Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

Kurs Nr. 510 

F.W.J. Schelling: Philosophie der Offenbarung


 
Im Christentum "gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas", sondern Freiheit und Liebe statt Unfreiheit, wie sie immer noch im Islam anzutreffen ist.

Indem Muslime den Übergang zum Christentum versäumten, schlossen sie sich von dem grossen Gang der Geschichte aus. 
 

Raphaels Disputa

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:
 

Man kann sagen, dass die deutschen Idealisten, ähnlich wie Paulus, Herolde des Gewissens waren. Es ging um die Weiterbildung des Gewissens. Bereits vor dem Christentum war bei Konfizius und den griechischen Philosophen eine Vorbereitungsströmung vorhanden, die später ihre Erfüllung fand und als das neue Weltprinzip bezeichnet wurde. "Das Mysterium, das durch Äonen den Menschengeschlechtern verborgen geblieben ist, jetzt ist es denen geoffenbart, die sich ihm heiligen. Ihnen wollte Gott den Reichtum an Glorie zeigen, die dieses Mysterium unter den Völkern der Welt entfalten soll: das ist der Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit." Nicht in den Völkern, die der Gesetzesströmung angehören, also auch nicht dem auserwählten Volke des Alten Bundes, soll das Offenbarungs-Licht aufgehen, sondern in den "Völkern der Welt", in der heidnischen Strömung des Westens, denen der Gewissens-impuls gegeben worden war. Allerdings geht es nicht um "negatives Gewissen" (schlechtes Gewissen), obwohl das kirchlich-traditionelle Christentum trotz Paulus bis heute daran festgehalten und damit die Überwindung des "Gesetzes-Arabismus" noch nicht vollständig vollzogen hat. Der Siegeszug des Christentums ging zuerst nicht nach Osten, sondern nach Westen und wendete sich an heidnische Griechen, die mit dem Moses-Gesetz in keinerlei Verbindung standen. Vorher hiessen sie "Nazarener", hier wurden sie zum ersten Male "Christen" (Christianoi) genannt. Im Westen entwickelte sich zuerst ein spirituelles Christentum. Wegbereiter war der Paulus-Schüler Dionysius "der Areopagite", zu dessen Ehren in Paris ein Gotteshaus errichtet wurde: Sanct Dionysius (St. Denis). Diese Kathedrale im Norden von Paris ist für Frankreich, ähnlich wie Westminster Abbey in London für England, ein zentrales Nationalheiligtum. An keinem anderen Buch ausser der Bibel haben sich die grossen Denker des Mittelalters wie Johannes Scotus Eriugena, Albertus Magnus und Thomas von Aquin mehr geschult und gebildet als an den dionysischen Schriften. Gleichzeitig hat das spirituelle Christentum in Frankreich aber auch einen schweren Schlag hinnehmen müssen: Vernichtung der Katharer und Templer. Bei Dante wird der Drache als Satan oder Mohammed oder Antichrist gedeutet, Philipp der Schöne von Frankreich, der den Papst in das Exil nach Avignon brachte und durch die Verfolgung der Templer das Christentum schwächte und so den Moslems in die Hände spielte, als Riese [1][2]:
 

"Dann war's, als täte sich die Erde auf 
zwischen den Rädern, und ein Drache stiess
nach oben durch den Wagen seinen Schweif.
Und wie die Wespe, die den Stachel einzieht,
zog er den tückischen Schweif zurück und riss
die Trümmer mit und wandelt schnöd von dannen. 
...
Das so entheiligte Gebilde reckte
an allen Seiten Köpfe aus sich vor:
drei aus der Deichsel, aus den Ecken vier.
Die ersten drei mit Hörnern wie die Ochsen,
die vier ein einziges Horn auf jeder Stirn.
Es war ein nie gesehenes Ungeheuer.
Keck wie auf hohem Berge eine Burg
sass eine ausgeschämte Hure drauf
und äugt aus flinken Wimpern hin und her.
An ihrer Seite sah ich einen Riesen
(es sollte wohl kein andrer sie entführen),
und hin und wieder küssten sich die beiden.
Doch als auf mich ihr lüstern schweifend Schauen
sich richtete, da geisselte der wilde
Geliebte sie vom Haupt bis an die Sohlen.
Voll Argwohn und gar grimmig band er dann
das Ungeheuer los vom Baum und zerrte 
es in den Wald so tief hinein, dass mir
die Hure und das Ungetüm verschwanden."
- Dante Alighieri
Benedikt von Nursia hat in dem entscheidenden 7. Kapitel seiner Regula, das Von der Demut handelt, einen 12-stufigen Kurs vorgezeichnet, den er als klösterliche Analogie zu der Jakob im Traum erschienenen Leiter präsentiert. Auf diesem Wege wird betont, wie wichtig es sei, die "Schweigsamkeit zu bekräftigen und das ungebärdige Lachen zu unterdrücken." Am Ende soll an die Stelle von ständiger Anstrengung die Leichtigkeit des Losgelösten treten und eine gute Gewohnheit (bona consuetudo). "Auch hinsichtlich der Bedeutung von Tränen sind sich die alten und die modernen Kathariker seltsam nahe; schon die Wüstenväter haben die Gabe der Tränen als eine heilversprechende Mitgift gefeiert." Die Verhaltensregeln richteten sich später nicht nur an nicht-christliche Adressaten, die Angehörigen der gentes, die Heiden, also Muslime oder Sarazenen sowie die "perfiden Juden", sondern an die mehr oder weniger frommen Bewohner des christianisierten Europa. Wie hart die "verdammungswürdigen Nichtchristen" früher angefasst wurden, zeigen unter anderem die Schriften des karthagischen Kirchenvaters Tertullian (ca. 155-220). Tertullian gilt aber als der erste Theologe des christlichen Racheverzichts. [3]

Zur Zeit wird in vielen Gemeinden in Europa zum Gebet "für alle Muslime" aufgefordert, "dass sie den Weg zu ihrem Retter Jesus Christus finden mögen." Tausende haben ihn schon gefunden. Ein Iraner sitzt nach dem Taufunterricht in der Kirche und zeigt seine Jesus-Bilder und Kirchenfotos, mit denen er allen Bekannten in Iran seinen Sinneswandel vor Augen geführt hat. Er zeigt auch e-Mails, in denen er beleidigt oder zur Umkehr aufgefordert wird. Sie stammen von seinen früheren Lehrern an einer islamischen Hochschule in Yazd. Ursprünglich habe er selbst ein islamischer Geistlicher werden wollen. Doch in seinem Seminar sei ihm bewusst geworden, wie "verlogen und leer" die Welt des iranischen Klerus sei. "Sie glauben nur an Geld, an sonst nichts." Im Gegensatz dazu habe er den christlichen Glauben als ehrlich und befreiend empfunden. "Ohne Zwang und Bevormundung durch bräsige, engstirnige Mullahs." [4]
 

"Und Jesus trat zu ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes." [5]


