Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

Kurs Nr. 601 

St. Augustine / San Agostino / St. Aurelius Augustinus II

Enchiridion, Tractatus in Iohannis Evangelium, De utilitate credendi, De haeres. 


On wrong philosophy and how to improve

Des Menschen Weisheit ist seine ehrfurchtsvolle Gesinnung - St. Augustinus

"Keine Form, kein Gefüge, keine Verbindung der Teile, keine wie immer beschaffene Substanz, die Gewicht, Zahl und Maß hat, besteht ausser durch jenes Wort und jenes schöpferische Wort, von welchem es heißt: „Alles hast du nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet“- St. Augustinus

Botticelli, St Augustine in his Study, predella panel from the Altarpiece of St Mark

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:
 
 
 

Eine große Zahl von Weisen bedeutet Heil für die Erde

Nach Augustinus geht letzten Endes alles auf eine richtige Auffassung der drei göttlichen Tugenden: des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, zurück. Es geht um die Weisheit, "diejenigen Weisen meine ich, denen das Schriftwort gilt: „Eine große Zahl von Weisen bedeutet Heil für die Erde (Sap. 6, 26)“, oder die der Apostel (Paulus) denen als Vorbild empfiehlt, von denen er sagt: „Ich wünsche nur, dass ihr immer weise handelt, wo es das Gute gilt, dagegen vom Bösen euch behutsam ferne haltet (Röm. 16,19).“ Des Menschen Weisheit ist seine ehrfurchtsvolle Gesinnung. So findet man im Buch des heiligen Job geschrieben; denn dort liest man den Ausspruch, der von der (göttlichen) Weisheit selbst an die Menschheit ergangen ist: „Siehe, die ehrfurchtsvolle Gesinnung ist Weisheit (Job 28, 28).“ Um welche Art von ehrfurchtsvoller Gesinnung geht es? Im griechischen Text wird das deutlichere [theosebeia] gesetzt, was so viel heißt wie „Gottesverehrung“. Man kann freilich im Griechischen für Pietät auch noch anders sagen, nämlich [eusebeia]. Dieses Wort deutet soviel wie „rechte Verehrung“, wird aber auch vorzugsweise für „Gottesverehrung“ gebraucht. Doch der treffendste Ausdruck ist [theosebeia], was an der Stelle, wo eine Begriffsbestimmung der menschlichen Weisheit gegeben wird, ganz klar und deutlich soviel bedeutet wie Gottesverehrung.  [1]

Augustinus will in seinem Enchiridion "einen großen Inhalt mit kurzen Worten umschreiben", was das Wesentliche des ganzen christlichen Lehrgebäudes sei und schließlich, worin die sichere und recht eigentliche Grundlage des katholischen Glaubens bestehe. "Denn das ist die hauptsächliche, ja einzige Richtschnur unseres religiösen Lebens. Wer sich damit in Widerspruch setzt, der steht Christus entweder gänzlich fremd gegenüber oder ist wenigstens ein Irrgläubiger", ein Mohammedaner oder Moslem. Soweit diese Wahrheiten entweder aus unserer körperlichen Sinneswahrnehmung oder aus der Erkenntniskraft unseres Geistes stammen, muss man sie mit Vernunftgründen verteidigen. Was wir aber weder dank der Sinne unseres Körpers wissen, noch auch kraft unseres Verstandes begreifen könnten oder begreifen können, das müssen wir fest und unbezweifelt glauben auf das Zeugnis derer hin, von denen die mit Recht göttlich genannte Heilige Schrift verfasst worden ist und denen es durch Gottes Beistand gegeben war, jene Dinge entweder mit den Augen des Leibes oder des Geistes zu schauen oder auch vorherzusehen. Ist aber die Seele einmal zu den Anfängen des Glaubens vorgedrungen, der durch die Liebe tätig ist, dann strebt sie, durch ein gutes Leben auch zu jenem Schauen zu gelangen, worin die heiligen und vollendeten Seelen jene unaussprechliche Schönheit erkennen, in deren vollkommener Anschauung die höchste Seligkeit besteht. Damit ist auch bereits deine Frage beantwortet, worauf es in erster Linie und worauf es letzten Endes ankomme: der Glaube ist der Anfang, das Schauen die Vollendung. Das ist auch das Wesentliche der ganzen christlichen Lehre. Die sichere und recht eigentliche Grundlage des katholischen Glaubens aber ist Christus: „Denn einen anderen Grund“, sagt der Apostel (Paulus), „kann niemand legen als den, der gelegt worden ist, nämlich Christus Jesus (1 Kor. 3, 11).“ [2]
 

Die Güte des dreieinigen Schöpfers und Wesensbestimmung des in der Welt vorkommenden Bösen

Was gehört zur Religion? Reicht der Islam oder die Naturwissenschaft? Es handelt sich dabei nicht darum, die Natur einer Sache in der Art zu erforschen, wie es von denen geschieht, welche die Griechen Physiker nennen. "Auch braucht man darob nicht in Furcht zu sein, wenn vielleicht ein Christ von der Kraft und der Zahl der Elemente nichts weiß oder von der Bewegung, der Ordnung und Verfinsterung der Gestirne oder von der Gestalt des Himmelsgewölbes oder von den Klassen und der Natur der Lebewesen, der Gewächse, der Steine, der Quellen, Flüsse und Gebirge oder von der Größe der örtlichen und zeitlichen Räume oder von den Anzeichen klimatischer Vorgänge oder von all den tausenderlei Dingen, die jene Gelehrten wirklich entdeckten oder wenigstens entdeckt zu haben glauben. Denn diese Weisen haben auch noch nicht alles herausgebracht und sind doch so ausgezeichnet an Geist, so unermüdlich im Forschungseifer, so überreich versehen mit der hiezu nötigen Zeit; und während sie das eine mit der Schärfe des menschlichen Verstandes zu erforschen und das andere durch geschichtliche Untersuchung festzustellen suchen, gehört selbst von den Kenntnissen, mit deren Erfindung sie sich rühmen, weit mehr ins Reich der bloßen Annahme als des wirklichen Wissens."  Für den Christen ist es genug, wenn er den Grund alles Geschaffenen, sei es im Himmel oder auf der Erde, sei es Sichtbares oder Unsichtbares, in gläubiger Gesinnung nirgends anderswo sieht als in der Güte des Schöpfers, "welcher der eine und wahre Gott ist, und wenn er glaubt, dass es keine Wesenheit gibt, die er nicht entweder selbst ist oder die nicht von ihm stammt und dass er eine Dreiheit ist, nämlich der Vater, der vom Vater gezeugte Sohn und der Heilige Geist, der von dem nämlichen Vater hervorgeht, aber ein und derselbe Geist mit dem Vater und dem Sohn ist. Von dieser unendlich, gleich und unveränderlich guten Dreifaltigkeit ist alles geschaffen, ohne dass es aber dadurch selbst unendlich, gleich und unveränderlich gut wäre. Jedoch ist auch jedes einzelne geschaffene Ding gut; die geschaffenen Dinge zusammen aber sind sehr gut, weil sich aus all den guten Einzeldingen die wunderbare Schönheit der Gesamtwelt zusammensetzt." [3] 

Hier ist Augustinus gegen die Manichäer, deren falsche Lehre ihn selbst so lange in ihrem Banne gehalten hatte. Erst durch das Studium der Neuplatoniker fand er selbst nach mannigfachen Schwierigkeiten, von denen wir aus seinen Confessiones wissen, jenen geistigen Gottesbegriff, der ihn die manichäische Anschauung vom Bösen überwinden ließ. In diese schöne Gesamtwelt ist auch das, was böse heißt, wohl eingeordnet und steht am rechten Platze; und gerade dadurch hebt es das Gute erst recht hervor, so dass dieses nun durch den Vergleich mit dem Bösen in noch höherem Maße gefällt und noch preiswürdiger ist. Denn wie auch die Ungläubigen zugeben müssen, könnte der allmächtige Gott, der die höchste Macht über alle Dinge besitzt ("rerum cui summa potestas", Verg. Aen. X, 100), in seiner unendlichen  Güte unmöglich irgend etwas Böses an seinen Werken dulden, wenn er nicht bis zu dem Grade allmächtig und gut wäre, dass er auch aus dem Bösen Gutes schaffen könnte. Ähnlich wie Thomas von Aquin sagt Augustinus: "Was ist aber das, was wir böse heißen, anders als der Mangel des Guten? Auch an einem tierischen Leib ist beispielsweise Kranksein und Verwundung nichts anderes als ein Mangel der Gesundheit; denn wenn es sich darum handelt, solch einen Schaden zu heilen, so geschieht das nicht in der Weise, dass die vorhandenen Übel, also die Krankheit und die Wunden, nun abziehen müssen und sich da oder dort irgendwo niederlassen, sondern so, dass sie überhaupt kein Sein mehr haben; denn Wunden oder Krankheit sind ja selbst nichts Körperliches, sondern nur ein Mangel am Fleische; das Fleisch dagegen ist selbst etwas Körperliches, und zwar etwas Gutes. Und diesem an sich guten Fleische haften jene Mängel an, nämlich die verschiedenen Mängel jenes Gutes, das man Gesundheit heißt. Geradeso ist auch jeglicher Fehler an einer Seele nur ein Mangel an natürlichen Gütern; wird dieser Mangel gehoben, dann überträgt er sich nicht anderswohin, sondern der Mangel, der hier war, ist alsdann überhaupt nirgends, wenn er nicht einem gesunden Zustand anhaften kann." [4] 

Weil also der Schöpfer aller Wesen ohne Ausnahme unendlich gut ist, darum sind auch alle geschaffenen Wesen gut; aber weil sie nicht wie ihr Schöpfer unendlich und unwandelbar gut sind, darum kann das Gute an ihnen auch abnehmen oder zunehmen. Nimmt aber das Gute ab, so ist das etwas Böses; doch soviel auch von dem Guten abnimmt, etwas Gutes muss doch immer noch zurückbleiben, solange das Wesen selbst noch vorhanden ist; denn sonst könnte es ja seine  Wesenheit nicht behalten. Mag nämlich ein Wesen sein wie nur immer und mag es noch so unscheinbar sein, so kann doch das Gute, das in ihm kraft seiner Eigenschaft als Wesen wohnt, nur dann vernichtet werden, wenn das Wesen selbst vernichtet wird. Mit Recht wird gewiß ein unverdorbenes Wesen gerühmt; ist es aber auch noch unverderblich, so dass es einer Verderbnis überhaupt nicht ausgesetzt ist, so verdient es ohne Zweifel noch viel mehr Ruhm. Wird es aber einmal verdorben, so ist seine Verderbnis darum etwas Böses, weil sie es um irgendein Gut bringt. Würde sie es nämlich um kein Gut bringen, so wäre sie ja nicht schädlich; sie ist aber in Wirklichkeit schädlich, folglich nimmt sie ein Gut weg. Solange also ein Wesen noch dem Verderben ausgesetzt ist, besitzt es ein Gut, dessen es beraubt werden kann, und wenn darum von einem Wesen etwas übrigbleibt, was schließlich überhaupt nicht mehr verdorben werden kann, so ist es offenbar ein unverderbliches Wesen und es gelangt zu diesem so großen Gut gerade durch die Verderbnis. Erst durch die zerstörende Arbeit der Verderbnis wird klar, welch gewaltiges Gut das seiner Natur nach unverderbliche Wesen der Menschenseele ist. [5] 

Wenn aber die Möglichkeit der Verderbnis nicht aufhört, so hört das Wesen gewiss auch nicht auf, ein Gut zu besitzen, dessen es die Verderbnis berauben kann. Hat aber einmal die Verderbnis das Wesen voll und ganz zernichtet, so ist bloß deshalb nichts Gutes mehr an ihm, weil überhaupt keine Wesenheit mehr da ist. Darum kann die Verderbnis das Gute nicht vernichten, ausser sie vernichtet das Wesen selbst. Jedes Wesen ist somit etwas Gutes, und zwar ein großes Gut, wenn es nicht verdorben werden kann, nur ein kleines aber dann, wenn dies möglich ist; doch auch in diesem Falle kann nur törichter Unverstand in Abrede stellen, dass es etwas Gutes ist. Wird aber das Wesen durch Verderbnis zerstört, dann bleibt auch die Verderbnis nicht zurück, weil ja kein Wesen mehr da ist, an dem es haften könnte. Wenn es also nichts gäbe, was gut ist, dann gäbe es darum auch nichts, was man böse nennen könnte. Ein Gut jedoch, das von jedem Bösen frei ist, ist ein vollkommenes Gut; das Gut jedoch, dem etwas Böses anhaftet, bleibt trotzdem ein Gut, wenn auch ein verderbtes oder wenigstens verderbliches. Wo aber einmal gar nichts Gutes mehr vorhanden ist, da kann es auch nichts Böses mehr geben. Aus dieser Tatsache ergibt sich eine merkwürdige Tatsache: Weil jegliches Wesen in seiner Eigenschaft als solches etwas Gutes ist, so erscheint der Satz: „Ein böses Wesen ist nur ein fehlerhaftes Wesen“ nichts anderes zu bedeuten als dass dasjenige böse ist, was gut ist, und zwar dass nur das böse ist, was gut ist; denn jegliches Wesen ist ja etwas Gutes und kein Ding wäre böse, wenn eben das Ding, das böse ist, kein Wesen wäre. Es kann also böse nur etwas sein, was gut ist. Mag diese Behauptung auch sonderbar erscheinen, der eben gezogene folgerichtige Schluß zwingt uns unvermeidlich zu dieser Behauptung. Dabei müssen wir uns davor hüten, dass sich nicht jenes Prophetenurteil gegen uns richtet, wo es heißt: „Wehe denen, die das, was gut ist, böse und das, was böse ist, gut nennen, welche die Finsternis Licht und das Licht Finsternis heißen, die das Süße bitter und das Bittere süß nennen ( Is. 5, 20)!“ Der Herr aber sagt: „Ein böser Mensch holt aus dem bösen Schatz seines Herzens Böses hervor (Matth. 12, 35).“ Was ist aber ein böser Mensch anders als ein böses Wesen, da ja auch der Mensch ein Wesen ist? Wenn ferner der Mensch in seiner Eigenschaft als Wesen etwas Gutes ist, was ist denn dann ein böser Mensch anders als ein böses Gutes? Wenn wir indes diese beiden Begriffe auseinander halten, so finden wir, dass er nicht wegen seiner Eigenschaft als Mensch etwas Böses ist und nicht deshalb etwas Gutes, weil er schlecht ist, sondern dass er wegen seiner Eigenschaft als Mensch etwas Gutes ist und etwas Böses deshalb, weil er schlecht ist. Jeder also, der sagt: „Es ist etwas Böses, ein Mensch zu sein“, oder: ,,Es ist etwas Gutes, schlecht zu sein“, der fällt unter jenen prophetischen Spruch: „Wehe denen, die das, was gut ist, böse und das, was böse ist, gut nennen!“: denn so einer beschuldigt ein Werk Gottes, den Menschen, und lobt einen Fehler des Menschen, die Sünde. Jegliches Wesen, auch ein fehlerhaftes, ist demnach gut, insoweit es ein Wesen ist, böse aber nur, insoweit es fehlerhaft ist. Diesen einander so entgegengesetzten Begriffen, böse und gut, gegenüber lässt uns demnach der Grundsatz der Logik im Stiche, es könnten sich an keinem Ding zur gleichen Zeit gegensätzliche Eigenschaften finden; es könne z. B. niemals ein und dieselbe Luft finster und dunkel, die nämliche Speise oder der gleiche Trank zugleich bitter und süß, kein Körper da, wo er weiß ist, auch schwarz und dort, wo er missgestaltet ist, zugleich auch wohlgebaut sein. Und ähnlich findet man es bei vielen, ja fast bei allen Gegensätzen: an ein und demselben Gegenstand können sie nicht zugleich nebeneinander bestehen. Während es aber nun kein Mensch bezweifelt, dass gut und böse Gegensätze sind, so können sie doch nicht bloß zugleich miteinander bestehen, nein, noch mehr: das Böse kann überhaupt nicht ohne das Gute und nur am Guten bestehen, während umgekehrt das Gute seinerseits recht wohl ohne das Böse bestehen kann. Es kann z. B. ein Mensch oder ein Engel nicht wesentlich ungerecht sein; ungerecht aber kann er anderseits doch per accidens wieder nur als Mensch oder als Engel sein: und zwar ist es etwas Gutes, dass er ein Mensch und dass er ein Engel ist, etwas Böses aber, dass er ungerecht ist. Und diese beiden Gegensätze bestehen bis zu dem Grade gleichzeitig, dass überhaupt nichts Böses möglich wäre, wenn nicht etwas Gutes vorhanden wäre, an dem das Böse sein kann. Denn die Verderbnis könnte sich nicht geltend machen und hätte auch keinen Ausgangspunkt, wenn es nicht etwas gäbe, was von der Verderbnis ergriffen werden könnte; denn nur wo etwas Gutes ist, kann auch etwas verdorben werden; das Wesen der Verderbnis besteht nämlich in nichts anderem, als in der Beseitigung des Guten. Von dem Guten also hat das Böse seinen Ausgang genommen und nur am Guten ist das Böse möglich. Es gab auch sonst keine Quelle, aus der irgendein böses Wesen hätte hervorgehen können; denn gäbe es eine solche, so wäre sie ja in ihrer Eigenschaft als Wesen gut: und zwar wäre sie entweder ein unverderbliches Wesen und als solches ein großes Gut oder sie wäre ein verderbliches Wesen; aber auch als solches müsste sie gut sein, denn nur durch das Verderbnis eben dieses Guten könnte ihm das Verderben schaden. Auf gutem Erdreich können sowohl Weinstöcke als auch Dornen gedeihen. Ebenso kann kein schlechter Wille wie ein schlechter Baum gute Früchte, d. h. gute Werke vollbringen. Dagegen kann gar wohl aus dem an sich guten Wesen des Menschen ein guter und auch ein schlechter Wille hervorgehen und es gibt durchaus keine andere Quelle, aus der uranfänglich der böse Wille entspringen könnte, als das an sich gute Wesen der Engel und Menschen. [6] 

