Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

Kurs Nr. 511 

Johann Gottlieb Fichte: Philosophie der Erziehung


On wrong education methods and how to improve

On wrong Beauty-cure and how to improve

Durch Unachtsamkeit, Gedankenlosigkeit und Zerstreutheit wird zur Trägheit erzogen und erzeugt "Fortschleicher im alten Geleise"

Federzeichnung von Johann Heinrich Bury

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:

Immer noch aktuell: Viele die heute in der Politik, der Wirtschaft oder Wissenschaft tätig sind, kann man "mit wenigen Ausnahmen" als "seichte Schwätzer", "aufgeblasene Prahler, Halbgelehrte, die durch die Schule nur hindurchgelaufen, blinde Zutapper, und Fortschleicher im alten Geleise" bezeichnen. [1]

"Geht die Mehrheit in ihrer bisherigen Unachtsamkeit, Gedankenlosigkeit und Zerstreutheit so ferner hin, so ist gerade dieses, als das notwendig sich Ergebende, zu erwarten. Wer sich, ohne Aufmerksamkeit auf sich selbst, gehen läßt, und von den Umständen sich gestalten, wie sie wollen, der gewöhnt sich bald an jede Ordnung der Dinge. So sehr auch sein Auge durch etwas beleidiget werden mochte, als er es das erste Mal erblickte, lasst es nur täglich auf dieselbe Weise wiederkehren, so gewöhnt er sich daran, und findet es späterhin natürlich, und als eben so sein müssend, gewinnt er es zuletzt gar lieb, und es würde ihm mit der Herstellung des ersteren besseren Zustandes wenig gedient sein, weil dieser ihn aus seiner nun einmal gewohnten Weise zu sein herausrisse. Auf diese Weise gewöhnt man sich sogar an Sklaverei, wenn nur unsere sinnliche Fortdauer dabei ungeschränkt bleibt, und gewinnt sie mit der Zeit lieb; und dies ist eben das Gefährlichste an der Unterworfenheit, dass sie für alle wahre Ehre abstumpft, und ihre sehr erfreuliche Seite hat für den Trägen, indem sie ihn mancher Sorge und manches Selbstdenkens überhebt."  - Johann Gottlieb Fichte
Johann Gottlieb Fichte, erster Rektor und einer der Urheber der heutigen Humboldt-Universität Berlin sprach die Erstsemester in seiner Antrittsrede von 1911 mit dem Titel "Studierende" an. Ein halbes Jahrhundert vor Zulassung der ersten weiblichen Studenten verband Fichte damit noch keinerlei geschlechtspolitische Intentionen. Fichte ging es darum Studenten von Studierenden zu unterscheiden. In Jena, wo er vor der Jahrhundertwende Professor war, hatten die Studenten literweise Bier getrunken, sich mit Degen bewaffnet und Konflikte mit der Obrigkeit gesucht. Party war auch damals üblich. Ähnlich wie damals für Plato war das auch für Fichte ein gravierendes Missverständnis: Solche Studenten, die nicht studieren und nur feiern wollen, wollten Plato und Fichte nicht an der Akademie oder Universität haben. Stattdessen wollte er "Studierende" haben. Gewillt, sich zu bilden und bilden zu lassen, wären sie ganz auf ihr "Geschäft des Studierens" konzentriert: keine Gelage, keine Duelle, aber ebenso wenig ein zweckorientiertes Butter- und Brotstudium. Für alle heutigen Schulen und Universitäten gilt daher: more platonico, more academico im Sinne von Fichte. Seine Reden wirkten begeisternd auf die Jenenser Studenten. Zu seinen Schülern zählten zum Beispiel Schopenhauer und Novalis. Fichte hat nicht aus der Spekulation heraus, sondern aus der ganzen Tiefe seines Wesens, im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts, unter seinen Jenenser Studenten die Lehre vom Ich, vom menschlichen Selbstbewusstsein vertreten. Es komme nicht nur auf Logik an, schliesslich könne man auch eine hohle Philosophie sehr gut logisch begründen, sondern auf die innere Erfahrung, auf das, was man erlebt, was man mit seinen ganzen Seelenkräften ergründet hat. Ähnlich wie Goethe sagt er, wer kein wahrnehmendes Auge hat, kann die Farben nicht sehen, wer keine aufnahmefähige Seele besitzt, der kann den Geist nicht sehen. [2] 
"Nichts aber befördert mehr die Gesundheit des Körpers, als ununterbrochene Heiterkeit des Geistes"  - Johann Gottlieb Fichte

"Der Gute siegt immer, wenn er sich nur nicht mit den schlechten auf ihrem eigenen Felde - dem der List und des Betrugs, und der feigen Nützlichkeitsberechnung in den Kampf einlässt."  - Johann Gottlieb Fichte

"Du bist wandelbar, nicht ich; alle deine Verwandlungen sind nur mein Schauspiel, und ich werde stets unversehrt über den Trümmern deiner Gestalten schweben. Daß die Kräfte schon jetzt in Wirksamkeit sind, welche die innere Sphäre meiner Tätigkeit, die ich meinen Leib nenne, zerstören sollen, befremdet mich nicht; dieser Leib gehört zu dir und ist vergänglich wie alles, was zu dir gehört, aber dieser Leib ist nicht Ich. Ich selbst werde über seinen Trümmern schweben, und seine Auflösung wird mein Schauspiel sein. Daß die Kräfte schon in Wirksamkeit sind, welche meine äußere Sphäre, die erst jetzt angefangen hat, es in den nächsten Punkten zu werden – welche euch, ihr leuchtenden Sonnen alle, und die tausend mal tausend Weltkörper, die euch umrollen, zerstören werden, kann mich nicht befremden; ihr seid durch eure Geburt dem Tode geweiht. Aber wenn unter den Millionen Sonnen, die über meinem Haupte leuchten, die jüngstgeborne ihren letzten Lichtfunken längst wird ausgeströmt haben, dann werde ich noch unversehrt und unverwandelt derselbe sein, der ich jetzt bin; und wenn aus euren Trümmern so viele Male neue Sonnensysteme werden zusammengeströmt sein, als eurer alle sind, ihr über meinem Haupte leuchtende Sonnen, und die jüngste unter allen ihren letzten Lichtfunken längst wird ausgeströmt haben, dann werde ich noch sein, unversehrt und unverwandelt, derselbe, der ich heute bin." - Johann Gottlieb Fichte

