Akademie der Kunst und Philosophie | Academy of Arts and Philosophy
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences | Colégio des Artes
 

 
 

Kurs Nr. 634

Hans Sachs - Lyriker, Meistersinger, Dramatiker und Philosoph

Poet and Philosopher


"Ich fühl's – und kann's nicht versteh'n –
kann's nicht behalten – doch auch nicht vergessen;
und fass ich es ganz – kann ich's nicht messen!
Doch wie wollt' ich auch messen,
was unermesslich mir schien?" - Hans Sachs in: Richard Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg
Hans Sachs

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:

Hans Sachs wird am 5. November 1494 in Nürnberg geboren und stirbt am 19. Januar 1576 ebenda. Er war ein Nürnberger Schuhmacher, Spruchdichter, Meistersinger und Dramatiker. Im 17. Jahrhundert geriet Sachs weitgehend in Vergessenheit. Umso bemerkenswerter ist seine mehrfache Erwähnung durch Grimmelshausen im Roman Der abenteuerliche Simplicissimus. Erst durch Goethe, Wieland, Lortzing (Oper Hans Sachs) und vor allem durch Richard Wagner, der Hans Sachs in seiner Oper Die Meistersinger von Nürnberg zu einer der Hauptfiguren machte, wurde er wiederentdeckt.  [1]
 

Die Meistersinger von Nürnberg

Die Meistersinger von Nürnberg beginnen mit dem Choral in der Kirche [2]: 

"Da zu dir der Heiland kam,
willig deine Taufe nahm,
weihte sich dem Opfertod,
gab er uns des Heils Gebot:
dass wir durch ein' Tauf' uns weih'n,
seines Opfers wert zu sein.
Edler Täufer, Christ's Vorläufer!
Nimm uns freundlich an, dort am Fluss Jordan." - Richard Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg

Der erste große Monolog in Wagners Oper ist der sogenannte Fliedermonolog, der Hans Sachs' heitere Gelassenheit in Wort und Ton zum Ausdruck bringt. Sachs legt sich die Arbeit zurecht, setzt sich an der Tür auf den Schemel, lässt aber die Arbeit wieder liegen und lehnt, mit dem Arm auf den geschlossenen Unterteil des Türladens gestützt, sich zurück [3]:

"Was duftet doch der Flieder
so mild, so stark und voll!
Mir löst es weich die Glieder,
will, dass ich was sagen soll.
Was gilt's, was ich dir sagen kann?
Bin gar ein arm einfältig Mann!
Soll mir die Arbeit nicht schmecken,
gäbst, Freund, lieber mich frei;
tät' besser, das Leder zu strecken,
und ließ alle Poeterei.
Und doch, ‘s will halt nicht geh'n.
Ich fühl's – und kann's nicht versteh'n –
kann's nicht behalten – doch auch nicht vergessen;
und fass ich es ganz – kann ich's nicht messen!
Doch wie wollt' ich auch messen,
was unermesslich mir schien?
Kein' Regel wollte da passen
und war doch kein Fehler drin.
Es klang so alt und war doch so neu
wie Vogelsang im süßen Mai!
Wer ihn hört
und wahnbetört
sänge dem Vogel nach,
dem brächt' es Spott und Schmach. –
Lenzes Gebot, die süße Not,
die legt' es ihm in die Brust:
nun sang er, wie er musst'!
Und wie er musst' – so konnt' er's;
das merkt' ich ganz besonders.
Dem Vogel, der heut' sang,
dem war der Schnabel hold gewachsen:
macht' er den Meistern bang,
gar wohl gefiel' er doch Hans Sachsen." - Hans Sachs in: Richard Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg

Später philosophiert er über den Wahn im gleichnamigen Monolog und wozu er nützlich sein kann: "Jetzt schau'n wir, wie Hans Sachs es macht, / dass er den Wahn fein lenken kann, / ein edler' Werk zu tun./ Denn lässt er uns nicht ruh'n / selbst hier in Nürenberg, / so sei's um solche Werk', / die selten vor gemeinen Dingen / und nie ohn' ein'gen Wahn gelingen." [4]:

"Wahn! Wahn! Überall Wahn!
Wohin ich forschend blick'
in Stadt- und Weltchronik,
den Grund mir aufzufinden,
warum gar bis aufs Blut
die Leut' sich quälen und schinden
in unnütz toller Wut!
Hat keiner Lohn noch Dank davon:
in Flucht geschlagen, wähnt er zu jagen.
Hört nicht sein eigen Schmerzgekreisch,
wenn er sich wühlt ins eig'ne Fleisch,
wähnt Lust sich zu erzeigen.
Wer gibt den Namen an?
‘s ist halt der alte Wahn,
ohn' den nichts mag geschehen,
‘s mag gehen oder stehen!
Steht's wo im Lauf,
er schläft nur neue Kraft sich an;
gleich wacht er auf,
dann schaut, wer ihn bemeistern kann!
Wie friedsam treuer Sitten
getrost in Tat und Werk,
liegt nicht in Deutschlands Mitten
mein liebes Nürenberg!
Doch eines Abends spat,
ein Unglück zu verhüten,
bei jugendheißen Gemüten,
ein Mann weiß sich nicht Rat;
ein Schuster in seinem Laden
zieht an des Wahnes Faden.
Wie bald auf Gassen und Straßen
fängt der da an zu rasen!
Mann, Weib, Gesell und Kind
fällt sich da an wie toll und blind;
und will's der Wahn gesegnen,
nun muss es Prügel regnen,
mit Hieben, Stoß' und Dreschen
den Wutesbrand zu löschen.
Gott weiß, wie das geschah? –
Ein Kobold half wohl da!
Ein Glühwurm fand sein Weibchen nicht;
der hat den Schaden angericht't.
Der Flieder war's:
Johannisnacht. –
Nun aber kam Johannistag! –
Jetzt schau'n wir, wie Hans Sachs es macht,
dass er den Wahn fein lenken kann,
ein edler' Werk zu tun.
Denn lässt er uns nicht ruh'n
selbst hier in Nürenberg,
so sei's um solche Werk',
die selten vor gemeinen Dingen
und nie ohn' ein'gen Wahn gelingen."  - Hans Sachs in: Richard Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg

Schließlich solle man die Meister ehren und ihre Kunst, selbst wenn Politik und Kirche versagen [5]:

