Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

Kurs Nr. 557 

Ludovico Ariosto - Poet und Philosoph der Renaissance


"Di cittatorie piene e di libelli,
D'essamine e di carte, di procure
Hanno le mani e il seno, egan fastelli
Di chose, di consigli, et di letture,
Per cui le faculta de poverelli
Non sono mai ne le citta sicure,
Hanno dietro e dinanzi e d'ambi i lati,
Nota i Procuratori, et Advocati." - Ariosto

"Mich dünkt, als ob er nicht nur Unrecht treibe,
Nein, frevle wider Gott und die Natur,
Wer mit den Händen sich am schönen Weibe
Vergreift, und krümmt' er ihr ein Haar auch nur." - Ariosto

"Wie kömmt es, daß ihr Christi Lehensleute
Ermordet und ihr Lehen an euch reißt
Und nicht Jerusalem von jener Meute
Befreit habt und die Räuberbrut zerschmeißt,
Und daß Constantinopel und den besten
Theil dieser Welt der Türke darf verpesten?" - Ariosto


 
 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:

Ludovico Ariosto ist ein berühmter italienische Dichter der Renaissance. Sein bekanntestes Werk ist "Orlando furioso", das viele Opernkomponisten inspirierte, so zum Beispiel Händel zu Opern wie "Orlando", "Alcina" und seinem "Rinaldo". Händels Kreuzritter-Oper "Rinaldo" erinnert an den Konflikt der christlichen Länder mit dem Islam und die Ereignisse in Köln. Georg Friedrich Händel brauchte 1710 handfeste Figuren, mit denen er deftigen Bühnenzauber entfalten konnte, um als Neuling das Publikum an der Themse zu beeindrucken. Das passende Personal liess er sich von dem Librettisten Giacomo Rossi aus dem Kreuzritterepos "Das befreite Jerusalem" von Torquato Tasso zusammenstellen, sowie aus Ariosts "Orlando furioso". [1]

Montaigne meinte in Anlehnung an die Paulusbriefe, wer nur deshalb ehrlich sei, weil es die Leute erfahren, und wenn sie es erfahren haben, ihn hernach desto höher schätzen werden, wer unter keiner anderen Bedingung Gutes tun wolle, als dass seine Tugend der Welt bekannt werden solle, sei eine Person, von der man sich nicht viel Dienste zu versprechen habe. Dazu Ariosto: [20][21]

"Credo che'l resto di quel verno, cose
Facesse, degne di tenerne conto;
Mà sur sin' a quel tempo si nascose,
Che non è colpa mia, s' hor' non le conto,
Perche Orlando a far l'opre virtuose
Più ch' a narrarle poi, sempre era pronto!
Ne mai fù alcun' de' suci fatti espresso,
Se non quando hebbe i testimoni appresso." - Ariosto
Ariosto und Montaigne beklagen, dass es heute mehr obrigkeitliche Personen und Gesetze gibt, als Leute oder Handlungen [19]:
"Di cittatorie piene e di libelli,
D'essamine e di carte, di procure
Hanno le mani e il seno, egan fastelli
Di chose, di consigli, et di letture,
Per cui le faculta de poverelli
Non sono mai ne le citta sicure,
Hanno dietro e dinanzi e d'ambi i lati,
Nota i Procuratori, et Advocati." - Ariosto

"Chi troppo assotiglia, si scavezza." - Francesco Petrarca


Ariosto besingt berühmte Frauen der Geschichte und glaubt: "Mich dünkt, in unsren Tagen sehen wir schon hohe Tugend schöner Frau'n erstehen, schon Stoff vielleicht für Feder und Papier,
damit den Glanz auch künft'ge Jahre sehen; Dann werdet, o gehäss'ge Zungen, ihr mit eurem Lästern schmählich untergehen." [2]
 

"Der Vorzeit Frauen haben Wunderdinge
In Waffen und im Musendienst vollbracht,
Und ihrer Werke Glanz – es ist als dringe
Er hell und strahlend durch der Zeiten Nacht.
Berühmt ist Harpalice's Lanz' und Klinge,
Camilla glänzt als Führerin der Schlacht,
Corinna, Sappho sind gelehrte Frauen,
Die ewig leuchten und die Nacht nie schauen.

Die Frau'n gelangten zur Vortrefflichkeit
In jeder Kunst, womit sie sich befaßten,
Und wenn ihr der Geschichten kundig seid,
Seht ihr noch ihren Ruhm, den unverblaßten.
Zwar fehlten sie der Welt geraume Zeit,
Doch wird der schwere Bann nicht immer lasten.
Vielleicht verschwieg uns auch ruhmwürd'ge Weiber
Neid oder Unverstand der Bücherschreiber....

Wenn so, wie beim Erwerben andrer Gaben,
Die uns Natur nicht mühelos verleiht,
Die Frau'n sich Tag und Nacht befleißigt haben
Mit höchstem Fleiß und langer Emsigkeit
Und Werk' erschaffen, die das Aug' erlaben, –
Wenn, sag' ich, so die Frauen ihre Zeit
Den Künsten widmeten, durch die auf Erden
Sterbliche Tugenden unsterblich werden,

Und selbst im Stande wären zu erzählen,
Was groß an ihnen ist und rühmenswert
Und nicht bloß betteln gingen bei den scheelen
Autoren, die, von blassem Neid verzehrt,
Das gute, das man sagen kann, verhehlen,
Indeß das schlechte jedermann erfährt, –
Dann würd' ihr Lob vielleicht zu Höhen fliegen,
Die männliche Berühmtheit nie erstiegen.

Nicht nur daß viele Männer sich verbünden
Und sich einander loben vor der Welt,
Sie forschen auch begierig und verkünden,
Was etwa bei den Frau'n sich schlecht verhält.
Sie möchten nicht, daß Frauen höher stünden
Und rennen jede nieder, bis sie fällt, –
Die Alten mein' ich, – als ob ihre Kränze
Verwelkten, wenn das Lob der Frauen glänze.

Nie aber kann und konnte Zung' und Hand,
Nie kann und konnte Reden oder Schreiben
(Sei's durch Verkleinern, wo sich gutes fand,
Sei's durch die Kunst, was schlecht zu übertreiben)
Bewirken, daß der Frauen Ruhm verschwand.
Ein Theil davon wird stets erhalten bleiben.
Jedoch daß er das rechte Maß erreicht,
Ihm auch nur nahe kömmt, sieht man nicht leicht."  - Ariosto
 

Den Frauen wurde damals viel zugetraut: "Man hatte zu den Frau'n und jungen Damen sehr viel Vertraun in jener alten Zeit. Man ließ allein sie ziehn in Gottes Namen durch Berg und Thal und Länder noch so weit und nahm für voll sie, wann sie wiederkamen, und niemals gab es Argwohn oder Streit." - Nach den Ereignissen von Köln wäre das heute undenkbar. Allerdings sollte die Frau die "Emanzipation" nicht so weit treiben wie die Amazonen, dass sie "strafe das Geschlecht, das sie verriet"
 
"Ein jedes Schiff, das hier am Ufer lande
Und ankern woll' in ihrem Machtgebiet,
Verfalle flugs dem Raub' und Mord' und Brande,
Und alles sterb' an Bord ohn' Unterschied.
Dies ward geraten, dies ward angenommen
Und ward Gesetz und ist in Brauch gekommen.

»Wann in den Lüften Sturmeswehn begann,
Gleich liefen an die Bucht die Weiberhorden,
Die zorn'ge Orontea stets voran;
Denn sie war ihre Königin geworden.
Und an dem Bord verschlagner Schiffe dann
Gab's schauderhafte Feuersbrunst und Morden.
Kein Mann blieb leben, daß er diese Dinge
Den Menschen andrer Länder hinterbringe.

»So lebten sie hier einsam manches Jahr
Verfeindet mit dem männlichen Geschlechte.
Dann aber sahn sie ein, was für Gefahr
Entstünde, wenn man nicht an Wandel dächte.
Wenn keine Rede von Fortpflanzung war,
So war es bald vorbei mit ihrem Rechte;
Es mußte, statt für ewig festzustehn,
Mit ihrem unfruchtbaren Reich vergehn." - Ariosto
 

Neben Frauen geht es zum Beispiel um Pferdediebe, tapfere Ritter ("Wenn die mit uns für Karl zu Felde ziehn, dann ist kein Bleibens für die Saracenen."), berühmte Schwerter ("Desselben Tages aber hat der Sohn des Agrican das Schwert davongenommen. Bedenke selbst, was für Gefahren drohn der ganzen Christenheit und allen Frommen, seit Durindane jetzt, wie einmal schon, in die Gewalt des Heidentums gekommen!") und den nicht so freundschaftlichen Umgang mit Sarazenen, also Muslimen:
 
"Hochmütig wandte sich Rinald zum Heiden
Und rief: »Herunter, Dieb, von meinem Pferd!
Daß man mich plündre, pfleg' ich nicht zu leiden,
Und theuer wird es büßen, wer's begehrt.
Auch werd' ich dich von dieser Dame scheiden;
Denn thät' ich's nicht, wär' ich verdammenswert:
Vollkommnes Pferd und schöner Frauen Liebe,
So scheint es mir, gebüren keinem Diebe.«

Sieh da! Rinald haut mit dem Degen ein,
Dem Saracenen völlig preis sich gebend.
Der Heide hebt den Schild; der war von Bein,
Darüber Stahl, den Knochen rings umgebend.
So dick er ist, Fusberta fährt hinein,
Und widerhallt der Forst, vor Schreck erbebend.
Knochen und Stahl zerspringt wie Eis in Splitter;
Lahm sinkt der linke Arm dem Heidenritter.

Wie das erschrockene Fräulein diesen Streich,
Den fürchterlichen, sieht, da wird ihr bange;
Die schönen Wangen werden todtenbleich
Wie arme Sünder auf dem letzten Gange." - Ariosto
 
 

"Ehrenmorde" von Muslimischen Männern an Frauen galten als besonders frevelhaft, heute versuchen Gerichte zu relativieren und die Täter erhalten nur geringe Strafen [2]:
 
"Bei allen andern Thieren dieser Welt,
Ob sie nun friedlich sich des Lebens freuen,
Ob eins das andre feindlich überfällt, –
Nie wird der Mann das Weib mit Krieg bedräuen.
Der Bär streift mit der Bärin treugesellt,
Und ruhig liegt die Löwin bei dem Leuen;
Kein Leides fügt der Wolf der Wölfin zu;
Nie fürchtet vor dem Stiere sich die Kuh....

Mich dünkt, als ob er nicht nur Unrecht treibe,
Nein, frevle wider Gott und die Natur,
Wer mit den Händen sich am schönen Weibe
Vergreift, und krümmt' er ihr ein Haar auch nur.
Wer aber Gift ihr reicht, wer aus dem Leibe
Die Seele jagt mit Messer oder Schnur,
Daß der ein Mensch sei, glaub' ich ewig nicht;
Ein Teufel ist's mit menschlichem Gesicht." - Ariosto
 

Obwohl Schopenhauer den Politikern und der "Verfassung der meisten Mohammedanischen Reiche", eine "träge Vernunft" attestierte, Hölderlin sie als "Tyrannenknechte" und "Andre des rohen Volks" bezeichnete, wird in Deutschland und anderen europäischen Ländern der Bock zum Gärtner gemacht. - so zum Beispiel Aydan Özoguz (SPD) zur "Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration". Sie will vor allem "fromme Muslime" nach Deutschland schleusen. Sie sagt: Was in Köln und anderen Städten geschah, hätte mit dem Islam nichts zu tun. "Wenn alle fromme Muslime gewesen wären, wäre das nicht passiert". Der Kommentar dazu wäre damals etwa so ausgefallen: "Die Mütter ziehn indes in die Moscheen, um zu dem bösen Lügnergott zu flehen". Der Chef des "Zentralrates der Muslime in Deutschland" liegt in den Armen der deutschen Bundeskanzlerin - und sie schwören ewige Treue. Diese und viele andere Tatsachen zeigen wie dekadent Europa schon geworden ist. Die natürlichen Feinde der Christen, die Sarazenen oder Muslime werden in Deutschland und anderen europäischen Ländern mit offenen Armen empfangen, obwohl sie die Toleranz gnadenlos ausnutzen, um den muslimischen Glauben und die islamischen Unsitten in Europa weiter zu verbreiten - nicht nur in den Vororten von Paris oder Brüssel. Dies wäre damals völlig unverständlich gewesen. Von Urlaub in islamischen Ländern wird heute abgeraten, damals war es komplett unmöglich: "Weil er allein den weiten Weg durchmißt durch wilde Heidenländer fern im Morgen, wo niemand seines Lebens sicher ist." Sogar zuhause in Europa war man einem Haufen Sarazenen begegnet - was auch recht häufig geschah: "Doch vor Marseille machte sie der Horde der Heiden täglich fast das Leben schwer. Denn diese streiften jetzt mit Raub und Morde in Languedoc und der Provence umher", wusste was zu tun war: sie mussten bekämpft und vertrieben werden: [3]
 
"Er traf auf zwei Geschwader; Manilarte
Führt' ihrer eins, der greise Saracen,
Noriziens König, jetzt mit grauem Barte
Im Rat, wie einst im Feld, hochangesehn.
Der andre Haufe folgte der Standarte
Des Königs aus dem Lande Tremisen,
Den sie daheim den besten Ritter nannten;
Er hieß Alzird bei denen, die ihn kannten.

Die hatten mit dem andern Mohrenheer
Den Winter über vor Paris gelegen,
In Dörfern und in Schlössern rings umher,
Die einen näher, andre mehr entlegen.
Denn Agramant, erkennend daß nur schwer
Paris zu stürmen sei mit Lanz' und Degen,
Entschloß sich zur Belagerung zuletzt,
Nachdem er ihm vergeblich zugesetzt.

Und Mannschaft war dazu genug vorhanden;
Nicht nur die eignen Völker hatt' er hier
Und jene, die sich bei Marsil befanden,
Geschart um Spaniens königlich Panier;
In Frankreich auch warb er noch Söldnerbanden.
Denn von Paris bis Arles' Stromrevier
Beherscht' er alles Land und auch im Westen
Schon die Gascogne, bis auf wen'ge Vesten.

Jetzt, wo die flücht'gen Bäche wieder rannen
Und kaltes Eis zu lauer Flut zerschmolz,
Wo frisch zu grünen Wies' und Feld begannen
Und zart sich zu belauben Busch und Holz,
Berief der König alle seine Mannen,
Die ihm gefolgt mit siegsgewissem Stolz,
Heerschau zu halten über Volk und Waffen,
Und wo es fehlte, wollt' er Wandel schaffen.

Jetzt kamen beide Könige daher,
Alzird und Manilart, der Heerschau wegen,
Um zeitig dort zu sein, wo jedes Heer,
Gut oder schlecht, hat Rechnung abzulegen.
Roland inzwischen kam von ungefähr
Den beiden, wie ich schon gesagt, entgegen,
Nach jener suchend, wie er immer that,
Die ihn in Amors Joch gefesselt hat.

Als nun Alzird den Paladin gewahrt,
Dem keiner gleicht im Kreis der Paladine,
So stolzen Hauptes, in so mächt'ger Fahrt,
Daß neben ihm der Kriegsgott zweiter schiene,
Stutzt er erstaunt ob der gewalt'gen Art,
Des grimmen Blicks, der unheildroh'nden Miene,
Und denkt, der ist ein Held von hohem Rang,
Und hätt' ihn gern erprobt im Waffengang.

Jung war Alzird und seine Keckheit groß,
Und seine Stärke war berühmt im Heere.
Er sprengt heran und läßt die Zügel los, –
Wohl ihm, wenn er zurückgeblieben wäre!
Denn Roland wirft ihn beim Zusammenstoß
Zu Boden und durchbohrt ihn mit dem Speere.
Das Roß entflieht, als liehe Furcht ihm Flügel,
Und keiner sitzt darauf und lenkt die Zügel.

Ein Schrei erhebt sich, schauerlich und brausend,
Daß rings die Lüfte beben und die Au'n,
Als sie den Jüngling stürzen sehn und grausend
Den Blutstrom aus so breiter Wunde schau'n.
Wutschnaubend kömmt der Haufe, kommen tausend
Und stechen auf den Grafen los und hau'n,
Und dichter regnen noch, wie Sturmgewitter,
Beschwingte Bolzen auf die Zier der Ritter.

Wie borst'ge Herden in wahnsinn'ger Flucht
Lärmend über Gefild' und Halde fliegen,
Sei's weil ein Wolf aufspringend aus der Schlucht,
Sei's weil ein Bär, der vom Gebirg gestiegen,
Ein Schweinchen hat gepackt von jüngster Zucht,
Und grunzend, kreischend hört man es erliegen, –
So stürmen die Barbaren jetzt heran
Auf Roland ein und brüllen: drauf und dran! 

Lanzen und Pfeil' und Schwerter, ihrer tausend,
Fing schon sein Harnisch auf, sein Schild noch mehr;
Bald traf im Rücken eine Keul' ihn sausend,
Bald stürmten sie von vorn und bald verquer.
Er aber, nie im Herzen Furcht behausend,
Schätzt all die Waffen, all den Troß so sehr,
Wie Nachts im Stalle, wann die Hirten schlafen,
Der Wolf sich fürchtet vor zu vielen Schafen.

Nackt in der Faust blitzt der berühmte Degen,
Vor dem so viele Heiden schon erblaßt.
Wer also von der Zahl, die ihm erlegen,
Buch führen wollte, hätte seine Last.
Rot schwimmt von Blut die Heerstraß' allerwegen,
Die kaum die Menge der erschlagnen faßt;
Denn weder Tartschen noch Sturmhauben nützen,
Vor Durindanens Mordbegier zu schützen,

Noch Kleider voll Baumwolle, noch die Falten
Des Tuchs, das hundertfach den Kopf umwand.
Nicht Wehgeschrei nur fliegt, es fliegt gespalten
Auch Arm und Bein und Schädel übers Land.
In vielen, immer gräßlichen Gestalten
Durcheilt der Tod die Flur, von Gier entbrannt:
Mehr schafft in Rolands Faust, denkt er verwundert,
Die Durindan' als meiner Sicheln hundert. 

Denn Schlag auf Schlag sieht man die Hiebe zucken,
Und alles flieht vor Rolands Angesicht.
Erst kamen sie, im Wahn ihn zu verschlucken,
Weil er allein war, schnell, auf Kampf erpicht;
Jetzt wartet keiner, um sich wegzuducken,
Auf seinen Freund, Gesellschaft sucht man nicht;
Man läuft zu Fuß, man spornt sein Pferd aufs Blut,
Und keiner fragt, ist auch die Straße gut?...

