Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

Nr. 627 

St. Basilius der Große / San Basilio de Cesarea (ca. 330 -1 de enero, 379), llamado Basilio el Magno 


"Von da ging er, vom heiligen Geiste geleitet, nach Cäsarea in Kappadozien, und sah den großen Basilius, den Mund der Kirche, die goldene Nachtigall der Gelehrsamkeit. Als ihn der Greis sah, begann er ihn mit vielen lobpreisenden Worten zu ehren. Denn mit dem durchdringenden Auge der Seele sah er eine glänzende Taube auf seiner rechten Schulter sitzen, die ihm Reden der Weisheit mitteilte, und sah ihn diese dem Volke vortragen. Von der ihn belehrenden und von ihm verehrten Taube eingeweiht, nahm er seine Ankunft wahr und erkannte, dass es Ephräm der Syrer sei."  St. Gregor v. Nyssa über St. Basilius 
Basil of Caesarea

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:
 

Basilius’ Geburt fiel in eine Zeit der Umbrüche. Sein Großvater war in der Christenverfolgung unter Diokletian als Märtyrer gestorben, siebzehn Jahre vor seiner Geburt hatte Konstantin der Große gemeinsam mit seinem Mitkaiser Licinius die Mailänder Vereinbarung getroffen, fünf Jahre vor seiner Geburt hatte das erste ökumenische Konzil von Nicäa stattgefunden, auf dem Arius, der Gründer des Arianismus, verurteilt worden war. In den Jahren nach dem Konzil brachte jedoch der Arianismus sowohl den kaiserlichen Hof als auch die Mehrheit der führenden Bischöfe auf seine Seite. So gab es politischen Druck, sich zum Arianismus zu bekennen, und sogar gezielte Verfolgung von trinitarischen Bischöfen und Gläubigen. Trinitarier wie Athanasius von Alexandria oder Hilarius von Poitiers wurden in vielen Fällen in die Verbannung geschickt. In den fünfziger Jahren des vierten Jahrhunderts wurden die meisten christlichen Kirchen von arianischen Bischöfen kontrolliert. Es war zwar nicht mehr gefährlich, Christ zu sein, aber es war riskant, sich in einer einflussreichen Stellung zum Bekenntnis von Nicäa (Nicaenum) zu bekennen. [1]

370 wurde Basilius vierzigjährig zum neuen Erzbischof von Caesarea ernannt, eine einflussreiche Position nicht nur in Kappadokien, sondern in der ganzen Provinz Pontus: Caesarea war damals eine Stadt mit 400.000 Einwohnern, und der Metropolit von Caesarea hatte 50 Bischöfe unter sich. Die Ernennung geschah nicht ohne Opposition, insbesondere vonseiten der (arianischen) Provinzregierung, die keinen Wert auf einen starken trinitarischen Bischof legte. Ohne die Unterstützung des alten Bischofs Gregor von Nazianz, der sich in einer Sänfte nach Caesarea tragen ließ, weil er nur so reisen konnte, wäre sie kaum erfolgt. [2]

Kaiser Valens reiste 371 von Konstantinopel nach Antiochia, entschlossen, unterwegs alle trinitarischen Bischöfe abzusetzen. Als Vorhut kam der kaiserliche Präfekt Modestus, der die Bischöfe vor die Wahl zwischen Kommunion mit den Arianern oder Absetzung stellte, nach Caesarea und befahl den Bischof zu sich. Bei Basilius fruchteten seine Argumente jedoch nichts, wie Gregor von Nazianz schildert. Als der kaiserliche Präfekt ihm darauf mit Güterentziehung, Verbannung, Marter und Tod drohte, antwortete der Bischof unerschrocken: „Sonst nichts? Von all diesen trifft mich nicht eines. Wer nichts besitzt, dessen Güter können nicht eingezogen werden, außer du verlangst meine zerlumpten Kleider und die wenigen Bücher, die ich besitze. Verbannung kenne ich nicht, denn ich bin überall auf Gottes weiter Erde zu Hause. Marter kann mir nichts antun, da ich so krank bin, dass ich schnell daran sterben würde. Der Tod aber ist mir willkommen, denn er bringt mich schneller zu Gott.“ Sichtlich beeindruckt erwiderte der Vertreter des Kaisers: „Noch niemand hat es gewagt, mit mir in solcher Freimut zu sprechen.“ Darauf antwortete Basilius: „Dann hast du wohl noch nie einen richtigen Bischof gesehen!“ [3]

372 kam Kaiser Valens selbst nach Caesarea, da der Bischof sich als Haupthindernis für seine pro-arianische Politik erwies. Basilius ließ sich auch jetzt nicht überzeugen, und er hatte zu viel Einfluss, als dass man ihn außer Acht lassen konnte. Der Kaiser wollte ihn ins Exil schicken, verzichtete dann aber darauf; gemäß Gregor von Nazianz, weil Basilius für Valens' sterbenskranken Sohn Galates gebetet hatte, möglicherweise aber auch, weil es bei dem Ansehen, das Basilius in Caesarea hatte, nicht ratsam war, scharf gegen ihn vorzugehen. Immerhin versuchte der Kaiser, die Position von Basilius dadurch zu schwächen, dass er die Provinz Kappadokien teilte, um so das bischöfliche Wirkungsgebiet zu verkleinern. Die Reaktion von Basilius war, dass er seinen Freund und seinen Bruder zu Bischöfen ernannte, um seinen Einflussbereich zu festigen (was ihm keiner der beiden Bischöfe mit Namen Gregor, die beide für ein solches Amt nicht sehr geeignet waren, je ganz verziehen hat). [4]

Basilius versuchte, den Bischöfen im Westen, insbesondere Papst Damasus I., das Problem klarzumachen, welches der Arianismus im Osten darstellte, fand aber wenig Unterstützung, da Rom ziemlich weit weg von der östlichen Politik entfernt war. In einigen seiner Briefe kritisiert er das Unverständnis des Westens mit scharfen Worten. Seine Briefe aus dieser Zeit erzählen von Kämpfen um die Einheit in der Kirche, von Angriffen und Intrigen gegen ihn selbst, denen er öfter mit Ironie begegnete, von dogmatischen Feinheiten und Ermutigungen für neue Bischöfe, immer wieder aber auch von seiner eigenen schlechten Gesundheit. Daneben kümmerte sich Basilius um praktische Gerechtigkeit und gründete z.B. in Caesarea einen neuen Stadtteil aus Spitälern und Altersheimen, die als Weltwunder bezeichnet wurden. [5]

373 starb Athanasius, Bischof von Alexandria, der neben Basilius ein wesentliches Bollwerk gegen den Arianismus gewesen war, und die Angriffe gegen Basilius verschärften sich. Ihn selbst wagte der Kaiser nicht anzugreifen, aber 375 wurde sein Bruder Gregor von Nyssa verbannt. In dieser Zeit verfasste Basilius sein großes Asketikon, bis heute die Mönchsregel für die orthodoxen Kirchen, und seine Abhandlung über den heiligen Geist. Die Liturgie von Basilius ist heute noch an Festtagen in der orthodoxen Kirche in Gebrauch. 378 predigte er in der Fastenzeit das Hexaemeron , seinen Predigtzyklus über die Schöpfungsgeschichte, in dem er auch zeigt, dass er sich in der Naturwissenschaft seiner Zeit gut auskennt. Während manches darin aus der heutigen Zeit amüsant erscheint, erklärt er aber auch einem Publikum, das größtenteils aus einfachen Handwerkern besteht, anschaulich, wie der Regen aus Wolken entsteht (Vergleich mit dem Wasserkessel über dem Feuer im eigenen Hause) und dass der Tidenhub in der Nordsee wesentlich größer als im Mittelmeer ausfalle. In diesem Jahr starb Valens, und sein Nachfolger wurde Gratianus, der trinitarische Kaiser aus dem Westreich. Die verbannten Bischöfe kehrten zurück, in Caesarea herrschte Ruhe und für die Gesamtkirche gab es Aussicht auf Frieden. Basilius, der seit Jahren bei schlechter Gesundheit war und immer wieder mit seinem Tod gerechnet hatte, starb am 1. Januar 379. Sein Tod galt als Unglück für die Allgemeinheit und er wurde nicht nur von den Christen, sondern ebenso von den Juden und Heiden in Caesarea betrauert. [6]

Gregor von Nyssa schreibt über Basilius: er betrachtet den, der durch seine Weisheit die Heiligen gekrönt hat; er ist ein Mann, "dessen Bewunderung dem Erdkreise gemeinsam ist, eine zuverlässige Richtschnur in christlicher und heidnischer Wissenschaft, eine Zierde der Weltweisheit, ein schwer zu erreichendes Vorbild für Bischöfe, ein Lehrer, in dem Wort und Tat in Einklang stehen, dessen Ehre bei allen Menschen unbestritten ist, ausser bei Denen, die selbst Christum lästern. Denn wie Niemand bestreitet, dass die Sonne erleuchte und erwärme, so wird auch Niemand bestreiten, dass der große Basilius mit jeder Schönheit der Tugend geziert sei. Er ist ein erhabener Lobredner der Erhabenen, ein heiliger Diener der Heiligen, der nach der ihm verliehenen Kraft den Siegern den Ehrenpreis entrichtet. Ich aber muss nicht deshalb schweigen, weil er zuerst das Ausserordentliche in großartiger Weise verkündet hat. Denn ich beabsichtige jetzt nicht einen Wettkampf mit dem früheren Redner, sondern es ist mir um den Nutzen meiner Zuhörer zu tun. Es nützt aber notwendig Jeder, wie er es vermag, indem den Genuss des Größeren die Reicheren verschaffen. Die vierzig Krieger also waren ihrem Stande nach Soldaten des römischen Kaisers, ihrem Glauben nach Christen und fromme Verehrer Gottes. Da aber der damalige Machthaber zu den Götzendienern gehörte, ließ er, indem die Dämonen ihn zu diesem harten Beschluss verleiteten, durch ein neues Gesetz und Decret die Christen verfolgen, indem er befahl, dass alle Untertanen entweder den Dämonen Weihrauch opfern oder, wenn sie das nicht tun wollten, zum Tode verurteilt werden, und vor dem Tode am ganzen Körper viele Misshandlungen leiden sollten. Damals nun, damals benützten die Seligen die Grausamkeit des Tyrannen und das gottlose Gesetz, um eine Probe ihres Heldenmutes zu geben und indem sie sich von den übrigen Soldaten losrissen und eine auserlesene christusfreundliche Schaar bildeten, die von der Macht des Geistes angeführt wurde, widersetzten sie sich offen den gottlosen Decreten und verkündeten alle einstimmig wie aus einem Munde unsern Glauben, indem sie erklärten, sie kümmerten sich wenig um dieses vergängliche Leben und wollten ihre Leiber den mannigfachen Gattungen von Strafen ausliefern. Als nun der Diener des gewalttätigen Gesetzes, ein noch größerer Tyrann, von der Widerspenstigkeit der Heiligen hörte, suchte er eine Strafe ausfindig zu machen, die ihrem Mute das Gleichgewicht hielte, und ersann für die unfügsamen Gemüther ein neues unerhörtes Einschüchterungsmittel. Drohe ich ihnen mit dem Schwerte, denkt er bei sich, so ist die Furcht zu gering, um sie zu erschüttern, und sie werden sich nicht beugen. Denn es sind Männer, die von Kindheit auf unter den Waffen lebten und das Schwert zu tragen gewohnt sind. Wenn ich mit anderen Peinen auf sie eindringe, so werden sie mutig Stand halten, da sie mit Schlägen und Wunden wohl vertraut sind. Auch das Feuer ist für Leute von so widerspenstigem Sinne nicht furchtbar. Deshalb musste er eine Strafe erfinden, die mit brennender Heftigkeit des Schmerzes einen langsamen schleppenden Verlauf verbände. Was beschloss nun mit solcher Besorgtheit der Erfinder des Bösen gegen die Heiligen? Durch ernstes Nachdenken geriet er auf eine Qual in freier Luft, zu welcher die Jahreszeit und das Land ihm behilflich waren. Denn die Zeit war der Winter, der Ort aber Armenien, das euch bekannte rauhe Nachbarland, das seinen Bewohnern nicht einmal die heisse Jahreszeit bringt, sondern mit genauer Not so viel Wärme annimmt, als nöthig ist, um die Ähre zur Reife zu bringen. Das Gewächs des Weinstocks ist bei ihnen ganz unbekannt, und wer keine weite Reise macht, lernt keine Traube kennen, und er fragt in Betreff des Weinstocks, wie wir um die Erzeugnisse Indiens. Dort, in Armenien, pflügt der Säemann die Erde, wenn noch Schnee liegt, und die Ernte wird von Schneegestöber überrascht, und dem Schnitter wehen die Winde die Kleider fort, wenn er sie nicht fest anbindet und gegen den Andrang der Winde kämpft. Einen Herbst und Frühling gibt es aber beinahe nicht, da sie der Winter als ein schlimmer Nachbar an sich reißt und seiner Herrschaft unterwirft. In diesem Lande also und im gegenwärtigen Monate ließ er die Heiligen entkleiden und mit ganz nacktem Körper aussetzen, indem er so die Jünger der Frömmigkeit in ganz anderer Weise züchtigte, als der König der Assyrier im babylonischen Feuerofen. Aber in Bezug auf Schmerz ist brennendes Feuer mit der Kälte nicht in Vergleich zu setzen, welche Erstarrung und Aufsaugung der Kräfte bewirkt. Denn das erste passt zum Schwerte und führt rasch zum Tode, letztere bereitet den gleichen Schmerz, aber verzögert das Ende. Denn überhaupt haben die von der Kälte bewirkten Leiden, wie viertägiges Fieber, Krebs, Karbunkel und alle Zustände, von denen wissenschaftliche Ärzte nachweisen, dass sie durch die kalte Materie in den Körpern hervorgebracht werden, einen langsameren Verlauf."  [7]
 

Eine gewisse Sehnsucht nach den göttlichen Wahrheiten und der Philosophie darüber

"Oft musste ich mich wundern", schreibt Basilius, "wie Ihr je einmal ein Heimweh nach uns haben konntet und weshalb Ihr so viel vermissen könnt in (der Abwesenheit) unserer Wenigkeit, die doch so gering und unbedeutend ist und vielleicht gar nichts Liebenswertes an sich hat, und wie Ihr brieflich an uns Euch wenden möget, erinnernd an Freundschaft und Heimat, so wie man Flüchtlinge mit herzlicher, väterlicher Liebe wieder zu sich heimlocken will. Ein Flüchtling bin zwar auch ich geworden; ich gestehe es offen und kann es nicht leugnen. Den Grund, den Ihr wissen möchtet, sollt Ihr gleich erfahren. Ein unerwarteter Schlag hat mich damals schwer betroffen; und wie Leute bei einem plötzlichen Geräusch alle zumal zusammenfahren, so fand auch ich keine Zeit zu vernünftiger Überlegung, sondern ich suchte das Weite und floh und blieb reichlich lange Euch ferne. Dann kam über mich auch eine gewisse Sehnsucht nach den göttlichen Wahrheiten und der Philosophie darüber. Wie wäre ich denn imstande, sagte ich mir, Herr zu werden über die Bosheit in unserer Brust? Wer sollte mir ein Laban werden, mich erretten vor Esau und mich zur höchsten Philosophie erziehen? Da wir aber mit Gottes Hilfe unser Ziel, so gut es möglich war, erreicht und ein Gefäß der Auserwählung, einen tiefen Brunnen gefunden haben - ich meine Gregor, den Mund Christi -, so bitte ich Euch, vergönnt uns eine kurze, kurze Spanne Zeit, nicht als ob wir das Stadtleben liebten (Basilius ist bei Gregor zu Nazianz) - wir wissen ja auch wohl, dass der Böse mit dergleichen Lockungen die Menschen zu täuschen sucht -, sondern weil wir den Verkehr mit den Heiligen für sehr förderlich halten. Wenn wir nämlich nur irgendwie über die göttlichen Wahrheiten reden und noch häufiger davon reden hören, dann wird uns die Betrachtung zur dauernden Gewohnheit. So liegt also die Sache bei uns." Damals wie heute geht es darum, sich  vor Esau, also den Arianern und Sarazenen zu retten und sch "zur höchsten Philosophie erziehen." [8]

Weiter schreibt Basilius: "Ihr aber, o göttliche und mir allerteuerste Häupter, hütet Euch vor den Hirten der Philister (Gemeint sind die Arianer und Sarazenen, die die Göttlichkeit Christi leugnen), auf dass nicht einer heimlich Eure Brunnen verstopfe und die Reinheit Eurer Glaubenserkenntnis trübe. Das war ja immer ihr Bestreben, nicht aus den göttlichen Schriften die einfältigeren Seelen zu belehren, sondern mit Hilfe profaner Weisheit die Wahrheit zu entstellen. Denn wer einen Ungezeugten und Gezeugten in unser Credo einführt, wer lehrt, dass der, der immerdar ist, einmal nicht gewesen, und dass der, der von Natur aus immer Vater ist, Vater geworden sei, und dass der Hl. Geist nicht ewig sei, ist der nicht ohne weiteres ein Philister, der es den Schafen des Patriarchen missgönnt, dass sie aus dem reinen und in das ewige Leben fortströmenden Wasser (Joh. 4, 14) trinken, und der will, dass sie die Klage des Propheten an sich wahr machen, der sagt: „Mich, die Quelle des lebendigen Wassers, haben sie verlassen und sich Zisternen gegraben, die durchlöchert sind und kein Wasser halten (Jer. 2, 13)” muss man doch bekennen Gott den Vater, Gott den Sohn und Gott den Heiligen Geist, die die göttlichen Aussprüche besagen und die gelehrt haben, die diese im erhabeneren Sinne verstanden haben. Denen aber, die uns Tritheismus vorwerfen, sei soviel gesagt, dass wir einen Gott nicht der Zahl, sondern der Natur nach bekennen. Denn alles, was der Zahl nach eins genannt wird, ist nicht in Wirklichkeit eins und nicht einfach der Natur nach. dass aber Gott einfach und nicht zusammengesetzt ist, wird allgemein zugegeben. Also ist Gott nicht der Zahl nach einer. Was ich sagen will, ist etwa Folgendes. Wir sagen: Eins der Zahl nach ist die Welt, aber nicht eine der Natur nach. Auch ist sie nicht einfach; wir teilen sie ja in die Elemente, aus denen sie besteht, in Feuer, Wasser, Luft und Erde (Unter den griechischen Philosophen bezeichnete Thales aus Milet das „Wasser” als das Urelement, Anaximenes die „Luft“, Heraklit das „Feuer”, Empedokles die „Erde”) Weiter heißt auch der Mensch der Zahl nach einer; wir reden ja oft von einem Menschen. Aber er ist nicht einfach, weil aus Leib und Seele bestehend. Desgleichen reden wir auch von einem Engel der Zahl nach, nicht von einem der Natur nach, nennen ihn auch nicht einfach; denn unter der Person  [hypostasis] des Engels verstehen wir eine Wesenheit [ousian] im Vereine mit der Heiligkeit. Wenn nun alles, was eins ist der Zahl nach, nicht eins ist der Natur nach, und was der Natur nach eins und einfach ist, nicht eins ist der Zahl nach, wir nun aber sagen, Gott sei der Natur nach einer, wie bringen sie uns die Zahl daher, da wir sie doch von jener seligen und geistigen Natur ganz ausschließen? Die Zahl bezeichnet die Quantität. Quantität lässt sich aber nur mit der Körperwelt zusammenbringen; die Zahl ist also körperlicher Natur. Der Schöpfer der Körperwelt ist aber nach unserm Glauben der Herr. Deshalb bezeichnet auch jede Zahl jene Dinge, die eine materielle und begrenzte Natur bekommen haben. Das Einzigundalleinsein aber kennzeichnet die einfache und unbegrenzte Wesenheit. Wer also beim Sohne Gottes oder beim Heiligen Geiste von Zahl oder Geschöpf redet, der führt hintenherum eine materielle und begrenzte Natur ein. Unter einer begrenzten Natur verstehe ich nicht bloß die, welche räumlich umschrieben ist, sondern auch eine solche, die derjenige, der sie aus dem Nichts ins Dasein führen will, zuerst in der Idee erfasst hat, und die man dann mit der (menschlichen) Erkenntnis erfassen kann. So ist alles Heilige, das begrenzter Natur und erworbene Heiligkeit ist, für Schlechtigkeit nicht unempfänglich. Der Sohn und der Heilige Geist sind aber eine Quelle der Heiligung, aus der jede vernünftige Kreatur entsprechend ihrer Tugend Heiligkeit empfängt." [9]
.
Doch nennt Basilius, folgend der wahren Lehre, den Sohn dem Vater weder ähnlich noch unähnlich. Beides ist gleich unmöglich. "Wohl aber bekennen wir eine Identität der Natur und nehmen die Wesenseinheit [to homoousion] an, vermeiden aber die Zusammensetzung, da der, welcher dem Wesen nach Gott und Vater ist, den gezeugt hat, der dem Wesen nach Gott und Sohn ist. Damit ist die Wesenseinheit bewiesen; denn der, der dem Wesen nach Gott ist, ist wesenseins mit dem, der dem Wesen nach Gott ist. Es wird ja wohl auch der Mensch Gott genannt, wie z. B.: „Ich sprach, ihr seid Götter Ps. 81, 6 [Hebr. Ps. 82, 6].” Auch der Dämon führt die Bezeichnung Gott, wenn es z. B. heißt: „Die Götter der Heiden sind Dämonen Ps. 95, 5 [Hebr. Ps. 96, 5].” Allein die einen heißen so aus Gnade, die andern auf Grund der Lüge." So wie der Gott der Sarazenen bzw. Moslems so heißt "auf Grund der Lüge" des Korans. "Überall aber schützt unsern Gedankengang der Heilige Geist, damit wir uns nicht dem einen zuwenden und dabei vom andern abfallen, und dass wir nicht der Theologie uns widmen, dabei aber die Heilsökonomie vernachlässigen und so je nach dem Defizit für uns die Gottlosigkeit die Folge sei." Denn der Lüge und Gottlosigkeit macht man sich schon schuldig, wenn man es im Glauben an die göttliche Natur Christi oder an sein Erlösungswerk fehlen lässt, wie es bei den Sarazenen (Moslems) der Fall ist. [10]
 

