Akademie der Kunst und Philosophie | Academy of Arts and Philosophy
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Kurs Nr. 622

Victor Hugo - Poet, Dramatist and Novellist


"Du Meer, wo jeder Fels sich nennt nach einem Siege,
Du Archipel, besät mit Klippen, süße Pracht,
Ihr schönen Inseln, die des Frühlings Genien hüten,
Die ihr bei Tag erscheint wie Körbe, voll von Blüten,
Wie duftge Vasen in der Nacht.

Mein stolzes Vaterland, du Sparta, neu erblühend
In Freiheit, Hydra, kühn und kühne Lieder sprühend,
Matrosenstadt, von Mast und Segeln überragt,
Lebwohl, ich liebe dich, du Hoffnung der Hellenen,
Du grüner Strand, betaut von Tränen,
Ihr Felsen, die der Blitz zerschlägt, die Flut benagt." - Victor Hugo

"O horrible! O horrible! most horrible!"
Shakespeare, Hamlet.

Victor Hugo

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:
 

Ähnlich wie Lord Byron, Goethe und andere Dichter und Komponisten, hat auch Victor Hugo mit "Les Orientales (Orientalia)", 1829 einen Beitrag zum Philhellenismus geleistet, der mit Ausbruch des griechischen Unabhängigkeitskrieges 1821 in Europa sich ausbreitete. (Une immense émotion face aux horreurs commises traversa l'Europe, suscitant une première vague de philhellénisme. Castlereagh, le Foreign Secretary britannique, menaça l'Empire ottoman d'une rupture des relations diplomatiques. Eugène Delacroix exposa sa Scène des massacres de Scio au Salon de 1824. Charles X en fit immédiatement l'acquisition pour les collections du Louvre. En Russie, le prince Golitsyn organisa une collecte de fonds pour venir en aide aux victimes des massacres. Le recueil Les Orientales de Victor Hugo, comprend un poème « L'enfant grec » consacré au massacre de Chios. Les Grecs reçurent l’aide de nombreux volontaires étrangers (les Philhellènes), notamment des libéraux britanniques comme Lord Byron et français tels le colonel Fabvier, et remportèrent des succès sur les troupes du sultan. Byron débarqua avec des armes fournies par les comités philhellènes européens le 4 janvier 1824 à Missolonghi. Sa mort, en avril, fut un important signal de prise de conscience de la situation à travers toute l’Europe. Hector Berlioz, pour commémorer ces évènements va composer en 1825 une Scène héroïque (La Révolution grecque) a pour deux basses, choeur mixte et orchestre.) [1]

Zum "Weiber-Mischmasch des Islams" (Franz Werfel) und über türkische Männer und ihre Frauen im Harem schreibt Lord Byron: "Sie halten sie wie Hunde (im Vertraun / Gesagt) und kaufen sie, wie wir ein Pferd; / Zwar viele sind's, doch sieht man nichts davon", verschleiert werden sie, was heute sogar in Europa erlaubt ist: "Sie bleiben stets verschleiert und bewacht / Und sehen kaum die männlichen Verwandten"; auch die Einfältigkeit der Türken zeigt sich an den Frauen: "Da Türken nicht gesprächig sind, so kannten / Die Fraun von je kein anderes Vergnügen, / Als Bäder, Liebe, Putz und Kinderkriegen / Sie wissen nichts von Lesen oder Schreiben, / Von Kritisiren oder Versemachen; / Journale, Predigten, Romane bleiben / Wie Geist und Witz für sie stets fremde Sachen, – / Die Bildung würde sie zum Aufruhr treiben!". Victor Hugo schreibt über die Mond- und Venusanbeter in Moscheen und Harems: "Schaut man die Harems, wo Langweil' und Gram nur wohnt, / Die blauen Dome, blau, dem Himmel gleich, dem reinen, / All die Halbmonde, die ein leiser Abglanz scheinen /  Des Halbmonds, der am Himmel thront." [2]

Die Kuppeln der Moscheen werden mit militärischer Ausrüstung verglichen und als "Riesenhelme, spiegelblank" gedeutet, die Minarette als "Lanze" mit "blanken Spitzen", so wie es der heutige Osmanenführer, der durch türkischen Honig schon einen gewissen Grad der Verrücktheit erreicht hat, verstanden wissen wollte. [3]

Ein seltsamer Totenkult, der zu Ehren des Götzen Allah, bzw. des Sultans veranstaltet wird: "Erloschnen Auges, bleich, schwarzlockig auf den Zinnen / Gereiht sind Köpfe rings, von welchen Tropfen rinnen / Auf Rosen und Jasmin, die blühend stehn und dicht; / Und traurig, wie ein Freund, ein Tröster, kommt gegangen / Der Mond, der Toten-Stern, auf blutig blasse Wangen / Wirft er sein mildes blasses Licht." Die Köpfe gehörten in der Regel christlichen Märtyrern, die z.B. beim beten geköpft wurden. [4]

Die Griechen wollten endlich ihre Freiheit zurück und alle Türken zum Teufel jagen ("Jagt hinaus die Türkenrotte"), wo sie Religionstechnisch gesehen auch hingehören: "Zur fernen Heimat jagt die Türkenschiffe wieder". Die Kirchen sollten wieder aufgebaut und alles, was an die muslimischen Türken erinnerte, sollte aus dem Land verschwinden: "Ist Missolunghi frei, und kehr' ich in mein Eiland, / Dann eine Kirche bau' ich unserm Herrn und Heiland, / Und fall' ich, sink' ich in die schwarze Nacht hinab, / Eh, teure Heimat, ich gebrochen deine Bande, / Bringt meine Asche dann zur Ruh' im freien Lande, / Grabt mir im Sonnenschein mein Grab." [5]

Der verweichlichte und halbverrückte Sultan, wohnhaft im "ekeln Hause" und bekannt als Menschenschlächter und Christenverfolger wird von vielen Autoren beschrieben: "Des Schwertes Ernte will der Türke sich begaffen, / Der feige Sklav, drum rührt ganz Stambul sich und kreist. / Und unsre Köpfe, hier verhöhnt am ekeln Hause / Der Sünde, dienen nur zum Schmause / Dem Sultan ohne Scham, der mit den Raben speist." [6] 

Die großen griechischen Freiheitskämpfer wie Jannis Makryjannis, Kanaris, Theodoros Kolototronis, Nikitas Stamatelopoulos (Nikitaras), Georgios Karaiskakis, Kitsos Tzavellas, Ioannis Kolettis, Ioannis Graf Kapodistrias, Ioannis Gouras, Odysseas Androutsos, Alexandros Mavrokordatos, Andreas Metaxas, Yennaios Kolokotronis, wurden immer wieder besungen, in Klöstern hängen ihre Portraits. Die "Türkenrotte" dagegen, die "Brut des Eblis", wird kaum erwähnt: "Doch diese Toten hier, die Niemand kennt, die rohen / Plattschädel, angereiht den Stirnen der Heroen, / Sind Türken, sind der Brut des Eblis zugezählt, / Gesindel, das vorm Schwert sich bückt, und dem das Leben, / Das hündische, man nimmt, wenn eben / Noch an der blut'gen Zahl ein Kopf dem Sultan fehlt." [7] 

Wo der "Gifthauch" der Türken bzw. des Sultans hinweht, werden Kinder, Frauen und Großmütter versklavt: "Welch ein Geschrei? ... Es ist die Stunde, wo, – o Grauen! – / Er unsre Töchter raubt, die Schwestern und die Frauen, / Die frische Blüte welkt, weht sie sein Gifthauch an; / Der Kaisertiger brüllt vor Lust, und seine Beute, / Dort unsre Jungfrau'n zählt er heute, – / Nachts, – unsre Köpfe zählt am Tag er morgen dann.« [8] 

Die Lehre des Islams (die Lehre Mohammeds) ist "Gott und Menschen Feind durch seine blutge Lehre, / Verschlossen ist sein Blick dem milden Himmelslicht." Victor Hugo meint, man könne nur Mitleid haben mit diesen Kreaturen. Auch der Sultan ist, wie auch der heutige türkische Präsident, bemitleidenswert, da er jederzeit von seinem Thron fliegen kann: "Mit blut'gen Schädeln ist umkränzt des Sultans Krone, / Und sicher darum sitzt er doch nicht auf dem Throne / ... Der Unglückselge! – Stets von Schrecken rings umgeben, / Zum Fluche macht er sich sein ödes Erdenleben, / Kaum, dass der Abend sich für ihn vom Morgen trennt; / Langweile kennt er nur! ... Als Götzen auf der Erde / Verehrt ihn seine Sklavenheerde, / Des Spahi's Peitsche sorgt, dass stets der Weihrauch brennt." [9] 

Wer als getaufter Christ zum Islam konvertiert, ist wie alle KonvertitInnen - auch in Europa - verflucht und von der Seligkeit ausgeschlossen: "Beneiden müssen uns die Apostaten! – Schande / Dem Christen, der zerriss der Taufe heilge Bande, / Vergeblich schrieb man einst ihn in das Lebensbuch. / Er darf zum Himmel nicht, in dem wir wohnen, ziehen, / Ein Gift ist, aus dem Mund gespieen, / Sein Name, und man nennt ihn nur mit einem Fluch" KonvertitInnen gelten in Europa als besonders gefährlich und müssen als Gefährder eingestuft werden. [10] 

Schon damals, als es um die Befreiung Griechenlands ging, war das christliche Europa träge. Auch zur Zeit des Völkermordes an den Armeniern war Europa träge, so wie es heute zu träge ist, die Türkei aus der Nato zu werfen und sie aufzuteilen zwischen Griechenland (Europa), Armenien und Syrien. Vor allem Firmen wie Bosch, VW, Ford,  Toyota, Hyundai, Renault, Mercedes, MAN, Brax, Maas, Rapunzel, Ferrero (Nutella, Duplo) fördern die Türkei, indem sie dort produzieren lassen: "Und du, o christliches Europa, unsre Klagen / Erhöre! Haben nicht für uns sich einst geschlagen / Der heilge Ludwig und der Ritter tapfre Reihn? – / Wähl' endlich, wem die Welt sich soll zu Füßen legen, / Dem Heiland und dem Kreuz, – dem Omar und dem Degen, / Dem Turban oder Heilgenschein?« [11] 

"Schaut man die Harems, wo Langweil' und Gram nur wohnt,
Die blauen Dome, blau, dem Himmel gleich, dem reinen,
All die Halbmonde, die ein leiser Abglanz scheinen
  Des Halbmonds, der am Himmel thront.

Leicht kann das Auge die scharfkantigen Türme sehen,
Der Häuser plattes Dach, die Spitzen der Moscheen,
Den maurischen Balkon mit blumigem Gewind,
Und hinterm Gitter wohl versteckt die Fensternischen,
die goldnen Schlösser, auf der Stirn, gleich Reiherbüschen,
  Palmbäume, wiegend sich im Wind;

Die weißen Minarets mit ihren blanken Spitzen; –
So mag von Elfenbein wohl eine Lanze blitzen, –
Bemalte Kioske, dort Leuchttürme, strahlend, schlank,
Und dort auf dem Serail, das Mauern hoch umkränzen,
Die Kuppelreihn von Zinn, die durch das Dunkel glänzen,
  Wie Riesenhelme, spiegelblank.

Ja, das Serail! ... Es schwimmt heut Nacht in wilder Freude;
Beim Klang des Tamburins, auf Teppichen von Seide,
Drehn die Sultanen sich in Sälen, flammend schier;
Wie Fürsten, deren Haupt Gold und Juwelen krönen,
So prangt es heute stolz vor des Propheten Söhnen, –
  Sechstausend Köpfe, – welche Zier!

Erloschnen Auges, bleich, schwarzlockig auf den Zinnen
Gereiht sind Köpfe rings, von welchen Tropfen rinnen
Auf Rosen und Jasmin, die blühend stehn und dicht;
Und traurig, wie ein Freund, ein Tröster, kommt gegangen
Der Mond, der Toten-Stern, auf blutig blasse Wangen
  Wirft er sein mildes blasses Licht.

Hoch vom Serail, vom Tor mit dem arabischen Bogen
Herunterschauen Drei, von schwarzen Kräh'n umflogen,
Drei Köpfe, die das Schwert des Mörders plötzlich traf,
Der Erste, scheint's, erlag in heißen Kampfesnöten,
Der Zweite, während sich der Mund bewegt' im Beten,
  Der Dritte fiel im Todesschlaf.

Indes die Wachen, starr, wie sie, ans Tor sich lehnen,
Mit stieren Blicken um sich schaun und schläfrig gähnen,
Tun auf die Lippen die drei Köpfe an der Wand,
Es glich ihr Wort dem Sang, den man wohl hört im Traume,
Dem Winde, dessen Hauch entschläft am Waldessaume,
  Der Flut, verhallend leis am Strand.

Erste Stimme.

»Wo bin ich denn? ... Wo ist mein Brander? – Fort! – Ans Steuer!
Eilt, Missolunghi raucht, eilt, Brüder, schaut das Feuer!
Die Türken stehn am Wall, sie stürmen, dringen ein!
Zur fernen Heimat jagt die Türkenschiffe wieder,
Und meine Fackel soll, ihr Brüder,
Ein Leuchtthurm Euch, ein Blitz, der trifft, den Feinden sein!

Stoßt ab! – Lebwohl, Korint, du Cap, des Sturmes Wiege,
Du Meer, wo jeder Fels sich nennt nach einem Siege,
Du Archipel, besät mit Klippen, süße Pracht,
Ihr schönen Inseln, die des Frühlings Genien hüten,
Die ihr bei Tag erscheint wie Körbe, voll von Blüten,
Wie duftge Vasen in der Nacht.

Mein stolzes Vaterland, du Sparta, neu erblühend
In Freiheit, Hydra, kühn und kühne Lieder sprühend,
Matrosenstadt, von Mast und Segeln überragt,
Lebwohl, ich liebe dich, du Hoffnung der Hellenen,
Du grüner Strand, betaut von Tränen,
Ihr Felsen, die der Blitz zerschlägt, die Flut benagt.

Ist Missolunghi frei, und kehr' ich in mein Eiland,
Dann eine Kirche bau' ich unserm Herrn und Heiland,
Und fall' ich, sink' ich in die schwarze Nacht hinab,
Eh, teure Heimat, ich gebrochen deine Bande,
Bringt meine Asche dann zur Ruh' im freien Lande,
Grabt mir im Sonnenschein mein Grab.

Ha, Missolunghi! – Jagt hinaus die Türkenrotte,
Kamraden, aus den Forts, und aus der Bucht die Flotte,
Das Schiff des Admirals verbrenne, wer es trifft.
Die Brander rüstet, spitzt ihm seiner Krallen Schärfe;
Und wenn ich auf sein Schiff mich werfe,
Dann meinen Namen schreib' ich drauf mit Flammenschrift.

Sieg, Freunde, Sieg! ... O Gott, auf meinen leichten Nachen
Fällt eine Bombe, Deck und Diel' und Balken krachen ...
Er kreist, er bricht, thut auf der salzgen Flut den Schlund!
Ich schrei umsonst, indem die Wogen mich umwinden,
Lebt wohl, mein Leichentuch werd' ich im Seegras finden,
Mein sandiges Bett im Meeresgrund.

Doch nein! – Wach' ich denn nicht? – Vor'm Auge welch ein Nebel!
Welch grauser Traum! ... Es fehlt mein Arm dem krummen Säbel!
Welch schwarzes Grau'n um mich? Traf mich ein Donnerkeil?
Was hör' ich? ... Lieder? ... Kommt der Ton aus Frauenkehlen?
Sind's Stimmen abgeschiedner Seelen?
Bin ich im Himmel? ... Blut? ... Was seh'ich? ... Das Serail!«

Zweite Stimme.

»Ja, Kanaris, das ist's! – Schau her nach meinem Haupte,
Das aus dem Sarg zum Fest die Wut der Türken raubte,
Sie haben bis ins Grab verfolgt den Botzaris,
Sieh diese Knochen, die sie nahmen weg gleich Dieben,
Den Rest, der noch von ihm dem Sultan überblieben,
Den ihm der Wurm des Grabes ließ.

Ich schlief in meinem Grab, als mich der Ruf erweckte:
»Helft! Missolunghi fällt!« – Ich hob mich halb, ich reckte
Mein Ohr, ein wilder Lärm drang bis in meine Nacht,
Von Ferne hört' ich der Kanonen dumpfes Grollen,
Verworrnes Rufen, Wagenrollen,
Gestampf und Waffenklang und wilden Lärm der Schlacht.

Ich hör' im Kampf, der tobt um Wall und Kasematten,
In allen Straßen schrein: »Erschein', o edler Schatten
Des Botzaris und steh' den armen Griechen bei!«
Um zu entkommen, hab' ich meine armen Knochen
An meinem Leichenstein vergebens mir zerbrochen,
Und dennoch rang ich mich nicht frei.

Da glühte plötzlich, ein Vulkan, der Grund und bebte ...
Dann Alles still ... Vor'm Aug', ins Jenseits schauend, schwebte
Mir sichtbar, was noch nie lebendige Augen sahn;
Aus Erd' und Meer und Glut in Schwärmen, nicht zu zählen,
Entflohn auf einmal arme Seelen,
Und stürzten tief hinab und flogen himmelan.

Die Türken plünderten mein Grab, ihr Hass gesellte
Zu Euren Häuptern auch das meine, das entstellte,
In des Tartaren Sack warf man sie ohne Wahl.
Und mein geköpfter Leib empfand ein süßes Beben,
Ich glaubte für das Kreuz und Griechenland mein Leben
Zu opfern noch ein zweites Mal.

Verlassen nun einmal hat uns das Glück der Waffen!
Des Schwertes Ernte will der Türke sich begaffen,
Der feige Sklav, drum rührt ganz Stambul sich und kreist.
Und unsre Köpfe, hier verhöhnt am ekeln Hause
Der Sünde, dienen nur zum Schmause
Dem Sultan ohne Scham, der mit den Raben speist.

Sieh unsre Helden all: Kostas, den Palikaren;
Christo, vom Berg Olymp; Hellas mit seinen Schaaren;
Kitzos, einst Byron's Freund, der sang so kühn, so hell;
Der Sohn des Hochgebirgs, der unsres Volkes Stöhnen
Vernommen, Mayer, der des Thrasybulos' Söhnen
Gebracht den Pfeil des Wilhelm Tell . 

Doch diese Toten hier, die Niemand kennt, die rohen
Plattschädel, angereiht den Stirnen der Heroen,
Sind Türken, sind der Brut des Eblis zugezählt,
Gesindel, das vorm Schwert sich bückt, und dem das Leben,
Das hündische, man nimmt, wenn eben
Noch an der blut'gen Zahl ein Kopf dem Sultan fehlt.

Dem Minotaurus gleich in unsern alten Sagen
Ist nur ein Einz'ger, der sich lässt das Mahl behagen,
Das Mahl, vom Volk begafft, – von uns die Reste hier;
Die andern Zeugen, die das Gräuelfest besuchen,
Die stummen Henker dort, die hässlichen Eunuchen, –
Die, Freunde, die sind tot wie wir.

Welch ein Geschrei? ... Es ist die Stunde, wo, – o Grauen! –
Er unsre Töchter raubt, die Schwestern und die Frauen,
Die frische Blüte welkt, weht sie sein Gifthauch an;
Der Kaisertiger brüllt vor Lust, und seine Beute,
Dort unsre Jungfrau'n zählt er heute, –
Nachts, – unsre Köpfe zählt am Tag er morgen dann.«

Dritte Stimme.

Joseph, der Bischof, grüsst Euch, meine lieben Brüder! 
Ja, Missolunghi fiel! Durch Hunger wollt' es nieder
Nicht sinken, fallen nicht entwürdigt und geschwächt;
Und fiel es, sollten auch die Türken nicht entlaufen,
Die Fackel legt' es selbst an seinen Scheiterhaufen,
Und sterbend hat es sich gerächt.

Schon zwanzig Tage war die Stadt in schweren Nöten,
Ich rief: »Kommt Alle, Volk und Heer, und lasst uns beten,
Wir sagen uns Lebwohl beim Brot, das Gott bescheert,
Empfangt aus meiner Hand die höchste aller Gaben,
Die einz'ge Kost, die wir noch haben,
Die unsre Seelen speist und heiligt und verklärt.

O welch ein Abendmahl! Da kamen sie, die Blassen,
Und suchten mit dem Mund die Hostie zu erfassen,
Soldaten, mutig noch, doch abgezehrt, gebeugt,
Frau'n, Greise, Mädchen, die zum letzten Mal sich grüssten,
Und Mütter, wund und siech, mit Kindern an den Brüsten,
Mit Blut, ach, statt mit Milch gesäugt.

So kam die Nacht. Man ging. Doch drangen bei dem Schimmer
Des Monds die Türken ein auf Leichen und auf Trümmer,
Und meine Kirche tat sich aus dem wilden Zug;
An dem Altar, den sie zertrümmert, abgeschlagen
Ward mir das Haupt ... ich kann nicht sagen,
Wer mit dem Schwert, indem ich betete, mich schlug.

