Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

Kurs Nr. 564 

St. Augustine - Philosopher of Middle Ages

Aurelius Augustinus - Philosoph des Mittelalters


On wrong philosophy and how to improve

"Wie doch wohl nur windiger Wortschwall aus der Brust derer, die bloß Meinungen hegen, hervortritt, so wird sie hin- und hergetrieben, dreht sich hierhin und dorthin, das Licht versinkt im Nebel, und die Wahrheit bleibt unerkannt."  - Augustinus

"Sie haben keineswegs Lügenpropheten und wahre Propheten unterschiedslos gewähren lassen und durcheinander gemengt, sondern als wahrhaftig nur diejenigen Verfasser heiliger Schriften anerkannt und festgehalten, die untereinander einhellig waren und in keinem Stücke voneinander abwichen. Nur sie galten ihnen als Philosophen, das ist als Liebhaber der Weisheit, nur sie als Weise, als Theologen, als Propheten, als Lehrer der Rechtschaffenheit."  - Augustinus
 

Fra Angelico: Infant Jesus

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:

Augustinus lebte in einer Zeit, in der Konstantin zum Christentum konvertierte, die Religionsedikte des Theodosius ein fester Bestandteil des römischen Gemeinwesens war. Den Göttern zu opfern war bei Todesstrafe verboten. Wer am alten Kult festhielt beging Hochverrat. Das Heidentum wurde unterdrückt. 410 durch den Fall Roms schien die Entwicklung des Christentums einen Rückfall zu erleiden. Augustinus musste zeigen, dass Roms Niedergang nicht auf die forcierte Christianisierung zurückzuführen war, denn diese war die "Reinigung" Roms, nicht Ursache seines Verfalls. Augustinus meinte, das Christentum habe sich als die überlegene Religion erwiesen und sei über die ganze Erde verbreitet. Ein christlicher Staat würde besser funktionieren als ein heidnischer. Er musste beweisen, dass weder die Glückseligkeit des Einzelnen noch die des Gemeinwesens ohne die Durchführung der wahren Religion gesichert werden konnte. Dazu schrieb er die 22 Bücher von der Gottesstadt. [1]

Ihn interessierte, was ein gerechtes Gemeinwesen von einem ungerechten unterschied. Gerecht sei ein Gemeinwesen nur dann, wenn es den wahren Kult ausübt und den falschen Kult unterdrückt. Denn wenn die falschen Götter verehrt werden, gehöre ein Gemeinwesen in Wirklichkeit den Dämonen. Ein solcher Staat sei so ungerecht wie eine Räuberbande. Wie ungerecht derartige Staaten sind, können wir heute in der muslimischen Welt studieren. [2]

Er zeigte, dass die Verehrung der heidnischen Gottheiten das Glück weder im Diesseits noch im Jenseits sichern konnte; sie war Dämonenkult, der Rom schadete. Die Tugenden der Heiden mögen einen untergeordneten Wert haben für das geordnete Funktionieren irdischer Verwaltungen, aber sie haben keinen wirklichen Wert, denn sie dienen einer falschen Lebensrichtung und haben zur Folge, dass die "Teufelsherrschaft reibungslos funktioniert". [3]

Augustinus entwickelt ein christliches Gegenwartsbewusstsein und Kulturprogramm, das sich vor allem vom stoischen Materialismus abwendet. Er schuf eine Philosophie des Christentums; der Begriff theologia war ein ursprünglich philosophischer Terminus, den Augustinus in de civitate Dei dem Mittelalter überliefert hatte; er belegte inhaltlich die Übereinstimmung der Platoniker mit dem Christentum. Er gestand den Platonikern zu, den richtigen Begriff von Gott und von der Erschaffung der Welt gehabt zu haben, sie haben die Trinität denkend erfasst, denn sie liessen die Welt aus dem Logos hervorgehen; sie haben die Geistigkeit Gottes und der menschlichen Seele gelehrt. Erlösung interpretierte Augustinus als Befreiung aus der Herrschaft der Dämonen. [4]

Wie kam eigentlich Augustinus zum Christentum? Augustinus, ein häufig von Thomas von Aquin zitierter Autor, die Templeisen in Wolfram von Eschenbachs Parzival und die Templer wussten, Erfolg und Wohlstand allein machen noch lange nicht glücklich. Wie man zu echter Erfüllung findet, zeigen nicht nur die Beispiele des Parzival und Feirefiss aus der Gralssage sondern auch das Beispiel des Augustinus. Niemand dürfte damit gerechnet haben, dass aus dem smarten weltlichen Erfolgsredner später einmal ein Bischof, gar ein grosser Theologe werden würde. Erfolg hatte er auf seinem bisherigen Weg gehabt, sein Beruf war angesehen und erträglich, er besaß gute Freunde. Alles schien in Ordnung. Und dennoch zufrieden war Augustinus nicht. Sein Beruf brachte ihn in innere Not. Er sollte, das brachte seine Funktion mit sich, eine Rede auf einen Kaiser halten, den jungen, überforderten Valentinian II. Er musste dafür lügen. Augustinus wusste, dass er nicht den richtigen Weg verfolgte. Seinen Erfolg erlebte er als Scheitern auf der Suche nach Glück. Was Augustinus beschreibt, erinnert an moderne Befindlichkeiten. Man führt ein Leben des Erfolgs, des Wohlstands und hält es doch für ungenügend. Man ist sich bewusst, dass man auf dem falschen Weg ist, und vermag doch nichts zu ändern. Mitten in Erfolg und Wohlstand erlebt man sich als Gescheiterten, wenn es um das wirklich Wichtige geht. Nur wenige - eben Parzival und Feirefiss-Naturen - wagen einen Ausbruch aus dem bisherigen Leben. Der glanzvollen beruflichen Karriere sollte Augustinus bald entsagen. Er ging den Gralsweg, der ihm die Nichtigkeit seiner bisherigen Ambitionen vor Augen führte, beeinflusst durch Ambrosius und durch seine Mutter. Das ganze Scheitern seiner bisherigen Lebensplanung sah er in den Römerbriefen des Paulus in Worte gefasst. Er musste sein Leben ändern. Das Scheitern Augustinus mündete in eine Bekehrung zum christlichen Glauben. Augustinus, legte den Grundstein für die christliche Theologie als Wissenschaft. Am 13. November 354 wird Augustinus in der wohlhabenden römischen Provinzstadt Tagaste in Numidien geboren. Die Region zählt heute zu Algerien. Sein Vater ist der Stadtrat Patricius, seine Mutter die Christin Monica. Patricius schickt seinen Sohn zur Ausbildung in die etwa 24 km entfernte Stadt Madaura. 370  beginnt er in Karthago das Studium der Rhetorik. Dort schließt sich er sich dem Manichäismus an. Die in der Oberschicht Karthagos verbreitete Glaubenslehre geht auf ihren persischen Gründer Mani zurück. 384  nimmt Augustinus in Mailand die Stelle eines Magisters der Rhetorik an. Dort lernt er Bischof Ambrosius kennen, dessen Predigten und Liturgie ihn mit dem Leben von Jesus und dem Christentum als Religion in Berührung bringen. Ambrosius hatte das christliche Ritual durch die Einführung des Gemeindegesangs gestärkt. Im August 386 hat er ein Bekehrungserlebnis. Er hört eine Kinderstimme, die ihm die Worte "Nimm und lies!" einflüstert. Er bezieht diese Eingebung auf die Paulus-Briefe und beginnt sie zu studieren. Auf dem Landgut Cassiciacum beginnt er mit seinen ersten theologischen Schriften "Contra Academicos", "De beata vita" (vom glücklichen Leben) und "Soliloquia" (Selbstgespräche). Ostern 387 lässt sich Augustinus zusammen mit seinem Sohn Adeodatus und dem Freund Alypius von Bischof Ambrosius taufen. Im Herbst 388 tritt Augustinus seine Heimreise nach Numidien an. Mit Freunden bezieht er in Tagaste das väterliche Haus und beginnt mit ihnen ein klösterliches Leben. 390 entsteht die Schrift "De vera religione", in der er sich gegen die Manichäer wendet und den Glauben an den christlichen Gott verteidigt. Der hochbetagte Bischof Valerius von Hippo Regius nimmt Augustinus als seinen Gehilfen. Augustinus lässt sich zum Presbyter (griech: der Erste) weihen und beginnt sein Amt zu Ostern. 395 ist Augustinus Bischof mit Valerius.397 verfasst Augustinus  seine Autobiographie "Confessiones" (Bekenntnisse). 399 beginnt Augustinus mit seinem insgesamt 15 Bücher umfassenden Hauptwerk "De Trinitate", das er 419 vollendet. 410 erobern die Goten Rom. Augustinus schreibt das Buch "De unico baptismo contra Petilianum". Zentraler Gedanke ist die Einmaligkeit der Taufe, die darum nicht wiederholt werden kann. 413 verfasst Augustinus, als Reaktion auf die Eroberung Roms, seine Vision vom gerechten Staat in "De civitate Dei". [5]

Wie wichtig es gerade heute ist, die Werke des Augustinus und Thomas von Aquin neu zu rezipieren, zeigt die zunehmende Verbreitung des Islams unter Jugendlichen in Europäischen Ländern. Das Problem sind nicht die Hassprediger (diese kann man leicht erkennen; sie werden nach Saudi Arabien abgeschoben, wo sie in der Regel eine Karriere als Grossmufti beginnen). Problematisch sind sogenannte moderate Islamverbände, Moscheevereine, Internetportale wie islam.de und Koranverteilungsaktionen in Europa. Dort konvertieren die Jugendlichen zum Islam und reisen dann mit Freunden und Geschwistern in den islamischen Staat um dort zu kämpfen oder zu "helfen". Das Problem ist der Islam überhaupt, weshalb überlegt wird, Islamverbände, Moscheegemeinden ähnlich wie andere staatsgefährdende Sekten und Vereine zu verbieten. Schon im Mittelalter und der Renaissance hat es ähnliche Probleme gegeben. [6]

Nicht nur moderne Theologen und Philosophieprofessoren stehen unter dem Einfluss des Fideismus, auch in der Bevölkerung ist diese Ansicht weit verbreitet, also jener Denkschulen, die, geprägt von Kant und empirischer Philosophie und Theologie, keine Philosophie im Sinne von Augustinus, Thomas von Aquin, Meister Eckhart, deutscher Idealismus usw. mehr rezipieren können. Augustinus formuliert die reine Geistigkeit Gottes als Resultat der Auseinandersetzung mit dem manichäischen und stoischen Materialismus. Mit Augustinus begann die Verbindung des Christentums mit der philosophischen Kultur, durch die es von Origenes bis Schelling und Hegel intellektuelle Weltgeltung erlangte. Er integrierte die Logos- und Ideenlehre in den Gottesbegriff; er bezeichnete die christliche Kirche als "Mutter aller". Die Heiden, die Dämonen anbeten, sind noch auf der Suche nach dem richtigen Weg und werden zu "umstürzlerischen Aktivitäten" verleitet. [7] 

 
"Denn viele Arten gibt es, wie man den abtrünnigen Engeln ein Opfer darbringt" [8] - Augustinus

"Groß ist die Blindheit der Menschen, die sich ihrer Blindheit sogar noch rühmen" [9] - Augustinus

"Ihre umstürzlerischen Aktivitäten, mit denen sie frech Unerfahrene in ihrer Einfalt verhöhnten und sie beunruhigten, indem sie mutwillig ihr Spiel mit ihnen trieben und daraus ihren boshaften Freuden neue Nahrung gaben. Nichts ist dem Treiben der Dämonen ähnlicher als das eben geschilderte Tun." [10] - Augustinus
 

Gegen die heutigen Philosophen, die im Sinne von Kant und Bertrand Russell fideistisch und szientistisch argumentieren und glauben alle alten Irrtümer der philosophischen Tradition seien im neuen Schulwissen korrigiert, Fortschritte an Einsichten stillschweigend berücksichtigt, würde Augustinus als Leute bezeichnen, "die in ihrer Überheblichkeit nur Schwachsinn an den Tag legten"; den Fideisten würde er attestieren, dass sie zwar die Namen "Jesus Christus", "Gott" usw. auf den Lippen führen: "Diese Namen wichen nicht von ihren Lippen, gingen jedoch über leeren Schall und bloßes Wortgetön nicht hinaus; ihr Herz war freilich ohnehin wahrheitsleer." Ähnlich wie die Muslime reden sie von einem abstrakten Gott wie "ein nichtiges Hirngespinst, eine Täuschung". Diesen Leuten hält Augustinus vor Augen  [11]:
 
"Es gibt freilich Leute, die durch die Philosophie eine verführerische Wirkung ausüben und mittels ihres erhabenen, verlockenden und ehrenvollen Namens ihren eigenen Irrtümern Kolorit verleihen und sie aufputzen ...Achtet darauf, dass euch niemand durch die Philosophie täuscht und durch leere Verführung gemäß menschlicher Lehrtradition wie nach den Prinzipien dieser Welt, nicht aber Christus gemäß, weil in ihm die ganze Fülle der Gottheit auf körperliche Weise wohnt!" [12] - Augustinus
Wer eine falsche Vorstellung von der Natur des Geistes hat, kann die Wahrheit nicht erkennen. [13]
"Wie doch wohl nur windiger Wortschwall aus der Brust derer, die bloß Meinungen hegen, hervortritt, so wird sie hin- und hergetrieben, dreht sich hierhin und dorthin, das Licht versinkt im Nebel, und die Wahrheit bleibt unerkannt." [14] - Augustinus
Augustinus hatte schon vor seiner Taufe "der christlichen Lehre den Vorzug" gegeben. Er merkte, dass hier mit größerer Zurückhaltung und "ohne jede Täuschungsabsicht" gehandelt wurde. Er sprach von Heilmitteln, die durch Christus bereitgestellt, die "für die Krankheiten in aller Welt ausgestreut" wurden und denen er "eine so gewaltige Wirkkraft verliehen" hat. Christus obliegt "die Lenkung der menschlichen Wirklichkeit (res humanae)." Auch wenn Augustinus in seiner Erkenntnis noch am Anfang war, er die "Tiefe der Geheimnisse (sacramenta)" nur erahnte, sagte er, die Heilige Schrift präsentiere sich in "klarer Sprache und völlig anspruchslosem Stil" und stelle doch die Aufmerksamkeit derer auf die Probe, "die nicht leichten Sinnes sind". Augustinus blickt zurück auf seine Periode des theologischen Materialismus. Die Stoa dachte in der Naturphilosophie materialistisch. Auch der Manichäismus enthielt materialistische Elemente und ein Kirchenvater wie Tertullian war nicht frei davon. Für Augustinus brachte die neuplatonische Philosophie die Wende. Unter ihrem Einfluss erkannte er die Geistigkeit Gottes und der Seele. Erst Dionysius Areopagite machte Engel und Dämonen zu reinen Geistern. Ihn plagte die "brennende Sorge", er "könnte sterben ohne die Wahrheit gefunden zu haben". Dennoch wohnte Christus schon fest in seinem Herzen, sein Geist gab das Christentum nicht auf, sondern saugte von Tag zu Tag mehr davon auf. Die christlichen Grundlehren standen unerschüttert in seinem Geist fest [15]:
 
"Ich glaubte, dass du in Christus, deinem Sohn, unserem Herrn, und in den heiligen Schriften, die uns die Autorität der christlichen Kirche vorlegt, einen Weg der Errettung der Menschen zu jenem Leben hin eingerichtet hast, das nach dem Tode folgt." [16] - Augustinus
Unter der verborgenen Pflege der christlichen Heilkunst bildeten sich seine Krankheiten zurück und die Sehkraft seines Geistes wurde gestärkt. Er bekam die Bücher der Platoniker in die Hände, die aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt waren. Die Philosophen bewiesen, was die Bibel für das einfache Volk lehrt. Aber sie erreichen nicht die Erkenntnis der Menschwerdung und des Kreuzestodes. "Aber dass das Wort Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat, das habe ich dort nicht gelesen" schreibt Augustinus.
 
"Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe geworden, und ohne dasselbe ward nichts. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht begriffen. Es ward ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes. Dieser kam zum Zeugnis, daß er von dem Licht zeugte, auf daß sie alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern daß er zeugte von dem Licht. Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt kannte es nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, die an seinen Namen glauben; welche nicht von dem Geblüt noch von dem Willen des Fleisches noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes zeugt von ihm, ruft und spricht: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Moses gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesum Christum geworden. Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündigt." [17] 
Augustinus fand bei den Platonikern "in vielen und verschiedenen Weisen zum Ausdruck gebracht, dass der Sohn in der Gestalt des Vaters ist und es nicht für einen Raub erachtet Gott gleich zu sein, denn er ist es seinem Wesen nach." Aber dass er sich selbst entäußerte und  Knechtsgestalt annahm, einem Menschen gleich geworden ist und in Menschengestalt gefunden worden ist, dass er sich erniedrigt hat und gehorsam war bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuz, weshalb Gott ihn erhöht hat von den Toten und ihm einen Namen gegeben hat, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beuge aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und dass alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters - das sagen jene Bücher nicht. [18] 
 
Obwohl sie Gott erkennen, ehren sie ihn nicht als Gott und sagen ihm Dank, sondern sie verlieren sich in ihren Gedanken, und ihr törichtes Herz verdunkelt sich. Sie nennen sich 'Weise' und wurden zu Toren." [19] - Augustinus
Christus hat die Heiden, heute vor allem Muslime aus der "Region des Andersseins", in sein Erbe gerufen. Auch Augustinus war von den Heiden her gekommen. Augustinus sah, "dass alle Dinge nicht nur jeweils zu ihrem Ort passen, sondern auch zu ihrer Zeit" und dass Christus nicht erst nach unzähligen Zeiträumen zu handeln begonnen hat, "weil alle Zeiträume, vergangene wie zukünftige, nicht vergehen und nicht kommen können, ohne dass du handels und dass du bleibst." [20]

Von Ambrosius wird Augustinus beglückwünscht, dass er nicht auf die Bücher anderer Philosophen verfallen sei, "die voll seien von Fallstricken und Täuschungen nach den Regeln dieser Welt, während jene Bücher auf alle Weise den Gedanken an Gott und sein Wort nahelegten". Heute ist die analytische und materialistische Philosophie voll von "Fallstricken und Täuschungen". Diejenigen, die heute an die materialistische Naturwissenschaft und Schulmedizin glauben, würde Augustinus als "Massen von Verrückten!" bezeichnen. [21]

Das Unsichtbare Gottes durch das Geschaffene geistig zu erfassen, ist für den heutigen materialistischen Mediziner fast unmöglich. Und doch ist die Wahrnehmung kein bloß körperlicher Vorgang, wie die heutigen materialistischen Gehirnforscher in der Tradition der Atomisten meinen. Schon Augustinus kommt zu der wichtigen Erkenntnis, dass Wahrnehmen das Werk von Seele und Geist ist. Wer keinen Geist hat, für den bleibt die Natur stumm. Augustinus macht sich lustig über Personen, die den sinnlichen Anlass mit der eigentlichen Erkenntnisquelle verwechseln. [22]
 

"Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als der Geist des Menschen, der in ihm ist?" [23]

"Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen seit der Schöpfung der Welt und wahrgenommen an seinen Werken; so daß sie keine Entschuldigung haben. Sie wußten, daß ein Gott ist, und haben ihn nicht gepriesen als einen Gott noch ihm gedankt, sondern haben ihre Gedanken dem Nichtigen zugewandt und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben verwandelt die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes in ein Bild gleich dem vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere." [24]
 

Für Augustinus liegt das selige Leben in der Freude an der Wahrheit. "Warum also freuen sie sich nicht an ihr? Warum sind sie nicht glücklich? Weil sie sich mehr um andere Dinge kümmern, die sie mehr unglücklich machen als jenes sie selig macht, an das sie sich schwach erinnern. Aber noch fällt ein wenig Licht auf den Weg der Menschen. Laufen sollen sie, laufen, damit die Finsternis sie nicht verschlinge." Überall lauert der "Feind unserer wahren Glückseligkeit" und legt Fallschlingen aus indem er sagt "Bravo! Weiter so!" Statt Freude an der Wahrheit zu finden, wird sie vom "Trug der Menschen" erwartet. Dies gilt auch für Religionen, die die wahre Religion nachahmen, zum Beispiel die der Szientisten und Muslime: "In abgründiger Umkehrung ahmt er dich nach. Wir sollen ihm dienen, aber in Finsternis und Kälte." In Eitelkeit verkommen diejenigen, die mit sich selbst immer zufrieden sind. In ihrer Selbstgefälligkeit freuen sie sich "nicht nur an Bösem, als wäre es Gutes; sie freuen sich auch noch über dein Gutes, als wäre es das ihre." Jener "betrügerische Vermittler", hat natürlich von Gott das Recht erhalten zu täuschen.  [25]
 
"Er möchte den Anschein erwecken, mit Gott etwas anderes gemeinsam zu haben: Da er nicht mit sterblichem Fleisch bekleidet ist, will er unsterblich erscheinen. Aber weil der Tod der Lohn für die Sünde ist, ist er zusammen mit den Menschen zum Tode verurteilt. Den wahren Vermittler aber hat deine geheime Barmherzigkeit den Demütigen gezeigt und geschickt. Sie sollten an seinem Beispiel die Demut erlernen. Dieser Vermittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Jesus, trat auf zwischen den sterblichen Sündern und dem unsterblichen Gerechten. Er war sterblich wie die Menschen, er ist gerecht wie Gott. Der Lohn der Gerechtigkeit ist Leben und Frieden. In der Gerechtigkeit, die er mit Gott gemeinsam hat, sollte er den Tod überwinden ... Den Heiligen des alten Bundes wurde er geoffenbart.... In ihm sind alle Schätze der Weisheit und des Wissens verborgen." [26] - Augustinus

"Und er ist darum für alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist." [27]
 

In die heilige Schrift hatte er schon früh sein Vertrauen gesetzt, auch wenn er "wegen des Lärms der Friedlosen" oder derjenigen, die durch leere Verführungen ihres Herzens in eigenen Phantasievorstellungen schwelgten, abgelenkt wurde. Mit "nüchternem Denken" strebte er immer mehr vom "reinen Geist" zu erkennen. [28]
 
