Akademie der Kunst und Philosophie | Academy of Arts and Philosophy
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Kurs Nr. 633

Luíz Vaz de Camões - Lyriker, Romancier,  Epiker und Philosoph

Renaissance Poet, Novellist and Philosopher


Luíz Vaz de Camões (auch Luiz Vaz de Camões) gilt als einer der bedeutendsten Dichter Portugals und der portugiesischen Sprache. Sein Epos Die Lusiaden ist ein maßgebendes Werk der Renaissance. Ausserdem gehört Camões zu den herausragenden Lyrikern Europas. Camões wird als Nationaldichter Portugals verehrt. Sein Todestag, der 10. Juni, ist portugiesischer Nationalfeiertag. 
Luiz Vaz de Camões

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:
 

Luís Vaz de Camões (auch Luiz Vaz de Camões) wurde 1524 oder 1525 vermutlich in Coimbra oder Lissabon geboren; gestorben ist er am 10. Juni 1579 oder 1580 in Lissabon; er gilt als einer der bedeutendsten Dichter Portugals und der portugiesischen Sprache. Sein Epos Die Lusiaden ist ein maßgebendes Werk der Renaissance. Ausserdem gehört Camões zu den herausragenden Lyrikern Europas. Als Dramatiker im Portugal der Renaissance und des 16. Jahrhunderts steht er neben Gil Vicente, António Ribeiro und António Ferreira. Camões entstammt niederem Adel. Er wurde von Dominikanern und Jesuiten erzogen; später studierte er vermutlich an der Universität Coimbra und erhielt eine klassische Bildung. Er war am Hofe König Dom João III. als Erzieher von Höflingen tätig. Ab 1549 diente er als Soldat in Ceuta und verlor in einer Schlacht sein rechtes Auge; nach einem Streit wurde er zu drei Jahren Militärdienst im Ausland verurteilt. 1553 bis 1570 lebte er in Goa und Macau, kehrte dann nach Lissabon zurück und starb im Zuge einer Pestepidemie. Camões wird als Nationaldichter Portugals verehrt. Sein Todestag, der 10. Juni, ist portugiesischer Nationalfeiertag. Biographische Angaben über Camões' Leben sind spärlich und größtenteils nicht belegt und daher womöglich der Legendenbildung zuzurechnen. Der portugiesische Historiker und Schriftsteller Diogo de Couto, der mit Camões befreundet war, hinterließ als erster eine Art Biographie, die jedoch häufig nicht zu sichernde Tatsachen darstellt. Urkundliche Belege sind kaum zu finden. Die Forschung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts hat deshalb versucht, aus dem literarischen Werk und den wenigen überlieferten Quellen eine Biographie zu konstruieren. Luís Vaz de Camões wurde als einziges Kind von Simão Vaz de Camões und seiner Ehefrau Ana de Sá de Macedo geboren. In frühen Jahren verließ der Vater seine Familie, um in Indien zu Reichtum zu gelangen, starb aber bereits nach einigen Jahren in Goa. Die Mutter heiratete später erneut. Der junge Camões wurde von Dominikanern und Jesuiten erzogen. Später studierte er vermutlich an der Universität Coimbra, an der ein Onkel von ihm, Bento de Camões, Prior des Klosters Santa Cruz, Kanzler war, und erhielt eine klassische Bildung. Er war am Hofe König Dom João III. als Erzieher von Höflingen tätig und verliebte sich in Catarina de Ataíde, eine der Hofdamen der Königin. Wegen dieser Liebesgeschichte musste er den königlichen Hof jedoch 1546 verlassen. 1553 reiste er auf einem Schiff nach Goa und wurde gleich nach seiner Ankunft wegen Schulden ins Gefängnis geworfen. Wieder entlassen, nahm er an einer Schlacht an der Malabarküste teil. Am Ende seiner Strafzeit hatte er es in Macau bis zum Führungsoffizier gebracht. In dieser Phase seines Lebens begann Camões mit den Arbeiten an seinem Hauptwerk, Os Lusíadas. Auf der Rückreise von Goa nach Macao erlitt er am Mekong Schiffbruch, bei dem er jedoch das Manuskript seines Epos retten konnte. 1570 befand sich Camões wieder in Lissabon und veröffentlichte zwei Jahre später die Lusiaden. Der portugiesische König Sebastian I. gewährte ihm eine Pension, jedoch explizit und ausschließlich für die geleisteten militärischen Dienste. Im Alter von 55 oder 56 Jahren starb Camões im Zuge einer Pestepidemie und wurde in einem Massengrab verscharrt. Sein Grabmal befindet sich heute im Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymus-Kloster) im Lissaboner Vorort Belém. Das Kenotaph ist jedoch leer und ist nur als eine symbolische Geste in Bezug auf die dichterische und nationale Größe von Camões zu verstehen. [1]

Camões schrieb als Lyriker unter anderem Eklogen, Oden, Kanzonen, Redondiljen und Sonette. Sein Hauptwerk ist das Epos Os Lusíadas (1572), das 1806 erstmals vollständig ins Deutsche übersetzt wurde. Es schildert im Stil klassischer Epen, mit Anklängen an die Odyssee und die Aeneis und unter Rückgriff auf die griechische und römische Mythologie, die Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama, seine Reise entlang der afrikanischen Ostküste ums Kap der Guten Hoffnung und bis nach Calicut. Camões verbindet diesen Handlungsstrang mit einer Darstellung portugiesischer Historie, also des Kampfes der Portugiesen gegen Mahoms Anhänger. Neben dem Epos und Gedichten sind drei Komödien des Autors überliefert, die jedoch nicht die Bedeutung seines lyrischen Werkes erhielten: Anfitriões (1587), El-Rei Seleuco (1645), Filodemo (1587), letzteres vermutlich bereits 1555 in Goa aufgeführt. Die erste Übersetzung eines Camões-Gedichts stammt aus dem Jahre 1780 von Senckendorff. Die breitere Rezeption von Camões' Werk in Deutschland setzte mit der ersten Übersetzung der Lusiaden 1806 ein und wurde von zahlreichen bedeutenden deutschsprachigen Autoren aufgenommen. Bedeutende Übersetzer von Camões ins Deutsche waren Wilhelm Storck, Karl Siegmund von Seckendorff, August Wilhelm Schlegel, Ludwig Hain, August von Platen, Johann Jakob Christian Donner, Louis von Arentsschildt, Emanuel Geibel, Karl Goedeke, Otto von Taube, Johann Heinrich Voß, Johann Gottlieb Fichte. Verarbeitungen vor allem in Gedichten fanden sich bei Conrad Ferdinand Meyer, Friedrich Schlegel und Reinhold Schneider. Eine deutschsprachige Biographie schrieben jeweils Wilhelm Storck und Reinhold Schneider. Die Philosophen Johann Gottfried Herder und Georg Friedrich Hegel beschäftigten sich mit Camões in ihrem Werk. Alexander von Humboldt bezeichnete Camões als „Seemaler“. Ludwig Tieck verarbeitete das Leben des Dichters in dem Werk Tod des Dichters (1834). Auch eine Reihe weiterer bedeutender Autoren beschäftigten sich mit dem Werk von Camões, so Voltaire, Alexander Pope, Jorge Luis Borges sowie der Ethnologe, Reisende und Schriftsteller Sir Richard Francis Burton, der Camões auch ins Englische übersetzte. In der Oper Dom Sébastien, roi de Portugal (1843) von Gaetano Donizetti und Eugène Scribe tritt Camões als Figur auf, hier vor allem als Kriegsgefährte des Königs. [2]
 

Die Allerchristlichsten Könige des Occidents

In seinem Hauptwerk, dem Epos Os Lusíadas (1572), das 1806 erstmals vollständig ins Deutsche übersetzt wurde, schildert Luís Vaz de Camões im Stil klassischer Epen, mit Anklängen an die Odyssee und die Aeneis und unter Rückgriff auf die griechische und römische Mythologie die Ereignisse seiner Zeit. Mit der folgenden Stanze beginnt des Dichters Anrede an den Jungen König Sebastian, der damals Portugal regierte und "ein Schrecknis wilder Mohren Speere" war. Ihm ist das Gedicht geweiht.  [3]
 
"Und Du! o edler Schild und feste Wehre
Der alten Freiheit Deiner Portugiesen!
Du! zu Verherrlichung der Christenlehre,
Der kleinen Schaar zu sichrem Stab verhießen!
Du, neues Schrecknis wilder Mohren Speere!
Wohltätig Wunder! unsrer Zeit erwiesen!
Durch Gott den Geber aller Welt gegeben,
dass alle Welt nur Gotte möge leben!" - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas I


Ein Seitenblick des Dichters auf die Kaiser des Occidents und die Könige von Frankreich, welche Letztere den Nahmen der Allerchristlichsten führten. Die Könige des Occidents stehen für die Reconquista in Süditalien, Frankreich, Spanien und Portugal: "Der Mohren böses Volk soll noch erbleichen / Vor Deinem Schwert, dem unser Herz vertrauet, / Die Türken und die Heiden werden sinken". [4]
 

"Du, zarter Zweig! der herrlich sich erschlossen,
Am Baume, welchen Christus liebt, vor Allen,
Die in den Abendlanden aufgeschossen
Und sich als Allerchristlichste gefallen,
Denn Siegestage, lange schon verflossen,
Seh' ich im Wappen Deiner Fahnen wallen,
Da er die Zeichen selbst Dir hat gelassen,
Mit welchen er am Kreuze musst' erblassen.

Du großer König! in den weiten Reichen,
Wo stets zuerst der Sonnen Aufgang grauet
Und ihre Strahlen senkrecht niedersteigen
Und sie zuletzt die Erde noch betauet!
Der Mohren böses Volk soll noch erbleichen
Vor Deinem Schwert, dem unser Herz vertrauet,
Die Türken und die Heiden werden sinken,
Die aus des heilgen Stromes Fluten trinken." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas I
 

Der "Blick des wilden Mohren", d.h. des Moslem erstarrt, wenn er die christlichen Helden erblickt. Die muslimischen Staaten in afrikanischen Ländern wurden schon damals als "Räuber-Staaten" bezeichnet. [5]
"An Dir erstarrt der Blick des wilden Mohren,
Sein Untergang ist ihm in Dir gedeutet;
Die Heiden, Dich ersehend, sind verlohren,
dass unter schmachvoll Joch ihr Nacken gleitet,
Und Thetis hat zum Eidam Dich erkohren
Und hält das Himmelblaue Reich bereitet
Und will es Dir zur hohen Mitgift geben
Und ist entzückt von Deiner Schönheit Leben.
...
Ob seiner hohen Tugenden und Taten,
Die ähnlich denen ihrer Römer waren;
Ob jenes Muts in Tangers Räuber-Staaten." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas I

Vasco da Gama

Der portugiesische Infant Heinrich der Seefahrer (1394 - 1460) richtet die erste Seefahrtschule der Welt ein und plant die Umsegelung der afrikanischen Westküste, und zwar vor allem "zur Bekämpfung des Islam (Vollendung der Reconquista)" und "zur Eroberung des Hl. Landes mit Hilfe des in Abessinien vermuteten christlichen Reiches des Priesterkönigs Johannes", denn Afrika war noch fast vollständig muslimisch, sozusagen voller muslimisch-türkischer "Räuber-Staaten". 1487 umsegelt Bartolomeo Diaz die Südspitze Afrikas. 1498 findet Vasco da Gama mit drei Schiffen und 150 Matrosen den Seeweg nach Indien; was ihm dabei so alles passiert, schildert der Dichter u.a. in seiner Lusiade. Die afrikanischen Muslime interessieren sich für die Waffen und Schiffe und wollen von da Gama wissen, ob sie Türken seien. Da Gama antwortet, er komme nicht daher, wo "nur schnöde Türken" wohnen, sondern aus Europa, wo die Helden herkommen: "Wir sind in jenem Lande nicht geboren, / Wo lange schon nur schnöde Türken waren; / Wir stammen aus Europa's Heldenlande, / Und schiffen nach des Indus fernem Strande. [6]
 
"Und es empfängt mit Huld und milden Weisen
Gama den Mohren, und die mit ihm kommen,
Und will mit Gaben freundlich sich erweisen,
Die er zu solchem Zwecke mitgenommen;
Auch bietet er Confekt und süße Speisen,
Und frohen Wein, von sanfter Glut durchglommen,
Und da dem König lieb die Gaben dünken,
Beginnt er flugs zu essen und zu trinken.

Die Mannschaft, auf das Takelwerk geschwungen,
Bewundert dieser Fremden Sitt' und Trachten,
Die wilde rauhe Sprache ihrer Zungen,
Die ein Gemisch aus andern nur zu achten.
Doch wird von Staunen auch der Mohr durchdrungen,
Wie seine Augen Jegliches betrachten,
Und ob sie aus der Türken Land wohl kämen?
Will er, nach Allem forschend, jetzt vernehmen.

Auch will er selbst die heil'gen Bücher sehen,
An welche sich ihr Glaub' und Hoffen halte,
Ob mit den Seinen sie sich einverstehen;
Ob Christi Lehr' vielleicht im Volke walte?
Und dass ihm nichts von Allem mög' entgehen,
Und Jegliches dem Auge sich entfalte,
Dringt er in Gama, zu beschau'n die Waffen,
Die Sieg im Kampfe mit dem Feinde schaffen.

Der tapfre Held ergegnet drauf dem Mohren
Durch Einen, so der dunkeln Sprach' erfahren,
Vom Glauben sprechend, dem er zugeschworen,
Von sich und von den Waffen seiner Schaaren;
Wir sind in jenem Lande nicht geboren,
Wo lange schon nur schnöde Türken waren;
Wir stammen aus Europa's Heldenlande,
Und schiffen nach des Indus fernem Strande.

Und Glauben weih'n wir Jenes reinen Lehren,
Der Sichtbares und Unsichtbares lenket,
Und einst erschaffen alle Hemisphären,
Und was nicht fühlt und was ihn freudig denket,
Der grausam, um ihn schuldlos zu entehren,
Ward an das Kreuz der bittern Schmach gehenket,
Und als ein Mensch auf Erden wollte leben,
Die Menschen in den Himmel zu erheben.

Die Bücher, so der Gottmensch, uns zu lehren
Uns gab, sind auf der Flotte nicht zu finden.
Wohl können wir Papier und Schrift entbehren,
Da sein Wort lebt in unsrer Seelen Gründen;
Doch kann ich leicht erfüllen Dein Begehren,
Dir unsrer Waffen Stärke zu verkünden;
Als Freund sollst Du vor den Gewalt'gen stehen,
Und wirst als Feind sie niemals wollen sehen.

Und schon sind Diener auf sein Wort begriffen,
Die mannichfachen Waffen herzubringen,
An Schien' und Rüstung, glänzend hell geschliffen,
An Speeren, Lanzen, hartgestählten Klingen,
Und Panzerhemden hat die Hand ergriffen;
Musketen, Kugeln, die in's Ferne dringen,
Und Partisane, Köcher, Pfeile, Bogen
Und Schilde, bunt mit Farben überzogen.

Und Bomben werden auch herbeigetragen,
Und Pulver, und gefüllte Handgranaten.
Doch soll Vulkanus Dienerschaar nicht wagen,
Der Stücke Donner zündend zu entladen.
Es will des edlen Sinnes sein Betragen
Gern des Gepränges seiner Macht entraten
Vor Wenigen und Schwachen, denn bedräuen
Der Lämmer Heerd' ist Schwäche bey dem Leuen." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas I

Statt allerdings die Potugiesen freundlich zu empfangen, haben die muslimischen Mohren nur "Verstelltes Lächeln" übrig und lassen sich nach Moslem-Art von "Tück und Arglist leiten". Im muslimischen Afrika der Renaissance hat der "Der falsche Mohr" nur eins im Sinn: "Möcht' er die Fremden all' dem Tode weihen." Der falsche Moslem will " Trug und glatte Mienen schlau vereinen" [7]
"Durch Alles aber, was der Mohr befindet,
Und was sein Auge spähend mag erkunden,
Hat sich ein Groll in seiner Brust entzündet,
Und böse Absicht sein Gemüt umwunden;
Doch wird sie nicht durch Wink und Laut verkündet,
Verstelltes Lächeln hält ihn fest gebunden,
Um freundlich mit den Christen zu verkehren,
Bis er sie könne seines Sinns belehren.

Der Feldherr, ob der Fahren, die ihm drohten
Im Meere, wünscht, dass Führer ihn begleiten,
Und reiche Gaben werden dargeboten
Für die, so etwa solchem Dienst sich weihten.
Der Mohr verspricht drauf willig ihm Piloten,
Ob ihn auch hier nur Tück und Arglist leiten,
Denn statt Piloten diensam ihm zu leihen,
Möcht' er die Fremden all' dem Tode weihen.

So großen Hass und solchen bösen Willen
Hat dieser Fremden Schaar in ihm erreget,
Seit er es weiß, dass sie das Wort erfüllen,
So Davids Spross auf Erden ausgeleget.
O! ew'ger Rat! den Wolken nur umhüllen,
Den zu enträtseln Keiner Scharfsinn heget!
dass nie treuloser Feinde mag entbehren,
Wem Du nur Huld und Gnade willst gewähren.

Und schon verlässt die wackern Portugiesen
Der falsche Mohr, begleitet von den Seinen;
Doch Sitt' und Anstand, Jeglichem erwiesen,
Will Trug und glatte Mienen schlau vereinen.
Kaum dass die Barken von der Flotte stießen,
Als sie auch schon dem Strande nah' erscheinen,
Schon lenkt der König, in der Seinen Mitte,
Zur wohl bekannten Heimat seine Schritte." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas I
 

Moçambique und Mombaza

In Mozambique sind noch heute die Spuren der muslimischen Herrschaft zu spüren. Weise gilt bei Moslems dort  jemand, der "Des Truges Fäden schlauer noch zu weben" weiß: "Als er von Kapo Prasso naht den Mohren / Des Truges Fäden schlauer noch zu weben, / Hat eines Alten Bildung er erkohren, / Den Mozambique schon lang' den Weisen nannte, / Und selbst der Schach für seinen Freund erkannte." Hier wurde auch das Gerücht in Umlauf gebracht, die Portugiesen würden mit Friedensworten kommen, um dann das Land zu plündern. Tatsächlich hat der muslimische "Weise", um "der Arglist sichern Ausgang zu gewähren" nur die Methode der Moslems auf die Christen projeziert. [8]

Die Portugiesen ahnen aber, was die "falschen Mohren" im Sinn haben "Denn über Zukunft kann sich leicht belehren, / Wer auf des Herzens Ahnungen will hören." Der Kanonendonner verfehlt seine Wirkung nicht:" Der Mohren hoher Mut ist schier zerstoben, / dass in den Adern kalte Schauer gleiten, / Es fliehn, entdeckt, des Hinterhaltes Schaaren. / ... Doch Floß und Kahn, auf welchen sie entfliehen, / Zertrümmert des Geschützes krachend Beben. / So züchtiget die Hand der Portugiesen / Verrat und Bosheit, die der Feind bewiesen." [9]
 
 

"Zu diesem tritt er in bequemer Stunde,
Der Arglist sichern Ausgang zu gewähren,
Erzählend, wie zu Folge wahrer Kunde,
Die Fremden nur dem Raub ergeben wären;
Denn es vermöchten auf der Küste Runde
Die Völker alle dessen zu belehren;
Mit Friedensworten nahten sie dem Strande,
Und plünderten dann grausam rings die Lande.

Und wisse! sprach er, diese Christenhorden,
So Grausamkeit und Blutdurst nur enthüllen,
Vermochten schon mit Raub und Brand und Morden,
Des ganzen Meeres Umfang zu erfüllen;
Ein großer Trug ist längst geschmiedet worden,
Entgegen uns zu richten Kraft und Willen,
Zu töten uns, dir Heimat zu verheeren,
Und Weib und Kind mit Knechtschaft zu entehren.

Auch weiß ich, dass der Feldherr sich bereitet,
Nach Wasservorrat früh an's Land zu gehen,
Und dass ihn eine große Schaar geleitet,
Da Furcht und Bangen um die Bosheit stehen;
Drum musst Du, von Bewaffneten begleitet,
In einem Hinterhalt die Zeit ersehen,
Wo sie aus ihren Schiffen sorglos wallen,
Damit sie leicht in Deine Netze fallen!

Und sollte dies Erfolg und Ziel verfehlen,
dass alle Christen würden nicht erschlagen,
Darf eine neue List darum nicht fehlen,
So ebenfalls Dir möchte wohlbehagen!
Woll' einen Führer nur der Flotte wählen,
Von klugem Sinn und listigem Betragen,
Sie hin zu lenken, wo nur ihr Verderben,
dass Alle müssen sonder Rettung sterben!

Und als der Greis die Worte nun geendet,
Der wohl erfahren war in solchen Dingen,
Will ihm der Schach, nachdem er Dank gespendet,
Die Arme freudig um den Nacken schlingen.
Zum Kampfe hin ist nur der Sinn gewendet,
Und Waffenvorrat lässt er schleunig bringen,
dass rotes Blut am Strand den Portugiesen
Statt des gesuchten Wassers möge fließen.

Auch sucht er einen Diener seinen Ränken,
Um als Pilot der Schiffe Fahrt zu bahnen,
So fähig, jedes Unheil zu erdenken,
Nachkommen möge seinen großen Planen;
Der soll in Meer' und Gegenden sie lenken,
Wenn er als Führer dient den Lusitanen,
dass, wenn sie hier auch sollten noch entrinnen,
Tod und Verderben dort sie müss' umspinnen.
...
Denn über Zukunft kann sich leicht belehren,
Wer auf des Herzens Ahnungen will hören.

Wohl hatte schon Verdacht sich offenbaret;
Denn als er hingesandt nach dem Piloten,
Wird feindliches Bezeigen nicht gesparet,
Und Antwort, die er nicht verhofft, entboten.
Deswegen, und weil er sich schlecht verwahret,
Der nichts befährt, wo schon Gefahren drohten,
Nah't er in dreien Boten nun der Küste,
Auf seiner Hut, als wenn er fechten müsste.

Die Mohren aber, die am Ufer stehen,
Des Wassers Vorrat schützend zu bewahren,
Mit Schild und krummen Bogen wohl versehen,
Und schneller Pfeil' und Speere wohl erfahren,
Verhoffen bald der Fremden Fuß zu sehen,
Wo Viel' im Hinterhalt gelagert waren;
Und dass die Wagnis mög' als leicht erhellen,
muss sich ein Häuflein hin als Köder stellen.

Es schweiften auf der Küste weißem Sande
Der Insel Krieger, so sich sehen ließen,
Mit Pfriem' und Wurfspieß winkend nach dem Strande,
Und höhnend nur die tapfern Portugiesen;
Allein nicht lang' ertrug dies Volk die Schande,
dass ihm die Hunde keck die Zähne wiesen.
Sie springen an das Land so rasch und leicht,
dass Keiner vor dem Andern es erreicht.

Wie Kampf und Wut des Ritters Eifer schwellen,
Wenn er die schöne Herrin nah' erblicket,
Und er den Stieren sucht, um ihn zu fällen,
Und er dann springt und ruft und Lanzen zücket,
Das starke Tier lässt sein Gebrülle gellen,
Und hält der Hörner Wehr hinabgebücket,
Und schließt die Augen, und mit Wut und Tosen
Will es nur hauen, töten, niederstoßen;

So hat der Bote Feuer sich erhoben,
Der Stücke laute Donner zu verbreiten;
Es tötet der Geschosse wildes Toben,
Die Luft erklingt betäubend in den Weiten;
Der Mohren hoher Mut ist schier zerstoben,
dass in den Adern kalte Schauer gleiten,
Es fliehn, entdeckt, des Hinterhaltes Schaaren,
Und Jene fallen, so am Ufer waren.

Und noch ermatten nicht der Christen Hände,
Mit Schwert und Tod den Feinden nachzufliegen,
Ein Dorf erreichen ihrer Bomben Brände
Und, unbeschützt, muss es der Flamm' erliegen.
Den Schach beklemmt des Ritterzuges Ende,
Da er gehofft, um schlechtern Preis zu siegen,
Verwünschend fluchen nun dem Kampf die Mohren,
Dem schwachen Greis und der, die ihn gebohren.

Die Mohren fliehn, doch, ob sie auch erblassen,
Wird auf den Feind der Köcher noch geleeret,
Und Pfahl und Steine ihre Händ' erfassen,
Da sie des Wütens hoher Grimm bewehret.
Schon haben sie die Insel rings verlassen
Und ihre Flucht zum festen Land gekehret
Und fast des Meeres Enge schon durchdrungen,
Die, wie ein Arm, das Eiland hält umschlungen.

Ein Kanot ist zur Rettung Dem verliehen;
Ein Andrer will durch Wog' und Brandung streben
Hinabgewandt, wo krause Wellen ziehen,
Und was er trinkt, das muss er wiedergeben,
Doch Floß und Kahn, auf welchen sie entfliehen,
Zertrümmert des Geschützes krachend Beben.
So züchtiget die Hand der Portugiesen
Verrat und Bosheit, die der Feind bewiesen.

Die Flotte heißt die Siegenden willkommen,
Die reiche Beute stolz und freudig tragen,
Und Wasser wird nach Willkühr auch genommen,
Da Widerstand die Feinde nicht mehr wagen.
Der Mohren Volk ist traurig und beklommen,
Doch höher nur des Hasses Gluten schlagen
Und, Rache für ihr Unglück zu gewinnen,
Soll nun des zweiten Truges List beginnen."  - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas I

Camões bezeichnet die Moslems in der portugiesischen Kolonie Moçambique als "falsche Mohren". Daran hat sich bis heute nichts geändert und gilt auch für andere Moslems. Wenn Moslems im Unrecht sind oder einen Kampf verloren haben, wollen sie Friedensverträge abschließen, um dann in Ruhe auf "des zweiten Truges List" sinnen zu können. Wie heute mit dem türkischen Präsident, wird ein Scheinfrieden geschlossen, damit die Moslems die Portugiesen "durch ihn, des schlimmen Trugs Geweihten, / Zu sicherem Verderben" hinleiten können. "Allein der Mohr, bekannt mit jenen Ränken, / Die Bacchus arge List ihm dargeliehen, / Will nur in Tod und Knechtschaft sie versenken." Die "falschen Mohren" heißen heute „Al Shabaab“oder "Islamischer Staat" und gehen ähnlich listenreich gegen die Christen vor wie damals als Vasco da Gama dort die Reconqista fortsetzte: "Die Unglücklichen in der Polizeistation von Mocímboa da Praia saßen in der Falle. Von zwei Seiten hatten sich die Dschihadisten der Küstenstadt im Norden Moçambiques genähert. Ein Trupp war mit Schnellbooten von der Seeseite gekommen, der zweite mit Pick-ups aus dem Busch. Es dauerte nicht lange, dann hatten die rund vierzig Islamisten nicht nur die Polizeistation, sondern das gesamte nahe der Grenze zu Tansania gelegene Nest mit seinen rund 30000 Einwohnern in der Gewalt. Sie erschossen die Uniformträger, plünderten die Kaserne, besetzten den Flughafen. Dann hissten sie unter den Blicken der erstarrten Bewohner die schwarz-weiße Fahne der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Es blieb nicht bei der Einnahme von Mocímboa da Praia. Einen Tag später wiederholte sich das Schauspiel in der Stadt Quissanga, dem nicht weit entfernten Sitz der Bezirksverwaltung. Mehr als 30 Menschen wurden bei den beiden Überfällen getötet. Erst einen Tag nach dem Quissanga-Angriff gelang es der Armee, wieder die Kontrolle über die besetzten Gebiete zu erlangen. Nirgendwo sonst auf der Welt wurde im vergangenen Jahr solch eine Zunahme an islamistischer Gewalt registriert wie in Moçambique – allein im Jahr 2020 stieg die Zahl dschihadistischer Angriffe um 300 Prozent... In Mocímboa da Praia hatte der Terrorismus der Islamisten am 5. Oktober 2017 begonnen. Auch damals überfielen die Islamisten Polizeistationen und Kasernen und erbeuteten Kriegsgerät, bevor sie verschwanden. Seither schlagen sie eine Schneise der Gewalt durchs Land. Mehr als 700 Menschen sollen ihrem religiösen Furor mittlerweile zum Opfer gefallen sein, mehr als 200000 wurden nach Angaben des katholischen Erzbischofs Dom Luiz Fernando in die Flucht geschlagen. In der Bevölkerung werden die frommen Mörder „Al Shabaab“ genannt – wie die Terroristen aus Somalia. Sie selbst nennen sich „Ahlu Sunnah wa Jamaa“, was übersetzt soviel wie „Jünger der Tradition und der Gemeinschaft“ bedeutet, und bezeichnen sich als Teil des „Islamischen Staats in der Zentralafrikanischen Provinz“. Über seine Nachrichtenagentur Amaq übernahm der IS auch dieses Mal wieder die Verantwortung für die Attacke." Eine neue List der "falschen Mohren" ist, dass sie quasi als gemeinnütziger Moscheeverein auftreten, ähnlich wie es von Europa bekannt ist. "Normalerweise pflegen die Dschihadisten bei ihren Überfällen denjenigen, die ihnen in die Hände fallen, die Köpfe abzuschneiden und nachher Häuser und Höfe in Brand zu setzen. Diesmal versuchten sie sich als Wohltäter – und verteilten einen Teil des Raubguts, Geld und Lebensmittel, an die Bevölkerung. Dann nahmen sie ein Video auf. Es zeigt ein paar Männer, die in den Uniformen der moçambiquanischen Armee vor dem Gouverneursgebäude von Quissanga aufmarschiert sind. Sie tragen Sturmgewehre und Panzerfäuste und schwenken eine Fahne des IS." Sie fordern, dass die Regierung sich dem Götzen Allah unterwerfe. Es war das erste Mal, dass sich die Terrortruppe öffentlich äußerte; Staatspräsident Filipe Nyusi hatte sie deshalb zuvor „gesichtslos“ genannt. Anfang April 2020, nachdem sie mehrere andere Dörfer und Städte heimgesucht, unter anderem eine katholische Kirche zerstört und einige Geiseln genommen hatten, folgte ein zweites Video. Ihre Gewaltorgien verteidigen die Dschihadisten mit linker marxistischer Ideologie:  Die Regierung sei ungerecht. "Sie demütigt die Armen und belohnt die Bosse. In den Gefängnissen sitzen nur Menschen aus der Unterschicht.“ Dabei wird die ehemalige portugiesische Kolonie seit der Unabhängigkeit im Jahr 1975 von der sozialistischen Befreiungsbewegung Frelimo regiert. Wäre Moçambique portugiesisch und christlich geblieben, ginge es ihr vermutlich besser, denn Marxismus geht Hand in Hand mit Islamismus. [10]

Wie Synon, Ulysses Gefährte, die Trojaner beredete, das hölzerne Pferd der Griechen in ihre Mauern einzulassen, so wollen die Muslime die Portugiesen zu Fall bringen: "Weil Völkerschaften auf der Insel leben, / Die an den argen Lehren Mahoms hangen. / Dort soll Verderben Christi Schaar umgeben / Weil dort mehr Schutz und Hülfe zu erlangen, / Als Mozambique gewährt; Quiloas Strande / Sind hochberühmt durch ferne weite Lande.." [11]

Doch auch diese List misslingt den Moslems und sie müssen, da sie in Bezug auf Lug und Trug standhaft sind, wieder eine neue Tücke ersinnen: "Und, da es nicht gelingen will dem Mohren, / Des alten Truges Faden fort zu weben, / Wird eine neue Tücke bald erkohren, / Denn standhaft ist er seinem Plan ergeben."  [12]

Sie segeln weiter nach Mombaza in der Hoffnung dort auf Christen zu treffen, allerdings hatte sich auch hier der Islam ausgebreitet und alle hingen "Mahoms schnödem Dienst" (E.T.A. Hoffmann) an: "Nur kann auch dies die Wahrheit nicht begründen, / Da stets der Mohr die alten Tücken nähret, / Denn nirgend sind dort Christen zu befinden, / Und Mahoms Lehren werden nur verehret." [13]

Wie Vasco da Gama in Mombaza, so wird in Europa den Christen offiziell "Freundschaft" entgegengebracht, mit "freudigen Gebärden" werden Christen umarmt von seiten der "gemeinnützigen" muslimischen Moscheevereine: "Zwar ist es Freundschaft, was die Boten bringen, / Doch will darunter Gift sich nur verstecken, / Da nur ihr Trachten steht nach argen Schlingen, / Wie solches sich am Ende wird entdecken." [14]
 

"Der König sendet, Frieden zu erflehen,
Vom Lande her in Demut und in Reue,
Ob auch die Lusitanen nicht ersehen,
Wie neuer Krieg im Frieden sie bedräue;
Den Führer will er ihnen zugestehen,
Damit ein Friedenszeichen sie erfreue,
Um sie durch ihn, des schlimmen Trugs Geweihten,
Zu sicherem Verderben hinzuleiten.

Und da der Feldherr rastlos ist im Streben,
Das Werk zu fördern, das er angefangen,
Und Zeit und Winde günstig niederschweben,
Um näher zu dem Indus zu gelangen,
Wird der Pilot, der ihm am Bord gegeben,
Mit Huld und Freundlichkeit von ihm empfangen
Und, das gewährend, was die Mohren wollen,
Lässt er die Segel nun den Wind entrollen.

So nahmen Urlaub sich die Lusitanen,
Die Wellen Amphitrites zu durchschneiden
Und Nereus Töchter tanzen um die Bahnen
Der Schiffe, die sie treu und froh geleiten;
Der Feldherr, ohne nur den Trug zu ahnen,
Den des Piloten Listen ihm bereiten,
Will Kunde nur von Indien empfahen
Und von den Küsten, denen sie sich nahen.

Allein der Mohr, bekannt mit jenen Ränken,
Die Bacchus arge List ihm dargeliehen,
Will nur in Tod und Knechtschaft sie versenken,
Bevor nach Indien sie hingediehen;
Auch wird, da dorthin Aller Wünsche lenken,
Von Land und Häfen Kunde reich verliehen,
Und, nichts besorgend, glaubt die Schaar der Helden
Als wahrhaft, was des Truges Worte melden.

Auch sagt er, gleichen Trug, wie den, zu hegen,
Als Synon einst die Phrygier betöret:
Ein Eiland sei nicht ferne abgelegen,
Wo Christus werde lange schon verehret.
Den Feldherrn muss zur Freude dies bewegen,
Da er sich gern von Jeglichem belehret;
Drum will er reich des Mohren Müh' belohnen,
Leit' er zum Land, wo diese Christen wohnen.

Dasselb' ist auch des falschen Mohren Streben,
Was nur die Sichern jetzt von ihm verlangen,
Weil Völkerschaften auf der Insel leben,
Die an den argen Lehren Mahoms hangen.
Dort soll Verderben Christi Schaar umgeben,
Weil dort mehr Schutz und Hülfe zu erlangen,
Als Mozambique gewährt; Quiloas Strande
Sind hochberühmt durch ferne weite Lande.

Dahin lenkt nun der Schiffe frohe Reise;
Doch, da Cytheras Göttin muss ersehen,
Wie sie, abweichend von dem sichern Gleise,
Zum Untergang die Segel arglos drehen;
So will sie nicht, dass auf so schnöde Weise
Am fernen Strand die Teuern untergehen
Und Winde werden von ihr aufgeboten,
Die widrig sind der Richtung des Piloten.

Und, da es nicht gelingen will dem Mohren,
Des alten Truges Faden fort zu weben,
Wird eine neue Tücke bald erkohren,
Denn standhaft ist er seinem Plan ergeben.
Drum spricht er; Da die Fluten sich verschworen
Und so gewaltsam uns entgegen streben,
muss eine andre Insel bald sich zeigen,
Die Mohren so, als Christen ist zu eigen.

Nur kann auch dies die Wahrheit nicht begründen,
Da stets der Mohr die alten Tücken nähret,
Denn nirgend sind dort Christen zu befinden,
Und Mahoms Lehren werden nur verehret.
Der Feldherr gibt die Segel allen Winden,
Weil er in Allem Glauben ihm gewähret,
Doch müssen sich auf Venus schirmend Walten
Die Schiffe ausserhalb des Hafens halten.

Die Insel ist so nah dem festen Lande,
dass wenig Wellen nur dazwischen gleiten,
Und eine Stadt gelegen an dem Strande,
Die sichtbar ist aus fernen Meeresweiten,
In der sich, wie das Auge bald erkannte,
Prachtvolle Baue schön und stolz verbreiten.
Und Herrschaft hält der Scepter eines Greisen,
Und Stadt und Land zugleich Mombaza heißen.

Und, als der Admiral nun nah gediehen,
Und Hoffnungen die Fremden mächtig nähren,
Bey Christen bald nun wieder einzuziehen,
Wie des Piloten Lügen ihm gewähren;
Sieht man schon Kähne her vom Lande fliehen,
Da kund dem König, wer die Fremden wären.
Denn Bacchus hatte längst ihn vorbereitet,
Noch eins in Mohren Hülle eingekleidet.

Zwar ist es Freundschaft, was die Boten bringen,
Doch will darunter Gift sich nur verstecken,
Da nur ihr Trachten steht nach argen Schlingen,
Wie solches sich am Ende wird entdecken.
O! der Gefahr in allen großen Dingen!
O Lebenspfad! wo tausend Zweifel schrecken!
Da, wo jetzt Aller Herzen freudig hoffen,
Ist Aller Leben nur ein Abgrund offen!