Wenn wir demnach mit dem bekannten Vers des Maro auch durchaus einverstanden sind: „Glücklich, wer den Ursprung der Dinge erkennen konnte (Verg. Georg. II, 490)“, so brauchen wir doch nicht zu glauben, es sei zur Erreichung des Glückes notwendig, dass wir die im geheimsten Innern der Natur verborgenen Ursachen jener großen Vorgänge in der Körperwelt kennen, dass wir z. B. wissen: „Welche Gewalt die Länder erschüttert, die Meere hoch aufwühlt, ohne ein Hemmnis zu achten, und bald sie wieder beschwichtigt ((Verg. Georg. II, 479 f.))“, und anderes von der Art. Doch die Ursachen des Guten und des Bösen sollen wir kennen, und zwar insoweit, als deren Kenntnis dem Menschen in diesem Leben voll Irrtum und Elend zur Vermeidung eben dieses Irrtums und Elendes vergönnt ist. Nach jenem Glück müssen wir nämlich trachten, wo uns kein Elend mehr bedrückt und kein Irrtum mehr täuscht. "Müssten wir nämlich die Ursachen der körperlichen Vorgänge kennen, dann bräuchten wir doch gewiss keine mehr zu kennen als die unserer Gesundheitsverhältnisse. Da wir aber darüber ohne Kenntnisse sind, so müssen wir uns an die Ärzte wenden. Wer möchte demnach nicht einsehen, dass wir uns mit großer Geduld darein finden müssen, all das nicht zu wissen, was uns von den Geheimnissen des Himmels und der Erde verborgen ist? Wir müssen uns zwar mit so großer Sorgfalt als uns möglich ist, vor dem Irrtum im großen wie im kleinen hüten; daraus und obwohl ein Irrtum nur aus Unkenntnis der Verhältnisse möglich ist, folgt aber doch noch nicht, dass einer, sobald er bloß einmal etwas nicht weiß, auch schon in einen Irrtum verwickelt ist; vielmehr irrt nur der, welcher etwas zu wissen vermeint, was er in Wirklichkeit nicht weiß; so einer erachtet nämlich etwas Falsches für wahr und darin liegt gerade das Wesentliche des Irrtums. Es kommt jedoch sehr viel darauf an, worin einer eigentlich irrt. Denn bei sonst gleichen Verhältnissen wird immer der Wissende dem Unwissenden und der nicht Irrende dem Irrenden mit gutem Recht vorgezogen. Sind aber die Umstände nicht die gleichen, d. h. weiß der eine dies, der andere jenes, und zwar der eine etwas Nützliches, der andere bloß etwas weniger Nützliches oder sogar etwas Schädliches, wer würde da dem letzteren mit seinem Wissen nicht lieber einen vorziehen, der gar nichts weiß? Es gibt nämlich Dinge, wo es besser ist, gar nichts zu wissen, als davon Kenntnis zu haben. So war es beispielsweise gar manchmal nützlich, sich auf einem Irrweg zu befinden, ich meine das von einem wirklichen Weg zum Gehen, nicht von dem Weg des sittlichen Wandels. So ist es mir selbst einmal begegnet, dass ich an einem Scheideweg irre ging und infolgedessen nicht an dem Platze vorüber kam, wo ein Haufe von bewaffneten Donatisten im Verstecke lag und wartete, ob ich nicht vorüber käme. So gelangte ich erst auf einem Ab- und Umweg an mein Ziel. Als ich aber von der Nachstellung meiner Feinde Kenntnis erhielt, da wünschte ich mir selber Glück zu meinem Irrtum und sagte Gott dafür Dank. Wer möchte da noch zaudern, einen solchen Wanderer, der seinen Weg verfehlt hat, einem Räuber vorzuziehen, der nicht irre gegangen ist? Und wohl nur deshalb lässt der große Dichter einen unglücklichen Liebhaber klagen: „Sah’s und ging zugrunde als Beute verderblichen Irrtums (Verg. Eclog. VIII, 41 [Vergil, Eclogae/ Bucolica /Hirtengedichte].)“, weil es ja auch einen guten Irrtum gibt, der nicht nur nichts schadet, sondern sogar noch etwas nützt. Doch suchen wir noch weiter in die Kenntnis der Wahrheit einzudringen. Da irren nichts anderes heißt, als das für wahr halten, was falsch ist und für falsch halten, was wahr ist oder etwas Gewisses für ungewiß, etwas Ungewisses dagegen für gewiß, ganz gleich, ob es nun wirklich falsch oder wahr ist, und da dies zudem für den Geist ebenso hässlich und ungehörig ist, als wir beim Sprechen und bei einer Zustimmung umgekehrt ein bestimmtes ja, ja, nein, nein als schön und passend empfinden, so erscheint gewiss unser gegenwärtiges Leben gerade deshalb als ein armes Leben, weil ihm bisweilen, soll es nicht verloren gehen, der Irrtum förmlich vonnöten ist. So darf jenes Leben sicher nicht sein, wo die Wahrheit selbst das Leben unserer Seele ist, wo niemand täuscht und niemand von anderen getäuscht wird. In diesem gegenwärtigen Leben aber täuschen die Menschen und werden selbst wieder getäuscht; unglückseliger aber sind sie dann, wenn sie andere durch Lug täuschen, als wenn sie im Vertrauen auf die lügenhaften Mitmenschen sich selbst täuschen lassen. So sehr aber widerspricht dem vernünftigen Wesen die Unwahrheit und so sehr geht es nach Möglichkeit dem Irrtum aus dem Wege, dass sogar die, welche gerne andere täuschen, selbst nicht getäuscht werden wollen". [7] 
 

Vom Frieden

Wichtiger ist es dagegen, "das ganz klar und deutlich zu erkennen, wann sich der Satan in einen Engel des Lichtes verwandelt; denn sonst könnte er uns täuschen und zu etwas Verderblichem verführen. Darin liegt nämlich keine Gefahr für das religiöse Leben, wenn er zwar die leiblichen Sinne täuscht, die Seele aber nicht von den wahren und richtigen Grundsätzen, auf denen sich für jedermann das christliche Leben aufbaut, abwendig macht; oder wenn er sich als ein guter Geist verstellt und nur solche Taten und Worte zeigt, wie sie guten Engeln zukommen und wenn er daraufhin sogar für gut gehalten wird, so ist das ein Irrtum, der für den christlichen Glauben nicht gefährlich und nicht schädlich ist. Sobald er aber durch ein solches, seinem wirklichen Wesen fremdes Benehmen zu dem hinführen will, was ihm so recht eigentümlich ist, dann wird es notwendig, mit großer Sorgfalt auf seiner Hut zu sein, damit man ihn durchschaue und seinen Weg nicht gehe. Doch wo ist denn so ein Mensch, der imstande wäre, all seinen todbringenden Ränken zu entgehen, wenn nicht Gott sein Leiter und Beschützer ist? Aber gerade diese Schwierigkeit hat wieder das Gute, dass der Mensch lernt, sich nicht auf sich selbst oder auf andere Leute, sondern in all seinen Angelegenheiten nur auf Gott zu verlassen. Und dass uns dieses Gottvertrauen mehr nützt als falsches Vertrauen auf sich und auf die Mitmenschen, das wird gewiss kein frommer Christ bezweifeln. Soweit demnach die Kirche die heiligen Engel und Herrschaften Gottes in sich begreift, wird sie uns erst dann in ihrem Wesen klar werden, wenn wir am Ende unseres Lebens mit ihnen vereinigt sein werden, um in ihrer Gemeinschaft die ewige Seligkeit zu genießen. Der andere Teil der Kirche aber, der noch auf Erden pilgert, ist uns deshalb besser bekannt, weil wir ja selber noch auf Erden leben und weil er eine Kirche von Menschen ist, wie auch wir es sind. Diese Kirche ist durch das Blut des sündelosen Mittlers von jeglicher Sünde erlöst worden und ihre Stimme ist es, die da sagt: „Wenn Gott für uns ist, wer ist dann wider uns? Hat er ja seinen eigenen Sohn nicht geschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben (Röm. 8, 31 f.).“ Denn nicht für die Engel ist Christus gestorben. Insoferne jedoch erstreckt sich auch auf die Engel alles, was durch Christi Tod zur Erlösung und Reinigung der Menschen vom Bösen geschieht, als die Menschen bei den Engeln gewissermaßen auch wieder zu Gnaden kommen; denn durch die Erlösung schwindet die Feindschaft, welche die Sünde zwischen den Menschen und den heiligen Engeln geschaffen hatte. Zudem werden ja gerade aus der erlösten Menschheit auch jene Schäden wieder geheilt, die der Sturz der Engel zur Folge gehabt hatte. Denn sicherlich wissen auch die heiligen Engel, wie zahlreich der Ersatz sein muss, den ihr Reich bis zu seiner vollen Ergänzung aus dem Menschengeschlecht zu erwarten hat; darüber wird sie Gott wohl belehrt haben, dessen Wahrhaftigkeit ewig anzuschauen ihre Seligkeit ausmacht. In diesem Sinn sagt der Apostel, „alles, was im Himmel und auf Erden ist, werde in Christo erneuert (Eph. 1, 10)“. Das, was im Himmel ist, wird nämlich dann erneuert, wenn die Lücke, die durch den Fall der Engel entstanden ist, aus der Zahl der Menschen wieder ausgefüllt wird; was aber auf Erden ist, das wird erneuert, wenn die Menschen, die zum ewigen Leben vorherbestimmt sind, aus ihrer alten Verderbnis wieder hergestellt werden. Auf solche Weise wird durch jenes einzigartige Opfer, in dem der Mittler (Christus) sich opfert, und auf welches allein die Opfer des Gesetzes vorbildlich hinwiesen, das Himmlische und das Irdische gegenseitig in Frieden geeinigt. Denn also spricht der gleiche Apostel (Paulus): „Gefallen hat es dem Vater, in ihm (dem Sohne) die ganze Fülle der Gottheit wohnen zu lassen und durch ihn die gesamte Kreatur des Himmels und der Erde mit sich zu versöhnen, indem er durch seines Sohnes blutigen Kreuzestod den Frieden wiederherstellte (1 Kol. 1, 20).” Dieser Friede übersteigt, wie geschrieben steht, jeden Begriff und kann von uns erst dann wirklich erkannt werden, wenn wir zu ihm gelangt sind. Denn wie kann Friede im Himmel werden, wenn er nicht mit uns geschlossen wird, d. h. wenn der Himmel nicht mit uns eines Herzens wird? Dort herrscht nämlich ewiger Friede, sowohl aller geistigen Geschöpfe unter sich als auch mit ihrem Schöpfer. Es übersteigt also dieser Friede, wie gesagt, jeden Begriff, natürlich nur den unsrigen, nicht aber den Begriff derer, die immerdar das Antlitz des Vaters schauen (Matth. 18, 10). Im Gegensatz zu diesen ist unsere Einsicht bei aller Größe menschlicher Erkenntnis doch nur eine teilweise und unser Schauen nur ein unvollkommenes, wie durch einen Spiegel, Wenn wir aber dereinst einmal den Engeln gleich sein werden (Luk. 20, 36), dann wird auch unser Schauen ein Schauen von Angesicht zu Angesicht sein, wie bei ihnen, und der Friede, den wir mit ihnen haben werden, wird ebenso groß sein."  [8] 
 

Almosengeben

Almosengeben ist besonders bei Mohammedanern oder Moslems beliebt; Almosengeben ohne christlichen Glauben, zum Beispiel islamischen Hilfsorganisationen spenden, die dann den Terrorismus fördern, funktioniert nicht - und womöglich "das Wort des Herrn auf sich anwenden möchte: „Gebt Almosen! Und siehe, alles ist euch rein (Luk. 11, 41).“ Denn so klar diese Worte auch sind, so fassen sie solche Leute doch nicht richtig auf. Damit dies aber geschehe, beachte so einer einmal, zu wem denn der Herrn eigentlich so gesprochen hat. Im Evangelium heißt es nämlich: „Während er (Jesus) redete, bat ihn ein Pharisäer, er solle bei ihm das Frühmahl nehmen. Und er trat ein und ließ sich nieder. Der Pharisäer aber war darüber befremdet und sprach bei sich, warum er sich denn vor dem Essen nicht gewaschen habe. Der Herr aber sprach zu ihm: „Ihr Pharisäer reinigt jetzt die Außenseite des Bechers und der Schüssel; euer eigenes Innere aber ist voll von Raub und Schlechtigkeit. Ihr Toren, hat denn nicht der, welcher das Auswendige geschaffen hat, auch das Inwendige geschaffen? Jedoch, was übrig ist, das gebt als Almosen! Und siehe, alles ist euch rein.“  [9] 

Dies muss man etwa so verstehen, dass zum Beispiel für die Moslems, "die den Glauben an Christus nicht haben, alles rein war, trotzdem sie nicht an ihn glaubten und nicht wiedergeboren waren aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste ( Joh. 3, 5)", wenn sie nur Almosen geben in der Gesinnung, wie der oben Geschilderte sie beim Geben haben zu müssen glaubte? Moslems vernstalten zwar regelmäßig rituelle Waschungen, dennoch sind sie im Sinne von Augustinus unrein:"Es sind ja doch alle unrein, die der Glaube an Christus nicht reinigt, von dem geschrieben steht, „dass durch den Glauben an ihn ihr Herz gereinigt wird (Apg. 15, 9)“, und von dem der Apostel sagt: „Den Befleckten und Ungläubigen ist jedoch nichts rein, sondern befleckt ist ihr Herz und ihr Gewissen (Tit. 1, 15).“ Wie könnte also den Moslems alles rein sein, wenn sie nur Almosen geben, dabei aber nicht gläubig sind? "Oder wie könnten sie gläubig sein, wenn sie nicht an Christus glauben und nicht in seiner Gnade wiedergeboren werden wollten?" [10] 

Wer nämlich in geordneter Weise Almosen geben will, muss nach Augustinus bei sich selbst den Anfang machen und solches zuerst sich selbst geben. Almosengeben ist nämlich ein Werk der Barmherzigkeit, und ganz wahr ist es auch, wenn es heißt: „Erbarme dich deiner Seele und du wirst Gott gefallen (Ekkli. 30, 24 [Ekklisiastikus, Sirach]).“ Wir sollen nämlich auch selbst über unser Elend ein wahres Urteil fällen und Gott mit der Liebe, die er uns selbst eingegossen hat, lieben und demgemäß christlich und gerecht leben. Die Moslems nun kümmern sich um ein solches Urteil und um eine solche Liebe nicht; sie bestimmen zwar das Almosen, fangen aber bei ihrem Almosengeben nicht bei sich selbst an und üben nicht zuerst an sich selbst Barmherzigkeit. Mit Rücksicht auf jene rechte Ordnung der Liebe heißt es: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Heute müssen die Moslems getadelt und nicht ihr Irrglaube verklärt werden, wie es neuerdings vom Vatikan bei jeder Gelegenheit praktiziert wird. Wie Christus die Pharisäer getadelt hatte, weil sie sich bloß äußerlich wuschen, wie heute die Moslems bei ihren rituellen Waschungen, "innerlich aber voll Raub und Schlechtigkeit waren, belehrte er sie zuerst darüber, dass das Innere durch eine Art Almosen gereinigt werde, das der Mensch vor allen Dingen sich selbst schulde: „Was aber übrig ist, das gebt als Almosen, und alles ist euch rein.“ Um ihnen aber dann zu zeigen, was er mit dieser Lehre wolle, worum sie sich selbst aber nicht kümmerten, und damit sie nicht glaubten, er kenne ihr Almosen nicht, sprach er das Fluchwort: „Wehe euch, ihr Pharisäer (Luk. 11, 42)!“ Damit wollte er ihnen gleichsam sagen: „Ich habe euch nun zwar ermahnt, Almosen zu geben, auf dass euch dadurch alles rein werde. Aber wehe euch! Ihr verzehntet ja wohl die Minze und die Raute und alles Kraut; diese Art eueres Almosens kenne ich gar gut und ihr dürft nicht glauben, ich wolle euch jetzt hierüber noch belehren; aber an dem Rechte und an der Liebe Gottes geht ihr vorbei.“ Und doch wäre nur das wirklich ein Almosen, wodurch ihr von jeder inneren Befleckung rein werden könnt; dadurch würde euer Leib wirklich rein, den ihr wascht. Dieses Doppelte ist nämlich unter dem Worte „alles“ zu verstehen: das Innere und das Äußere. In diesem Sinne liest man an einer anderen Stelle: „Reinigt nur einmal, was inwendig ist, dann wird auch das, was auswendig ist, rein sein (Matth. 23, 26)!“ Damit nun aber die Pharisäer nicht meinen möchten, er habe damit das Almosen verworfen, das von den Früchten der Erde gespendet wird, sprach er zu ihnen: „Das eine hättet ihr tun, das andere aber nicht lassen sollen (Luk. 11, 41)“; d. h. das Gericht und die Liebe Gottes hättet ihr im Auge behalten und dabei auch von den Früchten der Erde Almosen geben sollen. Es sollen sich also diejenigen nicht täuschen, die meinen, sie könnten sich durch ein noch so reichliches Almosen an Früchten oder Geld Straflosigkeit für ihr Verharren im Irrglauben der Mohammedaner und Greuel ihrer Schandtaten erkaufen.  [11]

