methoden Sigmund Freuds". Die schulmedizinische Psychiatrie gibt sich zwar wissenschaftlich, kann aber Krankheiten wie Depression, Psychose etc. nicht heilen. Auch in der Psychiatrie bedarf es der Erlösung. [19]

________________
[1] Man kann auch von den spätgotischen Mysterien sprechen. In den Gebieten nördlich und südlich der Pyrenäen stand durch Jahrhunderte das Katharertum in hoher Blüte, in dem sich manichäische Weisheit und Gesinnung in das christliche Abendland hinein fortpflanzen konnte. Die Entsittlichung der römischen Kirche war damals soweit fortgeschritten, dass die Cathari (Die Reinen) nur noch tiefste Verachtung dafür haben konnten, obwohl die Provence sonst ein tolerantes Land war. Die Toleranzgesinnung durchzieht auch die Parzivaldichtung, wie sie im Mittelalter noch kaum in christlichen Kreisen geübt wurde. Die Verhandlungen zwischen den päpstlichen Legaten und den Katharergemeinden, besonders mit dem Grafen Raimon von Toulouse, der ihr mächtigster Schützer war, führten zu keiner Versöhnung. Der Graf wird 1207 selbst exkommuniziert. Papst Innozenz III. geht mit unerbittlicher Konsequenz vor. Der Wahl zum Papst am 8. Januar 1198 folgt die Krönung als Innozenz III. Der neue Papst ruft den 4. Kreuzzug aus, der völlig außer Kontrolle gerät. Von den Venezianern wird der Kreuzzug ins Byzantinische Reich umgeleitet. Die Kreuzfahrer erobern und plündern das christliche Konstantinopel im Jahre 1204. Als Ergebnis des 4. Kreuzzugs ist das Byzantinische Reich als Bollwerk gegen den Islam geschwächt und der Konflikt zwischen katholischer und orthodoxer Kirche neu ausgebrochen. Noch 1198 stirbt Kaiserin Konstanze, die Gemahlin des 1197 jung verstorbenen Königs Heinrich VI.. Innozenz übernimmt die Vormundschaft für ihren dreijährigen Sohn Friedrich, dem späteren Kaiser Friedrich II.. Mit dem Verbot der Bibellektüre bei Zusammenkünften von Laien wendet sich Papst Innozenz III. gegen die Katharer. Schließlich wird Laien der Besitz von Bibelübersetzungen verboten (heute wird das Lesen in der Bibel nur noch in islamischen Ländern bestraft). 1207 Ernennung Stephan Langtons zum Erzbischof von Canterbury. Dies wird von König Johann Ohneland, dem Sohn der selbstbewussten Eleonore von Aquitanien nicht anerkannt. Innozenz III. verhängt einen Bann gegen England. König Johann unterwirft sich schließlich, und England wird päpstliches Lehen. 1208 Nach der Ermordung Philipps von Schwaben schließt Innozenz mit seinem Rivalen Otto IV. Frieden und krönt ihn zum Kaiser. Er bannt ihn aber sehr bald wieder und unterstützt Friedrich II. nach dessen Wahl zum Deutschen König. 1209 Beginn des Albigenserkreuzzugs. Die Albigenser bilden die größte Untergruppe der Katharer, die Innozenz als Glaubensabweichler ohne Gnade verfolgt. Er vernichtet die Katharer vollständig. Eine andere christliche Strömung gewinnt dagegen seine seine Sympathie. Innozenz III. wird zum Förderer des neuen Ordens der Franziskaner. 1215 Innozenz beruft das 4. Laterankonzil, das wichtigste Konzil des Mittelalters. Wegen der Plünderung Konstantinopels im 4. Kreuzzug bleiben fast alle Griechen fern. Das Konzil bestätigt außerdem die Erhebung von Friedrich II. zum König des Heiligen Römischen Reiches. 1216  Innozenz stirbt am 16. Juli in der Nähe von Perugia im mittelitalienischen Umbrien und wird in der dortigen Kathedrale beigesetzt. 