"Glückselig eine solche Kreatur, sollte es sie denn geben, indem sie deiner Glückseligkeit fest verbunden ist, glückselig sie, wenn du für immer in ihr wohnst und sie erleuchtest! Ich jedenfalls finde nichts, was ich lieber 'Himmel des Himmels, dem Herrn zu eigen' nennen zu dürfen glaube als diese deine Wohnstatt, die auf dich, den Freudenspender, schaut , ohne abtrünnig auf anderes aus zu sein als den reinen Geist, der in völliger Eintracht durch das feste Band des Friedens eins ist mit den heiligen Geistern, den Bürgern deines Staates in den Himmelsbereichen über den Himmelsregionen hier." [29] - Augustinus
Der biblisch-augustinische Begriff des Eigenen wird zwar erst durch Meister Eckhart positiv besetzt (Selbstverantwortlichkeit des Menschen), dennoch kann man mit Augustinus von einem korrumpierten oder nicht vergeistigten Eigenen sprechen, das "von der Wahrheit fort der Lüge zu" strebt. Heute beträfe dies zum Beispiel die verkehrte Ansicht der Muslime, "weil sie überheblich sind und Moses' Ansicht gar nicht kennen, wohl aber ihre eigenen lieben, jedoch nicht etwa, weil sie wahr ist, sondern weil es die ihre ist.... so gründete sich diese ihre unbesonnene Behauptung gleichwohl nicht auf Wissen, sondern auf Dreistigkeit, und nicht klare Einsicht, sondern Dünkel hätte sie hervorgebracht." [30]
 
"daß niemand höher von sich halte, denn geschrieben ist, auf daß sich nicht einer wider den andern um jemandes willen aufblase." [31]

"Vielmehr sollen wir den Herrn, unseren Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und aus unserem ganzen Geist lieben und unsere Nächsten wie uns selbst." [32]

Jene Schriften (Heilige Schrift), "die so viel später allen Völkern von Nutzen sein und auf dem ganzen Erdkreis durch ihr derart hohes Ansehen das Wortgeklingel aller falschen, überheblichen Lehren überwinden sollten." [33] - Augustinus

"Und ich, liebe Brüder, konnte nicht zu euch reden als zu Geistigen, sondern als zu Fleischlichen" [34]

"Und darüber sehnen wir uns auch nach unsrer Behausung, die vom Himmel ist, und uns verlangt, daß wir damit überkleidet werden" [35]

"Und passt euch nicht dieser Welt an, sondern erneuert euch in eurem Geist" [36]

"Werdet nicht Kinder dem Geist nach; sondern der Bosheit nach, damit ihr dem Geist nach vollkommen seid." [37]

"O ihr unverständigen Galater, wer hat euch bezaubert" [38]
 

Heute sind die muslimisierten Türken, die im ehemaligen Galatien leben wirklich töricht und durch den Islam "verzaubert"; heute gilt die Devise dort: "Wahre Türken können nur Muslime sein"; Paulus traf dort allerdings auf ganz anders gesinnte Galater: Die Bevölkerung der Provinz Galatien im kleinasiatischen Bergland (heute Türkei), wo Paulus auf seinen Reisen gewirkt und Gemeinden gegründet hatte, war vorwiegend keltischer Abstammung. Einige Jahrhunderte vor der Zeitenwende war in das westeuropäische Keltentum Bewegung hineingekommen und hatte ostwärts gerichtete Wanderungen ausgelost, die bis in die Gegend  des Kaukasus (Georgien) führten. So war es auch im Inneren von Kleinasien zu einer breiten keltischen Ansiedlung gekommen. Es ist nicht schwer zu verstehen, dass Paulus gerade in diesem Bereich offene Ohren und Herzen gefunden hatte. Es waren keine Turkvölker, auf die er gestossen ist, sondern er ist hier bereits auf "Europa" gestossen, ehe er Europa betreten hatte. Nach der schrittweisen Vertreibung und Vernichtung der christlichen Galater aus der Türkei durch die Osmanen und Jungtürken, gibt es jetzt fast nur noch "überhebliche" Muslime, die sich mit Hilfe "verfälschter Worte" der "Versöhnungsabsicht" im Sinne von Augustinus widersetzen. Auch Fortschritte sind kaum möglich, wie der Blick in muslimische Länder beweist. Dennoch sollte man nicht über die "durcheinanderwirbelnden Völkerscharen" urteilen, da sie ja noch auf dem Weg zu Christus sind. [39]
 
"Wir kennen ja keine anderen Schriften, die die Überheblichkeit derart vernichten, derart vernichten den Feind und Widersacher, der sich dadurch, dass er seine Sünden zu verteidigen sucht, deiner Versöhnungsabsicht widersetzt. Ich kenne keine, Herr, keine anderen so reinen Worte, die mich derart zum Bekenntnis bewegen, meinen Nacken unter dein mildes Joch beugen und mich einladen, dich voller Freude zu verehren." [40] - Augustinus

"Die Prediger deines Wortes wechseln von diesem Leben über in ein anderes Leben, deine Schrift aber bleibt bis ans Ende der Zeit über den Völkern ausgebreitet. Und auch Himmel und Erde werden vergehen, aber deine Worte werden nicht vergehen." [41] - Augustinus

"Die Menschen aber, die sich gänzlich darauf verlegt haben und den körperlichen Geheimnissen erlegen sind, würden keine weiteren Fortschritte machen, wenn ihre Seele nicht auf höherer Stufe zu geistigem Leben erwachte." [42] - Augustinus

"Bildet euch um durch Erneuerung eures Geistes, auf daß ihr prüfen möget, welches  der Wille Gottes, was gut, wohlgefällig und vollkommen sei." [43]

"Auch über die durcheinanderwirbelnden Völkerscharen dieser Welt urteilt der geistige Mensch, obwohl ein solcher, nicht. Denn wie dürfte er urteilen über die, die draussen sind, weiss er doch nicht, wer von ihnen in den Genuss deiner wonnevollen Gnade kommen und wer in der ewigen Bitternis der Gottlosigkeit verbleiben wird?" [44] - Augustinus
 

Der Atheist und Scientist (der Cartesianer unter den Wissenschaftlern) glaubt nur an das, was durch mechanistische Naturwissenschaft herausgefunden wird und hat die Orientierung verloren. Darauf aufbauend verfälschen Konzerne wie der neuentstandene Gigant Bayer-Monsanto das Erbgut von Pflanzen, Tieren und Menschen und vernichten durch die Verbreitung von geklonten Lebewesen die Zukunftsfähigkeit der Erde. Die Reichen dieser Erde - wie die Bill- und Melinda Gates Foundation - unterstützen diese Sichtweise. Die "Schätze der Christen" sind nicht die, die von den meisten Reichen angestrebt werden. [45]
 
"Dazu befähigt ihn die Einsicht des Geistes (mentis intellectus), durch die er erfasst, was des Geistes Gottes ist. Ohne sie hat der Mensch trotz seiner Ehrenstellung nichts begriffen; er verglich sich mit den unvernünftigen Tieren und wurde ihnen ähnlich." [46] - Augustinus

"Es ist aber ein großer Gewinn, wer gottselig ist und lässet sich genügen. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum offenbar ist, wir werden auch nichts hinausbringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so lasset uns genügen. Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke und viel törichte und schädliche Lüste, welche versenken die Menschen ins Verderben und Verdammnis. Denn Geiz ist eine Wurzel alles Übels; das hat etliche gelüstet und sind vom Glauben irregegangen und machen sich selbst viel Schmerzen." [47]

"Den Reichen von dieser Welt gebiete, daß sie nicht stolz seien, auch nicht hoffen auf den ungewissen Reichtum, sondern auf den lebendigen Gott, der uns dargibt reichlich, allerlei zu genießen; daß sie Gutes tun, reich werden an guten Werken, gern geben, behilflich seien, Schätze sammeln, sich selbst einen guten Grund aufs Zukünftige, daß sie ergreifen das wahre Leben." [48]

"Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen und da die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen und da die Diebe nicht nachgraben noch stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz." [49] 

"Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen." [50] 

"Denn alle Götter der Heiden sind Götzen, aber der Herr hat den Himmel gemacht." [51] 
 

Was Augustinus im alten Rom beobachtete, trifft zum Teil heute auch auf Europa und die westliche Welt zu. In Rom war zwar schon das Christentum Staatsreligion, viele Römer hingen aber noch an ihren alten Göttern, oder dem "Ansehen der vermeintlichen Götter". Sie erkannten nicht, dass es "arge Dämonen" waren, oder wenn sie sie erkannten, meinten sie doch, sie lieber versöhnen als verachten zu sollen. Und das, obwohl den Heiden die "hochheilige Lehre" verkündet worden war, die "von der Herrschaft der übermütigen Dämonen befreit." Augustinus fürchtet fast, dass die "so lange eingeschlürften Irrtümer" den Geist der Römer zu sehr berauscht haben, um noch vernünftig zu denken - ähnlich wie heute fast jeder von der Philosophie der materialistischen Naturwissenschaft berauscht ist. Diese Sitten haben die "Seelen der Unglücklichen" so verfinstert und "jämmerlich verkommen lassen". Auf sie übte die "Verführung gottloser Dämonen" stärkerer Einfluss als die wahre Philosophie. [52] 

Es geht darum "Irrtümer unreifen Denkens" zu widerlegen. Ein schweres Unterfangen, da die "Krankheit der unverständigen Herzen so schwer und bösartig" ist, dass sie ihre unvernünftigen Einfälle trotz empfangener ausreichender Unterweisung, mit einem Eifer verteidigen, als wäre es die Vernunft und Wahrheit selbst. Sozusagen "immerdar lernen, und nimmer zur Erkenntnis der Wahrheit kommen." Sie haben zwar den "Schein eines gottseligen Wesens, aber seine Kraft verleugnen sie." Sie reden wie die Muslime "trotzig daher" und sind in ihrem "eitlen Geschwätz unermüdlich... Gibt's überhaupt eine Gotteslästerung, wenn das Gottesdienst ist? Oder eine Besudelung, wenn das Waschung ist?" Wer fühlte nicht, welcher Art Geister sich an solchen Anstössigkeiten erfreuen? Es müsste denn jemand sein, der nicht wüsste, ob es überhaupt "unreine Geister gibt, die sich trügerisch Götter nennen, oder der solch ein Leben führt, dass er lieber sie als den wahren Gott als Gönner sich wünschen oder als Feind fürchten möchten." Die Tücke des Dämonenkultes ist es, dass keine "hinterlistigere, schlauere Weise" denkbar ist, Menschen irrezuführen. Die "bösen Geister" oder Dämonen ermuntern zu allen "Freveln und Schändlichkeiten", freuen sich, dass sie für Götter gehalten werden, "an deren Stelle sie sich mit tausend Künsten schädlichen Trugs selber als Gegenstand der Verehrung einzuschieben wissen." Wurden sie doch in so viel Tempeln und Moscheen, von so viel Priestern und Imamen, mit so viel mannigfaltigen Gottesdiensten und Festlichkeiten verehrt. Bei alledem haben die Dämonen nur ihr eigenes Geschäft besorgt und sich nicht darum gekümmert, wie ihre Verehrer lebten, vielmehr sogar ihre unsittliche Lebensführung begünstigt, wenn sie nur ihnen zur Ehre und "in Furcht untertänig all ihre Dienste leisteten." Mit Cicero war Augustinus der Auffassung, der römische Staat sei niemals ein Staat gewesen, weil es in ihm niemals wahre Gerechtigkeit gegeben habe. Das gleiche trifft auf muslimische Länder zu; auch hier existiert keine Gerechtigkeit und damit kein Staat. Nach Augustinus gibt es wahre Gerechtigkeit nur in dem Gemeinwesen, dessen "Gründer und Herrscher Christus ist."  [53] 
 

"Denn solche falschen Apostel und arglistigen Arbeiter verstellen sich zu Christi Aposteln. Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich zum Engel des Lichtes. Darum ist es auch nichts Großes, wenn sich seine Diener verstellen als Diener der Gerechtigkeit; deren  Ende wird sein nach ihren Werken." [54]

"Draußen also lärmt und dröhnt dem Volk unsaubere Gottlosigkeit um die Ohren, drinnen spricht flüsternd erheuchelte Keuschheit zu einigen wenigen." [55] - Augustinus

"Was anders sind also Reiche, wenn ihnen Gerechtigkeit fehlt, als große Räuberbanden?" [56] - Augustinus

"Nachbarn bekriegen, von einem Krieg zum andern übergehen und Völker, die einem nichts zuleide getan, aus blinder Herrschsucht niedertreten und unterwerfen, wie soll man das anders nennen als eine große Räuberei?" [57] - Augustinus
 

Auch heute "dröhnt dem Volk unsaubere Gottlosigkeit um die Ohren", die vielen den Weg zur Besserung versperrt. Wie heilsam die christliche Religion ist, können sie nicht erkennen; dabei sind die Menschen von dem "höllischen Joch dieser unreinen Mächte und dem Schicksal, mit ihnen verdammt zu werden, durch den Namen Christi gerettet und aus der Nacht verderblichster Gottlosigkeit in das Licht heilsamster Gottesfurcht versetzt worden." Darüber beklagen sich und murren die schlechten, undankbaren und von der "trügerischen Bosheit der Dämonen" besessenen und geknebelten Leute. An den Islamisten kann man sehen, wie sie sich Zeiten wünschen, in denen sie "nicht etwa ruhig, sondern ruchlos leben können." Statt die wahre Freiheit zu erlangen, hören sie auf ihre "entarteten Genossen, die Christus und die Christen verunglimpfen... Der Gottlose rühmt sich seines Mutwillens, und wer Übles tut, wird gepriesen." Nicht nur die Situation in islamischen Ländern macht deutlich, dass eine Regierung ohne Freiheit und wahre Religion letztlich nur zu Gewalt und Unterdrückung führt. Schon Salust sagte vom alten Rom, die damals erfochtenen Siege seien nur ein verführerischer Anreiz gewesen für ruhelose Köpfe, ohne Sinn und Zweck immer neues Ungemach heraufzubeschwören. "Sehr viele Wirren, Aufstände und zuletzt Bürgerkriege entstanden dadurch, dass einige wenige Mächtige, um deren Gunst die meisten übrigen buhlten, unter dem Deckmantel der Patrizier- oder Volksinteressen nach der Herrschaft trachteten. Ein guter oder schlechter Bürger aber hieß man nicht wegen etwaiger Verdienste um den Staat, denn alle waren in gleicher Weise nichtsnutzig. Sondern wer Reicher als die anderen und durch Ungerechtigkeit mächtiger geworden war, galt, weil er die bestehenden Zustände verteidigte, für gut." Dabei wurde vom Wahren Gott Hilfe gesandt. Heilige Männer waren nötig, welche für die wahre Religion den Tod erlitten, um die Bürde der falschen Religionen den Lebenden abzunehmen. Dennoch haben sie, die Gottes Wahrheit in die Lüge verwandelt haben "dem Geschöpfe mehr gedient haben als dem Schöpfer":  "Denn Gottes Zorn vom Himmel wird offenbart über alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit gefangen halten Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen seit der Schöpfung der Welt und wahrgenommen an seinen Werken, so dass sie keine Entschuldigung haben. Sie wußten, daß ein Gott ist, und haben ihn nicht gepriesen als einen Gott noch ihm gedankt, sondern haben ihre Gedanken dem Nichtigen zugewandt und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben verwandelt die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes in ein Bild gleich dem vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere." Die Frage ist, warum die staatlichen Machthaber in Rom und heute in der arabischen Welt die falschen Religionen begünstigen? Augustinus meint, das scheine aus keinem anderen Grund geschehen zu sein, als weil für klug und weise geltende Menschen ein Geschäft daraus machten, in Sachen der Religion das Volk zu täuschen und so die Dämonen nicht bloß zu verehren, sondern auch nachzuahmen. "Wie nämlich die Dämonen nur diejenigen in ihre Gewalt bekommen, die sie trügerisch hinters Licht führen, so pflegen auch menschliche Machthaber, versteht sich nicht gerechte, sondern den Dämonen ähnliche, unter dem Namen der Religion den Völkern Dinge als wahr einzureden, die sie selbst als lügenhaft erkannten. Indem sie sie auf diese Weise enger zur bürgerlichen Gemeinschaft zusammenschlossen, machten sie sie dadurch, ähnlich wie die Dämonen, sich untertan. Welcher schwache, ungebildete Mensch vermöchte sich auch der vereinten Betrügerei der staatlichen Machthaber und der Dämonen entziehen?" Ein Blick in islamische Länder mit Völksverdummung durch Koranschulen wie Pakistan, Saudi-Arabien, Qatar, Türkei bestätigt das oben gesagte. Nur wenn der Bezug zum wahren Gott besteht, verleiht er die Reiche der Welt und ihre Güter nach weisem Plan. Darin besteht das Geheimnis des Alten Bundes, in dem der Neue verborgen war. "Regiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Götzendient, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch vorausgesagt habe und sage noch einmal voraus, daß, die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht."  Welche aber Christo angehören und im Geist leben, wandeln auch im Geist ohne "eitler Ehre geizig sein, einander zu entrüsten und zu hassen. Hätten sie nicht gegen ihn gesündigt, und wären sie nicht in "gottloser Neuerungssucht, wie durch Zauberkünste verführt, zu fremden Göttern und Götzen abgefallen", hätten sie nicht auf falsche Propheten wie Mohammed gehört, wären ihre Länder gut regiert. Im römischen Reich wurden Bildnisse, Altäre, Tempel der falschen Götter zerstört und ihre Opfer verboten - so wie auch heute zunehmend Moscheen und islamische Gebräuche in Europa verboten werden. Aus den alten Schriften (Altes Testament) lässt sich beweisen, wie schon lange vorher geweissagt wurde, dass die wahre Religion den Götzendienst ablösen wird.   [58]
 
"Nachdem vorzeiten Gott manchmal und auf mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzt hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat. Er ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von unsreren Sünden und hat sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe und ist so viel höher geworden als die Engel, so viel erhabener der Name ist, den er vor ihnen ererbt hat. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt (Ps 2,7): "Du bist mein lieber Sohn, heute habe ich dich gezeugt"? und abermals (2 Sam 7, 14): "Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein"? Und abermals, da er einführt den Erstgeborenen in die Welt, spricht er (Ps 97,7): "Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten." Von den Engeln heißt es (Ps 104, 4): "Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen", aber von dem Sohn (Ps 45,7-8): "Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit; das Zepter der Gerechtigkeit ist seines Reichs Zepter. Du hast geliebt die Gerechtigkeit und gehaßt die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, gesalbt dein Gott mit dem Öl der Freude wie keinen andern neben dir." Und (Ps 102, 26-28): "Du, Herr, hast von Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, du aber bleibst. Und sie werden alle veralten wie ein Kleid; und wie ein Gewand werden sie gewechselt werden und sich verwandeln. Du aber bist derselbe, und deine Jahre werden nicht aufhören." Zu welchem Engel aber hat er jemals gesagt (Ps 110,1): "Setze dich zu meiner Rechten, bis ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße"? Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit?" [59]

"Willige leitet das Schicksal, Unwillige zerrt es gewaltsam." [60] - Seneca
 

Augustinus wendet sich gegen die stoische Lehre von der Determination des Geschehens durch den lückenlosen Kausalnexus (Fatalismus), wie sie später im Mohamedanismus wieder auftaucht, sowie gegen den Standpunkt des neuakademischen Skeptizismus eines Cotta oder Cicero. Denn das würde dazu führen, dass der Mensch keine Willensfreiheit besitzt, also Fatalismus statt freie Willensentscheidung. "Hauch oder Geist des Lebens, der alles belebt und Schöpfer aller Körper und aller geschaffenen Geister ist, ist Gott selbst, der ungeschaffene Geist. In seinem Willen ist höchste Macht. Sie steht dem guten Willen der geschaffenen Geister zur Seite und richtet den bösen, ordnet einen jeden und verleiht dem einen Macht, dem anderen nicht. Denn wie der Schöpfer aller Wesen, ist er auch der Geber aller Macht, aber nicht alles Wollens. Denn der böse Wille ist nicht von ihm, da er wider die Natur ist, die von ihm ist." Damit unterwirft Augustinus den freien Willen nicht einer Notwendigkeit, die die Freiheit aufhebt. Wie der Gottesbegriff mit Allmacht und Ewigkeit, so ist für Augustinus der Wille unmittelbar mit der Freiheitsvorstellung verknüpft. "Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist. Errette die, so man töten will; und entzieh dich nicht von denen, die man würgen will. Sprichst du: "Siehe, wir verstehen's nicht!" meinst du nicht, der die Herzen wägt, merkt es, und der auf deine Seele achthat, kennt es und vergilt dem Menschen nach seinem Werk? Iß, mein Sohn, Honig, denn er ist gut, und Honigseim ist süß in deinem Halse. Also lerne die Weisheit für deine Seele. Wo du sie findest, so wird's hernach wohl gehen, und deine Hoffnung wird nicht umsonst sein. Laure nicht als Gottloser auf das Haus des Gerechten; verstöre seine Ruhe nicht. Denn ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf; aber die Gottlosen versinken im Unglück. Freue dich des Falles deines Feindes nicht, und dein Herz sei nicht froh über seinem Unglück; der Herr möchte es sehen, und es möchte ihm übel gefallen und er seine Zorn von ihm wenden. Erzürne dich nicht über die Bösen und eifere nicht über die Gottlosen. Denn der Böse hat nichts zu hoffen, und die Leuchte der Gottlosen wird verlöschen." Die Geistessituation seiner Zeit fordert von Augustinus Stellung zu beziehen; er setzt dem manichäischen Dualismus und dem Weltpessimismus sein Bekenntnis zum Idealismus entgegen. Der höchste und wahre Gott "also mit seinem Wort und dem Heiligen Geiste, welche drei eins sind", der eine allmächtige Gott, Schöpfer und Hersteller jeglicher Seele und jeglichen Körpers, an dem man Anteil haben muss, um wahrhaft, "nicht wahnhaft glücklich" zu sein, der den Menschen als vernünftiges Wesen schuf, der das wachtümliche Leben gemeinsam mit den Bäumen, das sinnliche Leben gemeinsam mit den Tieren, das geistige Leben gemeinsam lediglich mit den Engeln verlieh; von dem alles Maß herkommt, alle Gestalt und alle Ordnung; von dem jedes Wesen der Natur herkommt, welcher Art und welchen Wertes es auch sei; von dem herkommen die Samen der Formen, die Formen der Samen; der dem Fleische Geburt gab, Schönheit, Gesundheit, Fruchtbarkeit der Fortpflanzung, Anordnung der Glieder und das Wohl organischer Einheit; der der vernunftlosen Seele Gedächtnis gab, Sinneswahrnehmung und Begehren, der vernünftigen noch dazu Geist, Erkenntnis und Willen; "der weder Himmel und Erde, weder Engel noch Mensch, selbst nicht das Innere des kleinsten, erbärmlichsten Geschöpfes, die Flaumfeder des Vogels, das Blümlein des Grases, das Blatt am Baume ohne Harmonie der Teile, ohne eine Art Frieden ließ; dieser Gott hat sicherlich nicht gewollt - wer dürfte das glauben? - , dass die Reiche der Menschen, die Fürsten mitsamt den Untertanen, den Gesetzen seiner Vorsehung entzogen seien." [61]

