Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

Kurs Nr. 020 

Goethe - Wissenschaft, Kunst und Religion


"Was wär ein Gott, der nur von außen stieße,
Im Kreis das All am Finger laufen ließe!
Ihm ziemt's, die Welt im Innern zu bewegen,
Natur in Sich, Sich in Natur zu hegen,
So daß, was in Ihm lebt und webt und ist,
Nie Seine Kraft, nie Seinen Geist vermißt." - 
Johann Wolfgang von Goethe

 
 

 
 
 
 
 

 

Wissenschaft, Kunst und Religion, Naturwissenschaftliches Anschauen und Denken im Sinne von Goethe

Aus dem Inhalt:

 
"Ein großes Übel in den Wissenschaften, ja überall, entsteht daher, daß Menschen, die kein Ideenvermögen haben, zu theoretisieren sich vermessen, weil sie nicht begreifen, daß noch so vieles Wissen hierzu nicht berechtigt."  - Johann Wolfgang von Goethe

"Der eigentliche Obskurantismus ist nicht, dass man die Ausbreitung des Wahren, Klaren, Nützlichen hindert, sondern dass man das Falsche in Cours bringt." - Johann Wolfgang von Goethe


Was heute zum Beispiel in der Medizin an Universitäten, vor allem amerikanischen Elite-Universitäten, als Wissenschaft verkauft wird - rote Gentechnik, Erzeugung des Menschen in der Petrischale, risikoreicher Eingriff der Eizellenspende (die Frauen müssen Hormone schlucken, die Gefahren sind Nierenversagen und Thrombose, ganz zu schweigen von den Leihmüttern, den Behinderungen der Retortenkinder usw.) gibt ein trauriges Bild der Wissenschaft ab und macht den nominalistischen Einfluss an heutigen Universitäten deutlich.  Dazu Goethe [2][4][5]:
 

"Gewinnt aber auch in der Wissenschaft das Falsche die Oberhand, so wird doch immer eine Minorität für das Wahre übrigbleiben, und wenn sie sich in einen einzigen Geist zurückzöge, so hätte das nichts zu sagen. Er wird im stillen, im verborgenen fortwaltend wirken, und eine Zeit wird kommen, wo man nach ihm und seinen Überzeugungen fragt, oder wo diese sich, bei verbreitetem allgemeinem Licht, auch wieder hervorwagen dürfen." - Johann Wolfgang von Goethe
Alexander von Humboldt (1769 - 1859) sagt über Goethe, durch seine Naturansichten sei er "gewissermassen mit neuen Organen ausgestattet worden". Goethe stand mit ihm in engem Austausch geistig-wissenschaftlicher Art. Interessant sind zum Beispiel Humboldts geologische Untersuchungen. Die Untersuchungen der östlichen Gebiete musste er auf die Zukunft verlegen, "wenn die gequälte Menschheit nicht mehr der wilden Barbarei der Osmanen erliegt.": 

"Auf Ischia am Epomäus und, wie es nach den Berichten der Alten scheint, auch in der Lelantischen Ebene bei Chalkis sind Laven aus Erdspalten geflossen, die sich plötzlich geöffnet haben. Neben diesen Erscheinungen, welche in die historische Zeit, in das enge Gebiet sicherer Traditionen fallen und welche Carl Ritter in seiner meisterhaften Erdkunde sammeln und erläutern wird, enthalten die Küsten des Mittelmeeres noch mannigfaltige Reste älterer Feuerwirkung. Das südliche Frankreich zeigt uns in der Auvergne ein eigenes geschlossenes System aneinandergereiheter Vulkane: Trachytglocken, abwechselnd mit Auswurfskegeln, aus denen Lavaströme bandförmig sich ergießen. Die lombardische seegleiche Ebene, welche den innersten Busen des Adriatischen Meeres bildet, umschließt den Trachyt der Euganeischen Hügel, wo Dome von körnigem Trachyt, von Obsidian und Perlstein sich erheben: drei auseinander sich entwickelnde Massen, welche die untere Kreide und den Nummuliten-Kalk durchbrechen, aber nie in schmalen Strömen geflossen sind. Ähnliche Zeugen alter Erdrevolutionen findet man in vielen Teilen des griechischen Kontinents und in Vorderasien,
Ländern, welche dem Geognosten einst reichen Stoff zu Untersuchungen darbieten werden, wenn das Licht dahin zurückkehrt, von wo es zuerst über die westliche Welt gestrahlt, wenn die gequälte Menschheit nicht mehr der wilden Barbarei der Osmanen erliegt." [2][8]

Ähnlich wie Goethe, ist Alexander von Humboldt der Ansicht, "erst durch das Christentum wurde die wichtige Lehre von der Einheit der Menschenart allgemeiner verbreitet. Mit dieser Ansicht milderte sich das Schicksal der Sklaven, die früher, als einem andern Geschlechte angehörig betrachtet wurden." Allerdings brachten die Ausartung des Christentums "würdigere Ansichten von der Menschennatur in Vergessenheit, und mit Empörung lesen wir von öffentlichen Sklavenmärkten, die im 15. Jahrhundert zu Lisboa, Cadix und Madrid gehalten worden sind, wenn auch die Päpste niemals aufhörten den Grundsatz von der Einheit des Menschengeschlechts zu proclamieren." [2] 
 

"Während die Gefühle abstarben, welche das classische Alterthum belebten und den Geist auf Handlung und Aeußerung menschlicher Thatkraft, nicht auf Zustände und Beschauung der Außenwelt, leiteten; gewann eine neue Sinnesart Raum. Es verbreitete sich allmälig das Christenthum; und wie dieses, selbst wo es als Staatsreligion auftrat, in der großen Angelegenheit der bürgerlichen Freiheit des Menschengeschlechts für die niederen Volksclassen wohlthätig wirkte, so erweiterte es auch den Blick in die freie Natur." [2][9] - Alexander von Humboldt
Das Erringen der römischen Weltherrschaft ist allerdings ein Werk gewesen der Größe des römischen Charakters, einer lang bewährten Sittenstrenge, einer ausschließlichen, mit hohem Selbstgefühl gepaarten Vaterlandsliebe. Nachdem aber die Weltherrschaft errungen war, fanden sich nach dem unvermeidlichen Einflusse der hervorgerufenen Verhältnisse jene herrlichen Eigenschaften allmälig geschwächt und umgewandelt. Mit dem Nationalgeiste erlosch die volksthümliche Beweglichkeit der Einzelnen. Es verschwanden Oeffentlichkeit und Bewahrung der Individualität der Menschen, die zwei Hauptstützen freier Verfassungen. Die ewige Stadt war das Centrum eines zu großen Kreises geworden. "Es fehlte der Geist, der einen so vieltheiligen Staatskörper hätte dauernd beseelen können. Das Christenthum wurde Staatsreligion, als das Reich bereits tief erschüttert und die Milde der neuen Lehre durch den dogmatischen Zwist der Partheien in ihren wohlthätigen Wirkungen gestört war. Auch begann schon damals »der lästige Kampf des Wissens und des Glaubens«, welcher unter mancherlei Gestaltung, der Forschung hinderlich, durch alle Jahrhunderte fortgesetzt wird." [9][10][11][12][13]

Aeußere Mittel des Zwanges, kunstreiche Staatsverfassungen, eine lange Gewohnheit der Knechtschaft konnten freilich einigen, sie konnten das vereinzelte Dasein der Völker aufheben; aber das Gefühl von der Gemeinschaft und Einheit des ganzen Menschengeschlechts, von der gleichen Berechtigung aller Theile desselben hat einen edleren Ursprung. Es ist in den inneren Antrieben des Gemüths und religiöser Ueberzeugungen gegründet. "Das Christenthum hat hauptsächlich dazu beigetragen den Begriff der Einheit des Menschengeschlechts hervorzurufen; es hat dadurch auf die »Vermenschlichung« der Völker in ihren Sitten und Einrichtungen wohlthätig gewirkt. Tief mit den frühesten christlichen Dogmen verwebt, hat der Begriff der Humanität sich aber nur langsam Geltung verschaffen können: da zu der Zeit, als der neue Glaube aus politischen Motiven in Byzanz zur Staatsreligion erhoben wurde, die Anhänger desselben bereits in elenden Partheistreit verwickelt, der ferne Verkehr der Völker gehemmt und die Fundamente des Reichs mannigfach durch äußere Angriffe erschüttert waren. Selbst die persönliche Freiheit ganzer Menschenclassen hat lange in den christlichen Staaten, bei geistlichen Grundbesitzern und Corporationen, keinen Schutz gefunden. Solche unnatürlichen Hemmungen, und viele andere, welche dem geistigen Fortschreiten der Menschheit wie der Veredlung des gesellschaftlichen Zustandes im Wege stehen, werden allmälig verschwinden. Das Princip der individuellen und der politischen Freiheit ist in der unvertilgbaren Ueberzeugung gewurzelt von der gleichen Berechtigung des einigen Menschengeschlechts. So tritt dieses »als Ein großer verbrüderter Stamm, als ein zur Erreichung Eines Zweckes ( der freien Entwickelung innerlicher Kraft) bestehendes Ganzes« auf. Diese Betrachtung der Humanität, des bald gehemmten, bald mächtig fortschreitenden Strebens nach derselben (keinesweges die Erfindung einer neueren Zeit!) gehört durch die Allgemeinheit ihrer Richtung recht eigentlich zu dem, was das kosmische Leben erhöht und begeistigt. In der Schilderung einer großen
welthistorischen Epoche: der der Herrschaft der Römer, ihrer Gesetzgebung und der Entstehung des Christenthums, mußte vor allem daran erinnert werden, wie dieselbe die Ansichten des Menschengeschlechts erweitert und einen milden, langdauernden, wenn gleich langsam wirkenden Einfluß auf Intelligenz und Gesittung ausgeübt hat." [10][12]