Nicht eher feierte der blut'ge Degen,
Als leer war von lebendigen das Land.
Der Graf steht zweifelnd vor verschiednen Wegen,
Und doch ist ihm die Gegend wohlbekannt.
Mag er sich rechts, mag er sich links bewegen,
Die Seele bleibt vom Weg doch abgewandt;
Stets bangt ihm, daß er suche, wo die theure
Nicht sei, und er in falscher Richtung steure." - Ariosto
 

Ein Knappe soll später erzählt haben: »Herr, (sprach er) jener Held der so verwegen sie schlug, erschlagen hätt' er euer Heer, wenn's minder schnell entflohn wär' vor dem Degen als ich; auch so ward mir die Rettung schwer. Der geht mit Fußvolk um, mit Herrn zu Pferde just wie der Wolf mit einer Hammelherde.« Christliche Ritter verliebten sich auch in Sarazeninnen, allerdings war an eine offizielle Hochzeit nicht zu denken. Die Braut wurde entführt und nahm den christlichen Glauben an:
 
»An Schönheit war Zerbin, an Kraft und Mut
Vor allen Rittern herrlich und vollkommen.
Er zeigte sich und war mir (glaub' ich) gut,
Nicht weniger als ich in Lieb' entglommen.
Auch fehlt' es nicht der beiderseit'gen Glut
An Boten, die wir oft in Dienst genommen,
Als wir, den Augen nach, uns trennen mußten,
Da doch die Herzen stets vereint sich wußten.

»Er fuhr nach Schottland, und ich blieb allein,
Als man dem großen Fest ein Ende machte.
Wenn du die Liebe kennst, kennst du die Pein,
Womit ich Tag und Nacht an ihn gedachte.
Nicht minder heiß mußt' auch die Flamme sein,
(Ich wußt' es wohl,) die seine Brust entfachte.
Er wußte seiner Qual nicht Rat noch Ende,
Wenn er den Weg nicht, mich zu holen, fände.

»Und weil er sah, daß der verschiedne Glaube
(Denn ich bin Saracenin, er ist Christ)
Die Werbung bei dem Vater nicht erlaube,
Beschloß er zu entführen mich durch List." - Ariosto
 

Was muslimischen Frauen blühte, wenn sie nicht von christlichen Rittern entführt wurden, war die Zwangsheirat - ähnlich wie sie unter kurdischen oder türkischen Muslimen auch heute noch praktiziert wird [4]:
 
»Nein, man verwahrte mich, wie man mich fand,
Weil Jungfraun theurer sich verkaufen ließen.
Acht Monde sind's, der neunte geht ins Land,
Seit sie ins Grab die lebende verstießen.
All meine Hoffnung auf Zerbin verschwand,
Denn schon (aus ihren Reden kann ich's schließen)
Hat man für einen Kaufmann mich bestimmt,
Der mich zum Sultan mit nach Asien nimmt.« - Ariosto
Der Albtraum war es allerdings wenn Frauen von muslimischen Männern ("Kaum sieht der Heid' ihr Antlitz hold und fein") geraubt wurden: »Wenn er es hört, wie schmerzlich wird die Pein des Vaters sein!« so hörte man sie sprechen; »Wie wird des Gatten Zorn und Kummer sein und o wie fürchterlich wird er sich rächen!" oder wenn Barbaren und Sarazenen Kirchen und Klöster schänden: "Der König Ludwig muß zur Truppenschau uns einen neuen Feldhauptmann entsenden, daß er zum Ruhm der Lilien streng und rauh die Frevler strafe, die mit Räuberhänden
Die Mönch' und Nonnen, schwarz und weiß und grau, und Tochter, Braut und Mutter ruchlos schänden und Christi Leib hinschleudern in den Staub, wegschleppend die Monstranz mit schnödem Raub." [5]
 
"Und auf dem Rasen sieht er Doralißen,
(Denn diesen Namen führt die junge Braut;)
Da wo die alten Eichenbäume sprießen,
Lehnt sie an einem Stamm und jammert laut.
Wie Quellen aus lebend'ger Ader fließen
Die Thränen auf des Busens weiße Haut;
Im schönen Antlitz liest man, daß sie klage
Um andrer Schicksal und ums eigne zage.

Nun wächst die Furcht noch, als sie ihn erblickt,
Bluttriefend, finstren Blicks, wild und verwegen.
Bis an die Wolken tönt ihr Schrei; sie schrickt
Zusammen, ihret- und der Leute wegen;
Denn nicht bloß Reiter waren mitgeschickt;
Sie hatt' auch Diener um sich, sie zu pflegen,
Ehrbare Greise, Mädchen auch und Frauen,
Die allerschönsten aus Granada's Gauen.

Kaum sieht der Heid' ihr Antlitz hold und fein,
Das seines gleichen nicht in Spanien findet,
Das selbst im Schmerz – wie muß es lächelnd sein! –
Ein unauflöslich Netz der Liebe windet,
Dünkt' ihm, er tret' ins Paradies hinein,
Und der Gewinn des ganzen Siegs verschwindet:
Seine Gefangne nimmt ihn selbst gefangen,
Und er begreift nicht, wie es zugegangen.

Doch giebt er ihr sich nicht so ganz zu eigen,
Daß er die Früchte seiner Müh ihr schenkt,
Ob ihre Thränen schon so deutlich zeigen,
Wie Frau'n es können, daß er schwer sie kränkt.
Ihr Jammern, hofft er, bring' er bald zum Schweigen
Durch hohe Freud', und mitzunehmen denkt
Er sie auf jeden Fall, hebt sie sofort
Auf ihr milchweißes Roß und reitet fort.

Die Weiber, Greis' und sonstiges Geleit,
Das auszog, um sie nach Paris zu holen,
Entließ er mit der größten Freundlichkeit
Und sprach: »Jetzt ist sie meiner Hut empfohlen;
Kämmrer und Amme werd' ich sein, bereit
In allem ihr zu dienen. Gott befohlen!«
Weil's nun dagegen keine Hilfe gab,
So zogen weinend sie und seufzend ab.

»Wenn er es hört, wie schmerzlich wird die Pein
Des Vaters sein!« so hörte man sie sprechen;
»Wie wird des Gatten Zorn und Kummer sein
Und o wie fürchterlich wird er sich rächen!
O träf' er jetzt in dieser Gegend ein,
Sie wieder abzujagen jenem frechen,
Eh er sie weiter schleppt in seiner Wut,
Des Königs Stordilan erlauchtes Blut!«

Zufrieden mit dem reichen Beutetheile,
Den Glück und Tapferkeit ihm eingebracht,
Hat der Tartar, so scheint's, nicht mehr die Eile
Wie früher nach dem Mann in schwarzer Tracht.
Erst ging's Galopp, jetzt hat es gute Weile.
Er überlegt schon, wo er über Nacht
An irgend einem Platz gemächlich bleibe
Und sich die mächt'ge Liebesglut vertreibe. 

Vorläufig tröstet' er mit sanftem Ton
Die Spanierin, die nicht abließ zu klagen.
Er prahlt und fabelt, wie er lange schon
Ihr gut gewesen sei von Hörensagen,
Und wie er Vaterland und Reich und Thron,
Die alle Thron' und Reiche überragen,
Verlassen habe, nicht um Frankreichs Gau'n,
Sondern, um ihre Schönheit anzuschau'n." - Ariosto
 

Vor den Toren von Paris stehen die Heiden - ähnlich wie heute die Islamisten in den Vororten von Paris:"zahllose Leitern führten schon die Heiden vorher aus aller Nachbarschaft heran, und Balken, Bretter, Flechtwerk auch aus Weiden, das man auf manche Art gebrauchen kann, und Schiff' und Brücken". Die Muslime dringen bereits in die Vororte: "Hatt' Agramant bereits die Fußsoldaten in die Pariser Vorstadt und ganz nah an Mauern und in Gräben vorgeschoben, um heut sein höchstes Können zu erproben." Sie wollen Paris und den christlichen Glauben zugrunde richten: "Die lügnerische Lehre Babels jagt und richtet deinen Glauben dann zu Grunde". Der Erzengel Michael kommt zu Hilfe und sieht bei dieser Gelegenheit wie es um die Christenheit bestellt ist: [6]
 
"Am Tage vor der Schlacht ward auf Geheiß
Des Kaisers in Paris an heil'gen Stätten
Von frommen Pfaffen, schwarz und grau und weiß,
Das Hochamt celebrirt und viele Metten.
Zur Beichte gingen Jüngling, Mann und Greis,
Um aus den Klauen Satans sich zu retten,
Und alle nahmen das geweihte Brot,
Als ging' es morgen sicher in den Tod.

Er selbst mit Paladinen und Baronen
Fürsten und Pred'gern schritt zum Dome hin,
Ein Vorbild für sein Volk, um beizuwohnen
Der heil'gen Feier mit andächt'gem Sinn.
Den Blick erhebend zu den ew'gen Thronen,
Sprach er: »O Herr, wennschon ich sündig bin,
Doch laß in deiner Gnad' um mein Verschulden
Nicht dein getreues Volk die Straf' erdulden.

»Und ist's dein Wille, muß es doch geschehn,
Weil Strafen meiner Missethat gebüren,
So laß mich wenigstens um Aufschub flehn,
Laß nicht durch deinen Feind das Werk vollführen.
Wenn durch den Heiden wir zu Grunde gehn,
Die doch den Namen deiner Freunde führen,
So wird er sagen, daß du machtlos seiest,
Weil du die deinen dem Verderben weihest.

»Und wo bisher dir einer abgesagt,
Da werden's hundert thun mit einem Munde;
Die lügnerische Lehre Babels jagt
Und richtet deinen Glauben dann zu Grunde.
Beschirm' dies Volk, das schon so viel gewagt,
Dein Grab zu säubern von dem Schwarm der Hunde,
Und deine Kirch' und heil'gen Stellvertreter
Geschützt hat vor der Hand der Übelthäter.

»Von unsrer Schuld ein Gran nur abzutragen,
Sind unsere Verdienste viel zu klein,
Und aller Hoffnung müßten wir entsagen,
Säh'n wir auf unser Leben ganz allein;
Wird aber deine Gnade angeschlagen,
Dann macht sie unsre Rechnung quitt und rein,
Und nie kann die Verzweiflung Raum gewinnen,
Wenn wir auf dein Erbarmen uns besinnen.«

So sprach der Kaiser mit erhobnen Händen
Demütig und zerknirscht am Hochaltar,
Und noch gelobt' er angemessne Spenden,
Würdig des eignen Rangs und der Gefahr.
Auch sollt' er seine Worte nicht verschwenden:
Sein Genius, der sein guter Engel war,
Nahm das Gebet und breitete die Schwingen,
Um es zu des Erlösers Ohr zu bringen.

Und mit unzähl'gen andren Seufzern kam
Ein Heer von Engeln jetzt, gen Himmel schwebend,
Und als der Chor der Heil'gen die vernahm,
Schaut' er, die mitleidvollen Blick' erhebend,
Empor zu ihm, dem ew'gen Bräutigam,
Ihm Kunde von der Sehnsucht aller gebend,
Daß jetzt Erhörung find' in Gottes Rat
Dies Flehn der Christen, das um Hilfe bat.

Und die erhabne Liebe, die noch nie
Ihr Ohr verschlossen hat dem Flehn der Frommen, –
Die milden Blick' erhebend, winkte sie
Dem Engel Michael heranzukommen
Und sprach zu ihm: »Geh nach der Picardie,
Zum Christenheer, das übers Meer geschwommen,
Und führ' es nach Paris bis an die Werke,
So daß der Feinde Heer es nimmer merke.

»Erst geh zur Schweigsamkeit; bei diesem Zuge
Soll sie, das sag' ihr, dir zur Seite stehn;
Mit allem, was du brauchst, wird diese kluge
Begleiterin aufs beste dich versehn.
Nachdem du das besorgt, mußt du im Fluge
Zum Sitz und Aufenthalt der Zwietracht gehn!
Sie nehme Lunt' und Feuerstein zur Hand
Und zünd' ihr Feuer an beim Agramant,

»Und hetze dort die tapfersten der Heiden
Zu solchem Hader, solchem Zank und Zwist,
Bis ihrer etliche den Tod erleiden,
Mancher gefangen und verwundet ist
Und andre grollend aus dem Lager scheiden
Und so ihr Herr im Kampfe sie vermißt.«
So sprach er, und kein Wörtchen sprach dawider
Der heil'ge Vogel, sondern flog hernieder. 

Wohin Sanct Michael die Flügel leitet,
Da fliehn die Wolken und der Himmel lacht;
Ein goldner Kreis ist um ihn ausgebreitet,
Wie Wetterleuchten in der dunklen Nacht.
Und wie der Himmelsbote niedergleitet,
Erwägt er, wie er es am besten macht,
Die Feindin aller Reden aufzuspüren
Und seinen ersten Auftrag auszuführen.

Er überlegt, wo sie verkehr' und hause,
Bis er zuletzt zu diesem Schluß es bringt,
Man finde sie in jeder Kirch' und Klause
Der Mönche, die des Ordens Regel zwingt,
Wo man nicht reden darf, wo rings im Hause,
In dem Gemach, wo man den Psalter singt
Und wo man schläft und wo man tafelt, immer
Schweigen geschrieben steht in jedem Zimmer.

Da glaubt' er sie zu treffen, und geschwinder
Bewegt er nun sein goldnes Flügelpaar;
Daß auch der Friede dort sei und nicht minder
Die Ruh' und Nächstenliebe, deucht' ihm klar,
Jedoch daß er geurteilt wie ein Blinder,
Erkannt' er bald, als er im Kloster war.
Die Schweigsamkeit sei fern, sie sei im Stift,
So sagte man, jetzt höchstens noch als Schrift.

Auch Demut, Liebe, Ruhe, Frömmigkeit
Und Friede wollten sich nicht finden lassen;
Sie hatten hier gewohnt in alter Zeit,
Doch sie vertrieb der Geiz, der Zorn, das Prassen,
Hochmut und Faulheit, Schadenfreud' und Neid.
Der Engel konnt' erstaunt sich gar nicht fassen,
Und als er sich den wüsten Schwarm besah,
Fand er wahrhaftig auch die Zwietracht da.

Sie wollt' er suchen, nach des Ew'gen Wort,
Wann er die Schweigsamkeit gefunden hätte,
Und zum Avernus wollt' er gehn; denn dort
Sei bei Verdammten, meint' er, ihre Stätte.
Nun traf er sie an andrem Höllenort
(Wer würd' es glauben?) bei Hochamt und Mette.
Verwundert sah Sanct Michael sie hier,
Da er geglaubt, er habe weit zu ihr....

Der Engel winkt und sagt ihr den Bescheid,
Wie Gott befohlen, daß sie flugs sich rüste,
Die stärksten Mohren so in Haß und Streit
Zu hetzen, daß Verderben folgen müßte.
Dann fragt er sie: wo ist die Schweigsamkeit?
Leicht könnt' es sein, daß jene darum wüßte,
Weil sie, um ihre Feuer anzulegen,
So weit umherkömmt auf verschiednen Wegen.

Darauf versetzt die Zwietracht: »Glaub' es mir,
Daß ich sie nie gesehn in meinen Tagen;
Gehört dagegen hab' ich oft von ihr,
Und immer rühmt man sie als sehr verschlagen.
Jedoch der Trug, der unsern einer hier,
Pflegt manchmal gut mit ihr sich zu vertragen;
Der hat vielleicht sie irgendwo gesehn;«
(Sie hob den Finger auf,) »ich meine den.«

Er hatt' ein freundlich Antlitz, würd'gen Gang,
Demüt'gen Augenaufschlag, honigsüße
Bescheidne Wort', und seine Stimme klang,
Als ob Sanct Gabriel Marien grüße.
Das übrige war garstig, aber lang
Und faltig floß sein Kleid ihm auf die Füße
Und barg die Häßlichkeit, und unterm Kleide
Trug er das Messer mit der gift'gen Schneide.

Der Engel sagt' ihm, Gott hab' ihn geschickt;
Zur Schweigsamkeit möcht' er den Weg erfahren.
Da sprach der Trug: »Man hat sie nie erblickt
Als bei den Tugenden in frühern Jahren,
Bei Sanct Elias und Sanct Benedict
In den Abteien, als sie jung noch waren;
Auch gab es Schulen, wo sie viel verkehrte,
In Zeiten, da Pythagoras noch lehrte.

»Als keine Heilige und Weise mehr
Da waren, sie den rechten Pfad zu leiten,
Begann sie von der Bahn der Zucht und Ehr
Hinüber auf den schlechten Weg zu schreiten.
Erst pflog sie Nachts mit Liebenden Verkehr,
Mit Dieben dann, und trieb nur Schlechtigkeiten;
Mit dem Verrat pflegt sie viel umzugehn,
Und selbst beim Morde hab' ich sie gesehn.

»Auch sitzt sie gern mit denen, die uns heute
Die Münze fälschen, tief im Kellerloch,
Und immer wechselt sie Wohnsitz und Leute:
Du fändest schwerlich, wo sie sich verkroch.
Ich hoff' indeß, daß ich den Weg dir deute,
Wenn ich dir rat', um Mitternacht sie noch
Zu suchen, im Palast des Schlafs; ich wette,
Da triffst du sie; denn dort geht sie zu Bette.«

Obschon der Trug sich nichts aus Lügen machte,
Maß doch Sanct Michael ihm Glauben bei,
Denn alles klang wie Wahrheit. Er bedachte
Sich nicht mehr lang' und flog aus der Abtei,
Doch hemmt' er seine Flügel sanft und sachte,
Damit er nicht zu früh am Ziele sei
Und im Palast des Schlafes (dessen Lage
Ihm wohlbekannt war) dann vergebens frage." - Ariosto
 

Die christlichen Helden, die schon mithalfen, Jerusalem zu befreien, sollen zu Hilfe eilen, denn "nach jenen zwei-Malhunderttausend oder mehr Barbaren, mehr als der Funken aus geschürter Glut, die auf Paris entluden ihre Wut":
 
Der Engel sagt' ins Ohr ihr leis' und sacht:
»Gott will, daß du Rinald jetzt zu den Werken
Der Stadt Paris geleitest samt der Macht,
Die mit ihm kam, den Kaiser zu verstärken.
Und thu' es ganz im stillen, sei bedacht
Daß nichts die Heiden vom Getümmel merken
Und, ehe das Gerücht sie warnt und weckt,
Im Rücken schon der Christen Sturm sie schreckt.« 

Die Schweigsamkeit antwortete nicht weiter;
Sie nickte mit dem Kopf, das schien genug.
Dann folgte sie gehorsam dem Begleiter,
Und nach der Picardie ging es im Flug.
Der Engel setzt' in Marsch die kühnen Streiter
Und kürzte so den Weg für ihren Zug,
Daß man Paris erreicht' in zwanzig Stunden,
Und keiner hatt' es wunderbar gefunden.

Die Schweigsamkeit durchwandelte das Heer,
Und tiefen Nebel ließ sie niedersinken
Vor jeder Legion und auch umher,
Doch Sonnenschein war rechts und war zur Linken.
Durch solchen dicken Nebel dränge schwer
Der Schall von den Trompeten und den Zinken.
Dann fuhr sie zu den Heiden hin und brachte
Ein Etwas mit, was blind und taub sie machte.