"Euch macht Ihr's leicht, mir macht Ihr's schwer,
gebt Ihr mir Armen zuviel Ehr'.
Soll vor der Ehr' ich besteh'n,
sei's, mich von Euch geliebt zu seh'n!
Schon große Ehr' ward mir erkannt,
ward heut' ich zum Spruchsprecher ernannt.
Und was mein Spruch Euch künden soll,
glaubt, das ist hoher Ehren voll!
Wenn Ihr die Kunst so hoch schon ehrt,
da galt es zu beweisen,
daß, wer ihr selbst gar angehört,
sie schätzt ob allen Preisen.
Ein Meister, reich und hochgemut,
der will heut' Euch das zeigen:
sein Töchterlein, sein höchstes Gut,
mit allem Hab und Eigen,
dem Singer, der im Kunstgesang
vor allem Volk den Preis errang,
als höchsten Preises Kron'
er bietet das zum Lohn.
Darum so hört und stimmt mir bei:
die Werbung steh' dem Dichter frei.
Ihr Meister, die Ihr's Euch getraut,
Euch ruf' ich's vor dem Volke laut:
erwägt der Werbung seltnen Preis,
und wem sie soll gelingen,
daß der sich rein und edel weiß
im Werben wie im Singen,
will er das Reis erringen,
das nie bei Neuen noch bei Alten
ward je so herrlich hoch gehalten
als von der lieblich Reinen,
die niemals soll beweinen,
daß Nürenberg mit höchstem Wert
die Kunst und ihre Meister ehrt.
...
Verachtet mir die Meister nicht
und ehrt mir ihre Kunst!
Was ihnen hoch zum Lobe spricht,
fiel reichlich Euch zur Gunst!
Nicht Euren Ahnen, noch so wert,
nicht Eurem Wappen, Speer noch Schwert,
dass Ihr ein Dichter seid,
ein Meister Euch gefreit,
dem dankt Ihr heut' Eu'r höchstes Glück.
Drum, denkt mit Dank Ihr d'ran zurück,
wie kann die Kunst wohl unwert sein,
die solche Preise schließet ein?
Dass uns're Meister sie gepflegt,
grad' recht nach ihrer Art,
nach ihrem Sinne treu gehegt,
das hat sie echt bewahrt.
Blieb sie nicht adlig wie zur Zeit,
wo Höf' und Fürsten sie geweiht,
im Drang der schlimmen Jahr'
blieb sie doch deutsch und wahr;
und wär' sie anders nicht geglückt,
als wie, wo alles drängt und drückt,
Ihr seht, wie hoch sie blieb in Ehr'!
Was wollt Ihr von den Meistern mehr?
...
Drum sag' ich Euch:
ehrt Eure deutschen Meister,
dann bannt Ihr gute Geister!
Und gebt Ihr ihrem Wirken Gunst,
zerging' in Dunst
das Heil'ge Röm'sche Reich,
uns bliebe gleich
die heil'ge deutsche Kunst!" - Hans Sachs in: Richard Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg
 
 

Wider den blutdürstigen Türken

In seinem Gedicht "Wider den blutdürstigen Türken" ruft er ähnlich wie sein portugiesischer Zeitgenosse Luís Vaz de Camões zum Handeln gegen das Vordringen der Türken auf. Die Türken unter Soliman hatten bei Mohacs (1526) das Ungarnheer vollständig vernichtet und Ludwig II., König von Ungarn, war in der Schlacht gefallen. Als Nachfolger wurde von der einen Partei Johann Zapolya, von der andern Erzherzog Ferdinand gewählt, welcher letztere wirklich die Herrschaft gewann. Aber 1529 drangen die Türken wieder in Ungarn ein und zogen dann, nachdem sie Zapolya zum Throne verholfen, alles verheerend vor Wien, das sie vergeblich belagerten. Sie zogen ab, jedoch schon 1532 setzten sie durch einen neuen Einfall in Ungarn ganz Deutschland in Schrecken. Ein großes Reichsheer ward dem arg bedrängten Lande zu Hilfe geschickt und veranlasste Soliman zum Rückzug. [6]

Wie von Camões und später auch von den Philhelenen beschrieben, musste man sich der Türken wie wild gewordene Hunde erwehren "So vieler Hunde Macht sich zu erwehren" (Camões), die gegen Christen wüten: "Wie grausam sonder gleichen / Der Türke jetzt nachstellt, / Nachjagt den Christenleuten / Mit Hast und Mord und Brand." [7]

Alle Christen wurden von den Türken entweder abgeschlachtet oder versklavt, wenn sie nicht in der Lage waren sich zu wehren: "Es leiden Not die Bauern, / Bis an das Mährenland / Die Türken sie umlauern; / Sie haben dort verbrannt / Der Dörfer siebenzig, / Und alles Volk darin, / Das nirgends wehrte sich, / Erwürgt, geführt dahin." [8]

Es ist schon schlimm genug, das der Türken "mit Hintertücken" Konstantinopel und Griechenland erobert hatte, nicht auszudenken wenn er auch Wien und Deutschland erobert hätte: "Wenn er im Land erstreitet / Die Hauptstädt' in der Eil' / 
Und das Geschoss erbeutet, / So hat er den Vorteil, / dass alle deutschen Lande / Er elend macht und wüst / Mit Morden und mit Brande, / Was Gott erbarmen müsst'." [9]

Jetzt müssen sich die Kaiser als ehrenhaft erweisen und die Türken-Plage zurückdrängen. Heutige Politiker in Deutschland und Europa wären dazu wohl nicht in der Lage, lassen sie doch sogar Millionen Türken bzw. Moslems ins Land einreisen und fördern diese noch, wenn sie Moscheen bauen und staatlichen islamischen Religionsunterricht für die "Muslim-Horden" bzw. "Teufelssaat" (Rushdie) reklamieren, damit sie später einmal "Christenwürger" (Tieck) werden: "Erzeig' am Türkenheere, / Das alle Christen plagt, / Um deine Kaiserehre / Nun deine Kaisermacht." [10]

Immer wieder mahnt Sachs, ähnlich wie Camões, Einigkeit unter den Christen an, denn nur ungeteilt könne man die Türken ("Türkenhunde") bzw. Moslems besiegen: "Wacht auf, des Reiches Lande! / Schaut an den Jammer euch, / Wie euch der Türk' zur Schande / Verheert das Ungarreich! / Seid einig, ungeteilet, / Greift tapfer zu der Wehr, / Bevor euch übereilet / Das grause Türkenheer!"  [11]

Gegen die Türken zu kämpfen war immer ehrenhaft, nur leider hat man sie viel zu oft gewähren lassen, so dass sie die Christen in der "Türkei" bereits ausgerottet haben, in angrenzenden Ländern wurden sie versklavt: "Die Schwachen zu bewahren, / Das ziemet dir zumal, / Die von der Türken Schaaren / Ermordet ohne Zahl." [12]

Sachs fordert die Deutschen auf, den Ungarn gegen die Türken zu helfen, heute werden die Ungarn sogar von Deutschland und der EU angeklagt, weil sie keine Türken bzw. Moslems ins Land lassen wollen! "In Ungarn tu' das Best'! / Errette zarte Frauen / Und auch die kleinen Kind, / Sonst werden sie zerhauen / Vom argen Türken blind!" [13]

Auch die Bischöfe ruft Sachs auf ihren Beitrag zu leisten. Heute sind viele Bischöfe schon soweit vom Glauben abgefallen, dass sie meinen, der islamische Götze Allah das Gleiche sei wie der christliche Gott. Von ihnen wäre also keine Hilfe zu erwarten: "Ihr Bischöf' und Prälaten, / Schickt ihr auch euren Teil, / Getreide, Volk, Ducaten, / Dem Christenvolk zu Heil! / Zu Hirten seid gesetzet / Ihr ja der Christenheerd': / Die wird sehr hart verletzet / Durch des Tyrannen Schwert." [14]

Alle, die sich Christen nennen, sollen den Ungarn helfen; heute sind in Deutschland gerade die christlichsten Parteien wie die CDU, gegen die Unterstützung der Ungarn in ihrem Kampf gegen Türken und andere Moslems. "Ihr christlichen Regenten / Durch alle Königreich', / In geistlichen, weltlichen Ständen, / Die ihr nennt Christen euch, / Von allen Nationen, / Wie ihr auch seid genannt, / Dem Kaiser tut beiwohnen, / Beim Zug ins Ungarland!" [15]