In der Geistesgeschichte der Menschheit hatte es immer wieder Anläufe zur Überwindung der Kluft zwischen Glauben und Wissen und zur Durchchristung des Denkens gegeben. Seit dem Erlöschen der urchristlichen Weisheit, insbesondere der theologischen Strömung der "paulinischen Gnosis", waren es nicht mehr die Theologen, sondern die Weltkinder, die um eine neue Beseelung und Durchgeistigung des menschlichen Erkennens rangen. Im Goetheschen Zeitalter haben viele mit Nachdruck auf dieses Ziel und die sich daraus ergebenden Notwendigkeiten hingewiesen. Ohne die christliche Terminologie zu verwenden, hat Goethe bis in die Gebiete der Naturwissenschaft hinein eine Gedanken- und Erkenntnisart angestrebet und auch bereits mit guten Ergebnissen angewendet, in der wir die Anfänge einer Durchchristung im paulinischen Sinne sehen können. [14]

Ebenso wie die verborgene Christlichkeit der Goetheschen Erkenntnisart und die der deutschen Idealisten, wird seit langem die grundsätzliche Unchristlichkeit der Kantischen Philosophie verkannt. Sie ist als Wissenschaft verkleideter Unglaube. Der Kantianismus setzt alte vorchristliche Anschauungen fort, die im Orient und später im Islam ihre Ausbildung gefunden haben. Das Tragische liegt daran, dass nach dem Christus-Ereignis, und zwar auch innerhalb des Christentums, die Bewusstseins- und Gedankenentwicklung diesen Einschlag immer noch nicht in sich aufgenommen hat. Überall, wo wie bei Kant aus der Erkenntnis-Resignation grundsätzlich an der Trennung von Glauben und Wissen festgehalten wird, setzt sich der vorchristliche Stand des menschlichen Bewusstseins unverwandelt fort. [15]

Grundgedanke der Goethe-Schopenhauer'schen Farbenlehre [17]:

Die Farben können sich verhalten wie die "Konsonanzen in der Musik, dass nämlich die Farben von den leichtesten Zahlenverhältnissen, gerade wie die Konsonanzen, als die angenehmsten erschienen, z.B. Violett und Rot, und einige andere dergleichen." Goethe

Aristoteles bekannte sich zu einer sogenannten dynamischen Naturauffassung. Er ist nicht der Ansicht, dass die Körper aus Teilen bestehen, die für einander undurchdringlich sind, wie die Atomisten es taten, sondern er dachte sie - ähnlich wie Leibniz - aus Kräften zusammengesetzt. Während für den Bekenner der atomistischen Sicht ein zusammengesetzter Körper nur ein Aggregat ist, ist derselbe für Aristoteles eine Einheit, in der wirlich in jedem ihrer Punkte eine Durchdringung der einfachen Stoffe stattgefunden hat. Diese Ansicht von der Mischung der Stoffe übertrug Aristoteles auch auf die Farbenmischung. Die Erklärung der Farben nach Titus Lucretius Carus (99-55 v. Chr.) dagegen krankt an einem Fehler aller materialistischen Erklärungsversuche der Naturerscheinungen.  [18]

Die Erforschung des Einzelnen ist nach Goethe und Leibniz nur möglich, wenn man das Auge für das Ganze frei und offen hat. Indem sich die moderne Wissenschaft immer mehr ins Einzelne verliert, kommt ihr das Verständnis abhanden für das Wesen der Dinge. [19]
 

"Wie irgend jemand über einen gewissen Fall denke, wird man nur erst recht einsehen, wenn man weiß, wie er überhaupt gesinnt ist. Dieses gilt, wenn wir die Meinungen über wissenschaftliche Gegenstände, es sei nun einzelner Menschen oder ganzer Schulen und Jahrhunderte, recht eigentlich erkennen wollen. Daher ist die Geschichte der Wissenschaften mit der Geschichte der Philosophie innigst verbunden...Denn zur Einsicht in den geringsten Teil ist die Übersicht des Ganzen nötig." Goethe
Man kann Plato leicht missverstehen, wenn man ihn so auslegt, als wenn er nur auf die Ideen, das Geistige, gesehen und darüber das Sinnliche vollständig übersehen habe. Er nahm nicht das Sinnliche ohne Geist wahr - wie unsere heutigen Naturwissenschaftler - sondern erkannte in allem Sinnlichen auch das Geistige. Wie Goethe sah er in jedem Objekt der Sinnenwelt zugleich ein Geistiges; Goethe nennt es "geistig-körperlich". Nach Goethe entsprang die Wissenschaft für die Griechen aus dem Leben. [20]
 
"So entzückt uns denn auch in diesem Fall, wie in den übrigen, am Plato die heilige Scheu, womit er sich der Natur nähert, die Vorsicht, womit er sie gleichsam nur umtastet, und bei näherer Bekanntschaft vor ihr sogleich wieder zurücktritt, jenes Erstaunen, das, wie er selbst sagt, den Philosophen so gut kleidet." - Goethe

"Wie rein, wie ruhig gegen spätere Zeiten, wo die Theorien keinen anderen Zweck zu haben schienen, als die Phänomene beiseite zu bringen, die Aufmerksamkeit von ihnen abzulenken, ja sie womöglich aus der Natur zu vertilgen." - Goethe
 

Was die schriftliche Überlieferung betrifft, so gibt es einen Faden, der aus der alten Welt in die neue herüberreicht. Man müsse dreier Hauptmassen gedenken, welche die größte und entschiedenste Wirkung hervorgebracht haben, der Bibel, der Werke Platos und Aristoteles. [21]
 
"Jene große Verehrung, welche der Bibel von vielen Völkern und Geschlechtern der Erde gewidmet worden, verdankt sie ihrem innern Wert. Sie ist nicht etwa nur ein Volksbuch, sondern das Buch der Völker, weil sie die Schicksale eines Volkes zum Symbol aller übrigen aufstellt, die Geschichte desselben an die Entstehung der Welt anknüpft und durch eine Stufenreihe irdischer und geistiger Entwicklungen, notwendiger und zufälliger Ereignisse, bis in die entferntesten Regionen der äußersten Ewigkeiten hinausführt. ... Es ist uns nicht erlaubt, hier ins Einzelne zu gehen; doch liegt einem jeden vor Augen, wie in beiden Abteilungen dieses wichtigen Werkes der geschichtliche Vortrag mit dem Lehrvortrage dergestalt innig verknüpft ist, dass einer dem andern auf- und nachhilft, wie vielleicht in keinem andern Buche. Und was den Inhalt betrifft, so wäre nur wenig hinzuzufügen, um ihn bis auf den heutigen Tag durchaus vollständig zu machen. Wenn man dem alten Testamente einen Auszug aus Josephus beifügte, um die jüdische Geschichte bis zur Zerstörung Jerusalems fortzuführen; wenn man, nach der Apostelgeschichte, eine gedrängte Darstellung der Ausbreitung des Christentums und der Zerstreuung des Judentums durch die Welt, bis auf die letzten treuen missionsbemühungen Apostelähnlicher Männer, bis auf den neusten Schacher- und Wucherbetrieb der Nachkommen Abrahams, einschaltete; wenn man vor der Offenbarung Johannis die reine christliche Lehre im Sinn des neuen Testaments zusammengefasst aufstellte, um die verworrene Lehrart der Episteln zu entwirren und aufzuhellen: so verdiente dieses Werk gleich gegenwärtig wieder in seinen alten Rang einzutreten, nicht nur als allgemeines Buch, sondern auch als allgemeine Bibliothek der Völker zu gelten, und es wäre gewiss, je höher die Jahrhunderte an Bildung steigen, immer mehr zum Teil als Fundament, zum Teil als Werkzeug der Erziehung, freilich nicht von naseweisen, sondern von wahrhaft weisen Menschen, genutzt werden können."- Goethe 

"Ja wie die Völker, so teilen sich auch Jahrhunderte in die Verehrung des Plato und Aristoteles, bald friedlich, bald in heftigem Widerstreit; und es ist als ein großer Vorzug des unsrigen anzusehen, dass die Hochschätzung beider sich im Gleichgewichte hält, wie schon Raffael, in der sogenannten Schule von Athen, beide Männer gedacht und gegen einander über gestellt hat." Goethe


Goethe interessierte, "was von Hauptwirkungen über die durch Barbaren gerissene Lücke in die mittlere und neuere Zeit vor allem andern bedeutend herüberreicht, was in den Wissenschaften überhaupt, in die Naturwissenschaften besonders und in die Farbenlehre, die uns vorzüglich beschäftigt, einen dauernden Einfluß ausübte." 

