Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

Kurs Nr. 326 (Studienfahrt)

Kunst und Architektur der Renaissance


Architecture de la renaissance par excellence

Diese Studienfahrt führt uns nach Italien, dem Zentrum der Kunst und  Architektur der Renaissance in Europa 


 

 
 
 
 
 

 

Diese Studienfahrt führt uns nach Italien, dem Zentrum der Kunst und  Architektur der Renaissance in Europa (Genauere Infos für Mitglieder und eingeschriebene Studenten. Auch als Einleitung für Nr. 327

Das Eindringen der gothischen Architektur und des mit ihr verbundenen Studiums der nordisch-einheimischen Natur in Italien war der befruchtende Funken, der neues Leben in die Auffassung der antiken Formen brigen sollte. Ihre Aufnahme und sofortige Umbildung durch die Meister des Florentiner Doms, von Arnolfo di Lapo bis zu Orcagna, Giovanni di Lapo Ghini und Brunellesco, bildeten das erste lebendige Bündnis zwischen Antike und Gothik, bereits zum Geiste der Renaissance gehörig. [1]

Nach Dr. Heinrich Baron von Geymüller, Architekt und Mitglied des Institut de France in Paris, sei "die Renaissance - die kirchliche, wie die profane - das grösste Ereignis der Weltgeschichte seit Entstehung des Christentums, tatsächlich auch architektonisch ein Ereignis von gleicher Bedeutung." [2]
 

"Die damalige Architektur Frankreichs ist das Ergebnis des innigsten Bundes, der zwischen den zwei reifsten und edelsten Stilen der Christenheit, der französischen Gothik und der italienischen Renaissance, je geschaffen wurde." [3]


Woran lässt sich die Bedeutung der Renaissance für die Länder Europas erkennen? Es hat in diesen Ländern einen enormen Aufschwung in Kunst und Wissenschaft gegeben, der bis heute nachwirkt. Davon nicht betroffen waren allerdings die Länder, die zu dieser Zeit noch von den Osmanen besetzt waren wie zum Beispiel Griechenland und alle heutigen muslimischen Länder. Die muslimischen Osmanen in den besetzten Gebieten verhinderten jegliche Entwicklung in Kunst und Wissenschaft. Die Folgen beschreibt Heinz A. Richter so: 

 
"Alle Staaten Südosteuropas mit Ausnahme Zyperns leiden mehr oder weniger stark unter dem osmanischen Erbe des Klientelismus. Als im Europa der Renaissance die allgemeine Modernisierung begann, verschwand der Südosten des Kontinents gewissermaßen hinter einem eisernen Vorhang. Die osmanische Herrschaft, die in großen Teilen Griechenlands und des Balkans von der Mitte des 15. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts dauerte, veränderte diese Länder stark: Eine der ersten Maßnahmen der neuen Herrscher war die Vernichtung der alten Aristokratie, da diese die Führung in Aufständen hätte übernehmen können. Als lokale Führungskräfte blieben nur die ursprünglich gewählten Dorfbürgermeister übrig, die sogenannten Muchtare, die die osmanische Regierung vor Ort vertraten. Dadurch erhielten die Muchtare eine doppelte Funktion: Sie wurden zu Führern und Beschützern der örtlichen Bevölkerung, zugleich aber zu Objekten osmanischer Repression, sollte in ihrem Verantwortungsbereich etwas schiefgehen. Aus ihrer Funktion als Beschützer gewannen die Muchtare in den Augen der Beschützten Prestige und Macht. Als Gegenleistung erwarteten sie von ihren Hintersassen Loyalität. Die Osmanen belohnten treue Dienste, und so wurden die lokalen Notabeln im Lauf der Zeit wohlhabend. Das Abhängigkeitsverhältnis zwischen den örtlichen Bauern und ihrem Patron existierte im ganzen Osmanischen Reich und wird als Muchtar-System bezeichnet. Es ist der historische Ursprung des heutigen Klientelsystems. Die osmanische Herrschaft führte dazu, dass die Griechen den Staat nur als Ausbeuter erlebten. Während in Westeuropa ein selbstbewusstes Bürgertum entstand, das sich mit dem eigenen Staatswesen identifizierte, war der Staat für die Griechen gleichbedeutend mit Fremdherrschaft, gegen die es sich zu wehren galt und die man hasste. Steuervermeidung und Diebstahl staatlichen Eigentums waren typische Abwehrreaktionen. Diese Einstellung gegenüber dem Staat wirkt bis heute fort." [4]


In den Ländern, die die Osmanen bzw. Mauren erfolgreich zurückgedrängt haben wie Italien und Spanien sind die Schriftsteller noch lange stolz darauf, dass sie mitgekämpft hatten. Cervantes hatte eine Wunde in der Seeschlacht von Lepanto erhalten, die er fortan als "Manco de Lepanto" bezeichnete. Letztlich hatten die Christen, wie in der Seeschlacht von Lepanto vor über 400 Jahren, die Osmanen (Türken) immer wieder erfolgreich zurückgedrängt. Lepanto, griechisch Nafpaktos, hieß die Festung, die den nördlichen Zugang zum Golf von Patras bewacht. Sie gab der berühmten Schlacht den Namen, bei der am 7. Oktober 1571 die Heilige Liga, bestehend aus Spanien, den Maltesern, dem Heiligen Stuhl und den italienischen Seemächten, die türkische Flotte unter Großadmiral Ali Pascha vernichtend geschlagen hatte. Befehlshaber der christlichen Streitkräfte war Don Juan de Austria, ein Sohn Karls V. aus dessen Verbindung mit einer Regensburger Bürgerstochter. Der Sieg wurde in ganz Europa mit Glockengeläut gefeiert, im Dogenpalast von Venedig wird die Schlacht auf einem riesigen Gemälde (Untergang des Morgenlandes von Vassilachi) festgehalten. Die christlichen Streitkräfte erwiesen sich als disziplinierter und stärker. Die Türken verloren fast alle 300 Schiffe, die Liga nur zwölf. Und sie befreite bis zu 20.000 Christen, die als Galeerensklaven für die Türken hatten rudern müssen. [5]

Noch vor Beginn des Zeitalters der Renaissance hatte der italienische Philosoph Thomas von Aquin über den Islam und seine Philosophen aufgeklärt  [6]:
 

“Die aber, welche die verschiedenen Richtungen des Irrtums aufgebracht haben, sind auf entgegengesetztem Wege vorgegangen, wie offenbar ist bei Mohammed, der die Völker verlockt hat durch Versprechung fleischlicher Genüsse, zu deren Verlangen die fleischliche Begierde anstachelt. Auch hat er, der fleischlichen Lust die Zügel lassend, Gebote gegeben, die zu diesen Versprechungen passen und denen fleischliche Menschen leicht gehorchen. Auch Belege für die Wahrheit hat er nicht beigebracht, außer solchen, die leicht von jedem halbwegs Weisen durch natürliche Geisteskraft erkannt werden können. Ja, sogar das Wahre, das er lehrte, hat er mit vielen Fabeln und grundfalschen Lehren vermischt. Auch hat er in den Dienst der Sache keine übernatürlich gewirkten Zeichen gestellt, durch die allein der göttlichen Eingebung ein angemessenes Zeugnis gegeben wird, wo die sichtbare Tat, die nicht anders als göttlich sein kann, den auf unsichtbare Weise geisterfüllten Lehrer der Wahrheit erweist. Er hat vielmehr gesagt, er sei in der Macht der Waffen gesandt: Zeichen, die auch Räubern und Tyrannen nicht fehlen. Auch haben ihm am Anfang nicht irgendwelche in göttlichen und menschlichen Dingen geübte Weise geglaubt, sondern tierische Menschen, die in Wüsten lebten, jeder göttlichen Lehre durchaus unkundig, durch deren Menge er andere mit Waffengewalt unter sein Gesetz gezwungen hat. Auch legten für ihn keine göttlichen Weissagungen vorausgehender Propheten Zeugnis ab; alle Belege des Alten und des Neuen Testaments entstellt er vielmehr durch fabelndes Erzählen, wie dem deutlich wird, der sein Gesetz liest; deswegen überließ er auch mit listiger Berechnung die Bücher des Alten und des Neuen Testaments seinen Gefolgsleuten nicht zum Lesen, damit er durch sie nicht der Unwahrheit überführt werde. Daher ist offenbar, daß die, die seinen Ansprüchen Glauben schenken, leichtfertig glauben.” - Thomas von Aquin, Summa contra gentiles (Gegen die Heiden), Buch I, Kapitel 6 