Sachs ruft alle wehrfähigen Männer zum Kreuzzug gegen die "Türkenrott" auf: "Frisch auf, ihr Reiterknaben, / Manch wunderkühner Mann! / Lasst eure Rösslein traben, / Schliesst euch dem Kaiser an! / Tut eure Speere brechen / Kühn mit der Türkenrott', / Tut an den Hunden rächen / Manch unschuldigen Tod." [16]

Die Soldaten ruft er auf, keine Kriegsverbrechen wie die Türken zu begehen, sondern auf Gott zu vertrauen, dass er mit ihnen zusammen die Christen rette "Von dieser Türkenbande." Kriegsverbrechen begehen die Türken noch heute, ohne dass sie dafür verklagt würden: "Lass Gott du alles walten / Dem Christenvolk zum Schutz / Und treulich ihn erhalten / Das Reich und gemeinen Nutz. / Er wird die deutschen Lande / Erretten in der Not / Von dieser Türkenbande. / Drum hoff' allein zu Gott!" [17]
 

"Schau, Gott, in deinen Reichen,
Im höchsten Himmelszelt,
Wie grausam sonder gleichen
Der Türke jetzt nachstellt,
Nachjagt den Christenleuten
Mit Hast und Mord und Brand
Jetzund in diesen Zeiten
Durchs ganze Ungarland.

Es leiden Not die Bauern,
Bis an das Mährenland
Die Türken sie umlauern;
Sie haben dort verbrannt
Der Dörfer siebenzig,
Und alles Volk darin,
Das nirgends wehrte sich,
Erwürgt, geführt dahin.

Er tut stets fürbaß streifen
Im ganzen Land herauf
Und wird noch weiter greifen;
Und wenn der Riesenhauf'
Geschwinde nach wird rücken,
Wie er auch vormals hat
Gezeigt mit Hintertücken
Vor Wien, der Kaiserstadt;

Wenn er im Land erstreitet
Die Hauptstädt' in der Eil'
Und das Geschoss erbeutet,
So hat er den Vorteil,
dass alle deutschen Lande
Er elend macht und wüst
Mit Morden und mit Brande,
Was Gott erbarmen müsst'.

O Kaiser, mächt'ger Krieger,
Der fünfte Karl mit Nam',
Du hochgewalt'ger Sieger
Von kaiserlichem Stamm,
Erzeig' am Türkenheere,
Das alle Christen plagt,
Um deine Kaiserehre
Nun deine Kaisermacht.

Schwing' auf dein stolz Gefieder,
Du tapfrer Aar! Flieg' hin
Durch deines Reiches Glieder!
Nach kühner Helden Sinn
Entfalt' des Reiches Fahnen,
Bring' auf ein Heer gar groß
Von auserwählten Mannen,
Zu Fuße und zu Ross!

Wacht auf, des Reiches Lande!
Schaut an den Jammer euch,
Wie euch der Türk' zur Schande
Verheert das Ungarreich!
Seid einig, ungeteilet,
Greift tapfer zu der Wehr,
Bevor euch übereilet
Das grause Türkenheer!

Ihr von dem Schwabenbunde
So löblich, sorgt nach Pflicht,
dass diese Türkenhunde
Sich weiter fressen nicht!
dass wir sie niederfechten
Ist wahrlich höchste Zeit;
Sie drücken und sie knechten
Uns ohne Billigkeit.

Auch ihr, durchlauchte Fürsten
Der deutschen Nation,
Lasst euch nach Ehren dürsten
Und bringt der Kaiserkron'
Aus eurem Fürstentume
Ein reisig Zeug ins Feld,
Zu Preise euch und Ruhme
Vor Gott und vor der Welt!

Ihr Landesherrn und Grafen,
Seht, wie der Türk' gewinnt!
Greift tapfer zu den Waffen
Mit eurem Hofgesind',
Kommt in das Heer geritten
Zu kaiserlicher Macht,
dass werd' der Türk' bestritten,
Erlegt mit großer Schlacht.

O Ritterschaft, erbarme
Dich deutscher Nation!
Heb' deine starken Arme
Auf für die Ungarkron'!
Die Schwachen zu bewahren,
Das ziemet dir zumal,
Die von der Türken Schaaren
Ermordet ohne Zahl.

Wach' auf, du deutscher Adel,
In Ehren stät und fest,
An Mannheit ohne Tadel,
In Ungarn tu' das Best'!
Errette zarte Frauen
Und auch die kleinen Kind,
Sonst werden sie zerhauen
Vom argen Türken blind!

Ihr Bischöf' und Prälaten,
Schickt ihr auch euren Teil,
Getreide, Volk, Ducaten,
Dem Christenvolk zu Heil!
Zu Hirten seid gesetzet
Ihr ja der Christenheerd':
Die wird sehr hart verletzet
Durch des Tyrannen Schwert.

Ihr Reichsstädt', alle gleiche,
Nun schickt euch in das Feld
Hier mit dem röm'schen Reiche,
Mit Waffen, Pulver, Zelt!
Ihr sollet Hilfe bringen
Dem kaiserlichen Heer;
Mit Truppen, nicht geringen,
Erwerbet Preis und Ehr'!

Ihr christlichen Regenten
Durch alle Königreich',
In geistlichen, weltlichen Ständen,
Die ihr nennt Christen euch,
Von allen Nationen,
Wie ihr auch seid genannt,
Dem Kaiser tut beiwohnen,
Beim Zug ins Ungarland!

Frisch auf, ihr Reiterknaben,
Manch wunderkühner Mann!
Lasst eure Rösslein traben,
Schliesst euch dem Kaiser an!
Tut eure Speere brechen
Kühn mit der Türkenrott',
Tut an den Hunden rächen
Manch unschuldigen Tod.

Wohlauf, Hauptleute, gute,
Werbt Landsknecht', seid gemahnt!
Führt sie mit freiem Mute
Zum ungarischen Land!
Wollt gute Anschläg' machen
Bei Nacht und auch bei Tag,
Bedacht in allen Sachen,
dass man den Türken schlag'.

Ihr Büchsenmeister alle,
Nun rüstet, es ist Zeit!
Ins Ungarland mit Schalle
Zu Sturme zieht und Streit!
Lasst eure Hauptstück' hören
Durch Berge und durch Tal,
Den Türken zu verstören,
Der sich regt abermal.

Ihr freien Büchsenschützen,
Nun machet euch herbei!
Lasst euch beim Türken nützen
Eur Pulver und eur Blei.
Lasst die Geschütze knallen
Wohl in des Türken Heer,
dass er muss niederfallen
Und ihr erlanget Ehr'.

Ihr wackeren Landsknechte,
Macht bald euch in das Feld!
Ihr seid im Krieg im Rechte
Vor Gott und vor der Welt.
Mit Spieß und Helleparten
Den Türken greifet an
Und tut sein tapfer warten,
Wie ihr zuvor getan!

Die Heerwägen, ihr Bauern,
Ihr lieben, bald anspannt,
Lasst keine Müh' euch dauern
Zu führen den Proviant
Mit Harnisch, Wehr und Spießen!
Die Wägen nützen sehr,
Eine Wagenburg zu schließen
Ums kaiserliche Heer.