Problematisch ist, wenn der Mathematik in qualitativen Fragen zu viel Bedeutung zugemessen wird, wie dies bereits von Roger Bacon (1216-1294) angestrebt wurde. Er war überzeugt, dass Mathematik den Grund zu allem Wissenschaftlichen lege. Die geometrisch-mathematischen Formeln, welche die Mystiker aufstellten, um das Leben des Menschen, seine Beziehung zu Gott und zur Welt darzulegen, Herbarts verunglückte mathematische Gesetze in der Psychologie, die Behauptung der neueren Naturwissenschaftler und Gentechniker, dass sich alle Qualität müsse auf Quantität zurückführen lassen und damit einer mathematischen Behandlung fähig sei, entspringen alle dem gleichen Irrtum. Sobald die Erträge durch gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere erhöht werden sollen, vermindert sich die Qualität, was man besonders an amerikanischen Lebensmitteln studieren kann. [22]

Daher sagt Goethe auch: "Ein großer Teil dessen, was man gewöhnlich Aberglauben nennt, ist aus einer falschen Anwendung der Mathematik entstanden." Die Welt würde eine andere wissenschaftliche Ansicht gewonnen haben, wenn die "griechische Sprache lebendig geblieben wäre und sich anstatt der Lateinischen verbreitet hätte." Thomas von Aquin hatte ja schon über die schlechte Übersetzung des Aristoteles geklagt; den muslimischen Arabern waren bei der Übertragung der griechischen Texte ins Arabische grobe Fehler unterlaufen. [23]
 

"Die weniger sorgfältigen arabischen und lateinischen Übersetzungen hatten schon früher maches Unheil angerichtet." - Goethe


Francis Bacon oder Baron von Verulam (1561-1626) nahm unter der Königin Elisabeth und unter Jakob I. hohe Staatsstellen ein und brachte es bis zum Großkanzler. Bacon setzte sich die Aufgabe, die Wissenschaft vom Grunde auf zu reformieren. Nur die Erfahrung sollte die Quelle alles Wissens sein, weshalb seine Philosophie an einer einseitigen Überschätzung der Erfahrung leidet. Goethe hielt seine "Unempfindlichkeit gegen Verdienste der Vorgänger, gegen die Würde des Altertums" für höchst unerfreulich und meinte, "dass seine Wirkung mehr schädlich als nützlich gewesen" sei. Er habe in der Wissenschaft auf eine "so zerstörerische Weise" verfahren und das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. 
 

"Da er übrigens die Menschen an die Erfahrung hinwies, so gerieten die sich selbst überlassenen ins Weite, in eine grenzenlose Empirie; sie empfanden dabei eine solche Methodenscheu, dass sie Unordnung und Wust als das wahre Element ansahen, in welchem das Wissen einzig gedeihen könne." - Goethe
"Wer nicht gewahr werden kann, dass ein Fall oft Tausende Wert ist, und sie alle in sich schließt, wer nicht das zu fassen und zu ehren imstande ist, was wir Urphänomene genannt haben, der wird weder sich noch andern jemals etwas zur Freude und zum Nutzen fördern können." - Goethe


Im Gegensatz zu den Methoden der heutigen Wissenschaftlern, brachte Leibnitz ein Insekt, welches er durch ein Mikroskop betrachtet hatte, schonend wieder auf sein Blatt zurück, weil er sich durch seinen Anblick belehrt gefunden hatte. Thomas D. Seeley, Professor an der Cornell University, ist mit seinen Insekten weniger zimperlich umgegangen als Leibnitz oder Goethe. Seeley orientiert sich an Francis Bacon, Cartesius und seinen Methoden. Um die Größe der Nester von Wildbienen in hohlen Bäumen zu studieren, tötete er 18 Bienenvölker in ihren Nestern ab. Nachher wunderte er sich noch, dass der Honig dieser Bienenvölker verseucht war. Letztlich hatte er nur herausgefunden, was vorher schon längst bekannt war - nicht zuletzt durch Untersuchungen des Zentrums für wesensgemäße Bienenhaltung.  Seeley denkt ähnlich wie Cartesius (1596-1650), der meinte, Tiere hätten keine Seele und würden nichts spüren, wenn sie getötet oder gequält würden.  [24]

Auch die Cartesische Farbenlehre ist mechanistisch und wird bereits von Leibniz kritisiert. Descartes spricht von rotierenden "Lichtkügelchen", die je nach Geschwindigkeit in der Empfindung eine bestimmte Farbe erzeugen. Von Christian Huygens, Isaak Vossius und Leibniz wird er beschuldigt, dass er das Gesetz der Lichtbrechung dem W. Snellius entlehnt habe, ohne diesen zu nennen. Nicht besser steht um die Farbenlehre des De la Chambre, den Leibarzt und Hofrat Ludwigs XIV. Er trat als Gegner des Aristoteles und der älteren Philosophie auf und stützt sich vor allem auf die Lehren des Demokrit. Diese Opposition gegen Aristoteles, die in der Wissenschaft immer mehr zunahm, war gleichbedeutend mit dem Einleiten der materialistischen Sichtweise in den Naturwissenschaften - die bis heute andauert (Folgen davon sind die Verseuchung der Lebensmittel durch Pestizide und Gentechnik). De la Chambre behauptet, die Farben seien bloß geschwächte Lichter, nach Goethe sind die Farben nicht bloß geschwächte Lichter, sondern Ergebnisse des lebendigen Zusammenwirkens von Licht und Materie. [25]
 

"Diese Gesinnung nahm immer mehr überhand, jemehr man sich dem Aristoteles entgegenstellte, der das Licht als ein Accidens, als etwas, das einer bekannten oder verborgenen Substanz begegnen kann, angesehen hatte. Nun wurde man immer geneigter, das Licht wegen seiner ungeheuren Wirkungen nicht als etwas abgeleitetes anzusehen; man schrieb ihm vielmehr eine Substanz zu, man sah es als etwas Ursprüngliches, für sich Bestehendes, Unabhängiges, Unbedingtes an; doch musste diese Substanz, um zu erscheinen, sich materiieren, materiell werden." - Goethe
Ebenso war Robert Boyle (1627-1691) ein Vertreter des Dualismus Geist und Körper, Seele und Leib, Gott und Welt, und damit auch ein Begründer der mechanistischen Vorstellungsart; er war ein Anhänger des Atomismus. Er neigt wie viele seiner Zeitgenossen zur mechanisch-atomistischen Theorie des Lichtes und zu einer mechanischen Auffassung der ganzen Natur. Der Jesuit Honoré Fabri (1607-1688) stand in Korrespondenz mit Descartes, Huygens und auch Leibniz und war generell für wissenschaftliche Naturbeobachtung nach streng mathematischer Methode gegen die Scholastik; er entdeckte den Blutkreislauf. In der Farbenlehre vertrat er eine quantitative Erklärungsart. Dass ein bloß quantitatives Verhältnis von Licht und Nicht-Licht nicht ausreicht, um Farben zu erzeugen, haben Goethe, Hegel und später Schopenhauer hervorgehoben. Der Cartesianer und Leibniz-Kritiker Johann Christoph Sturm (1635-1703) trat 1694 in eine briefliche Kontroverse mit Leibniz über den Substanzbegriff. In der Farbenlehre bringt er nichts neues. "Überall nur Druck und Papier und nirgends Natur" (Goethe). Newton und viele seiner Zeitgenossen emanzipieren sich mit der Naturwissenschaft von der Philosophie. Sie suchen nach Erklärungsprinzipien, die zwar den einseitig materialistisch ausgebildeten Naturforscher, wie er auch heute noch an Universitäten ausgebildet wird, nicht aber den Philosophen, der auf der Basis einer Gesamtanschauung der Erscheinungswelt steht, befriedigen können . [26]
 
"Als man die teleologische Erklärungsart verbannte, nahm man der Natur den Verstand; man hatte den Mut nicht ihr Vernunft zuzuschreiben und sie blieb zuletzt geistlos liegen. Was man von ihr verlangte, waren technische, mechanische Dienste, und man fand sie zuletzt auch nur in diesem Sinne fasslich und begreiflich." - Goethe
An vielen Universitäten, vor allem aber an englischen Universitäten wurde im 17. Jahrhundert der Cartesianismus in geistloser und formalistischer Weise gepflegt. Die Folge davon war, dass man in der Royal Society nichts pflegte, als die Anhäufung unendlichen Erfahrungsmaterials und sich um leitende Grundsätze nicht kümmerte. Nun entstanden partielle Hypothesen, "die mechanische und machinistische Vorstellungsart gewann die Oberhand, und man glaubte noch immer, wenn man ein Gefolgertes ausgesprochen hatte, dass man den Gegenstand, die Erscheinung ausspreche." (Goethe) Diese Regel- und Formlosigkeit des Forschens ist ist bis heute Vorbild für die Naturwissenschaften, aber auch Geistes- Sozial- und Erziehungswissenschaften. [27]
 