Schwert des Geistes; Schatten und Urbilder; pan metron ariston; Betrachtung der Natur, die auch die Lehre von der heiligen Dreieinigkeit in sich schließt; Die Naturwissenschaft beschreibt die "Schatten der Wahrheit", nicht die "Wirklichkeit von den Dingen selbst"

Wenn wir aber in der Rede weiterfahren und das Höhere ins Auge fassen sollen, dann werden wir vornehmlich die göttliche Kraft des Heiligen Geistes zu betrachten haben. Von drei Schöpfungen, so Basilius, ist in der Schrift die Rede: Die eine und erste ist die Setzung der Dinge aus dem Nichts ins Dasein; die zweite ist die Umwandlung aus dem Schlechteren ins Bessere; die dritte ist die Auferstehung von den Toten. "Bei diesen wirst du den Heiligen Geist zugleich mit dem Vater und Sohne wirksam finden. Die Erschaffung der Himmel. Was sagt dazu David? „Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel befestigt und durch den Geist seines Mundes all ihr Heer Ps. 32, 6 [Hebr. Ps. 33, 6].” Sodann wird der Mensch in der Taufe erschaffen. Wer in Christus ist, ist eine neue Schöpfung (2 Kor. 5, 17). Und was sagt der Heiland zu seinen Jüngern? „Gehet hin und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes (Matth. 28, 19)!” Du siehst auch hier den Heiligen Geist im Verein mit Vater und Sohn. Aber was magst du über die Auferstehung von den Toten sagen, wenn es mit uns zu Ende gehen und wir in den Staub zurückkehren werden? Denn Erde sind wir, und zur Erde werden wir wieder zurückkehren; und er wird den Heiligen Geist senden und uns erschaffen und das Antlitz der Erde erneuern Ps. 103, 30 [Hebr. Ps. 104, 30]. Was der heilige Paulus Auferstehung genannt hat, bezeichnete David als Erneuerung! Wir wollen noch einmal auf den hören, der in den dritten Himmel entrückt ward. Was sagt er? „Ihr seid ein Tempel des Heiligen Geistes, der in euch wohnt (1 Kor. 6, 19).” Jeder Tempel ist Gottes Tempel. Sind wir nun Tempel des Heiligen Geistes, dann ist der Heilige Geist Gott. Man spricht wohl auch von einem Tempel Salomons, wobei aber dieser nur der Erbauer ist. Sind wir aber so ein Tempel des Heiligen Geistes, dann ist der Heilige Geist Gott. „Denn der alles errichtet hat, ist Gott (Hebr. 9, 4).” Sind wir aber ein Tempel dessen, der in uns angebetet wird und in uns wohnt, dann wollen wir bekennen, dass er Gott ist. „Denn du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen (Matth. 4, 10). Sollten sie aber die Bezeichnung „Gott” ablehnen, so mögen sie hören, was dieser Name bedeutet. Weil er alles hergestellt hat oder weil er alles sieht, deshalb wird er „Gott” [theos] genannt [para to tetheikenai ta panta e theasthai]. Wenn er nun Gott genannt wird, weil er alles hergestellt hat oder alles sieht, der Geist aber alles erkennt, was Gottes ist, so wie der Geist, der in uns ist, das Unsrige erkennt, dann ist der Heilige Geist Gott. Ist sodann das Schwert des Geistes das Wort Gottes (Eph. 6, 17), so ist der Heilige Geist Gott; denn das Schwert gehört dem, dem auch das Wort zugeeignet wird. Und wenn er auch „Rechte des Vaters” heißt - „die Rechte des Herrn hat Macht geübt Ps. 117, 16 [Hebr. Ps. 118, 16]”, und „deine Rechte, o Herr, hat die Feinde geschlagen (Exod. 15, 6)”; auch „Finger Gottes” ist der Heilige Geist laut dem Worte: „Wenn ich durch den Finger Gottes die Teufel austreibe (Luk. 11, 20)”, ein Wort, das in einem andern Evangelium lautet: „Wenn ich im Geiste Gottes die Teufel austreibe (Matth. 12, 28)” -, dann ist der Heilige Gott gleicher Natur mit dem Vater und dem Sohne." [11]

Denn „Selig sind,” heißt es, „die reinen Herzens sind, sie werden Gott anschauen (Matth. 5, 8)”. Nach Basilius sollen wir "das Himmelreich für nichts anderes erachten als für die richtige Erkenntnis der Dinge, die eben die heiligen Schriften als Seligkeit bezeichnen" - „denn das Reich der Himmel ist in euch (Luk. 17, 21)”. Gemeint ist die Bibel, denn der Koran führt erwiesenermaßen zur falschen "Erkenntnis der Dinge". Im inneren Menschen gibt es aber nichts anderes als die Beschaulichkeit; "Beschaulichkeit wird also das Himmelreich sein. Wovon wir jetzt die Schatten schauen wie in einem Spiegel, davon werden wir später die Urbilder schauen, wenn wir, dieses irdischen Leibes entledigt, den unverweslichen und unsterblichen angezogen haben werden. Ja, schauen werden wir sie, wenn wir im Leben auf das sittlich Gute zusteuern und um unseren wahren Glauben besorgt sind, zwei Bedingungen, ohne die niemand den Herrn schauen wird." Niemand komme mir mit der Einrede, so Basilius: "Du, der du nicht die Dinge kennst, die vor deinen Füßen liegen, philosophierst uns etwas vor über das unkörperliche und ganz immaterielle Wesen. Ich halte es für ungereimt, wenn wir unsere Sinne ungehindert mit ihren Stoffen sich anfüllen lassen, und dem Geist die ihm eigene Wirksamkeit unterbinden. Denn wie der Sinn auf Sinnliches aus ist, so der Geist auf Geistiges. Zugleich ist aber auch das zu sagen, dass Gott, unser Schöpfer, die physischen (= Sinnes-) Kriterien so geschaffen hat, dass sie keiner Belehrung bedürfen. Niemand lehrt das Gesicht Farben oder Gestalten wahrnehmen oder das Ohr Geräusch und Stimmen auffangen oder den Geruch wohlriechende und übelriechende Dinge oder den Geschmack Säfte und Flüssigkeiten oder das Gefühl Weiches und Hartes, Warmes und Kaltes unterscheiden. So braucht auch der Geist keine Belehrung, auf Geistiges sich zu verlegen. Und wie die etwa krank gewordenen Sinnesorgane nur der Pflege bedürfen und dann ihren Dienst wieder leicht versehen, so bedarf auch der ans Fleisch gefesselte und mit fleischlichen Phantasien getränkte Geist nur des Glaubens und eines rechten Wandels, die ja seine Füße gleich denen eines Hirsches flink machen Ps. 17, 34 [Hebr. Ps. 18, 34] und ihn auf die Höhen führen. Eben das legt uns auch der weise Salomo nahe: Bald hält er uns die Ameise vor, die unverdrossene Arbeiterin, und beschreibt uns an ihr den tätigen Weg, bald beschreibt er das zellenschaffende Organ der klugen Biene (Pred. 11, 3) und gemahnt uns durch sie an die Betrachtung der Natur, die auch die Lehre von der heiligen Dreieinigkeit in sich schließt, wenn ja aus der Schönheit der Geschöpfe schlußweise der Schöpfer erkannt wird. Doch jetzt wollen wir mit einem Dank an den Vater, Sohn und Heiligen Geist mit unserm Schreiben Schluß machen; denn „alles mit Maß - ist das Beste”, sagt auch das Sprichwort." [pan metron ariston]. Das Wort wird Kleobulos von Lindos (ca. 600 v.Chr.), einem der ersten Weisen Griechenlands, zugeschrieben. [12]

Zu den Schriften des Dionysius von Alexandrien sagt Basilius folgendes Urteil darüber: "Nicht alles können wir an dem Mann bewundern; so manches verurteilen wir sogar gänzlich. Denn für jene Gottlosigkeit, die jetzt so viel Staub aufwirbelt, ich meine die der Anomöer, hat er zuerst, soviel wir wissen, den Leuten die Samen geliefert. Schuld war meines Erachtens nicht Bosheit der Gesinnung, sondern sein Übereifer, den Sabellius zu widerlegen. Ich vergleiche ihn darum gern mit einem Gärtner, der einen jungen Baum aus einer krummen in eine gerade Richtung bringen will, dann aber durch übermäßigen Gegendruck die Mitte verfehlt und so das Bäumchen auf die entgegengesetzte Seite zieht. So ähnlich, finden wir, ist es auch bei diesem Manne gegangen. Denn mit seiner heftigen Opposition gegen die Gottlosigkeit des Libyers (D. i. Sabellius. Basilius ist der erste Schriftsteller, der Afrika als des Sabellius Heimat kennt und nennt. Vgl. Brief Nr. 207) geriet er schuld seines Übereifers in den gegenteiligen Irrtum. Er hätte sich doch begnügen sollen mit dem Nachweis, dass Vater und Sohn dem Subjekte nach nicht ein und dasselbe sind, und mit diesen im Kampfe gegen den Gotteslästerer gepflückten Lorbeeren. Er aber, der ja recht augenscheinlich und noch mehr denn als Sieger dastehen wollte, stellt nicht nur eine Verschiedenheit der Personen auf, sondern macht auch einen Unterschied in ihrer Wesenheit, eine Abstufung in ihrer Macht und eine Ungleichheit in ihrer Herrlichkeit. Daher kam es, dass er einen Irrtum gegen einen andern eintauschte und von der richtigen Lehre abirrte. Eben deshalb bleibt er auch in seinen Schriften sich nicht gleich: Bald hebt er das „wesenseins” [to homoousion] auf mit Rücksicht auf den, der es zur Beseitigung der Person missbrauchte (Sabellius), bald lässt er den Terminus zu, wenn es gilt, sich seinem Namensvetter (Dionysius von Rom, Papst 259-268) gegenüber zu verteidigen. Zudem hat er sich auch über den Geist Ausdrücke erlaubt, die der Würde des Geistes ganz und gar nicht entsprachen: Er scheidet ihn aus von der angebeteten Gottheit und zählt ihn in irgendeiner untergeordneten Stellung zur erschaffenen und dienenden Natur. So etwa verhält es sich mit dem Manne." Eine noch mildere Beurteilung des alexandrinischen Bischofs Dionysius ist zu lesen bei Athanasius in seinem „Brief über die Ansicht des Dionysius, Bischofs von Alexandrien”  [13]

An Athanasius, den Vater des Bischofs Athanasius von Ankyra schreibt Basilius: dass eines Menschen Leben über Verleumdungen erhaben sei, gehört zum Allerschwierigsten, um nicht zu sagen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Das ist meine Überzeugung, und ich glaube, dass auch Deine Biederkeit daran nicht zweifelt. Aber von sich aus keinen Anstoß geben, weder denen, die genau auf die Dinge achten, noch jenen, die aus Bosheit unsern Schwächen auflauern, das ist möglich und auch Pflicht derer, die einsichtig und der Gottesfurcht entsprechend ihr Leben einrichten. Uns aber wähne nicht so einfältig und so leichtgläubig, dass wir kritiklos vom nächsten Besten Verleumdungen anhören. Wir sind eingedenk der Mahnung des Geistes, leerem Gerede kein Gehör zu schenken (Exod. 23, 1). Indes Ihr aber selbst sagt, Ihr, die Ihr Euch mit Rhetorik abgegeben habt, das Sichtbare deute das Unsichtbare an, so sind wir der Meinung - Du darfst es mir nicht übel nehmen, wenn wir etwas im Lehrton vortragen; denn was der Welt schwach und niedrig gilt, das hat Gott auserwählt und bewirkt dadurch oft das Heil derer, die gerettet werden -, was ich also sage und wozu ich ermahne, ist das: Man muss bei jeder Rede, bei jeder pflichtschuldigen Handlung behutsam vorgehen und darf nach der Weisung des Apostels nie und nirgends Anstoß geben. Ich finde es in der Ordnung, dass das Leben eines Mannes, der sich viel mit Wissenschaft abgegeben, über Völker und Städte regiert hat und eine große Tüchtigkeit bei den Vorfahren zum Vorbild hat, als ein Muster der Tugend dastehe. Deine Fürsorge um die Kinder soll sich jetzt nicht in Worten äußern, wie Du es ja längst getan hast, seitdem Du Vater geworden. Deine Liebe sei auch keine bloß natürliche Zuneigung, wie sie die unvernünftigen Tiere gegen ihre Jungen hegen, wie Du ja auch selbst sagtest und die Erfahrung lehrt. Vielmehr musst Du die Liebe erweitern, natürlich aus freiem Antrieb - und das umso mehr, als Du siehst, wie Deine Kinder sich nach den Wünschen des Vaters richten. Davon brauchen wir uns nicht erst überzeugen zu lassen; uns ist Zeugnis genug der tatsächliche Erfolg. Wenigstens noch das eine der Wahrheit wegen hinzuzufügen scheint mir nicht unangebracht, dass nicht der Bruder Timotheus, der Landbischof, es ist, der uns das Gerücht hinterbracht hat. Er scheint weder mündlich noch brieflich etwas über Dich geäußert zu haben, was mehr oder weniger Verleumderisches enthalten hätte. Doch damit bestreiten wir nicht, etwas gehört zu haben. Nur ist es nicht Timotheus, der wider Dich die Verleumdung ins Werk setzte. Überhaupt werden wir, wenn wir etwas zu hören bekommen, wenn nichts anderes, doch wenigstens das tun, was Alexander tat: das eine Ohr werden wir dem offenhalten, der verleumdet wird (Vgl. Putarch, Vita Alexandri)." [14]

Weiter Basilius: "Wenn Du es aber auf jeden Fall heraussagen musstest und Deinem ungestümen Zorn keinen Augenblick Zurückhaltung auferlegen konntest, so hättest Du doch wohl durch einen vertrauten und verschwiegenen Freund Dein Urteil an uns übermitteln können. Jetzt aber gibt es niemand, der aus irgend einem Anlasse zu Euch käme, ohne dass ihm die Ohren vollgesummt würden, wie wir [ Unheilvolles schrieben und verfassten. Dieses Ausdruckes sollst Du Dich bedient haben - nach Aussagen derer, die wortwörtlich Deine Äußerungen erzählten. Wie sehr ich mich nun auch verkopfe, nichts hilft mir Dein Verhalten erklären. So bin ich schließlich auch auf den Gedanken gekommen, es möchte irgendein Häretiker arglistig seinen Schriften meinen Namen beigeschrieben und so Deine Rechtgläubigkeit betrübt und Dich zu jener Äußerung veranlasst haben. Denn Du wirst doch wohl in unsere Schriften gegen die, die frech behaupteten, Gott Sohn sei Gott Vater dem Wesen nach nicht gleich, oder die lästerten, der Hl. Geist sei ein Geschöpf und Gebilde, solche Schmähung nicht hineintragen wollen, Du, der Du doch jene großen und berühmten Kämpfe um die Orthodoxie durchgekämpft hast. Du würdest uns aber aus der Verlegenheit helfen, wenn Du uns offen mitteilen wolltest, was Dich zu Deiner Verstimmung gegen uns bewogen hat." [15]

Die Naturwissenschaft beschreibt die "Schatten der Wahrheit", nicht die "Wirklichkeit von den Dingen selbst".  Wo nun, fragt Basilius, wird das unterscheidende und verbindende Moment in unserer sinnlichen Wahrnehmungswelt beobachtet? "Du hast wohl schon einmal im Frühling den glänzenden Bogen im Gewölke gesehen, ich meine jenen Bogen, den man im gewöhnlichen Sprachgebrauche Regenbogen nennt. Von ihm behaupten nun die hierin Fachkundigen, er entstehe dann, wenn Feuchtigkeit mit der Luft sich vermengt und die Gewalt der Winde das Flüssige und Kondensierte in den Ausdünstungen zur Wolkenbildung treibt und dann in Regen auflöst. Die Regenbogenbildung erklären sie also: Sobald der Sonnenstrahl das Dichte und Dunkle im Gewölk schräg durchbricht und dann senkrecht einer Wolke seinen eigenen Kreis einzeichnet, erfolgt gleichsam ein Zurückprallen und Zurückfluten des Lichtes auf sich selbst, indem der Glanz in der entgegengesetzten Richtung vom Nassen und Glänzenden sich auflöst [analyouses]. Denn bei der Natur der flammenden Strahlen, beim Auffallen auf einer ebenen Fläche sich zu brechen und zurückzufluten, und bei der runden Form der Sonne, die durch den Strahl in der Nässe und in der Ebene der Luftschicht sich bildet, wird notwendig auch die Luft, die der Wolke am nächsten ist, entsprechend der Gestalt des Sonnenkreises vom leuchtenden Glanz umschrieben. Dieser Glanz ist also sowohl in sich zusammenhängend als auch geteilt. Denn obschon vielfarbig und vielgestaltig, mischt er doch unauffällig die verschiedenen Farbentöne und benimmt so unbemerkbar unserem Auge den Blick für die Aneinanderreihung der verschiedenen Farben. So gewahrt man keine Übergangsstelle, wo die Farbentöne sich binden und scheiden, die himmelblaue Farbe und die feuerrote, die feuerrote und die purpurne, diese und die gelbe. Denn weil man das Leuchten aller Farben in demselben Augenblick schaut und die Farben von ferne schimmern und in ihrer gegenseitigen Verbindung die Markierungslinien nicht zu finden sind, so entziehen sie sich einer kritischen Scheidung, so dass es unerfindlich ist, wie weit das Feuerrot oder das Smaragdene des Glanzes geht und von wo ab es nicht mehr so ist, wie es im Glanze erscheint. Wie wir nun an diesem Beispiel einerseits den Farbenunterschied deutlich erkennen, anderseits keine Distanz zwischen der einen und andern mit unseren Sinnen wahrzunehmen vermögen, so, glaube ich, ist auch im Bereiche der göttlichen Lehren ein analoges Verhältnis denkbar: Danach leuchten die Proprietäten der Personen (Hypostasen) wie eine der Farben im Regenbogen in jeder der Personen, die in der Trinität bekannt werden, ohne dass dabei an eine Differenz derselben in der Naturgemeinschaft gedacht wird, wobei vielmehr nur in der Wesensgemeinschaft die für jede Person charakteristischen Eigenschaften an ihr strahlen. Auch dort in dem Beispiele war die Wesenheit, die jenen vielfarbigen Glanz ausgoß und durch den Sonnenstrahl gebrochen wurde, nur eine; die Farbe aber war verschieden. So belehrt uns die Vernunft durch die Schöpfung, nicht zu straucheln an Lehrsätzen des Glaubens, wenn wir auf ein schwieriges Problem stoßen und bei dessen Lösung uns den Kopf zerbrechen. Denn wie bei dem, was in die Augen fällt, die Erfahrung offenbar weiter reichte als eine theoretische Erörterung über die Ursache, so ist auch bei den unerfassbaren Dogmen der Glaube besser als das Begreifen durch Vernunftschlüsse; dieser aber lehrt sowohl die Trennung in der Person wie auch die Vereinigung in der Wesenheit. So hat denn unsere Erörterung in der Trinität etwas Gemeinsames und etwas Besonderes betrachtet: Von der Gemeinsamkeit ist die Rede mit Bezug auf die Wesenheit; die Person (Hypostase) aber bringt die Eigentümlichkeit des einzelnen zum Ausdruck." [16]
 