Bleib' fromm in Maß und Ziele,
Du kaiserliches Heer!
Hüt' du dich vor dem Spiele
Nicht zutrink' oder schwör';
Tu' keine Frauen schänden,
Nimm keinem weg, was sein;
Lass keinen Geiz dich blenden,
Leb' von dem Sold allein!

Lass Gott du alles walten
Dem Christenvolk zum Schutz
Und treulich ihn erhalten
Das Reich und gemeinen Nutz.
Er wird die deutschen Lande
Erretten in der Not
Von dieser Türkenbande.
Drum hoff' allein zu Gott!

Und wirst du also leben
In diesem Türkenkrieg,
So wird Gott wahrlich geben
Dir väterlichen Sieg,
Für dich gewaltig streiten
In Nöten auf dem Plan,
Wie oftmals er vor Zeiten
Für Israel getan.

Ihr Christen auserkoren,
Einmütig ruft zu Gott,
dass geht sein Zorn verloren
Und er uns hilft aus Not,
Uns Sünd' verzeiht und Schulde,
Die Ursach' dieser Plag',
Und Gnad' uns gibt und Hulde.
Nun sprecht mir Amen nach!" - Hans Sachs, Wider den blutdürstigen Türken
 
 

Frieden

Hans Sachs hat einem Göttergespräch gelauscht. Dabei ging es darum, dass der Adler (Deutschland) und die Lilie (Frankreich) in Eintracht den Drachen (der Türke) besiegen. Sachs wünscht sich, dass alle in Eintracht nach Frieden dürsten: "Ich hoff', dass Gottes Güte / Die Zwietracht lässt verschwinden / Und wird in Eintracht binden / Im Reiche Städt' und Fürsten, / dass sie nach Frieden dürsten, / Auf dass in hohem Ruhm / Das röm'sche Kaisertum / Sich wieder mehr' und wachs' / Durch Gemeinnutz." [18]

"Merkurius.
 Dann kam nach einer Weile
Merkur mit Flügeleile
Betrübt und traurig sehr
Und sprach: »O Himmelsherr,
Ich habe ihn gefunden,
Doch voller Todeswunden
Und mit Krankheit geplagt,
Die Händ' und Füß' kontrakt;
Sein Leib war ausgedorrt,
Verschrumpft und eingeschmort,
dass in der Haut allein
Nur noch hing das Gebein;
Die Oberlipp' am Mund
Die Zähn' kaum decken kunnt';
Sein Antlitz war erblichen,
Die Lebensfarb' gewichen,
Sein Herz allein konnt' lechzen
Mit kräftelosem Aechzen;
Kurz war sein Athemzug,
Der Puls ganz langsam schlug.
Ich mocht' ihn nicht anrühren,
Mit mir heraufzuführen,
Besorgt', er könnt' verderben
Und unterwegen sterben,
Denn er ist todesschwach.«
In solchem Ungemach
Jupiter Weisung gab
Dem Gotte Aeskulap,
Dem Meister der Arznei,
Und sprach: »Gerüstet sei
Und schwing' dich eilends nieder
Mit dem Merkurius wieder
Zum wichtigen Geschäfte;
Nimm aller Kräuter Säfte,
Nektar, den Göttersaft;
Verwend' all deine Kraft,
Rempublikam, den alten,
Am Leben zu erhalten;
Gib ihm ein gut Klystier,
Ihn säuberlich purgir',
Tu' seine Wunden heften,
Bring' wieder ihm zu Kräften
Die Glieder, Bein und Mark,
dass frisch er wird und stark.
Bring' ihn im Augenblicke
Herauf, dass ich ihn schicke
Zur Erd', zu reformiren,
Friedlich zusammenzuführen
Die herrschenden Regenten
Sammt allen den Reichsständen,
Auf dass der Adler wieder
Aufschwinget sein Gefieder,
Den Drachen zu vernichten,
Die Lilie zu richten.«

Der Beschluss.
 Als diese beiden gingen,
Da klang Sirenensingen
Dort bei der Götter Thron,
Ein wonniglicher Ton,
Mit jubelfrohem Klang.
Mein Herz vor Freuden sprang,
Rempublikam zu sehen.
Indes fing an zu krähen
Mit lautem Ruf mein Hahn,
dass ich erwachte dran.
dass ich das Ende nicht
Geschaut von dem Gesicht,
Des tranert mein Gemüte.
Ich hoff', dass Gottes Güte
Die Zwietracht lässt verschwinden
Und wird in Eintracht binden
Im Reiche Städt' und Fürsten,
dass sie nach Frieden dürsten,
Auf dass in hohem Ruhm
Das röm'sche Kaisertum
Sich wieder mehr' und wachs'
Durch Gemeinnutz – wünscht Hans Sachs." - Hans Sachs, Aus: Göttergespräch
 

Söldner (Landsknechte)

Die Söldner (Landsknechte), die vor allem während des 30-jährigen Krieges auftraten und jeweils für den Kriegsherrn kämpften, der am meisten Geld bot, waren selbst für Teufel eine harte Nuss: "Man sagt, es sei in deutschen Landen / 
Ein Volk gar böse auferstanden, / Das man benennet die Landsknechte." [19]

Der Teufel schickt einen Gesellen, die Landsknechte auszukundschaften und ggf. ein Exemplar mitzubringen: "Man sagt, sie fasteten nicht gern, / Sie seien lieber allzeit voll, / Mit Schlemmen, Prassen sei ihnen wohl, / Achteten Betens auch nicht viel. / Sondern man sagt, wie ob dem Spiel / Sie übel fluchten und balgten darneben, / Auch wie sie ungern Almosen gäben, / Sondern bettelten selbst auf allen Wegen, / Aeßen oft schlecht und hart sie lägen; / Doch dienten sie gern allezeit / Einem Kriegsherrn, der Geld ihnen beut, / Er habe Recht gleich oder nit, / Denn darauf sähen sie nicht mit." [20]

Sogar dem Teufel standen die Haare zu Berge, als sie von ihren Taten erzählten: "Der Teufel stellt' sich hinter'n Ofen, / Hört', wie die Landsknecht' täten sagen, / Wie mit dem Feind sie sich geschlagen, / Wie sie gestürmt, geraubt, gebrannt / 
In diesem und in jenem Land, / So große Streich', dass ihm fürwahr / Zu Berge stand gleich all sein Haar. / Erst wollt' er heimlich da entlaufen, / Doch hatt' er Acht auf ihr Zusaufen. / An dreien Tischen allenthalben / Soffen sie sich an mit Ganzen und Halben; / Da einer hatt' das Glas geschwungen, / Hatt' er's auch gleich herabgeschlungen." [21]

Obwohl die Landsknechte fast so schlimm waren wie die Türken, konnte der Teufel kaum etwas ausrichten, denn ständig tranken sie sich zu und segneten einander: "Der Teufel tät seine List nicht sparen; / Wollt' geheim hinein in einen fahren, / Wenn einer tränk' so unbedacht; / Doch ward's unmöglich ihm gemacht, / Da, wer da vortrank, allerwegen / Zum andern sprach: »Gott es dir segen'« / Und jener den Segen nicht schuldig blieb. / Solch Segnen nun ein jeder trieb, / So dass sie all' gesegnet waren, / Und der Teufel konnt' in keinen fahren." [22]