Wilhelm und Alexander von Humboldt waren mit den Familien von Schiller, Goethe und auch Fichte bestens bekannt. Auch was die Ideen betrifft, waren sie durchaus ähnlich. So schreibt Alexander von Humboldt: "Indem wir die Einheit des Menschengeschlechtes behaupten, widerstreben wir auch jeder unerfreulichen Annahme von höheren und niederen Menschenracen. Es giebt bildsamere, höher gebildete, durch geistige Cultur veredelte: aber keine edleren Volksstämme. Alle sind gleichmäßig zur Freiheit bestimmt: zur Freiheit, welche in roheren Zuständen dem Einzelnen, in dem Staatenleben bei dem Genuß politischer Institutionen der Gesammtheit als Berechtigung zukommt.  Wilhelm von Humboldt meint »Wenn wir eine Idee bezeichnen wollen, die durch die ganze Geschichte hindurch in immer mehr erweiterter Geltung sichtbar ist; wenn irgend eine die vielfach bestrittene, aber noch vielfacher mißverstandene Vervollkommnung des ganzen Geschlechtes beweist: so ist es die Idee der Menschlichkeit: das Bestreben, die Grenzen, welche Vorurtheile und einseitige Ansichten aller Art feindselig zwischen die Menschen gestellt, aufzuheben; und die gesammte Menschheit: ohne Rücksicht auf Religion, Nation und Farbe, als Einen großen, nahe verbrüderten Stamm, als ein zur Erreichung Eines Zweckes, der freien Entwicklung innerlicher Kraft, bestehendes Ganzes zu behandeln.« [3]

Besonders einfältig ist es natürlich, wenn Eltern ihre Kinder im Affekt des Zorns strafen. Dazu bemerken Montaigne und Hippokrates: "Sie schreien und toben öfters in Kinder hinein, die die Brust kaum verlassen haben. Sie sollen daran denken, dass Hippokrates ausdrücklich sagt, dass diejenigen Krankheiten die gefährlichsten sind, die das Gesicht verunstalten. Dadurch werden die Kinder zu Krüppeln, oder doch dumm geschlagen. Unsere Obrigkeit aber bekümmert sich nicht darum, gerade als wenn dieser geraubte Verstand, und diese Lähmungen, nicht Mitglieder des gemeinen Wesens beträfen." Darüber hinaus kommt es auf die Art des Kindergartens und der Schule an und auf die Erzieherinnen und LehrerInnen. [4]

Routinen und Trägheiten drücken den heutigen Menschen zu Boden und deformieren ihn. "Platon war neben Gautama Buddha der erste Epidemiologe des Geistes". Plato erkannte in der alltäglichen Meinung, der doxa, die Pest, an der man zwar nicht stirbt und die doch von Zeit zu Zeit ganze Gemeinwesen vergiftet. Menschen werden zu "lebenden Karikaturen der Durchschnittlichkeit". Worum es geht ist eine "psychische Deautomatisierung und mentale Dekontamination" Darum setzen viele spirituelle Schulen das Schweigen ein, um das Phrasendepot zu leeren. Heute existiert eine "historisch nie dagewesene Verblendungsbereitschaft, die Trugbildern des Neuen unbegrenzten Kredit gewährt." Manifeste Dummheit wird durch ein langes Training in "Lernvermeidungsoperationen" erworben. "Nur nach einer hartnäckig fortgesetzten Serie von Selbst-Knock-outs der Intelligenz kann sich ein Habitus zuverlässiger Stupidität stabilisieren." Der Mensch ist imstande, sich das Schlechteste zu eigen zu machen, bis es ihm wie eine unantastbare Selbstverständlichkeit erscheint (siehe z.B. islamische Diktaturen). Alle Moralphilosophie ist darum oberflächlich, die nicht in einer Unterscheidung der Gewohnheiten gründet. Kants Philosophie ist daher zu oberflächlich. Zuerst muss man klären, ob menschliche Wesen überhaupt aus festen schlechten Gewohnheiten herausgelöst werden können und unter welchen Bedingungen es ihnen gelingt, sich in guten Gewohnheiten neu zu verankern. Kants bekanntes Argument aus der Schrift "Zum ewigen Frieden", selbst "ein Volk von Teufeln", wenn es nur Verstand habe, müsse sich, eine Art Rechtsordnung geben, die einer bürgerlichen Verfassung zum Verwechseln ähnlich sähe, leidet an der "Verkennung der antimoralischen Gravitation." Die Kantischen Teufel sind "Kaufleute, die wissen, bis wohin sie zu weit gehen dürfen, brave Egoisten, die ihr Rational-choice-Seminar besucht haben. Ein wirkliches Volk von Teufeln verkörpert ein Kollektiv aus Fatalisten, bei denen die Entdisziplinierung das fundamentalistische Niveau erreicht." Sie hausen in "jeder aussichtslosen Banlieue", in den Parallelgesellschaften der europäischen Städte. [5]