Im Meere solche Stürme, solche Fahren!
Und solcher Tod, die Menschen zu vernichten!
Auf Erden Krieg und andrer Uebel Schaaren,
Die gegen uns die sichern Pfeile richten!
Wie soll ein schwacher Sterblicher sein wahren!
Wohin die kurzen Lebenstage flüchten!
Wenn auch in klarer Luft sich Stürm' erheben
Wild zu bedräun des Erdenwurmes Leben!" - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas I


Wenn Staaten von Muslimen regiert werden, sind in der Regel kaum Christen in diesem Staat zu finden, auch wenn sie "lügenhaft" Toleranz predigen; zum Teil wurden diese Staaten als "Schurkenstaat" bezeichnet; auch Vasco da Gama hatte damit zu kämpfen: "Er fragt ihn dann, ob Christus reine Lehren / Das Volk bekenne, wie ihm sei verkündet. / Worauf der Bote, diesen Wahn zu nähren, / Als Wahrheit solches lügenhaft befindet. / So muss sich wohl der Mut im Busen mehren, / Da jeder Argwohn aus der Seele schwindet, / So muss der Held dem falschen Volk wohl trauen / Und sonder Furcht auf diese Kundschaft bauen." [15]

Die Muslime führten Vasco da Gamas Seeleute zu einem Scheinchristen, damit sie annähmen, es gäbe viele Christen hier: "In einem Haus' der Stadt, das er erkohren, / Vor einem Altar im Gebet befangen, / Als sei er Christ, und dürf' an Christo hangen. / ... Und, da nun sichre Kundschaft war vorhanden, / dass feindlich nicht die Küste sei befangen, / Und dort auch Christen sich in Menge fänden." [16]
 

"Er fragt ihn dann, ob Christus reine Lehren
Das Volk bekenne, wie ihm sei verkündet.
Worauf der Bote, diesen Wahn zu nähren,
Als Wahrheit solches lügenhaft befindet.
So muss sich wohl der Mut im Busen mehren,
Da jeder Argwohn aus der Seele schwindet,
So muss der Held dem falschen Volk wohl trauen
Und sonder Furcht auf diese Kundschaft bauen.

Und, weil ein Häuflein ihm am Bord gegeben,
Verdammt in Portugal ob böser Dinge,
Zu wagen das mit Schuld verwürkte Leben,
Wenn zu besorgen, dass nicht viel gelinge;
Befiehlt er, Zween der Klügsten auszuheben,
dass tiefer in das Land der Weg sie bringe,
Um von der Mohren Stadt mehr zu erfahren,
Von ihrer Macht und von den Christen Schaaren.

Und er versieht sie reichlich mit Geschenken,
dass fest der König bleib' in seinem Willen
Und fürder gut und redlich möge denken,
Ob andre Plän' auch wohl sein Herz erfüllen.
Der Mohren Fahrzeug will nun heimwärts lenken,
Die ihren Trug in glatten Abschied hüllen,
Wie auch am Strand mit freudigen Gebärden
Die zween Gesendeten empfangen werden.

Als nun die Zween, was sie dem König brachten,
An Gab' und Botschaft alles ihm verehret,
Und sie die Stadt draus zu durchwandern dachten,
Ward ihnen wenig nur zu schau'n gewähret,
Weil streng die Mohren ihren Weg bewachten,
dass sie nicht fänden, was sie wohl begehret;
Denn wer im Herzen fühlt die Bosheit walten,
Wird auch der Bosheit Andre fähig halten.

Doch Jener dem in ew'ger Jugendfülle
Die Wange glänzt, der, wunderbar geboren,
Zwo Mütter zählt, und dessen arger Wille
Den Schiffenden Verderben hat geschworen,
Stand, angetan mit Menschenform und Hülle,
In einem Haus' der Stadt, das er erkohren,
Vor einem Altar im Gebet befangen,
Als sei er Christ, und dürf' an Christo hangen;

Und leuchtend war im schönen Altarbilde
Des Geistes hohe Herrlichkeit entfaltet;
Die weiße Taube, die mit sanfter Milde
Hoch über ihr, der Benedeiten, waltet;
Die heil'gen Zwölf, in schimmerndem Gefilde,
Vom Staunen ob der Wunden schier erkaltet;
Wie einst, als sie in neuen Zungen sprachen,
Und Zungen flammend durch die Lüfte brachen. 

Da kehren auch vom Ufer die Gesandten
Mit jenen Zween, die in die Stadt gegangen,
Verkündend, dass die Flotte möge landen
Nach ihres Königs redlichem Verlangen!
Und, da nun sichre Kundschaft war vorhanden,
dass feindlich nicht die Küste sei befangen,
Und dort auch Christen sich in Menge fänden,
Will in den Strom der Flotte Bahn sich wenden." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas II
 

Auch hier lauerte Verderben für die Schiffe; der Wind lenkte da Gamas Schiff weg vom Strand, "Wo es Verderben sollte stracks empfahen."  [17]

Bei Vasco da Gama war das Ziel der Moslems, durch List und eine große Menge Moslems seine Schiffe zu übernehmen, in Europa ist das Ziel, eine kritische Menge Moslems zusammenzuziehen, um dann den ganzen Staat zu übernehmen: "Das Schiff ist fast von Mohren eingenommen, / Die all' empor aus ihren Barken steigen, / Und Alle voll Verlangen sind und Freude, / Als hielten sie schon fest die schöne Beute. / ... So hofften sie mit Arglist im Verbande, / dass wohl der Tapfern Untergang gelänge" [18]
 

"Die Zween erzählen, dass sie dort gefunden
Altar und Priester, und auch sonst erfahren
Viel Gastlichkeit, und sanft geruht die Stunden,
Als Licht und Tag der Welt entflohen waren.
Kurz, alles, was nur irgend zu erkunden,
Verrate nichts von drohenden Gefahren,
Denn Volk und König sei uns sehr gewogen,
Sich freuend, dass wir fürbaß nicht gezogen.

So sind die Falschen Gama hoch willkommen,
Als seines Schiffes Borde sie erreichen,
Denn Argwohn und Verdacht scheint nicht zu frommen,
Wenn sich entfalten solche klare Zeichen.
Das Schiff ist fast von Mohren eingenommen,
Die all' empor aus ihren Barken steigen,
Und Alle voll Verlangen sind und Freude,
Als hielten sie schon fest die schöne Beute.

Vorrat und Waffen waren auch am Strande
Sorgsam bereitet, und in großer Menge,
Um, wenn die Flott' im Strome ankernd lande,
Sie zu erstürmen, mutig im Gedränge.
So hofften sie mit Arglist im Verbande,
dass wohl der Tapfern Untergang gelänge,
Und diese hart die Taten würden büßen,
Die sie zu Mozambique bestehen müssen.

Die Ankertaue werden eingezogen,
Mit Schiffsgeschrei, wie solches Sitt' und Weise;
Die Winde wehen in der Segel Bogen,
Hin zu dem Wachtturm lenkend ihre Gleise.
Da sieht Dione, die auch in den Wogen
Huldreich bewacht der Auserwählten Reise,
Die hohe Fahr, und will vom Himmel eilen,
Schnell, wie der schnellste von Apollo's Pfeilen.

Sie ruft des Nereus weiße Töchter Chöre,
Und aller Flutengötter blaue Schaaren,
Denn billig ist sie Königin der Meere,
Da sie die schönen Wogen einst gebaren,
Verkündend ihnen, was ihr Sinn begehre,
Eilt sie, als Jegliche versammlet waren,
Die Schiffenden vom Ufer abzuhalten,
Wo Untergang nur und Verderben walten.

Schon wird die Flut in wilder Eile Toben
Zu Schaum, in welchem Silberarme ringen,
Bis an die Brust von Wellen rings umwoben,
Will Clotho wütender stets vorwärts dringen
Und Nise tanzt, Nerine kämpft, gehoben
Von krausen Fluten, welche sie umschlingen,
Die Meere haben furchtsam sie geschieden,
Bang vor dem Zorn der großen Nereiden.

Und von der Schulter wütender Tritonen
Ertönt der schönen Göttin zornig Dräuen,
Indes, nur sanft gebogen von Dionen,
Die Stolzen sich der hohen Bürde freuen;
Und nahe schon, wo Trug und Tücke wohnen,
Und doch die Schiffe nicht zu landen scheuen,
Verteilen sich die Himmlischen und schlingen
Sich um die Segel, die stets vorwärts dringen.

Dione wählt, von ihrer Schaar umgeben,
Sich Gamas Schiff, des Kieles Lauf zu drehen,
dass es nicht möge hin zum Lande schweben,
Ob günstig auch im Segel Winde wehen.
Es zwingt den Mast des weichen Busens Streben,
Das starke Schiff muss wieder rückwärts gehen,
Und kann nicht dem Gestade fürder nahen,
Wo es Verderben sollte stracks empfahen.

Wie sich die Aemsen stark und mühsam zeigen,
Wenn sie der Körner schwere Last vergraben,
Um, wenn die kalten Flocken niedersteigen,
Sich an des Sommers Früchten zu erlaben;
Dann sind den Schwachen hohe Kräfte eigen,
Zu Müh' und Arbeit reich sich zu begaben,
So mochten Nymphen auch mit schwachen Händen
Die Schiffe ab vom Untergange wenden.

Es flieht das Schiff bezwungen nun zurücke,
Trotz seiner Mannschaft Arbeit und Getöse,
Bemüht, dass sie die Segel nur beschicke,
Und mit dem Steuer dieses Irrsal löse;
Vergebens ruft der Bootsmann; seinem Blicke
Enthüllt sich, dräuend wilde Felsenstöße,
Ein Riff im Meere, weit und tief gegründet,
Das jedem Kiel Zertrümmerung verkündet.

Furchtbar ertosendes Geschrei erfüllet
Die Luft, sich mischend mit der Arbeit Streben,
Wie, wenn der Schlachten Donner weit erbrüllet,
Beginnt der Mohren falsches Herz zu beben.
Der Schrecknis Grund ist ihnen nicht enthüllet,
Und, wem es gelte? Kunde nicht gegeben,
Und bald dünkt ihnen ihr Betrug verraten,
Und nah die Strafe solcher böser Taten.

Da stürzen in die nahen leichten Bote
Die Schuld'gen sich von türmenden Verdecken;
Es kann die Flut mit ihrem bittern Tode
Der Schwimmenden tollkühne Flucht nicht schrecken;
Es füllen sich, als ob sie Fahr bedrohte,
Von Bord zu Bord der Wogen weite Strecken;
Denn lieber wollen sie dem Meer vertrauen,
Als länger sich in Feindes Händen schauen." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas II


Wieder wurden die Muslim-Horden in die Flucht geschlagen ("So flüchtet auch der Mohren falsche Horde"). Da Gama konnte die List der Muslims rechtzeitig erkennen: "Als Gama nun den Vorfall überschauet, / Der Mohren Flucht und seltsam banges Eilen" [19]

Aber wie könnte man sich der Muslim-Horden ("böses Volk") erwehren, wie könnte ein Sterblicher "eigne Rettung wagen" in einer von Moslems dominierten Region "wo nur Trug und Lügen walten, / Mit eignem Rat wir ganz verlohren wären"
, wenn nicht die Gottesmutter sich ihren Schützlingen zuneigt: "O! schlimmer Trug! so plötzlich aufgehellt. / O böses Volk, dem bald wir unterlagen! / Wie mag, von solchen Tücken rings umstellt, / Ein Sterblicher noch eigne Rettung wagen, / Wenn sie, die Schirmerin, von ihrem Throne / Nicht mild sich neigte zu dem Erdensohne!" [20]
 

"So flüchtet auch der Mohren falsche Horde,
Und der Pilot, gegeben zum Geleite,
Wirft sich in's bittre Meer herab vom Borde,
Als ob man Strafe seinem Trug bereite;
Doch, immer nahe noch des Abgrunds Pforte,
Weil schrecklich sie der nahe Fels bedräute,
Lässt Gamas Schiff die großen Anker fallen,
Und gleiches tun die Steuernden auf allen.

Als Gama nun den Vorfall überschauet,
Der Mohren Flucht und seltsam banges Eilen,
Und, dass auch der Pilot nicht mehr vertrauet,
Da scheinen ihm sich Wolken zu zerteilen;
Und, als noch heller das Verständnis grauet,
muss er beim Wunder dankbar sich verweilen,
dass, nicht von Sturm und Brandung abgehalten,
Die leichten Segel nicht zum Strande wallten.

O! großes Schicksal! Rätsel unsrer Welt!
O! klarer Wunder Morgenlichtes Tagen!
O! schlimmer Trug! so plötzlich aufgehellt.
O böses Volk, dem bald wir unterlagen!
Wie mag, von solchen Tücken rings umstellt,
Ein Sterblicher noch eigne Rettung wagen,
Wenn sie, die Schirmerin, von ihrem Throne
Nicht mild sich neigte zu dem Erdensohne!

Wohl zeigen uns die himmlischen Gewalten,
Wie wenig diese Häfen Schutz gewähren,
Denn deutlich kann sich unserm Blick entfalten,
dass sie Verrat nur für die Sichern nähren.
Weil aber, wo nur Trug und Lügen walten,
Mit eignem Rat wir ganz verlohren wären,
So nimm Du, Schirmerin! der Obhut Sorgen,
Da ohne Dich wir nirgend sind geborgen!

Und konnte Dich zu solchem Mitleid rühren
Des armen Volkes weite schwere Reise,
dass Du vom falschen Lande abzuführen
Huldreich beschlossest unsrer Schiffe Gleise;
So woll' uns nun auch einen Port erkühren,
Der freundlich sich und wirtlich sich erweise,
Ach! oder lass uns, Deine Diener-Schaaren,
Bald das ersehnte, schöne Land gewahren!" - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas II
 

Orient; Cananora, Calecut, Cochims Fluren, Goa

Nicht die Türken oder andere Moslems sollen sich im Orient festsetzen, sondern "dieses Volk glorreicher Lusitanen", das von der Gottesmutter beschirmt wird, soll das Christentum in den Orient bringen: "O fürchte nicht, Du Liebliche! Gefahren / Ob Deiner Lusitanen kühnen Reise! / ... Bei Deinen Tränen, Deiner sanften Weise! / Verdunkelt soll sich Hellas Ruhm gewahren / Und Roma's Stadt, weil ich Dir jetzt verheiße, / dass dieses Volk glorreicher Lusitanen / Im Orient soll pflanzen seine Fahnen."  [21]
 
"O fürchte nicht, Du Liebliche! Gefahren
Ob Deiner Lusitanen kühnen Reise!
Was gelten mir der andern Götter Schaaren
Bei Deinen Tränen, Deiner sanften Weise!
Verdunkelt soll sich Hellas Ruhm gewahren
Und Roma's Stadt, weil ich Dir jetzt verheiße,
dass dieses Volk glorreicher Lusitanen
Im Orient soll pflanzen seine Fahnen.
...
Denn Festen wird und Türme, Schlösser, Pforten
Die tapfre Schaar, o liebe Tochter, gründen!
Im wilden Kampf die kriegerischen Horden
Der rohen Türken vielfach überwinden!
Die Herrscher Indiens, zu Sklaven worden,
Soll ihre Hand in ewge Fesseln binden.
Durch ihren Zepter soll in neuen Welten,
Bald das Gesetz und Zucht und Sitte gelten!
...
Die Mohren, die dem Arm der Helden weichen,
Ereilt der Tod mit ihrer eignen Lanze,
Denn, wer im Kampfe gegen sie entglühte,
Soll wissen, dass er gegen sich nur wüte!" - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas II


Die Muslim-Horden bzw. Türken-Horden ("rohen Türken"), die Indien unterjocht und versklavt hatten, sollen überwunden und ihre Macht in "ewge Fesseln" gebunden werden; Muslims, die ihre Hand gegen christliche Helden erheben, wüten nur gegen sich selbst: "Im wilden Kampf die kriegerischen Horden / Der rohen Türken vielfach überwinden! / Die Herrscher Indiens, zu Sklaven worden, / Soll ihre Hand in ewge Fesseln binden. / ... Die Mohren, die dem Arm der Helden weichen,
Ereilt der Tod mit ihrer eignen Lanze, Denn, wer im Kampfe gegen sie entglühte, Soll wissen, dass er gegen sich nur wüte!" [22]

Viele Helden wie Eduard Pacheco ("Erglänzt ein Stolzer in des Kampfes Stürmen") haben sich der feindlichen Heere erwehrt; viele Muslims werden Christen, "Mahom's Irrlehr fluchend", andere bleiben unter dem Sklavenjoch: "Und Tausende der Mohren seh' ich sterben / Und, Mahom's Irrlehr fluchend, schnöd' verderben. / ... Die schöne Goa müssen sie verlieren / Und diese Stadt mit ihren hohen Zinnen / Soll einst den ganzen Orient regieren, / Den Deiner Helden Siege sich gewinnen. / Das Sklavenjoch soll alle Heiden zieren." [23]

Damit nicht der Europäer heute "vertraue falschem Frieden" bei sogenannten Flüchtlingsabkommen mit der Türkei, muss die Nato die Türken, also die "Die Heiden und die Mohren" überwinden und die Türkei zu einem christlichen Staat machen, wie es die Portugiesen im Orient getan hatten, sonst geraten sie in "das Netz der Falschen"; vor Türken-Horden, also "der Bosheit arger Höllenbande" hilft nicht "Mahom's Irrlehr " sondern nur die christliche Lehre: "Und in das Netz der Falschen möge wagen, / Denn vor der Bosheit arger Höllenbande / muss alle Kraft und alle Kunst verzagen / Und Mut und List kann wenig Hoffnung nähren, / Wenn nicht die Himmel selbst uns Rat gewähren. " [24]
 

"In Dios Festen, nimmer noch erstiegen,
Soll herrlich groß der Deinen Wert erprangen,
Der wilde Feind wird zweimal vor ihr liegen
Und Schmach nur und Verderben dort empfangen,
dass auch bei Deiner Heere Kampf und Siegen
Des Neides Pein selbst Mavors wird umfangen
Und Tausende der Mohren seh' ich sterben
Und, Mahom's Irrlehr fluchend, schnöd' verderben.

Die schöne Goa müssen sie verlieren
Und diese Stadt mit ihren hohen Zinnen
Soll einst den ganzen Orient regieren,
Den Deiner Helden Siege sich gewinnen.
Das Sklavenjoch soll alle Heiden zieren,
Die irgend noch der Rache Schwert entrinnen
Und jedes Land die harte Fessel tragen,
Das Widerstand und Waffenspiel will wagen.

Mit wenig Helden wird vor Feindes Heeren
Sich Cananora hoch und glorreich schirmen
Und Calecut der Deinen Macht vermehren
Mit seinen Bürgern, seinen hohen Türmen.
In Cochims Fluren, Cochims weiten Meeren
Erglänzt ein Stolzer in des Kampfes Stürmen,
dass nie die Zither Siege hat besungen,
Gleich seiner, würdig ew'ger Huldigungen!

So brannte nie von Mavors wildem Streiten
Leucates Meer in grausempörten Wogen,
Als in der Bürgerschlachten bösen Zeiten
August ans hohe Actium gezogen,
Dem Römer Tod und Schande zu bereiten,
Der weit vom Nil und von des Bactrus Bogen,
Siegreiche Schaaren führt' und schöne Beute,
Mit welcher ihn Aegyptens Land erfreute;

Als einst die Fluten lauterbrennend tosen,
Die Deiner Schaaren Heldenkampf entzündet,
Wenn ihre starke Hand die Götterlosen,
Die Heiden und die Mohren überwindet,
In Meeren, die ans ferne Sina stoßen,
Im goldnen Chersonesus Herrschaft gründet
Und auch die fernsten Inseln jener Zonen,
Den Orient Besiegte nur bewohnen!

So wird o Tochter Deiner Helden Streiten
Weit über jede Menschentat sich heben,
Von Cadix Meeren herrlich sich verbreiten,
Bis, wo des Ganges gelbe Fluthen schweben,
Von Norden bis zu jenen fernen Weiten,
Von denen Kunde Magellan gegeben,
Entstiegen auch die Toten ihren Reichen,
Sie müssten Alle Deinen Helden weichen.

So spricht er und der Maja schneller Sohn
Wird zu der Erde hin sogleich beschieden,
Der Flotte, welcher tausend Uebel drohn,
Bald einen Hafen freundlich anzubieten.
Doch, dass der Held, nicht zu Mombaza schon
Anlandend, sich vertraue falschem Frieden,
Soll ihm Merkur im Traum ein Land bescheiden,
Wo Ruhe bald die Flotte möge weiden.
...
Straks eilt Merkur auch nach Mombazas Strande,
Dem nahe noch die bangen Schiffe lagen,
dass sich die Flotte näher nicht dem Lande
Und in das Netz der Falschen möge wagen,
Denn vor der Bosheit arger Höllenbande
muss alle Kraft und alle Kunst verzagen
Und Mut und List kann wenig Hoffnung nähren,
Wenn nicht die Himmel selbst uns Rat gewähren." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas II


Was soll man sich lange aufhalten bei einem muslimischen Herrscher oder Sultan ("der böse König"), wo nur "nur blut'ge Gastfreundschaft genossen" wird? Daher gilt: "willst Du dich vor Untergang bewahren, / So fliehe dieser Ufer falsche Schaaren."  [25]
 

Indien

Gama ist froh in Indien keine Muslim-Horden ("wilden Horden") wie in Afrika zu finden und begrüßt den König mit den Worten: "Wir sind nicht Räuber, die in wilden Horden / Durchstreifen unbewohnter Städte Hallen, / Mit Flamm' und Schwert die Bürger zu ermorden, / Zu rauben, was dem Fleiße zugefallen. / Weit von Europa sind gesandt wir worden, / Nach fernen Landen schiffend hinzuwallen / Und Indien, das reiche, zu erkunden, / Sind unserm großen König wir verbunden!" [26]

Darauf der indische König: "Und wer vermochte Schlingen Euch zu legen, / Kann Edelmut in seinem Sinn nicht hegen." Die Portugiesen waren froh, endlich einen König gefunden zu haben, auf den sie sich verlassen konnten: "Die Herzen schwollen von der Freude Wogen, / dass um Erfolg nun fürder nicht zu zagen; / Nun würden Sie nach Indien gelangen, / Und festlich ward die schöne Nacht begangen." [27]

Der Portugiesen Ruhm ist bis zum indische König vorgedrungen: "Mit hoher Rede will er ihm gewähren, / Was nur den Feldherrn irgend mög' erfreuen, / Und sollt' er Vorrat jeder Art begehren; / So dürf' er nicht die Bitte furchtsam scheuen./ Er kenne schon, die jetzt im Hafen wären, / Der Portugiesen Volk, die Tapfern, Treuen, / Schon lange her sei Nachricht ihm gekommen, / Was sie in andern Ländern unternommen. / Ganz Afrika sei von dem Ruhm durchdrungen / Der Taten, die sie glorreich schon bestanden, / Als sie daselbst im schweren Sieg errungen / Die Krone von der Hesperiden Landen. / Das kleinste, was den Mutigen gelungen, / Und doch das größte, was die Mohren kannten, / Wird nun mit vielen Worten laut gepriesen." [28]

Also sprach der Held der Portugiesen: "O Du! der einzig Mitleid noch bezeugte, / O milder König! freundlich uns zu wahren, / Die hohe Not durch alle Meere scheuchte, / So schwache Schiffe kämpfend noch befahren, / Er der sich schirmend zu uns nieder beugte, / Der Himmel Herrscher und der Menschenschaaren! / Der ewge Gott mag, was wir nicht vollenden, / Für Deine Gunst Dir Lohn und Gnade spenden! / Denn Du allein, im großen Licht der Sonnen, / Gewährest uns des Hafens Trost und Frieden! / Der Geißel wilder Stürme nur entronnen, / Ist eine Herberg uns bei Dir beschieden, / So lang der Pol mit Sternen übersponnen / Und Licht der Welt der Sonne Strahlen bieten, / Wird nie Dein Lob in meiner Brust verwehen, / Und herrlich stets von Mund zu Munde gehen." [29]
 

"Da tritt Merkur zu ihm in leisen Träumen
Und spricht: o fliehe, fliehe, Lusitane!
Nicht lange wird der böse König säumen,
Dich zu verderben, in dem sichern Wahne.
Nicht Stürme drohn und nicht die Wellen schäumen!
Die Sonne schwimmt auf glattem Oceane!
In sichern Hafen wirst Du bald gelangen,
Wo andre Herrscher gastfrei Dich empfangen!

Hier wird nur blut'ge Gastfreundschaft genossen,
Wie Diomedes einst den Gästen weihte,
Der, statt des goldnen Hafers, wilden Rossen
Der Gäste Glieder wohl zur Nahrung streute.
Busiris Altar, stets von Blut umflossen,
Harrt Deiner hier, statt Freundschaft und Geleite,
Drum, willst Du dich vor Untergang bewahren,
So fliehe dieser Ufer falsche Schaaren!

Denn, weiter hin, als dieser Strand zu blicken,
Wird aus dem Meer ein beßres Ufer steigen,
Wo senkrecht schier der Sonne Strahlen zücken
Und Tag und Nacht an Stundenzahl sich gleichen.
Dort wird die Schiffe frohe Rast erquicken,
Ein König Gunst und Freundschaft Dir erzeigen
Und sichre Herberg Deiner Schaar bereiten,
Durch Lootsen Dich nach Indien geleiten!

So sprach Merkur und Gama's Augenliede
Entfliehen schon des Schlummers leichte Schwingen;
Er staunt und sieht dir nächtlichen Gebiete
Ein heitres Licht mit schnellem Strahl durchdringen,
Es wird ihm klar, wenn er dies Land nicht miede,
Verdürb' er in der Feinde bösen Schlingen,
Drum lässt er, hoch erfrischt mit neuem Leben,
Den leichten Winden alle Segel geben.

Er spricht: – Die Segel auf! – Die Winde wehen!
Es schirmen uns die himmlischen Gewalten.
Ihr lichter Bote ward von mir gesehen,
Der Hohen Rat mir liebreich zu entfalten.
Da wollen Alle frisch zur Arbeit gehen,
dass hier und dort hin laut die Stimmen schallten,
Die Anker werden freudig eingehoben,
Mit hoher Kraft, von Jeglichem zu loben.

Da nahen still und ränkevoll die Heiden,
Um die sich rings die dunkeln Schatten bogen,
Die Ankertaue listig zu zerschneiden,
Die ab vom Ufer noch die Segel zogen.
Doch, als die Falschen schon ihr Werk bereiten,
Gewahrt der Wache Blick sie auf den Wogen,
Drum eilen sie, der Strafe zu entrinnen,
Mit Rudern nicht, auf Fittigen von hinnen;

Und schon zertheilt der Flotte scharfer Kiel
Des nassen Silbers tiefe lange Straßen,
Im hohen Segel rauscht der Lüfte Spiel,
Die schmeichelnd auf die Flut sich niederlassen.
Bestandner Fahr gedenkend oft und viel
Wird nun der Rede Zügel freigelassen,
Denn großes Unglück, das so furchtbar drohte,
Vergisst man nicht im ersten Morgenrote.

Die Sonne war hinab ins Meer gegangen
Und glänzte wieder an dem Himmelsbogen,
Als sich zwo Barken durch die Fluten schlangen,
Von Morgenwinden leise fortgezogen;
So Schiff' als Mannschaft schneller zu erlangen,
Rang stärker noch die Flotte mit den Wogen
Darob die Mohren, die in Einem waren,
Zur Küste fliehn, als droheten Gefahren.

Das Andre, nicht von gleicher Angst befallen,
Vertraut der Hand der edeln Portugiesen,
Vulkanus Wut darf donnernd nicht erschallen,
Nicht Mavor's wildes Schwert von Blute fließen;
Ob auch der Mohren Herzen mutig wallen,
Mag doch das Häuflein nicht den Kampf erkießen,
Drum wollen sie nicht lange widerstehen,
Weil größres Unheil würde sonst geschehen.

Ob Gama aber auch so hoch begehret,
Nach Indien Piloten zu erlangen,
Und, sie zu finden, schon die Hoffnung nähret,
Weil er der Mohren Fahrzeug aufgefangen;
So wird es doch dem Helden nicht gewähret,
Denn keiner will sich dessen unterfangen,
Doch sagen Alle, dass er zu Melinde
Gewiss viel kundiger Piloten finde.

Die Mohren preisen laut des Königs Güte,
Die Redlichkeit, die ihm im Herzen wohne,
Wie menschlich er beherrsche sein Gebiete
Und würdig trage seines Reiches Krone.
Und glaubhaft dünkt des Admirals Gemüte
Die Kunde, da von Majas schnellem Sohne
Er Gleiches schon gehört, dass er auch reiset,
Wohin ihn Traum und Kunde nun verweiset.

Es war die frohe Zeit, wo Phoebus Wagen
Europens Stier mit heißem Strahl ereilet
Und Flora, hoch in Lüften fortgetragen,
Mit Amaltheas Horn am Himmel weilet,
Der heil'ge Tag, glorreich vor allen Tagen,
Die mit der Erde je die Sonne teilet,
An welchem er, dem untertan die Stärke,
Das Siegel aufgedrückt dem großen Werke;

Als nun die Flotte naht den milden Gränzen,
Wo sich Melinda's Reiche schön erheben
Und Flagg' und Wimpel muss die Schiffe kränzen,
Dem heil'gen Tage Preis und Glanz zu geben.
Paniere zittern, schöne Fahnen glänzen,
dass fernehin des Purpurs Farben streben,
Und Trommeln klingen und Schallmeyentöne,
So nahen froh Dionens Heldensöhne!

Es füllen sich Melindas weite Strande
Mit Schaaren an, die Schiffe zu betrachten.
Ein gutes Volk, gewohnt, der Treue Bande
Und Menschlichkeit vor manchem Volk zu achten.
Der Anker sinkt hinab zum nahen Lande
Und von den Mohren, welche mit sie brachten,
Ziehn Zween voran, dem König zu verkünden,
dass sich im Port die Lusitanen finden!

Der König, welcher schon den Namen kannte,
Den diese Helden groß und ruhmvoll tragen
Und, wie sie dessen wert, vor Freude brannte,
dass sie bereits in seinem Hafen lagen,
Ergoss im Wort, das alle Furcht verbannte,
Gefühle, die in edler Brust nur schlagen,
Begehrend, dass sie bald an's Ufer kämen,
Und jegliches, als wär' es eigen, nähmen.

Und redlich ist des Königs Art und Weise
Und wohlgemeinet sind die frohen Gaben,
Gesandt den Christen, nach der langen Reise
Sich wiederum mit guter Kost zu laben.
Der zarten Lämmer wohlbekannte Speise
Und Küchlein, wie sie auch am Duro haben,
Und Früchte werden ihnen reich beschieden,
Und immer möcht' er besseres noch bieten.

Und es empfängt der Held mit frohen Händen
Die Gaben, die der König ihm bescheidet,
Und will nun wieder zur Vergeltung senden,
Was schon daheim zu diesem Zweck bereitet.
Ein Purpurkleid, das Auge schier zu blenden,
Korallen, schön an Schnuren hingebreitet,
Korallen, weiche Ranken in den Wogen,
Und Felsenhart, wenn sie an's Licht gezogen.

Er sendet wen, der Sprache wohlerfahren,
Ein Bündnis mit dem König abzuschließen,
Und zu entschuld'gen, dass die fremden Schaaren
Zur Stunde nicht die Flotte schon verließen.
Beredt vor Allen, die am Borde waren,
Führt der das Recht der tapfern Portugiesen,
Und spricht zum Könige mit hoher Kunde,
Ihm einst geworden aus der Pallas Munde.

Erhabner König! vom Olymp erkohren,
Auf des Geschicks gerechten heil'gen Wegen
Zu bändigen die stolzen wilden Mohren,
Die hohe Liebe dennoch zu Dir hegen!
Wir waren schier im weiten Meer verlohren,
Da kam Dein sichrer Hafen uns entgegen,
Berühmt vor allen hier im schönen Morgen,
dass er uns mög' entheben unsrer Sorgen.

Wir sind nicht Räuber, die in wilden Horden
Durchstreifen unbewohnter Städte Hallen,
Mit Flamm' und Schwert die Bürger zu ermorden,
Zu rauben, was dem Fleiße zugefallen.
Weit von Europa sind gesandt wir worden,
Nach fernen Landen schiffend hinzuwallen
Und Indien, das reiche, zu erkunden,
Sind unserm großen König wir verbunden!

Doch, welches Volk! an dieses Meeres Stranden!
O schlimmer Brauch! mehr als Barbarensitten!
Die Schiffe zu verderben, welche landen,
Zu tödten, die um mildes Gastrecht bitten.
Als, wenn nur Trug in unsrer Brust vorhanden,
Und sie von uns das Aergste schon erlitten,
Will uns, die Wenigen, ihr Netz umschlingen,
Der kleinen Schaar Tod und Verderben bringen.

Du aber, Herr! auf dessen Wort wir bauen,
Weil jeder Argwohn völlig uns verschwunden,
Auf dessen Huld und Hülfe wir vertrauen,
Wie bey Alcinous Ulyss gefunden –
dass wir uns hier in Deinem Hafen schauen,
Nach tausend Fahren, mühvoll überwunden,
Das ist das Werk der himmlischen Gewalten:
Drum kann in Dir Verrat und Trug nicht schalten.

Nur sei es übel nicht von Dir vernommen,
dass unser Feldherr, froh Dich zu begrüßen
Und Dich zu sehen, nicht ans Land gekommen,
Als ob er Arglist noch befahren müssen;
So tat er nur, gehorsam nachzukommen
In Allem seines Königes Beschlüssen,
Der ihm geboten, nie ans Land zu gehen,
Wenn auch im sichern Port die Schiffe stehen.

Und weil es Recht ist, nach Vasallenpflichten
Dem Haupt als Glieder untertan zu leben;
So wirst Du, König selbst! den Mann nicht richten,
Der seinem König nicht will widerstreben.
Doch wird der Admiral Dir Dank entrichten
Für Gnad' und Gunst, die Du bereit, zu geben
Und, wie er weiß und kann, Dir Segen zollen,
So lang ins Meer der Ströme Fluten rollen.

So sprach er und es schallt von Aller Zungen
Der Fremden Ruhm in des Gespräches Kreise,
dass ihrem Mut die große Fahrt gelungen
Durch viele Himmel, vieler Meere Gleise.
Der König, den Erstaunen tief durchdrungen
Bei solcher Treue glänzendem Beweise,
Beginnt, den großen König hochzuachten,
Auf dessen Wort so fern die Helden achten.

Mit heitrer Stirn' und Lächeln in den Blicken
Beginnt er zum Gesandten drauf zu sprechen:
Es müss' Euch Argwohn fürder nicht mehr drücken
Und Euern Mut nicht kalte Sorge brechen,
Den Glanz der Taten, die so hoch Euch schmücken,
Vermag nicht Zeit und Ferne nicht zu schwächen.
Und wer vermochte Schlingen Euch zu legen,
Kann Edelmut in seinem Sinn nicht hegen.

dass all' die Euern nicht ans Ufer gehen,
Dem eingeführten Brauche nachzutrachten,
Das lass' ich freilich ungern nur geschehen,
Doch muss ich hoch des Volks Gehorsam achten.
Und da Verbote dem nun widerstehen,
Wie Deine Worte sorgsam mir gedachten,
So will ich nicht die seltne Treue stören,
Nicht auf den Wunsch in meiner Seele hören.

Und morgen, wenn der Sonne Strahl entglommen,
Und aus dem Meer empor zum Himmel steiget,
Will ich, die Flotte zu besuchen, kommen,
Nach der sich lange schon mein Sehnen neiget.
Und kann auf weiten Wegen etwas frommen,
Das Euch zum Trost in fernem Meer gereichet;
So sollt Ihr es aus Freundes Hand erhalten,
Und über Vorrat und Piloten schalten.

So sprach er und in kühle Wellen bogen
Apollons Rosse mit dem goldnen Wagen,
Als her vom Land der Barke Wimpel flogen,
Den Abgesandten froh zurück zu tragen.
Die Herzen schwollen von der Freude Wogen,
dass um Erfolg nun fürder nicht zu zagen;
Nun würden Sie nach Indien gelangen,
Und festlich ward die schöne Nacht begangen.
...

Es strömen rings der Küste weite Strande
Von Menschen, die das Schauspiel hergezogen,
Und Purpurmäntel schimmern und Gewande,
Mit zarter Seide kunstreich überzogen;
Nicht Speer und Lanze wird am Meeresrande,
Nicht der Geschosse scharf gespannter Bogen,
Nur Palmenzweige hoch empor gehalten,
Wie sie der Sieger Scheitel stolz umfalten.

Aus einem großen Kahn, den Wimpel kränzen,
Und seidne Flaggen mannigfach umschweben,
Betritt der König nun Neptunus Gränzen,
Von vielen Großen seines Reichs umgeben,
Und herrlich ist der Kleider prangend' Glänzen,
Und reine Woll' und Gold und Seide weben
Um seine Stirne sich zu weichen Binden,
Nach eignem Brauch, im Orient zu finden.

Ein Purpurmantel aus Damascus Seide,
Vor allem wert die Könige zu schmücken,
Von seinem Gold des Halses Pracht-Geschmeide,
Wo Kunst und Stoff das Auge gleich entzücken,
Ein schöner Dolch mit diamantner Scheide,
Im reichen Gürtel herrlich anzublicken,
Und an den Füßen schwellende Sandalen,
Wo Gold und Perlen auf dem Sammet strahlen.

Ein Diener trägt an einer goldnen Lanze
Den hohen Schirm, aus Seide schön gewoben.
Den König schützend vor der Sonne Glanze,
Hält er den Stab gen Himmel aufgehoben,
Und Hörner schmettern furchtbar durch das ganze,
Geschmückte Schiff mit wilder Laute Toben,
dass in den großen ungeheuren Tönen
Die Flotte zittert und die Ufer dröhnen.