Nur mit Müh und Not konnte der Teufel entkommen, denn fast wie Türken war es die "allerwild'ste Rott", der man nicht begegnen möchte: "Ich bin entronnen nur mit Not: / Es ist die allerwild'ste Rott'. / Man heißt sie die frommen Landsknecht', / 
Tut ihnen aber sehr Unrecht. / Denn, meiner Treu', ich muss gestehn, / Ich hab' nie wild're Leut' gesehn, / Ihre Kleider nach den wild'sten Sitten / Zerhau'n, zerrissen und zerschnitten; / Ein Teil, der trug die Schenkel bloß, / Die andern Hosen, weit und groß, / Die hinab bis zu den Füßen hingen, / Wie behoste Täuber diese gingen, / Ihr Gesicht zerschrammt und knebelbebartet / Und auf das wildeste geartet, / Kurz, allesammt wüst von Gestalt, / Wie man vor Jahren uns Teufel malt'." [23]

Der Teufel fühlte sich komplett abgehängt, auch waren sie viel schlimmer als er selbst; sogar seinen Plan musste der Teufel aufgeben, obwohl man sie in der Hölle hätte zähmen können: "Sie balgten sich und hieben zusamm' / Einander beinah' krumm und lahm / Und fluchten auch so unbescheiden, / Als ob sie wären Türken und Heiden. / In meinem Sinn bedünkte mich, / Viel wilder wären sie als ich. / Drum wagt' ich sie nicht zu packen eben, / Stand und musst' meinen Plan aufgeben." [24]

Weder mit den Türken noch mit den Landsknechten wollten die Teufel etwas zu tun haben, denn - zumindest türkische Soldaten essen auch Menschenfleisch - verzehrt wollten sie nicht werden; auch einen Nutzen für sich konnten sie in diesem Völkchen nicht finden: "Ein Landsknecht sprach zum Wirt: ›Versteh', / Herr Wirt, und hinter'n Ofen geh', / Nimm den armen Teufel ungeraten, / Rupf' ihn und tu' ihn darnach braten.‹ / Da ging der Wirt zum Ofen schon, / Doch ich macht' eiligst mich darvon, / Sonst hätten sie mich gewürgt. gerupft, / Gebrüht, meine Zotteln ausgezupft / Und mich gebraten und gefressen. / Derhalb kann ich gar nicht ermessen, / dass uns nütz wär' der Landsknecht' Menge: / Sie machten uns wol die Höll' zu enge! / Sie sind mutwillig, ohne Ruh', / Frech, ungestüm, ungefüg' darzu. / Drum ist mein Rat, woll' mich verstehn, / dass du die Landsknecht' lässest gehn. / Sie sind nicht Waar' in unsern Kram, / Sie fräßen uns wol all' zusamm'! / Und keiner von uns sicher wär'.« [25]

Die Teufel wollen sich lieber abgeben mit Gotteslästrern, Zechern, Mit Buhlern, Hurern, Ehebrechern, Wuchrern, Dieben, Mördern, Räubern, Mordbrennern, Verrätern und schändlichen Männern, Münzfälschern und falschen Juristen, ungläubigen Christen, Heiden, Türken, Gottlosen Mönchen, Nonnen und Pfaffen: "So wollen wir forthin fürwahr / Nach keinem Landsknecht fragen mehr, / Sondern begnügen uns wie vorher / Mit Spielern, Gotteslästrern, Zechern, / Mit Buhlern, Hurern, Ehebrechern, / Wuchrern, Dieben, Mördern, Räubern; / Auch wollen wir die Erde säubern / Von Landfriedbrechern und Mordbrennern, / Verrätern und schändlichen Männern, / Münzfälschern und falschen Juristen, / Von allen ungläubigen Christen, / Verstockten, die nicht Buß' woll'n wirken, / Von ... Heiden, Türken, / Gottlosen Mönchen, Nonnen und Pfaffen, / Die woll'n wir um ihre Unzucht strafen, / Auf dass kein Unrat uns erwachs' / Von den Landsknechten, wünscht Hans Sachs."  [26]
 