Indeß die Christen so geschwinde nahten,
Daß man des Engels Führung deutlich sah,
Dabei so sacht, von keinem Lärm verraten,
Daß keiner draußen ahnte, was geschah,
Hatt' Agramant bereits die Fußsoldaten
In die Pariser Vorstadt und ganz nah
An Mauern und in Gräben vorgeschoben,
Um heut sein höchstes Können zu erproben....

Da sind die Paladin' und edlen Herrn,
Herzög' und Könige mit ihren Rittern,
Pariser Bürger, Krieger aus der Fern,
Die Christi halber vor dem Tod nicht zittern.
Und um den Feind zu schlagen, sähn sie gern,
Daß man die Brücken senkte vor den Gittern.
Gern sieht der Kaiser ihren hohen Mut,
Obwohl er ihnen nicht den Willen thut.

Er stellt sie hin, wo sie am meisten nützen,
Daß nirgend Eingang finde der Barbar;
Hier reicht ein Häuflein aus, den Wall zu schützen,
Und dort genügt ihm kaum die stärkste Schar.
Die einen thun den Dienst bei den Geschützen,
Den bei den Feuern nehmen andre wahr;
Karl ist bald hier bald drüben längs des Walles
Und rastet nie und hilft und bessert alles.

In weiter Ebne liegt Paris gebreitet.
Der Nabel Frankreichs, Frankreichs Herz vielmehr.
Der Fluß tritt in die Mauern ein und gleitet
Jenseits hinaus, doch bildet er vorher
Im Innern eine Insel und bereitet
Dem besten Theil der Stadt dort sichre Wehr:
Die andern zwei (denn drei sind ihrer) haben
Den Fluß im Rücken, draußen nur den Graben.

Die Stadt, die manche Stunde Wegs umspannt,
Läßt sich von vielen Seiten her berennen;
Doch nur auf eine hatt' es Agramant
Jetzt abgesehn, um nicht das Heer zu trennen.
Jenseits des Flusses nimmt er seinen Stand,
Im Westen; dort soll bald der Kampf entbrennen;
Dort hat er hinter sich bis Spanien keine
Provinzen, keine Festungen als seine.

Der ganzen Mauer hatte Karl durchaus
Mit starken Werken Festigkeit verliehen;
Die Gräben stattet' er mit Dämmen aus,
Quermauern baut' er drin und Galerien,
Und wo der Fluß hereintritt und hinaus,
Ließ er die allerdicksten Ketten ziehen;
Am meisten aber ließ er schanzen da,
Wo er am meisten Grund zum Fürchten sah....

Wie auf die Milchgefäß' im Hirtenhause,
Wie auf die süßen Reste vom Gelag
Der läst'gen Fliegen schwirrendes Gebrause
Sich gierig stürzt am heißen Sommertag;
Wie Staare nach dem Weinberg, wann zum Schmause
Die Trauben locken, – so mit einem Schlag,
Die Luft erfüllend mit Geschrei und Lärmen,
Stürmen die Mohren an in dichten Schwärmen.

Das Heer der Christen auf der Mauer ficht
Mit Lanz' und Schwert und Axt und Stein und Feuer
Und schirmt die Stadt und wankt und zittert nicht
Und achtet kaum des Zorns der wilden Dräuer.
Wenn mancher auch im Kampf zusammenbricht,
Dem todten Krieger folgt alsbald ein neuer;
Die Mohren müssen in den Graben weichen
Vor wüt'gen Hieben und gewalt'gen Streichen.

Nicht Eisen bloß gebrauchen sie zur Wehr,
Auch dicke Blöck' und Mauerkränz' und Zacken,
Thurmdächer, halbe Erker, felsenschwer,
Und Quadern, abgelöst mit Stang' und Hacken.
Kochendes Wasser gießt von oben her
Grausame Hitze über Köpf' und Nacken,
Und schwer ist's solchen Regen zu bestehn,
Der in die Helme dringt und raubt das Sehn.

Der that mehr Schaden fast als Eisen thut.
Nun aber gar, als über ihren Köpfen
Sich das Gewölk furchtbaren Kalks entlud
Und Schwefel, Pech und Oel aus Feuertöpfen.
Die Kränze haben auch nicht lang geruht,
Die ganz umgeben sind von Flammenzöpfen;
Nach allen Seiten flogen sie im Winde,
Für die Barbaren schlimme Festgewinde.

Der Fürst von Sarza hat indeß die zweite
Heerschar gejagt bis an die Mauerwand.
Ihm folgt Ormida, folgt Burald zum Streite,
(Der aus Marmonda, dieser Garamant);
Clarind und Soridan sind ihm zur Seite,
Auch Setta's König stutzt nicht vor dem Brand;
Auch die von Cosca, von Marocco wollen,
Daß ihren Wert die Freund' erkennen sollen." - Ariosto
 

Die muslimischen Heiden wurden immer mit dem Reich der Finsterniss assoziiert, so auch hier in der Schlacht um Paris: "Sein harter Brustharnisch und Panzerkragen bestand aus eines Drachen schupp'ger Haut; den hatt' um Brust und Rücken einst getragen sein Ahnherr, – er der Babel hat gebaut und Gott aus seinem goldnen Haus zu jagen, von seinem Sternenthron, sich hat getraut; Auch ließ er Helm und Schild und einen Degen vollkommen machen dieses Zweckes wegen." Auch heute noch haben Muslime keinerlei Ehrfurcht vor christlichen Kirchen und Klöstern. In der Türkei und in der Levante wurden sie von Mohammedanern zerstört und entweiht. Zerstörung von Kulturgütern ist das Einzige worauf sich das "Heidenvolk" versteht. Nicht nur der IS zerstört Kirchen und Klöster, alle muslimischen Herrscher von der Türkei bis Saudi Arabien schänden christliche Heiligtümer. Die Heere der Sarazenen, jeder ein "Todfeind unsrer heil'gen Lehre" bestehen hauptsächlich aus Barbaren: "Kömmt Baliverz; im ganzen Heergesind ist er der größeste Halunk von allen.... Im ganzen Heere war kein Saracene verwegner und gewaltiger als der; Ihn fürchtete die Hauptstadt an der Seine und fürchtete mit gutem Grund ihn mehr als Agramant, Marsil und alle jene, die mitgekommen waren übers Meer, und mehr als einer im gesamten Heere war er ein Todfeind unsrer heil'gen Lehre." Einmal in Paris eingedrungen ist der Sarazene grausam - aber wie Hölderlin sagt, wo Gefahr ist wächst das Rettende auch. [7]
 
"Nicht schützt des Priesters gottgeweihtes Amt,
Des Säuglings Unschuld nicht vor seinen Streichen;
Nicht helle Augen, Wangen weich wie Sammt
Der Frau'n und Mädchen werden ihn erweichen;
Das Alter wird geschlagen und verdammt,
Und seine Thaten sind nicht minder Zeichen
Tollkühnen Muts als großer Grausamkeit;
Gleich gilt Geschlecht ihm, Alter, Stand und Kleid.

Und nicht nach Blut allein und Menschenmord
Lechzt der Barbar und Ausbund der Barbaren,
Nein, auch nach Feuer; Feuer soll sofort
In Häuser und entweihte Tempel fahren.
Nun liest man, daß fast alle Häuser dort
Zu jener Zeit aus Holz errichtet waren,
Und wohl ist's glaublich; denn noch heute stehn
Holzhäuser in Paris sechs unter zehn.

Obwohl zu brennen alles rings begann,
War seinem Hasse nicht genug geschehen.
Er späht, wo er die Händ' anklammern kann,
Und wo er rüttelt, bleibt das Haus nicht stehen.
Ihr könnt mir glauben, gnäd'ger Herr, daß man
Nie ein Geschütz vor Padua hat gesehen,
Das Mauern niederwarf wie Rodomont,
Mit jedem Ruck der Händ' es hat gekonnt.

Indeß da drinnen solcher Mord und Brand
Gestiftet ward von dem verfluchten Mohren, –
Wenn draußen jetzt zum Stürmen Agramant
Geschritten wär', so war Paris verloren.
Dies aber konnt' er nicht; im Wege stand
Rinald ihm, der jetzt eintraf vor den Thoren
Mit englischem und schottischem Geleit,
Geführt vom Engel und der Schweigsamkeit.

Gott wollte, während Rodomont in Stücke
Die Bürger hieb und Feuer hatt' entfacht,
Daß der von Montalban zu Hilfe rücke,
Und mit Rinald kam Englands ganze Macht.
Drei Stunden oberhalb schlug er die Brücke,
Und links im Bogen zog er mit Bedacht,
Damit ihm nicht, wenn er zum Angriff schreite,
Der Seinefluß ein Hinderniß bereite.

Sechstausend Bogenschützen von den Britten
Hatt' er mit Edward schon vorausgesandt,
Dazu zweitausend Reiter, leicht beritten,
Geführt von Arimans streitbarer Hand.
Auf Straßen, die das Land schnurgrad durchschnitten,
Schickt' er sie vor, bereits vom Meeresstrand,
Um durch Sanct Dionys und Martins Pforte
Succurs zu bringen dem bedrängten Orte.

Gepäck und Fuhrwerk ließ er auch vom Meer
Dieselbe grade Straße ziehn wie jene.
Er selbst mit dem gesamten andern Heer
Kam oberhalb im Bogen an die Seine.
Dies Wasser zu durchwaten hielte schwer,
Sie führten aber Brücken mit und Kähne,
Und als der letzte Mann hinüber war,
Stellt' er in Reih und Glied die ganze Schar.

Erst aber ließ er die Baron' und Herrn
Um sich versammeln und nach allen senden;
Vom hohen Ufer dann, damit auch fern
Die letzten all' ihn sähen und verständen,
Sprach er: »Ihr werdet, edle Herren, gern
Dem Himmel danken mit erhobnen Händen,
Der euch geführt hat, um den höchsten Preis
Des Ruhms euch zu verleihn nach kurzem Schweiß.

»Zwei Fürsten werdet ihr aus Feindeskrallen
Erretten, wenn ihr diese Stadt befreit,
Erst euren König, den ihr als Vasallen
Vor Tod und Schimpf zu schützen schuldig seid,
Dann einen Kaiser, ruhmvoll unter allen,
Die je Hof hielten bis auf unsre Zeit;
Und andre Könige, Fürsten, Herrn mit ihnen,
Nebst vielen Grafen, Rittern, Paladinen.

»Drum werden die Pariser nicht allein
Als Retter einer Stadt euch hoch erheben,
Die noch viel mehr als um die eigne Pein
Um ihrer Weiber, ihrer Kinder Leben
In großer Angst sind und zum Himmel schrein,
Weil in Gefahr auch die mit ihnen schweben,
Und um die heil'gen klösterlichen Bräute,
Ob ihr Gelübde nicht zum Spott wird heute;

»Ich sage, wenn ihr diese Stadt befreit,
So wird nicht nur Paris euch dankbar segnen,
Nein, auch ringsum die Länder weit und breit.
Ich rede nicht bloß von den nahgelegnen;
Kein Land ist in der ganzen Christenheit,
Deß Bürgern wir nicht in Paris begegnen,
Und daraus folgt, wenn ihr die Heiden schlagt,
Daß mehr als Frankreich Dank dafür euch sagt.

»Die Alten gaben dem schon eine Krone,
Der einen Bürger rettet' aus Gefahr;
Was wird man euch erst weihn zum würd'gen Lohne,
Den Rettern einer ungezählten Schar!
Blieb' aber dieser heil'ge Feldzug ohne
Erfolg durch Neid, durch Feigheit, dann fürwahr
Glaubt mir, daß nach dem Sturze jener Zinnen
Auch Deutschland, auch Italien kaum entrinnen,

»Und keins der Länder, wo man den als Herrn
Anbetet, der am Kreuz für uns gehangen.
Und wähnet nicht, euch sei der Heide fern,
Weil euer Reich vom Meere lieg' umfangen;
Sind sie schon vormals von Gibraltar gern
Und durch Alcides' Thor in See gegangen,
Um Raub von euren Inseln einzutreiben,
Was wird geschehn, wenn sie in Frankreich bleiben?

»Und wenn auch nicht der Ruhm, wenn Vorteil nicht
Euch Mut verlieh' in diesen Kampf zu schreiten,
Einander beizustehn ist aller Pflicht,
Die unter einer Kirche stehn und streiten.
Und daß Rinald der Feinde Macht zerbricht,
Deß seid getrost, – mit wenig Schwierigkeiten;
Denn schlecht geübt scheint mir das ganze Heer,
Kraftlos und mutlos, ohne rechte Wehr.« 

So und mit bessren Gründen spricht er weiter,
Mit klarer, heller Stimm', und leicht entbrennt
Die Kampflust seiner mutigen Begleiter
Und eines Heers, das bange Furcht nicht kennt.
Er macht' es, nach dem Sprichwort, wie der Reiter
Ein gutes Pferd noch spornt, wenn es schon rennt.
Zum Schlusse läßt er Schar um Schar marschiren,
Ganz leis' und sacht, mit ihren Kriegspanieren.

Geräuschlos führt und ohne Trommelschallen
Sein dreigetheiltes Heer der Paladin.
Am Fluß zuerst die Heiden anzufallen,
Die Ehre gönnt er willig dem Zerbin.
Landeinwärts als die äußersten von allen
Läßt er im Bogen Irlands Truppen ziehn,
Und in der Mitte führt Lancasters Banner
Die Reiter Englands und die Bogenspanner." - Ariosto
 

Das geeinte Christenheer kommt Paris zu Hilfe. Ähnlich wie im Kampf um Jerusalem (Torquato Tasso), werden die Sarazenen erfolgreich aus Paris verdrängt; damit beginnt schon die Reconquista, die Rückeroberung der christlichen Gebiete in Frankreich und Spanien. [2][3][4][5][6][7][8][9][10][11][12][13][14][15][16][17][18]
 
"Das Christenheer, das ungestört so weit
Des Wegs gekommen war und wohlbehalten,
Geführt vom Engel und der Schweigsamkeit,
Jetzt konnt' es sich nicht länger still verhalten.
Den Feind erblickend rief es laut zum Streit,
Und die Fanfaren schmetterten und hallten;
Zum Himmel stieg der Waffenlärm empor,
Daß der Barbaren Blut vor Angst gefror.

Rinald vor allen spornt sein Pferd zum Strauß;
Die Lanz' im Arm kömmt er daher geflogen,
Den Schotten einen Bogenschuß voraus;
Zu warten hätte nichts ihn jetzt bewogen.
So kömmt ein Wirbel Windes mit Gebraus,
Und hinter ihm kömmt wilder Sturm gezogen,
Wie auf dem Renner Bajard nun der Held
Vor allem Heer dahinfährt übers Feld.

"Kaum ist Rinald dem Blick' der Feind' erschienen,
So fährt die Angst vor künft'ger Not in sie;
In ihrer Hand die Lanze zittert ihnen,
Der Fuß im Bügel und am Gurt das Knie.
Nur König Pulian zeigt ruhige Mienen;
Er kennt Rinald noch nicht, er sah ihn nie,
Und ahnungslos, auf wen er stoßen werde,
Sprengt er entgegen ihm auf raschem Pferde 

Und bückt bis auf den Speer Gesicht und Wange
Und hält zusammen sich nach Fechterbrauch
Und überläßt dem Renner Zaum und Stange
Und stößt ihm beide Sporen in den Bauch.
Doch groß an Thaten, wie sein Nam' an Klange,
Verheimlicht auf der andren Seite auch
Nicht seine Kunst und Anmut im Gefechte
Der Held aus Haimons, nein aus Mars' Geschlechte.

Im Zielen hatten beide gleiche Ehr,
Denn beider Speer sah man den Helm berühren;
Doch Kraft und Fechten waren ungleich sehr:
Der Heide starb, der Christ schien nichts zu spüren.
Zur Tapferkeit gehört am Ende mehr
Als bloß mit Zierlichkeit den Speer zu führen,
Vor allem Gunst des Glücks; denn ohne die
Siegt Tapferkeit nur selten oder nie.

Rinaldens guter Speer blieb unzerbrochen,
Daher er nun auf Orans König fuhr.
Der hatte reichlich Fleisch und große Knochen,
Doch wenig Herz verlieh ihm die Natur.
Auch diesmal kann man sagen gut gestochen!
Zwar traf er unten ihn am Schilde nur,
Und wer's nicht loben will, muß doch bekennen,
Es war nicht möglich höher anzurennen.

Der Stoß durchbrach den Schild des Riesen doch,
Trotz Palmenholz und dicker Eisenscheibe,
Und trieb die kleine Seele durch das Loch
Im Bauche fort aus dem zu großen Leibe.
Der Gaul, der drauf gefaßt war, daß er noch
Den ganzen Tag so schwer belastet bleibe,
Ist innerlich Rinalden sehr verbunden,
Der ihm die Qual erspart viel heißer Stunden....

Eh noch die Schotten auf dem Feld' erschienen,
War schon zersprengt das erste Mohrenheer.
Nun kommen sie und weit vorauf vor ihnen
Fliegt Prinz Zerbin mit eingelegtem Speer,
Und alle, die dem Banner Schottlands dienen,
Folgen ihm nach, nicht minder grimm als er.
So sieht man Wölfe, sieht man Löwen fliegen,
Um Schafe zu erwürgen oder Ziegen.

Denn alle jagen mit verhängtem Zaum,
Sowie sie nah sind, und im Nu verschwunden
Ist jener Abstand, jener Zwischenraum,
Der zwischen den Partei'n sich erst befunden.
Seltsamren Tanz sah man auf Erden kaum,
Denn ganz allein die Schotten schlugen Wunden,
Allein die Heiden wurden umgebracht,
Als kämen sie zu sterben in die Schlacht.

Kälter als Gletschereis schien jeder Mohr,
Und alle Schotten heiß wie Feuerbrände,
Und nach den Hieben kam's den Heiden vor,
Als habe jeder Christ Rinaldens Hände.
Sobrin schickt alle seine Truppen vor,
Ohn' erst zu warten daß man Boten sende;
An Führung, Tapferkeit und Waffen war
Sein Haufe besser als die andre Schar.

Von Afrika war dies der mindest schlechte,
Obwohl auch er sich nicht zum besten schlug.
Auch Dardinel führt Truppen zum Gefechte
Mit schlechten Waffen, nicht geübt genug,
Obwohl er selbst mit seinem Stahlgeflechte
Gepanzert war und blanken Helmschmuck trug.
Der beste Haufe, glaub' ich, war der vierte,
Der unter Isolier zuletzt marschirte.

Der gute Held Trason, Herzog von Mar,
Erfreut, sich wider solchen Feind zu kehren,
Oeffnet die Schranken seiner Ritterschar
Und ruft sie mit sich zu den Siegesehren,
Sobald vor ihm im Feld erschienen war
Navarra's Heer, geführt von Isolieren.
Ihm folgt mit seiner Macht Ariodant,
Zum Herzog von Alban unlängst ernannt....

