Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences

 


 

Kurs Nr. 558

Calderon de la Barca - Poet und Philosoph


"Wär' es gut, daß man zu Ställen
Die Kapellen dort verstörte,
Die Altäre drin zu Krippen?
Und, wenn sie sich dem entzögen,
Daß sie zu Moscheen würden?
Hier versagen mir die Töne,
Hier gebricht es mir an Atem,
Hier beklemmt der Gram mich tödlich;
Denn, wenn ich es denke schon,
Ist's, als ob das Herz mir börste,
Sträubt mein Haar sich auf dem Haupte,
Und es bebt der ganze Körper.
Denn in Ställen und in Krippen,
Nicht zum erstenmal, schon öfter
Hätte Gott als Gast gewohnt;
Aber als Moscheen gewönnen
Wir an ihnen eine Denkschrift,
Zu unsterblichem Erröten,
Lautend so: Hier hatte Gott
Wohnung, und um sie dem Bösen
Einzuräumen, weigern jetzt sie
Ihm die Christen"  - Calderon de la Barca
 

 


 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:

Die Mauren bestürmten die Stadt Ceuta damals nicht als Flüchtlinge, sondern sie wollten die christianisierte Stadt zurückerobern und die Geissel der Menschheit, den Islam ("Mahoms Geißel"), dort wieder einführen:
 

"Dein Befehl war, daß ich nahen
Der berühmten Stadt mich sollte,
Die Elisa hieß vor Zeiten,
Jener, die erbaut am Thore
Des herkul'schen Sundes stehet
Und den Namen hergenommen
Hat von Ceydo, welches, Ceuta
Vom Arabischen verdolmetscht,
Auf hebräisch Schönheit heißet,
Und sie prangt am schönsten Orte;
Jener endlich, die der Himmel
Hat entrissen deiner Krone,
Wohl nach unsers großen Mahoms,
Des Propheten, bill'gem Zorne;
Und zur Schmach für unsre Waffen
Müssen wir nun sehn, daß dorten
Portugiesische Paniere
Auf den Türmen sind erhoben,
Allzeit vor den Augen habend
Eine Schranke, welche spottet
Unsers Ruhmes; einen Zügel,
Der zurückhält unser Trotzen;
Einen Kaukasus, der deiner
Siege Nil in seinem Strome
Aufhält und, dazwischen tretend,
Spaniens Zugang uns verschlossen.
Also hatt' ich den Befehl:
All ihr Bollwerk auszuforschen
Ganz genau, um dir zu melden,
Wie gestaltet und geordnet
Sie es hat und wie du kannst,
Sparend so Gefahr als Kosten,
Diesen Krieg anfangen. Möge
Dir den Sieg des Himmels Sorge
Samt der Herstellung verleihn!
Zwar ein größres Unglück, drohend,
Schafft Verzug; denn ich bezweifle,
Ob dies jetzt wird unternommen,
Da ein andres Unternehmen
Dringender dich ruft und fordert:
Weil das Heer, das wider Ceutas
Große Macht du hast geworben,
Eilen muß zu Tangers Schutz,
Welches wehklagt, schon bedrohet
Von der gleichen Not und Plage,
Gleichem Fall und gleichem Hohne.
Ich erfuhr's, weil ich zur See,
Um die Stund' an einem Morgen,
Wo, die westlich ruhnden Schatten
Scheuchend vor sich her, die Sonne,
Halb im Schlaf noch, blonde Haare
Auf Jasminen und auf Rosen
Breitet, die mit goldnem Tuche
Der Aurora Thränen trocknen,
Welche, Feu'r und Schnee, in Perlen
Vor der Sonne Blick zerronnen,
Fern auf den Gewässern sah
Eine starke Kriegesflotte
Angeschwommen, obwohl damals
Der erstarrte Blick nicht konnte
Sich entscheiden, ob's ihm Felsen
Oder Schiffe scheinen sollten.
Denn, so wie auf Schildereien,
Durch des Pinsels Kunst verschmolzen,
Hintergründe, weite Fernen,
In zweideut'ger Aussicht offen,
Bald wie Berg' erscheinen, bald
Sich wie stolze Städt' erhoben,
Weil der Abstand unerhörte
Wunderdinge allzeit formet:
So auch, auf der blauen Landschaft
Lichter, Schatten, hingeworfen,
Machten, Meer und Himmel mischend,
Mit den Wolken und den Wogen
Tausend Täuschungen dem Blick,
Der, begierig jetzo forschend,
Nur die Massen noch bemerkte
Und nicht unterschied die Formen.
Erstlich schien uns, da wir sahn,
Wie den Himmel ihre obern
Spitzen rührten, Wolken wären's,
Derer, die, aufs Meer gezogen,
In Saphir empfangen Regen
In Kristall gebären wollen;
Und wir dachten so mit Recht,
Denn das Meer schien ja gesonnen,
Einzuschärfen den unzähl'gen
Schwarm bis auf den letzten Tropfen.
Bald von Meeres-Ungeheuern
Schien es eine irr'nde Horde,
Die, Neptunen zu begleiten,
Kam' aus ihren tiefen Grotten:
Denn, wie ihre Segel wallten,
Spielend mit des Windes Odem,
Glaubten wir, sie ließen wallen
Auf den Fluten ihre Flossen.
Nun uns näher schon erschien es
Ein gewalt'ges Babylonien,
Dessen Hangegärten waren
Wimpel, sich dem Wind' entrollend.
Endlich aus dem Trug gerissen,
Hatte das Gesicht als Flotte
Sie erkannt schon, denn wir sahn,
Wie die Schnäbel Furchen zogen,
Wovon die geschlagnen Schäume,
Kräuselnd sich in sich verworren,
Berg' aus Silber aufgeschichtet,
Felsen aus Kristall erschwollen.
Ich, so viele Feind' entdeckend,
Wandte mich vor ihrem Toben:
Denn zu fliehn gehörig wissen
Hat oft auch für Sieg gegolten.
Und so nahm, als der ich dieser
Meere kund'ger war, im Porte
Einer Bucht ich meine Zuflucht,
Wo ich widerstehen konnte,
In der Schutzwehr und dem Schirme
Zweier Hügel, solcher großen
Macht gewalt'gem Ungestüm,
Die Meer, Erd' und Himmel trotzet....