Ebenso wie die verborgene Christlichkeit der Goetheschen Erkenntnisart und die der deutschen Idealisten, wird seit langem die grundsätzliche Unchristlichkeit der Kantischen Philosophie verkannt. Sie ist als Wissenschaft verkleideter Unglaube. Der Kantianismus setzt alte vorchristliche Anschauungen fort, die im Orient und später im Islam ihre Ausbildung gefunden haben. Das Tragische liegt daran, dass nach dem Christus-Ereignis, und zwar auch innerhalb des Christentums, die Bewusstseins- und Gedankenentwicklung diesen Einschlag immer noch nicht in sich aufgenommen hat. Überall, wo wie bei Kant aus der Erkenntnis-Resignation grundsätzlich an der Trennung von Glauben und Wissen festgehalten wird, setzt sich der vorchristliche Stand des menschlichen Bewusstseins unverwandelt fort. Und wenn man Kant "den Philosophen des Protestantismus" bezeichnet hat, so hat man dadurch die Rückständigkeit und Paulus-Fremdheit gekennzeichnet, die von Luther her der reformatorischen Strömung in Hinsicht auf das Denken und Erkennen des Menschen anhaftet. Zu meinen, der Mensch sei durch die "Sünde" (Luther) oder Maya (Orient) seines Geistbewusstseins endgültig und unabänderlich vor den Vorhang der Täuschung gestellt, würde eine Verleugnung der Erlösung sein, die durch Christus in die Welt gekommen ist. Man kann sagen, "solange der Kantianismus, der als Philosophie ein vorchristlicher Standpunkt ist, irgendwie herrscht, wird die Philosophie immer mehr das Christentum vernebeln." [6]

Mit Kant und dem Ahnherrn und klassischen Begründer des Positivismus, David Hume wird man nicht weiterkommen; diese Sichtweise sollte in Kant und später im Neu-Positivismus eines Erst Mach (1838-1916), Richard Avenarius (1834-1896) und Bertrand Arthur William Russell (1872-1970) gipfeln. Für Letzteren gibt es weder Materie noch Geist, noch ein Ich, sondern nur Sinnesdaten; die Naturwissenschaft sei die einzige Quelle unseres Wissens, erkennt Sinnesdaten und weiter nichts. Gott, Unsterblichkeit, Religion seien entbehrlich. Auch Mach und Avenarius sahen das Ideal der Wissenschaft in der Ausmerzung aller "metaphysischen Zutaten". Mach gilt als geistiger Ahnherr des "Wiener Kreises" von Neupositivisten. Heute ist das geschehen, was Dostojewskij befürchtet hatte, dass im Osten Europas aus rein naturwissenschaftlich-materialistischem Denken eine neue Staats-Sozial-Ordnung aufgerichtet wurde. "Die praktische Probe, was die naturwissenschaftliche Methode wird, wenn sie in den Köpfen gewisser Sozialrevolutionäre Wurzel fasst, zeigen uns die Männer des Bolschewismus. Die verkörperte naturwissenschaftliche Methode haust heute in Russland durch Helphands Schaffnerdienste, denn er hat den plombierten Wagen geführt durch Deutschland durch, um die Männer des Bolschevismus unter der Ägide von Ludendorff und Hindenburg nach Russland zu führen." Zuerst blühte das nazurwissenschaftliche Denken als soziale Blüte im Osten auf und breitete sich fast im gesamten Osten aus, weil man die Sache nicht an der Wurzel anpackte, am naturwissenschaftlich-materialistischen Leben selber. Ein Welle des Denkens und Empfindens ging durch die Welt. Erregt wurde diese Welle durch das sozialwissenschaftliche materialistische Denken. Indem diese Welle sich ausbreitete, ergriff sie das notwendig soziale Denken, wurde da zur zerstörerischen Gewalt der Menschheit. Und der groteske Marxismus "das ist die soziale Blüte und Frucht der materialistisch naturwissenschaftlichen Methode im sozialen Denken." Rudolf Steiner hatte vorausgesehen, was später eingetroffen ist: Wenn nicht durch den Geist dasjenige befruchtet wird, "was wir Naturerkenntnis nennen, dasjenige namentlich, was wir Kunst nennen, so geht die Menschheit einem raschen Verfalle, einem furchtbaren Verfalle entgegen. Lassen Sie drei Jahrzehnte noch so gelehrt werden, wie an unseren Hochschulen gelehrt wird, lassen sie noch dreißig Jahre so über soziale Angelegenheiten gedacht werden, wie heute gedacht wird, dann haben sie nach diesen dreißig Jahren ein verwüstetes Europa." Heute begeht man vielfach den Fehler in der Erziehung, anstatt das Kind an Autorität zu gewöhnen, die für das Kind zwischen dem 7. und 14. Jahr die Quelle der Wahrheit sein soll, bringt man es dazu, das Kind frühreif zu machen im Urteilen. Die Folge ist, dass das Kind später seine guten Anlagen nicht zur Entwicklung bringen kann. Es entstehen "unzufriedene Seelenstimmungen, in der Hoffnungslosigkeit, in dem Nichtwissen, was man mit sich anfangen soll, insbesondere in den Zeiten vom 14., 15 bis zum 21. Jahre." Dann bleibt es und ist kaum mehr gut zu machen. Krankheiten entstehen wie Depression und Psychose.  [7]

In der mitteleuropäischen Philosophie hat es schon immer ein "Aufbäumen" gegen jede Art von Positivismus gegeben. "In England weiß man in Wirklichkeit eigentlich nichts von dieser mitteleuropäischen Philosophie. Man kann in Wirklichkeit den Hegel nicht übersetzen in die englische Sprache, es ist nicht möglich. Man weiß nichts von ihm. Deutsche Philosophie nennt man ja in England Germanismus und meint damit etwas, womit sich ein vernünftiger Mensch nicht befassen kann. Aber gerade in dieser deutschen Philosophie, mit Ausnahme einer Episode - wo nämlich Kant durch Hume gründlich verdorben worden ist, und dieses scheußliche Kantisch-Humesche Element in die deutsche Philosophie hineingebracht worden ist, das wirklich in den Köpfen der mitteleuropäischen  Menschheit so heilloses Unheil angerichtet hat -, mit Ausnahme dieser Episode haben wir immerhin nachher die Nachblüte dieses Aufbäumens gerade in Fichte, Schelling, Hegel... Die Anglo-amerikanische Welt mag die Weltherrschaft erringen: ohne die Dreigliederung wird sie durch diese Weltherrschaft über die Welt den Kulturtod und die Kulturkrankheit ergießen, denn diese sind ebenso eine Gabe der Asuras, wie die Lüge eine Gabe des Ahriman, wie die Selbstsucht eine Gabe des Luzifer ist." Goethe stemmt sich mit seiner Naturwissenschaft dagegen, Wilhelm von Humbold in seiner Schrift "Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen" und Fichte in seiner Philosophie der Erziehung. [8]