Die Philosophie des Thomas von Aquin war bekannt. Die Charakterisierung der muslimischen Osmanen und Mauren fällt entsprechend negativ aus, hat aber von ihrer Aktualität bis heute nichts verloren; ihre Denkweise schlug sich in den Sprichwörtern der damaligen Zeit nieder: 
 

"Es kommt mir vor, Anselmo, du zeigest jetzt dieselbe Denkweise wie stets die Mauren, denen man den Irrweg ihrer Sekte weder mit Stellen aus der Heiligen Schrift begreiflich machen kann noch mit Gründen, die auf Vernunftschlüssen beruhen oder sich auf Glaubensartikel stützen; vielmehr muß man ihnen handgreifliche, verständliche, bündige, unzweifelhafte Beispiele beibringen nebst mathematischen Beweisen, die nicht zu leugnen sind, wie wenn man den Satz aufstellt: ›Wenn wir von zwei gleichen Größen gleiche Größen abziehen, so sind die übriggebliebenen ebenfalls gleich.‹ Und wenn sie dies in Worten nicht verstehen – und sie verstehen es wirklich nicht –, muß man sie es mit den Händen greifen lassen und es ihnen vor Augen stellen; und mit all diesem kann dennoch niemand sie von den Wahrheiten unsres heiligen Glaubens überzeugen. Dieselbe Art und Weise werde ich bei dir anwenden müssen; denn das Verlangen, das in dir entstanden, ist eine solche Verirrung und liegt so abseits von allem, was nur eine Spur vom Vernünftigen an sich hat, daß es meiner Meinung nach Zeitverschwendung wäre, dir deine Einfalt – denn ich will ihr für jetzt keinen andern Namen geben – begreiflich zu machen." [7]

"dass man Wahrheit von den Mauren nicht erwarten könne, da sie sämtlich Betrüger, Fälscher und Schwindler sind... Verlass dich auf keinen Mauren, denn sie sind alle Schurken" [8]

"Auch dieser ist ein Ritter, einer von Christi Heerscharen, er heisst Don Santiago der Maurentöter, einer der streitbarsten Heiligen und Ritter, welche die Welt besessen hat und der Himmel jetzt besitzt.... Bedenke, diesen mächtigen Ritter vom roten Kreuze hat Gott unserem Spanien als Schutzheiligen gegeben, zumal in den harten Kampfesnöten, die die Spanier mit den Mauren bestanden; und darum rufen sie ihn an und schreien zu ihm als ihrem Verteidiger in allen Schlachten, die sie schlagen, in denen man ihn oft mit Augen gesehen, wie er die Heerhaufen der Araber niederwarf, zu Boden trat, vernichtete und in den Tod schickte." [9]


Wer irgendwo am Strand Muslime sichtete, schlug sofort Alarm: "Mauren, Mauren sind im Land! Mauren, Mauren! Zu den Waffen, zu den Waffen!". Überall an der Küste Spaniens gab es sogenannte Strandreiter, eine Art Küstenpolizei, die daraufhin herbeieilte und die Mauren festnahm. Dieser Ausruf ist heute wieder aktuell. Die spanischen Behörden haben die Alarmstufe erhöht. Sie sind auf Angriffe des "Islamischen Staates" gefasst. Den Flüchtlingen gegenüber will sich die Regierung dagegen solidarisch zeigen. Nur wenige Tage vor dem Attentat von Sousse war der spanischen Küstenwache ein mit Drogen beladenes Schiff entkommen. Es landete, aus Marokko kommend, am hellichten Tag an der Playa de la Atunera. Die Badenden waren davon nicht einmal sonderlich überrascht. Es war nicht das erste Boot, das dort landete. "Denn beim islamischen Staat, der unter anderem Andalusien 'zurückerobern' will, müsste man auf alles gefasst sein, auch auf infiltrierte Terroristen in Schlauchbooten von Migranten. ... Noch vor dem jüngsten Zwischenfall nahe Sizilien, wo Muslime Christen über Bord warfen, konnte man beobachten, wie die Küstenwache nigerianische Schlepper festnahm, die nach Aussage von Überlebenden während eines Sturmes, als ihre christlichen somalischen Passagiere zu beten begannen, mehr als ein Duzend ins Wasser stiessen und ertrinken liessen." Auch heute noch gelten muslimische Einwanderer aus Nahost und dem Maghreb im Gegensatz zu den Lateinamerikanern als schwer zu integrieren. Von muslimischen Theologen sei keine Hilfe zu erwarten, ganz im Gegenteil. Kaum ein heute mehrheitlich muslimisches Land kommt ohne religiöse Diskriminierung aus. "Diese Probleme offen auszusprechen sei nicht islamfeindlich, es wäre dagegen christenfeindlich, es nicht zu tun. ... Vielmehr stelle die 'Christophobie' als Stimmung in der islamischen Welt die 'Islamophobie' weit in den Schatten."  [10]

Nach der Reconquista haben Spanien und Portugal, später Italien ihre Grenzen gegen die Mauren (Muslime) immer erfolgreich geschützt. Erst kürzlich hat sich der Ansturm wieder erhöht. Es gibt Vorwürfe, dass einige Schiffe von NGO's "ihre Transponder regelwidrig abstellen, nicht zu orten sind und so ihre Position verschleiern." Italienische Behörden gingen diesen Vorwürfen wie auch Berichten nach, dass es Schiffe gebe, die in lybische Gewässer führen und vor dem Strand einen Scheinwerfer einschalteten, um den Schleppern ein Ziel vorzugeben. Nach UNHCR-Angaben gelangten von Jahresbeginn bis Ende Juni 2017 mehr als 6400 Migranten, überwiegend Muslime, auf ihren kleinen Booten an die spanischen Küsten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich ihre Zahl damit fast verdreifacht. Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, "wäre 2017 für Spanien das schlimmste Jahr seit 2006, als auf den Kanarischen Inseln mehr als 31 000 illegale Migranten auf Hunderten kleinen Booten ankamen." Auch die spanischen Sicherheitskräfte hätten zu kämpfen, "denn die Boote landen mittlerweile entlang der ganzen Küste: Am Atlantik in der Nähe von Cádiz wie auf den Kanarischen Inseln. Auf Mallorca kam in diesem Jahr ein Duzend Boote mit mehr als hundert Migranten an, vor allem aus Algerien."  [11]

An der Riviera der Sieben Kastelle zwischen Trogir und Split liegen Orte deren Kastelle von Venedig zum Schutz gegen die Türken erbaut wurden und die der Gegend den Namen geben. Seit die Türken im 16. Jahrhundert nach Mitteleuropa vordrangen, fand sich Kroatien in der Rolle des äussersten abendländischen Bollwerks. "Unter dem Befehl kaiserlicher Offiziere, die Deutsch sprachen, wehrten die Kroaten wieder und wieder die anstürmenden Orientalen ab. Sie vollbrachten dabei Wunder an Tapferkeit, aber sie bluteten auch aus." [12]