Eduard von Portugal,
Dessen Siegerruhm frohlockend
Auf den Schwingen röm'scher Adler
Fliegen wird durch alle Zonen,
Schickt Enrique und Fernando,
Seiner Brüder Paar, die Glorie
Des Jahrhunderts, das sie siehet
Prangend in des Sieges Kronen.
Sie sind Ordensmeister Christi
Und Avis, mit weißem Borde,
Zieren Kreuze beider Brust,
Dem ein grünes, dem ein rotes.
Vierzehntausend Portugiesen
Sind's, die stehn in ihrem Solde,
Hoher Herr, die nicht gerechnet,
Die mitziehn auf eigne Kosten.
Tausend sind der starken Pferde,
Wohl versehn vom span'schen Stolze
Tigern gleich mit bunten Decken,
Luchsen gleich mit leichten Sohlen.
Angelangt in Tanger müssen
Sie schon sein und diesen Morgen,
Wo nicht seinen Sand betreten,
Wenigstens sein Meer durchwogen.
Ziehn wir aus, es zu verteid'gen,
Waffne, Herr, dich selbst im Zorne,
Daß in deinem tapfern Arme
Mahoms Geißel werd' erhoben,
Und das reichste Blatt von allen
Aus des Todes Buch entrolle." [17] - Calderon
 

Gleichzeitig landen an der Seeküste bei Tanger die Portugiesen, "Ordensmeister Christi". Doch sie geraten in einen Hinterhalt und werden gefangen: "Denn ein Unglück, noch so groß, wird durch Weisheit überwunden. Duldet denn zu ihrem Ruhme, was die Zeit will und das Glücke!"

Die von den Mauren versklavten Christen ("das harte Joch dieser Sklaven") schöpfen Hoffnung: "Durch dein Leben, Herr, wird Heil unsrer Sklaverei zu teil." Als Lösegeld soll die Stadt Ceuta an die Mauren fallen.

Was christlichen Städten blüht, wenn sie von Muslimen übernommen werden, ist aus der Geschichte nur allzu gut bekannt. Kirchen werden entweiht ("um sie dem Bösen
Einzuräumen") und zu Ställen oder Moscheen umfunktioniert, Kinder werden in Koranschulen gesteckt und erhalten eine "falsche Lehre"; letztlich würde es für Christen den Beginn "elender Sklaverei" bedeuten: " Und daß, sich der Kirch' empörend, Ihre Monde spielen dürften der Verfinsterung Tragödien? Wär' es gut, daß man zu Ställen die Kapellen dort verstörte, die Altäre drin zu Krippen? Und, wenn sie sich dem entzögen, daß sie zu Moscheen würden? Hier versagen mir die Töne, hier gebricht es mir an Atem, hier beklemmt der Gram mich tödlich; Denn, wenn ich es denke schon, ist's, als ob das Herz mir börste, sträubt mein Haar sich auf dem Haupte, und es bebt der ganze Körper." [17]