"Ein großer Teil unseres heutigen Denkens der sich so sehr weise und aufgeklärt dünkenden Kulturmenschheit beruht darauf, dass dieses Denken kindsköpfig geblieben ist." Erfüllen müssen wir unsere Seelen, auch als Erzieher, mit der Empfindung, mit dem Bewusstsein, dass in dem Kinde ein geheimnisvoll Verinnerlichtes waltet, und dass man heranbringen muss an das kindliche Gemüt vieles von dem, was erst im späteren Leben, nicht schon im kindlichen Alter verständlich ist, was man dann herausholt aus der Erinnerung. "Durch nichts wird in der Zukunft das Leben der Menschen gesünder werden als dadurch, dass sie viel aus den Mitteilungen, aus den Offenbarungen des Kindheitslebens herausholen können in der Erinnerung und es dann erst verstehen können." Das wird eine Quelle gesunden inneren Lebens. Jene Verödung wird von den Menschen fern bleiben, die heute so vielfach die Gemüter ergreift und sie leer macht und in die "Sanatorien leitet, damit sie dort von aussen etwas in die Seelen hineinbekommen, die von innen leer verblieben sind, weil gerade die Erziehung es daran hat fehlen lassen, irgendetwas in diese Seelen hineinzubringen, an das später erinnert werden kann." Fichte sagt bezüglich der fruchtbaren Ideale und der Leute, die über die Philosophen sagen, es seien unpraktische Leute, deren Ideale man nicht anwenden könne. [9]

"Dass Ideale in der wirklichen Welt sich nicht darstellen lassen, wissen wir andern vielleicht so gut als sie, vielleicht besser. Wir behaupten nur, dass nach ihnen die Wirklichkeit beurteilt, und von denen, die dazu Kraft in sich fühlen, modifiziert werden müsse. Gesetzt, sie könnten auch davon sich nicht überzeugen, so verlieren sie dabei, nachdem sie einmal sind, was sie sind, sehr wenig; und die Menschheit verliert nichts dabei. Es wird dadurch bloß das klar, dass nur auf sie nicht im Plane der Veredlung der Menschheit gerechnet ist. Diese wird ihren Weg ohne Zweifel fortsetzen; über jene wolle die gütige Natur walten, und ihnen zu rechter Zeit Regen und Sonnenschein, zuträgliche Nahrung und ungestörten Umlauf der Säfte, und dabei - kluge Gedanken verleihen!"  - Johann Gottlieb Fichte

Der Vorteil von Handlungen aus Idealismus

Manche Menschen laufen ja bekanntlich etwas mürrisch, hypochondrisch, von düsterem Temperament herum und werden mit ihrem eigenen Seelenleben nicht fertig, und dieses Seelenleben wirkt wieder zurück auf ihren physischen Organismus. Sie sind ängstliche Naturen geworden, deren Organismus in seiner Gesundheit bis ins Physische untergraben ist. Es gehen also Menschen herum, die in einem späteren Lebensalter melancholisch, mit sich selber schwer fertig werden und in der verschiedensten Weise unausgeglichene Naturen sind. "Würden wir nun den Ursachen eines solchen Benehmens nachforschen, so würden wir finden, dass solche Menschen wenig Gelegenheit gehabt haben, in früheren Perioden ihres physischen Daseins das durchzumachen, was man nennen kann: ein idealistisches Übergreifen der Gedanken über die Handlungen des Menschen, ein größerwerden der Gedanken, als die Handlungen sind." Das ist eben der Vorteil, wenn man Fichte, Schelling und Hegel liest und die dazugehörigen Kurse belegt! Also Handlungen, die kleiner sind als ihre entsprechenden Gedanken, hinterlassen Eindrücke zurück, welche sich im späteren Leben zeigen als Lebensmut, Lebenssicherheit, Ausgeglichenheit im Leben. Das setzt sich bis ins Innere des physischen Organismus fort: er ist gesund. Das ist ja der Fehler vieler wissenschaftlicher und pädagogischer Betrachtungen, dass man immer gleich nach dem, was im Laufe der nächsten fünf Jahre geschieht, die Wirkung von diesem oder jenem bestimmt, während sich die Wirkungen vieler Dinge oft erst nach Jahrzehnten zeigen. Wir haben also in uns eine Art von Kräften, die unser Leben abwärts führen, die daran arbeiten, dass unser physischer Organismus nach und nach durch innere Gründe schneller dem Tode entgegeneilt. Und andere Kräfte haben wir in uns, die "unserem Astralleib und Ätherleib belebende Kräfte zuführen, Kräfte, die immerdar wie ein neues Licht in unserem Astralleib und Ätherleib aufleuchten." So funktioniert auch die eigentliche Schönheits- und Anti-Aging-Kur: was wir uns selbst durch belebende Kräfte - zum Beispiel durch Belegung der genannten Kurse - einimpfen, "das bleibt im Ätherleibe, ist eine bleibende Jugendkraft." Ggf. bewirkt es eine Verlängerung des Lebens, auf jeden Fall wird man länger jugendfrisch bleiben. Andere medizinische Behandlungen, wie kalte Abwaschungen, Botox etc. sind nicht hilfreich und führen nur zu Überempfindlichkeit. Heiterkeit oder Lachen dagegen bedeuten, dass unser Ich sich in bezug auf Erkennen und Begreifen der Dinge und Geschehnisse stärker fühlt. Es war ein gesundes Volksheilmittel, als man in Burlesken und komödien den Leuten vorführte, wie die Torheit des menschlichen Handelns sich selbst ad absurdum führt. [10] 