"Man sieht eine Gesellschaft ernsthafter würdiger Männer, die nach allen Richtungen Streifzüge durch das Feld der Naturwissenschaft vornehmen, und weil sie das Unermessliche desselben anerkennen, ohne Plan und Maßregel darin herumschweifen.  Ihre Sessionen sind öfters Quodlibets, über die man sich des Lächelns, ja des Lachens nicht enthalten kann." Goethe
Isaak Newton (1642-1727), der als Bauernsohn eigentlich Farmer in Kensington werden sollte, studierte am Trinity College in Cambridge. 1669 wurde er Professor und las u.a. Optik. Geothe meinte, man könne nicht aufhören, sich zu wundern, durch welch einen "unglaublichen Fehlschluss sich ein so vorzüglicher Mann nicht allein zu Anfang getäuscht, sondern den Irrtum so bei sich festwurzeln lassen, dass er wider allen Augenschein, ja wider besser Wissen und Gewissen, in der Folge dabei verharrt und einen ungehörigen Versuch nach dem andern ersonnen, um seine erste Unaufmerksamkeit vor unaufmerksamen Schülern zu verbergen.... Nun haben wir gesehen, dass sein Hauptfehler darin bestanden, dass er jene Fragen, die sich hauptsächlich darauf beziehen: ob äußere Bedingungen bei der Farbenerscheinung mitwirken? zu schnell und übereilt beseitigt und verneint, ohne auf die genaueren Umstände genauer hinzusehen." (Goethe) [28] 
 
 
 

Kunst und Religion:
 

Fra Giovanni Beato Angelico da Fiesole (1387-1451) lebte in Rom. Von seinen Zeitgenossen wurde die Idealität seiner Gestalten bewundert. "Mit lieblichen zarten Tinten malte der selige Fra Giovanni da Fiesole seine frommen Bilder. Wir finden in denselben zuerst eine allgemeine, im Ganzen herrschende Übereinstimmung. Sie scheint indessen nicht sowohl aus Überlegung entsprossen, oder mit Bewußtsein hervorgebracht, sondern aus der Naturanlage, dem Hang dieses liebenswürdigen Malers zum Lieblichen, Sanften, herzurühren." Goethe 

Jan van Eyk (1385-1440) und sein Bruder Hubert van Eyk sind die Begründer der flandrischen Malerschule und die ersten Maler in Öl. Andrea del Verrocchio (1432-1488), unterrichtete Pietro Perugino (1446-1521), den Lehrer Raphaels. 
 

"Werfen wir nun abermals einen Blick auf die florentinische Malerschule, so sehen wir dort, vom Andrea Verrocchio unterrichtet den Pietro Perugino hervorgehen, der zwar ebenfalls dem alten strengen Stil noch anhing, aber mit blühenderen zarteren Farben malte als irgend einer seiner Vorgänger." Goethe


Tiziano Vecellio (1477-1576) war gleichbedeutend in der Historien-, Landschafts- und Portraitmalerei; er verband Idealität der Auffassung mit großer Beherrschung der ästhetischen Gesetzlichkeit. "Giogio Barbarelli da Castel Franco, genannt Giorgione, ein Zögling Giovan Bellini, bediente sich bei eben so kräftigen Schatten, noch glühenderer Tinten, und hatte es so weit gebracht, dass für den gleich auf ihn folgenden, von demselben Lehrer unterrichteten Tiziano Vecelli kaum noch ein kleiner Schritt zu tun übrig blieb, um sich zur höchsten und bekannten Vortrefflichkeit des Kolorits zu erheben." Goethe
 

"Auf die Wahrheit ihrer Farbenmischung nun hatten die Meister der venezianischen Malerschule ihr Hauptaugenmerk gerichtet, und darin angezeigtermaßen einen sehr hohen Grad erreicht; ja Tizian ist vielleicht in diesem Stück für vollkommen und unübertrefflich zu halten.." Goethe
Antonio Allegri da Correggio wurde 1494 in Correggio geboren. 1534 starb er dort auch. Die Bedeutung seiner Malereien liegt in der tiefen Empfindung und der bis ins Einzelne gehenden Lebendigkeit, die der Künstler in seine Werke zu legen wußte.
 
"Bei keinem Maler findet man daher so sanfte Übergänge vom Licht zum Schatten, so reingehaltene Massen, so durchsichtige klare Schattenpartieen, keiner hat die Widerscheine so genau beobachtet, und ferner scheint er uns der erste gewesen zu sein, welcher auf die Harmonie des Ganzen durch künstliches Nebeneinanderstellen und Entgegensetzen der Farben gedacht hat." - Goethe

"Correggio besaß ein zartes und lebhaftes Gefühl für die Harmonie der Farben." - Goethe


Claude Gelée, nach seinem Geburtsort Lorrain genannt (1600-1682) erlangte seine künstlerische Ausbildung in Rom. Man sagte seinen Gemälden nach, dass sie irdische Formen in einem wahrhaft himmlischen Gewande darstellen. Das Fach der Landschaft verehrt "in Claude Lorrain seinen größten Meister, und vorzüglich ist das Kolorit desselben im höchsten Grade heiter, zart und wahrhaft." - Goethe

Wie schon Leibniz, so bemerkte auch Goethe, dass es zu den traurigsten Zeichen unserer Zeit gehöre, die platonische Anschauungsweise in der Philosophie für das Gegenteil einer gesunden Vernunft gelte . Platonismus sei die Überzeugung, dass das Ziel alles Erkenntnisstrebens die Aneignung der die Welt tragenden und deren Grund bildenden Ideen sein müsse. Wer diese Überzeugung in sich nicht erwecken könne, der verstehe die platonische Weltsicht nicht. Die Weltansicht des Aristoteles (384-322 v. Chr.) stehe mit der Platos nicht im Gegensatze. Man kann sagen, fachlich sind die beiden Philosophen der gleichen Ansicht. Aristozeles war ein entschiedener Gegner der Weltansicht, die alles auf eine abstrakte Einheit zurückführen will. Aristoteles erkannte bereits, dass ein Ding nicht dadurch erklärt werden kann, dass man das Eigentümliche, Besondere davon abstreift und nur das hervorhebt, was es mit anderen gemein hat. Dieser letzteren Tendenz entspringen die wissenschaftlichen Theorien, die alle Naturerscheinungen auf nebulose, abstrakte einheitliche Vorgänge wie Wellenbewegung zurückführen wollen.
 
 

"Was wär ein Gott, der nur von außen stieße,
Im Kreis das All am Finger laufen ließe!
Ihm ziemt's, die Welt im Innern zu bewegen,
Natur in Sich, Sich in Natur zu hegen,
So daß, was in Ihm lebt und webt und ist,
Nie Seine Kraft, nie Seinen Geist vermißt." - 
Johann Wolfgang von Goethe

"Christ ist erstanden
Aus der Verwesung Schoß.
Reißet von Banden
Freudig euch los!
Tätig ihn preisenden,
Liebe beweisenden,
Brüderlich speisenden,
Predigend reisenden,
Wonne verheißenden
Euch ist der Meister nah,
Euch ist er da!"
Johann Wolfgang von Goethe, Faust I


Goethe sagt, keine heidnische Religion, "die sich auf Furcht gründet, wird unter uns geachtet. ... Alle sogenannten heidnischen Religionen sind von dieser Art, sie mögen übrigens Namen haben, wie sie wollen." Erst eine Religion, die "gegründet auf die Ehrfurcht vor dem, was unter uns ist; wir nennen sie die christliche, weil sich in ihr eine solche Sinnesart am meisten offenbart; es ist ein Letztes wozu die Menschheit gelangen konnte und musste"

"Nun ist aber von einer dritten Religion zu sprechen, gegründet auf  die Ehrfurcht vor dem, was unter uns ist; wir nennen sie die christliche, weil sich in ihr eine solche Sinnesart am meisten offenbart; es ist ein Letztes, wozu die Menschheit gelangen konnte und musste. Aber was gehörte dazu, die Erde nicht allein unter sich liegen zu lassen und sich auf einen höheren Geburtsort zu berufen, sondern auch Niedrigkeit und Armut, Spott und Verachtung, Schmach und Elend, Leiden und Tod als göttlich anzuerkennen, ja Sünde selbst und Verbrechen nicht als Hindernisse, sondern als Fördernisse des Heiligen zu verehren und liebzugewinnen. Hiervon finden sich freilich Spuren durch alle Zeiten, aber Spur ist nicht Ziel, und da dieses Ziel einmal erreicht ist, so kann die Menschheit nicht wieder zurück, und man darf sagen, dass die christliche Religion, da sie einmal erschienen ist, nicht wieder verschwinden kann, nicht wieder aufgelöst werden mag." - Johann Wolfgang von Goethe


"Das Vermögen, jedes Sinnliche zu veredeln", sagt Goethe, "und den toten Stoff durch Vermählung mit der geistigen Idee zu beleben, ist die sicherste Bürgschaft unseres übersinnlichen Ursprungs." Im Gegensatz zum "Heiligen Geist" gibt es aber auch den abgefallenen "nicht heilenden" Geist; was passiert wäre, wenn das Christentum nicht gekommen wäre, kann man heute an der arabischen Welt studieren: Die weitere Auswirkung des Sündenfalls hätte zum weltweiten Bürgerkrieg, zum Untergang der Menschheit und der ihr angehörenden Welt führen müssen, wenn nicht durch das Mysterium von Golgatha die grosse Heilungstat Gottes geschehen wäre. Durch den Sohn befähigt, kann er die gestörte Harmonie der Welt wiederherstellen, indem er ihr aus der Kraft des Geistes zurückgibt, was sie durch ihn verloren hat. Denn das letzte Ziel ist nicht nur die Erlösung der Menschen, sondern die Heiligung der Kreatur, die Transsubstantiation der Erde. [16] 