Man kann sagen, das moderne Spanien ist "durch seinen Widerstand gegen die Religion Mohammeds und das Abstoßen des Islams zu dem geworden, was es ist." Mit entscheidend für diesen Prozess der Abstoßung war die sogenannte "Pragmatica" oder "Pragmatische Sanktion" aus dem Jahre 1567. Sie war eine Reaktion auf einen Aufstand der Moriscos ("Kryptomuslime"). Damals, nach der Zerschlagung der letzten maurischen Herrschaft auf spanischem Boden, des Reiches der Nasriden von Granada, durch die katholischen Majestäten Isabella und Ferdinand im Jahre 1492, lebten noch etwa 150 000 Muslime in Spanien. Ihr wichtigstes Rückzugsgebiet waren die Alpujarras, Hochtäler in der Sierra Nevada nördlich von Grenada. Dorthin war schon Boabdil geflüchtet, Abu Abdallah, der letzte Herrscher der Nasriden, nachdem Grenada in die Hände der Christen gefallen war. Die Morisken versuchten ähnlich wie die Muslime heute, ihre Kultur heimlich weiter zu pflegen und durch Salafismus und Terror zu verbreiten. "Mit der pragmatischen Sanktion wollten die spanischen Könige der Morisken endgültig Herr werden. Ihnen wurde verboten, Arabisch zu sprechen und zu schreiben, arabische Bücher mussten abgegeben werden oder wurden konfisziert... In Toledo, das schon 1085 endgültig wieder in die Hände der christlichen Reconquistadores gefallen war, aber multikulturell blieb, kam es zu berüchtigten Prozessen gegen die Morisken. Man schrieb den Morisken vor, sich so anzuziehen wie die Spanier, ihre Hochzeitsbräuche mussten den spanischen Sitten entsprechen. Den muslimischen Frauen wurde befohlen, sich so zu kleiden, dass man ihre Gesichter sehen könne, ja die Verschleierung wurde verboten. Muslimische Vor- und Nachnahmen (Herkunftsnamen), arabische Namen überhaupt, wurden ebenfalls untersagt.... Muslimische Migranten, deren Familien aus Nordafrika nach Spanien gekommen waren, wurden vertrieben. Schon Ende des 15. Jahrhunderts, nach der Eroberung Granadas, wo man dann auch die "Pragmatica" verkünden ließ, war es zu einem Massenexodus der Muslime von der spanischen Halbinsel gekommen. Sie gingen nach Nordafrika oder suchten Schutz beim Sultan der Osmanen." Die "Pragmatica" war nicht allein der spanischen Innenpolitik geschuldet, sondern auch der damaligen politischen Großwetterlage: Die Großmacht Spanien war mit der neu aufgetauchten Großmacht der Osmanen konfrontiert. Seit der Einnahme Konstantinopels 1453 durch Sultan Mehmed II. Fatih (1431-1481) war die osmanische Flotte die bestimmende Macht im Mittelmeer geworden. Sie bot Spanien kräftig Paroli, auch mit Hilfe jener muslimischen Vasallen, die nach den Eroberungszügen unter Sultan Selim und seinem Nachfolger Suleyman dem Prächtigen nach 1517 in Nordafrika der Hohen Pforte dienten. Das harsche Vorgehen gegen die Muslime und Moriscos im eigenen Land rechtfertigten die Spanier u.a. mit der Furcht, die "Kryptomuslime" könnten sich als "fünfte Kolonie der Türken" entpuppen. Vier Jahre nach dem Erlass der "Pragmatica", 1571, wurde die osmanische Flotte bei Lepanto durch eine vereinigte christliche Flotte versenkt. In vielen europäischen Ländern wird inzwischen laut und leise über ein wiederaufwärmen der "Pragmatica" nachgedacht. [13]

Auch für andere europäische Länder wie Österreich gab es soetwas wie Reconquista und "Pragmatica". Im 15. und 16. Jahrhundert hatte zum Beispiel Mariazell unter den "häufigen Türkeneinfällen zu leiden, doch selbst in diesen unruhigen Zeiten, in denen Wallfahrten zu gefährlichen Unternehmungen wurden, kamen jährlich bis zu 4000 Pilger hierher". Bald war Mariazell der wichtigste Wallfahrtsort der Donaumonarchie. Anknüpfend an eine Legende von der wunderbaren Heilung des Markgrafen von Mähren war die Mariazeller Muttergottes schon längst die "Mater Gentium Slavorum" geworden, und den Ungarn galt sie seit der Dankwallfahrt ihres Königs Ludwig des Großen (1326-1382), aus dem Hause Anjou, später gleichzeitig auch König von Polen), der hier nach einem seiner zahlreichen Feldzüge gegen die Türken und Venezianer für den ihm zugefallenen Sieg dankte, als "Magna Hungarorum Domina". Eine "Bittprozession gegen Türkennot" vereinigte am 24 August des Jahres 1599 nicht weniger als 23 000 Menschen vor der Kirche, eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Zahl. Die Türken, die durch Jahrhunderte die Steiermark, den "Hofzaun des Reichs", mit ihren Heerscharen überflutet und viel Kriegsleid über das Land gebracht haben, sind vor allem in Graz in lebendigem Gedenken geblieben. Beim Südtor des Doms findet man ein spätgotisches "Gottesplagenbild" des Meisters Thomas Villach: als eine der Gottesgeißeln des Jahres 1480 sind neben den Haberschrecken (Heuschrecken) und der Pestilenz (Pest) "ain volkkh von ferrn landn her", die Türken, dargestellt als leibhaftige Teufel. [14]

Mit offener Flanke gegen Osten und Südosten musste die Steiermark, den Einfällen und Verwüstungen vor allem durch Türken bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts ausgesetzt, immer wieder hohe Verluste an Bauwerken und oft wertvollen Einrichtungen erleiden. Viele ursprünglich romanische Kirchen und Klöster wurden stark zerstört: Das 1020 gegründete Benediktinerkloster Göß bei Leoben, Admont (1074), St. Lambrecht (1102), Rein (1129), Vorau (1163); nur Sekau konnte weitgehend erhalten werden und gilt als das "Hauptwerk romanischer Baukunst". Erst nach erfolreicher Türkenabwehr von St. Gotthard an der Raab 1664 durch Prinz Eugen und nach dem Entsatz von Wien 1683, setzte eine rege Bautätigkeit, Neugründungen und Umbauten von Kirchen und Klöstern ein. [15]