Von seiner Helden stolzer Schaar geleitet,
Die jubelnd sich in leichte Barken schwangen,
Ist Gama hoch und stattlich schon bereitet,
Aus offnem Meer den König zu empfangen.
Hispanisch ist der edle Held gekleidet,
Doch hat er einen Mantel umgehangen
Nach Frankreichs Schnitt und vielbegehrter Mode
Und schimmernd in Venedigs schönstem Rote.

Von Knöpfen sind die Aermel festgehalten,
Aus deren Gold der Sonne Strahlen schossen;
Von Goldgestickten kriegerischen Falten
Des Feldherrn Hüften malerisch umflossen;
Die Taschen, die am Leibrock niederwallten,
Mit gold'nen Nesteln zierlich zugeschlossen.
Italisch sinkt herab der goldne Degen,
Auf das Barret will sich die Feder legen!

Es glänzen seine festlichen Begleiter
Im Purpur, welchen Tyrus Muscheln zollen,
Und andern Farben, dass die Blicke heiter
An hundert Trachten auf und niederrollen;
Wenn solchen Schmelz der bunten schönen Kleider
In Einen Strahl die Augen fassen wollen;
So gleicht er nur der Iris Farbenbogen,
Der schönen Nymphe, von Taumant erzogen.
...
Mit Gruß und Kuß den Helden zu empfangen,
Verlässt der König seines Fahrzeugs Borde,
Und, wie mit Herrschern Sitt' und Recht verlangen,
Beut ihm der Feldherr Huldigung und Worte.
Der Fremden Brauch und nie gesehnes Prangen
Und ihre Fahrt in diese fernen Orte,
Und dass sie nach des Indus Strome trachten,
muss er mit Staunen und Bewundrung achten.

Mit hoher Rede will er ihm gewähren,
Was nur den Feldherrn irgend mög' erfreuen,
Und sollt' er Vorrat jeder Art begehren;
So dürf' er nicht die Bitte furchtsam scheuen.
Er kenne schon, die jetzt im Hafen wären,
Der Portugiesen Volk, die Tapfern, Treuen,
Schon lange her sei Nachricht ihm gekommen,
Was sie in andern Ländern unternommen.

Ganz Afrika sei von dem Ruhm durchdrungen
Der Taten, die sie glorreich schon bestanden,
Als sie daselbst im schweren Sieg errungen
Die Krone von der Hesperiden Landen.
Das kleinste, was den Mutigen gelungen,
Und doch das größte, was die Mohren kannten,
Wird nun mit vielen Worten laut gepriesen,
Doch also sprach der Held der Portugiesen.

O Du! der einzig Mitleid noch bezeugte,
O milder König! freundlich uns zu wahren,
Die hohe Not durch alle Meere scheuchte,
So schwache Schiffe kämpfend noch befahren,
Er der sich schirmend zu uns nieder beugte,
Der Himmel Herrscher und der Menschenschaaren!
Der ewge Gott mag, was wir nicht vollenden,
Für Deine Gunst Dir Lohn und Gnade spenden!

Denn Du allein, im großen Licht der Sonnen,
Gewährest uns des Hafens Trost und Frieden!
Der Geißel wilder Stürme nur entronnen,
Ist eine Herberg uns bei Dir beschieden,
So lang der Pol mit Sternen übersponnen
Und Licht der Welt der Sonne Strahlen bieten,
Wird nie Dein Lob in meiner Brust verwehen,
Und herrlich stets von Mund zu Munde gehen." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas II
...
 

Byzanz 

Nicht nur in afrikanische Ländern, auch  "in Konstantins Bezirken und in Byzanz gebieten rohe Türken". Ganz Griechenland war bis zum Befreiungskrieg gegen die Türken zu "Schmach und Knechtschaft auserkoren" [30]

"Vom Ister bis zur viel berühmten Enge,
Wo einst das Leben Helle hat verloren,
Wohnt fern der Thraker kriegerische Menge
Im Lande, wo einst Mavors ward geboren.
Der Hämus, oft gefeiert durch Gesänge,
Ist nun zu Schmach und Knechtschaft auserkoren;
Auf Rhodope, in Konstantins Bezirken
Und in Byzanz gebieten rohe Türken." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas III
 

Neapel, Navarrer und Asturier, Gallizien, Kastilien, Leon, Grenada, Sevilla, Lusitanen


Neapel, auf dessen Strande die Nymphe Partenope begraben ist, wurde von Alphons V., König von Aragonien erobert. Tarragona in Catalonien steht anstatt Aragoniens überhaupt. Die Navarrer und Asturier wurden von "Mahoms Schaaren niemals noch bezwungen; / Hier ist Gallizien und der Nationen / Glorreichste, vom Diadem umschlungen, / Kastiliens Volk, dem Alle sich vertrauen, / Leon, Grenada, BeticaBetis oder das Königreich Sevilla. zu schauen." [31]

In Spanien und Portugal "Dort ließ der Himmel hohen Sieg erschallen, / dass furchtsam floh der stolze Mauritane / Und nicht mehr darf im schönen Lande wohnen, / Und zittern muss noch in den heißen Zonen." Schon 154 beginnt die Aufstandsbewegung der Lusitaner, deren Führer von 147 bis zu seiner Ermordung (139) Viriatus ist.  [32]
 

Dies Land umfängt den Stamm der Tarragonen,
Der einst Partenope im Sieg errungen,
Hier die Navarrer und Asturier wohnen,
Von Mahoms Schaaren niemals noch bezwungen;
Hier ist Gallizien und der Nationen
Glorreichste, vom Diadem umschlungen,
Kastiliens Volk, dem Alle sich vertrauen,
Leon, Grenada, BeticaBetis oder das Königreich Sevilla. zu schauen.

Europas Scheitel glänzet schön vor Allen!
Es herrschet mild der edle Lusitane,
Wo sich das Land verliert und Meere wallen
Und Phoebus ruht im grauen Ozeane;
Dort ließ der Himmel hohen Sieg erschallen,
dass furchtsam floh der stolze Mauritane
Und nicht mehr darf im schönen Lande wohnen,
Und zittern muss noch in den heißen Zonen.
...
Dort ist die Heimat meiner lieben Ahnen,
Und, wird des Himmels Gunst mein Werk vollenden,
Und sichre Rückkehr meiner Reise bahnen,
So will ich dort das müde Leben enden.
Dies ist das Land der alten Lusitanen,
Dem Lusus wollte Ruhm und Namen spenden,
Er, Bachus Zögling oder eigner Sprosse,
Und meines Landes ältester Genosse.

Dort schlug der Hirt der Vorzeit große Schlachten,
Des Namen schon nur Kraft und Tat verkündet
Und seinen Ruhm mag keiner niedrig achten,
Da Rom sich dessen selbst nicht unterwindet;
Dort wollte früh der Himmel Ratschluss trachten,
dass herrlich würd' ein großes Reich gegründet;
Die Zeiten selbst, die Alles sonst zerstören,
Vermochten nur, des Reiches Glanz zu mehren." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas III
 
 

Alphons, König von Portugal

Alfons I, der Krieger (1104-34) erobert 1118 Zaragossa und besiegte die Mauren: "Alphons der alte König der Hispanen / Zog mutig aus, zu kriegen mit den Mohren." Es ging nicht um Ruhm und Abenteuer, sondern um Reconquista, also Rückeroberung der Territorien von den muslimschen Mauren: "Für Christi Glauben fochten diese Schaaren / Und strebten nicht nach eitlen Huldigungen." [33]

Überall in Spanien und Portugal wurden Hagars Söhne zurückgeschlagen, sogar im Heiligen Land waren die Moslems besiegt: "Als Heinrich nun viel Ruhm davon getragen / Und Hagars Söhne vielfach überwunden / Und manche Lande, die ihm nahe lagen, / Durch hohe Tat mit Portugal verbunden. / ... Und dies geschah, als aus dem heil'gen Lande / Jerusalems der tapfre Heinrich kehrte, / Wo er gesehn des Jordans große Strande, / Der Christo einst der Taufe Bad gewährte. / Denn, als zu herrschen im Judäer Lande / Kein Heide mehr dem frommen Gottfried wehrte, / Zog mancher Mitgenosse seiner Taten / Nun wieder in der Heimat eigne Staaten."  [34]

"Alphons der alte König der Hispanen
Zog mutig aus, zu kriegen mit den Mohren
Und Mut und Kunde führten seine Fahnen,
dass Jen' an Land und Leuten viel verloren.
So hohe Tat flog aus des Ruhmes Bahnen
Nach Kaspien selbst von Herkuls Felsen-Toren,
Und viele kamen von den fernsten Grenzen,
Auf Kampf und Tod in solchem Krieg zu glänzen.

Für Christi Glauben fochten diese Schaaren
Und strebten nicht nach eitlen Huldigungen;
Nur darum flohen sie die eignen Laren
Und sind in ferne Lande hingedrungen;
Doch, als die Kämpfe nun zu Ende waren
Und wilde Schlachten oft und viel gelungen,
Wollt' auch Alphons die Taten seiner Helden
Mit würd'ger Gab' und gleichem Lohn vergelten.

Und Heinrich, unter Hungarns Königssöhnen
Der zweite, durfte keinen Andern weichen;
Drum will das Loos, nach Würden ihn zu krönen,
Ihm Portugal zu ew'gem Erbe reichen,
(Doch war dies Land zur Zeit der Sarazenen
Nicht unsrer Zeit an Ruhme zu vergleichen)
Und selbst der Tochter Hand wird hingegeben,
Alphons und Heinrichs Bündnis fest zu weben.

Als Heinrich nun viel Ruhm davon getragen
Und Hagars Söhne vielfach überwunden
Und manche Lande, die ihm nahe lagen,
Durch hohe Tat mit Portugal verbunden;
Ward, ihm zum Trost in seinen alten Tagen,
Die Gattin noch von einem Sohn entbunden,
Der, groß und mächtig, wie der Himmel wollte,
Sein Reich vor vielen herrlich machen sollte.

Und dies geschah, als aus dem heil'gen Lande
Jerusalems der tapfre Heinrich kehrte,
Wo er gesehn des Jordans große Strande,
Der Christo einst der Taufe Bad gewährte.
Denn, als zu herrschen im Judäer Lande
Kein Heide mehr dem frommen Gottfried wehrte,
Zog mancher Mitgenosse seiner Taten
Nun wieder in der Heimat eigne Staaten.

Als drauf das große ritterliche Leben
Des edlen Hungarn in die Grube sinket,
Und Jener, der es ihm zum Pfand gegeben,
Ihn unerbittlich wieder zu sich winket,
Kann sich empor des Sohnes Blüte heben,
In dem des Vaters eigne Flamme blinket,
Und keinem Tapfern wird sein Name weichen,
Denn Helden müssen wieder Helden zeugen." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas III

Die Kämpfe der Christen gegen Moslem-Horden während der Reconquista waren, bedingt durch die hohe Vermehrungsrate der Moslem-Clans (Vielweiberei), oft so, "dass Hundert Mohren gegen Einen waren. / Wenn man dies Alles ruhig überdenket, / Will sich der Mut als tollkühn offenbaren, / Den Kampf zu wagen mit dem Feindesheere, / Denn gegen Einen zücken hundert Speere." [35]

Doch durch Tapferkeit und den Beistand der Mutter Gottes und und des Gottessohnes siegen die Christen in der Regel gegen die Unbelehrbaren, die Ungläubigen Moslems, die Christus nicht erkennen wollen: "Schon fliehen vor dem jungen Morgenlichte / Vom dunkeln Pol der Sterne kühle Reigen, / Als zu Alphonso heilige Gesichte, / Ihm Mut zu geben, lieblich niedersteigen; / dass sein Gebet sich auf zum Himmel richte, / Will sich Marias Sohn am Kreuze zeigen. / Darauf Alphons, und seine Lippen brennen: / Nicht mich, Ungläubige lehr, dich erkennen!"  [36]

Durch seine Tapferkeit und unermüdliches Streiten für das Kreuz, wird Alfons König von Portugal: "Und All' entflammen von dem Wunderzeichen! / Es wird der Held, den alle Zungen loben, / Zum König in der Portugiesen Reichen, / Zum eignen Herrn der wackre Fürst erhoben, / Im Angesicht der Feindesschaaren steigen / Die Stimmen auf, erschallt des Jubels Toben / Zum Himmel hin, Heil! Heil und Jubelschall! / Alphons! dem Könige von Portugal!" [37]

Auch wenn die Mauren noch so sehr in der Überzahl sind, das christliche Heer schlägt sie alle, auch das "zum Koran flehen" der Moslems hift ihnen nicht: "Der Christen Heer, in Kampf und Schlacht verloren, / Durchbohrt der Feinde Brust mit Schwert und Lanze, / Halbtote sinken in des Sterbens Wehen / Und Andre wollen noch zum Koran flehen." [38]
 

"Doch schon versammeln sich die Lusitanen,
Alphonsos Heer, dem hohes Glück verliehen,
Ins Land der Mohren sich den Weg zu bahnen,
Hin wo des Tago klare Fluthen ziehen;
Schon sind der Christen stolze Siegesfahnen
Bis zu Oriques ferner Flur gediehen;
Ein kleines Häuflein, solchem Kampf erkohren,
Und nah zahllose Krieges-Macht der Mohren.

Nur ihm, dem Gott, der Erd und Himmel lenket,
Vertrauen noch der Christen bange Schaaren;
So sehr war ihre kleine Zahl beschränket,
dass Hundert Mohren gegen Einen waren.
Wenn man dies Alles ruhig überdenket,
Will sich der Mut als tollkühn offenbaren,
Den Kampf zu wagen mit dem Feindesheere,
Denn gegen Einen zücken hundert Speere.

Fünf Könige der Mohren sind vorhanden
Und Ismar heißt der Mächtigste mit Namen
Und viele Fahren haben sie bestanden
In jedem Kampf des Ruhms, zu dem sie kamen;
Auch ziehn herbei mit Freunden und Verwandten
Wie in der Vorzeit kriegerische Damen,
Als deren Eine focht auf Trojas Zinnen.
Und Tausend, wo Thermodons Fluten rinnen.

Schon fliehen vor dem jungen Morgenlichte
Vom dunkeln Pol der Sterne kühle Reigen,
Als zu Alphonso heilige Gesichte,
Ihm Mut zu geben, lieblich niedersteigen;
dass sein Gebet sich auf zum Himmel richte,
Will sich Marias Sohn am Kreuze zeigen.
Darauf Alphons, und seine Lippen brennen:
Nicht mich, Ungläubige lehr, dich erkennen!

Und All' entflammen von dem Wunderzeichen!
Es wird der Held, den alle Zungen loben,
Zum König in der Portugiesen Reichen,
Zum eignen Herrn der wackre Fürst erhoben,
Im Angesicht der Feindesschaaren steigen
Die Stimmen auf, erschallt des Jubels Toben
Zum Himmel hin, Heil! Heil und Jubelschall!
Alphons! dem Könige von Portugal!

Wie, vom Geschrei der Menge fortgerissen,
Des Doggen Wut in des Gebirges Engen,
Den Stieren fasst mit fürchterlichen Bissen,
Der stolz vertrauet seiner Hörner Drängen;
Der Schnelle weiß, soll er auch Kräfte missen,
Gewandt den Zahn an Ohr und Brust zu hängen.
Bis er die Macht des Starken überwindet,
Auf ewig ihm die wilde Kehle bindet;

So stürmen auch des neuen Königs Flammen,
Sein wackres Volk und Christi Kreutz zu rächen,
Mit seines Heeres Schlachtgewühl zusammen,
Der Feinde Rüstung mächtig zu zerbrechen.
Die Mohren brennen; Blitzen gleich entflammen
Im Kriegsgeschrei die Schwerter diesen Frechen
Und, Lanz und Bogen wild mit Blut zu röten,
Erdonnern rings Posaunen und Drommeten.

Wie sich des Feuers zügellose Fluten
Ergießen über Flur und Gras und Aehren
(Es bläs't der laute Sturmwind in die Gluthen)'
Und des Gesträuches dürres Holz verzehren;
Der Hirten Schaar, die sanft im Schlummer ruhten,
muss nun zurück von ihren Feldern kehren
Und vor den Flammen, die stets weiter ziehen,
Die Habe rettend, nach dem Dörfchen fliehen;

So stürzet auch betäubt das Heer der Mohren
Mit blinder Wut hervor zum Waffentanze,
Nicht fliehen soll das Ross im Druck der Sporen,
Nein! ringen soll es nach dem Siegeskranze.
Der Christen Heer, in Kampf und Schlacht verloren,
Durchbohrt der Feinde Brust mit Schwert und Lanze,
Halbtote sinken in des Sterbens Wehen
Und Andre wollen noch zum Koran flehen.

Und immer schwillt des Kampfes Drang und Größe.
Als sollt' ein Fels aus seinen Gründen weichen.
Es stürmt der Rosse furchtbares Getöse,
Die einst Neptun entlockt der Erde Reichen.
Gewaltig klingen tausend Waffenstöße,
Des Krieges Glut will jeden Ort erreichen.
Und, wo die Christen Schild und Panzer schauen,
Wird er durchbohrt, zerbrochen und zerhauen."  - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas III
 

Rotbart Friedrichs Fahnen (König Friedrich Barbarossa)

Die Portugiesen erhalten tatkräftige Unterstützung aus England und Deutschland, damit sie gemeinsam "Im heilgen Kampf mit Mahoms Volk" so lange kämpfen "Bis dass der Heiden Herrschaft untergangen." [39]

Die Deutschen waren mit "einer Flotte tapfere Genossen" sowieso gerade auf der Durchreise, nicht in den Urlaub, sondern, wie es damals üblich war, "Im Kreuzzug nach Judäa... Es zu befreien aus der Heiden Banden." Denn Saladin, der Muslimführer hatte Jerusalem erobert: "Sie wollten, unter Rotbart Friedrichs Fahnen, / Mit einer großen Heeresmacht, die eben / Ihm folgte, zu der Stadt den Weg sich bahnen, / Wo Christus litt' und endete sein Leben, / Als Guido sich mit seinen Untertanen, / Von Durst bedrängt, dem Saladin ergeben." [40]

Bei der Gelegenheit helfen sie den Portugiesen Muslim-Horden aus Lisboa und anderen Städten zu vertreiben und fechten "mit Sancho im Verbande, zu seines heilgen Krieges Nutz und Frommen; Wie einst sein Vater gleiche Hülf' erkannte,
als er Lisboa gleicherweis genommen." Und immer ist Barbarossa sich bewusst, "dass Christi Arm auch seine Streiter schützet, ... wenn er so dem Mahomet Trophäen sieghaft entreißt." [41]

Frech, wie die Muslim-Horden ("der Hagar Enkel") schon immer waren "spotten und verhöhnen" sie "der Christen Häuflein und die kleine Macht" und teilen die Beute schon vor dem Kampf auf und nennen die christlichen Gebiete ihr Eigentum: "Die Reiche teilt das Heer der Hagarenen / Als Siegesbeute schon vor Kampf und Schlacht; / Wie sie den Namen einst der Sarazenen / Zu eigen widerrechtlich sich gemacht, / So nennen sie auch sonder Scham und Schande / 
Jetzt Eigentum die schönen fremden Lande." [42]

"Und Flotten brachten Hülf' aus fernem Norden,
Die hergesandt den Portugiesen worden.

Aus England strömen Viele, voll Verlangen,
Vom Deutschen Rheinstrom und der Elbe Fluten,
Bis dass der Heiden Herrschaft untergangen,
Im heilgen Kampf mit Mahoms Volk zu bluten,
Da, wo des Tago schöne Wässer prangen,
Da stoßen sie zum Bundesheer des guten,
Des großen Königs, dessen Ruhm sie kennen,
Ulysses alte Mauern zu berennen.
...
Und Hülfe ward von Deutschen ihm verliehen,
Die, einer Flotte tapfere Genossen,
Im Kreuzzug nach Judäa sich befanden,
Es zu befreien aus der Heiden Banden.

Sie wollten, unter Rotbart Friedrichs Fahnen,
Mit einer großen Heeresmacht, die eben
Ihm folgte, zu der Stadt den Weg sich bahnen,
Wo Christus litt' und endete sein Leben,
Als Guido sich mit seinen Untertanen,
Von Durst bedrängt, dem Saladin ergeben,
Weil Wassers so bedurften dort die Christen,
Als dessen wenig die Belagrer missten.

Und, da die schöne Flott' an diese Strande
Durch schlimmer Winde Widerstand geschwommen,
Will fechten sie mit Sancho im Verbande,
Zu seines heilgen Krieges Nutz und Frommen;
Wie einst sein Vater gleiche Hülf' erkannte,
Als er Lisboa gleicherweis genommen,
Und Silves muss der Deutschen Hülfe zeugen
Und in das Joch die tapfre Stadt sich beugen.

Und wenn er so dem Mahomet Trophäen
Sieghaft entreißt, will er auch nicht den Fluren
Der Leoneser Frieden zugestehen,
Wo immer sichtbar Mavors wilde Spuren,
Und Knechtschaft soll die stolze Tui sehen,
Wie gleiches Loos der Städte viel erfuhren;
Die Jener hohen Mauern nahe lagen
Und, Sancho Du! in Fesseln hast geschlagen!
...
Es wird kein Herz so keck und stolz erfunden,
dass es vor Bangigkeit sich mag bewahren,
Wenn nicht der feste Glaub' es unterstützet,
dass Christi Arm auch seine Streiter schützet.

Der Hagar Enkel spotten und verhöhnen
Der Christen Häuflein und die kleine Macht,
Die Reiche teilt das Heer der Hagarenen
Als Siegesbeute schon vor Kampf und Schlacht;
Wie sie den Namen einst der Sarazenen
Zu eigen widerrechtlich sich gemacht,
So nennen sie auch sonder Scham und Schande
Jetzt Eigentum die schönen fremden Lande." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas III
 
 

Hispaniens Lande

Von Hispaniens Lande aus wird Afrika aus Mahoms Fesseln befreit und der Weg zum Christentum gewiesen: "Vom Vaterland dringt er in ferne Weite, / Der erste König, Afrika zu lehren / Mit Schwert und Sieg, wie hoch vor Mahoms Sätzen, /
Die heilge Lehre Christi sei zu schätzen." [43]

Auch wenn der "schnöde Mahomet" Afrika weiter in seinen Krallen hält, Hispaniens Lande sind zurückerobert und sicher vor "Verrat und Schande" wie es den noch verbliebenen Muslim-Ländern blüht: "Ob sie der schnöde Mahomet auch schirmet", die Reconquista "wahrt Hispaniens Lande fortan auf immer vor Verrat und Schande." [44]
 

"Doch kann des Feindes, dem er Schmach bereite,
Des Krieges nicht der Heldensinn entbehren,
Und, da kein Land umher mit ihm im Streite,
Will er zum Ozean die Waffen kehren,
Vom Vaterland dringt er in ferne Weite,
Der erste König, Afrika zu lehren
Mit Schwert und Sieg, wie hoch vor Mahoms Sätzen,
Die heilge Lehre Christi sei zu schätzen.

Da schwimmen tausend Vögel auf den Wellen,
Wo Thetis Wut und wildes Toben stürmet,
Mit offnen Flügeln, die vom Winde schwellen,
Hin, wo Alcid der Wandrung Ziel getürmet.
Abilas Berg und Ceutas Felsenschwellen,
Ob sie der schnöde Mahomet auch schirmet,
Erobert er und wahrt Hispaniens Lande
Fortan auf immer vor Verrat und Schande." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas IV
 
 

Heinrich der Seefahrer und Sanct Jago, Madera, Massilien (Mauretanien), Senegal, Guinea, Sierra Leone, Kongo

Der portugiesische Infant Heinrich der Seefahrer (1394 - 1460) richtet die erste Seefahrtschule der Welt ein und plant die Umsegelung der afrikanischen Westküste, und zwar vor allem "zur Bekämpfung des Islam (Vollendung der Reconquista)" und zur Eroberung des Hl. Landes: "So dringen wir in jene Regionen, / Die kein Geschlecht noch durfte je gewahren, / Die Inseln schauend und die neuen Zonen, / Die Heinrichs Heldenmut zuerst befahren; / Die Städte, Berge, wo die Mohren wohnen." [45]

Die Inseln Madera und die Kanaren, Mauretanien, Senegal, Jalofo (ein Erdstrich von Guinea),  werden befahren und Afrika umrundet. [46]

872 wurde unter König Alfons III. mit einem größeren dreischiffigen Bauwerk begonnen. Am 10. August 997 zerstörte Almansor (der unsinnigerweise von Heinrich Heine besungen wird), der Heerführer des Kalifen von Córdoba, die Stadt und die Kathedrale. (Das Grab des Jakobus wurde allerdings nicht beschädigt.) Die Glocken der Kathedrale wurden von versklavten Christen in das 1000 Kilometer entfernte Córdoba geschleppt. (Nach der Eroberung Córdobas am 29. Juni 1236 durch kastilische Truppen ließ man sie durch maurische Sklaven wieder nach Santiago zurückbringen.) Erst unter Alfons VI. wurde die Kirche neu aufgebaut. Die Arbeiten begannen nach verschiedenen Quellen entweder 1075 oder 1078. Um diese Zeit wurde Santiago de Compostela neben Rom und Jerusalem zum bedeutendsten Wallfahrtsort der Christenheit. 1985 wurde Santiago de Compostela von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der Camino de Santiago (Jakobsweg) wurde 1987 zum ersten europäischen Kulturweg erhoben, 1989 fand in Santiago de Compostela der IV. Weltjugendtag statt. Im Jahr 2000 war Santiago de Compostela Kulturhauptstadt Europas. Jakobus der Ältere, der bei der Verklärung Jesu sowie bei dessen Nachtgebet auf dem Ölberg anwesend war, und dessen sterbliche Überreste der Überlieferung nach auf wundersame Weise nach Santiago de Compostela in Spanien kamen (Schrein in der Kathedrale von Santiago de Compostela), ist jährlich das Ziel zehntausender Pilger, die zu Fuß oder per Rad den berühmten Jokobusweg zurücklegen; zudem hat er den Hispanen "Schutz geliehen" bei ihrer Reconquista. Der Tag des Heiligen Jakobus wird am 25 Juli gefeiert: "Sanct Jagos Namen hat empfangen, / Der den Hispanen solchen Schutz geliehen, / Als sie so sieghaft mit den Mohren rangen." [47]
 

"So dringen wir in jene Regionen,
Die kein Geschlecht noch durfte je gewahren,
Die Inseln schauend und die neuen Zonen,
Die Heinrichs Heldenmut zuerst befahren;
Die Städte, Berge, wo die Mohren wohnen,
Und die einst unter Anteus Zepter waren,
Zur Linken lassend, denn, ob Rechts noch Lande?
War Keiner zu ergründen noch im Stande.

Maderas Insel hemmt nicht unser Streben,
Die nach den Waldungen man einst benannte,
Die erste, der Bewohner wir gegeben
Und die ein Jeder durch den Ruf schon kannte;
Auch darf sich ihrer keine überheben,
Zu denen Venus je sich liebend wandte,
Denn ihr, ob sie die letzte auch im Meere,
Weicht Cypern, Gnidus, Paphos und Cythere.

Massiliens dürrer Strand war nun zu schauen,
Auf dem der Azeneguen Heerden weiden,
Wo frische Quellen keinem Munde tauen,
Und Kräuter über kein Gefild sich breiten;
Wo Vögel selbst des Eisens Kost verdauen,
Und Früchte nie der Bäume Wipfel kleiden;
Das Land, das jedes Mangels Druck erleidet,
Und Berbarei und Aethiopien scheidet.

Dann rückten wir in jener Grenze Zonen,
Wo seinen Lauf der Sonne Wagen wendet
Und jenes Volkes wilde Stämme wohnen,
Dem nie des Tages Farbe ward gespendet;
Dort badet schwarze ferne Nationen,
Der Senegall, der kalte Fluten sendet,
Wo wir ein Vorgebirg das Grüne nennen,
Und ihm den ältern Namen nicht mehr gönnen.

Als die Kanarien hinter uns verschwunden,
Die wir fortan die Glücklichen benannten,
Wird bald Hesperius Töchterchor gefunden,
Die für die Hesperiden wir erkannten,
Und wo, viel neue Wunder zu erkunden,
Bald unsre Flotten nahn den fremden Stranden
Und gute Wind' in einen Port uns leiten,
Erquickung uns am Lande zu bereiten.

Der Port ward in der Insel uns verliehen,
Die einst Sanct Jagos Namen hat empfangen,
Der den Hispanen solchen Schutz geliehen,
Als sie so sieghaft mit den Mohren rangen;
Doch wollte flugs die Flotte weiter ziehen,
Als günstig sich des Nordwind's Flügel schwangen
Und wieder sich vertraun des Meeres Wegen
Und nicht der süßen Rast im Hafen pflegen.

Und Afrika, gen Morgen uns gelegen,
Umkreisen fürder wir auf fremden Meeren;
Jalafos Strande nahen unsern Wegen,
Die manchen Stamm des schwarzen Volkes nähren;
Mandingas weite Reiche, die den Segen
Des reichen glänzenden Metalls gewähren,
Mandingas, das des Gambia Fluten trinket,
Der nachmals in des Atlas Wellen sinket." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas V
 

Es ist nicht klar, welche Inseln der Dichter mit Dorcaden meint. Die Ausleger vermuten, dass er die Insel San Thomas und del Principe verstehe. Doch San Thomas ist viel weiter östlich zu finden. Richtiger wären die Dorcaden also wohl die Bissagotischen Inseln und dieses um so mehr, als Gamas Geschwader sich immer an der Küste hielt und diese Inseln nicht weit von derselben abliegen. Uebrigens leitet der Dichter den Nahmen der Dorcaden von den Gorgonen, den Töchtern des Phorcus her, deren Fabel bekannt ist. [48]

Fast ganz Afrika war damals muslimisch; die Portugiesen hatten damit begonnen Afrika zu christanisieren und von der "Albernheit" des Islams (Ginés Pérez de Hita) abzubringen: "Und Kongos großes Reich ist dort zu finden, / Dem Christi Wort und Lehre wir gegeben." [49]
 

"Wir lassen die Dorcaden, die vor Zeiten
Die Schwestern sich zum Wohnort auserkühret,
Die, dass nicht ihre Blindheit möge gleiten,
Ein einzig Auge alle Drei geführet,
Du, deren Haar einst Götter mochte weiden,
dass es im Meer Neptunus Herz gerühret,
Und jetzt vor Allen hässlich an Gebärde,
Warfst Schlangen dort auf die verbrannte Erde!

Hin an Sierra Leonas Felsgestaden
Am Kap, das nach den Palmen wir benannten,
Weht Austrus günstig unsrer Schiffe Pfaden,
dass sie nun in das weite Meer sich wandten,
Und nicht des großen Stromes Ufern nahten,
Nicht unsern Küsten dort, den wohlbekannten,
Und nicht der Insel, die des Namen trägt,
Der einst in Christi Mahl die Hand gelegt.

Und Kongos großes Reich ist dort zu finden,
Dem Christi Wort und Lehre wir gegeben,
Wo des Zayre Fluten klar sich winden,
Den nie der Alten Kunde mocht' erstreben,
Und schon beginnt der Nordpol zu verschwinden,
Je weiter hin im Ozean wir schweben,
Schon sind der heißen Grenze wir enteilet,
Die in zwo Hälften unsre Erde teilet.

Es war in diesen neuen Hemisphären
Ein neues Glanz-Gestirn uns aufgegangen,
Das unsrer Heimat Völker stets entbehren,
Darob auch wir erst baß mit Zweifeln rangen.
Zu jenem Pol kann nun der Blick sich kehren,
An dem der schönen Sterne wenig prangen,
Und wo noch nie gelungen, zu ergründen,
Ob Meere dort nur, ob noch Land zu finden?

Also durchschiffend jene Regionen,
Durch welche zweimal zieht Apollons Wagen,
Zwier spendend Lenz und Winter diesen Zonen,
Von einem Pol zum andern hingetragen,
Will Aeols Wut der kleinen Schaar nicht schonen,
Mit Sturm uns bald und bald mit Windstill plagen,
Indes die Bären sich vor unsern Augen
Trotz Junos Zürnen in die Fluten tauchen.

Doch lange Schildrung Dir von Fahren geben,
Von denen Kunde Niemand schier erhalten,
Von Stürmen, wo die Mutigsten erbeben,
Von Blitzen, die zu Flammen sich entfalten,
Orkanen, die, mit finstrer Nacht umgeben,
In Donnerschlägen wild die Erde spalten,
Das wär' ein schweres törichtes Bestreben,
Könnt' ich auch eine Eisenstimm' erheben." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas V

In Afrika hatten sich die Moslems und seelenverwandte, die "Tück' und Arglist nähren", breit gemacht und bedrohten die Portugiesen: "dass mehr als an den Mützen, die sie schmücken, / Der roten Farb' an ihnen bald zu blicken. / Doch als Veloso glücklich nun entronnen, / Und wir zurück zur Flotte wieder kehren, / Den Trug ersehend, welchen sie ersonnen, / Und dass die Rohen Tück' und Arglist nähren. / ... Dann hätt' er sie in Hinterhalt gesehen, / Um uns, wenn wir am Ufer, zu umgeben, / Und in des Schattenreiches Nacht zu senden, / Und sichrer dann zum Raube sich zu wenden." [50]

"Schon glänzten dem Planeten, der vor Allen
Am Himmel herrscht, fünfmal die vollen Wangen,
Und fünfmal war ihm Licht und Glanz entfallen,
Seit wir im Meere schiffend vorwärts drangen,
Als Stimmen her vom hohen Mastkorb schallen,
Land! rufend, Land! mit Augen zu erlangen!
Stracks füllen staunend das Verdeck die Schaaren
Gen Morgen blickend, gleiches zu gewahren.

Wie auf dem Meer die ferne Wolke gleitet,
Erheben Berge sich aus Meer und Wogen,
Die schweren Anker werden vorbereitet
Und schon am Strand, die Segel eingezogen:
Doch, weil so fern uns Kunde nirgend leitet,
Wird schärfer, wo wir landen, noch erwogen,
Und Messung durch das Astrolab begonnen,
Ein Werkzeug, das ein tiefer Geist ersonnen.

Wir schiffen aus uns nun am weiten Strande,
Wo stracks Matrosen hier- und dorthin ziehen,
Nach Neuem gierig in dem fremden Lande,
In welchem Landung Keinen noch verliehen;
Ich, mit den Lootsen auf der Küste Sande
Erforschend, wo die Flotte hingediehen,
Bin nur bedacht, der Sonne Höh' zu finden
Und Karten dieser Rechnung zu verbinden.

Und Nachricht kann ich bald von Allem geben,
dass wir, entflohen aus des Steinbocks Reichen,
Nun näher schon des Südpols Eise schweben,
Den noch kein Mensch vermochte zu erreichen,
Da nahet, von den Meinigen umgeben,
Ein Wilder, so den Mohren zu vergleichen,
Den sie gefangen, als er süße Kuchen
Des Honigs im Gebirge wollte suchen.

Und angstvoll ist sein Antlitz zu ersehen,
Als ob er solche Fahren nie bestanden,
Er kann nicht uns, und wir nicht ihn verstehen,
Und wild ist er, wie eh'mals die Giganten.
Um mit ihm in Verständnis einzugehen,
Nehm' ich das Kolchische Metall zu Handen,
Und feines Silber, heiße Spezereien,
Doch kann den Rohen Alles nicht erfreuen.

Drauf lass ich kleinre Gaben für ihn bringen,
An Kügelchen von glänzenden Kristallen,
Und roten Putz um seine Stirne schlingen,
Und kleine Cymbeln lieblich ihm erschallen.
Und Zeichen gibt er flugs bei diesen Dingen
Und Winke, dass ihm solche wohlgefallen,
Und so entlass ich ihn mit den Geschenken,
Zur nahen Heimat seinen Weg zu lenken.

Und als am Tage drauf sich Andre zeigen,
Die alle nackt und schwarzer Farbe waren,
Und sie von rauhen Bergen nieder steigen,
Um gleicher Gaben Wohltat zu erfahren,
Sind sie uns als Genossen so zu eigen,
dass auch Veloso, Einer unsrer Schaaren,
Es wagt, mit ihnen ins Gebirg' zu gehen,
Und von dem fremden Lande mehr zu sehen.

Veloso meint, bei diesem Unterfangen,
dass ihn sein Arm aus Fahren möge heben;
Doch, als er längre Zeit schon fortgegangen,
Ohn' uns Ein günstig Zeichen nur zu geben,
Und Sorgen schier in meine Seele drangen,
Seh' ich ihn nieder vom Gebirge streben,
Und nach dem Meer so eilen unsern Degen,
Als ihm beim Weggehn früher nicht gelegen.

Coellos Fahrzeug eilt, ihn zu empfangen,
Doch eh' es hin zum Strande noch gediehen,
Stürzt sich hervor ein Neger sonder Bangen,
dass Jenem nicht gelinge, zu entfliehen.
Dem folgen Andre, Gleiches zu erlangen,
Und Hülf' ist nirgend unserm Mann verliehen;
Da eil' ich selbst, doch bei der Ruder Schlägen
Stellt sich ein Trupp von Negern uns entgegen.

Und auf uns regnen sonder Maaß und Ende,
Gleich dichten Wolken, Pfeil' und schwere Steine,
Und nicht vergebens trug der Wind die Spende,
Denn eine Wunde ward dort diesem Beine.
Nun brauchen wir erzürnt auch unsre Hände
So wacker, da ich Antwort nötig meine,
dass mehr als an den Mützen, die sie schmücken,
Der roten Farb' an ihnen bald zu blicken.