"Eines Tags an einem Abend spat,
Hatt' Lucifer noch einen Rat
Unten in seinem Reich, der Höllen,
Und sagte da zu seinen Gesellen:
»Man sagt, es sei in deutschen Landen
Ein Volk gar böse auferstanden,
Das man benennet die Landsknechte.
Wenn mir doch wer ein Dutzend brächte,
dass ich säh', was es für Leute wär'n!
Man sagt, sie fasteten nicht gern,
Sie seien lieber allzeit voll,
Mit Schlemmen, Prassen sei ihnen wohl,
Achteten Betens auch nicht viel.
Sondern man sagt, wie ob dem Spiel
Sie übel fluchten und balgten darneben,
Auch wie sie ungern Almosen gäben,
Sondern bettelten selbst auf allen Wegen,
Aeßen oft schlecht und hart sie lägen;
Doch dienten sie gern allezeit
Einem Kriegsherrn, der Geld ihnen beut,
Er habe Recht gleich oder nit,
Denn darauf sähen sie nicht mit.
Nun, Belzebock, fahr' hin, mein Knecht,
Zu solchem Handel bist du recht!
Fahr' auf der Erd' in ein Wirtshaus,
Darin sie leben in Saus und Braus,
Versteck' dich in der Stube schnell
Hinter dem Ofen in der Höll'
Und schau' auf sie an allen Orten.
Wo du mit Werken oder Worten
Mit Fug kannst einen Landsknecht fangen,
So komm' zur Höll' mit ihm gegangen.
Bringst du ein Paar mir, so will ich
Vor deinen Gesellen preisen dich
Und aus dir einen Fürsten machen,
Dich brauchen zu ehrlichen Sachen.«
Sogleich zog an Herr Belzebock
Einen unsichtbar machenden Rock
Und fuhr von der Höll' in ein Wirtshaus.
Da saßen die Landsknecht' in Saus und Braus,
Prassten und einander zusoffen.
Der Teufel stellt' sich hinter'n Ofen,
Hört', wie die Landsknecht' täten sagen,
Wie mit dem Feind sie sich geschlagen,
Wie sie gestürmt, geraubt, gebrannt
In diesem und in jenem Land,
So große Streich', dass ihm fürwahr
Zu Berge stand gleich all sein Haar.
Erst wollt' er heimlich da entlaufen,
Doch hatt' er Acht auf ihr Zusaufen.
An dreien Tischen allenthalben
Soffen sie sich an mit Ganzen und Halben;
Da einer hatt' das Glas geschwungen,
Hatt' er's auch gleich herabgeschlungen.
Der Teufel tät seine List nicht sparen;
Wollt' geheim hinein in einen fahren,
Wenn einer tränk' so unbedacht;
Doch ward's unmöglich ihm gemacht,
Da, wer da vortrank, allerwegen
Zum andern sprach: »Gott es dir segen'«
Und jener den Segen nicht schuldig blieb.
Solch Segnen nun ein jeder trieb,
So dass sie all' gesegnet waren,
Und der Teufel konnt' in keinen fahren.
Derweilen tät der Teufel harren
Umsonst den Abend gleich einem Narren.
Nun hatt' von ihnen ein Kriegsmann
Erschlagen einen alten Hahn
Und hinter'n Ofen ihn gehangen.
Als nun der Tag war schier vergangen,
Sprach der Landsknecht zum Wirt: »Gesell',
Geh' hinter'n Ofen in die Höll'
Und nimm den armen Teufel her
Und rupf' und brate ihn. Nachher
Woll'n wir ihn fressen und zerreißen.«
Tät darmit hinter'n Ofen weisen
Auf den toten Hahn, der dorten hing.
Als nun der Wirt zur Hölle ging,
Um von dem Nagel ihn zu schnappen,
Meint' Belzebock, wollt' nach ihm tappen,
Ihn rupfen und den Knechten braten,
Und tät sich länger nicht beraten
Und stieß eine Ofenkachel aus
Und fuhr zum Ofenloch hinaus
Und eilt' mit viel Geschrei hernieder
Hin vor der Hölle Pforte wieder
Und klopft' mit großem Brummen an.
Als man ihm nun hatt' aufgetan,
Fragt' Lucifer: »Bringst du denn keinen?«
Sprach Belzebock: »Ja wohl, nicht einen!
Ich bin entronnen nur mit Not:
Es ist die allerwild'ste Rott'.
Man heißt sie die frommen Landsknecht',
Tut ihnen aber sehr Unrecht.
Denn, meiner Treu', ich muss gestehn,
Ich hab' nie wild're Leut' gesehn,
Ihre Kleider nach den wild'sten Sitten
Zerhau'n, zerrissen und zerschnitten;
Ein Teil, der trug die Schenkel bloß,
Die andern Hosen, weit und groß,
Die hinab bis zu den Füßen hingen,
Wie behoste Täuber diese gingen,
Ihr Gesicht zerschrammt und knebelbebartet
Und auf das wildeste geartet,
Kurz, allesammt wüst von Gestalt,
Wie man vor Jahren uns Teufel malt'.
Die würfelten mit einander da.
Im Hui ich sie ganz entrüstet sah,
Sie balgten sich und hieben zusamm'
Einander beinah' krumm und lahm
Und fluchten auch so unbescheiden,
Als ob sie wären Türken und Heiden.
In meinem Sinn bedünkte mich,
Viel wilder wären sie als ich.
Drum wagt' ich sie nicht zu packen eben,
Stand und musst' meinen Plan aufgeben.«
Da sprach zu ihm der Lucifer:
»Ei, musstest einen bringen her,
Wir hätten ihn bald zahm gemacht!«
Darauf hat Belzebock gesagt:
»Du hörtest, mit Zwang konnt' ich's nicht wagen,
Von ihnen einen wegzutragen;
Doch tät ich sonst nicht Listen sparen:
Gedacht' in einen hinein zu fahren,
Wenn einer dem andern 'was zugebracht.
Doch ging es nicht, wie ich gedacht,
Denn, wer vortrank, sprach: ›Komm' dir was!‹ –
›Gesegne Gott dir, Bruder, das,‹
Sprach da der andre, so dass der Trank
Gesegnet war den Abend lang
Und ich nichts machen konnt' fürwahr
Und hinter'm Ofen stand wie ein Narr.
Nicht weiß ich, wie der Landsknecht' Schaar
Mein hinter'm Ofen ward gewahr.
Ein Landsknecht sprach zum Wirt: ›Versteh',
Herr Wirt, und hinter'n Ofen geh',
Nimm den armen Teufel ungeraten,
Rupf' ihn und tu' ihn darnach braten.‹
Da ging der Wirt zum Ofen schon,
Doch ich macht' eiligst mich darvon,
Sonst hätten sie mich gewürgt. gerupft,
Gebrüht, meine Zotteln ausgezupft
Und mich gebraten und gefressen.
Derhalb kann ich gar nicht ermessen,
dass uns nütz wär' der Landsknecht' Menge:
Sie machten uns wol die Höll' zu enge!
Sie sind mutwillig, ohne Ruh',
Frech, ungestüm, ungefüg' darzu.
Drum ist mein Rat, woll' mich verstehn,
dass du die Landsknecht' lässest gehn.
Sie sind nicht Waar' in unsern Kram,
Sie fräßen uns wol all' zusamm'!
Und keiner von uns sicher wär'.«
Da gab zur Antwort Lucifer:
»Mein Belzebock, und ist das wahr,
So wollen wir forthin fürwahr
Nach keinem Landsknecht fragen mehr,
Sondern begnügen uns wie vorher
Mit Spielern, Gotteslästrern, Zechern,
Mit Buhlern, Hurern, Ehebrechern,
Wuchrern, Dieben, Mördern, Räubern;
Auch wollen wir die Erde säubern
Von Landfriedbrechern und Mordbrennern,
Verrätern und schändlichen Männern,
Münzfälschern und falschen Juristen,
Von allen ungläubigen Christen,
Verstockten, die nicht Buß' woll'n wirken,
Von Juden, Ketzern, Heiden, Türken,
Gottlosen Mönchen, Nonnen und Pfaffen,
Die woll'n wir um ihre Unzucht strafen,
Auf dass kein Unrat uns erwachs'
Von den Landsknechten, wünscht Hans Sachs." Hans Sachs, 45. Schwank: Der Teufel lässt keinen Landsknecht mehr in die Hölle fahren, 1557 
 

Hans Sachs und Goethe

Goethe hat durch sein Gedicht den in Vergessenheit geratenen Hans Sachs in Deutschland wieder bekannt gemacht. Er beschreibt seine Sicht auf die Welt, wie er das Böse entlarvt; und vergleicht ihn mit Albrecht Dürer: "Das Böse mit seinem Namen heißen. / Nichts verlindert und nichts verwitzelt, / Nichts verzierlicht und nichts verkritzelt; / Sondern die Welt soll vor dir stehn, / Wie Albrecht Dürer sie hat gesehn: / Ihr festes Leben und Männlichkeit, / Ihre innre Kraft und Ständigkeit. / Der Natur-Genius an der Hand / Soll dich führen durch alle Land, / Soll dir zeigen alles Leben, / Der Menschen wunderliches Weben, / Ihr Wirren, Suchen, Stoßen und Treiben, / Schieben, Reißen, Drängen und Reiben; / Wie kunterbunt die Wirtschaft tollert, / Der Ameishauf durcheinander kollert." [27]
 

"In seiner Werkstatt Sonntags früh
Steht unser treuer Meister hie:
Sein schmutzig Schurzfell abgelegt,
Einen saubern Feierwams er trägt,
Lässt Pechdraht, Hammer und Kneipe rasten,
Die Ahl steckt an den Arbeitskasten;
Er ruht nun auch am siebnten Tag
Von manchem Zug und manchem Schlag.

Wie er die Frühlings-Sonne spürt,
Die Ruh ihm neue Arbeit gebiert:
Er fühlt, dass er eine kleine Welt
In seinem Gehirne brütend hält,
dass die fängt an zu wirken und leben,
dass er sie gerne möcht von sich geben.

Er hätt ein Auge treu und klug
Und wär auch liebevoll genug,
Zu schauen manches klar und rein
Und wieder alles zu machen sein;
Hätt auch eine Zunge, die sich ergoss
Und leicht und fein in Worte floss;
Des täten die Musen sich erfreun,
Wollten ihn zum Meistersänger weihn.