Daher gehört der Islam heute weder zu Europa noch zu irgend einem anderen Land - auch nicht zu den Ländern im nahen Osten. Orientalische Dichter haben sich schon immer über Mohammed lustig gemacht. So schreibt Goethe in seinen "Noten und Abhandlungen zum besseren Verständnis des West-Östlichen Divans":

 
"Mahomet habe ihre Sprache und Literatur verdorben, so dass sie sich niemals wieder erholen werde. Der Verwegenste jedoch, ein geistvoller Dichter, war kühn genug zu versichern: alles, was Mahomet gesagt habe, wollte er auch gesagt haben, und besser, ja er sammelte sogar eine Anzahl Sektierer um sich her. Man bezeichnete ihn deshalb mit dem Spottnamen Motanabbi, unter welchem wir ihn kennen, welches so viel heisst als: einer, der gern den Propheten spielen möchte." - Johann Wolfgang von Goethe
Goethe gilt unter Moslems immer als Freund des Islams; das war er aber nicht: für ihn gebührt der christlichen Religion das höchste Lob, "die mahometanische lässt ihren Bekenner nicht aus einer dumpfen Beschränktheit heraus." An anderer Stelle schreibt Goethe:
 
"Diese Dichtungen geben uns einen hinlänglichen Begriff von der hohen Bildung des Stammes der Koraischiten, aus welchem Mahomet selbst entsprang, ihnen aber eine düstere Religionshülle überwarf und jede Aussicht auf reinere Fortschritte zu verhüllen wusste." - Johann Wolfgang von Goethe


Interessant ist in dieser Beziehung Voltaires Mahomet. 1. Aufzug.  Trauerspiel in fünf Aufzügen, nach Voltaire von Johann Wolfgang von Goethe:
 

"Wenn du denselben Mahomet vor Zeiten,
Durch der Gesetze Kraft, darnieder hieltest,
Und eines Bürgerkrieges furchtbarn Brand,
In seinen ersten Funken, weise tilgtest,
Da war er noch ein Bürger und erschien
Als Schwärmer, Ordnungsstörer, Aufruhrstifter;
Heut ist er Fürst, er triumphiert, er herrscht.
Aus Mekka mußt' er als Betrüger flüchten,
Medina nahm ihn als Propheten auf,
Ja, dreißig Nationen beten ihn
Und die Verbrechen an, die wir verwünschen.
Was sag' ich! Selbst in diesen Mauern schleicht
Der Gift des Wahnes. Ein verirrtes Volk,
Berauscht von trübem Feuereifer, gibt
Gewicht den falschen Wundern, breitet
Parteigeist aus und reget innern Sturm.
Man fürchtet und man wünscht sein Heer, man glaubt
Ein Schreckensgott begeistre, treibe, führe
Unwiderstehlich ihn von Sieg zu Sieg.
Zwar sind mit dir die echten Bürger eins;
Doch ihre Zahl ist kleiner als du denkst.
Wo schmeichelt sich die Heuchelei nicht ein?
Und Schwärmerei, die ihren Vorteil kennt?
Zu Neuerungen Lust, ein falscher Eifer, Furcht
Zerstören Mekkas auferregten Kreis" (Voltaire / Goethe)

"Und diese gäb' ich dem Barbaren wieder?
Du wolltest daß mit solchem edlen Schatz
Die Räuberhände sich bereicherten?
Wie? Da er uns mit Schwert und Trug bekämpft" (Voltaire / Goethe)

"O wie verblendet sind die Sterblichen,
Wenn sie ein falscher Heuchelwahn betäubt!
Auch mich verläßt hier alles, ihm Altäre,
Dem Frevler, zu errichten, den ich einst
Sein Richter schonte, der, ein Missetäter,
Von hier entfloh und Kronen sich erlog". (Voltaire / Goethe)

"Ach! in des Aberglaubens festen Banden
Verliert dein schönes Herz die Menschlichkeit.
Wie jede Knechtschaft, raubt auch diese dir
Den freien Blick das Würdige zu schätzen." (Voltaire / Goethe)

"Omar, ich kenne dich. Du scheinest hier
Als Schwärmer dieses Wunderbild zu zeichnen;
Doch seh' ich nur den klugen Redner durch.
Du glaubst umsonst, wie Andre, mich zu täuschen;
Ihr betet an wo ich verachten muß.
Verbanne jeden Trug! Mit weisem Blick
Sieh den Propheten an den du verehrst.
Den Menschen sieh in Mahomet! Gesteh!
Du hobst ihn, du, zu dieser Himmelshöhe.
Des Schwärmens, der Verstellung sei genug!
Laß mit Vernunft uns deinen Meister richten.
Wie zeigt er sich? Er treibt, ein roher Knecht,
Kamele vor sich her, betrügt, durch Heucheldienst
Und Schwärmerei, ein Weib das ihm vertraut.
So wird Fatime sein. Von Traum in Traum
Führt er ein leicht gewonnen Volk und macht Partei,
Erregt die Stadt. Man fängt ihn, führet ihn
Zu meinen Füßen. Vierzig Älteste
Verdammen, sie verbannen ihn, und so
Zu leicht bestraft, wächs't nur sein kühner Unsinn.
Von Höhle flüchtet er zu Höhle mit Fatimen,
Und seine Jünger, zwischen Stadt und Wüste,
Verbannt, verfolgt, geächtet, eingekerkert,
Verbreiten ihre Wut als Götterlehre.
Medina wird von ihrem Gift entzündet.
Da standest du, du selbst, du standest auf,
Mit Weisheit diesem Übel abzuwehren.
Da warst du glücklich, brav, gerecht, und stelltest
Als freier Mann dich gegen Tyrannei.
Ist er Prophet, wie durftest du ihn strafen?
Ist er Betrüger, und du dienest ihm?" (Voltaire / Goethe)

"Nur Mahomet und dich, und deines gleichen,
Wünsch' ich durch meine Redlichkeit zu schrecken.
Du willst, der Scherif des Senates soll,
Abtrünnig, dem Betrüger huld'gen, den Verführer
Bestät'gen, den Rebellen krönen? Zwar
Ich leugne nicht, daß dieser kühne Geist
Viel Klugheit zeigt, und Kraft und hohen Mut;
Wie du, erkenn' ich deines Herrn Talente,
Und wär' er tugendhaft, er wär' ein Held.
Doch dieser Held ist grausam, ein Verräter;
So schuldig war noch niemals ein Tyrann.
Mir kündigst du die trügerische Huld
Vergebens an; der Rache tiefe Künste
Versteht er meisterlich, mir drohen sie.
Im Laufe dieses Krieges fiel sein Sohn
Durch meine Hand. Ja! dieser Arm erlegt' ihn,
Und meine Stimme sprach des Vaters Bann.
Mein Haß ist unbezwinglich, wie sein Zorn.
Will er nach Mekka, muß er mich verderben,
Und der Gerechte schont Verräter nicht." (Voltaire / Goethe)
 
 

In Goethe's Torquato Tasso geht es, ähnlich wie bei Hölderlin, auch darum das Schicksal der Christenheit im Kampf mit den Sarazenen und Türken in dichterischer Form darzustellen  [1][2][3]: 
 
"Und wer der Dichtkunst Stimme nicht vernimmt,
Ist ein Barbar, er sei auch wer er sei" (Goethe)

"Gut! wenn du willst: der hohe Sinn des Pabsts.
Er sieht das Kleine klein, das Große groß.
Damit er einer Welt gebiete, gibt
Er seinen Nachbarn gern und freundlich nach.
Das Streifchen Land, das er dir überläßt,
Weiß er, wie deine Freundschaft, wohl zu schätzen.
Italien soll ruhig seyn, er will
In seiner Nähe Freunde sehen, Friede
Bei seinen Grenzen halten, daß die Macht
Der Christenheit, die er gewaltig lenkt,
Die Türken da, die Ketzer dort vertilge." (Goethe)

"Laß mein Gedicht aus jeder Stanze sprechen:
Was ich gewollt ist löblich, wenn das Ziel
Auch meinen Kräften unerreichbar blieb.
An Fleiß und Mühe hat es nicht gefehlt.
Der heitre Wandel mancher schönen Tage,
Der stille Raum so mancher tiefen Nächte,
War einzig diesem frommen Lied geweiht.
Bescheiden hofft' ich jenen großen Meistern
Der Vorwelt mich zu nahen; kühn gesinnt
Zu edlen Thaten unsern Zeitgenossen
Aus einem langen Schlaf zu rufen, dann
Vielleicht mit einem edlen Christen-Heere,
Gefahr und Ruhm des heil'gen Kriegs zu theilen.
Und soll mein Lied die besten Männer wecken,
So muß es auch der besten würdig seyn.
Alphonsen bin ich schuldig was ich that,
Nun möcht' ich ihm auch die Vollendung danken".(Goethe)
 
 