Anders als frühere römische Kaiser, war Theodosius (379 - 395 n.Chr.) von Anbeginn seiner Regierung an unermüdlich, "der bedrängten Kirche durch höchst gerechte und barmherzige Gesetze wider die Gottlosen beizustehen.... Die heidnischen Götzenbilder ließ er allenthalben zerstören, denn er hatte klar erkannt, dass die Verleihung irdischer Gaben in der Macht des wahren Gottes und nicht der Dämonen steht." Was für heidnische Religionen damals galt, ist auch heute noch zutreffend. "Satzungen äußerlicher Heiligkeit über Speise und Trank und mancherlei Waschungen" wie sie im Islam üblich sind, reichen heute nicht aus. Lügenhafte Torheit kann zwar nicht ausrichten, was die Wahrheit vermag, doch kann sie, wenn sie will, lauter schreien als die Wahrheit. Wenn Seneca heidnische Riten beschreibt, so denkt man heute an islamische Bräuche: "Das alles ist so unschicklich für Anständige, so unwürdig für Freie, so unfassbar für Vernünftige, dass jeder sie ohne Zweifel für wahnsinnig hielte, wenn es nur wenige wären, bei denen solcher Wahnsinn sich zeigte." Doch müsse man, so Seneca, aus der großen Masse von Wahnsinnigen schließen, dass es sich doch wohl um normale Menschen handele.  "Es hatte zwar auch das erste Bund seine Rechte des Gottesdienstes und das äußerliche Heiligtum. Denn es war da aufgerichtet das Vorderteil der Hütte, darin der Leuchter war und der Tisch und die Schaubrote; und dies hieß das Heilige. Hinter dem andern Vorhang aber war die Hütte, die da heißt das Allerheiligste; die hatte das goldene Räuchfaß und die Lade des Testaments allenthalben mit Gold überzogen, in welcher war der goldene Krug mit dem Himmelsbrot und die Rute Aarons, die gegrünt hatte, und die Tafeln des Testaments; obendarüber aber waren die Cherubim der Herrlichkeit, die überschatteten den Gnadenstuhl; von welchen Dingen jetzt nicht zu sagen ist insonderheit. Da nun solches also zugerichtet war, gingen die Priester allezeit in die vordere Hütte und richteten aus den Gottesdienst. In die andere aber ging nur einmal im Jahr allein der Hohepriester, nicht ohne Blut, das er opferte für seine und des Volkes Versehen. Damit deutete der heilige Geist, daß noch nicht offenbart wäre der Weg zum Heiligen, solange die vordere Hütte stünde, welche ist ein Gleichnis auf die gegenwärtige Zeit, nach welchem Gaben und Opfer geopfert werden, die doch nicht können vollkommen machen nach im Gewissen den, der da Gottesdienst tut. Es sind nur Satzungen äußerlicher Heiligkeit über Speise und Trank und mancherlei Waschungen, die auferlegt sind bis auf die Zeit, da die richtige Ordnung kommt. Christus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, und ist durch die größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht, das ist, die nicht von dieser Schöpfung ist, auch nicht der Böcke oder Kälber Blut, sondern sein eigen Blut ein für allemal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erworben. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche von der Kuh, gesprengt, heiligt die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Fehl durch den ewigen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen." Es geht um das künftige Heil in Christo, den sog. christologischen Schriftbeweis in extenso. Das Geheimnis Christi war längst voraus verkündet worden und zwar seit Anbeginn des Menschengeschlechts. Durch die christliche Religion sind Götter der Heiden als "Dämonenschwindel" entlarvt worden. [62]
 

"Daß aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn "der Gerechte wird seines Glaubens leben." Das Gesetz aber ist nicht des Glaubens; sondern "der Mensch, der es tut, wird dadurch leben." Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns denn es steht geschrieben: "Verflucht ist jedermann, der am Holz hängt!", auf daß der Segen Abrahams unter die Heiden käme in Christo Jesu und wir also den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben. Liebe Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: man hebt doch eines Menschen Testament nicht auf, wenn es bestätigt ist, und tut auch nichts dazu. Nun ist die Verheißung Abraham und seinem Nachkommen zugesagt. Es heißt nicht: "und den Nachkommen", als gälte es vielen, sondern als es gilt einem: "und deinem Nachkommen", welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt ist auf Christum, wird nicht aufgehoben durch das Gesetz, welches vierhundertdreißig Jahre hernach gegeben ist, so daß die Verheißung zunichte würde. Denn wenn das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat's Abraham durch Verheißung frei geschenkt. Was soll denn das Gesetz? Es ist hinzugekommen um der Sünden willen, bis der Nachkomme da sei, dem die Verheißung gilt, und zwar ist es verordnet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines Einzigen Mittler; Gott aber ist nur einer. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Denn nur, wenn ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetz. Aber die Schrift hat alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbart werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wieviel euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Knecht noch Freier, hier ist nicht Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der
Verheißung Erben." [63]
Nach Augustinus hat Platon die Philosophie vollendet. Man müsse mit Macht auf Säuberung des Lebens durch gute Sitten dringen, auf dass der von herabziehenden Begierden befreite Geist sich durch seine natürliche Schwungkraft zum Ewigen erhebe und "das wesenhaft unkörperliche und unwandelbare Licht, in dem die Ursachen aller geschaffenen Wesen beständig leben, in reinem erkennen schaue." Wichtig sei, dass man nicht nur nach den Elementen dieser Welt frage sondern auch nach Gott, der die Welt geschaffen hat. Lehren der Philosophen, die das nicht berücksichtigen, wie die Materialisten, müssen als Irrlehren bezeichnet werden. "Sehet zu, daß euch niemand einfange durch die Philosophie und leeren Trug, gegründet auf der Menschen Lehre und auf die Elemente der Welt und nicht auf Christus. Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr habt diese Fülle in ihm, welcher ist das Haupt aller Reiche und Gewalten; in ihm seid ihr auch beschnitten mit einer Beschneidung, die nicht mit  Händen gemacht ist, als ihr nämlich euren fleischlichen Leib ablegtet bei der Beschneidung durch Christus. Mit ihm wurdet ihr begraben durch die Taufe; und mit ihm seid ihr auch  auferstanden durch den Glauben, den Gott wirkt, welcher ihn auferweckt hat von den Toten. Und er hat euch auch mit ihm lebendig gemacht, da ihr tot waret in den Sünden und in eurem unbeschnittenen Fleisch; und hat uns vergeben alle Sünden. Getilgt die Handschrift, so wider uns war, welche durch Satzungen entstand und uns entgegen war, und hat sie aus dem Mittel getan und an das Kreuz geheftet. Er hat die Reiche und die Gewaltigen ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus. So lasset nun niemand euch Gewissen machen über Speise oder über Trank oder über bestimmte Feiertage oder Neumonde oder Sabbate. Das alles ist nur der Schatten von dem, was zukünftig sein soll; aber leibhaftig ist es in Christus. Laßt euch niemand das Ziel verrücken, der sich gefällt in falscher Demut und Verehrung der Engel, und sich mit seinen Gesichten rühmt und ist ohne Ursache aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn und hält sich nicht an das Haupt, von dem her der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und zusammengehalten wird und so wächst zu der Größe wie Gott sie will." Über die Gottlosigkeit der Heiden, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit "gefangen halten" und andere daran hindern zur Wahrheit zu gelangen, die sich zwar für weise halten, in Wirklichkeit aber Narren sind: "Denn Gottes Zorn vom Himmel wird offenbart über alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit halten. Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen seit der Schöpfung der Welt und wahrgenommen an seinen Werken; so daß sie keine Entschuldigung haben. Sie wußten, daß ein Gott ist, und haben ihn nicht gepriesen als einen Gott noch ihm gedankt, sondern haben ihre Gedanken dem Nichtigen zugewandt und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben verwandelt die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes in ein Bild gleich dem vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere. Darum hat sie auch Gott  dahin gegeben in ihrer Herzen Gelüste, in Unreinigkeit, zu schänden ihre eigenen Leiber an sich selbst, sie, die Gottes Wahrheit haben verwandelt in die Lüge und haben geehrt und gedient dem Geschöpfe mehr denn dem Schöpfer, der da gelobt ist in Ewigkeit." [64]

Was die platonische Götter- und Dämonenlehre betrifft, muss man die guten Götter (Engel) von den Dämonen unterscheiden. Während die Dämonen sich durch Ehrungen schmeicheln lassen, gebietet die wahre Religion, von dergleichen unberührt zu bleiben, sich nicht von Zorn aufregen zu lassen. Die Dämonen lieben auch die "Zauberei der Magier mit ihren tausend Schaden stiftenden Künsten, die Unschuld nicht liebt." Alle Wunder der Magier geschehen nach Anweisung und unter Beihilfe von Dämonen. Augustinus spricht daher von der "Verwerflichkeit aller Dämonenverehrung"; man müsse annehmen, dass es Geister sind voll Schadenfreude, "gänzlich bar aller Gerechtigkeit, geschwollen von Hochmut, blass vor Neid, listig zu betrügen, die in der Luft wohnen. Es sei unverständig oder unsinnig, wenn wir uns in religiöser Verehrung den Dämonen unterwerfen würden, da wir doch durch die wahre Religion von der Verkehrtheit befreit werden. "Herr, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not. Die Heiden werden zu mir kommen von der Welt Enden und sagen: Nur Lügen haben unsre Väter gehabt, nichtige Götter, die nicht helfen können. Wie kann ein Mensch Götter machen, die doch keine Götter sind? Darum siehe, nun will ich sie lehren und meine Hand und Gewalt ihnen kundtun, daß sie erfahren sollen, ich heiße der Herr." Die unreinen Geister, die auch dem Mohammedanismus zugrunde liegen, "haben die Seelen ihrer Verehrer in ihre Gemeinschaft gezogen und elend geknechtet." Alles, was sie zuwege bringen können, bringen sie als Dämonen zuwege, sei es, dass sie Wohltaten gewähren, wodurch sie die Menschen nur betrügen und um so mehr schädigen, sei es, dass sie offenkundig Unheil anstiften. "Was will ich damit nun sagen? daß das Götzenopfer etwas sei oder daß dar Götze etwas sei? Nein: sondern was die Heiden opfern, das opfern sie den bösen Geistern und nicht Gott. Nun will ich nicht, daß ihr in der Teufel Gemeinschaft sein sollt. Ihr könnt nicht zugleich trinken des Herr Kelch und der Teufel Kelch; ihr könnt nicht zugleich teilhaftig sein des Tisches des Herrn und des Tisches der Teufel. Oder wollen wir dem Herrn trotzen? Sind wir stärker als er?" Augustinus meint daher, der Geist der Dämonen sei den Leidenschaften der Begierden, Ängste, Zornesaufwallungen und dergleichen unterworfen. So bleibe ihnen nichts, was frei und der Weisheit aufgeschlossen wäre, durch die sie den Göttern gefallen und den Menschen zum Erwerb ähnlicher sittlicher Vorzüge behilflich sein könnten. Die platonische Argumentation von der Gesundung macht deutlich, dass die augustinische Konzeption des "Christus medicus" philosophischen Ursprungs ist. (philosophia sanans). Die Dämonen dagegen führen nicht zu Gott, sondern ziehen von ihm ab, wie man es heute im Islam deutlich sehen kann. "Jene falschen und betrügerischen Mittler dagegen, die Dämonen, sind wegen der Unreinheit ihres Geistes - viele Beweise erhärten es - als unselig und bösartig zu erkennen." Sie seien darauf aus, uns vom Aufschwung der Seelen abzulocken und abzuziehen. Sie ebnen nicht den Weg zu Gott, sondern hindern uns, auf ihm zu wandeln. Denn es gibt nur einen Mittler: "Denn solches ist gut und angenehm vor Gott, unserm Heiland, welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde." Augustinus spricht vom aufgeblasenen, lieblosen Wissen der Dämonen und Dämonenverehrer ("daemonicola"). "Die Dämonen also besitzen ein Wissen ohne Liebe und sind darum so aufgeblasen, das ist so hochmütig, dass sie alles aufboten und, soviel sie können und bei wem sie können, noch jetzt aufbieten, zu erreichen, dass man die göttlichen Ehren und den Dienst der Religion, den man, wie sie wohl wissen, dem wahren Gotte schuldet, ihnen selbst erweist. Mit welcher Macht diesem Hochmut der Dämonen, dem auch das Menschengeschlecht verdientermaßen verfiel, die in Christus erschienene göttliche Demut gegenübertritt, davon wissen die von unlauterer Selbstüberhebung aufgeblasenen Menschenseelen nichts. Denn sie ähneln den Dämonen an Hochmut, aber nicht an Wissen." [65]

Auch nach den Platonikern werden Menschen- und Engelseelen von Gott erleuchtet und beseeligt. Plotin versichert in Auslegung Platons, auch jene Weltseele, die sie annehmen, empfange ihre Glückseligkeit nicht woanders her als die unsere, sondern von einem von ihr selbst verschiedenen, schöpferischen Lichte, durch dessen überirdische Erleuchtung sie selber überirdisch leuchte. Für Engel und Menschen gibt es nur ein höchstes Gut und das ist Gott anzuhangen. Das ist die Gottesverehrung, das die wahre Religion. "Was aber das Götzenopfer anlangt, so haben wir ja alle das Wissen. Das Wissen bläst auf, aber die Liebe baut auf. Wenn sich jemand dünken läßt, er wisse etwas, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll. Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt. Von dem Essen des  Götzenopfers aber wissen wir, daß kein Götze in der Welt ist und daß kein Gott ist als der eine. Und wiewohl solche sind, die Götter genannt werden, es sei im Himmel oder auf Erden, wie es ja viele Götter und Herren gibt, so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von welchem alle Dinge sind und wir zu ihm; und einen Herrn, Jesus Christus, durch welchen alle Dinge sind und wir durch ihn. Es hat aber nicht jedermann das Wissen. Denn etliche, weil sie bisher an die Götzen gewöhnt waren, essen's als Götzenopfer; damit wird ihr Gewissen, weil es schwach ist, befleckt. Aber Speise wird uns nicht Gott wohlgefällig machen. Essen wir, so werden wir darum nicht besser sein; essen wir nicht, so werden wir darum nicht weniger sein. Sehet aber zu, daß diese eure Freiheit nicht gerate zu einem Anstoß für die Schwachen! Denn wenn dich, der du das Wissen hast, jemand sähe zu Tische sitzen im Götzenhause, wird nicht sein Gewissen, da er doch schwach ist, bestärkt, das Götzenopfer zu essen? Und also wird über deinem Wissen der Schwache ins Verderben kommen, der Bruder, um des willen doch Christus gestorben ist. Wenn ihr aber so sündigt an den Brüdern, und verletzt ihr schwaches Gewissen, so sündigt ihr an Christus. Darum, wenn die Speise meinen Bruder zur Sünde verführt, wollt ich nimmermehr Fleisch essen, auf daß ich meinen Bruder nicht verführe." Nicht Brandopfer oder dergleichen sind gefordert: "Womit soll ich den Herrn nahen, mich beugen vor dem hohen Gott? Soll ich mich ihm mit Brandopfern und einjährigen Kälbern nahen? Wird wohl der Herr Gefallen haben an viel tausend Widdern, an unzähligen Strömen Öl? Oder soll ich meinen ersten Sohn für meine Übertretung geben, meines Leibes Frucht für die Sünde meiner Seele? Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott." Auf Liebe und Erkenntnis kommt es an: "Kommt, wir wollen wieder zum Herrn; denn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen; er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. Er macht uns lebendig nach zwei Tagen; er wird uns am dritten Tag aufrichten, daß wir vor ihm leben werden. Dann werden wir acht darauf haben und fleißig sein, daß wir den Herrn erkennen. Denn er wird hervorbrechen wie die schöne Morgenröte und wird zu uns kommen wie ein Regen, wie ein Spätregen, der das Land feuchtet. Was soll ich dir tun, Ephraim? was soll ich dir tun, Juda? Denn eure Liebe ist wie eine Morgenwolke und wie ein Tau, der frühmorgens vergeht. Darum schlage ich sie durch die Propheten und töte sie durch meines Mundes Rede, daß mein Recht wie das Licht hervorkomme. Denn ich habe Lust an der Liebe, und nicht am Opfer, und an der Erkenntnis Gottes, und nicht am Brandopfer." [66]

Ähnlich wie Dante und Hegel ging es Augustinus darum, klar zu unterscheiden, wo hochmütige Selbstüberhebung und wo wahre Philosophie und Religion spricht. Wer möchte schon falschen Propheten, einer falschen Religion oder Philosophie auf den Leim gehen? Der Menschheitsweg ("universalis via") wird von Augustinus mit der philosophischen "Königsstraße" ("regalis via") identifiziert. Schon Philo von Alexandrien hatte die Metapher angewandt. [67]
 

"Also haben die Geister, die sich göttliche Würde anmaßen, nicht etwa am Opferrauch von Leibern ihre Lust, sondern am unterwürfigen Flehen der Seelen, die sie betrügen, unterjochen und knechten, und so versperren sie ihnen den Weg zum wahren Gott, da sie nicht wollen, dass der Mensch sein Opfer sei. Mag er irgendwem anders opfern, nur nicht ihm!" [68] - Augustinus

"Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, bis daß wir alle hinkommen zur Ein heit des Glaubens und Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur Reife des Mannesalters, zum vollen Maß der Fülle Christi. Auf daß wir nicht mehr unmündig seien und uns bewegen und umhertreiben lassen von jeglichem Wind der Lehre durch Bosheit der Menschen und Täuscherei, womit sie uns beschleichen und uns verführen. Lasset uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von welchem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hanget durch alle Gelenke, dadurch ein jegliches Glied dem andern kräftig Handreichung tut nach seinem Maße und macht, daß der Leib wächst sich selbst auferbaut in der Liebe. So sage ich nun und bezeuge in dem Herrn, daß ihr nicht mehr wandelt dürft, wie die Heiden wandeln in der Nichtigkeit ihres Sinnes. Ihr Verstand ist verfinstert, und sie sind fremd geworden dem Leben, das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, die in ihnen ist, durch die Verstockung ihres Herzens; in ihrem Gewissen sind sie stumpf geworden und ergeben sich der Unzucht und treiben jegliche Unreinigkeit voll Habgier. Ihr aber habt Christus nicht so gelernt, wenn anders ihr von ihm gehört habt und in ihm gelehrt seid, wie es in Jesus Wahrheit ist. Leget nun von euch ab den alten Menschen mit seinem vorigen Wandel, der durch trügerische Lüste sich verderbt. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir untereinander Glieder sind. Zürnet ihr, so sündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe, zu geben dem Bedürftigen.  Lasset kein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern was gut ist und das Nötige fördert, das redet, auf das Segen bringe denen, die es hören. Und betrübet nicht den heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung.  Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung sei ferne von euch samt aller Bosheit. Seid aber miteinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem andern, gleichwie Gott euch auch vergeben hat in Christus." [69]

"Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor allen Kreaturen. Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Reiche oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde; er, der der Anfang ist,  der Erstgeborene von den Toten, auf daß er in allen Dingen der Erste sei. Denn es ist Gottes Wohlgefallen gewesen, daß in ihm alle Fülle wohnen sollte und alles durch ihn versöhnt würde mit Gott, es sei auf Erden oder im Himmel, dadurch daß er Frieden machte durch das Blut an seinem Kreuz. Auch euch, die ihr vormals ihm fremd und feindlich gesinnt waret in bösen Werken, hat er nun versöhnt mit dem Leibe seines Fleisches durch den Tod, auf daß er euch darstellte heilig und unsträflich und ohne Tadel vor seinem Angesicht; wenn ihr nur bleibet im Glauben, gegründet und fest und unbeweglich und nicht weichet von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt, das gepredigt ist unter aller Kreatur, die unter dem Himmel ist. Sein Diener bin ich, Paulus, geworden. Nun freue ich mich in den Leiden, die ich für euch leide, und erstatte an meinem Fleisch, was noch mangelt an Trübsalen Christi, seinem Leibe zugute, welcher ist die Gemeinde. Ihr Diener bin ich geworden nach dem Ratschluss Gottes, der mir anvertraut ist für euch, um Gottes Wort in seiner Fülle kundzumachen, nämlich das Geheimnis, das verborgen gewesen ist von allen Zeiten Geschlechtern her; nun aber ist es offenbart seinen Heiligen. Ihnen wollte Gott kundtun, was da sei der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Heiden, welches ist Christus in euch, der da ist die Hoffnung der Herrlichkeit. Den verkündigen wir und vermahnen alle Menschen und lehren alle Menschen mit aller Weisheit, auf daß wir einen jeglichen Menschen darstellen vollkommen in Christus; daran ich auch arbeite und ringe, in der Wirkung des, der in mir kräftig wirkt. Ich lasse euch aber wissen, welch einen Kampf ich habe um euch und um die zu Laodizea und alle, die meine Person im Fleisch nicht gesehen haben, auf daß ihre Herzen gestärkt und zusammengefügt werden in der Liebe und zu allem Reichtum des vollen Verständnisses, zu erkennen das Geheimnis Gottes, das Christus ist, in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis." [70]

"Er sprach aber zu ihnen: Das ist's was ich zu euch sagte, als ich noch bei euch war: es muß alles erfüllet werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, daß sie die Schrift verstanden, und er sprach zu ihnen: Also ist's geschrieben, dass Christus mußte leiden und auferstehen von den Toten am dritten Tage und dass gepredigt werden muß in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Hebt an zu Jerusalem und seid des alles Zeugen. Und siehe, ich will auf euch senden die Verheißung meines Vaters. Ihr aber sollt in der Stadt Jerusalem bleiben, bis ihr angetan werdet mit der Kraft aus der Höhe. Er führte sie aber hinaus bis gen Bethanien und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, da er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten wieder gen Jerusalem mit großer Freude und waren allewege im Tempel und priesen Gott." [71]
 

Porphyrios (234 - 305 n. Chr.), der wahrscheinlich die vier antichristlichen Edikte Diokletians noch miterlebte, lebte zu einer Zeit, in welcher der Menschheitsweg zur Erlösung der Seele, "nämlich kein anderer als die christliche Religion, noch von den Verehrern der Götzen und Dämonen und den irdischen Herrschern bekämpft werden durfte." Er hat also die Ausbreitung und den Erfolg des Christentums (Kennzeichen der Wahrheit ist ihre Universalität), nicht mehr miterlebt. Er sagte daher, ihm sei der Menschheitsweg zur Erlösung der Seele bei seinem Forschen in der Geschichte unbekannt geblieben. Wo findet sich denn etwas Großartigeres, so Augustinus, als diese Geschichte, die auf den ganzen Erdkreis solch überwältigenden Eindruck gemacht hat, wo etwas Glaubwürdigeres als sie, in der Vergangenes vorausgesagt wird, das größtenteils, wie wir sehen, bereits erfüllt ist, während das noch Ausstehende sich einst erfüllen wird? Wer nicht einsieht, dass dieser Weg, "der zum Schauen Gottes und zur ewigen Vereinigung mit ihm führt, wie ihn die heiligen Schriften wahrheitsgemäß verkünden und bezeugen, der rechte ist, der mag ihn bekämpfen, niederkämpfen wird er ihn nicht." [72]