O Brüder, Mahmud, – schenkt ihm eine Mitleidszähre! –
Ist Gott und Menschen Feind durch seine blutge Lehre,
Verschlossen ist sein Blick dem milden Himmelslicht.
Mit blut'gen Schädeln ist umkränzt des Sultans Krone,
Und sicher darum sitzt er doch nicht auf dem Throne: –
Vielleicht er ist so grausam nicht.

Der Unglückselge! – Stets von Schrecken rings umgeben,
Zum Fluche macht er sich sein ödes Erdenleben,
Kaum, dass der Abend sich für ihn vom Morgen trennt;
Langweile kennt er nur! ... Als Götzen auf der Erde
Verehrt ihn seine Sklavenheerde,
Des Spahi's Peitsche sorgt, dass stets der Weihrauch brennt.

Euch blüht die höchste Lust, Ihr strahlt im hellsten Lichte,
Besiegt hienieden nennt Euch Sieger die Geschichte,
Gott sieht auch am Serail auf Euch mit Huld herab,
Nie, selbst in fernster Zeit, wird Euer Ruhm erbleichen,
Ein Siegesmonument, ein Denkmal ohne Gleichen
Sind Eure Häupter ohne Grab.

Beneiden müssen uns die Apostaten! – Schande
Dem Christen, der zerriss der Taufe heilge Bande,
Vergeblich schrieb man einst ihn in das Lebensbuch.
Er darf zum Himmel nicht, in dem wir wohnen, ziehen,
Ein Gift ist, aus dem Mund gespieen,
Sein Name, und man nennt ihn nur mit einem Fluch.

Und du, o christliches Europa, unsre Klagen
Erhöre! Haben nicht für uns sich einst geschlagen
Der heilge Ludwig und der Ritter tapfre Reihn? –
Wähl' endlich, wem die Welt sich soll zu Füßen legen,
Dem Heiland und dem Kreuz, – dem Omar und dem Degen,
Dem Turban oder Heilgenschein?«

Ja, Bozaris, Joseph und Kanaris, vernehmen
Wird Eure Stimme sie, ihr tapfern, heilgen Schemen,
Sie wird das Zeichen sehn, das an der Stirn Euch glänzt.
Anstimmend einen Sang des Sieges und der Reue
Zur Laut' und Harfe singt Hellas, das alt' und neue,
Von Eurem Doppelruhm, der Euer Haupt umkränzt:

»Ja, Ihr seid Heilige, Halbgötter und Bekenner,
Erhabne Dulder und die Tapfersten der Männer,
Vor Allen glänztet Ihr im Kampf durch hohen Mut.
Geschändet haben sie Euch noch im Totenbette!
Einst bei Thermopylä, dann auf der Schädelstätte, –
Ja Euer Blut, so oft es floss, war Opferblut.

Ha, wenn Europa nicht, anstatt zu wimmern, handelt,
Bis zum Serail den Pfad, den Ihr ihm zeigt, nicht wandelt,
Nur Fluch und Unheil ist's, was sie sich selbst dann sät.
Du Seemann, Priester und Soldat, ihr Tapfern, Frommen,
Im Himmel seid Ihr, im Olymp seid Ihr willkommen,
Du Helden-Dreigestirn, Märtyrer-Trinität! (1826)
 
 

Die Philhelenen brechen auf

Überall herrscht Aufbruchstimmung: "Nach Hellas! – Fort! – Lebt wohl! Wir scheiden wohlgemut", die Türken sollen aus ganz Griechenland inkl. Konstantinopel, den gesamten Inseln und der kleinasiatischen Küste vertrieben werden. "Gebt mir den Turban, gebt das Schwert mir in die Hand, / Vorwärts, und sattelt mir den Renner!" [12]

Es geht immer darum, die "Türkenrotte" zurückzudrängen, die Mittelmeerküste von Türken zu befreien, türkische Kriegsschiffe zu versenken und Christen zu unterstützten: Auch nach der Seeschlacht von Navarin kämpften französische und englische Kriegsschiffe gegen die Türken wie z.B. Franz Werfel berichtet: so gab es die "Vorhut eines englisch-französischen Geschwaders" , das die Aufgabe hat, "in nordwestlicher Richtung die anatolische Küste entlang zu streifen. Der »Guichen« sei gestern abend schon, drei Stunden vor der Hauptmacht, aus der Zypernbucht von Famagusta ausgelaufen. Der Höchstkommandierende der Flottille, der Konteradmiral, befinde sich auf dem Linien- und Flaggschiff »Jeanne d'Arc«. Man habe seine Entscheidung abzuwarten. Vor einer Stunde schon sei ein Funkspruch an die »Jeanne d'Arc« gesendet worden. Die Abgesandten aber möchten sich nicht ängstigen, denn es bestehe kein Zweifel darüber, dass ein französischer Admiral einen so tapferen Stamm des misshandelten armenischen Christenvolkes nicht einfach seinem Schicksal überlassen werde." Die Franzosen kämpften auch zu begin des 19. Jahrhunderts, zur Zeit des Lord Byron und Victor Hugo für die Befreiung des christlichen Griechenlands von den barbarischen Türken: Französ'sche Büchsen, hört ihr nicht den Ruf? Erwacht! / Ihr schlieft nur allzu lang! Und du, Musik der Schlacht, / Kanonen, Bomben und Haubitzen,
Erwacht, ihr Rosse, hebt den starken Huf und scharrt, / Ihr Säbel, die ihr noch der blut'gen Taufe harrt, / Pistolen, die Verderben blitzen! " [13]

Nach Hellas! – Fort! – Lebt wohl! Wir scheiden wohlgemut;
Und fließen soll einmal der Henker schnödes Blut,
Nicht länger mehr das Blut der Männer.
Freiheit und Rache! Fort, nur fort, nach Griechenland!
Gebt mir den Turban, gebt das Schwert mir in die Hand,
Vorwärts, und sattelt mir den Renner!

Wenn ziehn wir ab? – Noch heut! – Wer weiß, was morgen droht?
Rasch Waffen, Pferde, und im Hafen dann ein Boot!
Ein Boot? – O Gott, warum nicht Schwingen?
Von unsrem alten Heer die Reste nur lasst ziehn,
Glaubt mir, wir sähen bald die blut'gen Tiger fliehn
Und rasch, wie die Gazellen, springen.

O Fabvier, führ' uns Du! Du warst ein Fürst, ein Mann,
Indes die Kön'ge nicht, was sie gesollt, getan,
Du Führer schwer gezähmter Schaaren.
Den alten Römer sah das neue Griechenland
Im schlichten Krieger, der mit seiner rauhen Hand
Des Volkes Rechte sucht zu wahren.

Französ'sche Büchsen, hört ihr nicht den Ruf? Erwacht!
Ihr schlieft nur allzu lang! Und du, Musik der Schlacht,
Kanonen, Bomben und Haubitzen,
Erwacht, ihr Rosse, hebt den starken Huf und scharrt,
Ihr Säbel, die ihr noch der blut'gen Taufe harrt,
Pistolen, die Verderben blitzen!

Die Kämpfer will ich seh'n stets in den ersten Reihn,
Will sehn die Spahis, die sich stürzen jäh hinein,
Ein Strom, aufs sklavische Gelichter;
Will schauen, wie vom Pferd ihr Damascenerschwert
Dem Türken krumm geschweift durch seinen Nacken fährt;
Vorwärts! ... Doch, wie, du armer Dichter? ... (1827)
 
 

Navarin

Infolge des Falls von Byzanz 1453 hatten sich griechischsprachige Gelehrte in ganz Europa niedergelassen, wo sie die Kenntnis der altgriechischen Sprache und Schriften beförderten. Restriktionen und Repressalien der osmanischen Herrscher führten zu weiteren Migrationswellen, vor allem von Kaufleuten. Seit dem 17. Jahrhundert konnte eine größere Anhängerschaft, besonders unter Intellektuellen und Bürgerlichen, für die Befreiung Griechenlands gewonnen werden, was sich etwa auch in der Gräzisierung von Namen oder dem Philhellenismus ausdrückte. Nach dem Wiener Kongress und den Karlsbader Beschlüssen war der griechische Freiheitskampf auch im deutschsprachigen Raum ein gewichtiges Thema, was sich auch daran zeigte, dass Schriftsteller das zeitgenössische Griechenland zum Thema nahmen (beispielsweise Wilhelm Müller (Der kleine Hydriot), Leopold Schefer oder Goethe, der Gedichte aus dem Neugriechischen übersetzte). Diese Haltung entstand auch in Opposition zu einer überdauernden Griechenfeindlichkeit, die im Wesentlichen eine Spätfolge des religiösen Schismas war. [14]

Trotz Ereignissen wie dem Massaker von Chios sahen viele Politiker vor allem die Geschäftsbeziehungen zum Osmanischen Reich gefährdet; ähnlich wie heute auch die Politiker um Geschäftsbeziehungen fürchten, so dass die deutsche Bundeskanzlerin Merkel bei den Komikern sogar als Bauchtänzerin des türkischen Präsidenten dargestellt wird. Die Freiheit Griechenlands führte zu einer Schwächung des Osmanischen Reiches in Europa und wurde zum Vorbild weiterer Unabhängigkeitsbewegungen in Südosteuropa; Moscheen wurden wieder in Kirchen zurückverwandelt und hässliche neue Moscheen zerstört; unverständlicherweise werden heute wieder Moscheen - sogar im christlichen Europa gebaut. Auf dem Balkan, allem voran in gemischt besiedelten Gebieten, entstanden Konflikte zwischen christlichen und muslimischen Bewohnern. [15]

Die Endphase des Kampfes der Griechen gegen die Türken wurde durch das Eingreifen fremder Mächte bestimmt. Es eilten die modernisierten ägyptischen Streitkräfte unter der Führung von Mehmet Ali den Türken zu Hilfe. Im Jahre 1825 landeten sie auf der Peloponnes und eroberten den Hafen von Navarino. Die Revolution war damit im Prinzip gescheitert. Es war nun ein leichtes, die Peloponnes von den zerstrittenen Griechen zurückzuerobern. Die europäischen Großmächte waren allerdings in keinem Fall dazu bereit, Mehmet Ali die Herrschaft sowohl über Ägypten als auch über Griechenland zu überlassen. Man einigte sich darauf, die Kräfte zu vereinen und eine Drei-Mächte-Flotte nach Navarino zu senden. In der Schlacht von Navarino im Oktober 1827 versenkte die europäische Flotte den Großteil der gegnerischen Schiffe. Der Kommandeur der Alliierten gegen die Türken war der britische Admiral Sir Edward Codrington (1770-1851). Damit hatte der Sultan den europäischen Großmächten auf der Peloponnes militärisch nichts mehr entgegenzusetzen. Den letzten Akt der Revolution bestimmte der Russisch-Osmanische Krieg (1828–1830). Nach dem russischen Einmarsch in das Osmanische Reich und der Kapitulation des Sultans wurde im Rahmen des Londoner Protokolls im Jahre 1830 die Errichtung eines kleinen, unabhängigen, griechischen Königreiches beschlossen. Das neue Königreich sollte, so wurde beschlossen, von dem deutschen Prinzen Otto I. von Bayern regiert werden. Dieser Prinz als König von Griechenland war für die drei Großmächte eine akzeptable Lösung. [16]

Ottomanische Flagschiffe und Fregatten wurden regelmäßig versenkt von den Kriegsschiffen der großen Freiheitskämpfer, kommandiert von Dimitrios Papanikolis, Constantine Kanaris und Andreas Miaoulis. In der Schlacht von Navarino im Oktober 1827 versenkte die europäische Flotte fast die gesamten türkischen Schiffe inkl. ihrer Verbündeten: "O weine, Kanaris! – Der Maste waren's viel, – / Einhundertzwanzig! – Wo triebst Du Dein kühnes Spiel / Fern dem gewalt'gen Abenteuer? / Besiegt ist ohne Dich der Türke? Höll' und Tod!" (From the early stages of the revolution, success at sea was vital for the Greeks. When they failed to counter the Ottoman Navy, it was able to resupply the isolated Ottoman garrisons and land reinforcements from the Ottoman Empire's provinces, theatening to crush the rebellion; likewise the failure of the Greek fleet to break the naval blocade of Missolonghi (as it did several times earlier) in 1826 led to the fall of the city. The Greek fleet was primarily outfitted by prosperous Aegean islanders, principally from three islands: Hydra, Spetses and Psara. Each island equipped, manned and maintained its own squadron, under its own admiral. Although they were manned by experienced crews, the Greek ships were not designed for warfare, equipped with only light guns and staffed by armed merchantmen. Against them stood the Ottoman fleet, which enjoyed several advantages: its ships and supporting craft were built for war; it was supported by the resources of the vast Ottoman Empire; command was centralized and disciplined under the Kapudan Pasha. The total Ottoman fleet size consisted of 20 three-masted ships of the line, each with about 80 guns and 7 or 8 frigates with 50 guns, 5 corvettes with about 30 guns and around 40 brigs with 20 or fewer guns. In the face of this situation, the Greeks decided to use fire ships, which had proven themselves effective for the Psarians during the Orlov Revolt in 1770. The first test was made at Eresos on 27 May 1821, when an Ottoman frigate was successfully destroyed by a fire ship under Dimitrios Papanikolis. In the fire ships, the Greeks found an effective weapon against the Ottoman vessels. In subsequent years, the successes of the Greek fire ships would increase their reputation, with acts such as the destruction of the Ottoman flagship by Constantine Kanaris at Chios, after the massacre of the island's population in June 1822, acquiring international fame. Overall, 59 fire ship attacks were carried out, of which 39 were successful. At the same time, conventional naval actions were also fought, at which naval commanders like Andreas Miaoulis distinguished themselves. The early successes of the Greek fleet in direct confrontations with the Ottomans at Patras and Spetses gave the crews confidence and contributed greatly to the survival and success of the uprising in the Peloponnese. Later, however, as Greece became embroiled in a civil war, the Sultan called upon his strongest subject, Muhammad Ali of Egypt, for aid. Plagued by internal strife and financial difficulties in keeping the fleet in constant readiness, the Greeks failed to prevent the capture and destruction of Kasos and Psara in 1824, or the landing of the Egyptian army at Methoni. Despite victories at Samos and Gerontas, the Revolution was threatened with collapse until the intervention of the Great Powers in the Battle of Navarino in 1827) [17]

Die Freude war groß wenn Dimitrios Papanikolis oder Constantine Kanaris einen türkischen Pascha samt Schiff in die Luft gejagt hatte: "Bisher, wenn in die Luft aufflog im Flammengraus / Ein Kapudan-Pascha mit Schiff und Mann und Maus, / Glut streuend über Meer' und Lande, / Am schrecklich schönen Spiel wer hätt' erkannt dich nicht? / ... Heut aber, – weine! – schlug man sich, und, Kanaris, / Du fehltest, als man los dem Krieg die Zügel ließ / Und eine Flotte gab zum Besten. / Bist Du nicht Gottes Arm, der Hellas schirmt und rächt? / Dein harren mussten sie. Bist Du mit Fug und Recht / Nicht Gast bei allen solchen Festen?" [18]

In Navarin war Europa einig im Kampf gegen die Tyrannei der Türken, was später leider nicht mehr der Fall war, weshalb sich die Türken weiter in Konstantinopel und der kleinasiatischen Küste festsetzen konnten: "Doch tröste Dich: es ist gebrochen / Der Henker Macht, Hellas ist frei, / Europa hat ein Wort gesprochen, / Zertrümmert ist die Tyrannei. / Wenn Frankreich kämpft, dann muss sich wenden / Dein Schicksal, seinen Rächerhänden / Magst Du vertraun, und gern ihm spenden / Aus Deinem Kranz ein Lorbeerblatt. / Hellas, sei froh und guter Dinge, / Land Byron's und Homers, umschlinge / Als Schwester, Mutter, uns, und singe, / Ist Deine Stimme nicht zu matt." [19]

Es wurde höchste Zeit, die Türken aus Griechenland herauszutreiben, denn sie hatten schon das ganze Land "verpestet", antike Tempel und christliche Kirchen zerstört und in hässliche Moscheen umgebaut: "Zu schön warst Du, zu tief im Leide, / Hellas, um schon zu ruhn im Grab. / Ein jeder Pascha riss vom Kleide / Dir einen heil'gen Fetzen ab. / Hier, wo geschwärmt einst die Mänaden, / Vernahm, statt Liebesserenaden, / Man Jahre lang nur Kanonaden, / Und Gottes Tempel stürzten ein. / Am Himmel des geliebten Landes, / So weit das Auge spähte, fand es / Nicht Wolken, nur den Rauch des Brandes / Und deiner Städte Feuerschein." Die "Muslim-Horden" kamen auch aus Afrika und Asien ("Bande kam auf Bande Aus Asien und Afrika") und scheuten vor nichts zurück: "Nicht vor Apoll noch Christus scheute / Sich Ibrahim, der sie entweihte, / Und wie ein Geier zog auf Beute / Er aus, ein Wolf in gier'ger Eil, / Und was sich in den Weg ihm stellte, / 
Schlug er und schleppt' es heim zum Zelte, / Die Köpfe hängt' er, die er fällte, / Rings aufgespießt an das Serail." [20]

Das christliche Europa kommt Griechenland zu Hilfe, denn Piraten hatten dort ihre rote Halbmond-Flagge gehisst: "Hier ist Europa, das dir endlich hilft, Hellene, / Das endlich Feuer spei'n die Seekolosse lässt; / Aegypten, Asien hier, schwerfällge Schiff' und Kähne, / Piraten, die nicht tot genug einst schlug Duquesne, / Und nicht zertreten ganz, zerstört ihr Geiernest" [21]

Die barbarische "Türkenrotte" wurde unterstützt von anderen "Muslim-Horden" ("Barbareskenrotte"), versenkt wurden alle "Muslim-Horden" in Navarin: "Indes aus Afrika die Barbareskenrotte / Um unsre Schiffe tobt mit ihrer schlechten Flotte, / Und in ohnmächt'ger Wut die Türken matt sich schrei'n, / Klafft jedem Riesenschiff der feuerrote Rachen, / Auf die Barbaren wirft sich rasch ein Heer von Drachen, / Die in gemessnem Takt auf sie Verderben spei'n." [22]

Alles was auf den Namen "Sultan", "Pascha", "Mahmud" oder "Mohammed" hört, ist von vornherein verloren, nur die, die unter dem christlichen Kreuz kämpfen, sind letztlich siegreich: "Wo sind die stolzen Schwäne, / Die Nachen all und Kähne, / Die stolzen Kapitäne, / Armada Mahmuds, wo? / ..Vorbei ist's! Alles ruht im stillen Meeresraume! / Der Masten Spitze deckt die Flut mit weißem Schaume, / Des Sultans Schiffe sind der Wogen Spiel und Tand, / Hier eine Brick, und dort ein Kahn, geknickt, zerrieben, / Schwimmt, Seetang gleich, dahin, und von der Flut getrieben / Zerschellen ächzend sie am schwarzen Felsenstrand." [23]

Der Götze Allah und sein einziger Lügenprophet Mohammed ("Prophet des Trugs") wurde vom christlichen Gott besiegt: "Das ist ein Sieg! Versenkt der Afrikaner Flotte, / Zertreten der Prophet des Trugs vom wahren Gotte, / Der Henker, der Tyrann gebeugt vom schweren Schlag, / Hellas, das sterbende, hat Rettung noch gefunden" [24]

Wie 14 53 und heute kamen Papst und die Regierungen Europas Griechenland erst nicht zu Hilfe, denn man wollte - wie heute auch - die Geschäftsbeziehungen mit der Türkei nicht gefährden; manche wollten die Muslim-Türken sogar in die EU aufnehmen. Die verkorkste westliche Kirche hat sogar den Götzen Allah mit dem christlichen Gott gleichgesetzt. Erst der Philhelenismus der Dichter konnte die Regierungen bewegen. "Die Völker seufzten längst: – »muss Hellas denn verderben? / Du armes Griechenvolk, im Elend musst du sterben? / Rot ist dein Himmel, du erblassest mehr und mehr. / Du edles, teures Volk, um dich zu retten, riefen / Wir auf die Priester, die in ihren Stühlen schliefen, / An Thronen bettelten umsonst wir um ein Heer. / Taub blieb Altar und Thron, kein König hat gesprochen. / Nur Dichterherzen noch macht Hellas' Name pochen! / Ihr lauter Hülferuf brach endlich doch sich Bahn. / Dem Griechenkreuz vertraut Hellas seit alten Tagen ... / Ein Volk ist hier ans Kreuz geschlagen, / An welches? ach, was liegt daran?" [25]

Wer hatte den Griechen wirklich geholfen und wer war ein Verbündeter der barbarischen Türken. Viele Franzosen, Engländer, Deutsche, Italiener und Russen haben auf der Seite der Griechen gekämpft, das Österreich Metternichs (Metternich war ein entschiedener Gegner des Philhelenismus) dagegen hat auf der falschen Seite gekämpft und die "Muslim-Horden", die "Ungläub'gen Reihen", unterstützt, anstatt schon damals ein christliches Europa zu bilden, wie es die Dichter gefordert hatten: "Sei, Albion, gegrüßt, du Königin der Meere, / Zweiköpfiger Adler du des Zaren! Ruhm und Ehre / Den Lilien Frankreichs, die so stolz, so herrlich blühn! / Als ebenbürtig muss sie England heut erkennen, / Der Seeruhm Frankreichs wird hell strahlen, funkeln, brennen, / Aufs neu entzündet hier am Brand von Navarin! / Oestreich, auch du? – Ihr meint wohl, Oestreichs Schiffe seien / Nicht auch dabei? – Doch! – dort in der Ungläub'gen Reihen! / Im Heer der Christen hat sein Aar sich nicht gezeigt, / Er sucht verschämt und scheu vorm Licht sich zu verstecken, / Des Pascha's Rossschweif muss bedecken / Sein Doppelhaupt, das tief sich neigt. / Dort, Oestreich, ist dein Platz! ... Oestreich, entartetes, schau hin und lass dich fragen, / Wie diese Flammen dir behagen? / Ist schöner der als jener Brand?"  [26]

I.
O weine, Kanaris! – Der Maste waren's viel, –
Einhundertzwanzig! – Wo triebst Du Dein kühnes Spiel
Fern dem gewalt'gen Abenteuer?
Besiegt ist ohne Dich der Türke? Höll' und Tod!
O weine, wie Crillon, dem man den Kampf verbot!
Gefehlt hast Du bei diesem Feuer!