Tatsache ist, dass die kulturellen Blüten der Romanik, Gothik und Renaissance, von Al Andalus' eigentlich nur dem römischen Erbe zu verdanken sind. Auch das europäische Alphabet stammt nicht wie man bisher angenommen hatte von den muslimisierten Arabern, sondern von den Phöniziern aus vorislamischer Zeit. Auch das romantisierende, "verklärte Bild des toleranten Miteinanders und gegenseitigen Respekts" von Christen und Muslimen in der Zeit vor der Reconquista hält dem genaueren historischen Blick nicht stand. Mit seinem jüdischen Kollegen Maimonides hatte Averroes zwar den Aristoteles kommentiert und ist für die Vernunft eingetreten, allerdings hatte er den Aritoteles - wie Thomas von Aquin nachwies - falsch und im Sinne des Islams interpretiert. Auch heute steht vielen europäischen Ländern eine neue Reconqista bevor, insbesondere den Ländern, in denen der Prozentsatz der Muslime hoch ist, wie in Belgien oder der spanischen Provinz Katalonien. In Katalonien leben rund eine halbe Million Muslime, rund sieben Prozent der Einwohner der Region.  „Die Provinz Barcelona ist das wichtigste Zentrum dschihadistischer Aktivitäten in Spanien geworden“, sagt Fernando Reinares, der sich im unabhängigen Madrider Forschungszentrum El Cano seit Jahren mit dem Thema Terrorismus befasst. Diese Entwicklung begann schon in den neunziger Jahren. Ein Viertel aller Personen, die in Spanien zwischen 2013 und 2016 wegen dschihadistischer Aktivitäten festgenommen wurden, habe in der Stadt und der Provinz Barcelona gelebt oder war dort aktiv; 90 Prozent von ihnen sind Muslime, die nach Spanien eingewandert sind, oder stammen aus Einwandererfamilien. Nur zehn Prozent sind Konvertiten. Zudem befinden sich in Katalonien die Hälfte aller salafistischen Gemeinden Spaniens. Einige von ihnen werden aus Golf-Staaten unterstützt, die in Katalonien immer wieder salafistische Kongresse finanzieren. Nach Katalonien kamen auch immer wieder islamistische Terroristen aus anderen Staaten. Vor neun Jahren stoppte die Polizei eine Gruppe pakistanischer Terroristen, die einen Anschlag auf die U-Bahn in Barcelona verüben wollte. Ramzi Binalshibh, der als „geistiger Urheber“ der Angriffe vom 11. September 2001 in New York und Washington gilt, pendelte während der Vorbereitungen zwischen Hamburg und Katalonien. Zwei Monate bevor sie in Amerika mehrere Flugzeuge entführten, traf er sich in Cambrils mit Mohammed Atta. In dem katalanischen Badeort erschoss die Polizei kürzlich fünf Mitglieder der Terrorzelle. Ein Imam aus Marokko soll die Attentäter von Katalonien zu ihrem Todeswerk angestiftet haben. Ursprünglich wollten sie die Sagrada Família in die Luft sprengen. Hoch ragt die Sagrada Família in den wolkenverhangenen Himmel von Barcelona. Vor dem Portal des legendären Bauwerks, das Antoni Gaudí vor mehr als 100 Jahren entworfen hat, fährt eine schwarze Limousine nach der anderen vor. An diesem grauen Sonntagmorgen gedenkt Spanien der 15 Toten und 120 Verletzten, der Opfer also der Anschläge auf der Rambla und in Cambrils: Das spanische Königspaar ist gekommen, Ministerpräsident Mariano Rajoy, der Präsident und der Regierungschef aus Portugal sowie die katalanische Führung. Vor der Basilika, die immer noch nicht fertiggebaut ist, drängen sich Touristengruppen, die wegen des Gottesdiensts nicht hineindürfen. Mehr als zwei Millionen Menschen besuchen jedes Jahr dieses Wahrzeichen von Barcelona, das die Terroristen ursprünglich ins Visier genommen hatten, bevor sie stattdessen mit einem Lieferwagen Menschen auf der Rambla töteten. Die Ermittler haben damit begonnen, die überlebenden Tatverdächtigen zu vernehmen, von denen sie nach eigenen Angaben „interessante“ Informationen erhielten. Sie bestätigen, dass die Terroristen ursprünglich Bombenanschläge auf symbolträchtige Ziele mit Hunderten Toten verüben wollten. Die Polizei ist währenddessen dem Mann auf der Spur, der die Mitglieder der Terrorzelle zu ihren größenwahnsinnigen Plänen verleitet hat, die dann in einer großen Explosion vorzeitig in sich zusammenbrachen. Abdelbaki Es Satty liegt in den Trümmern des Hauses begraben, in dem die Gruppe an mehreren großen Autobomben gebaut hatte. Dabei war es zu einem Unfall gekommen, der das Haus in dem Küstenort Alcanar zerstörte. Die Gruppe entschied sich danach überstürzt für den Amoklauf in Barcelona und eine große Messerattacke im Badeort Cambrils, die die Polizei verhinderte, weil sie die fünf mutmaßlichen Terroristen erschoss. "Es mehren sich die Hinweise darauf, dass der 45 Jahre alte marokkanische Imam Abdelbaki Es Satty der geistige Anstifter der jungen Attentäter war, einer Gruppe von zwölf guten Freunden. Vier Brüderpaare gehörten zu ihnen. Die meisten von ihnen stammten aus Marokko und lebten unauffällig in dem kleinen katalanischen Bergort Ripoll in den Pyrenäen, gut hundert Kilometer von der Promenade La Rambla entfernt, wo am Donnerstag wahrscheinlich der 22 Jahre alte Younes Abouyaaqoub mehr als hundert Menschen gezielt überfuhr." Den Fahrer  beschreiben Nachbarn als einen ruhigen, schüchternen jungen Mann, der noch bei seinen Eltern lebte – ähnlich unauffällig wie offenbar die meisten anderen. Das könnte ein Grund dafür sein, weshalb die Polizei nicht früher auf sie aufmerksam geworden war. "Das Wohnhaus in der Gemeinde am Mittelmeer mit rund 10000 Einwohnern, die von Touristen und der Landwirtschaft leben, war offenbar schon seit Monaten der Rückzugsort der Zelle. Unter den Badegästen und den vielen marokkanischen Einwohnern fielen sie wohl nicht sonderlich auf. In dem Haus befand sich auch ihr Sprengstofflabor. Die Explosion am Mittwochabend kurz nach 23 Uhr war jedenfalls so heftig, dass die Nachbarn zunächst an ein Erdbeben glaubten. Danach war von einem Gas-Unfall die Rede. Dass sich in dem Gebäude jedoch mehr als hundert Gasflaschen fanden, weckte Argwohn – wenn auch zu spät, um die überlebenden Mitglieder der Gruppe aufzuhalten, die sich zu diesem Zeitpunkt schon nach Barcelona und Cambrils auf den Weg gemacht hatten – um ihren „Plan B“ auszuführen. Ursprünglich wollten sie ihre Bomben in Barcelona zünden. Das teilte die katalanische Polizei am Sonntag mit. Wie gefährlich das Material war, mit dem sie arbeiteten, war an dem Gebäude zu sehen, das bis auf die Grundmauern zerstört war. Experten fanden dort auch Überreste des Sprengstoffs TATP, den die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ in der Vergangenheit immer wieder verwendet hat. Wegen seiner verheerenden Wirkung nennen ihn Dschihadisten auch „Mutter des Satans“. TATP nennt man auch Acetonperoxid oder Apex; es ist explosiver als TNT. Der Sprengstoff lässt sich relativ einfach aus dem Lösungsmittel Aceton und Peroxid herstellen, das Waschmitteln beigemengt wird. TATP entdeckte die Polizei im November 2015 in den Sprengstoffwesten der Attentäter von Paris. Das mutmaßliche IS-Mitglied, das im Herbst 2016 einen Anschlag auf den Flughafen Berlin-Tegel vorbereitete, verfügte über die Substanz wie zuvor auch die sogenannte Sauerland-Gruppe." Nach Thomas von Aquin ist ein Imam oder ein Muezzin soetwas wie ein Räuberhauptmann. Sieht man sich den Drahtzieher der Anschläge von Barcelona an, kann man das nachvollziehen; auch dass eine Moschee ein "Ort der Indoktrination" ist. Ein Dschihadist hat eine katholische Jugendliche in Cordoba überredet ihn zu heiraten. Zur Hochzeit hatte der Marokkaner "seiner spanischen Frau einen Sprengstoffgürtel geschenkt." Der Imam Abdelbaki sollte eigentlich im Jahr 2014 aus Spanien ausgewiesen werden. "Eine entsprechende Anordnung der Behörden lag vor, nachdem er in Castelon wegen Rauschgiftschmuggels eine Freiheitsstrafe von vier Jahren verbüßt hatte. Mit Hilfe eines Anwalts gelang es ihm aber, seine Ausweisung zu verhindern. Ein Richter stellte fest, er sei 'keine Gefahr für die öffentliche Ordnung'; er würdigte sogar Satys Bemühungen, sich in der spanischen Gesellschaft zu integrieren." [16]