Nach Augustinus gehören zur Schönheit des Weltalls auch seine "Antithesen". Gott würde ja keinen Menschen geschaffen haben und erst recht keinen Engel, dessen künftige Schlechtigkeit er vorausgesehen hätte, wüsste er nicht ebenso, wie er sich ihrer zum Nutzen der Guten bedienen und so das geordnete Weltganze wie ein herrliches Gedicht gewissermaßen mit allerlei Antithesen ausschmücken würde. "durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte: als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts innehaben, und doch alles haben." Durch die Gegenüberstellung von Gegensätzen entsteht die "Schönheit des Weltalls". Auch der Widerchrist gehört letztlich zum Weltall. Nur darf man sich als Christ nicht einlullen lassen zum Beispiel von der Meinung, der christliche Gott sei derselbe wie der muslimische. "Das ist der Widerchrist, der den Vater und den Sohn leugnet. Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater." Dabei gibt es schon in der Dreiteilung der Philosophie einen Hinweis auf die Trinität: Physik, Logik und Ethik, also Naturlehre, Erkenntnislehre und Sittenlehre. So weit ihre Ansichten über die Natur der Dinge, "die rechte Weise, die Wahrheit zu erforschen, und das höchste Gut, das das Ziel all unseres Handelns sein muß", auseinandergehen, so richtet sich doch ihr ganzes Bemühen auf diese drei großen Fragen. [73]

 
"Und wie ihr gehört habt, daß der Widerchrist kommt, so sind nun schon viele Widerchristen gekommen; daran erkennen wir, daß die letzte Stunde ist. Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, daß nicht alle von uns sind. Doch ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und wisset alles. Ich habe euch nicht geschrieben, als wüßtet ihr die Wahrheit nicht; sondern ihr wisset sie und wisset, daß keine Lüge aus der Wahrheit kommt. Wer ist ein Lügner, wenn nicht, der da leugnet, daß Jesus der Christus sei? Das ist der Widerchrist, der den Vater und den Sohn leugnet. Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater. Was ihr nun gehört habt von Anfang, das bleibe bei euch. So bei euch bleibt, was ihr von Anfang gehört habt, so werdet ihr auch bei dem Sohn und dem Vater bleiben. Und das ist die Verheißung, die er uns verheißen hat: das ewige Leben. Solches habe ich euch geschrieben von denen, die euch verführen. Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt bei euch, und ihr bedürfet nicht, daß euch jemand lehre; sondern wie euch die Salbung alles lehrt, so ist's wahr und ist keine Lüge, und wie sie euch gelehrt hat, so bleibet bei ihm. Und nun, Kindlein, bleibet bei ihm, auf daß, wenn er offenbart wird, wir Freudigkeit haben und nicht zu Schanden werden vor ihm wenn er kommt. So ihr wisset, daß er gerecht ist, so erkennet ihr auch, daß, wer recht tut, der ist von ihm geboren." [74]

"Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre." [75]

"Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge."  [76]

"Alles in der Welt ist an seinem Platze gut"  - Augustinus

"Was an den Dingen mangelhaft und schädlich scheint, ist an sich und im Verhältnis zum Ganzen wohlangebracht." - Augustinus
 

Viele beachten nicht, dass die Dinge an ihrem Platze und ihrer Natur nach durchaus wertvoll und in guter Ordnung verteilt sind. Augustinus meint, man solle nicht unbedacht die Dinge schelten, sondern sorgfältig nach ihrem Nutzen forschen und "wenn unser Scharfsinn oder vielmehr unsere Schwäche dabei versagt, an einen verborgenen Nutzen" denken, wie uns ja manches erst verborgen war, bis wir es mit vieler Mühe ausfindig machten. "Ist doch selbst die Verborgenheit des Nutzens heilsam, nämlich als Übung der Demut oder als Niederschlagung des Hochmuts." Zum Beispiel des Hochmutes des amerikanischen Rechtswissenschaftlers Greely, den Augustinus als Dreistling bezeichnen würde. Lächerlich wäre es, "wollte man Fehler an Tieren, Bäumen oder anderen wandelbaren und vergänglichen Dingen, denen Verstand und Empfindung, vielleicht auch das Leben abgeht, Fehler, die ihre der Auflösung verfallene Natur schädigen, für verdammlich halten. Denn Diese Geschöpfe haben auf den Wink des Schöpfers die Bestimmung empfangen, kommend und gehend die niedere Schönheit des Weltlaufs darzustellen, wie sie in ihrer Art den Teilen dieser Welt entspricht." Die Schönheit dieser Ordnung gefällt den Biotechnikern unserer Zeit deshalb nicht, weil sie selber in ihrer Sterblichkeit entsprechend an einer bestimmten Stelle eingefügt sind und das Weltall nicht übersehen können, zu dem auch die Teilstücke, die sie ärgern, "wohlangebracht und trefflich passen." Nur weil die eigene Blickschärfe nicht ausreicht, muss man sich nicht in "eitler Verwegenheit erfrechen, das Werk des großen Meisters in irgendeinem Stück zu tadeln." [77]
 
"Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus, durch welchen wir auch den Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darin wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, dieweil wir wissen, daß Trübsal Geduld bringt; Geduld aber bringt Erfahrung; Erfahrung aber bringt Hoffnung; Hoffnung aber läßt nicht zu Schanden werden. Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist. Denn auch Christus ist ja zu der Zeit, da wir noch schwach waren, für uns Gottlose gestorben. Nun stirbt kaum jemand um eines Gerechten willen; um des Guten willen wagt er vielleicht sein Leben. Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, daß Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Um wieviel mehr werden wir durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind. Denn wenn wir mit Gott versöhnt sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde Feinde waren, um wieviel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unsern Herrn Jesus Christus, durch welchen wir jetzt die Versöhnung empfangen haben. Derhalben, wie durch einen Menschen die Sünde ist gekommen in die Welt und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben.  Denn die Sünde war wohl in der Welt ehe das Gesetz kam; aber wo kein Gesetz ist, da achtet man der Sünde nicht. Gleichwohl herrschte der Tod von Adam an bis auf Mose auch über die, die nicht gesündigt haben mit gleicher Übertretung wie Adam, welcher ist ein Bild des, der kommen sollte. Aber nicht verhält sich's mit der Gabe wie mit der Sünde. Denn wenn an eines Sünde viele gestorben sind, so ist viel mehr Gottes Gnade und Gabe vielen reichlich widerfahren durch die Gnade des einen Menschen Jesus Christus. Und nicht ist die Gabe so gekommen, wie durch den einen Sünder das Verderben. Denn das Urteil hat aus des einen Sünde geführt zur Verdammnis; die Gnade aber hilft aus vielen Sündern zur Gerechtigkeit. Denn wenn um des einen Sünde willen der Tod geherrscht hat durch den einen, wieviel mehr werden die, welche empfangen die Fülle der Gnade und der Gabe zur Gerechtigkeit, herrschen im Leben durch den einen, Jesus Christus. Wie nun durch eines Sünde die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung zum Leben für alle Menschen gekommen." [78]

"Lobet im Himmel den Herrn; lobet ihn in der Höhe! Lobet ihn, alle seine Engel; lobet ihn, all sein Heer! Lobet ihn, Sonne und Mond; lobet ihn, alle leuchtenden Sterne! Lobet ihn, ihr Himmel allenthalben und die Wasser, die oben am Himmel sind! Die sollen loben den Namen des Herrn; denn er gebot, da wurden sie geschaffen. Er läßt sie bestehen für immer und ewiglich; er gab eine Ordnung, die dürfen sie nicht überschreiten". [79]


Der böse Wille und die verkehrte Liebe ist leider weit verbreitet. Böse darum, "weil er sich gegen die Ordnung der Naturen vom höchsten Sein zum geringeren Sein abwendet. Denn nicht des Goldes Fehler ist die Habgier, sondern des Menschen, der das Gold verkehrt liebt und von der Gerechtigkeit sich abwendet, die man dem Golde unvergleichlich vorziehen müßte." Das gleiche trifft auf Firmen und Wissenschaftler zu, die aus Habgier die "Ordnung der Naturen" durch Gentechnik und CrisprCas9 durcheinanderbringen, obwohl eine Ordnung gegeben wurde, "die dürfen sie nicht überschreiten". Im Gegensatz dazu gilt von den heiligen Menschen und Engeln: "Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist." Die Philosophie des Augustinus führt quasi zu einer Erziehung des Menschengeschlechts im Gegensatz zum "Irrwahn der steten Wiederkehr des Gleichen." Origenes bekämpft wie alle Platoniker und wie Augustinus auch, die stoische Lehre von den Weltkreisläufen. Den Stoikern und Gentechnikern unserer Zeit ruft Augustinus zu: Ihr messt alles mit eurem engen Menschengeiste! "Weil sie sich nur an sich selbst messen und mit sich selbst vergleichen, verstehen sie nichts." An falschen Propheten, die das Volk mit Lügen und bloßem Geschwätz verführen, herrschte in der Geschichte kein Mangel. Worauf es wirklich ankommt, verstehen die falschen Propheten nicht. Sie wissen nicht, wer der Mittler ist und wer wirklich "Abrahams Kinder" sind "und nach der Verheißung Erben." [80]
 

"Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, daß ich dem David einen gerechten Sproß erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird.  Zu seiner Zeit soll Juda geholfen werden und Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, daß man ihn nennen wird: Der Herr unsre Gerechtigkeit. Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der Herr, daß man nicht mehr sagen wird: So wahr der Herr lebt, der die Kinder Israel aus Ägyptenland geführt hat! sondern: So wahr der Herr lebt, der die Nachkommen des Hauses Israel herausgeführt und hergebracht hat aus dem Lande des Nordens und aus allen Landen, wohin er sie verstoßen hatte. Und sie sollen in ihrem Lande wohnen. Wider die Propheten. Mein Herz will mir im Leibe brechen, alle meine Gebeine zittern; mir ist wie einem trunkenen Mann und wie einem, der vom Wein taumelt, vor dem Herrn und vor seinen heiligen Worten. Denn das Land ist voller Ehebrecher, und wegen des Fluches vertrocknet das Land und die Weideplätze in der Steppe verdorren. Böse ist wonach sie streben, und ihr Stärke ist Unrecht. Denn Propheten wie Priester sind ruchlos; auch in meinem Hause finde ich ihre Bosheit, spricht der Herr. Darum ist ihr Weg wie ein glatter Weg auf dem sie im Finstern gleiten und fallen; denn ich will Unheil über sie kommen lassen, das Jahr ihrer Heimsuchung, spricht der Herr. Auch bei den Propheten zu Samaria sah ich Anstößiges, daß sie weissagten im Namen des Baal und verführten mein Volk Israel; aber bei den Propheten zu Jerusalem sehe ich Greuel, wie sie ehebrechen und gehen mit Lügen um und stärken die Boshaften, auf daß sich ja niemand bekehre von seiner Bosheit. Sie sind alle vor mir gleichwie Sodom, und die Bürger zu Jerusalem wie Gomorra. Darum spricht der Herr Zebaoth von den Propheten: Siehe, ich will sie mit Wermut speisen und mit Gift tränken; denn von den Propheten zu Jerusalem geht das ruchlose Wesen aus ins ganze Land. So spricht der Herr Zebaoth: hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen. Sie betrügen euch; denn sie predigen ihres Herzens Gesicht und nicht aus des Herrn Munde. Sie sagen denen, die mich lästern: "Der Herr hat's gesagt, es wird euch wohl gehen"; und allen, die nach ihres Herzens Dünkel wandeln, sagen sie: "Es wird kein Unheil über euch kommen." Aber wer ist im Rat des Herrn gestanden, der sein Wort gesehen und gehört habe? Wer hat sein Wort vernommen und gehört? Siehe, es wird ein Wetter des Herrn mit Grimm kommen und ein schreckliches Ungewitter auf den Kopf der Gottlosen niedergehen. Und des Herrn Zorn wird nicht nachlassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es klar erkennen. Ich sandte die Propheten nicht, und doch laufen sie; ich redete nicht zu ihnen, und doch weissagen sie. Denn wenn sie in meinem Rat gestanden hätten, so hätten sie meine Worte meinem Volk gepredigt, um es von seinem bösen Wandel und von seinem bösen Tun zu bekehren. Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der Herr, und nicht auch ein Gott, der ferne ist? Meinst du, daß sich jemand so heimlich verbergen könne, daß ich ihn nicht sehe? spricht der Herr. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde füllt? spricht der Herr. Ich höre es wohl, was die Propheten reden, die Lüge weissagen in meinem Namen und sprechen: Mir hat geträumt, mir hat geträumt. Wann wollen doch die Propheten aufhören, die Lüge weissagen und ihres Herzens Trug weissagen und wollen, daß mein Volk meines Namens vergesse über ihren Träumen, die einer dem andern erzählt? gleichwie ihre Väter meines Namens vergaßen über dem Baal. Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort hat, der Predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen? spricht der Herr. Ist mein Wort nicht wie Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt? Darum siehe, ich will an die Propheten, spricht der Herr, die mein Wort stehlen einer dem andern. Siehe, ich will an die Propheten, spricht der Herr, die ihr eigenes Wort führen und sprechen: Er hat's gesagt. Siehe, ich will an die Propheten, die falsche Träume erzählen, spricht der Herr, und verführen mein Volk mit ihren Lügen und losem Geschwätz, obgleich ich sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen habe und sie auch diesem Volk nichts nütze sind, spricht der Herr." [81]

"Möchte aber jemand sagen: Wie werden die Toten auferstehen, und mit welchem Leibe werden sie kommen? Du Narr: was du säest, wird nicht lebendig, es sterbe denn. Und was du säest, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, etwa Weizen oder der andern eines. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, und einem jeglichen von den Samen seinen eigenen Leib. Nicht ist alles Fleisch einerlei Fleisch; sondern ein anderes Fleisch ist der Menschen, ein anderes des Viehs, ein anderes der Fische, ein anderes der Vögel. Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen Körper und eine andere die irdischen. Einen anderen Glanz hat die Sonne, einen anderen Glanz hat der Mond, einen anderen Glanz haben die Sterne; denn ein Stern übertrifft den andern an Glanz. So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich, und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Unehre, und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit, und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib, und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib. Wie es geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, "ward zu einer lebendigen Seele", und der letzte Adam zum Geist, der da lebendig macht. Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche; danach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der andere Mensch ist vom Himmel. Welcherlei der irdische ist, solcherlei sind auch die irdischen; und welcherlei der himmlische ist, solcherlei sind auch die himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, also werden wir auch tragen das Bild des himmlischen." [82]
 

Was heißt es "nach dem Menschen leben"? Ohne wahre Philosophie oder Religion entsteht nur Ungerechtigkeit und Unfrieden, wie es zur Zeit in der muslimischen Welt beobachtet werden kann: "auf ihren Wegen ist eitel Schaden und Herzeleid, und den Weg des Friedens wissen sie nicht." Sie verstehen nicht, dass der "Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist" Der Atheist  "vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen." Die Gottlosen können nicht frohgemut sein (gaudere), was bedeuten würde, dass die Gottlosen am Bösen mehr ihre Lust haben, als seiner wahrhaft froh sein können, "weil das frohe Gemüt Merkmal der Guten" ist. Der Psalmist klagt: "Ich wartete, ob jemand mit mir trauerte, aber da war keiner." Augustinus bescheinigt den Atheisten und Vertretern der unwahren Philosophie "Rohheit des Gemüts und Trägheit des Leibes" (Apatheia). "Der Staat aber oder die Genossenschaft der Gottlosen, die nicht nach Gott, sondern nach dem Menschen leben und in Verehrung der falschen und Verachtung der wahren Gottheit Menschen- und Dämonenlehren folgen, wird von diesen Affekten wie von schlimmen Krankheiten und Stürmen erschüttert." Augustinus bezeichnet sie mit Paulus als "Gefäße des Zorns" im Gegensatz zu den "Gefäßen der Barmherzigkeit." Letztere sind nur dort zu finden, wo Freiheit herrscht: Zu solcher Freiheit hat Christus uns befreit." [83]
 
"Was sagen wir denn nun? Haben wir einen Vorzug? Gar keinen. Denn wir haben soeben bewiesen, daß beide, Juden und Griechen, alle unter der Sünde sind, so wie denn geschrieben steht: "Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig sei; da ist keiner, der nach Gott frage. Sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig geworden. Da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer. Ihr Schlund ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen handeln sie trüglich. Otterngift ist unter den Lippen; ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit. Ihre Füße sind eilend, Blut zu vergießen; auf ihren Wegen ist eitel Schaden und Herzeleid, und den Weg des Friedens wissen sie nicht. Es ist keine Furcht Gottes bei ihnen." Wir wissen aber: was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, auf daß aller Mund verstopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei; weil kein Fleisch durch des Gesetzes Werke vor ihm gerecht sein kann; denn durch das Gesetz kommt  Erkenntnis der Sünde." [84]

"Wisset ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasset euch nicht irreführen! Weder die Unzüchtigen noch die Götzendiener noch die Ehebrecher noch die Weichlinge noch die Knabenschänder noch die Diebe noch die Geizigen noch die Trunkenbolde noch die Lästerer noch die Räuber werden das Reich Gottes ererben. Und solche sind euer etliche gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unsers Gottes. Mir ist alles erlaubt; es frommt aber nicht alles. Mir ist alles erlaubt; es soll mich aber nichts gefangen nehmen. Die Speise dem Bauche und der Bauch der Speise; aber Gott wird diesen und jene zunichte machen. Der Leib aber nicht der Unzucht, sondern dem Herrn, und der Herr dem Leibe. Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird uns auch auferwecken durch seine Kraft. Wisset ihr nicht, daß eure Leiber Christi Glieder sind? Sollte ich nun die Glieder Christi nehmen und Hurenglieder daraus machen? Das sei ferne! Oder wisset ihr nicht, daß, wer an der Hure hangt, der ist ein Leib mit ihr? Denn "es werden", sagt die Schrift, "die zwei ein Fleisch sein." Wer aber dem Herrn anhanget, der ist ein Geist mit ihm. Fliehet der Unzucht! Alle Sünden, die der Mensch tut, sind außer seinem Leibe; wer aber Unzucht treibt, der sündigt an seinem eigenen Leibe. Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer eigen? Denn ihr seid teuer erkauft; darum so preist Gott an eurem Leibe." [85]

"Wovon wir aber reden, das ist dennoch Weisheit bei den Vollkommenen; nicht eine Weisheit dieser Welt, auch nicht der Herrscher dieser Welt, welche vergehen. Sondern wir reden von der heimlichen, verborgenen Weisheit Gottes, welche Gott verordnet hat vor der Welt zu unsrer Herrlichkeit, welche keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat; denn wenn sie die erkannt hätten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. Sondern es ist gekommen wie geschrieben steht: "Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben." Uns aber hat es Gott offenbart durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also auch weiß niemand, was in Gott ist, als der Geist Gottes. Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, daß wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist; un davon reden wir nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Sachen für geistliche Menschen. Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich verstanden sein. Der geistliche Mensch aber ergründet alles, und wird doch selber von niemand ergründet. Denn "wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen?" Wir aber haben Christi Sinn."
[86]

"Friede, Friede, denen in der Ferne und denen in der Nähe, spricht der Herr, und
ich will sie heilen. Aber die Gottlosen sind wie das ungestüme Meer, das nicht still
sein kann, und dessen Wellen Schlamm und Unrat auswerfen. Die Gottlosen haben keinen Frieden, spricht mein Gott." [87]
 