Wenn Deiner Meere Flut blutrot sich je und je
Gefärbt, und weit im Kreis sich, wie ein Höllensee,
Ausbreitete, verderbensprühend,
Wenn oft ein schwarzes Schiff vor unsrem Blick zersprang,
Und dann ein Feuerkranz um seinen Bord sich schlang,
Wie ein Vulkan, im Wasser glühend;

Wenn Zelte, Segel man, Turbane, Maste, ganz
Geknickt, Krummsäbel sah, Halbmonde sich im Tanz
Der Wogen drehn beim Windeshauche,
Matrosenjacken und Festkleider, pelzverbrämt,
Den Auswurf, dessen sich so Flut wie Feuer schämt,
Grauweiß vom Schaum, geschwärzt vom Rauche;

Wenn von Aegina, wenn von Jolkos fern daher
Ein mächt'ger Knall erscholl, sich wälzend über's Meer,
Wild prasselnd, donnernd durcheinander: –
Dann wandt' Europa sich dem roten Osten zu,
Und ein Matros am Bord still lächelnd sprach mit Ruh:
»Held Kanaris! Das ist sein Brander!«

Bisher, wenn in die Luft aufflog im Flammengraus
Ein Kapudan-Pascha mit Schiff und Mann und Maus,
Glut streuend über Meer' und Lande,
Am schrecklich schönen Spiel wer hätt' erkannt dich nicht?
Die Schiffe flammend all, dir danken sie ihr Licht,
Dein Brander leuchtete dem Brande.

Heut aber, – weine! – schlug man sich, und, Kanaris,
Du fehltest, als man los dem Krieg die Zügel ließ
Und eine Flotte gab zum Besten.
Bist Du nicht Gottes Arm, der Hellas schirmt und rächt?
Dein harren mussten sie. Bist Du mit Fug und Recht
Nicht Gast bei allen solchen Festen?

II.
Doch tröste Dich: es ist gebrochen
Der Henker Macht, Hellas ist frei,
Europa hat ein Wort gesprochen,
Zertrümmert ist die Tyrannei.
Wenn Frankreich kämpft, dann muss sich wenden
Dein Schicksal, seinen Rächerhänden
Magst Du vertraun, und gern ihm spenden
Aus Deinem Kranz ein Lorbeerblatt.
Hellas, sei froh und guter Dinge,
Land Byron's und Homers, umschlinge
Als Schwester, Mutter, uns, und singe,
Ist Deine Stimme nicht zu matt.

Zu schön warst Du, zu tief im Leide,
Hellas, um schon zu ruhn im Grab.
Ein jeder Pascha riss vom Kleide
Dir einen heil'gen Fetzen ab.
Hier, wo geschwärmt einst die Mänaden,
Vernahm, statt Liebesserenaden,
Man Jahre lang nur Kanonaden,
Und Gottes Tempel stürzten ein.
Am Himmel des geliebten Landes,
So weit das Auge spähte, fand es
Nicht Wolken, nur den Rauch des Brandes
Und deiner Städte Feuerschein.

Sechs Jahre hausten sie im Lande,
Sechs Jahre wilder Kämpfe sah
Hellas, und Bande kam auf Bande
Aus Asien und Afrika .
Nicht vor Apoll noch Christus scheute
Sich Ibrahim, der sie entweihte,
Und wie ein Geier zog auf Beute
Er aus, ein Wolf in gier'ger Eil,
Und was sich in den Weg ihm stellte,
Schlug er und schleppt' es heim zum Zelte,
Die Köpfe hängt' er, die er fällte,
Rings aufgespießt an das Serail.

III.
Nun endlich! – Navarin, die Stadt mit bunten Dächern,
Die Stadt mit goldnem Dom, das weiße Navarin,
Das Terebinthen rings umwehn mit grünen Fächern,
Leiht seinen schönen Golf heut Hellas' mut'gen Rächern,
Zwei Flotten sind's, die sich zum Kampf entgegenziehn.

Zwei Flotten: – Seht ihr nicht des Meeres Rachen gähnen?
Des Feuers Qualm ist ihm, des Blutes Strom ein Schmaus.
Von ihrem Gotte mag man sie geordnet wähnen,
Die Flotte seht ihr weit in Kreuzesform sich dehnen,
Die andre Flotte streckt die Arm' im Halbmond aus.

Hier ist Europa, das dir endlich hilft, Hellene,
Das endlich Feuer spei'n die Seekolosse lässt;
Aegypten, Asien hier, schwerfällge Schiff' und Kähne,
Piraten, die nicht tot genug einst schlug Duquesne,
Und nicht zertreten ganz, zerstört ihr Geiernest.

IV.
Hört ihr die Kanonen knallen? –
Mächtig soll die Antwort schallen,
Die dem Feinde nicht gefällt.
Seht die Flotte dort, die zage,
Gebt ihr eine volle Lage,
Ihr Fregatten, dass es gellt!
Vor dem Hauch aus eurem Munde
Soll zerstäuben sie zur Stunde,
An dem Hafenfels zerschellt!

Alles kracht und zischt zusammen,
Blitz und Schlag, und Rauch und Flammen,
Und die Mordlust hält nicht Rast,
Alles lodert durcheinander;
Feurig jagt dahin der Brander,
Wirft die Hacken nach dem Mast,
Wie der Schakal Elephanten
Beißt, so wird vom wohlbemannten
Boot das Kriegsschiff keck gefasst.

– Entert, entert, werft die Brücke! –
Und sie fassen rasch die Stricke,
Klettern, schwingen sich hinan,
Bord an Bord! Sie hau'n und stoßen,
Ruderknechte und Matrosen,
Truppen mit gespanntem Hahn,
Durcheinander, wie im Nebel,
Fahren Messer, Degen, Säbel,
Helm und Tschako und Turban.

Segel reißen sammt den Tauen,
Fackeln zünden, Beile hauen,
Tote, wo ein Stahl nur blinkt,
Trümmer überall und Fetzen,
Leichenhaufen zum Entsetzen,
Die der Schlund des Meeres trinkt ...
Ha, ein Schlachtfeld, auf den Fluten
Schwimmend, das in hellen Gluten
Sammt den Kämpfern untersinkt.

V.
Welch grause Schlacht! ... Wenn nun der Mensch, dem allzu enge
Das Land, ins Meer hinaus verlegt das Handgemenge,
Dann zittert unter ihm der Boden, wankt und kracht.
Mit seinen Flotten spielt der Ocean, der große,
Ob Sieger, ob besiegt, er birgt sie all im Schooße,
Der Schiffbruch endet jede Schlacht.

Indes aus Afrika die Barbareskenrotte
Um unsre Schiffe tobt mit ihrer schlechten Flotte,
Und in ohnmächt'ger Wut die Türken matt sich schrei'n,
Klafft jedem Riesenschiff der feuerrote Rachen,
Auf die Barbaren wirft sich rasch ein Heer von Drachen,
Die in gemessnem Takt auf sie Verderben spei'n.

Rings Mord und Brand, das Meer ist überstreut mit Asche.
Vom Mast in Flammen reißt den Rauch der Wind, der rasche;
Bewegte Brücken schlägt von Deck zu Deck die Glut,
Die Balken brennen, und die schwarzen Wände brechen
Zusammen, Wasser stürzt hinein in vollen Bächen,
Das Feuer überspringt die Flut;

Das Admiralsschiff fasst es plötzlich, Mast und Stangen
Umringelt hoch hinauf die Glut mit roten Schlangen,
Und der Matrose heult, ins Feuernetz gebannt,
Hoch springt der rote Strahl und fährt dahin im Bogen,
Und triumphirend wirft er auf den Schaum der Wogen,
Die weite Kreise ziehn, den lichten Purpurschein.

VI.
Wo ist, Cairo's Söhne.
Die Flotte nun, die schöne,
Die hoffend, dass sie kröne
Der Sieg, von Stapel lief?
Wo sind die Segel alle,
In die mit lautem Schalle
Die scharfe Eisenkralle
Der Brander schlug so tief?

Wo sind die stolzen Schwäne,
Die Nachen all und Kähne,
Die stolzen Kapitäne,
Armada Mahmuds, wo?
Wie Leviathan, prächtig
Schwamm sie und übermächtig
Daher, bis niederträchtig
Sie sank, verbrannt wie Stroh.

Der Kapudan mit Schrecken
Sieht rings die Flammen lecken
Nach alle den Schebecken
Von Algier und Tetuan;
Wie andre Galeassen
Sieht er die Flamme fassen
Sein Schiff, das breite Gassen
Einst zog im Ocean.

Auf wilden Fluten schwanken
Mit angebrannten Planken
Die Klipper all, die schlanken,
Die Yachten bunt geschmückt,
Kaïken und Tartanen,
Die Köpfe den Sultanen
Einst brachten, Siegesfahnen
Und Blumen, fern gepflückt.

Fahrt wohl, ihr Sloops, ihr schnellen,
Ihr Jonken, die in hellen
Mondnächten auf den Wellen
Ihr wiegt die Jcoglans,
Fahr wohl, du Goëlette,
Verkohlt bis zum Skelette
Verschwindest du im Bette
Des tiefen Oceans.

Die Barcarolen liegen
In Trümmern, die sich wiegen
Im Meer, und nicht mehr fliegen
Sie aufgeschreckt dahin,
Wenn bei des Windes Tosen
Des Linienschiffs Matrosen
Die Segel rasch, die losen,
Empor am Maste ziehn.

Fahrt wohl, ihr Caravellen,
Mit Segeln, schneeig hellen,
Hingleitend auf den Wellen,
Ihr Doggers, leicht beschwingt,
Ihr Bricks mit Taun, die schwirren,
Wie lautes Waffenklirren,
Wenn Stürme sie verwirren,
Mit welchen kühn ihr ringt.

Fahrt wohl, ihr Brigantinen,
Jetzt Trümmer und Ruinen,
Zum letzten Mal erschienen
Ist euch des Tages Glut;
Ihr tanzt nun auf den Wellen
Nicht mehr, ihr Balancellen,
Ihr glänzt nicht mehr gleich hellen
Lichtfunken auf der Flut.

Ihr Lugger sollt, ihr schweren
Fregatten und Galeeren,
Nicht Städte mehr verheeren,
Ihr Schiffe, groß und klein,
Masonnen, Prahmen, schlucken
Müsst Wasser ihr, Felucken...

Ihr sitzt nun auf dem Nacken
Dem Griechenvolk nicht mehr.
Wo blieb im Schlachtgetümmel
Der Flotte bunt Gewimmel? –
Das Meer wirft sie dem Himmel,
Der Himmel zu dem Meer.

VII.
Vorbei ist's! Alles ruht im stillen Meeresraume!
Der Masten Spitze deckt die Flut mit weißem Schaume,
Des Sultans Schiffe sind der Wogen Spiel und Tand,
Hier eine Brick, und dort ein Kahn, geknickt, zerrieben,
Schwimmt, Seetang gleich, dahin, und von der Flut getrieben
Zerschellen ächzend sie am schwarzen Felsenstrand.

Das ist ein Sieg! Versenkt der Afrikaner Flotte,
Zertreten der Prophet des Trugs vom wahren Gotte,
Der Henker, der Tyrann gebeugt vom schweren Schlag,
Hellas, das sterbende, hat Rettung noch gefunden,
Es wascht sich aus die blut'gen Wunden,
Sechs Jahre rächt ein einz'ger Tag.

Die Völker seufzten längst: – »muss Hellas denn verderben?
Du armes Griechenvolk, im Elend musst du sterben?
Rot ist dein Himmel, du erblassest mehr und mehr.
Du edles, teures Volk, um dich zu retten, riefen
Wir auf die Priester, die in ihren Stühlen schliefen,
An Thronen bettelten umsonst wir um ein Heer.

Taub blieb Altar und Thron, kein König hat gesprochen.
Nur Dichterherzen noch macht Hellas' Name pochen!
Ihr lauter Hülferuf brach endlich doch sich Bahn.
Dem Griechenkreuz vertraut Hellas seit alten Tagen ...
Ein Volk ist hier ans Kreuz geschlagen,
An welches? ach, was liegt daran?

Auch deine Götter flohn! Und aus den Propyläen,
Dem stolzen Parthenon, den Mauern, die noch stehen,
Wird eine Waffe, die der Türke schießt mit Hohn
Auf Griechen schiffe hoch vom Turm der Dardanellen,
Und jedes Denkmal wird zu Kugeln, Feuerbällen
Aus Marmor, die das Volk der Griechen selbst bedrohn.«

Statt solcher Klage schallt vom Isthmus bis herunter
Zum Cap ein Jubelruf, das Volk ist froh und munter,
Dem schöner als das Blau des Himmels Schwärze schien,
Der türkische Koloss stürzt nun auf Asien wieder,
Auf Hellas' Freiheit klingen Lieder
Aus Byrons Grab, – auf Navarin!

Sei, Albion, gegrüßt, du Königin der Meere,
Zweiköpfiger Adler du des Zaren! Ruhm und Ehre
Den Lilien Frankreichs, die so stolz, so herrlich blühn!
Als ebenbürtig muss sie England heut erkennen,
Der Seeruhm Frankreichs wird hell strahlen, funkeln, brennen,
Aufs neu entzündet hier am Brand von Navarin!

Oestreich, auch du? – Ihr meint wohl, Oestreichs Schiffe seien
Nicht auch dabei? – Doch! – dort in der Ungläub'gen Reihen!
Im Heer der Christen hat sein Aar sich nicht gezeigt,
Er sucht verschämt und scheu vorm Licht sich zu verstecken,
Des Pascha's Roßschweif muss bedecken
Sein Doppelhaupt, das tief sich neigt.

Dort, Oestreich, ist dein Platz! –Den Tamerlan, den Zweiten,
Vermochtest, Ibrahim, Du jüngst noch zu begleiten,
Die Toten zogst Du aus, die er zertrat in Wut,
Eunuchen gleich hast Du bewundert feine Werke,
Zeigt' er durch Sengen nur den Griechen seine Stärke,
Löscht' er der Städte Brand nie anders als mit Blut.

Das Feuer zogst Du vor dem Morgenrot, dem hehren! –
Da seine Flotte selbst die Flammen heut verzehren,
Die schwarzen Schiffe, die Aegypten hergesandt: –
Oestreich, entartetes, schau hin und lass dich fragen,
Wie diese Flammen dir behagen?
Ist schöner der als jener Brand? - Victor Hugo, November 1827
 
 

Pascha-Probleme und die rote Piratenflagge; Mondschein und die Greueltaten der Vezire; Räuberburgen

Wie Mohammed und seine Nachfolger hat auch der türkische Sultan mit seinen Paschas die eroberten Gebiete ausgeraubt und verwüstet: "Sein Seckel ist so reich, so arm sind seine Gaben. / Starr, geizig, finster blickt er, bitter lächelnd drein." [27]

Wie mit einem Pesthauch haben die Türken Griechenland und andere eroberte Gebiete überzogen, Städte ins Verderben gestürzt, Massaker an Christen angerichtet, Kirchen und antike Tempel zerstört und verbrannt; die einzige Tapferkeit der Paschas bestand darin, Wittwen, Waisen und Kinder zu erwürgen und Jungfrauen zu versklaven: Die Städte, "die rollen ins Verderben", Die Menschenleichen, "die schwarz die Täler färben, Hellas in Flammen", die Kinder, "erwürgt vor ihren armen Müttern", Jungfrau'n im Bazar, "verkauft um schnöden Lohn". [28]
 

Der Derwisch sprach: – Was mag der Schatten Allah's haben? –
Sein Seckel ist so reich, so arm sind seine Gaben.
Starr, geizig, finster blickt er, bitter lächelnd, drein.
Hieb eine Schart' er wohl in seines Vaters Degen?
Brüllt', ein empörtes Meer, ihm wohl sein Heer entgegen?
Hört' er's bis in sein Schloß hinein? –

– Was hat der Pascha doch, der Kühnste der Beziere? –
Mit roten Lunten sprach's die Schaar der Bombardiere.
– Hat diesen Eisenkopf ein Iman wohl gebeugt?
Hat er im Ramazan vielleicht versäumt zu fasten?
Und hat man ihm, indes er ruhen wollt' und rasten,
Den Engel Azraël am Höllentor gezeigt? 

– Was hat er? – fragten leis verdutzt die Ikoglane;
Ging wohl ein Weihrauchschiff ihm unter, das die Fahne
Des Pascha trug, gefüllt mit duft'gem Oel ein Kahn?
Will seinen Ruhm man ihm in Stambul nicht verzeihen?
Durft' ein ägyptisch Weib ihm Arges prophezeihen?
Sah er den stummen Noten nahn?

– Was fehlt dem Sultan wohl? – So fragten die Sultanen,
Traf er sein braunes Lieb im Schatten der Platanen,
Die Favoritin wohl, die ros'ge, bei dem Sohn?
Hat man das Bad gewürzt ihm mit gemeinen Oelen?
Im Sack des Fellah hat er wohl vermisst beim Zählen
Ein Haupt, das im Serail man längst erwartet schon?

– Was hat doch unser Herr? – Die Sklaven all, die Toren,
Sie täuschen sich! – Wenn er, für Hof und Heer verloren,
Dasitzt, dem Greise gleich, den schwer das Alter beugt,
Dem Krieger, der sich Ruhm geholt einst im Gefechte,
Und der drei Tage schon und schon drei lange Nächte
Die Stirn in seine Hände neigt; –

Nicht darum ist's, weil er gesehn, wie die Revolte
In seinem Harem ihn belagernd tobt' und grollte,
Weil bis zu seinem Bett die Fackel zündend fuhr,
Des Vaters altes Schwert hat Scharten nicht empfangen,
Nicht Azraël erschien, kein Stummer kam gegangen,
Zu überreichen ihm die schwarze seidne Schnur.

Der Schatten Allah's hat gefastet, die Sultane
Ist wohlbewacht, sein Sohn zu jung noch, keinem Kahne
Noch Schiff des Pascha ward das Meer zur feuchten Gruft.
Auch des Tataren Sack war voll, nicht zu erschöpfen,
Im süßen Kerker, im Serail, hat's nicht an Köpfen
Gefehlt und nicht an würz'gem Duft.