Eine ganz bestimmte Grundstimmung der Seele ist notwendig. Schon nach Plato und Aristoteles beginnt alle Erkenntnis mit dem Staunen, und nur wer von dem Staunen, von dem Verwundern ausgeht, ist auf dem Wege zur richtigen Erkenntnis. "Lassen sie alle Pädagogik deklamieren, dass man ausgehen müsse von der Anschauung; wenn nicht erst Staunen, Verwundern da ist, bleibt es beim blossen intellektuellen Erkennen... Erstaunen und Erkenntnistrieb einerseits und Gewissen andererseits, sie sind lebendige Zeichen der geistigen Welt." Und es ist klar, dass der Mensch mit den Mitteln der alten Konfessionen nicht mehr zurechtkommen kann, "dass er mit den alten kirchlichen Vorstellungen nichts mehr verbinden kann, was ihm diese Kraft, die er sucht, geben kann." Unabhängig von Konfessionen muss man an die Tatsachen herangehen. Wenn man begreifen will, was die Menschheit den Christus genannt hat, "was verschieden war von allen anderen religiösen Impulsen, und warum die anderen Religionen die Menschheit immer hingewiesen haben auf diesen Christus... Alle grossen Religionen haben von ihm gesprochen; geoffenbart hat er sich im Jesus von Nazareth, worauf alle Religionen hinweisen. So haben nicht nur die Christen vom Christus gesprochen, sondern auch die Bekenner aller alten Religionen." Die vergleichenden Religionsphilosophen oder Theologen halten die Religionen alle für falsch oder für kindliche Stufen der Menschheitsentwicklung. In Wirklichkeit sind Religionen "differenzierte Ausbildungen der Initiationswahrheiten" und man muss erkennen lernen das Wahre in den verschiedenen Religionssystemen. "Interesselosigkeit, krassester Egoismus ist es, wenn die Menschen kein Interesse haben an der Welt. Interesse an allem Sein haben, das ist Menschenpflicht." Wozu brauchen wir die Liebe zur Weisheit, die Philosophie? Die alte Weisheit war nicht Philosophie, denn die alte Weisheit ist nicht durch Liebe geboren, sondern durch Offenbarung. "Eine Philosophie des Orients gibt es nicht, aber eine Weisheit des Orients gibt es. Die Philosophie als Weisheitsliebe ist hereingekommen in die Welt mit dem Christus; da also haben wir den Einzug der Weisheit aus dem Impuls der Liebe heraus. Durch den Christus-Impuls ist er in die Welt gekommen. Wir müssen nun den Impuls der Liebe anwenden auf die Weisheit selber... Weisheit, die in Liebe getaucht ist, die zugleich die Welt fördert und sie dem Christus zuführt, diese Liebe zur Weisheit schliesst auch die Lüge aus. Denn Lüge ist der Gegensatz der Tatsachen, und wer in Liebe aufgeht innerhalb der Tatsachen, der kennt keine Lüge." So wird der Mensch zur freien Persönlichkeit. Das Böse war der Untergrund, in den das Licht der Liebe hineinscheinen konnte; sie aber ist es, die den Sinn des Bösen, die Stellung des Bösen in der Welt erkennbar macht. Das Licht ist erkennbar geworden durch die Finsternis. "Nur der freie Mensch kann ein rechter Christ werden... Es hieße seine Menschheit verleugnen und die Götter betrügen, wollte man nicht nach Weisheit streben. Jeder Tag und jede Stunde des Jahres ist gut angewendet, wo wir uns klar werden, dass es unsere Menschheitspflicht ist, nach Weisheit zu streben." Hinzu kommt, dass viele den Sinn mancher Organe des Menschen noch nicht verstanden haben und ihnen keine Bedeutung zumessen. So wird oft die Schilddrüse von unwissenden Ärzten entfernt, weil sie als bedeutungsloses Organ angesehen wird.  Nur die Folge davon ist, dass die Anteilnahme, das lebendige Interesse an den Dingen noch weiter untergraben wird; die Menschen werden teilnahmslos gemacht, und zwar so stark, dass sie ihren Verstand nicht anwenden. In diesem Fall werden die Menschen nicht idiotisch, "weil sie nicht denken können, sondern weil ihnen die Möglichkeit fehlt, ein Werkzeug zu haben in bezug auf Aufmerksamkeit für die Umgebung. Sie werden nicht Idioten, weil ihnen etwa Verstand fehlte, sondern weil sie stumpf werden für ihre Umgebung." Beschäftigt man während des neunten, zehnten Lebensjahr das Gedächtnis zu viel im Unterricht, zeigen sich die Folgen dreissig, vierzig Jahr später: "Da wird der Mensch entweder Rheumatiker oder Diabetiker."  Gerade wenn das Gedächtnis zur Unzeit überlastet wird, zeigt sich diese Überlastung des Gedächtnisses im kindlichen Lebensalter später in einer übertriebenen Ablagerung an unrichtigen Stoffwechselprodukten." [11]

Fichte hat mit seinen Ideen, welche aus dem menschlichen Ich heraus, das durchdrungen ist mit allen Gottes- und Geistesimpulsen, eine ganze geistige Welt erschaffen, eine Welt, für welche die physische Welt nur das Material sein soll, um sich zu verwirklichen. Einen der kühnsten philosophisch-spirituellen Versuche sehen wir in der Philosophie des Fichte. Eine Philosophie ist das, die von vornherein davon überzeugt ist, dass der Mensch nicht nur seine fünf Sinne und dazu seinen gewöhnlichen Verstand hat, sondern dass er noch einen höheren Sinn hat, einen Sinn, durch den eine geistige Welt unmittelbar erlebt wird, wodurch sich der Mensch eins weiss mit dem göttlich-geistigen Leben, und sich in der äusseren Wirklichkeit nur ein Material schafft, um in demselben arbeiten zu können. Man möchte sagen: was uns noch in einem dumpfen seelenhaften Streben bei Meister Eckhart, bei Johannes Tauler, ja selbst noch bei Jakob Böhme und Angelus Silesius entgegentritt, das wird lichte Klarheit in der Philosophie Fichtes, lichte Klarheit deshalb, weil hier zwar das Gemüt das tonangebende Element der Seele ist, aber sich klärt zu lichtvollen Ideen, die eine geistige Welt umspannen und bekennen wollen: Im Ich lebt die gesamte geistige Welt. [12]