Wer nach Augustinus jedoch einen so reichen göttlichen Gnadenschatz verachten zu dürfen glaubt, indem er in den Moscheen nur einen "Lügengott" (Ariosto) anfleht, und wer dann in solcher Herzensverhärtung sein Leben beschließt, der ist schuldig jener unvergebbaren Sünde wider den Heiligen Geist. [12]

Thomas von Aquin meint zum Almosengeben: Notwendig ist einmal das, wovon jemand für sich selbst und die angehörigen die äussersten Lebensbedürfnisse bestreitet, ohne was er also schlechthin nicht bestehen kann; und davon Almosen geben wäre dasselbe wie sich und den Seinigen das Nötige, um zu leben, entziehen. Das also ist nicht erlaubt. Dann wird etwas als notwendig bezeichnet mit Rücksicht auf das zwar nicht schlechthin zum Leben, aber dem Stande und den Umständen entsprechend Notwendige, sei es dass es sich um die eigene Person handle sei es dass um die angehörigen. Die Grenzen dieses Notwendigen sind nicht mit Zuverlässigkeit zu bestimmen. Man kann da viel hinzufügen und doch noch nicht sagen, es überschreite die gehörigen Grenzen; man kann umgekehrt viel abziehen und es bleibt doch noch genug, um standesgemäß zu leben. "Von solch Notwendigem also geben, ist nicht geboten; aber geraten. Nur möchte es ungeregelt sein, so viel zu geben, dass man nicht mehr standesgemäß leben könnte; denn dazu ist jeder verpflichtet." Mit der Aufnahme von zu vielen muslimischen Flüchtlingen zum Beispiel kommt Italien an seine Genzen, die Italiener können dann "nicht mehr standesgemäß leben." Augustinus schreibt diesbezüglich: „Dies verstehen manche falsch; sie rauben ungerechtes Gut und geben dann davon Almosen. Damit meinen sie dem Gebote des Herrn genügt zu haben. Das ist eine durchaus falsche Auffassung.“ „Ungerechter Mammon“ wird „der Reichtum genannt, wenn man darauf sein ganzes Vertrauen setzt.“ (Aug. 2. de Qu. evangelicis 34.) Oder es wird nach Ambrosius als „Reichtum der Ungerechtigkeit“ bezeichnet. Ekkll. 12. heisst es: „Gib dem armseligen und nimm nicht den Sünder auf … tue Gutes dem demütigen und nicht dem gottlosen.“ Man soll Almosen geben um des himmlischen Lohnes willen, nach Matth. 6.: „Und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir vergelten.“ Da muss man aber an erster Stelle den Heiligen geben, nach Augustinus zu Luk. 16, 9. Facite vobis amicos: „Wer wird haben die ewigen Wohnungen? Doch nur die Heiligen Gottes. Und wer sind jene, die von ihnen aufgenommen werden sollen in die ewigen Hütten? Doch nur jene, welche ihren Bedürfnissen dienen.“ Auf der anderen Seite sagt der Apostel (1. Tim. 5.): „Wenn jemand für die Seinigen und vorzugsweise für die Glieder seiner Familie keine Sorge trägt, der hat den Glauben verleugnet und ist schlimmer wie ein Ungläubiger.“ Nach Augustinus (1. de doctr. christ. 28.) „sollen wir den nahestehenden, mit denen uns gewissermaßen nach Gottes Vorsehung das gleiche Los verknüpft, auch die meiste Sorge angedeihen lassen.“ Unter Sündern sind natürlich auch die gemeint, die gegen den heiligen Geist lästern wie die Muslime: "Dem Sünder soll man nicht helfen, um ihn in seiner Sünde zu stärken." [13]
 

Arianer, Manichäer, Mohammedaner und Agnostiker

Im Sinne von Thomas von Aquin, Schopenhauer und Ambrosius sagt Augustinus: Es trete nun irgend ein ungläubiger Arianer oder Moslem hervor und sage, "das Wort Gottes sei geschaffen. Wie ist es möglich, dass das Wort Gottes geschaffen sei, da doch Gott durch das Wort alles geschaffen hat? Wenn auch das Wort Gottes selbst geschaffen ist, durch welches andere Wort ist es geschaffen? Wenn du sagst, es sei das Wort des Wortes, durch welches jenes geschaffen ist, so nenne ich dasselbe den eingeborenen Sohn Gottes. Denkst du aber nicht an ein Wort des Wortes, so räume ein, dass dasjenige nicht geschaffen ist, durch welches alles geschaffen ist. Denn durch sich selbst konnte das nicht werden, durch welches alles geschaffen ist. Glaube also dem Evangelisten. Er hätte ja sagen können: Im Anfang schuf Gott das Wort, wie Moses gesagt hat: „Im Anfang schuf Gott Himmel und die Erde“ und dann alles so aufzählt: „Gott sprach“, „Es werde“, und es ist geworden. Wenn er so sprach, wer sprach? Natürlich Gott. Und was ist geworden? Ein Geschöpf. Zwischen dem sprechenden Gott und der gewordenen Kreatur was ist da, wodurch es geworden ist, als eben das Wort? Denn Gott sprach: „Es werde“, und es ist geworden. Dieses Wort ist unveränderlich, obwohl Veränderliches durch das Wort entsteht; es selbst ist unveränderlich." [14]
“An plumpen Fabeln und abgeschmackten Märchen lässt er sich bisweilen genügen: wenn nur früh genug eingeprägt, sind sie ihm hinlängliche Auslegungen seines Daseins und Stützen seiner Moralität. Man betrachte z. B. den Koran: dieses schlechte Buch war hinreichend, eine Weltreligion zu begründen, das metaphysische Bedürfnis zahlloser Millionen Menschen seit 1200 Jahren zu befriedigen, die Grundlage ihrer Moral und einer bedeutenden Verachtung des Todes zu werden, wie auch sie zu blutigen Kriegen und den ausgedehntesten Eroberungen zu begeistern. Wir finden in ihm die traurigste und ärmlichste Gestalt des Theismus. Viel mag durch die Übersetzung verloren gehen, aber ich habe keinen einzigen wertvollen Gedanken darin entdecken können.”  - Arthur Schopenhauer
Dem Arianer und Mohammedaner, der zwar den Koran studiert, von dem Schopenhauer aber bekanntlich meinte, er "habe keinen einzigen wertvollen Gedanken darin entdecken können", schleudert Augustinus die Worte entgegen: "Halte also nicht für geschaffen dasjenige, wodurch alles geschaffen ist, damit du nicht etwa nicht neugeschaffen werdest durch das Wort, durch welches alles neugeschaffen wird. Denn du bist bereits geschaffen durch das Wort, aber du musst neugeschaffen werden durch das Wort. Wenn aber dein Glaube betreffs des Wortes schlecht ist, so wirst du durch das Wort nicht neugeschaffen werden können. Und wenn dir widerfuhr, durch das Wort zu werden, so dass du durch dasselbe geworden bist, so kommst du durch dich um. Wenn du durch dich umkommst, so möge der dich erneuern, der dich erschaffen hat (Si per te deficis, ille te reficiat, qui te fecit); wenn du durch dich schlimmer wirst, so möge der dich wiederherstellen, der dich erschaffen hat. Wie aber soll er dich wiederherstellen durch das Wort, wenn du in irgend einem Punkte schlecht denkst vom Worte? Der Evangelist sagt: „Im Anfang war das Wort“, und du sagst: Im Anfang wurde das Wort. Jener sagt: „Alles ist durch dasselbe geworden“, und du sagst, dass auch das Wort geworden ist. Der Evangelist hätte zwar sagen können: Im Anfang ist das Wort geworden, aber was sagt er wirklich? „Im Anfang war das Wort.“ Wenn es war, dann ist es nicht geworden, damit all dieses durch dasselbe würde und nichts ohne dasselbe. Wenn also „das Wort im Anfang war, und das Wort bei Gott war, und das Wort Gott war“, und du kannst nicht erfassen, was dies sei, dann warte, bis du wachsest. Er ist eine Speise, nimm vorerst Milch, dich zu nähren, damit du kräftig werdest, die Speise zu genießen" (Hebr. 5, 12-14). [15]
"Er hatte davon gehört, dass die Propheten Gottes große Menschen gewesen waren, und nannte sich darum ebenfalls Gottes (Allahs) Prophet; um etwas Gutes vorzutäuschen, versuchte er, sie Stück für Stück vom Götzendienst wegzuführen,  doch nicht etwa zum wahren Gott, sondern zum Trug seiner Häresie, die er schon seit einiger Zeit ausbrütete. "  - St. Petrus Venerabilis
Augustinus ruft ihnen zu: "Was folgt, Brüder" ist, dass viele die Worte: „Ohne dasselbe ist nichts geworden“, schlecht verstehen und meinen, das Nichts sei etwas wie zum Beispiel der abstrakte Götze Allah, der von den Mohammedanern angebetet wird. "Auch das Götzenbild ist nicht durch das Wort geworden, es hat zwar die menschliche Form, aber nur der Mensch selbst ist durch das Wort geworden; denn die Form des Menschen am Götzenbilde ist nicht durch das Wort geworden, und es steht geschrieben: „Wir wissen, dass der Götze nichts ist“ (1 Kor. 8, 4). Also diese Dinge sind nicht durch das Wort geworden; aber was immer ursprünglich geworden ist, was immer an den Geschöpfen sich findet, überhaupt alles, was am Himmel befestigt ist, was von oben her erglänzt, was unter dem Himmel fliegt, und was sich in der gesamten Natur der Dinge bewegt, durchaus jedes Geschöpf, ich will es deutlich sagen, ich will sagen, Brüder, damit ihr es versteht, vom Engel bis zum Würmchen. Was ist herrlicher als der Engel unter den Geschöpfen? ... Keine Form, kein Gefüge, keine Verbindung der Teile, keine wie immer beschaffene Substanz, die Gewicht, Zahl und Maß hat, besteht ausser durch jenes Wort und jenes schöpferische Wort, von welchem es heißt: „Alles hast du nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet“ (Sap. 11, 21). [16]

"Niemand also täusche euch", sagt Augustinus zu den arianisch oder mohammedanisch gesinnten, zu denen auch die Manichäer zählen. "Denn irgend einer hatte Widerwillen gegen die Fliegen. Ein Manichäer fand ihn in seinem Ärger, und als er sagte, er könne die Fliegen nicht leiden und hasse sie sehr, da fragte der Manichäer sogleich: Wer hat sie gemacht? Und weil er ärgerlich war und sie hasste, so wagte er nicht zu sagen: Gott hat sie gemacht; er war aber ein Katholik. Jener setzte sofort hinzu: Wenn Gott sie nicht gemacht hat, wer hat sie dann gemacht? Fürwahr, sprach er, ich glaube, dass der Teufel die Fliegen gemacht hat. Und jener schnell: Wenn die Fliege der Teufel gemacht hat, wie ich dich bekennen sehe, weil du die Sache verständig auffassest, wer hat die Biene gemacht, die ein wenig größer ist als die Fliege? Er wagte nicht zu sagen, dass Gott die Biene gemacht, die Fliege aber nicht gemacht hat, weil sie ihr sehr nahe kommt. Von der Biene lenkte er ihn zur Heuschrecke, von der Heuschrecke zur Eidechse, von der Eidechse zum Vogel, vom Vogel zum Schaf, dann zum Rind, zum Elephanten, zuletzt zum Menschen und überredete den Menschen, dass der Mensch nicht von Gott erschaffen sei. So ist jener Bedauernswerte, da ihm die Fliegen zuwider waren, selbst eine Fliege geworden, die der Teufel in Besitz nahm. Beelzebub soll ja „Fliegenfürst“ bedeuten, und von den Fliegen steht geschrieben: „Sterbende Fliegen verderben wohlriechendes Öl“ (Ekkle. 10, 1 [Ekklesiastes, Prediger]). [17]

Augustinus meint, "aber vielleicht können törichte Herzen noch nicht jenes Licht fassen, weil sie durch ihre Sünden niedergedrückt werden, so dass sie es nicht zu sehen vermögen", wie die Sünde wider den Heiligen Geist oder Lästerung gegen den heiligen Geist (blasphemia in spiritum sanctum), die besonders bei den Mohammedanern anzutreffen ist. Denn wer nach Thomas von Aquin "Falsches von Gott behauptet", wie der Mohammedaner, begeht vollendete Gotteslästerung ("blasphemia perfecta").  "Deshalb sollen sie aber nicht meinen, das Licht sei sozusagen abwesend, weil sie es nicht sehen können; denn sie selbst sind wegen ihrer Sünden Finsternis. „Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen“. Also, Brüder, wie einem blinden Menschen, der an der Sonne steht, die Sonne gegenwärtig ist, er aber nicht der Sonne, so ist jeder Tor, jeder Ungerechte, jeder Gottlose blind am Herzen. Die Weisheit ist gegenwärtig, aber da sie einem Blinden gegenwärtig ist, ist sie seinen Augen abwesend, nicht weil sie selbst ihm abwesend ist, sondern weil er von ihr abwesend ist. Was also soll er tun? Er reinige sich, damit er Gott sehen kann. Wenn er beispielsweise deshalb nicht sehen könnte, weil er schmutzige und wunde Augen hat wegen des eingedrungenen Staubes, Schleimes oder Rauches, so würde der Arzt zu ihm sagen: Entferne aus deinem Auge alles Schädliche, damit du das Licht deiner Augen sehen kannst. Staub, Schleim, Rauch sind die Sünden und Missetaten; tu dies alles hinweg und du wirst die Weisheit sehen, die gegenwärtig ist; denn Gott ist die Weisheit selbst, und es heißt: „Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott anschauen“ (Matth. 5, 8). [18]

Agnostikern und Kantianern hält Augustinus entgegen: Es habe "gewisse Philosophen dieser Welt gegeben, und sie suchten den Schöpfer durch das Geschöpf, weil er durch das Geschöpf gefunden werden kann, indem der Apostel ganz klar sagt: „Das Unsichtbare an ihm wird seit der Erschaffung der Welt durch das, was geworden ist, erkennbar angeschaut; auch seine ewige Kraft und Gottheit, so dass sie unentschuldbar sind“. Und er fährt fort: „Denn obwohl sie Gott erkannt hatten“; er sagt nicht: Weil sie ihn nicht erkannt hatten, sondern: „Denn obwohl sie Gott erkannt hatten, so haben sie ihn doch nicht als Gott verherrlicht oder Dank gesagt, sondern wurden eitel in ihren Gedanken und ihr unverständiges Herz ward verfinstert“. Warum ward es verfinstert? Er sagt weiter noch bestimmter: „Denn für weise sich haltend, sind sie Toren geworden“ (Röm. 1, 20-22). Sie sahen, wohin man kommen müsse, aber undankbar gegen den, der ihnen verlieh, was sie sahen, wollten sie sich selbst zuschreiben, was sie sahen, und stolz geworden, verloren sie, was sie sahen, und sie wandten sich zu den Götzen und Bildern und zum Dienste der Dämonen, um das Geschöpf anzubeten und den Schöpfer zu verachten. Aber das haben sie getan als solche, die bereits gestrauchelt waren; dass sie aber strauchelten, kam von ihrem Stolze; da sie aber stolz wurden, hielten sie sich für weise." [19]
 

Wir sind Menschen, und zwar Christen; nicht der Stern sondern das Kreuz ist das Zeichen