Auch In Goethe's Übersetzung des Tancred von Voltaire geht es um das Schicksal der Christenheit im Kampf mit den Sarazenen und Türken sowie um die Bekehrung einzelner SarazenInnen und TürkInnen zum Christentum. Es geht immer darum, das muslimische Joch abzuschütteln: "Errichtet Siegeszeichen auf dem Platze, Wo diese Wundertaten euch befreit, Und schmücket, fromm, die heiligen Altäre Mit der Ungläub'gen besten Schätzen aus. O! möge doch die ganze Welt von uns, Wie man sein letztes Gut verteidigt, lernen! O möge Spanien, aus seinem Druck, Italien, aus seiner Asche blicken! Ägypten, das zertretne, Syrien, Das fesseltragende".  Der Schauplatz ist in und bei Syrakus. Die Zeit der Handlung fällt in das Jahr 1005. Die afrikanischen Sarazenen hatten, im neunten Jahrhundert, ganz Sizilien erobert. Da Syrakus ihr Joch abschüttelte, behielten sie Palermo und Girgenti. Die griechischen Kaiser besaßen Messina. Personen: Arsir, Ältester des Ritterchors von Syrakus, Ritter von Syrakus:    Orbassan, Loredan, Roderich. Tancred, Ritter, aus einer verbannten syrakusanischen Familie, in Byzanz erzogen, Aldamon, Soldat, Amenaide, Tochter Arsirs, Euphanie, ihre Freundin, Mehrere Ritter, als Glieder des hohen Rats Knappen, Soldaten, Volk: [1][2][3]: 
 
"Erlauchte Ritter, deren Mut und Kraft
Des Vaterlands Bedrängnis rächen soll,
Mir, als dem Ältesten, erlaubet ihr
Euch zu versammeln, euren Rat zu hören.
Entschlossen seid ihr, mit gesamter Hand
Der Doppeltyrannei, die sich Siciliens
Bemächtigte, die Brust zu bieten, euch
Und Syrakus die Freiheit zu verschaffen.
Die beiden ungeheuren Mächte, die
Sich in die Welt zu teilen lange kämpfen,
Des Orients Monarchen und der Sarazenen
Verwegne Fürsten, beide machen sich
Die Ehre streitig, uns zu unterjochen.

Dem Kaiser von Byzanz gehorchen schon
Messinens Völker; Solamir, der Maure,
Beherrschet Agrigent und Ennas Flur,
Bis zu des Ätna fruchtbeglücktem Fuß,
Und beide drohten Knechtschaft unsrer Stadt;
Doch aufeinander eifersüchtig beide,
Begierig beide solchen Raub zu haschen,
Bekämpften sich und stritten so für uns.
Sie haben wechselweise sich geschwächt,
Nun öffnet sich ein Weg uns zu erretten;
Der Augenblick ist günstig; nützet ihn!
Der Muselmannen Größe neigt sich schon,
Europa lernet weniger sie fürchten.
Uns lehrt in Frankreich Karl Martell, Pelag
In Spanien, der heil'ge Vater selbst,
Leo der Große, lehrt, mit festem Mut,
Wie dieses kühne Volk zu dämpfen sei.

Welch ein Verdruß für uns daß Solamir,
Als Muselmann, in dieser Christeninsel,
Ja selbst in dieser Stadt Verräter soldet,
Uns Friede bietet wenn er Krieg bereitet,
Um uns zu stürzen, uns zu trennen sucht.

Am meisten aber, daß ich nichts verschweige,
Neigt sich der Frauen leicht verführt Geschlecht
Den Lockungen des fremden Glanzes zu.
An Solamir und seinen Edlen schätzt
Ein weiblich Auge, lüstern, manchen Reiz,
Des Morgenlandes auserles'ne Pracht
In Kleid und Schmuck, Gewandtheit der Gestalt,
Der Neigung Feuer und der Werbung Kühnheit;
Indes wir der gerechten Sache nur,
Dem Wohl des Staates, Sinn und Arme widmen,
Und Kunstgewerbe ritterlich verschmähn.
Im Siege mag sich unsre Kunst enthüllen;
Mir trau' ich viel, euch trau' ich alles zu.
Besonders aber laßt, gerecht und streng,
Uns gegen der Verräter Tücke wachen;
Ein Einziger zerstöret, leicht und schnell,
Was viele tausend Redliche gebaut.
Und wenn ein Solcher des Gesetzes nicht
Des Unglücks, das er stiftet, nicht gedenkt;
So laßt, wenn er entdeckt ist, im Gericht,
Uns nicht an Gnade, nicht an Milde denken.
Und Syrakus liegt sicher hinter uns,
Wenn wir uns Solamir entgegen stürzen.

Wohl ist es schrecklich, sie, von edlem Stamme,
So hoch verehrt von allen, jung und reizend,
Die Hoffnung zweier Häuser, von dem Gipfel
Des Glücks, in Schmach und Tod gestürzt zu sehn;
Doch welche Pflichten hat sie nicht verletzt?
Von ihrem Glauben reißet sie sich los;
Ihr Vaterland verrät sie, einen Feind
Ruft sie, uns zu beherrschen, frech heran.
Oft hat Sicilien und Griechenland
An seinen Bürgerinnen das erlebt,
Daß sie der Ehre, daß dem Christennamen,
Daß den Gesetzen sie entsagt und sich
Dem Muselmann, der alle Welt bedrängt,
Im wilden Feuer, lüstern, hingegeben;
Doch daß sich eines Ritters Tochter, sie,
Die Braut solch eines Ritters, so vergiss't
Und, auf dem Wege zum Altare, noch
Ein solch verrätrisch Unternehmen wagt,
Ist neu in Syrakus, neu in der Welt.
Lass't unerhört das Unerhörte strafen!

Gern will ich es gestehn, ich bebe selbst,
Indem ich ihre volle Schuld mir denke,
Die nur durch ihren Rang sich noch vermehrt.
Wir alle kennen Solamirs Beginnen,
Wir kennen seine Hoffnung, seine Liebe,
Die Gabe zu gefallen, zu betrügen,
Geister zu fesseln, Augen zu verblenden.
An ihn gerichtet hat sie dieses Blatt!
»Regier in unserm Staate!« – Braucht es mehr
Die gräßlichste Verschwörung zu enthüllen?
Und was noch sonst Verwerflich's diese Züge
Vor uns're Augen bringen, sag' ich nicht
In deiner Gegenwart, verehrter Mann!
Wir schämen uns wo sie der Scham vergaß.
Und welcher Ritter sollte nun für sie,
Nach altem, löblichem Gebrauche, streiten?
Wer fände sie noch würdig, ihretwegen,
Die keinen Schein des Rechtes vor sich hat,
Sein Blut und seinen Namen zu verschwenden?

"Loredan: Bleib unbekannt, weil du es so begehrst,
Und laß, durch nützliche, erhabne Taten,
Uns deinen Mut zum Heil des Staates kennen!
Die Scharen der Ungläub'gen sind gerüstet.
Verteidige mit uns Religion,
Gesetz und Freiheit, jenes hohe Recht,
Sich selbst Gesetz zu geben. Solamir
Sei nun dein Feind und deiner Taten Ziel.
Du hast uns unsers besten Arms beraubt;
Der deine fechte nun an seiner Stelle.

Tancred: Wie ich versprochen, will ich alsobald
Euch in das Feld begleiten. Solamir
Befeindet mich vielleicht weit mehr als euch;
Ich hass' ihn mehr als ihr. Doch, wie ihm sei,
Zu diesem neuen Kampf bin ich bereitet.

Roderich: Wir hoffen viel von solchem hohen Mut;
Doch wird auch Syrakus dich und sich selbst
Durch seine Dankbarkeit zu ehren wissen."

"Loredan: Erhebt das Herz in freudigem Gesang
Und Weihrauch laßt dem Gott der Siege wallen!
Ihm, der für uns gestritten, unsern Arm
Mit Kraft gerüstet, sei allein der Dank!
Er hat die Schlingen, hat das Netz zerrissen,
Mit denen uns der Glaubensfeind umstellt.
Wenn dieser hundert überwundne Völker,
Mit ehrnem Stab, tyrannisch niederdrückt;
So gab der Herr ihn heut' in unsre Hand.
Errichtet Siegeszeichen auf dem Platze,
Wo diese Wundertaten euch befreit,
Und schmücket, fromm, die heiligen Altäre
Mit der Ungläub'gen besten Schätzen aus.
O! möge doch die ganze Welt von uns,
Wie man sein letztes Gut verteidigt, lernen!
O möge Spanien, aus seinem Druck,
Italien, aus seiner Asche blicken!
Ägypten, das zertretne, Syrien,
Das fesseltragende, nun auch
Zum Herren, der uns rettete, sich wenden!
Doch im Triumphe laßt uns nicht Arsirs
Und seiner Vaterschmerzen nicht vergessen!
O daß auch ihm das allgemeine Glück
In seines Hauses Jammer Tröstung bringe!
Und nun, wo ist der Ritter, der für uns,
Wie alle rühmen, diesen Sieg erfocht?
Hat ein Triumph so wenig Reiz für ihn?
Und könnt' er uns des Neids verdächtig halten?
Wir sind geprüft genug, ein fremd Verdienst
In seinem vollen Werte zu verehren.
Er focht in deiner Nähe, wie ich weiß;
Kannst du von ihm, o Herr, uns Nachricht geben?
Er hat so edel die Gefahr geteilt,
Will er nicht auch die Siegesfreude teilen?"