Doch als Veloso glücklich nun entronnen,
Und wir zurück zur Flotte wieder kehren,
Den Trug ersehend, welchen sie ersonnen,
Und dass die Rohen Tück' und Arglist nähren,
Und wir nicht bessre Kunde hier gewonnen,
Als dass wir ferne noch vom Indus wären,
Und doch nur dahin trachtet unser Streben,
Lass ich dem Wind die Segel wieder geben.

Wohl sprach da zu Veloso ein Geselle,
Und Alle lachten, ob auch schon sie schwiegen:
Holla! mein Freund! dort, des Gebirges Schwelle
Ist leicht hinab, doch schwer hinauf gestiegen!
Ja! ja! versetzt des Degens Mund zur Stelle,
Die Schritte mussten wohl ein wenig fliegen,
Als ich die Hunde auf euch los gewahret,
Und mich besann, dass ohne mich ihr waret.

Er sagt' uns noch, wie auf der Berge Höhen
Der Neger Trupp, von dem ich sprach so eben,
Ihm nicht erlaubet, fürbas mehr zu gehen,
Rückkehr gebietend und bedräut sein Leben.
Dann hätt' er sie in Hinterhalt gesehen,
Um uns, wenn wir am Ufer, zu umgeben,
Und in des Schattenreiches Nacht zu senden,
Und sichrer dann zum Raube sich zu wenden." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas V

Ein Geist des Ozeans erscheint und erzählt von Helden und Schiffen, die umgekommen bzw. versunken sind: Bartholomäus Diaz, der unter Johann dem Zweiten von Portugal zuerst zum Vorgebirge der guten Hoffnung schiffte, kam dort um. [51]

Franciscus von Almeyda, Vice König von Indien und andere Helden, zerstörten von Türken besetzte Städte und die türkische Flotte: "Den ersten Helden, welchen, hoch zu prangen, / Bis zu den Sternen hin sein Ruhm geführet, / Wird hier ein neues fremdes Grab empfangen, / Wie es nach Gottes Ratschluss sich gebühret; / Hier werden seines Glücks Trophäen hangen, / Die er sich aus der Türken Flott' erkühret, / Doch Dinge, fürchterlicher noch und schlimmer, / Drohn ihm Guiloas und Mombazas Trümmer." [52]

Don Emanuel von Susa und seine Gemahlin litten bei ihrer Rückkehr aus Diu, wo derselbe Gouverneur gewesen war, am Vorgebirge der guten Hoffnung, Schiffbruch, und kamen in diesen Gegenden mit ihrer Familie nach vielen Leiden um das Leben.  [53]

"Schon war die Sonne fünfmal untergangen,
Nachdem wir ab von diesen Küsten stießen,
Und fort durch unbeschiffte Meere drangen,
Und in die Segel gute Winde bließen,
Als in der Nacht, in der wir ohne Bangen
Der Schiffe Lauf dem Segel überließen,
Sich eine schwarze Wolke drohend zeigte,
Und aus der Luft auf unsre Häupter neigte.

So furchtbar trübe kam sie angezogen,
dass unsre Herzen banges Grauen füllte,
Und schrecklich schwoll das Meer in schwarzen Wogen,
Als ob am Riff der Brandung Donner brüllte.
Da betet ich: O Herr! am Himmelsbogen!
Auf welche Warnung deutet dies verhüllte
Geheimnis hin, das diese Meer' entfalten,
Denn höh're Kräfte scheinen hier zu walten!

Ich sprach es kaum, als in der Lüfte Reichen
Gigantisch auf ein Riesenkörper strebte,
Mit trübem Angesicht, ein drohend Zeichen!
Um welches schwarz das rauhe Barthaar schwebte,
Die Augen liegen tief und hohl im bleichen
Erdfarbnen Antlitz, das der Zorn durchbebte;
Es starrt das krause Haar von Felsenstücken,
Schwarz sind die Zähn' und Lippen anzublicken.

So ungeheuer war der Bau der Glieder,
Als ob, ich will ein treffend Gleichnis sagen,.
Auf Rhodus des Kolossus Wunder wieder
Erstanden wären aus den alten Tagen,
Und fürchterlich hallt seine Stimme nieder,
Als aus des Meeres Grund herausgetragen.
Die Pulse stocken und die Haare stehen
Empor uns Allen, die dies hören, sehen.

Verwegnes Volk! vor allen aller Zeiten,
Ertönt sein Wort, die Großes unternommen,
Dem selbst nach wilder Kriege tapfrem Streiten,
Nach vieler Drangsal nicht mag Ruhe frommen,
Da, jede Grenze keck zu überschreiten,
In meine Meere schiffend Du geschwommen,
Die ich so lang vermochte zu bewahren,
dass nah und fern her Keiner sie befahren;

Da Du es wagst, die Wunder zu ergründen,
Um welche weit der Fluten Hüllen schweben,
dass, der Natur den Schleier zu entwinden,
Dem größten Sterblichen nicht ward gegeben;
So will ich auch die Fahren Dir verkünden,
Die zürnend drohen Deinem kühnen Streben
In jedem Meer und jedem Land der Erden,
Das einst im Kampf Dir untertan soll werden!

So viele Schiffe je zu Deiner Reise
Tollkühner Wagnis ihre Segel wenden,
So vielen werden diese Himmelskreise
Feindselig ungeheure Stürme senden,
Und sie, in dieser Flut erzürntem Gleise
Der Flotten erste, soll den Lauf nicht enden,
Bevor sie solche Strafen nicht erreichen,
dass selbst die Fahr dem Drangsal noch muss weichen!

Hier, hoff ich, einst an Jenem mich zu rächen,
Der, mich erkundend, meine Ruh gestöret,
Und nicht an ihm wird sich mein Zürnen brechen,
Da harter Starrsinn All' Euch so bethöret.
Ihr sollt fortan, auf dieser Meere Flächen,
(Wenn Wahrheit meines Geistes Ahnung höret)
So hohe Not und Fahr der Schiffe sehen,
dass die noch glücklich sind, die untergehen.

Den ersten Helden, welchen, hoch zu prangen,
Bis zu den Sternen hin sein Ruhm geführet,
Wird hier ein neues fremdes Grab empfangen,
Wie es nach Gottes Ratschluss sich gebühret;
Hier werden seines Glücks Trophäen hangen,
Die er sich aus der Türken Flott' erkühret,
Doch Dinge, fürchterlicher noch und schlimmer,
Drohn ihm Guiloas und Mombazas Trümmer.

Und einen andern Helden werd' ich sehen
Von Lieb' entglüht und Ruhm und Rittertaten,
Und neben ihm wird die Erwählte stehen,
Mit deren Schönheit, Lieb' ihn hoch beraten.
O! hartes Loos! dem sie entgegen gehen,
Das ihrer harrt im Umfang meiner Staaten!
Der wilde Schiffbruch schonet nur ihr Leben,
Den ärgsten Nöten sie dahin zu geben.

Vor ihren Augen wird der Hunger töten,
Die sie mit Lieb' erzeuget und geboren;
Es klagt des holden Weibes hoch Erröthen,
dass ihr Gewand geraubt die frechen Mohren.
Der schöne Fuß, umringt von solchen Nöten,
Ist in der Wüste heißen Sand verlohren
Und auf den zarten Schmelz der weichen Glieder
Stürmt Frost und Hitze, Sturm und Donner nieder.

Nie wird ihr Aug' ein frohes Schiff erblicken,
Aus solcher Not zur Heimat sie zu tragen;
Kein Trost die beiden Liebenden erquicken,
Um welche rings der Wüste Gluten schlagen.
Erst, wenn sie Tränen ganz zu Boden drücken
Und Felsen sich erweichen ihren Klagen,
Zersprengen ihrer Kerker dumpfe Riegel
Der beiden Seelen fest verschlungne Flügel.

Der Riese wollte mir noch mehr vertrauen
Von unsrer Zukunft, als ich, aufgesprungen,
Die Stimm' erhob: Wer bist Du! der mit Grauen
Ob seiner Glieder Unmaaß mich durchdrungen?
Da ließ sein Mund die schwarzen Zähne schauen,
Es ward die Luft von wildem Schrei durchklungen.
Dann sprach er, aber traurig und verdrossen,
Als ob die Frag' ihm schier den Mund verschlossen:

Ich bin das große Kap verborgner Zonen,
dass Eure Angst von Fahr und Sturm benannte,
Das nie der Ptolomäer, der Strabonen,
Noch andrer Weisen tiefes Forschen kannte.
Die Küsten, wo die Afrikaner wohnen,
Verlieren sich in mich, das Unbekannte,
Das weit entgegen sich dem Südpol dehnet,
Der sich durch Euren Mut beleidigt wähnet.

Ich hieß Adamastor in jenen Stürmen
Der grauen Urzeit, wo im Stolz des Wahnes
Der Riesen Rotte strebte, zu bestürmen
Den Schleuderer der Strahlen des Vulkanes;
Doch wollt' ich Felsen nicht auf Felsen türmen,
Ich nahm für mich das Reich des Ozeanes;
Neptunus große Schaaren sollt ich finden
Und ihm der Fluten Herrscherstab entwinden:

Für Peleus Weib in hohen Liebesflammen,
Erkohr ich mir so großes Unterfangen,
Die Hehren Alle, die vom Himmel stammen,
Verachtet' ich, an ihr allein zu hangen,
Einst sah ich sie und Nereus Schaar zusammen;
Ich sah die schöne Flutenfürstin prangen
Und sich am Strand empor gewandlos heben,
Und will seitdem und kann für sie nur leben!

Wie mochte dies dem Hässlichen gelingen,
Wie meine Unform nach der Holden streben!
Drum sollten sie die Waffen mir erzwingen
Und Doris tät ich davon Kunde geben.
Da diese nun, weil Schrecken sie durchdringen,
Die Stimme will bei ihr für mich erheben,
Erwiedert Jene, Lächeln in den Zügen:
Wie mag dem Riesen eine Nymphe gnügen!

Doch sollen nicht die wilden Kämpfe walten
Im Ozean! auf Mittel will ich sinnen,
Gleich sorgsam Ruh' als Ehre zu erhalten! –
Nur diese Antwort konnt ich mir gewinnen.
Ich ahnte nicht des Truges dunkle Falten,
Verblendet sind ja Liebenden die Sinnen
Und fühlte nur der Hoffnung große Wellen
In meiner Brust der Triebe Fluthen schwellen.

Mich kümmert nicht, die Meere zu bekriegen,
Denn eine Nacht wird meinem Wunsch gegeben,
Da seh' ich fern, der stillen Flut entstiegen,
Der Göttin Reize sonder Hülle schweben.
Ich stürme fort, mich an sie anzuschmiegen,
Gedankenlos an meines Lebens Leben,
Und ihren Haaren, ihren Flammenblicken
Die ersten Küße liebend aufzudrücken.

O! dass vor Scham die Worte nicht vergehen!
Ich glaube die Geliebte zu umfangen
Und muss ein türmend Waldgebirge sehen,
Um das sich meine heißen Arme schlangen;
Vor einem kalten Felsen musst' ich stehen,
Da an der Schönsten alle Sinnen hangen,
dass vor dem Felsen, welcher meiner harrte,
Ich stumm und sinnlos selbst zu Fels erstarrte.

O schönste Nymphe! du, im Ozeane!
Konnt' ich auch Liebe nicht in Dir erregen,
Warum entreißen mich dem frohen Wahne,
Den Wolk' und Traum und Berg vermocht zu hegen!
Ich floh entzürnt, dass der zerrißnen Plane
Beschimpfung mir nicht folg' auf meinen Wegen,
In andern Welten Jener zu entgehen,
Die spottend nicht soll meine Tränen sehen." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas V

Die Insel Santa Cruz wurde ebenfalls von Bartolomeo Diaz entdeckt; doch noch immer keine Spur vom Orient; das türisch-islamische Afrika der damaligen Zeit ist den Portugiesen meistens nicht wohlgesonnen; ausserdem verbreitet es Falschmeldungen über die Seefahrer: "Vom Indus will auch dort sich nicht entfalten, / Da uns, wie All', auch diese Stämme schweigen. / Nun sieh o Herr! wie weit wir schiffend walten, / Ohn' irgend mildre Völker zu erreichen, / Und ohne dass wir Spuren oder Kunden / Von dem ersehnten Orient gefunden." [54]

Man erinnere sich an Mozambiques und Mombaza: "Von dessen Tück' und bübisch argem Schalten / Du, so wie von des Truges List gehöret, / Mit dem uns schier Mombazas Volk betöret." [55]

"Schon hat die Flotte weit die Küst' umfahren
Von Afrika, in einem weiten Kreise,
Der Linie Glut bald wieder zu gewahren,
Nachdem vom Südpol wir gelenkt die Gleise,
Das Eiland lassend, wo in frühern Jahren
Einst jene Flotte endete die Reise,
Die, nach dem Kap der Stürme ausgezogen,
Uns es zuerst entdeckt in diesen Wogen.

Wir schiffen nun in vielen langen Tagen,
Im weiten Meer uns bahnend neue Straßen,
Wo bald uns Sturm bald wieder Windstill plagen
Und kühne Hoffnung nur uns ist gelassen.
Im Kampfe mit den Wellen, die uns tragen,
Und stets das Feste, Wandellose hassen,
Stürzt eine solche Strömung uns entgegen,
dass wir nicht können vorwärts uns bewegen.

Der Strömung Macht, die gegen uns entbunden,
Stets rückwärts drängte des Geschwaders Gleise,
Ward stärker als der Winde Kraft erfunden,
Die hold und günstig wehten unsrer Reise;
Darob vom Zorne Notus überwunden,
Weil ihm so harten Trutz das Meer beweise,
Mit neuer Stärke seinen Odem rühret,
dass er uns glücklich durch die Strömung führet.

Schon naht der große Tag der Sonne Toren,
An dem drei Herrscher aus den Morgenlanden
Einst einen König suchten, neu geboren,
In welchem deren drei vereint vorhanden.
An diesem Tag ward noch ein Port erkohren
Von uns, wo ebenfalls wir Neger fanden,
An einem großen Strom, dem wir den Namen
Des Tags verliehn, an dem dorthin wir kamen.

Und Vorrat war in diesem zu erhalten
Und frisches Wasser, doch ein frohes Zeichen
Vom Indus will auch dort sich nicht entfalten,
Da uns, wie All', auch diese Stämme schweigen.
Nun sieh o Herr! wie weit wir schiffend walten,
Ohn' irgend mildre Völker zu erreichen,
Und ohne dass wir Spuren oder Kunden
Von dem ersehnten Orient gefunden.

Bedenke, welche Sorgen wir erfahren,
Auf unsern Wegen Alle schier verloren,
In Meer' und Zonen, nimmer noch befahren,
Wo Sturm und Hunger gegen uns verschworen
Und wir so matt durch stetes Hoffen waren,
Als ob wir der Verzweiflung schon erkohren,
In fremden ungewohnten Himmelskreisen,
Die feindlich unsern Körpern sich erweisen.

Verdorben ist, was uns bestimmt zu nähren,
dass es die schwachen Körper hart empfinden,
Und Trost kann außerdem uns nichts gewähren,
Da bald des Hoffens Träume wieder schwinden.
Glaubst Du, dass, wenn nicht Lusitanen wären,
Die hier aus dem Geschwader sich befinden,
Sie so gehorsam sich erweisen könnten,
So hold dem König oder dem Regenten?

Glaubst Du, dass sie nicht Meuterei erhoben
Und, gegen ihren Feldherrn im Verbande,
Verzweifelnd bei des Hungers wildem Toben
Als Räuber offner See verheert die Lande?
Drum sind die Vielgeprüften wohl zu loben,
Da kein Geschick zu lösen sie im Stande
Von jener Treue wackrer Portugiesen
Und jenem Werte, den sie stets bewiesen.

Als wir des süßen Stromes Port verlassen
Und zu des Salzes Flut uns wieder kehren,
Lenk' ich zum offnen Meer der Flotte Straßen,
Sie von den Küsten sorglich abzuwehren,
dass nicht des Notus Odem, freigelassen,
Die Schiffe mög' im nahen Golf versehren,
Den hier das Ufer bildet an dem Strande,
Allwo Sosalas Goldbegabte Lande.

Es lenket drauf des leichten Steuers Walten,
In Nicolaus heil'gen Schutz gegeben,
Hin, wo der Meere Wogen tosend prallten
An die Gestade, die sich dort erheben,
Da wird das Herz, wo Furcht und Hoffnung schallten
Und das dem schwachen Holz vertraut das Leben
Und alles Hoffen schon gewähnt betrogen,
Von einem neuen Anblick angezogen;

Denn als die Küsten sich dem Aug' erschließen
Und Täler wir und Ebnen unterscheiden,
Sehn wir ins Meer sich einen Strom ergießen,
Auf welchem Segel auf und niedergleiten,
dass Freud' und Hoffnung in die Herzen fließen,
Von denen, die sich solcher Schiffahrt weihten,
Wohl irgend neue Dinge zu erfahren,
Wie wir auch wirklich bald so glücklich waren.

Sie müssen, ob auch Aethiopen Alle,
Mit bessern Völkern im Verkehre leben,
Da Worte wehn, Arabisch nach dem Schalle,
Wenn sie der eignen Sprache Red' erheben.
dass um den Scheitel zart die Binde walle,
muss sich der Baumwoll dünner Faden weben,
Und azurblau Gewand sie da umfangen,
Wo nach Verhüllung Wilde selbst verlangen.

Mit Mühe wird Arabisch nun vernommen,
Da Martinez der Sprache Kenntnis eigen,
dass oft ihr Meer von Schiffen sei durchschwommen,
An Größe ganz den Unsern zu vergleichen,
Und dass sie von des Morgens Küsten kommen,
Bis wo die Küsten gegen Mittag streichen,
Und heim dann kehren zu des Ausgangs Landen,
Wo weiße Menschen, gleich wie wir, vorhanden.

Und freudig fühlen wir die Herzen beben
Ob dieser Leut' und ihrer frohen Kunden,
Und von den guten Zeichen, uns gegeben,
Wird diesem Strom ein Name bald gefunden;
Auch muss ein Denkmal sich am Strand erheben,
Wie deren, solche Orte zu bekunden,
Am Bord', und jenes Engels Namen tragen,
Der mit Tobias zog in alten Tagen.

Hier reinigen wir auch der Schiffe Kiele
Von Unrat, Meergras und der Muscheln Schaalen,
Die, schnell erzeugt in tiefer Flut Gewühle,
Die Schiff' umschlingen, die das Meer befahren;
Auch wurden uns der frohen Zeichen viele
Von denen, welche auf der Insel waren,
Und die mit Vorrat immer uns versehen,
Ohn' irgend einer Tücke nachzugehen.
...
Als wir aus diesem Port nun endlich scheiden,
muss Schmerz und Hoffnung stärker in uns walten,
Worauf uns weiterhin die Küsten leiten,
Um irgend beßre Nachricht zu erhalten,
Bis wir in Mozambiques Hafen gleiten,
Von dessen Tück' und bübisch argem Schalten
Du, so wie von des Truges List gehöret,
Mit dem uns schier Mombazas Volk betöret." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas V
 

Hispaniens Lande und die anderen europäischen Länder wie Deutschland, England, Frankreich, Italien, Griechenland

Die Bedeutung Portugals und überhaupt Hispaniens Lande ist nicht hoch genug einzuschätzen, denn sie haben "Des Kreuzes Heil in alle Welt" getragen. "Der Himmel Ratschluss" hat es gegeben, "Viel Großes für die Christenheit zu wagen" [56]

Unter Karl Martell und Karl dem Großen wurde noch für Christus gefochten, die Muslime bei Poitiers geschlagen usw.; später kämpften die Deutschen allerdings nur noch unter sich oder mit anderen Christen, statt gemeinsam gegen die Türken zu ziehen: "Und immer fort mit wildem Krieg sie schreiten / Und niemals der Verblendung Irrtum schauen / Und fechten, nicht um Türken zu besiegen." Man denke nur an den vollkomen blödsinnigen 30-jährigen Krieg in Deutschland, oder die späteren Kriege gegen Frankreich, den noch unsinnigeren ersten und zweiten Weltkrieg - alles Kiege, die letztlich die Ausbreitung der Türken bzw. Moslems begünstigt haben. [57]

Auch England schneidet nicht besser ab. Man sehe seine Anspielung auf die Reformationsversuche, die eben um die Zeit, als Camoens sein Lied dichtete, in England Statt fanden. England nennt sich zwar König "der alten heil'gen Stadt der Christen, Die doch nur Mahoms schnöden Zepter kennet." Doch bleiben Jerusalem in muslimischer und später Konstantinopel in türkischer Hand. Auch England kämpft nur gegen Christen: "Wie muss sich Ehr' und Wahrheit drob entrüsten! / Dort in des Nordens Schnee, weit abgetrennet, / Will er mit neuem Christentum sich brüsten. / Und gegen Christen nur sein Schwert entblößen, / Nicht, um sein Erb' im Morgen auszulösen!" [58]

Bezüglich Frankreich rügt der Dichter einerseits, dass die Könige von Frankreich die gallikanische Kirche von jeher freier von dem Einfluss des Pabsttums erhielten als andre Monarchen (ausgenommen die ersten christlichen Könige), andererseits, dass viele Könige seit Philipp dem Schönen (ließ den Templerorden verfolgen) wieder nur gegen Christen stritten statt Könige in den Heiligen Stätten einzusetzen oder dort zu kämpfen wo kein Christentum vorhanden ist. Sein Urteil über Frankreich fällt daher ebenso schlecht aus wie die über Deutschland und England: "Ein falscher König konnte Herrschaft gründen / Im Lande, wo Jerusalem jetzt weinet, / Dem niemals, ihn dem Glauben zu verbünden, / Das himmlische Jerusalem erscheinet! / Was soll ich, Gallier! dann von dir verkünden, / Der sich den Allerchristlichsten vermeinet, / Nicht, solchen Namen mehr stets zu bewähren, / Nein! ihn zu schänden und ihn zu verkehren! / Du suchst ein Recht in andrer Christen Landen; / So weit auch Deine Grenze schon sich breitet, / Willst nicht am Nil, an des Cynifus Stranden (Ein Strom in Afrika, mit welchem der Dichter die Länder der Mauren oder Mohren bezeichnet) / Mit unsrer Kirche Widersachern streiten. / Dort zieh Dein Schwert, wo Glaube nicht vorhanden, / Dort mögest Du Dir Kampf und Ruhm bereiten! / Nur Karls und Ludwigs Namen willst Du erben, / Nicht Heil, wie sie, im frommen Streit erwerben." [59] 

Auch Italien ist versunken in "Krieg und Fehden" untereinander und denkt nicht an seine alten Heldentaten: "Was soll ich sagen noch von jenen Staaten, / Die, schlaffer Ruh' und Müßiggang ergeben, / Nicht eingedenk der alten Heldentaten, / Nach Reichtum geizen und nach Lüsten streben. / Ach! Tyrannei wird Feindschaft nie entraten, / dass dort die Völker nur in Zwietracht leben. / Ich meine Dich, Italia! versunken / In Krieg und Fehden und von Wollust trunken!"  [60] 

Er bedauert die europäischen Christen, die nicht in der Lage waren, die heiligen Stätten der Christenheit zu schützen; Moslems haben sie an sich gerissen ("jener argen Hunde schnöde Beute"). Er vergleicht die Europäer mit Cadmus. Als Cadmus, nach der Fabel, seine Kampfgenossen durch eine große Schlange getötet sah, erlegte er dieselbe und säete ihre Zähne auf das Feld. Daraus erwuchsen denn nun freilich bewaffnete Männer, allein es währte auch nicht lange, so fielen sie selbst übereinander her und töteten sich: "O arme Christen! Eines Heils Genossen! / Ihr seid die Zähne, die einst Cadmus streute, / Von denen Jeder, Einem Leib entsprossen, / Zu töten nicht die andern Brüder scheute. / Seht Ihr das Grab, wo Christi Leib verschlossen, / Nicht jener argen Hunde schnöde Beute, / Die, nur zu Eurer Schande eng verbunden, / Des alten Landes Zepter Euch entwunden? / Ihr seht, wie standhaft sie an Jenem halten, / Was Brauch und Satzung Ihnen ist geworden, / Nur gegen Volk, wo Christi Lehren walten, / Einher zu ziehn mit nimmer müden Horden. / Und unter Euch will nur Alecto schalten, / Die Samen streut, dass Brüder Brüder morden! / Wie könnt Ihr je Euch Sicherheit bereiten, / Da Ihr mit ihnen und mit Euch müsst streiten?" [61] 

Durch diese Streitigkeiten in Europa konnte sich der Türke weiter ausbreiten; heute sind die Europäer zwar schon so weit, dass sie nicht mehr untereinander kämpfen, dafür sind sie aber weltanschaulich schon so verblödet, dass sie freiwillig Millionen Muslime und Türken nach Europa einreisen lassen, und ihnen dabei helfen ihre Kinder antichristlich zu erziehen, zum Beispiel durch staatlichen islamischen Religionsunterricht, wie er in Deutschland und anderen europäischen Staaten angeboten wird. Diese islamisch-türkischen Parallelgesellschaften werden vom Staat gefördert und geschützt. So kann ein "türkisches Geschlecht, das sich so breitet und in Europa Wohnplatz sich bereitet" sogar noch besser sich ausbreiten als früher und später nicht nur Konstantinopel sondern auch andere europäische Städte übernehmen: "Und der Erfindung neues wildes Grausen, / Die Tod nur trägt auf flammenden Geschossen, / Mag nur die Wälle von Byzanz umbrausen / Und wo sich sonst des Türken Macht ergossen. / Er kehre nur in seiner Berge Klausen / Am Kaukasus, im Scytenland entsprossen / Ist türkisches Geschlecht, das sich so breitet / Und in Europa Wohnplatz sich bereitet." [62] 

Griechen, Armenier usw. wurden von den Türken massakriert und gezwungen "dem schnöden Koran" zu folgen. Zwar ist Griechenland heute weitgehend befreit, doch immer noch ist griechisches Territorium von Türken besetzt, armenische bzw. christliche Gebiete in der Türkei sind nach dem Genozid an Christen vernichtet worden. Hier hätte Europa sich rühmen können "das Siegesschwert zu schwingen". Stattdessen lassen sie die Türken Konstantinopel erobern und sich in der Türkei festsetzen; belohnt werden sie sogar noch mit einer Nato-Mitgliedschaft: "O seht! wie Grieche, Thrake und Armene / In fernem Land zu Euch die Hände ringen, / Gezwungen, ihrer Liebe teure Söhne / Dem schnöden Koran zum Tribut zu bringen. / O! duldet nicht, dass Menschheit so man höhne, / Dort rühmet Euch das Siegesschwert zu schwingen! / Nicht wollet nach der Schmach des Ruhmes streben, / Nur gegen Euch den Arm der Macht zu heben." [63] 

War früher schon Europa "von Blindheit nur geschlagen", so trifft dies heute noch viel mehr zu, nur merkt man es kaum, da es eine schleichende Entwicklung ist. Dort wo Portugal und die Hispanen das Christentum hingebracht haben, hat es sich bis heute stark ausgebreitet, in Asien, Afrika und Südamerika. In der Türkei dagegen gibt es fast gar kein Christentum mehr, wie auch in anderen islamisch dominierten Ländern. Inzwischen ist sogar das Christentum in Europa rückläufig und wird zunehmend durch den (staatlich geförderten) Islam ersetzt: "Doch während Ihr, von Blindheit nur geschlagen, / Euch selbst nur mordet auf des Frevels Bahnen, / Gebricht es nicht an Christenmut und Wagen / Im kleinen Reich der wackern Lusitanen. / In Asien darf es die Krone tragen, / Von Afrikas Gestad' wehn seine Fahnen, / Ihm huldigt selbst der vierte Teil der Erden, / Und wird noch Einer kund, Sein wird er werden!" [64] 
 

"Euch Portugiesen! wenig zwar, doch eben
So tapfer auch, um nimmer drum zu zagen.
Euch! die ihr gebt und gabet tausend Leben,
Des Kreuzes Heil in alle Welt zu tragen;
Euch hat der Himmel Ratschluss es gegeben,
Viel Großes für die Christenheit zu wagen,
Ob Wenige Ihr auch für Christum streitet,
Weil er den Niedern hohen Ruhm bereitet.

Ihr seht der Deutschen stolze Heerde weiden
Auf fetten Fluren, reichbegabten Auen
Und gegen Pedrus Stuhl rebellisch streiten,
Und neuen Hirten, neuer Lehr' vertrauen,
Und immer fort mit wildem Krieg sie schreiten
Und niemals der Verblendung Irrtum schauen
Und fechten, nicht um Türken zu besiegen,
Nein! in des Glaubens Joch sich nicht zu schmiegen.

Ihr seht den harten Britten! König nennet
Er sich der alten heil'gen Stadt der Christen,
Die doch nur Mahoms schnöden Zepter kennet.
Wie muss sich Ehr' und Wahrheit drob entrüsten!
Dort in des Nordens Schnee, weit abgetrennet,
Will er mit neuem Christentum sich brüsten.
Und gegen Christen nur sein Schwert entblößen,
Nicht, um sein Erb' im Morgen auszulösen!

Ein falscher König konnte Herrschaft gründen
Im Lande, wo Jerusalem jetzt weinet,
Dem niemals, ihn dem Glauben zu verbünden,
Das himmlische Jerusalem erscheinet!
Was soll ich, Gallier! dann von dir verkünden,
Der sich den Allerchristlichsten vermeinet,
Nicht, solchen Namen mehr stets zu bewähren,
Nein! ihn zu schänden und ihn zu verkehren!

Du suchst ein Recht in andrer Christen Landen;
So weit auch Deine Grenze schon sich breitet,
Willst nicht am Nil, an des Cynifus Stranden
Mit unsrer Kirche Widersachern streiten.
Dort zieh Dein Schwert, wo Glaube nicht vorhanden,
Dort mögest Du Dir Kampf und Ruhm bereiten!
Nur Karls und Ludwigs Namen willst Du erben,
Nicht Heil, wie sie, im frommen Streit erwerben.

Was soll ich sagen noch von jenen Staaten,
Die, schlaffer Ruh' und Müßiggang ergeben,
Nicht eingedenk der alten Heldentaten,
Nach Reichthum geizen und nach Lüsten streben.
Ach! Tyrannei wird Feindschaft nie entraten,
dass dort die Völker nur in Zwietracht leben.
Ich meine Dich, Italia! versunken
In Krieg und Fehden und von Wollust trunken!

O arme Christen! Eines Heils Genossen!
Ihr seid die Zähne, die einst Cadmus streute,
Von denen Jeder, Einem Leib entsprossen,
Zu töten nicht die andern Brüder scheute.
Seht Ihr das Grab, wo Christi Leib verschlossen,
Nicht jener argen Hunde schnöde Beute,
Die, nur zu Eurer Schande eng verbunden,
Des alten Landes Zepter Euch entwunden?

Ihr seht, wie standhaft sie an Jenem halten,
Was Brauch und Satzung Ihnen ist geworden,
Nur gegen Volk, wo Christi Lehren walten,
Einher zu ziehn mit nimmer müden Horden.
Und unter Euch will nur Alecto schalten,
Die Samen streut, dass Brüder Brüder morden!
Wie könnt Ihr je Euch Sicherheit bereiten,
Da Ihr mit ihnen und mit Euch müsst streiten?

Kann nur die Gier nach großer Länder Strecken
Im fernen Ausland Mut und Kraft Euch leihen
Und Christi Grab nicht Euer Herz erwecken,
Und will es sich nur ird'schen Schätzen weihen,
Seht Afrika des Goldes viel verdecken!
Seht der Assyrer goldne Stickereien!
Und seht des Pactolus und Hermus Wellen
In ihrem Bett von Goldsand reich erschwellen!

Und der Erfindung neues wildes Grausen,
Die Tod nur trägt auf flammenden Geschossen,
Mag nur die Wälle von Byzanz umbrausen
Und wo sich sonst des Türken Macht ergossen.
Er kehre nur in seiner Berge Klausen
Am Kaukasus, im Scytenland entsprossen
Ist türkisches Geschlecht, das sich so breitet
Und in Europa Wohnplatz sich bereitet.

O seht! wie Grieche, Thrake und Armene
In fernem Land zu Euch die Hände ringen,
Gezwungen, ihrer Liebe teure Söhne
Dem schnöden Koran zum Tribut zu bringen.
O! duldet nicht, dass Menschheit so man höhne,
Dort rühmet Euch das Siegesschwert zu schwingen!
Nicht wollet nach der Schmach des Ruhmes streben,
Nur gegen Euch den Arm der Macht zu heben.

Doch während Ihr, von Blindheit nur geschlagen,
Euch selbst nur mordet auf des Frevels Bahnen,
Gebricht es nicht an Christenmut und Wagen
Im kleinen Reich der wackern Lusitanen.
In Asien darf es die Krone tragen,
Von Afrikas Gestad' wehn seine Fahnen,
Ihm huldigt selbst der vierte Teil der Erden,
Und wird noch Einer kund, Sein wird er werden!

Nun lasst uns auch die Blicke wieder richten
Auf der berühmten Schiffer fernres Walten,
Nachdem, der Stürme wilden Kampf zu schlichten,
Der blonden Venus hohe List erhalten,
Nachdem das Land, auf das nur stand ihr Dichten,
Beginnt sich weit und herrlich zu entfalten,
Das Land, das sie zu Christi Kreuz erheben
Und dem sie neue Sitt' und Herrschaft geben." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas VII 

Die Deutschen als Christi Märtyrer; Don Teoton, Prior des Augustinerklosters in Coimbra

König Alfons Henrique der Erste erblickte von den Höhen von Sintra einst eine Flotte auf dem Meere. Sie näherte sich dem Lande und da sie mit Englischen, Deutschen und andern Nationen Abenteurern bemannt war, welche Kampf und Krieg mit den Ungläubigen suchten, so vermochte Alfonso sie bald, dass sie ihm Lissabon berennen und erobern halfen, welches damals noch in der Gewalt der Mohren (Muslims) war. Anfangs waren die Deutschen noch Christi Streiter: "Dem frommen Bunde müssen Mohren weichen. / Sieh Heinrich dort, in dieser Helden Mitten! / Auf seinem Grab der Palme Wunderzeichen! / Weil Gott es wollte sichtbarlich erklären, / dass Christi Märtyrer die Deutschen wären." [65] 

Sogar die Priester, wie Don Teoton, Prior des Augustinerklosters in Coimbra, griffen zur Waffe gegen die , "Die für den Namen Mahomet nur kriegen" [66] 

Der Alferez trug bei Mohren und Christen das Hauptpanier des ganzen Reiches in die Schlacht, daher denn auch nur den tapfersten Helden das wichtige Kleinod anvertraut wurde. [67] 

"Fuas Ropinho ist es, der zu Lande,
So wie zur See, mit hohem Ruhme glänzet,
Bei jener feindlichen Galeeren Brande,
Wo Abilas Gebirg das Meer begrenzet;
Sieh ihn zerbrechen seines Körpers Bande
Und seinen Geist, mit Lorbeern schön bekränzet,
Im heil'gen Krieg der Mohren Hand entrinnen,
Um den Triumph der Himmel zu gewinnen.

Sieh dort den Zug, so fremd an Tracht und Sitten,
Ans Land von seiner großen Flotte steigen.
Bald wird Alonso Lissabon erstritten,
Dem frommen Bunde müssen Mohren weichen.
Sieh Heinrich dort, in dieser Helden Mitten!
Auf seinem Grab der Palme Wunderzeichen!
Weil Gott es wollte sichtbarlich erklären,
dass Christi Märtyrer die Deutschen wären

Sieh dort des Priesters Schwert zum Kampf geschwungen
Und seiner Macht Arranchez Stadt erliegen:
Zur Rache, dass Leyria die bezwungen,
Die für den Namen Mahomet nur kriegen.
...
Sieh dort ihn auch, wo Sancho mit den Mohren
Vandalias im wilden Kampf zu finden,
Im Schlachtgewühl den Alferez durchbohren
Und das Panier Sevillas Stolz' entwinden!
Mem Moniz ist's, zu gleichem Mut erkohren,
Als mit des Vaters Tode musste schwinden,
Wert des Paniers, dass seine Hand es ziere,
Da er gestürzt die feindlichen Paniere.

Sieh Jenen dort herab vom Walle springen!
Zween Köpfe haltend, der erschlagnen Wachen!
Und dann herbei mit Hinterhalte dringen
Und sein die Stadt durch List und Kühnheit machen.
Drum führt er auch von allen diesen Dingen,
Den Ritter mit den Köpfen dieser Wachen
Als Wappenbild! O! Mut! wie Wenig hegen!
Giraldo sonder Furcht, heißt dieser Degen.

Sieh den Castilier, der von Zorn entzündet,
Ob Laras Stamm sich mit Alphons entzweiet
Und mit den falschen Mohren sich verbindet,
Und Portugal als wilder Feind bedräuet;
Er nimmt Abrantes Stadt, so fest gegründet,
Da er die Hülf' Ungläubiger nicht scheuet,
Doch sieh auch dort den Portugiesen nahen
Und Jenen flugs besiegen und ihn fahen!