Zerbin bestand die höchsten Proben heute,
Die je ein Knabe jung wie er bestand.
Das Heidenheer, das Sturm auf Sturm erneute,
Schlägt und vernichtet er mit starker Hand.
Ariodant macht seine neuen Leute
Mit Wundern hoher Tapferkeit bekannt.
Die aus Castilien und Navarra schauen
Dem Helden zu mit Staunen und mit Grauen.... 

Die Herzöge von York und Gloster kamen
Zuerst heran, Oldrad und Faramund,
Mit ihnen Warwicks Graf, Richard mit Namen,
Und Herzog Clarence war der viert' im Bund.
Und Follicon und Matalista nahmen
Den Kampf mit ihnen auf, und Baricund,
Majorca's Fürst. Almeriens Geschwader
Führt Matalista, Follicon Granader.

Im Anfang wogt das Treffen hin und her,
Und keiner ist, der Vorteil viel erstreitet;
Vor und zurück schwankt dies wie jenes Heer,
Wie Aehren, wann die Mailuft drüber gleitet,
Oder wie am Gestad' ein flutend Meer,
Das kömmt und geht und niemals weiter schreitet.
So spielt das Glück ein Weilchen, aber schließlich
Zeigt sich's den Mohren tückisch und verdrießlich.

Zu gleicher Zeit soll Herzog Glosters Kraft
Den Matalista aus dem Sattel heben;
Zu gleicher Zeit führt Faramund den Schaft
Auf Follicon und schleudert ihn daneben,
Und in die englische Gefangenschaft
Müssen die beiden Mohren sich ergeben.
Zu gleicher Zeit sinkt sterbend Baricund,
Durchbohrt vom Herzog Clarence auf den Grund...." - Ariosto
 
 

Ein Teil der Sarazenen konnte in Paris eindringen und Unheil anrichten:
 
"Indeß sie draußen im Getümmel waren
Und Haß und Grimm und Wut zusammenstieß,
Trieb drinnen Rodomont das Volk zu Paaren,
Und Häuser, Tempel brannten in Paris.
Karl hatt' es nicht gesehn, auch nicht erfahren,
Weil er den Kampf am Thore nicht verließ.
Dem Ariman und Edward hatt' er eben
Mit ihren Englischen Einlaß gegeben,

Da kam ein junger Knapp' im vollen Trabe
Ganz bleich und außer Atem angerannt.
»O Herr, o Herr,« so stammelte der Knabe
Zehnmal, bevor er andre Worte fand,
»Heut fährt das röm'sche Reich, heut fährt's zu Grabe;
Heut hat sich Christ von seinem Volk gewandt.
Der Teufel kam vom blauen Himmel heute,
Die Stadt uns zu vertilgen und die Leute. 66

»Der Satan selbst – kein andrer kann es sein –
Richtet die unglücksel'ge Stadt zu Grunde.
Blick' um und sieh den Rauch und Feuerschein
Der räuberischen Flammen in der Runde.
Vernimm die Stimmen, die gen Himmel schrein
Und glaubhaft machen deines Knechtes Kunde.
Ein Mann zerstört Paris mit Schwert und Feuer
Und alles flüchtet vor dem Ungeheuer.«

Wie einer, der, vom Feuerlärm geweckt
Und von der Glocken ungestümem Schalle,
Die Flamm' erblickt, die andre längst entdeckt,.
Nur er nicht, den sie näher trifft als alle,
So steht jetzt Karl, als ihn die Kunde schreckt
Von diesem neuen dreisten Überfalle;
Er schickt die besten seines Heers alsbald
Dahin, wo das Geschrei und Tosen schallt.

Die Paladin' und besten Unterthanen
Versammelt Karl und heißt sie mit ihm gehn,.
Und nach dem Markte lenkt er seine Fahnen;
Denn dort befindet sich der Saracen.
Er hört den Lärm, menschliche Glieder mahnen
Ihn an das gräßliche, das hier geschehn.
Nichts mehr für heut; ein andermal berichte
Ich weiter von der schönen Kriegsgeschichte." - Ariosto
 
 

Warum kommt es immer wieder dazu, dass die Christenheit von islamischen Barbaren, Sarazenen, Hunnen etc bedrängt wird? Sind sie als eine Art "Antichrist" dazu da, den christlichen Glauben der Europäer zu stärken? "Es scheint, daß ihre Frevel damals schon
Die lichte Stirn des Herrn verfinstert hatten, denn Schändung, Raub und Mord und jeden Hohn
Durft' überall sich Türk' und Mohr gestatten" [8]
 
"Gott der gerechte wird, wenn unsre Sünden
Über das Maß der Läßlichkeit gedeihn,
Von Zeit zu Zeit, um deutlich zu verkünden,
Daß er zu strafen weiß wie zu verzeihn,
Die Herrschaft greulicher Tyrannen gründen
Und Macht und Geist zu freveln ihnen leihn;
So ließ er Sulla, Marius, zwei Neronen
Und den verruchten Cajus siegreich thronen,

Domitian, den letzten Antonin;
So ließ er aus dem Pöbel sich erheben
Zur Kaiserwürde jenen Maximin;
So hat er Kreon Herrschaft über Theben
Und dem Menzenz Agylla's Reich verliehn,
Der einst mit Blut gedüngt hat seine Reben;
So hat er Longobarden, Hunnen, Gothen
Später zum Raub' Italien dargeboten.

Was soll ich weiter noch von Attila,
Von Ezzelin, von hundert andern sagen,
Die Gott, wenn er zu lang' uns sünd'gen sah,
Gesandt hat, uns zu zücht'gen und zu plagen.
Deß haben wir in unsren Zeiten ja
So klares Zeugniß wie in alten Tagen,
Wann, wider uns, die räud'gen Schaf', ergrimmt,
Er tolle Wölf' als Wächter uns bestimmt.

Die glauben noch, ihr Hunger sei zu klein,
Ihr Bauch zu eng, um so viel Fleisch zu fressen,
Und laden andre Wölfe, schlimmre, ein,
Aus nord'schen Wäldern und den Alpenpässen.
Nicht Cannä's unbegrabenes Gebein,
Nicht Trasimen noch Trebia kann sich messen
Mit den Gebeinen, die Gestad' und Buchten
An Adda, Mella, Ronco heut befruchten.

Gott läßt die Straf' an uns durch jene Banden,
Die schlechter sind vielleicht als wir, geschehn
Für unsre Missethaten, unsre Schanden
Und hundertfält'gen schimpflichen Vergehn.
Die Zeit wird kommen, wo wir ihren Landen
Den Raub abnehmen, wenn wir in uns gehn
Und sie das Maß so überfließen machen,
Daß sie den Zorn der ew'gen Lieb' entfachen.

Es scheint, daß ihre Frevel damals schon
Die lichte Stirn des Herrn verfinstert hatten,
Denn Schändung, Raub und Mord und jeden Hohn
Durft' überall sich Türk' und Mohr gestatten;
Jedoch des Rodomont Ingrimm und Drohn
Stellt' aller andren Heiden Wut in Schatten." - Ariosto
 

Wie kommt es, dass Christen gegen Christen kämpfen, "Wie kömmt es, daß ihr Christi Lehensleute ermordet und ihr Lehen an euch reißt und nicht Jerusalem von jener Meute
Befreit habt und die Räuberbrut zerschmeißt, und daß Constantinopel und den besten
Theil dieser Welt der Türke darf verpesten?" Dostojewskij spricht hier von einer "katholischen Verschwörung". [9]
 
"Die Syrier pflegten zu Turnier und Schlachten
Sich damals ganz wie Franken anzuziehn;
Vielleicht daß sie das Vorbild solcher Trachten
Von ihren Nachbarn den Franzosen liehn,
Die damals noch das heil'ge Haus bewachten,
Wo der allmächt'ge Gott im Fleisch erschien,
Das heut die stolzen und elenden Christen
Den Hunden lassen, dort sich einzunisten.

Statt zur Verbreitung unsrer heil'gen Lehre
Das Schwert zu ziehn, dort wo es Gott erlaubt,
Rennen sie in ihr eignes Fleisch die Speere
Zum Untergang des wen'gen, was man glaubt.
Ihr Heere Spaniens, ihr Franzosenheere
Und Schweizer ihr, gen Osten kehrt das Haupt,
Ihr Deutschen auch, zu würdigem Erwerbe;
Denn was ihr hier sucht, ist schon Christi Erbe.

Wenn ihr »die allerchristlichsten« noch heute,
Wenn heut ihr »die katholischen« noch heißt,
Wie kömmt es, daß ihr Christi Lehensleute
Ermordet und ihr Lehen an euch reißt
Und nicht Jerusalem von jener Meute
Befreit habt und die Räuberbrut zerschmeißt,
Und daß Constantinopel und den besten
Theil dieser Welt der Türke darf verpesten?

Hast du, o Spanien nicht gerechtre Gründe
Afrika als Italien gram zu sein?
Statt jenes Kriegs, der dir viel schöner stünde,
Mußt du dies arme Land dem Jammer weihn?
O stinkende Kloake jeder Sünde,
Schläfst du, Italien, ganz berauscht von Wein?
Wurmt es dich nicht, daß du der fremden Horden,
Die deine Sklaven waren, Magd geworden?

Wenn Furcht vor Hunger euch von euren Steinen,
Schweizer, herabführt in die Lombardei
Und ihr bei uns nur Brod sucht oder einen,
Der euch zu schnellem Tod behilflich sei,
Der Türken Schatz wär' nahe, sollt' ich meinen.
Europa macht, macht nur die Griechen frei:
So könnt ihr leicht der Hungersnot entrinnen
Und wenigstens ruhmvollen Tod gewinnen. 

Dasselbe sag' ich eurem Nachbarlande,
Dem deutschen: aller Reichtum ist noch dort,
Den Constantin mitnahm vom Tiberstrande.
Er nahm das best' und gab das andre fort.
Pactolus, Hermus mit dem goldnen Sande,
Mygdonien, Lydien, jener Meeresbord,
Der schöne, den so viele Bücher preisen, –
Wenn ihr dahin wollt, ist's nicht weit zu reisen.

Du, großer Leo, dessen Schultern Last
Und Amt der Himmelsschlüssel auf sich nahmen,
Wenn deine Hand beim Schopf Italien faßt,
So laß es nicht in dumpfem Schlaf erlahmen.
Du bist der Hirt; vom Himmel selber hast
Du diesen Stab und deinen Löwennamen,
Damit du brüllest und die Arme breitest
Und für die Herde wider Wölfe streitest." - Ariosto
 

Und das, obwohl jeder "Heidenkönig" von sich meint: »Kein Mensch kann deshalb mit mir rechten; Denn daß es mein ist, weiß die ganze Welt. Besitz ergreifen kann ich nach den Rechten
an jedem Orte, wo es mir gefällt." [10]

Wenn Muslime in Europa heiraten wollten, mussten sie sich erst taufen lassen: "Daß er sich taufen lasse ihr zu lieb und alles, was er ihr gelobt, vollbringe, damit der Heiratsplan nach Wunsch gelinge". [11]

 
"Gern räumte Bradamant' ihm alles ein,
Was eine kluge Jungfrau dem Getreuen
Gewähren soll, um seine Herzenspein
Ohn' Abbruch ihrer Ehre zu zerstreuen.
Wenn er nicht wolle, daß sie hart wie Stein
Sich ewig weigre, voll ihn zu erfreuen,
So soll' er (sprach sie) ihre Hand verlangen
Vom Vater, aber erst die Tauf' empfangen.

Nun wäre Roger nicht nur gern bereit
Der theuersten zu lieb als Christ zu leben,
(War doch sein Vater und seit alter Zeit
Sein ganzes Haus der wahren Kirch' ergeben,)
Sie zu erfreun, hätt' er mit Freudigkeit
Verzichtet auf sein ganzes künft'ges Leben.
Er sprach: »Nicht nur ins Wasser, auch ins Feuer
Steckt gern den Kopf für dich dein vielgetreuer.«

Sich taufen lassen also, und sodann
Die Braut gewinnen, das ward unternommen.
Er trat die Reise mit dem Fräulein an
Nach Vallombrosa, dem nicht minder frommen
Als reichen Kloster, wo gar höflich man
Die Gäste pflegt, so viel auch ihrer kommen,
Und als sie kamen an des Waldes Rand,
Sahn sie ein Mädchen, das dort traurig stand."  - Ariosto
 
 

Christen aus den Händen der Mauren zu erretten, war für gerade getaufte und zum Christentum konvertierte Mulime ein gute Methode, sich zu bewähren: "Da stellten Mitleid und der Wunsch sich ein, sie mög' ihm ihren Kummer anvertrauen. Er grüßte sie und frug mit sanfter Stimme, weshalb ihr Antlitz so in Thränen schwimme: [12]
 
"Und sie antwortet' artig und beflissen
Und schlug die schönen feuchten Strahlen auf
Und gab den Grund von ihren Kümmernissen
Ihm deutlich an; denn er bestand darauf.
»Ach, lieber Herr, (so sprach sie) du mußt wissen,
Ich lasse diesen Thränen ihren Lauf
Aus Mitleid mit dem Jüngling, dem die Mohren
In einem nahen Schloß den Tod geschworen. 302

»Er liebt das schönste Mädchen hier zu Lande,
Die königliche Tochter des Marsil,
Und ging im Schleier und im Fraungewande,
Den Ton verstellend und der Mienen Spiel,
Unangefochten durch die Wächterbande
Zu ihr des Nachts, so oft es ihm gefiel.
Indeß so heimlich geht kein Mensch zu Werke,
Daß nicht zuletzt jemand es seh' und merke.

»Einer bemerkt' es und verriet es zwein;
Dann hörten andre, dann Marsil die Sache.
Vorgestern drang sein Scherge bei uns ein
Und griff die Liebenden im Schlafgemache,
Und hält im Thurm sie eingesperrt, allein
Und streng geschieden, unter scharfer Wache,
Und, ach, ich glaube, daß vor Tages Schluß
Der Jüngling bittren Tod erleiden muß.

»Ich bin geflohn, damit ich es nicht sehe,
Wenn sie lebendig ihn dem Feuer weihn,
Und nichts kann mir so leid thun, nichts so wehe
Wie dieses schönen Jünglings Todespein.
Ach, jede Freude wird, was auch geschehe,
Hinfort für mich wie eitel Jammer sein,
Wenn ich im Geist das grimm'ge Feuer wieder
Erblick' und die verbrannten zarten Glieder.«

Dies hörte Bradamante, die daneben
Zu Pferde hielt, und es verdroß sie schwer.
Sie fürchtete für jenes Jünglings Leben,
Als ob er einer ihrer Brüder wär',
Und daß die Furcht in dieser Rücksicht eben
Nicht ohne Grund war, wird man sehn nachher.
Auf Roger blickend sprach sie: »Unsre Waffen,
Bedünkt mich, sollten hier Abhilfe schaffen,«

Und sprach zu der betrübten: »Geh zur Hand
Uns beiden, daß wir in die Burg gelangen.
Hat man bis jetzt den Jüngling nicht verbrannt,
So tödtet keiner ihn, sei ohne Bangen.«
Als Roger sie so menschenfreundlich fand
Und von barmherz'ger Sorge ganz befangen,
Da flammt' er vor Begier dabei zu sein
Und jenen vom Verderben zu befrein.

Zum Mädchen, dem die Augen überfließen,
Gewendet, spricht er: »Worauf warten wir?
Zu helfen gilt's, nicht Thränen zu vergießen.
Führ' uns zu deinem Freund, wir folgen dir.
Aus tausend Schwertern und aus tausend Spießen
Befrein wir ihn, doch können wir's nicht hier.
Beschleun'ge deinen Schritt, daß nicht, indessen
Die Hilfe zögert, ihn die Flammen fressen.«  - Ariosto

Der Islam hat immer etwas mit schwarzmagischen Kräften zu tun. Allah ist der "Lügengott" und Gegenspieler des Christus und der Christenheit. Gemäss ihrer Religion verstanden die muslimischen Mauren etwas von Zauberei: "Und hatt' er auch zur Zeit das Buch nicht bei sich, mit dessen Hilf' er Mond und Sonne bannt, so war der Text doch, der die Teufel fleißig und fügsam macht, ihm aus dem Kopf bekannt. rasch ließ er einen von den schwarzen Scharen .... in diesen frommen Gaul" fahren. "Und er, der niemals einen Fuß zu heben, bevor die Hand ihn antrieb, sich vermaß, sprang plötzlich durch die Luft mit mächt'gem Satze acht Ellen hoch, zwölf Ellen weit vom Platze." [13]
"Der Sprung war groß, doch keiner von den Sätzen,
Durch die man rettungslos vom Sattel fällt.
Wie sie sich fliegen sieht, schreit vor Entsetzen
Das Fräulein, das sich für verloren hält.
Der Gaul jedoch, als ob ihn Teufel hetzen,
Nach einem großen Sprunge, rennt ins Feld
Und fliegt dahin mit seiner schrein'den Bürde,
Daß kaum ein Pfeil ihn noch einholen würde....

Der alte Feind, der weiland Eva trieb
Im Paradies verbotne Frucht zu pflücken,
Warf eines Tags, als fern der Ritter blieb,
Auf Karl die grünen Augen, schel von Tücken,
Und da er sah, jetzt werd' ein schwerer Hieb
Wider das Volk der Christen leicht ihm glücken,
So führt' er alles, was im Mohrenheer
An Tapferkeit vorhanden war, daher.

Gradasso und dem guten Sacripant,
Die, seit sie sich aus Atlas' Schloß befreiten,
Gemeinsam zogen durch das Frankenland,
Gab er den Plan ein, zum Succurs zu reiten
Dem hartbedrängten Volk des Agramant
Und Kaiser Karl Verderben zu bereiten,
Und in Person führt' er sie schnurgerade
Durchs fremde Land und ebnete die Pfade.

Auch sandt' er einen Teufel, daß er klug
In jene Spur, wo sein Genoß im Leibe
Des Zelters Doraliß von dannen trug,
Den Rodomont und den Tartaren treibe.
Noch einen sandt' er, daß nicht in Verzug
Marfisa mit dem tapfren Roger bleibe;
Der aber, mit dem zweiten Paare, nahm
Sich etwas Zeit, so daß er später kam.

Er braucht' ein halbes Stündchen längre Frist;
Dann führt' er beide in des Lagers Nähe.
Der schwarze Engel sorgt' in seiner List,
Weil er die Christen gern zerdroschen sähe,
Daß diesem Wunsche nicht durch fernren Zwist
Um das geraubte Pferd Abbruch geschähe;
Denn kämen Rodomont und Roger jetzt
Zusammen, würd' ihr Zweikampf fortgesetzt.