Heute wird es immer klarer, die Völker, die Mohammed unterwarf, waren "um Jahrtausende in der Entwicklung zurückgeblieben" (Schelling). Deren Nachkommen - ausschliesslich männliche Jugendliche islamisch-arabischer Herkunft - verursachten zuerst die Pariser Banlieue-Unruhen. Erst durch die Novemberkrawalle wurde die französische Öffentlichkeit darauf aufmerksam, dass in ihrem Land das ganze Jahr über Nacht für Nacht in einer Reihe von Städten durchschnittlich 90 Fahrzeuge in Brand gesteckt werden - "allein im Lauf des Jahres 2005 sollen es über 28.000 gewesen sein." Auf dem "Nullpunkt der Artikulation" angekommen, handelt es sich um eine "radikale Dumpfheit, die sich jeder Gestaltung und jeder Kultivierung verweigert." Die Islamisten und ihre Verweigerungsgesten, die wir aus dem Antimoderismus islamischen Typs kennen, schienen zunächst "nicht mehr zu sein als freche Parasiten der post-kommunistischen Konstellation." Keiner wäre zur Zeit ihrer ersten Auftritte auf den Gedanken gekommen, hier formiere sich so etwas wie eine "orientalische Alternative zum Kommunismus." Heute, bei der Untersuchung der Neuverteilung der Drohpotentiale, muss man sich allerdings fragen, auf welche Weise die islamistische Gefahr eigentlich verstanden werden muss. Birgt sie tatsächlich das Potential, "den Kommunismus als Weltdogma abzulösen", wie man es in radikalislamischen Kreisen zwischen Khartum und Karachi seit zwei Jahrzehnten nicht nur hinter verschlossenen Türen zu hören bekommt. Manche Thinktanks sprechen von der "Notwendigkeit eines umfassenden Kriegsplans gegen den politischen Islam." Damit werden die Figur des Klassenfeindes durch die des Glaubensfeindes und die des Klassenkampfes durch die des Heiligen Krieges ersetzt. Alles ist verankert in der muslimischen Glaubenslehre, die von Anfang an den Kampf gegen die nach ihrer Sicht "Ungläubigen" auf ihre Fahnen geschrieben hatte. Wer den Koran liest, hat es schwer überhaupt einen vernünftigen Gedanken herauszufiltern. Über dieses Befremden helfen auch die Erklärungen der Gelehrten kaum hinweg. Bei gleichbleibend hohen Geburtenraten könnten allein in der arabischen Welt bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts ein Reservoir von mehreren hundert Millionen junger Männer entstehen, das sinnvollerweise zum Christentum konvertiert. Dem wird allerdings von islamischer Seite kräftig entgegengewirkt: In Tausenden von Koranschulen, die jüngst überall aus dem Boden gestampft werden, wo es "aufkochende Jungmännerüberschüsse" gibt, werden die unruhigen Scharen in den Begriffen des Heiligen Krieges gedrillt. Nur ein kleiner Teil wird einen Arbeitsplatz finden im externen Terrorismus oder als islamischer Häuptling einer orientalischen Despotie wie der Vollbluttürke Erdogan. Der weitaus grössere Teil wird nur einen Platz in lebenverbrauchenden Bürgerkriegen auf arabischem Boden finden. Der Fall Iran hat vorgemacht, was dann geschieht. Sosehr es zutrifft, dass die islamische Theokratie auf dem formal und materiell totalitären Anspruch beruht, alles in einer islamisierten Weltgesellschaft nach koranischem Recht zu ordnen, so wenig wäre sie imstande, den ökonomischen, politischen, technischen und künstlerischen Tatsachen des gegenwärtigen Zeitalters zu begegnen. Dem politischen Islam stehen "seine Ungleichzeitigkeit gegenüber der modernen Welt und seine gegenmoderne Grundhaltung an die Stirn geschrieben - hierzu gehören seine gebrochene Beziehung zur globalen Wissenschaftskultur und sein durchgängig parasitäres Verhältnis zur Waffentechnologie des Westens." Die extreme demographische Dynamik der islamischen Welt, deren Einwohnerschaft sich zwischen 1900 und 2000 von 150 Millionen auf 1,2 Milliarden vermehrte, was einer Verachtfachung entspricht, ändert nichts an der Tatsache, dass sich diese "Bevölkerungswaffe" bei fehlenden Expansions -und Auswanderungschancen "gegen ihren Besitzer wenden" muss. Die islamische Ideologie, besonders des radikalen Islamismus, bietet das erste Beispiel einer puren rächerischen Ideologie, die nur strafen kann, aber nichts hervorbringt. "Daß sie exportfähige Kuturschöpfungen zustande bringen, die andernorts eine Libido der Nachahmung wecken, ist unwahrscheinlich, um nicht zu sagen unmöglich." Der Islam hat wenig vorzuweisen, was ihn befähigte, die technologischen, ökonomischen und wissenschaftlichen Existenzbedingungen für die Menschheit des 21. Jahrhunderts kreativ fortzubilden. [6]

Paulus erkannte zurückblickend, was Moses damals noch nicht hatte erkennen können. Das, was die Söhne Israels auf ihrer Wüstenwanderung begleitete, war der Christus. Was auf dem Bege Sinai geschah (Dort hat einst Moses das Gesetz aus Blitz und Donner erhalten), kommt mit dem "Damaskus-Erlebnis" des Paulus an sein Ende, weil Paulus als der neue Moses durch das Christus-Gesetz, das Gesetz der Freiheit, abzulösen hat. [7]
 

"Denn wie viele von euch auf Christus getauft sind, die haben Christus angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Knecht noch Freier, hier ist nicht Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christus Jesus. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben." [8]
Der älteste Sohn Abrahams, Ismael, den die Hagar gebar, war ungeeignet, die von Abraham ausgehende Vererbungsströmung und Volksentwicklung fortzupflanzen. Er wurde mit seiner Mutter aus dem entstehenden Volkszusammenhang ausgeschieden. Von Ismael stammten die arabischen Völkerschaften ab, die später den Islam annahmen und ihre verhängnisvolle Wirkung entfalteten, die bis heute andauert. Die ismaelitische Strömung unterschied sich von der israelitischen, die durch Isaak und Jakob weiterging, durch abstrakten Verstand und Ungezähmtheit des Willens. Paulus fordert die "Ausstoßung des Gesetzes", so wie einst Abraham auf höhere Weisung die "ägyptische Magd" Hagar samt ihrem und seinem Sohn Ismael ausgestoßen hat. 
 
"Denn es steht geschrieben, daß Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd, den anderen von der Freien. Aber der von der Magd war nach dem Fleisch geboren; der aber von der Freien ist durch die Verheißung geboren. Diese Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testamente: eins von dem Berg Sinai, das zur Knechtschaft gebiert, welches ist die Hagar; denn Hagar heißt in Arabien der Berg Sinai und ist ein Gleichnis für das Jerusalem dieser Zeit, das dienstbar ist mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist das Freie; die ist unsere Mutter.... Ihr aber, liebe Brüder, seid wie Isaak Kinder der Verheißung. Aber wie zu jener Zeit der nach dem Fleisch Geborene verfolgte den, der nach dem Geist geboren war, so geht es auch jetzt. Doch was spricht die Schrift (1 Mose 21,10)? 'Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien' . So sind wir nun, liebe Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien." [9]
Im Christentum "gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas", sondern Freiheit und Liebe statt Unfreiheit, wie sie immer noch im Islam anzutreffen ist. Unfreiheit hat immer etwas zu tun mit Ungeist, Koranschule, Moschee, Antichrist, keine Zukunft. [10]

Leider haben später kirchlich-dogmatische Tendenzen zu Verarmungen der Heiligen Schrift geführt. Mit der gnostischen Literatur wurden viele apokryphe Schriften, die zum Umkreis des Neuen Testamentes gezählt hatten, ausgerottet, weil darin zu viel über die übersinnlichen Weltzusammenhänge ausgesagt war. Dazu wurden die in den Kanon aufgenommenen Schriften im kirchlichen Sinne retouchiert. [11]

Die Auferstehung Christi kann man auch als Mysterium der Wandlung bezeichnen. "Wandlung" ist auf der einen Seite die durch die Kraft des Auferstandenen fortwährend mögliche Durchgeistigung des Irdischen, die Hereinholung des Zukünftigen. Sie ist auf neuer Stufe die "Wiederherstellung des paradiesischen Urbildes von Mensch und Schöpfung, das noch in der Gloria Gottes leuchtete." Das von Paulus für "Wandlung" gebrauchte Wort katallage, ist dadurch unkenntlich gemacht worden, dass man in ihm, schon von der lateinischen Bibel an, vor allem einen Begriff sah, der die Rückführung des Gewordenen auf seinen Ursprung ausdrückt. Hinzu kam auch hier die alttestamentlich-juristische Nuance. So lautet das lateinische Wort reconciliatio, was Luther folgerichtig, weil es ja auch seiner Vorstellung von Gott als dem zürnenden Richter entsprach, mit "Versöhnung" übersetzte. Paulus spricht von der neuen geistigen Leiblichkeit, und sein Wort steigert sich zu hymnischer Grösse bis hin zu dem Satz, der durch keinerlei Übersetzung verkleinert werden kann: [12]
 