Wer Johann Gottlieb Fichte oberflächlich betrachtet, könnte denken er sei bloss ein spekulativer Kopf, ein intellektueller Gedankenmensch. Die Sache stellt sich aber anders dar, wenn man auf seine Behandlungsweise der Gedankenwelt sieht. Diese Behandlungsweise ist keineswegs eine bloss spekulative. Sie ist vielmehr eine solche, die vollständig der "okkulten Erfahrung" entspricht. Fichte betrachtet die Gedanken so, wie sie ein "Okkultist" betrachtet. Daher kommt es, dass er selbst durchaus das Bewusstsein hat, ein Leben in höheren Welten zu führen. Für ihn ist seine Weltbetrachtung nicht bloss Spekulation über das, was die gewöhnlichen Sinne geben, sondern er spricht auch aus, dass ein höherer, über diese hinausreichender Sinn dazu notwendig ist. [13] 

"Denke man eine Welt von Blindgeborenen, denen darum allein die Dinge und ihre Verhältnisse bekannt sind, die durch den Sinn der Betastung existieren. Tretet unter diese und redet ihnen von Farben und den andern Verhältnissen, die nur durch das Licht für das Sehen vorhanden sind. Entweder ihr redet ihnen von Nichts, und dies ist das Glücklichere, wenn sie es sagen; denn auf diese Weise werdet ihr bald den Fehler merken und, falls ihr ihnen nicht die Augen zu öffnen vermögt, das vergebliche Reden einstellen... Oder sie wollen aus irgendeinem Grunde Eurer Lehre doch einen Verstand geben: so können sie dieselbe nur verstehen von dem, was ihnen durch die Betastung bekannt ist: sie werden das Licht und die Farben und die anderen Verhältnisse der Sichtbarkeit fühlen wollen, zu fühlen vermeinen, innerhalb des Gefühles irgend etwas sich erkünsteln und anlügen, was sie Farbe nennen. Dann missverstehen, verdrehen, missdeuten sie." - Johann Gottlieb Fichte

"Der neue Sinn ist demnach der Sinn für den Geist; der, für den nur Geist ist und durchaus nichts anderes, und dem auch das Andere, das gegebene Sein, annimmt die Form des Geistes und sich darein verwandelt, dem darum das Sein in seiner eigenen Form in der Tat verschwunden ist.... Es ist mit diesem Sinne gesehen worden, seitdem Menschen da sind, und alles Grosse und Treffliche, was in der Welt ist und welches allein die Menschheit bestehen macht, stammt aus den Gesichten dieses Sinnes. Dass aber dieser Sinn sich selbst gesehen haben sollte in seinem Unterschiede und Gegensatze mit dem anderen gewöhnlichen Sinne, war nicht der Fall. Die Eindrücke der beiden Seiten verschmolzen, das Leben zerfiel ohne Einigungsband in diese zwei Hälten." - Johann Gottlieb Fichte