Die Städte sind es nicht, die rollen ins Verderben,
Die Menschenleichen nicht, die schwarz die Täler färben,
Hellas in Flammen nicht, zerstört durch Omar's Sohn.
Die Wittwen, Waisen sind es nicht, die ihn erschüttern,
Die Kinder nicht, erwürgt vor ihren armen Müttern,
Jungfrau'n im Bazar nicht, verkauft um schnöden Lohn; –

Nein, nein, die sind es nicht, die klagenden Gestalten,
Die Töne nicht, die grell ins Ohr ihm mahnend schallten,
Der Strahl nicht, der die Nacht durchfurchte blutig rot.
Was hat der Pascha denn, der jedem Zeitvertreibe
Entsagt und sinnt und träumt und weint gleich einem Weibe? ... –
Sein nubisch Tigertier ist tot.  - Victor Hugo, Dezember 1827
 

Einige Piraten haben mit den Türken zusammengearbeitet, weshalb die türkische Flagge auch eigentlich eine Piratenflagge ist; denn ganz im Sinne der Türken haben sie Christen versklavt, Klöster und Abteien geplündert: "Korallenfischer, hundert Christen, – / Wir machen Sklaven aus den Frei'n, / Wir plündern Klöster und Abtei'n / Für das Serail an allen Küsten." [29]

Auf der Suche nach Jungfrauen für den Harem des Sultans, wurde auch vor Klöstern nicht halt gemacht, Nonnen geraubt und gezwungen zur teuflischen Lehre des Islam zu konvertieren: "»Ein Kloster!« ruft's vom Mast; wir eilen, / Wir werfen Anker, gehn ans Land, / Und sehn sogleich am schatt'gen Strand / Ein schönes Klosterfräulein weilen. / Die Nonne schlief, ein Kind noch schier, / Als ob sie hier geborgen wäre ... / Still, schönes Kind, Du musst nicht trauern, / Komm nur mit uns, der Wind ist gut; / Folg' uns zum Harem, – besser ruht / Sich's dort als hinter Klostermauern. / Er liebt die Knospen, der Vezier, / Und Dich beglückt des Korans Lehre ... / Wir boten sie der Hoheit an: / Zweitausend Tlomans! – Eingeschlagen! / Die Nonne wird – das Schrei'n ist hier Umsonst – Sultane!" [30]

Korallenfischer, hundert Christen, –
Wir machen Sklaven aus den Frei'n,
Wir plündern Klöster und Abtei'n
Für das Serail an allen Küsten.
Von Fetz bis zum Guadalquivir
Füllt der Pirat des Beutels Leere ...
An Ruderern auf der Galeere
Des Hauptmanns achtzig waren wir.

»Ein Kloster!« ruft's vom Mast; wir eilen,
Wir werfen Anker, gehn ans Land,
Und sehn sogleich am schatt'gen Strand
Ein schönes Klosterfräulein weilen.
Die Nonne schlief, ein Kind noch schier,
Als ob sie hier geborgen wäre ...
An Ruderern auf der Galeere
Des Hauptmanns achtzig waren wir.

– Still, schönes Kind, Du musst nicht trauern,
Komm nur mit uns, der Wind ist gut;
Folg' uns zum Harem, – besser ruht
Sich's dort als hinter Klostermauern.
Er liebt die Knospen, der Vezier,
Und Dich beglückt des Korans Lehre ...
An Ruderern aus der Galeere
Des Hauptmanns achtzig waren wir.

Sie eilte zu des Klosters Stufen.
– Verruchter, wagst Du hier zu stehn?
– Wir wagen's! sprach der Kapitän.
Mögt fluchen, beten ihr und rufen!
Nicht so viel helfen wird es ihr!
Vergeblich setzt ihr euch zur Wehre ...
An Ruderern auf der Galeere
Des Hauptmanns achtzig waren wir.

Wie schön war sie in ihrem Zagen!
Ihr Auge strahlt', ein Talisman;
Wir boten sie der Hoheit an:
Zweitausend Tlomans! – Eingeschlagen!
Die Nonne wird – das Schrei'n ist hier
Umsonst – Sultane! Hohe Ehre! ...
An Ruderern auf der Galeere
Des Hauptmanns achtzig waren wir. - Victor Hugo, März, 1828
 

Der Mondschein verdeckt die Greueltaten der Türken, das notorische sammeln der abgehackten Köpfe und Gliedmaßen: "Was stört die Flut so nah bei dem Serail der Frauen? – / Kein schwarzer Kormoran, der jäh nach Fischen hackt, / Nicht Mauersteine sind's, die fallen, nicht der Takt / Des Ruders, wenn ein Schiff durchfurcht die feuchten Auen. / Nein, Säcke sind es ... Dumpf aufstöhnt's in ihrem Raum ... / Wer niedertauchte, säh' im Sack es hin und wieder / Sich recken unterm Meer und drehn, wie Menschenglieder ... / Hell aus dem Meere spielt der Mond, ein lichter Traum." [31]

Per amica silentia lunae. - Virgil

Hell auf dem Meere spielt der Mond, ein lichter Traum,
Das Fenster öffnet sich, schon weht des Abends Fahne,
Sie schaut hinaus aufs Meer, die blühende Sultane,
Auf dunkle Inseln, weiß umschäumt vom Wellenschaum.

Und ihrer Hand entsinkt die Zither, schaurig klingend.
Sie horcht ... ein dumpfer Ton ... Was rauscht? – Ist's, plump und groß,
Ein Türkenschiff, das sacht herüber schwimmt von Kos,
Peitscht ein Tartarenboot das Meer, die Ruder schwingend?

Ist's wohl ein Kormoran, der taucht und steigt zur Höh'
Und teilt die Wogen, die von ihm, wie Perlen, rinnen?
Ein luft'ger Djinn vielleicht, der wirft des Turmes Zinnen
Mit gellendem Gezisch hinunter in die See? 

Was stört die Flut so nah bei dem Serail der Frauen? –
Kein schwarzer Kormoran, der jäh nach Fischen hackt,
Nicht Mauersteine sind's, die fallen, nicht der Takt
Des Ruders, wenn ein Schiff durchfurcht die feuchten Auen.

Nein, Säcke sind es ... Dumpf aufstöhnt's in ihrem Raum ...
Wer niedertauchte, säh' im Sack es hin und wieder
Sich recken unterm Meer und drehn, wie Menschenglieder ...
Hell aus dem Meere spielt der Mond, ein lichter Traum. - Victor Hugo, September, 1828
 

Nicht nur Mohammed, sondern alle, die in seinem Namen gemordet haben, wie Paschas, Vesire, landen nach Victor Hugo und Dante im tiefsten Schlund der Hölle: "Vezier und oberster Feldherr zahlloser Heere, / Du Schatten dessen, der ist Allahs Schatten, – höre: / Du bist verflucht, Du bist ein Hund! / ... Doch kommen wird Dein Tag. Janina stürzt in Trümmer, / Und Dich verschlingt das Grab mit Deinem Glanz und Schimmer, / ... Die siebte Hölle, dort, wo die verdammten Seelen / Sich ducken bang auf schwarzem Ast. / ... Sein Schlachtschwert unter'm Pelz trägt Ali, stets zu baden / Im Blut gewöhnt, und drei Pistolen, wohlgeladen, / Und seinen Dolch mit Perlen dran."  [32]

Steht's im Schicksalsbuch geschrieben,
dass er fallen soll, zerstieben,
Den erfreut der Sonne Schein,
Was er tun mag, wie sich winden,
Seinen Abgrund wird er finden,
Wo vermodert sein Gebein,
Denn der Tod verfolgt den Armen
Bis ins Bett und ohn' Erbarmen
Schlingt sein Herzblut er hinein.

Vorbei ritt Ali . Tief sich beugten, ihn zu grüßen,
Die höchsten Häupter, bis zu der Arnauten Füßen.
»Allah!« – so murmelt rings es leis.
...
Vezier und oberster Feldherr zahlloser Heere,
Du Schatten dessen, der ist Allahs Schatten, – höre:
Du bist verflucht, Du bist ein Hund!

Die Todesfackel ist's, die Dir erhellt das Leben,
Die Schaale Deines Zorns, vor dem die Völker beben,
Ergießst Du, dass es zischt und qualmt.
Der Sichel gleich im Gras, so glänzst Du über ihnen,
Zum Ritt, um aufzubau'n Dein Lustschloss, muss Dir dienen
Ihr Mark, in ihrem Blut zermalmt.

Doch kommen wird Dein Tag. Janina stürzt in Trümmer,
Und Dich verschlingt das Grab mit Deinem Glanz und Schimmer,
Und eine Eisenschlinge fasst
Dich unter'm Baum Segjin's, und waidlich wird Dich quälen
Die siebte Hölle, dort, wo die verdammten Seelen
Sich ducken bang auf schwarzem Ast. 
...
Sein Schlachtschwert unter'm Pelz trägt Ali, stets zu baden
Im Blut gewöhnt, und drei Pistolen, wohlgeladen,
Und seinen Dolch mit Perlen dran. - Victor Hugo, September, 1828
...

Türkische Burgen eines Ali Pascha beispielsweise wurden den Tatsachen entsprechend als "Räuberburg" und "Frevlernest" bezeichnet - beflaggt mit der noch heute verwendeten roten Halbmondflagge der Räuber und Piraten. Jeder war froh, wenn im Zuge der Freiheitskämpfe diese "Räuberburgen" verschwanden: "Frei atmen wird die Welt, wenn tief im Meeresbecken / Ruht Ali Pascha's Turm, der Spiroten Schrecken, / Und wenn ein Seemann einst von Kos dem Volk am Bord / Im Meer, am Strande, den geschändet Ali's Tritte, / Den großen Strudel zeigt, sich höhlend in der Mitte, / Und spricht im stummen Kreis: »Dort ist's gestanden ... dort.« [33]

Wie kommt es, dass die Flut hier ohne Groll die Flanken
Des Felsen küsst, der glänzt dem Harnisch gleich, dem blanken?
Ihr eigner Spiegel hätt' ihr zeigen doch gesollt,
dass dieser Fels, der tief sich wühlt mit scharfen Hauern,
Trägt auf der Stirn ein Schloss, umkränzt von weißen Mauern,
Wie um ein schwarzes Haupt sich rings ein Turban rollt.

Wie kommt's? ... Für wen, o Meer, sparst du den Zorn, die Stürme?
Wann wirst zerstören du die hundertjährigen Türme?
Wann naht die Zeit, wo dem Matrosen Ruhe winkt?
Zernage diesen Fels, er soll nicht länger dauern,
Nein, wanken, stürzen soll er sammt den weißen Mauern,
Das stolze Haupt voran, das in die Wogen sinkt!

Muss denn so lange Zeit, du stolzes Meer, zerrinnen,
Bis du ihn niederwirfst, den Fels mit seinen Zinnen?
Ein Tag? Ein Jahr? Ein ganz Jahrhundert? ... Aus dem Reich
Der Tiefe wirf hinauf die Flut, die schlammig schwere,
Nach jener Räuberburg! Was ist die Zeit dem Meere?
Rollt ein Jahrhundert doch dir hin der Welle gleich.

Verschlinge dieses Riff und Schloss und Citadelle,
Und um die Trümmer lass sich tummeln Well' um Welle,
Grünhaar'ge Algen, deckt es zu, das Frevlernest!
Mag auf der Seite ruhn der Turm im feuchten Bette,
Mag jede Welle Stein um Stein dann von der Stätte
Wegschwemmen, bis vom Turm verwischt der letzte Rest.

Frei atmen wird die Welt, wenn tief im Meeresbecken
Ruht Ali Pascha's Turm, der Spiroten Schrecken,
Und wenn ein Seemann einst von Kos dem Volk am Bord
Im Meer, am Strande, den geschändet Ali's Tritte,
Den großen Strudel zeigt, sich höhlend in der Mitte,
Und spricht im stummen Kreis: »Dort ist's gestanden ... dort.« - Victor Hugo, November, 1828
 
 

Die verlorne Schlacht des türkischen Vesirs

Zunehmend wurden im griechischen Freiheitskampf die türkischen Vesire besiegt und aus Griechenland vertrieben; die türkischen Kriegsverbrecher konnten nur noch jammern: » Allah! ... Emire, wer wird Reiter und Soldaten, / Zurück mir geben, die mit Lust im Blute waten? / ...Wer gibt mir meine Bey's mit Pelzen, fliegend weiten, / Zurück, die Khans, und die im Feld so wacker streiten, / Die Timarioten, die Spahi's und ihr Geschoss, / Beduinen, sonnenbraun, vom Pyramidenlande, / Die Schaden gerne tun den Bauern, Schimpf und Schande, / Und durch Maisfelder ziehn verwüstend hoch zu Ross? ... / Allah!... Wer gibt zurück mir Reiter und Soldaten? / Da liegt mein ganzes Heer zerstreut nun in den Saaten, / Wie blankes Gold, umher verzettelt auf der Flur. / Tartaren, Araber, die Renner und die Reiter, / Turbane, Fahnen, all die lärmend wilden Streiter,– / So ist ein Traum denn Alles nur?" [34]

Sein Schloss, sein Harem, sein den Griechen abgepresster Reichtum muss er zurücklassen:  "Von hundert Trommlern ward begrüsst mit lautem Schalle / Ich gestern noch, auf mich nur sahn die Aga's, alle / Die vierzig, ging ich nur vorüber, zitternd schon./ ... Ich hatte Schloss und Stadt, Bazar's mit reichen Buden, / Griechinnen, – tausendweis verkauft' ich sie den Juden, / Nie war mein Arsenal und nie mein Harem leer. / Und heute muss ich fliehn, geplündert und vertrieben, /
Besiegt! Von meinem Reich, ach, Nichts ist mir geblieben! / Allah! Nicht Einen Turm, nicht Einen hab' ich mehr." [35]

Der Türke wurde besiegt und ihm drohte ein Kriegsverbrechertribunal - ganz anders als heute, wo Türken wieder in Griechenland (z.B. Zypern) einmarschieren dürfen, ohne dass die EU einschreitet, europäische, amerikanische und russische Rüstungsfirmen die Türken sogar mit neuesten Waffensystemen versorgen, wozu der deutsche Aussenminister nur wie ein Schoßhündchen mit den Augen klimpert: "Ja, fliehn muss der Vezier und Pascha von drei Schweifen, / Fort über blaue Höhn ins Weite muss ich schweifen, / Ein Flüchtling, Bettler fast, gebeugt durch Sorg' und Not, / Ein Dieb, der in der Nacht verscheucht durch jähen Schrecken, / In jedem Baum am Weg die Arme sieht sich strecken / Des Galgens, der von Ferne droht!« [36]
 

» Allah! ... Emire, wer wird Reiter und Soldaten,
Zurück mir geben, die mit Lust im Blute waten?
Und wer mein Lager und mein schmuckes Feldherrnzelt? ...
Fern glänzten Feuer Nachts an allen Lagerwegen,
Auf dunkeln Hügeln schien's ein lichter Sternenregen,
Der eben sprühend niederfällt.

Wer gibt mir meine Bey's mit Pelzen, fliegend weiten,
Zurück, die Khans, und die im Feld so wacker streiten,
Die Timarioten, die Spahi's und ihr Geschoss,
Beduinen, sonnenbraun, vom Pyramidenlande,
Die Schaden gerne tun den Bauern, Schimpf und Schande,
Und durch Maisfelder ziehn verwüstend hoch zu Ross?
...
Allah!... Wer gibt zurück mir Reiter und Soldaten?
Da liegt mein ganzes Heer zerstreut nun in den Saaten,
Wie blankes Gold, umher verzettelt auf der Flur.
Tartaren, Araber, die Renner und die Reiter,
Turbane, Fahnen, all die lärmend wilden Streiter,–
So ist ein Traum denn Alles nur?

O meine Tapfern, Ross und Mann auf Einem Hügel!
Stumm ist die Kehle nun, das Bein ist ohne Flügel,
Und Säbel und Gebiss vergessen, Mut und Brunst!
Das ganze, weite Tal ist Eine große Bahre,
Ein Feld des Unglücks ist's für lange, lange Jahre!
Heut Abend Blutgeruch, und morgen Leichendunst!

Die stattliche Armee, was ist sie nun? – Ein Schatten!
Sie kämpften wacker fort und ohne zu ermatten
Vom Morgen bis zur Nacht, zerschlagen und zerfetzt;
Ihr schwarzes Leichentuch schlägt nun um ihre Glieder
Die Nacht, die Braven ruhn, die Raben steigen nieder
Und gehn an ihre Arbeit jetzt.

Den Schnabel ziehn hervor sie unter'm schwarzen Flügel,
Und aus dem Schooß des Walds, vom kahlen Berg und Hügel
Zum Schmause fliegen sie von allen Seiten her.
Und die Armee, so stolz noch gestern, so erhaben,
Unwiderstehlich, – ach, erschrecken keinen Raben,
Verscheuchen keinen Aar noch Geier kann sie mehr.

O hätt' ich die Armee noch heut, mit Einem Streiche
Erobert' ich mit ihr die Welt, und ihre Reiche
Und ihre Fürsten wärf' ich ihr, der Herrin, zu.
Sie wäre Schwester mir, Geliebte, Gattin, ... wehe,
Nun schloss der neid'sche Tod die unfruchtbare Ehe
Mit ihr, die schläft in tiefer Ruh!

Warum noch leb' ich? – Läg' im Staube der bestaubte,
Mein grüner Turban doch sammt diesem stolzen Haupte!
Noch gestern war ich groß. Da saßen treugesinnt
Vor meinem goldnen Zelt drei Führer noch, die Glieder
Nicht rührend, hoch zu Ross, drei Büsche wehten nieder,
Roßschweife, glänzend schwarz, hinflatternd mit dem Wind.

Von hundert Trommlern ward begrüsst mit lautem Schalle
Ich gestern noch, auf mich nur sahn die Aga's, alle
Die vierzig, ging ich nur vorüber, zitternd schon.
Steinböller nicht, die auf dem Schiff wie Klötze stehen,
Kanonen hatt' ich, die sich auf vier Rädern drehen,
Und Kanonier' aus Albion .

Ich hatte Schloss und Stadt, Bazar's mit reichen Buden,
Griechinnen, – tausendweis verkauft' ich sie den Juden,
Nie war mein Arsenal und nie mein Harem leer.
Und heute muss ich fliehn, geplündert und vertrieben,
Besiegt! Von meinem Reich, ach, Nichts ist mir geblieben!
Allah! Nicht Einen Turm, nicht Einen hab' ich mehr.

Ja, fliehn muss der Vezier und Pascha von drei Schweifen,
Fort über blaue Höhn ins Weite muss ich schweifen,
Ein Flüchtling, Bettler fast, gebeugt durch Sorg' und Not,
Ein Dieb, der in der Nacht verscheucht durch jähen Schrecken,
In jedem Baum am Weg die Arme sieht sich strecken
Des Galgens, der von Ferne droht!« - Victor Hugo, Mai, 1828
...
 

Massacres de Scio; Wo "Muslim-Horden" oder Türken anlanden, hinterlassen sie Wüste und Tod; neoosmanische Ambitionen des heutigen türkischen Präsidenten

"O horror! horror! horror!" - Shakespeare, Macbeth.

Für Türken war die Massakrierung von Christen nichts Besonderes, seit Jahrhunderten gingen sie in christlichen Ländern dieser Tätigkeit nach, auch später folgten weitere Völkermorde, wie der an den Armeniern. Victor Hugo schreibt zum Gedenken an das Massaker von Chios sein Gedicht "Das Kind". Chios était une des plus riches îles de la mer Égée et les insurgés grecs tentèrent de la rallier à leur cause. Dès mai 1821, Iákovos Tombázis était passé demander l'aide chiote, sans succès. L'île craignait pour ses ressortissants disséminés dans tous les ports de l'Empire ottoman. Pour être sûr de la fidélité des habitants de l'île, le Sultan renforça la garnison et prit quarante otages au sein des plus riches familles. En mars 1822, une troupe samienne de klephtes débarqua sur Chios et prit la capitale. Le Sultan envoya son Capitan Pacha (amiral de la flotte ottomane), Kara-Ali, à la reconquête de l'île. Il pourrait disposer de l'aide de 30 000 volontaires rassemblés à Chesmé, attirés par la perspective de butin. La résistance des klephtes fut brève. Repoussés, ils finirent par évacuer tandis que la population commença à être systématiquement massacrée et les otages exécutés. Cependant, une bonne partie de la population fut plutôt réduite en esclavage et vendue sur les marchés soit de Constantinople soit de Smyrne, d'Égypte ou d'Afrique du nord. Certains d'entre eux furent rachetés par les agents diplomatiques occidentaux qui avaient aussi plus tôt essayé de sauver les habitants de l'île des massacres qui durèrent de mi-avril à fin mai 1822. Le 18 juin (6 juin julien) 1822, le capitaine psariote Constantin Kanaris coula le vaisseau amiral ottoman avec un brûlot, tuant l'amiral ottoman Kara Ali et 2 000 marins turcs. Cette action est considérée par l'historiographie grecque comme ayant vengé les massacres de Chios. La population de l'île au début de 1822 est estimée entre 100 000 et 120 000 personnes dont 30 000 habitaient Chora, la capitale. Il y aurait eu aussi autour de 2 000 musulmans sur l'île. Les estimations les plus courantes font état de 25 000 morts et 45 000 personnes réduites en esclavage. 10 000 à 20 000 auraient réussi à s'enfuir. [37]

Wo "Muslim-Horden" oder Türken anlanden, hinterlassen sie Wüste und Tod: "Die Türken waren da: öd ist und wüst die Flur. / Das Weinland Chios ist ein Fels zur Stunde nur, / Chios, einst reich an grünen Zweigen, / Das spiegelt' in der See der Wälder stolze Pracht, / Weinberge, Schlösser, oft wohl auch beim Grau'n der Nacht / Jungfrauen, drehend sich im Reigen. / Rings Alles tot. Doch nein! Dort bei dem schwarzen Stein / Sitzt ein blauäugig Kind, ein Griechenkind, allein, / 
Gebeugt, doch hör' ich kein Gewinsel. / Ein weißer Hagedorn sein Schirm, ein Blüthenstrauch / Das Dach des Kindes, wie es selbst, vergessen auch / Beim großen Raubzug durch die Insel." [38]
 

Die Türken waren da: öd ist und wüst die Flur.
Das Weinland Chios ist ein Fels zur Stunde nur,
Chios, einst reich an grünen Zweigen,
Das spiegelt' in der See der Wälder stolze Pracht,
Weinberge, Schlösser, oft wohl auch beim Grau'n der Nacht
Jungfrauen, drehend sich im Reigen.