Die ersten vier gelangten an den Ort
Zu gleicher Zeit und sahen die Quartiere,
Hier der Belagrer, der Umschlossnen dort,
Und die im Winde flatternden Paniere.
Sie hielten Kriegsrat, und das letzte Wort
War nach der Unterredung dieser viere,
Man wolle Agramanten hilfreich sein,
Trotz Karl, und aus dem Lager ihn befrein."  - Ariosto

Der "Lügengott" der Heiden wirkte verheerend: "Sie kamen dichtgeschlossen Mann an Mann mitten ins Lager, wo die Christen lagen, und stimmten laut der Heiden Schlachtruf an »Spanien und Afrika,« um sich anzusagen." Und die Belagerung von Paris begann erneut. Der Erzengel Michael musste den Christen wieder zu Hilfe eilen [14]:
"Der Witwen Jammer und der bange Chor
Beraubter Greis' und vaterloser Knaben
Stieg zu den ewig lichten Höhn empor,
Wo Michael saß, empor von Wall und Graben.
Da mußt' er sehn, wie draußen vor dem Thor
Die Christen lagen, Raub für Wolf und Raben,
Aus Deutschland, England, Frankreich, Süd und Nord;
Denn voll von Leichen war das Blachfeld dort.

Da wurden rot des sel'gen Engels Wangen:
Des Schöpfers Wort war nicht, wie sich's gebürt,
Befolgt, so schien ihm; schändlich hintergangen
Hatt' ihn die Zwietracht und ihn angeführt.
Denn statt daß sie auf Michaels Verlangen
Zank hätt' im Heidenlager angeschürt,
War gradezu, nach allem was zu sehen,
Das Gegentheil des ganzen Plans geschehen. 

Wie wenn ein treuer Knecht, bei dem an Stärke
Die Liebe das Gedächtniß überwiegt,
Etwas vergessen hat bei einem Werke,
Das mehr als alles ihm am Herzen liegt,
Wie der voll Eifers, eh der Herr es merke,
Den Fehler gutzumachen eilt und fliegt,
So wollte Michael sein Werk vollbringen,
Eh er es wage sich zu Gott zu schwingen.

Zum Kloster, wo er jüngst sie bei den ihren
Getroffen hatte, lenkt' er seinen Flug,
Und sah sie im Capitel präsidiren,
Denn eine Wahl war just in vollem Zug,
Und sie ergetzte sich, wie mit Brevieren
Ein Mönch dem andern um die Ohren schlug.
Der Engel faßte sie beim Haar im Nacken,
Trat sie mit Füßen, schlug sie auf die Backen,

Und dann zerbrach er eine Kreuzesstange
Auf ihrem Kopf und Rücken, daß sie schrie.
Um Gnade bat sie und umfaßte bange
Des aufgebrachten Himmelsboten Knie.
Er aber ließ nicht ab, noch währt' es lange,
So trieb er in das Mohrenlager sie
Und sprach zu ihr: »Noch schlimmer wird's dir gehen,
Wenn wir dich außerhalb des Lagers sehen.« 

Obwohl sie kaum vor Schmerzen sich zu rühren
Vermochte, fand die Zwietracht nicht für gut,
Noch einmal solchen Sturm herbeizuführen,
So starke Hiebe, so gewalt'ge Wut.
Sie greift zum Blasebalg, beginnt zu schüren,
Wirft Reisig in die schon vorhandne Glut
Und zündet neuen Brand an, bis die hohen
Flammen des Zorns in vielen Herzen lohen.

Und so, von ihr entflammt, zum König kamen
Roger und Rodomont und Mandricard
(Weil nun die Christen nichts mehr unternahmen,)
Und trugen in des Königs Gegenwart
Die Streitigkeiten vor, und auch den Samen
Erfuhr er, wie der Zwist geboren ward,
Und baten ihn, daß er entscheiden wolle,
Wer zum Gefecht den Vortritt haben solle.

Marfisa gleichfalls sprach von ihrer Sache
Und wollt' auch ihren Kampf beendigt sehn,
Den Mandricard mit ihr begann, um Rache
Zu nehmen für den Hohn, der ihr geschehn:
Nicht einen Tag, nicht eine Stunde mache
Sie andren Platz, um ihr voranzugehn,
Vielmehr ausdrücklich müsse sie verlangen
Zuerst mit dem Tartaren anzufangen.

So will auch Rodomont der erste sein,
Den Streit mit dem Rivalen auszutragen;
Denn nur um hier die Mohren zu befrein,
Hab' er erlaubt die Sache zu vertagen.
Dawider legt Einsprache Roger ein
Und sagt, er könn' es nimmermehr ertragen,
Daß Rodomont sein Pferd ihm nehm' und er
Nicht eher kämpfen soll' als irgendwer.

Das Maß des Wirrwarrs aber wird erst voll,
Als Mandricard erklärt, daß nach den Rechten
Roger den weißen Aar nicht führen soll,
Und wenn die andren drei zu kämpfen dächten,
So, ruft er wütend und vom Zorn wie toll,
Woll' er zugleich mit allen dreien fechten.
Zu kämpfen dachten freilich alle drei,
Wenn nur der König sagen wollt', es sei.

Der König, der den Frieden wünschte, that,
Was möglich war, mit Mahnungen und Bitten,
Doch fand er, daß er taube Leute bat,
Die Frieden nicht noch Waffenstillstand litten.
So sann er wenigstens auf einen Rat,
Wie sie zum Kampfe nach einander schritten,
Bis ihm zuletzt der beste Ausweg schien,
Um Reihenfolg' und Rang das Loos zu ziehn....

Die tolle Zwietracht lacht, da sie es schaut:
Nun fürchtet sie nicht mehr, daß Friede drohe.
Sie fährt beinah vor Freuden aus der Haut,
Durchs ganze Lager läuft die siegesfrohe.
Der Übermut tanzt mit und jubelt laut
Und schüttet Holz und Reisig in die Lohe
Und sendet bis zum Sternenreich empor
Sein Siegsgeschrei Sanct Michael ins Ohr.

Paris erbebt, die Seine rauscht und wallt
Bei diesem graus'gen Schrei, und die Ardennen
Durchbraust der Widerhall, daß durch den Wald
Die wilden Thier' aus ihrem Neste rennen.
Von Blaie und von Rouen die Küste hallt,
Die Alpen hören es und die Cevennen;
Die Rhone hört's, Garonne und Rhein nicht minder;
Die Mütter pressen an die Brust die Kinder."  - Ariosto

Tapfere christliche Ritter kommen die "Saracenenscharen vertreiben und die Stadt Paris befrein... Wie in der Schlacht Rinald und Malagis das Saracenenheer aufs Haupt geschlagen. Wie viele man zum Styx hinunter stieß, wie viele flohn, vermag ich nicht zu sagen" :
"Doch weil die Freund' einmal beisammen waren,
(Mocht' es nun Fügung oder Zufall sein,)
Wollt' er zuerst die Saracenenscharen
Vertreiben und die Stadt Paris befrein.
Er riet indeß den Angriff aufzusparen
Für nächste Nacht, (der Vortheil sei nicht klein,)
Bis um die dritte oder vierte Wache
Der Schlaf die Tropfen spreng' aus Lethe's Bache.

Er ließ die ganze Schar im Walde liegen
Und hielt sie über Tag zurück vom Feld.
Als aber Phöbus dann, hinabgestiegen
Zur alten Mutter, dunkel ließ die Welt
Und man giftlose Schlangen, Bären, Ziegen
Und andre Thiere sah am Sternenzelt,
Die vor dem größren Licht zu schwinden pflegen,
Da ließ er schweigend sich sein Heer bewegen. 

Und Aquilant, Grifon und Vivian,
Guidon, Alard und Samson, diese drangen
Vor mit Rinald, den übrigen voran,
Und suchten leis' ans Lager zu gelangen.
Man traf des Königs Feldwacht schlafend an,
Schlug alle todt, nahm keinen erst gefangen,
Und kam ins Mohrenlager ungestört,
Eh einer sie gesehn hatt' und gehört.

Im ersten Anlauf warf sich jetzt Rinald
Auf die bestürzten ahnungslosen Wachen
Und schlug sie und zerschmiß sie dergestalt,
Daß keinem Zeit blieb sich davon zu machen.
Den Heiden, deren erste Spitze bald
Zerbrochen ward, verging dabei das Lachen.
Schlaftrunken, waffenlos, voll Angst und Zittern,
Schirmten sie sich nur schlecht vor solchen Rittern.

Damit das Herz den Saracenen sinke,
Ließ jetzt der Paladin zum Überfall
Die Kriegstrompete blasen und die Zinke
Und seinen Namen schrein mit lautem Schall.
Dann spornt' er Bajard, der beim ersten Winke
Dahinflog über Palisad' und Wall
Und Reiter umwarf, Fußvolk niederkrachte
Und Hütten und Gezelt zu Falle brachte. 

So kühn war in dem Heer kein Veteran,
Daß ihm die Haare nicht zu Berge stiegen,
Als er den Ruf »Rinald und Montalban!«
So furchtbar hörte durch die Lüfte fliegen.
Von dannen stob das Heer vor seinem Nahn,
Und das Gepäck blieb in der Eile liegen.
Nicht warten mochten sie auf jene Wut,
Die allen schon bekannt war, nur zu gut.

Stets folgt Guidon ihm, der nicht minder schafft,
Die Söhne Olivers, sie folgen beide,
Richard, Alard, die ganze Brüderschaft.
Bahn bricht sich Samson mit des Degens Schneide;
Aldigers, Vivians furchtbare Kraft
Erprobt zu seinem Schaden mancher Heide.
Wer heute mit Rinalds Panier ins Feld
Geritten ist, der zeigt sich auch als Held.

Auf seinen Dörfern und dem Herrensitze
Hielt siebenhundert Reiter Haimons Sohn,
Jeder des Kriegs gewohnt bei Kält' und Hitze,
Nicht schlechter als Achilles' Myrmidon;
Die boten, wenn es galt, dem Feind die Spitze,
Daß ihrer hundert nicht vor tausend flohn,
Und viele fand man unter diesen Leuten,
Die mit berühmten den Vergleich nicht scheuten.

Und war Rinald an Städten und an Gold
Nicht eben reich, so war er doch mit Mienen
Und Worten gegen sie stets gut und hold,
Und was er hatte, theilt' er auch mit ihnen;
Daher kein einziger durch höhern Sold
Jemals verlockt ward andren Herrn zu dienen.
Rinald entfernte nie dies Aufgebot
Von Montalban als nur im Fall der Not.

Doch jetzt, damit Paris gerettet werde,
Ließ er die eigne Veste schwach besetzt,
Und auf die Mohren fiel dies Fähnlein Pferde,
Dies Fähnlein, das ich rühmte eben jetzt,
Sie hetzend, wie der Wolf die woll'ge Herde
Am Phalanteïschen Galesus hetzt
Oder der Leu den bärt'gen Schwarm am Strande
Des Cynips anfällt im Barbarenlande.

Dem Kaiser war's durch Boten hinterbracht,
Daß Haimons Söhne vor Paris erschienen
Und einen Angriff planten für die Nacht.
Er stand bereit, um einzuhaun mit ihnen,
Und als es Zeit war, führt' er in die Schlacht
Die Paladin', und mit den Paladinen
Zog auch der Sohn des Monodant ins Feld,
Der Freund der Flordelis, der weise Held,

Auf den sie Monde lang umsonst geharrt,
Den sie gesucht durch Wälder und Gefilde.
Jetzt plötzlich sah sie ihren Brandimart
Und kannt' ihn schon von fern am Helm und Schilde.
Als er der theuren auch ansichtig ward,
Verließ er Schlacht und Mord und ward voll Milde
Und fiel ihr um den Hals und gab ihr dann
Küsse wohl tausend oder nah daran."

Der König Agramant schlief im Gezelte
Den ersten Schlaf, da weckt' ihn ein Trabant
Und sagt' ihm, daß es schnell zu fliehen gelte,
Wenn er nicht fallen woll' in Feindes Hand.
Der König sah sich um; Verwirrung stellte
Dem Blick sich dar; rings ohne Widerstand
Flohn seine Leute, nackt und ohne Waffen,
Zu eilig, um den Schild nur aufzuraffen. 

Bestürzt und völlig ratlos ließ der Sohn
Trojans den Harnisch um die Brust sich schnallen.
Da kamen Balugant und Falsiron,
Grandon erschien, und er vernahm von allen,
Er werde, wenn er bleibe, nächstens schon
Gefangen werden oder hilflos fallen,
Und daß von großem Glück zu sagen sei,
Wenn er mit heiler Haut entkomm' und frei.

So sprach Marsil, so sprach der Greis Sobrin,
So sprachen alle wie mit einer Stimme:
Ganz nah bedrohe das Verderben ihn,
Weil schon Rinald den nächsten Wall erklimme,
Und wenn er warte, bis der Paladin
Hier sei, mit solchem Volk, mit solchem Grimme,
So werd' er selbst und jeder Saracen
Gefangen werden oder untergehn.

Leicht aber sei es noch sich mit dem Reste
Nach Arles, nach Narbonne durchzuhau'n.
Man könn' in jener wie in dieser Veste
Sich lange halten und dem Glück vertrau'n.
Wenn er nur lebe, hofften sie das beste
Und einen Tag der Rache noch zu schau'n,
Falls man das Heer in Ordnung wieder bringe,
Wodurch gewiß der Sieg zuletzt gelinge. 

Der Rat erschien dem König gut und klug,
So hart es war den Rückzug zu beschließen.
Es ging nach Arles wie im Sturmesflug
Auf Straßen, wo sie nicht auf Feinde stießen.
Nächst dieser Führung kam es ihrem Zug
Zu statten, daß sie Nachts das Feld verließen.
Es war ein Rest von zwanzigtausend Mann,
Der so Rinalden aus dem Garn entrann.

Der Rest, der vor Rinald und Karl entrann,
(Wohl hunderttausend Mann, wie ich gelesen,)
Lief durch Gefild und Berg und Thal und Tann,
Um vor dem Schwert der Franken zu genesen,
Traf aber meist gesperrte Straßen an
Und färbte rot, was grün und weiß gewesen.
So macht es nicht der Sericaner Held,
Der mehr abseits aufpflanzte sein Gezelt."  - Ariosto

Noch können die Sarazenen streiten: "Fünf Ritter sind es, deren jeder drängt, als erster seinen Streitfall auszufechten; ein Knäuel ist es, Streit mit Streit vermengt, das selbst die Götter nicht ins reine brächten." Wir befinden uns noch in der Zeit vor der Reconquista; die Länder in Europa müssen immer wieder gegen diese Barbaren ankämpfen: "In Zeiten, wo, gebeugt von schwerem Leid, Italien, Reich und Kirche der Barbaren Verhöhnung bitterer als je erfahren". Manche Gastwirte hatten sich auf die Sarazenen eingestellt: "Der brave Gastwirt, einer der gewandten, die je in Frankreich blühten und gediehn, (Denn als die Heiden alles niederrannten, Verstand er es den kürzren nicht zu ziehn,) hatt' als Gehilfen von den Anverwandten herbeigeholt, was ihm anstellig schien" [15]
"Von Barken und von leichten Kähnen waren
Des Stroms Gewässer voll von Rand zu Rand;
Die brachten für die Saracenenscharen
Von vielen Orten her den Proviant.
Denn alles war besetzt von den Barbaren,
Wenn von Paris man kömmt ins schöne Land
Von Aiguesmortes und gen Spanien biegt,
Die ganze Gegend, die zur Rechten liegt. 

Die Schiffer mußten dort ihr Frachtgut landen,
Und Pferd' und Wagen standen schon bereit,
Dorthin wo Schiffe keinen Weg mehr fanden,
Es fortzuschaffen unter Schutzgeleit.
Von Ost und West herangetrieben standen
Am Ufer fette Herden aufgereiht,
Und ihre Treiber hatten am Reviere
Des Stromes bei den Bauern Nachtquartiere.

Als nun der Saracen auf seiner Reise
Den Fluß erreichte, brach die Nacht herein,
Und weil ein Gastwirt ihn zufäll'ger Weise
Erblickt' und anrief, kehrt' er bei ihm ein.
Das Pferd besorgt, kam mannichfache Speise
Und Wein aus Corsika und Griechenwein.
Denn Rodomont, im übrigen ein Mohr,
Zog doch beim Trinken fränk'sche Sitte vor."  - Ariosto

Wie heute die Islamisten forderten früher die Sarazenen Lösegeld für entführte Christen. Man sah zum Beispiel eine Kriegsstandarte, "die hin und wider weht' im Morgenwinde, und hinterdrein ein großes Heergesinde. Und als sie näher rückten, jene Scharen, und kenntlich ward die Saracenentracht, erkannten sie, daß jene Heiden waren. Sie hatten die Gefangnen, wohlbewacht, auf kleine Pferde festgeschnürt wie Waaren." Der Sarazene ging meistens so vor: "War es ein Heide, den er niederstieß, so ließ er's bei dem Waffenraub bewenden, schrieb auf die Rüstung, wie der Gegner hieß, und hing sie auf an seinen Marmorwänden. Die Christen bracht' er in das Thurmverlies, Ich glaub', um nach Algier sie dann zu senden." [16]

Spätestens nach Köln weiss man, dass man den meisten Muslimen nicht trauen kann, denn als Muslim kann man Frauen alles versprechen, "Gott und die Heil'gen" werden ja nicht gefürchtet: "Doch denkt er nicht daran den Pact zu halten; Gott und die Heil'gen fürchtet er ja nicht; Was Wortbruch angeht, hat er seines gleichen selbst nicht in Afrika's verlognen Reichen. Der Heide schwört ihr Schwüre, tausendfache, daß er sie ferner nicht beläst'gen will" [17]

"Der Saracen war nicht gewöhnt an Wein,
Denn sein Gesetz verdammt und straft den Zecher,
Und göttlich schien ihm dieser Trunk zu sein;
Manna und Nectar, meint' er, seien schwächer.
Er fand das maurische Gesetz gemein
Und goß hinunter volle Krüg' und Becher.
Der gute Wein trieb, eh sie sich's versehn,
Die Köpfe rundum, wie sich Kreisel drehn."  - Ariosto
Die Muslime werden mehr und mehr aus Europa vertrieben; nur durch hohe Steuern können sie ihren Militärhaushalt noch finanzieren:
"Aus seinem ganzen Reich verschrieb Marsil
Fußvolk und Reiterei, theils gut, theils kläglich.
In Barcelona macht' er jeden Kiel
Durch Zwang und Güte für den Krieg beweglich.
Dem Agramant war keine Müh zuviel,
Zu hoch kein Aufwand; Kriegsrat hielt er täglich.
Inzwischen drückten Steuern ohne Maß
Zu Boden fast die Städte Afrika's.

Umsonst bot Agramant dem Rodomont,
Damit er ihn an seiner Seite habe,
Die eigne Muhme, Tochter des Almont,
Und Orans schönes Reich als Morgengabe.
Den stolzen rühren hatt' er nie gekonnt;
Der blieb an seiner Brücke bei dem Grabe,
Wo schon die Sättel der in Staub gestreckten
Und Rüstungen die ganze Wand bedeckten. 