"Ist Jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden." [13]


Die neue Erde, der neue Kosmos, hat im Menschen, der das Geheimnis der Auferstehung, in sich aufgenommen hat, seinen Keim gefunden. "Wandlung" ist kein solches gefühlsbetontes Seelenwort wie "Versöhnung". Es ist zudem in einer Ära, die im "fortschrittlichen" Teil der Christenheit vom Geheimnis der "Transsubstantiation" nichts mehr wissen wollte und nichts mehr verstand, eine unpopuläre, wenn nicht gar unbekannte Vokabel geworden - dabei könnte sie eine "unegoistische objektive Weite in das religiöse Empfinden hineintragen." Die Worte, die Luther so wiedergibt: "er hat uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt", lauten im Urtext ganz anders. Luther hat, was Paulus hier sagt, bereits den Verhältnissen angepasst, die durch das "bloße Prediktwesen des Protestantismus" bestimmt sind. Wörtlich steht da: "das Amt der Wandlung". Der charakter des "Amtes" ist unverkennbar: Es handelt sich um das priesterliche Amt, das im Griechischen diakonia heisst. Das Herzstück des priesterlichen Handelns ist der Vollzug der Transsubstantiation. Eben dis ist gemeint: "Er hat uns den Priesterdienst der Wandlung aufgetragen." Entsprechend handelt es sich da, wo Luther übersetzt: "er hat unter uns das Wort der Versöhnung aufgerichtet", nicht um ein Thema der Verkündigung oder Predigt. "Wort" heisst hier Logos, also nicht nur das Wort, durch das wir einander etwas mitteilen, sondern das Wort, durch dessen Aussprechen etwas geschieht, wie im Schöpfungsurbeginn die Welt durch das Wort entstand. [14]
 

"Erde, ist es nicht dies, was du willst: unsichtbar in uns erstehn? - Ist es dein Traum nicht, einmal unsichtbar zu sein? - Erde! Unsichtbar! Was, wenn Verwandlung nicht, ist dein drängender Auftrag?" [15] - R.M. Rilke 

"Die Hauptwohltat des Christentum war die Befreiung vom Heidentum" - F.W.J. Schelling

"Christus sagt: Ich bin der Weg, und Niemand kommt zum Vater als durch mich." - schon gar nicht durch Mohammed. Indem die Heiden, heute vor allem Moslems, den Übergang zum Christentum versäumten, "schlossen sie sich von dem grossen Gang der Geschichte aus." - F.W.J. Schelling
 

Rilke hat in einem Brief einen ausführlichen Kommentar gegeben, aus dem hervorgeht, dass er die innerliche Verarbeitung der Wahrnehmungswelt nicht nur für einen spiegelbildlichen Abglanz des Seins ohne Wirklichkeitscharakter hält, sondern davon durchdrungen ist, dass die im Menschen geistig aufleuchtende Erscheinungswelt als eine Wirklichkeit von höherer Ordnung und Intensität zu gelten hat. Ähnlich wie Schelling und Novalis schreibt Rilke: "Unsere Aufgabe ist es, diese vorläufige, hinfällige Erde uns so tief, so leidend und leidenschaftlich einzuprägen, dass ihr Wesen in uns unsichtbar wieder aufsteht. Wir sind die Bienen des Unsichtbaren. Nous butinons éperdument le miel du visible, pour l'accumuler dans la grande ruche d'or de l'Invisible." Ein Mensch, der zwar viel erlebt hat, aber nur an der Aussenseite der Dinge haftengeblieben ist, ohne ihr Wesenhaftes zu erkennen, bleibt innerlich leer. Ein anderer, der vielleicht in Stille und Zurückgezogenheit gelebt hat, sich aber zu ihrem geistigen Gehalt durchgedrungen ist, trägt ein reiches, erfülltes Ich in sich. Wie Vergangenheit und Zukunft in gesunder Weise nur von der Gegenwart aus gefunden und bewertet werden können, so kann nur das Sohnes-Bewusstsein des "Ich-bin" den Zugang zur Welt des Vaters und des Geistes eröffnen. Damit sind zwei wichtige Erkenntnisse gewonnen, die aber heute kaum verstanden werden. Christus sagt: "Niemand kommt zum Vater denn durch mich". Auch wenn dieser Anspruch Christi nicht nur in ausserchristlichen Kreisen als ein Stein des Anstosses gesehen wird, handelt es sich um die Verkündigung einer für alle Menschen geltenden Heilstatsache. Alles Vergangene, das nicht in lebendiger Weise auf die Gegenwart bezogen wird, muss notwendigerweise in Erstarrung und Verhärtung führen. Religionen, die in einseitiger Weise nur in die Vergangenheit zurückschauen und auf eine einmalige Offenbarung blicken, die dann meist zum Gesetz erstarrt überliefert wird, sind "Vaterreligionen". Besonders typisch dafür ist der Mohammedanismus.  [16] 
 
"Denn, nicht weil es ein Christentum gibt, darum existiert jene Idee, sondern umgekehrt vielmehr, weil diese Idee die ursprünglichste von allen ist, darum gibt es ein Christentum." - F.W.J. Schelling

"Gerade da, an diesem Punkt der Entwicklung, wo die starre, einseitige Einheit ganz überwunden war, musste die alte Urreligion noch einmal sich aufrichten - blind und fanatisch, wie sie gegen die viel entwickeltere Zeit nicht anders erscheinen konnte. Die Reaktion ist nicht bloß der zu Mohammeds Zeit zum Teil selbst unter dem Teil der Araber, der das nomadische Leben nicht verlassen hatte, eingerissenen Abgötterei, sondern weit mehr der scheinbaren Vielgötterei des Christentums, dem Mohammed den starren unbeweglichen Gott der Urzeit entgegenstellte." - F.W.J. Schelling

Die Völker, die Mohammed unterwarf, waren "um Jahrtausende in der Entwicklung zurückgeblieben". - F.W.J. Schelling
 

Eine weitere wichtige Erkenntnis bezieht sich auf die Frage nach dem Ausgang des Heiligen Geistes, die unter dem Namen "filioque-Streit" in die Dogmengeschichte eingegangen ist. Im westlichen Christentum gilt die berechtigte Auffassung, dass der heilige Geist auch vom Sohn ausgeht. Wie es typische Vaterreligionen gibt, so gibt es auch Versuche zu einer Religionen des Heiligen Geistes. In gewissen christlichen Sekten besteht häufig die Neigung, unter Verkennung der Gegenwart einseitig in religiösen Zukunftsvorstellungen zu leben. Sie suchen das Reich des Heiligen Geistes, doch betrachten sie es unter Nichtberücksichtigung der Entwicklungsgesetze oft als zu eng an die Gegenwart gebunden. Wenn aber die Forderung des Sohnes zu einer lebendigen Gegenwartserfassung nicht voll erfüllt wird, droht der Sturz in die Illusion. An Stelle des Heiligen Geistes tritt unbemerkt der Geist der Täuschung. Wer an der Aufgabe der geistigen Durchdringung des Augenblicks vorbeigeht, kommt notwendigerweise auch in ein falsches Verhältnis zum Vergangenen und Zukünftigen. [17] 

Das uralte Mysterienwissen von der Trichotomie der Menschennatur nach Leib Seele und Geist, das noch im Urchristentum als selbstverständlich vorausgesetzt wird, ging verloren. Während die grossen Kirchenväter bis zu Tertullian, Clemens und Origenes an jener alten Überzeugung festhielten, wurde sie von den späteren Theologen kaum noch begriffen. [18] 