1891 wird sein Leichnam nach Rom überführt und von Papst Leo XIII. in San Giovanni in Laterano beigesetzt. Innozenz III. zählt zu den wichtigsten Päpsten des Mittelalters. Er stärkte die Macht des Papsttums durch die Verfolgung von abweichenden Glaubensströmungen und weitete das Gebiet des Kirchenstaates in Mittelitalien aus. Hierzu bediente er sich der Macht der Adelsfamilien, die ihm Truppen zur Verfügung stellten. Zudem sicherte er sich durch Nepotismus ab. Wichtige Ämter besetzte er mit Verwandten. 1209 wurde der grosse Kreuzzug von Lyon aus gegen die Städte der Ketzer unternommen. Béziers wurde erstürmt und verbrannt. Carcassonne wurde leer übergeben, die Einwohner hatten sich in die Höhlen zurückgezogen. Bis 1229 dauerten die Kreuzzüge gegen die Katharer oder Albigenser noch an. Es kann kein Zweifel bestehen, dass die Wissenden in jenen Jahrzehnten - und dazu zählte auch Wofram von Eschenbach - mit Verehrung auf die Katharergemeinden hinschauten und, während der Kreuzzug gegen sie geschürt wurde, von tiefster Sorge um den Fortgang des spirituellen Christentums ergriffen waren. Man kann es heute als eine historische Pflicht ansehen, dass das wahre Bild dieser unerhörten Vorgänge vor das Zeitbewusstsein hingestellt wird. Auf die tieferen Impulse und Entwicklungen der christlich-abendländischen Kultur kommt es an, was auch als wahre Mission in den Gralsdichtungen des 12. und 13. Jahrhunderts zum Ausdruck kommt. Siehe auch Déodat Roché 1952, Etudes Manichéennes et Cathars; Déodat Roché 1958, L'Eglise Romaine et les Cathares Albigeois und Cahiers d'Etudes Cathares, Argues (Aude); René Nelli 1986, The Cathars, translated by Angela Moyon, La Guerche-de-Bretagne; Literatur: Laufs, Manfred: Politik und Recht bei Innozenz III., Köln 1980; Frenz, Thomas (Hrsg.): Papst Innozenz III. Weichensteller der Geschichte Europas, Stuttgart 2000; vgl. auch Kurse Nr. 503 Nominalistische Weltanschauungen, Nr. 559 Wolfram von Eschenbach; zur Kritik an den Manichäern siehe Kurs Nr. 564 St. Augustinus. Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Mehr zur Rolandsage in: Kurs Nr. 557 - Ariosto. Akademie der Kunst und Philosophie
[3] Siehe Anm. 1
[4] Das niedergehende Keltentum war dafür prädestiniert, die Inspiration eines spirituellen Christentums aufzunehmen und innerhalb der abendländischen Welt zu verbreiten. Die Katharer spielten dabei eine wichtige Rolle. Die später vor allem in Südfrankreich auftretenden Katharer sind zwar durch ihr streng asketisches Leben bekannt geworden. In ihrem Bündnis mit der Troubadourströmung, die die Minnekultur an den südfranzösischen Höfen pflegte, deutet sich an, wie sie auch eine Lehre von der Verklärung der Liebeskräfte und von der Veredlung der Sinnennatur durch die Künste gekannt haben. Siehe S. Boisserée 1834: Über die Beschreibung des Tempels des heiligen Grales in dem Heldengedicht Titurel. München sowie Ludwig Uhland in Kurs Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie, Nr. 500 Thomas von Aquin, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur in Frankreich, Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik. Akademie der Kunst und Philosophie