 
"Fernando:  Nicht weiter! Höre
Auf, Enrique! Denn dies sind
Worte, die unwürdig tönen,
Nicht nur eines Kron-Infanten
Portugals und der erhöhet
Ward zu Christus' Ordensmeister,
Nein, sie wären's eines schnöden
Wilden, den der ew'ge Glaube
Nie erleuchtet des Erlösers.
Wenn mein Bruder, jetzt im Himmel,
Auch im Testamente förmlich
Dies bedingt, geschah es nicht,
Daß man demgemäß beschlösse,
Sondern bloß, um zu bezeugen,
Daß er wünsche mich zu lösen.
Und dies suche man durch andre
Weg' und Mittel zu befördern.
Sei'n sie mild nun, oder feindlich.
Denn, wenn er befiehlt, man möge
Ceuta geben, heißt dies nur:
Ringt darnach aufs allerhöchste.
Denn, wie wär's, wie wär's zu denken,
Daß ein echt kathol'scher König
Uebergäb' an einen Mohren
Eine Stadt, um die verströmet
Ward sein Blut, da er der erste
War, der ihrer Zinnen Höhe,
Bloß bewehrt mit Tartsch' und Degen,
Selbst mit den fünf Schildlein krönte?
Und dies ist noch das Geringste:
Eine Stadt, die Gott den Schöpfer
Auf kathol'sche Weis' erkennt,
Die durch Kirchen wird verschönert,
Welche Lieb und Ehrerbietung
Seinem Dienste hat geöffnet:
Wär' es ein katholisch Thun,
Wär' es Eifer für das Frömmste,
Wär' es christliches Erbarmen,
Wär' es portugies'sche Größe,
Daß die Atlasse der Sphären,
Jene Tempel für den Höchsten,
An der Stelle goldner Lichter,
Welche jetzt die Sonne rötet,
Ottoman'sche Schatten sähen
Und daß, sich der Kirch' empörend,
Ihre Monde spielen dürften
Der Verfinsterung Tragödien?
Wär' es gut, daß man zu Ställen
Die Kapellen dort verstörte,
Die Altäre drin zu Krippen?
Und, wenn sie sich dem entzögen,
Daß sie zu Moscheen würden?
Hier versagen mir die Töne,
Hier gebricht es mir an Atem,
Hier beklemmt der Gram mich tödlich;
Denn, wenn ich es denke schon,
Ist's, als ob das Herz mir börste,
Sträubt mein Haar sich auf dem Haupte,
Und es bebt der ganze Körper.
Denn in Ställen und in Krippen,
Nicht zum erstenmal, schon öfter
Hätte Gott als Gast gewohnt;
Aber als Moscheen gewönnen
Wir an ihnen eine Denkschrift,
Zu unsterblichem Erröten,
Lautend so: Hier hatte Gott
Wohnung, und um sie dem Bösen
Einzuräumen, weigern jetzt sie
Ihm die Christen. Nicht erhöret
Ist's ja, menschlich nur zu reden,
Daß man, irgend wen zu höhnen,
Eindringt in sein Haus; wär's billig,
Daß eindränge, Gott zu höhnen,
In sein eignes Haus das Laster
Und daß wir dazu ihm böten
Das Geleit, daß wir sogar
Selber würden seine Pförtner
Und, es drinnen zu bewahren,
Gott verjagten, aus ihn schlössen?
Die Kathol'schen, die dort wohnen
Mit Familien und Vermögen,
Würden leicht dem Glauben untreu,
Nur damit sie's nicht verlören.
Wär' es wohl von uns gethan,
Diese Sünde zu befördern
Durch Gelegenheit? Wär's billig,
Daß der Christen zarte Söhne,
Welche dort erwachsen, zeitig
Von den Mohren zugewöhnet
Ihren Sitten und Gebräuchen,
Ein die falsche Lehre sögen?
In elender Sklaverei,
Wär' es billig, zu ertöten
So manch Leben dort, um eines,
Worauf nichts beruht, zu lösen?
Wer bin ich? mehr als ein Mensch?
Wenn's die Zahl ersetzen könnte,
Ein Infant zu sein: Gefangner
Bin ich jetzt, der Standeshöhe
Ist ein Sklave nicht empfänglich;
Ich bin's, so daß sich betröge,
Wer Infant mich nennen wollte.
Bin ich's nicht, wer wohl geböte,
Daß das Leben eines Sklaven
Solchen hohen Kaufpreis gölte?
Sterben heißt das Sein verlieren,
Ich verlor's im Schlachtgetöse;
Ich verlor das Sein, so starb ich;
Starb, so hieß' es nun ja thöricht
Handeln, wenn um einen Toten
So viel Leben würd' ertötet.
Und so soll die eitle Vollmacht,
Jetzt in Stücke ganz zerbröckelt,
Nur wie Stäubchen in der Sonne,
Nur im Feu'r wie Funken stöbern. (Er zerreißt die Vollmacht.)
Doch nein, ich verschlinge sie,
Daß kein Buchstab bleiben möge,
Der der Welt verrat', es habe
Lusitan'sche Heldengröße
Dies gewollt. Ich bin dein Sklav:
Ueber meine Freiheit, König,
Schalte nun, ich will sie nicht,
Noch auch kann sie mir gehören;
Kehr', Enrique, heim und sage,
Daß mir Afrika Grabhöhle
Sei geworden, denn mein Leben
Will ich, Tod zu scheinen, nöt'gen;
Christen, tot ist euch Fernando;
Mohren, euch als Sklav gehör' ich;
Christensklaven, ein Genosse
Fügt sich heut zu euren Nöten;
Himmel, deine heil'gen Kirchen
Läßt ein Mensch dir wieder öffnen;
Meer, ein Unglückseliger schwellet
Dir mit Thränen deine Ströme;
Berg', ein Trauriger bewohnt euch,
Gleich dem Wild in eurer Oede;
Wind', ein Armer überladet
Eure Region mit Stöhnen;
Erd', ein Leichnam gräbt sich heute
Seine Gruft in deinen Höhlen;
König, Bruder, Mohren, Christen,
Sonne, Mond und Sterngewölbe,
Himmel, Erde, Meer und Winde,
Wild und Berg', ihr alle höret's!
Ein standhafter Prinz befestigt
In Bedrängnissen und Nöten
Heute den kathol'schen Glauben,
Ehret das Gesetz des Höchsten.
Denn, gäb's keinen andern Grund,
Als daß Ceuta ward verschönert
Durch die Weisung einer Kirche
Der Empfängnis, rein und göttlich,
Jener Königin und Herrin,
Die so Erd' als Himmel krönet:
Gern wollt' ich, so wahr sie lebet,
Tausend Leben drum verströmen." [17] - Calderon
Die Bedeutung des Christentum wird von Muslimen nicht verstanden; sie halten an ihrer "falschen Lehre" fest, obwohl mittlerweile klar ist, dass unter islamischer Führung kein Staat errichtet werden kann, allenfalls können sie mit "Mahoms Geißel" Terror in christliche Gebiete tragen. [1][2][3][4][5][6][7][8][9][10][11][12][13][14][15][16][17][18][19][20][21] 