Die tiefere Grundlage war zu Fichtes Zeit für die tonangebende literarische und gelehrte Diskussion unbekannt. Für die Ausdrucksmittel der damaligen deutschen Philosophie war Fichte der Pfadfinder und Entdecker dieses höheren Sinnes. Daher stellte er auch etwas ganz anderes an den Ausgangspunkt seines Nachdenkens als andere Philosophen. Er verlangte von seinen Studenten und Lesern , dass sie vor allem eine "innere Tat der Seele" vollziehen sollten. Und durch diese innere Handlung sollten sie das wahre Licht des Selbstbewusstseins in sich entzünden. Er ging zwar ähnlich wie Schiller, von der Kantschen Philosophie aus, überflügelte sie aber in bezug auf die Höhe des inneren, geistigen Lebens gleich Schiller, sehr weit. Dass man sich dieses Selbstschöpferische zum Bewusstsein bringe, forderte Fichte für den Ausgangspunkt einer jeglichen geistigen Weltbetrachtung. Bei jeder anderen Erkenntnis kann der Mensch bloss empfangend sein, beim "Ich" muss er Schöpfer sein. Und er kann sein "Ich" nur wahrnehmen, indem er sich "als den Schöpfer dieses Ich anschaut." So verlangt Fichte eine ganz andere Betrachtungsart für das "Ich" als für alle anderen Dinge. So kann der Mensch anfangen durch die in ihm liegenden schlummernden Kräfte höhere Wahrnehmungsorgane aufzubauen. Wer an sich arbeiten will, um die in der Seele schlummernden Fähigkeiten zu entdecken, "dem kann gerade Fichte ein guter Führer sein. Er wird gewahr werden, dass es bei ihm nicht auf den Inhalt seiner Lehre oder seiner Dogmen, sondern auf die Kraft ankommt, die in der Seele wächst, wenn man die Gedankenwege Fichtes hingebungsvoll nachwandelt." Lassen sich die Menschen allerdings abstumpfen und betäuben und lähmen so ihre Geisteskräfte, dann würde das menschliche Seelenleben in einen Zustand kommen, welcher sich vergleichen lässt etwa mit dem, in den man kommen würde, wenn man seine Hände und Arme zwar hätte, aber sie gebunden wären und man mit ihnen nichts leisten könnte. "Kräfte, die der Mensch hat, und mit denen er nichts anfangen kann, wirken auf ihn lähmend. Und durch das immer weiter und weiter um sich greifende Fühlen einer solchen Lähmung gewisser Seelenkräfte würde das menschliche Leben in einen Zustand von Gleichgültigkeit,  ja von völliger Interesselosigkeit kommen gegenüber allem Seelischen, und damit auch gegenüber dem religiösen Empfinden." Vorboten der Gleichgültigkeit gegenüber dem religiösen Leben waren schon im 19. Jahrhundert deutlich zu beobachten gewesen. Auch heute gibt es noch Zahlreiche Wissenschaftler und Publizisten, die glauben, aus der Naturwissenschaft heraus die Fragen des geistigen Lebens beantworten zu können. Wenn der menschliche Sinn einseitig auf "dieses Naturwissenschaftliche gerichtet ist, dann verliert der Mensch den Zusammenhang mit dem geistigen Leben."  [14]
"Die meisten Menschen würden leichter dahin zu bringen sein, sich für ein Stück Lava im Monde als für ein Ich zu halten... Wer hierüber noch nicht einig mit sich selbst ist, der versteht keine gründliche Philosophie, und er bedarf keine. Die Natur, deren Maschine er ist, wird ihn schon ohne all sein Zutun in allen Geschäften leiten, die er auszuführen hat. Zum Philosophieren gehört Selbstständigkeit: und diese kann man sich nur selbst geben. - Wir wollen nicht ohne Auge sehen wollen; aber sollen auch nicht behaupten, dass das Auge sehe." - Johann Gottlieb Fichte
Durch klare Gedanken fördert der Mensch die allgemeine Gesundheit, deshalb ist es von größter Wichtigkeit, uns immer zu sammeln und uns an guten, klaren Gedanken zu üben. Ehrlichkeit im Denken, Zuhören in der Gesinnung hält üble Einflüsse ab. Edle Gefühle zum Beispiel haben einen positiven Einfluss auf den Cylussaft, lautere Absichten auf das Sinnes-Nerven-System. Die Zuckerkrankheit hängt auch zusammen mit dem Überhandnehmen des Egoismus. Lüge, Heuchelei und Verleumdung dagegen haben einen negativen Einfluss auf die Gesundheit und locken Wesenheiten an, "die nun keinesfalls in besonders günstiger Weise auf den Menschen einwirken; denn sie haben in gewisser Beziehung intelligente Eigenschaften und keine moralische Verantwortlichkeit. Sie fristen ihr Dasein damit, dass sie den Menschen in ihrem Leben Hindernisse in den Weg legen, viel mehr Hindernisse als dasjenige ist, was man Bakterien nennt. Es findet sogar noch etwas anderes statt. In solchen Wesen sind wichtige Krankheitserreger zu suchen; denn wenn diese Phantome geschaffen sind durch den Menschen, dann finden sie in Bazillen und Bakterien eine sehr gute Gelegenheit zu ihrem Dasein, sie finden sozusagen Nahrung darinnen. All dies wird gefördert, wenn man dem anderen einen falschen Radschlag aufzwingt, Vorurteile fasst, die nicht genügend begründet sind, den Menschen überredet, so dass man seine Seele so behandelt, dass man ihm nicht die Zustimmung überlässt, sondern ihn sozusagen zwangsmäßig zu einer Überzeugung treibt, der man selbst fanatisch zugetan ist - eine Methode, die nicht nur im Islam und den entsprechenden Koranschulen praktiziert wird, sondern auch an Staatsschulen. "Es wäre schlimm für die Menschheit, wenn man noch lange weiter eine solche Pseudowissenschaft betreiben würde, in der man durch Tranchieren die Wahrheit finden will. Es ist die verfälschteste Wahrheit, die man durch Anatomie finden kann." [15]