Don Martin Lopez schmückt in diesem Siege,
Sich mit der Palme, mit dem Lorbeerkranze,
Doch sieh! dort zieht ein Bischoff auch zum Kriege,
Der goldne Stab ward ihm zur ehrnen Lanze.
Er einzig hofft, dass nicht das Heer erliege,
Der Mohren Macht, da sieh! im Strahlenglanze,
Am Himmel sich ein Bild ihm schön verklären,
Und seinem Häuflein neue Kraft gewähren!" - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas VIII 
 
 

Cordoba, Sevilla; fahrende Ritter; Streit mit Kastilien

Da die Mohren einst aus Tavila auf sechs Portugiesische Ritter losgefallen waren, die in Vertrauen auf den bestehenden Waffenstillstand bei jener Stadt vorbei auf die Jagd ziehen wollten, so gab diese feindselige Behandlung dem Don Pelayo, oder Payo Correa Veranlassung, desfalls an den Einwohnern von Tavila Rache zu nehmen und diese Stadt zu erobern. Wenn übrigens hier von sieben Jägern die Rede ist, da doch ursprünglich nur sechs Ritter auf die Jagd gegangen sein sollen, so wird jene Zahl dadurch erklärt, dass, während des Gefechts zwischen den Mohren und den Rittern ein vorbeiziehender Mauleseltreiber den Christen zu Hülfe kam, sich in den Kampf mischte und sein Leben zugleich mit den Rittern rühmlich verlohr, weshalb ihn Camoens den Rittern selbst beigesellt hat.  [68] 

Die zwein Andern neben Dom Payo Correa hießen Dom Vasco Anez und Dom Fernando Martinez mit Namen und alle drei waren sogenannte irrende oder fahrende Ritter. Weitere Ritter hießen: Nuno Alvarez Pereyra, Gonçalo Ribeiro, Nuno Alvarez. [69] 

Vasco Porcalla war Alcayde oder Gouverneur von Villaviciosa. Da man ihn aber in den unruhigen Zeiten, die der Thronbesteigung König Johann des Ersten vorhergingen, für einen geheimen Anhänger Castiliens hielt, so vertrieben ihn Alvaro Gonzalez Coitado und Pedro Rodrigo von Landroal aus der Festung, und übernahmen selbst die Verteidigung derselben. Vasco beklagte sich nun bei Johann über diese Gewalttat und wirkte einen Befehl aus, vermöge dessen im die Veste wieder überantwortet werden musste; dies geschah, allein er sah sich nicht sobald im Besitz derselben, als er sie den Castilianern überlieferte, und Alvaro Gonzalez ins Gefängnis werfen ließ. Zu mehrerer Sicherheit sollte dieser darauf nach Olivenza gebracht werden, aber auf dem Wege dahin ward er von seinem Freund, der davon Nachricht erhalten hatte, wieder in Freiheit gesetzt.  [70] 

Der Verräter, dessen hier gedacht wird, ist Payo Rodriguez Marino, der die Veste Campomajor für Castilien in seiner Gewalt hielt. Auf Befehl Johann des Ersten musste Gil Fernandez, Commandant von Elvas, es über sich nehmen, den Marino für Portugal zu gewinnen. Dieser stellte sich, als wenn er diesen Eröffnungen Gehör gebe, ließ aber Fernandez, als er in Vertrauen auf die erhaltnen Zusicherungen sich zu ihm begeben hatte, gefangen nehmen und gab ihn nur gegen Lösegeld wieder frei und ledig. Wenig Tage nach seiner Befreiung traf Fernandez auf Marino und nun ward Marino gefangen und von Fernandez Leuten zum Lohn für die früher bewiesne Treulosigkeit niedergemacht. [71]

Im Hafen von Lissabon lag eine große Castilische Flotte, welche sich rüstete die Stadt anzugreifen. Rodrigo Pereyra commandirte die Portugiesischen Galeeren bei Lissabon und fand bald, dass er wegen Annäherung jener Flotte seinen Posten verlassen und einen andern suchen musste. Ehe er dies jedoch noch bewerkstelligen konnte, ward er von den Castilischen Schiffen angegriffen, und nun stellte er sich mit seinen Galeeren allein der ganzen feindlichen Macht entgegen, ließ die übrigen Schiffe hinter sich weg ziehen und führte so sein Vorhaben aus, wiewohl sein tapfrer Widerstand gegen so viele Feinde ihm selbst endlich das Leben kostete. [72]

Als die Castilier die Stadt Almada bei Lissabon belagerten, und die, welche darin eingeschlossen waren, Mangel an Wasser hatten, machten sich siebenzehn aus der Stadt auf und gelangten mit vieler Behutsamkeit vom Berge, auf welchem die Stadt erbaut war, herunter an eine Quelle. Dennoch bemerkten dieses die Castilianer und ließen die Wenigen sogleich mit vierhundert Mann angreifen. Die Portugiesen verteidigten sich aber nicht nur tapfer, sondern drangen selbst auf die übermächtigen Feinde ein und kamen so endlich wieder wohlbehalten in die Stadt zurück. [73]

"Sieh Cordobas, Sevillas Herrscher weichen
Mit noch zween Andern und sie schon erblassen,
Eh sie noch weichen selbst. Ein Wunderzeichen!
Das Gott gewirkt, nicht Menschen wirken lassen.
Sieh Alcacer mit Mauren sonder Gleichen,
Trotz seines Muts des Siegers Knie umfassen
Und einen Kranz aus frischen Palmen schlingen
Und ihn Lisboas frommen Bischoff bringen!

Sieh einen Ritter aus Castilien ziehen,
Von Stamm ein Portugies und ihn bezwingen,
Algarbien und rings die Feinde fliehen,
dass Niemand ist, um noch ein Schwert zu schwingen.
Mit List und Kraft und Glücke reich beliehen,
In Stadt und Burg bey wildem Sturm ihn dringen,
Sieh ihn Tavilas feste Zinnen brechen,
Um so der sieben Jäger Tod zu rächen.

Sieh auch den Mohren Silves ihn entreißen,
Das sie erlangt durch vieler Helden Leben.
Es ist Payo Correa! Hoch zu preisen,
An Tapferkeit und Klugheit, ihm gegeben,
Auch muss ich Dich auf jene Drei verweisen,
Die Spanien und Frankreich muss erheben,
Ob ihres Muts bei Zweikampf und Turnieren
Und der Trophäen, so die Helden zieren.

Sieh! wie, auf Abenteuer ausgegangen,
Die Drei allein davon den Kampfpreis tragen
Und in Bellonas Spiel als Sieger prangen
Und Wunden selbst gar manchem Ritter schlagen!
Sieh die Castilier dort den Tod empfangen,
Die mit dem Einen ernsten Zweikampf wagen!
Der Gonçalo Ribeiro ist zu nennen
Und nimmer soll des Lethe Recht erkennen 

Betrachte Jenen so geehrt durch Taten,
dass ihm der Ruhm das Höchste vorbehalten,
Er will sein Land, das kaum an einem Faden
Noch hängt, allein mit starker Schulter halten.
Sieh, zürnend, ihn dem schlaffen Volke raten,
In welchem Angst nur und Verzagtheit walten,
dass es des eignen Königs Wort vernehme
Und sich des schweren Jochs der Fremden schäme!

Durch seinen Rat und seiner Kühnheit Wagen,
Die Gottes Hand und guter Stern geleitet,
Wird der Castilier großes Volk geschlagen
Und, was kaum irgend möglich schien, bereitet.
Sieh, wie er auch, gleich groß in andern Tagen,
Sich neuen Sieg und hellen Ruhm erstreitet
Und fühlen lässt des Heldenarmes Schwere,
Der Andaluser ungeheure Heere.

Doch sieh gebeugt die Kraft der Lusitanen
Und, fast zerstört schon! Ferne von den Seinen
Ist jetzt der Feldherr auf des Glaubens Bahnen
Und ruft zu Gott, dem Höchsten und Dreieinen.
Sieh Jene dort um Hülfe bang ihn mahnen.
Er möge doch im Heere flugs erscheinen,
Und gegen solche Uebermacht der Waffen,
Den Schwachen Kraft durch seinen Anblick schaffen!

Doch er, mit jenem heiligen Vertrauen
Antwortet: Noch war nicht die Zeit vorhanden!
Denn, er will fest auf Gottes Beistand bauen,
Der mache wohl die Feinde noch zu Schanden.
So war der fromme Numa einst zu schauen;
Als nah ihm schon sich einst die Feinde fanden,
Sprach er zum Boten, den man abgesendet:
Noch ist der Götter Opfer nicht vollendet!

Verlangest Du den Namen auch zu kennen,
Des wahrhaft Frommen, gläubig Tapfern, Weisen;
So hör' ihn Nuno Alvarez sich nennen,
Doch sollt' er unser Scipio wohl heißen!
Glücksel'ges Land: sein diesen Sohn zu nennen!
Der mehr Dein Vater noch. So lang in Kreisen
Die Sonne wird um Ceres Kugel schweben,
Wird nie ein solcher Zögling wieder leben!

In diesem Krieg, sieh! hohen Mut beweisen,
Auch Jenen noch und Beute reich vorhanden!
Weil er dem Feind die Heerden will entreissen,
Die dieser sich, zu rauben, unterstanden.
Dort rötet er mit Blut der Lanze Eisen,
Zu sprengen des gefangnen Freundes Banden,
Der treu dem Land und hold war allzumal,
Pedro Rodrigo ist's von Landroal.

Sieh Jenen dort des Truges Lohn empfangen
Und seines Meineids schwere Strafe leiden
Gil Fernandez von Elvas ist gegangen,
Um Untergang dem Buben zu bereiten.
Jetzt will er auch bei Xerez Beut' erlangen,
Wo Ströme sich Castilschen Bluts verbreiten.
Doch sieh auch Ruy Pereiras Brust sich kehren
Den Feinden zu, ein Schild für die Galeeren

Sieh jene siebzehn Lusitanen streiten,
Die auf dem Hügel dort sind zu gewahren,
Ob sich Vierhundert der Castilier breiten
Rings um sie her und Tapferkeit nicht sparen;
So merken doch die Vielen schon bei Zeiten,
dass Angriff Jene mit Verteid'gung paaren
Und ewig muss der Tat Gedächtnis walten,
Groß in der neuen Zeit und in der alten

Wohl weiß man, dass dreihundert Portugiesen
Vorlängst bereits mit tausend Römern fochten,
Als sich Viriatus so groß bewiesen,
dass nimmer ihn die Feinde unterjochten.
Und solchen Brauches schönes Erbteil ließen
Die Helden uns, die Jegliches vermochten,
dass Wenige der Vielen niemals achten,
Wie tausend Mal wir es schon kundbar machten." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas VIII 
 
 

Pedro und Henrique, Söhne König Johann des Ersten; Würden für Unwürdige; Geschichtsklitterung

Dom Pedro und Dom Henrique waren Söhne König Johann des Ersten. Dom Pedro ist berühmt durch seine Reisen. Er focht zugleich mit Kaiser Sigismund gegen die Türken und andre Feinde, wie dessen der Dichter erwähnt. Auch war er so ausgezeichnet durch Bildung, Wissenschaften und Künste als sein noch berühmterer Bruder, Heinrich, dessen Neigung für Entdeckungen sein Vaterland so vieles zu danken hatte. [74]

Don Eduard Graf von Viana hielt bei Ceuta, wo sich König Alfons der fünfte zu weit ins freie Feld gewagt hatte, die auf den König losdringenden Mohren (Mauren) so lange auf, bis sich dieser gerettet hatte, ob ihm selbst dieses auch das Leben kostete. [75]

Wie in Deutschland heute auch, werden die großen Dichter und Denker, und die, die im Namen des Kreuzes gegen die ungläubigen Türken und Mohammedaner kämpften, kaum geehrt; stattdessen werden Orden an Unwürdige verteilt, die Türken und andere Moslems nach Deutschland holen wie die deutsche Bundeskanzlerin und die von ihr Geehrten: "Mit Reichtum prangen und mit Ehrenzeichen / Auch Andre, die im Staub noch eben lagen! / Die Schuld der Herrscher! welche Würden reichen Unwürdigen." [76]

Auch die Ausbreitung des Christentum und Bekämpfung des Islam, die von Heinrich dem Seefahrer und Vasco da Gama vorangetrieben wurden, wird von muslimischen bzw. türkischen Wissenschaftlern in lügenhafter Weise (Geschichtsklitterung) anders interpretiert ("Irrtum ..., den jene schnöde Sekte nur ersonnen"), nämlich als imperiale Kolonisation um diese Länder auszubeuten: "Und ew'ge Feindschaft nicht von allen Seiten / Und Falschheit Adams Kinder hielt gefangen; / So hätt' auch Dich der Irrtum nicht umsponnen, / Den jene schnöde Sekte nur ersonnen." [77]

"Sieh Heinrich dort! Sieh Pedro! die Infanten!
Johanns, des Königs edlem Blut entsprossen;
Der kämpft mit solchem Glanz in deutschen Landen,
dass seinen Ruhm kein Grab je hat umschlossen.
Und Jener führt bis zu den fernsten Stranden
Auf nie beschifften Meeren die Genossen
Und dringt zuerst in Ceutas feste Pforten,
Und schlägt die stolzen Mohren aller Orten.

Sieh! dort bestehet zwo Belagerungen
Graf Pedro, trotz unzähliger Barbaren.
Dort wird von einem zweiten Graf gerungen,
Dem Kriegsgott gleich an Kühnheit in Gefahren.
Ihm gnügt es nicht, dass Alcacer bezwungen
Nicht ward von der Belagrer Heeres Schaaren;
Auch seinem König rettet er das Leben,
Für ihn, als Wall, das Seine Preis zu geben.
...
Die großen Väter, die vordem erzeugten
Die Söhne, deren Enkel mit uns leben,
Sie ließen große Taten vielfach leuchten,
Um den Geschlechten Glanz dereinst zu geben.
Die Blinden, die sich jeder Arbeit beugten
Und Alles wagten, um ihr Haus zu heben!
Durch ihre Schätze Gift kam das Verderben
Auf ihre schlaffen tatenlosen Erben!

Mit Reichtum prangen und mit Ehrenzeichen
Auch Andre, die im Staub noch eben lagen!
Die Schuld der Herrscher! welche Würden reichen
Unwürdigen und dem Verdienst versagen.
Der Ahnen Bild begehren nicht dergleichen,
Es möchte nicht der Farben Glanz vertragen
Und ihrem Innersten zuwider halten
Sie des Gemäldes sprechende Gestalten.

Doch läugnen will ich nicht darum! Es leben
Noch Enkel reicher edler Lusitanen,
Die nach dem hohen Trefflichen auch streben
Und rühmlich wandeln auf der Väter Bahnen;
Und, wenn sie auch nicht neuen Glanz noch geben
Dem Taten-Ruhme ihrer großen Ahnen;
So darf ihm doch der alte Glanz nicht schwinden,
Nur kann der Pinsel wenig Solche finden.

So deutet Gama alle große Taten
Auf dieser Fahnen bunten Schildereien,
Die, so lebendig und so wohlgeraten,
Durch Künstlerhand sich an einander reihen.
Der Catual verfolgt der Rede Faden
Mit festem Blick aus diesen Konterfeien
Und fragt wohl tausend Mal, von den Geschichten
Der alten Helden ganz sich zu berichten. 
...
Wenn nicht die Bosheit schon vor langen Zeiten
Durch schwere Schuld auf Erden sich vergangen,
Das böse Gift der Lüge zu verbreiten,
Dem Christentum zur Geisel schwer verhangen,
Und ew'ge Feindschaft nicht von allen Seiten
Und Falschheit Adams Kinder hielt gefangen;
So hätt' auch Dich der Irrtum nicht umsponnen,
Den jene schnöde Sekte nur ersonnen." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas VIII 
 

Mekka und Afrika

Was hat der Islam z.B. für Mekka oder Afrika gebracht? Camões meint, Mekka oder Mecca sei "Mit Ruhm durch Mahoms falsche Lehr beraten". Seitdem hat Mekka einen zweifelhaften Ruf. Es gibt sogar ein orientalisches Sprichwort, das da lautet: »Hüte Dich vor dem Hadschi« (islamischer Mekka-Pilger). "Dies Sprichwort ist gut. Dadurch, dass man Hadschi ist, wird man zum Lumpen." (Gustave Flaubert, 1851). Gegen die islamische Sekte empfiehlt Flaubert daher ein ziemlich radikales Mittel: „Im Namen der Menschheit fordere ich, dass der schwarze Stein zermahlen, sein Staub in den Wind gestreut, dass Mekka verwüstet und das Grab von Mohammed entehrt wird. Das ist der Weg, um gegen den islamischen Fanatismus anzugehen.“ [78]

Überall wo muslimische Mohren oder Sarazenen und der türkische Sultan ihre Hände im Spiel hatten, drohte den Portugiesen Vernichtung: "dass dies nur sei der Sarazenen Dichten, / Die Fremden sonder Ursach zu vernichten." Nur ein dem Christentum zugewandter Mohr kann die Portugiesen vor der islamischen Rotte ("Drum wusst' er auch, was diese Rotte dachte, / Und welche wilde Schandtat man beschlossen") bewahren. Er war auch in der Lage, die islamische Irrlehre, "des Irrtums Dunkel zu vertreiben" und sich dem Christentum zuzuwenden: "Und Monçayde, dessen treuem Fleiße / Sie Alles danken, will zurück nicht bleiben / Und sich, begeistert aus der Himmel Kreise, / In Christi Buch als sein Erlöster schreiben. / O, Glücklicher! der, zu der Gottheit Preise, / Vermag des Irrtums Dunkel zu vertreiben, / Und der so weit von seiner Heimat Toren / Den Weg zur wahren Heimat hat erkohren." [79]

Mekka oder das damalige muslimische Afrika (mit der Ausnahme von "Abessinen, die an Christo halten") seien mit dem christlichen Europa nicht zu vergleichen. Die mohammedanischen Mohren seien "in rohe Tierheit noch verfallen"; es geben zwar viele Bodenschätze und große Ländereien, dennoch seien die Bewohner "Barbaren nur, wild und gesetzlos". Gonzalo von Silveira predigte das Evangelium auf dem Vorgebirge der guten Hoffnung und wurde dort von den Barbaren erschlagen. [80]

Negativen Einfluss auf die Regionen in Nordafrika über die islamischen Türken aus und warten darauf, dass Christen "kühn die Türken schlagen" und die türkische Flotte versenken: "Den euer Ruhm mit Taten wird verklären, / Wenn gegen Türkenflotten und Galeeren / Einst Kastelbranco wird die Schwerter kehren." [81]

"Der Hafen heißet Gidda, der vor allen
Im roten Meer von Schiffen wird befahren,
Wie auch dem Sultan, dem er zugefallen,
Tribut und Zoll dort reichlich offenbaren.
Aus diesem Port und nach Verträgen wallen
Viel große Schiffe zu den Malabaren
Alljährlich in des Indus weiten Meeren,
Mit Specereien wieder heim zu kehren.

Auf diese Schiffe hoffen nun die Mohren,
Um jene fremden, deren Macht sie kennen,
dass nicht der Heimat Handel sei verloren,
Durch Schiffe gleicher Größe zu verbrennen;
Die haben sie zur Hülfe sich erkohren,
Weil sie kaum andern Wunsch sich noch vergönnen,
Als, dass die Christen noch so lange weilten,
Bis Meccas Flotten in den Hafen eilten.

Doch er, der Herr des Himmels und der Erde,
Der Mittel sich von jeher vorbehalten,
Durch die er weiß, dass wahr und wirklich werde,
Was mit sich bringt des Schicksals dunkles Walten,
Erwählt den Monçayd aus jener Heerde,
dass Lieb' und Mitleid sich in ihm entfalten,
Und er die Christen rette vom Verderben,
Um selbst das Paradies sich zu erwerben.

Er, selbst ein Mohr, war frei von dem Verdachte,
dass er verriet die eignen Mitgenossen.
Drum wusst' er auch, was diese Rotte dachte,
Und welche wilde Schandtat man beschlossen;
Und da er oft den Weg zur Flotte machte,
Wird sein Gemüt von Mitleid bald durchflossen,
dass dies nur sei der Saracenen Dichten,
Die Fremden sonder Ursach zu vernichten.

Und von den Flotten, die aus Mecca kehren
Alljährlich, will er Gama drum verkünden,
Und, dass die Mohren diese nur begehren,
Um sie zu ihrer Tat sich zu verbünden;
Wie auch am Bord Geschütz und Mannschaft wären,
Vulcanus Donner furchtbar zu entzünden,
So dass es wäre leicht um ihn geschehen,
Wenn er sich dessen wollte nicht versehen.
...
Gen Westen zieht er, da es ist bewiesen,
dass er verschwende seine Zeit und Mühe,
Ein Bündnis mit dem König abzuschließen,
Damit Verkehr und Handel stattlich blühe,
Und, da das Land sich seinem Blick gewiesen,
Wo sich Aurora zeigt in erster Frühe,
Will er nun heim mit dieser Botschaft kehren,
Und was er fand, mit Zeugen fest bewähren.

Es wurden auch zu dieses Zweckes Frommen
Die Heiden, die der Samorin ihm sandte,
Mit jenen zween am Borde mitgenommen,
Und heißer Pfeffer dem zum Unterpfande,
Und Bandas trockne Blumen sind willkommen,
Und Nuss und Näglein von der Insel Strande,
Die sich Maluco nennt, und Zimmetrinden,
In Ceylons reichen Wäldern aufzufinden.

Und Monçayde, dessen treuem Fleiße
Sie Alles danken, will zurück nicht bleiben
Und sich, begeistert aus der Himmel Kreise,
In Christi Buch als sein Erlöster schreiben.
O, Glücklicher! der, zu der Gottheit Preise,
Vermag des Irrtums Dunkel zu vertreiben,
Und der so weit von seiner Heimat Toren
Den Weg zur wahren Heimat hat erkohren.

So stößt die Flotte nun vom heißen Lande
Und ihre hochbeglückten Kiele streben
Dorthin, wo an des Südens fernstem Strande
Der guten Hoffnung Berge sich erheben.
Sie hat erfüllt, warum ihr Herr sie sandte
Und kann vom Osten frohe Kunde geben
Und will darum mit Hoffen und mit Zagen
Noch einmal sich auf wilde Meere wagen. 
...
Europa sieh! das Christliche, erhaben
Durch Mut und Friedenskünste hoch vor allen!
Sieh Afrika! so reich an Erdengaben,
Doch weit in rohe Tierheit noch verfallen,
Mit jenem Kap, das, euerm Blick vergraben,
Bis jetzt dem fernsten Süden zugefallen;
Sieh in den ungeheuren Regionen
Barbaren nur, wild und gesetzlos, wohnen!
...
Sieh dort Monomotapas Reich, das große,
Mit Schwarzen, welche Kleider nicht umhüllen!
Dort unterliegt Gonzalo hartem Loose,
In Schmach und Tod den Glauben zu erfüllen.
...
Sieh jene Sümpfe, die des Niles Quelle,
Von welchen nimmer Kunde ward den Alten,
Und, wo den Krocodil erzeugt die Welle!
Dort Abessinen, die an Christo halten!
Sieh dort ein neues Wunder, sonder Wälle
Geschützt die Städte vor des Feind's Gewalten,
Sieh Meroe! die Insel, weit zu preisen,
Die jetzt Nolam die Eingebornen heißen!

In diesen fernen Landen wird der Eine
Von Deinen Söhnen kühn die Türken schlagen.
Der große Name Christoph ist der Seine,
Doch soll er auch ein hartes Schicksal tragen.
Sieh dort, mit Dir in freundlichem Vereine,
Melindas Küsten aus dem Meere ragen,
Und gen Quilmance dort den Rapto fließen,
Den Oby längst des Urlands Väter hießen.
...
Sieh dort Dafur, das edlen Weihrauch sendet
Zu lieblichen Gerüchen den Altären,
Und, zu der andern Seite hingewendet,
Dann Raselhades Au'n, die nichts gewähren,
Und Ormus Reich, das längst dem Strand sich endet,
Den euer Ruhm mit Taten wird verklären,
Wenn gegen Türkenflotten und Galeeren
Einst Kastelbranco wird die Schwerter kehren." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas IX 
 
 

Indien, Cochin, Malabarküste, Calecut (Kalkutta); Pacheco und König Emanuel

Vasco da Gamas Helden wie Pacheco besiegen alle muslimischen Strände, die sie anlaufen - samt dem dazugehörigen Sultan: "Besiegen jeden Strand die Helden Heere! / Es zwingen diese hohen Lusitanen / Mit Zorn und Schwert und ihres Armes Schwere, / Die Könige, die nicht den Nacken biegen, / Zu sterben oder sich ins Joch zu schmiegen." [82]

Der Regent von Cochin und Kombalam (eine kleine Insel an der Küste von Cochim), der König und Oberpriester zugleich war, kämpfte auf der Seite der Portugiesen gegen Muslime, die "zwiefach falschem Glauben fröhnend, streite der Mohr zu Wasser und zu Land der Heide." Die Portugiesen waren dort siegreich gegen die Muslime ("Den tauben Göttern, die nicht Sieg verleihen"), so dass es bis heute dort viele Christen gibt. [83]

Die türkisch-muslimischen Sultane mit ihren schwächlichen Soldaten werden so in die Enge getrieben, dass sie weder ein noch aus wissen: "Kein Mittel sieht er, das noch möge frommen, / Und keine Macht, ihn fürder noch zu schützen / Drum sinnt er auf Verrat und Gift und Schlingen, / Doch lässt der Himmel wen'ger stets gelingen. / ... Doch bei der Kriegskunst, die den Christen eigen, / Wird nichts der höchste Mut vollbringen können. / Kein Held der Schlacht wird dem Pacheco gleichen / Wollt' ihn der Ruhm auch noch so glorreich nennen, / Und ihm allein muss man die Palme weihen, / Mag Griechenland und Rom mir es verzeihen!" [84]

Spätere Generationen wundern sich mit wievielen Moslems die wenigen Portugiesen gekämpft hatten um "So vieler Hunde Macht sich zu erwehren." [85]

Pacheco fiel bei König Emanuel deswegen in Ungnade, weil er nach einer vielleicht unwahren Beschuldigung bei Direction der königlichen Bergwerke ungefähr zweitausend Minen unterschlagen oder wenigstens sich unrechtmäßigerweise zugeeignet haben sollte; Er wurde abgesetzt und starb, wie Camoens sagt, em pobres leitos. Der Dichter konnte, da er diese Zeilen niederschrieb, nicht wissen, dass er selbst, wie man jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit annehmen kann, einst sein Leben unter ähnlichen Umgebungen beschließen würde. [86]

Auch heute gilt noch oft, weise Ritterlichkeit wird nicht belohnt, Trug und Schmeichelei dagegen schon: "wenn zu Gnad' erkühret nur solche sind, die Trug und Schatten spenden, und weise Ritter keinen Lohn erringen, so fällt der Fuß in gierer Schmeichler Schlingen." [87]
 
 

"Die Göttin sang: Es folgen Gamas Bahnen
Von Tago her die Flotten durch die Meere,
Fern, in des Indus weiten Oceanen,
Besiegen jeden Strand die Helden Heere!
Es zwingen diese hohen Lusitanen
Mit Zorn und Schwert und ihres Armes Schwere,
Die Könige, die nicht den Nacken biegen,
Zu sterben oder sich ins Joch zu schmiegen.

Sie sang von Einem bei den Malabaren,
Den Beides, Kron' und Priesterbinde schmücken
Und der, der Freundschaft Bande zu bewahren,
Die ihn mit unsern Helden eng verstricken,
Des Krieges ärgste Drangsal muss erfahren
Und sein Gebiet, grausam verwüstet, blicken
Und Stadt und Land verheert durch Schwert und Flamme,
Da feind der Samorin dem fremden Stamme.

Sie singt die Flotte, die aus Belem scheidet,
dass Rettung ihm aus Fahren möge sprießen,
Die den Pacheco durch das Meer geleitet,
Den künftigen Achill der Portugiesen.
Das Schiff erbebt, als es der Held beschreitet,
Der Ocean muss weichend rückwärts fließen,
Da seine Flut des Kiels Gebälke zwingen
Und, gegen ihre Art, zur Tiefe dringen.

Doch, nahend schon des Aufgangs fernstem Strande,
Um Cochims König Hülf' und Schutz zu geben,
Mit wenig Helden aus dem Vaterlande,
Im krummen Strom, wo bittre Fluten schweben,
Zerstreut er der Nairen Höllenbande
Bei Kombalam, dass in des Schreckens Beben
Des Ostens weite Glut in Frost sich wendet,
Weil solche Tat des Häufleins Arm vollendet.

Der Samorin wird neues Volk begehren
Von Bipur, Tanor und dem Felsenlande
Narsingas, sich zu wildem Kampf zu kehren
Für ihren Herrn und harten Widerstande;
Und die Nairen wird er noch bewehren,
Von Calecut bis Cananoras Strande,
dass, zwiefach falschem Glauben fröhnend, streite
Der Mohr zu Wasser und zu Land der Heide.

Allein, zu Land und Wasser wird sie schlagen
Noch einmal des Pacheco kühnes Siegen,
Und wilden Tod in ihre Reihen tragen,
Sein hoher Ruhm ganz Malabar durchfliegen;
Zum dritten Mahl wird dann die Rüstung wagen
Des Heiden Mut, bereit zu neuen Kriegen,
Den Seinen zürnend und Gelübde weihen
Den tauben Göttern, die nicht Sieg verleihen.

Da will der Held mehr, als der Pässe wahren,
Und Städt' und Tempel stürzen in die Gluten,
Der Hund entbrennt in Zorn ob jener Schaaren,
Die, Städte zu vernichten, nimmer ruhten,
Des Lebens dürfen nicht die Seinen sparen,
Im Kampfe mit Pacheco nicht zu bluten,
Der, gleich dem Sturm, nach allen Seiten flieget
Und, zwiefach angegriffen, dennoch sieget.

Der Samorin wird selbst zum Schlachtfeld kommen,
Den Kampf zu schaun, der Seinen Mut zu stützen;
Da tönt ein Schuss, der so den Weg genommen,
dass Blut muss an des Herrschers Tragbahr sprützen.
Kein Mittel sieht er, das noch möge frommen,
Und keine Macht, ihn fürder noch zu schützen
Drum sinnt er auf Verrat und Gift und Schlingen,
Doch lässt der Himmel wen'ger stets gelingen.

Sie sang: er zieht zum siebenten Gefechte,
Trotzend den unbesiegten Lusitanen,
Die mit dem Arm, den nie ein Kampf noch schwächte,
Ihm nur den Pfad zum Untergange bahnen;
Zum Schreckenskampf bereitet seine Rechte
Gebälk, Maschinen, nie vorher zu ahnen,
Um also auf die Schiffe zu gelangen,
Die seinem Angriff bis dahin entgangen.

Er lässt im Meer, wie Felsen, Gluten steigen,
Den ganzen Bau der Flotte zu verbrennen,
Doch bei der Kriegskunst, die den Christen eigen,
Wird nichts der höchste Mut vollbringen können.
Kein Held der Schlacht wird dem Pacheco gleichen
Wollt' ihn der Ruhm auch noch so glorreich nennen,
Und ihm allein muss man die Palme weihen,
Mag Griechenland und Rom mir es verzeihen!

Denn zu bestehn in solcher Schlachten Walten
Mit wenig mehr als etwa hundert Speeren,
Mit solcher List und solcher Künste Schalten
So vieler Hunde Macht sich zu erwehren;
Das wird man einst für Traum und Fabel halten,
Wohl auch vermeinen, dass die Hohen, Hehren
Vom Himmel auf sein Flehn herabgestiegen,
Ihn zu erfreun mit Kraft und Mut und Siegen.

Nicht Jener, der Darius Macht, ergossen
Auf Marathons Gefilde hat geschlagen,
Noch, der mit nur viertausend Kampfgenossen
Verteidigt Thermopylae sonder Zagen,
Noch Cocles, der Ausonien entsprossen,
Den Kampf einst bei der Brücke wollte wagen,
Mit einem Heer, noch Fabius einst waren
Im Kriege stark, gleich ihm, und Kampf erfahren.

Doch es beginnt der Nymphe Ton, von Zähren
Beklommen, banger, leiser nun zu klingen;
Es will die Stimme kaum noch Kraft gewähren,
Den schnöden Lohn des Heldenmuts zu singen.
O Belisar, sprach sie: den zu verklären,
Im Glanz des Ruhms die Musen Kränze schlingen,
Ward einst in Dir der Kriegsgott selbst gebeuget,
Hier ist, der Dir von gleichem Loose zeuget!

Hier ist ein Held, den gleiche Taten schmücken
Und der erwählt wie Du zu hartem Lohne!
In Dir und ihm sehn wir zu Boden drücken
Den hohen Sinn, gebeugt zu Schmach und Hohne;
Im Hospital sind sterbend die zu blicken,
Die Schirm einst waren für Gesetz und Krone.
So handeln Könige, bei deren Schlüssen
Wahrheit und Recht furchtsam verstummen müssen.

So handeln Könige, wenn sie, verführet
Von Willkühr, sich zu äußrem Scheine wenden,
Und Lohn, wie er dem Ajax nur gebühret,
An des Ulysses glattes Wort verschwenden;
Doch räch' ich mich, denn, wenn zu Gnad' erkühret
Nur solche sind, die Trug und Schatten spenden,
Und weise Ritter keinen Lohn erringen,
So fällt der Fuß in gierer Schmeichler Schlingen.

Doch Du! der, ungerecht nur gegen diesen,
Solch einem Manne solchen Lohn beschieden,
Ward ihm auch rühmlich Loos nicht angewiesen,
Er wollte doch ein schönes Reich dir bieten!
So lang herab Apollons Strahlen schießen,
Zu leuchten aller Erde weit hienieden,
Soll er bei jedem Volk im Glanze leben
Und Dich der Kargheit Rüge stets umschweben.".- Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas X 
 
 

Don Francisco von Almeyda erster Vicekönig von Indien und sein Sohn Don Lorenzo; Albuquerque

Die Helden, auf welche die Nymphe hier deutet, sind Don Francisco von Almeyda erster Vicekönig von Indien und sein Sohn Don Lorenzo und ihr Kampf gegen die Muslime von Mombasa, die "falschen Mamelucken" und den Sultan von Egypten und seine Türkenflotte. [88]

Als der Samorin von Don Lorenzo geschlagen worden war, sandte er um Beistand an den Sultan von Egypten und den König von Camboja. Beide schickten Flotten und nun ward Don Lorenzo in der Nähe von Tschaul, einer Stadt im Reiche Decan, und in der Mündung des bei Tschaul vorbeifließenden Flusses von neuem angegriffen. Um das christliche Geschwader sichrer zu vernichten, war vorher in der Mündung des Flusses unter dem Wasser Gebälk und Palissadenwerk angebracht worden, in das sich nun die nicht großen Fahrzeuge verwickelten und weder vorwärts noch rückwärts konnten. Durch eine Kugel des Geschützes, das auf die Flotte in dieser Lage zu spielen anfing, ward Don Lorenzos Knie und Hüfte zerschmettert; aber ohne dessen zu achten, befahl er, ihn an den Mast anzubinden, und fand so mit dem Degen in der Hand und unter Aufmunterung der Seinen zu rühmlichem Kampfe einen glorreichen Tod. [89]

Meliqueaz war der Anführer des Geschwaders von 40 Segeln, welches der König von Camboja dem Samorin zu Hilfe geschickt hatte; Emir Hocems Flotte ist das Geschwader von 12 Segeln, das der Sultan von Aegypten zu Bekämpfung der Christen bestimmt hatte. [90]

Bei der Eroberung von Ormus durch Albuquerque, der nicht mehr als 500 Mann gegen 30000 Perser hatte, trafen die Pfeile dieser Perser nicht die Christen, sondern die Muslims, da sie dem mohammedanischen Irrglauben anhingen und nicht an den wahren Gott glaubten: "Und müssen rückwärts auf die Schützen fliegen, / Von Gott gewendet, dass er klärlich deute, / Wer für den Glauben und die Kirche streite." [91]

Barem ist eine Insel nahe bey Ormus, in deren Nähe die vorzüglichsten Perlen jener Gegenden gefischt wurden; Gerum ist das neuere Ormus.  [92]

"Sie sang: Es naht, begabt mit Königsehre
Und Königsnamen, Einer und geleitet
Des Sohnes Mut zum Kampfe jener Meere,
dass er mit Römern um die Palme streitet,
Durch Beider Kraft und ihres Armes Schwere
Wird Züchtigung Quiloas Stadt bereitet,
Und der Tyrann verjagt aus ihren Toren,
Und dann ein milder König ihr erkohren.

So tun sie auch Mombazas stolzen Wällen,
Mit prunkenden Pallästen reich beraten,
dass Flamm', und Schwert der Straßen Bau entstellen,
Zur Sühnung längst verübter Missetaten.
Dann, wenn die Küsten weit von Schiffen schwellen,
Um tückisch Lusus Schaaren zu verraten,
Wird kraft der Segel, kraft des Ruders Walten,
Lorenzos Blüte glorreich sich entfalten.

Es stürzen, wild, wie Donner, hergetragen,
Aus glühem Erz die starken Eisenballen,
Um Segel, Masten, Steuer zu zerschlagen
Der großen Schiffe, die im Meere wallen.
Dann wird er mit Harpunen Entrung wagen,
Selbst in das Schiff des Samorin zu fallen,
Hinein sich schwingen und mit Lanz' und Degen
Vierhundert Mohren, so darin, erlegen.

Allein des Götterrates dunkles Walten,
Der nur allein der Diener Wert ergründet,
Führt ihn, dass ihm das Leben zu erhalten
Sich weder Mut noch Klugheit unterwindet.
Bei Tschaul muss der edle Held erkalten,
Wo Flamm' und Schwert des Meeres Tief' entzündet,
Und Blut und Kampf Aegyptus Flotte spendet,
Und die, so von Cambaja ward gesendet.

Hier muss allein den tapfern Feindes Schaaren
Durch Uebermacht der Mut der Helden weichen,
Und Windstill sich mit andern Meeresfahren
Verbinden und sich ihnen feindlich zeigen;
Indes die Alten aus der Vorzeit Jahren,
Den edlen Mut zu schaun, aus Gräbern steige,
Und einen zweiten Scävola dort finden,
Den auch Verstümmlung nicht kann überwinden.