Augustinus untersucht auch die verschiedenen Verheißungen im ersten Buch Mose. Er kommt zu dem Schluss: "Gottes Verheißung gilt nicht dem Sohne der Hagar, sondern dem der Sara." Die Verheißungen werden immer deutlicher. Sie beziehen sich auf die Völker in Isaak, dem Sohne der Verheißung, der ein "Sinnbild der Gnade" ist, nicht der Natur. Es ist eine Verheißung, "die wir nun in Christus sich erfüllen sehen", nicht jedoch in Ismael und später Mohammed und den Mohammedanern (Muslimen). Ismael wird so beschrieben: "Er wird ein wilder Mensch sein: seine Hand wider jedermann und jedermanns Hand wider ihn, und wird wohnen all seinen Brüdern zum Trotz". Ismael und seinen Nachkommen wurde zwar vorausgesagt, dass sie sich mehren würden, aber ausserhalb des Bundes ("Aber meinen Bund will ich aufrichten mit Isaak"): "Nach diesen Geschichten begab sich's, daß zu Abram das Wort des Herrn kam in einer Offenbarung: Fürchte dich nicht Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn. Abram sprach aber: Herr, mein Gott,  was willst du mir geben? Ich gehe dahin ohne Kinder; und dieser Elieser von Damaskus wird mein Haus besitzen. Und Abram sprach weiter: Mir hast du keine Nachkommen gegeben; und siehe, einer von meinen Knechten soll mein Erbe sein. Und siehe, der Herr sprach zu ihm: Er soll nicht dein Erbe sein; sondern der von deinem Leib kommen wird, der soll dein Erbe sein. Und er hieß ihn hinausgehen und sprach: Siehe gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? und sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein. Abram glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit. Und er sprach zu ihm: Ich bin der Herr, der dich von Ur in Chaldäa ausgeführt hat, daß ich dir dies Land zu besitzen gebe. Abram aber sprach: Herr, woran soll ich merken, daß ich's besitzen werde? Und er sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijährige Kuh und eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube und eine junge Taube. Und er brachte ihm solches alles und zerteilte es mitten voneinander und legte einen Teil dem andern gegenüber; aber die Vögel zerteilte er nicht. Und die Raubvögel fielen auf die Aase; aber Abram scheuchte sie davon. Da nun die Sonne am Untergehen war, fiel ein tiefer Schlaf auf Abram; und siehe, Schrecken und große Finsternis überfiel ihn. Da sprach er zu Abram: Das sollst du wissen, daß deine Nachkommen werden Fremdlinge sein in einem Lande, das nicht das ihre ist; und da wird man sie zu dienen zwingen und plagen vierhundert Jahre. Aber ich will richten das Volk, dem sie dienen müssen. Darnach sollen sie ausziehen mit großem Gut. Und du sollst fahren zu deinen Vätern mit Frieden und in gutem Alter begraben werden. Sie aber sollen nach vier Mannesaltern wieder hierher kommen; denn die Missetat der Amoriter ist noch nicht voll. Als nun die Sonne untergegangen und es finster geworden war, siehe, da rauchte ein Ofen, und ein Feuerflamme fuhr zwischen den Stücken hin. An dem Tage schloß der Herr einen Bund mit Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dies Land geben, von dem Strom Ägyptens an bis an den großen Strom Euphrat: die Keniter, die Kenisiter, die Kadmoniter, die Hethiter, die Pheresiter, die Riesen, die Amoriter, die Kanaaniter, die Girgasiter, die Jebusiter. Sarai, Abrams Weib, gebar ihm kein Kind. Sie hatte eine ägyptische Magd, die hieß Hagar. Und sie sprach zu Abram: Siehe, der Herr hat mich verschlossen, daß ich nicht gebären kann. Gehe doch zu meiner Magd, ob ich vielleicht durch sie  zu einem Sohn komme. Und Abram gehorchte der Stimme Sarais. Da nahm Sarai, Abrams Weib, ihre ägyptische Magd, Hagar, und gab sie Abram, ihrem Mann, zum Weibe, nachdem sie zehn Jahre im Lande Kanaan gewohnt hatten.  Und er ging zu Hagar, die ward schwanger. Als sie nun sah, daß sie schwanger war, achtete sie ihre Herrin gering. Da sprach Sarai zu Abram: Das Unrecht, dass mir geschieht, komme über dich! Ich habe meine Magd dir in die Arme gegeben; nun sie aber sieht, daß sie schwanger geworden ist, bin ich gering geachtet in ihren Augen. Der Herr sei Richter zwischen mir und dir. Abram aber sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist unter deiner Gewalt; tue mit ihr, wie dir's gefällt. Als nun Sarai sie demütigen wollte, floh sie von ihr. Aber der Engel des Herrn fand sie bei einem Wasserbrunnen in der Wüste, nämlich bei dem Brunnen am Wege nach Schur. Der sprach zu ihr: Hagar, Sarais Magd, wo kommst du her, und wo willst du hin? Sie sprach: Ich bin von meiner Frau Sarai geflohen. Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: Kehre wieder um zu deiner Frau, und demütige dich unter ihre Hand. Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: Ich will deine Nachkommen so mehren, daß er der großen Menge wegen nicht gezählt werden können. Weiter sprach der Engel des Herrn zu ihr: Siehe, du bist schwanger geworden und wirst einen Sohn gebären, dessen namen sollst du Ismael heißen, denn der Herr hat dein Elend erhört. Er wird ein wilder Mensch sein: seine Hand wider jedermann und jedermanns Hand wider ihn, und wird wohnen all seinen Brüdern zum Trotz. Und sie nannte den Namen des Herrn, der mit ihr redete: Du bist ein Gott, der mich sieht. Denn sie sprach: Gewiß habe ich hier hinter dem hergesehen, der mich angesehen hat. Darum nannte man den Brunnen 'Brunnen des Lebendigen, der mich sieht'. Er liegt zwischen Kadesch und Bered. Und Hagar gebar einen Sohn; und Abram hieß den Sohn, den ihm Hagar gebar, Ismael. Und Abram war sechsundachtzig Jahre alt, da ihm Hagar den Ismael gebar. Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der Herr und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei fromm. Und ich will meinen Bund zwischen mir und dir schließen und ich will dich über alle Maßen mehren. Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und sprach: Siehe, ich habe meinen Bund mit dir, und du sollst ein Vater vieler Völker werden. Darum sollst du nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham soll dein Name sein; denn ich habe dich gemacht zum Vater vieler Völker und will dich gar sehr fruchtbar machen und will aus dir Völker machen, und auch Könige sollen von dir kommen. Und ich will aufrichten meinen Bund zwischen mir und dir und deinen Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht, daß es ein ewiger Bund sei, so daß ich dein und deiner Nachkommen Gott bin. Und ich will dir und deinem Geschlecht geben das Land, darin du ein Fremdling bist, das ganze Land Kanaan, zu ewigem Besitz, und will ihr Gott sein. ...  Sara, dein Weib, soll dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen; denn mit ihm will ich meinen ewigen Bund aufrichten und mit seinem Geschlecht nach ihm. Und für Ismael habe ich dich auch erhört. Siehe, ich habe ihn gesegnet und will ihn fruchtbar machen und über alle Maßen mehren. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und ich will ihn zum großen Volk machen. Aber meinen Bund will ich aufrichten mit Isaak, den dir Sara gebären soll um diese Zeit im andern Jahr. Und er hörte auf, mit ihm zu reden. Und Gott fuhr auf von Abraham." [88]

Nach Augustinus sei es nach der Verheißung, dass das ältere Volk der Juden dem jüngeren Christenvolke dienen werde. Dies schließt alle nichtchristlichen arabischen Völker (heute muslimisch) mit ein. "Aber nicht sage ich solches, als ob Gottes Wort darum aus sei. Denn nicht alle sind Israeliten, die von Israel stammen; auch nicht alle, die Abrahams Nachkommen sind, sind darum auch Kinder. Sondern nur "was von Isaak stammt, soll dein Geschlecht heißen". Das heißt: nicht das sind Gottes Kinder, die nach dem Fleisch Kinder sind; sondern nur die Kinder der Verheißung werden als sein Geschlecht gerechnet. Denn dies ist ein Wort der Verheißung, da er spricht: "Um diese Zeit will ich kommen, und Sara soll einen Sohn haben." Nicht allein aber hier ist es so, sondern auch bei Rebekka, die von einem, unserm Vater Isaak, schwanger ward." [89]
 

"Der Jakobssegen besagt also die Verkündigung Christi bei allen Völkern. Das ist's, und darum handelt sich's. Isaak ist Gesetz und Weissagung. Auch durch den Mund der Juden wird Christus durch diese beiden gesegnet, und zwar von einem Nichtwissenden, weil sie nicht verstanden werden. Von dem Duft des Namens Christi ist die Welt erfüllt wie der Acker vom Duft des Getreides; auf Christus bezieht sich der Segen vom Tau des Himmels, das ist vom Regenguß der göttlichen Worte, sowie der Segen von der Fruchtbarkeit der Erde, das ist von der Sammlung der Völker.... Ja, unser Christus wird auch durch den Mund der Juden gesegnet, das ist in Wahrheit verkündigt, denn ob sie schon irren, verkünden sie doch das Gesetz und die Propheten." [90] - Augustinus
War es vorher bei den Zwilligssöhnen Isaaks noch zweifelhaft, ob der Segen beiden oder nur einem, und wenn nur einem, dann welchem von ihnen gelten würde. Das klärt sich nun, da Jakob von seinem Vater prophetisch gesegnet und ihm gesagt wird: "Der allmächtige Gott segne dich und mache dich fruchtbar und mehre dich, daß du werdest ein Haufe von Völkern, und gebe dir den Segen Abrahams, dir und deinen Nachkommen mit dir, daß du besitzest das Land, darin du jetzt ein Fremdling bist, das Gott dem Abraham gegeben hat." Jakob schaut die Himmelsleiter: "Aber Jakob zog aus von Beer-Seba und reiste gen Haran und kam an einen Ort, da blieb er über Nacht; denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein des Orts und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an dem Ort schlafen. Und ihm träumte; und siehe, eine Leiter stand auf der Erde, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen
daran auf und nieder; und der Herr stand oben darauf und sprach: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden; und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hin ziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe. Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Fürwahr, der Herr ist an dieser Stätte, und ich wußte es nicht! Und fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels. Und Jakob stand des Morgens früh auf und nahm den Stein, den er zu
seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und goß Öl oben darauf und nannte die Stätte Bethel (Haus Gottes); zuvor aber hieß die Stadt Lus." Das hat prophetischen Sinn. Denn nicht wie Götzendiener tun, begoss Jakob den Stein mit Öl, um ihn damit zu einer Art Gott zu machen, betete den Stein auch nicht an - wie die Muslime in Mekka den Meteoriten in der Kaaba. Sondern weil der Name Christus sich von "Chrisma, das ist Salbung", herleitet, liegt hier unfraglich ein Gleichnis vor, das ein tiefes Geheimnis (magnum sacramentum) in sich birgt. Wir müssen daran denken, dass uns der Heiland selbst im Evangelium jene Leiter ins Gedächtnis ruft: "Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf und herab fahren auf des Menschen Sohn." [91]

Im Alten Testament gibt es viele Prophezeiungen, die "unzweifelhaft direkt auf Christus" hinweisen. Die Verheißungen Gottes waren schon großenteils in Erfüllung gegangen. Viele Verheißungen beziehen sich auf Abrahams Nachkommenschaft, in der alle Völker gesegnet werden, die durch den neuen Bund Miterben Christi geworden sind: "Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen; nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloß, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der Herr; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein." Das bisherige Priestertum und Königtum soll durch den abgelöst werden, "der zugleich neuer und ewiger Priester und König ist, nämlich Jesus Christus." Die Übertragung des Hohenpristeramtes auf Christus wird von Hanna geweissagt: "Und Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn; mein Haupt ist erhöht in dem Herrn. Mein Mund hat sich weit aufgetan wider meine Feinde; denn ich freue mich deines Heils.  Es ist niemand heilig wie der Herr, außer dir ist keiner; und ist kein Fels, wie unser Gott ist. Laßt euer großes Rühmen und Trotzen, noch gehe freches Reden aus eurem Munde; denn der Herr ist ein Gott, der es merkt, und von ihm werden Taten gewogen. Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind umgürtet mit Stärke. Die da satt waren, müssen ums Brot dienen, und die Hunger litten, hungert nicht mehr; ja die Unfruchtbare hat sieben geboren, und die viele Kinder hatte, welkt dahin. Der Herr tötet und macht lebendig, führt hinab zu den Toten und wieder heraus. Der Herr macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht. Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus der Asche, daß er ihn setze unter die Fürsten und den Thron der Ehre erben lasse. Denn der Welt Grundfesten sind des Herrn, und er hat den Erdboden darauf gesetzt. Er wird behüten die Füße seiner Heiligen, aber die Gottlosen sollen zunichte werden in Finsternis; denn viel Macht hilft doch niemand. Die mit dem Herrn hadern, sollen zugrunde gehen; der Höchste im Himmel wird sie zerschmettern. Der Herr wird richten der Welt Enden. Er wird Macht geben seinem Könige und erhöhen das Haupt seines Gesalbten." Dieser sogenannte Lobgesang der Hanna verkündet in prophetischem Geist die christliche Religion. Auch ist die dem Davidssohn geltende Verheißung nicht in Salomo, sondern in Christus erfüllt: "So sollst du nun sagen zu meinem Knechte David: So spricht der Herr Zebaoth: Ich habe dich genommen von den Schafhürden, damit du Fürst über mein Volk Israel sein sollst, und bin mit dir gewesen, wo du hin gegangen bist, und habe alle deine Feinde vor dir ausgerottet und will dir einen großen Namen machen gleich dem Name der Großen auf Erden. Und ich will meinem Volk Israel eine Stätte geben und will es pflanzen, daß es dort wohne und sich nicht mehr ängstigen müsse und die Kinder der Bosheit es nicht mehr bedrängen. Und wie vormals, seit der Zeit, da ich Richter über mein Volk Israel bestellt habe, will ich dir Ruhe geben von allen deinen Feinden. Und der Herr verkündigt dir, daß der Herr dir ein Haus bauen will. Wenn nun deine Zeit um ist und du dich zu deinen Vätern schlafen legst, will ich ir einen Nachkommen erwecken, der von deinem Leibe kommen wird; dem will ich sein Königtum bestätigen. Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will seinen Königsthron bestätigen ewiglich. Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Wenn er sündigt, will ich ihn mit Menschenruten und mit menschlichen Schlägen strafen; aber meine Gnade soll nicht von ihm weichen, wie ich sie habe weichen lassen von Saul, den ich vor dir weggenommen habe. Aber dein Haus und dein Königtum sollen beständig sein in Ewigkeit vor mir, und dein Thron soll ewiglich bestehen." Wer meine - so Augustinus - diese gewichtige Verheißung sei in Salomo erfüllt, befinde sich in großem Irrtum. Auch für die Juden sei es so klar, dass der hier dem König David verheißene Sohn nicht Salomo gewesen sein könne, dass sie auch jetzt noch, wo der Verheißene so offenkundig hervorgetreten sei, in erstaunlicher Verblendung auf einen anderen zu hoffen versichern. Es wird in ihm eine Art Sinnbild des Künftigen gezeichnet, ein "abgeschattetes Bild" gezeigt, in Christus aber die Wahrheit selber gegenwärtig vor Augen steht.  [92]

Weissagungen vom kommenden Friedensreich, von Tod und Auferstehung Christi und vom Unglaube der Juden: "In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des Herrn Haus ist, fest stehen, höher denn alle Berge, und über die Hügel erhaben. Und die Völker werden dazu laufen, und viele Heiden werden gehen und sagen: Kommt, laßt uns hinauf zum Berge des Herrn gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns lehre seine Wege und wir auf seiner Straße wandeln! Denn aus Zion wird Weissagung ausgehen und des Herrn Wort aus Jerusalem. Er wird unter großen Völkern richten und viele Heiden zurechtweisen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen und niemand wird sie schrecken. Denn der Mund des Herrn Zebaoth hat's geredet. Ein jedes Volk wandelt im Namen seines Gottes; aber wir wandeln im Namen des Herrn, unsers Gottes, immer und ewiglich!" Die evangelische Geschichte erzählt, wie auch diese Weissagung in Erfüllung gegangen ist: "Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand." Auch dies sei - so Augustinus - bereits auf dem ganzen Erdkreis offensichtlich verwirklicht worden: "Es werden gedenken und sich zum Herrn bekehren aller Welt Enden und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden. Denn des Herrn ist das Reich, und er herrscht unter den Heiden." Zum Urgestein der christologischen Exegese gehört auch der Psalm 69, den Händel auch in seinem Messias vertont hat: "Du kennst meine Schmach, meine Schande und Scham; meine Widersacher sind dir alle vor Augen. Die Schmach bricht mir mein Herz und macht mich krank. Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine. Und sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinem großen Durst. Ihr Tisch werde ihnen zur Falle, zur Vergeltung und zum Strick.  Ihre Augen sollen finster werden, daß sie nicht sehen, und ihre Hüften laß immer wanken. Gieß deine Ungnade auf sie, und dein grimmiger Zorn ergreife sie. Ihre Wohnstatt soll verwüstet werden und niemand wohne in ihren Zelten. Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und reden gern von dem Schmerz dessen, den du hart getroffen hast. Laß sie aus einer Schuld in die andere fallen, daß sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit. Tilge sie aus dem Buch des Lebens, daß sie nicht geschrieben stehen bei den Gerechten." Kein Wunder - so Augustinus - , dass sie das Offenkundige nicht sehen, da ihre Augen verdunkelt seien, dass sie nicht sehen können. Kein Wunder, dass sie zum Himmlischen nicht aufblicken, da ihr Rücken für immer gekrümmt sei. Denn nun müssen sie sich dem Irdischen zuneigen. [93]

Augustinus unterschied zwischen einem Israel, das zur Magd (Hagar), und einem Israel, das zur Freien (Sarah) gehört. Heute bildet das hebräische Volk, zu dem man auch die muslimischen Araber rechnen muß, eine "unterschiedslos dem gleichen Irrtum verfallene und über die Länder hin zerstreute Genossenschaft". Alle ehemaligen Israeliten und Araber oder Muslime, die Christus anhangen und bei ihm ausharren, haben nichts zu schaffen mit den Israeliten und Muslimen, die bis zum Ende dieses Lebens seine Feinde bleiben. Denn das Alte Testament vom Berge Sinai, "das zur Knechtschaft gebiert", hat nur den einen Nutzen, dass es dem Neuen Testament Zeugnis gibt. Andernfalls liege - so Augustinus - , solange Moses gelesen werde, ein "Schleier über ihren Herzen"; wenn aber jemand zu Christus übergeht, werde der Schleier weggenommen: "Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des Neuen Bundes, nicht des Buchstaben, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. Wenn aber schon das Amt, das mit Buchstaben in Stein gehauen war und das doch nur den Tod bringt,  Herrlichkeit hatte, so daß die Kinder Israel das Angesicht des Mose nicht konnten ansehen  um der Herrlichkeit willen auf seinem Angesicht, die doch aufhört, wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist gibt, Herrlichkeit haben? Denn wenn das Amt, das die Verdammnis predigt, Herrlichkeit hat, wie viel mehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit predigt, überschwengliche Herrlichkeit. Ja, die Herrlichkeit dort ist nimmermehr für Herrlichkeit zu achten gegen die überschwengliche Herrlichkeit hier. Denn wenn das Herrlichkeit hatte, das da aufhört, wie viel mehr wird das Herrlichkeit haben, was da bleibt. Weil wir nun solche Hoffnung haben, sind wir voll großer Zuversicht und tun nicht wie Mose, der die Decke vor sein Angesicht hing, daß die Kinder Israel nicht sehen sollten das Ende dessen, was da aufhört. Aber ihre Sinne wurden verstockt. Denn bis auf den heutigen Tag bleibt diese Decke unaufgedeckt über dem alten Testament, wenn sie es lesen, weil sie nur in Christus abgetan wird. Doch bis auf den heutigen Tag, wenn Mose gelesen wird, hängt die Decke vor ihrem Herzen. Wenn Israel aber sich bekehrte zu dem Herrn, so würde die Decke abgetan. Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Nun aber spiegelt sich bei uns allen die Herrlichkeit des Herrn in unserem aufgedeckten Angesicht, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist." [94]
 

"Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, was ich empfangen habe: daß Christus gestorben sei für unsre Sünden nach der Schrift, und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift, und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jakobus, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, darum daß ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Es sei nun ich oder jene: also predigen wir, und so habt ihr geglaubt. Wenn aber Christus gepredigt wird, daß er sei von den Toten auferstanden, wie sagen denn etliche unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? Gibt es aber keine Auferstehung der Toten nichts, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden aber auch erfunden als falsche Zeugen Gottes, daß wir wider Gott gezeugt hätten, er hätte Christum auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten und der Erstling geworden unter denen, die da schlafen. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn gleichwie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeglicher aber in seiner Ordnung: der Erstling Christus; darnach die Christus angehören, wenn er kommen wird." [95]

"Das Gesetz und die Propheten reichen bis Johannes" - Augustinus 

"Da Hannas und Kaiphas Hohepriester waren: da geschah der Befehl Gottes zu Johannes, des Zacharias Sohn, in der Wüste. Und er kam in das ganze Land um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung Sünden, wie geschrieben steht in dem Buch der Reden Jesaja's, des Propheten, der da sagt: "Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige richtig! Alle Täler sollen voll werden, und alle Berge und Hügel erniedrigt werden; und was krumm ist, soll richtig werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden. Und alles Fleisch wird den Heiland Gottes sehen." Da sprach Johannes zu dem Volk, das hinausging, daß sich von ihm Taufen ließe: Ihr Otterngezüchte, wer hat denn euch gewiesen, daß ihr dem zukünftigen Zorn entrinnen werdet? Sehet zu, tut rechtschaffene Früchte der Buße und nehmt euch nicht vor, zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken." [96]
 

Weissagungen der Propheten Hosea und Amos: Dies prophetische Zeugnis "Auch ihr seid Kinder des lebendigen Gottes" von der Berufung des Heidenvolkes, das vordem nicht Gott angehörte. Die Israeliten und andere Abrahamskinder wie die Muslime, die jetzt noch nicht an Christus glauben wollen, später einmal glauben werden, das heisst ihre Nachkommen, bezeugt der Prophet mit folgenden Worten: "Denn lange Zeit werden die Kinder Israel ohne König und ohne Obere bleiben, ohne Opfer, ohne Steinmal, ohne Ephod und ohne Heiligtum bleiben. Danach werden sich die Kinder Israel  bekehren und den Herrn, ihren Gott, und ihren König David suchen und werden mit Zittern zu dem Herrn und seiner Gnade kommen in der letzten Zeit." Nichts könne deutliche sein als diese Weissagung, wenn man nur versteht, dass mit diesem König David Christus gemeint sei. Nicht anders der Prophet Amos: "Darum will ich's weiter so mit dir machen, Israel! Weil ich's denn weiter so mit dir machen will, so bereite dich, Israel, und begegne deinem Gott. Denn siehe, er ist's, der die Berge macht, den Wind schafft und zeigt dem Menschen, was er im Sinn hat. Er macht die Morgenröte und die Finsternis; er tritt einher auf den Höhen der Erde, er heißt Herr, Gott Zebaoth." Und weiter: "Zur selben Zeit will ich die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten und ihre Risse vermauern, und was abgebrochen ist, wieder aufrichten und will sie bauen wie sie vorzeiten gewesen ist, damit sie in Besitz nehmen, was übrig ist von Edom, und alle Heiden, über die mein Name genannt ist, spricht der Herr, der solches tut." [97]

Bekannt sind Jesajas Prophezeiungen von Christus und der Kirche. Augustinus meint, er habe von Christus und der Kirche, also dem Könige und dem von ihm gegründeten Staate, weit mehr als die übrigen geweissagt, so dass mache ihn lieber einen Evangelisten als einen Propheten nennen wollten. "Siehe, meinem Knecht wird's gelingen, er wird erhöht und sehr hoch erhaben sein. Wie sich viele über ihn entsetzen, weil seine Gestalt häßlicher war als die anderer Leute und sein Ansehen als das der Menschenkinder, so wird er viele Heiden in Staunen setzen, daß auch Könige werden ihren Mund vor ihm zuhalten. Denn denen nichts davon verkündigt ist, die werden's nun sehen; und die nichts davon gehört haben, die werden's merken. Aber wer glaubt dem, was uns verkündet wurde und wem ist der Arm des Herrn offenbart? Er schoß auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn. Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut. Er ist aus Angst und Gericht hinweggenommen. Wer aber kann sein Geschick ermessen? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missetat meines Volkes geplagt war. Und man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und bei Übeltätern, als er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Munde gewesen ist. So wollte ihn der Herr zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben, und des Herrn Plan wird durch seine Hand gelingen. Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihr Sünden.  Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, dafür daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleich gerechnet ist und er die Sünde der Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten. Rühme, du Unfruchtbare, die du nicht geboren hast! Freue dich mit Rühmen und jauchze, die du nicht schwanger warst! Denn die Einsame hat mehr Kinder, als die den Mann hat, spricht der Herr. Mache den Raum deines Zeltes weit, und breite aus die Decken deiner Wohnstatt; spare nicht! Spann deine Seile lang und stecke deine Pflöcke fest! Denn du wirst dich ausbreiten zur Rechten und zur Linken, und deine Nachkommen werden Völker beerben und verwüstete Städten neu bewohnen. Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zu Schanden werden; schäme dich nicht, denn du sollst nicht zum Spott werden; sondern du wirst die Schande deiner Jugend vergessen und der Schmach deiner
Witwenschaft nicht mehr gedenken. Denn der dich gemacht hat, ist dein Mann, der Herr Zebaoth heißt sein Name, und dein Erlöser ist der Heilige Israels, der aller Welt Gott genannt wird." [98]