Zum Zeichen der Christen im Gegensatz zu dem der Mohammedaner sagt Augustinus: "Wir sind Menschen, und zwar Christen. Das glaube ich eurer Liebe nicht erst lange nachweisen zu müssen, und wenn wir Christen sind, dann gehören wir schon durch den Namen zu Christus. Sein Zeichen tragen wir an der Stirne, und wir werden uns dessen nicht schämen, wenn wir es auch im Herzen tragen. Sein Zeichen ist seine Erniedrigung. Durch einen Stern haben ihn die Weisen erkannt (Matth. 2, 2), und es war dieses vom Herrn gegebene Zeichen himmlisch und glänzend; er wollte nicht, dass ein Stern auf der Stirne der Gläubigen sein Zeichen sei, sondern sein Kreuz sollte es sein." Der Stern und der Halbmond ist das Zeichen der Venusanbeter oder Moslems.[20] 
"Wir gehören also zum Evangelium, wir gehören zum Neuen Bunde. „Das Gesetz ist uns durch Moses gegeben worden, Gnade und Wahrheit aber ist uns durch Christus geworden.“ Fragen wir den Apostel, und er sagt uns, dass wir nicht unter dem Gesetze sind, sondern unter der Gnade (Röm. 6, 14). „Er sandte also seinen Sohn, geboren von einem Weibe, untergeben dem Gesetze, um die, welche unter dem Gesetze waren, zu erlösen, damit wir an Kindes Statt angenommen würden“ (Gal. 4, 4 f.). Sehet also, dazu kam Christus, um die, welche unter dem Gesetze waren, zu erlösen, damit wir nicht mehr unter dem Gesetze wären, sondern unter der Gnade. Wer also hat das Gesetz gegeben? Jener hat das Gesetz gegeben, der auch die Gnade gegeben hat; aber das Gesetz sandte er durch einen Diener, mit der Gnade stieg er selbst hernieder. Und wie sind die Menschen unter das Gesetz gekommen? Dadurch, dass sie das Gesetz nicht erfüllten. Denn wer das Gesetz erfüllt, ist nicht unter dem Gesetze, sondern mit dem Gesetze; wer aber unter dem Gesetze ist, wird durch das Gesetzt nicht aufgerichtet, sondern gedrückt. Alle unter dem Gesetze stehenden Menschen also macht das Gesetz zu Schuldigen, und dazu ist es über ihrem Haupte, um die Sünden zu offenbaren, nicht sie hinwegzunehmen. Das Gesetz also befiehlt, der Geber des Gesetzes erbarmt sich in dem, was das Gesetz befiehlt. Indem die Menschen versuchten mit eigenen Kräften das zu erfüllen, was vom Gesetze vorgeschrieben ist, sind sie gerade durch ihr verwegenes und voreiliges Selbstvertrauen zu Fall gekommen und waren so nicht mit dem Gesetze, sondern sind unter das  Gesetz geraten als Schuldige. Und weil sie mit eigenen Kräften das Gesetz nicht erfüllen konnten, haben sie, als Schuldige unter dem Gesetze stehend, die Hilfe des Befreiers angerufen; und die Anklage des Gesetzes bewirkte bei den Stolzen das Gefühl der Krankheit. Das Gefühl der Krankheit bei den Stolzen wurde zum Bekenntnis für die Demütigen. Schon bekennen die Kranken, dass sie krank sind; es möchte der Arzt kommen und die Kranken heilen" St.Augustinus, Tractatus in Iohannis Evangelium III
"Wer gehört zu Adam? Alle, welche von Adam geboren sind. Welche zu Christus? Alle, welche durch Christus geboren sind. Warum sind alle in der Sünde? Weil keiner geboren ist außerhalb Adams. dass sie aber aus Adam geboren wurden, geschah notwendig infolge der Verurteilung; durch Christus geboren werden, hängt vom Willen und der Gnade ab. Nicht gezwungen werden die Menschen, durch Christus geboren zu werden; dagegen nicht weil sie wollten, sind sie aus Adam geboren. Alle jedoch, die aus Adam geboren werden, sind mit Sünde behaftete Sünder; alle, die durch Christus geboren werden, sind gerechtfertigt und gerecht, nicht in sich, sondern in jenem. Denn in sich, wenn du fragst, gehören sie zu Adam; in jenem, wenn du fragst, gehören sie zu Christus. Warum? Weil dieser, das Haupt, unser Herr Jesus Christus, nicht mit dem Ableger der Sünde kam, wenn er auch mit sterblichem Fleische kam." St.Augustinus, Ib.
Warum erfuhr Johannes durch die Einfalt der Taube, dass „dieser es ist, welcher tauft im Heiligen Geiste“, wenn nicht eben jene keine Tauben waren, welche die Kirche verunreinigten? "Du siehst, wie jene uns anfeinden, gleich als ob es sich um Verfolgungen handelte, die sie erlitten haben. In körperlicher Beziehung haben sie zwar gewissermaßen Verfolgungen erlitten, obwohl es Geißeln des Herrn waren, der sie offenbar auf eine Zeitlang züchtigte, um sie nicht ewig verdammen zu müssen, falls sie die Züchtigung nicht erkennen und sich nicht bessern. Jene verfolgen die Kirche in Wahrheit, die sie mit Arglist verfolgen; jene treffen schwerer das Herz, welche mit dem Schwerte der Zunge verwunden; jene vergießen gefährlicher Blut, welche Christus, soviel an ihnen liegt, im Menschen töten. In Schrecken gesetzt scheinen sie gewissermaßen durch das Urteil der Obrigkeit. Was tut dir die Obrigkeit, wenn du gut bist? Wenn du aber böse bist, so fürchte die Obrigkeit: „Denn nicht umsonst trägt sie das Schwert“, sagt der Apostel (Röm. 13, 4). Ziehe nur du nicht dein Schwert, womit du Christus triffst. Christ, was verfolgst du am Christen? Was hat in dir der Kaiser verfolgt? Das Fleisch hat er verfolgt; du verfolgst im Christen den Geist. Du tötest nicht das Fleisch. Und doch schonen sie auch das Fleisch nicht; so viele sie konnten, haben sie durch Niederhauen ums Leben gebracht; weder die Ihrigen noch Fremde haben Schonung bei ihnen gefunden. Das ist allgemein bekannt. Gehässig ist die Obrigkeit, weil sie gesetzmäßig ist; gehässig handelt der, welcher nach Recht handelt; ohne Gehässigkeit handelt der, welcher gegen die Gesetze handelt. Es sehe ein jeder von euch, meine Brüder, was der Christ hat. dass er ein Mensch ist, hat er mit vielen gemeinsam; dass er ein Christ ist, unterscheidet ihn von vielen; und mehr geht ihn an, dass er ein Christ ist, als dass er ein Mensch ist. Denn dadurch, dass er ein Christ ist, wird er erneuert zum Bilde Gottes, von dem der Mensch geschaffen ist zum Bilde Gottes", sofern er aber ein Mensch ist, könnte er auch ein Bösewicht, könnte er auch ein Heide, könnte er auch ein Götzendiener, ein Mohammedaner sein. [21] 

Christenverfolgung ist heute vor allem ein Problem in islamischen Ländern. "Du verfolgst im Christen sein Besseres, denn du willst ihm das rauben, wodurch er lebt. Er lebt nämlich in zeitlicher Beziehung durch den Lebensgeist, wodurch der Leib belebt wird; er lebt aber für die Ewigkeit durch die Taufe, welche er vom Herrn empfangen hat; du willst ihm das rauben, was er vom Herrn empfangen hat; du willst ihm das rauben, wodurch er lebt. Die Räuber wollen die, welche sie berauben, so berauben, dass sie selbst mehr haben und jene nichts haben; du beraubst diesen und hast selbst nicht mehr; denn dir wird nicht mehr zuteil, weil du diesen beraubst." [22] 
 

Einheit der Taufe, Verschiedenheit der Sprachen

Augustinus fragt, worauf beruht die Einheit der Kirche, die trotzdem später so viele Spaltungen erfahren sollte? "Auf dieser Macht nämlich, welche Christus für sich allein behielt und auf keinen Diener übergehen ließ, obwohl er sich würdigte, die Taufe durch seine Diener vornehmen zu lassen, auf dieser Macht beruht die Einheit der Kirche, welche in der Taube dargestellt wird, von der es heißt: „Eine ist meine Taube, die einzige ihrer Mutter“ (Hoh. Lied/Cant. 6, 8). Denn wenn, wie ich schon sagte, meine Brüder, die Macht vom Herrn auf den Diener übertragen würde, dann gäbe es so viele verschiedene Taufen, als es Diener gäbe, und die Einheit der Taufe würde nicht mehr bestehen." [23] 

Wohin wurden die Jünger gesandt im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, um zu taufen als Diener. Wohin wurden sie gesandt? „Gehet hin“, sagte er, „taufet die Völker.“ Ihr habt gehört, Brüder, wie jenes Erbe gekommen ist: „Fordere von mir, und ich will dir die Völker zu deinem Erbe geben und zu deinem Besitztum die Grenzen der Erde“(Ps. 2, 8). Ihr habt gehört, wie „von Sion das Gesetz ausging und das Wort des Herrn von Jerusalem“ ( Is. 2, 3); dort nämlich hörten die Jünger: „Gehet hin, taufet die Völker im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“(Matth. 28, 19). Wir wurden gespannt, als wir hörten: „Gehet, taufet die Völker“. In wessen Namen? „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Dies ist ein Gott, weil es nicht heißt „ in den Namen“ des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, sondern „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Wo du einen Namen hörst, da ist ein Gott, wie es von den Nachkommen Abrahams heißt und der Apostel Paulus es erklärt: „In deinen Nachkommen werden alle Völker gesegnet werden; er hat nicht gesagt: „In den Nachkommen“, als in vielen, sondern als in einem, und in deinem Nachkommen, welcher ist Christus“(Gen. 22, 18; Gal. 3, 16). [24] 

Aber, siehe, sagen die Jünger zum Herrn, wir haben gehört, in welchem Namen wir taufen sollen, Du hast uns zu Deinen Dienern gemacht und zu uns gesagt: „Gehet, taufet im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“; "wohin sollen wir gehen? Wohin? Habt ihr es nicht gehört? Zu meinem Erbe. Ihr fragt: Wohin sollen wir gehen? Zu dem, was ich mit meinem Blute erkauft habe. Wohin also? Zu den Völkern, sagt er. Ich habe gemeint, er sprach: Gehet, taufet die Afrikaner im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Gott sei Dank; der Herr hat die Frage gelöst, die Taube hat es gelehrt. Gott sei Dank: zu den Völkern wurden die Apostel gesandt; wenn zu den Völkern, dann zu allen Zungen. Dies zeigte der Heilige Geist an, indem er in Zungen geteilt, in der Taube geeint war. Dort teilen sich die Zungen, hier verbindet die Taube." Alle muslimischen Länder sind heute zerstritten, zum Teil herrscht Krieg: erst wenn diese Länder mehrheitlich christlich werden, kann wirklich Frieden einkehren. [25] 

Nach Augustinus sind die Sprachen durch Stolz entstanden. "Gott sah ihren Stolz und ließ sie in den Irrtum fallen, dass sie sich nicht mehr erkannten beim Reden, und so entstanden durch Stolz die verschiedenen Sprachen (Gen. 11, 1-9). Wenn der Stolz die Verschiedenheit der Sprachen bewirkt hat, so hat die Demut Christi die Verschiedenheit der Sprachen aufgehoben. Was jener Turm auseinander gebracht hatte, das sammelt die Kirche wieder. Aus einer Sprache sind viele geworden; wundere dich nicht, das hat der Stolz getan; aus vielen Sprachen wird eine; wundere dich nicht, das hat die Liebe getan. Denn wenn auch der Klang der Sprachen verschieden ist, im Herzen wird ein Gott angerufen, ein Friede bewahrt. Wie also, Teuerste, musste der Heilige Geist, um die Einheit zu bezeichnen, dargestellt werden, wenn nicht durch die Taube, damit zu der in Friede vereinigten Kirche gesagt werden könnte: „Eine ist meine Taube“?" [26] 
 

Wir haben den Messias gefunden, was so viel heißt als Christus; Nathanael wahrhaft ein Israelite, in welchem kein Falsch ist

„Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer aus den zwei, welche das von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren. Dieser findet seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden, was so viel heißt als Christus.“ Messias ist hebräisch, Christus griechisch, Unctus (d. h. der Gesalbte) lateinisch. Denn von der Salbung heißt er Christus. Salbung ist griechisch Chrisma; also Christus der Gesalbte. Er ist der Gesalbte in einziger Art, der Gesalbte in vorzüglichem Grade; deshalb werden zwar alle Christen gesalbt, er aber in besonderer Weise. Höre, wie es im Psalm heißt: „Darum hat Dich, o Gott, Dein Gott mit dem Öle der Freude gesalbt über Deine Genossen“ (Ps. 44, 8 [hebr. Ps. 45, 8]). Seine Genossen nämlich sind alle Heiligen; doch er ist einzigartig der Heilige der Heiligen, einzigartig der Gesalbte, einzigartig Christus. [27] 

Wie war Nathanael beschaffen? Der Herr selbst gibt Zeugnis. "Als groß ist der Herr erkannt durch das Zeugnis des Johannes, als glückselig ist Nathanael erkannt durch das Zeugnis der Wahrheit. Wenn auch der Herr nicht durch das Zeugnis des Johannes bekannt gemacht würde, er gab für sich selbst Zeugnis weil ihm für sein Zeugnis die Wahrheit genügt. Allein weil die Menschen die Wahrheit nicht fassen konnten, so suchten sie die Wahrheit durch die Leuchte, und darum wurde Johannes gesandt, damit durch ihn der Herr gezeigt würde. Höre den Herrn, wie er dem Nathanael Zeugnis gibt. „Und es sprach zu ihm Nathanael: Von Nazareth kann etwas Gutes kommen. Es spricht zu ihm Philippus: Komm und sieh. Und es sah Jesus den Nathanael zu ihm kommen und sagt von ihm: Siehe, wahrhaft ein Israelite, in welchem kein Falsch ist.“ Ein großes Zeugnis! Das wurde weder zu Andreas gesagt, noch zu Petrus gesagt, noch zu Philippus, was von Nathanael gesagt wurde: „Siehe, wahrhaft ein Israelite, in welchem kein Falsch ist“. Was tun wir also, Brüder? Sollte dieser der erste sein unter den Aposteln? Er wird nicht bloß nicht als der erste unter den Aposteln erfunden, sondern auch nicht der mittlere noch auch der letzte unter den Zwölfen ist Nathanael, dem der Sohn Gottes ein solches Zeugnis gab, indem er sprach: „Siehe, wahrhaft ein Israelite, in welchem kein Falsch ist“. Fragt man nach der Ursache? So weit der Herr sie mitteilt, finden wir sie wahrscheinlich. Wir müssen nämlich erwägen, dass Nathanael gelehrt und gesetzeskundig gewesen sei; deshalb wollte ihn der Herr nicht unter die Jünger einreihen, weil er Unwissende erwählte, um durch sie die Welt zu beschämen. Höre den Apostel, der also spricht: „Sehet denn“, sagt er, „eure Berufung, Brüder; denn nicht viele Weise nach dem Fleische (Non multi sapientes secundum carnem), nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme; sondern das Schwache vor der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zu beschämen, und was unansehnlich ist vor der Welt und verachtet, das hat Gott erwählt, und das, was nicht ist, wie das, was ist, um das, was ist, zunichte zu machen“(1 Kor. 1, 26-28). Wenn ein Gelehrter erwählt würde, so würde er vielleicht sagen, er sei deshalb erwählt, weil seine Gelehrsamkeit erwählt zu werden verdiente. Da unser Herr Jesus Christus den Nacken der Stolzen brechen wollte, so hat er nicht durch einen Redner den Fischer gesucht, sondern durch einen Fischer hat er den Kaiser gewonnen. Groß war Cyprian der Redner, aber zuerst war Petrus der Fischer, durch den nachher nicht bloß der Redner, sondern auch der Kaiser gläubig werden sollte. Kein Vornehmer, kein Gelehrter wurde anfänglich erwählt, weil Gott das Schwache vor der Welt erwählte, um das Starke zu beschämen. Es war also jener groß und ohne Falsch; deshalb allein wurde er aber nicht erwählt, damit niemand meine, der Herr habe Gelehrte erwählt. Und eben von seiner Gesetzeskunde kam es, dass, als er hörte: „von Nazareth“ (denn er hatte die Schriften durchforscht und wusste, dass von dorther der Heiland zu erwarten war, was anderen Schriftgelehrten und Pharisäern kaum bekannt war), dieser im Gesetze wohlerfahrene Mann also, als er den Philippus sagen hörte: „Wir haben den gefunden, von dem Moses im Gesetze geschrieben hat und die Propheten, Jesus von Nazareth, den Sohn Josephs“, da, als er den Namen „Nazareth“ hörte, wurde er, der die Schriften sehr gut kannte, zur Hoffnung aufgerichtet und sprach: „Von Nazareth kann etwas Gutes kommen“. Nun wollen wir das übrige von ihm erwägen. „Siehe, ein wahrer Israelite, in welchem kein Falsch ist“. Was heißt: „in welchem kein Falsch ist“? Vielleicht hatte er keine Sünde? Vielleicht war er nicht krank? Vielleicht hatte er keinen Arzt nötig? Das sei ferne. Niemand ist hier so geboren, dass er jenen Arzt nicht bedürfte. Was will es also sagen: „in welchem kein Falsch ist“? Forschen wir etwas sorgfältiger nach; es wird bald an den Tag kommen im Namen des Herrn. „Dolus“ (Falsch) sagt der Herr, und jeder, der die lateinischen Worte versteht, weiß, dass es eine Falschheit ist, wenn man anders handelt als man vorgibt. Eure Liebe merke auf. Dolus ist nicht dolor; ich sage dies deshalb, weil viele Brüder, die des Lateinischen weniger kundig sind, so reden, dass sie sagen: Dolus illum torquet, statt dolor. Dolus ist Trug, Verstellung. Wenn einer etwas im Herzen birgt und anders redet, so ist es dolus, und er hat gleichsam zwei Herzen: er hat eine Falte des Herzens, wo der die Wahrheit sieht, und eine andere, wo er die Lüge erzeugt. Und damit ihr wisset, dass dies Falschheit (dolus) ist, so heißt es in den Psalmen: „Falsche Lippen“ (labia dolosa). Was heißt das: „Falsche Lippen“? Es folgt: „Im Herzen und im Herzen haben sie Böses geredet“ (Ps. 11, 3 [hebr. Ps. 12, 3]). Was heißt das: „im Herzen und im Herzen“, als: mit doppeltem Herzen? Wenn also in jenem kein Falsch war, so hat ihn der Arzt für heilbar erklärt, nicht für gesund (Sanabilis-sanus). Denn etwas anderes ist gesund, etwas anderes heilbar, etwas anderes unheilbar; wer krank ist mit Hoffnung, heißt heilbar; wer hoffnungslos krank ist, unheilbar; wer aber schon gesund ist, bedarf des Arztes nicht. Der Arzt also, welcher kam, um zu heilen, sah jenen heilbar, weil kein Falsch in ihm war. Wie war in ihm kein Falsch? Wenn er ein Sünder ist, bekennt er sich als Sünder. Denn wenn er ein Sünder ist und sich für gerecht ausgibt, so ist Falsch in seinem Munde. Er lobte also in Nathanael das Bekenntnis der Sünde, nicht erklärte er ihn für keinen Sünder. [28] 