Ezechiel; monasterion

So ist denn vergeblich die Anstrengung des Gerechten, "unsträflich aber des Sünders Wandel, wenn ein Umschwung eintritt, d. h. wenn sich der erste von der Tugend zum Laster, der letztere vom Laster zur Tugend sich wendet. Das kann man auch Ezechiel gleichsam in der Person des Herrn lehren hören. „Denn wenn der Gerechte”, sagt er, „sich abkehrt (von der Gerechtigkeit) und Sünde begehrt, so werde ich seiner früheren gerechten Handlungen nicht mehr gedenken; vielmehr wird er in seiner Sünde sterben (Ezech. 18, 24 ff.).” Ebenso sagt er aber auch vom Sünder: „Wenn er in sich geht und Gerechtigkeit übt, so wird er darin fortleben.” Wo blieben denn all die vielen Anstrengungen des Dieners Moses, da ihm ein momentaner Widerspruch den Eingang in das Gelobte Land verschloß? Was half auch Giezi sein Umgang mit Elisäus, da er sich durch Habsucht den Aussatz zuzog? Was Salomon die Fülle seiner Weisheit und seine früher so große Liebe zu Gott, wenn er später aus unsinniger Weiberliebe in Götzendienst verfiel? Ja, nicht einmal den seligen David ließ seine Verirrung, in der er sich gegen die Gattin des Urias verging, schuldlos. Es genügt aber auch der Umfall des Judas von der Tugend zum Laster, um den zu warnen, der einen gottgefälligen Wandel führen will. Denn er war so lange ein Jünger Christi und verkaufte dennoch später seinen Meister eines kleinen Gewinnes wegen und drehte sich selbst den Strick. Das musst Du Dir also gesagt sein lassen, Bruder, dass nicht der vollkommen ist, der gut anfängt, sondern der bei Gott bewährt ist, der gut abschließt. Gönne also Deinen Augen keinen Schlaf, Bruder, und keinen Schlummer Deinen Augenlidern, auf dass Du gerettet werdest wie ein Reh aus dem Jägergarn, wie ein Vogel aus den Schlingen. Sieh doch, wie Du mitten durch Schlingen wandelst und oben auf einer hohen Mauer wandelst, von der herab ein Fall für den Betroffenen nicht ungefährlich ist. Daher erstrebe nicht gleich den Gipfel der Aszese, und vor allem vertraue nicht auf Dich selbst, damit Du nicht aus Unerfahrenheit von der Höhe der Aszese herabfällst. Besser ist ja ein allmählicher Fortschritt. Daher gib nach und nach die Vergnügen des Lebens auf und lege so jede Gewohnheit ab, damit Du nicht bei gleichzeitigem Kampfe gegen alle Gelüste Dir eine Menge Versuchungen bereitest. Bist Du aber einmal über eine Leidenschaft starkmütig Herr geworden, dann rüste Dich gegen die zweite, und so wirst Du mit der Zeit über alle Gelüste Herr werden. Für die Sinnenlust gibt es nur einen Namen; aber ihre Wirkungen sind verschieden. So sei denn, mein Bruder, zuerst standhaft gegen jede Versuchung! Mit welchen Versuchungen aber wird der Gläubige versucht? Mit zeitlichem Verlust, Anklagen, Lügen, Widersetzlichkeiten, Verleumdungen und Verfolgungen? Ja, auf diese und ähnliche Dinge wird der Gläubige geprüft. Sodann sei auch ruhig, nicht voreilig im Reden, nicht streitsüchtig, nicht rechthaberisch, nicht ruhmsüchtig, nicht schwatzhaft, sondern verlässig; sei kein Wortheld, sei aber immer bereit zum Lernen, nicht zum Lehren! Kümmere Dich nicht neugierig um irdische Lebensfragen! Daraus erwächst Dir kein Gewinn. Es heißt ja: „Nicht rede mein Mund von Menschenwerken Ps. 16, 4 [Hebr. Ps. 17, 4]!” Wer nämlich gern vom Treiben der Sünder redet, weckt leicht die Lüste gegen sich auf. Kümmere Dich dagegen um das Leben der Gerechten; damit wirst Du für Dich selbst Gewinn ernten. Liebe nicht die Öffentlichkeit, indem Du in den Dörfern und Häusern herumläufst, sondern fliehe sie als Fallstricke der Seele! Ladet Dich aber jemand aus großer Frömmigkeit in sein Haus - verschiedener Gründe wegen, so lerne ein solcher dem Glauben des Hauptmanns folgen, der es wehrte, dass Jesus einer Heilung wegen zu ihm eilte und sprach: „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehest unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund (Matth. 8, 8 ff.).” Als aber Jesus zu ihm sagte: „Gehe hin; wie du geglaubt hast, so soll dir geschehen”, da ward der Knecht in derselben Stunde gesund. Das also musst Du wissen, Bruder, dass nicht die Gegenwart Christi, sondern der Glaube des Bittstellers den Kranken gesund gemacht hat. Ebenso wird jetzt, wenn Du an dem Orte, wo Du bist, betest, und der Kranke das Vertrauen hat, dass ihm auf Deine Bitten hin geholfen werde, ihm alles nach Wunsch gehen." [17]

Weiter sollst Du Deine Verwandten nicht mehr als den Herrn lieben. „Denn wer seinen Vater oder seine Mutter oder seinen Bruder”, sagt er, „mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert (Matth. 10, 37).” Und was will das Gebot des Herrn: „Wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt und mir nachfolgt, der kann mein Jünger nicht sein (Luk. 14, 27)”? Bist Du aber in Christus Deinem leiblichen Verwandten abgestorben, warum willst Du wieder in ihren Kreis zurückkehren? Bauest Du aber das, was Du um Christi willen niedergerissen hast, Deiner Verwandten wegen wieder auf, so machst Du Dich selbst zum Übertreter. Darum verlass nicht Deine Stätte aus Verwandtenrücksicht! Denn wenn Du Deine Stätte verlässest, dann gibst Du vielleicht auch Deine Lebensweise auf. Liebe nicht den großen Haufen, nicht das Land, nicht die Stadt, sondern liebe die Einöde. Bleib immer für Dich und lass Dich nicht stören! Gebet und Psalmengesang halte für Deine Aufgabe! Vernachlässige die Lektüre nicht, zumal die des Neuen Testamentes; aus der Lektüre des Alten Testamentes erwächst ja gern ein Nachteil, nicht weil Schädliches darin steht, sondern weil der Geist derer, die Schaden nehmen, schwach ist. Alles Brot ist nahrhaft, aber den Schwachen nicht zuträglich. So ist auch „die ganze Schrift von Gott eingegeben und nützlich (2 Tim. 3, 16)”, und nichts Gemeines ist in ihr enthalten, etwas Gemeines höchstens für den, dem es das dünkt. „Prüfe alles, das Gute behalte; meide jeden bösen Schein (1 Thess. 5, 21 f.)!” Denn „alles ist erlaubt, aber nicht alles frommt (1 Kor. 6, 12)”. Sei denen, die mit Dir verkehren, in keiner Weise ein Ärgernis, sei stets fröhlich, liebe die Brüder, sei freundlich und herablassend, verfehle den Zweck der Gastfreundschaft nicht durch einen Luxus bei Tisch! Sei zufrieden mit dem, was du augenblicklich hast, nimm von niemand mehr an als was das tägliche Bedürfnis eines Einsiedlerlebens erfordert! Besonders flieh das Geld, den Feind der Seele, den Vater der Sünde und Handlanger des Teufels! Mach Dich nicht unter dem Vorwande des Dienstes an den Armen der Habsucht schuldig! Bringt Dir aber jemand Geld für die Armen, und kennst Du Notleidende, so gib dem, dem das Geld gehört, den Rat, selbst unter die dürftigen Brüder zu verteilen, damit nicht etwa die Annahme des Geldes Dein Gewissen beflecke."  [18]

Basilius schreibt über einen Priester, so wie man heute über manche Oberen der christlichen Kirchen in Deutschland schreiben könnte, die z.B. vor den Sarazenen (Muslims) ihr Kreuz ablegen, den islamischen Götzen in Moscheen verehren, islamischen Religionsunterricht fördern und damit eine Welle der Kirchenaustritte in Deutschland zu verantworten haben: "Einen Segensgruß entbieten wir Dir nicht, weil es für Gottlose keinen Segen gibt. Noch kann ich ja nicht glauben und nicht fassen den groben Verstoß und das schwere Vergehen, das Du Dir hast zuschulden kommen lassen, wenn es sich mit der Sache wirklich so verhält, wie man schon allgemein annimmt. Ich muss schauen, wie eine solche Weisheit verschlungen, eine solche Gewissenhaftigkeit brüchig werden konnte, staunen, woher solche Blindheit, mit der Du geschlagen, wie Du auch ohne alles Bedenken eine solche und so schwere Gefährdung von Seelen verschulden konntest. Denn wenn dieser Vorfall wirklich wahr ist, dann hast Du sowohl Deine eigene Seele dem Untergang geweiht, wie auch allen, die von diesem Frevel hören, die Spannkraft gelähmt. Den Glauben hast Du verleugnet; vom guten Kampf hast Du abgelassen. Deshalb klage ich über Dich. Wo ist ein Priester, der nicht weinen wird, wenn er davon hört, wo ein Kleriker, der nicht trauert? Wo ein Laie, den es nicht betrübt? Wo ein Büßer, der nicht darob seufzt? Vielleicht verfinsterte sich gar die Sonne ob Deines Falles und zitterten die Mächte des Himmels ob Deines Untergangs! Selbst die gefühllosen Steine vergießen Tränen ob Deiner Leidenschaft, und auch die Feinde weinten wegen Deiner übergroßen Schuld. O die arge Verstocktheit! O der fürchterlichen Grausamkeit! Vor Gott hattest Du keine Furcht, vor Menschen keine Scheu. Auf Freunde hast Du nicht geachtet, sondern alles mit einem Male über Bord geworfen, um alles zumal Dich gebracht. Deshalb schmerzt es mich erneut um Deinetwegen, Unseliger. Du, der Du allen den Eifer für das Reich (Gottes) gepredigt, bist selbst aus dem Reiche herausgefallen. Du, der Du allen die Furcht vor der Lehre eingepflanzt, hattest selbst nicht die Gottesfurcht vor Augen. Heiligung verkündest Du, als Schuldbeladener stehst Du da! Auf die Armut sangst Du ein Loblied, als Habsüchtiger bist Du entlarvt. Auf das Gottesgericht wiesest Du hin bei der Belehrung; nun hast Du es selbst Dir erwirkt. Wie soll ich Dich beweinen? Wie über Dich trauern? Wie ist doch gefallen der Lichtträger, der in der Frühe aufging und nun zur Erde niederfiel ( Is. 14, 12)! Jedem, der davon hört, werden die Ohren gellen. Wie ist doch der Nazaräer, leuchtender denn Gold, schwärzer geworden als Ruß. Ehrwürdiger Sohn Sions, wie ist er doch ein unbrauchbar Gefäß geworden! Ihm, dem bei der Lektüre der göttlichen Schriften von allen Seiten zugesprochen wurde, entschwand heute die Erinnerung daran mit einem Nachhall. Der Schlagfertige kam mit einem Schlage um; der Vielversprechende beging eine vielfältige Sünde. Die Gewinn hatten von Deinem Unterricht, nahmen Schaden an Deinem Falle. Die ihr Ohr liehen Deiner Unterweisung, kehrten sich (voll Scheu) ab, wie sie von Deinem Verderb hörten. Ich aber bin voll Klage und Trauer und wie gelähmt, wo ich geh und steh; Asche esse ich wie Brot, werfe mich ins Trauergewand ob des Schlages, und ich ergehe mich in solchen Lobsprüchen auf Dich. Oder vielmehr ich verfasse Grabreden und bleibe ohne Trost, ohne Heilung. Denn verborgen bleibt vor meinen Augen der Trost; es gibt für mich keine Linderung, nicht Öl noch Binde. Der Schlag ist für mich zu schmerzlich. Wo Heilung finden?" [19]

Auch für diese Kleriker ist es noch nicht zu spät: "Wenn es nun doch noch für Dich eine Hoffnung auf Rettung gibt, wenn ein kurzes Erinnern an Gott übriggeblieben, wenn noch ein Verlangen nach den künftigen Gütern, wenn noch eine Furcht vor den verdienten Strafen für die Unbußfertigen, dann knüpf schleunigst wieder an! Erhebe Deine Augen zum Himmel! Komm zur Besinnung! Lass ab von Deiner Bosheit! Schüttle ab den Rausch, der Dir anhängt! Steh auf wider den, der Dich zu Boden geworfen! Ermanne Dich, von der Erde wieder aufzustehen! Denk an den guten Hirten, der Dir nachgeht, um Dich herauszuziehen! Und wenn Du nur noch zwei ganze Knochen hast oder ein Ohrläppchen (Vgl. Amos 3, 12), so spring weg von dem, der Dich verwundet hat! Erinnere Dich der Erbarmung Gottes, der mit Öl und Wein heilt! Verzweifle nicht an der Rettung! Ruf Dir ins Gedächtnis zurück die Schriftworte, dass, wer fällt, aufsteht, wer sich abgewandt, wieder zurückkehrt (Vgl. Jer. 8, 4), wer geschlagen ist, geheilt wird, der den Tieren Vorgeworfene am Leben bleibt, der Reuige nicht verstoßen wird. „Denn nicht will Gott den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehre und lebe (Ezech. 18, 32).” Acht es nicht gering, in den Abgrund des Elendes gefallen zu sein! Es gibt eine Frist für die Geduld, eine Frist für die Langmut, eine Frist für die Heilung, eine Frist für die Besserung. Du bist gefallen? Steh auf! Du hast gesündigt? Lass ab! Bleib nicht stehen auf dem Wege der Sünder, sondern flieh ihn! Wenn Du umkehrst und seufzest, dann wirst Du gerettet werden. Es gibt eine Gesundung von der Krankheit, eine Heilung nach der Verwundung. Sieh zu, dass Du nie willens, diesen oder jenen gegenüber Verbindlichkeiten zu erfüllen, die Verpflichtungen Gott gegenüber verletzest, die Du vor vielen Zeugen beschworen hast! Säume nun nicht aus irgendwelchen menschlichen Rücksichten, zu mir zu kommen! Ich will meinen Toten aufnehmen und beweinen. Ich werde für ihn Sorge tragen; „ich will bitterlich weinen wegen der Verheerung der Tochter meines Volkes (Is. 22, 4)”. Alle nehmen Dich auf und wollen mit Dir büßen. Lass den Mut nicht sinken! Gedenke der früheren Tage! Es gibt eine Rettung, eine Wiedergutmachung. Hab’ Vertrauen; verzweifle nicht! Es gibt kein Gesetz, das mit Ausschluss der Barmherzigkeit zum Tode verurteilt. Vielmehr geht Gnade vor Recht, und sie wartet auf Besserung. Noch sind die Türen nicht verschlossen."  [20]

Er ermahnt die Kleriker, sich nicht irgendeinem Götzendienst anzuschließen wie dem der Arianer oder Moslems: "verlasst diesen Weg zur Hölle! Befleckt Eure Hände nicht mit solchem Gewinne, und macht Euch dadurch nicht unwürdig, die hl. Geheimnisse zu feiern! Verzeiht mir! Erst drohte ich, als glaubte ich es nicht, dann aber, als wenn ich es glaubte. Wenn einer nach diesem meinem Briefe etwas Derartiges tut, so wird er von den Altären hier sich entfernen und einen Ort suchen, wo er Gottes Gabe kaufen und wieder verkaufen kann. Denn wir und die Kirchen Gottes kennen keine solche Gewohnheit. Eines aber will ich zum Schlusse noch hinzufügen. Aus Habsucht geschieht so etwas. „Die Habsucht aber ist die Wurzel aller Übel (1 Tim. 6, 10)” und gilt als „Götzendienst (Kol. 3, 5)”. Schätzt doch des bißchen Geldes wegen die Götzen nicht höher als Christum! Ahmt nicht noch einmal den Judas nach dadurch, dass Ihr um einen Gewinn den erneut verratet, der einmal für uns gekreuzigt worden ist. Sonst werden die Felder wie auch die Hände derer, welche die Früchte in Empfang nehmen, Hakeldama (Matth. 27, 8; Apg. 1, 19) genannt. [21]

"Denn wer das Böse unter dem Scheine des Guten tut, ist doppelt strafwürdig, weil er nicht bloß das Ungute an sich tut, sondern auch zur Missetat sich des Guten sozusagen als Gehilfen bedient." - St. Basilius der Große
[monasterion] nannte man ursprünglich die Hütte oder Zelle eines Einsiedlers, später auch eine größere Zellenkolonie. Bei Basilius kommt das Wort vereinzelt vor wie übrigens auch das synonyme [asketerion] und [syntagma]. Wie zahlreich  [monasteria] (speziell für Jungfrauen) zur Zeit des Basilius waren, lässt sich schwer berechnen. Gregor von Nazianz (Oratio in laud. Bas. c. 62) sagt von Basilius ganz allgemein, er hätte [asketeria kai monasteria] miteinander verbunden. Anderswo (Oratio IV. c. Jul. I, c. 73) redet Gregor von [chiliades kai myriades] von Klosterkolonien für seine Zeit. [22]
 

Athanasius von Alexandrien; Antiochien; Arianismus

Basilius bittet um 371 Athanasius, er möge die Bischöfe des Abendlandes zur Unterstützung des vom Irrglauben bedrohten Orients bestimmen, und er persönlich möge sich der gefährdeten, uneinigen Kirche zu Antiochia annehmen. Antiochia krankte an der Meletianischen Spaltung. Niemand empfindet meines Erachtens den augenblicklichen Zustand der Kirchen, oder richtiger gesagt, die Konfusion in ihnen, so schmerzlich wie Deine Hochwürden. Du kannst ja die Gegenwart mit der Vergangenheit vergleichen und beurteilen, wie weit jene von dieser absteht, und dass, wenn es mit derselben Geschwindigkeit abwärts geht, nichts im Wege stehen wird, dass die Kirchen innerhalb kurzer Zeit eine ganz andere Gestalt annehmen werden. Da habe ich oft bei mir erwogen: wenn schon uns die Entartung der Kirchen so beklagenswert scheint, wie mag füglich darob der gestimmt sein, der den alten guten Zustand und die Glaubenseintracht der Kirchen des Herrn aus Erfahrung kannte! Aber wie Deine Vollkommenheit darob die größte Betrübnis überkommt, so glauben wir gut zu tun, wenn wir auch den größten Teil der Sorge für die Kirche auf Deine Einsicht abwälzen. Schon längst weiß auch ich bei meiner beschränkten Einsicht in die Dinge, dass es für unsere Kirchen nur einen Rettungsweg gibt, nämlich das gemeinsame Vorgehen mit den abendländischen Bischöfen. Wollten sie nämlich den Eifer, den sie gegen einen oder zwei, die im Abendlande der Irrgläubigkeit überführt wurden (z.B. das Verhalten der römischen Bischöfe gegen Auxentius von Mailand und dessen Anhang), betätigen, auch zugunsten unseres Gesamtsprengels entfalten, so würde das wohl allgemein Nutzen stiften, insofern die Machthaber (Gemeint ist der Kaiser Valens) die imponierende Zahl respektierten und anderseits die Völker allenthalben ihnen ohne Widerspruch folgen würden." Basilius will die abend- und morgenländischen Bischöfe zu gemeinsamer Opposition gegen die vom Kaiser protegierten Homoier veranlassen. Valens würde dann nach Ansicht des Basilius seine homoische Kirchenpolitik aufgeben oder wenigstens einschränken angesichts der geschlossenen Stellungnahme so vieler Bischöfe gegen ihn, eine Maßnahme von der heutige Bischöfe weit entfernt sind, denn sowohl Spaltungen der Kirche als auch der moderne Arianismus in Gestalt des Islams bzw. des materialistischen Humanismus sind bis heute nicht überwunden. [23]