Ob auch ein Schuss, vom Zufall blind getragen,
Zerschmettert hat die Hüft' und wild durchdrungen,
Will hoher Mut doch Jegliches noch wagen;
Das Schwert hält noch der tapfre Arm geschwungen,
Bis neue Kugeln jenen Bau zerschlagen,
Der seine Seele körperlich umschlungen
Und sie empor schwebt, ledig ihrer Bande,
Als Siegerin zu ihrem Vaterlande.

Zieh ein zum Frieden aus des Kampfes Stunde!
O Seele! die erkämpft hat reinen Frieden,
Denn Rache will für Deine Todes Wunde,
Der Dich gezeugt hat, stracks den Feinden bieten.
Schon donnern die Geschütze in der Runde.
Kartaunen, Bomben ist es schon beschieden,
Der falschen Mamelucken schnödes Dichten
Und die Cambayer strafend zu vernichten.

Er kömmt der Vater, Grimm in seinen Augen,
Und von des Schmerzes Furien geleitet,
dass Lieb' und Wut sein Herz in Flammen tauchen,
Und Tränenflut in seine Blicke gleitet,
Den edlen Zorn in Rache auszuhauchen
Wird großes Blutbad jedem Schiff bereitet,
Wohl mag der Ganges diesen Kampf vernehmen
Und ihn der Indus schaun, der Nil sich grämen.

So wie der wilde Stier der Hörner Wehren
Erprobend wetzt am Stamme hoher Eichen,
Und, sich der Kraft an Buchen zu belehren,
Die Luft durchhaut mit wilder Kampflust Streichen;
So will Francesco, eh' er sich den Meeren
Cambojas nahe, Dabul erst erreichen,
Zu bändigen der stolzen Veste Streben
Und sie dem scharfen Schwert dahin zu geben.

Noch eh Belagerung Dio rings umschlungen,
Das so berühmt durch Widerstand und Schlachten;
Hat er der Feinde Flotte schon bezwungen,
Die Ruder nur, nicht Panzer mit sich brachten,
Und ob auch, nicht so nah herbeigedrungen,
Die des Meliquez will nach Rettung trachten,
So wird sie doch den Kugeln nicht entgehen
Und bald des Meers geheime Ruhstätt sehen.

Und Emir Hocems Flotte die am Lande
Vor Anker drauf die Rächenden erreichen,
Sieht Arm' und Beine schwimmend zu dem Strande
Im Meere, das den Toten war zu eigen.
Es werden in des Kampfes blindem Brande
Die tapfern Helden Feuerflammen gleichen.
Was nur das Ohr hört und die Augen sehen
Ist Rauch und Schwert und Glut und Sterbenswehen.

Doch ach! er wird mit seinen Siegeskränzen
Nicht zu des Tago froher Heimat kehren
Und bald dem Helden, hoch in Ruhm zu glänzen,
Ein dunkles Loos, das ich erblicke, wehren.
Das Kap der Stürme will in seinen Grenzen
Dem Toten eine Ruhestatt gewähren,
Weil es, den zu ermorden, nicht errötet,
Den Indien und Aegypten nicht getötet.
...
Doch, welch ein Licht beginnt empor zu hellen!
Sang nun der Nymphe Mund mit lauterm Schallen;
Blut rötet dort Melindas Meereswellen
Da Lamas, Ojas, Bravas Festen fallen
Durch Cunhas Hand! soweit die Wogen schwellen,
Wird nie des Helden hoher Ruhm verhallen,
Weit durch des Austrus Inseln und die Strande
Von San Lorenzo und des Südens Lande.

Von Albuquerques Waffen strahlt der Schimmer
Von Flammen, die in Ormus Reichen siegen,
Da ihm die Perser, stolz und mutig immer,
Verweigern, sich in sanftes Joch zu schmiegen.
Dort töten ihren Feind die Pfeile nimmer
Und müssen rückwärts auf die Schützen fliegen,
Von Gott gewendet, dass er klärlich deute,
Wer für den Glauben und die Kirche streite.

Nicht Salzgebirge mögen dort bewahren,
dass Fäulnis nicht an jenen Körpern zehre,
Die tot an Gerums Küsten zu gewahren,
Und in Mascates, Calahates Meere;
Bis endlich nur des Untergangs Gefahren
Den Nacken beugen dieser Perser Heere
Und dem Gesetz sie zürnend müssen weichen,
Die Perlen Barems zum Tribut zu reichen.

Welch' ehrenvolle Palmen seh' ich flechten,
Die ihm der Sieg um seinen Scheitel schlinget,
Wenn fruchtlos er in herrlichen Gefechten
Der mächtgen Goa Inselland bezwinget!
Doch will er auch nicht mit dem Schicksal rechten,
Als es die Beut' ihm wiederum entringet,
Denn Mut und Geist wird bald sie wieder finden
Und Schicksal selbst und Mars selbst überwinden.

Bald kehrt er zu der Veste Wällen wieder,
Mit Flamm' und Lanz' und Kugeln sie zu fällen,
Und öffnet mit dem Schwert der Schaaren Glieder,
Die Heiden ihm und Mohren dar ihm stellen.
Die hohen Krieger stürzen Alles nieder,
Gleich Leu'n und Stieren, die von Hunger schwellen,
Und würdig ist der Kampf dem Tag vergönnet,
Der einst nach Katharina ward benennet.

Und Du auch wirst dem Helden nicht entfliehen,
Ob Du selbst in Aurorens Schooß' gelegen,
Ob hoher Ruhm Dir lang' ist angediehen,
Malacca! und des Reichtums schöner Segen!
Ob Crisen Dir zur Hülfe sind verliehen,
Ob Pfeile, die verborgne Gifte hegen;
Die tapfern Javer, feurigen Malayen,
Sie fröhnen Alle Lusus Heldenreihen.

Noch hätte mehr gesungen die Sirene,
Um Albuquerques hohes Lob zu preisen,
Doch ein Vergehn erstickt des Liedes Töne,
Ob seine Taten auch die Welt umkreisen.
Wenn einem Helden, dass der Ruhm ihn kröne,
Der Fahren viele das Geschick verheißen;
So muss er mehr als ein Genoss den Seinen,
Als mit des Richters ernster Streng', erscheinen.

Denn, in der Zeit, wo Hunger, Durst und Plagen
Und manchem Weh der Krieger muss erliegen
Und Blitz und Donner auf ihn nieder schlagen
Und er sich muss in Ort und Wetter fügen,
Ist es ein rohes, tierisches Betragen
Als Uebermut, Unmenschlichkeit zu rügen,
Ob einer Schuld zu strafen den am Leben,
Dem Schwäch' und Lieb' Entschuldigung wohl geben.".- Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas X 
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Karl der Kahle, Brüssel; Arabien, Medina, Mekka, Djidda, Abessinien 

Karl der Kahle, König der Franken, hatte eine Tochter mit Namen Judith, die, nachdem ihr erster Gemahl, König Eduard von England gestorben war, von Balduin, mit dem Beinamen des Eisernen, entführt ward, worauf sich derselbe mit ihr verheirathete. Trotz seines Unwillens darüber gab König Carl ihm doch zuletzt Flandern, wo er Brüssel gegründet haben soll.  [93]

Die Portugiesen entrollten "des Sieges Fahnen" auch in Arabien. Städte wie das "scheussliche Medina" mussten bangen, ebenfalls Mekka und Djidda konnten ihren "Untergang nur ahnen". Beinahe wäre das Wort eines französischen Schriftstellers schon damals wahr geworden: „Im Namen der Menschheit fordere ich, dass der schwarze Stein zermahlen, sein Staub in den Wind gestreut, dass Mekka verwüstet und das Grab von Mohammed entehrt wird. Das ist der Weg, um gegen den islamischen Fanatismus anzugehen.“(Gustave Flaubert); noch heute gilt das orientalische Sprichwort: »Hüte Dich vor dem Hadschi« (islamischer Mekka-Pilger), denn "dadurch, dass man Hadschi ist, wird man zum Lumpen". [94]

Diego Lopez von Siqueira ging im Jahre 1505 nach Indien und versuchte von da aus durch die Meerenge von Aden das rothe Meer zu beschiffen, wo er zuerst Verkehr mit dem daran liegenden sogenannten Reiche des Priesters Johann verschaffte. [95]

Vasco von Gama ward nach seiner Rückkehr von der Entdeckungsreise in den Grafenstand erhoben und im Jahr1524 mit dem Karakter eines Vicekönigs bekleidet, nach Indien zurückgeschickt, wo er drey Monat darauf starb. [96]
 

"Doch, als ihn Cyrus mächtig überwunden
Von Liebe sieht, der nichts gilt Widerstreben,
Verzeiht er ihm und in des Kampfes Stunden
Will bald der Krieger Dank und Sühne geben.
Gewalt nur hat einst Judiths Hand verbunden
Mit Balduin, dem Eisernen, zu leben,
Und doch beut Carl dem Räuber Flanderns Gauen,
Um blühend sie und groß den Sohn zu schauen.

Und weiter pries die Nymphe mit Gesange,
Wie Soarez auf seines Laufes Bahnen
Zum roten Strand' Arabiens gelange,
Dem Wind entrollend dort des Sieges Fahnen;
Und wie das scheußliche Medina bange
Und Mecca, Gidda, Untergang nur ahnen
Und Abyssinien, Barbaran befahren,
Was Zeylas große Handelsstadt erfahren.

Auch Taprobanas Insel, so gepriesen
In grauer Zeit, da zu ihr hin man schiffte,
Als jetzt ihr Ruhm und Rang ist angewiesen,
Beut ihrer Rinde Glut und Würzgedüfte
Einst auch noch zum Tribut den Portugiesen,
Wenn, hoch und prächtig ragend in die Lüfte,
Sich in Kolumbo das Kastell erhebet,
Vor welchem bang der Eingeborne bebet.

So will dem Meer Sequeira auch vertrauen
Und bricht sich neue Bahnen durch die Wogen,
Um Dich! du großes stolzes Reich zu schauen,
Das einst Candace Saba hat erzogen
Und Macua, wo nur Cisternen tauen,
Bis er zum Hafen Arquico gezogen
Und er entdeckt viel Inseln jener Ferne,
dass neue Wunder seine Mitwelt lerne.

Dann folgt Meneses, doch des Helden Eisen
Wird Afrika mehr als dies Land noch beben
Und Ormus will er ihre Fehl beweisen
Und doppelten Tribut von ihr erheben.
So wird auch Gama! Dir! nach langer Reisen
Verbannung, einst hier Rückkehr noch gegeben,
dass Du als Graf noch herrschest, reich an Ehren,
Im Land, das Du entdeckt in unsern Meeren.

Doch jener Zwang des Schicksals, dem entgangen
Noch Keiner ist der Sterblichen auf Erden,
Wird dich in deiner Königswürde Prangen
Der Welt entreißen und des Trugs Beschwerden,
An Jahren jung, an kühnem Unterfangen
Und Weisheit alt, wird dann hier Herrscher werden
Ein anderer Meneses und die Kronen
Des Ruhmes werden diesem Heinrich lohnen." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas X 
 

Indien (Malabarküste, Kap Comorin, Kalkutta), Brasilien, Don Pedro Mascarenhas, Lope Vaz von Sampajo, Anton von Silveira, Don Alonso von Sousa

Don Pedro Mascarenhas war zum Gouverneur von Indien bestimmt. Nur bis zu seiner Ankunft sollte Lope Vaz von Sampajo die Regierung führen, allein als Mascarenhas ankam, weigerte sich Sampajo nicht nur, dies seinem Versprechen und seiner Pflicht gemäß zu tun, sondern ließ auch Mascarenhas in einen Kerker werfen und hart behandeln. [97]

Die Portugiesen hatten es immer wieder mit sog. Unrechtstaaten zu tun, wie Sultanate, in denen nur Unrecht herrscht, wie es in der heutigen Türkei noch vorkommt: "Mag Unrecht und Gewalt es auch gelingen, / Nach Willkühr sich der Macht zu überheben, / Das ist kein Sieg, denn, wahrhaft nur heißt siegen, / Den Lockungen des Unrechts nie erliegen." [98]

Dennoch müssen die Heldentaten von Sampajo erwähnt werden; immerhin hat  Sampajo durch Don Juan Deca mit nicht mehr als 11 Schiffen den Cutiale, Anführer einer Flotte, von 130 Fahrzeugen, angreifen und vernichten lassen. [99]

Bei Tschaul lag ein kleines Portugiesisches Geschwader, das von der großen islamischen Flotte hart bedrängt wurde. Doch die Nachfahren Da Gamas waren letztlich siegreich gegen die Muslime, so dass sogar das Zentrum des Islam am roten Meer zu wanken drohte und "das rote Meer erbleichet." [100]

Don Alonso von Sousa, der sich um Brasilien verdient gemacht hatte, an der Reconquista auch in Frankreich teilgenommen hatte, musste sich nun in Indien des "Moguls Kriegsmacht" erwehren, damit "nicht der Heiden König Eingang finde
In Calecut". Die islamischen Mogul-Flotten werden in der Regel versenkt: "Die Flotten all des stolzen Samorin / Die schon die Welt ganz zu bezwingen meinen, / Wird er mit Schwert und Feuer schnell besiegen, / Und Beadala seinem Joch erliegen." [101]

Mascarenhas, Castro und andere Portugiesen kämpften mutig gegen die muslimischen Perser, Abessinier und andere muslimische Feinde. Die Reconquista, die in Frankreich, Spanien und Portugal begonnen hatte wird nun in Afrika, Arabien und Indien fortgeführt: "Und wenn er so die Feinde all geschlagen, / Wird er in Indien den Zepter führen." Seltsame Schwurformeln der Mohammedaner ("Schwört Jeder, seinen Bart mit hohem Mute / Zu baden in der Portugiesen Blute") täuschen nicht darüber hinweg, dass die Reconquista in muslimischen Ländern fortgesetzt wird.  [102]

"Wenn ihn die Sterne wieder zu sich rufen,
Wirst Du! o tapfrer Mascarenhas! kommen,
Zur Glorie des ewgen Ruhms berufen,
Ob Dir auch schnöd die Herrschaft wird entnommen.
Selbst Jene, die so hohes Unheil schufen,
Gestehn Dein Lob, doch wird auch dies nicht frommen,
Nur Palmen hat das Schicksal Dir beschieden,
Nicht aber, froh und glücklich zu gebieten.

An Bantams Reich, von dem Malaccas Staaten
So lange mussten hohe Schmach erleiden,
Wirst Du für das, was tausend Jahre taten,
An Einem Tage Rache Dir bereiten;
Gefahren, Mühen, ehrner Kugeln Saaten,
Bollwerke, Gruben, die sich furchtbar breiten,
Geschosse, Lanzen, Sümpfe, Defileen
Wirst Du besiegt und untertan Dir sehen.

Und Ehrgeiz und der Habsucht arges Ringen,
Die gegen Gott und Recht die Stirne heben,
Vermögen nicht, in Schande Dich zu bringen,
Vermögen nur, Dir Unlust reich zu geben;
Mag Unrecht und Gewalt es auch gelingen,
Nach Willkühr sich der Macht zu überheben,
Das ist kein Sieg, denn, wahrhaft nur heißt siegen,
Den Lockungen des Unrechts nie erliegen.

Doch mag ich auch Sampajo nicht versagen
Des Mutes Ruhm und großer Taten Ehre.
Dem Blitzstrahl gleich wird auf den Feind er schlagen
Und Tausende verderben auf dem Meere,
Nach Bacanor des Krieges Gräuel tragen,
In Malabar, dass Cutiales Speere
Ob sie auch zahllos dräuen von Verdecken,
Zerbrochen füllen bald des Meeres Strecken.

Und, Dios Flotten, die sich stolz behagen,
Als müsse Tschäuls Häuflein hier sich flüchten,
Wird er mit seinem Blick allein schon schlagen
Durch Hector von Silveira und vernichten;
Den Hector Portugals, von dessen Wagen
Im Kampf Cambajas Küste wird berichten,
Und der den Guzaraten das wird gelten,
Was der Trojaner einst der Griechen Helden.

Der grausame Sampajo wird vertrauen
Cunha das Steuer, dass er lang es lenke,
Und Chales hohe Türme wird er bauen,
Ob auch nur zitternd seiner Dio denke,
Und Baçain wird ihn als Sieger schauen,
dass in Meliques Hand das Schwert sich senke,
Wenn Ströme Bluts im Sturm an seinen Wällen
Und in den trotzenden Trancheen schwellen.

Dann folgt Noronha, dessen starkes Ringen
Von Dio abtreibt wilde Runer Schaaren,
Das, hoch geübt in kriegerischen Dingen,
Anton von Silveira will bewahren,
Und wenn der Tod Noronha wird bezwingen,
Wird, herrschend hier, ein Zweig sich offenbaren
Von Dir, o Gama! der so kühn sich zeiget,
dass, bangend ihm, das rote Meer erbleichet.

Aus Deinen Händen, Stephan! wird erlangen
Die Zügel Einer, der so kühner Taten
Mit Ruhm schon in Brasil sich unterfangen,
Die Räuber züchtigend aus Frankreichs Staaten.
Wenn er in Indien Herrschaft dann empfangen,
Dringt er, eh' Andre noch die Stadt betraten,
Zuerst im Sturm durch Damans stolze Pforten,
Wo Flamm' und Pfeile dräuen aller Orten.

Cambajas König kann nicht widerstreben,
dass er in Dio eine Burg sich gründe,
Wenn er nur wolle Hülf' und Schutz ihm geben,
dass er des Moguls Kriegsmacht überwinde.
Dann wird er sich zu wildem Kampf erheben,
dass nicht der Heiden König Eingang finde
In Calecut, dass, was nur mit ihm ziehet,
Mit Blut bedeckt, stracks in die Heimat fliehet.

Er stürzt die starke Veste Repelin,
dass flüchten muss der König mit den Seinen,
Dann will er, nah dem Kapo Comorin,
Mit großen Taten größre Tat noch einen.
Die Flotten all des stolzen Samorin
Die schon die Welt ganz zu bezwingen meinen,
Wird er mit Schwert und Feuer schnell besiegen,
Und Beadala seinem Joch erliegen.
...
Und wenn er so die Feinde all geschlagen,
Wird er in Indien den Zepter führen,
Und Widerstand und Einspruch Keiner wagen,
Weil Alle Furcht und banges Zittern spüren.
Baticola nur will noch nicht verzagen,
Die Strafe Beadalas zu erkühren,
Drum wird es bald mit Blut und Tod erfüllet,
Die schöne Stadt in Flamm' und Rauch gehüllet.

Dies tut Martin, der seinen Namen leitet
Von Martis Tatenmut und Kraft und Stärke,
dass man auf ihn, wenn er in Waffen schreitet,
So wie im Rat auf seine Weisheit merke.
Dann folget Castro, welcher, hoch entbreitet,
Die Fahnen trägt zu manchem Heldenwerke.
Des Vormanns Wert gibt auch dem Nachmann Ehre,
Der baute Dio, der ist Schutz und Wehre.

Denn Perser, Abessiner, Runer-Schaaren,
Die her aus Rom, nach ihrem Namen sprießen,
Und Brauch und Sitten vielfach offenbaren,
Beginnen nun die Veste einzuschließen.
Die Himmel müssen eitle Klag' erfahren,
Weil diese Wenigen das Land genießen,
Schwört Jeder, seinen Bart mit hohem Mute
Zu baden in der Portugiesen Blute.

Doch nicht der Minen schlau verborgne Schlingen,
Der Widder, Katapulten wildes Walten
Kann Mascarenhas frohen Mut bezwingen,
Ob Rettung auch sich nirgend will entfalten;
Bis nahe schon die höchsten Fahren dringen
Und Castro, Ruhm und Freiheit zu erhalten,
Dem Tode weiht der eignen Söhne Leben,
Um ihnen Ruhm und Gotte sie zu geben.

Fernando, Einer von den edlen Zweigen,
Wird in der Flammen, in der Mauern Toben,
Die donnernd Stückweis' in die Lüfte steigen,
Ergriffen und zum Himmel aufgehoben;
Alvaro bricht sich in Neptunus Reichen,
Wenn Winter fest den feuchten Pfad umwoben,
Die kühne Bahn, obsiegend allen Fahren,
Und Stürmen, Fluten und der Feinde Schaaren.

Und seht! es naht der Vater in den Wellen,
Und führt den Ueberrest der Portugiesen,
Durch Kraft und Weisheit, höher noch zu stellen,
Kann er des Sieges in der Schlacht genießen,
Der Pfort' entbehrend stürmen, zu den Wällen
Die Einen, während, Blut nur zu vergießen,
Der Feinde Reihn dort öffnen andre Helden,
dass würdig sie Geschicht' und Lied kaum melden.

Ein tapfrer Sieger geht er, unerschüttert,
Um mit Cambajas Könige zu streiten,
Der aber, ob des Anblicks, schon erzittert,
Ob auch viel Krieger ihn zu Ross begleiten,
Und so wird auch Hydalcans Macht zersplittert,
dass seine Lande viele Schmach erleiden
Und Dabul an der Küste wird bezwungen
Und Pondams Stadt, von Wüsten rings umschlungen;

Und dies' und andre Helden aller Zeiten,
Die würdig nach des Ruhmes Wundern rangen,
Den Mavors gleich an Mut und Kampf und Streiten,
Wird dieser Insel hohe Lust empfangen,
Wenn scharfe Kiele durch die Fluten gleiten
Und triumphirend dann die Wimpel prangen,
Harrt ihrer hier der Nymphen Chor mit Speise,
Denn schwere Tat gelangt zu Ruhm und Preise." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas X 
 

Philosophie und Mythologie; Licht und Frieden

Zur Philosophie der Renaissance und der Portugiesen um Vasco da Gama wird die höchste Weisheit besungen: "Die höchste Weisheit lässt es Dir gelingen, / O Gama! mit des Körpers Aug' zu blicken, / Was eitle Wissenschaft nicht mag erringen, / Weil Elend nur und Trug die Menschen drücken. / Durch jenes Dickicht will ich mit Euch dringen, / Doch müsst Ihr Euch zu Mut und Klugheit schicken." [103]

Wie aus dem Weltall erschaute Gama die Erde und die Vision zeigt ihm woher der Mensch kommt und wohin er geht: "Und Wunsch und Staunen fühlte Gama walten, / Als er den wunderbaren Globen schaute. / Da sprach die Göttin: sieh der Welt Gestalten / Verkürzten Umriss, den Dir Gott vertraute, / Damit Du Acht vor allen Dingen gäbest, / Woher Du kommst, wohin Du gehst und strebest!" [104]

Er sieht den großen Weltbau, die runde Kugel, die höchste Weisheit, durch die alles erschaffen: "Du siehest hier den großen Weltbau schweben / Und seinen Aether, seine Elemente, / Wie Form die höchste Weisheit ihm gegeben, / Die sonder Anfang ist und sonder Ende. / Was, rings die runde Kugel zu umgeben, / So herrlich glänzt, in milder Strahlenspende, / Ist Gott, doch das, was Gott sei, nur zu fassen, / muss menschliche Vernunft wohl unterlassen." [105]

Ähnlich wie Dante lässt Camões in seinem Epos Vasco da Gama in einer Vision erkennen, wo der Frieden, das Paradies zu finden ist, also alles Dinge, die seine verstockten mohammedanischen Feinde nie sehen werden: "Das ist der Lichtkreis, wo der Frieden sprießet, / Den nur des Guten reine Seele findet, / Und nie ein Andrer fasset und erreichet / Und dem kein Loos der ganzen Erde gleichet. / Hier sind die wahrhaft Göttlichen zu finden." [106]

So sang die Nymphe und die Andern sangen
Ihr Beifall nun in lautem Jubelschalle,
dass solche Aussicht herrlich aufgegangen,
Sie freudig feiernd durch die weite Halle.
So weit Fortunens schwanke Rade langen,
Beginnen jetzt in Einem Tone Alle:
Wird Ehre, Ruhm und Tapferkeit nicht fehlen,
Sich euch, glorreiches Volk! anzuvermählen!

Als nun des Körpers nötiges Begehren
Befriedigt ist durch edle Kost der Speisen
Und von der Zukunft Taten zu belehren,
So süß erklungen waren holde Weisen;
Sprach Thetis, höhern Ruhm noch zu gewähren
Dem Tage, dem so hohes Fest verheißen,
Im Schmuck der Anmut, und der Würde Strahle,
Wie folgt, zum hochbeglückten Admirale;

Die höchste Weisheit lässt es Dir gelingen,
O Gama! mit des Körpers Aug' zu blicken,
Was eitle Wissenschaft nicht mag erringen,
Weil Elend nur und Trug die Menschen drücken.
Durch jenes Dickicht will ich mit Euch dringen,
Doch müsst Ihr Euch zu Mut und Klugheit schicken,
So sprach sie und auf steilem Pfade leitet
Sie nun, wo man nur mühsam vorwärts schreitet.

Und lange gehn sie nicht, so ist erschienen
Der Gipfel und sie schauen mit Entzücken
Die Auen von Smaragden und Rubinen,
Der Götter Fußpfad scheint des Berges Rücken;
Und in der Luft glänzt eine Kugel ihnen,
Durch welche hell der Sonne Strahlen zücken,
So dass man klärlich, wie die Außenseite,
Des Mittelpunktes Inhalt unterscheide.

Sie ist aus unbekanntem Stoff gewoben,
Doch hatte Gottes Zepter viele Kreise
Geordnet um den wunderbaren Globen,
Die um das Centrum ziehen ihre Gleise.
Umwälzend sich, bald sinkend, bald gehoben,
Sinkt er und steigt er doch auf keine Weise,
Denn, überall sich gleich und sonder Ende,
Ist er nur Eins durch Gottes Wunderhände.

Vollkommen Eins, und durch sich selbst gehalten,
Dem höchsten Künstler gleich, der ihn erbaute,
Und Wunsch und Staunen fühlte Gama walten,
Als er den wunderbaren Globen schaute.
Da sprach die Göttin: sieh der Welt Gestalten
Verkürzten Umriss, den Dir Gott vertraute,
Damit Du Acht vor allen Dingen gäbest,
Woher Du kommst, wohin Du gehst und strebest!

Du siehest hier den großen Weltbau schweben
Und seinen Aether, seine Elemente,
Wie Form die höchste Weisheit ihm gegeben,
Die sonder Anfang ist und sonder Ende.
Was, rings die runde Kugel zu umgeben,
So herrlich glänzt, in milder Strahlenspende,
Ist Gott, doch das, was Gott sei, nur zu fassen,
muss menschliche Vernunft wohl unterlassen.

Der erste Kreis, der wieder in sich schließet
Die andern alle, und sie rings umwindet,
Und solchen Schimmer, solchen Glanz ergießet,
dass ihm das Auge, der Verstand erblindet,
Das ist der Lichtkreis, wo der Frieden sprießet,
Den nur des Guten reine Seele findet,
Und nie ein Andrer fasset und erreichet
Und dem kein Loos der ganzen Erde gleichet.

Hier sind die wahrhaft Göttlichen zu finden,
Wenn ich, Saturn und Janus und die Horen
Und Zeus und Juno und die Andern schwinden,
Die Menschenwahn und Blindheit nur geboren.
Wir dienen nur, dem Liede zu verbinden
Noch höhre Lust, und, werden wir erkohren
Zu größrem Loos, so gebet Ihr dem Reigen
Der Sterne unsre Namen noch zu eigen.

Doch, da der heilgen Allmacht hohes Walten,
Die unter Jovis Namen hier sich deutet,
Die Welt durch tausend Geister will verwalten,
Die nur der Himmel hohe Weisheit leitet;
Und es in der Propheten Schrift enthalten,
Wie auch davon manch Beispiel ist bereitet,
dass gute Geister Gunst und Hülfe geben,
Und uns nach Kräften Böse widerstreben;

So wollten auch des Liedes bunte Weisen,
Die bald ergötzen, bald auch unterrichten,
Uns unter jener Götter Namen preisen,
Von denen alte Poesien dichten.
Der Engel hohe Himmelsschaaren heißen
Gottheiten in den heiligen Geschichten,
Die dieses Namens Glanz selbst denen leihen,
Ob fälschlich auch, die sich dem Bösen weihen.

Genug! es herrscht nur Ein Gott! doch er sendet
Die Diener aus, zu tun nach seinem Willen,
Nun will ich fürder, was sein Wort vollendet,
Das tiefe Werk der höchsten Hand enthüllen.
Nächst diesem Kreise, der sich niemals wendet,
Wo Freuden nur der Frommen Seel' erfüllen,
Läuft hier ein Andrer, von so schneller Regung,
dass er kaum sichtbar ist, die Urbewegung!

Von seiner Schnelle mächtig fortgerissen,
Kreist Alles, was in seinem Schoos enthalten,
Die Sonne wirkt zu Tag und Finsternissen
Der Nächte nur nach dieses Kreises Walten.
Und unter ihm will sich ein andrer schließen,
So langsam und von solchem Joch gehalten,
dass langsam er nur Einen Schritt vollendet,
Wenn Phoebus Licht zwölfmal den Lauf gewendet.

Sieh! unter ihm, den folgenden, geschmücket
Auf seiner Bahn mit Strahlenkörpern, gehen,
Die, mit des Kreises Umschwung fortgerücket,
Noch eigen sich um ihre Axen drehen.
Auch magst Du wohl den Gürtel, ausgeschmücket
Mit goldnem Glanz, um ihn geschlungen sehen;
Zwölf Tiere stehn auf seinem Strahlenkreise,
Bestimmte Herberg gebend Phoebus Reise.

Schau das Gemälde nun von andern Seiten,
Das hier die funkelnden Gestirne machen!
Sieh Cynosura, sieh den Wagen gleiten,
Andromeda, den Vater und den Drachen!
Sieh schön Kassiopea Licht verbreiten,
Den stürmischen Orion und den Nachen,
Den Schwan, der sterbend singt zur Todesfeier,
Den Hasen und die Hunde und die Leier!

Und nächst dem Firmamente siehst Du weiter
Saturns, des alten Gottes, Himmelsbogen;
Dann Jupiter, des sechsten Kreises Leiter,
Und Mars alsdann, dem Krieger nur gewogen;
Des Himmels Auge, Venus, klar und heiter,
Hat Liebe spendend dann den Kreis gezogen
Und dann Merkur, der ob dem Redner waltet,
Und noch zuletzt Diana, dreigestaltet.

Nicht gleicher Lauf ist eigen diesen Sternen,
Da dieser schnell und jener langsam schreitet.
Bald muss ihr Lauf vom Centrum sich entfernen,
Bald wird der Erde näher er geleitet.
Sie mussten dies aus Gottes Ruf erlernen,
Der Feuer, Luft und Wind und Flut bereitet,
Die näher in der Mitte Tiefen streben,
Wo Erd und Meer zum Schwerpunkt ist gegeben.

In diesem Centrum sind der Menschen Zonen,
Die keck sich mit den Leiden nicht begnügen,
Die vielfach auf dem festen Lande wohnen,
dass sie das Meer nach neuen selbst durchpflügen.
Du siehst hier mannichfache Nationen,
Und Land und wilde Meere bunt sich fügen,
Und mannichfache Könige hier schalten,
Und Sitt' und Satzung tausendfältig walten.

Europa sieh! das Christliche, erhaben
Durch Mut und Friedenskünste hoch vor allen!
Sieh Afrika! so reich an Erdengaben,
Doch weit in rohe Tierheit noch verfallen,
Mit jenem Kap, das, euerm Blick vergraben,
Bis jetzt dem fernsten Süden zugefallen;
Sieh in den ungeheuren Regionen
Barbaren nur, wild und gesetzlos, wohnen!" - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas X 
 

Rotes Meer, Suez, Sinai; arabisch-persischer Golf, Bahrein, Kuweit; Persien (Iraq, Iran), Dom Philipp von Meneses, Pedro von Sousa

Nicht nur im roten Meer gilt es "kühn die Türken schlagen", die zusammen mit "Aegyptens Flotten furchtbar drohen." Endgültig wurden die türkisch-islamischen Flotten 1571 bei Lepanto versenkt. [107]

Dabei haben Türken und ihre Verbündeten hier nichts zu suchen: "Sieh dort den Berg des Sinai erglänzen! / Wo Katharinens heil'ger Leib begraben!", weshalb sie von den Portugiesen und Spaniern stets bekämpft werden: "Und Ormus Reich, das längst dem Strand sich endet, / Den euer Ruhm mit Taten wird verklären, / Wenn gegen Türkenflotten und Galeeren / Einst Kastelbranco wird die Schwerter kehren." [108]

"In diesen fernen Landen wird der Eine
Von Deinen Söhnen kühn die Türken schlagen.
Der große Name Christoph ist der Seine,
Doch soll er auch ein hartes Schicksal tragen.
Sieh dort, mit Dir in freundlichem Vereine,
Melindas Küsten aus dem Meere ragen,
Und gen Quilmance dort den Rapto fließen,
Den Oby längst des Urlands Väter hießen.

Sieh dort das Kap Aromata vor Zeiten,
Jetzt Quardafu im Volke! Hier beginnet
Des roten Meeres Mündung sich zu weiten,
Das aus den Tiefen Farbe sich gewinnet,
Und, Afrika von Asien zu scheiden,
Als Grenze gleichsam weit ergossen, rinnet.
Die besten Völker dort in Afrika
Sind Arquico, Suanquem, Macua.

Sieh das entleg'ne Suez! von den Alten
Für den erhabnen Wohnplatz der Heroen,
Wie auch wohl Arsinoe noch gehalten,
Wo jetzt Aegyptens Flotten furchtbar drohen.
Sieh dort die Flut, die sich zum Pfad gespalten,
Als Moses aus Aegypten einst geflohen,
Dort ist der Anfang Asiens, gewaltig
An Reichen und an Ländern mannichfaltig!

Sieh dort den Berg des Sinai erglänzen!
Wo Katharinens heil'ger Leib begraben!
Sieh Tor und Gidda, deren weite Gränzen
Kristallne süße Bronnen nirgend laben.
Sieh Adems dürres Reich die Fluten kränzen,
Die Pforten dort zugleich und Ende haben.
Und nah dabey Arziras Felsen grauen,
Auf welchen nie des Himmels Regen tauen!

Sieh dort die drei Arabien gelegen,
Wo braune Völker schweifen durch die Lande
Und sorgsam stets der edlen Rosse pflegen,
So leicht und mutig in des Kampfes Brande.
Sieh dort der Perser Meereseng' entgegen
Sich weithin strecken dieser Küsten Strande
Und in die Luft ein Vorgebirge streben,
Dem Namen hat Fartaques Stadt gegeben.

Sieh dort Dafar, das edlen Weihrauch sendet
Zu lieblichen Gerüchen den Altären,
Und, zu der andern Seite hingewendet,
Dann Raselhades Au'n, die nichts gewähren,
Und Ormus Reich, das längst dem Strand sich endet,
Den euer Ruhm mit Taten wird verklären,
Wenn gegen Türkenflotten und Galeeren
Einst Kastelbranco wird die Schwerter kehren.

Sieh Asaboros Kap sich dort erheben,
Das Mussendon die Schiffenden jetzt heißen,
Von Persien und Arabien umgeben
Beginnt des Meeres Welle hier zu kreisen.
Schau Barems Eiland, reiche Perlen weben
Ihm einen Teppich in den Wellengleisen
Auroren gleich, und Phrat und Tigris eilen,
Der Salzflut ihre Ströme mitzutheilen.

Sieh dort des Perserreiches große Lande,
Das stets zu Ross sich und im Schlachtfeld findet,
Und des Geschützes Waffen hält für Schande
Und, wenn nicht harte Faust den Mut verkündet;
Sieh den Beweis auf Gerums Inselstrande,
dass Jegliches im Raum der Zeit verschwindet,
Denn von Armuzas Stadt, – einst nah gelegen,
Begann er Ruhm und Namen drauf zu hegen.

Hier wird Dom Philipp von Meneses zeigen,
Was er vermag mit Mut in dem Gefechte,
Wenn große Perserheere vor ihm weichen,
Ob Wenig auch nur leihen ihre Rechte.
Pedro von Sousa schlägt mit wilden Streichen
Den Feind, der sich des Widerstands erfrechte,
Und hat Ampaza schon im Sturm genommen,
dass seinem Arm es mög' als Probstück frommen." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas X 
 

Indien, Ceylon, Orixa (Orissa), Bengalen, Catigam (Chitagdong)

Die Portugiesen brachten das Christentum mit Hilfe des Hl. Thomas nach Indien, gelegen zwischen den Großen Flüssen Indus und Ganges, das damals überwiegend mohammedanisch war und nach "der falschen Götzen Satzung" lebte: "Sieh! die Provinzen zwischen beiden Flüssen, / Wo zahllos mannichfache Völker weben, / Die Mahoms Lehren dort gehorchen müssen, / Hier nach der falschen Götzen Satzung leben. / Und dort! Narsingas Reichen, sollst Du wissen! / Ward Thomas heil'ger Leichnam einst gegeben; / Des tapfern Kämpen in des Glaubens Streite, / Der seine Hand gelegt in Christi Seite. / ... Dich wird der Indus und der Ganges weinen! / Dich, Thomas! jedes Land, das Du durchzogen! / Dich mehr noch jene Gläubigen und Reinen, / Die Christi Lehren durch Dich eingesogen. / Doch sieh des Himmels Engelchor erscheinen / Und wölben Deines Sieges Ehrenbogen! / Du stehst vor Gott! o! fleh um seine Gnade / Für Deiner treuen Lusitanen Pfade!" [109]

Nach der Episode von Thomas, die der Dichter bei Gelegenheit der Erwähnung der Stadt Meliapor besungen hat, kehrt er zu dieser Stadt zurück und geht von ihr in Beschreibung Indiens weiter fort. [110]

"Doch! lassen wir der Enge Meerespforten,
Carpelas Cap, das jetzo Jasque heißet,
Mit jenes ganzen Erdstrichs dürren Orten,
Dem die Natur nur wenig Huld erweiset;
Carmanien ist er benennet worden.
Und siehe dort, wo das Gebirg sich weiset,
Den großen Indus von den Höhen fließen,
Und andre Höhn des Ganges Strom ergießen.