Der Prophet Micha hat sogar den Ort der Geburt Christi vorhergesagt: "Und du Bethlehem Ephrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. Indes läßt er sie plagen bis auf die Zeit, daß die, welche gebären soll, geboren hat; da wird dann der Rest seiner Brüder wiederkommen zu den Kindern Israel. Er wird aber auftreten und weiden in der Kraft des Herrn und in der Macht des Namens des Herrn, seines Gottes. Und sie werden sicher wohnen; denn er wird zur selben Zeit herrlich werden, soweit die Welt ist. Und er wird der Friede sein." Der Prophet Jona habe nicht so sehr durch Rede als durch die besondere Art seines Leidens von Christus geweissagt, und "wahrlich noch deutlicher, als wenn er seinen Tod und seine Auferstehung laut angekündigt hätte." Denn wozu sonst müsse er in den Bauch des Meerungeheuers eingehen und am dritten Tage wieder hervorkommen, wenn nicht um vorbildlich darauf hinzuweisen, dass Christus am dritten Tage aus der Tiefe der Unterwelt wiederkehren werde? [99]

Auch Habakuk kündet die bevorstehende Ankunft Christi an; ausserdem sieht er die erfolglose Ausbreitung der Muslime voraus, die den Götzen Allah anbeten, der von seinem "Meister" Mohammed geschaffen wurde: "Der Herr aber antwortete mir und sprach: Schreib auf, was du geschaut hast, deutlich auf eine Tafel, daß es lesen könne, wer vorüberläuft! Die Weissagung wird ja noch erfüllt werden zu ihrer Zeit und wird endlich frei an den Tag kommen und nicht ausbleiben. Wenn sie sich auch hinzieht, so harre ihrer: sie wird gewiß kommen und nicht ausbleiben. Siehe, wer halsstarrig ist, der wird keine Ruhe in seinem Herzen haben; der Gerechte aber wird seines Glaubens leben. So wird auch der treulose Tyrann keinen Erfolg haben, der stolzen Mann nicht bleiben, der seinen Rachen aufsperrt wie das Reich des Todes und ist wie der Tod, der nicht zu sättigen ist: Er rafft an sich alle Heiden und sammelt zu sich alle Völker. Was gilt's aber? Diese alle werden einen Spruch über ihn machen und ein Lied und ein Sprichwort sagen: Weh dem, der sein Gut mehrt mit fremden Gut! Wie lange wird's währen? - und häuft viel Pfänder bei sich auf! Wie plötzlich werden aufstehen die dich beißen, und erwachen, die dich peinigen! und du mußt ihnen zum Raube werden. Denn du hast viele Heiden beraubt; so werden dich wieder berauben alle übrigen Völker um des Menschenbluts willen und um des Frevels willen, begangen am Lande und in der Stadt und an allen, die darin wohnen. Weh dem, der ungerechten Gewinn macht zum Unglück seines Hauses, auf daß er sein Nest in der Höhe baue, um dem Unheil zu entrinnen! Aber dein Ratschlag wird zur Schande deines Hauses geraten; denn du hast zu viele Völker zerschlagen und damit gegen dein Leben gesündigt. Denn auch die Steine in der Mauer werden schreien, und die Sparren am Balkenwerk werden ihnen antworten. Weh dem, der die Stadt mit Blut baut und richtet die Burg auf mit Unrecht! Wird's nicht so vom Herrn Zebaoth geschehen: woran die Völker sich abgearbeitet haben, muß mit Feuer verbrennen, und wovon die Leute sich müde gemacht haben, das muß verloren sein? - Denn die Erde wird voll werden von Erkenntnis der Ehre des Herrn, wie Wasser das Meer bedeckt. Weh dem, der seinen Nächsten trinken lässt und seinen Grimm beimischt und ihn trunken machst, daß er seine Blöße sehe! Du hast dich gesättigt mit Schande und nicht mit Ehre. So saufe du nun auch, daß du taumelst! Denn an dich wird kommen der Kelch in der Rechten des Herrn, und du wirst  Schande haben statt Ehre. Denn der Frevel, den du am Libanon begangen, wird dich kommen, und die vernichteten Tiere werden dich schrecken um des Menschenbluts willen und um des Frevels willen, begangen am Lande und an der Stadt und an allen, die darin wohnen. Was wird dann helfen das Bild, das sein Meister gebildet hat, und das gegossene Bild, das da Lügen lehrt? Dennoch verläßt sich sein Meister darauf, obgleich er nur stumme Götzen macht. Weh dem, der zum Holz spricht: Wache auf! und zum stummen Steine: Stehe auf! Wie sollte ein Götze lehren können? Siehe, es ist mit Gold und Silber überzogen und kein Odem ist in ihm. Aber der Herr ist in seinem heiligen Tempel. Es sei vor ihm stille alle Welt! Dies ist das Gebet des Propheten Habakuk, nach Art eines Klageliedes:  Herr, ich habe die Kunde von dir gehört, daß ich mich entsetze, ich habe dein Werk gesehen, Herr! Mache es lebendig in naher Zeit, und laß es kund werden mitten in naher Zeit. Im Zorne denke an Barmherzigkeit! Gott kam vom Mittag und der Heilige vom Gebirge Pharan, Sela. Seines Lobes war der Himmel voll, und seiner Ehre war die Erde voll. Sein Glanz war wie ein Licht; Strahlen gingen von seinen Händen; darin war verborgen seine Macht. Pest ging vor ihm her und Seuche folgte, wo er hintrat. Er stand auf und ließ erbeben die Erde, er schaute und ließ erzittern die Heiden, zerschmettert wurden die uralten Berge, und bücken mußten sich die uralten Hügel, als er wie vor alters einherzog. Ich sah die Hütten von Kuchan in Not und die Zelte der Midianiter betrübt. Warst du zornig, Herr, auf die Flut? Entbrannte dein Grimm wider die Wasser  und dein Zorn wider das Meer, als du auf deinen Rossen rittest und deine Wagen den Sieg behielten? Du zogst deinen Bogen hervor, legtest die Pfeile auf deine Sehne, sela! Du spaltetest das Land, dass Ströme flossen, die Berge sahen dich, und ihnen ward bange. Der Wasserstrom fuhr dahin, die Tiefe ließ sich hören, ihren Aufgang vergaß die Sonne der Mond stand still; beim glänzen deiner Pfeile verblassen sie beim Leuchten deines blitzenden Speeres. Du zertratest das Land im Zorn und zerdroschest die Heiden im Grimm. Du zogst aus, deinem Volk zu helfen, zu helfen deinem Gesalbten. Du zerschlugest das Dach vom Hause des Gottlosen und entblößtest die Grundfeste bis an den Fels, Sela. Du durchbohrtest mit seinen Speeren sein Haupt, seine Scharen zerstoben wie Spreu, denn ihre Freude war, zu zerstreuen und zu fressen den Elenden im Verborgenen. Du tratest nieder seine Rosse im Meer, im Schlamm der Wasserfluten. Weil ich solches hörte, bebt mein Leib, meine Lippen zittern von dem Geschrei; Fäulnis fährt in meine Gebeine, und meine Knie beben, aber ich will harren auf die Zeit der Trübsal, das sie hinaufziehe über das Volk, das uns angreift. Da wird der Feigenbaum nicht grünen, und wird kein Gewächs sein an den Weinstöcken; die Ertrag des Ölbaums bleibt aus und die Äcker bringen keine Nahrung; Schafe werden aus den Hürden gerissen, und in den Ställen werden keine Rinder sein. Aber ich will mich freuen des Herrn und fröhlich sein in Gott, meinem Heil. Denn der Herr ist meine Kraft, er wird meine Füße machen wie Hirschfüße und wird mich über die Höhen führen." Habakuk sieht das Volk, das Christus töten sollte, der Fülle seiner geistlichen Schätze verlustig, die er nach Prophetenweise durch das Gleichnis irdischer Fruchtbarkeit beschreibt. Und weil jenes Volk sowie andere abrahamitische Völker (heute vor allem Muslime) solchen Gotteszorn darum erdulden mussten, weil sie, die Gerechtigkeit Gottes verkennend, ihre eigene ohne Freiheit aufrichten wollten. Denn der siegt im Liede des Herrn, der an seinem und nicht am eigenen Lobe Gefallen hat. [100]

Die Weissagungen des Propheten Jeremia sind denen des Jesaja ähnlich: "Herr, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not. Die Heiden werden zu mir kommen von der Welt Enden und sagen: Unsre Väter haben falsche und nichtige Götter gehabt, die nichts nützen können. Wie kann ein Mensch Götter machen, die doch keine Götter sind? Darum siehe, nun will ich sie lehren und meine Hand und Gewalt ihnen kundtun, daß sie erfahren sollen, ich heiße der Herr." Von diesem Propheten stammt auch die Bezeugung des Neuen Bundes, dessen Mittler Christus ist, wie oben angeführt. [101]

Die Weissagung der letzten drei Propheten, Haggai, Sacharja, Maleachi. Danach kommt nur noch Johannes. Alle weiteren Propheten, wie zum Beispiel Mohammed, sind falsche Propheten. Haggai weissagt von Christus mit kurzen Worten: "Denn so spricht der Herr Zebaoth: Es ist nur noch eine kleine Weile, so werde ich Himmel und Erde, das Meer und das Trockene erschüttern. Ja, alle Heiden will ich erschüttern." Dann wird kommen der von allen Völkern ersehnte. Sacharja: "Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm, und reitet auf einem Esel und auf einem jungen Füllen der Eselin. Denn ich will die Wagen wegtun von Ephraim und die Rosse von Jerusalem, und der Streitbogen soll zerbrochen werden; denn er wird Frieden gebieten den Völkern; und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum anderen und vom Strom bis an die Enden der Welt Erde." Und - heute würde man sagen gegen Mohammed und seine Art der Traumdeutung - gegen falsche Propheten gerichtet: "Denn die Götzen reden Lüge, und die Wahrsager schauen Trug und erzählen nichtige Träume, und ihr Trösten ist nichts. Darum geht das Volk in der Irre wie eine Herde und ist verschmachtet, weil kein Hirte da ist." Zur Ausrottung des Götzendienstes und der falschen Propheten sagt er: "Zu der Zeit, spricht der Herr Zebaoth, will ich die Namen der Götzen ausrotten aus dem Lande, daß man ihrer nicht mehr gedenken soll; dazu will ich auch die Propheten und unreinen Geister aus dem Lande treiben; und so soll es geschehen: wenn jemand weiterhin als Prophet auftritt, sollen sein Vater und seine Mutter, die ihn gezeugt haben, zu ihm sagen: Du sollst nicht leben, denn du redest Falsches im Namen des Herrn." Auch wendet er sich gegen das betrügerische Aussehen der muslimischen Propheten: "Denn es soll zu der Zeit geschehen, daß die Propheten, wenn sie weissagen, in Schanden dastehen mit dem, was sie geschaut haben; und sie sollen nicht mehr einen härenen Mantel anziehen, um zu betrügen." Maleachi lässt Gott in einer Weissagung von der durch Christus gepflanzten Kirche den Juden und Muslimen unmissverständlich folgendes sagen: "Ich habe kein Gefallen an euch, spricht der Herr Zebaoth, und das Opfer von euren Händen ist mir nicht angenehm. Denn vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang ist mein Name herrlich werden unter den Heiden, und an allen Orten wird meinem Namen geopfert und ein reines Opfer dargebracht; denn mein Name ist herrlich unter den Heiden, spricht der Herr." Auch hält er eine Strafrede gegen falsche Priester und Imame: "Und nun, ihr Priester, dies Gebot gilt euch. Wenn ihr's nicht hören noch zu Herzen nehmen werdet, daß ihr meinem Namen die Ehre gebt, spricht der Herr Zebaoth, so werde ich den Fluch unter euch schicken und verfluchen, womit ihr gesegnet seid; ja verfluchen werde ich euren Segen, weil ihr's nicht wolltet zu Herzen nehmen." Nicht durch falsche Lehren in Koranschulen und Moscheen sollen die Menschen verwirrt werden, sondern: "des Priesters Lippen sollen die Lehre bewahren, daß man aus seinem Munde die Weisung suche; denn er ist ein Bote des Herrn. Ihr aber seid von dem Wege abgewichen und habt viele zu Fall gebracht durch falsche Weisung." Juden und Muslime sollen die frohe Botschaft hören: "Siehe, ich will meinen Boten senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet; und der Engel des Bundes, des ihr begehret, siehe, er kommt! spricht der Herr Zebaoth." Damit gibt er zu verstehen, dass auch die Juden auf Grund der Schriften, die sie lesen, Christus suchen und nach ihm verlangen. Aber ihrer viele haben den, den sie suchten und nach dem sie verlangten, als er kam, nicht erkannt, denn ihr Herz war verblendet. [102]

Heute sind die Juden in alle Welt zerstreut, "um durch ihr prophetisches Schrifttum von Christus zu zeugen." So begreifen wir, dass sie eben "um dieses Zeugnisses willen, das sie uns wider Willen dadurch abgeben müssen, daß sie diese Schriften besitzen und bewahren, über alle Völker zerstreut sind, soweit sich die Kirche Christi auch ausbreitet." [103]

 
"Sie haben keineswegs Lügenpropheten und wahre Propheten unterschiedslos gewähren lassen und durcheinander gemengt, sondern als wahrhaftig nur diejenigen Verfasser heiliger Schriften anerkannt und festgehalten, die untereinander einhellig waren und in keinem Stücke voneinander abwichen. Nur sie galten ihnen als Philosophen, das ist als Liebhaber der Weisheit, nur sie als Weise, als Theologen, als Propheten, als Lehrer der Rechtschaffenheit."  - Augustinus, civ. 18, 41

"Aus solchen Auserwählten der Heidenschaft als lebendigen Steinen erbaut sich im Neuen Bunde das Haus Gottes, weit herrlicher als jener Tempel, den einst König Salomo baute, und der nach der Gefangenschaft wiederhergestellt wurde. Also deswegen hatte jenes Volk seitdem keine Propheten mehr, deswegen mußte es so viele Niederlagen durch fremde Könige und zuletzt durch die Römer erleiden, daß es sich nicht einbilde, die Weissagung des Haggai sei durch die damalige Wiederherstellung des Tempels erfüllt worden." - Augustinus, civ. 18, 45
 

 Wann die Verfolgung durch den Widersacher oder Antichrist einsetzen werde, konnte man zu Augustinus Zeit noch nicht absehen; zur Weissagung des Paulus vom Antichrist: "Was nun das Kommen unsers Herrn Jesus Christus angeht und unsre Vereinigung mit ihm, so bitten wir euch, liebe Brüder, daß ihr euch nicht bald wanken machen lasset in eurem Sinn noch erschrecken weder durch eine Offenbarung im Geist noch durch ein Wort noch durch einen Brief, wie von uns gesandt, als ob der Tag des Herrn schon da sei. Lasset euch von niemand verführen, in keinerlei Weise; denn er kommt nicht, es sei denn, daß zuvor der Abfall komme und offenbart werde der Mensch der Sünde, der Sohn  des Verderbens, der da ist der Widersacher und sich überhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so daß er sich setzt in den Tempel Gottes und vorgibt er sei Gott. Erinnert ihr euch nicht daran, daß ich euch solches sagte, da ich noch bei euch war? Und ihr wisset, was ihn noch aufhält, bis er offenbart werde zu seiner Zeit. Denn es regt sich bereits das Geheimnis des Frevels, nur daß, der es jetzt aufhält, erst muß hinweggetan werden; und alsdann wird der Frevler offenbart werden, welchen der Herr Jesus umbringen wird mit dem Hauch seines Mundes und wird ihm ein Ende machen durch seine Erscheinung, wenn er kommt. Denn der Frevler wird auftreten in der Macht des Satans mit allerlei lügenhaftigen Kräften und Zeichen und Wundern und mit allerlei Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben zu ihrer Rettung. Darum sendet ihnen Gott auch kräftige Irrtümer, daß sie glauben der Lüge, und daß gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht geglaubt haben, sondern haben Lust an der Ungerechtigkeit." Abtrünnig heisst, abtrünnig von Gott, dem Herrn. Damit ist der Antichrist und alle Gottlosen gemeint, die sich ausserhalb der Religionen befinden, die auf das Christentum hindeuten. Buddhismus, Hinduismus und Judentum deuten auf das Christentum, der Islam dagegen nicht. Augustinus fragt sich, in welchem Tempel Gottes der Widersacher sitzen wird, "ob in den Trümmern des Tempels, den einst König Salomon erbaute, oder aber in der Kirche." Auf den Trümmern des salomonischen Tempels befindet sich heute der muslimische Felsendom. Der Widersacher setzt "sich selbst als Tempel Gottes", also zum Beispiel als Moschee hin. Es handelt sich "nur um Scheintaten", die "zur Lüge verführen." Dies geschieht heute weltweit vor allem in Moscheen. [104]

Wie oben gezeigt, war nach Ciceros Definition sogar Rom überhaupt kein Staat. "Wo demnach keine wahre Gerechtigkeit ist, kann es auch keine durch Rechtsgleichheit verbundene Menschengemeinschaft geben, also nach Scipios und Ciceros Definition auch kein Volk. Wenn aber kein Volk, dann auch keine Volkssache, sondern nur Sache einer Menge, die den Namen Volk nicht verdient. Darum, wenn Staat Volkssache ist und ein Volk durch Rechtsgleichheit verbunden sein muss, Recht aber nicht sein kann, wo keine Gerechtigkeit ist, ergibt sich unweigerlich der Schluss: Wo keine Gerechtigkeit, da auch kein Staat." (Augustinus) Heute trifft dies besonders auf islamische Gemeinschaften und sogenannte islamische Staaten zu. Gerechtigkeit hängt auch mit der Religion zusammen. Augustinus meint, man könne doch unmöglich daran zweifeln, dass "die Römer bösen und unreinen Dämonen gedient haben, er müsste sonst stumpfsinnig oder schamlos streitsüchtig sein." Dasselbe könnte man heute den muslimischen Staaten vorhalten: auch sie besitzen keine Verbindung zur wahren Philosophie bzw. Religion. [105]

"So ermahne ich dich inständig vor Gott und Christus Jesus, der da kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten, und bei seiner Erscheinung und seinem Reich: Predige das Wort, stehe dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre. Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht leiden werden; sondern nach ihren eigenen Lüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, wonach ihnen die Ohren jücken,  und werden die Ohren von der Wahrheit wenden und sich zu Fabeln kehren." Nicht erst am sogenannten "letzten" Gericht, sondern - so Augustinus - auch jetzt schon richtet Gott und hat von Anbeginn des Menschengeschlechts an gerichtet, seit den ersten Menschen. Die Muslime beten nicht zum Vatergott, denn zu ihm kann man nur durch seinen Sohn kommen, den sie aber nicht anerkennen. Somit beten sie nur einen Götzen, einen "Starken" an, der vom "Lügenprophet" verkündet wurde und mit dem christlichen Gott nichts zu tun hat. Auch ist es wenig sinnvoll für Christen, Muslime, muslimische, oder "gottlose Staaten" zu finanzieren (zum Beispiel durch falsche Entwicklungshilfe, Kindergeld etc.), also "am selben Joch mit den Ungläubigen" zu ziehen; es handelt sich nicht nur um einzelne Staaten, sondern "vielmehr ist gemeint, dass sie den ganzen Erdkreis bewohnen werden, denn es ist von den Völkern an allen vier Enden der Erde die Rede": [106]
 

"Denn der Vater richtet niemand; sondern alles Gericht hat er dem Sohn gegeben, damit sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, daß die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören; und die sie hören werden, die werden leben. Denn wie der Vater hat das Leben in sich selber, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in ihm selber, und hat ihm Macht gegeben, auch das Gericht zu halten, darum daß er des Menschen Sohn ist. Verwundert euch des nicht, denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören, und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Übles getan haben, zur Auferstehung des Gerichts. Ich kann nichts von mir selber tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist recht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen des, der mich gesandt hat. Wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr. Ein anderer ist's, der von mir zeugt; und ich weiß, daß das Zeugnis wahr ist, das er von mir zeugt. Ihr schicktet zu Johannes, und er zeugte von der Wahrheit. Ich aber nehme nicht Zeugnis von einem Menschen; sondern solches sage ich, damit ihr selig werdet. Er war ein brennend und scheinend Licht; ihr aber wolltet eine kleine Weile fröhlich sein in seinem Lichte. Ich aber habe ein größeres Zeugnis als des Johannes Zeugnis; denn die Werke, die mir der Vater gegeben hat, daß ich sie vollende, eben diese Werke, die ich tue, zeugen von mir, daß mich der Vater gesandt hat. Und der Vater, der mich gesandt hat, der hat von mir gezeugt. Ihr habt nie weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen, und sein Wort habt ihr nicht in euch wohnend; denn ihr glaubt dem nicht, den er gesandt hat. Ihr suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habet das ewige Leben darin; und sie ist's, die von mir zeuget; aber doch wollt ihr nicht zu mir kommen, daß ihr das Leben hättet. Ich nehme nicht Ehre von Menschen; aber ich kenne euch, daß ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmet mich nicht an. So ein anderer wird in seinem eigenen Namen kommen, den werdet ihr annehmen. Wie könnet ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmet? Aber die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, suchet ihr nicht. Ihr sollt nicht meinen, daß ich euch vor dem Vater verklagen werde; es ist einer, der euch verklagt: Mose, auf welchen ihr hoffet. Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?" [107]

"Unter dem Starken soll der Teufel verstanden werden, der es fertigbrachte, das menschliche Geschlecht gefangenzuhalten... Diese Bindung des Teufels geschah aber nicht etwa nur damals, als die Kirche sich ausserhalb Judäas in immer neuen Völkern auszubreiten anfing, sondern findet auch jetzt noch statt und wird stattfinden bis ans Ende der Weltzeit, da er freigelassen werden soll. Denn auch jetzt bekehren sich Menschen vom Unglauben, in dem er sie zu eigen besaß, zum Glauben, und so wird es ohne Zweifel bis zu jenem Ende weiter gehen.... Andere, die weiterhin geboren werden und ebenfalls die Christen hassen, traten und treten bis zum Weltende an ihre Stelle, und auch in ihren blinden und finsteren Herzen wird er wie in einem Abgrunde täglich eingeschlossen." - Augustinus

"Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? Was hat der Tempel Gottes gemein mit den Götzen? Wir aber sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht: "Ich will unter ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt kein Unreines an, so will ich euch annehmen und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige Herr" [108]
 