Rings Alles tot. Doch nein! Dort bei dem schwarzen Stein
Sitzt ein blauäugig Kind, ein Griechenkind, allein,
Gebeugt, doch hör' ich kein Gewinsel.
Ein weißer Hagedorn sein Schirm, ein Blüthenstrauch
Das Dach des Kindes, wie es selbst, vergessen auch
Beim großen Raubzug durch die Insel.

– Ach, armes Kind! Entblößt Dein Fuß, der Fels so rauh ..
Wie still' ich wohl den Strom in Deinen Augen, blau
Wie dort der Himmel, hier die Welle?
Was kann ich tun, damit Dein blondes Köpfchen froh
Du hebest, dass der Blitz der Freude lichterloh
Der Augen trüben Glanz erhelle?

Was willst Du? – Schönes Kind, womit erfreu' ich Dir
Das Herz, damit auf's neu der feuchten Locken Zier
Gekräuselt sich zur Schulter neige,
Die Locken, denen noch genaht das Eisen nicht,
Die um die schöne Stirn Dir niederhängen dicht
Und lang, wie Trauerweidenzweige.

Was könnte Dir zerstreu'n den Kummer, süßes Kind?
Die Lilien hier, so blau, wie Deine Augen sind,
...
Wirst Du mir lächeln, wenn den Wundervogel Dir
Ich schenke, dessen Sang laut klingt, wie Cymbeln schier,
  Süß, wie Schalmei'n der Hirtenknaben?
Was willst Du? – Blume? – Frucht?– den Vogel? – Wähle nur!
Aufschlug das Griechenkind die Augen von Azur:
– Mann, Blei und Pulver will ich haben! - Victor Hugo, Juni, 1828
 

Auch in seinem Gedicht "Die eroberte Stadt" beschreibt der Philhelene Victor Hugo die erbarmungslose Vorgehensweise der barbarischen Türken: "Mit tausend Armen tobt der Mord, das Ungeheuer, / Zu Gräbern werden die Paläste, glühend heiß. / Und Männer kommen um und Frau'n durch Schwert und Feuer, / Und Raben krächzen um die Mauern rings im Kreis. / Der Mütter, o Kalif, der Jungfrau'n Stimmen gellten, / Sie schrie'n und jammerten, man warf sie auf den Grund, / Und stolze Rosse ziehn hervor sie aus den Zelten / Lebendig, zuckend noch, geschändet, todeswund." [39]

Mutig sind die jämmerlichen Türken nur, wenn es darum geht unbewaffnete Frauen, Kinder und Priester abzuschlachten: "Ein weites Leichentuch siehst Du die Stadt umwallen, / Ausstreckst Du Deinen Arm, und öd ist das Gefild. / Der Priester betend am Altar, er musste fallen, / Umsonst sein heil'ges Buch hielt er vor sich als Schild. / Säuglinge liegen tot, es klebt am heißen Stahle / Ihr Blut, in wilder Gier fortwütet Mord und Brand." [40]

Heute erobern Muslim-Horden auf andere Weise europäische Städte, insbesondere in Frankreich: "Islamisten bringen immer mehr französische Wohnviertel unter ihre Kontrolle: Nach vier Jahren Recherchen in der Banlieue hat der Islam-Forscher Bernard Rougier jetzt einen aufsehenerregenden Sammelband über die „eroberten Territorien des Islamismus“ vorgelegt. Auf 353 Seiten dokumentiert der Professor, der am Zentrum für Arabische und Orientalische Studien der Sorbonne-Universität lehrt, die schleichende Islamisierung in sozialen Brennpunktvierteln. „Les territoires conquis de l’islamisme“, so der französische Originaltitel, liest sich wie ein Echo auf die vor knapp zwei Jahrzehnten veröffentlichten Warnungen von Lehrern aus der Banlieue. Sie betitelten ihren Sammelband damals „Die verlorenen Territorien der Republik“ („Les territoires perdus de la République“). Rougier zeichnet nach, wie die Einwandererviertel seither in die Hände religiöser Agitatoren gefallen sind und ein islamisches Gegenuniversum im Entstehen ist, in dem demokratische Werte als nachrangig gelten." [41]

Ein Dutzend Studenten aus dem islamischen Kulturraum sei monatelang ausgeschwärmt, um in den Alltag der Bewohner von Pariser Vorstädten mit hohem Einwandereranteil wie Aubervilliers oder Argenteuil einzutauchen. Aufgrund ihres Migrationshintergrundes und als Muslime hätten die Studenten viel mehr erfahren, als es einem Außenstehenden je möglich gewesen wäre. Sie besuchten die Freitagsgebete in den Moscheen, die Cafés und islamischen Buchhandlungen und hörten sich auf den Fußballplätzen und in den Sporthallen um. Sie waren auch in den sozialen Netzwerken ihrer Bekanntschaften aus der Moschee aktiv, in denen sie viel über deren Blick auf die französische Gesellschaft erfuhren. Sie hätten ein „umfassendes islamistisches Ökosystem“ entschlüsselt. „Weiße Franzosen werden als Eindringlinge betrachtet."  Rougier arbeitete auch mit anderen Islam-Forschern zusammen, die in Straßburg, Toulouse, im Frauengefängnis von Fleury-Mérogis oder im Brüsseler Stadtteil Molenbeek recherchierten. Von linken und islamischen Bürgermeistern wird er kritisiert: Er werde beispielsweise von der Bürgermeisterin der Pariser Vorstadt Aubervilliers scharf angegriffen. "Rougier führt die Attacken darauf zurück, dass er die Komplizenschaft zwischen der kommunistischen Stadtverwaltung und salafistischen Vereinen dokumentiert habe. Diese Komplizenschaft sei kein Einzelfall. Das Rathaus der 80000-Einwohner-Stadt Aubervilliers im Norden von Paris wird seit 2016 von der Franko-Algerierin Meriem Derkaoui geleitet. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Bürgermeister sich mit religiösen Wortführern verbündeten, die ihnen Wählerstimmen verschaffen könnten. Als Gegenleistung werde den islamistischen Ansprechpartnern ein Mitspracherecht bei der Vergabe von städtischen Subventionen, Sozialwohnungen oder Posten in der Stadtverwaltung gewährt, was wiederum ihre Machtposition unter den Muslimen stärke. „Es gibt ganz klar einen Pakt zwischen einem Teil der linken Parteien und islamistischen Gruppen“, sagt Rougier. Das Thema sei in der öffentlichen Diskussion tabu." [42]

„Die französische Gesellschaft ist krank. Sie ist so zerrissen, dass wir uns nicht einmal auf die Diagnose verständigen können“, sagt er. Der Vormarsch der Salafisten und anderer fundamentalistischer Gruppen wie der Tablighi in hauptsächlich von Franzosen aus dem islamischen Kulturraum bewohnten Vierteln folge immer einem bestimmten Muster. Für die Irrgläubigen (also Moslems) gelten strikte Verbote im alltäglichen Leben. "Sie dürfen nur noch essen, was „halal“ ist, keine Musik mehr hören, keine Freundschaften mit Andersgläubigen pflegen, Frauen nicht die Hand geben und ihren Körper nicht zeigen. „Am schärfsten sind die Regeln für den Umgang mit Frauen. In den beiden Moscheen in
Aubervilliers zum Beispiel wiederholen die Prediger, dass die Frauen vom Teufel kontrolliert werden“, sagt er. Nur vor verschleierten Frauen sollten sie Respekt zeigen. Diese Regel, die in vielen Gegenden zur sozialen Norm geworden sei, mache es Frauen fast unmöglich, sich ohne Kopftuch frei zu bewegen. Auch in den Sportvereinen hätten sich von den Salafisten geprägte Keuschheitsvorstellungen durchgesetzt. So würden schon junge Sportler nicht mehr nackt, sondern nur in Unterhose duschen. „Sogar in den Haftanstalten gilt die Regel. In Fleury-Mérogis, dem größten Gefängnis Frankreichs, gab es eine sogenannte Unterhosen-Rebellion. Die muslimischen Häftlinge verlangten, ihre Unterhose unter der Dusche anbehalten zu dürfen.“ Alle Lebensbereiche der Mehrheitsgesellschaft würden allmählich zurückgewiesen, auch die öffentlichen Schulen. „In den Moscheen warnen Prediger davor, schon Kindergartenkinder in die öffentlichen Einrichtungen zu geben, weil sie dort verdorben würden“, berichtet Rougier. Viele Kinder würden inzwischen in islamischen Privatschulen oder illegalen Koranschulen unterrichtet oder stellten an staatlichen Schulen offensiv das Lehrprogramm in Biologie oder Geschichte in Frage. "So würde zum Beispiel angezweifelt, dass es den Holocaust gegeben habe." [43] 

In Algerien hat der damalige Präsident Bouteflika einen Pakt mit dem obersten geistlichen Gelehrten Saudi-Arabiens geschlossen. Salafisten hatten die religiöse Vorherrschaft in Algerien übernommen. „Diese Entwicklung hat mit  Verzögerung auch Frankreich erfasst“, so Rougier.  „Sie setzen das Argument der Islamophobie gezielt ein, um jegliche Kritik an ihren Vorstellungen zu unterdrücken.“ Ein Geheimbericht des Inlandsgeheimdienstes DGSI, welcher der Zeitung „Le Journal du Dimanche“ zugespielt wurde, bestätigt die Thesen Rougiers. "Laut Bewertung des Geheimdienstes werden inzwischen 150 Kommunen von Islamisten kontrolliert. Die meisten liegen in der Peripherie von Paris, Marseille und Lyon." [44] 

Was haben die Muslim-Horden in Frankreich schon bewirkt? Nicht nur haben sie Frankreichs Vorstädte in Wüste verwandelt, sogar Justizminister haben sie für ihre Zwecke instrumentalisiert. Die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ hat mit einer Karikatur die Diskussion um den Fall der 16Jahre alten Mila weiter angeheizt. "Die Schülerin aus der Nähe von Grenoble hatte in einer Instagram-Story heftige Kritik am Islam geübt. Seither wird sie mit Morddrohungen überhäuft und muss sich verstecken. Das Innenministerium hat entschieden, ihr Polizeischutz zu gewähren, und rät ihr vorerst vom Schulbesuch ab. Justizministerin Nicole Belloubet schlug sich, anders als erwartet, nicht eindeutig auf die Seite der bedrohten Schülerin, sondern ließ in einem Radiointerview im Sender Europe 1 Kritik an den Äußerungen anklingen. „Religionsbeleidigung ist eine Verletzung der Gewissensfreiheit“, sagte Belloubet. Der Anwalt der Jugendlichen, Richard Malka, nannte den Kommentar der Justizministerin schockierend. Sie habe die Propaganda der Islamischen Weltliga nachgeplappert, die überall in Europa dafür werbe, Gotteslästerung unter Strafe zu stellen. Belloubet hat ihre Äußerung inzwischen korrigiert und als „unglücklich“ bezeichnet. Malka ist auch der Anwalt der Redaktion von „Charlie Hebdo“.... Fünf Jahre nach dem Terroranschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ hat die Affäre um Mila die Frage aufgeworfen, ob Frankreich sich immer mehr einschüchtern lässt und auf Kritik am Islam aus Angst vor Repressalien verzichtet. Die Staatsanwaltschaft hat gleich zwei Ermittlungsverfahren eröffnet. Ein erstes Verfahren richtet sich gegen diejenigen, die die Jugendliche in der Anonymität des Internets bedroht haben und die Anschrift ihres Gymnasiums sowie andere vertrauliche Personendaten verbreiteten. Das zweite Verfahren betrifft Mila, gegen die wegen des Verdachts der „Hassrede“ ermittelt wurde. Frankreich hat im vergangenen Jahr eine Gesetzesänderung beschlossen, mit der Hassreden in den sozialen Netzwerken künftig geahndet werden können. In ihrem Video sagte die Schülerin: „Ich hasse Religion, der Koran ist voller Hass... Eure Religion ist scheiße.“ Sie sagt "Ich bin keine Rassistin. Ich habe das Recht, zu sagen, was ich denke, ich bereue das nicht“. Ein französisches Gericht entschied, dass der Straftatbestand der Hassrede nicht erfüllt sei, und stellte das Verfahren ein. Innenminister Christophe Castaner stellte in der Nationalversammlung klar: „Es gibt in unserem Land keine Strafen gegen Blasphemie.“ Er sagte, er sei entsetzt über die „Welle des Hasses“, die sich über Mila ergossen habe. "Das klang auch wie eine diplomatische Kurskorrektur an der Justizministerin, die wie er selbst aus der sozialistischen Lokalpolitik zu Macrons En-marche-Bewegung fand. Frühzeitig hatte der frühere Vorsitzende von SOS Racisme, Malek Boutih, davor gewarnt, dass sich Sozialisten in sozialen Brennpunktvierteln oftmals durch falsch verstandene Toleranz gegenüber islamischen Agitatoren kompromittieren würden. Boutihs Warnungen kamen nicht gut an, der Sozialist verlor 2017 seinen Wahlkreis. Der Generaldelegierte des französischen Islamrats CFCM, Abdallah Zekri, rechtfertigte die Drohungen gegen Mila. Zekri sagte, Mila habe die Reaktionen provoziert und müsse jetzt selbst damit klarkommen. „Wer Wind sät, muss mit dem Sturm rechnen“, sagte Zekri im Radiosender Sud Radio. „Das Mädchen weiß, was sie sagt. ... Sie hat die Religion beleidigt, jetzt muss sie die Folgen ihrer Worte tragen.“ Zekri leitet auch die französische Beobachtungsstelle für Islamophobie. Die französische Staatssekretärin für Frauenrechte, Marlène Schiappa, nannte die Äußerungen Zekris „kriminell“ und „unwürdig“. Marine Le Pen sagte, die Äußerungen der Teenagerin seien „die mündliche Version der ,Charlie Hebdo’-Karikaturen“. Man könne Milas Äußerungen vulgär finden, „aber wir können nicht akzeptieren, dass jemand in Frankreich dafür zum Tode verurteilt wird“, schrieb die Parteivorsitzende des Rassemblement National auf Twitter." [45] 

Selbst der französische Präsident hat erkannt, dass "Muslim-Horden" in Frankreich Vorstädte in Wüste verwandeln und "besucht in Mulhouse eine Hochburg der Islamisten" Frankreich will sich nicht länger damit abfinden, "dass in sozial benachteiligten Einwanderervierteln islamistische Enklaven entstehen... Der islamistische Separatismus sei unvereinbar mit den Werten der französischen Republik." Es geht um eine Reconquista, die „republikanischen Rückeroberung“. Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich der vor zwei Jahren in fünfzehn Vierteln angelaufene Versuch, durch eine stärkere Präsenz der Polizei und anderer Akteure wie Sozialarbeitern und Sportvereinen die Bewohner aus der religiösen Abschottung herauszuholen und den Werten der Republik Geltung zu verschaffen. "Der 15000 Einwohner zählende Stadtteil Bourtzwiller in Mulhouse zählt zu den inzwischen 47 „Vierteln der republikanischen Rückeroberung“. Das Nachrichtenmagazin Le Point hat in seiner jüngsten Ausgabe unter der Überschrift „Die Volksvertreter, die ihre Seele verkauft haben“ dokumentiert, mit welchen Strategien Bürgermeisterkandidaten die muslimische Wählerschaft für sich gewinnen. "Ein wichtiger Faktor ist die Genehmigung von prestigeträchtigen Moscheebauten." In Mulhouse wurde Macron mit den Schwierigkeiten konfrontiert, die sich aus dem Bau des Moscheekomplexes An-Nour ergeben. "Auf
mehr als 10000 Quadratmetern entsteht seit 2009 ein Zentrum mit Moschee, Schule, Friseur, Teestube, Buchhandlung und Schwimmbad", das bis zu 3000 Moslems aufnehmen kann. "Das katarische Regime hat sich mit mehr als 14 Millionen Euro an der Finanzierung beteiligt. Kürzlich beschrieben die Journalisten Christian Quesnot und Georges Malbrunot in einem Buch, wie die mit dem Regime verbundene Organisation „Qatar Charity“ in Europa ein islamistisches Netzwerk fördere. In ihren „Qatar Papers“ erläuterten die Autoren, mit welchen Mitteln das katarische Regime das Ziel verfolge, in den europäischen Einwanderungsgesellschaften das islamische Rechtsverständnis (Scharia) über die geltende Rechtsordnung zu stellen. Es gehe darum, das muslimische Individuum durch den von den Muslimbrüdern gepredigten globalen Islam von der Geburt bis zum Tod zu begleiten. „Alle von Katar finanzierten Projekte versuchen genau das zu tun, indem sie Moscheen mit Schulen, Schwimmbädern, Restaurants und sogar Leichenhäusern umgeben“, schrieben sie." Macron will zwar einen unerbittlichen Kampf gegen separatistische Bestrebungen wie getrennte Badezeiten in öffentlichen Schwimmbädern, Gebetsstunden in Sportvereinen, Verstöße gegen die Gleichbehandlung von Mädchen und Jungen führen, die Finanzierung der Moscheen und der Imame künftig strikter zu kontrollieren, doch den Verband, Verband „Association musulmane pour l'Islam de France“ (AMIF), den er im Januar 2019 gründen ließ, der seither die Spendensammlung, die Einnahmen aus der sogenannten Halal-Steuer auf Islam-konforme Lebensmittel sowie die Ausbildung und Anwerbung von Imamen überwachen soll, ist schon ein gutes Jahr nach der Gründung bereits in die Kritik geraten. Vor der Untersuchungskommission des Senats zur islamistischen Radikalisierung wurde davor davor gewarnt, dass die Muslimbrüder großen Einfluss auf den AMIF-Vorstand hätten. „Die AMIF-Mitglieder können nach außen einen sehr modernen Islam und nach innen salafistisches Gedankengut verteidigen“. Immerhin will Frankreich von 2024 an keine ausländischen Imame, beispielsweise aus der Türkei oder Saudi-Arabien, mehr ins Land lassen. "Derzeit hielten sich etwa 300 muslimische Prediger aus dem Ausland in Frankreich auf, deren Aufenthaltsgenehmigungen nach 2024 nicht mehr verlängert würden." Etwa 150 Imame im Land stammten aus der Türkei und müssen als Extremisten eingestuft werden. [46] 