[5] "Mitten in solcher Herrlichkeit kommt schwerer Jammer über die Genossenschaft des Grals. Schon hat Titurel, als ihm vor großem Alter der Speer entsank, die Krone seinem Sohne Frimutel übertragen. Als dieser einem Lanzenstoß erlegen, folgt sein Erstgeborner, Amfortas. Jedesmal ist am Grale zu lesen, wer als König walten soll. Gepriesen an Schönheit und ritterlicher Kraft sind Amfortas und sein Bruder, der schnelle Trevrezent, der das Wild im Sprung ereilt. Aber beide wenden sich weltlichen Dingen zu. Wer dem Grale dient, soll auf Weibes Minne
verzichten. Der König allein darf sich vermählen, wie des Grals Inschrift ihn anweist; die andern nur dann, wenn der Gral sie als Gebieter herrenloser Länder aussendet. Die Brüder kehren sich nicht an dieses Gebot. Verstohlen zieht Trevrezent auf Ritterschaft, sein Bruder selbst gibt ihm die Mittel, sich mit Knappen und andrer Ausrüstung zu versehen. In den drei Teilen der Erde fährt er umher, turniert und kämpft mit Christen und Heiden im Dienst einer schönen Frau. Auch Amfortas, der König, dient der Minne eifriger als dem Grale. Er glüht für Orgelusen von Logrois, Gemahlin des Herzogs Zidegast, von so leuchtender Schönheit, daß bei ihr, auch ohne Kerzen, nimmer Nacht wäre. Ist gleich seine Liebe hoffnungslos, doch läßt er nimmer ab, in ihrem Dienst Speere zu brechen und Schilde zu durchbohren. Indes wird der Herzog, Orgelusens Gemahl, mit dreien seiner Ritter von dem stolzen König Gramoflanz erschlagen, der nie anders als mit mehreren kämpft. Vergeblich bietet der Mörder ihr Krone und Land. Fortan läßt sie ihre Schönheit nur leuchten, um dem Erschlagenen einen Rächer zu erwecken. In einem Gehölze bei Logrois, wo Ölbäume und Reben, Feigen und Granaten üppig erwachsen, am Rand einer Quelle, die aus dem Felsen schießt, erwartet sie den Kämpen, der durch blutige Rache ihre Hand und ihr Herzogtum gewinnen will. Manchen sendet sie so in den Tod. Amfortas aber, ihr eifrigster Diener, erscheint nicht; schon hat ihn die Strafe seiner Versündigung am Gral erreicht. Eines Heiden vergifteter Speer hat ihn getroffen. Bleich und kraftlos, das Speereisen im Leibe, kommt er heim. Ein Arzt holt es aus der Wunde, aber vom Gift eitert diese fort und fort. Sie tragen den König vor den Gral; das ist sein größtes Leiden, daß sie ihn nicht sterben lassen. Was man der Heilbücher liest von Mitteln gegen Schlangengift, nirgends ist Hilfe zu finden. Wasser aus den vier Paradiesesströmen, Blut des treuen Pelikans, das Herz des Einhorns und der Karfunkel unter seinem Horne, die Wurzel, die aus Drachenblut erwächst, Nardensalbe, Theriak, Rauch von Aloeholz, nichts von allem mag frommen, wenn mit der Sterne Wiederkehr und des Mondes Wechsel die Schmerzen sich erneuern. Nur der Speer selbst, in die Wunde gelegt, gibt einige Linderung. Nicht reiten noch gehen, nicht stehen noch liegen kann der Kranke, er lehnt nur, ohne zu sitzen. Oft trägt man ihn, damit die Wunde sich erlufte, zum nahen See (Brumbane); das heißt er seinen Weidetag. Dort lehnt er im Schiff, als stellt' er den Fischen nach. Davon wird gesagt, er sei ein Fischer. Als Trevrezent des Bruders Leiden sieht, da wirft er sich nieder und gelobt Gott, nicht mehr Ritterschaft zu üben. Er verschwört Fleisch, Wein und Brot. Fortan lebt er als Einsiedler in einer Felshöhle, von Wurzeln und Kräutern sich nährend. Wehklage ertönt in der Burg des Grals; hilflos der König, kein Schirmer des Heiligtums, seit auch Trevrezcnt vom Schwerte geschieden. Manch Gebet wird vor dem Gral verrichtet, an dem eines Tags geschrieben steht, ein Ritter werde kommen, frage dieser vor der ersten Nacht unaufgefordert nach dem Grunde dessen, was er sehe, so soll Amfortas genesen und der Ritter König sein". (Ludwig Uhland, Geschichte der deutschen Poesie im Mittelalter und Kurs Nr. 559 Wolfram von Eschenbach. Akademie der Kunst und Philosophie)