In diesem Zusammenhang dürfen die Weissagungen des Petrus nicht fehlen: "Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch sein werden falsche Lehrer, die nebeneinführen werden verderbliche Sekten und verleugnen den Herrn, der sie erkauft hat, und werden über sich selbst herbeiführen eine schnelle Verdammnis. Und viele werden nachfolgen ihrem zuchtlosen Wandel; und um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden. Und aus Habsucht werden sie mit erdichteten Worten an ihren Vorteil suchen.. Ihnen ist  das Urteil seit langem bereitet, und ihre Verdammnis schläft nicht. Denn Gott hat selbst die Engel, die gesündigt haben, nicht verschont, sondern hat sie in finstere Höhlen hinabgestoßen und übergeben, daß sie zum Gericht behalten werden; und hat nicht verschont die vorige Welt, sondern bewahrte Noah, den Prediger der Gerechtigkeit, mit sieben anderen und brachte die Sintflut über die Welt der Gottlosen; und hat die Städte Sodom und Gomorra zu Asche gemacht, umgekehrt und verdammt, damit ein Beispiel gesetzt den Gottlosen, die hernach kommen würden; und hat errettet den gerechten Lot, welchem die schändlichen Leute alles Leid taten mit ihrem unzüchtigen Wandel. Denn der Gerechte, der unter ihnen wohnte, musste alles mit ansehen und anhören und seine gerechte Seele von Tag zu Tage durch die Werke der Ungerechten quälen lassen." Und hier zum jüngsten Gericht: "So wisset aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, des Spottes voll, die nach ihren eigenen Gelüste wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seines Kommens? denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist. Denn sie wollen nichts davon wissen, daß ein Himmel vorzeiten auch war, dazu eine Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward damals die Welt durch die Sintflut verderbt. So auch werden der Himmel, der jetzt ist, und die Erde durch dasselbe Wort aufbewahrt, daß sie zum Feuer behalten werden auf den Tag des Gerichts und der Verdammnis der gottlosen Menschen. Eines aber sei euch nicht verborgen, ihr Lieben, daß ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es etliche für eine Verzögerung achten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb, dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden verbrennen. Wenn das alles soll so zergehen, wie müsst ihr da geschickt sein in heiligem Wandel und gottesfürchtigem Tun, die ihr wartet und eilet zu der Ankunft des Tages Gottes, an welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden! Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnt." [109]

Daniels prophetisches Gesicht vom Antichrist und dem ewigen Reich des Menschensohnes, nämlich Christi: "Im ersten Jahr Belsazers, des Königs zu Babel, hatte Daniel einen Traum und Gesichte auf seinem Bett; und er schrieb den Traum auf und dies ist sein Inhalt: Ich, Daniel, sah ein Gesicht in der Nacht, und siehe, die vier Winde unter dem Himmel stürmten widereinander auf dem großen Meer. Und vier große Tiere stiegen heraus aus dem Meer, ein jedes anders als das andere. Das erste wie ein Löwe und hatte Flügel wie ein Adler. Ich sah zu,  wie ihm die Flügel genommen wurden; und es ward von der Erde aufgehoben, und es stand auf zwei Füßen wie ein Mensch, und ihm ward ein menschlich Herz gegeben. Und siehe, das andere Tier hernach war gleich einem Bären und stand auf der einen Seite und hatte in seinem Maul zwischen seinen Zähnen drei Rippen. Und man sprach zu ihm: Stehe auf und friß viel Fleisch! Nach diesem sah ich, und siehe, ein anderes Tier, gleich einem Panther, das hatte vier Flügel wie ein Vogel auf seinem Rücken, und das Tier hatte vier Köpfe; und ihm wurde große Macht gegeben. Danach sah ich in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, das vierte Tier war furchtbar und schrecklich und sehr stark und hatte große eiserne Zähne, fraß um sich und zermalmte, und das übrige zertrat's mit seinen Füßen. Es war auch ganz anders als die vorigen und hatte zehn Hörner. Als ich aber auf die Hörner achtgab, siehe, da brach hervor zwischen ihnen ein anderes kleines Horn, vor dem drei der vorigen Hörner ausgerissen wurden; und siehe, dasselbe Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul, das redete große Dinge. Ich sah, wie Throne aufgestellt wurden; und einer, der uralt war, setzte sich. Sein Kleid war schneeweiß, und das Haar auf seinem Haupt wie reine Wolle; Feuerflammen waren sein Thron, und dessen Räder loderndes Feuer. Und von ihm aus ging ein langer feuriger Strahl. Tausend mal tausend dienten ihm, und zehntausend mal zehntausend standen vor ihm. Das Gericht ward gehalten, und die Bücher wurden aufgetan. Ich merkte auf um der großen Reden willen, die das Horn redete; ich sah wie das Tier getötet wurde und sein Leib umkam und ins Feuer geworfen wurde. Und mit der Macht der anderen Tiere war es auch aus; denn es war ihnen Zeit und Stunde bestimmt, wie lange ein jegliches währen sollte. Ich sah in diesem Gesicht des Nachts, und siehe, es kam einer in des Himmels Wolken wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war und wurde vor ihn gebracht. Der gab ihm Macht, Ehre und Reich, daß ihm alle Völker, Leute und Zungen dienen sollten. Seine Gewalt ist ewig, die nicht vergeht, und sein Königreich hat kein Ende. Ich, Daniel, war entsetzt, und dies Gesicht erschreckte mich. Und ich ging zu einem von denen, die dastanden, und bat ihn, daß er mir von dem allem gewissen Bericht gäbe. Und er redete mit mir und zeigte mir, was es bedeutete. Diese vier großen Tiere sind vier Königreiche, die auf Erden kommen werden. Aber die Heiligen des Höchsten werden das Reich empfangen und werden's immer und ewiglich besitzen. Darnach hätte ich gern Genaueres gewußt über das vierte Tier, das ganz anders war denn die anderen alle, ganz furchtbar, mit eisernen Zähnen und ehernen Klauen, das um sich fraß und zermalmte und das übrige mit seinen Füßen zertrat; und über die zehn Hörnern auf seinem Haupt und über das ander Horn, das hervorbrach, vor dem drei abfielen; und das Horn hatte Augen und ein Maul, das große Dinge redete, und war größer, als die Hörner, die neben ihm waren. Und ich sah das Horn kämpfen gegen die Heiligen, und es behielt den Sieg über sie, bis der kam, der uralt war, und Recht schaffte für die Heiligen des Höchsten, und bis die Zeit kam, daß die Heiligen das Reich empfingen. Er sprach: Das vierte Tier wird das vierte Königreich auf Erden sein, das wird ganz anders sein als alle andern Königreiche; es wird alle Lande fressen, zertreten und zermalmen. Die Zehn Hörner bedeuten zehn Könige, so aus diesem Königreich hervorgehen werden. Nach ihnen aber wird ein anderer aufkommen, der wird gar anders sein als die vorigen und wird drei Könige stürzen. Er wird den Höchsten Lästern und die Heiligen des Höchsten vernichten und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern. Sie werden in seine Hand gegeben werden eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Danach wird das Gericht gehalten werden; dann wird ihm seine Macht genommen und ganz und gar vernichtet werden. Aber das Reich, die Gewalt und die Macht über die Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten gegeben werden, dessen Reich ewig ist, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen. Das war der Rede Ende. Aber ich, Daniel, wurde sehr beunruhigt in meinen Gedanken, und jede Farbe war aus meinem Antlitz gewichen; doch behielt ich die Rede in meinem Herzen." Weiter sagt Daniel: "Zur selben Zeit wird Michael, der große Engelsfürst, der für dein Volk eintritt, sich aufmachen.  Denn es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen. Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen: die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande. Und die da lehren aber werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich. Und du, Daniel, verbirg diese Worte und versiegle diese Schrift bis auf die Letzte Zeit. Viele werden es dann durchforschen und große Erkenntnis finden. Und ich, Daniel, sah, und siehe, es standen zwei andere da, einer an diesem Ufer des Stroms, der andere an jenem Ufer. Und er sprach zu dem Mann in leinenen Kleidern, der über den Wassern des Stromes stand: Wann sollen denn diese großen Wundern geschehen? Und ich hörte den Mann in leinenen Kleidern, der über den Wassern des Stromes stand; und er hob seine rechte und linke Hand auf gen Himmel und schwur bei dem, der ewiglich lebt, daß es eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit währen soll; und wenn die Zerstreuung des heiligen Volkes ein Ende hat, soll solches alles geschehen. Und ich hörte es; aber ich verstand's nicht und sprach: Mein Herr, was wird darnach werden? Er aber sprach: Gehe hin, Daniel; denn es ist verborgen und versiegelt bis auf die letzte Zeit. Viele werden gereinigt, geläutert und bewährt werden; und die Gottlosen werden gottlos handeln; alle Gottlosen werden's nicht verstehen; aber die Verständigen werden's verstehen. Und von der Zeit an, wenn das tägliche Opfer abgeschafft und das Greuelbild der Verwüstung aufgerichtet wird, sind tausend zweihundertundneunzig Tage. Wohl dem, der da wartet und erreicht tausend dreihundert und fünfunddreißig Tage! Du aber, Daniel, gehe hin, bis das Ende kommt; und ruhe, daß du aufstehst zu deinem Erbteil am Ende der Tage!"  [110]

Im Alten Testament wird es deutlich ausgesprochen: der angekündigte Weltenrichter ist Christus. Die ihm anhangen, werden Frieden haben, die Gottlosen, heute vor allem Muslime, "haben keinen Frieden" und keine Gerechtigkeit: "Höre mir zu, Jakob, und du, Israel, den ich berufen habe: Ich bin's, ich bin der Erste, dazu auch der Letzte. Meine Hand hat die Erde gegründet, und meine Rechte hat den Himmel ausgespannt; was ich rufe, das steht alles da. Versammelt euch alle und hört: Wer ist unter ihnen, der solches verkündigt hat? Er, den der Herr liebt, wird seinen Willen an Babel und seinen Arm an den Chaldäern beweisen. Ich, ja, ich habe es gesagt, ich habe ihn gerufen; ich will ihn auch kommen lassen, und sein Weg soll ihm gelingen. Tretet her zu mir und höret dies! Ich habe von Anfang an nicht im Verborgenen geredet; von der Zeit an, da es geschieht, bin ich auf dem Plan. Und nun sendet mich der Gott der Herr und sein Geist.  So spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehrt, was nützlich ist, und leitet dich auf dem Wege, den du gehst. O daß du auf meine Gebote gemerkt hättest, so würde dein Friede sein wie ein Wasserstrom, und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen. Deine Kinder würden zahlreich sein wie Sand, und deine Nachkommen wie Sandkörner. Dein Name würde nicht ausgerottet und nicht vertilgt werden vor mir. Gehet heraus aus Babel, fliehet von den Chaldäern! Mit fröhlichem Schall verkündigt dies und lasst es hören; tragt's hinaus bis an die Enden der Erde und sprechet: Der Herr hat seinen Knecht Jakob erlöst. Sie litten keinen Durst, als er sie leitete in der Wüste: er ließ ihnen Wasser aus dem Felsen fließen; er spaltete den Fels, das Wasser herausrann. Aber die Gottlosen, spricht der Herr, haben keinen Frieden." Bei Sacharja kann man lesen: "Denn so spricht der Herr Zebaoth, der mich gesandt hat, über die Völker, die euch beraubt haben: denn wer euch antastet, der tastet meinen Augapfel an. Denn siehe, ich will meine Hand über sie schwingen, daß sie eine Beute derer werden sollen, die ihnen haben dienen müssen. - Und ihr sollt erkennen, daß mich der Herr Zebaoth gesandt hat. Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr. Und sollen zu der Zeit viele Heiden sich zum Herrn wenden und sollen mein Volk sein; und ich will bei dir wohnen. - Und du sollst erkennen, daß mich der Herr Zebaoth zu dir gesandt hat." [111]

Von Augustinus und später von Thomas von Aquin, Meister Eckhart, Johannes Scottus Eriugena  weiter ausgeführt, kommen sie zu der Ansicht, dass das Christentum, wie Dasein und trinitarische Struktur der Gottheit, durchaus rational erkannt werden können. Dazu dient die christliche Naturlehre und Vernunftlehre (Ethik, Physik, Logik). Christus hat nie Gewalt gebraucht. "Denn die alte Knechtschaft war vorüber und die Zeit der Freiheit angebrochen." Diejenigen, die von dem einen großen Gott reden, wie die Muslime, "kennen den Urheber und Schöpfer des Weltalls nicht. Darum stürzen sie in Götzendienst und sinken von den Werken Gottes zu ihren eigenen herab.... Es gibt nämlich einen noch erbärmlicheren und niedrigeren Götzendienst, nämlich bloße Phantasiegebilde anzubeten und mit dem Namen der Religion zu schmücken, also zu verehren, was sich die irregeleitete Seele hochmütig und aufgeblasen ausgedacht hat." Ein anderer Irrweg ist der Atheismus: "Schließlich kommt die Seele dahin, zu meinen, es gäbe überhaupt nichts zu verehren, und es sei ein Irrwahn, wenn die Menschen sich in Aberglauben verstrickten und dadurch in elende Knechtschaft gerieten." [112]
 

"Demzufolge kann all das, was wir zunächst auf bloße Autorität hin glauben, zum Teil so eingesehen werden, dass es für vollkommen gewiss gelten muss, zum Teil wenigstens so, dass wir begreifen, es habe geschehen können, und es sei auch angebracht gewesen, dass es geschehe." [113] - Augustinus

"Aber auch die Seele gesundet nicht durch sich selbst, sondern durch Gott, den sie genießt. Darum besitzt sie mehr Lebenskraft als der Leib, denn dieser gewinnt seine Kraft durch sie, sie selber aber durch die unwandelbare Wahrheit, den eingeborenen Gottessohn. So wird also auch der Leib durch den Sohn Gottes Lebenskraft erlangen, der ja alles zum Leben erweckt." [114] - Augustinus

"Unser Heil hängt daran, dass Philosophie, das heißt Weisheitsstreben, und Religion nicht voneinander verschieden sind" [115]  - Augustinus

"So entstand jener mühselige Überfluß und jenes sozusagen üppige Darben, da ein Ding das andere ablöst und dem Menschen nichts bleibt. So ist er zeitlich ausgefüllt und zersplittert in seiner Sorge um Getreide, Wein und Öl und findet das, worauf es ankommt, nicht, nämlich das unwandelbare und einzigartige Wesen" [116]  - Augustinus

"Keineswegs wird ja die menschliche Autorität der Vernunft einer gereinigten Seele, die zum Schauen der Wahrheit gelangen kann, vorgezogen. Aber zu solchem Schauen findet Hochmut nicht hin. Gäbe es diesen nicht, dann gäbe es keine Ketzer, keine Sektierer, keine Verfechter der Beschneidung des Fleisches, keine Anbeter der Kreatur und der Götzenbilder. Gäbe es aber diese nicht, ehe das Volk zur verheißenen Vollendung gelangt, würde die Wahrheit viel lässiger gesucht werden." [117]  - Augustinus

"Bei der Betrachtung dieser Dinge darf aber nicht eitle oder flüchtige Neugierde vorherrschen, sondern sie muß stufenweis zum Unsterblichen und immer Gleichbleibenden hinaufführen." [118]  - Augustinus

"Folglich kann die wahre Gleichheit und Ähnlichkeit, vollends die wahre und ursprüngliche Einheit, nicht mit fleischlichen Augen noch mit irgendeinem anderen Sinne, sondern allein mit dem Geist erkannt und geschaut werden." [119]  - Augustinus

"Nicht die Stille der Trägheit ist gemeint, sondern die Stille des Nachdenkens, die der Räume und Zeiten ledig ist" [120]  - Augustinus
 

Wo sind Schönheit und Wahrheit zu finden, unzweifelbar selbst für den Zweifler? "So sinnvoll hat der höchste Künstler durch sie seine Werke geordnet, dass sie gleichsam ein schönes Gewebe bilden." [121] 
 
"Im inneren Menschen wohnt die Wahrheit."  - Augustinus

"Der Vernunftgebrauch bringt es nicht hervor, sondern findet es. Ehe es aber gefunden wird, beruht es in sich, und wenn es gefunden wird, erneuert es uns."  - Augustinus

"Unser wahres Urteil aber, gelte es nun dem Ganzen und dem Teile, ist immer schön. Denn es überfliegt die ganze Welt und bleibt nicht, sofern wir wahr urteilen, an einem Teile hängen"  - Augustinus

"Die Sache selbst, die nun die christliche Religion genannt wird, gab es ja schon bei den Alten. Denn vom Anbeginn des Menschengeschlechtes an fehlte sie nicht, bis Christus selbst im Fleische erschien. Erst seitdem fing man an, die längst vorhandene wahre Religion christlich zu nennen." [122]  - Augustinus

"Gelobet sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christus. Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten heilig und unsträflich sein vor ihm; in seiner Liebe hat er uns dazu verordnet, dass wir seine Kinder seien durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns bgnadet hat in dem Geliebten. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat widerfahren lassen in allerlei Weisheit und Klugheit. Denn Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er sich vorgesetzt hatte in Christus, damit er ausgeführt würde, wenn die Zeit erfüllt wäre: daß alle Dinge zusammengefaßt würden in Christus, beides, was im Himmel und auf Erden ist. In ihm sind wir auch zum Erbteil gekommen, die wir zuvor verordnet sind nach dem Vorsatz des, der alle Dinge wirkt nach dem Rat seines Willens, auf daß wir etwas seien zu Lob seiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christus hofften haben. In ihm seid auch ihr, die ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, das nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit - in ihm seid auch ihr, da ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, der verheißen ist, welcher ist das Unterpfand unsers Erbes zu unsrer Erlösung, daß wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit. Darum auch ich, nachdem ich gehört habe von dem Glauben bei euch an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen, höre ich nicht auf, zu danken für euch, und gedenke euer in meinem Gebet, daß der Gott unsers Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen. Er erleuchte die Augen eures Herzens, daß ihr erkennen möget, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, und welchen Reichtum an Herrlichkeit er den Heiligen beschieden hat, und was da sei die überschwengliche Größe seiner Kraft an uns, die wir glauben, weil die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wurde, die er in Christus wirken ließ. Durch sie hat er ihn von den Toten auferweckt und gesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und was genannt mag werden, nicht allein auf dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen; und hat alle Dinge unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt zum Haupt der Gemeinde über alles, welche da ist sein Leib, nämlich die Fülle des, der alles in allem erfüllt." [123]

"Denn ich bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt rette." [124]

"Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habet. Darani wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt." [125]

"So spricht der Herr: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verläßt und hält Fleisch für seinen Arm, und weicht mit seinem Herzen vom Herrn. Der wird sein wie ein Dornstrauch in der Wüste und wird nicht sehen das Gute, das kommt, sondern er wird bleiben in der Dürre der Wüste, im unfruchtbaren Lande, wo niemand wohnt.  Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den Herrn verläßt und dessen Zuversicht der Herr ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hinstreckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün, und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte." [126]

"Denn die Unsterblichkeit und Unverdorbenheit des Körpers entsteht aus der Gesundheit der Seele, die Gesundheit der Seele aber bedeutet, ganz fest dem Höheren anzuhangen."  - Augustinus
 

Augustinus spricht von der "Heilkunst der Weisheit", von der "Liebe zu den ewigen Dingen, nämlich zu der unveränderlichen Einheit, die zugleich die Dreifaltigkeit ist."  Es gebe einen bestimmten Geisteszustand, eine "Stufe der Tapferkeit, auf welcher man nach Gerechtigkeit hungert und dürstet." Wer das verkehrt handhabt, beginne mit seinem Körper Krieg, als ob er naturgemäß ihr Feind sei. 