Muslime verstehen nicht, warum man christliche Städte nicht erobern darf: "Warum Ceuta mir nicht öffnen?" Christliche Städte und Einrichtungen stehen unter höherem Schutz: "Weil es Gottes ist... Was recht ist, sagt der Himmel, darin möge seinem Herrn der Sklav gehorchen; aber wenn der Herr beföhle seinem Sklaven Böses thun, wär' er nicht durch Pflicht genöt'get, zu gehorchen, denn wenn jener Böses fordert, thut er Böses." [17]

Was die versklavten Christen in muslimischen Ländern erleiden mussten: "Sei dieser Sklav all den andern ohne Zögern völlig gleich gestellt: legt Ketten um den Hals ihm und die Knöchel, in den Ställen soll er dienen und im Garten und den Höfen, so wie alle schlecht gehalten; Nicht mehr trag' er seidne Röcke, sondern dürft'ge grobe Zeuge, sei mit schwarzem Brot beköst'get und zum Trunk mit salz'gem Wasser, schlaf' in feuchten dunkeln Löchern; Welcher Spruch auch seine Diener und Vasallen gelten möge. Schafft sie alle fort." [17]

Die Christen bleiben standhaft und spotten: "Mohren, laßt euch doch erflehen, einem Armen beizustehen, daß er kann den Hunger stillen, um des heil'gen großen Zehen des Propheten Mahom willen." [17]

Prinz Fernando lässt sich nicht beirren: "So werde Gift'ge Wut, zerstiebt in Pulver, und erschöpfe dich; denn ich, ob ich noch mehr Qualen dulde, ob ich noch mehr Härte sehe, ob ich noch mehr klag' im Drucke, ob ich noch mehr Not erlebe, ob ich fühle noch mehr Bußen, ob ich noch mehr Hunger leide, ob den Leib schon diese Lumpen nicht bedecken und ich Wohnung hier nur find' im alten Wuste: Doch im Glauben fest verharr' ich, weil er Sonn' ist, die mir funkelt, weil er Licht ist, das mich leitet, Lorbeer, der mir dient zum Ruhme. Nicht die Kirche sollst du, mich magst du führen im Triumphe: Gott wird meine Sache schützen, da ich seiner stritt zum Schutze." [17]