Marfisen lag es fern ihm nachzuahmen.
Sobald sie hörte von des Königs Not
Und von dem Schaden, den die Mohren nahmen,
In Flucht zerstreut, gefangen oder todt
Bis auf die wen'gen die nach Arles kamen,
Da brach sie auf, bevor man sie entbot,
Und bracht', um von dem Fall ihn aufzuraffen,
Ihm ihre Habe dar und ihre Waffen."  - Ariosto

Auch grosse Teile Afrikas sind Teils in muslimischer, Teils in christlicher Hand:
"Marocco, Fez, Hippona sah er ragen,
Algier, Buzea, Städt' in hohem Glanz,
Die Kronen vor den andren Städten tragen,
Kronen von Gold, nicht grünen Blätterkranz.
Biserta, Tunis und Capisse lagen
Auf seinem Wege längs des Meeresstrands,
Und Tripolis, Bernike, Tolomit,
Bis an den Nil, wo man gen Asien zieht.

Er sah das ganze Land vom hohen Wald
Des wilden Atlas bis zum Seegestade,
Und von Carena's Bergen flog er bald
Über Cyrene hin, und schnurgerade
Kreuzt' er die Wüste sonder Aufenthalt
Und kam an Nubiens Mark bei Albajade.
Weit hinter ihm blieb Battus' Grab, und weit
Der große Tempel Ammons, heut entweiht.

Dort traf er auf ein andres Tremisen,
Gleichfalls der Lehre Mahomeds ergeben;
Doch wollt' er auch die Aethiopen sehn,
Die andren, so jenseits des Niles leben,
Und wo Dobada und Coalle stehn,
Mußte der Greif nach Nubiens Hauptstadt schweben.
Jenseits sind Christen, diesseits Saracenen,
Und auf dem Kriegsfuß diese stets mit jenen.

Von dort geht des Senapus Kaiserreich
Bis zu des roten Meers entlegnen Enden,
An Völkern, Städten und an Golde reich.
Als Scepter trägt das Kreuz er in den Händen;
Sein Glaub' ist unsrem Glauben ziemlich gleich
Und mag von ihm das ew'ge Elend wenden.
Wenn ich nicht irre, herscht der Brauch bei ihnen,
Zur Taufe sich des Feuers zu bedienen.

Da er den Kaiser gern gesehen hätte,
Schwang sich Astolf im großen Hof vom Roß.
Nicht eben fest, doch prächtig war die Stätte,
Die Aethiopiens Herschersitz umschloß.
An jeder Brücke, jedem Thor die Kette,
Die Angeln, Riegel bis zum letzten Schloß,
Kurz jedes Werkstück, das von Eisen wir
Zu machen pflegen, war von Golde hier.

Trotz solcher Fülle köstlicher Metalle
Verliert daselbst das Gold am Werte kaum.
Auf Säulenreihn von leuchtendem Krystalle
Ruht dort der offnen Hallen weiter Raum.
Es bilden, rot, grün, blau und gelb, um alle
Zierlichen Söller einen Funkensaum,
Vertheilt in wundervollem Ebenmaß,
Rubin, Smaragd und Safir und Topas. 

Die Wänd' und Dächer und das Estrich sah
Man reich von Perlen und Juwelen prangen.
Dort wächst der Balsam; Hierosolyma
Hat gegen den nur kleinen Theil empfangen.
Der Bisam, den wir kaufen, stammt von da,
Von dort das Ambra, welches wir erlangen.
Kurz alles ist daselbst im Überfluß,
Was man bei uns so hoch bezahlen muß.

Aegyptens Sultan, so versichert man,
Ist diesem König zinsbar und verpflichtet,
Weil der den ganzen Nil ihm nehmen kann,
Wenn er den Strom nach andrer Seite richtet,
Und Kairo samt dem Reiche wär' alsdann
Mit einem Mal durch Hungersnot vernichtet.
Der Kaiser wird Senapus dort genannt,
Priester Johannes sagt das Abendland." - Ariosto

Wie anfangs erwähnt, hatte man dem weiblichen Geschlecht früher mehr zugetraut. Nicht nur lange Reisen haben sie unternommen, auch konnten sie sich erfolgreich gegen Mauren erwehren: 
"Die Jungfrau sprach: »Dein bäurisch Prahlen, Mohr,
Treibt mir die Höflichkeit nicht aus dem Herzen,
Und höflich rat' ich, kehre heim, bevor
Am harten Erdreich dir die Knochen schmerzen.
Geh, sage deinem Herrn, daß ich ans Thor
Nicht kam, mit Leuten deiner Art zu scherzen.
Ich kam hieher und habe Kampf begehrt
Mit einem Krieger, der der Mühe wert.«

Ihr beißend Wort, mit solchem Spott getränkt,
Fährt zündend ihm ins Herz, und seinem Witze
Will keine Antwort glücken. Hurtig schwenkt
Er seinen Gaul, gespornt von Zorneshitze.
Sie schwenkt zugleich und auf den Prahler lenkt
Sie Rabican und goldne Lanzenspitze.
Kaum rührt sie an den Schild, so fliegt der Mohr
Und streckt zum Himmel beide Füß' empor. 

Die edelmüt'ge Heldin fing den Renner
Ihm wieder ein und sprach: »Ich sagt' es dir.
Bestellungen ausrichten ist für Männer
Von deinem Schlage besser als Turnier.
Jetzt, bitte, sag' dem König, daß er Kenner
Des Kriegs mir sende, ebenbürtig mir,
Anstatt mich mit euch andren zu behell'gen,
So unbewanderten und unanstell'gen.«

Verwundert fragen sich die Saracenen:
Wer ist's, der sich so fest im Sattel hält?
Man zählt berühmte Namen auf, bei denen
Ein Frösteln selbst im Sommer sie befällt.
Daß Brandimart es sei, scheint diesen, jenen
Scheint es Rinald zu sein, der tapfre Held,
Und viele würden gar auf Roland wetten,
Wenn sie sein Unglück nicht erfahren hätten.

Den dritten Gang erbat Lanfusa's Sohn.
»Nicht (sprach er) hoff' ich, daß der Sieg mir werde;
Jedoch entschuldigen wird man Grandon
Und Serpentin, fall' ich nun auch zur Erde.«
Was man zum Rennen braucht, das hatt' er schon
In fert'ger Ordnung, und der hundert Pferde
In seinem Stalle bestes wählt' er aus,
Das flink und tüchtig war zu solchem Strauß. 

So kam er gegen sie, doch vor dem Ritte
Begrüßt' er sie, und sie that ihm Bescheid.
Das Fräulein sprach: »Wenn es die gute Sitte
Erlaubt, so möcht' ich fragen, wer ihr seid.«
Sehr gern erfüllte Ferragu die Bitte,
Denn sich zu nennen war er stets bereit.
Sie dann fuhr fort: »Ihr seid nicht unwillkommen,
Doch säh' ich lieber einen andren kommen.«

»Und wen denn?« fragt' er. Darauf Bradamante:
»Roger.« Und mühsam brachte sie es vor,
Und als sie diesen Namen sprach, da brannte
Das schönste Antlitz wie ein Rosenflor.
Dann sprach sie weiter: »Dessen weltbekannte
Triumphe führten mich an euer Thor;
Denn all mein Trachten ist, all mein Begehren,
Zu sehn, wie er im Kampf sich mag bewähren.«

Die Worte sprach sie, ohne zu verstehen
Welch argen Sinn die Bosheit ihnen leiht.
Der Mohr versetzte: »Lasset erst uns sehen,
Wer von uns beiden besser ist im Streit.
Sollt' es auch mir wie vielen schon ergehen,.
Dann komm' und heile meine Traurigkeit
Der edle Ritter, gegen den zu rennen
Du solchen heißen Wunsch giebst zu erkennen.«

Indeß sie redeten, schob Bradamante
Vom Antlitz in die Höhe das Visier,
Und als der Mohr die schönen Züg' erkannte,
Da fühlt' er schon sich halb besiegt von ihr,
Und leise sprach er: »Einen Engel sandte
Das Paradies herab, und der steht hier,
Und eh ich noch vom Speer getroffen werde,
Strecken die schönen Augen mich zur Erde.«

Sie nahmen Feld, und wie es erst ergangen,
So flog auch Ferragu vom Sattel fort.
Die Jungfrau hatte bald sein Pferd gefangen
Und sprach: »Nun reit nach Haus und halt dein Wort.«
Zur Stadt ritt Ferragu mit roten Wangen
Und suchte Roger auf und fand ihn dort
Beim Agramant und säumte nicht dem Helden
Des fremden Ritters Forderung zu melden.

Wer jener ist, der ihn zum Kampf entbeut,
Davon hat Roger noch kein Wort vernommen;
Drum ist er siegesfroh und hocherfreut
Und läßt sich Eisenring' und Panzer kommen.
Auch daß er jene drei so jählings heut
Entsattelt sah, es macht ihn nicht beklommen.
Wie er zum Kampfe ritt und was darauf
Erfolgte, spar' für nächstes Mal ich auf." - Ariosto

Auf muslimische Schürzenjäger, waren die christlichen Frauen nicht gut zu sprechen:
"So sprengt sie auf ihn los, doch in der Nähe
Ruft sie: »Jetzt wahr' dich, Roger, falscher Mann!
Du sollst nicht Mädchenherzen als Trophäe
Von hinnen führen, wenn ich's hindern kann.«
Roger vernimmt's und ahnt, die so ihn schmähe,
Sei jene, die er sich als Braut gewann.
Es war die Stimme seiner Bradamante,
Die unter tausenden sein Ohr erkannte.

Wohl merkt er, daß dies mehr bedeuten solle,
Als was sie sag'; er werde angeklagt.
Er merkt, daß sie dem pflichtvergessnen grolle,
Und hätte gern ein Wort für sich gesagt.
Er winkt ihr also, daß er sprechen wolle.
Schon aber mit geschlossnem Helme jagt
Sie auf ihn los, die ganz von Wut entbrannt ist,
Ihn hinzuschleudern, wo vielleicht kein Sand ist....

In kurzer Frist jagt dieser goldne Speer
Dreihundert oder mehr noch ins Verderben.
Sie ganz allein besiegt das Mohrenheer,
Allein wird sie den Ruhm des Tags erwerben.
Durch das Gefild irrt Roger hin und her,
Bis er sie trifft und spricht: »Ich werde sterben,
Wenn du nicht hörst; was hab' ich dir gethan,
Daß du mich fliehst? beim Himmel, hör' mich an.«...

»Beim Kämpfen andre Leute unterbrechen,
Ist bäurisch, Roger, und unritterlich.
Mein Arm soll aber bald den Frevel rächen,
Denn er ist stark genug für sie und dich.«
Roger versucht zur Ruhe sie zu sprechen
Mit sanften Worten, doch wie irrt er sich!
An die ergrimmte noch ein Wort zu wenden,
Das, sieht er, hieße nur die Zeit verschwenden." - Ariosto

Heute kommen die christlichen bzw. atheistischen Politiker in die Moscheen und lassen sich "jenes Buch des Heidenpfaffen" zeigen und erklären wie die Muslime "zu dem bösen Lügnergott flehen". Sie meinen es sei der Gleiche wie der christliche Gott. Doch selbst manche Mauren-Ritter, als sie erfuhren ihr Vater sei Christ gewesen, sagen: »Beim Christengott – denn ihn will ich bekennen und ehren, wie mein Vater ihn geehrt." Sie schämen sich für die falsche Partei gekämpft zu haben, nämlich für die Mauren gegen die Christen und dem Maurenkönig gedient zu haben: "Nie wirst du diesen Makel vom Gesicht abwaschen, daß du solche Schuld vergeben und nicht nur nicht den König umgebracht hast, nein, auch um Sold dich dienstbar ihm gemacht hast... Mir brennt das Herz und ewig wird es brennen, wenn Roger jetzt zurück zum Heere kehrt des Königs oder eines andren Mohren, es sei denn, um die Frevler zu durchbohren.« Früher wusste man zu differenzieren: [18] 
"Auf zu den Waffen! rufen Christ und Mohr,
Wie sie es dort gewohnt fast täglich waren.
Zu Pferde wer zu Fuß ist! Lanzen vor!
Zu seiner Fahne soll sich jeder scharen!
So rief in hellem kriegerischem Chor
Rings die Trompet', und während die Fanfaren
Die Reiter rufen, ruft auch überall
Das Fußvolk Cymbelklang und Paukenschall." - Ariosto
Die Jungfrau Marfisa, die vorher für das maurische Lager gekämpft hatte, will sich taufen lassen und für das christliche Lager kämpfen: es "solle, was sie noch erkämpf' auf Erden, des Kaisers und des wahren Glaubens werden.... Viele Potentaten sah sie im Leben, aber keiner schien, so reich er war, so glänzend seine Thaten, ihr solcher Ehre würdig. Aber ihn, den großen Karl, hielt sie für tapfrer, weiser als irgend einen König oder Kaiser."
"Und Karl empfing sie hold und väterlich
Und schritt aus seinen Zelten ihr entgegen
Und setzte sie zur Rechten neben sich,
Wo sonst nur Könige zu sitzen pflegen.
Entlassen ward, wer nicht von selbst entwich;
Nur wen'ge blieben, gute nur, zugegen;
Es blieben Paladin' und große Herrn;
Das niedre Volk stand draußen und von fern. 

Marfisa nahm mit sanftem Ton das Wort:
»Erhabner Cäsar, ruhmgekrönter Sieger,
Der vom tirynthischen Sund bis Indiens Bord,
Vom Schnee der Scythen bis zum heißen Niger
Das Kreuz gepflanzt hat, aller Gnaden Hort,
Gerechter, weiser Fürst, der Wahrheit Krieger,
Dein Ruhm, den keine Schrank' umschlossen hält,
Hat mich hieher geführt vom Saum der Welt.

»Die Wahrheit zu gestehn, mich trieb der Neid;
Krieg wollt' ich führen wider deine Heere,
Damit ein Fürst von solcher Herrlichkeit
Nicht andren Glaubens als ich selber wäre.
Ich rötete die Fluren weit und breit
Mit Christenblut und sann auf andre schwere
Drangsal als deine bittre Gegnerin;
Da plötzlich wandt' ein Zufall meinen Sinn.

»Auf welche Art, will ich dir später sagen;
Als ich dir schaden wollte, ward mir klar,
Daß Roger, den des Bruders Tück' erschlagen,
Roger von Risa mein Erzeuger war.
Die Mutter hatt' im Schooße mich getragen
Nach Libyen, wo sie sterbend mich gebar.
Ein Zaubrer hat mich sieben Jahr erhalten;
Dann raubte mich arabisch Volk dem Alten.

»In Persien verkaufte mich die Bande
An einen König, und ich schlug ihn todt
Und seinen Hof, als ich erwuchs; denn Schande
Und Raub der Ehre hatt' er mir gedroht.
Sein arg Geschlecht vertrieb ich aus dem Lande
Und nahm das Reich, und wie das Glück es bot,
Hatt' ich mir sieben Königreich' erstritten,
Als achtzehn Jahr' ich kaum noch überschritten.

»Und wie gesagt, aus Neid vor allen Dingen,
Aus Neid auf deinen Ruhm faßt' ich den Plan,
Von deiner Höhe dich herabzubringen, –
Vielleicht gelang's, vielleicht war es ein Wahn.
Jetzt aber senkt mein Ungestüm die Schwingen,
Und jener Wunsch ist todt und abgethan,
Seit ich nach meiner Ankunft ausgefunden,
Ich sei durch Schwägerschaft mit dir verbunden.

»Wie dir mein Vater treu war und verwandt,
So will auch ich nun treu dir und verwandt sein,
Und jener blinde Neid, den ich empfand,
Soll immerdar aus meiner Brust verbannt sein.
Mein ganzer Haß soll wider Agramant
Und seines Vaters ganzes Haus gewandt sein
Und seines Ohms; denn diese beiden haben
Die umgebracht, die mir das Leben gaben.«

Und; fuhr sie fort, sie wolle Christum ehren,
Und wenn es Karl erlaub' und Agramant
Zuvor vertilgt sei, heim gen Osten kehren,
Und taufen wolle sie ihr ganzes Land
Und dann mit Waffen jene Welt bekehren,
Wo man Macon verehr' und Trivigant;
Auch solle, was sie noch erkämpf' auf Erden,
Des Kaisers und des wahren Glaubens werden.

Karl, der nicht weniger beredt als weise
Und tapfer war und kühn im Waffenstrauß,
Pries die erlauchte Maid mit hohem Preise
Und ihren Vater und ihr ganzes Haus
Und stand ihr freundlich Red' in jeder Weise,
Und wie er's meinte, sprach sein Antlitz aus,
Und schließlich mit dem letzten Worte nannte
Er liebe Tochter sie und Anverwandte.

Und dann erhob er sich, umarmte sie
Und küßte wie ein Vater ihre Wange.
Die von Mongrana kamen jetzt und die
Von Claramont zu fröhlichem Empfange.
Langwierig wär' es zu erzählen, wie
Rinald sie ehrte, der im Waffengange
Sie oft bewundert hatt' in jenen Tagen
Als er und sie vor Schloß Albracca lagen." - Ariosto

Die Taufe wurde vorbereitet: "Mit Pomp und Schimmer einen Platz bereit, Marfisa's Taufe festlich zu begehen. Die Bischöf' und die hohe Geistlichkeit, die sich aufs christliche Gesetz verstehen,
Ließ Karl zusammenrufen, und von diesen ward sie im heil'gen Glauben unterwiesen. Im hohenpriesterlichen Festornate kam Erzbischof Turpin und taufte sie. Karl selbst hob aus dem Bad des Heils die Pathe mit aller schicklichen Ceremonie." Gleich darauf stürzen sie sich in den Kampf gegen die Mauren: 
"So sprengen die beherzten Kriegerinnen
Auf zwei verschiednen Straßen durchs Revier,
Und fürchterlichen Heidenmord beginnen
Der Degen dort, die goldne Lanze hier.
Kaum steuert Agramant noch dem Entrinnen
Der seinen, hält sie kaum noch beim Panier.
Vergebens fragt und späht er in die Runde,
Wo Rodomont sei; niemand bringt ihm Kunde.

Auf dessen Zuspruch war er doch dem Worte
Untreu geworden, das er feierlich
Verpfändet hatt' an dem geweihten Orte,
Und nun ließ jener plötzlich ihn im Stich.
Auch fehlt Sobrin. Sobrin ritt in die Pforte
Der Stadt zurück und nannt' unschuldig sich,
Erwartend, daß noch heut der Bruch der Schwüre
Zu Agramants furchtbarer Strafe führe.