Aber nicht nur Vorstädte werden in Wüste verwandelt. Moslems unterwandern alle möglichen Vereine und wollen so den islamischen Einfluss erhöhen. Kürzlich war die "systematische Verstrickung des Jüdischen Museums Berlin mit der antiisraelischen Boykottbewegung BDS beschrieben worden, die bis in islamistische Kreise, namentlich in das Aktionsfeld der Muslimbruderschaft, hineinreichte und die dazu führte, dass Verteidiger Israels in dem Museum kaum noch zu Wort kamen. Die erwartbare Kritik, die das bei den Angegriffenen und ihren intellektuellen Anwälten hervorgerufen hat, besitzt einen durchgängigen Makel: Sie verfehlt den Wandel des Organisationstyps des neuen Antisemitismus, der neben traditionellen Milieus auch neue, schwer greifbare Netzwerke umfasst." Auch der französische Präsident Emmanuel Macron hat erstmals "offen Verbindungen zwischen staatlichen Institutionen und der Muslimbruderschaft kritisiert. Auf deren Existenz hatten Wissenschaftler wie Gilles Kepel schon lange hingewiesen. Dass manche Politiker, auch in Deutschland, gerade einen extremistischen Islam hofieren, ist, wo nicht wahltaktische Überlegungen im Spiel sind, dem undurchsichtigen Charakter des legalistischen Islamismus geschuldet. Von der Wissenschaft darf man aber erwarten, dass sie darüber informiert ist und nicht, wie das Zentrum für Antisemitismusforschung, selbst fragwürdige Verbindungen eingeht. Die BDS-Bewegung und die unter anderem über die Hamas mit ihr verbundene Muslimbruderschaft sind keine herkömmlichen Organisationen. Sie vergeben keine Mitgliedsausweise. Im Namen von BDS kann jeder auftreten, der die Ziele der Bewegung teilt. Die Muslimbruderschaft wiederum hat eine sektenähnliche Struktur: Sie rekrutiert ihre Mitglieder nach langjähriger Beobachtung und erwartet von ihnen, in der westlichen Welt ihre Zugehörigkeit zu verheimlichen." Fast alle Sympathisanten der BDS-Bewegung sind ausgewiesene Antisemiten, wozu auch eine erschreckend hohe Zahl namhafter Wissenschaftler und Künstler zu rechnen sind. Zumindest handelt es sich um wohlmeinende Naivität, mit der mancher die Verbindungen der Bewegung zum Terrorismus in Kauf nimmt und ihre Agenda unterschreibt, die, zu Ende gedacht, auf die Vernichtung des Staates Israel und die existentielle Bedrohung der dort lebenden Juden hinausläuft. Das spricht man natürlich nicht aus. Und sollte das eliminatorische, mit der Ablehnung friedlicher Verhandlungen verbundene Ziel von BDS einmal erreicht werden, würde man wohl die Hände in Unschuld waschen und sagen, das habe man so nicht kommen gesehen. "Daneben gibt es einen aktivistischen Kern von BDS, der, vermittelt über die postkoloniale Theorie, weit in die Wissenschaft reicht und eine verdeckte antisemitische Agenda verfolgt, die sich beispielsweise in der Gleichsetzung Israels mit dem NS-Staat ausdrückt oder in der Solidarität mit Terroristen, die Israel von der Landkarte fegen wollen. Zu den Plattformen, die diese Agenda verbreiten, gehört die Islamic Human Rights Commission, mit deren Mitarbeiter Luis Manuel Hernández Aguilar das Zentrum für Antisemitismusforschung kooperierte, und, im Halbschatten der BDS-Bewegung, die Muslimbruderschaft, mit deren Aktionsfeld das Jüdische Museum über den Verein Inssan anbandelte. Dass sich zur gleichen Zeit eine von der Politik geförderte Clusterwissenschaft auf den Weg machte, die begriffliche Unterschiede einschmilzt und jegliche Form des Netzwerkens honoriert, mag die Blindheit dafür ebenso begünstigen wie die Scheu, Konflikte zu benennen oder gar auszutragen." So hat das Zentrum für Antisemitismusforschung einen Mitarbeiter der mit dem "weithin für ihre antisemitische Agenda bekannten IHRC kooperiert, die Solidaritätsappelle für Hassprediger und einen Terroristen verfasst hat, der Hunderte Menschen in die Luft sprengen wollte; oder wenn das Jüdische Museum mit dem Spiritus Rector einer Islamophobie-„Forschung“ beste Arbeits-beziehungen unterhielt, die von der Erdogan-nahen Seta-Stiftung finanziert und dazu verwendet wird, kritische Wissenschaftler und Intellektuelle mundtot zu machen. Abdel-Rahman, für den die IHRC eine Solidaritätskampagne organisierte, mag verdeutlichen, wem die Sympathien hier gelten: „Zerteilt ihre Nationen (Christen und Juden, Anm. der Red.), zerreißt sie in Stücke, zerstört ihre Wirtschaft, brennt ihre Unternehmen nieder, ruiniert ihr Wohlergehen, versenkt ihre Schiffe und tötet sie auf dem Land, auf dem Meer und in der Luft.“ Brumlik und Schmidt vom Vorstand üben Solidarität mit Terroristen und Propagandisten der türkischen Regierung und finden dies scheinbar gut und richtig. "Das Zentrum für Antisemitismusforschung verstrickt sich derweil immer tiefer in Widersprüche: Sollte es laut einer Presseerklärung vom August 2018 noch die Universität Leeds gewesen sein, die sich von einer umstrittenen Projektvorstellung von IHRC-Mitarbeitern in Berlin zurückzog, so will das Zentrum die Veranstaltung heute selbst abgesagt haben, und zwar nicht aus technischen, wie es 2018 noch hieß, sondern aus inhaltlichen Gründen. Sprachlos macht die Behauptung von ZfA-Vizedirektor Uffa Jensen, er habe vom Antisemitismus des IHRC nichts gewusst. Jensen ist Antisemitismusforscher. Schon eine kurze Internetrecherche zeigt, dass der bereits genannte Luis Manuel Hernández Aguilar, der die Veranstaltung initiiert hatte, sowohl vor dem Europäischen Parlament als auch auf einer Wissenschaftsplattform als Vertreter des IHRC auftrat und auch von der Organisation selbst mehrfach als Mitarbeiter ausgewiesen wird. Trotzdem wurde er vom Zentrum für Antisemitismusforschung weiter als Gastwissenschaftler begrüßt. Nicht nur naiv, sondern strategisch war dagegen die Einladungspolitik am Jüdischen Museum. Die ehemalige Akademieleiterin Yasemin Shooman, die ihre Thesen zur Islamophobie selbst mit Verweis auf den von der Türkei finanzierten Islamophobie-Report beglaubigt, verhalf Farid Hafez, dem Spiritus Rector dieser „Wissenschaft“, zu diversen Auftritten. Von Kontaktschuld ist hier nicht zu sprechen, sondern von langjährigen Kooperationsbeziehungen, etwa mit dem Verein Inssan, der seine Verbindungen zu Ibrahim el-Zayat, dem Chefstrategen der Muslimbruderschaft in Deutschland, ebenso wenig bestreitet wie seine Finanzierung durch die Golfstaaten. Die antisemitischen Tendenzen innerhalb der Bruderschaft bestreitet nicht einmal Farid Hafez, der auf den aktuellen Chefideologen der Muslimbrüder und glühenden Antisemiten Yusuf al-Qaradawi eine Lobeshymne verfasst hat, die alle bedenklichen Züge des Gewürdigten ausblendet – was der Kooperation mit dem Jüdischen Museum natürlich nicht im Wege stand." [47] 

Der niederländische Sozialwissenschaftler Ruud Koopmans, an dessen islamkritischen Thesen sich schon hitzige Debatten entzündet haben, hätte bei einem Podiumsgespräch über sein neues Buch im Wissenschaftszentrum Berlin sicher Rede und Antwort gestanden – wäre er denn gefragt worden. Stattdessen quasselten Cem Özdemir und die Migrationsforscherin Naika Foroutan. "Koopmans nahm kein Blatt vor den Mund: Demokratien hätten in der islamischen Welt
mittlerweile kaum noch Bestand. Gewalt sei hier ungleich stärker ausgeprägt, Menschenrechte würden nicht beachtet, religiöse Minderheiten und Frauen unterdrückt. Die Ursache für diese rückschrittlichen Entwicklungen - denn es sei um die Länder schon einmal besser bestellt gewesen - sieht Koopmans nicht etwa, wie es heute so beliebt ist, als Erbe des westlichen Kolonialismus. Nicht Armut sei ausschlaggebend: Die Wurzel des Übels liege im islamischen Fundamentalismus."  Foroutan, die das Podium zugleich moderierte, "kam aber selten auf den Punkt." Die Moslems Foroutan und Cem Özdemir waren wie immer "keine große Erkenntnishilfe" obwohl Özdemir, der in den 90er Jahren zusammen mit anderen Grünen einen Krieg gegen Christen mit zu verantworten hatte, "sehr viel Redezeit in Anspruch nahm. Etwas wesentlich Neues hatte er auf diesem Wohlfühlpodium nicht zu sagen. Fast schon hätte man diese alles glättende Konsensorientierung als Reformmodell der Zukunft gesehen." Heute könne man die katholische und die evangelische Kirche öffentlich kritisieren, ohne diffamiert zu werden, sagte eine Frau. Wenn sie sich aber kritisch zum Islam äußere, gelte sie sofort als Rassistin. Wo bleibe hier die Zivilgesellschaft? Eine Antwort blieb das Podium schuldig. Da kann man nur empfehlen: Wer an gehaltvollen Analysen interessiert ist, suche sich ein anderes Forum." [48] 

Im Gegensatz zur deutschen Kanzlerin Merkel, die weiterhin in die Kriegskasse des türkischen Präsidenten einzahlen will, hat sich Emmanuel Macron in Europa die Rolle zugeschrieben, "den neoosmanischen Ambitionen des türkischen Präsidenten Einhalt zu gebieten."  Den Konflikt zwischen Erdogan und der EU über die Flüchtlingsfrage bewertet Macron "als Teil einer aggressiven türkischen Außenpolitik, auf die Europa aus seiner Sicht auf keinen Fall mit Nachgiebigkeit reagieren dürfe. Für Macron steht die Stabilität des östlichen Mittelmeerraums auf dem Spiel. Die türkischen Interventionen in Libyen wie jetzt in Griechenland sind nach seiner Lesart Teil eines geostrategischen Kräftemessens um die Vorherrschaft im Levantinischen Becken, in der Ägäis und im Kretischen Meer." Der Lybische Staatschef Sarradsch hat mit Erdogan ein maritimes Abkommen unterzeichnet, das einseitig einen neuen Verlauf der Festlandsockel im Mittelmeer festlegt – und der Türkei damit Erdgasvorkommen auf Kosten der EU-Mitglieder Griechenland und Zypern sichern soll. "Macron wirft dem türkischen Staatschef vor, trotz des bei der Libyen-Konferenz in Berlin bekräftigten Waffenembargos Soldaten und Rüstungsgüter wie die von dem Rüstungsunternehmen seines Schwiegersohnes produzierten Kampfdrohnen „Bayraktar“ nach Libyen zu schicken. „Bayraktar TB2“-Kampfdrohnen hat die Türkei auch im türkisch kontrollierten Teil Zyperns stationiert, um Druck auf Zypern und Griechenland auszuüben. Diese Drohkulisse ist der Hintergrund für die neuen militärischen Beistandsabkommen Frankreichs mit Zypern und Griechenland. Macron hat eine verstärkte Fregattenpräsenz im östlichen Mittelmeer angekündigt. Die griechisch-französische strategische Partnerschaft sieht vor, dass Athen zwei FDI-Fregatten kauft, eine Absichtserklärung wurde bereits unterzeichnet. Als erstes digitalisiertes französisches Kampfschiff verfügt FDI über eine digitale Architektur, die auch gegen Cyberbedrohungen schützen soll. Macron sieht die militärische Unterstützung für die beiden Länder als Teil einer europäischen Interessenpolitik im Mittelmeer. Französische Sicherheitsfachleute bedauern fehlendes deutsches Engagement. In Paris bewerteten es Diplomaten als Zeichen für den Mangel an geostrategischer Vision Berlins, dass die griechische Regierung Mitte Januar nicht zur Libyen-Konferenz eingeladen wurde. Ähnlich unzufrieden war Macron über die aus seiner Sicht zu vorsichtige Kritik der Bundesregierung am militärischen Vorgehen der Türkei in Syrien. Seine „Hirntod“-Äußerungen zur Nato gründeten auf seinem Ärger darüber, dass Erdogan ohne vorherige Absprache mit den Nato-Partnern in Nordwestsyrien militärisch intervenierte. Frankreich musste seine Spezialkräfte abziehen und ist der Auffassung, dass der türkische Militäreinsatz den verbliebenen Kämpfern der Terrororganisation „Islamischer Staat“ zugutekommt. Seit langer Zeit hegen französische Geheimdienste den Verdacht, dass Erdogan die Durchreise europäischer IS-Kämpfer toleriert hat. Für Frankreich bleiben die von Syrien aus gelenkten Pariser Terroranschläge ein nationales Trauma. Macron hat sich auch innenpolitisch zu einem verschärften Vorgehen gegen türkische Einmischungsversuche entschlossen. In seiner Rede zum „islamistischen Separatismus“ in Mulhouse kündigte er an, dass die von Ankara entsendeten Türkischlehrer zum Schuljahresbeginn im September 2020 nicht mehr in französischen
Schulklassen Türkisch unterrichten dürfen. Auch den in die Moscheen entsandten Imamen aus der Türkei werden die Aufenthaltsgenehmigungen nicht verlängert."  Dem Islamisten und türkischen Parlamentspräsident Mustafa Sentop fiel nichts besseres ein als von  „primitive Islamophobie“ zu reden - wie immer wenn es um Kritik an Islam und Terror im Namen des Islams geht.  Marine Le Pen verlangte von Macron, sich in Brüssel für verschärfte Sanktionen gegen Erdogan starkzumachen. „Wir dürfen uns nicht so unterwürfig gegenüber der Türkei verhalten.“ Macron müsse sofort den französischen Botschafter aus der Türkei zurückbeordern, den türkischen Botschafter ausweisen und „unsere Grenzen schließen“ [49] .
 

Du sprichst, o Herr, da schlägt, so laut Dein Volk auch wimmert,
Das Feuer hell empor und wilde Funken ziehn,
Ein düstres Morgenrot, das auf den Dächern schimmert,
Und über Trümmer fliegt die Flamme tanzend hin.

Mit tausend Armen tobt der Mord, das Ungeheuer,
Zu Gräbern werden die Paläste, glühend heiß.
Und Männer kommen um und Frau'n durch Schwert und Feuer,
Und Raben krächzen um die Mauern rings im Kreis.

Der Mütter, o Kalif, der Jungfrau'n Stimmen gellten,
Sie schrie'n und jammerten, man warf sie auf den Grund,
Und stolze Rosse ziehn hervor sie aus den Zelten
Lebendig, zuckend noch, geschändet, todeswund.

Ein weites Leichentuch siehst Du die Stadt umwallen,
Ausstreckst Du Deinen Arm, und öd ist das Gefild.
Der Priester betend am Altar, er musste fallen,
Umsonst sein heil'ges Buch hielt er vor sich als Schild.

Säuglinge liegen tot, es klebt am heißen Stahle
Ihr Blut, in wilder Gier fortwütet Mord und Brand ...
Dein Volk, o König, küsst den Staub von der Sandale,
Die an den stolzen Fuß Dir knüpft ein goldnes Band. - Victor Hugo, April, 1825
 
 