Jetzt in Barcelona und sogar im weit entfernten Finnland, kürzlich in London und Rimini: An den jüngsten Terroranschlägen und Vergewaltigungen waren stets Marokkaner (Moriscos wie sie zur Zeit der Renaissance genannt wurden) oder EU-Bürger marokkanischer Herkunft beteiligt. Auch die Attentäter in der Pariser Terrornacht vom 13. November 2015 waren Marokkaner. In Spanien zeichnet sich ab, dass die aus zwölf Personen bestehende Terrorzelle von Ripoll nur Teil eines größeren Netzwerkes war. Eine beunruhigende Frage ist daher ist daher, wie groß das Netzwerk des Dschihads in Spanien und in ganz Europa inzwischen geworden ist. Nicht wenige Terroristen kennen sich aus Syrien und dem Irak. Dort hatten sich fast 2000 Marokkaner dem Dschihad des IS angeschlossen. Wer nicht getötet wurde, der kehrte und kehrt noch nach Europa zurück. In Europa gibt es mittlerweile zigtausend Gefährder, die alle aus Europa abgeschoben werden müssen auch wenn man ihnen nichts konkretes vorwerfen kann, zum Beispiel mit Hilfe von § 58a. [17]

Überall in Europa lässt sich Ähnliches beobachten: "Erst nach dem Gebetsruf ist klar, welchem Zweck das gelbe Haus an der Hauptstraße von La Cañada zum Grenzübergang dient: Männer mit wallenden Bärten und bodenlangen Kaftanen eilen durch die Eingangstür. Aber die Salam-Moschee ist kein gewöhnliches Gebetshaus. Die Moschee wurde in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten dschihadistischen Treffpunkte in Spanien. Mehr als ein Dutzend radikaler Islamisten nahm die spanische Polizei in der kleinen Stadt in Nordafrika fest: Alle hatten zeitweise die Moschee aufgesucht, deren arabischer Name auf Deutsch Frieden heißt. In Melilla kam Mohamed Houli Chemlal zur Welt. Der mutmaßliche Bombenbauer gehörte der katalanischen Terrorzelle an. In Melilla kennt man das Viertel, in dem die Salam-Moschee steht, auch als „La Cañada de la muerte“, die Schlucht des Todes. Dieser Zusatz erinnert an eine verlustreiche Schlacht in der Gegend während eines Krieges vor 120 Jahren. Doch laut einer Studie ist der Stadtteil mit seinen nur gut 12.000 Einwohnern auch heute noch der zweitgefährlichste in ganz Europa. An erster Stelle steht das Viertel „El  Principe“ in der zweiten spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta." In beiden Orten lassen sich wie durch ein Brennglas die Herausforderungen betrachten, denen die muslimisch-marokkanische Minderheit in Spanien gegenübersteht. In keiner spanischen Stadt ist der Bevölkerungsanteil der Muslime so hoch wie in Melilla mit seinen knapp 85.000 Einwohnern: Nach offiziellen Angaben sind es fast 52 Prozent, die zum größten Teil aus Marokko stammen. Wahrscheinlich sind es noch mehr, weil Tausende Marokkaner illegal in der Stadt leben. Jesús Ruiz Barranco ist in Melilla geboren. Er kennt die zwölf Quadratkilometer zwischen Grenzzaun und Mittelmeer wie wenige andere. Als Beamter der Policia Nacional war er überall im Einsatz, oft auch im Cañada-Viertel. „Die Kollegen trauen sich dort nur noch mit drei Fahrzeugen rein. Für eine normale Streife ist das viel zu gefährlich“, sagt der Polizist. Auch Feuerwehr und Rettungswagen wagen sich oft nur
mit einer Eskorte in die engen Straßen. Es kam vor, dass eine Streife mit einem Notruf gezielt in eine Falle gelockt wurde. Ein Steinhagel empfing die Polizisten. Der Wagen war danach Schrott. Ein Sonderkommando musste die Beamten in Sicherheit bringen. Nicht nur vor der Salam-Moschee ist zu beobachten, wie sich der Stadtteil verändert hat. „Schleier, Nikab und Burka gab es früher nicht. Das ist völlig untypisch für Melilla“, sagt Jesús Ruiz Barranco. Melilla sei immer eine offene, tolerante Stadt gewesen, sagt der Polizist, der zugleich Generalsekretär der Polizeigewerkschaft (SUP) ist. Er führt die islamische Kleidung und die langen Bärte der Männer auf den Einfluss zurück, der von der anderen Seite des Grenzzauns kommt: Aus Marokko und noch viel weiter entfernten Staaten wie Saudi-Arabien. „Wir führen ein ganz normales Leben“, betont die Frau immer wieder, die zum Islam übertrat, als sie 18 Jahre alt war. Doch seit dem Sommer muss
sie sich alleine um die beiden kleinen Kinder kümmern: Ihr Ehemann sitzt im Gefängnis. Der Nationale Gerichtshof in Madrid verurteile ihn im Juli zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Kamal Mohamed Driss gehörte der größten Dschihadistenzelle an, die die Polizei in Melilla bisher zerschlagen hat. Auf beiden Seiten der Grenze hatten er und seine fünf Komplizen versucht, für Al Qaida Unterstützer anzuwerben, die für die Terrororganisation in Libyen, Mali und in Europa kämpfen sollten. Nur ein Mitglied der Zelle in Melilla, die sich anfangs in der Salam-Moschee traf, machte sich tatsächlich nach Mali auf. Dort kam der junge Muslim um. Die katalanischen Terrorzelle wollte mit Bomben Hunderte Menschen töten. Die Gruppe, die in der Salam-Moschee in Melilla heranwuchs, konzentrierte sich dagegen darauf, Kämpfer für den Dschihad anzuwerben und Al Qaida finanziell zu unterstützen. Kamal Mohamed Driss warf die
Staatsanwaltschaft vor, über das Internetportal „Sharia4Spain“ (Scharia für Spanien) dschihadistische Propaganda betrieben zu haben. Ähnliche Portale existierten zuvor zum Beispiel schon in Dänemark. Das ist kein Zufall. Melilla ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sich radikale Islamisten immer stärker internationalisieren: Den Dschihad brachte Abdulmalik al Dinmarki in die Stadt. So nannte sich der hellblonde Däne Kenneth Sorenson, der nach den Attentaten am 11. September 2001 in Amerika zum Islam übergetreten war. Als er im Jahr 2009 zum ersten Mal in La Cañada und der Salam-Moschee auftauchte, war der Däne schon im Jemen und in Ägypten gewesen. Später kämpfte er in Libyen und in Syrien für Al Qaida. In Syrien kam er 2013 im Alter von 30 Jahren während eines Gefechts ums Leben. In Melilla hatte er eine Zelle aufgebaut, die auch auf marokkanischer Seite knapp ein Dutzend Mitglieder hatte. In Dänemark gründeten sie
mehrere Scheinfirmen, die durch Betrug größere Summen Al Qaida zugutekommen ließ. International vernetzt war auch die katalanische Terrorgruppe, deren mutmaßlicher Anstifter und Anführer, der Imam Abdelbaki es Saty aus dem Norden Marokkos stammte. Aus dem marokkanischen Hinterland von Ceuta und Melilla machten sich seit dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs laut Schätzungen etwa 800 Muslime auf, um sich Al Qaida und dem „Islamischen Staat“ anzuschließen. Insgesamt sind es angeblich zwischen 1600 und 2000 Marokkaner. Und die Kontakte zwischen Nordmarokko und den beiden spanischen Exklaven sind eng. Marokkaner aus den benachbarten Provinzen können dort mit dem
Personalausweis ohne Visum ein- und ausreisen. Nicht nur für afrikanische Migranten und syrische Flüchtlinge, sondern auch für radikale Muslime wurden Melilla und Ceuta zu einem wichtigen Brückenkopf auf ihrem Weg aufs spanische Festland – oder für spanische Islamisten, die in entgegengesetzter Richtung nach Libyen und Mali weiterreisten. Man muss in den Schulen anzusetzen. Statt Islamischen Religionsunterricht sollte christlicher oder katholischer Religionsunterricht auf dem Lehrplan stehen. Denn im isIamischen Religionsunterricht wird das Christentum verfälscht dargestellt, weshalb es besser ist, den Islam ggf. im christlichen Religionsunterricht zu beschreiben; zudem sind Imame dazu vollkommen ungeeignet wie der marokkanische Imam der Salam-Moschee in La Cañada, der nicht verhinderte oder merkte, dass sein Gebetshaus zu einem Treffpunkt von Dschihadisten wurde. [18]