Anmerkungen

[1] Siehe Kurse Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung, Nr. 543 Deutscher Idealismus. Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Science Review Letters 2016, 15, Nr. 702 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 109, p. 9; vgl. Anm. 1 und Kurse Nr. 505 Schopenhauer, Nr. 512 Novalis, Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie
[3] Siehe auch Alexander von Humboldt in den Kursen Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung, Nr. 506 Wladimir Solowjew: Europa im 21. Jahrhundert, Nr. 553 Friedrich Schiller und Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie
[4] "Die Züchtigung soll den Kindern zur Arznei dienen, was würden wir aber von einem Arzte sagen, dass Hass und Zorn wider seinen Kranken haben wollte" (Montaigne). Eine Erziehung beispielsweise durch muslimische Kindergärtnerinnen und LehrerInnen übt a priori einen wenig heilsamen Einfluss auf die Kinder aus, was letztlich mit der heilsgeschichtlichen Verheissung zusammenhängt, die auf das Christentum, nicht aber auf den Islam übergegangen ist. In grün-sozialistisch regierten Bundesländern wie Niedersachsen dürfen Lehrer und Erzieher sogar muslimische Devotionalien tragen, Umweltgruppen wie der BUND Kinder und Jugendliche ohne Erlaubnis der Eltern in Moscheen einschleusen. Im Hannoveraner Landtag soll über einen Antrag beraten werden, in dem es darum geht, in Niedersachsen dereinst auch eine Abiturprüfung in Arabisch oder Türkisch abzulegen. An Kritik mangelt es verständlicherweise nicht. Es sei das falsche politische Signal, und es bestehe die Gefahr, dass Muslime dann noch mehr in ihrer Sprachwelt verharren. Bezüglich der angedachten zweisprachigen Kitas: "Wir wollen keine Kitas, in denen ganz offiziell neben Deutsch auch hauptsächlich Arabisch gesprochen wird." Es ist klar, dass solche Kitas weder zur Erziehung taugen, noch zur Integration beitragen. (Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 175, p. 10)   Siehe auch Anmerk. 3
[5] Vgl. Sloterdijk (2008) und Kurse Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung, Nr. 543 Deutscher Idealismus, Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences, Nr. 531 Plato. Akademie der Kunst und Philosophie
[6] 1. Kor. 15, 21ff. Siehe auch Anm. 3 und Kurse, Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie, Nr. 510 Schelling - Philosophie der Offenbarung, Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 512 Novalis, Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 509 Philosophie der Freiheit. Akademie der Kunst und Philosophie 
[7] Vgl. Anm. 5; Science Review Letters 2017, 16, Nr. 855; Zu Kant, Hume, Mach, Avenarius, Bolschwismus, Marxismus vgl. Störing (1987) und Rudolf Steiner: Die Sendung Michaels. Die Offenbarung der eigentlichen Geheimnisse des Menschenwesens. 12 Vorträge 1919, GA 194. Dornach/Schweiz 1962/1983; Ders.: Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt. 16 Vorträge 1910, GA 118. Ib. 2002; Zur Behandlung von Depressionen und Psychose vgl. Zentrum für natürliche Bienentherapie 2017: Depression, Psychose und Bienentherapie. Presse-Mitteilung sowie Kurse Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 550 Dostojewskij. Akademie der Kunst und Philosophie 
[8] Ib.
[9] Zum Beispiel etwas vom Engelsfürsten Michael, der gewissermaßen der Statthalter Jahves in früheren Zeiten war und der nun durch jene Funktionen, die er 1879 übertragen erhalten hat, der Statthalter des Christus ist, des Christus-Impulses, der darauf hinausläuft, an die Stelle der bloß matürlichen Blutsbande geistige Bande unter den Menschen zu schaffen. "Denn nur durch geistige Zusammengehörigkeitsbande wird in das Niedergehende, das ganz naturgemäß ist, Fortschreitendes hineinkommen." Zu glauben, man könnte mit überholten und abstrakten Idealen fortleben, ist gerade so gescheit, wie zu glauben, dass der Mensch sein ganzes Leben hindurch buchstabieren lernen soll. Ebenso gescheit wäre es, wenn man in der Zukunft davon reden wollte, dass über die Erde hin eine soziale Struktur sich ausbreiten soll auf Grundlage der Blutszusammengehörigkeit der Völker. Das wäre aber "zu gleicher Zeit Ahrimanismus, das ist Geist der Finsternis." Vgl. Anm. 1 und Rudolf Steiner: Die spitituellen Hintergründe der äusseren Welt. Der Sturz der Geister der Finsterniss. GA 177, vierzehn Vorträge 1917, Dornach/Schweiz 1966/1985; Ders.: Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts. GA 171, sechzehn Vorträge 1916. Ib. 1916/1984; vgl. auch Kurse Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 512 Novalis, Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie
[10] Was sind die Spiegelbilder dessen, was ein Mensch im Laufe seines Lebens für Handlungen begangen hat? Von den Handlungen, deren Gedanken größer sind als die Ausführung, das heisst die wir aus Idealismus begehen, bleiben "Spiegelbilder im Astralleib zurück, die sich wieder auf den Ätherleib fortsetzen." Es ist ein großer Unterschied zwischen den Spiegelbildern von Handlungen, die aus Instinkten, Trieben, Leidenschaften und so weiter herrüren, und den Spiegelbildern von Handlungen, die wir aus Idealismus begehen: alle Spiegelbilder ersterer Art haben etwas "für unser ganzen Leben in gewisser Beziehung Zerstörerisches. Sie sind diejenigen Bilder und Einschlüsse unseres Astralleibes, die nach und nach so auf unser ganzes menschliches Wesen zurückwirken, dass sie dieses menschliche Wesen eigentlich, man möchte sagen, langsam aufzehren." Die Spiegelbilder dagegen, die aus dem entspringen, was aus unseren Gedanken hinüber geht über unsere Handlungen, etwas Belebendes haben. "Sie sind für den Ätherleib in ganz besonderem Maße anregend, denn sie sind diejenigen, welche fortwährend neue belebende Kräfte in unser ganzes Menschenwesen hineinbringen." Vgl. Steiner, R.: Exkurse in das Gebiet des Markus-Evangeliums. GA 124, dreizehn Vorträge 1910-1911. Ib. 1999; Ders. Erfahrungen des Übersinnlichen. Die drei Wege der Seele zu Christus. GA 143, vierzehn Vorträge 1912. Ib. 1998; Ders.: Menschenwesen, Menschenschicksal und Welt-Entwicklung. GA 226, sieben Vorträge 1923. Ib. 1988; Ders.: Philosophie. Gesammelte Aufsätze 1904-1923, GA 35. Ib. 1984; Ders.: Aus schicksaltragender Zeit. GA 64, vierzehn Vorträge 1914-1915. Ib. 1959; Ders.: Natur- und Geistwesen - ihr Wirken in unserer sichtbaren Welt. Hörernotizen von 18 Vorträgen 1907-1908. GA 98. Ib. 1999 sowie Science Review Letters 2017, 16, Nr. 856; zu Anti-Aging und Schönheitskuren vgl. Zentrum für natürliche Bienentherapie 2017: Anti-Aging. Presse-Mitteilung; Ders. 2017: Beauty. Ib.; zu Schilddrüsenerkrankungen vgl. Ders. 2017: Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis und die Bienentherapie. Ib.; zu rheumatischen Erkrankungen vgl. Ders. 2017: Rheuma und die Bienentherapie. Ib; zu Diabetes vgl. Ders. 2016: Diabetes mellitus und Bienentherapie. Ib.zu Krankheiten des Nervensystems vgl.: Ders. 2017 Multiple Sklerose und Bienentherapie. Ib.; Ders.: Parkinson und Bienentherapie.Ib; zu Krankheiten des Verdauungstraktes vgl. Ders.2017: Morbus Crohn und Bienentherapie. Ib;  zum Idealismus vgl. Anm. 1 und Kurse Nr. 553 Friedrich Schiller , Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie, Nr. 510 Schelling - Philosophie der Offenbarung, Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 509 Philosophie der Freiheit. Akademie der Kunst und Philosophie 
[11] Ib.
[12] Ib.
[13] Ib.
[14] Ib.; vgl. Anm. 7
[15] Ib. Vgl. auch Kurs Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie. Akademie der Kunst und Philosophie
 
 

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Letzte Bearbeitung:11.12.2017