[6] In Trevrizents Unterweisung lässt sich die kosmische Weisheit der Manichäerlehre erkennen, die von zwei Erdzuständen spricht, die "Terra lucida", die Lichterde vom Urbeginn, wie sie noch unversehrt aus Gottes Hand hervorgegangen, und die "Terra pestifera", die verderbentragende Erde, die in den kosmischen Sturz mit hineingerissen wurde. Die Einflüsse könnten durch das Katharertum oder den Templerorden in den Westen getragen worden sein. Siehe auch Rolf Schröder "Die Parzivalfrage", München 1928 und Kurse Nr. 503 Nominalistische Weltanschauungen, Nr. 559 Wolfram von Eschenbach. Akademie der Kunst und Philosophie
[7] 1. Tim 4, 1-5; Siehe auch Anm. 1 und 2 sowie Kurse Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 512 Novalis, Nr. 556 - Torquato Tasso. Akademie der Kunst und Philosophie
[8] Die Verbindung von Gawan und Orgeluse könnte man mit Goethes Helena-Akt (Faust Teil II) vergleichen, jene "klassisch-romantische Phantasmagorie", in der er die mystische Vermählung zwischen dem schönheitsdürstigen Faust und dem reinen Urbild der Schönheit, der Helena zu veranschaulichen suchte. Kulturkreise durchdringen sich. Der nordische Held taucht in die Formenschönheit des Südens unter ohne sich verzaubern zu lassen. Siehe auch Kurse Nr. 559 Wolfram von Eschenbach und Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie
[9] Mehr zu Augustinus und wie das Scheitern in die Bekehrung zum Christlichen Glauben führen kann: Hartmut Leppin 2016: Einfach mal das Leben ändern. Erfolg und Wohlstand allein machen noch lange nicht glücklich. Wie man zu echter Erfüllung findet, zeigt das Beispiel des Augustinus. Frankfurt a.M; siehe auch Anmerk. 4 und Kurs Nr. 564 St. Augustine - Philosopher of Middle Ages / Augustinus - Philosoph des Mittelalters, Nr. 549 Wirtschaftslehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[10] zitiert nach Mieke Mosmuller 1994, Suche das Licht, das im Abendlande aufgeht, Den Haag; es ist natürlich klar, dass Schriftsteller vom Schlage eines Dan Brown (The Da Vinci Code / Sakrileg) die Bedeutung des heiligen Grals nicht verstehen und daher nur ein etwas dümmliches Zerrbild dessen hervorbringen, worum es eigentlich geht. Vgl. Mieke Mosmuller 2007: Der heilige Gral. Occident. Baarle Nassau sowie Anmerk. 4 und Kurse Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung, Nr. 512 Novalis, Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung Nr. 506 Wladimir Solowjew: Europa im 21. Jahrhundert. Akademie der Kunst und Philosophie