"Ohne Irrtum der Erkenntniskraft kann es nicht vorkommen, dass das, was ein Gutes ist, als etwas Schlechtes aufgefasst wird." Thomas von Aquin

 

Anmerkungen

[1] Geymüller, Heinrich Baron von 1898: Die Baukunst der Renaissance in Frankreich. Paris, Wien, Stuttgart.
[2]  Ib.
[3]  Ib.
[4] "Als 1821 der griechische Unabhängigkeitskrieg begann, waren die klientelistischen Strukturen des Muchtar-Systems die einzigen Kristallisationskerne für die politische Organisation des Kampfes. Während der Auseinandersetzung vernetzten sich die Muchtare horizontal und bildeten zugleich vertikale Strukturen, so dass pyramidenförmige Netzwerke entstanden. Da die Dorfbürgermeister in der Regel keine militärische Erfahrung hatten, griff man im Kampf auf die Anführer der Klephten zurück - Räuberbanden, die sich der Kontrolle durch den osmanischen Staat durch Rückzug in die Berge entzogen hatten. Als Griechenland unabhängig wurde, gab es also eine klientelistisch organisierte Elite. Auf deren Netzwerke musste König Otto von Wittelsbach zurückgreifen, als er 1832 nach Griechenland kam - mit der Handvoll bayerischer Beamter, die er mitgebracht hatte, konnte er das Land nicht regieren. Die Patrone kontrollierten die untere Verwaltung und gewannen so Zugang zu staatlichen Geldern. Damit änderte sich der Charakter des Klientelismus: Bis dahin war die Beziehung zwischen Patron und Klient meist von einer gewissen Freiwilligkeit der Unterordnung geprägt gewesen. Beide hatten davon profitiert. Nun wurde der Klientelismus zu einem Zwangsmittel, um dem Einzelnen seinen Platz in der Gesellschaft zuzuweisen. Die Patrone stellten rasch fest, wie der Klientelismus zu politischen Zwecken eingesetzt werden konnte. Sie nutzten ihre Machtposition, um ihrer Klientel  Gefälligkeiten zu erweisen; der griechische Begriff dafür lautet Rousfetia. Dazu verwendeten sie oft gestohlene staatliche Gelder oder vermittelten Posten in der Verwaltung. Als Gegenleistung erwarteten sie treue Gefolgschaft. Der erste griechische König war ein Monarch von Gnaden der Großmächte. Diese übten ihren Einfluss auf das Land aus, indem sie ihre Anhänger kontrollierten, die in sogenannten „Parteien“ organisiert waren. In Wirklichkeit handelte es sich dabei um klientelistische Netzwerke, und das zunächst in dreifacher Ausfertigung: es gab eine russische, eine englische und eine französische Partei. 1862 setzte Großbritannien eine neue Dynastie ein. Von nun an folgten die griechischen Könige und Politiker der Maxime: „Was will der ausländische Faktor?“ Als Großbritannien die alleinige Schutzmacht wurde, entstanden „politische“ Parteien, nämlich eine liberale und eine konservative. An deren Charakter änderte sich aber nichts: Es waren klientelistische Pyramiden, die durch ein raffiniertes System von Rousfetia zusammengehalten wurden. Der Staat blieb Ausbeutungsobjekt der jeweiligen Anführer der klientelistischen Pyramide. Stimmenkauf bei Parlamentswahlen und Wahlfälschungen waren normale politische Erscheinungen. Ende des 19. Jahrhunderts charakterisierte ein griechischer Abgeordneter dieses System als politische Zuhälterei. Auch im 20. Jahrhundert hatten die griechischen Parteien mit ihren europäischen Entsprechungen nichts gemein. Parteiprogramme oder Parteitage waren ebenso unbekannt wie eine innerparteiliche Willensbildung von unten nach oben. Die Partei war die Klientel des Parteiführers und seiner Granden. Bis in die neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts entschieden die Parteiführer souverän über den einzuschlagenden Kurs. Danach verschob sich das Hauptgewicht zu den Parteigranden. Konflikte innerhalb einer Partei wurden nicht durch Diskussion und Kompromiss gelöst, sondern dadurch, dass die Dissidenten mit ihrem klientelistischen Subnetz die Partei verließen und sich einer anderen klientelistischen Pyramide anschlossen. Parteiloyalität hing davon ab, welche Rousfetia der Parteiführer seiner Klientel zukommen lassen konnte. Machtwechsel kamen oft dadurch zustande, dass sich Teilnetze anderen Parteiführern anschlossen. So hat etwa die jetzige Regierungspartei Syriza Subnetze der langjährigen sozialistischen Regierungspartei Pasok absorbiert. Der Klientelismus ist so stark in der politischen Kultur der Region verankert, dass er sogar in der Lage war, die großen Ideologien des 20. Jahrhunderts zur Anpassung zu zwingen. Auf dem Balkan wurde der Faschismus zu einem Klientelfaschismus. Der griechische faschistische Diktator Ioannis Metaxas (1871-1941) verkündete stolz, dass er keine Massenpartei brauchte, weil das ganze Volk Partei gewesen sei. Tatsächlich zerschlug Metaxas die alten Klientelnetze und richtete die Überreste auf sich aus: Es gab nur noch eine Klientel mit ihm als Führer. Der Aufbau einer faschistischen Massenpartei wie in Deutschland oder Italien wäre systemfremd gewesen. Ein wichtiger Aspekt des Klientelismus ist die faktische Steuerfreiheit der Reichen. Die politischen und wirtschaftlichen Oligarchien waren und sind aufs engste miteinander verfilzt und sorgen dafür, dass die gesamte Oberschicht steuerfrei bleibt. Bis heute kontrollieren etwa 800 Familien mehr als 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die staatlichen Einnahmen stammten zum größten Teil aus indirekten Steuern und der Lohnsteuer, die die kleinen Leute bezahlen. Zu einer Industrialisierung wie in Westeuropa kam es in Griechenland nie. Die wirtschaftlichen Schwerpunkte lagen in der Landwirtschaft, dem Tourismus und dem Handel sowie der Schifffahrt. Ein chronischer Mangel an Arbeitsplätzen war die Folge und führte in der Vergangenheit zu Auswanderung. Um ihre Klientel an sich zu binden, sorgte die jeweils regierende Partei dafür, dass ihre Anhänger Arbeit im öffentlichen Dienst fanden, der dadurch immer größer wurde. Heute arbeitet jeder vierte Beschäftigte im öffentlichen Dienst. In Deutschland ist es jeder zwölfte. Mehrmals war der griechische Staat in seiner Geschichte bankrott. Erstmals wurde Griechenland im Jahr 1895 unter europäische Finanzaufsicht gestellt. Aber die griechische Oligarchie wusste, dass Großbritannien sie immer wieder vor dem Untergang retten würde. Die Schutzmacht brauchte Griechenland als Glied in der Absicherung der „Life Line“ des Empires durch das Mittelmeer. Als 1948/49 die zweite große Pleite folgte, sprangen die Vereinigten Staaten in die Bresche und retteten das Land. In diesem Fall diente die angebliche kommunistische Gefahr als Vorwand. Als sich die Amerikaner Mitte der fünfziger Jahren weigerten, Griechenland weiterhin finanziell zu unterstützen, suchte Athen sich einen neuen Geldgeber..." (Science Review Letters 2015, 14, Nr. 614 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2015, Nr. 153, p. 6)