Alcinde, sieh! mit Früchten reich beliehen!
Jaquetes Golf, wo große Flutenmassen
Heran, urplötzlich bald erschwellend, ziehen,
Bald eilend wieder das Gestad verlassen.
Cambajas Lande, hoch zu Glanz gediehen,
Die weit herein den Meeren Eingang lassen
Und tausend Städte könnet ihr noch sehen,
Ob ihre Namen auch zu übergehen.

Und dort sind Indiens berühmte Strande
Südwärts bis Kapo Komori gebreitet,
Sonst Cori, gegenüber Ceylons Lande,
Das einst durch Tapobrana ward gedeutet.
In diesem Meer wird Deinem Vaterlande
Nach Dir durch Waffen hoher Sieg bereitet
Und Länder, Städte sind ihm dort verheißen,
Die ihm viel Menschenalter nicht entreissen.

Sieh! die Provinzen zwischen beiden Flüssen,
Wo zahllos mannichfache Völker weben,
Die Mahoms Lehren dort gehorchen müssen,
Hier nach der falschen Götzen Satzung leben.
Und dort! Narsingas Reichen, sollst Du wissen!
Ward Thomas heil'ger Leichnam einst gegeben;
Des tapfern Kämpen in des Glaubens Streite,
Der seine Hand gelegt in Christi Seite.

Hier war die Stadt Meliapor gelegen,
Die, weit berühmt durch Reichtum, Macht und Schöne,
Der alten Götzen schnöden Dienst tät hegen,
Wie heute noch die Sitte ihrer Söhne;
Einst nahete auch ihr des Glaubens Segen
Durch Thomas Predigt, deren fromme Töne
Bekehrt schon hatten tausend weite Lande,
Doch lag die Stadt damals noch fern vom Strande.

Als er dort predigt nun der Christen Lehre
Und Kranke heilt und Toten gibt das Leben,
Beginnet eines Tags auf offnem Meere
Ein ungeheures Holz heran zu schweben;
Der König wünscht, nicht achtend dessen Schwere,
Es an des festen Landes Bord zu heben
Durch Elephanten, Hebel, Menschenhände,
Damit er es zu einem Bau verwende.

Doch keine Kraft ist irgend es im Stande,
Auch zu bewegen nur die schwere Masse,
Da tritt hervor der göttliche Gesandte,
dass er es kleine Müh sich kosten lasse,
Und löst den Gürtel ab sich vom Gewande,
dass er mit ihm des Holzes Stamm umfasse
Und hebt es dahin, wo ein hoher Tempel
Jetzt allen künftigen dient zum Exempel.

Wohl wusste der Apostel, wenn der Glaube
Dem Felsen heißt, von seiner Stelle weichen,
Gehorcht dem heil'gen Wort der starre, taube,
So lehrte Christus und tat selbst desgleichen.
Dem Staunen wird das Volk darob zum Raube
Und die Braminen, die ein solches Zeichen
Noch niemals sahn und solch ein heilig Leben,
Beginnen schon vor Eifersucht zu beben.

So heißen dort die Heidenpriester, denen
Das Herz zernagt des bittern Neides Herbe,
Es strebet nun mit tausend schwarzen Plänen,
dass Thomas nicht mehr lehre oder sterbe,
Und in des Oberhauptes Busen dehnen
Des Truges Fäden sich, der ihn verderbe,
Ein Bubenstück, das nochmals kann beweisen:
Der Tugend schlimmster Feind sei heuchelnd Gleisen.

Den eignen Sohn ermordet er und klaget
Thomas der Schuld an, welcher nichts begangen,
Und falsche Zeugen werden schnell befraget
Und Todesurteil soll er schon empfangen;
Da steht der Heil'ge stark und unverzaget,
Zur Allmacht auf, um Hülfe zu erlangen,
dass sie ein Wunder noch ihn wirken lasse
Und Volk und König so die Wahrheit fasse.

Er lässt den Leichnam bringen, dass er Leben
Empfang' und seinen Mörder selbst verkünde
Und so der Wahrheit mög' ein Zeugnis geben,
Vor welchem jeder Zweifel stracks verschwinde;
Da sehen All' den Jüngling auf sich heben
Im Namen des, der starb für unsre Sünde,
Und Thomas brünstig danken sein Erwecken
Und dann des Vaters blut'ge Tat entdecken.

Und solch Erstaunen wirkt dies Wunderzeichen,
dass sich der König lässt die Taufe geben
Und nach ihm Viel ins Bad der Kindschaft steigen
Und Thomas Gott nun Alle Preis erheben:
Da muss dem Hasse alles Mitleid weichen
In den Braminen, die von Neide beben
Und endlich doch das rohe Volk bereden,
Den Heiligen in blinder Wut zu töten.

An einem Tage, wo er Christum lehrte,
Beginnt durch List ein Aufruhr wild zu toben;
Da nahm den Dulder Christus von der Erde,
Und in den Himmel ward er aufgehoben,
Ob auch die Stein' ihn furchtbar trafen, kehrte
Der Heilige doch nur den Blick nach oben
Bis endlich Einer nahte von den Bösen,
Die Brust durchbohrend ihm mit Lanzenstößen.

Dich wird der Indus und der Ganges weinen!
Dich, Thomas! jedes Land, das Du durchzogen!
Dich mehr noch jene Gläubigen und Reinen,
Die Christi Lehren durch Dich eingesogen.
Doch sieh des Himmels Engelchor erscheinen
Und wölben Deines Sieges Ehrenbogen!
Du stehst vor Gott! o! fleh um seine Gnade
Für Deiner treuen Lusitanen Pfade!

Und Ihr! nun, deren Zungen sich erfrechen,
Euch Gottes Boten, Thomae gleich, zu nennen,
Wie mögt Ihr Boten Gottes Euch entbrechen,
Den Glauben allen Völkern zu bekennen?
Seid Ihr das Salz, so müsst' Ihr kraftvoll sprechen,
Und Euch von Eurem Vaterlande trennen;
Womit denn sonst so vielen Ketzereien
In unsrer Zeit des Salzes Heil verleihen!

Doch will ich dessen nun die Worte sparen
Und jener Küste Zeichnung flugs beenden,
Bei dieser Stadt berühmt seit alten Jahren,
Beginnt des Ganges Golf sich krumm zu wenden.
Narsingas Reichtum ist dort zu gewahren,
Orixa dort mit bunter Kleider Spenden!
Und in des Busens Ausgang strömt die Schnelle
Des großen Ganges in des Salzes Welle.

Des Ganges Flut, in dessen heil'gen Wellen
Die Eingebornen fromm und gläubig baden,
Um sich der Sünden, welche sie entstellen,
Im reinen Strom der Sühnung zu entladen.
Sieh Catigam dort mit Gebäuden schwellen
Weit aus Bengalens üppigen Gestaden,
Und wie, mit allem Köstlichen versehen,
Die Küsten sich von da nach Süden drehen." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas X 
 

Birma, Tavay (Tavoy), Siam (Thailand), Bangkok am Menam, Camboja (Kamputschea) mit dem gewaltigen Mekong, Malaysia, Cingapura (Singapur), Malaccahalbinsel,Malaccastraße, Indonesien, Sumatra

Viele Länder gehörten damals zu Siam: "Der Zepter Siams; zahllos sind die Mengen / Ihm untertan! Sieh auch den Menam fließen / Und aus dem See Schiamay sich ergießen." [111]

Die meisten Länder hier waren buddhistisch, viele wurden christianisiert, andere, die, wie die Mohammedaner "sanfte Sitten hassen", ernährten sich sogar von Menschenfleisch. [112]

Sieh hier Tavay, die Stadt, wo Siams breite,
Fernausgedehnte Reiche schon beginnen;
Tenassarims und Quedas Prachtgebäude,
Wo die Bewohner Pfeffer sich gewinnen.
Und weiter hin erhebt in blauer Weite
Malacca sich, zu seinem Hafen rinnen
Des Handels Ström' aus allen Nationen,
Die an des großen Meeres Küsten wohnen.

Sumatra war, so spricht die alte Kunde,
Vorzeiten mit Malaccas Strich nur Eines,
Bis in des Meeres tiefem Wellenschlunde
Das Land versank des vorigen Vereines.
Hier in des Chersonesus Felsengrunde
Erzeugt sich Gold, gediegenes und reines,
Und golden heißt er dieser Gabe wegen,
Nach Andern war auch Ophir hier gelegen.

Sieh dort, wo Cingapura sich erhebet,
Des Meeres Weg den Schiffen sich verengen,
Die Küsten dann, die erst gen Norden strebet,
Sich krümmen und nach Osten vor sich drängen.
Sieh Pan, Patane, über ihnen schwebet
Der Zepter Siams; zahllos sind die Mengen
Ihm untertan! Sieh auch den Menam fließen
Und aus dem See Schiamay sich ergießen.

Sieh diesen Erdstrich tausend Nationen,
Sonst nie gekannt und mannichfach, umfassen!
Die Laer, die ein weites Land bewohnen,
Die Aver, Bramer, Wüsten überlassen!
Sieh Andre! fern in Felsenregionen!
Sieh wild die Queer sanfte Sitten hassen,
Von Menschenfleisch sich nähren und das Ihre
Mit Eisen brennen, dass es scheuslich ziere.

Sieh durch Camboja ziehn des Mecoms Wellen,
Der so als Fürst der Ströme wird geheißen,
Im Sommer steigend von den fernen Quellen,
dass seine Fluten das Gestad zerreißen;
Dem kalten Nil gleich pflegt er anzuschwellen,
Die blinden Völker, die an ihm sich weisen,
Vermeinen, dass, gleich uns, ein zweites Leben
Den Tieren müsse Lohn und Strafe geben.

Einst werden noch von ihm mit sanfter Weise
In seinen Au'n die Lieder aufgenommen,
Die aus dem Schiffbruch, aus den Klippen Kreise,
Aus wildem Meer an dieses Land geschwommen,
Wenn Der dem Hunger, der Gefahr der Reise,
Dem ungerechten Kerker ist entkommen,
Der mit der Leier lieblichem Erklingen
Mehr Ruhm als Glück sich künftig wird erringen." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas X 
 

Cochinchina (Vietnam), China, Japan, Philippinen, Borneo, Bandas, Sundainseln (Java, Bali, Timor), Sundastraße, Sumatra, Ceylon, Maldiven (Malediven)

Im Gegensatz zu mohammedanische Reichen und leider auch christlichen Königreichen damals in Europa, in denen Vetternwirtschaft usw. herrschte, sah es in China damals anders aus; dort herrschte der Weiseste und Tapferste:"Hier herrschet nicht der Erbe, der Verwandte! / Dem Vater folgt der Sohn nicht, denn seit grauer, / Verjährter Zeit wird dieses Reiches Krone /  Dem Weisesten, dem Tapfersten zum Lohne!" [113]

Neben Borneo und Brunei gibt es die berühmten Philippinen, die den christlichen Glauben annahmen: "Doch lass auch jene Inseln nicht zurücke! / Wo sich Natur so reich will offenbaren. / Die mittlere, die einst, nach dem Geschicke, / Des Glaubens hohe Gnade wird erfahren."  [114]

Auf der höchsten Bergspitze Ceylons soll sich noch ein Felsenstück erheben, auf dessen obern Platte der Tritt eines menschlichen Fußes sich zeigt, von welchem die Tradition verschiedenes berichtet, bald dass es der Fuß eines Heiligen aus Delhi sei, welcher auf der Insel zuerst die Einheit Gottes gelehrt habe; bald dass es die Spur von Adams Fußtritt sei, als er von da aus zum Himmel aufgehoben worden. [115]

"Sieh Schampas Küste, die sich dort uns zeiget,
Wo Düfte würzig aus den Wäldern schweben!
Sieh Cochinchina, das der Ruf verschweiget,
Ainam sich aus fremden Meeren heben!
Und dann das Kaisertum, das Keinem gleichet,
Dem Macht und Reichtum sonder Maaß gegeben;
Das mächt'ge China, von der Sonnenwende
Bis zu dem kalten Gürtel sonder Ende!

Dort, zwischen ihm und seinem Nachbarlande,
Dehnt endlos sich der Bau der großen Mauer,
Zum sichern weltbekannten Unterpfande,
Von seiner Herrschaft Macht und Stolz und Dauer.
Hier herrschet nicht der Erbe, der Verwandte!
Dem Vater folgt der Sohn nicht, denn seit grauer,
Verjährter Zeit wird dieses Reiches Krone
Dem Weisesten, dem Tapfersten zum Lohne!

Dort birgt sich auch viel Land noch Deinem Blicke,
Das einst sich zeigen wird in spätern Jahren.
Doch lass auch jene Inseln nicht zurücke!
Wo sich Natur so reich will offenbaren.
Die mittlere, die einst, nach dem Geschicke,
Des Glaubens hohe Gnade wird erfahren
Längst China dort, von wo man es ergründet,
Ist Japan, wo sich feines Silber findet.

Sieh, durch des Aufgangs Meere, fern verstreuet,
Der Inseln Heer, sieh Tidor sich erheben!
Ternate, dessen Gipfel Flammen speiet,
Die wogend in die glühen Lüfte streben!
Den Baum sieh! der der Näglein Frucht sich freuet
Der einst Euch kostet vieler Helden Leben!
Die goldnen Vögel in der Lüfte Reichen,
Die sich auf Erden tot nur wieder zeigen!

Sieh Bandas Inseln dort in Farben glänzen,
Die mannichfach aus Purpurfrüchten schießen!
Der Vögel Schwärme, die in leichten Tänzen
Froh des Tributs der grünen Nuss genießen!
Borneo sieh! das Bäume rings bekränzen,
Aus welchen Tränen dicken Saftes fließen,
Camfora heißt der Baum, und, ihn zu preisen,
Hat man nach ihm die Insel auch geheißen.

Sieh Timor auch, wo sich der Sandel findet,
Das Holz, so reich an Kraft und süßen Düften,
Und Sunda, dessen Küste dort verschwindet,
Wo südwärts Berge ragen in den Lüften!
Dort strömt ein Fluss, der, eh' er sich verbindet
Mit andern, sagt das Volk auf jenen Tristen
Und staunt das Wunder an, das Holz versteinet,
Mit dem sich seiner Wässer Stoff vereinet.

Sieh dort die Insel, die es nicht gewesen,
Wo auch Vulcane flammend oft erscheinen
Den Quell des Oeles und das Wunderwesen
Des Balsams, welchen rauhe Stämme weinen!
Wohl köstlicher, als Weihrauch, auserlesen
Und herrlich quellend in Arabiens Haynen,
Und außer dem, was ihr mit andern eigen,
Kann sie noch Gold und zarte Seide zeigen.

In Ceylon sieh des Berges Höhe streben,
dass sie den Gipfel über Wolken strecket,
Des Heiligkeit die Völker rings erheben,
Weil sich im Fels ein Menschentritt entdecket
Und den Maldiven ist die Frucht gegeben,
Ob auch im tiefen Meeresgrund verstecket,
Die, wenn ein Gift die Adern wild durchwühlet,
Den Brand des Todes mächtig löscht und kühlet." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas X 
 

Socotora (Sokotra), San Lorenzo (Madagaskar), Santa Cruz (Brasilien); Magellan, König Emanuel

Ob in Afrika, Asien, Arabien, San Lorenzo (Madagaskar), Amerika oder "noch im Abendlande", für die christlichen Lusitanen (Portugiesen) und Spanier gibt es noch genug zu tun. [116]

Als Pedro Alvarez von Cabral im Jahre 1500 zum erstenmale nach Gamas Rückkehr von Kalkutta, nach Indien segeln wollte, wurde seine Flotte von 18 Schiffen durch einen Sturm an die Küsten des jetzigen Brasilien verschlagen und dieses Land dadurch von den Portugiesen entdeckt. Cabral pflanzte am Meerufer ein Kreuz auf und nannte das Land davon Santa Cruz. Als aber später das daselbst wachsende Holz, Brasil mit Namen, bekannt wurde, und dieser Erdstrich durch dasselbe vorzügliche Wichtigkeit für den Handel erlangte, ging nach und nach dasselbe Wort, Brasil, auf das Land selbst über, und bezeichnete von da an das ganze Reich, welches die Portugiesen sich daselbst untertänig gemacht haben. [117]

Der patriotische Camoens hält es für unredlich, dass Magellan, nach mannichfach erlittner übler Behandlung in Portugal seinem König Emanuel und seinem Vaterlande den Rücken kehrte und in die Dienste Carls des Fünften ging, für welchen und durch dessen Unterstützung er denn endlich jene berühmte Straße entdeckte, die noch seinen Nahmen führt. [118]

Was haben die Portugiesen bzw. Hispanier auf ihren Entdeckungsreisen zur Vollendung der Reconquista nicht alles erlebt; sie haben weder Entbehrungen noch Kämpfe mit den Heiden und Mohren (Moslems) gescheut: "Schau! wie sie fröhlich ziehn auf jedem Wege / Gleich tapfern Stieren und gleich starken Leuen, / Nicht matt durch Hunger, nicht durch Wachen träge / Nicht Schwert und Pfeil und Flamm' und Kugel scheuen, / In Sonnenglut und auf des Eispols Stege / Und bei der Heiden und der Mohren Dräuen, / Und, wenn um sie verborgne Fahren schlagen, / Im Schiffbruch und im Meeresgrund nicht zagen." [119]

Die Fortsetzung der Reconquista gegen die Mauren in Afrika war in jenen Zeiten das höchste und glorreichste Unternehmen eines Königs von Portugal. Darum ermuntert Camoens den jungen König Sebastian, die Waffen zu diesem Entzweck zu ergreifen, und verspricht ihm im voraus ein Heldengedicht, um die Taten dieses künftigen Krieges zu verewigen. Während der Reconquista gab es immer auch Rückschläge, dennoch kann die westeuropäische im Gegensatz zur osteuropäischen Reconquista als erfolgreicher angesehen werden. Zwar wurde Nordafrika (Marokko, Algerien, Mauretanien) noch nicht christianisiert bzw. europäisch, Portugal, Spanien, Frankreich wurden jedoch vollständig von den Mauren (Moslems) zurückerobert. Das lässt sich von Griechenland nicht sagen; große Teile Griechenlands wurden nicht zurückerobert und werden daher noch immer von den muslimischen Türken besetzt (Nordzypern, kleinasiatische Küste inkl. Konstantinopel). Zudem haben die Hispanier das Christentum in ganz Afrika, Asien und Südamerika erfolgreich verbreitet. [120]

"Sieh unten, an des roten Meeres Strande,
Socotora die Aloe Dir bringen!
Und andre Inseln an der Küsten Sande
Von Afrika, die einst Ihr sollt bezwingen,
Wo jenes seltnen Balsams unbekannte
Und köstliche Gedüfte mild entspringen,
Und San Lorenzo musst Du dort erkennen,
Das Madagaskar Einige benennen.

Hier saht Ihr nun des Ostens neue Strande,
Die Eure Hand der Welt einst wird erringen,
Seit Euer Mut zum Meere hin sich wandte,
Das Eure Flotten überall bezwingen;
Doch, wisset auch, was noch im Abendlande
Dort einem Lusitanen wird gelingen,
Der, ob ihm abhold auch des Königs Gnade,
Einherziehn wird auf nie geträumtem Pfade.

Sieh jenen Erdstrich weit zusammen hangen
Und hoch vom Nordpol hin nach Süden ragen;
Wo des Metalles reiche Schätze prangen,
Die hell des blonden Phöbus Farbe tragen!
Castilien! Eure Freundin wird erlangen,
Den starren Hals einst in sein Joch zu schlagen,
Denn, mannichfach an Völkern und an Reichen,
Wird dort sich nirgend Brauch und Sitte gleichen.

Doch sollt auch Ihr, wo er sich breitet, finden
Einst noch ein Land, wo rote Wälder stehen;
Sein Name wird das heilge Kreuz verkünden,
Und Eure Flott' es einst vor Allen sehen.
Längst dieser Küste krümmenden Gewinden
In ferne Zonen seine Kiele drehen,
Wird Magellan, durch eine Tat, wie diese,
Doch nicht durch Rechtlichkeit, ein Portngiese.

Mehr als des Weges Hälfte wird er schauen,
Der von der Linie geht zum Pol in Süden,
Und Menschen dort, Giganten gleich, mit Grauen
Erblicken und doch immer nicht ermüden,
Und fürder noch der Straße sich vertrauen,
Der einst sein Name rühmlich wird beschieden,
dass er in Meer' und Länder so wird dringen,
Die Austrus deckt mit seinen kalten Schwingen.

Dies, Lusitanen! sollt Ihr Alles wissen
Von Taten ferner Zukunft auf dem Meere,
Das Ihr so kühn der Dunkelheit entrissen,
Und von der Helden Mut und hoher Ehre!
Doch jetzt, wo, trotzend allen Hindernissen,
Ihr es vollbrachtet, dass die schönen Chöre
Der ewgen Bräute freudig Euch umschlingen,
Und Euerm Haupt des Ruhmes Kränze bringen;

Jetzt mögt Ihr schiffen, da Euch Meer und Winde
So günstig sind, zum teuern Vaterlande,
So sprach sie, und die Helden ziehn geschwinde
Nun fürbas von der Liebe frohem Strande.
Gesorgt ist, dass am Bord sich Vorrat finde,
Und, treu vereint durch frohe schöne Bande,
Geleiten Sie die Nymphen, ihnen eigen,
So lange Sonnenstrahlen niedersteigen.

So schiffen sie auf stiller Fluten Rücken,
Da sanfte Winde folgen ihren Straßen,
Bis sie das schöne teure Land erblicken,
Das sie gebar, und das sie nie vergaßen;
Des Tago Mündung schaun sie mit Entzücken,
Um ihrem Lande, das sie schon umfassen,
Und ihrem König, der sie wollte senden,
Nun Lohn und Ruhm und Titel reich zu spenden.

Nicht weiter! Muse! denn die goldne Leier
Ist nicht mehr rein und rauh die Stimme worden,
Nicht vom Gesang! Nein! weil des Liedes Feier
Nur Tauben tönt und wilden rohen Horden!
Denn jene Gunst, durch die der Geist sich freier
Zum Himmel schwingt in herrlichen Accorden,
Versagt mein Vaterland, das wildem Streben
Und dumpfer Trauer nur sich preisgegeben.

Es ist des Schicksals wunderbares Walten,
dass froher Mut und Lust hier nicht gedeihen,
Durch die sich alle Kräfte hoch entfalten
Und froh sich jedem Unternehmen weihen;
Drum darf ich Dir, o König! nicht verhalten,
Dem Götter zu regieren hier verleihen,
dass Du nur trachten mögest unter Allen,
Ein Herr zu sein von trefflichen Vasallen!

Schau! wie sie fröhlich ziehn auf jedem Wege
Gleich tapfern Stieren und gleich starken Leuen,
Nicht matt durch Hunger, nicht durch Wachen träge
Nicht Schwert und Pfeil und Flamm' und Kugel scheuen,
In Sonnenglut und auf des Eispols Stege
Und bei der Heiden und der Mohren Dräuen,
Und, wenn um sie verborgne Fahren schlagen,
Im Schiffbruch und im Meeresgrund nicht zagen.

Bereit, in Allem willig Dir zu dienen,
Gehorchen sie dem Wort, in ferner Weite
Und, forderst Du das Härteste von ihnen,
Ein jeder eilt, dass er es stracks bereite;
Und wenn der Hölle Geister selbst erschienen,
Sie rüsteten den Heldenarm zum Streite,
Und würden mit Dir jeden Feind bezwingen,
Der Ueberwindung Schmach nie auf Dich bringen.

Drum, König! auch, erfreue sie, beglücke
Mit Deinem Antlitz sie und Huld und Gnade!
Vernichte jene Formen strenger Tücke,
So öffnen sich zur Heiligkeit die Pfade!
Und näher Deinem hohen Throne rücke
Die Männer, die mit wohl erfahrnem Rate
Die Milde einen und es recht verstehen,
Von wo, wohin und wie die Sachen gehen!

In ihren Aemtern walte hold den Deinen!
Verteile sie nach Wandel und Talenten!
Der Priester mög' im Tempel nur erscheinen
Und auf zu Gott für Dich Gebete senden,
Der Erde Ruhm nur eitlen Tand vermeinen,
Mit Buß, und Fasten sich für uns verwenden.
Nie werden, die als wahre Priester leben,.
Nach schnödem Gold und eitler Ehre streben.

Die edlen Ritter halte hoch in Ehren,
Die unerschüttert eignen Bluts nicht schonen,
Des Glaubens Herrschaft immerdar zu mehren,
So wie Dein Reich in unsrer Erde Zonen.
Denn, wenn sie sich auf Dein Gebot bewehren,
Zu siegen in den fernsten Regionen,
muss erst zwiefacher Feind bezwungen werden,
Der Feinde Macht und furchtbare Beschwerden.
...
Doch ich! was red' ich Niederer zum Throne
Zu Dir! der nimmer wohl von mir gehöret? – –
Weil Gott auch aus der Erde niedrem Sohne,
Und aus des Säuglings Munde Lob bescheeret!
Auch ward dem Fleiße Wissenschaft zum Lohne,
Erfahrung, dass nicht Irrtum leicht betöret
Und Kraft und Kunst, wie Du es magst befinden,
So viele Ding' im Liede zu verbinden.

Um Dir zu dienen schwang mein Arm den Degen,
Der Muse weiht' ich mich, um Dich zu singen,
Jetzt fehlt mir noch nur Deines Beifalls Segen,
Der dem Verdienste Glanz und Wert muss bringen.
Kommt dieser mir und Deine Huld entgegen,
Wird Dir die Tat, die Herrliche! gelingen,
Wie mir mein Geist, weissagend, es vertrauet,
Der Deinen, Gott geweihten, Vorsatz schauet.

dass mehr als vor dem Anblick der Meduse
Des Atlas Scheitel Deinem Blick, erbeben,
dass, stürzend in die Flur von Ampeluse,
Marocco, sich Trudante Dir ergeben;
Dann soll die frohe hochgepriesne Muse
In aller Welt Dich König so erheben,
dass Du, der Alexander unsrer Zeiten,
Nie um Homer Achilles sollst beneiden." - Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas X 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Anmerkungen