Basilius weiter: "Wer wäre nun fähiger zu solchem Werke als Deine Weisheit? Wer scharfsinniger, um einzusehen, was not tut? Wer praktischer, das Nützliche ins Werk zu setzen? Wer empfindsamer für die Not der Brüder?  Wer wäre im ganzen Abendlande geachteter als Dein hochehrwürdiges Alter? Hinterlaß ein Gedenken den Lebenden, das Deines Wandels ganz würdig, ehrwürdigster Vater! Deine tausend andern Kämpfe für den wahren Glauben  kröne sie mit dieser einen Tat! Sende ab aus Deiner Kirche einige Männer, die in der gesunden Lehre bewährt sind, zu den Bischöfen des Abendlandes! Lass sie wissen unsere drückenden Verhältnisse; rat ihnen ein Mittel zur Hilfe; werde für die Kirchen ein Samuel! Mit den bekriegten Völkern hab Mitleid! Verricht Gebete um Frieden! Fleh zum Herrn um Gnade, er möge den Kirchen ein Friedenszeichen senden! Ich weiß: mein Schreiben ist zu schwach, um zu solchem Werk zu bewegen. Doch Du benötigst solche Mahnung seitens anderer nicht, so wenig wie hochgemute Kämpfer des Zurufs der Knaben. Wir wollen Dich auch nicht belehren wie einen Unwissenden, sondern einem Eifrigen den Eifer steigern. Auch für die übrigen Angelegenheiten des Orients wird Dir vielleicht ebenfalls die Mitarbeit von mehreren vonnöten sein, und musst Du auf Männer aus dem Abendlande warten. Indes die Ordnung der Kirche zu Antiochia hängt offenbar von Deiner Frömmigkeit ab, indem Du die einen schonend behandelst, die andern zur Ruhe weisest und so mit der Eintracht der Kirche die Stärke wiedergibst. Denn dass Du gleich den weisesten Ärzten mit der Heilung bei den vornehmsten Gliedern beginnen musst, weißt Du besser als jeder. Was wäre aber wohl bedeutsamer für die Kirchen des Erdkreises als Antiochia? Ist sie zur Eintracht zurückgeführt, dann hindert nichts, dass sie wie ein gekräftigt’ Haupt dem ganzen Körper die Gesundheit bringt. In der Tat bedürfen aber die Schwächen dieser Stadt Deiner Weisheit und Deines evangelischen Mitleids: Sie ist ja nicht bloß von den Häretikern (Den Arianern, die in Antiochia einen ihrer Führer hatten) gespalten, sondern auch von solchen zerrissen, die miteinander gesinnungseins sein wollen." Der größere Teil der Orthodoxen stand zu Meletius, die übrigen hatten seit 362 in Paulinus einen eigenen Bischof. Zwischen beiden Parteien sollte Athanasius kraft seines Ansehens in der Allgemeinkirche den Frieden vermitteln, speziell Paulinus zum Rücktritt bewegen. [24]

Basilius rühmt an Athanasius dessen wahrhaft katholische pastorelle Fürsorge für alle Kirchen und dankt ihm für die Zustellung des Priesters Petrus als eines bewährten Friedensvermittlers. Sodann schickt er den Diakon Dorotheus an ihn mit der Bitte, diesem für eine Reise nach Rom die nötigen Ratschläge zu erteilen. Gleichzeitig teilt er Athanasius mit, seinerseits schon in Rom um Absendung geeigneter Legaten nach Antiochien gebeten zu haben. "Die Meinung, die wir seit langem von Deiner Ehrwürden gewonnen haben, befestigt sich immer mehr mit der Zeit; ja sie wächst mit jedem neuen (Einzel-) Geschehnis. Denn die meisten andern begnügten sich damit, für ihren eigenen Sprengel zu sorgen. Dir aber  genügt das nicht, sondern Du trägst für alle Kirchen dieselbe Sorge, wie für die, welche Dir von unserm gemeinsamen Herrn anvertraut wurde. Du versäumst ja keine Gelegenheit, zu besprechen, zu mahnen, zu schreiben und jedesmal Leute zu schicken, welche die besten Ratschläge erteilen. So haben wir auch jetzt den sehr ehrwürdigen Bruder Petrus (Nachfolger des Athanasius in Alexandrien), den Du aus der heiligen Zahl Deines Klerus abgesandt hast, mit großer Freude aufgenommen und (dankbar) angenommen den guten Zweck seiner Reise, den er nach den Weisungen Deiner Ehrwürden dadurch zum Ausdruck bringt, dass er die Gegensätze ausgleicht, das Getrennte vereint. Willens, auch unsererseits etwas zu diesem Ziel und Streben beizusteuern, glaubten wir der Sache den besten Anfang zu geben, wenn wir gleichsam das Haupt aller (Kirchen), Deine Vollkommenheit, angingen und in der Angelegenheit uns an Deinen Rat und Deine Führung hielten. Daher schicke ich auch den Bruder Dorotheus, einen Diakon der Kirche des hochwürdigsten Bischofs Meletius, einen Mann voll des guten Eifers für den rechten Glauben und voll Sehnsucht, den Frieden der Kirchen zu sehen, zu Deiner Gottesfurcht, damit er sein Vorhaben anfasse - folgsam Deinen Vorschlägen, die Du, durch Zeit und Erfahrung gereift und dank der Dir vom Hl. Geiste mehr als andern verliehenen Gabe des Rates, verlässlicher machen kannst. Ihn wirst Du sicher freundlich aufnehmen und mit friedlichem Auge ansehen, ihn stärken mit der Hilfe Deines Gebetes und für die Reise mit Briefen versehen, ihm auch noch einige treffliche Männer von dort mitgeben und ihm so zu seinem Ziele den Weg weisen. Es schien uns auch angezeigt, dem Bischofe von Rom zu schreiben, er möge auf die hiesigen Verhältnisse sein Augenmerk richten und einen Vorschlag machen, damit er bei der Schwierigkeit, die es hat, von dort aus erst auf einen gemeinsamen synodalen Beschluss hin eine Abordnung zu senden, selbst die Sache in die Hand nehme und Männer wähle, die in der Lage sind, die Beschwerden der Reise auf sich zu nehmen, und geeignet, mit Sanftmut und Energie die Verkehrten bei uns zurechtzuweisen, die geschickt und praktisch zu reden wissen und alles bei sich haben, was nach dem Konzil von Rimini verhandelt wurde, um das aufzuheben, was dort unter dem Druck der Gewalt geschehen ist. Auch sollen sie ohne Jemandes Wissen unauffällig auf dem Seewege hierher kommen, damit die Feinde des Friedens davon nicht zu früh Kenntnis bekommen. Es wird aber von einigen dahier mit Recht, wie uns dünkt, auch das verlangt, dass sie (die Abendländer, aber auch Athanasius) die Häresie des Marcell (Marcell von Ankyra, der wohl ein warmer Verteidiger des nizänischen Symbolum war, aber später stark sabellianisierte und noch mehr durch seinen Schüler Photin diskreditiert wurde) als verderblich und schädlich und dem gesunden Glauben fremd ausrotten. Bis heute belegen sie in allen Briefen, die sie schreiben, den unseligen Namen des Arius hüben und drüben mit dem Banne und lassen nicht ab, ihn aus den Kirchen auszuschließen; gegen Marcell aber, der eine diametral entgegengesetzte Gottlosigkeit aufbrachte und sogar gegen die Subsistenz der Gottheit des Eingeborenen frevelte und von der Bezeichnung „Logos” ein verruchte Auffassung hatte, scheinen sie keinen Tadel ausgesprochen zu haben. Er gibt wohl zu, dass der Eingeborene Logos genannt worden, als dieser entsprechend einem Bedürfnis und zu seiner Zeit hervorgetreten, aber weil zu dem wieder zurückgekehrt, von dem er ausgegangen, habe er weder vor dem Hervortreten existiert, noch existiere er nach der Rückkehr weiter. Beweis dafür sind die bei uns verwahrten Bücher, die jene verruchte Darstellung enthalten. Aber gleichwohl scheinen sie ihn nirgends verworfen zu haben und tragen insofern eine Schuld, dass sie von Anfang an aus Unkenntnis des wahren Sachverhaltes ihn sogar in die Kirchengemeinschaft aufgenommen haben. Ihn nun entsprechend zu brandmarken, erheischt die gegenwärtige Lage, so dass die, welche einen Vorwand suchen, keinen solchen finden, die Rechtgläubigen an Deine Heiligkeit sich anschließen, die im Glauben Wankenden allen offenbar werden, so dass wir künftig unsere Glaubensgenossen kennen, und nicht wie bei einem nächtlichen Kampfe zwischen Freund und Feind nicht unterscheiden können. Wir bitten nur darum, den erwähnten Diakon sofort mit dem ersten Schiff abzusenden, damit wenigstens im nächsten Jahre etwas von dem geschieht, um was wir bitten. Das aber wirst Du, auch ehe wir es sagen, selbst einsehen und offenbar dafür Sorge tragen, dass sie, wenn sie sich an die Sache machen, so Gott will, in die Kirchen keine Spaltungen hereinbringen, sondern die Gleichgesinnten auf jede Weise zur Einheit anhalten, auch wenn sie einige finden sollten, die aus persönlichen Gründen miteinander hadern, damit das rechtgläubige Volk sich nicht in viele Parteien spalte und mit seinen Führern abfalle. Alles muss zurücktreten hinter das Bestreben, den Frieden zu schaffen und vor allem für die Kirche in Antiochien zu sorgen, damit der rechtgläubige Teil nicht ohnmächtig wird und sich nach Personen spalte. Für all’ das wirst Du selbst künftig umso mehr Sorge tragen, wenn Du, worum wir bitten, mit Gottes Hilfe alle dafür gewinnst, dass sie Dir die Ordnung der Kirchen anvertrauen." [25]

Man sehe sich die ehemals große Städt Antiochia an, das einst die drittgrößte Stadt des Römischen Reichs war und heute von Türken besetzt wird, die alle Christen, vor allem Armenier, herausgeworfen und es zu einer hässlichen Stadt haben verkommen lassen; sie nennen die Stadt, in der es fast nur noch verschandelte Häuser und islamische Moscheen gibt, Antakya. Die Stadt war einst auch eine Hochburg der Christen. Der Legende nach wurde Margareta von Antiochien aufgrund ihres christlichen Glaubens von ihrem Vater, einem heidnischen Priester, verstoßen und lebte als Schafhirtin. Weil sie sich weigerte, ihren Glauben aufzugeben, steckte man sie in den Kerker. Dort besiegte sie mit einem Kreuzzeichen den Teufel in Gestalt eines Drachens und nahm damit den heutigen Kampf der Christen gegen die antichristlichen Sarazenen vorweg, die in den Ländern des nahen Ostens den Kampf gegen das Christentum zu gewinnen drohen. Die türkischen Sultane und Präsidenten haben Christen verfolgt wie Kaiser Diokletian. Der Hl. Augustinus fragt daher: Reicht der Glaube der Teufel aus, die ja auch an Christus als den Sohn Gottes "glauben und zittern"? Nein, denn ihr Glaube ist ja nicht durch die Liebe wirksam, sondern "nur durch die Furcht erzwungen". Da die Arianer und Sarazenen bzw. Moslems noch nicht einmal an Christus als des Sohn Gottes glauben, sind sie sogar noch schlechter dran als die Teufel. In der Antike haben es nur wenige Städte mit Antiochia aufgenommen. Nur wenige waren so kosmopolitisch wie die Metropole am Orontes. Der Handel hatte der Küstenstadt großen Wohlstand beschert, Philosophen dachten in der Tradition des Aristoteles, und eine große jüdische Gemeinde lebte in der von einem Diadochen Alexanders 307 v.Chr. gegründeten Stadt. Ebenso Römer, Griechen, Syrer und Chaldäer. Die jüdischen und heidnischen Anhänger Jesu wurden zu Christen, und von hier brachen Petrus und Paulus zur Verbreitung des Christentums auf. Der Evangelist Lukas wurde in Antiochia geboren, Markus lebte hier einige Zeit, und Matthäus schrieb sein Evangelium in der Stadt am Orontes. Ein Bürger der Stadt war der Kirchenlehrer und große Philosoph Johannes Chrysostomos (344 bis 407), der an der „Schule der Rhetoren und Philosophen“ studiert hatte. Von christlicher Wissenschaft / Philosophie ist allerdings nichts übrig gebieben, da von der türkischen Besatzung alle Christen des Landes verwiesen worden sind. Zu sehen sind hauptsächlich Moscheen, sunnitische Muslime leben neben arabischsprachigen Alawiten. Nur von weitem sieht man den Berg Musa Dag, auf dem Franz Werfels Roman über die Rettung verfolgter Armenier vor dem Genozid spielt. In der Nähe befindet sich auch die Grenze zu Syrien. Nach der türkischen Invasion auf Zypern hat von hier der Angriffskrieg Erdogans gegen Syrien begonnen. Durch Raketen werden nicht nur christliche Kirchen sondern auch Zivilflugzeuge, also türkische Billigflieger wie Turkish Airlines und Pegasus getroffen. [26]

Der Arianismus hatte damals im Orient kirchliche Einheit, Friede und Ordnung gestört; heute ist es vor allem der moderne Arianismus in Gestalt des Islams bzw. des materialistischen Humanismus. Islamischen Türken zerstören Kirchen oder entweihen sie durch Umwandlung in Moscheen ("Beschlagnahme von Kirchen") und "knechten" nicht nur den Leib der Christen, sondern führen "die Seelen in die Gefangenschaft"; dieser Sachverhalt wird in der romanischen und byzantinischen Kunst als "seelenfressendes Ungeheuer" dargestellt. Basilius wendet sich auch an Papst Damasus, die bedrohte Kirche zu retten: "Der alten Liebe Bande zu erneuern und den Frieden der Väter, diese himmlische und heilsame Gabe Christi, die mit der Zeit verwelkte, wieder zur Frische zu bringen, ist unsere Pflicht und unser Vorteil, wird aber auch, dessen bin ich sicher, Deiner christlichen Gesinnung erwünscht scheinen. Was wäre denn erfreulicher, als Menschen, die durch so viele Örtlichkeiten voneinander getrennt sind, durch das Band der Liebe zu einer harmonischen Einheit von Gliedern am Leibe Christi verbunden zu sehen? Fast das ganze Anatolien, ehrwürdigster Vater - mit Anatolien bezeichne ich das Land von Illyrikum bis Ägypten -, ist von einem heftigen Unwetter und Sturme heimgesucht: Die längst vom Feinde der Wahrheit, von Arius, ausgestreute Häresie schoss empor bis zu unverschämter Höhe, und gleich einer bittern Wurzel treibt sie verderbliche Frucht und wird bereits übermächtig, weil die Bannerträger der wahren Lehre in den einzelnen Pfarreien infolge von Verleumdung und Kränkung aus den Kirchen vertrieben wurden und die Vollmacht in ihrer Verwaltung solchen übergeben ward, welche die Herzen der Einfältigen gefangennehmen. Den einzigen Rettungsweg aus dieser Lage sehen wir in der Einsichtnahme seitens Eurer Barmherzigkeit. In der Tat, immer hat in der verflossenen Zeit Eure wunderbare Liebe uns seelisch aufgerichtet, und wir fühlten uns vorübergehend gestärkt durch die fröhliche Kunde, dass wir Eurerseits eine Einsichtnahme in unsere Verhältnisse erwarten dürfen. Da aber diese unsere Hoffnung fehlschlug, so hielten wir es nicht länger aus und kamen auf den Gedanken, Euch brieflich zu ersuchen, sich unserer anzunehmen und einige Gleichgesinnte zu schicken, damit sie entweder die Abseitsstehenden in die Gemeinschaft zurückführen, oder die Kirchen Gottes in Freundschaft versöhnen, oder die an der Verwirrung Schuldigen Euch ganz offen zur Anzeige bringen, so dass von nun an auch Euch bekannt sei, mit wem man Gemeinschaft pflegen dürfe. Wir begehren aber durchaus nichts Neues, sondern was bei den andern seligen und gottesfürchtigen Männern von ehedem und besonders bei Euch üblich war. Wir wissen ja auf dem Wege der Überlieferung, von unsern darob befragten Vätern und aus den Briefen, die bis heute noch bei uns verwahrt sind, dass jener hochselige Bischof Dionysius (Dionysius folgte Sixtus II. im Jahre 259), bei Euch in Ehren wegen seiner Rechtgläubigkeit und jeder andern Tugend, brieflich sich unserer Kirche zu Cäsarea annahm, unsere Väter mit einem Schreiben tröstete und Männer schickte, die alles, was Bruder war, aus der Gefangenschaft loskauften (Basilius redet hier von einer Heimsuchung während der Regentschaft des Kaisers Gallienus, als die Skythen Kappadozien und die Umgegend verwüsteten). Jetzt sind aber wir in einer schwierigeren und traurigeren Lage, die eine erhöhte Sorge erheischt. Wir beklagen ja nicht die Zerstörung profaner Gebäude, sondern die Beschlagnahme von Kirchen. Und wir sehen, wie die Vorkämpfer der Häresie täglich am Werke sind, nicht den Leib zu knechten, sondern die Seelen in die Gefangenschaft zu führen. Wenn Ihr also jetzt Euch nicht aufrafft, uns zu helfen, dann werdet Ihr über ein kleines niemand mehr finden, dem Ihr die Hand reichen könnt, weil dann alle im Banne der Häresie stehen." [27]

372 schreibt Basilius an Athanasius und bittet ihn um Hilfe; Die ganze Kirche sei in Auflösung - ähnlich wie heute: "Wenn wir auf die Verhältnisse sehen und die Schwierigkeiten betrachten, durch die jede gute Energie wie von einer Fessel gehemmt und niedergehalten wird, so geraten wir in völlige Verzweiflung an uns selbst. Wenn wir aber dann wieder auf Deine Ehrwürden sehen und bedenken, dass unser Herr Dich zum Arzte für die Krankheiten in den Kirchen bestellt hat, so fassen wir wieder Mut und erheben uns wieder aus der Tiefe der Verzweiflung zur Hoffnung auf bessere Tage. Die ganze Kirche ist in Auflösung, wie auch Deiner Einsicht nicht verborgen. Du siehst ja gleichsam von der hohen Warte eines beobachtenden Geistes herab alles und jedes. Es ist hier jetzt so, wie wenn auf dem Meere viele zugleich eine gemeinsame Fahrt machen und dann durch die Gewalt der Wogen alle aneinandergetrieben werden — es kommt zu einem Schiffbruch, einerseits schuld des äußern Anstoßes, der die See gewaltig erregt, anderseits schuld der Verwirrung der Fahrenden, die aufeinander rennen und sich gegenseitig stoßen. Es genügt, bei diesem Bilde es zu belassen, da weder Deine Weisheit mehr verlangt, noch die Umstände uns eine freimütige Sprache erlauben. Wer ist nun in diesem Falle ein tüchtiger Steuermann? Von wem darf man mit Vertrauen erwarten, dass er den Herrn aufweckt, damit er dem Winde und dem Meere gebiete?" [28]
 