Er sah also bereits jenen, in welchem kein Falsch war und sprach: „Siehe, wahrhaft ein Israelite, in welchem kein Falsch ist. Da sagte zu ihm Nathanael: Woher kennst du mich? Der Herr antwortete und sprach: Ehe dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum warst, habe ich dich gesehen“, d. h. unter dem Feigenbaum. „Es erwiderte ihm Nathanael und sagte: Rabbi, Du bist der Sohn Gottes, Du bist der König Israels“. Etwas Großes konnte dieser Nathanael darin erkennen, dass gesagt wurde: „Als du unter dem Feigenbaum warst, habe ich dich gesehen, ehe dich Philippus rief“. Denn er machte diese Äusserung: „Du bist der Sohn Gottes, Du bist der König Israels“, wie geraume Zeit später Petrus, worauf der Herr zu ihm sagte: „Selig bist du, Simon, Sohn des Jona, denn Fleisch und Blut haben dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater, der im Himmel ist“ (Matth. 16, 17). Und da nannte er ihn Fels und lobte den Grundstein (firmamentum) der Kirche wegen dieses Glaubens. Dieser sagt schon jetzt: „Du bist der Sohn Gottes, Du bist der König Israels“. Warum? Weil zu ihm gesagt wurde: „Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, habe ich dich gesehen“. [29] 

Es ist zu untersuchen, ob jener Feigenbaum etwas bedeutet. Augustinus schreibt: "Denn höret, meine Brüder. Wir finden, wie ein Feigenbaum verflucht wurde, weil er bloß Blätter und keine Frucht hatte (Matth. 21, 19). Als beim Beginn des Menschengeschlechtes Adam und Eva gesündigt hatten, machten sie sich aus Feigenblättern Schürzen (Gen. 3, 7); unter den Feigenblättern sind also die Sünden zu verstehen. Es war aber Nathanael unter dem Feigenbaum, gleichsam im Schatten des Todes. Es sah ihn der Herr, von dem es heißt: „Denen, die im Schatten des Todes saßen, ist ein Licht aufgegangen“(Is. 9, 2). Was also wurde zu Nathanael gesagt? Du sprichst zu mir, o Nathanael: „Woher kennst du mich“? Nunmehr sprichst du bereits mit mir, weil dich Philippus rief. Schon vorher sah er, dass der, welchen er durch den Apostel berief, zu seiner Kirche gehöre. O du Kirche, o du Israel, in welchem kein Falsch ist, wenn du das Volk Israel bist, in welchem kein Falsch ist, so hast du jetzt schon Christus durch die Apostel erkannt, wie Nathanael Christus durch Philippus erkannte. Aber in seiner Barmherzigkeit hat er dich gesehen, bevor du ihn erkanntest, als du unter der Sünde lagest. Denn haben denn etwa wir zuerst Christus gesucht, und nicht vielmehr er uns? Sind etwa wir, die Kranken, zum Arzt gekommen, und nicht vielmehr der Arzt zu den Kranken? War nicht jenes Schaf verloren gegangen, und der Hirte suchte es unter Zurücklassung der neunundneunzig und fand es und trug es dann freudig auf seinen Schultern zurück? War nicht jene Drachme verloren gegangen, und das Weib zündete ein Licht an und suchte sie im ganzen Hause, bis sie dieselbe fand? Und als sie dieselbe gefunden hatte, sprach sie zu ihren Nachbarinnen: „Freuet euch mit mir, denn ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte“(Luk. 15, 4 u. 10). So waren auch wir verloren gegangen wie ein Schaf, wie eine Drachme, und unser Hirte fand das Schaf, aber er suchte das Schaf; das Weib fand die Drachme, aber es suchte die Drachme. Wer ist das Weib? Das Fleisch Christi, Die Menschheit Christi (Joh. 1, 14). Was ist das Licht? „Ich habe meinem Christus eine Leuchte bereitet“(Ps. 131, 17 [hebr. Ps. 132, 17]). Also gesucht sind wir worden, damit wir gefunden würden; nachdem wir gefunden sind, reden wir. Lasst uns nicht stolz sein, da wir, bevor wir gefunden wurden, verloren gewesen wären, wenn wir nicht gesucht worden wären. Es sollen also die, welche wir lieben und die wir dem Frieden der christlichen Kirche gewinnen wollen, zu uns sprechen: Was wollt ihr uns? Was sucht ihr uns, wenn wir Sünder sind? Deshalb suchen wir euch, damit ihr nicht verloren gehet; wir suchen, weil auch wir gesucht wurden; wir wollen euch finden, weil auch wir gefunden wurden. Da also Nathanael gesagt hatte: „Woher kennst Du mich?“ sprach der Herr zu ihm: „Bevor dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum warst, habe ich dich gesehen“. O du Israel ohne Falsch, wer immer du bist, o Volk, das aus dem Glauben lebt, bevor ich dich durch meine Apostel rief, da du im Schatten des Todes warst und du mich nicht sahest, habe ich dich gesehen. Der Herr spricht darauf zu ihm: „Weil ich zu dir gesagt habe: Ich habe dich unter dem Feigenbaum gesehen, glaubst du; du wirst Größeres als dies sehen“. Was heißt das: Du wirst Größeres als dies sehen? „Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen.“ Brüder, ich habe von einem gewissen Etwas gesprochen, welches größer ist als dies: „Ich habe dich unter dem Feigenbaum gesehen“. Denn mehr ist, dass uns der Herr berufen und gerechtfertigt hat, als dass er uns im Schatten des Todes liegen sah. Denn was nützte es uns, wenn wir dort geblieben wären, wo er uns sah? Würden wir etwa nicht liegen bleiben? Was ist größer als dies? Wann sahen wir die Engel auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen?" [30] 
 

Fatum

Augustinus spricht von "eitlen Schwätzern" und "verführten Verführern"; auch heute noch gibt es die mohammedanische Prädestination: "Du siehst, dass Christus unter dem Fatum stand, da er sagt: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen“(Apg. 19, 19). Welchen also soll man zuerst antworten, den Häretikern oder den Astrologen? Denn beide kommen von der Schlange und wollen die Herzenslauterkeit der Kirche verderben, welche sie in dem unversehrten Glauben hat. Zuerst wollen wir, wenn es gefällig ist, denen antworten, welche wir vorangestellt haben, denen wir zwar schon großenteils geantwortet haben. Aber damit sie nicht glauben, wir wüssten nichts zu sagen über die Worte, welche Christus der Mutter geantwortet hat, so unterweisen wir euch noch mehr gegen sie; denn um sie zu widerlegen, dürfte das bereits Gesagte genügen. [31] 

Auch Schopenhauer und Leibniz haben sich mit dem Fatum, vor allem der mohammedanischen Prädestination bzw. "fatum mahometanum" oder "Sophisma der faulen Vernunft" auseinandergesetzt. Leibniz meint, wer sich durch derartige Schwierigkeiten in Verlegenheit bingen lasse, scheine ein sehr beschränktes Gesichtsfeld zu haben, und "alle Absichten Gottes auf seine eigenen menschlichen Interessen reduzieren zu wollen." Dies trifft auch auf die Anhänger der mohammedanischen Prädestination zu, "wonach es gleichgültig ist, ob man gut oder böse handelt, und wobei es zur Prädestination genügt, sich einzubilden, man sei wirklich vorherbestimmt." Es gebe einige, die sich über die göttliche Gerechtigkeit und über die Grundlagen der Moral des Menschen nur schwer ausdrücken könnten, "da sie Gott zum Despoten machen und verlangen, der Mensch solle ohne Gründe von der absoluten Gewissheit seiner Erwählung überzeugt sein, was allerdings zu gefährlichen Folgen führt." Diese metaphysischen Erwägungen haben es mit der Natur des Möglichen und des Notwendigen zu tun, sie richten sich "gegen unsere Grundannahme, dass Gott die beste aller möglichen Welten erwählt habe. Es gibt Philosophen, nach deren Behauptung nur das tatsächlich Geschehende möglich ist. Sie sind es auch, die da glauben oder glauben konnten, alles sei absolut notwendig. Einige haben sich dieser Ansicht angeschlossen, weil sie als Ursache der Existenz der Dinge eine unvernünftige, blinde Notwendigkeit annahmen: und sie haben wir am stärksten zu bekämpfen." [32] 

Der von Schopenhauer beschriebene Türkenglaube oder destin à la Turque bzw. "Türkenfatalismus" (Leibniz) ist in allen muslimischen Nationen weit verbreitet. Montaigne schreibt zum Beispiel über die "Beduinen, eine sarazenische Nation, mit welchen Ludwig der Heilige in den Kreuzzügen zu tun gehabt, wären so fest davon überzeugt gewesen, dass eines jeden Lebensziel von Ewigkeit her unvermeidlich fest gesetzt wäre, dass sie sogar nackend in die Schlacht gelaufen wären, bloß mit einem weissen Tuche und einem türkischen Säbel." Dieser Glaube ist praktisch für den Krieg, führt aber auch zu den heutigen muslimischen Selbstmordattentätern und Kulturzerstörern ("wie noch jetzo die Mohametaner, die alle andere Geschichte verachten"): "Die Assassiner, ein den Phöniciern unterworfenes Volk, werden für die unsträflichsten und heiligsten unter den Mahometanern gehalten. Sie glauben, der kürzeste Weg in den Himmel zu kommen, wäre, wenn sie jemand umbrächten, der von anderer Religion ist." [33] 

"Denn die wahre Religion muss Eigenschaften haben, die den falschen Religionen abgehen; sonst würden ja Zoroaster, Brahma, Somonokhadon und Mohammed ebensoviel Glauben verdienen wie Moses und Jesus Christus.." - Gottfried Wilhelm Leibniz

"Dann nämlich ist der Koran keineswegs entschuldbar, vielmehr muss man zugeben, dass Gott jene Passagen nicht geoffenbart hat, da sie nicht mit den göttlichen und auch vom Koran bestätigten Büchern übereinstimmen. Z.B. steht im Koran, die Jungfrau Maria, die Mutter Jesu, sei die Schwester Aarons und die Tochter Amrams. Ganz sicher hat sich der, der Muhammad dies erzählt hat, geirrt und die wahre Geschichte des Evangeliums nicht gekannt, weil Maria, die Tochter Amrams, die Schwester von Moses und Aaron, gestorben und in der Wüste bestattet worden ist, und zwar mehr als tausend Jahre vor der Jungfrau Maria, der glorreichen Mutter Jesu Christi, die, wie im Koran ebenfalls zu lesen ist, zur Zeit Zacharias, des Vaters von Johannes dem Täufer, lebte. Und da der Koran dies nicht nur einmal, sondern mehrmals sagt, so genügt dieses eine Beispiel als Beleg dafür, dass dieses Buch Irrtümer enthält und darum Gott nicht der Verfasser sein kann... Es steht fest, dass Maria nahezu sechshundert Jahre vor Abfassung des Korans gestorben ist; wie konnte sie dann den Koran bestätigen, den doch die Araber so verstehen, dass Gott in ihm in eigener Person spricht?" - Nicolaus Cusanus, Cribratio Alkorani I, 4

Was Augustinus beschreibt trifft heute vor allem auf Mohammedaner oder Moslems zu, die immer noch an der Falschheit des Korans ("falsitas Alkorani") festhalten, der vom unsteten Muhammad ("lubrico Mahumeto") aufgeschrieben wurde, aber nicht vom wahren Gott stammt (Nicolaus Cusanus). Augustinus schreibt: "verführt verführen sie ihrerseits und machen den Menschen Täuschungen vor; sie gehen auf den Menschenfang aus, und zwar auf den Straßen. Denn jene, welche auf den Fang wilder Tiere ausgehen, tun dies wenigstens in den Wäldern oder in der Einsamkeit; wie unglückselig eitel sind die Menschen, deren Fang man auf dem Marktplatz ins Werk setzt! Wenn sich Menschen an Menschen verkaufen, erhalten sie Geld; jene geben Geld, um sich an Eitelkeiten zu verkaufen. Denn sie gehen zum Astrologen, um sich Herren zu kaufen, wie sie der Astrolog zu geben für gut findet, entweder den Saturn oder den Jupiter oder den Merkur oder was sie sonst noch für einen gottlosen Namen haben. Als Freier ging er hinein, um nach geleisteter Bezahlung als Sklave herauszugehen. Aber nein, er würde nicht hineingehen, wenn er frei wäre; sondern er ging dahin, wohin ihn der herrschsüchtige Irrtum und die herrschsüchtige Begierde zog." [34] 

Über den unsteten Muhammad ("lubrico Mahumeto") die "Falschheit des Korans" (Cusanus) weiß man heute gut bescheid, weniger bekannt ist, worauf es nach Augustinus wirklich ankommt: "So wollen wir denn beginnen, das Verborgene der geheimnisvollen Zeichen (sacramentorum) aufzudecken, soweit der es gibt, in dessen Namen wir es euch versprochen haben. Es war die Prophetie in den alten Zeiten, und die Gnade der Prophetie hat zu keiner Zeit gefehlt; allein jene Prophetie war, solange in ihr Christus nicht verstanden wurde, Wasser. Denn im Wasser ist gewissermaßen der Wein verborgen. Der Apostel sagt, was wir in jenem Wasser erkennen sollen: „Bis auf den heutigen Tag, sagt er, liegt, wenn Moses gelesen wird, dieselbe Decke auf ihrem Herzen, die nicht weggenommen wird, weil sie in Christus aufgehoben wird. Und wenn du hinübergehst zum Herrn, wird die Decke hinweggenommen werden“(2 Kor. 3, 14-16). Decke nennt er die Verhüllung der Prophetie, so dass sie nicht verstanden wurde. Die Decke wird hinweggenommen, wenn du zum Herrn hinübergehst; so wird die Schmacklosigkeit aufgehoben, wenn du zum Herrn hinübergehst, und was Wasser war, wird dir Wein. Lies alle prophetischen Bücher; wenn Christus darin nicht verstanden wird, was wirst du so schmacklos und albern finden? Verstehe darin Christus, so schmeckt nicht bloß, was du liesest, sondern es berauscht auch, indem es den Geist vom Körper ( vom körperlichen, buchstäblichen Verständnis) hinwegbringt, so dass du, das Vergangene vergessend, nach dem, was vor dir ist, erstrebest." (Phil. 3, 13). [35] 
 

Katechumenen, Nikodemus oder die, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind

Zu den Katechumenen oder denen, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind, meint Augustinus: "Günstig also trifft es sich, dass ihr heute aus dem Evangelium vernommen habt: „Wenn jemand nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste, so wird er das Reich Gottes nicht sehen“. Denn es ist Zeit, euch zu ermahnen, die ihr noch Katechumenen seid, die ihr zwar an Christus zu glauben angefangen habt, aber noch eure Sünden traget. Keiner aber wird das Himmelreich sehen, der mit Sünden beladen ist; denn nur der, welchem sie erlassen sind, wird mit Christus herrschen; sie können aber nur dem erlassen werden, der aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste wiedergeboren ist. Doch geben wir acht auf alle Worte, wie sie zu verstehen sind, damit darin die Trägen finden, mit welcher Sorgfalt sie zur Ablegung der Last sich beeilen sollen. Denn wenn sie irgend eine schwere Bürde tragen würden, entweder eines Steines oder Holzes oder auch eines Gewinnes, wenn sie Getreide tragen würden, wenn Wein, wenn Geld, so würden sie eilen, die Lasten abzulegen; sie tragen die Last der Sünden und sind träge zum Laufen. Man muss laufen, um diese Last abzulegen; sie drückt, taucht ein." [36] 

„Als der Herr Jesus Christus in Jerusalem war an Ostern zum Feste, glaubten viele an seinen Namen, da sie seine Zeichen sahen, die er tat. Viele glaubten an seinen Namen“. Und was folgt? „Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an.“ Was soll nun das heißen: „Sie glaubten an seinen Namen“, und: „Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an“? Glaubten sie vielleicht nicht an ihn und stellten sie sich, als glaubten sie an ihn, und vertraute sich Jesus deshalb ihnen nicht an? Allein der Evangelist würde nicht sagen: „Viele glaubten an seinen Namen“, wenn er ihnen nicht ein wahres Zeugnis ausstellen würde. Etwas Großes also, etwas Staunenswertes: die Menschen glauben an Christus, und Christus vertraut sich den Menschen nicht an. Zumal da er der Sohn Gottes ist, hat er ohne Zweifel freiwillig gelitten, und wenn er nicht wollte, so würde er nie leiden; wenn er nicht wollte, würde er auch nicht geboren werden; wenn er aber bloß dies wollte, dass er nur geboren würde, so würde er sowohl nicht den Tod erleiden, als auch tun, was immer er wollte, weil der Sohn des allmächtigen Vaters allmächtig ist. Dies wollen wir aus den Tatsachen selbst beweisen. Denn als sie ihn festnehmen wollten, entzog er sich ihnen; das Evangelium sagt: „Und als sie ihn vom Gipfel des Berges hinabstürzen wollten, ging er unverletzt von dannen“ (Luk. 4, 29 f.). Und als sie zu seiner Ergreifung kamen, da er von dem Verräter bereits verkauft war, indem dieser es in seiner Macht zu haben glaubte, seinen Meister und Herrn auszuliefern, auch da zeigte der Herr, dass er freiwillig leide, nicht gezwungen. Denn als ihn die Juden ergreifen wollten, sprach er zu ihnen: „Wen suchet ihr? Aber jene sagten: Jesus von Nazareth. Und er: Ich bin es. Als sie dieses Wort hörten, wichen sie zurück und fielen nieder“ (Joh. 18, 4-6). Dadurch, dass er durch seine Antwort sie niederwarf, zeigte er seine Macht, um darin, dass er sich von ihnen festnehmen ließ, seine freie Zustimmung zu zeigen. Also dass er litt, war ein Werk der Barmherzigkeit. „Denn er ist hingegeben worden wegen unserer Sünden und er ist auferstanden wegen unserer Rechtfertigung“ (Röm. 4, 25). Höre seine eigenen Worte: „Ich habe die Gewalt, mein Leben hinzugeben, und ich habe die Gewalt, es wieder zu nehmen; niemand nimmt es von mir, sondern ich gebe es selbst von mir, um es wieder zu nehmen“(Joh. 10, 18). [37] 

"Besser wusste der Künstler, was in seinem Werke war, als das Werk selbst, was in ihm war. Der Schöpfer des Menschen wusste, was im Menschen war, was der erschaffene Mensch selbst nicht wusste." - St.Augustinus, Tractatus in Iohannis Evangelium XI
„Es war aber ein Mann aus den Pharisäern, mit Namen Nikodemus, ein Vorsteher der Juden. Dieser kam nachts zu ihm und sprach zu ihm: Rabbi.“ Das wisst ihr schon, dass Rabbi Meister heißt. „Wir wissen, dass Du als Lehrer von Gott gekommen bist, denn niemand kann diese Zeichen tun, welche Du tust, es sei denn Gott mit ihm.“ Also dieser Nikodemus war von jenen, die an seinen Namen glaubten, da sie die Zeichen und Wunder sahen, die er tat. Weiter oben nämlich hat er gesagt: „Als er aber in Jerusalem war an Ostern zum Feste, glaubten viele an seinen Namen“. Warum glaubten sie? Er fährt weiter und sagt: „Da sie die Zeichen sahen, die er tat“. Und was sagt er von Nikodemus? „Es war ein Vorsteher der Juden, mit Namen Nikodemus; dieser kam nachts zu ihm und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass Du als Lehrer von Gott gekommen bist“. Auch dieser also glaubte an seinen Namen. Und warum glaubte er? Er fährt weiter: „Denn niemand kann diese Zeichen tun, welche Du tust, es sei denn Gott mit ihm“. Wenn also Nikodemus von jenen vielen war, die an seinen Namen glaubten, so wollen wir sofort bei diesem Nikodemus zusehen, warum Jesus sich ihnen nicht anvertraute. „Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht schauen.“ Denen also vertraut sich Jesus an, welche von neuem geboren sind. Siehe, jene glaubten an ihn, und Jesus vertraute sich ihnen nicht an. "Dazu gehören alle Katechumenen; sie glauben bereits an den Namen Christi, aber Jesus vertraut sich ihnen nicht an. Eure Liebe merke auf und verstehe wohl. Wenn wir zu einem Katechumenen sagen: Glaubst du an Christus? so antwortet er: Ich glaube, und bezeichnet sich; schon trägt er das Kreuz Christi an der Stirne und schämt sich nicht des Kreuzes seines Herrn." Die Katechumenen sind jedoch schon weiter als manche christlichen Würdenträger, die sich in Anwesenheit von Imamen des Kreuzes schämen und es abnehmen. [38] 

Da also Nikodemus aus dieser Zahl war, kam er zum Herrn, aber er kam nachts; auch das gehört vielleicht zur Sache. Er kam zum Herrn und kam nachts; er kam zum Licht und kam in der Finsternis. Die aber wiedergeboren sind aus dem Wasser und dem Geiste, was hören sie vom Apostel? „Ihr waret einst Finsternis, jetzt aber Licht im Herrn, wandelt als Kinder des Lichtes“(Eph. 5, 8). Die also wiedergeboren sind, waren Kinder der Nacht und sind jetzt Kinder des Tages; sie waren Finsternis und sind jetzt Licht. Schon vertraut sich Jesus ihnen an, und sie kommen nicht nachts zu Jesus wie Nikodemus, sie suchen nicht in der Finsternis den Tag. Solche geben sich auch bereits öffentlich zu erkennen; Jesus ging zu ihnen und wirkte an ihnen das Heil; denn er selbst hat gesagt: „Wenn jemand mein Fleisch nicht ißt und mein Blut nicht trinkt, wird er das Leben nicht in sich haben“(Joh. 6, 54). "Und weil die Katechumenen das Zeichen des Kreuzes auf der Stirne haben, so gehören sie schon zu dem großen Hause, aber sie sollen aus Knechten Kinder werden. Denn die sind nicht nichts, die bereits zu dem großen Hause gehören. Wann aber aß das Volk Israel das Manna? Als es durch das Rote Meer gegangen war. Was jedoch das Rote Meer bedeutet, darüber höre den Apostel: „Ich will euch, Brüder, nicht in Unwissenheit lassen, dass unsere Väter alle unter der Wolke waren und durch das Meer gingen“. Als ob du ihn fragen würdest, wozu sie durch das Meer gingen, fährt er weiter und sagt: „Und alle wurden durch Moses getauft in der Wolke und im Meere“(1 Kor. 10, 1 f.). Wenn also das Vorbild des Meeres soviel vermochte, wieviel wird erst die wirkliche Taufe vermögen? Wenn das, was im Sinnbild geschah, das hinübergesetzte Volk zum Manna führte, was wird Christus durch die wirkliche Spendung seiner Taufe verleihen, wenn durch sie sein Volk übergesetzt ist? Durch seine Taufe setzt er die Glaubenden hinüber, wobei alle Sünden gleichsam wie nachfolgende Feinde getötet werden, wie in jenem Meere alle Ägypter untergingen. Wohin setzt er über, meine Brüder? Wohin setzt durch die Taufe Jesus über, dessen Vorbild damals Moses war, der durch das Meer übersetzte? Wohin setzt er über? Zum Manna. Was ist das Manna? „Ich bin, sagt er, das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist“ (Joh. 6, 51). Das Manna empfangen die Gläubigen, nachdem sie bereits über das Rote Meer gekommen sind... Die Katechumenen kennen nicht, was die Christen empfangen. Erröten also sollen sie, weil sie es noch nicht kennen; sie sollen das Rote Meer durchschreiten, das Manna essen, damit, wie sie an den Namen Jesu glaubten, so Jesus sich ihnen anvertraue." [39] 
 

Isaak und Ismael, Jakob und Esau, Jakob und Söhne; Verspottung des Geistes

Wer von der christlichen Kirche geboren wird, "der wird gleichsam von der Sara geboren, wird von der Freien geboren; wer von der Häresie, zum Beispiel Islam,  geboren wird, der wird gleichsam von der Magd geboren, aber aus den Nachkommen Abrahams. Gebe eure Liebe acht, welch großes Geheimnis dies ist. Gott bezeugt und spricht: „Ich bin der Gott Abrahams, und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“(Exod. 3, 6). Und jene drei werden erwähnt, als ob sie ihn allein verdient hätten: „Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs; dies ist mein Name auf ewig“(Exod. 3, 15). Ein großes Geheimnis! Gott ist mächtig, sowohl unsern Mund wie eure Herzen zu öffnen, damit wir es sagen können, wie er es zu offenbaren sich würdigte, und ihr zu fassen vermöget, wie es euch frommt." [40] 

Wie finden wir das in jenen drei Namen: „Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“? Dazu Augustinus: "Die Mägde rechnen wir zu den Bösen, die Freien rechnen wir zu den Guten; die Freien gebären Gute: Sara gebar den Isaak (Gen. 21, 3); die Mägde gebären Böse: Hagar gebar den Ismael (Gen. 16, 15). Wir haben in dem einen Abraham sowohl die Gattung, dass durch Gute Gute, als auch die Gattung, dass durch Böse Böse (geboren werden). Durch Gute Böse ? wo sind diese vorhergebildet? Eine Freie war Rebekka, die Frau des Isaak; leset, sie gebar Zwillinge, der eine war gut, der andere bös. Du findest das deutlich in der Schrift, welche Gott sagen lässt: „Jakob habe ich geliebt, Esau aber habe ich gehasst“ (Mal. 1, 2 f.; Röm. 9, 13). Diese zwei gebar Rebekka, Jakob und Esau; der eine von ihnen war erwählt, der andere verworfen; der eine tritt die Erbschaft an, der andere wird enterbt. Gott macht sein Volk nicht aus Esau, sondern er macht es aus Jakob. Ein Same, aber verschieden sind, die empfangen wurden; ein Mutterschoß, aber verschieden sind, die geboren wurden. Gebar etwa nicht die Freie den Jakob, dieselbe Freie, die den Esau gebar? Sie rangen im Schoße ihrer Mutter, und es ward zu Rebekka gesagt, als sie dort rangen: „Zwei Völker sind in deinem Schoße“ (Gen. 25, 22-24). Zwei Menschen, zwei Völker; ein gutes Volk, ein böses Volk; aber doch in einem Schoße ringen sie. Wie viele Böse sind in der Kirche, und ein Schoß trägt sie, bis sie am Ende abgesondert werden; und die Guten klagen über die Bösen und die Bösen hinwieder klagen über die Guten, und sie streiten beide im Schoß einer (Mutter). Werden sie etwa immer beieinander sein? Am Ende gelangen sie ans Licht, es klärt sich die Geburt auf, die hier im Geheimnis vorgebildet wird, und dann wird offenbar werden: „Jakob habe ich geliebt, Esau aber habe ich gehasst“. [41] 

Es bleibt noch Jakob übrig, damit in den drei Patriarchen die Vollständigkeit jener vier Gattungen zum Abschluß komme. Jakob hatte zu Frauen Freie, er hatte auch Mägde; es gebären die Freien, es gebären auch die Mägde, und es treten die zwölf Stämme Israels ins Dasein. "Wenn du alle zählst, von welchen sie geboren wurden, so sind nicht alle von Freien, nicht alle von Mägden, aber doch alle von einem Samen. Wie nun, mein Brüder? Haben etwa jene, welche von Mägden geboren wurden, nicht zugleich mit ihren Brüdern das Land der Verheißung zum Besitz erhalten? Wir finden dort gute Söhne Jakobs, die von Mägden geboren wurden, und gute Söhne Jakobs, die von Freien geboren wurden." Beruhigt also möge der sein, der aus guten Nachkommen geboren wird, nur ahme er nicht der Magd nach, wenn er von der Magd geboren wird. Einer bösen, übermütigen Magd sollst du nicht nachahmen. Denn warum haben die von Mägden geborenen Söhne Jakobs das Land der Verheißung mit den Brüdern zum Besitz bekommen, während der von der Magd geborene Ismael von der Erbschaft ausgeschlossen wurde? Warum anders, als weil dieser übermütig war, jene demütig? Er richtete seinen Nacken empor und wollte seinen Bruder verführen, mit ihm sein Spiel treibend. [42] 

"Ein großes Geheimnis zeigt sich da. Ismael und Isaak spielten miteinander; Sara sah sie spielen und sprach zu Abraham: „Stoße die Magd und ihren Sohn hinaus; denn der Sohn der Magd wird nicht Erbe sein mit meinem Sohne Isaak“. Und da Abraham traurig wurde, bestätigte ihm der Herr das Wort seiner Frau. Schon hier ist ohne Zweifel ein Geheimnis, weil jenes Vorkommnis irgend ein Zukünftiges in seinem Schoße barg. Sie sah sie spielen und sagt: „Stoße die Magd und ihren Sohn hinaus“. Was ist das, Brüder? Was hatte denn Ismael dem Knaben Isaak Böses getan, indem er mit ihm spielte? Allein jenes Spiel war eine Verspottung ( Illa lusio illusio erat), jenes Spiel bedeutete eine Täuschung. Denn ein großes Geheimnis beachte eure Liebe. Eine Verfolgung nennt es der Apostel; eben dieses Spielen, eben dieses Spiel nennt er eine Verfolgung; er sagt nämlich: „Wie aber damals der, welcher nach dem Fleische geboren war, den verfolgte, welcher es nach dem Geiste war, so auch jetzt“ (Gal. 4, 29), d. h. die nach dem Fleische geboren sind, verfolgen diejenigen, die nach dem Geiste geboren sind. Welche sind nach dem Fleische geboren? Die Liebhaber der Welt, die Freunde des Zeitgeistes. Welche sind nach dem Geiste geboren? Die Liebhaber des Himmelreiches, die Freunde Christi, die nach dem ewigen Leben verlangen, die Gott selbstlos dienen. Sie „spielen“, und der Apostel nennt es eine Verfolgung; denn nachdem der Apostel die folgenden Worte angeführt hatte: „Und wie damals der, welcher nach dem Fleische geboren war, den verfolgte, welcher es nach dem Geiste war, so auch jetzt“, fährt er weiter und sagt: „Aber was sagt die Schrift? Stoße die Magd und ihren Sohn hinaus; denn der Sohn der Magd wird nicht Erbe sein mit meinem Sohne Isaak“. Wir suchen, wo die Schrift dies sagt, um zu sehen, ob irgend eine Verfolgung Ismaels gegen Isaak vorausgegangen sei, und wir finden, dies sei von Sara gesagt worden, als sie die Knaben miteinander spielen sah. Das Spiel, von welchem die Schrift sagt, dass es Sara gesehen, nennt der Apostel eine Verfolgung." - St.Augustinus, Tractatus in Iohannis Evangelium XI

"Ich schicke Euch, Teuerster, die neueste Übersetzung einer Schrift, die mit der üblen Häresie dieses Schurken Muhammad abrechnet, und die, als ich neulich in Spanien weilte, auf mein Betreiben hin aus dem Arabischen ins Lateinische angefertigt worden ist" - Petrus Venerabilis, Epistola de translatione sua - Brief über die Übersetzung des Koran

"Bei dieser ganzen Sache war es aber meine Absicht, dem Beispiel der Kirchenväter zu folgen, die niemals irgendeine sogenannte Häresie, die zu ihrer Zeit auftrat, mit Stillschweigen übergangen haben, auch wenn sie noch so geringfügig war, sondern ihr im Gegenteil mit der ganzen Kraft ihres Glaubens widerstanden und sie durch Schriften und Streitgespräche als verabscheuens- und verdammenswert erwiesen haben." - Petrus Venerabilis, Ib.