"Euphanie: Teilet Freud' und Jubel!
Empfindet, mehr als wir, ein Wunderglück!
Tancred hat abermals gesiegt, den Rest
Auf ihn vereinter Flüchtiger zerstreut.
Und Solamir, von seiner Hand getötet,
Liegt nun, als Opfer des bedrängten Staats,
Als Pfand zukünft'ger Siege, zur Entsühnung
Gekränkter Frauenehre hingestreckt.
Wie schnell verbreitet sich der Ruf umher!
Wie freudetrunken fliegt das Volk ihm zu,
Und nennt ihn seinen Helden, seinen Schutz;
Des Thrones würdig preis't man seine Taten.
Ein Einziger von unsern Kriegern war,
Auf diesen Ehrenwegen, sein Begleiter:
Der Aldamon, der unter dir gedient,
Errang sich einen Teil an diesem Ruhm.
Und als zuletzt noch unsre Ritter sich,
Mit Ungestüm, zum Platz des Kampfes stürzten,
War alles längst getan, der Sieg entschieden.
In der Ferne Siegsgesang.
Vernehmt ihr jener Stimmen Hochgesang?
Die über alle Helden seines Stammes,
Ihn über Roland, über Tristan heben.
Ihm reichen tausend Hände Kranz um Kranz.
Welch ein Triumph der dich und ihn verklärt!
O teile, komm! den herrlichen Triumph;
Du hast ihn längst verdient und längst vermißt.
Dir lächelt alles nun und jeder schämt
Sich jener Schmach, mit der er dich verletzt.
Tancred ist dein, ergreife den Besitz!" (Voltaire / Goethe)
 

Goethe und das Christentum

Goethe reichte eine Sittenlehre im Sinne von Kant nicht aus: "Aus der Sittenlehre konnte ich keinen Trost schöpfen. Weder ihre Strenge, wodurch sie unsre Neigung meistern will, noch ihre Gefälligkeit, mit der sie unsre Neigungen zu Tugenden machen möchte, konnte mir genügen"  (Goethe). Europa wurde mehr und mehr in den Abstraktionsprozess hineingetrieben. "Und dieser Abstraktionsprozess ging weiter, ging mit einer gewissen Notwendigkeit weiter und durchdrang wirklich das Abendland. Nur einzelne bedeutsame Geister lehnten sich auf, waren die großen Rebellen gegen den Abstraktizismus. Einer der bedeutsamsten dieser Rebellen war Goethe seiner ganzen Geisteskonstitution nach. Und einer derjenigen, die am meisten verfallen sind dem Abstraktizismus, das ist Kant." Die Naturwissenschaft strebt darauf hin, das Moralische ganz aus ihrer Betrachtungsweise zu beseitigen, und die heutigen Ethiker beginnen sich damit abzufinden, dass ihnen keine wirklichen Kräfte innewohnen. "In Goethe steckte jedoch seiner ganzen Veranlagung nach etwas tief Christliches, etwas viel tiefer Christliches als in sehr vielen solchen Christen, die nach einem bekannten Ausspruche bei jeder Gelegenheit das 'Herr, Herr' auf der Zunge haben." Goethes Weg zum Christentum: "Endlich glaubte ich bei einem Schimmer zu sehen, daß das, was ich suchte, in der Menschwerdung des ewigen Worts, durch das alles und auch wir erschaffen sind, zu suchen sei. Daß der Uranfängliche sich in die Tiefen, in denen wir stecken, die er durchschaut und umfaßt, einstmal als Bewohner begeben habe, durch unser Verhältnis von Stufe zu Stufe, von der Empfängnis und Geburt bis zu dem Grabe, durchgegangen sei, daß er durch diesen sonderbaren Umweg wieder zu den lichten Höhen aufgestiegen, wo wir auch wohnen sollten, um glücklich zu sein: das ward mir, wie in einer dämmernden Ferne, offenbart. O warum müssen wir, um von solchen Dingen zu reden, Bilder gebrauchen, die nur äußere Zustände anzeigen! Wo ist vor ihm etwas Hohes oder Tiefes, etwas Dunkles oder Helles? Wir nur haben ein Oben und Unten, einen Tag und eine Nacht. Und eben darum ist er uns ähnlich geworden, weil wir sonst keinen Teil an ihm haben könnten. Wie können wir aber an dieser unschätzbaren Wohltat teilnehmen? »Durch den Glauben«, antwortet uns die Schrift. Was ist denn Glauben? Die Erzählung einer Begebenheit für wahr halten, was kann mir das helfen? Ich muß mir ihre Wirkungen, ihre Folgen zueignen können. Dieser zueignende Glaube muß ein eigener, dem natürlichen Menschen ungewöhnlicher Zustand des Gemüts sein. »Nun, Allmächtiger! so schenke mir Glauben!« flehte ich einst in dem größten Druck des Herzens. Ich lehnte mich auf einen kleinen Tisch, an dem ich saß, und verbarg mein beträntes Gesicht in meinen Händen. Hier war ich in der Lage, in der man sein muß, wenn Gott auf unser Gebet achten soll, und in der man selten ist. Ja, wer nur schildern könnte, was ich da fühlte! Ein Zug brachte meine Seele nach dem Kreuze hin, an dem Jesus einst erblaßte; ein Zug war es, ich kann es nicht anders nennen, demjenigen völlig gleich, wodurch unsre Seele zu einem abwesenden Geliebten geführt wird, ein Zunahen, das vermutlich viel wesentlicher und wahrhafter ist, als wir vermuten. So nahte meine Seele dem Menschgewordnen und am Kreuz Gestorbenen, und in dem Augenblicke wußte ich, was Glauben war. »Das ist Glauben!« sagte ich und sprang wie halb erschreckt in die Höhe. Ich suchte nun, meiner Empfindung, meines Anschauens gewiß zu werden, und in kurzem war ich überzeugt, daß mein Geist eine Fähigkeit sich aufzuschwingen erhalten habe, die ihm ganz neu war. Bei diesen Empfindungen verlassen uns die Worte. Ich konnte sie ganz deutlich von aller Phantasie unterscheiden; sie waren ganz ohne Phantasie, ohne Bild, und gaben doch ebendie Gewißheit eines Gegenstandes, auf den sie sich bezogen, als die Einbildungskraft, indem sie uns die Züge eines abwesenden Geliebten vormalt. Als das erste Entzücken vorüber war, bemerkte ich, daß mir dieser Zustand der Seele schon vorher bekannt gewesen; allein ich hatte ihn nie in dieser Stärke empfunden. Ich hatte ihn niemals festhalten, nie zu eigen behalten können. Ich glaube überhaupt, daß jede Menschenseele ein und das andere Mal davon etwas empfunden hat. Ohne Zweifel ist er das, was einem jeden lehrt, daß ein Gott ist. Mit dieser mich ehemals von Zeit zu Zeit nur anwandelnden Kraft war ich bisher sehr zufrieden gewesen, und wäre mir nicht durch sonderbare Schickung seit Jahr und Tag die unerwartete Plage widerfahren, wäre nicht dabei mein Können und Vermögen bei mir selbst außer allen Kredit gekommen, so wäre ich vielleicht mit jenem Zustande immer zufrieden geblieben. Nun hatte ich aber seit jenem großen Augenblicke Flügel bekommen. Ich konnte mich über das, was mich vorher bedrohete, aufschwingen, wie ein Vogel singend über den schnellsten Strom ohne Mühe fliegt, vor welchem das Hündchen ängstlich bellend stehenbleibt. Meine Freude war unbeschreiblich, und ob ich gleich niemand etwas davon entdeckte, so merkten doch die Meinigen eine ungewöhnliche Heiterkeit an mir, ohne begreifen zu können, was die Ursache meines Vergnügens wäre. Hätte ich doch immer geschwiegen und die reine Stimmung in meiner Seele zu erhalten gesucht! Hätte ich mich doch nicht durch Umstände verleiten lassen, mit meinem Geheimnisse hervorzutreten! dann hätte ich mir abermals einen großen Umweg ersparen können." (Goethe) [2] 

Zu folgenden Erkenntnissen kamen weder Mohammed und seine Anhänger noch islamische Philosophen wie Averroes, Rumi & Co, sondern nur christliche Dichter und Denker: »Wenn wir uns«, sagte er einmal, »als möglich denken können, daß der Schöpfer der Welt selbst die Gestalt seiner Kreatur angenommen und auf ihre Art und Weise sich eine Zeitlang auf der Welt befunden habe, so muß uns dieses Geschöpf schon unendlich vollkommen erscheinen, weil sich der Schöpfer so innig damit vereinigen konnte. Es muß also in dem Begriff des Menschen kein Widerspruch mit dem Begriff der Gottheit liegen; und wenn wir auch oft eine gewisse Unähnlichkeit und Entfernung von ihr empfinden, so ist es doch um desto mehr unsere Schuldigkeit, nicht immer wie der Advokat des bösen Geistes nur auf die Blößen und Schwächen unserer Natur zu sehen, sondern eher alle Vollkommenheiten aufzusuchen, wodurch wir die Ansprüche unsrer Gottähnlichkeit bestätigen können.« Ich lächelte und versetzte: »Beschämen Sie mich nicht zu sehr, lieber Oheim, durch die Gefälligkeit, in meiner Sprache zu reden! Das, was Sie mir zu sagen haben, ist für mich von so großer Wichtigkeit, daß ich es in Ihrer eigensten Sprache zu hören wünschte, und ich will alsdann, was ich mir davon nicht ganz zueignen kann, schon zu übersetzen suchen.« »Ich werde«, sagte er darauf, »auch auf meine eigenste Weise ohne Veränderung des Tons fortfahren können. Des Menschen größtes Verdienst bleibt wohl, wenn er die Umstände soviel als möglich bestimmt und sich sowenig als möglich von ihnen bestimmen läßt. Das ganze  Weltwesen liegt vor uns wie ein großer Steinbruch vor dem Baumeister, der nur dann den Namen verdient, wenn er aus diesen zufälligen Naturmassen ein in seinem Geiste entsprungenes Urbild mit der größten Ökonomie, Zweckmäßigkeit und Festigkeit zusammenstellt. Alles außer uns ist nur Element, ja ich darf wohl sagen, auch alles an uns; aber tief in uns liegt diese schöpferische Kraft, die das zu erschaffen vermag, was sein soll, und uns nicht ruhen und rasten läßt, bis wir es außer uns oder an uns, auf eine oder die andere Weise, dargestellt haben. " [2] - Goethe
 