Basilius warnt vor der Abforderung des Steuereides

Basilius will die Landbevölkerung durch Steuererleichterungen fördern, denn zu hohe Steuern können den "seelischen Tode" nach sich ziehen. "Unablässig betonen wir auf jeder Versammlung wie privatim in der Unterhaltung über die nämliche Frage, dass ein Steuereid von den Steuereinziehern der ländlichen Bevölkerung nicht aufgenötigt werden dürfe. Es blieb mir nur noch übrig, auch schriftlich vor Gott und den Menschen zu beteuern, dass es Eure Pflicht ist, nicht noch weiter die Leute dem seelischen Tode zu überantworten, vielmehr andere Wege und Mittel zur Besteuerung ausfindig zu machen, welche die Seelen der Leute unversehrt lassen."  [29]
 

Hilfe durch die Hl. Brüder und Bischöfe des Abendlandes

Basilius äußert seine Freude über ein Schreiben der Abendländer und die Ankunft des Sabinus. Er erhofft vom Abendland Hilfe für den von den Arianern bedrohten Orient. Heute ist der Orient von einer anderen Art Arianer bedroht, den Mohammedanern bzw. Moslems. "Der gütige Gott, der mit den Heimsuchungen immer den Trost verbindet, hat uns auch jetzt inmitten der vielen Prüfungen ziemlich viel Trost finden lassen in dem Schreiben, das unser ehrwürdigster Vater, der Bischof Athanasius, von Eurer Rechtgläubigkeit erhalten und uns übersandt hat, als ein Zeugnis gesunden Glaubens und als einen Erweis Eurer unwandelbaren Eintracht und Einmütigkeit, aus dem ersichtlich ist, dass die Hirten in den Fußtapfen der Väter wandeln und das Volk des Herrn mit Weisheit weiden. Das alles hat uns so sehr erfreut, dass es unsere Betrübnis verscheuchte und unserer Seele ein flüchtiges Lächeln entlockte trotz dieser traurigen Lage, in der wir uns zur Zeit befinden. Gesteigert hat uns der Herr die Tröstung durch unsern gottesfürchtigen Sohn und Mitdiakon Sabinus: Er hat von Euren schönen Verhältnissen eingehend erzählt und damit unser Herz erfreut; anderseits hat er unsere Lage aus Erfahrung kennengelernt und wird Euch einlässlich darüber berichten, auf dass Ihr vor allem in anhaltendem und eifrigem Flehen zum Herrn mit uns wetteifert, dann aber auch Euch nicht weigert, den bedrängten Kirchen nach Kräften Trost zu bringen. Denn die Lage hier ist schlapp, ehrwürdigste Brüder, und bei den fortgesetzten Anstürmen der Gegner will die Kirche erliegen gleich einem Schiff, das auf offener See gegen immer neue Wellenstöße anzukämpfen hat, wenn nicht bald die Güte des Herrn nach uns sich umsieht. Wie wir nun Eure gegenseitige Eintracht und Einigkeit für eigenes Glück halten, so bitten wir auch Euch, uns mit unsern Spaltungen das Mitleid nicht zu versagen und uns nicht, weil örtlich Euch fern, von Euch zu trennen, vielmehr dank unserer Einheit im Geiste uns auch in die Einheit des Leibes aufzunehmen. Bekannt sind unsere Nöten, auch wenn wir nicht davon reden; die ganze Welt hallt ja davon wider. Verachtet sind die Lehren der Väter; auf die apostolischen Traditionen gibt man nichts. Erfindungen neuerungssüchtiger Menschen machen sich geltend in den Kirchen. Die Leute verlegen sich nunmehr auf die Redekunst, nicht auf die Theologie; die Weisheit der Welt ist obenan, die Verherrlichung des Kreuzes ist zurückgestellt. Die Hirten werden vertrieben, dafür grausame Wölfe eingeführt, die die Herde Christi zerreißen.... Belebt in Euch den religiösen Eifer und rettet uns aus dieser Not! Es soll auch bei uns mit Freimut jenes treffliche Dekret der Väter verkündet werden, welches die berüchtigte Häresie des Arius umstürzt, aber die Kirchen aufbaut in der gesunden Lehre, in dem die Wesenseinheit des Vaters mit dem Sohne [ho hyios homoousios to Patri] bekannt und der Heilige Geist in gleicher Ehre mitgezählt und mitangebetet wird. So möge der Freimut für die Wahrheit, den der Herr Euch verliehen, und der Ruhm in dem Bekenntnisse der göttlichen und seligmachenden Dreieinigkeit dank Eures Gebetes und Eurer Mitarbeit auch uns verliehen werden! Übrigens wird der obengenannte Mitdiakon Eurer Liebe alle Einzelheiten berichten. Allem aber, was von Eurer Ehrwürden kanonisch ist bestimmt worden, pflichten wir bei und loben Euren apostolischen Eifer für den rechten Glauben." [30]

Dem Morgenlande müsse der christliche Glauben erneuert werden. "Denn der gesunde Teil hier, der den Glauben der Väter verteidigt, ist hart bedrängt; mit allen möglichen raffinierten Angriffen hat der Teufel ganz nach seiner Art ihm zugesetzt. Auch das Gebet von Euch, die Ihr den Herrn liebt, soll die verderbliche, völkerverführende Ketzerei der arianischen Irrlehre austilgen, und es soll die gesunde Lehre unserer Väter, die zu Nizäa versammelt waren, wieder aufleuchten, dass entsprechend der erlösenden Taufe der seligen Dreieinigkeit Lob und Ehre gezollt werde. ... Den gottliebenden und heiligen Brüdern und Mitdienern in Italien und Gallien, den einmütigen Bischöfen entbieten Meletius (Patriarch von Antiochien), Eusebius (Bischof von Samosata), Basilius (Bischof von Cäsarea, Schreiber des Schriftstückes), Bassus, Gregor von Nazianz, Pelagius (Bischof von Laodicea), Paulus, Anthimus (Bischof von Tyana), Theodot (Bischof von Nikopolis), Vitus (Vitus von Carrhae in Mesopotamien). Abraham (von Urima in Syrien), Jovinus, Zeno (Von Tyrus), Theodoret, Marcian, Barach, Abraham (von Batnae), Libanius, Thalassius, Josef, Boöthus, Jathrius, Theodot, Eustathius (von Sebaste), Barsumas, Johannes, Chosohoes, Isaak, Narses, Maris, Gregor von Nyssa, Daphnus ihren Gruß im Herrn. Bekümmerten Herzen bringt ja auch ein Seufzer, der sich aus der Tiefe der Brust entringt, oft einige Erleichterung, und eine rinnende Träne lindert wohl große Trübsal. Uns aber bringt nicht bloß wie ein Seufzer oder eine Träne der Umstand Trost, dass wir unsere Leiden vor Eurer Liebe ausklagen können; vielmehr tröstet uns noch eine stärkere Hoffnung, nämlich die, dass wir etwa mit der Schilderung unserer Kümmernisse Euch zur Hilfeleistung anregen, die wir zwar schon längst von Euch für die Kirchen des Morgenlandes erwartet, aber immer noch nicht erlangt haben; jedenfalls wollte Gott, der unsere Verhältnisse mit Weisheit regelt, nach den unerforschlichen Gerichten seiner Gerechtigkeit uns noch länger unter diesen Prüfungen leiden lassen. Ihr habt ja doch wohl von unserer Lage gehört, ehrwürdigste Brüder, von der ja die Kunde bis an die äußersten Grenzen der Erde gedrungen ist. Auch steht Ihr als Jünger des Apostels, der da lehrt, dass die Nächstenliebe des Gesetzes Erfüllung sei, wohl nicht teilnahmslos den gleichgesinnten Brüdern gegenüber." [31] 

So wie der Orient heute durch den Islam verseucht ist,  obwohl die die Weisheit der Philosophie die islamische Lehre bzw. Philosophie widerlegt und Muhammad als "Christusbekämpfer oder besser Gottesbekämpfer" entlarvt hat, so war früher der Orient durch den Arianismus verseucht oder verpestet. Bischöfe förderten damals den Arianismus so wie sie heute den Islam fördern, "so dass der größte Lästerer für das bischöfliche Amt als der Berufenste erscheint", wie schon Basilius erfahren musste. Unwissenheit ist über die Seelen ausgegossen, "weil die, die in Bosheit die Lehre fälschen, die Wahrheit nachahmen", was sowohl auf die Arianer als auch auf die Moslems bzw. moslemisierten Bischöfe zutrifft. "Es ist ja nicht nur eine Kirche gefährdet, auch nicht zwei oder drei sind vom schweren Unwetter betroffen. Fast von den Grenzen Illyriens bis zur Thebais grassiert das Übel der Häresie. Den verderblichen Samen hat zuerst der berüchtigte Arius ausgestreut. Aber einmal Wurzel gefasst in der Tiefe und gehegt von vielen aus unserer Mitte, die mit Eifer die Gottlosigkeit bebaut haben, brachte er jetzt böse Früchte: Die Lehren der (wahren) Religion sind umgestoßen, die Satzungen der Kirche in Unordnung gekommen. Die Ehrsucht von Leuten, die den Herrn nicht fürchten, sucht den Weg zu den Kirchenämtern; schon winkt sichtlich der Vorsitz als Preis der Gottlosigkeit, so dass der größte Lästerer für das bischöfliche Amt als der Berufenste erscheint. Das priesterliche Ansehen ist dahin; verschwunden sind die Hirten, die mit Weisheit die Herde des Herrn weiden, während die Herrschsüchtigen das Geld der Armen nur zu eigenem Gebrauch und zu Geschenken vergeuden. Von einer Beachtung der Kanones ist keine Rede mehr; reichliche Gelegenheit zum Sündigen ist gegeben. Denn die durch menschlichen Eifer zur Herrschaft gelangt sind, wollen eben damit dem Eifer lohnen, dass sie den Sündern alles gestatten, was ihnen Lust bereitet. Von einem gerechten Gericht weiß man nichts mehr; ein jeder wandelt nach den Lüsten seines Herzens. Die Bosheit kennt kein Maß; das Volk ist ohne Warnung; die Vorgesetzten wagen nicht zu reden. Denn wer durch Menschenhilfe zur Herrschaft gekommen ist, ist Sklave derer, die ihm diese Gefälligkeit erwiesen haben. Einige sind auf den Gedanken gekommen, die Verteidigung des Wahren Glaubens auch als Waffe im Kampfe gegen andere zu benützen: Unter dem Vorwande, als kämpften sie für die Religion, kämpfen sie verhohlen persönliche Feindschaften aus. Andere aber stacheln, um nicht wegen ihrer größten Schändlichkeiten zur Verantwortung gezogen zu werden, die Völker zu gegenseitigem Hader auf, damit bei der allgemeinen Schlechtigkeit ihre Schandtaten nicht auffallen. Daher lässt sich dieser Krieg auch nicht beilegen, weil die, die Schändliches verübt haben, den allgemeinen Frieden nicht gern sehen, da er ihre geheimen Schandtaten enthüllte. Dabei lachen die Ungläubigen und wanken die Kleingläubigen. Der Glaube ist zweifelsüchtig (geworden) und Unwissenheit über die Seelen ausgegossen, weil die, die in Bosheit die Lehre fälschen, die Wahrheit nachahmen. Es schweigt der Mund der Gottesfürchtigen, losgelassen ist jede Lästerzunge, entweiht ist das Heilige. Die Vernünftigen unter den Laien fliehen die Bethäuser als Lehrstätten der Gottlosigkeit und erheben in den Einöden unter Seufzern und Tränen ihre Hände zum Herrn im Himmel empor. Jedenfalls ist die Kunde von dem, was in den meisten Städten geschieht, auch bis zu Euch gedrungen, dass nämlich das Volk mit Weibern und Kindern und gar mit den Greisen vor die Stadtmauern hinausströmt, unter freiem Himmel sein Gebet verrichtet, alle Unannehmlichkeiten der Witterung mit vieler Geduld erträgt und vom Herrn Hilfe erwartet." [32] 

Basilius kann nicht mitansehen, "dass die Hälfte des Erdkreises vom Irrtum verschlungen werde" und fordert ein Ende aller Kirchenspaltungen. "Wer fände eine Klage - so groß wie das Unglück? Welche Tränenquellen fließen reichlich genug für solches Elend? Solange also noch einige zu stehen scheinen, solange noch eine Spur vom alten Zustand zu sehen ist, ehe noch die Kirchen vollends Schiffbruch gelitten, kommt uns eilends zu Hilfe, beeilt Euch doch! Wir bitten Euch darum, nächste Brüder; reicht denen die Hand, die auf den Knien liegen! Euer brüderliches Herz lasse sich erweichen für uns; es fließen Tränen des Erbarmens! Ihr dürft nicht mitansehen, dass die Hälfte des Erdkreises vom Irrtum verschlungen werde. Laßt den Glauben nicht auslöschen bei denen, bei welchen er zuerst geleuchtet hat! Was Ihr nun tun müßt, um unserer Lage aufzuhelfen, und wie Euer Mitleid mit den Bedrängten sich betätigen soll, das braucht Ihr wohl nicht erst von uns zu erfahren; das wird Euch der Hl. Geist selbst eingeben. Nur tut Eile not, um die zu retten, die noch übrig sind, und das Erscheinen von mehreren Brüdern, so dass die Ankommenden zusammen eine Synode bilden, damit sie nicht nur dank der Stellung ihrer Absender, sondern auch dank ihrer eigenen Zahl zur Neuordnung das nötige Ansehen besitzen. Sie mögen dann auch den zu Nizäa von unsern Vätern niedergeschriebenen Glauben erneuern, die Ketzerei verbannen, zu den Kirchen in friedfertigem Tone reden und so die Gleichgesinnten zur Eintracht bringen. Denn das ist ja doch wohl das Allerbeklagenswerteste, dass auch der Teil, der gesund zu sein scheint, in sich selbst gespalten ist und uns anscheinend ähnliche Leiden bevorstehen, wie sie einst bei der Belagerung Vespasians Jerusalem trafen. Denn jene Juden wurden durch den Krieg von außen bedrängt und gleichzeitig durch den innern Aufruhr der Mitbürger aufgerieben. Bei uns hat ebenfalls nebst dem offenen Kampf der Ketzer auch noch der, der unter den anscheinend Rechtgläubigen entstand, die Kirchen in den Zustand äußerster Schwäche versetzt. Deshalb bedürfen wir vornehmlich Eurer Hilfe, damit die Bekenner des apostolischen Glaubens die von jenen ersonnenen Schismen beseitigen und sich in Zukunft der Autorität der Kirche unterwerfen. So soll dann der Leib Christi vollkommen werden, indem alle Glieder zum Ganzen zurückkehren, und so wollen wir nicht nur die Vorzüge bei andern preisen, was wir jetzt tun, sondern wir wollen auch unsere eigenen Kirchen wieder im alten Glanz der Rechtgläubigkeit leuchten sehen. In der Tat verdient ja als höchstes Glück gepriesen zu werden die Eurer Gottesfurcht vom Herrn verliehene Gabe, das Falsche vom Echten und Reinen zu unterscheiden und den Glauben der Väter ohne Rückhalt zu verkünden, den Glauben, den auch wir angenommen und als den erkannt haben, der die apostolischen Kennzeichen an sich trägt. Diesem haben wir beigepflichtet wie auch all den Glaubenssätzen, die im Synodalschreiben kanonisch und gesetzlich festgelegt worden sind. [33] 
 

Diakonissen; sein Sohn Sophronius; Priester in Tarsus; die die Gottheit des Sohnes oder des Hl. Geistes leugnen

An die Diakonissen, Töchter des Comes Terentius, schreibt er ebenfalls. Terentius war unter Valens ein hoher kaiserlicher Beamter, der persönlich treu festhielt am nizänischen Glauben und für diesen auch insofern tätig war, als er dem Basilius den Auftrag des Kaisers erwirkt hat, in Armenien Bischöfe zu bestellen (Epist. 99 cc. 1. 4). Er wird mit „Comes” (Epist. 214, 215) als ein kaiserlicher Beamter im Civil- oder Militärdienst bezeichnet, der im Gefolge des Kaisers sich befand und von diesem mit außerordentlichen Missionen betraut wurde. Basilius bedauert, die Töchter des Terentius in Samosata nicht gesehen zu haben. Brieflich will er sie jetzt grüßen, lobt ihre Standhaftigkeit im Bekenntnis der Dreieinigkeit, mahnt sie zu weiterer Ausdauer und warnt vor denen, die die Gottheit des Sohnes oder des Hl. Geistes leugnen ("inmitten so vieler Bosheit von Leuten, die das Wort der Wahrheit verfälschen"), wie die Arianer und Sarazenen bzw. Moslems, die "offenkundig Gotteslästerer" sind und schon u.a. die heutige Türkei "verpestet" haben und nun mit Europa beginnen. Statt Kinder in die Moscheen und zum islamischen Religionsunterricht zu schicken, sollte man nach Basilius lieber diese Gemeinschaften meiden. "Die Gesellschaft solcher Leute muss man fliehen, ihren Reden den Rücken kehren, weil sie Gift sind für die Seele." Das hat man im heutigen Europa noch nicht ganz verstanden. "Ich hoffte, zu Samosata mit Euer Ehrwürden zusammenzutreffen. Doch war mir solche Zusammenkunft nicht vergönnt, und dies Missgeschick ließ mich nicht kalt. Deshalb überlegte ich mir, wann es mir wohl möglich wäre, in Eure Gegend zu kommen, oder es Euch gefallen würde, zu uns zu kommen. Freilich steht das im Willen des Herrn. Für den Augenblick aber habe ich meinem Sohne Sophronius, den ich eben antraf, wie er zu Euch abreiste, dieses Schreiben mitgegeben, das Euch einen Gruß bringen und unsere Gesinnung bekunden soll, dass wir mit der Gnade Gottes nicht aufgehört haben, Euer zu gedenken und Euretwegen dem Herrn zu danken, dass Ihr einer guten Wurzel gute Sprossen seid, fruchtbar an guten Werken und wirklich wie Lilien unter den Dornen. Obwohl inmitten so vieler Bosheit von Leuten, die das Wort der Wahrheit verfälschen, lasst Ihr Euch doch nicht von den Täuschungen einnehmen und gebt das apostolische Glaubensbekenntnis nicht preis, um der augenblicklich obenanschwimmenden Neuerung Euch zuzuwenden. Sollte man dafür Gott nicht großen Dank wissen und Euch mit bestem Recht hohe Anerkennung zollen? Ihr glaubt an den Vater, Sohn und Hl. Geist. Gebt doch diese Hinterlage nicht preis! Nicht den Vater, das Prinzip von allem, nicht den Sohn, den Eingebornen, der von ihm gezeugt ist, den wahren Gott, den Vollkommnen aus dem Vollkommnen, das lebendige Ebenbild, das den Vater ganz in sich offenbart, nicht den Hl. Geist, der sein Dasein aus Gott hat, den Quell der Heiligkeit, die Leben spendende Kraft, die vollkommen machende Gnade, durch die der Mensch zum Kinde Gottes wird und das Sterbliche unsterblich, vereint mit dem Vater und Sohne in allem, in Herrlichkeit und Ewigkeit, in Macht und Reich, in Herrschaft und Gottheit, wie auch die Tradition über die erlösende Taufe bezeugt. Wer aber den Sohn oder den Hl. Geist ein Geschöpf nennt, oder jedenfalls den Geist in eine dienstbare und untergeordnete Klasse versetzt, der steht fern der Wahrheit. Die Gesellschaft solcher Leute muss man fliehen, ihren Reden den Rücken kehren, weil sie Gift sind für die Seele. Sollte aber einmal der Herr uns ein gegenseitiges Zusammenkommen vergönnen, dann werden wir uns noch ausführlicher über den Glauben verbreiten, und Ihr werdet dann an der Hand von Schriftbeweisen die Kraft der Wahrheit wie die Haltlosigkeit der Häresie einsehen." [34] 