Anmerkungen

[1] Science Review Letters 2019, 18, Nr. 1071 und Kurse Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 020 Goethe, Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Victor Hugo, Les Orientales III (Die Köpfe des Serail); zu: Zum "Weiber-Mischmasch des Islams" (Franz Werfel) und über türkische Männer und ihre Frauen im Harem schreibt Lord Byron: "Sie halten sie wie Hunde (im Vertraun / Gesagt) und kaufen sie, wie wir ein Pferd; / Zwar viele sind's, doch sieht man nichts davon", verschleiert werden sie, was heute sogar in Europa erlaubt ist: "Sie bleiben stets verschleiert und bewacht / Und sehen kaum die männlichen Verwandten"; auch die Einfältigkeit der Türken zeigt sich an den Frauen: "Da Türken nicht gesprächig sind, so kannten / Die Fraun von je kein anderes Vergnügen, / Als Bäder, Liebe, Putz und Kinderkriegen / Sie wissen nichts von Lesen oder Schreiben, / Von Kritisiren oder Versemachen; / Journale, Predigten, Romane bleiben / Wie Geist und Witz für sie stets fremde Sachen, – / Die Bildung würde sie zum Aufruhr treiben!". Victor Hugo schreibt über die Mond- und Venusanbeter in Moscheen und Harems: "Schaut man die Harems, wo Langweil' und Gram nur wohnt, / Die blauen Dome, blau, dem Himmel gleich, dem reinen, / All die Halbmonde, die ein leiser Abglanz scheinen /  Des Halbmonds, der am Himmel thront", vgl. Kurse Nr. 621 Lord Byron, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 557 - Ariosto, Ib.
[3] Ib.; zu: Die Kuppeln der Moscheen werden mit militärischer Ausrüstung verglichen und als "Riesenhelme, spiegelblank" gedeutet, die Minarette als "Lanze" mit "blanken Spitzen", so wie es der heutige Osmanenführer, der durch türkischen Honig schon einen gewissen Grad der Verrücktheit erreicht hat, verstanden wissen wollte ("Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten." - Recep Tayyip Erdogan), vgl. Kurs Nr. 545 Sittenlehre, Ib.
[4] Ib.
[5] Ib.; zu: Die Griechen wollten endlich ihre Freiheit zurück und alle Türken zum Teufel jagen ("Jagt hinaus die Türkenrotte"), wo sie Religionstechnisch gesehen auch hingehören: "Zur fernen Heimat jagt die Türkenschiffe wieder". Die Kirchen sollten wieder aufgebaut und alles, was an die muslimischen Türken erinnerte sollte aus dem Land verschwinden: "Ist Missolunghi frei, und kehr' ich in mein Eiland, / Dann eine Kirche bau' ich unserm Herrn und Heiland, / Und fall' ich, sink' ich in die schwarze Nacht hinab, / Eh, teure Heimat, ich gebrochen deine Bande, / Bringt meine Asche dann zur Ruh' im freien Lande, / Grabt mir im Sonnenschein mein Grab," vgl. Kurse Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 552 William Shakespeare II, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib.
[6] Ib.; zu: Der verweichlichte und halbverrückte Sultan, wohnhaft im "ekeln Hause" und bekannt als Menschenschlächter und Christenverfolger wird von vielen Autoren beschrieben: "Des Schwertes Ernte will der Türke sich begaffen, / Der feige Sklav, drum rührt ganz Stambul sich und kreist. / Und unsre Köpfe, hier verhöhnt am ekeln Hause / Der Sünde, dienen nur zum Schmause / Dem Sultan ohne Scham, der mit den Raben speist", vgl. Anm. 3 ff. und Kurse Nr. 621 Lord Byron, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 557 - Ariosto, Ib. 
[7] Ib.; zu: Die großen griechischen Freiheitskämpfer wie Jannis Makryjannis, Kanaris, Theodoros Kolototronis, Nikitas Stamatelopoulos (Nikitaras), Georgios Karaiskakis, Kitsos Tzavellas, Ioannis Kolettis, Ioannis Graf Kapodistrias, Ioannis Gouras, Odysseas Androutsos, Alexandros Mavrokordatos, Andreas Metaxas, Yennaios Kolokotronis, wurden immer wieder besungen, in Klöstern hängen ihre Portraits. Die "Türkenrotte" dagegen, die "Brut des Eblis", wird kaum erwähnt: "Doch diese Toten hier, die Niemand kennt, die rohen / Plattschädel, angereiht den Stirnen der Heroen, / Sind Türken, sind der Brut des Eblis zugezählt, / Gesindel, das vorm Schwert sich bückt, und dem das Leben, / Das hündische, man nimmt, wenn eben / Noch an der blut'gen Zahl ein Kopf dem Sultan fehlt", vgl. Anm. 5 ff.
[8] Ib.
[9] Ib.; zu: Die Lehre des Islams (die Lehre Mohammeds) ist "Gott und Menschen Feind durch seine blutge Lehre, / Verschlossen ist sein Blick dem milden Himmelslicht." Victor Hugo meint, man könne nur Mitleid haben mit diesen Kreaturen. Auch der Sultan sei, wie auch der heutige türkische Präsident, bemitleidenswert, da er jederzeit von seinem Thron fliegen kann: "Mit blut'gen Schädeln ist umkränzt des Sultans Krone, / Und sicher darum sitzt er doch nicht auf dem Throne / ... Der Unglückselge! – Stets von Schrecken rings umgeben, / Zum Fluche macht er sich sein ödes Erdenleben, / Kaum, dass der Abend sich für ihn vom Morgen trennt; / Langweile kennt er nur! ... Als Götzen auf der Erde / Verehrt ihn seine Sklavenheerde, / Des Spahi's Peitsche sorgt, dass stets der Weihrauch brennt", vgl. Anm. 5 ff. und Kurse Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Nr. 562 Dante Alighieri, Ib.
[10] Ib.; zu: Wer als getaufter Christ zum Islam konvertiert, ist wie alle KonvertitInnen - auch in Europa - verflucht und von der Seligkeit ausgeschlossen: "Beneiden müssen uns die Apostaten! – Schande / Dem Christen, der zerriss der Taufe heilge Bande, / Vergeblich schrieb man einst ihn in das Lebensbuch. / Er darf zum Himmel nicht, in dem wir wohnen, ziehen, / Ein Gift ist, aus dem Mund gespieen, / Sein Name, und man nennt ihn nur mit einem Fluch" KonvertitInnen gelten in Europa als besonders gefährlich und müssen als Gefährder eingestuft werden, vgl. Kurs Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 552 William Shakespeare II, Ib.
[11] Ib.; zu: Schon damals, als es um die Befreiung Griechenlands ging, war das christliche Europa träge. Auch zur Zeit des Völkermordes an den Armeniern war Europa träge, so wie es heute zu träge ist, die Türkei aus der Nato zu werfen und sie aufzuteilen zwischen Griechenland (Europa), Armenien und Syrien. Vor allem Firmen wie Bosch, VW, Ford, Toyota, Hyundai, Renault, Mercedes, MAN, Brax, Maas, Rapunzel, Ferrero (Nutella, Duplo) fördern die Türkei, indem sie dort produzieren lassen: "Und du, o christliches Europa, unsre Klagen / Erhöre! Haben nicht für uns sich einst geschlagen / Der heilge Ludwig und der Ritter tapfre Reihn? – / Wähl' endlich, wem die Welt sich soll zu Füßen legen, / Dem Heiland und dem Kreuz, – dem Omar und dem Degen, / Dem Turban oder Heilgenschein?«, vgl. Anm. 7 ff.
[12] Victor Hugo, Les Orientales IV (Begeisterung)
[13] Ib.; zu: Es geht immer darum, die "Türkenrotte" zurückzudrängen, die Mittelmeerküste von Türken zu befreien, türkische Kriegsschiffe zu versenken und Christen zu unterstützten: Auch nach der Seeschlacht von Navarin kämpften französische und englische Kriegsschiffe gegen die Türken wie z.B. Franz Werfel berichtet: so gab es die "Vorhut eines englisch-französischen Geschwaders" , das die Aufgabe hat, "in nordwestlicher Richtung die anatolische Küste entlang zu streifen. Der »Guichen« sei gestern abend schon, drei Stunden vor der Hauptmacht, aus der Zypernbucht von Famagusta ausgelaufen. Der Höchstkommandierende der Flottille, der Konteradmiral, befinde sich auf dem Linien- und Flaggschiff »Jeanne d'Arc«. Man habe seine Entscheidung abzuwarten. Vor einer Stunde schon sei ein Funkspruch an die »Jeanne d'Arc« gesendet worden. Die Abgesandten aber möchten sich nicht ängstigen, denn es bestehe kein Zweifel darüber, dass ein französischer Admiral einen so tapferen Stamm des misshandelten armenischen Christenvolkes nicht einfach seinem Schicksal überlassen werde." Die Franzosen kämpften auch zu begin des 19. Jahrhunderts, zur Zeit des Lord Byron und Victor Hugo für die Befreiung des christlichen Griechenlands von den barbarischen Türken: Französ'sche Büchsen, hört ihr nicht den Ruf? Erwacht! / Ihr schlieft nur allzu lang! Und du, Musik der Schlacht, / Kanonen, Bomben und Haubitzen, / Erwacht, ihr Rosse, hebt den starken Huf und scharrt, / Ihr Säbel, die ihr noch der blut'gen Taufe harrt, / Pistolen, die Verderben blitzen! ", vgl. Kurse Nr. 621 Lord Byron, Nr. 619 Franz Werfel, Ib.
[14] Victor Hugo, Les Orientales V (Navarin); vgl. Anm. 1
[15] Ib.; zu: Trotz Ereignissen wie dem Massaker von Chios sahen viele Politiker vor allem die Geschäftsbeziehungen zum Osmanischen Reich gefährdet; ähnlich wie heute auch die Politiker um Geschäftsbeziehungen fürchten, so dass die deutsche Bundeskanzlerin Merkel bei den Komikern sogar als Bauchtänzerin des türkischen Präsidenten dargestellt wird. Die Freiheit Griechenlands führte zu einer Schwächung des Osmanischen Reiches in Europa und wurde zum Vorbild weiterer Unabhängigkeitsbewegungen in Südosteuropa; Moscheen wurden wieder in Kirchen zurückverwandelt und hässliche neue Moscheen zerstört; unverständlicherweise werden heute wieder Moscheen - sogar im christlichen Europa gebaut. Auf dem Balkan, allem voran in gemischt besiedelten Gebieten, entstanden Konflikte zwischen christlichen und muslimischen Bewohnern, vgl. Anm. 11 und Kurs Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib. 
[16] Ib.
[17] Ib.; zu: Ottomanische Flagschiffe und Fregatten wurden regelmäßig versenkt von den Kriegsschiffen der großen Freiheitskämpfer, kommandiert von Dimitrios Papanikolis, Constantine Kanaris und Andreas Miaoulis. In der Schlacht von Navarino im Oktober 1827 versenkte die europäische Flotte fast die gesamten türkischen Schiffe inkl. ihrer Verbündeten: "O weine, Kanaris! – Der Maste waren's viel, – / Einhundertzwanzig! – Wo triebst Du Dein kühnes Spiel / Fern dem gewalt'gen Abenteuer? / Besiegt ist ohne Dich der Türke? Höll' und Tod!", vgl. Anm. 13 ff.
[18] Ib.; zu: Die Freude war groß wenn Dimitrios Papanikolis oder Constantine Kanaris einen türkischen Pascha samt Schiff in die Luft gejagt hatte: "Bisher, wenn in die Luft aufflog im Flammengraus / Ein Kapudan-Pascha mit Schiff und Mann und Maus, / Glut streuend über Meer' und Lande, / Am schrecklich schönen Spiel wer hätt' erkannt dich nicht?, vgl. Anm. 17 ff. 
[19] Ib.
[20] Ib.; zu: Es wurde höchste Zeit, die Türken aus Griechenland herauszutreiben, denn sie hatten schon das ganze Land "verpestet", antike Tempel und christliche Kirchen zerstört und in hässliche Moscheen umgebaut: "Zu schön warst Du, zu tief im Leide, / Hellas, um schon zu ruhn im Grab. / Ein jeder Pascha riss vom Kleide / Dir einen heil'gen Fetzen ab. / Hier, wo geschwärmt einst die Mänaden, / Vernahm, statt Liebesserenaden, / Man Jahre lang nur Kanonaden, / Und Gottes Tempel stürzten ein. / Am Himmel des geliebten Landes, / So weit das Auge spähte, fand es / Nicht Wolken, nur den Rauch des Brandes / Und deiner Städte Feuerschein." Die "Muslim-Horden" kamen auch aus Afrika und Asien ("Bande kam auf Bande Aus Asien und Afrika") und scheuten vor nichts zurück: "Nicht vor Apoll noch Christus scheute / Sich Ibrahim, der sie entweihte, / Und wie ein Geier zog auf Beute / Er aus, ein Wolf in gier'ger Eil, / Und was sich in den Weg ihm stellte, / Schlug er und schleppt' es heim zum Zelte, / Die Köpfe hängt' er, die er fällte, / Rings aufgespießt an das Serail." vgl. Abschnitt 22 und Kurse Nr. 505 Arthur Schopenhauer, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 557 - Ariosto, Ib.
[21] Ib.; zu: Das christliche Europa kommt Griechenland zu Hilfe, denn Piraten hatten dort ihre rote Halbmond-Flagge gehisst: "Hier ist Europa, das dir endlich hilft, Hellene, / Das endlich Feuer spei'n die Seekolosse lässt; / Aegypten, Asien hier, schwerfällge Schiff' und Kähne, / Piraten, die nicht tot genug einst schlug Duquesne, / Und nicht zertreten ganz, zerstört ihr Geiernest", vgl. Anm. 20 ff., 29 ff.
[22] Ib.
[23] Ib.; zu: Alles was auf den Namen "Sultan", "Pascha", "Mahmud" oder "Mohammed" hört, ist von vornherein verloren, nur die, die unter dem christlichen Kreuz kämpfen, sind letztlich siegreich: "Wo sind die stolzen Schwäne, / Die Nachen all und Kähne, / Die stolzen Kapitäne, / Armada Mahmuds, wo? / ..Vorbei ist's! Alles ruht im stillen Meeresraume! / Der Masten Spitze deckt die Flut mit weißem Schaume, / Des Sultans Schiffe sind der Wogen Spiel und Tand, / Hier eine Brick, und dort ein Kahn, geknickt, zerrieben, / Schwimmt, Seetang gleich, dahin, und von der Flut getrieben / Zerschellen ächzend sie am schwarzen Felsenstrand.", vgl. Anm. 20 ff. 
[24] Ib.; zu: Der Götze Allah und sein einziger Lügenprophet Mohammed ("Prophet des Trugs") wurde vom christlichen Gott besiegt: "Das ist ein Sieg! Versenkt der Afrikaner Flotte, / Zertreten der Prophet des Trugs vom wahren Gotte, / Der Henker, der Tyrann gebeugt vom schweren Schlag, / Hellas, das sterbende, hat Rettung noch gefunden", vgl. Anm. 20 ff. und 25
[25] Ib.; zu: Wie 14 53 und heute kamen Papst und die Regierungen Europas Griechenland erst nicht zu Hilfe, denn man wollte - wie heute auch - die Geschäftsbeziehungen mit der Türkei nicht gefährden; manche wollten die Muslim-Türken sogar in die EU aufnehmen. Die verkorkste westliche Kirche hat sogar den Götzen Allah mit dem christlichen Gott gleichgesetzt. Erst der Philhelenismus der Dichter konnte die Regierungen bewegen. "Die Völker seufzten längst: – »muss Hellas denn verderben? / Du armes Griechenvolk, im Elend musst du sterben? / Rot ist dein Himmel, du erblassest mehr und mehr. / Du edles, teures Volk, um dich zu retten, riefen / Wir auf die Priester, die in ihren Stühlen schliefen, / An Thronen bettelten umsonst wir um ein Heer. / Taub blieb Altar und Thron, kein König hat gesprochen. / Nur Dichterherzen noch macht Hellas' Name pochen! / Ihr lauter Hülferuf brach endlich doch sich Bahn. / Dem Griechenkreuz vertraut Hellas seit alten Tagen ... / Ein Volk ist hier ans Kreuz geschlagen, / An welches? ach, was liegt daran?", vgl. Kurse Nr. 618 St. Ephraim der Syrer, Nr. 617 St. Cyrill von Alexandrien, Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Nr. 613 St. Gregor von Nyssa, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 611 St. Johannes Cassianus, Nr. 609 St. Athanasius der Große, Ib.
[26] Ib.; zu: Wer hatte den Griechen wirklich geholfen und wer war ein Verbündeter der barbarischen Türken. Viele Franzosen, Engländer, Deutsche, Italiener und Russen haben auf der Seite der Griechen gekämpft, das Österreich Metternichs (Metternich war ein entschiedener Gegner des Philhelenismus) dagegen hat auf der falschen Seite gekämpft und die "Muslim-Horden", die "Ungläub'gen Reihen", unterstützt, anstatt schon damals ein christliches Europa zu bilden, wie es die Dichter gefordert hatten: "Sei, Albion, gegrüßt, du Königin der Meere, / Zweiköpfiger Adler du des Zaren! Ruhm und Ehre / Den Lilien Frankreichs, die so stolz, so herrlich blühn! / Als ebenbürtig muss sie England heut erkennen, / Der Seeruhm Frankreichs wird hell strahlen, funkeln, brennen, / Aufs neu entzündet hier am Brand von Navarin! / Oestreich, auch du? – Ihr meint wohl, Oestreichs Schiffe seien / Nicht auch dabei? – Doch! – dort in der Ungläub'gen Reihen! / Im Heer der Christen hat sein Aar sich nicht gezeigt, / Er sucht verschämt und scheu vorm Licht sich zu verstecken, / Des Pascha's Rossschweif muss bedecken / Sein Doppelhaupt, das tief sich neigt. / Dort, Oestreich, ist dein Platz! ... Oestreich, entartetes, schau hin und lass dich fragen, / Wie diese Flammen dir behagen? / Ist schöner der als jener Brand?", vgl. Anm. 25 
[27] VII; vgl. Anm. 1 
[28] Ib.; zu: Wie mit einem Pesthauch haben die Türken Griechenland und andere eroberte Gebiete überzogen, Städte ins Verderben gestürzt, Massaker an Christen angerichtet, Kirchen und antike Tempel zerstört und verbrannt; die einzige Tapferkeit der Paschas bestand darin, Wittwen, Waisen und Kinder zu erwürgen und Jungfrauen zu versklaven: Die Städte, "die rollen ins Verderben", Die Menschenleichen, "die schwarz die Täler färben, Hellas in Flammen", die Kinder, "erwürgt vor ihren armen Müttern", Jungfrau'n im Bazar, "verkauft um schnöden Lohn", vgl. Anm. 20 ff., 38 ff. und Kurs Nr. 601 St. Augustinus II., Ib.
[29] VIII; zu: Einige Piraten haben mit den Türken zusammengearbeitet, weshalb die türkische Flagge auch eigentlich eine Piratenflagge ist; denn ganz im Sinne der Türken haben sie Christen versklavt, Klöster und Abteien geplündert: "Korallenfischer, hundert Christen, – / Wir machen Sklaven aus den Frei'n, / Wir plündern Klöster und Abtei'n / Für das Serail an allen Küsten," vgl. Anm. 21
[30] Ib.; zu: Auf der Suche nach Jungfrauen für den Harem des Sultans, wurde auch vor Klöstern nicht halt gemacht, Nonnen geraubt und gezwungen zur teuflischen Lehre des Islam zu konvertieren: "»Ein Kloster!« ruft's vom Mast; wir eilen, / Wir werfen Anker, gehn ans Land, / Und sehn sogleich am schatt'gen Strand / Ein schönes Klosterfräulein weilen. / Die Nonne schlief, ein Kind noch schier, / Als ob sie hier geborgen wäre ... / Still, schönes Kind, Du musst nicht trauern, / Komm nur mit uns, der Wind ist gut; / Folg' uns zum Harem, – besser ruht / Sich's dort als hinter Klostermauern. / Er liebt die Knospen, der Vezier, / Und Dich beglückt des Korans Lehre ... / Wir boten sie der Hoheit an: / Zweitausend Tlomans! – Eingeschlagen! / Die Nonne wird – das Schrei'n ist hier Umsonst – Sultane!", vgl. Anm. 28 ff.
[31] X 
[32] XIII; zu: Nicht nur Mohammed, sondern alle, die in seinem Namen gemordet haben, wie Paschas, Vesire, landen nach Victor Hugo und Dante im tiefsten Schlund der Hölle: "Vezier und oberster Feldherr zahlloser Heere, / Du Schatten dessen, der ist Allahs Schatten, – höre: / Du bist verflucht, Du bist ein Hund! / ... Doch kommen wird Dein Tag. Janina stürzt in Trümmer, / Und Dich verschlingt das Grab mit Deinem Glanz und Schimmer, / ... Die siebte Hölle, dort, wo die verdammten Seelen / Sich ducken bang auf schwarzem Ast. / ... Sein Schlachtschwert unter'm Pelz trägt Ali, stets zu baden / Im Blut gewöhnt, und drei Pistolen, wohlgeladen, / Und seinen Dolch mit Perlen dran," vgl. Anm. 9 ff., 24 ff. und Kurs Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 617 St. Cyrill von Alexandrien, Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Nr. 613 St. Gregor von Nyssa, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Ib.
[33] XIV; zu: Türkische Burgen eines Ali Pascha beispielsweise wurden den Tatsachen entsprechend als "Räuberburg" und "Frevlernest" bezeichnet - beflaggt mit der noch heute verwendeten roten Halbmondflagge der Räuber und Piraten. Jeder war froh, wenn im Zuge der Freiheitskämpfe diese "Räuberburgen" verschwanden: "Frei atmen wird die Welt, wenn tief im Meeresbecken / Ruht Ali Pascha's Turm, der Spiroten Schrecken, / Und wenn ein Seemann einst von Kos dem Volk am Bord / Im Meer, am Strande, den geschändet Ali's Tritte, / Den großen Strudel zeigt, sich höhlend in der Mitte, / Und spricht im stummen Kreis: »Dort ist's gestanden ... dort.«, vgl. Anm. 29 ff.
[34] XVI.; zu: Zunehmend wurden im griechischen Freiheitskampf die türkischen Vesire besiegt und aus Griechenland vertrieben; die türkischen Kriegsverbrecher konnten nur noch jammern: » Allah! ... Emire, wer wird Reiter und Soldaten, / Zurück mir geben, die mit Lust im Blute waten? / ...Wer gibt mir meine Bey's mit Pelzen, fliegend weiten, / Zurück, die Khans, und die im Feld so wacker streiten, / Die Timarioten, die Spahi's und ihr Geschoss, / Beduinen, sonnenbraun, vom Pyramidenlande, / Die Schaden gerne tun den Bauern, Schimpf und Schande, / Und durch Maisfelder ziehn verwüstend hoch zu Ross? ... / Allah!... Wer gibt zurück mir Reiter und Soldaten? / Da liegt mein ganzes Heer zerstreut nun in den Saaten, / Wie blankes Gold, umher verzettelt auf der Flur. / Tartaren, Araber, die Renner und die Reiter, / Turbane, Fahnen, all die lärmend wilden Streiter,– / So ist ein Traum denn Alles nur?", vgl. Anm. 36
[35] Ib.
[36] Ib.: zu: Der Türke wurde besiegt und ihm drohte ein Kriegsverbrechertribunal - ganz anders als heute, wo Türken wieder in Griechenland (z.B. Zypern) einmarschieren dürfen, ohne dass die EU einschreitet, europäische, amerikanische und russische Rüstungsfirmen die Türken sogar mit neuesten Waffensystemen versorgen, wozu der deutsche Aussenminister nur wie ein Schoßhündchen mit den Augen klimpert: "Ja, fliehn muss der Vezier und Pascha von drei Schweifen, / Fort über blaue Höhn ins Weite muss ich schweifen, / Ein Flüchtling, Bettler fast, gebeugt durch Sorg' und Not, / Ein Dieb, der in der Nacht verscheucht durch jähen Schrecken, / In jedem Baum am Weg die Arme sieht sich strecken / Des Galgens, der von Ferne droht!«, vgl. Anm. 25 ff., 34 ff. und Kurse Nr. 621 Lord Byron, Nr. 552 William Shakespeare II, Ib.
[37] XVIII
[38] Ib.; zu: Wo "Muslim-Horden" oder Türken anlanden, hinterlassen sie Wüste und Tod: "Die Türken waren da: öd ist und wüst die Flur. / Das Weinland Chios ist ein Fels zur Stunde nur, / Chios, einst reich an grünen Zweigen, / Das spiegelt' in der See der Wälder stolze Pracht, / Weinberge, Schlösser, oft wohl auch beim Grau'n der Nacht / Jungfrauen, drehend sich im Reigen. / Rings Alles tot. Doch nein! Dort bei dem schwarzen Stein / Sitzt ein blauäugig Kind, ein Griechenkind, allein, / Gebeugt, doch hör' ich kein Gewinsel. / Ein weißer Hagedorn sein Schirm, ein Blüthenstrauch / Das Dach des Kindes, wie es selbst, vergessen auch / Beim großen Raubzug durch die Insel," vgl. Anm. 14 ff., 28 ff., 39 ff. ind Kurs Nr. 601 St. Augustinus II., Ib.
[39] XXIII
[40] Ib. ; zu: Mutig sind die jämmerlichen Türken nur, wenn es darum geht unbewaffnete Frauen, Kinder und Priester abzuschlachten: "Ein weites Leichentuch siehst Du die Stadt umwallen, / Ausstreckst Du Deinen Arm, und öd ist das Gefild. / Der Priester betend am Altar, er musste fallen, / Umsonst sein heil'ges Buch hielt er vor sich als Schild. / Säuglinge liegen tot, es klebt am heißen Stahle / Ihr Blut, in wilder Gier fortwütet Mord und Brand," vgl. Anm. 38 ff. und Kurse Nr. 554 Friedrich Hölderlin II, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 619 Franz Werfel, Ib. 
[41] Ib. ; zu: Heute erobern Muslim-Horden auf andere Weise europäische Städte, insbesondere in Frankreich: "Islamisten bringen immer mehr französische Wohnviertel unter ihre Kontrolle: Nach vier Jahren Recherchen in der Banlieue hat der Islam-Forscher Bernard Rougier jetzt einen aufsehenerregenden Sammelband über die „eroberten Territorien des Islamismus“ vorgelegt,  vgl. Anm. 38 ff. und Science Review Letters 2020, 19, Nr. 1089 und FAZ 2020, Nr. 59; Nr. 43; Nr. 42; Nr. 27; Nr. 25; Michaela Wiegel 2020: Eroberte Territorien. Eine neue Studie zeigt, wie Salafisten in Frankreichs Vorstädten die Kontrolle übernehmen, Frankfurt a.M., Paris; Dies. 2020: Wie viel Kritik am Islam ist erlaubt? Schülerin bedroht, Ib., Dies. 2020: Unser Feind ist der Separatismus. Der französische Präsident besucht in Mulhouse eine Hochburg der Islamisten, Paris, Frankfurt a.M.  sowie Kurse Nr. 544 Staats- und Rechtslehre II, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 545 Sittenlehre, Ib.
[42] Ib. ; zu: Er werde beispielsweise von der Bürgermeisterin der Pariser Vorstadt Aubervilliers scharf angegriffen. "Rougier führt die Attacken darauf zurück, dass er die Komplizenschaft zwischen der kommunistischen Stadtverwaltung und salafistischen Vereinen dokumentiert habe. Diese Komplizenschaft sei kein Einzelfall. Das Rathaus der 80000-Einwohner-Stadt Aubervilliers im Norden von Paris wird seit 2016 von der Franko-Algerierin Meriem Derkaoui geleitet. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Bürgermeister sich mit religiösen Wortführern verbündeten, die ihnen Wählerstimmen verschaffen könnten. Als Gegenleistung werde den islamistischen Ansprechpartnern ein Mitspracherecht bei der Vergabe von städtischen Subventionen, Sozialwohnungen oder Posten in der Stadtverwaltung gewährt, was wiederum ihre Machtposition unter den Muslimen stärke. „Es gibt ganz klar einen Pakt zwischen einem Teil der linken Parteien und islamistischen Gruppen“, sagt Rougier. Das Thema sei in der öffentlichen Diskussion tabu." Vgl. Anm. 41 ff.
[43] Ib.
[44] Ib.; zu: Ein Geheimbericht des Inlandsgeheimdienstes DGSI, welcher der Zeitung „Le Journal du Dimanche“ zugespielt wurde, bestätigt die Thesen Rougiers. "Laut Bewertung des Geheimdienstes werden inzwischen 150 Kommunen von Islamisten kontrolliert. Die meisten liegen in der Peripherie von Paris, Marseille und Lyon." Vgl. Anm. 41 ff.
[45] Ib.; zu: Was haben die Muslim-Horden in Frankreich schon bewirkt? Nicht nur haben sie Frankreichs Vorstädte in Wüste verwandelt, sogar Justizminister haben sie für ihre Zwecke instrumentalisiert. Die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ hat mit einer Karikatur die Diskussion um den Fall der 16Jahre alten Mila weiter angeheizt. "Die Schülerin aus der Nähe von Grenoble hatte in einer Instagram-Story heftige Kritik am Islam geübt. Seither wird sie mit Morddrohungen überhäuft und muss sich verstecken. Das Innenministerium hat entschieden, ihr Polizeischutz zu gewähren, und rät ihr vorerst vom Schulbesuch ab. Justizministerin Nicole Belloubet schlug sich, anders als erwartet, nicht eindeutig auf die Seite der bedrohten Schülerin, sondern ließ in einem Radiointerview im Sender Europe 1 Kritik an den Äußerungen anklingen. „Religionsbeleidigung ist eine Verletzung der Gewissensfreiheit“, sagte Belloubet. Der Anwalt der Jugendlichen, Richard Malka, nannte den Kommentar der Justizministerin schockierend. Sie habe die Propaganda der Islamischen Weltliga nachgeplappert, die überall in Europa dafür werbe, Gotteslästerung unter Strafe zu stellen. Belloubet hat ihre Äußerung inzwischen korrigiert und als „unglücklich“ bezeichnet. Malka ist auch der Anwalt der Redaktion von „Charlie Hebdo“.... Fünf Jahre nach dem Terroranschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ hat die Affäre um Mila die Frage aufgeworfen, ob Frankreich sich immer mehr einschüchtern lässt und auf Kritik am Islam aus Angst vor Repressalien verzichtet. Die Staatsanwaltschaft hat gleich zwei Ermittlungsverfahren eröffnet. Ein erstes Verfahren richtet sich gegen diejenigen, die die Jugendliche in der Anonymität des Internets bedroht haben und die Anschrift ihres Gymnasiums sowie andere vertrauliche Personendaten verbreiteten. Das zweite Verfahren betrifft Mila, gegen die wegen des Verdachts der „Hassrede“ ermittelt wurde. Frankreich hat im vergangenen Jahr eine Gesetzesänderung beschlossen, mit der Hassreden in den sozialen Netzwerken künftig geahndet werden können. In ihrem Video sagte die Schülerin: „Ich hasse Religion, der Koran ist voller Hass... Eure Religion ist scheiße.“ Sie sagt "Ich bin keine Rassistin. Ich habe das Recht, zu sagen, was ich denke, ich bereue das nicht“. Ein französisches Gericht entschied, dass der Straftatbestand der Hassrede nicht erfüllt sei, und stellte das Verfahren ein. Innenminister Christophe Castaner stellte in der Nationalversammlung klar: „Es gibt in unserem Land keine Strafen gegen Blasphemie.“ Er sagte, er sei entsetzt über die „Welle des Hasses“, die sich über Mila ergossen habe. "Das klang auch wie eine diplomatische Kurskorrektur an der Justizministerin, die wie er selbst aus der sozialistischen Lokalpolitik zu Macrons En-marche-Bewegung fand. Frühzeitig hatte der frühere Vorsitzende von SOS Racisme, Malek Boutih, davor gewarnt, dass sich Sozialisten in sozialen Brennpunktvierteln oftmals durch falsch verstandene Toleranz gegenüber islamischen Agitatoren kompromittieren würden. Boutihs Warnungen kamen nicht gut an, der Sozialist verlor 2017 seinen Wahlkreis. Der Generaldelegierte des französischen Islamrats CFCM, Abdallah Zekri, rechtfertigte die Drohungen gegen Mila. Zekri sagte, Mila habe die Reaktionen provoziert und müsse jetzt selbst damit klarkommen. „Wer Wind sät, muss mit dem Sturm rechnen“, sagte Zekri im Radiosender Sud Radio. „Das Mädchen weiß, was sie sagt. ... Sie hat die Religion beleidigt, jetzt muss sie die Folgen ihrer Worte tragen.“ Zekri leitet auch die französische Beobachtungsstelle für Islamophobie. Die französische Staatssekretärin für Frauenrechte, Marlène Schiappa, nannte die Äußerungen Zekris „kriminell“ und „unwürdig“. Vgl. Anm. 44 f. 
[46] Ib.
[47] Ib.; zu: Aber nicht nur Vorstädte werden in Wüste verwandelt. Moslems unterwandern alle möglichen Vereine und wollen so den islamischen Einfluss erhöhen. Kürzlich war die "systematische Verstrickung des Jüdischen Museums Berlin mit der antiisraelischen Boykottbewegung BDS beschrieben worden, die bis in islamistische Kreise, namentlich in das Aktionsfeld der Muslimbruderschaft, hineinreichte und die dazu führte, dass Verteidiger Israels in dem Museum kaum noch zu Wort kamen. Die erwartbare Kritik, die das bei den Angegriffenen und ihren intellektuellen Anwälten hervorgerufen hat, besitzt einen durchgängigen Makel: Sie verfehlt den Wandel des Organisationstyps des neuen Antisemitismus, der neben traditionellen Milieus auch neue, schwer greifbare Netzwerke umfasst." Auch der französische Präsident Emmanuel Macron hat erstmals "offen Verbindungen zwischen staatlichen Institutionen und der Muslimbruderschaft kritisiert. Auf deren Existenz hatten Wissenschaftler wie Gilles Kepel schon lange hingewiesen. Dass manche Politiker, auch in Deutschland, gerade einen extremistischen Islam hofieren, ist, wo nicht wahltaktische Überlegungen im Spiel sind, dem undurchsichtigen Charakter des legalistischen Islamismus geschuldet." Vgl. Anm. 41 ff. 
[48] Ib. 
[49] Ib. ; zu: Im Gegensatz zur deutschen Kanzlerin Merkel, die weiterhin in die Kriegskasse des türkischen Präsidenten einzahlen will, hat sich Emmanuel Macron in Europa die Rolle zugeschrieben, "den neoosmanischen Ambitionen des türkischen Präsidenten Einhalt zu gebieten."  Den Konflikt zwischen Erdogan und der EU über die Flüchtlingsfrage bewertet Macron "als Teil einer aggressiven türkischen Außenpolitik, auf die Europa aus seiner Sicht auf keinen Fall mit Nachgiebigkeit reagieren dürfe. Für Macron steht die Stabilität des östlichen Mittelmeerraums auf dem Spiel. Die türkischen Interventionen in Libyen wie jetzt in Griechenland sind nach seiner Lesart Teil eines geostrategischen Kräftemessens um die Vorherrschaft im Levantinischen Becken, in der Ägäis und im Kretischen Meer." Der Lybische Staatschef Sarradsch hat mit Erdogan ein maritimes Abkommen unterzeichnet, das einseitig einen neuen Verlauf der Festlandsockel im Mittelmeer festlegt – und der Türkei damit Erdgasvorkommen auf Kosten der EU-Mitglieder Griechenland und Zypern sichern soll. "Macron wirft dem türkischen Staatschef vor, trotz des bei der Libyen-Konferenz in Berlin bekräftigten Waffenembargos Soldaten und Rüstungsgüter wie die von dem Rüstungsunternehmen seines Schwiegersohnes produzierten Kampfdrohnen „Bayraktar“ nach Libyen zu schicken. „Bayraktar TB2“-Kampfdrohnen hat die Türkei auch im türkisch kontrollierten Teil Zyperns stationiert, um Druck auf Zypern und Griechenland auszuüben. Diese Drohkulisse ist der Hintergrund für die neuen militärischen Beistandsabkommen Frankreichs mit Zypern und Griechenland. Macron hat eine verstärkte Fregattenpräsenz im östlichen Mittelmeer angekündigt. Die griechisch-französische strategische Partnerschaft sieht vor, dass Athen zwei FDI-Fregatten kauft, eine Absichtserklärung wurde bereits unterzeichnet. Als erstes digitalisiertes französisches Kampfschiff verfügt FDI über eine digitale Architektur, die auch gegen Cyberbedrohungen schützen soll. Macron sieht die militärische Unterstützung für die beiden Länder als Teil einer europäischen Interessenpolitik im Mittelmeer. Französische Sicherheitsfachleute bedauern fehlendes deutsches Engagement. In Paris bewerteten es Diplomaten als Zeichen für den Mangel an geostrategischer Vision Berlins, dass die griechische Regierung Mitte Januar nicht zur Libyen-Konferenz eingeladen wurde. Ähnlich unzufrieden war Macron über die aus seiner Sicht zu vorsichtige Kritik der Bundesregierung am militärischen Vorgehen der Türkei in Syrien. Seine „Hirntod“-Äußerungen zur Nato gründeten auf seinem Ärger darüber, dass Erdogan ohne vorherige Absprache mit den Nato-Partnern in Nordwestsyrien militärisch intervenierte. Frankreich musste seine Spezialkräfte abziehen und ist der Auffassung, dass der türkische Militäreinsatz den verbliebenen Kämpfern der Terrororganisation „Islamischer Staat“ zugutekommt. Seit langer Zeit hegen französische Geheimdienste den Verdacht, dass Erdogan die Durchreise europäischer IS-Kämpfer toleriert hat. Für Frankreich bleiben die von Syrien aus gelenkten Pariser Terroranschläge ein nationales Trauma. Macron hat sich auch innenpolitisch zu einem verschärften Vorgehen gegen türkische Einmischungsversuche entschlossen. In seiner Rede zum „islamistischen Separatismus“ in Mulhouse kündigte er an, dass die von Ankara entsendeten Türkischlehrer zum Schuljahresbeginn im September 2020 nicht mehr in französischen
Schulklassen Türkisch unterrichten dürfen. Auch den in die Moscheen entsandten Imamen aus der Türkei werden die Aufenthaltsgenehmigungen nicht verlängert."  Dem Islamisten und türkischen Parlamentspräsident Mustafa Sentop fiel nichts besseres ein als von  „primitive Islamophobie“ zu reden - wie immer wenn es um Kritik an Islam und Terror im Namen des Islams geht.  Marine Le Pen verlangte von Macron, sich in Brüssel für verschärfte Sanktionen gegen Erdogan starkzumachen. „Wir dürfen uns nicht so unterwürfig gegenüber der Türkei verhalten.“ Macron müsse sofort den französischen Botschafter aus der Türkei zurückbeordern, den türkischen Botschafter ausweisen und „unsere Grenzen schließen“ Vgl. Anm. 41 ff und Kurs Nr. 544 Staats- und Rechtslehre III, Ib. 
 