Die Bedeutung der Muslik - auch als eine Art Heilkunst - wird hervorgehoben. Diese grundsätzlich liberale Haltung gegenüber paganer Bildung, die für christliche Zwecke übernommen werden darf, findet sich nicht nur bei Augustinus sondern auch bei Clemens von Alexandrien, Origenes und den großen Kappadoziern Gregor von Nazians, Gregor von Nyssa und Basilius dem Großen. Augustinus betont die aus christlicher Sicht grundsätzliche Belanglosigkeit eines Aberglaubens, der nichts tatsächlich Bedröhliches zum Gegenstand hat, sondern nur dadurch gefährlich wird, dass manche Menschen ihn für wahr halten. Bedrohlicher ist der Aberglaube nur, wenn dadurch unsere Rückkehr zum wahren Gott versperrt oder blockiert wird und der Mensch in "tödlicher Knechtschaft" leben muss, wie dies auch heute noch in islamischen Ländern der Fall ist. [127]

Ähnlich wie Aristoteles meint Augustinus, dass nicht eine natürliche Anlage, sondern die bewusste Zustimmung (consensio) den Menschen beeinflussbar macht. Die Dämonen oder "jene Geister nämlich, die täuschen wollen, beeinflussen jeden Menschen nur soweit wie er durch seine ängstlichen Vermutungen und seine mentale Bereitschaft dazu disponiert ist." [128]

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[1] Siehe Kurs Nr. 564 St. Augustine - Philosopher of Middle Ages / Augustinus - Philosoph des Mittelalters. Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Siehe Anm. 1 und Kurse Nr. 510 Schelling - Philosophie der Offenbarung, Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie, Nr. 509 Philosophie der Freiheit, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 551 Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie 
[3] Mt 24, 11-14, 24-27, 35; in Rom wurde der Götzendienst verboten und das Christentum Staatsreligion. In der neueren Geschichte hatte Europa mit dem Götzendienst des Kommunismus und Nationalsozialismus zu kämpfen; schon während der Renaissance mit dem Götzendienst des Islam; durch die sogenannte "Pragmatica" wurde er aus Europa vertrieben. Heute stehen wir vor dem Problem, dass sich der Islam in Europa wieder unkontrolliert ausbreitet: Der Münchner Merkur berichtete kürzlich, in der Türkei erobern die Islamisten Schritt für Schritt die
Bastionen der Macht und bedrohen nicht nur in den Augen des Militärs die strikte Trennung von Staat und Religion. Islam-Experten sagen eine ähnliche Entwicklung für Europa voraus. Auch Deutschland werde kein mehrheitlich christlich geprägtes Land bleiben, wenn die Entwicklung so weitergehe. "Es ist eine schockierende Vision, mit der der britische Islam-Experte Bernard Lewis versucht, die westliche Welt aufzurütteln: "Europa wird islamisch, die Christen werden zur Minderheit" - und das in wenigen Jahrzehnten. Inmitten dieser neuen Ordnung wird Deutschland sicher keine Insel bilden, wenn nicht gravierende Veränderungen den Vormarsch der Muslime deutlich bremsen. Die Integration hatte nie eine reelle Chance. Alle Muslime sind davon überzeugt, im Besitz der göttlichen Offenbarung zu sein, die einzig wahre Religion zu besitzen und damit allen anderen Religionsgemeinschaften überlegen zu sein. So steht es im Koran. Hinzu kommt ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, das in Verbindung mit dem Absolutheitsanspruch eine Integration nahezu unmöglich macht. Und wenn überhaupt miteinander geredet wird, dann - so ein Islamistenführer - nur unter der Voraussetzung, dass "am Ende alle Religionen zum Islam konvertieren". Scheich Mahmud, einst Rektor der Al-Azhar-Universität in Kairo, einer der höchsten religiösen Instanzen des Islam, geht noch weiter: "Christen sind wie eine bösartige und ansteckende Krankheit. Muslime müssen sie ungerecht behandeln, verachten, boykottieren und hart anfassen, um sie zur Annahme des Islam zu zwingen." Deutlicher lässt sich kaum machen, wie sehr der Islam Denken und Handeln der Muslime in allen Lebensbereichen prägt. Die Integration ist gescheitert, und das bedeutet nicht nur in Deutschland: es entstehen Parallelgesellschaften - in Berlin (das Muslime als "Diaspora-Istanbul" bezeichnen), Hamburg und Köln, aber auch in München. Mehr als 15 Millionen Muslime leben derzeit in Westeuropa (rund 3,5 Millionen in der Bundesrepublik). Bereits um das Jahr 2025 wird ihre Zahl auf 30 bis 40 Millionen hochschnellen. Die damit verbundenen Veränderungen dürften gravierend sein: "Während die alteingesessene deutsche Bevölkerung schrumpft, hat die muslimische in Deutschland eine jährliche Wachstumsrate von derzeit 6,6 Prozent", schreibt der Islam-Kenner Udo Ulfkotte in seinem neuesten Buch "Heiliger Krieg in Europa". Bereits für das Jahr 2065 prognostizieren Wissenschaftler den Anteil der Muslime an der deutschen Gesamtbevölkerung auf dann "etwa 50 Prozent". Am Rande notiert: In Brüssel (Belgien) waren 2005 bereits 57 Prozent der Neugeborenen muslimisch, in Frankreich sind schon jetzt 25 Prozent aller Schüler islamischen Glaubens. Die Zahl der muslimischen und türkischen Gemeinden steigt sprunghaft. Ebenso die Zahl der Moscheen und regelmäßig als Gebetsstätten genutzten Räumlichkeiten: Rund 380 sind es in Bayern, 45 allein in München - bundesweit geht ihre Zahl in die Tausende. Hunderte weitere Moscheen sind in Planung. Allein die Türken betreiben laut Auswärtigem Amt etwa 3000 Moscheen und Gebetsräume. Über etwa 870 Moscheevereine hält der DITIB (Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion), eine Anstalt des türkischen Staates, seine schützende Hand. Sitz der DITIB in Deutschland ist Köln. Experten haben festgestellt, dass die Türkei - und vor allem die konservativ-islamische AKP-Partei unter Führung von Regierungschef Erdogan - jährlich bis zu 1000 Imame nach Deutschland schickt. Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil dieser speziell ausgebildeten Prediger die Aufgabe hat, die islamistische Heilsideologie zu
exportieren, die türkisch-stämmige Bevölkerung Deutschlands islamistisch und türkisch-nationalistisch zu organisieren - letztlich also Integration zu verhindern. Kein Wunder, dass Mohammed Mahdi Akef, oberster Führer der fundamentalisten Muslimbruderschaft, jubelt: "Der Islam verbreitet sich wie ein Lauffeuer in den Straßen Europas." Bei der Muslimbruderschaft handelt es sich um die Dachorganisation nahezu aller in Deutschland tätigen und vom Verfassungsschutz beobachteten Islamisten-Gruppierungen, zu denen auch die in München beheimatete "Islamische Gemeinschaft in Deutschland" (IGD) gehört." Umfragen zufolge sollen nahezu 50 Prozent der in Deutschland lebenden türkischstämmigen Muslime glauben, dass die Regeln des Islam mit den Regeln der deutschen Gesellschaft nicht vereinbar sind; dass 30 Prozent aller in Deutschland lebenden Muslime Islam und Grundgesetz für unvereinbar halten. Auch wenn es in muslimischen Kreisen an Lippenbekenntnissen zur europäischen Werte-Orientierung nicht mangelt: Der Streit um das Tragen von Kopftüchern, deren politischer Inhalt eine antiwestliche Weltanschauung ist, spricht eine andere Sprache. "Ebenso, dass im Oktober 2004 in Frankreich erstmals eine Muslima in Europa gesteinigt wurde. Die westlichen Behörden scheinen das "Spiel" mitzumachen: So hat ein Schweizer Gericht festgestellt, dass es zum Recht auf freie
Meinungsäußerung gehört, die Steinigung von Frauen zu rechtfertigen. In Großbritannien wird in stark muslimisch geprägten Städten und Vierteln eine Rechtsprechung nach der Scharia geduldet, und in Deutschland hat das Bundesverfassungsgericht einem Metzger das Schächten von Tieren ohne vorherige Betäubung aus religiösen Gründen erlaubt, obwohl das Schächten laut Tierschutzgesetz verboten ist. Weitere gravierende Veränderungen im Bereich des Prozess-, Erb- und Eherechts dürften folgen. Schleichende Legalisierung auch in Sachen Polygamie: Schon jetzt sind in Deutschland muslimische Zweit- und Drittfrauen in der gesetzlichen Krankenversicherung beitragsfrei mitversichert, berichtet Ulfkotte. Wenn der neue Koordinierungsrat der Muslime - dessen Kompetenz umstritten ist - eine rechtliche Gleichstellung des Islams mit anderen Religionen fordert, beschreitet er nur einen Weg, den die Grünen seit langem zu ebnen versuchen: Bereits vor Jahren hat Renate Künast, damals noch Bundesministerin, gefragt: "Warum sollte man nur die Inhalte der Bibel, nicht aber des Korans vermitteln?" - und eine rechtliche Gleichstellung des Islams gefordert. Es scheint in der Tat nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Lewis-Vision von einem islamisch dominierten Europa Realität wird. So, wie es auch der charismatische Gründer der Muslimbruderschaft, Hassan al-Banna, vorausgesagt hat: "Wir brauchen drei Generationen, um unsere Pläne verwirklichen zu können: eine zum Zuhören, eine zum Kämpfen und eine zum Siegen." Europa wird um eine Art "Pragmatica" nicht herumkommen. Es muss über den Islam als eine Art Götzendienst aufgeklärt werden; er kann nicht, wie einige unqualifizierte Politiker meinen, mit dem Christentum auf eine Stufe gestellt werden. Wer wahre Philosophie betreibt, wird sich nicht mit falschen Propheten abgeben: "Und es werden sich viel falsche Propheten erheben und werden viele verführen. und weil die Ungerechtigkeit wird überhandnehmen, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig. Und es wird gepredigt werden das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zu einem Zeugnis über alle Völker... Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, daß verführt werden in dem Irrtum (wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt.Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste! so gehet nicht hinaus, -siehe, er ist in der Kammer! so glaubt nicht. Denn gleichwie ein Blitz ausgeht vom Aufgang und scheint bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes.... Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen" ; Siehe Anmerk. 2; Mohammed ist also nicht der einzige falsche Prophet, aber einer der fatalsten; er predigt den Monotheismus, dennoch ist das, was in Mekka stattfindet, eine Art Götzendienst: ähnlich wie man früher zum Beispiel ein goldenes Kalb anbetete, gibt es heute den Kult um die Anbetung der goldenen Tür der Kaaba in Mekka, nach der alle Muslime ihren Gebetsteppich ausrichten müssen (Mohammedanismus). Nicht nur im Felsendom in Jerusalem, auch auf der goldenen Tür der Kaaba und dem mit goldenen Schriftzeichen bestickten Gewand der Kaaba wird eine verfälschte Ansicht des Alten und Neuen Testaments behauptet und offen gegen das Christentum polemisiert; siehe auch Kurse Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 505 Schopenhauer, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur. Akademie der Kunst und Philosophie
[4] Siehe Anmerk. 1 und Kurs Nr. 566 Meister Eckhart. Akademie der Kunst und Philosophie
[5] Horn, Christoph: Augustinus. München 1995; Hartmut Leppin 2016: Einfach mal das Leben ändern. Erfolg und Wohlstand allein machen noch lange nicht glücklich. Wie man zu echter Erfüllung findet, zeigt das Beispiel des Augustinus. Frankfurt a.M; mehr zu Augustinus und wie das Scheitern in die Bekehrung zum Christlichen Glauben führen kann siehe Kurse Nr. 500 Thomas von Aquin, Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik. Akademie der Kunst und Philosophie
[6] Science Review Letters 2015, 14, Nr. 609 und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 2015, Nr. 22, p. 8; siehe auch Kurse, Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 557 - Ariosto, Nr. 556 - Torquato Tasso. Akademie der Kunst und Philosophie
[7] Der Fideismus ist die Lehre, dass die religiösen Wahrheiten nur mit dem Glauben, nicht mit der Vernunft fassbar seien; diese Ansicht ist heute in der "evangelisch-reformierten Lehre" verbreitet: das Wichtigste sei der Glaube, nicht der Glaubensinhalt; vgl. Anm. 2 und 4 
[8] Siehe Anm. 1
[9] Ebd.
[10] Ebd.
[11] Vgl.Anm. 1 und Kurse Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, 532 Philosophie der Wissenschaften, Nr. 503 Nominalistische Weltanschauungen, Nr. 566 Meister Eckhart, Nr. 501 Summ Theol, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles. Akademie der Kunst und Philosophie
[12] Siehe Anm. 1
[13] Siehe Anm. 2
[14] Ebd.
[15] Ebd. und Kurs Nr. 565 John Scottus Eriugena - Philosopher of Middle Ages / Johannes Scottus Eriugena - Philosoph des Mittelalters. Akademie der Kunst und Philosophie
[16] Siehe Anm. 1
[17] Joh 1, 1-18
[18] Phi 2, 6-11 und Anm. 1
[19] Siehe Anm. 1
[20] Ebd.
[21] Siehe Anm. 11 und Zentrum für natürliche Bienentherapie 2017: Mechanistische Sichtweise in der Schulmedizin. Pressemitteilung; vgl. Kurs Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz. Akademie der Kunst und Philosophie
[22] Ebd.
[23] 1 Kor  2, 11
[24] Röm 1, 20
[25] Siehe Anm. 1 und Kurs Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences.  Akademie der Kunst und Philosophie
[26] Siehe Anm. 1
[27] 2 Kor 5, 15
[28] Siehe Anm. 25 und Kurs Nr. 551 Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie
[29] Ebd.
[30] Siehe Anm. 3 und 4
[31] 1 Kor 4, 6
[32] Mt 22, 37-39
[33] Siehe Anm. 1
[34] 1 Kor 3, 1
[35] 2 Kor 5, 2
[36] Röm 12, 2
[37] 1 Kor 14, 20
[38] Gal 3, 1; "Ureuropäische, aus dem Kosmos gespeiste seelische Offenheit und Geistempfänglichkeit kam der spirituellen Substanz seiner Verkündigung entgegen. Durch die Berührung mit dem Christus-Impuls mußten aber die keltischen Galater den inneren Kontrast, in dem sie durch ihr Eingebettetsein in das orgiastisch-ekstatische Element Kleinasiens lebten, nur um so stärker empfinden. Indem sie Christen wurden, wurden sie zugleich auch in einem strengeren Sinne wieder Kelten. Die Genialität des sich bereits seinem Ende zuneigenden Keltentums lag in der Organisation des menschlichen Zusammenlebens. Für sie lag das soziale Ordnungselement in dem Zusammenwirken eines aristokratischen Führungsprinzipes mit einer ordens- oder logenmäßigen Gleichordnung der anderen. König Artus mit seiner Tafelrunde von zwölf Rittern war das mythische Ur- und Vorbild für das ihnen vorschwebende Gemeinschaftsleben. Darin lag das die Bereitschaft zu gemeinsamem Kampf für das Gute und Edle gegen alles Ungeformte und Niedere." Paulus appelliert an die ureuropäische Schicht in ihnen, wenn er ihnen zuruft: "Zur Freiheit seid ihr berufen." Vgl. Anmerk.1 und Kurs Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie. Akademie der Kunst und Philosophie 
[39] Ebd.; vgl. Science Review Letters 2016, 14, Nr. 738 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 220, p. 13
[40] Ebd.
[41] Ebd.
[42] Ebd.
[43] Röm 12, 2
[44] Siehe Anm. 38
[45] Siehe Anm. 21; vgl. Zentrum fuer wesensgemaesse Bienenhaltung 2017: Gefährliche Suessigkeiten. Pressemitteilung; vgl. Kurs Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz. Akademie der Kunst und Philosophie
[46] Ebd.
[47] 1 Tim 6, 6-10
[48] 1 Tim 6, 17-19
[49] Mt 6, 19-21
[50] Röm 8, 28
[51] Ps 96, 5
[52] Siehe Anm. 1
[53] 2 Tim 3, 5 und 7; Ps. 94,4; Siehe auch Anm. 3
[54] 2 Kor 11, 13-15
[55] Siehe Anm. 1
[56] Ebd.
[57] Ebd.
[58] Röm 1, 18-25; zum Geheimnis des Alten Bundes ("sacramentum veteris testamenti") Gal 5, 18-26; vgl. Anmerk. 2 und Kurs Nr. 550 Dostojewskij. Akademie der Kunst und Philosophie
[59] Hebr 1
[60] Epist. 107, 11
[61] Spr. 24, 10-20; vgl. Anm. 2 und Kurse Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung, Nr. 509 Philosophie der Freiheit, Nr. 543 Deutscher Idealismus. Akademie der Kunst und Philosophie
[62] Hebr 9, 1-15; Ps. 40, 5; vgl. Anm. 1 und Kurs Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur. Akademie der Kunst und Philosophie
[63] Gal 3, 11-29
[64] Kol 2, 8-19; Röm 1, 18-25; vgl. Anm. 1 und Kurs Nr. 531 Platon. Akademie der Kunst und Philosophie
[65] Jer 16, 19-21; 1 Kor 10, 19-22; 1 Tim 2, 3-6 vgl. Anm. 15 und 64; der sublunare, von dunklen Wolken beherrschte Bereich ist die Zwingburg des Fatum ("in den Kerkern der dammerigen Luft"). Der "Dämonensturz", der dem Vater der antiken Dämonologie Xenokrates und seinen Nachfolgern (Plutarch) bekannt war, verbindet sich für die christlichen Philosophen wie Origenes und Augustinus mit dem Engelfall.
[66] 1 Kor 8, 1-13; Micha 6, 6-8; Hos 6; vgl. Anm. 1 und 17 sowie Kurs Nr. 531 Platon. Akademie der Kunst und Philosophie
[67] Siehe Anm. 1 und 54; vgl. Kurse Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 531 Platon, Nr. 551 Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie 
[68] Ebd.
[69] Eph 4, 12-32
[70] Kol 1, 15-29; Kol 2, 1-3; vgl. Anm. 64 
[71] Lk 24, 44-52
[72] Siehe Anm. 63 und 67
[73] 2 Kor 6, 7-10; vgl. Anm. 1; immerhin bekennt der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche (EKD), auf die Frage: warum dürfen Christen und Muslime nicht gemeinsam beten? des Muslims Khorchide: "Weil wir Unterschiede im Glauben nicht einfach zur Seite wischen wollen.... Ich kann als Christ nicht einfach darüber hinweggehen, wenn man mir ganz ausdrücklich sagt: Christus kann nicht Gottes Sohn sein." (Bedford-Strohm 2016: Gewalt im Namen Gottes? In christmon spezial 2016, p. 24-28, Frankfurt a.M.; vgl. auch Kurse Nr. 510 Schelling - Philosophie der Offenbarung, Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 512 Novalis. Akademie der Kunst und Philosophie 
[74] 1 Joh 2, 18-29
[75] 1 Joh 3, 8
[76] Joh 8, 44
[77] Siehe Anm. 11; Der Rechtsgelehrte Henry Greely von der amerikanischen Stanford University, ein typischer Vertreter der Konsequentialisten, ist weniger am moralischen Wert einer Handlung interessiert als an dem Ergebnis, zu dem sie führt. Am wenigsten leuchten ihm religiöse Bedenken ein. Künstliche Befruchtung, vorgeburtliche Gendiagnostik, Stammzellzeugung, also Nachwuchs aus Bindegewebszellen, die sich zu reifen Eizellen entwickeln, befruchtet und von Leihmüttern ausgetragen werden, sind für Leute vom Schlage eines Greely kein Problem. Das, was die Ethik und die katholische Kirche sagen, interessiert ihn nicht. Science Review Letters 2016, 15, Nr. 748 und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 2016, Nr. 42, p. 59; vgl. Henry T. Greely 2016: The End of Sex and the Future of human Reproduction, Harvard University Press. Cambridge, London; siehe auch Kurse Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 562 Dante Alighieri, 532 Philosophie der Wissenschaften. Akademie der Kunst und Philosophie; Zentrum für natürliche Bienentherapie 2017: Mechanistische Sichtweise in der Schulmedizin. Pressemitteilung; Ders. 2017: Unfruchtbarkeit und die Bienentherapie. Presse-Mitteilung; Ders. 2017: Krebs und Präkanzerosen. Pressemitteilung 
[78] Röm 5, 1-18
[79] Ps 148, 1-6
[80] 2 Kor 10, 12; Siehe auch Anm. 63-65 und 77
[81] Jer 23, 5-32
[82] 1 Kor 15, 35-49
[83] Röm 9, 22f; vgl. Anm. 2, 58, 63 und 73
[84] Röm 3, 9-20 
[85] Gal 6, 9-20
[86] 1 Kor 2, 6-16; Das reine Denken ist die Leiter, mit deren Hilfe man zum Bewusstsein der reinen Essenz in der Seele gelangen kann. "Es ist die Essenz, wo Licht und Liebe zusammengehen, wo man die direkte Verbindung mit Christus finden kann. In dieser Essenz übersteigt man sich selbst und findet sich doch erst wirklich. Dort wird das Denken moralisch und bleibt doch individuell. Durch Entwicklung des reinen Denkens findet man den Ort in sich selbst, wo das Bild der Sixtinischen Madonna Wirklichkeit wird." Paulus spricht darüber in seinem Korintherbrief.  (Mieke Mosmuller 2007: Der heilige Gral. Occident. Baarle Nassau); vgl. Kurse Nr. 522 Raphael und das kosmische ChristentumNr. 509 Philosophie der Freiheit, Nr. 510 Schelling - Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie 
[87] Jes 57, 19-23
[88] 1 Mos 15, 1-21; 16, 1-15; 17ff ; vgl. Kurs Nr. 510 Schelling - Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie 
[89] Röm 9, 6-10; vgl. Anm. 88 
[90] Siehe Anm. 1 und 3 sowie 88 und 89 
[91] 1 Mos 28, 3-4; 10-19; Joh 1, 51; vgl. Anm. 90
[92] Jer 31, 31-33; 1 Sam 1-10; 2 Sam 7, 8-16; 1 Mos 49, 10: auch hier wird auf Christus hingewiesen: "bis dass der Held komme, und ihm werden alle Völker anhangen."; vgl. Anm. 62
[93] Micha 4, 1-5; Ps 22, 19; 28-29; Ps 69, 19-28
[94] 2 Kor 3, 4-18; vgl. Kurse Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung, Nr. 509 Philosophie der Freiheit, Nr. 543 Deutscher Idealismus. Akademie der Kunst und Philosophie
[95] 1 Kor 15, 3-23; Paulus, der früheste christliche Freiheitsbotschafter vgl. Anm. 82 und 86
[96] Lk 3, 2-8; die heiligen Patriarchen und Propheten, beginnend mit Abraham; als Träger heilsgeschichtlicher Kontinuität ist auch David Patriarch. Der letzte Prophet ist Johannes 
[97] Hos 2, 1; Hos 3, 4-5; Amos 4, 12-13; Amos 6, 11-12; vgl. Anm. 66
[98] Jes 52, 13-15; Jes 53, 1-12; Jes 54
[99] Micha 5, 1-4; vgl. Anm. 93
[100] Hab 2, 2-20; Hab 3, 1-19; vgl. Anm. 3 und Kurs Nr. 510 Schelling - Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie 
[101] Jerem 16, 19-21; vgl. Anm. 81
[102] Hagg 2, 6f; Sach 9, 9f; Sach 10, 2; Sach 13, 2f; Mal 1, 10; Mal 2, 1-9; Mal 3, 1f  vgl. Anm. 94, 95, 100
[103] Ebd. 
[104] 2 Thes 2, 1-12; vgl. Anm. 74 und 100 und Kurse, Nr. 505 Schopenhauer, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie. Akademie der Kunst und Philosophie 
[105] vgl. Anm. 53, 104 und Kurse Nr. 509 Philosophie der Freiheit, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 551 Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles. Akademie der Kunst und Philosophie
[106] 2 Tim 4, 1-4; vgl. Anm. 73 und 100
[107] Joh 5, 22-47
[108] 2 Kor 6, 14-18; vgl. Anm. 73
[109] 2 Petr 2, 1-8; 2 Petr 3, 3-13; vgl. Anm. 3 
[110] Dan 7, 1-28; Dan 12, 1-13 
[111] Jes 48, 12-22; Sach 2, 12-15; vgl. Anm. 207 und Kurse Nr. 509 Philosophie der Freiheit, Nr. 515 Reelle Wissenschaft, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[112] Vgl. de ver. rel. XVL, 30-33, XXXVII, 68, XXXVIII, 69 sowie Anm. 3 und 15 sowie Kurse  Nr. 566 Meister Eckhart, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles. Akademie der Kunst und Philosophie
[113] De ver. rel. VIII, 14
[114] De ver. rel. XII, 23
[115] De ver. rel. V, 8; vgl. Kurs Nr. 531 Plato. Akademie der Kunst und Philosophie
[116] De ver. rel. XXI, 41; vgl. Anm. 115
[117] De ver. rel. XXV, 46; vgl. Abschnitt und Anm. 112
[118] De ver. rel. XXIX, 52; vgl. Abschnitt und Anm. 112
[119] De ver. rel. XXX, 54; vgl. Abschnitt und Anm. 112
[120] De ver. rel. XXXV, 65; vgl. Abschnitt und Anm. 112
[121] De ver. rel. XXXIX, 72
[122] Retr. XII, 3
[123] Eph 1, 3-23
[124] Joh 12, 47
[125] Joh 13, 34-35
[126] Jer 17, 5-8
[127] vgl. Abschmitt und Anm. 58, 65, 76 sowie Kurse Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie, Nr. 509 Philosophie der Freiheit. Akademie der Kunst und Philosophie
[128] Vgl. Anm. 127 und Kurs Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences.  Akademie der Kunst und Philosophie
 
 


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Letzte Bearbeitung:17.07.2017