[5] Mit Don Juan de Austria (1547-1578) verbindet sich die Erinnerung an das "brillanteste Manöver in der Geschichte der Kriegsmarinen", dank welchem die türkische Aggression gegen das damals noch so genannte mittelmeerisch geprägte 'Abendland' für eine Weile zum Stehen gebracht werden. Durch seinen legitimen Halbbruder Philipp II. von Spanien wurden ihm schon in frühen erwachsenen Jahren wichtige militärische Aufgaben übertragen, darunter das "legendäre Oberkommando des 24jährigen über die spanisch-venezianische Flotte der Heiligen Liga, die in der Seeschlacht von Lepanto, am Eingang zum Golf von Patras, am 7. Oktober 1571 die von Ali Pascha geführten türkischen Galeeren vernichtete und dadurch den Mythos der unbesiegbaren asmanischen Streitkräfte nachhaltig beschädigte." (Sloterdijk) The Battle of Lepanto is a historical military event that took place on the Eastern side of the Mediterranean Sea off the coast of the Greek peninsula Peloponeso. Miguel de Cervantes (author of Don Quijote de la Mancha), who participated in the event, described it as “the highest and most memorable occasion that past and future centuries will ever hope to see”. The battle is named after the gulf in which it took place. The city of Naupacto (called Lepanto in Italian) sits on the gulf’s coast. In this battle, the Turkish Ottoman navy faced off against The Holy League, a naval group that united ships and men from Spain, the Papal States, The Republic of Venice, The Order of Malta, The Republic of Genoa and Saboya. These states had answered Pope Pious V’s call to counter attacks by the Turks against Cypress in 1570. The attacks resulted in the Muslim’s takeover of Nicosia, which was seen by Christians as a direct attack on Christianity itself and an arrogant and intolerable siege of territory by the Ottomans. Cervantes actively participated in the conflict, where he received permanent wounds, which were for him a source of pride that he made no effort to hide. He lost the use of his left hand, which is why he was and is still known today as el manco de Lepanto (the one-handed man of Lepanto). The control that the Turks exerted over the Mediterranean endangered trade routes and maritime traffic control  in el Mare Nostrum, which meant the strong possibility that Europe’s economic power could fall into the hands of the Muslims. Neither Spain, Venice nor Genoa were willing to accept those circumstances. The Holy League had gradually built its alliance until September 1571, the year in which the Christian Navy had amassed a total of 300 ships and an army of some 50,000 men. Actual soldiers were in the minority; most of the army was made up of sailors, knights, adventurers and slaves that rowed in the galleys. The Turkish Navy was feared and respected throughout the Mediterranean, and many considered it practically invincible. It was made up of 300 ships with 120,000 men on board, nearly half of which were Christians that had been taken prisoner by the Ottomans and forced to row in the galleys as slaves. It has been estimated that around 55,000 prisoners made up this group. On October 7, 1571, the Turkish Navy positioned itself in half-moon formation opposite the smaller Holy League Navy, commanded by Juan de Austria. A number of factors added up to give the Christians the advantage in face to face combat, where Turks took the worst part: their effective attack method included using cannon fire to dismast Ottoman ships, modified cannons allowed them to aim at lower range targets and the strength of their arquebus shooters was particularly strong. As early fighting broke out, ship captains Ali Pacha and don Juan de Austria charged one another at the same time. The mutual charge resulted in their ships joining together, converting them into an open battlefield. A decisive moment, and one that ultimately lead to the Turks defeat, came when a wounded Ali Pacha was decapitated by a Spanish galley slave, which literally left the Ottoman armies without a head commander. After hours of fighting, the smoke finally cleared to reveal the devastating outcome of the battle: only 50 Turkish ships had avoided definitive damage, Ottoman casualties numbered around 25,000 and another 15,000 were wounded. During skirmishes, between 15 and 20,000 Christian galley slaves that rowed the Turkish ships, managed to escape to freedom, promptly joining the ranks of Christian fighters and attacking their former captors. The Christian navy suffered fewer casualties than its enemy and came away from the battle victorious. The Christian victory at the Battle of Lepanto was the first major defeat suffered by the Turks. They did not, however, suffer the definitive loss of power that they could have if the Christians had seized the opportunity to finish the job, allowing the Ottomans to regroup and over several months recuperate part of their former power. The news of the Christian victory spread like wildfire throughout Europe, where the event was celebrated and church bells rang out throughout the continent. The day of the battle, October 7th, appears on calendars of Christian celebrations as the day of commemoration of the victory of Lepanto. (Science Review Letters 2015, 14, Nr. 615); siehe auch Cervantes, M.: Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha; Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 2015, Nr. 1, p. 2 sowie Kurse Nr. 552 William Shakespeare.und Nr. 554 Friedrich Hölderlin. Akademie der Kunst und Philosophie 
[6] Vgl. Kurse Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 564 St. Augustine - Philosopher of Middle Ages / Augustinus - Philosoph des Mittelalters. Akademie der Kunst und Philosophie
[7] Cervantes, M.: Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha; Vgl. Kurs Nr. 563 Cervantes. Akademie der Kunst und Philosophie
[8]  Ib.
[9]  Ib.
[10] Ib.; vgl. auch Science Review Letters 2015, 14, Nr. 614 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2015, Nr. 152, p. 5; Nr. 158, p. 10