Die Priester in Tarsus mahnt Basilius, bei der gegenwärtig kritischen Lage der Kirche von den glaubensschwachen Brüdern nur ihr Bekenntnis zum nizänischen Symbolum zu verlangen und deren Bereitschaft, weder selbst den Hl. Geist ein Geschöpf zu nennen noch Gemeinschaft zu pflegen mit denen, die solchen Irrtum aussprechen. "Für die Zusammenkunft mit diesem Manne weiß ich dem hl. Gott vielen Dank, weil er mich durch dessen Gegenwart in den Kümmernissen getröstet und Eure Liebe durch ihn deutlich kundgemacht hat. Denn fast all Euren Eifer für die Wahrheit habe ich aus dem Vorsatze dieses einen Mannes kennen gelernt. Was wir privatim miteinander verhandelt haben, das wird er Euch mitteilen. Was aber meinerseits Eurer Liebe zu eröffnen ist, ist Folgendes: Die gegenwärtige Zeit hat eine starke Neigung zu einem Umsturz der Kirchen; wir haben das schon seit langem erkannt. Aufbau der Kirche, Heilung von Gebrechen, Mitleid mit den Schwachen und Verteidigung der gesunden Brüder - von all dem auch keine Spur. Ja, es gibt nicht einmal ein Mittel, das von alter Krankheit heilte oder neu drohender vorbeugte. Überhaupt gleicht nachgerade der Zustand der Kirche - um mich eines deutlichen, wenn auch etwas trivial scheinenden Bildes zu bedienen - einem alten Rock, der bei der nächsten besten Veranlassung leicht zerreißt und nie mehr die ursprüngliche Haltbarkeit erlangen kann. In einer solchen Zeit nun bedarf es großen Eifers und vieler Sorgfalt, um den Kirchen einigermaßen zu helfen... Nun hat so mancher Mund sich aufgetan wider den Hl. Geist, und viele Zungen haben sich geschärft zu seiner Lästerung. So bitten wir Euch, soviel in Euren Kräften steht, die Lästerer auf eine kleine Zahl einzuschränken und diejenigen in die Kirchengemeinschaft aufzunehmen, die den Hl. Geist nicht ein Geschöpf nennen, damit die Lästerer noch allein dastehen und entweder beschämt zur Wahrheit zurückkehren, oder aber in der Sünde verstockt bei ihrer kleinen Zahl keinen Glauben finden. So wollen wir denn nicht mehr verlangen, vielmehr den Brüdern, die sich mit uns einigen wollen, nur das nizänische Glaubensbekenntnis vorlegen, und, wenn sie ihm beipflichten, noch dazu fordern, dass sie bekennen, man dürfe den Hl. Geist nicht ein Geschöpf nennen, und dass sie keine Gemeinschaft haben mit denen, die ihn als das bezeichnen. Über das hinaus dürfen wir, glaube ich, nichts verlangen. Denn ich bin überzeugt, dass bei längerem Umgange und reibungsloser Lebenspraxis, wenn zur Klärung noch etwas hinzugefügt werden müsste, der Herr das geben wird, er, der alles zum Guten lenkt denen, die ihn lieben (Röm. 8, 28)." [35] 

Basilius hat nun im allgemeinen die Lehrpunkte hinlänglich und genau definiert - teils zur Heilung der Schäden, teils zur Verhütung dessen, was als weitere Folge zu erwarten war. Aber vom Hl. Geiste ist nur so im Vorbeigehen die Rede, die keine weitere Ausführung findet. "Damals war eben diese Frage noch nicht angeregt worden, sondern die Seelen der Gläubigen hatten eine (richtige) Auffassung von ihm ohne Hintergedanken. Allmählich aber wuchs der böse Same der Gottlosigkeit auf, den zuerst Arius, der Stifter der Häresie, ausgestreut und den hernach sein böser Anhang zum Schaden der Kirchen genährt hat; und die Gottlosigkeit enthüllte sich in ihrer Folge als Lästerung wider den Hl. Geist. Deshalb muss man gegen diejenigen, die sich selbst nicht schonen und die unvermeidliche Drohung nicht vorhersehen, die unser Herr den Lästerern des Hl. Geistes angedroht hat, folgende Sentenz vorlegen: Man muss die mit dem Banne belegen, die sagen, der Hl. Geist sei ein Geschöpf, und die so denken, wie auch die, welche ihn nicht als von Natur heilig bekennen, so wie auch der Vater und der Sohn von Natur aus heilig sind, sondern ihn von der göttlichen und seligen Natur ausschließen. Ein Beweis der rechten Gesinnung aber liegt darin, dass man ihn vom Vater und Sohn nicht trennt - wir müssen doch getauft werden, wie wir es gelernt haben, und glauben, wie wir getauft werden, und lobpreisen, wie wir glauben, den Vater und Sohn und Hl. Geist -, und sich fernhält von der Gemeinschaft derer, die den Geist ein Geschöpf nennen und damit offenkundig Gotteslästerer sind, wo doch unbestritten feststeht - wegen der Sykophanten ist nämlich eine genaue Ausdrucksweise notwendig -, dass wir den Hl. Geist nicht ungezeugt nennen - denn wir wissen nur um einen Ungezeugten und einen Anfang der Dinge, den Vater unseres Herrn Jesu Christi -, noch auch gezeugt - denn nur von einem Eingebornen haben wir in der Überlieferung des Glaubens erfahren. Wir wurden aber belehrt, dass der Geist der Wahrheit vom Vater ausgeht, und bekennen, dass er, ohne geschaffen zu sein [aktistos], aus Gott ist. Man muss aber auch die mit dem Banne belegen, die den Hl. Geist ein dienstbares Wesen nennen und ihn mit diesem Ausdruck auf die Stufe eines Geschöpfes herabsetzen. Denn dass die dienstbaren Geister Geschöpfe sind, teilt uns die Schrift mit, wenn sie sagt: „Alle sind dienstbare Geister, zum Dienste abgesandt (Hebr. 1, 14).” Mit Rücksicht auf die, die alles verwirren und auf die Lehre der Evangelien nicht achten, muss man noch die Bedingung hinzufügen: Man muss auch die fliehen, welche die vom Herrn uns überlieferte Reihenfolge umkehren und den Sohn vor den Vater und den Hl. Geist vor den Sohn setzen, da sie damit offenbar im Widerspruche mit der frommen Lehre stehen. Unverrückt und unangetastet müssen wir die Ordnung einhalten, die wir aus dem Munde des Herrn selbst erhalten haben, da er sprach: „Gehet hin und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes (Matth. 28, 19)!” [36] 
 

Platon und Aristoteles

Inhalt: Basilius gibt eine Kritik über zwei von Diodor (später Bischof von Tarsus, starb ca. 394. Von seinen Werken sind nur Bruchstücke uns erhalten) verfasste Bücher. Er gibt einige Winke für die literarische Tätigkeit und fordert den Adressaten zu weiteren Arbeiten auf, indes er selbst hierzu weder Zeit noch Gesundheit habe. "Ich habe die Bücher gelesen, die mir von Deiner Ehrwürden zugeschickt wurden. Über das zweite Buch habe ich mich ungemein gefreut - nicht allein wegen seiner Kürze, wie begreiflich bei einem Manne, der bereits zu allem träg und schwach ist, sondern weil es zugleich auch gedankenreich ist und deutlich darin die Gegnerthesen wie die Antworten darauf zur Darstellung kommen. Auch die einfache und ungekünstelte Schreibart schien mir der Absicht eines Christen zu entsprechen, der nicht zur Parade, sondern zum allgemeinen Nutzen schreibt. Das erste Buch aber, das inhaltlich zwar dieselbe Kraft hat, aber in schwungvollerem Stile geschrieben und mit mancherlei Figuren und dialektischer Anmut geziert ist, schien mir nicht nur viel Zeit zur Lektüre zu beanspruchen, sondern auch eine große geistige Anstrengung, um die Gedanken zu erfassen und im Gedächtnis festzuhalten. Die zwischenhinein eingestreuten Verunglimpfungen der Gegner wie die Empfehlungen der Unsrigen scheinen zwar der Schrift einige dialektische Reize zu geben, unterbrechen aber, weil sie einen hinhalten und aufhalten, den Zusammenhang der Gedanken und schwächen die Kraft einer Streitschrift. Denn das weiß doch Dein Scharfsinn ganz gewiß, dass auch von den heidnischen Philosophen diejenigen, die Dialoge schrieben, so Aristoteles und Theophrast, gleich auf die Sache losgehen, weil sie sich bewusst waren, die platonischen Feinheiten nicht zu kennen. Platon seinerseits aber kämpft mit der Gewalt seiner Rede gegen die Lehrsätze an, und gleichzeitig macht er die Personen lächerlich, wenn er die Verwegenheit und Unverschämtheit des Thrasymachos, den Leichtsinn und die Feigheit des Hippias, den Stolz und Übermut des Protagoras geißelt. Wo er aber in seinen Dialogen unbestimmte Personen einführt, bedient er sich zwar der sprechenden Personen, um die Sache anschaulich zu machen, bringt aber von den Personen nichts weiteres in die Darlegungen hinein. So machte er es auch in den „Gesetzen“." [37] 

Basilius hat kaum Zeit zum schreiben: "So manch anderes kann ich nicht schreiben; was ich aber als sicher mitteilen kann, ist folgendes: Der Priester Evagrius, der Sohn des Pompejanus von Antiochien (Evagrius war der letzte Eustathianer-Bischof, 388 - 393), der dermaleinst mit dem seligen Eusebius (von Vercelli. Die Reise ins Abendland erfolgte 362/63) nach dem Abendland gereist war, ist nun von Rom zurückgekehrt und verlangt von uns einen Brief, der im Wortlaut enthält, was von jenen geschrieben wurde; unser Schreiben brachte er uns wieder zurück, weil es den Genauern daselbst nicht gefallen habe. Außerdem verlangt er, dass eine Gesandtschaft von vertrauenswürdigen Männern eiligst dorthin abgeschickt werde, damit jene einen äußerlichen Anlass hätten, uns zu besuchen. In Sebaste haben unsere Gesinnungsfreunde das verborgene Geschwür der verkehrten Ansicht des Eustathius aufgedeckt und bitten uns, dass wir uns um ihre Kirche irgendwie annehmen (Offenbar sollte Basilius als Primas ihnen einen orthodoxen Bischof geben). Ikonium ist eine Stadt Pisidiens; einst war sie nach der Hauptstadt (nämlich Antiochien) die erste; jetzt ist sie aber selbst die Hauptstadt jenes Teils, der aus verschiedenen Stücken zusammengesetzt wurde und die Verwaltung einer eigenen Provinz erhielt (die neue Provinz hieß Lykaonien). Diese ladet uns gleichfalls zu einem Besuche ein, damit wir ihr einen Bischof geben; Faustinus ist ja gestorben." [38] 
 

Heimliche Nachstellungen der Arianer; Manichäer, Valentinianer, Marcioniten, Pepuzener, Novatianer, Katharer, Enkratiten, Hydroparastaten

Wenn Basilius fragt: "Hat denn wohl der Herr seine Kirchen ganz verlassen? Ist denn die letzte Stunde da, und nimmt der Abfall hiemit seinen Anfang", so könnte dies auch auf das heutige Deutschland zutreffen, in dem einige Politiker und Obere der christlichen Kirchen die christliche Lehre mit der islamischen gleichsetzen; auch wenn sie noch "Christen-Namen tragen", sind es keine Christen mehr sondern materialistische "Humanisten" oder Mohammedaner . "Uns hat das Gerücht von den Verfolgungen, die in Alexandrien und im übrigen Ägypten eingesetzt haben, schon längst erreicht und hat, wie begreiflich, unser Herz ergriffen. Wir haben ja die Tücke des teuflischen Krieges durchschaut. Als nämlich der Teufel sah, dass bei den von den Heiden ausgegangenen Verfolgungen die Kirche wächst und noch mehr blüht, da änderte er seinen Plan und führte den Kampf nun nicht mehr offen, sondern bereitet uns heimlich Nachstellungen und verbirgt seine Hinterlist unter dem Namen, den sie tragen, so dass wir dasselbe erleiden was dereinst unsere Väter, aber nicht um Christi willen zu leiden scheinen, da ja auch die Verfolger den Christen-Namen tragen. Solchen Gedanken überlassen, saßen wir lange da, betroffen durch die Nachricht vom Vorgefallenen. Es klangen uns wirklich beide Ohren, als wir von der schamlosen und gehässigen Ketzerei Eurer Verfolger hörten, als wir hörten, dass sie weder das Alter schonten noch die Mühen in der Amtsverwaltung (Ein Brief des Patriarchen Petrus v. Alexandrien (Theodoret hist. lib. IV c. 22) teilt mit, dass die Arianer besonders gegen Priester u. Diakone gewütet hätten, von denen einige schon das 80ste Jahr erreicht hätten) respektierten noch die Liebe des Volkes, vielmehr sogar die Leiber marterten und schändeten, zur Verbannung verurteilten und die Güter derer raubten, die sie ausfindig machen konnten - ohne Scheu vor der Missbilligung durch die Menschen, unbekümmert um die schreckliche Vergeltung des gerechten Richters. Das hat uns tief erschüttert und beinahe außer Fassung gebracht. Zu diesen Erwägungen kam auch noch der weitere Gedanke: Hat denn wohl der Herr seine Kirchen ganz verlassen? Ist denn die letzte Stunde da, und nimmt der Abfall hiemit seinen Anfang, auf dass nunmehr „offenbar wird der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott und Heiligtum heißt (2 Thess. 2, 3. 4)”.  [39] 

Basilius schreibt auch an Ascholius, Bischof von Thessalonich. Ascholius taufte Theodosius in Thessalonich im Jahre 380 und war auf dem Konzil von Konstantinopel 381. Basilius lobt Ascholius wegen eines Briefes als eines Zeichens seltener Liebe und Freundschaft lobt auch dessen Rechtgläubigkeit, die in seiner Anhänglichkeit an Athanasius sich äußere. "Schön hast Du gehandelt und nach dem Gesetze der geistigen Liebe, dass Du eine Korrespondenz mit uns angefangen und uns durch das gute Beispiel zu gleichem Eifer aufgerufen hast. Die Freundschaft der Welt bedarf ja der Augen und einer Zusammenkunft, damit daraus ein vertrauter Verkehr entstehe. Die aber geistig zu lieben wissen, brauchen nicht das Fleisch zur Stiftung der Freundschaft, sondern werden durch den gemeinsamen Glauben zu geistiger Vereinigung geführt. Dank also dem Herrn, der unsere Herzen tröstete, indem er uns zeigte, dass die Liebe nicht in allen erkaltet ist, sondern dass es irgendwo in der Welt noch solche gibt, die das Kennzeichen der Jüngerschaft Christi an sich tragen. So schien mir denn Euer Handeln wie Sternenlicht im nächtlichen Gewölk, das bald hier, bald dort Teile des Himmels beleuchtet, dessen Glanz immer hold ist, besonders hold aber, wenn man es nicht erwartet. Solche Sterne seid auch Ihr, Leuchten der Kirchen, recht wenige zwar und leicht zu zählen, die aber in dieser traurigen Lage wie Sterne in mondloser Nacht leuchten, und die mit dem Reize ihrer Tugend wie auch noch wegen ihrer Seltenheit so starke Sehnsucht wecken. Dein Schreiben ließ uns auch Deine Gesinnung hinlänglich erkennen. War es auch in der Zahl der Silben knapp bemessen, es gab uns doch mit seinem rechtgläubigen Inhalt genügend Aufschluss über Deine Gesinnung. Denn die Begeisterung für den hochseligen Athanasius ist ja das augenscheinlichste Zeugnis für die gesunde Anschauung in den Hauptpunkten. " [40] 

Basilius beantwortet mehrere Fragen des Amphilochius, die auf 16 Kanones und einige Schriftstellen Bezug nehmen. "In der Frage bezüglich der Katharer (Schüler des Novatian. Vgl. Eusebius, h. l. c. 43) ist schon früher bemerkt und auch von Dir richtig daran erinnert worden, dass man der Sitte des jeweiligen Landes folgen müsse, weil eine verschiedene Auffassung über ihre Taufe bei denen bestand, die damals über sie sich äußerten. Die Taufe der Pepuzener (Die Pepuzener sind die Montanisten, benannt nach Pepuza im westlichen Phyrgien) scheint mir jedoch keinen Wert zu haben, und ich muss mich wundern, wie dies dem Dionysius (von Alexandrien), der in den Kanones so bewandert war, entgangen ist. Die Taufe glaubten die Alten gelten lassen zu können, die im Glauben nichts zu wünschen übrig lasse. Sie schieden daher zwischen Häresien, Schismen und Parasynagogen (= Sonderassoziationen). Unter Häresien verstanden sie vollendete Absonderungen auf Grund von Glaubensdifferenzen, unter Schismen solche, die aus kirchlichen Gründen erfolgt sind und wegen Schwierigkeiten, die sich gegenseitig leicht beheben lassen, unter Parasynagogen endlich solche Assoziationen, die das Werk rebellischer Priester oder Bischöfe und zuchtloser Laien sind. Wenn z. B. jemand auf einem Vergehen ertappt und vom Kirchendienst ausgeschlossen wurde, sich aber den Kanones nicht unterwarf, vielmehr den Vorsitz und den Kirchendienst sich anmaßte, und wenn dann mit ihm einige gingen und aus der katholischen Kirche austraten, so war diese Bewegung eine Parasynagoge. Ein Schisma aber besteht in einer von der Kirche abweichenden Stellungnahme zur Buße. Häresien aber sind z. B. die der Manichäer, Valentinianer, Marcioniten und eben der Pepuzener. Denn bei ihnen erstreckt sich der Zwiespalt alsbald auf den Glauben an Gott." Die Nichtübereinstimmung in dem Glauben an die Dreieinigkeit mit der Kirche im dritten und vierten Jahrhundert war bei fast allen häretischen Sekten des Orients der Fall, was später in die Sekte der Mohammedaner mündete. [41] 

Die Pepuzener sind wie später die Mohammedaner offenbar Häretiker: "Sie machten sich einer Blasphemie gegen den Hl. Geist schuldig, indem sie dem Montanus und der Priskilla in sündhafter, schmählicher Weise den Namen des Parakleten beilegten. Mögen sie nun Menschen vergöttern, so sind sie verdammenswert; mögen sie den Hl. Geist erniedrigen, indem sie ihn in eine Reihe mit bloßen Menschen stellen, so bleiben sie dem ewigen Gerichte überantwortet, weil die Lästerung wider den Hl. Geist unverzeihlich ist. ... Das Ungereimte liegt klar am Tage und ist allen ersichtlich, die nur einigermaßen vernünftig denken können." [42] 

Auch die Katharer gehören zu denen, die sich getrennt haben. "Übrigens gefiel es den Alten, ich meine dem Cyprian und unserm Firmilian (Firmilian war einer der Vorgänger des Basilius auf dem Bischofsstuhl von Cäsarea, † 269, zu seiner Zeit einer der angesehensten Bischöfe des Orients), diese alle unter eine Rubrik zu bringen, nämlich die Katharer, Enkratiten, Hydroparastaten (Sektierer, die bei der Eucharistie Wasser statt Wein verwendeten, wie Tatian und seine Schüler), weil die Trennung mit dem Schisma einsetzte, und diejenigen, die sich trennten, nicht mehr die Gnade des Hl. Geistes in sich trugen; denn mit der Unterbrechung der (apostolischen) Sukzession hörte auch die Mitteilung (des Geistes) auf. Denn diejenigen, die zuerst abfielen, hatten die Ordination von den Vätern erhalten und durch deren Handauflegung die Gabe des Geistes empfangen. Die aber, die sich losrissen und Laien wurden, hatten weder die Macht zu taufen noch die Macht zu ordinieren, weil sie die Gnade des Hl. Geistes nicht mehr mitteilen konnten, deren sie selbst verlustig gegangen waren. Deshalb befahlen sie, dass die von ihnen als von Laien Getauften beim Übertritt zur Kirche durch die wahre Taufe der Kirche gereinigt würden."  Basilius will aber diejenigen Häretiker, die am Ende ihres Lebens Buße tun, aufnehmen, "aufnehmen freilich nicht ohne Prüfung, sondern nach einer Untersuchung, ob sie eine wahre Sinnesänderung zeigen und die Früchte bringen, die für ein eifriges Heilsbestreben zeugen. [43] 
 