Da tritt herein ein junges Weib,
Mit voller Brust und rundem Leib;
Kräftig sie auf den Füßen steht,
Grad, edel vor sich hin sie geht,
Ohne mit Schlepp und Steiß zu schwänzen,
Oder mit den Augen herum zu scharlenzen.
Sie trägt einen Maßstab in ihrer Hand,
Ihr Gürtel ist ein gülden Band,
Hätt auf dem Haupt einen Kornähr-Kranz,
Ihr Auge war lichten Tages Glanz;
Man nennt sie tätig Ehrbarkeit,
Sonst auch Großmut, Rechtfertigkeit.

Die tritt mit gutem Gruß herein;
Er drob nicht mag verwundert sein;
Denn wie sie ist, so gut und schön,
Meint er, er hätt sie lang gesehn.

Die spricht: »Ich hab dich auserlesen
Vor vielen in dem Weltwirrwesen,
dass du sollst haben klare Sinnen,
Nichts Ungeschicklichs magst beginnen.
Wenn andre durcheinander rennen,
Sollst das mit treuem Blick erkennen;
Wenn andre bärmlich sich beklagen,
Sollst schwankweis deine Sach fürtragen;
Sollst halten über Ehr und Recht,
In allem Ding sein schlicht und schlecht;
Frummkeit und Tugend bieder preisen,
Das Böse mit seinem Namen heißen.
Nichts verlindert und nichts verwitzelt,
Nichts verzierlicht und nichts verkritzelt;
Sondern die Welt soll vor dir stehn,
Wie Albrecht Dürer sie hat gesehn:
Ihr festes Leben und Männlichkeit,
Ihre innre Kraft und Ständigkeit.
Der Natur-Genius an der Hand
Soll dich führen durch alle Land,
Soll dir zeigen alles Leben,
Der Menschen wunderliches Weben,
Ihr Wirren, Suchen, Stoßen und Treiben,
Schieben, Reißen, Drängen und Reiben;
Wie kunterbunt die Wirtschaft tollert,
Der Ameishauf durcheinander kollert;
Mag dir aber bei allem geschehn,
Als tätst in einen Zauberkasten sehn.
Schreib das dem Menschenvolk auf Erden,
Obs ihm möcht eine Witzung werden.«
Da macht sie ihm ein Fenster auf,
Zeigt ihm draußen viel bunten Hauf,
Unter dem Himmel allerlei Wesen,
Wie ihrs mögt in seinen Schriften lesen.

Wie nun der liebe Meister sich
An der Natur freut wunniglich,
Da seht ihr an der andern Seiten
Ein altes Weiblein zu ihm gleiten;
Man nennet sie Historia,
Mythologia, Fabula;
Sie schleppt mit keichend-wankenden Schritten
Eine große Tafel, in Holz geschnitten:
Darauf seht ihr mit weiten Ärmeln und Falten
Gott Vater Kinderlehre halten,
Adam, Eva, Paradies und Schlang,
Sodom und Gomorras Untergang,
Könnt auch die zwölf durchlauchtigen Frauen
Da in einem Ehren-Spiegel schauen;
Dann allerlei Blutdurst, Frevel und Mord,
Der Zwölf Tyrannen Schandenport,
Auch allerlei Lehr und gute Weis,
Könnt sehn Sankt Peter mit der Geiß,
Über der Welt Regiment unzufrieden,
Von unserm Herrn zurecht beschieden.
Auch war bemalt der weite Raum
Ihres Kleids und Schlepps und auch der Saum
Mit weltlich Tugend- und Laster-Geschicht.
Unser Meister das alles ersicht
Und freut sich dessen wundersam,
Denn es dient wohl in seinen Kram.
Von wannen er sich eignet sehr
Gut Exempel und gute Lehr,
Erzählt das eben fix und treu,
Als wär er selbst geseyn dabei.
Sein Geist war ganz dahin gebannt,
Er hätt kein Auge davon verwandt,
Hätt er nicht hinter seinem Rucken
Hören mit Klappern und Schellen spucken.
Da tät er einen Narren spüren
Mit Bocks- und Affensprüngen hofieren
Und ihm mit Schwank und Narreteiden
Ein lustig Zwischenspiel bereiten.
Schleppt hinter sich an einer Leinen
Alle Narren, groß und kleinen,
Dick und hager, gestreckt und krumb,
Allzu witzig und allzu dumb.
Mit einem großen Farrenschwanz
Regiert er sie wie ein'n Affentanz:
Bespöttet eines jeden Fürm,
Treibt sie ins Bad, schneidt ihnen die Würm
Und führt gar bitter viel Beschwerden,
dass ihrer doch nicht wollen wenger werden.
Wie er sich sieht so um und um,
Kehrt ihm das fast den Kopf herum:
Wie er wollt Worte zu allem finden?
Wie er möcht so viel Schwall verbinden?
Wie er möcht immer mutig bleiben,
So fort zu singen und zu schreiben?
Da steigt auf einer Wolke Saum
Herein zu's Oberfensters Raum
Die Muse, heilig anzuschauen,
Wie ein Bild unsrer lieben Frauen.
Die umgibt ihn mit ihrer Klarheit
Immer kräftig wirkender Wahrheit.
Sie spricht: »Ich komm, um dich zu weihn,
Nimm meinen Segen und Gedeihn!
Ein heilig Feuer, das in dir ruht,
Schlag aus in hohe lichte Glut!
Doch dass das Leben, das dich treibt,
Immer bei holden Kräften bleibt,
Hab ich deinem innern Wesen
Nahrung und Balsam auserlesen,
dass deine Seel sei wonnereich,
Einer Knospe im Taue gleich.«

Da zeigt sie ihm hinter seinem Haus
Heimlich zur Hintertür hinaus,
In dem eng umzäunten Garten
Ein holdes Mägdlein sitzend warten
Am Bächlein, beim Holunderstrauch;
Mit abgesenktem Haupt und Aug
Sitzt's unter einem Apfelbaum
Und spürt die Welt rings um sich kaum,
Hat Rosen in ihren Schoß gepflückt
Und bindet ein Kränzlein gar geschickt,
Mit hellen Knospen und Blättern drein:
Für wen mag wohl das Kränzel sein?
So sitzt sie in sich selbst geneigt,
In Hoffnungsfülle ihr Busen steigt;
Ihr Wesen ist so ahndevoll,
Weiß nicht, was sie sich wünschen soll,
Und unter vieler Grillen Lauf
Steigt wohl einmal ein Seufzer auf.

Warum ist deine Stirn so trüb?
Das, was dich dränget, süße Lieb,
Ist volle Wonn und Seligkeit;
Die dir in Einem ist bereit,
Der manches Schicksal wirrevoll
An deinem Auge sich lindern soll;
Der durch manch wunniglichen Kuss
Wiedergeboren werden muss.
Wie er den schlanken Leib umfasst,
Von aller Mühe findet Rast,
Wie er ins runde Ärmlein sinkt,
Neue Lebenstag' und Kräfte trinkt;
Und dir kehrt süßes Jugendglück,
Deine Schalkheit kehret dir zurück.
Mit Necken und manchen Schelmereien
Wirst ihn bald nagen, bald erfreuen.
So wird die Liebe nimmer alt,
Und wird der Dichter nimmer kalt!