Marsil ist gleichfalls in die Stadt geritten,
Das Herz von frommer Furcht gar sehr beschwert,
Daher denn Agramant den Sturmesschritten
Der tapfren Scharen Karls nur übel wehrt,
Der Italiener, Franken, Deutschen, Britten, –
Streitbare Männer all' und kampfbewährt,
Vertheilt die Paladin' in ihren Reihen,
Wie Edelstein' auf goldnen Stickereien, 

Und mancher Held noch mit den Paladinen,
Der tadellos wie je ein Ritter war.
Guidon, das kühne Herz, ist heut erschienen,
Die Söhne Olivers sind in der Schar.
Ich sage nichts (ich sprach ja schon von ihnen)
Von dem verwegnen jungfräulichen Paar.
Die fünfe haben Mohrenvolks erschlagen
So viel, daß man's nicht zählen kann noch sagen." - Ariosto

Kriegsverbrechen wurden immer an den Greueltaten der Türken und Tartaren gemessen [22]:
"Ward jede Frevelthat verübt, und schlimmer
Als was der Türke that und der Tartar,
Nicht auf Geheiß Venedig, das ja immer
Ein Muster der gerechten Tugend war,
Wohl aber von verruchten Händen grimmer
Soldaten, von Venedigs Mietlingsschar.
Das sag' ich nicht, weil sie die schöngepflegten
Gärten und Villen uns in Asche legten....

Unmenschlicher Sclavon, wer lehrte dich
Den Kriegsgebrauch? wo wird man Scythen finden,
Die den Gefangnen tödten, wenn er sich
Entwaffnen läßt und seine Hände binden?
Ward er ermordet, weil er ritterlich
Sein Land geschirmt? die Sonne müßt' erblinden,
Grausam Jahrhundert, das uns des Thyest
Und Atreus Greuel neu erstehen läßt....

Solch Beispiel glaub' ich, wie der Bösewicht
Gab nie ein Ritter in den alten Kriegen.
Die übten Höflichkeit und Ritterpflicht
Und waren grausam nie nach ihren Siegen.
Nicht nur mishandelt Bradamante nicht
Die Gegner, welche ihrem Speer erliegen,
Sie hält das Pferd noch dem gefallnen Mann
Und hilft ihm, daß er es besteigen kann." - Ariosto

Die Zeit war reif: "Gekommen war der Tag, die Heidenbrut für Raub und Mord zur Rechenschaft zu ziehen." Die Reconqista nimmt ihren Lauf "Wenn ihr erlauben wollt, erzähl' ich jetzt, wie Karl die Mohren vor die Thüre setzt." [23]
"Verlassen fast war König Agramant
In seiner größten Not; denn nach den Thoren
Von Arles hatte sich Marsil gewandt
Und auch Sobrin und viele von den Mohren.
Dort hatten sie sich eingeschifft; man fand,
Zu Lande sei die Rettung schon verloren;
Und viele Herrn und Ritter von den Heiden
Folgten sodann dem Beispiel jener beiden.

Doch kämpfte Agramant noch eine Weile,
Und als er endlich fand, es sei genug,
Warf er das Pferd herum und ritt in Eile
Dem nächsten Thore zu, und wie im Flug
Kam Rabican ihm nach, gleich einem Pfeile,
Mit Bradamante, die ihn spornt' und schlug,
Voller Begier, den König zu durchbohren,
Durch den sie ihren Roger fast verloren.

Marfisa folgt dem Agramant desgleichen,
Denn rächen will sie heut Trojans Verrat.
Und deutlich fühlt an ihren Sporenstreichen
Ihr flinker Renner, daß sie Eile hat.
Doch weder sie noch Bradamant' erreichen
Das Thor so schnell, um Agramant den Pfad
Nach Arles abzuschneiden, ihm zu wehren,
Daß er sich rett' auf seine Kriegsgaleren. 

Und wie zwei schöne junge Pantherinnen,
Die von der Koppel gehn zu gleicher Zeit
Und sehn die schnellen Hirsch' und Reh' entrinnen,
Und zum Verfolgen ist der Weg zu weit, –
Wie die erzürnt den Rückzug dann beginnen,
Gleichsam beschämt ob ihrer Langsamkeit,
So kehrten um die Mädchen, als der Heide
Lebendig in die Stadt kam, seufzend beide.

Doch machten sie nicht Halt; in das Gedränge
Der flieh'nden sprengten sie und hieben drauf.
Bei jedem Streich fiel rechts und links die Menge,
Und wer gefallen war, stand nimmer auf.
Gar schlimm geriet der Haufen in die Enge,
Denn nicht mehr rettete der schnellste Lauf,
Weil Agramant, um leichter zu entrinnen,
Das Thor der Stadt verschlossen hielt von innen.

Die Rhonebrücken hatt' er auch gesprengt.
Ach arme Plebs! in solchen Augenblicken,
Wo der Tyrann an seinen Vortheil denkt,
Da zählest du nicht mehr als Schaf' und Zicken.
Der eine hat die Scholle rot getränkt,
Der muß im Strom, der in der See ersticken.
Viel Todte giebt es, viel Gefangne nicht,
Weil allen fast das Lösegeld gebricht.

Welch eine Menge hier ihr Ende fand
In dieser letzten Schlacht auf beiden Seiten,
(Obschon die Rechnung äußerst ungleich stand
Und mehr der Mohren fiel in diesem Streiten
Durch Bradamante's und Marfisa's Hand,)
Das zeigt noch manche Spur in unsren Zeiten:
Bei Arles, wo die Rhon' in Sümpfe fällt,
Ist noch von Gräbern voll das ganze Feld.

Indeß erging von Agramant das Wort,
Daß alle großen Schiff' auslaufen sollten,
Und nur die leichtren ließ er noch im Port
Für Leute, die zu Schiff sich retten wollten.
Zwei Tage blieb er und nahm Leut' an Bord,
Auch weil es stürmt' und ihm die Winde grollten;
Am dritten Tag spannt' er die Segel aus
Und fuhr (so dacht' er wenigstens) nach Haus.

König Marsil, in großer Furcht, daß jetzt
Die Spanier noch die Zeche zahlen müßten
Und daß der finsterdroh'nde Sturm zuletzt
Herniederprasseln werd' auf seine Küsten,
Ward in Valencia schon an Land gesetzt
Und eilte seine Burgen auszurüsten
Und machte sich für jenen Krieg bereit,
Der ihn verderben sollt' in kurzer Zeit. 

Gen Afrika trägt Agramant die Flut
Mit schlechtbemannten Schiffen, die fast leer sind,
An Menschen leer, gefüllt mit Klag' und Wut,
Weil todt drei Viertel von dem ganzen Heer sind.
Der nennt ihn grausam, der voll Übermut,
Der toll, und wie es geht, wenn Zeiten schwer sind,
Sie alle sind ihm im geheimen gram,
Doch fürchten ihn, und Feigheit macht sie zahm.

Wohl öffnen ihren Mund zwei oder drei,
Die Freunde sind und auf einander bauen,
Und lassen den verborgnen Ingrimm frei.
Und er, der arme Fürst, lebt im Vertrauen,
Daß jeder ihn beklag' und treu ihm sei.
Und das geschieht ihm, weil er nichts zu schauen
Gewohnt ist als verstellte glatte Züge,
Nichts hört als Schmeichelei und Trug und Lüge.

Es war des afrikan'schen Königs Plan,
Nicht in Biserta's Hafen einzulaufen,
Denn dies Gestade, ward ihm kundgethan,
Sei schon besetzt vom Feind in starken Haufen.
Mehr oberhalb wollt' er der Küste nahn,
Um minder schwer die Landung zu erkaufen,
Und dann geradeswegs nach Hause gehn,
Um dem bedrängten Volke beizustehn. ...

Den Leuten Dudo's waren Kraft und Mut,
Mehr als gewöhnliche, von Gott verliehen.
Gekommen war der Tag, die Heidenbrut
Für Raub und Mord zur Rechenschaft zu ziehen.
Aus Näh' und Ferne trafen sie so gut,
Daß Agramant nicht wußte, wie entfliehen.
Von oben kömmt der Hagelsturm der Pfeile,
Von vorn die Schwerter, Haken, Spieß' und Beile." - Ariosto

Sogar Nordafrika wird von den Christen erobert, Bizerta im heutigen Tunesien: "Astolf und Roland, gute Christen beide, die niemals ohne Gott zum Kampfe gehn, erlassen an das ganze Heer Bescheide, man solle fasten und zum Himmel flehn und dann am dritten Tag im Waffenkleide, wann das Signal erfolge, fertig stehn, die Stadt zu stürmen". Die Mauren fliehen aus Europa, ihrem König "nachzufolgen nach den Mohrenreichen. Erst nach Arles, denn man hoffte, dort Steh' ihnen "zur Fahrt die Flotte zu Gebote. Kein Schiff lag auf dem Meer und keins im Port, und keine Mohren sah er außer todte." Der muslimische König Agramant ist verzweifelt: [24]
"Der König Agramant, der mit Sobrin
Geflüchtet war, sich von der Flotte trennend,
Weinte von fern um seines Reichs Ruin,
Als er Biserta sah am Ufer brennend.
Er fuhr heran, um Nachricht einzuziehn,
Und nun das Schicksal seiner Stadt erkennend,
Wollt' er sich tödten mit dem eignen Schwert,
Und thät' es, hätt' ihm nicht Sobrin gewehrt....

»Aegyptens Sultan, der dein Nachbar ist,
Wird dich mit Geld und Truppen unterstützen;
Denn daß in Afrika der stolze Christ
So mächtig werde, kann auch ihm nicht nützen.
Und Norandin, dem du verschwägert bist,
Wird alles thun, dich vor dem Fall zu schützen,
Türk', Araber, Armenier, Perser, Meder, –
Wenn du sie darum angehst, hilft dir jeder.« - Ariosto

Mit einem Heer von Kriegsgefangenen kommen die Christen aus Afrika zurück: "Von Königen der Mohren hatten sieben, da sie besiegt sich fanden in der Schlacht, capituliert mit ihren sieben Schiffen und standen weinend nun, von Schmerz ergriffen." 
"Dudo befand am Ufer sich, noch heute
Wollt' er zum Kaiser, und der fromme Held
Hatte die Kriegsgefangnen und die Beute
Als glänzenden Triumphzug aufgestellt.
Am Ufer standen die gefangnen Leute,
Umher die Nubier, vom Sieg geschwellt,
Die einmal übers andre Dudos Namen
Ausriefen, daß es Land und Meer vernahmen.

Als Roger kam, hielt er zuerst den langen
Triumphzug für das Heer des Agramant
Und trieb sein Pferd, Gewißheit zu erlangen.
Doch in der Näh' erkannt' er sie und fand
Den König Nasamona's kriegsgefangen,
Bambirag, Agricalt und Farurant,
Balaster, Manilart mit Rimedonten,
Die ihre Thränen nicht verhalten konnten." - Ariosto

Auch heute stehen die muslimischen Länder in Afrika, Asien und der Levante vor der Frage, wie sie aus dem Chaos herauskommen. Mit dem Islam ist es ihnen nicht gelungen und wird auch nicht gelingen. Einzelne muslimische Ritter, die früher "Den Saracenen und der schlimmen Bande" angehört hatten, haben erkannt: "Daß Christus Gott ist, Mahomed ein Wahn". Diese Ritter wollen die eroberten muslimischen Länder sogar den Afrikanern wieder zurückgegeben wenn sie den christlichen Glauben annehmen. Brandimart spricht "zum Agramant, der ihm befreundet war; Denn Brandimart war vormals mit den Scharen des Agramant nach Frankreichs Strand gefahren" [25]: 
"Sie grüßten sich und reichten sich die Hand;
Dann riet der Christ dem Heiden sehr zum Frieden,
Als guter Freund, mit Gründen voll Verstand,
Und zeigt' ihm, wie sie leicht den Kampf vermieden.
Er sagt' ihm zu, daß er das ganze Land
Vom Nil bis zu den Säulen des Alciden
Aus Rolands Hand zurückerhalten solle,
Wenn er Maria's Sohn anbeten wolle. 

»Ich war und bin in Lieb' euch zugethan;
Drum (sprach er) rat' ich euch, daß dies geschehe.
Herr, was ich rate, hab' ich selbst gethan,
Und folglich halt' ich es für gut. Ich sehe,
Daß Christus Gott ist, Mahomed ein Wahn,
Und führt' euch gern den Weg, den ich schon gehe.
Gern nähm' ich euch und alle Freunde mit
Auf diesen Weg des Heils, den ich beschritt.

»Da, Herr, liegt euer wahres Glück; fürwahr,
Kein andrer Rat kann euch zum Heil gereichen,
Am wenigsten, wenn ihr durch Fechten gar
Vom Sohne Milo's etwas wollt erreichen.
Denn der Gewinn des Siegs wird die Gefahr
Der Niederlage nicht entfernt begleichen.
Nicht viel gewinnt ihr, wenn ihr triumphirt.
Verlieren müßt ihr viel, wenn ihr verliert.

»Wenn Roland fallen sollt' und wir zugleich,
Die wir auf Tod und Leben mit ihm gingen,
Würd' etwa unser Tod das Königreich,
Das ihr verloren habt, euch wiederbringen?
Ihr könnt nicht hoffen, daß ein einz'ger Streich
Solch einen Umschwung mach' in diesen Dingen,
Daß Karl nicht Leute hätt', um alles Land
Zu hüten bis zum letzten Thurm am Strand.« - Ariosto

So wie heute die "Heidenkönige" davon nichts wissen wollen, so wurde Brandimart's Vorschlag "mit zorn'ger Stimme" vom Heidenkönig abgelehnt, weil er uneinsichtig war und sich nicht lossagen wollte "jener Rotte, meist ungläub'gen Hunden". Dennoch gab es immer mehr tapfere Heidenritter, denen die Lehren "Der wahren christlichen Religion" gedeutet wurden, "Daß Christus Gott ist, Mahomed ein Wahn" [26]:
"Der Jüngling schwamm, mit Händen und mit Füßen
Das Wasser spaltend, durch das graus'ge Meer.
So feindlich Wind und Brandung ihn begrüßen,
Bedrängt ihn sein Gewissen doch noch mehr.
Er fürchtet, Christus laß' es heut ihn büßen,
Daß er die Tauf' in reiner Flut vorher
So sehr verschob, und er beginnt zu zittern,
Daß Gott ihn taufen woll' in dieser bittern. 

Was er der Braut versprochen, alt' und neue
Gelübde fallen jetzt ihm wieder ein,
Was er Rinalden jüngst auf Eid und Treue
Geschworen und versäumt hat hinterdrein.
Fünfmal und zehnmal bittet er voll Reue,
Gott möge heut ihm seine Schuld verzeihn,
Und schwört mit gläubigem, aufricht'gem Sinne,
Ein Christ zu werden, wenn er heut entrinne,

Und nie das Schwert zu ziehn, den Speer zu senken,
Um Heiden gegen Gläub'ge beizustehn,
Zurück nach Frankreich seinen Schritt zu lenken
Und huldigend zum Kaiser Karl zu gehn,
Nie wieder Bradamante's Herz zu kränken,
Aufs Ziel der Liebe redlich loszugehn.
Und wunderbar, kaum ist der Schwur zu Ende,
So schwimmt er leicht, es wächst die Kraft der Hände.

Es wächst die Kraft und mit der Kraft das Wagen.
Er schlägt die Wellen und verdrängt sie gut;
Die Wellen schlägt er, die einander jagen,
Bald steigend, bald sich senkend mit der Flut.
So, auf und ab, wird er dahingetragen,
Bis dann sein Fuß auf festem Boden ruht,
Und triefend, an der Seite, wo geneigter
Der Felsen abfällt, aus dem Wasser steigt er. 

Die andern alle, die ins Wasser sprangen,
Waren vom Meer besiegt und blieben da;
Nur Roger sollt' ans öde Riff gelangen,
Wie durch die Gnade Gottes nun geschah.
Dann, als er oben war, der Flut entgangen,
Auf nacktem Stein, trat neue Furcht ihm nah,
Gebannt zu bleiben an die schmale Stätte,
Wo nichts ihn vor dem Hungertod' errette.

Doch ungebeugten Herzens und gefaßt,
Zu dulden, was der Himmel ihm verhänge,
Stieg er geradeswegs und ohne Rast
Zur Höh' empor die harten Felsenhänge.
Gestiegen war er hundert Schritte fast,
Da – welk von Alter und des Fastens Strenge –
Naht' ihm ein Mann im Eremitenkleid,
Ehrwürdig und ein Bild der Frömmigkeit.

»Saul«, rief der Alte nähertretend, »Saul,
Weshalb verfolgst du mich und meine Frommen?«
(Wie damals Gott gesagt hat, als Sanct Paul
Den Schlag des Heils empfing, wie wir vernommen.)
»Das Fährgeld zu bezahlen, warst du faul
Und hofftest dennoch übers Meer zu kommen;
Doch Gottes Arm ist lang und holt dich ein,
Da du gedachtest ihm entrückt zu sein.« 

Und eifrig fuhr der fromme Klausner fort,
Der Nachts zuvor durch göttliche Gesichte
Erfahren hatte, daß nach diesem Port
Sich Rogers Fahrt durch Gottes Fügung richte,
(Und auch sein Leben bis zum Tod durch Mord,
Vergangne wie zukünftige Geschichte,
Hatt' ihm der Himmel offenbart, nicht minder
Rogers Geschlecht, die Söhn' und Kindeskinder,) –

Der fromme Mann fuhr fort ihn anzuklagen
Und dann zu trösten. Erst verklagt' er ihn,
Daß er gesäumt die leichte Last zu tragen
Und sich dem sanften Joch zu unterziehn,
Und statt, solang' er frei war, ja zu sagen,
Als Christus bittend ihn zu rufen schien,
Mit schlechtem Anstand nun erst in sich gehe,
Da er ihn mit der Peitsche kommen sehe.

Dann tröstend sprach er, denen, die bereuten,
Verschließe nicht den Himmel Gottes Sohn,
Und sagt' ihm von dem Weinberg und den Leuten,
Die allesamt empfingen gleichen Lohn.
So fromm bemüht, die Lehren ihm zu deuten
Der wahren christlichen Religion,
Lenkt' er zur Klause langsam seine Schritte,
Die ausgehöhlt war in des Felsens Mitte.

Ein Kirchlein, dessen Thür gen Morgen schaut,
Steht oberhalb der Eremitenzelle,
Bequem genug und zierlich aufgebaut.
Ein Dickicht steigt herab von der Capelle,
Lorbern, Wachholder, Heidelberenkraut
Und fruchtbeladne Palmen, bis zur Welle,
Und stets befeuchtet es die Flut des Quells,
Der murmelnd niederrieselt vom Gefels.

Beinahe schon seit vierzig Jahren saß
Der Klausner auf dem Riff, vom Meer umgeben,
Das Gott als gute Zuflucht ihm erlas
Für ein zurückgezogen heilig Leben.
Nur reines Wasser trank der Greis und aß
Die Früchte, die verschiedne Pflanzen geben,
Und frisch und rüstig, ohne Leid und Last
Bracht' er es so auf achtzig Jahre fast.