Basilius an Ambrosius von Mailand über die "Pest des arianischen Wahnsinns"

An Ambrosius, Bischof von Mailand schreibt Basilius einen Brief über die "Pest des arianischen Wahnsinns", in dem er den Bischof von Mailand zu dessen Wahl (Ambrosius wurde Bischof von Mailand im Jahre 374) beglückwünscht. Diejenigen, die später die Arianer beerben werden, die Mohammedaner, Osmanen und Türken, verbreiten sowohl die Pestseuche als auch die Pest des islamischen Wahnsinns im Orient und in Europa. Sieges- und Pestsäulen zeugen noch heute in Europa davon (s.u.). "Immer groß und zahlreich sind die Gaben unseres Herrn; deren Größe ist nicht messbar, deren Menge nicht zählbar. Eine der größten Gaben aber für die, welche die Wohltaten dankbar annehmen, ist eben jetzt auch die, dass er es uns trotz der größten örtlichen Trennung ermöglicht hat, miteinander in brieflicher Aussprache in Fühlung zu treten. Wir danken ihm einen doppelten Weg, uns kennen zu lernen, den der persönlichen Zusammenkunft und den brieflichen Verkehrs. Da wir nun Dich aus Deinen Worten kennengelernt haben, und zwar kennengelernt, indem wir nicht Deine körperliche Gestalt unserm Gedächtnis einprägten, sondern die Schönheit des innern Menschen aus den verschiedenen Reden erkannten - redet doch ein jeder von uns aus der Fülle des Herzens (Matth. 12, 34) -, so haben wir unsern Gott gepriesen, der zu aller Zeit die ihm Wohlgefälligen auserwählt: Er erweckte Ps. 78, 70 [Hebr. Ps. 79, 70] vormals aus den Schafhirten seinem Volke einen Fürsten und erhob den durch den Geist gestärkten Amos von der Ziegenherde weg zum Propheten; jetzt aber hat er einen Mann aus der königlichen Stadt, dem die Regierung eines ganzen Volkes anvertraut, der von erhabener Gesinnung, durch Adel der Herkunft, durch den Glanz seines Lebens, durch die Kraft seiner Rede allen im Leben Stehenden bekannt war, zur Obhut über die Herde Christi beigezogen, einen Mann, der alle Lebensgüter von sich warf und sie für Nachteil hielt, um Christus zu gewinnen, und sich bestimmen ließ, das Steuerruder des großen und ob des Glaubens an Gott hochberühmten Schiffes, der Kirche Christi, zu übernehmen. Wohlan denn, Mann Gottes, da Du nicht von Menschen das Evangelium Christi empfangen oder gelernt hast, sondern da der Herr selbst Dich aus den Richtern der Erde auf den Stuhl der Apostel gesetzt hat, kämpfe den guten Kampf, heile die Krankheiten des Volkes, wenn vielleicht einen die Pest des arianischen Wahnsinns angesteckt hat! Erneuere die alten Fußstapfen der Väter, und beeifere Dich, durch fortlaufende Korrespondenzen auf dem Grunde der Liebe zu uns, den Du gelegt hast, weiterzubauen! Denn so wird es uns möglich sein, einander im Geiste nahe zu bleiben, wenn wir auch unsere Wohnung hienieden sehr weit auseinander haben." [44] 

Basilius kämpft wie Hilarius und Ambrosius gegen Arianer wie Auxentius. "Dein großes Interesse und Dein Eifer für den seligsten Bischof Dionysius (Dionysius war 351 - 355 Bischof von Mailand. Sein Nachfolger war der Arianer-Bischof Auxentius; er selbst ward nach Kleinasien verbannt und starb in Kappadozien) bezeugt Deine große Liebe zum Herrn, Deine Hochachtung vor Deinen Vorgängern und Deinen Eifer für den Glauben. Denn die liebevolle Gesinnung gegen die treuen Mitdiener bezieht sich auf den Herrn, dem sie gedient haben. Und wer die ehrt, die für den Glauben gekämpft haben, der hat offenbar denselben Eifer für den Glauben, so dass schon diese eine Handlung von großer Tugend Zeugnis gibt. Wir lassen aber Deine Liebe in Christus wissen, dass die vortrefflichen Brüder, die Deine Vorsicht zur Besorgung des guten Werkes auserkoren hat, fürs erste durch ihren frommen Wandel dem ganzen Klerus Lob erwarben; denn durch ihr persönliches Wohlverhalten bekundeten sie den guten Geist, der allgemein herrscht. Sodann brachten sie allen Eifer und alle Sorgfalt auf, scheuten einen pfadlosen Winter nicht und redeten mit allen Schmeicheleien den treuen Wächtern des seligen Leibes zu, das Palladium ihres Lebens an sie abzutreten. Und bedenke, dass weder Behörden noch Menschengewalten je imstande gewesen wären, jene Leute zu zwingen; nur das taktvolle Verhalten dieser Brüder hat sie zur Nachgiebigkeit gestimmt. Mithalf zum Gelingen des Vorhabens ganz besonders die Anwesenheit unseres innigst geliebten und tieffrommen Sohnes und Mitpriesters Therasius, der freiwillig die Beschwerden der Reise auf sich nahm, die Aufregung der dortigen Gläubigen beschwichtigte, die Widerstrebenden durch Zureden beredete und dann in Gegenwart von Priestern, Diakonen und vieler anderer gottesfürchtiger Männer mit gebührender Ehrfurcht die Überreste erhob und den Brüdern zur Obhut anvertraute. Möge Eure Freude beim Empfange der Reliquien ebenso groß sein wie die Trauer, mit der die bisherigen Hüter sie verabfolgen! Niemand mißtraue, niemand zweifle: Das ist jener unbesiegte Kämpfer! Diese Gebeine kennt der Herr, die da mitgekämpft haben mit der seligen Seele. Diese wird er mit ihr zusammen krönen am gerechten Tage seiner Vergeltung - laut dem Schriftworte: „Wir müssen vor dem Richterstuhle Christi stehen, damit ein jeder darnach empfange, was er in seinem Leibe getan (Röm. 14, 10; 2 Kor. 5, 10).” [45] 

Basilius schreibt zu Privatoratorien, die schon in der alten Kirche nicht selten waren (vgl. Iren. lib. IV, c. 26; Basilius, hom. in psalm. 28 n. 3; Cyrill von Alexandrien, adv. anthropomorphitas c. 12). Solche Privatoratorien dienten zu erlaubtem Gottesdienst in der Zeit der Verfolgung oder sonst misslicher Umstände, häufig aber zu unerlaubten, auch häretischen oder schismatischen Versammlungen. Der „Ungläubige” , von dem Basilius spricht, scheint ein mächtiger Arianer gewesen zu sein, der den Priestern zu Antiochien zürnte, weil diese in des Meletius Abwesenheit die Kirche regierten und vor dem Arianismus schützten. Unter Androhung von Strafen gebot nun jener Arianer den Priestern, zu schwören, in Antiochien ihre priesterlichen Funktionen einstellen zu wollen, um so dem Arianismus den Eingang zu verschaffen. [46] 

"Das schien mir denn doch lächerlich, dass jemand gelobte, sich des Schweinefleisches zu enthalten. Deshalb gib Dich dazu her, sie zu belehren, dass sie solch kindische Gelübde und Versprechen unterlassen; erlaube ihnen aber, davon beliebig Gebrauch zu machen: Kein Geschöpf Gottes ist verwerflich, das mit Danksagung genossen wird. Daher ist das Gelübde lächerlich, eine Enthaltung nicht nötig."  - St. Basilius der Große

"Wenn jemand den Namen eines Christen angenommen hat, aber Christus schmäht, so hat er von dieser Benennung keinen Gewinn." - St. Basilius der Große

Die Enkratiten, Sakkophoren, eine manichäische Sekte, die ein Einsiedlerleben führte. Im Cod. Theodos. (Lib. XVI, tit. 5, leg. 9) werden sie auch „Hydroparastatae” genannt und die Apotaktiten (Auch eine manichäische Sekte, gelegentlich mit den Enkratiten identifiziert, vgl. Epiphanius, adv. haeres. II, 18) unterliegen nicht demselben Urteil wie die Novatianer: "Für die ersteren wurde ein Kanon erlassen, wenn auch ein verschieden lautender, die letzteren sind aber mit Stillschweigen übergangen. Aus diesem einen Grunde taufen wir solche wieder. Wenn aber bei Euch die Wiedertaufe verboten ist, wie ja auch bei den Römern - aus irgend einer Rücksicht, so möge doch unsere Ansicht Geltung behalten! Denn weil ihre Häresie ein Ableger der Marcioniten ist, welche die Ehe verschmähen, den Weingenuss verwerfen und die Schöpfung Gottes befleckt nennen, so nehmen wir sie nicht in die Kirche auf, ehe sie nicht auf unsere Taufe getauft worden sind. Denn sie sollen nicht sagen: „Wir sind auf den Vater, den Sohn und den Hl. Geist getauft worden”, da sie ja im Wetteifer mit Marcion und den andern Ketzern Gott als den Urheber des Bösen hinstellen. [47] 
 
 

Anmerkungen

[1] Zu Basilius, Hilarius von Poitiers und Athanasius von Alexandria vgl. Kurse Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 609 St. Athanasius der Große, Nr. 570 St. Hilarius von Poitiers, Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Ib. 
[3] Ib. 
[4] Ib. 
[5] Ib. 
[6] Ib. 
[7] Ib.; Gregor von Nyssa über St. Basilius,  vgl. Kurse Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 613 St. Gregor von Nyssa, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 564 St. Ambrosius, Nr. 564 St. Augustinus I, Nr. 601 St. Augustinus II, Ib.
[8] Zu: "Dann kam über mich auch eine gewisse Sehnsucht nach den göttlichen Wahrheiten und der Philosophie darüber. Wie wäre ich denn imstande, sagte ich mir, Herr zu werden über die Bosheit in unserer Brust? Wer sollte mir ein Laban werden, mich erretten vor Esau und mich zur höchsten Philosophie erziehen? Da wir aber mit Gottes Hilfe unser Ziel, so gut es möglich war, erreicht und ein Gefäß der Auserwählung, einen tiefen Brunnen gefunden haben - ich meine Gregor, den Mund Christi -, so bitte ich Euch, vergönnt uns eine kurze, kurze Spanne Zeit, nicht als ob wir das Stadtleben liebten (Basilius ist bei Gregor zu Nazianz) - wir wissen ja auch wohl, dass der Böse mit dergleichen Lockungen die Menschen zu täuschen sucht -, sondern weil wir den Verkehr mit den Heiligen für sehr förderlich halten. Wenn wir nämlich nur irgendwie über die göttlichen Wahrheiten reden und noch häufiger davon reden hören, dann wird uns die Betrachtung zur dauernden Gewohnheit. So liegt also die Sache bei uns." Damals wie heute geht es darum, sich  vor Esau, also den Arianern und Sarazenen zu retten und sch "zur höchsten Philosophie erziehen." Vgl. Basilius von Cäsarea - Ausgewählte Briefe VI. (Mauriner-Ausgabe Nr. 8) und Kurse Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Ib.
[9] Ib. ; zu: Weiter schreibt Basilius: "Ihr aber, o göttliche und mir allerteuerste Häupter, hütet Euch vor den Hirten der Philister (Gemeint sind die Arianer und Sarazenen, die die Göttlichkeit Christi leugnen), auf dass nicht einer heimlich Eure Brunnen verstopfe und die Reinheit Eurer Glaubenserkenntnis trübe. Das war ja immer ihr Bestreben, nicht aus den göttlichen Schriften die einfältigeren Seelen zu belehren, sondern mit Hilfe profaner Weisheit die Wahrheit zu entstellen." vgl. Anm. 8 ff und Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 609 St. Athanasius der Große, Ib.
[10] Ib.; zu: "Damit ist die Wesenseinheit bewiesen; denn der, der dem Wesen nach Gott ist, ist wesenseins mit dem, der dem Wesen nach Gott ist. Es wird ja wohl auch der Mensch Gott genannt, wie z. B.: „Ich sprach, ihr seid Götter Ps. 81, 6 [Hebr. Ps. 82, 6].” Auch der Dämon führt die Bezeichnung Gott, wenn es z. B. heißt: „Die Götter der Heiden sind Dämonen Ps. 95, 5 [Hebr. Ps. 96, 5].” Allein die einen heißen so aus Gnade, die andern auf Grund der Lüge." So wie der Gott der Sarazenen bzw. Moslems so heißt "auf Grund der Lüge" des Korans. "Überall aber schützt unsern Gedankengang der Heilige Geist, damit wir uns nicht dem einen zuwenden und dabei vom andern abfallen, und dass wir nicht der Theologie uns widmen, dabei aber die Heilsökonomie vernachlässigen und so je nach dem Defizit für uns die Gottlosigkeit die Folge sei." Denn der Lüge und Gottlosigkeit macht man sich schon schuldig, wenn man es im Glauben an die göttliche Natur Christi oder an sein Erlösungswerk fehlen lässt, wie es bei den Sarazenen (Moslems) der Fall ist, vgl. Anm. 9 und Kurs  Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Ib.
[11] Ib.
[12] Ib.; zu: Denn „Selig sind,” heißt es, „die reinen Herzens sind, sie werden Gott anschauen (Matth. 5, 8)”. Nach Basilius sollen wir "das Himmelreich für nichts anderes erachten als für die richtige Erkenntnis der Dinge, die eben die heiligen Schriften als Seligkeit bezeichnen" - „denn das Reich der Himmel ist in euch (Luk. 17, 21)”. Gemeint ist die Bibel, denn der Koran führt erwiesenermaßen zur falschen "Erkenntnis der Dinge". Im inneren Menschen gibt es aber nichts anderes als die Beschaulichkeit; "Beschaulichkeit wird also das Himmelreich sein. Wovon wir jetzt die Schatten schauen wie in einem Spiegel, davon werden wir später die Urbilder schauen, wenn wir, dieses irdischen Leibes entledigt, den unverweslichen und unsterblichen angezogen haben werden. ...Ich halte es für ungereimt, wenn wir unsere Sinne ungehindert mit ihren Stoffen sich anfüllen lassen, und dem Geist die ihm eigene Wirksamkeit unterbinden. Denn wie der Sinn auf Sinnliches aus ist, so der Geist auf Geistiges. Zugleich ist aber auch das zu sagen, dass Gott, unser Schöpfer, die physischen (= Sinnes-) Kriterien so geschaffen hat, dass sie keiner Belehrung bedürfen. Niemand lehrt das Gesicht Farben oder Gestalten wahrnehmen oder das Ohr Geräusch und Stimmen auffangen oder den Geruch wohlriechende und übelriechende Dinge oder den Geschmack Säfte und Flüssigkeiten oder das Gefühl Weiches und Hartes, Warmes und Kaltes unterscheiden. So braucht auch der Geist keine Belehrung, auf Geistiges sich zu verlegen. Und wie die etwa krank gewordenen Sinnesorgane nur der Pflege bedürfen und dann ihren Dienst wieder leicht versehen, so bedarf auch der ans Fleisch gefesselte und mit fleischlichen Phantasien getränkte Geist nur des Glaubens und eines rechten Wandels, die ja seine Füße gleich denen eines Hirsches flink machen Ps. 17, 34 [Hebr. Ps. 18, 34] und ihn auf die Höhen führen. Eben das legt uns auch der weise Salomo nahe: Bald hält er uns die Ameise vor, die unverdrossene Arbeiterin, und beschreibt uns an ihr den tätigen Weg, bald beschreibt er das zellenschaffende Organ der klugen Biene (Pred. 11, 3) und gemahnt uns durch sie an die Betrachtung der Natur, die auch die Lehre von der heiligen Dreieinigkeit in sich schließt, wenn ja aus der Schönheit der Geschöpfe schlußweise der Schöpfer erkannt wird. Doch jetzt wollen wir mit einem Dank an den Vater, Sohn und Heiligen Geist mit unserm Schreiben Schluß machen; denn „alles mit Maß - ist das Beste”, sagt auch das Sprichwort." [pan metron ariston]. Das Wort wird Kleobulos von Lindos (ca. 600 v.Chr.), einem der ersten Weisen Griechenlands, zugeschrieben. Vgl. Kurse Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences, Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 624 Byzantinische Philosophie, Ib.
[13] Basilius von Cäsarea, Epist. VII (Nr. 9)
[14] Epist. XIII. (Nr. 24)
[15] Epist. XIV. (Nr. 25)
[16] Epist. XVIII. (Nr. 38)
[17] Epist. XIX. (Nr. 42)
[18] Ib.
[19] Epist. XX. (Nr. 44); zu: Basilius schreibt über einen Priester, so wie man heute über manche Oberen der christlichen Kirchen in Deutschland schreiben könnte, die z.B. vor den Sarazenen (Muslims) ihr Kreuz ablegen, den islamischen Götzen in Moscheen verehren, islamischen Religionsunterricht fördern und damit eine Welle der Kirchenaustritte in Deutschland zu verantworten haben: "Einen Segensgruß entbieten wir Dir nicht, weil es für Gottlose keinen Segen gibt. Noch kann ich ja nicht glauben und nicht fassen den groben Verstoß und das schwere Vergehen, das Du Dir hast zuschulden kommen lassen": Allein in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Kirchenaustritte sprunghaft gestiegen. Wie das
Landesjustizministerium im Februar 2020 mitteilte, traten im vergangenen Jahr insgesamt 121188 Personen aus einer der christlichen Kirchen aus. Aufgrund der Erhebungsmethode lässt sich aus der Zahl nicht ablesen, wie sich die Austritte nach Konfession aufschlüsseln. Ein Jahr zuvor hatten 88510 Menschen im bevölkerungsreichsten Bundesland den Kirchen den Rücken gekehrt. Schon das war deutlich mehr als im Jahr davor. vgl. Anm. 10 ff. und FAZ 2020, Nr. 31 sowie Kurse Nr. 570 St. Hilarius von Poitiers, Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Nr. 609 St. Athanasius der Große, Ib.
[20] Ib.
[21] Epist. XXIII. (Nr. 53); vgl. Kurs Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Ib.
[22] Ib.
[23] Epist. XXVII. ff. (Nr. 66 -82); zu: Basilius bittet um 371 Athanasius, er möge die Bischöfe des Abendlandes zur Unterstützung des vom Irrglauben bedrohten Orients bestimmen, und er persönlich möge sich der gefährdeten, uneinigen Kirche zu Antiochia annehmen ... eine Maßnahme von der heutige Bischöfe weit entfernt sind, denn sowohl Spaltungen der Kirche als auch der moderne Arianismus in Gestalt des Islams bzw. des materialistischen Humanismus sind bis heute nicht überwunden, vgl. Anm. 19 ff. 
[24] Ib.
[25] Ib.
[26] Ib.; zu: Man sehe sich die ehemals große Städt Antiochia an, das einst die drittgrößte Stadt des Römischen Reichs war und heute von Türken besetzt wird, die alle Christen, vor allem Armenier, herausgeworfen und es zu einer hässlichen Stadt haben verkommen lassen; sie nennen die Stadt, in der es fast nur noch verschandelte Häuser und islamische Moscheen gibt, Antakya. Die Stadt war einst auch eine Hochburg der Christen. Der Legende nach wurde Margareta von Antiochien aufgrund ihres christlichen Glaubens von ihrem Vater, einem heidnischen Priester, verstoßen und lebte als Schafhirtin. Weil sie sich weigerte, ihren Glauben aufzugeben, steckte man sie in den Kerker. Dort besiegte sie mit einem Kreuzzeichen den Teufel in Gestalt eines Drachens und nahm damit den heutigen Kampf der Christen gegen die antichristlichen Sarazenen vorweg, die in den Ländern des nahen Ostens den Kampf gegen das Christentum zu gewinnen drohen. Die türkischen Sultane und Präsidenten haben Christen verfolgt wie Kaiser Diokletian. Der Hl. Augustinus fragt daher: Reicht der Glaube der Teufel aus, die ja auch an Christus als den Sohn Gottes "glauben und zittern"? Nein, denn ihr Glaube ist ja nicht durch die Liebe wirksam, sondern "nur durch die Furcht erzwungen". Da die Arianer und Sarazenen bzw. Moslems noch nicht einmal an Christus als des Sohn Gottes glauben, sind sie sogar noch schlechter dran als die Teufel. In der Antike haben es nur wenige Städte mit Antiochia aufgenommen. Nur wenige waren so kosmopolitisch wie die Metropole am Orontes. Der Handel hatte der Küstenstadt großen Wohlstand beschert, Philosophen dachten in der Tradition des Aristoteles, und eine große jüdische Gemeinde lebte in der von einem Diadochen Alexanders 307 v.Chr. gegründeten Stadt. Ebenso Römer, Griechen, Syrer und Chaldäer. Die jüdischen und heidnischen Anhänger Jesu wurden zu Christen, und von hier brachen Petrus und Paulus zur Verbreitung des Christentums auf. Der Evangelist Lukas wurde in Antiochia geboren, Markus lebte hier einige Zeit, und Matthäus schrieb sein Evangelium in der Stadt am Orontes. Ein Bürger der Stadt war der Kirchenlehrer und große Philosoph Johannes Chrysostomos (344 bis 407), der an der „Schule der Rhetoren und Philosophen“ studiert hatte. Von christlicher Wissenschaft / Philosophie ist allerdings nichts übrig gebieben, da von der türkischen Besatzung alle Christen des Landes verwiesen worden sind. Zu sehen sind hauptsächlich Moscheen, sunnitische Muslime leben neben arabischsprachigen Alawiten. Nur von weitem sieht man den Berg Musa Dag, auf dem Franz Werfels Roman über die Rettung verfolgter Armenier vor dem Genozid spielt. In der Nähe befindet sich auch die Grenze zu Syrien. Nach der türkischen Invasion auf Zypern hat von hier der Angriffskrieg Erdogans gegen Syrien begonnen. Durch Raketen werden nicht nur christliche Kirchen sondern auch Zivilflugzeuge, also türkische Billigflieger wie Turkish Airlines und Pegasus getroffen, vgl. Anm. 23 ff. und Kurse Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Nr. 619 Franz Werfel. Ib. 
[27] Ib.; zu: Der Arianismus hatte damals im Orient kirchliche Einheit, Friede und Ordnung gestört; heute ist es vor allem der moderne Arianismus in Gestalt des Islams bzw. des materialistischen Humanismus. Islamische Türken zerstören Kirchen oder entweihen sie durch Umwandlung in Moscheen ("Beschlagnahme von Kirchen") und "knechten" nicht nur den Leib der Christen, sondern führen "die Seelen in die Gefangenschaft"; dieser Sachverhalt wird in der romanischen und byzantinischen Kunst als "seelenfressendes Ungeheuer" dargestellt, vgl. Anm. 23 ff. und Kurse Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Ib.
[28] Ib.
[29] Ep. XXXIII. (Nr. 85)
[30] Ep. XXXIV. ff. (Nr. 90 ff.); zu: Basilius äußert seine Freude über ein Schreiben der Abendländer und die Ankunft des Sabinus. Er erhofft vom Abendland Hilfe für den von den Arianern bedrohten Orient. Heute ist der Orient von einer anderen Art Arianer bedroht, den Mohammedanern bzw. Moslems, vgl. Anm. 27 ff.
[31] Ib. 
[32] Ib.; zu: So wie der Orient heute durch den Islam verseucht ist,  obwohl die Weisheit der Philosophie die islamische Lehre bzw. Philosophie widerlegt und Muhammad als "Christusbekämpfer oder besser Gottesbekämpfer" entlarvt hat, so war früher der Orient durch den Arianismus verseucht oder verpestet. Bischöfe förderten damals den Arianismus so wie sie heute den Islam fördern, "so dass der größte Lästerer für das bischöfliche Amt als der Berufenste erscheint", wie schon Basilius erfahren musste. Unwissenheit ist über die Seelen ausgegossen, "weil die, die in Bosheit die Lehre fälschen, die Wahrheit nachahmen", was sowohl auf die Arianer als auch auf die Moslems bzw. moslemisierten Bischöfe zutrifft, vgl. Anm. 19 ff. und Kurse Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 500 St. Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 568 Nicolaus Cusanus, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 509 F.W.J. Schelling, Nr. 511 J.G. Fichte, Nr. 505 Arthur Schopenhauer, Nr. 512 Novalis, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 551 G.W.F. Hegel, Ib. 
[33] Ib.; zu: Basilius kann nicht mitansehen, "dass die Hälfte des Erdkreises vom Irrtum verschlungen werde", vgl. Anm. 32 ff. 
[34] Ep. XXXVIII.  (Nr. 105); zu: Basilius bedauert, die Töchter des Terentius in Samosata nicht gesehen zu haben. Brieflich will er sie jetzt grüßen, lobt ihre Standhaftigkeit im Bekenntnis der Dreieinigkeit, mahnt sie zu weiterer Ausdauer und warnt vor denen, die die Gottheit des Sohnes oder des Hl. Geistes leugnen ("inmitten so vieler Bosheit von Leuten, die das Wort der Wahrheit verfälschen"), wie die Arianer und Sarazenen bzw. Moslems, die "offenkundig Gotteslästerer" sind und schon u.a. die heutige Türkei "verpestet" haben und nun mit Europa beginnen. Statt Kinder in die Moscheen und zum islamischen Religionsunterricht zu schicken, sollte man nach Basilius lieber diese Gemeinschaften meiden. "Die Gesellschaft solcher Leute muss man fliehen, ihren Reden den Rücken kehren, weil sie Gift sind für die Seele." Das hat man im heutigen Europa noch nicht ganz verstanden, vgl. Anm. 32 ff.
[35] Ep. XXXIX.  (Nr. 113)
[36] Ep. XL. (Nr. 125)
[37] Ep. XLIV. (Nr. 135); vgl. Kurse Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences, Nr. 531 Plato.  Ib.
[38] Ep. XLVI. f. (Nr. 138 f.)
[39] Ib.; zu: Wenn Basilius fragt: "Hat denn wohl der Herr seine Kirchen ganz verlassen? Ist denn die letzte Stunde da, und nimmt der Abfall hiemit seinen Anfang", so könnte dies auch auf das heutige Deutschland zutreffen, in dem einige Politiker und Obere der christlichen Kirchen die christliche Lehre mit der islamischen gleichsetzen; auch wenn sie noch "Christen-Namen tragen", sind es keine Christen mehr sondern materialistische "Humanisten" oder Mohammedaner, vgl. Anm. 27 und 32 ff. 
[40] Ep. L. (Nr. 154)
[41] Ep. LVIL. (Nr. 188); zu: Die Nichtübereinstimmung in dem Glauben an die Dreieinigkeit mit der Kirche im dritten und vierten Jahrhundert war bei fast allen häretischen Sekten des Orients der Fall, was später in die Sekte der Mohammedaner mündete, vgl. Anm.  33 ff.
[42] Ib.; zu: Die Pepuzener sind wie später die Mohammedaner offenbar Häretiker: "Sie machten sich einer Blasphemie gegen den Hl. Geist schuldig, indem sie dem Montanus und der Priskilla in sündhafter, schmählicher Weise den Namen des Parakleten beilegten. Mögen sie nun Menschen vergöttern, so sind sie verdammenswert; mögen sie den Hl. Geist erniedrigen, indem sie ihn in eine Reihe mit bloßen Menschen stellen, so bleiben sie dem ewigen Gerichte überantwortet, weil die Lästerung wider den Hl. Geist unverzeihlich ist. ... Das Ungereimte liegt klar am Tage und ist allen ersichtlich, die nur einigermaßen vernünftig denken können." Vgl. Anm. 41 ff. und Kurse Nr. 568 Nicolaus Cusanus, Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 609 St. Athanasius der Große, Ib.
[43] Ib.
[44] Ep. LVIII. ff. (Nr. 197 ff.); zu: An Ambrosius, Bischof von Mailand schreibt Basilius einen Brief über die "Pest des arianischen Wahnsinns", in dem er den Bischof von Mailand zu dessen Wahl (Ambrosius wurde Bischof von Mailand im Jahre 374) beglückwünscht. Diejenigen, die später die Arianer beerben werden, die Mohammedaner, Osmanen und Türken, verbreiten sowohl die Pestseuche als auch die Pest des islamischen Wahnsinns im Orient und in Europa. Sieges- und Pestsäulen zeugen noch heute in Europa davon, vgl. Kurse Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 570 St. Hilarius von Poitiers, Nr. 564 St. Ambrosius, Ib.
[45] Ib. 
[46] Ib. 
[47] Ib. 
 