Die abklingende Vateroffenbarung der Vergangenheit gibt keine Möglichkeit mehr her, den Menschen zu verstehen. Dazu muss die Wendung zum Sohne vollzogen werden. Man klammert sich aber verzweifelt an die alten Begriffe, die doch einmal gestimmt haben, und versucht höchstens sie äusserlich ein wenig zu modifizieren. "Alle diese Restaurationsbestrebungen können aber nur in weitere Katastrophen führen." Ganz zu schweigen von Reformierungen des Islams; diese sind von vornherein zum Scheitern verurteilt, da hier der Schritt vom Vater zum Sohn nicht vollzogen werden kann. Am Islam kann man deutlich sehen, dass der Schritt vom Vater zum Sohn längst nicht mehr eine Angelegenheit des privaten religiösen Bekenntnisses ist, sondern eine Lebensnotwendigkeit für die Menschheit. [19] 

Das Trinitätsproblem ist in Wahrheit das brennendste Problem der Menschheit. Nur muss es endlich von seinen theologischen Fesseln befreit werden. Die christlichen Konfessionen haben den Übergang vom Vater zum Sohne selber nur in einem allzu beschränkten Maße vollzogen. Vieles von dem, was heute unter dem christlichen Namen verkündet wird, ist im Grunde nachklingende jüdische Vaterreligion, die sich später im Islam manifestiert hat. Deshalb wird dem Islam auch so viel Verständnis seitens der Kirchenvertreter - einschliesslich Papst - entgegengebracht. [20] 

Christus vollbringt an einem Menschen urbildlich das, was in der Zukunft mit allen Menschen geschehen soll. Wenn die Seele einmal ganz unter die Herrschaft des wahren Ich gekommen sein wird, so wird etwas Neuartiges entstehen. Zum Beispiel durch echte Kunst wirkt man heilend bis auf seine Lebenskräfte. Christus sagt: "Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme des lebendigen Wassers fliessen." Es wird der "unverwesliche geistige Leib" des himmlischen Menschen sein, der sich einst dem Tode entringen soll. Das Physische wird dann im Sinne der väterlichen Substanz der Ur-Schöpfung wiederhergestellt sein. Durch den "ersten Adam" sind die Sünde und der Tod in die Welt gekommen. Durch den neuen Adam können die Heiligung, Verklärung und Auferstehung kommen. Christus ist der neue geistige Ahnherr, von dem reale Verjüngungskräfte ausgehen, wie von einem physischen Ahnen die Kräfte der Vererbung. [21] 

 
"Möchte aber jemand sagen: Wie werden die Toten auferstehen, und mit welchem Leibe werden sie kommen? Du Narr: was du säest, wird nicht lebendig, es sterbe denn. Und was du säest, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, etwa Weizen oder der andern eines. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, und einem jeglichen von den Samen seinen eigenen Leib. Nicht ist alles Fleisch einerlei Fleisch; sondern ein anderes Fleisch ist der Menschen, ein anderes des Viehs, ein anderes der Fische, ein anderes der Vögel. Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen Körper und eine andere die irdischen. Einen anderen Glanz hat die Sonne, einen anderen Glanz hat der Mond, einen anderen Glanz haben die Sterne; denn ein Stern übertrifft den andern an Glanz. So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich, und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Unehre, und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit, und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib, und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib. Wie es geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, "ward zu einer lebendigen Seele", und der letzte Adam zum Geist, der da lebendig macht. Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche; danach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der andere Mensch ist vom Himmel. Welcherlei der irdische ist, solcherlei sind auch die irdischen; und welcherlei der himmlische ist, solcherlei sind auch die himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, also werden wir auch tragen das Bild des himmlischen." [22]

Die Offenbarung des Johannes

Grundsätzlich muss sich jeder fragen, gibt es nur Sinnloses, Zufälliges wie die neutige Naturwissenschaft es annimmt, oder gibt es - wie schon Platon und Aristoteles sagen - Harmonie, Ideenwelt, Weltenplan oder wie Leibniz es formulierte, eine "prästabilisierte Harmonie". Was hat es zum Beispiel mit dem heute zerstörten salomonischen Tempel auf dem Tempelberg auf sich? War es vorgesehen, dass die Heiden, heute die Moslems, den Tempelberg für sich beanspruchen?
 
"Und es ward ein Rohr gegeben, einem Stecken gleich, und er sprach: Stehe auf und miß den Tempel Gottes und den Altar und die darin anbeten. Aber den Vorhof außerhalb des Tempels wirf hinaus und miß ihn nicht; denn er ist den Heiden zugeteilt, und die heilige Stadt werden sie zertreten vierundzwanzig Monate." [23]
Die Bundeslade des israelischen Tempels in Jerusalem ging auf Moses zurück. Sie stand im Allerheiligsten des salomonischen Tempels. Den Inhalt kannten nur die Eingeweihten, zuletzt die Templer. Weder im alten Testament noch in der koranischen Sekte ist das Geheimnis enthüllt; erst im Neuen Testament erfahren wir mehr: 
 
"Hinter dem andern Vorhang aber war die Hütte, die da heißt das Allerheiligste; die hatte das goldene Räuchfaß und die Lade des Testaments allenthalben mit Gold überzogen, in welcher war der goldene Krug mit dem Himmelsbrot und die Rute Aarons, die gegrünt hatte, und die Tafeln des Testaments; obendarüber aber waren die Cherubim der Herrlichkeit, die überschatteten den Gnadenstuhl; von welchen Dingen jetzt nicht zu sagen ist insonderheit." [24]
In der Offenbarung des Johannes enthüllt sich mehr und mehr das Wesen des Widersachers und Antichristen:
 
"Und es erschien ein großes Zeichen im Himmel: ein Weib, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone mit zwölf goldenen Sternen. Und sie war schwanger und schrie in Kindesnöten und hatte große Qual zur Geburt. Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen; und sein Schwanz zog den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Und der Drache trat vor das Weib, die gebären sollte, auf daß, wenn sie geboren hätte, er ihr Kind fräße. Und sie gebar einen Sohn, ein Knäblein, der alle Heiden sollte weiden mit eisernem Stabe. Und ihr Kind ward entrückt zu Gott und seinem Stuhl. Und das Weib entfloh in die Wüste, wo sie einen Ort hat, bereitet von Gott, daß sie daselbst ernährt würde tausend zweihundertundsechzig Tage. Und es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen; und der Drache stritt und seine Engel, und siegten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführt, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen.  Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unsers Gottes geworden und die Macht seines Christus, weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklagte Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel und die darin wohnen! Weh denen, die auf Erden wohnen und auf dem Meer! denn der Teufel kommt zu euch hinab und hat einen großen Zorn und weiß, daß er wenig Zeit hat. Und da der Drache sah, daß er verworfen war auf die Erde, verfolgte er das Weib, die das Knäblein geboren hatte. Und es wurden dem Weibe zwei Flügel gegeben wie eines Adlers, daß sie in die Wüste flöge an ihren Ort, da sie ernährt würde eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit vor dem Angesicht der Schlange. Und die Schlange schoß nach dem Weibe aus ihrem Munde ein Wasser wie einen Strom, daß er sie ersäufte. Aber die Erde half dem Weibe und tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Munde schoß. Und der Drache ward zornig über das Weib und ging hin zu streiten mit den übrigen von ihrem Samen, die da Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu Christi. [25]
Auch wenn die heutigen christlichen Konfessionen vermeiden es auszusprechen, die Offenbarung und viele Philosophen wie zum Beispiel Schelling oder Dante sprechen es deutlich aus:
 