"Dass man sagt oder glaubt, er sei Gottes Sohn, darüber macht er sich lustig, und weil dieser Hornochse (vaccinus homo) die ewige Geburt des Gottessohnes am Maßstab menschlicher Fortpflanzung misst, leugnet und verspottet er mit größtem Nachdruck die Ansicht, dass Gott zeugen oder gezeugt werden könne."  - St. Petrus Venerabilis, Summa totius haeresis Saracenorum 

Früher waren es die Donatisten, heute die Moslems, die Christen verfolgen, die "die Ausbläser Christi", die Lästerer der Taufe, die Häretiker,  "welche euch, ihr Spiel mit euch treibend, verführen: Komm, komm, lass dich hier taufen, hier hast du die wahre Taufe. Spiele nicht, einer ist wahrhaft; das ist ein Spiel; du wirst verführt, und diese Verfolgung wird schwer für dich sein. Es wäre besser für dich, du würdest Ismael für das Reich gewinnen, aber Ismael will nicht, weil er spielen will. Halte du fest die Erbschaft des Vaters...Sie wagen sogar noch zu sagen, dass sie häufig Verfolgung leiden von katholischen Königen oder katholischen Machthabern. Welche Verfolgung erdulden sie? Leibliche Bedrängnis. Ob sie jedoch dann und wann gelitten haben, oder wie sie gelitten haben, das dürften sie selbst wissen und ihr Gewissen anklagen; dennoch haben sie nur leibliche Verfolgung erlitten, die Verfolgung, welche sie vollbringen, ist schlimmer. Nimm dich in acht, wenn Ismael mit Isaak spielen will, so er dir schmeichelt, so er dir eine andere Taufe anbietet; antworte: Ich habe die Taufe schon. Denn wenn diese Taufe gültig ist, so will der, der dir eine andere geben möchte, mit dir Spiel treiben. Hüte dich vor dem Verfolger der Seele. Denn wenn die Partei des Donatus dann und wann von katholischen Machthabern etwas erlitten hat, so hat sie nur dem Leibe nach gelitten, nicht durch Verspottung des Geistes. Höret und sehet in den früheren Vorkommnissen lauter Zeichen und Andeutungen künftiger Dinge. Es findet sich, dass Sara Hagar, die Magd, bedrängt habe; Sara ist die Freie; als die Magd angefangen hatte, übermütig zu werden, beklagte sich Sara bei Abraham und sprach: „Stoße die Magd hinaus, sie erhob gegen mich ihren Nacken“. Und als ob das Abraham tun würde, beschwerte sich das Weib über Abraham. Abraham aber, der an der Magd nicht hing aus fleischlicher Lust, sondern im Bewußtsein der Pflicht, Kinder zu erzeugen, da Sara sie ihm gegeben hatte, um durch sie Nachkommenschaft zu erhalten, sprach zu ihr: „Siehe, es ist deine Magd; tu mit ihr, was du willst“. Und Sara bedrängte sie schwer, und sie floh vor ihrem Angesichte. Siehe, die Freie bedrängte die Magd, und der Apostel nennt das nicht Verfolgung; der Knecht spielt mit dem Herrn, und der Apostel nennt es Verfolgung; jene Bedrängnis wird nicht als Verfolgung bezeichnet, und dieses Spielen wird Verfolgung genannt. Was haltet ihr davon, Brüder? Verstehet ihr nicht, was angedeutet ist? So also, wenn Gott die Obrigkeit aneifern will gegen die Häretiker, gegen die Schismatiker, gegen die Entzweier der Kirche, gegen die Ausbläser Christi, gegen die Lästerer der Taufe , so sollen sie sich nicht wundern, da auch Gott veranlasst, dass Hagar von Sara gezüchtigt werde. Hagar soll sich erkennen, sie soll ihren Nacken beugen; denn als sie gedemütigt von ihrer Herrin wegging, begegnete ihr ein Engel und sprach: „Was ist’s, Hagar, Magd der Sara?“ Nachdem sie sich über ihre Herrin beklagt hatte, was hörte sie da vom Engel? „Kehre zurück zu deiner Herrin“ (Gen. 16, 5-9). Dazu also wird sie bedrängt, dass sie zurückkehre. Und möchte sie nur zurückkehren, weil dann ihr Sohn, wie die Söhne Jakobs, mit den Brüdern die Erbschaft besitzen wird." [43] 

Die geistige Wiedergeburt ist eine, wie die fleischliche Geburt eine ist. Wie bei der fleischlichen Geburt der weibliche Schoß zur einmaligen Gebärung dient, so dient bei der geistigen Geburt der Schoß der Kirche dazu, dass einer einmal getauft wird. Wir finden nämlich, wie ein von der Magd Geborener enterbt, ein von der Freien Geborener Erbe wurde; wir finden wiederum, wie ein von der Freien Geborener enterbt, ein von der Magd Geborener Erbe wurde. Von der Magd geboren, wurde Ismael enterbt (Gen. 21, 10), von der Freien geboren, wurde Isaak Erbe (Gen. 25, 5); von der Freien geboren, wurde Esau enterbt (Gen. 27, 35), von Mägden geboren, wurden die Söhne Jakobs Erben (Gen. 49). In jenen drei Patriarchen also ist jedes Vorbild des zukünftigen Volkes ersichtlich, und nicht mit Unrecht sagt Gott: „Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs; dies, sagt er, ist mein Name auf ewig“(Exod. 3, 6. 15). Weiter wollen wir uns erinnern, was dem Abraham verheißen worden ist; denn dies wurde dem Isaak, dies auch dem Jakob verheißen. Was finden wir: „In deinem Samen werden alle Völker gesegnet werden“ (Gen. 22, 18). Damals glaubte einer, was er nicht sah; die Menschen sehen es, und sie sind verblendet. Erfüllt hat sich in den Völkern, was einem verheißen wurde, und es trennen sich von der Gemeinschaft der Völker jene, die auch das, was erfüllt ist, nicht sehen wollen, wie die Donatisten und die heutigen Moslems; ihnen kann man mit Augustinus nur sagen: "Aber was nützt es ihnen, dass sie es nicht sehen wollen? Sie sehen es, ob sie wollen oder nicht; die enthüllte Wahrheit strahlt auch auf verschlossene Augen." [44] 

Wurde Ismael etwa deshalb enterbt, weil er von der Magd war? Wenn er darum enterbt wurde, weil er von der Magd geboren wurde, so würden die Söhne von Mägden überhaupt nicht zur Erbschaft zugelassen. Die Söhne Jakobs wurden zur Erbschaft zugelassen, Ismael aber wurde enterbt, "nicht weil er von der Magd geboren wurde, sondern weil er hochmütig war gegen die Mutter, hochmütig gegen den Sohn der Mutter" Weil er hochmütig war gegen den Bruder, hochmütig im Spielen, weil er mit ihm sein Spiel trieb. Eine Verspottung sah sie in jenem Spiele, sie bemerkte den Hochmut des Knechtes; es missfiel ihr, sie stieß ihn hinaus. Die von Mägden Geborenen werden als Verworfene hinausgestoßen; auch der von der Freien Geborene, Esau, wird hinausgestoßen. "Niemand also vertraue darauf, dass er von Guten geboren ist; niemand vertraue darauf, dass er durch Heilige getauft ist. Wer durch Heilige getauft wird, trachte danach, dass er ein Jakob sei, kein Esau. Das also, Brüder, wollte ich sagen; es ist besser, von Menschen, die das Ihrige suchen und die Welt lieben, was der Name Magd andeutet, getauft zu werden und geistig nach der Erbschaft Christi zu streben, damit einer gleichsam ein Sohn Jakobs sei von der Magd, als durch Heilige getauft zu werden und hochmütig zu sein, so dass einer ein Esau wird, der hinausgestoßen werden muss, obwohl er von der Freien geboren ist. Dies, Brüder, behaltet. Wir wollen euch nicht schöntun, setzet eure Hoffnung nicht auf uns; wir schmeicheln weder uns noch euch; ein jeder hat seine Last zu tragen. An uns ist es, zu reden, damit wir nicht zu unserm Schaden gerichtet werden; an euch ist es, zu hören und zwar mit dem Herzen zu hören, damit nicht zurückgefordert werde, was wir geben, oder vielmehr, wenn es zurückgefordert wird, soll ein Gewinn sich zeigen, kein Verlust." [45] 

„Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann das geschehen?“ Wirklich nach fleischlicher Art, er fasste es nicht. In ihm geschah, was der Herr gesagt hatte, er hörte die Stimme des Geistes und wusste nicht, woher sie gekommen war und wohin sie ging. „Jesus antwortete und sagte zu ihm: Du bist Lehrer in Israel und weißt dies nicht.“ Dazu Augustinus: "O Brüder, was soll das sein, dürfen wir meinen, der Herr habe diesen Lehrer der Juden gewissermaßen verhöhnen wollen? Der Herr wusste, was er tat; er wollte, dass jener aus dem Geiste geboren werde. Niemand wird aus dem Geiste geboren, wenn er nicht demütig ist; denn gerade die Demut macht, dass wir aus dem Geiste geboren werden, weil der Herr nahe ist denen, die betrübten Herzens sind (Ps. 33, 19 [hebr. Ps. 34, 19]). Jener war von seinem Lehramt aufgeblasen und glaubte von einiger Bedeutung zu sein, weil er ein Lehrer der Juden war; der Herr nimmt ihm den Hochmut ab, damit er aus dem Geiste geboren werden kann; er verspottet ihn gleichsam als einen Unwissenden, nicht weil der Herr selbst höher erscheinen will. Was wäre das auch Großes: Gott im Vergleich zu dem Menschen, die Wahrheit im Vergleich zu der Lüge? Muss man sagen, kann man sagen: Christus ist größer als Nikodemus; darf man das denken? Wenn Christus größer genannt würde als die Engel, so wäre das lächerlich; denn unvergleichlich größer als jedes Geschöpf ist der, durch den jedes Geschöpf geworden ist. Aber er geißelt den Hochmut des Menschen: „Du bist Lehrer in Israel und weißt das nicht?“ Als wollte er sagen: Siehe, du weißt nichts, hochmütiger Vorsteher, werde geboren aus dem Geiste; denn wenn du aus dem Geiste geboren wirst, wirst du die Wege Gottes einschlagen, um der Demut Christi nachzufolgen. Denn dadurch steht er hoch über allen Engeln, dass er, „da er in der Gestalt Gottes war, es für keinen Raub hielt, Gott gleich zu sein; aber er entäusserte sich selbst, nahm die Gestalt des Knechtes an, ward den Menschen gleich und im Äussern wie ein Mensch erfunden; er erniedrigte sich, ward gehorsam bis zum Tode...  Er, der wahre Lehrer im Himmel, nicht bloß der Menschen, sondern auch der Engel. Denn wenn die Engel unterrichtet sind, so sind sie durch das Wort Gottes unterrichtet. Wenn sie durch das Wort Gottes unterrichtet sind, so forscht nach, woher sie unterrichtet sind, und ihr werdet finden: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“. Dem Menschen wird der Nacken weggenommen, aber der wilde und harte, damit es ein sanfter Nacken sei, um das Joch Christi zu tragen, von dem es heißt: „Mein Joch ist sanft, und meine Bürde ist leicht“ (Matth. 11, 30). [46] 
 

„Niemand steigt in den Himmel empor, als der vom Himmel herabgestiegen ist“; Rettung der Welt

Dies trifft auf Christus zu, nicht jedoch auf Mohammed, von dem seine Anhänger fälschlich behaupten er sei von Jerusalem in den Himmel gefahren; in Wirlichkeit ist er nach Dante in der Hölle gelandet; die "rituelle Steinigung des Teufels" in Mekka gehört zum Showbusiness und wirkt sich natürlich nicht positiv auf das Heil der Mohammedaner aus. Dazu Augustinus: "Wohlan also, Brüder, Gott wollte Sohn des Menschen sein, und die Menschen sollten nach seinem Willen Söhne Gottes sein. Er stieg unsertwegen herab, wir sollen seinetwegen hinaufsteigen. Denn nur der allein stieg herab und stieg hinauf, der sagt: „Niemand steigt in den Himmel empor, als der vom Himmel herabgestiegen ist“. Werden also die nicht in den Himmel emporsteigen, die er zu Söhnen Gottes macht? Sie werden gewiß emporsteigen; dies ist uns verheißen: „Sie werden den Engeln Gottes gleich sein“ (Matth. 22, 30). Wie also steigt niemand empor, als wer herabgestiegen ist? Weil nur einer herabstieg, einer emporsteigt. Wie steht es mit den übrigen? Wie soll es anders zu verstehen sein, als dass sie seine Glieder sein werden, so dass nur einer emporsteigt? Deshalb folgt: „Niemand steigt in den Himmel empor, als der vom Himmelherabgestiegen ist, der Sohn des Menschen, der im Himmel ist“. Wunderst du dich, dass er sowohl hier wie im Himmel war? Zu solchen machte er auch seine Jünger."  [47] 

Deshalb sagt Augustinus: „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. Also soweit es auf den Arzt ankommt, kam er den Kranken zu heilen. Der tötet sich selbst, der die Vorschriften des Arztes nicht beobachten will. Es kam der Heiland in die Welt. Warum ward er Heiland der Welt genannt, als damit er die Welt heile, nicht damit er die Welt richte? Du willst dich von ihm nicht heilen lassen, du wirst von dir aus gerichtet werden. Und was sag’ ich: „Du wirst gerichtet werden“? Siehe, was er sagt: „Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der, sagt er, ist schon gerichtet“. Noch nicht ans Licht getreten ist das Gericht, aber es hat bereits stattgefunden. Denn der Herr kennt die Seinigen (2 Tim. 2, 19), er kennt, die ausharren zur Krone, er kennt, die ausharren zum Feuer; er kennt in seiner Tenne den Weizen, er kennt die Spreu; er kennt die Saat, er kennt das Unkraut. Der ist schon gerichtet, der nicht glaubt. Warum gerichtet? „Weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes.“ Nicht nur Mohammed, sondern alle seine Anhänger, die krampfhaft an der Leugnung des Gottessohnes festhalten, sind schon gerichtet. [48] 

Wichtig ist die Selbsterkenntnis, zum Beispiel dass man als Moslem den Heiligen Geist lästert; diese Selbsterkenntnis wird in muslimischen Ländern mit dem Tode bestraft! Nach Augustinus ist diese Selbsterkenntnis aber der erste Schritt aus der Finsternis: „Dies ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt kam, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.“ Meine Brüder, bei welchen fand der Herr gute Werke? Bei keinem; bei allen fand er böse Werke. Wie haben demnach einige die Wahrheit getan und sind zum Lichte gekommen? Denn auch das folgt: „Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Lichte, damit seine Werke offenbar werden, weil sie im Herrn geschehen sind.“ Wie haben einige ein gutes Werk getan, so dass sie zum Lichte kamen d. i. zu Christus? Und wie haben einige die Finsternis geliebt? Wenn er alle als Sünder fand und alle von der Sünde heilt, und wenn jene Schlange, in welcher der Tod des Herrn vorhergebildet wurde, die Gebissenen heilt, und die Schlange wegen des Schlangenbisses aufgerichtet wurde d. h. der Tod des Herrn wegen der dem Tode anheimgefallenen Menschen, die er als Ungerechte fand; wie ist dann die Stelle zu verstehen: „Dies ist das Gericht, dass das Licht in die Welt kam, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse?“ Was ist das? Bei welchen denn waren die Werke gut? Bist du nicht gekommen, um die Gottlosen zu rechtfertigen? Aber „sie liebten, sagt er, die Finsternis mehr als das Licht“. Der Anfang der guten Werke ist das Bekenntnis der bösen Werke. "Du tust die Wahrheit und du kommst zum Lichte. Was heißt das: Du tust die Wahrheit? Du tust dir nicht schön, du schmeichelst dir nicht, du sagst dir keine Artigkeiten; du sagst nicht: Ich bin gerecht, während du ungerecht bist, und fängst so an, die Wahrheit zu tun. Du kommst aber zum Lichte, damit deine Werke offenbar werden, weil sie in Gott getan sind; denn gerade auch dies, dass dir deine Sünde missfiel, würde dir nicht missfallen, wenn Gott dir nicht leuchtete und seine Wahrheit es dir nicht offenbarte. Aber wer, obwohl gemahnt, seine Sünden liebt, hasst das mahnende Licht und flieht es, so dass seine bösen Werke nicht kund werden, die er liebt. Wer aber die Wahrheit tut, klagt bei sich das eigene Böse an; er schont sich nicht, er verzeiht sich nicht, damit Gott ihm verzeihe, weil er das, was Gott verzeihen soll, selbst anerkennt, und er kommt so zum Lichte, dem er Dank sagt, dass er ihm das, was an ihm hassenswert ist, gezeigt hat. Er spricht zu Gott: „Wende dein Angesicht von meinen Sünden hinweg“, und mit welcher Stirne sagt er das, wenn er nicht weiter sagt: „Denn meine Missetat erkenne ich und meine Sünde ist immer vor mir“(Ps. 50, 11. 5 [hebr. Ps. 51, 11. 5]). [49] 