 
 
 
 

Zur Philosophie und Kulturgeschichte von Byzanz, des Mittelalters, der Schule von Chartres und der Renaissance vgl. Kurse: Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 554 Friedrich Hölderlin I-II, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 550 Fjodor M. Dostojewskij I-II, Nr. 506 Wladimir Solowjew. Nr. 618 St. Ephraim der Syrer, Nr. 617 St. Cyrill von Alexandrien, Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Nr. 613 St. Gregor von Nyssa, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 611 St. Johannes Cassianus, Nr. 609 St. Athanasius der Große, Nr. 605 St. Irenaeus von Lyon, Nr. 604 St. Hildegard von Bingen, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 581 Bernhard von Chartres, Nr. 580 Wilhelm von Conches, Nr. 579 Albertus Magnus, Nr. 578 Pierre Abaelard, Nr. 574 Johannes von Salisbury, Nr. 577 Petrus Lombardus, Nr. 576 Gilbert de la Porrée / Gilbert von Poitiers, Nr. 565 Johannes Scotus Eriugena, Nr. 575 Thierry de ChartresNr. 571 Alanus ab Insulis, Nr. 572 Anselm von Canterbury, Nr. 570 St. Hilarius von Poitiers, Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Nr. 568 Nicolaus Cusanus II, Nr. 568 Nicolaus Cusanus III, Nr. 564 St. Ambrosius, Nr. 564 St. Augustinus I, Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 500 St. Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 501 St.Thomas Aquinas: Summa Theologica I., Nr. 502 St.Thomas Aquinas, Sth. I-II, Nr. 582 St.Thomas Aquinas, Sth II-II, Nr. 583 St.Thomas Aquinas, Sth. III, Nr. 566 Meister Eckhart , Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 552 William Shakespeare II, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur , Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 586 Tizian, Nr. 598 El Greco, Nr. 590 Giovanni Bellini, Nr. 587 Andrea Mantegna, Nr. 595 Jan van Eyck, Nr. 626 Luca Signorelli, Nr. 610 Piero della Francesca, Nr. 522 Raffael und das kosmische Christentum, Nr. 523 Sandro Botticelli, Nr. 602 Benozzo Gozzoli, Nr. 606 Fra Angelico,Nr. 607 Pinturicchio, Nr. 593 Filippo Lippi, Nr. 594 Filippino Lippi, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 603 Bernard van Orley, Nr. 615 Ambrogio da Fossano detto il Bergognone, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Akademie der Kunst und Philosophie
 
 





Pedro Berruguete, La Anunciacion
 
 


Filippino Lippi, Annunciazione (dettaglio), 1488-93, Roma, Basilica di Santa Maria sopra Minerva, capella carafa
 
 


Pietro di Francesco degli Orioli, Visitatione della Madonna a santa Elisabetta e santi, 1490, Siena Pinacoteka
 
 
 


Pietro di Francesco degli Orioli, San Michele, Siena Pinacoteka
 
 
 


Raffael, Vision of Ezekiel, 1518
Der byzantinische Philosoph Arethas geht auf die Einwände eines Emirs und seiner theologischen Berater ein: "Was den Einwand der Leute betrifft, auch Ezechiel habe Tote auferweckt, so haben wir viel über die Leute gelacht, die das vorbringen. Denn Ezechiel selbst erklärt in seiner Prophezeiung, die über die leblosen Gebeine spricht, dass er nicht lenlose Gebeine meint, sondern die in Kriegsgefangenschaft nach Babylon Weggeführten und wieder  in die eigenen Wohngebiete Zurückkehrenden; diese nennt er 'leblos'. Er fügt nämlich hinzu: "Menschensohn, diese Gebeine sind das Haus Israel; denn sie selbst sagen: Ausgetrocknet sind unsere Gebeine, wir sind lebensmüde", d.h. wir sind abgestorben, und er fügt gleich noch hinzu: "Ich führe euch aus euren Gräbern heraus in euer Land, mein Volk" (Ezech 37, 11-13). Wie also könnt ihr etwas, das als Vergleich gemeint ist, als wirklichen Tatbestand auffassen?"
 
 
 
 


St. Basilius and other Doctors of the Church
 


St. Basilius der Große
 


Basil the great, Gregory of Nazianzus, Gregory of Nyssa
 


Fahne des christlichen Orients und der Türkei (Bandera Imperio Bizantino)
 


Wappen Byzantion (altgriechisch, latinisiert Byzantium, modern Byzanz, türkisch Bizans) war eine um 660 v. Chr. am südwestlichen Ausgang des Bosporus gegründete Koloniestadt dorischer Griechen aus Megara, Argos und Korinth. Byzantium wurde unter römischer Herrschaft zu einer Stadt in der römischen Provinz Thracia. Aufgrund seiner günstigen Lage an der europäischen Küste des Bosporus, auf der Ostspitze einer Halbinsel zwischen Marmarameer und Goldenem Horn, wurde Byzantion von 326 bis 330 von Kaiser Konstantin I. zur neuen Hauptstadt des Römischen Reiches ausgebaut und in der Folgezeit Konstantinopel genannt. Durch einen noch heute bei Türken üblichen Angriffskrieg wurde es von Moslems (Osmanen) erobert und Bizans bzw. später Istanbul genannt. Das byzantinische Wappen wurde durch eine Halbmond-Piratenflagge ersetzt. 
 
 


Ludovico Lana, 1597-1646, Pala della peste, chiesa del Voto, Modena
Madonnenbilder sollten die Städte vor der Pest schützen und der Pest des arianischen bzw. islamischen Wahnsinns, der alles verpestenden (verpesteter Windeshauch - Alexander von Humboldt) Osmanen bzw. Türken
 
 


Tiepolo, St Thecla Liberating the City of Este from the Plague and Pestilence of Turks, 1758-59, church of Santa Tecla
 
 


Dreifaltigkeitssäule, Klagenfurt am Woerthersee
Die 1680/81 errichtete Säule bestand aus zunächst aus Holz und stand auf dem Heiligengeistplatz, wo sich sowohl das Spital, als auch der älteste Friedhof der Stadt befanden. Anlass für die Errichtung des Denkmals war der Dank der Landstände und der Bevölkerung für die Verschonung vor der Pest, die durch eine strenge Abschottung der Stadt sowie durch Hygienemaßnahmen gelang. Nach der Belagerung und der anschließenden Befreiung Wiens von den Türken (1683) wurde sie bis 1689 durch eine steinerne Ausführung ersetzt, die den Charakter einer Siegessäule erhielt: An der Basis erinnert sie an die Pestzeit, bekrönt wird sie vom besiegten muslimischen Halbmond, über dem das christliche Kreuz als Sieg und Triumpf des Christentums über die Türken bzw. den Islam steht. 

Pestsäulen sind Denkmäler, die an die Zeit der Pest erinnern bzw. als Dank für deren Erlöschen gestiftet wurden. Pestsäulen stellen meist die Heilige Dreifaltigkeit, die Muttergottes oder andere Pestheilige wie die hll. Rosalia, Sebastian oder Rochus dar. Daneben gibt es auch sogenannte Pestkreuze. Pestsäulen wurden im Volksmund auch „Heilige Säulen“ genannt. Viele Pestsäulen sind der Hl. Mutter Gottes gewidmet, weil sie im katholischen Glauben die Fürsprecherin in Notzeiten ist. Pestsäulen, die Maria gewidmet sind (sogenannte Mariensäulen), sind aber auch ein Ausdruck zunehmender Marienverehrung, wie sie nach schweren Zeiten wie der Pest oder des Türkenansturms immer wieder zu beobachten ist. Pestsäulen befinden sich unter anderem in Deutschland, Österreich (Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Wien), Rumänien, Schweiz, Slowakei, Tschechien, Ungarn. Auf dem Sockel wurden meistens die drei schlimmsten Plagen dargestellt, die die Städte heimgesucht hatten: die Pest, die Türken und der Hunger. 

 Städte wie Klagenfurt oder Mödling mussten viel Leid über sich ergehen lassen. Türkenbelagerungen, Reformation und Gegenreformation gingen nicht spurlos vorüber. Bei der 2. Türkenbelagerung von 1683 brannten die Osmanen auch die Kirche St. Othmar nieder. Nach dem ersten Türkenkrieg und dem 30jährigen Krieg folgten ungeheuren Steuerlasten und im Jahre 1679 forderte die Pest viele Opfer. Als zum zweiten Mal die Türken vor Wien standen, wurde nahezu die gesamte Bevölkerung, die sich nach St. Othmar geflüchtet hatte, von Türken niedergemetzelt. Noch heute zeigen sich die Hiebe der Türkenkrummsäbel in der eisenbeschlagenen Tür zur Unterkirche. 
 
 


Guido Reni, Pala della Peste
 
 


Peter Paul Rubens, Basilius der Grosse
 
 

Hier kannst Du Dich direkt für den Fernkurs registrieren 
oder Mitglied der Akademie der Kunst und Philosophie werden 
Allgemeine Infos zu den Kursen

Registration form
How to support the Academy of Arts and Philosophy
More Info
 

Kunst und Architektur der Renaissance | Gothische Kunst und Architektur | Romanische Kunst und Architektur | Byzantinische Kunst und Architektur | Luca Signorelli | Perugino | Raffael | Albrecht Dürer | Albrecht Altdorfer | Sandro Botticelli | Girolamo dai Libri | Domenico Ghirlandaio | Defendente Ferrari | Ambrogio da Fossano detto il Bergognone | Pinturicchio | Piero della Francesca | Fra-Angelico | Benozzo Gozzoli | Jan van Eyck | Rembrandt | El Greco | Correggio | Murillo | Paolo Veronese | Mantegna | Tizian | Giovannni Bellini | Fillippo Lippi | Filippino Lippi | Giovanni Battista Tiepolo

Miguel de Cervantes | Victor Hugo | William Shakespeare | Lord Byron | Sir Walter Scott | Plato | Aristoteles | Johann Wolfgang von Goethe | Friedrich Schiller | Friedrich Hölderlin | Johann Ludwig Wilhelm Müller | Novalis | Johann Wilhelm Ludwig Gleim | Arthur Schopenhauer | Franz Werfel | Matthias Claudius | Johann Gottlieb Fichte | Friedrich Wilhelm Joseph Schelling | Georg Wilhelm Friedrich Hegel | Wladimir Solowjew | Fjodor M. Dostojewskij | Gottfried Wilhelm Leibniz | St.Thomas Aquinas | Johannes Scottus Eriugena | St. Hildegard von Bingen | Byzantinische Philosophie | Theodorus Abucara | St. Irenaeus von Lyon | St. Johannes Damaszenus | St. Petrus Venerabilis | St. Ambrosius | St. Augustinus | St. Athanasius der Große | St. Johannes Cassianus | St. Johannes Chrysostomos | St. Basilius der Große | St. Gregor von Nazianz | St. Gregor von Nyssa | Ephraim der Syrer | Cyrill von Alexandrien | Meister Eckhart | Nicolaus Cusanus | Wilhelm von Conches | Petrus Abaelardus | Petrus-Lombardus | St. Hilarius von Poitiers | Alanus ab Insulis | St. Albertus Magnus | St. Anselm von Canterbury | Angelus Silesius | Dante Alighieri | Torquato Tasso | Ariosto | Calderón de la Barca | Rousseau | Walter von der Vogelweide | Wolfram von Eschenbach

Akademie der Kunst und Philosophie / Academy of Arts and Philosophy / Colégio des Artes
DI. M. Thiele, President and international Coordinator
Api Review Letters / Science Review Letters
Save the Bees, Bumblebees and Beecolonies
Zentrum fuer wesensgemaesse Bienenhaltung
Centre for Ecological Apiculture
Natural Apitherapy Research Centre
Beetherapy / Academy of Sciences



Copyright © 2012-2020 Akademie der Kunst und Philosophie
Letzte Bearbeitung:24.02.2020