"Und ich trat an den Sand des Meeres und sah ein Tier aus dem Meer steigen, das hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Häuptern Namen der Lästerung. Und das Tier, daß ich sah, war gleich einem Panther und seine Füße wie Bärenfüße und sein Mund wie eines Löwen Maul. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Stuhl und große Macht. Und ich sah seiner Häupter eines, als wäre es tödlich wund; und seine tödliche Wunde ward heil. Und der ganze Erdboden verwunderte sich des Tieres und sie beteten den Drachen an, der dem Tier die Macht gab, und beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich, und wer kann mit ihm kriegen? Und es ward ihm gegeben ein Mund, zu reden große Dinge und Lästerungen, und ward ihm gegeben, daß es mit ihm währte zweiundvierzig Monate lang und es tat seinen Mund auf zur Lästerung gegen Gott, zu lästern seinen Namen und seine Hütte und die im Himmel wohnen. Und ward ihm gegeben, zu streiten mit den Heiligen und sie zu überwinden; und ward ihm gegeben Macht über alle Geschlechter und Sprachen und Heiden. Und alle, die auf Erden wohnen, beten es an, deren Namen nicht geschrieben sind in dem Lebensbuch des Lammes, das erwürgt ist, von Anfang der Welt. Hat jemand Ohren, der Höre! So jemand in das Gefängnis führt, der wird in das Gefängnis gehen; so jemand mit dem Schwert tötet, der muß mit dem Schwert getötet werden. Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen. Und ich sah ein anderes Tier aufsteigen aus der Erde; das hatte zwei
Hörner gleichwie ein Lamm und redete wie ein Drache. Und es übt alle Macht des ersten Tiers vor ihm; und es macht, daß die Erde und die darauf wohnen, anbeten das erste Tier, dessen tödliche Wunde heil geworden war; und tut große Zeichen, daß es auch macht Feuer vom Himmel fallen vor den Menschen; und verführt, die auf Erden wohnen, um der Zeichen willen, die ihm gegeben sind zu tun vor dem Tier; und sagt denen, die auf Erden wohnen, daß sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war. Und es ward ihm gegeben, daß es dem Bilde des Tiers den Geist gab, daß des Tiers Bild redete und machte, daß alle, welche nicht des Tiers Bild anbeteten, getötet würden. Und es macht, daß die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Knechte-allesamt sich ein Malzeichen geben an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, daß niemand kaufen oder verkaufen kann, er habe denn das Malzeichen, nämlich den Namen des Tiers oder die Zahl seines Namens. Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tiers; denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist
sechshundertsechsundsechzig." [26]

"Und der dritte Engel folgte diesem nach und sprach mit großer Stimme: So jemand das Tier anbetet und sein Bild und nimmt sein Malzeichen an seine Stirn oder an seine Hand, der wird vom Wein des Zorns Gottes trinken, der lauter eingeschenkt ist in seines Zornes Kelch, und wird gequält werden mit Feuer und Schwefel vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm." [27]

"Und der fünfte Engel posaunte: und ich sah einen Stern, gefallen vom Himmel auf die Erde; und ihm ward der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds gegeben. Und er tat den Brunnen des Abgrunds auf; und es ging auf ein Rauch aus dem Brunnen wie ein Rauch eines großen Ofens, und es ward verfinstert die Sonne und die Luft von dem Rauch des Brunnens. Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken auf die Erde; und ihnen ward Macht gegeben, wie die Skorpione auf Erden Macht haben. Und es ward ihnen gesagt, daß sie nicht beschädigen das Gras auf Erden noch ein Grünes noch einen Baum, sondern allein die Menschen, die nicht haben das Siegel Gottes an ihren Stirnen. Und es ward ihnen gegeben, daß sie sie nicht töteten, sondern sie quälten fünf Monate lang; und ihre Qual war wie eine Qual vom Skorpion, wenn er einen Menschen schlägt. Und in den Tagen werden die Menschen den Tod suchen, und nicht finden; werden begehren zu sterben, und der Tod wird vor ihnen fliehen. Und die Heuschrecken sind gleich den Rossen, die zum Kriege bereitet sind; und auf ihrem Haupt wie Kronen, dem Golde gleich, und ihr Antlitz gleich der Menschen  Antlitz; und hatten Haare wie Weiberhaare, und ihre Zähne waren wie die der Löwen; und hatten Panzer wie eiserne Panzer, und das Rasseln ihrer Flügel wie das Rasseln an den Wagen vieler Rosse, die in den Krieg laufen; und hatten Schwänze gleich den Skorpionen, und es waren Stacheln an ihren Schwänzen; und ihre Macht war, zu beschädigen die Menschen fünf Monate lang. Und hatten über sich einen König, den Engel des Abgrunds, des Name heißt auf hebräisch Abaddon, und auf griechisch hat er den Namen Apollyon. Ein Wehe ist dahin; siehe, es kommen noch zwei Wehe nach dem. Und der sechste Engel posaunte: und ich hörte eine Stimme aus den vier Ecken des goldenen Altars vor Gott, die sprach zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte: Löse die vier Engel, die gebunden sind an dem großen Wasserstrom Euphrat. Und es wurden die vier Engel los, die bereit waren auf die Stunde und auf den Tag und auf den Monat und auf das Jahr, daß sie töteten den dritten Teil der Menschen. Und die Zahl des reisigen Volkes war vieltausendmal tausend; und ich hörte ihre Zahl. Und also sah ich die Rosse im Gesicht und die daraufsaßen, daß sie hatten feurige und bläuliche und schwefelige Panzer; und die Häupter der Rosse waren wie die Häupter der Löwen, und aus ihrem Munde ging Feuer
und Rauch und Schwefel. Von diesen drei Plagen ward getötet der dritte Teil der Menschen, von dem Feuer und Rauch und Schwefel, der aus ihrem Munde ging. Denn ihre Macht war in ihrem Munde; und ihre Schwänze waren den Schlangen gleich und hatten Häupter, und mit denselben taten sie Schaden. Und die übrigen Leute, die nicht getötet wurden von diesen Plagen, taten nicht Buße für die Werke ihrer Hände, daß sie nicht anbeteten die Teufel und goldenen, silbernen, ehernen, steinernen und hölzernen Götzen, welche weder sehen noch hören noch wandeln können; und taten auch nicht Buße für ihre Morde, Zauberei, Hurerei und Dieberei." [28]

"Satan ist Urheber und daher überall auch Repräsentant des Heidentums." Mohammed und Diejenigen, die im Islam angebetet werden, sind die Repräsentanten der Finsternis. Islam bedeutet nichts anderes als eine Art Satans-Kult. Denn nach dem Christentum kann keine Religion mehr gegründet werden. - F.W.J. Schelling
 

Im 9. Kapitel der Offenbarung wird die Menschheit behandelt, die sich noch nicht dem Göttlichen angeschlossen hat. Sie sind über alle Erdenorte und Erdenzeiten verteilt. Sie erscheinen als Bild der "Heuschrecken" und sind das Ergebnis der Verzerrung und Verfälschung des Menschen durch den Widersacher. Das äussert sich vor allem durch den Ichverlust. Thomas von Aquin hat diese Ichlosigkeit in der Philosophie der islamischen Gelehrten nachgewiesen. Die eine Seite der Wirkung des Widersachers ist die Entichung des Menschen, wie sie heute vor allem in der islamischen Welt zu beobachten ist; die andere die Verstrickung des Menschen in seine niedere Leidenschaftsnatur, die seelenlose Nützlichkeitsintelligenz und den Materialismus. Mit den zehn Königen sind durchaus muslimische Königreiche gemeint, kleinere und grössere ichlose Gruppen (Gog und Magog); aber genauso wie mit dem "falschen Prophet" nicht nur Mohammed gemeint ist, gibt es auch unter scheinbar christlichen "Königen" viele Materialisten. [29]
 
"Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, das sind zehn Könige, die das Reich noch nicht empfangen haben; aber wie Könige werden sie eine Zeit Macht empfangen mit dem Tier. Die haben eine Meinung und werden ihre Kraft und Macht geben dem Tier. Diese werden streiten mit dem Lamm, und das Lamm wird sie überwinden (denn es ist der Herr aller Herren und der König aller Könige) und mit
ihm die Berufenen und Auserwählten und Gläubigen." [30]

"Und wenn tausend Jahre vollendet sind, wird der Satanas los werden aus seinem Gefängnis und wird ausgehen, zu verführen die Heiden an den vier Enden der Erde, den Gog und Magog, sie zu versammeln zum Streit, welcher Zahl ist wie der Sand am Meer. Und sie zogen herauf auf die Breite der Erde und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel Feuer von Gott aus dem Himmel und verzehrte sie. Und der Teufel, der sie verführte, ward geworfen in den feurigen Pfuhl und Schwefel, da auch das Tier und der falsche Prophet war; und sie werden gequält werden Tag und Nacht von Ewigkeit zu Ewigkeit." [31]
 

Schon vor Aristoteles war bekannt, dass der Kosmos mehr ist, als unser Verstand begreifen kann, besonders was unsere materialistischen Physiker betrifft; man wusste, der Kosmos lässt nur das Gute, Schöne und Wahre zu. "Gericht gehalten von den Mächten des Kosmos wird nicht bloß zu bestimmten Zeiten", sondern während der ganzen Erdenentwicklung. 
 