 

Anmerkungen

[1] Weitere Literatur in Kurs Nr. 554 Friedrich Hölderlin. Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Vgl. Kurs Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion; zu Goethe, naturwissenschaftliche Weltanschuung und das Christentum vgl. Anm. 23 und Rudolf Steiner: Kosmische und menschliche Metamorphose, Bausteine zu einer Erkenntnis des Mysteriums von Golgatha. GA Nr. 175. Dornach/Schweiz
[3] Weitere Literatur in Kurs Nr. 512 Novalis. Akademie der Kunst und Philosophie
[4] Vgl. Kurse Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie / Académie des sciences
[5] Vgl. Kurse: Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 532 - Philosophie der Wissenschaften. Akademie der Kunst und Philosophie
[6] Weitere Literatur in Kurs: Nr. 556 - Torquato Tasso. Akademie der Kunst und Philosophie
[7] Weitere Literatur in Kurs: Nr. 559 - Wolfram von Eschenbach. Akademie der Kunst und Philosophie
[8] Alexander von Humboldt 1808/1999: Über den Bau und die Wirkungsart der Vulkane in den verschiedenen      Erdstrichen. In: Ansichten der Natur, Stuttgart. Diese Abhandlung wurde gelesen in der öffentlichen Versammlung der Akademie zu Berlin den 24. Jan. 1823.
[9] Siehe auch Alexander von Humboldt in Kurs Nr. 553 Friedrich Schiller. Akademie der Kunst und Philosophie
[10] Alexander von Humboldt siehe Kurse Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 554 Friedrich Hölderlin. Akademie der Kunst und Philosophie
[11] Weitere Ausführungen zu Alexander von Humboldt in Kurs Nr. 505 Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Akademie der Kunst und Philosophie
[12] Vgl. Kurs Nr. 522 Raffael und das kosmische Christentum. Akademie der Kunst und Philosophie
[13] Im Gegensatz zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften konnte Alexander von Humboldt den Schriften des Plinius nicht viel abgewinnen: Die Historia naturalis des Plinius: in der tabellarischen Uebersicht, welche jetzt das sogenannte erste Buch bildet, Historiae Mundi ; in einem Briefe des Neffen an seinen Freund Macer schöner Naturae Historia genannt, begreift Himmel und Erde zugleich: die Lage und den Lauf der Weltkörper, die meteorologischen Processe des Luftkreises, die Oberflächen-Gestaltung der Erde; alles tellurische, von der Pflanzendecke und den Weich-Gewürmen des Oceans an bis hinauf zu dem Menschengeschlechte. Dieses ist betrachtet nach Verschiedenheit seiner geistigen Anlagen wie in der Verherrlichung derselben zu den edelsten Blüthen der bildenden Künste. Ich nenne die Elemente des allgemeinen Naturwissens, welche in dem großen Werke fast ungeordnet vertheilt liegen. »Der Weg, den ich wandeln werde«, sagt Plinius mit edler Zuversicht zu sich selbst, »ist unbetreten ( non trita auctoribus via); Keiner unter uns, Keiner unter den Griechen hat unternommen, Einer, das Ganze (der Natur) zu behandeln ( nemo apud Graecos qui unus omnia tractaverit). Wenn mein Unternehmen mir nicht gelingt, so ist es doch etwas schönes und glänzendes ( pulchrum atque magnificum) dergleichen versucht zu haben.« Es schwebte dem geistreichen Manne ein einziges großes Bild vor; aber, durch Einzelheiten zerstreut, bei mangelnder lebendiger Selbstanschauung der Natur, hat er dies Bild nicht festzuhalten gewußt. Die Ausführung ist unvollkommen geblieben: nicht etwa bloß wegen der Flüchtigkeit und oftmaligen Unkenntniß der zu behandelnden Gegenstände (wir urtheilen nach den excerpirten Werken, welche uns noch heute zugänglich sind) als wegen der Fehler in der Anordnung. Man erkennt in dem Verfasser einen vielbeschäftigten vornehmen Mann, der sich gern seiner Schlaflosigkeit und nächtlichen Arbeit rühmte, aber als Statthalter in Spanien und Oberaufseher der Flotte in Unteritalien gewiß nur zu oft seinen wenig gebildeten Untergebenen das lockere Gewebe einer endlosen Compilation anvertraute. Dies Streben nach Compilation: d. h. nach mühevollem Sammeln einzelner Beobachtungen und Thatsachen, wie sie das damalige Wissen liefern konnte, ist an sich keinesweges zu tadeln; das unvollkommene Gelingen des Unternehmens lag in der Unfähigkeit den eingesammelten Stoff zu beherrschen, das  Naturbeschreibende höheren, allgemeineren Ansichten unterzuordnen, den Gesichtspunkt einer vergleichenden Naturkunde festzuhalten. Die Keime zu solchen höheren, nicht bloß orographischen, sondern wahrhaft geognostischen Ansichten liegen in Eratosthenes und Strabo; der Erstere wird ein einziges Mal, der Zweite nie benutzt. Aus der anatomischen Thiergeschichte des Aristoteles hat Plinius weder die auf die Hauptverschiedenheit der inneren Organisation gegründete Eintheilung in große Thierclassen, noch den Sinn für die allein sichere  Inductions-Methode in Verallgemeinerung der Resultate zu schöpfen gewußt. Weitere Literatur in Kurs Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences. Akademie der Kunst und Philosophie
[14] Siehe Kurse Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 531 Plato, Nr. 512 Novalis. Akademie der Kunst und Philosophie
[15] Vgl. Anm. 2 und Kurse Nr. 512 Novalis, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung. Akademie der Kunst und Philosophie
[16] Siehe Anm. 15 und Kurs Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie. Akademie der Kunst und Philosophie
[17] Vgl. Anm. 2 und Kurs Nr. 505 Schopenhauer. Akademie der Kunst und Philosophie
[18] Vgl. Anm. 2 und Kurs Nr. 533 Aristoteles. Akademie der Kunst und Philosophie
[19] Vgl. Anm. 2 und Kurs Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz. Akademie der Kunst und Philosophie
[20] Vgl. Anm. 5 und Kurs Nr. 531 Plato. Akademie der Kunst und Philosophie
[21] Vgl. Anm. 18 und 20; zur Bedeutung des Christentums im Gegensatz zu den Ansichten der Fideisten und Fallibisten vgl. Anm. 15 
[22] Vgl. Anm. 2 und 5; zu krankmachenden "Lebensmitteln" vgl. Zentrum für wesensgemaesse Bienenhaltung 2017: Gefährliche Suessigkeiten. Pressemitteilung; zu Naturheilverfahren wie Bienentherapie vgl. Zentrum für natuerliche Bienentherapie 2017: Natürliche Bienentherapie. Pressemitteilung 
[23] Vgl. Anm. 2 und Kurs Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles. Akademie der Kunst und Philosophie
[24] Thomas D. Seeley, Honeybee Democracy. Princeton University Press, Princeton, New Jersey 2010 und Anm. 22; zur Unterstützung der Forschung zur wesensgemäßen Bienenhaltung und Bienentherapie ohne Tierquälerei vgl. die berühmte Save Beecolonies-Bienenpatenschaft ; sie stellt darüber hinaus die einzige Bienenpatenschaft dar, die die wesensgemäße Bienenhaltung unterstützt, d.h. Bienen fördert, die nach den Kriterien des Zentrums für wesensgemäße Bienenhaltung ohne Tierquälerei gehalten werden
[25] Vgl. Anm. 5 und René Descartes: Discours de la methode pour bien conduire sa raison, et chercher la verité dans les sciences. Plus La Dioptrique. Les Meteores. Et La Geometrie. Qui sont des essais de cete Methode. Leyde 1637; De la Chambre: La Lumiere, par le Sieur de la Chambre, Conseiller du Roy en Ses Conseils, et son Médecin ordinaire. Paris 1657
[26] Vgl. Anm. 2 und 4; Robert Boyle: Experiments and observations upon colours, with a letter containing observations on a diamand shining in the dark, London 1663; Johann Christoph Sturm: Physica electiva sive hypothetica, 1697
[27] Vgl. Anm. 5 und 24
[28]  Isaak Newton: Optics, or a Treatise of the reflexions, refractions, inflexions and colours of light. Also two treatises of the species and magnitude of Curvilinear Figures. London 1704
 
 
 
 
 

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Letzte Bearbeitung:12.09.2017