Bald wird Hilfe für die Christen kommen und der Maurenkönig bestraft: "Bald wird deine Strafe kommen, denn auf Feldern und Gestaden kann ich schon erspähn von hier meine christlichen Standarten." [17]

Rom war die wichtigste "Herberge und Asyl der Christenheit", jene Stadt, auf "sieben Bergen eine Hydra schier von Stein, weil sie sieben Häupter zählet" [17]
 

In der Religion der Christen
Wuchs ich auf, so wohl belehret,
Daß ich gern, sie zu verteid'gen,
Opfre tausendmal das Leben.
Jüngling war ich, als in Rom
Heimlich ankam der verständ'ge
Alexander, unser Papst,
Der den apostol'schen Sessel
Inne hatt', allein nicht hatte,
Wo er hin ihn konnte stellen;
Denn dieweil die Tyrannei
Der grausamen Götzenknechte
Löschet ihren Durst mit Blute,
Welches sie entzieht den Märtrern,
Muß die erstgeborne Kirche
Ihre Söhne jetzt verbergen,
Nicht, weil sie zu sterben weigern,
Nicht, weil sie der Marter beben,
Sondern daß nicht auf einmal
Allesamt sie der Rebellen
Wut vertilg' und nach der Kirche
Untergang es keinen gebe,
Der die Heiden unterrichte,
Ihnen pred'ge, sie belehre.
Nun, nach Rom kam Alexander,
Und ich, der mit gläub'gem Sehnen
Heimlich ihn besucht', empfing
Seinen Segen und aus gnädiger
Hand die heil'gen Orden alle,
Deren Würde selbst der Engel
Neid erregt; denn ihr Besitz
Ist ein Vorrecht nur des Menschen.
Mir befahl der Papst, ich solle
Mich gen Antiochia wenden,
Um dort im Geheimen Christi
Wort zu pred'gen. Dem Befehle
Folgsam und so vieler Völker
Roher Willkür preis mich gebend,
Zog ich schnell gen Antiochia" [17] Calderon
Die Christen in muslimischen Ländern sind immer wieder konfrontiert mit dem "Abscheu jener Heiden vor dem Glauben an den Christ, den als meinen Gott ich preise" [17]
 
 
 

_________________
[1] Weitere Literatur in Kurs Nr. 554 Friedrich Hölderlin. Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Weitere Literatur in Kurs Nr. 545 Sittenlehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[3] Weitere Literatur in Kurs Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung. Akademie der Kunst und Philosophie
[4] Weitere Literatur in Kurs Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences. Akademie der Kunst und Philosophie
[5] Weitere Literatur in Kurs Nr. 544 Staats- und Rechtslehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[6] Weitere Literatur in Kurs Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Akademie der Kunst und Philosophie
[7] Weitere Literatur in Kurs Nr. 512 Novalis: Christenheit oder Europa. Akademie der Kunst und Philosophie
[8] Weitere Literatur in Kurs Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion - Philosophy of Science, Art and Religion. Akademie der Kunst und Philosophie / Academy of Sciences
[9] Weitere Literatur in Kurs Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung. Akademie der Kunst und Philosophie
[10] Weitere Literatur in Kurs Nr. 509 Philosophie der Freiheit. Akademie der Kunst und Philosophie
[11] Weitere Literatur in Kurs Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie. Akademie der Kunst und Philosophie
[12] Weitere Literatur in Kurs Nr. 552 William Shakespeare. Akademie der Kunst und Philosophie
[13] Weitere Literatur in Kurs Nr. 506 Wladimir Solowjew: Europa im 21. Jahrhundert. Akademie der Kunst und Philosophie
[14] Weitere Literatur in Kurs Nr. 505 Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Akademie der Kunst und Philosophie
[15] Weitere Literatur in: Kurs Nr. 556 - Torquato Tasso. Akademie der Kunst und Philosophie
[16] Weitere Literatur in: Kurs Nr. 557 - Ariosto. Akademie der Kunst und Philosophie
[17] Weitere Literatur in: Kurs Nr. 558 - Calderon. Akademie der Kunst und Philosophie
[18] Weitere Literatur in: Kurs Nr. 559 - Wolfram von Eschenbach. Akademie der Kunst und Philosophie
[19] Weitere Literatur in Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance in Italien
[20] Weitere Literatur in Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur in Frankreich
[21] Weitere Literatur in Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik
 
 

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Letzte Bearbeitung:21.03.2016