"Kosmos nun ist ein Gebäude aus Himmel und Erde und den darin enthaltenen Wesenheiten. In anderem Sinn nennt man Kosmos auch die Ordnung und Einrichtung des Alls, die von Gott und durch Gott bewahrt wird." [32] - Aristoteles
Dante spricht in seiner "Göttlichen Komödie" von einer Schicht im Kosmos, die Streit und Disharmonie verursacht, die Kains-Schlucht. Diese Schicht hat das Böse in die Welt gebracht. Man kann auch sagen, vom Erdkern geht die Kraft des geistig Bösen aus, "durch dessen Einfluss auf der Welt schwarze Magie entsteht." Eine Ansammlung böser Leidenschaften und Kräfte können sogar Erdbeben und Vulkanausbrüche begünstigen. [33]

Die Frage nach dem Menschen kann nur durch den Blick auf Christus beantwortet werden. In der Gestalt des Christus ist die Selbstlosigkeit Wirklichkeit geworden. Selbstlosigkeit ist jedoch nicht Möglich ohne ein Selbst, ein Ich. Eine Philosophie der Ichlosigkeit, wie sie bereits von mittelalterlichen Philosophen bei islamischen Gelehrten nachgewiesen wurde, kann die Frage nach dem Menschen nicht stellen. Was passiert, wenn die Philosophie der Ichlosigkeit und damit Mangel an Moralität, vorherrschende Meinung wird, kann man heute in der islamischen Welt beobachten: Der Krieg Aller gegen Alle. Sind frühere Epochen durch Feuer oder Wasser zugrunde gegangen, so könnte das gegenwärtige Zeitalter sich durch gegenseitigen Kampf vernichten - falls das Christentum nicht erkannt wird, wie es zur Zeit in der muslimisierten Türkei und der arabischen Welt der Fall ist. [34]
 

"Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn dein Auge klar ist, so wird dein ganzer Leib licht sein;  ist aber dein Auge trübe, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!" [35]
In der Offenbarung ist vom höllischem Babylon die Rede. Das Böse schleicht sich herein in die Evolution. In den sieben Sendschreiben ist die Wirksamkeit des Bösen noch als Abirrung der Menschengemeinschaften beschrieben. Die Gedanken Gottes (dargestellt als weisses Pferd) gehen über in die Gedanken der Menschen: die menschliche Erkenntnis ist gefärbt durch emotionale Gedanken (rotes Pferd) und materialistisches Nützlichkeitsdenken (schwarzes Pferd). Im fahlen Pferd zeigt sich der vom Menschen losgelöste "wurzellose Intellektualismus", der sich nicht nur in der arabischen Philosophie, sondern in der modernen Maschinenwelt zeigt. Das ist die Folge des Abstiegs der Gedankenwelt von der Gottheit durch den Menschen zu den Widersachern (dämonisches Gespensterheer). "Atomtheorie, Quantentheorie und Relativitätstheorie führen, gemessen an einer vollständigen Naturerkenntnis, nur in den untersinnlichen Bereich der Natur", die sogenannte Unternatur. Wer hingegen mit der Frage nach dem Geistigen an die Natur herantritt, wird statt zu Elektrizität, Magnetismus und Kernkraft zu Leben, Seele und Geist geführt. Wer aus der Natur die Unternatur herusschält, hat es mehr und mehr mit Kräften und Wesen zu tun, die entweder Abfälle des Lebens oder gar lebensfeindlich und zerstörerisch sind und Kräfte darstellen, über die der Mensch keine Gewalt mehr besitzt. Sobald man mit Hilfe der Spaltungstechnologie und der Gen- und Klontechnologie sich ganz an die Unternatur wendet, erhält man Maschinen und maschinenhafte Lebewesen, die sich der Herrschaft des Menschen enziehen und sich nicht nur aus dem Naturgeschehen herausgelöst haben, sondern diesem selbst, auch dem Mineralreich, zerstörerisch und feindlich gegenüberstehen. Viele Wissenschaftler meinen, wenn der Mensch auf den Wegen des "Abstiegs der Intelligenz" diese Kräfte als das allein Wirksame ansieht und sie aus der Natur herauslöst, um mit ihnen zu operieren, bemerkt er nicht, dass er damit in den Bereich der "luziferischen und ahrimanischen Gewalten" geraten ist, denn er meint, diese untersinnlichen Kräfte seien neutral und würden nur durch falschen Gebrauch oder Mißbrauch gefährlich. Doch sie sind nicht neutral. Die "Macht des Bösen " versucht, sich selber an die Stelle der Natur zu setzen und den Menschen an diese durch ihn selbst herbeigeführte "Scheinnatur" zu fesseln und so einerseits das Mineral an seiner Bestimmung, der Keim eines neuen Kosmos zu werden, zu hindern, andererseits durch Klontechnik die Lebewesen so zu korrumpieren, dass sie für den Menschen untauglich werden.  [36]