[11] Auch in der Titurel-Dichtung wird ein König Senabor aus Kappadozien genannt; von ihm stammte Berillus ab, der das Reich in Gallien und Spanien zugewiesen erhielt. Er war der Ahnherr des Titurel. Es handelt sich um einen geistigen Stammbaum, um den Hinweis auf jene christliche Strömung, die durch Ufilas und die kappadozischen Gefangenen in das Westgotentum hereingetragen worden ist. Es war ein verinnerlichtes Christentum, das diese Arianer pflegten, weshalb sie von der römischen Kirche, die sich zur Lehre des Athanasius bekannte, als Ketzer betrachtet wurden. Achtet man unabhängig vom Dogmenstreit auf die Impulse, so kann man sagen: die athanasianische Strömung führte in die dogmatische Abstraktion, die arianische richtete ihr Interesse stärker auf die Menschwerdung des Göttlichen und entsprach daher mehr den Neigungen junger Völker, die den christlichen Impuls aufnehmen. Die arianischen Christen zeigten sich von Natur aus tolerant gegenüber der katholisch-athanasianischen Urbevölkerung Spaniens. (Ludwig Uhland, Geschichte der deutschen Poesie im Mittelalter; René Nelli 1986, The Cathars, translated by Angela Moyon, La Guerche-de-Bretagne und Anm. 4
[12] Was Wolfram von Eschenbach nur angedeutet hat, die Entstehung eines östlichen Christentums, hat Albrecht von Scharfenberg ausführlich beschrieben. Feirefis beginnt nach seiner Rückkehr überall in Indien christliches Leben zu verbreiten. Der Sohn, den ihm Repanse de Schoye schenkt, empfängt den Namen Johannes. Er ist später der Träger eines östlichen Christentums. Wolfram von Eschenbach will damit auf das Menschheitsumspannende der Gralsströmung hindeuten. Es handelt sich um das Christentum des heiligen Geistes, das auch der ferne Osten aufzunehmen fähig sein wird. Chrestien de Troyes, 1180-1190, "Li contes de graal"; Robert de Boron ca. 1200 "L'estoire dou graal"; Wolfram von Eschenbach schreibt zwischen 1203-1217 seinen Parzival; Albrecht von Scharfenberg ca. 1270 "Titurel". Siehe Anmerk. 4 und Kurse Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 505 Schopenhauer. Akademie der Kunst und Philosophie
[13] In den Chroniken des 13. Jahrhunderts und in der Legende von der heiligen Elisabeth von Thüringen wird der Sängerkrieg als ein historisches Ereignis behandelt und auf die Jahre 1206 und 1207 datiert. Siehe Anm. 4
[14]  Siehe Kurse Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 506 Wladimir Solowjew: Europa im 21. Jahrhundert. Akademie der Kunst und Philosophie
[15] Siehe Anm. 4 und Kurse Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 501 Summ Theol., Nr. 533 Aristoteles, Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie
[16] 1 Kor. 15,45; Röm. 5,9f; Röm. 8,2 und 10; Siehe auch Anm. 9 und 10
[17] Mehr zu diesem Thema von Alexander von Humboldt in den Kursen, Nr. 553 Friedrich Schiller, Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. . Akademie der Kunst und Philosophie
[18] zur neuen Parsifal-Inszenierung und zur Götterdämmerung als "Allah-Dämmerung" (Sloterdijk) vgl. Science Review Letters 2017, 16, Nr. 828 und FAZ 2017, Nr. 175, p. 13; Nr. 181, p. 13; Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 2016, Nr. 30, p. 40 sowie Friedrich Oberkogler 1978, Richard Wagner. Vom Ring zum Gral, Stuttgart; vgl  Kurse Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 512 Novalis, Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles. Akademie der Kunst und Philosophie
[19] Api Review Letters 2017, 16, Nr. 1085 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2017, Nr. 78, p. 14; zu psychiatrischen Erkrankungen und Heilmethoden vgl. Zentrum für natürliche Bienentherapie 2017: Psychiatrische Erkrankungen wie Depression, Neurose, Schizophrenie, Psychose. Pressmitteilung 
 
 

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Letzte Bearbeitung:08.08.2017