Weil er so heimlich glücklich lebt,
Da droben in den Wolken schwebt
Ein Eichkranz, ewig jung belaubt,
Den setzt die Nachwelt ihm aufs Haupt;
In Froschpfuhl all das Volk verbannt,
Das seinen Meister je verkannt." - Johann Wolfgang von Goethe, Erklärung eines alten Holzschnittes vorstellend Hans Sachsens poetische Sendung
 
 
 
 
 
 
 
 

Anmerkungen

[1] Vgl. Science Review Letters 2020, 19, Nr. 1116 und Kurse Nr. 634 Hans Sachs, Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Johann Wolfgang von Goethe I-II, Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Richard Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg
[3] Ib.
[3] Ib.
[4] Ib.
[5] Ib.
[6] Hans Sachs' ausgewählte poetische Werke, Wider den blutdürstigen Türken, 1532; vgl. Kurse Nr. 634 Hans Sachs, Nr. 633 Luis Vaz de Camões, Ib.
[7] Ib.; zu: Wie von Camões und später auch von den Philhelenen beschrieben, musste man sich der Türken wie wild gewordene Hunde erwehren "So vieler Hunde Macht sich zu erwehren" (Camões), die gegen Christen wüten: "Wie grausam sonder gleichen / Der Türke jetzt nachstellt, / Nachjagt den Christenleuten / Mit Hast und Mord und Brand." Vgl. Anm. 6 und Kurse Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Nr. 553 Friedrich Schiller II, Nr. 554 Friedrich Hölderlin I-II, Nr. 630 Johann Ludwig Tieck, Nr. 631 Adelbert von Chamisso, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 629 Voltaire, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Ib.
[8] Ib.; zu: Alle Christen wurden von den Türken entweder abgeschlachtet oder versklavt, wenn sie nicht in der Lage waren sich zu wehren: "Es leiden Not die Bauern, / Bis an das Mährenland / Die Türken sie umlauern; / Sie haben dort verbrannt / Der Dörfer siebenzig, / Und alles Volk darin, / Das nirgends wehrte sich, / Erwürgt, geführt dahin." Vgl. Anm. 7 und Kurs Nr. 619 Franz Werfel, Ib.
[9] Ib.
[10] Ib.; zu: Jetzt müssen sich die Kaiser als ehrenhaft erweisen und die Türken-Plage zurückdrängen. Heutige Politiker in Deutschland und Europa wären dazu wohl nicht in der Lage, lassen sie doch sogar Millionen Türken bzw. Moslems ins Land einreisen und fördern diese noch, wenn sie Moscheen bauen und staatlichen islamischen Religionsunterricht für die "Muslim-Horden" bzw. "Teufelssaat" (Rushdie) reklamieren, damit sie später einmal "Christenwürger" (Tieck) werden: "Erzeig' am Türkenheere, / Das alle Christen plagt, / Um deine Kaiserehre / Nun deine Kaisermacht." Vgl. Anm. 7 und Kurse Nr. 630 Johann Ludwig Tieck, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre III, Nr. 505 Artur Schopenhauer I-II. Ib.
[11] Ib.; zu: Immer wieder mahnt Sachs, ähnlich wie Camões, Einigkeit unter den Christen an, denn nur ungeteilt könne man die Türken ("Türkenhunde") bzw. Moslems besiegen: "Wacht auf, des Reiches Lande! / Schaut an den Jammer euch, / Wie euch der Türk' zur Schande / Verheert das Ungarreich! / Seid einig, ungeteilet, / Greift tapfer zu der Wehr, / Bevor euch übereilet / Das grause Türkenheer!" Vgl. Anm. 10 und Kurse Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 633 Luis Vaz de Camões, Ib.
[12] Ib.
[13] Ib.; zu: Sachs fordert die Deutschen auf, den Ungarn gegen die Türken zu helfen, heute werden die Ungarn sogar von Merkel-Deutschland und der EU angeklagt, weil sie keine Türken bzw. Moslems ins Land lassen wollen! "In Ungarn tu' das Best'! / Errette zarte Frauen / Und auch die kleinen Kind, / Sonst werden sie zerhauen / Vom argen Türken blind!" Vgl. Anm. 10
[14] Ib.
[15] Ib.
[16] Ib.
[17] Ib.; zu: Die Soldaten ruft er auf, keine Kriegsverbrechen wie die Türken zu begehen, sondern auf Gott zu vertrauen, dass er mit ihnen zusammen die Christen rette "Von dieser Türkenbande." Kriegsverbrechen begehen die Türken noch heute, ohne dass sie dafür verklagt würden: "Lass Gott du alles walten / Dem Christenvolk zum Schutz / Und treulich ihn erhalten / Das Reich und gemeinen Nutz. / Er wird die deutschen Lande / Erretten in der Not / Von dieser Türkenbande. / Drum hoff' allein zu Gott!" Vgl. Anm. 8
[18] Hans Sachs' ausgewählte poetische Werke, Göttergespräch
[19] Hans Sachs, 45. Schwank: Der Teufel lässt keinen Landsknecht mehr in die Hölle fahren, 1557 
[20] Ib.
[21] Ib.
[22] Ib.
[23] Ib.
[24] Ib.
[25] Ib.
[26] Ib.; zu: Die Teufel wollen sich lieber abgeben mit Gotteslästrern, Zechern, Mit Buhlern, Hurern, Ehebrechern, Wuchrern, Dieben, Mördern, Räubern, Mordbrennern, Verrätern und schändlichen Männern, Münzfälschern und falschen Juristen, ungläubigen Christen, Heiden, Türken, Gottlosen Mönchen, Nonnen und Pfaffen: "So wollen wir forthin fürwahr / Nach keinem Landsknecht fragen mehr, / Sondern begnügen uns wie vorher / Mit Spielern, Gotteslästrern, Zechern, / Mit Buhlern, Hurern, Ehebrechern, / Wuchrern, Dieben, Mördern, Räubern; / Auch wollen wir die Erde säubern / Von Landfriedbrechern und Mordbrennern, / Verrätern und schändlichen Männern, / Münzfälschern und falschen Juristen, / Von allen ungläubigen Christen, / Verstockten, die nicht Buß' woll'n wirken, / Von ... Heiden, Türken, / Gottlosen Mönchen, Nonnen und Pfaffen, / Die woll'n wir um ihre Unzucht strafen, / Auf dass kein Unrat uns erwachs' / Von den Landsknechten, wünscht Hans Sachs." Vgl. Anm. 10
[27] Zu: Goethe hat durch sein Gedicht den in Vergessenheit geratenen Hans Sachs in Deutschland wieder bekannt gemacht. Er beschreibt seine Sicht auf die Welt, wie er das Böse entlarvt; und vergleicht ihn mit Albrecht Dürer: "Das Böse mit seinem Namen heißen. / Nichts verlindert und nichts verwitzelt, / Nichts verzierlicht und nichts verkritzelt; / Sondern die Welt soll vor dir stehn, / Wie Albrecht Dürer sie hat gesehn: / Ihr festes Leben und Männlichkeit, / Ihre innre Kraft und Ständigkeit. / Der Natur-Genius an der Hand / Soll dich führen durch alle Land, / Soll dir zeigen alles Leben, / Der Menschen wunderliches Weben, / Ihr Wirren, Suchen, Stoßen und Treiben, / Schieben, Reißen, Drängen und Reiben; / Wie kunterbunt die Wirtschaft tollert, / Der Ameishauf durcheinander kollert." Vgl. Johann Wolfgang von Goethe, Erklärung eines alten Holzschnittes vorstellend Hans Sachsens poetische Sendung, sowie Kurse Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 589 Albrecht Dürer, Ib.
 
 





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Letzte Bearbeitung:20.05.2020