_______________
[1] Die Geschichte der fatalistischen Denksysteme zeigt, dass jede menschliche Anstrengung um Loslösung und Befreiung zur Wirkungslosigkeit verurteilt ist. Das haben die Idealisten wie Fichte, Schelling und Hegel beschrieben (vergl. Kol 1, 26ff; Röm 2, 14f sowie Kurse Nr. 510 Schelling - Philosophie der Offenbarung, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung, Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie).
[2] Vgl. Kurse Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 565 John Scottus Eriugena, Nr. 566 Meister Eckhart, Nr. 503 Nominalistische Weltanschauungen, Nr. 501 Summ Theol, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles. Akademie der Kunst und Philosophie; dazu auch einige Zitate von Rudolf Steiner: "Wir müssen schon Mohammed tiefer nehmen, wir müssen uns schon klar sein, dass dasjenige, was in seiner Seele lebte, wirklich ein solcher Verkehr mit der geistigen Welt war, wie ihn Goethe für seinen Faust suchte. Aber was hat Mohammed gefühlt? Was hat er gefunden? Ich kann das heute nur andeuten, ein andermal will ich es noch genauer ausführen. Was hat Mohammed gefunden ? Nun, Sie wissen, Mohammed strebte zunächst nach einer Welt, für die er einen Ausdruck hatte: es ist nur ein Wort: der Gott. Die Welt wird zu einem Monom, zu einem monistischen Ausdruck des Gottes. Diese Welt hat nichts von dem Wesen des Christentums, selbstverständlich. Aber Mohammed schaut doch hinein in die geistige Welt, er kommt hinein in die elementare Welt, von der ich heute gesprochen habe. Er verspricht seinen Gläubigen, dass sie eintreten werden, wenn sie durch die Pforten des Todes gegangen sein werden, in diese geistige Welt. Aber er kann ihnen nur von der geistigen Welt erzählen, die er kennen gelernt hat. Was ist das für eine geistige Welt? Diese geistige Welt, von der Mohammed seinen Gläubigen erzählt, das ist die luziferische Welt, die er als das Paradies ansieht , die Welt, die gerade erstrebt werden soll. Und wenn man aus dem Abstrakten in das Reale kommt, und man hinzufügt, interpretierend, den Sinn des Islam-Strebens in die geistige Welt hinein, erkennt man, was die Geisteswissenschaft auch verkündet. Aber diese geistige Welt ist die Welt, in der Luzifer seine Herrschaft hat; uminterpretiert wird die luziferische Welt zu dem Paradiese, zu der Welt, die gerade erstrebt werden soll von den Menschen." (GA 272, S 91ff ) "Es muß uns schon bedenklich machen, wenn wir im Fortgang des religiösen Lebens erfahren, wie ein großer Prophet auftrat mit dem Irrtum, dass die luziferische Welt das Paradies sei." (GA 272, S 92) "Nach dem Christentum - das ist ganz klar für den, der die Begründung des Christentums kennt - kann eine neue Religion nicht mehr begründet werden. Man würde das Christentum unrichtig verstehen, wenn man glauben würde, daß eine neue Religion begründet werden könne." (Rudolf Steiner, GA 211: Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung", S. 139). "Der Mohammedanismus ist die erste ahrimanische Manifestation, die erste ahrimanische Offenbarung nach dem Mysterium von Golgatha. Der Gott Mohammeds, Allah, Eloha, ist ein ahrimanischer Abklatsch oder Abglanz der elohistischen Wesenheiten, der Elohim, aber monotheistisch erfasst. Er bezeichnet sie immer in einer Einheit. Die mohammedanische Kultur ist ahrimanisch, aber die Gemütsverfassung der Islamiten ist luziferisch." (GA 300a, S 130) "Da fiel sein (Johannes) prophetischer Blick auf jene Lehre, welche nun im Osten entsteht – um 666 -, und welche zurückgreift in jenes Mysterienwesen, das nichts weiß vom Sohn: die mohammedanische Lehre. Die mohammedanische Lehre kennt nicht diese Struktur der Welt, von der ich Ihnen gesprochen habe, sie kennt nicht die zwei Reiche, das Reich des Vaters und das Reich des Geistes, sie kennt nur allein den Vater. Sie kennt nur die starre Lehre: Es gibt nur einen Gott, Allah, und nichts, was neben ihm ist, und Mohammed ist sein Prophet. – Von diesem Gesichtspunkt aus ist die mohammedanische Lehre die stärkste Polarität zum Christentum, denn sie hat den Willen zum Beseitigen aller Freiheit für alle Zukunft, den Willen zum Determinismus, wie es nicht anders sein kann, wenn man die Welt nur im Sinne des Vatergottes vorstellt. Und der Apokalyptiker empfindet: Da kann der Mensch sich nicht selber finden. Da kann der Mensch nicht durchchristet werden. Da kann der Mensch nicht sein Menschentum in sich ergreifen, wenn er nur erfaßt diese ältere Lehre vom Vater.-" (GA 346, S. 107)."In dezidierter Weise sah der Apokalyptiker innerlich voraus, was den Menschen drohte. Das Christentum wird nach zwei Richtungen hin in ein Scheinchristentum verfallen – oder besser gesagt, es wird in ein in Nebel gehülltes Christentum hineingeraten; und das, was ihm droht als ein solches Überflutetsein, das wird bezeichnet durch das Jahr 666, das in der geistigen Welt das bedeutsame Jahr war, wo überall eintritt, was im Arabismus, im Mohammedanismus lebt. Er bezeichnet dieses Jahr 666 mit aller Deutlichkeit. Diejenigen, die apokalyptisch lesen können, die verstehen das schon. Der Apokalyptiker sah voraus, wie dasjenige wirken würde, was da hereinbricht, wenn er in dem gewaltigen Worte die Zahl 666 als die Zahl des Tieres bezeichnet.“ (GA 346, S. 108).
[3] "Zugleich kannten die monastischen Psychagogen den Unterschied zwischen falschen Tränen des Selbstmitleids und den wahren der Reue bzw. Hingabe." - Milindapanha. Die Fragen des Königs Milinda. Zwiegespräche zwischen einem Griechenkönig und einem buddhistischen Mönch, herausgegeben und übersetzt von Nyanaponika Thera, Interlaken 1985, "Zweierlei Tränen"; Nicholas Kwame Apetorgbor, Tertullian: Die Rache Gottes und die Verpflichtung des Menschen zum Verzicht auf Rache. Die Bedeutung der Theologie Tertullians für das heutige afrikanische Christentum, Hamburg 2004;Tertullian, De spectaculis/Über die Spiele, Stuttgart 2002;  Sloterdijk in Kurs Nr. 541 Europäische Philosophie und in Kurs Nr. 505 Schopenhauer. Akademie der Kunst und Philosophie 
[4] Warum er nach Deutschland kam, kann er selbst nicht genau sagen. Verfolgt wurde er nicht. Fünf Wochen vor ihm war seine Schwester aufgebrochen; sie sei übrigens schon im Iran Christin gewesen, und er habe sie deshalb aus dem Haus geworfen. Und seine Frau, die mit ihm nach Deutschland kam, habe ihn nun wegen seines geplanten Religionswechsels verlassen. (Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 118, p. 3)
[5] Mt 28, 18-20
[6] Was die zahllosen Rekruten des militanten Islam angeht, sind die Auskünfte der Therapeuten für sie nicht von Bedeutung. Manche Psychologen sind zu dem Schluss gekommen, dass Terroristen weniger neurotisch sind als die Durchschnittsbevölkerung. Zum anderen stellen diese Gruppen keine Patienten dar, sondern politische Herausforderer, denen allein mit politischen Mitteln zu antworten ist. Der Islamismus ist dem historischen Kommunismus ebenbürtig oder sogar überlegen. Es handelt sich um eine Jungmännerbewegung mit Vitalitätsüberschuss, einer "unaufhaltsam anschwellenden Riesenwelle von arbeitslosen und sozial hoffnungslosen männlichen Jugendlichen zwischen 15 und dreißig Jahren." Selbst Kenner der Lage besitzen heute nicht die geringste Vorstellung davon, wie der machtvoll anrollende muslimische youth bulge, die umfangreichste Welle an "genozidschwangeren Jungmännerüberschüssen" in der Geschichte der Menschheit, mit friedlichen Mitteln einzudämmen wäre - falls der Grossteil nicht ernsthaft zum Christentum konvertiert. Die heutigen wie die kommenden Träger des islamistischen Expansionsgedankens gleichen in keiner Weise einer Klasse von Arbeitern und Lohnempfängern. "Viel eher stellen sie ein aufgebrachtes Subproletariat dar, schlimmer: eine desperate Bewegung aus ökonomisch Überflüssigen und sozial Unverwendbaren." Da es in der islamischen Welt mehrere demographisch explosive Staaten mit Plänen für aggressive Reichspolitiken an der Rampe stehen, vor allem Iran, Pakistan, Ägypten, Marokko, Türkei, muss sich der Westen angemessen vorbereiten. Die nächsten Jahrzehnte könnten zu "den fatalsten Perioden aller Zeiten" geraten, wenn worst case-Annahmen sich materialisieren: In islamischen Ländern könnte der Islamismus zur "Selbstvernichtung der Überflüssigen" führen. (Sloterdijk) Siehe auch Kurse Nr. 541 Europäische Philosophie, Nr. 550 Dostojewskij, Akademie der Kunst und Philosophie; Peter Sloterdijk, Hans-Jürgen Heinrichs, Die Sonne und der Tod. Dialogische Untersuchungen, Frankfurt 2001; Jerry Piven, Cris Boyd, Henry Lawton (ed.), Terrorism, Jihad and Sacred Vengeance, Gießen 2004; Avi Primor, Terror als Vorwand, Düsseldorf 2004; Gunnar Heinsohn, Söhne und Weltmacht. Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, Zürich 2003
[7] 1 Kor 10,4
[8] Gal 3, 27-29, vgl. Kurse Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie. Akademie der Kunst und Philosophie 
[9] Gal 4, 22-31, siehe auch Anm. 8
[10] Das Wort Heide bezeichnet ursprünglich den Menschen, der "auf der Heide", in der Natur, zu seinen Göttern betet. Das lateinische "paganus" hat den gleichen Ursprung. Siehe auch Kurs Nr. 510 Schelling - Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie und Gal. 5, 1-6
[11] Siehe Kurse Nr. 510 Schelling - Philosophie der Offenbarung, Nr. 546 Religionslehre, Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 503 Nominalistische Weltanschauungen, Nr. 512 Novalis, Nr. 509 Philosophie der Freiheit, Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie. Akademie der Kunst und Philosophie 
[12] Solche Verse (2 Kor. 5, 18-21) haben zweifellos grosse Werte des religiösen Gefühls im Sinne des persönlichen Trostes und Anspornes erweckt. Dennoch muss heute erkannt werden, dass dies auf Kosten des kosmischen Atems und der überpersönlichen Ausblicke geschehen ist, die im Urtext dieser Stelle enthalten sind. (siehe 2 Kor 5 und Anm. 11)
[13] 2 Kor 5, 17
[14] 2 Kor 5, 1-5 und 14-21; siehe auch Anm. 11
[15] 9. Elegie
[16] Joh 14, 6; siehe auch Anm. 11
[17] "Die luziferische Verführung besteht darin, Vergangenes zu konservieren, alte Menschheitskräfte, die erneuert und weiterentwickelt werden müssten, auf ihrem alten Stand zurückzuhalten. Erliegt der Mensch dieser Versuchung, so erhebt sich die ahrimanische Macht und erntet, was aus der luziferischen Saat entstanden ist. Verhärtung, Verknöcherung und Tod sind das letzte Ergebnis der gemeinsamen Attacke. - Die ahrimanische Versuchung führt zu einer falschen Einschätzung der Zukunft. Unter Überspringung der Gesetze des Reifens soll Zukünftiges verfrüht und übereilt vorweggenommen werden." (Schütze) Siehe auch Anmerk. 11
[18] Es gab bald kein wirkliches Verstehen des Geistprinzips mehr. Weder im Menschen noch in der Welt wurde das real Geistige erlebt. Es entstand eine eigenartige Situation: Die, die aus alter Tradition noch den realen Zusammenhang mit dem Geist fühlten, mussten ihn notwendigerweise als vom Vater ausgehend empfinden. Denn für sie war der Geist etwas, das ohne Zutun des Menschen von "oben" kommt und nur empfangen werden kann. Wie ein naturhaftes Geschenk strömt diese Gnade in den Menschen ein. Wie ein naturhaftes Geschenk strömt diese Gnade in den Menschen ein. Die Westkirche spürte stärker "den neuen Einschlag des menschlichen Ich, das zu schöpferischer Freiheit und Selbstständigkeit berufen ist.... Das Merkwürdige an dieser Situation ist nun das Folgende: Zwei einander heftig bekämpfende Gruppen stehen einander gegenüber, deren eine zwar noch gewisse Nachklänge des Geist-Erlebens besitzt, sie aber in einer nicht mehr zeitgemäßen Bewußtseinsform pflegt." Die Tragik der Westkirche dagegen besteht darin, "zwar auf dem zeitgemäß richtigen Weg zu sein, langsam aber an echter Spiritualität zu verlieren." (Schütze) Siehe auch Anmerk. 11
[19] Symptomatisch ist es auch wenn Journalisten von der FAS wie Karen Krüger, in Manier der Kant'schen Aufklärung, wenn es um den Islam geht, stets an der Vaterreligion festhalten. Sie meinen der christliche Gott sei der gleiche wie der islamische und verwechseln Eigenschaften des Sohnes mit denen von Allah. Krüger schreibt über Allah: "Aus dem Arabischen übersetzt bedeutet 'Allahu Akbar' 'Gott ist größer'. ... größer in dem Sinn, dass Gott immer barmherziger, liebender und allgegenwärtiger ist, als man sich das vorstellen kann. Daran erinnert das 'Allahu Akbar' des Muezzins in seinem Aufruf zum Gebet." In Wirklichkeit dient dieser Aufruf dazu Jugendliche zum vermeintlichen Dschihad zu verführen, und das in jeder Moschee, weltweit. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 2016, Nr. 29, p. 42)
[20] "Sehr zum Schaden für den Menschen hat man in den christlichen Kirchen das Trinitätsgeheimnis unter einem Wust von theologischen Formeln ersticken oder es beinahe zu einem Gespött werden lassen." (Schütze) Siehe auch Anm. 11
[21] Joh 7, 38; siehe auch Anm. 20
[22] 1 Kor 15, 35-49
[23] Offb 11, 1-2
[24] Heb 9, 3-5
[25] Offb 12
[26] Offb 13; siehe auch Anm. 2
[27] Offb 14, 9-10; siehe auch Anm. 26
[28] Offb 9; siehe auch Anm. 26
[29] Siehe Anm. 11 und Kurse  Nr. 565 Johannes Scottus Eriugena, Nr. 566 Meister Eckhart, Nr. 503 Nominalistische Weltanschauungen, Nr. 502 Thomismus in der heutigen Zeit, Nr. 501 Summ Theol, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles. Akademie der Kunst und Philosophie
[30] Offb 17, 9ff; siehe auch Anm. 26
[31] Offb 20, 7-10
[32] Siehe Kurs Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences.  Akademie der Kunst und Philosophie
[33] Siehe Kurs Nr. 562 Dante. Akademie der Kunst und Philosophie
[34] Siehe Anm. 29 und Kurs Nr. 564 St. Augustinus. Akademie der Kunst und Philosophie
[35] Mt 6, 22-23
[36] Siehe Anm. 11 und Kurs Nr. 532 Philosophie der Wissenschaften. Akademie der Kunst und Philosophie
 