[11] "Seit 2004 patrouillieren die spanische Zivilgarde und die marokkanische Gendarmerie auf marokkanischem Boden, um illegale Grenzübertritte in die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla zu verhindern. Nachdem Hunderte Menschen über den Grenzzaun gesprungen waren, begann Spanien 2005, die Befestigungsanlagen massiv zu verstärken, was auch dazu führte, dass immer mehr Migranten den südlicheren Weg über den Atlantik suchten. Spanien reagierte darauf wiederum, indem es ebenfalls seine Aktivitäten weiter nach Süden ausdehnte. Im Jahr 2006 legte Madrid einen „Plan África“ vor, der den Abschluss von einem Dutzend neuer Abkommen mit verschiedenen westafrikanischen Staaten vorsah. Oft handelte es sich dabei um die ersten diplomatischen Kontaktaufnahmen auf dem Nachbarkontinent seit langer Zeit überhaupt. In den Abkommen ging es trotz aller entwicklungspolitischen Proklamationen vor allem um die Kontrolle von Migration. Mit Mauretanien schloss Madrid ein Überwachungsabkommen, in dem sich die Gendarmerie des Landes verpflichtete, Migranten zu sichten und aufzuhalten. Zudem sicherte die Regierung zu, wie wenig später auch Senegal, auf den Kanarischen Inseln angelandete Migranten ohne weitere Prüfung umgehend wieder zurückzunehmen, ohne dass ein Asylantrag in Europa bearbeitet worden wäre. Spanien flog Vertreter westafrikanischer Staaten auf die Kanaren ein, um die Nationalitäten der dortigen Migranten zu identifizieren und diese hernach systematisch wieder nach Afrika auszufliegen. Gleichzeitig ermöglichte Madrid einem sehr kleinen Teil der Migranten einen legalen Weg, Arbeit im Niedriglohnsektor auf dem Festland zu erhalten. Im Gegenzug erhielt Mauretaniens Präsident Ould Abdel Aziz, der sich ein Jahr zuvor an die Macht geputscht hatte, Entwicklungshilfe, militärische Ausrüstung, Patrouillenboote und später auch Ausbildung der eigenen Sicherheitskräfte – und damit nicht zuletzt die Anerkennung durch die Europäer. Machthaber Abdel Aziz ist bis heute einer der treuesten Verbündeten des Westens in der Region, was auch den Kampf gegen den islamistischen Terror einschließt. Demokratie interessiert ihn nicht, Sicherheit um so mehr. Ebenfalls 2006 entwickelte das spanische Innenministerium, dem die Guardia Civil untersteht, die sogenannten „Seahorse-Operationen“ mit einem Anfangsbudget von rund zweieinhalb Millionen Euro. Sie gaben Spanien das Recht, gemeinsame Patrouillen in den Hoheitsgewässern der drei afrikanischen Staaten Mauretanien, Senegal und Kap Verde durchzuführen. 2009 wurde diese Kooperation auf gemeinsame Landpatrouillen erweitert. Im Laufe der Jahre wurde das Überwachungsprogramm auf weitere Staaten wie Gambia und Guinea-Bissau ausgedehnt. Es erlaubt der spanischen Leitstelle auf den Kanaren, in Afrika gewonnene Radarinformationen und Satellitenbilder von in See gestochenen Migrantenbooten in Echtzeit zu sichten und verfügbare Einsatzkräfte per Mausklick an den Kontaktpunkt zu beordern. Hinzu kommen Operationen an Land, um das Ablegen der Pirogen schon an afrikanischen Stränden zu verhindern. Heute fliegt ständig mindestens ein Aufklärungsflugzeug die westafrikanische Küste entlang, hinzu kommen Hubschrauber sowie Marineschiffe vieler Staaten. Allein in Mauretanien hat die Guardia Civil derzeit etwa vierzig Beamte stationiert, davon sind 25 stets im Außeneinsatz mit ihren mauretanischen Partnern. Einen großen Teil von „Seahorse“ finanziert die Europäische Kommission, laufende Kosten wie Treibstoff und Gehälter werden offenbar von Spanien selbst und vor allem von der EU-Grenzschutzagentur Frontex übernommen. Auch wenn sich andere EU-Staaten über Frontex an dem Überwachungsprogramm im Rahmen der europäischen „Hera“-Operationen beteiligen, so ist es bis heute immer Spanien, das die Koordination aller Operationen inne hat. Frontex indes operiert offenbar unter Berufung auf Abkommen, die allein Spanien in Afrika aushandelte. Auch ein Rücknahmeabkommen mit Senegal und Mauretanien hat die EU nicht geschlossen. Heute versucht kaum einer mehr, über Mauretanien nach Europa zu gelangen. „Die Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert in Westafrika rasend schnell“, sagt Anke Strauß, die Leiterin des mauretanischen Büros der Internationalen Organisation für Migration (IOM). „Dass der Weg über den Atlantik praktisch zu ist, das wissen die.“ Der Zerfall von Libyen nach dem Sturz von Machthaber Muammar al Gaddafi hat ein Übriges getan. Der Weg durch das Bürgerkriegsland ist seitdem viel einfacher geworden. Die Hauptroute in Richtung Europa verläuft heute über Niger und Algerien nach Libyen, von wo aus die Boote über das im Vergleich zum Atlantik weniger gefahrvolle Mittelmeer ablegen. Trotzdem halten sich auch heute Hunderttausende Migranten in Mauretanien auf, einem Land, das selbst nur rund dreieinhalb Millionen Einwohner hat. Die Regierung spricht von 700.000 Migranten, davon sollen 300.000 Senegalesen sein, die hier hauptsächlich Arbeit im Fischerei- und im Bausektor suchen. Hinzu kommen rund 50.000 Flüchtlinge, die überwiegend in M‘bera im Süden Mauretaniens an der Grenze zu Mali untergebracht sind. Senegals Präsident Macky Sall, der im Gegensatz zu seinem nördlichen Gegenüber Abdel Aziz an der Spitze einer oft gelobten Demokratie steht, kooperiert ebenfalls eng mit den europäischen Grenzschützern. Doch warnte Sall zuletzt vor einer Abschottungspolitik Europas und verlangte Möglichkeiten der legalen Einreise zum Studieren und Arbeiten. Die insgesamt rund eine halbe Million Senegalesen im Ausland überwiesen 2013 insgesamt 1,7 Milliarden Euro nach Hause - und bestreiten damit rund zehn Prozent der Wirtschaftsleistung Senegals." (Frankfurter Allgemeine Zeitung 2017, Nr. 165, p. 2 und 5; 2015, Nr. 233, p. 7); vgl. auch Kurse Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Akademie der Kunst und Philosophie
[12] Johann Georg Reißmüller 1973: Auch Dalmatien ist Kroatien. In Hans Joachim Bornhage, Car-August Blome: Dalmatien. Hamburg. Siehe auch Kurse, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur , Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik und Nr. 559 - Wolfram von Eschenbach. Akademie der Kunst und Philosophie
[13] Science Review Letters 2016, 15, Nr. 734 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 209, p. 8; vgl. Kurse Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 545 Sittenlehre, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[14] Heinz Scheibenpflug 1960: Mariazell - Magna Mater Austriae. In Albrecht Bürkle et al.: Steiermark. Hamburg; Humbert Fink 1960: Unter südlicher Sonne. Die Oststeiermark. In: Ders.; Ulrich Ocherbauer 1960: Maßvolle Verbindlichkeit. In. Ders.; siehe auch Kurse Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie, Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung, Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 512 Novalis, Nr. 545 Sittenlehre, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[15] Ebd.; vgl. Kurse Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur , Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik. Akademie der Kunst und Philosophie
[16] Science Review Letters 2017, 16, Nr. 835 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2017, Nr. 2015, p. 8; Nr. 203, p. 10; Nr. 197, p. 2; Nr. 193, p. 3; Nr. 194, p. 8; zu Averroes und Maimonides vgl. Abschnitt und Anm. 6; zu Moscheen als gefährliche Orte vgl.: Hans-Christian Rößler 2017: Die Moschee in der Schlucht des Todes. In der spanischen Enklave Melilla operieren Dschihadisten im Grenzgebiet zwischen Europa und Afrika. Madrid ist die Kontrolle längst entglitten. Frankfurt a.M. 
[17] Vgl. Anm. 13-14 und 16
[18] Ib.
 
 

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Letzte Bearbeitung:04.09.2017