[1] Vgl. Science Review Letters 2020, 19, Nr. 1114 und Kurse Nr. 633 Luis Vaz de Camões, Nr. 632 Ginés Pérez de HitaNr. 558 Calderon de la Barca, Nr. 563 Miguel de Cervantes, Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 630 Johann Ludwig Tieck, Nr. 629 Voltaire, Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 553 Friedrich Schiller I-II, Nr. 511 J.G.Fichte, Nr. 509 F.W.J. Schelling, Nr. 551 G.W.F. Hegel, Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 557 - Ariosto, Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Ib.
[3] Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas (Lusiade) I
[4] Ib.; zu: Ein Seitenblick des Dichters auf die Kaiser des Occidents und die Könige von Frankreich, welche Letztere den Nahmen der Allerchristlichsten führten. Die Könige des Occidents stehen für die Reconquista in Süditalien, Frankreich, Spanien und Portugal: "Der Mohren böses Volk soll noch erbleichen / Vor Deinem Schwert, dem unser Herz vertrauet, / Die Türken und die Heiden werden sinken." Vgl. Kurse Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 557 - Ariosto, Nr. 630 Johann Ludwig Tieck, Ib.
[5] Ib.
[6] Ib.; zu: Der portugiesische Infant Heinrich der Seefahrer (1394 - 1460) richtet die erste Seefahrtschule der Welt ein und plant die Umsegelung der afrikanischen Westküste, und zwar vor allem "zur Bekämpfung des Islam (Vollendung der Reconquista)" und "zur Eroberung des Hl. Landes mit Hilfe des in Abessinien vermuteten christlichen Reiches des Priesterkönigs Johannes", denn Afrika war noch fast vollständig muslimisch, sozusagen voller muslimisch-türkischer "Räuber-Staaten". 1487 umsegelt Bartolomeo Diaz die Südspitze Afrikas. 1498 findet Vasco da Gama mit drei Schiffen und 150 Matrosen den Seeweg nach Indien; was ihm dabei so alles passiert, schildert der Dichter u.a. in seiner Lusiade. Die afrikanischen Muslime interessieren sich für die Waffen und Schiffe und wollen von da Gama wissen, ob sie Türken seien. Da Gama antwortet, er komme nicht daher, wo "nur schnöde Türken" wohnen, sondern aus Europa, wo die Helden herkommen: "Wir sind in jenem Lande nicht geboren, / Wo lange schon nur schnöde Türken waren; / Wir stammen aus Europa's Heldenlande, / Und schiffen nach des Indus fernem Strande." Vgl. Anm. 4 ff. und Kinder, H. & Hilgemann, W. 1976: Atlas zur Weltgeschichte. München, Paris, Milano, Tokio, Madrid, New York, Baarn, Harmondsworth sowie Kurse Nr. 629 Voltaire, Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 505 Arthur Schopenhauer, Ib.
[7] Ib.
[8] Ib.
[9] Ib.
[10] Ib.; zu: Camões bezeichnet die Moslems in der portugiesischen Kolonie Moçambique als "falsche Mohren". Daran hat sich bis heute nichts geändert und gilt auch für andere Moslems. Wenn Moslems im Unrecht sind oder einen Kampf verloren haben, wollen sie Friedensverträge abschließen, um dann in Ruhe auf "des zweiten Truges List" sinnen zu können. Wie heute mit dem türkischen Präsident, wird ein Scheinfrieden geschlossen, damit die Moslems die Portugiesen "durch ihn, des schlimmen Trugs Geweihten, / Zu sicherem Verderben" hinleiten können. "Allein der Mohr, bekannt mit jenen Ränken, / Die Bacchus arge List ihm dargeliehen, / Will nur in Tod und Knechtschaft sie versenken." Die "falschen Mohren" heißen heute „Al Shabaab“oder "Islamischer Staat" und gehen ähnlich listenreich gegen die Christen vor wie damals als Vasco da Gama dort die Reconqista fortsetzte: "Die Unglücklichen in der Polizeistation von Mocímboa da Praia saßen in der Falle. Von zwei Seiten hatten sich die Dschihadisten der Küstenstadt im Norden Moçambiques genähert. Ein Trupp war mit Schnellbooten von der Seeseite gekommen, der zweite mit Pick-ups aus dem Busch. Es dauerte nicht lange, dann hatten die rund vierzig Islamisten nicht nur die Polizeistation, sondern das gesamte nahe der Grenze zu Tansania gelegene Nest mit seinen rund 30000 Einwohnern in der Gewalt. Sie erschossen die Uniformträger, plünderten die Kaserne, besetzten den Flughafen. Dann hissten sie unter den Blicken der erstarrten Bewohner die schwarz-weiße Fahne der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Es blieb nicht bei der Einnahme von Mocímboa da Praia. Einen Tag später wiederholte sich das Schauspiel in der Stadt Quissanga, dem nicht weit entfernten Sitz der Bezirksverwaltung. Mehr als 30 Menschen wurden bei den beiden Überfällen getötet. Erst einen Tag nach dem Quissanga-Angriff gelang es der Armee, wieder die Kontrolle über die besetzten Gebiete zu erlangen. Nirgendwo sonst auf der Welt wurde im vergangenen Jahr solch eine Zunahme an islamistischer Gewalt registriert wie in Moçambique – allein im Jahr 2020 stieg die Zahl dschihadistischer Angriffe um 300 Prozent... In Mocímboa da Praia hatte der Terrorismus der Islamisten am 5. Oktober 2017 begonnen. Auch damals überfielen die Islamisten Polizeistationen und Kasernen und erbeuteten Kriegsgerät, bevor sie verschwanden. Seither schlagen sie eine Schneise der Gewalt durchs Land. Mehr als 700 Menschen sollen ihrem religiösen Furor mittlerweile zum Opfer gefallen sein, mehr als 200000 wurden nach Angaben des katholischen Erzbischofs Dom Luiz Fernando in die Flucht geschlagen. In der Bevölkerung werden die frommen Mörder „Al Shabaab“ genannt – wie die Terroristen aus Somalia. Sie selbst nennen sich „Ahlu Sunnah wa Jamaa“, was übersetzt soviel wie „Jünger der Tradition und der Gemeinschaft“ bedeutet, und bezeichnen sich als Teil des „Islamischen Staats in der Zentralafrikanischen Provinz“. Über seine Nachrichtenagentur Amaq übernahm der IS auch dieses Mal wieder die Verantwortung für die Attacke." Eine neue List der "falschen Mohren" ist, dass sie quasi als gemeinnütziger Moscheeverein auftreten, ähnlich wie es von Europa bekannt ist. "Normalerweise pflegen die Dschihadisten bei ihren Überfällen denjenigen, die ihnen in die Hände fallen, die Köpfe abzuschneiden und nachher Häuser und Höfe in Brand zu setzen. Diesmal versuchten sie sich als Wohltäter – und verteilten einen Teil des Raubguts, Geld und Lebensmittel, an die Bevölkerung. Dann nahmen sie ein Video auf. Es zeigt ein paar Männer, die in den Uniformen der moçambiquanischen Armee vor dem Gouverneursgebäude von Quissanga aufmarschiert sind. Sie tragen Sturmgewehre und Panzerfäuste und schwenken eine Fahne des IS." Sie fordern, dass die Regierung sich dem Götzen Allah unterwerfe. Es war das erste Mal, dass sich die Terrortruppe öffentlich äußerte; Staatspräsident Filipe Nyusi hatte sie deshalb zuvor „gesichtslos“ genannt. Anfang April 2020, nachdem sie mehrere andere Dörfer und Städte heimgesucht, unter anderem eine katholische Kirche zerstört und einige Geiseln genommen hatten, folgte ein zweites Video. Ihre Gewaltorgien verteidigen die Dschihadisten mit linker marxistischer Ideologie:  Die Regierung sei ungerecht. "Sie demütigt die Armen und belohnt die Bosse. In den Gefängnissen sitzen nur Menschen aus der Unterschicht.“ Dabei wird die ehemalige portugiesische Kolonie seit der Unabhängigkeit im Jahr 1975 von der sozialistischen Befreiungsbewegung Frelimo regiert. Wäre Moçambique portugiesisch und christlich geblieben, ginge es ihr vermutlich besser, denn Marxismus geht Hand in Hand mit Islamismus. Vgl. Anm. 14 und Science Review Letters 2020, 19, Nr. 1114 und FAZ 2020, Nr. 108; Thilo Thielke 2020: Des Dschihads freundliches Gesicht. In Moçambique sind IS-Terroristen auf dem Vormarsch. Neuerdings inszenieren sie sich als Wohltäter. Kapstadt, Frankfurt a.M. sowie Kurse Nr. 633 Luis Vaz de Camões, Nr. 505 Arthur Schopenhauer, Ib.
[11] Ib.
[12] Ib.
[13] Ib.; zu: Sie segeln weiter nach Mombaza in der Hoffnung dort auf Christen zu treffen, allerdings hatte sich auch hier der Islam ausgebreitet und alle hingen "Mahoms schnödem Dienst" (E.T.A. Hoffmann) an: "Nur kann auch dies die Wahrheit nicht begründen, / Da stets der Mohr die alten Tücken nähret, / Denn nirgend sind dort Christen zu befinden, / Und Mahoms Lehren werden nur verehret." Vgl. Anm. 6 und Kurse Nr. 631 Adelbert von Chamisso, Nr. 563 Miguel de Cervantes, Ib.
[14] Ib.; zu: Wie Vasco da Gama in Mombaza, so wird in Europa den Christen offiziell "Freundschaft" entgegengebracht, mit "freudigen Gebärden" werden Christen umarmt von seiten der "gemeinnützigen" muslimischen Moscheevereine: "Zwar ist es Freundschaft, was die Boten bringen, / Doch will darunter Gift sich nur verstecken, / Da nur ihr Trachten steht nach argen Schlingen, / Wie solches sich am Ende wird entdecken." Vgl. Anm. 13 und Kurse Nr. 544 Staats- und Rechtslehre II-III, Nr. 545 Sittenlehre. Ib. 
[15] II; zu: Wenn Staaten von Muslimen regiert werden, sind in der Regel kaum Christen in diesem Staat zu finden, auch wenn sie "lügenhaft" Toleranz predigen; zum Teil wurden diese Staaten als "Schurkenstaat" bezeichnet; auch Vasco da Gama hatte damit zu kämpfen: "Er fragt ihn dann, ob Christus reine Lehren / Das Volk bekenne, wie ihm sei verkündet. / Worauf der Bote, diesen Wahn zu nähren, / Als Wahrheit solches lügenhaft befindet. / So muss sich wohl der Mut im Busen mehren, / Da jeder Argwohn aus der Seele schwindet, / So muss der Held dem falschen Volk wohl trauen / Und sonder Furcht auf diese Kundschaft bauen." Vgl. Anm. 6
[16] Ib.
[17] Ib.
[18] Ib.; zu: Bei Vasco da Gama war das Ziel der Moslems, durch List und eine große Menge Moslems seine Schiffe zu übernehmen, in Europa ist das Ziel, eine kritische Menge Moslems zusammenzuziehen, um dann einzelne Staaten zu übernehmen: "Das Schiff ist fast von Mohren eingenommen, / Die all' empor aus ihren Barken steigen, / Und Alle voll Verlangen sind und Freude, / Als hielten sie schon fest die schöne Beute. / ... So hofften sie mit Arglist im Verbande, / dass wohl der Tapfern Untergang gelänge." Vgl. Anm. 14 
[19] Ib.
[20] Ib.; zu: Aber wie könnte man sich der Muslim-Horden ("böses Volk") erwehren, wie könnte ein Sterblicher "eigne Rettung wagen" in einer von Moslems dominierten Region "wo nur Trug und Lügen walten, / Mit eignem Rat wir ganz verlohren wären", wenn nicht die Gottesmutter sich ihren Schützlingen zuneigt: "O! schlimmer Trug! so plötzlich aufgehellt. / O böses Volk, dem bald wir unterlagen! / Wie mag, von solchen Tücken rings umstellt, / Ein Sterblicher noch eigne Rettung wagen, / Wenn sie, die Schirmerin, von ihrem Throne / Nicht mild sich neigte zu dem Erdensohne!" Vgl. Anm. 18 und Kurse Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Ib.
[21] Ib.
[22] Ib.; zu: Die Muslim-Horden bzw. Türken-Horden ("rohen Türken"), die Indien unterjocht und versklavt hatten, sollen überwunden und ihre Macht in "ewge Fesseln" gebunden werden; Muslims, die ihre Hand gegen christliche Helden erheben, wüten nur gegen sich selbt: "Im wilden Kampf die kriegerischen Horden / Der rohen Türken vielfach überwinden! / Die Herrscher Indiens, zu Sklaven worden, / Soll ihre Hand in ewge Fesseln binden. / ... Die Mohren, die dem Arm der Helden weichen, Ereilt der Tod mit ihrer eignen Lanze, Denn, wer im Kampfe gegen sie entglühte, Soll wissen, dass er gegen sich nur wüte!" Vgl. Anm. 20 und Kurse Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Nr. 630 Johann Ludwig Tieck, Nr. 631 Adelbert von Chamisso, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 629 Voltaire, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 561 Sir Walter Scott, Ib.
[23] Ib.
[24] Ib.; zu: Damit nicht der Europäer heute "vertraue falschem Frieden" bei sogenannten Flüchtlingsabkommen mit der Türkei, muss die Nato die Türken, also die "Die Heiden und die Mohren" überwinden und die Türkei zu einem christlichen Staat machen, wie es die Portugiesen im Orient getan hatten, sonst geraten sie in "das Netz der Falschen"; vor Türken-Horden, also "der Bosheit arger Höllenbande" hilft nicht "Mahom's Irrlehr " sondern nur die christliche Lehre: "Und in das Netz der Falschen möge wagen, / Denn vor der Bosheit arger Höllenbande / muss alle Kraft und alle Kunst verzagen / Und Mut und List kann wenig Hoffnung nähren, / Wenn nicht die Himmel selbst uns Rat gewähren." Vgl. Anm. 22
[25] Ib.
[26] Ib.
[27] Ib.
[28] Ib.
[29] Ib.
[30] III; zu: Nicht nur in afrikanische Ländern, auch  "in Konstantins Bezirken und in Byzanz gebieten rohe Türken". Ganz Griechenland war bis zum Befreiungskrieg gegen die Türken zu "Schmach und Knechtschaft auserkoren." Vgl. Anm. 22 und 24 sowie Kurse Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Ib.
[31] Ib.
[32] Ib.
[33] Ib.
[34] Ib.; zu: Überall in Spanien und Portugal wurden Hagars Söhne zurückgeschlagen, sogar im Heiligen Land waren die Moslems besiegt: "Als Heinrich nun viel Ruhm davon getragen / Und Hagars Söhne vielfach überwunden / Und manche Lande, die ihm nahe lagen, / Durch hohe Tat mit Portugal verbunden. / ... Und dies geschah, als aus dem heil'gen Lande / Jerusalems der tapfre Heinrich kehrte, / Wo er gesehn des Jordans große Strande, / Der Christo einst der Taufe Bad gewährte. / Denn, als zu herrschen im Judäer Lande / Kein Heide mehr dem frommen Gottfried wehrte, / Zog mancher Mitgenosse seiner Taten / Nun wieder in der Heimat eigne Staaten." Vgl. Anm. 4 und Kurse Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Ib.
[35] Ib.; zu: Die Kämpfe der Christen gegen Moslem-Horden während der Reconquista waren, bedingt durch die hohe Vermehrungsrate der Moslem-Clans (Vielweiberei), oft so, "dass Hundert Mohren gegen Einen waren. / Wenn man dies Alles ruhig überdenket, / Will sich der Mut als tollkühn offenbaren, / Den Kampf zu wagen mit dem Feindesheere, / Denn gegen Einen zücken hundert Speere." Vgl. Kurse Nr. 544 Staats- und Rechtslehre II-III, Nr. 545 Sittenlehre. Ib. 
[36] Ib.; zu: Doch durch Tapferkeit und den Beistand der Mutter Gottes und des Gottessohnes siegen die Christen in der Regel gegen die Unbelehrbaren, die Ungläubigen Moslems, die Christus nicht erkennen wollen: "Schon fliehen vor dem jungen Morgenlichte / Vom dunkeln Pol der Sterne kühle Reigen, / Als zu Alphonso heilige Gesichte, / Ihm Mut zu geben, lieblich niedersteigen; / dass sein Gebet sich auf zum Himmel richte, / Will sich Marias Sohn am Kreuze zeigen. / Darauf Alphons, und seine Lippen brennen: / Nicht mich, Ungläubige lehr, dich erkennen!" Vgl. Anm. 20
[37] Ib.
[38] Ib.; zu: Auch wenn die Mauren noch so sehr in der Überzahl sind, das christliche Heer schlägt sie alle, auch das "zum Koran flehen" der Moslems hift ihnen nicht: "Der Christen Heer, in Kampf und Schlacht verloren, / Durchbohrt der Feinde Brust mit Schwert und Lanze, / Halbtote sinken in des Sterbens Wehen / Und Andre wollen noch zum Koran flehen." Vgl. Kurse Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 630 Johann Ludwig Tieck, Nr. 631 Adelbert von Chamisso, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 629 Voltaire, Ib.
[39] Ib.
[40] Ib.
[41] Ib.
[42] Ib.
[43]  IV; zu: Frech, wie die Muslim-Horden ("der Hagar Enkel") schon immer waren "spotten und verhöhnen" sie "der Christen Häuflein und die kleine Macht" und teilen die Beute schon vor dem Kampf auf und nennen die christlichen Gebiete ihr Eigentum: "Die Reiche teilt das Heer der Hagarenen / Als Siegesbeute schon vor Kampf und Schlacht; / Wie sie den Namen einst der Sarazenen / Zu eigen widerrechtlich sich gemacht, / So nennen sie auch sonder Scham und Schande / 
Jetzt Eigentum die schönen fremden Lande." Vgl. Anm. 38
[44] Ib.; zu: Auch wenn der "schnöde Mahomet" Afrika weiter in seinen Krallen hält, Hispaniens Lande sind zurückerobert und sicher vor "Verrat und Schande" wie es den noch verbliebenen Muslim-Ländern blüht: "Ob sie der schnöde Mahomet auch schirmet", die Reconquista "wahrt Hispaniens Lande fortan auf immer vor Verrat und Schande." Vgl. Anm. 43
[45] V; zu: Der portugiesische Infant Heinrich der Seefahrer (1394 - 1460) richtet die erste Seefahrtschule der Welt ein und plant die Umsegelung der afrikanischen Westküste, und zwar vor allem "zur Bekämpfung des Islam (Vollendung der Reconquista)" und zur Eroberung des Hl. Landes: "So dringen wir in jene Regionen, / Die kein Geschlecht noch durfte je gewahren, / Die Inseln schauend und die neuen Zonen, / Die Heinrichs Heldenmut zuerst befahren; / Die Städte, Berge, wo die Mohren wohnen." Vgl. Anm. 6
[46] Ib.
[47] Ib.; zu: 872 wurde unter König Alfons III. mit einem größeren dreischiffigen Bauwerk begonnen. Am 10. August 997 zerstörte Almansor (der unsinnigerweise von Heinrich Heine besungen wird), der Heerführer des Kalifen von Córdoba, die Stadt und die Kathedrale. (Das Grab des Jakobus wurde allerdings nicht beschädigt.) Die Glocken der Kathedrale wurden von versklavten Christen in das 1000 Kilometer entfernte Córdoba geschleppt. (Nach der Eroberung Córdobas am 29. Juni 1236 durch kastilische Truppen ließ man sie durch maurische Sklaven wieder nach Santiago zurückbringen.) Erst unter Alfons VI. wurde die Kirche neu aufgebaut. Die Arbeiten begannen nach verschiedenen Quellen entweder 1075 oder 1078. Um diese Zeit wurde Santiago de Compostela neben Rom und Jerusalem zum bedeutendsten Wallfahrtsort der Christenheit. 1985 wurde Santiago de Compostela von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der Camino de Santiago (Jakobsweg) wurde 1987 zum ersten europäischen Kulturweg erhoben, 1989 fand in Santiago de Compostela der IV. Weltjugendtag statt. Im Jahr 2000 war Santiago de Compostela Kulturhauptstadt Europas. Jakobus der Ältere, der bei der Verklärung Jesu sowie bei dessen Nachtgebet auf dem Ölberg anwesend war, und dessen sterbliche Überreste der Überlieferung nach auf wundersame Weise nach Santiago de Compostela in Spanien kamen (Schrein in der Kathedrale von Santiago de Compostela), ist jährlich das Ziel zehntausender Pilger, die zu Fuß oder per Rad den berühmten Jokobusweg zurücklegen; zudem hat er den Hispanen "Schutz geliehen" bei ihrer Reconquista. Der Tag des Heiligen Jakobus wird am 25 Juli gefeiert: "Sanct Jagos Namen hat empfangen, / Der den Hispanen solchen Schutz geliehen, / Als sie so sieghaft mit den Mohren rangen." Vgl. Anm. 34 ff. und Kurse Nr. 633 Luis Vaz de Camões, Nr. 629 Voltaire, Ib.
[48] Ib.
[49] Ib.; zu: Fast ganz Afrika war damals muslimisch; die Portugiesen hatten damit begonnen Afrika zu christanisieren und von der "Albernheit" des Islams (Ginés Pérez de Hita) abzubringen: "Und Kongos großes Reich ist dort zu finden, / Dem Christi Wort und Lehre wir gegeben." Vgl. Anm. 44 und Kurs Nr. 632 Ginés Pérez de Hita, Ib.
[50] Ib.
[51] Ib.
[52] Ib.
[53] Ib.
[54] Ib.
[55] Ib.
[56] VII
[57] Ib.
[58] Ib.
[59] Ib.
[60] Ib.
[61] Ib.; zu: Er bedauert die europäischen Christen, die nicht in der Lage waren, die heiligen Stätten der Christenheit zu schützen; Moslems haben sie an sich gerissen ("jener argen Hunde schnöde Beute"). Er vergleicht die Europäer mit Cadmus. Als Cadmus, nach der Fabel, seine Kampfgenossen durch eine große Schlange getötet sah, erlegte er dieselbe und säete ihre Zähne auf das Feld. Daraus erwuchsen denn nun freilich bewaffnete Männer, allein es währte auch nicht lange, so fielen sie selbst übereinander her und töteten sich: "O arme Christen! Eines Heils Genossen! / Ihr seid die Zähne, die einst Cadmus streute, / Von denen Jeder, Einem Leib entsprossen, / Zu töten nicht die andern Brüder scheute. / Seht Ihr das Grab, wo Christi Leib verschlossen, / Nicht jener argen Hunde schnöde Beute, / Die, nur zu Eurer Schande eng verbunden, / Des alten Landes Zepter Euch entwunden? / Ihr seht, wie standhaft sie an Jenem halten, / Was Brauch und Satzung Ihnen ist geworden, / Nur gegen Volk, wo Christi Lehren walten, / Einher zu ziehn mit nimmer müden Horden. / Und unter Euch will nur Alecto schalten, / Die Samen streut, dass Brüder Brüder morden! / Wie könnt Ihr je Euch Sicherheit bereiten, / Da Ihr mit ihnen und mit Euch müsst streiten?" Vgl. Anm. 62
[62] Ib.; zu: Durch diese Streitigkeiten in Europa konnte sich der Türke weiter ausbreiten; heute sind die Europäer zwar schon so weit, dass sie nicht mehr untereinander kämpfen, dafür sind sie aber weltanschaulich schon so verblödet, dass sie freiwillig Millionen Muslime und Türken nach Europa einreisen lassen, und ihnen dabei helfen ihre Kinder antichristlich zu erziehen, zum Beispiel durch staatlichen islamischen Religionsunterricht, wie er in Deutschland und anderen europäischen Staaten angeboten wird. Diese islamisch-türkischen Parallelgesellschaften werden vom Staat gefördert und geschützt. So kann ein "türkisches Geschlecht, das sich so breitet und in Europa Wohnplatz sich bereitet" sogar noch besser sich ausbreiten als früher und später nicht nur Konstantinopel sondern auch andere europäische Städte übernehmen: "Und der Erfindung neues wildes Grausen, / Die Tod nur trägt auf flammenden Geschossen, / Mag nur die Wälle von Byzanz umbrausen / Und wo sich sonst des Türken Macht ergossen. / Er kehre nur in seiner Berge Klausen / Am Kaukasus, im Scytenland entsprossen / Ist türkisches Geschlecht, das sich so breitet / Und in Europa Wohnplatz sich bereitet." Vgl .Anm. 14, 24, 35 und 61  sowie Kurse Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 558 Calderon de la Barca, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre II-III, Ib. 
[63] Ib.; zu: Griechen, Armenier usw. wurden von den Türken massakriert und gezwungen "dem schnöden Koran" zu folgen. Zwar ist Griechenland heute weitgehend befreit, doch immer noch ist griechisches Territorium von Türken besetzt, armenische bzw. christliche Gebiete in der Türkei sind nach dem Genozid an Christen vernichtet worden. Hier hätte Europa sich rühmen können "das Siegesschwert zu schwingen". Stattdessen lassen sie die Türken Konstantinopel erobern und sich in der Türkei festsetzen; belohnt werden sie sogar noch mit einer Nato-Mitgliedschaft: "O seht! wie Grieche, Thrake und Armene / In fernem Land zu Euch die Hände ringen, / Gezwungen, ihrer Liebe teure Söhne / Dem schnöden Koran zum Tribut zu bringen. / O! duldet nicht, dass Menschheit so man höhne, / Dort rühmet Euch das Siegesschwert zu schwingen! / Nicht wollet nach der Schmach des Ruhmes streben, / Nur gegen Euch den Arm der Macht zu heben." Vgl. Anm. 62 und Kurse Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 630 Johann Ludwig Tieck, Nr. 631 Adelbert von Chamisso, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 629 Voltaire, Ib.
[64] Ib.; zu: War früher schon Europa "von Blindheit nur geschlagen", so trifft dies heute noch viel mehr zu, nur merkt man es kaum, da es eine schleichende Entwicklung ist. Dort wo Portugal und die Hispanen das Christentum hingebracht haben, hat es sich bis heute stark ausgebreitet, in Asien, Afrika und Südamerika. In der Türkei dagegen gibt es fast gar kein Christentum mehr, wie auch in anderen islamisch dominierten Ländern. Inzwischen ist sogar das Christentum in Europa rückläufig und wird zunehmend durch den (staatlich geförderten) Islam ersetzt: "Doch während Ihr, von Blindheit nur geschlagen, / Euch selbst nur mordet auf des Frevels Bahnen, / Gebricht es nicht an Christenmut und Wagen / Im kleinen Reich der wackern Lusitanen. / In Asien darf es die Krone tragen, / Von Afrikas Gestad' wehn seine Fahnen, / Ihm huldigt selbst der vierte Teil der Erden, / Und wird noch Einer kund, Sein wird er werden!" Vgl. Anm. 63 und 76 sowie Kurse Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 558 Calderon de la Barca, Ib.
[65] VIII; zu: König Alfons Henrique der Erste erblickte von den Höhen von Sintra einst eine Flotte auf dem Meere. Sie näherte sich dem Lande und da sie mit Englischen, Deutschen und andern Nationen Abenteurern bemannt war, welche Kampf und Krieg mit den Ungläubigen suchten, so vermochte Alfonso sie bald, dass sie ihm Lissabon berennen und erobern halfen, welches damals noch in der Gewalt der Mohren (Muslims) war. Anfangs waren die Deutschen noch Christi Streiter: "Dem frommen Bunde müssen Mohren weichen. / Sieh Heinrich dort, in dieser Helden Mitten! / Auf seinem Grab der Palme Wunderzeichen! / Weil Gott es wollte sichtbarlich erklären, / dass Christi Märtyrer die Deutschen wären." Vgl. Kurse Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 560 Walter von der Vogelweide, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Ib. 
[66] Ib.
[67] Ib.
[68] Ib.
[69] Ib.
[70] Ib.
[71] Ib.
[72] Ib.
[73] Ib.
[74] Ib.
[75] Ib.
[76] Ib.; zu: Wie in Deutschland heute auch, werden die großen Dichter und Denker, und die, die im Namen des Kreuzes gegen die ungläubigen Türken und Mohammedaner kämpften, kaum geehrt; stattdessen werden Orden an Unwürdige verteilt, die Türken und andere Moslems nach Deutschland bzw. Europa holen wie die deutsche Bundeskanzlerin und die von ihr Geehrten: "Mit Reichtum prangen und mit Ehrenzeichen / Auch Andre, die im Staub noch eben lagen! / Die Schuld der Herrscher! welche Würden reichen Unwürdigen." Vgl. Anm. 64 und Kurse Nr. 545 Sittenlehre, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre II-III, Ib. 
[77] Ib.; zu: Auch die Ausbreitung des Christentum und Bekämpfung des Islam, die von Heinrich dem Seefahrer und Vasco da Gama vorangetrieben wurden, wird von muslimischen bzw. türkischen Wissenschaftlern in lügenhafter Weise (Geschichtsklitterung) anders interpretiert ("Irrtum ..., den jene schnöde Sekte nur ersonnen"), nämlich als imperiale Kolonisation um diese Länder auszubeuten: "Und ew'ge Feindschaft nicht von allen Seiten / Und Falschheit Adams Kinder hielt gefangen; / So hätt' auch Dich der Irrtum nicht umsponnen, / Den jene schnöde Sekte nur ersonnen." Vgl. Anm. 6 und 76 und Kurse Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Ib.
[78] IX; zu: Was hat der Islam z.B. für Mekka oder Afrika gebracht? Camões meint, Mekka oder Mecca sei "Mit Ruhm durch Mahoms falsche Lehr beraten". Seitdem hat Mekka einen zweifelhaften Ruf. Es gibt sogar ein orientalisches Sprichwort, das da lautet: »Hüte Dich vor dem Hadschi« (islamischer Mekka-Pilger). "Dies Sprichwort ist gut. Dadurch, dass man Hadschi ist, wird man zum Lumpen." (Gustave Flaubert, 1851). Gegen die islamische Sekte empfiehlt Flaubert daher ein ziemlich radikales Mittel: „Im Namen der Menschheit fordere ich, dass der schwarze Stein zermahlen, sein Staub in den Wind gestreut, dass Mekka verwüstet und das Grab von Mohammed entehrt wird. Das ist der Weg, um gegen den islamischen Fanatismus anzugehen.“ Vgl. Kurse Nr. 561 Sir Walter Scott, Nr. 629 Voltaire, Ib.
[79] Ib.; zu: Überall wo muslimische Mohren oder Sarazenen und der türkische Sultan ihre Hände im Spiel hatten, drohte den Portugiesen Vernichtung: "dass dies nur sei der Sarazenen Dichten, / Die Fremden sonder Ursach zu vernichten." Nur ein dem Christentum zugewandter Mohr kann die Portugiesen vor der islamischen Rotte ("Drum wusst' er auch, was diese Rotte dachte, / Und welche wilde Schandtat man beschlossen") bewahren. Er war auch in der Lage, die islamische Irrlehre, "des Irrtums Dunkel zu vertreiben" und sich dem Christentum zuzuwenden: "Und Monçayde, dessen treuem Fleiße / Sie Alles danken, will zurück nicht bleiben / Und sich, begeistert aus der Himmel Kreise, / In Christi Buch als sein Erlöster schreiben. / O, Glücklicher! der, zu der Gottheit Preise, / Vermag des Irrtums Dunkel zu vertreiben, / Und der so weit von seiner Heimat Toren / Den Weg zur wahren Heimat hat erkohren." Vgl. Anm. 63
[80] Ib.
[81] Ib.
[82] X
[83] Ib.
[84] Ib.
[85] Ib.
[86] Ib.
[87] Ib.
[88] Ib.
[89] Ib.
[90] Ib.
[91] Ib.
[92] Ib.
[93] Ib.
[94] Ib.; zu: Die Portugiesen entrollten "des Sieges Fahnen" auch in Arabien. Städte wie das "scheussliche Medina" mussten bangen, ebenfalls Mekka und Djidda konnten ihren "Untergang nur ahnen". Beinahe wäre das Wort eines französischen Schriftstellers schon damals wahr geworden: „Im Namen der Menschheit fordere ich, dass der schwarze Stein zermahlen, sein Staub in den Wind gestreut, dass Mekka verwüstet und das Grab von Mohammed entehrt wird. Das ist der Weg, um gegen den islamischen Fanatismus anzugehen.“(Gustave Flaubert); noch heute gilt das orientalische Sprichwort: »Hüte Dich vor dem Hadschi« (islamischer Mekka-Pilger), denn "dadurch, dass man Hadschi ist, wird man zum Lumpen". Vgl. Anm. 100 und Kurse Nr. 629 Voltaire, Nr. 561 Sir Walter Scott, Ib.
[95] Ib.
[96] Ib.
[97] Ib.
[98] Ib.
[99] Ib.
[100] Ib.; zu: Bei Tschaul lag ein kleines Portugiesisches Geschwader, das von der großen islamischen Flotte hart bedrängt wurde. Doch die Nachfahren Da Gamas waren letztlich siegreich gegen die Muslime, so dass sogar das Zentrum des Islam am roten Meer zu wanken drohte und "das rote Meer erbleichet." Vgl. Anm. 94
[101] Ib.
[102] Ib.; zu: Mascarenhas, Castro und andere Portugiesen kämpften mutig gegen die muslimischen Perser, Abessinier und andere muslimische Feinde. Die Reconquista, die in Frankreich, Spanien und Portugal begonnen hatte wird nun in Afrika, Arabien und Indien fortgeführt: "Und wenn er so die Feinde all geschlagen, / Wird er in Indien den Zepter führen." Seltsame Schwurformeln der Mohammedaner ("Schwört Jeder, seinen Bart mit hohem Mute / Zu baden in der Portugiesen Blute") täuschen nicht darüber hinweg, dass die Reconquista in muslimischen Ländern fortgesetzt wird. Vgl. Anm. 77 ff. und 94 sowie Kurs Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Ib.
[103] Ib.
[104] Ib.
[105] Ib.
[106] Ib.; zu: Ähnlich wie Dante lässt Camões in seinem Epos Vasco da Gama in einer Vision erkennen, wo der Frieden, das Paradies zu finden ist, also alles Dinge, die seine verstockten mohammedanischen Feinde nie sehen werden: "Das ist der Lichtkreis, wo der Frieden sprießet, / Den nur des Guten reine Seele findet, / Und nie ein Andrer fasset und erreichet / Und dem kein Loos der ganzen Erde gleichet. / Hier sind die wahrhaft Göttlichen zu finden." Vgl. Kurs Nr. 562 Dante Alighieri, Ib.
[107] Ib.
[108] Ib.
[109] Ib.; zu: Die Portugiesen brachten das Christentum mit Hilfe des Hl. Thomas nach Indien, gelegen zwischen den Großen Flüssen Indus und Ganges, das damals überwiegend mohammedanisch war und nach "der falschen Götzen Satzung" lebte: "Sieh! die Provinzen zwischen beiden Flüssen, / Wo zahllos mannichfache Völker weben, / Die Mahoms Lehren dort gehorchen müssen, / Hier nach der falschen Götzen Satzung leben. / Und dort! Narsingas Reichen, sollst Du wissen! / Ward Thomas heil'ger Leichnam einst gegeben; / Des tapfern Kämpen in des Glaubens Streite, / Der seine Hand gelegt in Christi Seite. / ... Dich wird der Indus und der Ganges weinen! / Dich, Thomas! jedes Land, das Du durchzogen! / Dich mehr noch jene Gläubigen und Reinen, / Die Christi Lehren durch Dich eingesogen. / Doch sieh des Himmels Engelchor erscheinen / Und wölben Deines Sieges Ehrenbogen! / Du stehst vor Gott! o! fleh um seine Gnade / Für Deiner treuen Lusitanen Pfade!" Vgl. Kurs Nr. 505 Arthur Schopenhauer, Ib.
[110] Ib.
[111] Ib.
[112] Ib.
[113] Ib.
[114] Ib.
[115] Ib.
[116] Ib.
[117] Ib.
[118] Ib.
[119] Ib.
[120] Ib.
 
 






Bartolomé Esteban Murillo, Mondsichelmadonna, 1660-65, Museo del Prado, Madrid

Aber wie könnte man sich der Muslim-Horden ("böses Volk") erwehren, wie könnte ein Sterblicher "eigne Rettung wagen" in einer von Moslems dominierten Region "wo nur Trug und Lügen walten, / Mit eignem Rat wir ganz verlohren wären"
, wenn nicht die Gottesmutter sich ihren Schützlingen zuneigt: 

"O! großes Schicksal! Rätsel unsrer Welt!
O! klarer Wunder Morgenlichtes Tagen!
O! schlimmer Trug! so plötzlich aufgehellt.
O böses Volk, dem bald wir unterlagen!
Wie mag, von solchen Tücken rings umstellt,
Ein Sterblicher noch eigne Rettung wagen,
Wenn sie, die Schirmerin, von ihrem Throne
Nicht mild sich neigte zu dem Erdensohne!" 
- Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas II

Die Kämpfe der Christen gegen Moslem-Horden während der Reconquista waren, bedingt durch die hohe Vermehrungsrate der Moslem-Clans (Vielweiberei), oft so, "dass Hundert Mohren gegen Einen waren. / Wenn man dies Alles ruhig überdenket, / Will sich der Mut als tollkühn offenbaren, / Den Kampf zu wagen mit dem Feindesheere, / Denn gegen Einen zücken hundert Speere." Doch durch Tapferkeit und den Beistand der Mutter Gottes und des Gottessohnes siegen die Christen in der Regel gegen die Unbelehrbaren, die Ungläubigen Moslems, die Christus nicht erkennen wollen:

"Schon fliehen vor dem jungen Morgenlichte
Vom dunkeln Pol der Sterne kühle Reigen,
Als zu Alphonso heilige Gesichte,
Ihm Mut zu geben, lieblich niedersteigen;
dass sein Gebet sich auf zum Himmel richte,
Will sich Marias Sohn am Kreuze zeigen.
Darauf Alphons, und seine Lippen brennen:
Nicht mich, Ungläubige lehr, dich erkennen!"
- Luís Vaz de Camões, Os Lusíadas III
 
 


El Greco, El Salvador, 1612

Luíz Vaz de Camões bedauert die europäischen Christen, die nicht in der Lage waren, die heiligen Stätten der Christenheit zu schützen; Moslems haben sie an sich gerissen ("jener argen Hunde schnöde Beute"). Er vergleicht die Europäer mit Cadmus. Als Cadmus, nach der Fabel, seine Kampfgenossen durch eine große Schlange getötet sah, erlegte er dieselbe und säete ihre Zähne auf das Feld. Daraus erwuchsen denn nun freilich bewaffnete Männer, allein es währte auch nicht lange, so fielen sie selbst übereinander her und töteten sich: "O arme Christen! Eines Heils Genossen! / Ihr seid die Zähne, die einst Cadmus streute, / Von denen Jeder, Einem Leib entsprossen, / Zu töten nicht die andern Brüder scheute. / Seht Ihr das Grab, wo Christi Leib verschlossen, / Nicht jener argen Hunde schnöde Beute, / Die, nur zu Eurer Schande eng verbunden, / Des alten Landes Zepter Euch entwunden? / Ihr seht, wie standhaft sie an Jenem halten, / Was Brauch und Satzung Ihnen ist geworden, / Nur gegen Volk, wo Christi Lehren walten, / Einher zu ziehn mit nimmer müden Horden. / Und unter Euch will nur Alecto schalten, / Die Samen streut, dass Brüder Brüder morden! / Wie könnt Ihr je Euch Sicherheit bereiten, / Da Ihr mit ihnen und mit Euch müsst streiten?" 

Durch diese Streitigkeiten in Europa konnte sich der Türke weiter ausbreiten; heute sind die Europäer zwar schon so weit, dass sie nicht mehr untereinander kämpfen, dafür sind sie aber weltanschaulich schon so verblödet, dass sie freiwillig Millionen Muslime und Türken nach Europa einreisen lassen, und ihnen dabei helfen ihre Kinder antichristlich zu erziehen, zum Beispiel durch staatlichen islamischen Religionsunterricht, wie er in Deutschland und anderen europäischen Staaten angeboten wird. Diese islamisch-türkischen Parallelgesellschaften werden vom Staat gefördert und geschützt. So kann ein "türkisches Geschlecht, das sich so breitet und in Europa Wohnplatz sich bereitet" sogar noch besser sich ausbreiten als früher und später nicht nur Konstantinopel sondern auch andere europäische Städte übernehmen: "Und der Erfindung neues wildes Grausen, / Die Tod nur trägt auf flammenden Geschossen, / Mag nur die Wälle von Byzanz umbrausen / Und wo sich sonst des Türken Macht ergossen. / Er kehre nur in seiner Berge Klausen / Am Kaukasus, im Scytenland entsprossen / Ist türkisches Geschlecht, das sich so breitet / Und in Europa Wohnplatz sich bereitet." 

Griechen, Armenier usw. wurden von den Türken massakriert und gezwungen "dem schnöden Koran" zu folgen. Zwar ist Griechenland heute weitgehend befreit, doch immer noch ist griechisches Territorium von Türken besetzt, armenische bzw. christliche Gebiete in der Türkei sind nach dem Genozid an Christen vernichtet worden. Hier hätte Europa sich rühmen können "das Siegesschwert zu schwingen". Stattdessen lassen sie die Türken Konstantinopel erobern und sich in der Türkei festsetzen; belohnt werden sie sogar noch mit einer Nato-Mitgliedschaft: "O seht! wie Grieche, Thrake und Armene / In fernem Land zu Euch die Hände ringen, / Gezwungen, ihrer Liebe teure Söhne / Dem schnöden Koran zum Tribut zu bringen. / O! duldet nicht, dass Menschheit so man höhne, / Dort rühmet Euch das Siegesschwert zu schwingen! / Nicht wollet nach der Schmach des Ruhmes streben, / Nur gegen Euch den Arm der Macht zu heben." 

War früher schon Europa "von Blindheit nur geschlagen", so trifft dies heute noch viel mehr zu, nur merkt man es kaum, da es eine schleichende Entwicklung ist. Dort wo Portugal und die Hispanen das Christentum hingebracht haben, hat es sich bis heute stark ausgebreitet, in Asien, Afrika und Südamerika. In der Türkei dagegen gibt es fast gar kein Christentum mehr, wie auch in anderen islamisch dominierten Ländern. Inzwischen ist sogar das Christentum in Europa rückläufig und wird zunehmend durch den (staatlich geförderten) Islam ersetzt: "Doch während Ihr, von Blindheit nur geschlagen, / Euch selbst nur mordet auf des Frevels Bahnen, / Gebricht es nicht an Christenmut und Wagen / Im kleinen Reich der wackern Lusitanen. / In Asien darf es die Krone tragen, / Von Afrikas Gestad' wehn seine Fahnen, / Ihm huldigt selbst der vierte Teil der Erden, / Und wird noch Einer kund, Sein wird er werden!" 
 
 




A Sepultura do Luis Vaz de Camões
 


Romanische Klosterkirche des Hl. Peter in Cete, Portugal
 


Batalha Monastery, Portugal
 
 


Renaissance-Fassade der Kirche Nossa Senhora da Conceição Velha, Portal Manuelino, Portugal
 


Santiago de Compostela
872 wurde unter König Alfons III. mit einem größeren dreischiffigen Bauwerk begonnen. Am 10. August 997 zerstörte Almansor (der unsinnigerweise von Heinrich Heine besungen wird), der Heerführer des Kalifen von Córdoba, die Stadt und die Kathedrale. (Das Grab des Jakobus wurde allerdings nicht beschädigt.) Die Glocken der Kathedrale wurden von versklavten Christen in das 1000 Kilometer entfernte Córdoba geschleppt. (Nach der Eroberung Córdobas am 29. Juni 1236 durch kastilische Truppen ließ man sie durch maurische Sklaven wieder nach Santiago zurückbringen.) Erst unter Alfons VI. wurde die Kirche neu aufgebaut. Die Arbeiten begannen nach verschiedenen Quellen entweder 1075 oder 1078. Um diese Zeit wurde Santiago de Compostela neben Rom und Jerusalem zum bedeutendsten Wallfahrtsort der Christenheit. 1985 wurde Santiago de Compostela von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der Camino de Santiago (Jakobsweg) wurde 1987 zum ersten europäischen Kulturweg erhoben, 1989 fand in Santiago de Compostela der IV. Weltjugendtag statt. Im Jahr 2000 war Santiago de Compostela Kulturhauptstadt Europas. Jakobus der Ältere, der bei der Verklärung Jesu sowie bei dessen Nachtgebet auf dem Ölberg anwesend war, und dessen sterbliche Überreste der Überlieferung nach auf wundersame Weise nach Santiago de Compostela in Spanien kamen (Schrein in der Kathedrale von Santiago de Compostela), ist jährlich das Ziel zehntausender Pilger, die zu Fuß oder per Rad den berühmten Jokobusweg zurücklegen; zudem hat er den Hispanen "Schutz geliehen" bei ihrer Reconquista. Der Tag des Heiligen Jakobus wird am 25 Juli gefeiert: "Sanct Jagos Namen hat empfangen, / Der den Hispanen solchen Schutz geliehen, / Als sie so sieghaft mit den Mohren rangen."
 


Luiz Vaz de Camões


Barbarossa, Romantische Darstellung des Kaisers mit seiner Gemahlin Beatrix
 

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Zur Philosophie und Kulturgeschichte von Byzanz, des Mittelalters, der Schule von Chartres, der Renaissance, der Aufklärung, des Idealismus, der Romantik vgl. Kurse: Nr. 551 G.W.F. Hegel, Nr. 511 J.G.Fichte, Nr. 509 F.W.J. Schelling, Nr. 505 Arthur Schopenhauer, Nr. 531 Platon, Nr. 533 Aristoteles, Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 553 Friedrich Schiller I-II, Nr. 554 Friedrich Hölderlin I-II, Nr. 512 Novalis, Nr. 630 Johann Ludwig Tieck, Nr. 631 Adelbert von Chamisso, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 629 Voltaire, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 561 Sir Walter Scott, Nr. 555 Angelus Silesius, Nr. 634 Hans Sachs, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 588 Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Nr. 550 Fjodor M. Dostojewskij I-II, Nr. 506 Wladimir Solowjew. Nr. 618 St. Ephraim der Syrer, Nr. 617 St. Cyrill von Alexandrien, Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Nr. 613 St. Gregor von Nyssa, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 611 St. Johannes Cassianus, Nr. 609 St. Athanasius der Große, Nr. 605 St. Irenaeus von Lyon, Nr. 604 St. Hildegard von Bingen, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 581 Bernhard von Chartres, Nr. 580 Wilhelm von Conches, Nr. 579 Albertus Magnus, Nr. 578 Pierre Abaelard, Nr. 574 Johannes von Salisbury, Nr. 577 Petrus Lombardus, Nr. 576 Gilbert de la Porrée / Gilbert von Poitiers, Nr. 565 Johannes Scotus Eriugena, Nr. 575 Thierry de ChartresNr. 571 Alanus ab Insulis, Nr. 572 Anselm von Canterbury, Nr. 570 St. Hilarius von Poitiers, Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Nr. 568 Nicolaus Cusanus II, Nr. 568 Nicolaus Cusanus III, Nr. 564 St. Ambrosius, Nr. 564 St. Augustinus I, Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 500 St. Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 501 St.Thomas Aquinas: Summa Theologica I., Nr. 502 St.Thomas Aquinas, Sth. I-II, Nr. 582 St.Thomas Aquinas, Sth II-II, Nr. 583 St.Thomas Aquinas, Sth. III, Nr. 566 Meister Eckhart, Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 558 Calderon de la Barca, Nr. 563 Miguel de Cervantes, Nr. 632 Ginés Pérez de Hita, Nr. 633 Luis Vaz de Camões, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 552 William Shakespeare II, Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 560 Walter von der Vogelweide, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 586 Tizian, Nr. 598 El Greco, Nr. 620 Giovanni Battista Tiepolo, Nr. 590 Giovanni Bellini, Nr. 587 Andrea Mantegna, Nr. 595 Jan van Eyck, Nr. 635 Rogier van der Weyden, Nr. 626 Luca Signorelli, Nr. 610 Piero della Francesca, Nr. 596 Perugino, Nr. 522 Raffael (Raffaello Sanzio), Nr. 523 Sandro Botticelli, Nr. 602 Benozzo Gozzoli, Nr. 606 Fra Angelico,Nr. 607 Pinturicchio, Nr. 593 Filippo Lippi, Nr. 594 Filippino Lippi, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 603 Bernard van Orley, Nr. 615 Ambrogio da Fossano detto il Bergognone, Nr. 636 Eugène Delacroix, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Akademie der Kunst und Philosophie



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Letzte Bearbeitung:15.05.2020