 

Hier kannst Du Dich direkt für den Fernkurs registrieren 
oder Mitglied der Akademie der Kunst und Philosophie werden 
Allgemeine Infos zu den Kursen

Registration form
How to support the Academy of Arts and Philosophy
More Info
 

Folge uns in den sozialen Netzwerken:

Kunst und Architektur der Renaissance | Gothische Kunst und Architektur | Romanische Kunst und Architektur | Byzantinische Kunst und Architektur | Perugino|Raffael | Albrecht Dürer | Botticelli | Girolamo dai Libri | Ghirlandaio | Defendente Ferrari | Borgognone | Pinturicchio | Piero della Francesca | Mantegna | Fra-Angelico | Jan van Eyck | El Greco | Correggio | Murillo

Miguel de Cervantes | William Shakespeare  | Sir Walter Scott | Plato | Aristoteles | Johann Wolfgang von Goethe | Friedrich Schiller | Friedrich HölderlinNovalis | Arthur Schopenhauer | Matthias Claudius | Johann Gottlieb Fichte | Friedrich Wilhelm Joseph Schelling | Georg Wilhelm Friedrich Hegel | Wladimir Solowjew | Fjodor M. Dostojewskij | Gottfried Wilhelm Leibniz | St.Thomas Aquinas | Johannes Scottus Eriugena | St. Augustinus | Meister Eckhart | Angelus Silesius | Dante Alighieri | Torquato Tasso | Ariosto | Calderón de la Barca | Rousseau | Walter von der Vogelweide | Wolfram von Eschenbach

Save Beecolonies | Natural Apitherapy Council
Api / Science Review Letters
Akademie der Kunst und Philosophie / Academy of Arts and Philosophy
Forschungszentrum Bienentherapie | Apitherapy Research Centre
Zentrum fuer wesensgemaesse Bienenhaltung



Copyright © 2012-2017 Akademie der Kunst und Philosophie
Letzte Bearbeitung:04.04.2017