Der Alte schob ins Feuer einen Scheit
Und brachte Früchte mancherlei zur Speise,
Und Roger trocknete sich Haar und Kleid
Und stärkte sich. Dann auf bequeme Weise
Lernt' er an diesem Ort der Christenheit
Erhabene Mysterien von dem Greise,
Und an dem reinen Quell vollzog im Laufe
Des nächsten Tags der Alt' an ihm die Taufe." - Ariosto

Eine neue Medizin ist durch das Christentum möglich - auch Muslime, die sich von Mohammed und seiner Lehre trennen um "Christus den lebend'gen zu bekennen", können daran teilhaben. Verwundete Christen werden gebracht: "Ans harte Riff und nach der heil'gen Zelle, der heil'gen Zelle, zu demselben Mann, der Roger tauft', als er dem Sturm entrann." [27]
"Der Knecht des Herrn, dem alle Engel dienen,
Begrüßte Roland und die ganze Schar
Und segnete sie rings mit frohen Mienen
Und frug nach ihrer Drangsal und Gefahr,
Obwohl ihr Kommen ihm, eh sie erschienen,
Von himmlischen Heroen gemeldet war.
Roland versetzt', er sei ans Land gegangen,
Um für den Schwager Hilfe zu erlangen,

Der, als er focht für Gott mit seinem Schwerte,
In schwere Leibesnot geraten sei.
Der Greis benahm die Furcht ihm und erklärte,
Er mach' ihn bald von allem Schaden frei.
Und weil er heilender Tinctur entbehrte
Und jeder andren menschlichen Arznei,
Ging er ins Kirchlein, um zu Gott zu beten,
Und voll Vertraun sah man heraus ihn treten. 

Und sieh, im Namen Gottes des Dreiein'gen,
Vaters und Sohns und Geistes, gab er dann
Dem Kranken seinen Segen. O, den sein'gen
Giebt Christus eine Kraft, die alles kann!
Der Schmerz ließ ab den lahmen Fuß zu pein'gen,
Der plötzlich ganz gesund ward und fortan
Noch rüst'ger als zuvor war, noch gesunder.
Zugegen war Sobrin bei diesem Wunder.

Sobrin, mit dem es täglich schlimmer stand,
Seit er verwundet ward bei jenem Rennen,
Sah, wie das Wunder von des Mönches Hand
Verrichtet ward, und völlig sich zu trennen
Beschloß er von Macon und Trivigant
Und Christus den lebend'gen zu bekennen,
Und bat mit gläub'ger Inbrunst, Gott zur Ehre
Ihn einzuweihn in unsre heil'ge Lehre.

So tauft' ihn denn der Mönch und gab sogar
Ihm seine Kraft zurück durch brünstig Flehen.
Die Freude Rolands und der andren war
Ob der Bekehrung, die an ihm geschehen,
Nicht minder groß als jene, der Gefahr
Des Übels Oliver entrückt zu sehen.
Doch Roger hatt' am meisten sich gefreut,
Und mächtig wuchs sein Glaub' und Eifer heut. 

Seit Roger sich gerettet aus dem Boot,
War er geblieben unter diesem Dache.
Sanft redete, wie ihm der Geist gebot,
Der Greis den Kriegern zu, stets auf der Wache
Und Hut zu sein, um rein von Schlamm und Kot
Dahin zu gehn durch diese todte Lache,
Die Leben heißt und Narren so gefällt,
Und stets emporzuschaun zu jener Welt.

Vom Schiff ließ Roland Brot und Wein indessen
Und Schinken holen, und den Klausner nun,
Der, seit er sich an Obst gewöhnt, vergessen,
Wie Schnepfen riechen und gebratnes Huhn,
Ließ er, aus Mitleid, Fleisch mit ihnen essen,
Wein trinken, kurzum thun, was alle thun.
Nachdem sie sich bei Tisch getröstet, fingen
Die Herrn zu reden an von vielen Dingen.

Und wie denn oft, wenn Wort an Wort sich reiht,
Ein Ding das andre zeigt, zufäll'ger Weise,
So merkten die drei Franken mit der Zeit,
Daß dieser Roger, der mit ihnen speise,
Derselbe Roger sei, deß Tapferkeit
Die ganze Welt einmütig lob' und preise.
Denn auch Rinald hatt' erst ihn nicht erkannt,
Der ihm bei Arles gegenüberstand. 295

Sehr wohl erkannt hatt' ihn König Sobrin,
Sobald sie in das Haus des Klausners traten,
Der aber hielt, weil eine Täuschung ihn
Misleiten könnte, Schweigen für geraten.
Als nun den andern außer Zweifel schien
Daß dies der Roger sei, von dessen Thaten
Und edler Sitt' und hoher Tapferkeit
Die ganze Welt erfüllt sei weit und breit,

Und daß er kürzlich Christ geworden sei,
Erhoben sie sich mit vergnügten Mienen.
Die Hand zum Gruße reichten ihm die drei;
Er ward umarmt und ward geküßt von ihnen.
Vor allen drängte sich Rinald herbei,
Ihm liebes anzuthun und ihm zu dienen.
Weshalb er's that? im nächsten Buche sollt
Ihr es erfahren, wenn ihr's hören wollt." - Ariosto

Als sicher war, dass Afrika und die Levante von Christen regiert wurden: "Und als vor afrikanischen Gefahren Frankreich nun sicher war für alle Zeit, macht' er des Nubierkönigs Kriegerscharen zur Heimkehr in ihr Vaterland bereit auf eben jenem Weg, den sie gekommen, als er sie nach Biserta mitgenommen. Die christlichen Helden werden geehrt: [28]
"Karl hatte von Sicilien schon Bericht:
Die beiden Kön'ge todt, Sobrin gefangen,
Gefallen Brandimart; und minder nicht
Hatt' er von Rogers Taufe Kund' empfangen.
Sein Herz war froh und froh sein Angesicht;
Die Last, die fürchterliche, war vergangen,
Die schwer auf seinen Schultern lag, als würde
Er nimmer sich aufrichten von der Bürde.

Um sie zu ehren, die er dankbar pries
Als beste Stützen seiner heil'gen Krone,
Schickt' er den Adel Frankreichs aus und ließ
Von diesem sie empfangen an der Saone.
Dann kam er selbst entgegen aus Paris,
Um ihn die Könige, Fürsten und Barone,
An seiner Seite, herrlich anzuschauen,
Die Kaiserin, umringt von schönen Frauen.

Der Kaiser, strahlend jetzt vor Wohlgefallen,
Die Paladine, Ritter, Clerisei,
Die Freunde, die Verwandten, die Vasallen
Begrüßten Roland und die andren drei.
Mongran' und Claramont! hört man erschallen.
Kaum war's mit den Umarmungen vorbei,
Als Roland, Oliver, Rinald sich nahten
Und Roger führend vor den Kaiser traten 

Und ihn und seines Vaters Namen nannten,
Vater und Sohn an Kraft und Tugend gleich.
Und wahrlich, unsre Legionen kannten
Sein kühnes Herz und seines Armes Streich.
Marfisa kam indeß mit Bradamanten,
Ein edles Paar, an Schön' und Anmut reich,
Die Schwester ihre Arm' um Roger breitend,
Die andre scheu und sittsam sie begleitend.

Roger besteigt sein Roß, wie Karl begehrt,
(Denn ehrerbietig war er abgestiegen,)
Und reitet mit dem Kaiser Pferd an Pferd,
Und jede Ehre, die nach hohen Siegen
Ein Held erwarten kann, ward ihm gewährt.
Daß er sich taufen ließ, blieb nicht verschwiegen;
Denn kaum betrat der Graf das trockne Land,
So ward die Botschaft an den Hof gesandt.

Mit großem Jubel und Triumphgepränge
Zieht in die Hauptstadt das gesamte Heer,
Die lustig grünt im Schmuck der Laubgehänge.
Die Pferde gehn auf Teppichen einher.
Ein Blumenschauer regnet ins Gedränge
Über die Sieger, um die Sieger her,
Den Mädchen, schöne Frau'n mit vollen Händen
Aus Fenstern und von Söllern niedersenden. 

In allen Straßen, wo die Helden reiten,
Stehn Pforten und Trophäen zum Empfang
Mit Bildern von den Kriegsbegebenheiten
Und von Biserta's Brand und Untergang,
Auch manches Schaugerüst für Lustbarkeiten,
Für Bühnenspiel und Masken und Gesang,
Und aller Orten prangt in goldnen Lettern
Die wahre Inschrift: unsres Reichs Errettern!

Beim Schalle der Trompeten und Schalmein,
Bei Harmonieen kriegerischer Klänge,
Beim Händeklatschen, Lachen, Jubelschrein
Des Volkes, dem die Straße ward zu enge,
Zog in das Schloß der große Kaiser ein,
Woselbst er nun noch manchen Tag der Menge
Der Gäste gütlich that mit Schmaus und Tanz,
Turnier und Possenspiel und Mummenschanz." - Ariosto

Immer wieder Probleme mit Leuten, die das nicht haben: "Vernunft und Weisheit, seltne Gaben, die wen'ge nur von Gott empfangen haben" 
"An allen Gütern, die der Fleiß erreichen,
An allem, was Natur uns geben kann,
Besitzt er seinen Antheil, und so reichen,
Wie ihn kein andrer Sterblicher gewann.
An Schönheit müssen ihm die schönsten weichen,
An Kraft besiegt ihn kaum ein zweiter Mann,
An Edelmut, an wahrem Königsglanz
Gebürt wohl keinem mehr als ihm der Kranz.

Jedoch der Pöbel, der die Lorberreiser
Nach seiner Laune zu- und aberkennt,
(Und alles, bis auf eine Anzahl Weiser
Zähl' ich zu dem, was man den Pöbel nennt,
Von dem auch Päpste, Könige und Kaiser
Nicht Kron' und Scepter noch Tiara trennt,
Sondern Vernunft und Weisheit, seltne Gaben,
Die wen'ge nur von Gott empfangen haben,) 

Nun dieser Pöbel also, wollt' ich sagen,
Der nichts verehrt als nur Besitz und Geld
Und nicht nach andren Dingen pflegt zu fragen
Und ohne Reichtum nichts in Ehren hält,
Nicht höchste Schönheit, heldenmüt'ges Wagen,
Nicht Körpers Kraft, nicht größte Kunst der Welt,
Nicht Geist noch Tugend, – der ist mächt'ger eben
In diesem unsren Fall als sonst im Leben." - Ariosto
 
 

____________
[1] Vgl. Kurs Nr. 556 - Torquato Tasso. Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Vgl. Kurse Nr. 557 - Ariosto und Nr. 544 Staats- und Rechtslehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[3] Vgl. Kurse Nr. 557 - Ariosto, Nr. 505 Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung, Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 545 Sittenlehre, Nr. 512 Novalis, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance. Akademie der Kunst und Philosophie
[4] Siehe Kurse Nr. 557 - Ariosto, Nr. 505 Schopenhauer. Akademie der Kunst und Philosophie
[5]  Vgl. Anm. 4 und Kurse Nr. 558 - Calderon, Nr. 545 Sittenlehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[6] Nicht nur Rom beschützt die Christenheit, "die Hauptstadt aller christlichen Völker. Der Spanier und Franzose, jeder ist da zu Hause. Wer zur Christenheit gehöret, sie sei wo sie wolle, ist ein Prinz in diesem Staate. Keinem Ort auf der Erde hat der Himmel so viele Gunst und Beständigkeit gegönnet." (Montaigne), auch ein Gralsrittertum schützt die bedrängte Christenheit. Siehe Kurse Nr. 557 - Ariosto, Nr. 559 - Wolfram von Eschenbach, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur in Frankreich, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[7] Nicht nur Montaigne ist erstaunt über diejenigen, die sich durch des "Mahomets Possen haben hinter das Licht führen lassen. Ihre Leidenschaft betäubt völlig ihre Sinnen und ihren Verstand... Ich komme daher auf die Gedanken, daß diese Eigenschaft von den gemeinen Irrtümern unzertrennlich ist. Wenn sich der erste aufmacht, drängen sich die Einbildungen; und folgen dem Winde, wie die Wellen. Man gehört nicht zu dem Haufen, wenn man sich desselben entschlagen kann, wenn man nicht den gemeinen Weg geht. Allein, gewiß, man tut den gerechten Parteien Schaden, wenn man ihnen durch Betrügereien helfen will" (Montaigne). Siehe Kurse Nr. 557 - Ariosto, Nr. 559 - Wolfram von Eschenbach, Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie
[8] Siehe Kurse Nr. 557 - Ariosto, Nr. 512 Novalis, Nr. 559 - Wolfram von Eschenbach, Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie
[9] Der Papst Innozenz III. hat die Katharer vernichtet und den verhängnisvollen Kreuzzug gegen Konstantinopel initiiert. Vgl. Kurse Nr. 557 - Ariosto, Nr. 559 - Wolfram von Eschenbach, Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie
[10] "Man glaubt vernünftig zu urteilen, weil eine Menge unvernünftiger Leute so urteilet" (Augustinus, de Civitate Dei); zur heilsgeschichtlichen Verheißung vgl. Kurse Nr. 564 Aurelius Augustinus, Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie
[11]  Vgl. Kurs Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie
[12] Siehe Anmerk. 11 und  Kurs Nr. 509 Philosophie der Freiheit. Akademie der Kunst und Philosophie
[13] Siehe Anmerk. 10 und 11sowie Kurs Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie. Akademie der Kunst und Philosophie
[14] Siehe Anmerk. 9 und 10 sowie Kurs Nr. 506 Wladimir Solowjew: Europa im 21. Jahrhundert. Akademie der Kunst und Philosophie
[15] Mehr zur Reconquista in Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance. Akademie der Kunst und Philosophie
[16] Zu den Methoden der muslimischen Sarazenen siehe Kurse Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur,Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance. Akademie der Kunst und Philosophie
[17] Siehe Anmerk. 11 und Kurs Nr. 559 - Wolfram von Eschenbach. Akademie der Kunst und Philosophie
[18] Zur "amateurischen" Auslegung des Christentums und des Islams siehe Kurse Nr. 512 Novalis, Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik. Akademie der Kunst und Philosophie
[19] "Sie haben den Busen und die Hände voll Citationen, Bittschriften, Verhöre, Acten, und Vollmachten. Sie sind mit ganzen Säcken Glossen, rechtlichen Bedenken, und Protokollen beladen, die das arme Volk in den Städten niemals in Sicherheit lassen: und sind vorn und hinten, und auf beiden Seiten, mit Notarien, Prokuatoren, und Advokaten umgeben, die sie niemals verlassen." (Ariosto); "Durch vieles Klügeln verirrt man sich selbst." Francesco Petrarca. Weitere Literatur in: Kurs Nr. 557 - Ariosto. Akademie der Kunst und Philosophie
[20] 2 Korinth. I,12
[21] "Ich glaube, dass Orlando den übrigen Teil dieses Winters durch merkwürdige Taten getan hat. Allein, sie sind bisher so unbekannt geblieben, dass es meine Schuld nicht ist, wenn ich sie gegenwärtig nicht erzähle. Orlando ist stets mehr bereit gewesen, schöne Taten zu tun, als sie bekannt zu machen: und niemals ist eine von seinen Handlungen ausgekommen, wenn er nicht Leute um sich gehabt hat, welche Zeugen davon gewesen sind." (Ariosto); Weitere Literatur in: Kurs Nr. 557 - Ariosto. Akademie der Kunst und Philosophie
[22] Zu den Greueltaten der Türken und Tataren siehe Kurse  Nr. 557 - Ariosto, Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 506 Wladimir Solowjew: Europa im 21. Jahrhundert. Akademie der Kunst und Philosophie
[23] Zur Reconquista siehe Anmerk. 15 
[24] Siehe Anmerk. 23 
[25] Viele, die früher "den Saracenen und der schlimmen Bande" angehört hatten, haben erkannt: "Daß Christus Gott ist, Mahomed ein Wahn" (Ariosto) und sind damit weiter als einige Bischöfe und Politiker in Europa! Siehe Ankmerk. 18
[26] Auch heute gibt es "Heidenkönige", die vom Christentum nichts wissen wollen und sich nicht lossagen wollen von "jener Rotte, meist ungläub'gen Hunden" (Ariosto). Dennoch gab es tapfere Heidenritter, denen die Lehren "Der wahren christlichen Religion" (Ariosto) gedeutet wurden, "Daß Christus Gott ist, Mahomed ein Wahn", wie zum Beispiel Feitefiß im Parzival. Siehe auch Anmerk. 6
[27] Eine neue Medizin ist durch das Christentum möglich - auch Muslime, die sich von Mohammed und seiner Lehre trennen um "Christus den lebend'gen zu bekennen" (Ariosto), können daran teilhaben. Siehe Anmerk. 6 und Kurse/ Ausbildung Nr. 161 alternative Medizin und Bienentherapie. Forschungszentrum Bienentherapie
[28] Nicht nur Ariosto, auch Wolfram von Eschenbach sieht voraus, dass das muslimisierte Asien und Afrika sich wieder christianisiert. Siehe Anmerk. 6.
 
 

Hier kannst Du Dich direkt für den Fernkurs registrieren 
oder Mitglied der Akademie der Kunst und Philosophie werden 
Allgemeine Infos zu den Kursen

Registration form
How to support the Academy of Arts and Philosophy
More Info
 

Folge uns in den sozialen Netzwerken:

Kunst und Architektur der Renaissance | Gothische Kunst und Architektur | Romanische Kunst und Architektur | Byzantinische Kunst und Architektur | Perugino | Raffael | Albrecht Dürer | Botticelli | Girolamo dai Libri | Ghirlandaio | Defendente Ferrari | Borgognone | Pinturicchio | Piero della Francesca | Mantegna| Fra-Angelico | Benozzo Gozzoli | Jan van Eyck | El Greco | Correggio | Murillo

Miguel de Cervantes | William Shakespeare  | Sir Walter Scott | Plato | Aristoteles | Johann Wolfgang von Goethe | Friedrich Schiller | Friedrich HölderlinNovalis | Arthur Schopenhauer | Matthias Claudius | Johann Gottlieb Fichte | Friedrich Wilhelm Joseph Schelling | Georg Wilhelm Friedrich Hegel | Wladimir Solowjew | Fjodor M. Dostojewskij | Gottfried Wilhelm Leibniz | St.Thomas Aquinas | Johannes Scottus Eriugena | St. Augustinus | Meister Eckhart | Angelus Silesius | Dante Alighieri | Torquato Tasso | Ariosto | Calderón de la Barca | Rousseau | Walter von der Vogelweide | Wolfram von Eschenbach

Save Beecolonies | Natural Apitherapy Council
Api / Science Review Letters
Akademie der Kunst und Philosophie / Academy of Arts and Philosophy
Michael Thiele College of Alternative Medicine and Bee Therapy
Forschungszentrum Bienentherapie | Apitherapy Research Centre
Centre for Ecological Apiculture / Apitherapy
Zentrum fuer wesensgemaesse Bienenhaltung



Copyright © 2012-2017 Akademie der Kunst und Philosophie
Letzte Bearbeitung:27.01.2017