Daher kann man mit Augustinus sagen „Der vom Himmel kommt, ist über alle, und was er gesehen und gehört hat, dies bezeugt er, und niemand nimmt sein Zeugnis an.“ Es gibt ja Menschen, die zum Zorne Gottes bereitet sind, "die mit dem Teufel verurteilt werden; von diesen nimmt niemand das Zeugnis Christi an" wie die Mohammedaner.  Johannes würde also, wenn er gefragt würde, vielleicht antworten und sagen: Ich weiß, was ich gesagt habe: „niemand“. Es gibt nämlich Menschen, die zum Zorne Gottes geboren und dazu auch vorauserkannt sind. Denn Gott weiß, welche glauben werden und welche nicht glauben werden; Gott weiß, welche ausharren werden in dem, woran sie geglaubt haben, und welche vom christlichen Glauben abfallen werden, wie die heutigen Konvertitinnen, die vom christlichen Glauben zum mohammedanischen Irrglauben wechseln. Johannes schaute also "eine gewisse gottlose, ungläubige Schar, und sie anblickend in ihrem Unglauben, sagt er: „Das Zeugnis dessen, der vom Himmel kommt, nimmt niemand an“. Von welchen niemand? Von denjenigen, die zur Linken sein werden, von denjenigen, zu welchen gesagt werden wird: „Gehet in das ewige Feuer, welches dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist“ (Matth. 25, 41). Welche also nehmen es an? Jene, welche zur Rechten sein werden, jene, zu welchen gesagt werden wird: „Kommet, ihr Gesegnete meines Vaters, nehmet in Besitz das Reich, welches euch von Anbeginn der Welt bereitet ist“(Matth. 25, 34). Er schaute also im Geiste die Trennung, im Menschengeschlechte aber die Vermischung, und was noch nicht dem Ort nach getrennt ist, das trennte er im Geiste, das trennte er im Anblick des Herzens; und so schaute er zwei Völker, das der Gläubigen und das der Ungläubigen; er schaute die Ungläubigen und sagte: „Der vom Himmel kommt, ist über alle, und was er gesehen und gehört hat, das bezeugt er, und niemand nimmt sein Zeugnis an“. Dann wandte er sich von der Linken weg, blickte auf die Rechte und sprach weiter: „Wer sein Zeugnis annimmt, hat bestätigt, dass Gott wahrhaft ist“. Was heißt: „Er hat bestätigt, dass Gott wahrhaft ist“, als eben dies: der Mensch ist lügnerisch und Gott ist wahrhaft? Denn kein Mensch kann sagen, was Wahrheit ist, wenn er nicht von dem erleuchtet wird, der nicht lügen kann. Gott also ist wahrhaft, Christus aber ist Gott. Willst du den Beweis dafür haben? Nimm sein Zeugnis an, und du findest es: „Denn wer sein Zeugnis annimmt, hat bestätigt, dass Gott wahrhaft ist“. Wer? Er, der vom Himmel kommt und über alle ist, ist der wahrhafte Gott. Aber wenn du ihn noch nicht als Gott erkennst, hast du sein Zeugnis noch nicht angenommen; nimm es an und du bestätigst, du erkennst entschieden, du anerkennst bestimmt, dass Gott wahrhaft ist." [50] 

"Das fleischliche Denken fasst nicht, was ich sage; es verschiebe das Verständnis und fange beim Glauben an, es höre, was folgt: „Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt, wird das Leben nicht haben, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm“. Er sagt nicht: Der Zorn Gottes kommt über ihn, sondern „der Zorn Gottes bleibt über ihm“. Alle, die als Sterbliche geboren werden, haben den Zorn Gottes auf sich. Welchen Zorn Gottes? Der auf dem ersten Adam ruhte. Wenn nämlich der erste Mensch gesündigt hat, so hat er auch gehört: „Du wirst des Todes sterben“(Gen. 2, 17); er ist sterblich geworden, und wir werden schon als sterblich geboren, wir sind mit dem Zorn Gottes geboren. Darum kam der Sohn, ohne eine Sünde zu haben, und kleidete sich ins Fleisch, kleidete sich in die Sterblichkeit. Wenn er mit uns am Zorne Gottes teilnahm, sind wir so träge, mit ihm an der Gnade Gottes teilzunehmen? Wer also an den Sohn nicht glaubt, „über dem bleibt der Zorn Gottes“. Was für ein Zorn Gottes? Jener, von dem der Apostel spricht: „Auch wir waren von Natur aus Kinder des Zornes wie auch die übrigen“(Eph. 2, 3). Alle also sind Kinder des Zornes, weil sie vom Fluche des Todes kommen. Glaube an Christus, der für dich sterblich geworden ist, damit du ihn, den Unsterblichen, erfassest; denn wenn du seine Unsterblichkeit erfassest, wirst auch du nicht sterblich sein. Er lebte, du starbst; er starb, damit du lebest. Er brachte die Gnade Gottes, nahm den Zorn Gottes weg. Gott besiegte den Tod, damit nicht der Tod den Menschen besiege." - St.Augustinus, Tractatus in Iohannis Evangelium XIV
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Anmerkungen

[1] Augustinus, Enchiridion I; zur wahren Philosophie vgl. Kurse Nr. 502 St.Thomas Aquinas, Sth. I-II, Nr. 582 St.Thomas Aquinas, Sth II-II, Nr. 583 St.Thomas Aquinas, Sth. III, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 510 Schelling - Philosophie der Offenbarung, Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie, Nr. 509 Philosophie der Freiheit, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 551 Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 601 St. Augustinus II. Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Ib.
[3] III
[4] Ib.; zu Confessiones, Manichäer und Vergil vgl. Kurse Nr. 564 St. Augustinus I, Nr. 570 Hilarius von Poitiers, Nr. 564 St. Ambrosius, zu Thomas von Aquin vgl. Anm. 1
[5] IV
[6] Ib.
[7] V; zu Vergil vgl. Anm. 4
[8] XVI 
[9] XX; zu: Almosengeben ist besonders bei Mohammedanern oder Moslems beliebt; Almosengeben ohne christlichen Glauben, zum Beispiel islamischen Hilfsorganisationen spenden, die dann den Terrorismus fördern, funktioniert nicht, vgl. Kurse Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 564 St. Ambrosius, Nr. 601 St. Augustinus II., Nr. 582 St.Thomas Aquinas, Sth II-II, Ib.
[10] Ib.; zu: Dies muss man etwa so verstehen, dass zum Beispiel für die Moslems, "die den Glauben an Christus nicht haben, alles rein war, trotzdem sie nicht an ihn glaubten und nicht wiedergeboren waren aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste", wenn sie nur Almosen geben in der Gesinnung, wie der oben Geschilderte sie beim Geben haben zu müssen glaubte? Moslems vernstalten zwar regelmäßig rituelle Waschungen, dennoch sind sie im Sinne von Augustinus unrein:"Es sind ja doch alle unrein, die der Glaube an Christus nicht reinigt." Wie könnte also den Moslems alles rein sein, wenn sie nur Almosen geben, dabei aber nicht gläubig sind? "Oder wie könnten sie gläubig sein, wenn sie nicht an Christus glauben und nicht in seiner Gnade wiedergeboren werden wollten?" vgl. Anm. 9
[11] Ib.; zu: Heute müssen die Moslems getadelt und nicht ihr Irrglaube verklärt werden, wie es neuerdings vom Vatikan bei jeder Gelegenheit praktiziert wird. Wie Christus die Pharisäer getadelt hatte, weil sie sich bloß äußerlich wuschen, wie heute die Moslems bei ihren rituellen Waschungen, "innerlich aber voll Raub und Schlechtigkeit waren, belehrte er sie zuerst darüber, dass das Innere durch eine Art Almosen gereinigt werde, vgl. Anm. 9 ff und Kurs Nr. 558 Calderon de la Barca,Ib.
[12] XXII; zu: Wer nach Augustinus jedoch einen so reichen göttlichen Gnadenschatz verachten zu dürfen glaubt, indem er in den Moscheen nur einen "Lügengott" (Ariosto) anfleht, und wer dann in solcher Herzensverhärtung sein Leben beschließt, der ist schuldig jener unvergebbaren Sünde wider den Heiligen Geist, vgl. Kurse Nr. 557 - Ludovico Ariosto, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 Petrus Venerabilis, Nr. 568 Nicolaus Cusanus - Renaissance Philosopher I, Ib.
[13] Ib.; zu: Unter Sündern sind natürlich auch die gemeint, die gegen den heiligen Geist lästern wie die Muslime: "Dem Sünder soll man nicht helfen, um ihn in seiner Sünde zu stärken," vgl. Anm. 9 f. 
[14] Augustinus, Tractatus in Iohannis Evangelium I
[15] Ib.
[16] Ib.; zu: wie zum Beispiel der abstrakte Götze Allah, der von den Mohammedanern angebetet wird. "Auch das Götzenbild ist nicht durch das Wort geworden" vgl. Anm. 12
[17] Ib.; zu Manichäer vgl. Anm. 4
[18] Ib.; zu: Augustinus meint, "aber vielleicht können törichte Herzen noch nicht jenes Licht fassen, weil sie durch ihre Sünden niedergedrückt werden, so dass sie es nicht zu sehen vermögen", wie die Sünde wider den Heiligen Geist oder Lästerung gegen den heiligen Geist (blasphemia in spiritum sanctum), die besonders bei den Mohammedanern anzutreffen ist. Denn wer nach Thomas von Aquin "Falsches von Gott behauptet", wie der Mohammedaner, begeht vollendete Gotteslästerung ("blasphemia perfecta"), vgl. Kurs Nr. 582 St.Thomas Aquinas, Sth II-II, Ib.
[19] II; zu Agnostikern und Kantianern wie Precht vgl. Kurse Nr. 533 Aristoteles, Nr. 570 Hilarius von Poitiers, Nr. 582 St.Thomas Aquinas, Sth II-II, Nr. 512 Novalis. Ib.
[20] III; zu: "er wollte nicht, dass ein Stern auf der Stirne der Gläubigen sein Zeichen sei, sondern sein Kreuz sollte es sein." Der Stern ist das Zeichen der Venusanbeter oder Moslems, vgl. Anm. 12
[21] V 
[22] Ib. 
[23] VI; zur Einheit der Kirche vgl. auch Kurse Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib. 
[24] Ib. 
[25] Ib.
[26] Ib.
[27] VII
[28] Ib.; zu: wer krank ist mit Hoffnung, heißt heilbar; wer hoffnungslos krank ist, unheilbar; wer aber schon gesund ist, bedarf des Arztes nicht vgl. Kurse Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung, Nr. 564 St. Ambrosius, Ib.
[29] Ib. 
[30] Ib.
[31] VIII 
[32] Ib.; zum Türkenglaube oder destin à la Turque bzw. "Türkenfatalismus" oder "fatum mahometanum" bzw. "Sophisma der faulen Vernunft" vgl. Kurse Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa, Nr. 505 Schopenhauer. Ib.
[33] Ib.
[34] Ib.; zu: Was Augustinus beschreibt trifft heute vor allem auf Mohammedaner oder Moslems zu, die immer noch an der Falschheit des Korans ("falsitas Alkorani") festhalten, der vom unsteten Muhammad ("lubrico Mahumeto") aufgeschrieben wurde, aber nicht vom wahren Gott stammt (Nicolaus Cusanus), vgl. Anm. 12 ff. und 32 ff.
[35] IX 
[36] XI 
[37] Ib.
[38] Ib.; zu: "Eure Liebe merke auf und verstehe wohl. Wenn wir zu einem Katechumenen sagen: Glaubst du an Christus? so antwortet er: Ich glaube, und bezeichnet sich; schon trägt er das Kreuz Christi an der Stirne und schämt sich nicht des Kreuzes seines Herrn." Die Katechumenen sind jedoch schon weiter als manche christlichen Würdenträger, die sich in Anwesenheit von Mohammedanern des Kreuzes schämen und es abnehmen, vgl. Kurse Nr. 582 St.Thomas Aquinas, Sth II-II, Nr. 512 Novalis. Ib.
[39] Ib.
[40] Ib.
[41] Ib.; zu Isaak, Ismael, Esau; früher waren es die Donatisten, heute die Moslems, die Christen verfolgen, die "die Ausbläser Christi", die Lästerer der Taufe, die Häretiker,  "welche euch, ihr Spiel mit euch treibend, verführen" vgl. Anm. 40 ff. und Kurse Nr. 582 St.Thomas Aquinas, Sth II-II, Nr. 510 Schelling - Philosophie der Offenbarung. Ib
[42] Ib.
[43] Ib.
[44]  XII; zu: Erfüllt hat sich in den Völkern, was einem verheißen wurde, und es trennen sich von der Gemeinschaft der Völker jene, die auch das, was erfüllt ist, nicht sehen wollen, wie die Donatisten und die heutigen Moslems; ihnen kann man mit Augustinus nur sagen: "Aber was nützt es ihnen, dass sie es nicht sehen wollen? Sie sehen es, ob sie wollen oder nicht; die enthüllte Wahrheit strahlt auch auf verschlossene Augen" vgl. Anm. 40 ff.
[45] Ib.
[46] Ib.
[47] Ib.; zu: Dies trifft auf Christus zu, nicht jedoch auf Mohammed, von dem seine Anhänger fälschlich behaupten er sei von Jerusalem in den Himmel gefahren; in Wirklichkeit ist er nach Dante in der Hölle gelandet; die "rituelle Steinigung des Teufels" in Mekka gehört zum Showbusiness und wirkt sich natürlich nicht positiv auf das Heil der Mohammedaner aus, vgl. Kurse Nr. 582 St.Thomas Aquinas, Sth II-II, Nr. 583 St.Thomas Aquinas, Sth. III, Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 601 St. Augustinus II. Ib 
[48] Ib.; zu: Nicht nur Mohammed, sondern alle seine Anhänger, die krampfhaft an der Leugnung des Gottessohnes festhalten, sind schon gerichtet, vgl. Anm. 47
[49] Ib.; zu: Wichtig ist die Selbsterkenntnis, zum Beispiel dass man als Moslem den Heiligen Geist lästert; diese Selbsterkenntnis wird in muslimischen Ländern mit dem Tode bestraft! Nach Augustinus ist diese Selbsterkenntnis aber der erste Schritt aus der Finsternis, vgl. Anm. 40-50
[50] XIV; zu: Konvertitinnen, die vom christlichen Glauben zum mohammedanischen Irrglauben wechseln vgl. Anm. 40-50 und Kurs Nr. 564 St. Ambrosius, Ib.
 
 
 

Zur Philosophie und Kultugeschichte des Mittelalters, der Schule von Chartres und der Renaissance vgl. Kurse: Nr. 605 St. Irenaeus von Lyon, Nr. 604 St. Hildegard von Bingen, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 581 Bernhard von Chartres, Nr. 580 Wilhelm von Conches, Nr. 579 Albertus Magnus, Nr. 578 Pierre Abaelard, Nr. 574 Johannes von Salisbury, Nr. 577 Petrus Lombardus, Nr. 576 Gilbert de la Porrée / Gilbert von Poitiers, Nr. 565 Johannes Scotus Eriugena, Nr. 575 Thierry de ChartresNr. 571 Alanus ab Insulis, Nr. 572 Anselm von Canterbury, Nr. 570 Hilarius von Poitiers, Nr. 568 Nicolaus Cusanus - Renaissance Philosopher I, Nr. 568 Nicolaus Cusanus - Renaissance Philosopher II, Nr. 568 Nicolaus Cusanus - Renaissance Philosopher III, Nr. 564 St. Ambrosius, Nr. 564 St. Augustinus I, Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 501 St.Thomas Aquinas: Summa Theologica I., Nr. 502 St.Thomas Aquinas, Sth. I-II, Nr. 582 St.Thomas Aquinas, Sth II-II, Nr. 583 St.Thomas Aquinas, Sth. III, Nr. 566 Meister Eckhart , Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 557 - Ludovico Ariosto, Nr. 556 - Torquato Tasso, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur , Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 586 Tizian, Nr. 590 Giovanni Bellini, Nr. 587 Andrea Mantegna, Nr. 522 Raffael und das kosmische Christentum, Nr. 523 Sandro Botticelli, Nr. 593 Filippo Lippi, Nr. 594 Filippino Lippi, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 603 Bernard van Orley, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Akademie der Kunst und Philosophie
 
 






Benozzo Gozzoli: St Augustine teaching in Rome
 


Sandro Botticelli, Vision of St. Augustine, Tempera on panel, 1488. Galleria degli Uffizi, Florence
 

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Letzte Bearbeitung:16.05.2019