 



Victor Hugo, statue Guernsey
 
 


Lord Byron's Oath on the Grave of Marco Botzaris, by Ludovico Lipparini, 19th Century, oil on canvas. Italy, Veneto, Treviso, Civic Museum
 
 


Le Serment à Aghia Lavra, peinture de Theodoros P. Vryzakis, 1865.
Der Metropolit Germanos von Patras segnet am 25. März 1821 im Kloster Agia Lavra die griechische Fahne (Gemälde von Theodoros Vryzakis, 1865). Das Ereignis gilt als Beginn der Griechischen Revolution gegen die Türken
 


La sortie de Messolonghi, huile sur toile, 1,69 x 1,27m, par Theodoros Vryzakis, milieu 19ème s.
25.3.1821: les Grecs se libèrent de 4 siècles de joug des Turcs Ottomans; Aujourd'hui, nous célébrons le début de la libération du peuple Héllène du joug des Turcs. Le 25 mars 1821, le métropolite Germanos de Patras bénit un drapeau grec au monastère d'Agia Laura, et proclama le soulèvement national. La Grèce déclara son indépendance de l'empire Ottoman, entamant la Guerre Grecque d'Indépendance.
 


The Combat of the Giaour and Hassan by Eugène Delacroix (1826, oil on canvas, Art Institute of Chicago). Inspired by Lord Byron's poem The Giaour
 


Combat entre Grecs et Turcs par Eugene Delacroix, 1821
 
 


Scène des massacres de Scio par Delacroix

Chios était une des plus riches îles de la mer Égée et les insurgés grecs tentèrent de la rallier à leur cause. Dès mai 1821, Iákovos Tombázis était passé demander l'aide chiote, sans succès. L'île craignait pour ses ressortissants disséminés dans tous les ports de l'Empire ottoman. Pour être sûr de la fidélité des habitants de l'île, le Sultan renforça la garnison et prit quarante otages au sein des plus riches familles. En mars 1822, une troupe samienne de klephtes débarqua sur Chios et prit la capitale. Le Sultan envoya son Capitan Pacha (amiral de la flotte ottomane), Kara-Ali, à la reconquête de l'île. Il pourrait disposer de l'aide de 30 000 volontaires rassemblés à Chesmé, attirés par la perspective de butin. La résistance des klephtes fut brève. Repoussés, ils finirent par évacuer tandis que la population commença à être systématiquement massacrée et les otages exécutés. Cependant, une bonne partie de la population fut plutôt réduite en esclavage et vendue sur les marchés soit de Constantinople soit de Smyrne, d'Égypte ou d'Afrique du nord. Certains d'entre eux furent rachetés par les agents diplomatiques occidentaux qui avaient aussi plus tôt essayé de sauver les habitants de l'île des massacres qui durèrent de mi-avril à fin mai 1822. Le 18 juin (6 juin julien) 1822, le capitaine psariote Constantin Kanaris coula le vaisseau amiral ottoman avec un brûlot, tuant l'amiral ottoman Kara Ali et 2 000 marins turcs. Cette action est considérée par l'historiographie grecque comme ayant vengé les massacres de Chios. La population de l'île au début de 1822 est estimée entre 100 000 et 120 000 personnes dont 30 000 habitaient Chora, la capitale. Il y aurait eu aussi autour de 2 000 musulmans sur l'île. Les estimations les plus courantes font état de 25 000 morts et 45 000 personnes réduites en esclavage. 10 000 à 20 000 auraient réussi à s'enfuir.

Une immense émotion face aux horreurs commises traversa l'Europe, suscitant une première vague de philhellénisme. Castlereagh, le Foreign Secretary britannique, menaça l'Empire ottoman d'une rupture des relations diplomatiques. Eugène Delacroix exposa sa Scène des massacres de Scio au Salon de 1824. Charles X en fit immédiatement l'acquisition pour les collections du Louvre. En Russie, le prince Golitsyn organisa une collecte de fonds pour venir en aide aux victimes des massacres. Le recueil Les Orientales de Victor Hugo, comprend un poème « L'enfant grec » consacré au massacre de Chios.

Philhellénisme: Les Grecs reçurent l’aide de nombreux volontaires étrangers (les Philhellènes), notamment des libéraux britanniques comme Lord Byron et français tels le colonel Fabvier, et remportèrent des succès sur les troupes du sultan. Byron débarqua avec des armes fournies par les comités philhellènes européens le 4 janvier 1824 à Missolonghi. Sa mort, en avril, fut un important signal de prise de conscience de la situation à travers toute l’Europe. Hector Berlioz, pour commémorer ces évènements va composer en 1825 une Scène héroïque (La Révolution grecque) a pour deux basses, choeur mixte et orchestre. 


La bataille de Navarin, 1846 de Ivan Aivazovsky, 1817-1900, Russia

Ivan Konstantinovitch Aïvazovski né à Théodosie (Crimée) le 17 juillet 1817 (29 juillet 1817 dans le calendrier grégorien) et mort dans cette même ville le 5 mai 1900, est un peintre russe d'origine arménienne. C'est un des maîtres de la peinture de marine qui a marqué l'histoire et les périodes romantiques et réalistes de l'art russe. Originaire d'une famille pauvre de marchands arméniens émigrée de Pologne au début du XIXe siècle, Ivan Aïvazovski est né à Théodosie, en Crimée, le 29 juillet 1817. Le nom de famille de ses parents était Aïvazian et quelques-unes de ses peintures sont signées en alphabet arménien Hovhannes Aïvazian. Très jeune, il est attiré par le dessin et recopie les illustrations d'un livre sur la lutte des Grecs contre le joug de l'empire ottoman. Ce thème aura une grande influence sur lui et il y reviendra, plus tard, dans ses peintures. Après une éducation primaire dans une école arménienne de Théodosie, il reçoit une première formation artistique au Gymnasium de Simferopol grâce à des aides de compatriotes appréciant son talent. En 1833, avec le soutien de A. Kaznatcheïev, maire de Théodosie, il se rend à Saint-Pétersbourg pour y compléter sa formation à l'Académie impériale des beaux-arts . Il y étudie les œuvres du paysagiste Maxime Vorobev et du peintre de marines français Philippe Tanneur alors professeur dans cette Académie. Lors de ses études, sa production attire l'intérêt des connaisseurs ; dès ces années-là, Alexandre Pouchkine découvre ses œuvres lors d'une exposition et lui porte une grande admiration

Wirkung und Nachwirkung in Europa: z.B. die Propyläen am Münchner Königsplatz als Denkmal. Infolge des Falls von Byzanz 1453 hatten sich griechischsprachige Gelehrte in ganz Europa niedergelassen, wo sie die Kenntnis der altgriechischen Sprache und Schriften beförderten. Restriktionen und Repressalien der osmanischen Herrscher führten zu weiteren Migrationswellen, vor allem von Kaufleuten. Seit dem 17. Jahrhundert konnte eine größere Anhängerschaft, besonders unter Intellektuellen und Bürgerlichen, für die Befreiung Griechenlands gewonnen werden, was sich etwa auch in der Gräzisierung von Namen oder dem Philhellenismus ausdrückte. Nach dem Wiener Kongress und den Karlsbader Beschlüssen war der griechische Freiheitskampf auch im deutschsprachigen Raum ein gewichtiges Thema, was sich auch daran zeigte, dass Schriftsteller das zeitgenössische Griechenland zum Thema nahmen (beispielsweise Wilhelm Müller (Der kleine Hydriot), Leopold Schefer oder Goethe, der Gedichte aus dem Neugriechischen übersetzte). Diese Haltung entstand auch in Opposition zu einer überdauernden Griechenfeindlichkeit, die im Wesentlichen eine Spätfolge des religiösen Schismas war. Trotz Ereignissen wie dem Massaker von Chios sahen viele Politiker vor allem die Geschäftsbeziehungen zum Osmanischen Reich gefährdet; ähnlich wie heute auch die Politiker um Geschäftsbeziehungen fürchten, so dass die deutsche Bundeskanzlerin Merkel bei den Komikern sogar als Bauchtänzerin des türkischen Präsidenten dargestellt wird. Die Freiheit Griechenlands führte zu einer Schwächung des Osmanischen Reiches in Europa und wurde zum Vorbild weiterer Unabhängigkeitsbewegungen in Südosteuropa; Moscheen wurden wieder in Kirchen zurückverwandelt und hässliche neue Moscheen zerstört; unverständlicherweise werden heute wieder Moscheen - sogar im christlichen Europa gebaut. Auf dem Balkan, allem voran in gemischt besiedelten Gebieten, entstanden Konflikte zwischen christlichen und muslimischen Bewohnern. 

Die Endphase des Kampfes der Griechen gegen die Türken wurde durch das Eingreifen fremder Mächte bestimmt. Es eilten die modernisierten ägyptischen Streitkräfte unter der Führung von Mehmet Ali den Türken zu Hilfe. Im Jahre 1825 landeten sie auf der Peloponnes und eroberten den Hafen von Navarino. Die Revolution war damit im Prinzip gescheitert. Es war nun ein leichtes, die Peloponnes von den zerstrittenen Griechen zurückzuerobern. Die europäischen Großmächte waren allerdings in keinem Fall dazu bereit, Mehmet Ali die Herrschaft sowohl über Ägypten als auch über Griechenland zu überlassen. Man einigte sich darauf, die Kräfte zu vereinen und eine Drei-Mächte-Flotte nach Navarino zu senden. In der Schlacht von Navarino im Oktober 1827 versenkte die europäische Flotte den Großteil der gegnerischen Schiffe. Der Kommandeur der Alliierten gegen die Türken war der britische Admiral Sir Edward Codrington (1770-1851). Damit hatte der Sultan den europäischen Großmächten auf der Peloponnes militärisch nichts mehr entgegenzusetzen. Den letzten Akt der Revolution bestimmte der Russisch-Osmanische Krieg (1828–1830). Nach dem russischen Einmarsch in das Osmanische Reich und der Kapitulation des Sultans wurde im Rahmen des Londoner Protokolls im Jahre 1830 die Errichtung eines kleinen, unabhängigen, griechischen Königreiches beschlossen. Das neue Königreich sollte, so wurde beschlossen, von dem deutschen Prinzen Otto I. von Bayern regiert werden. Dieser Prinz als König von Griechenland war für die drei Großmächte eine akzeptable Lösung. 

(From the early stages of the revolution, success at sea was vital for the Greeks. When they failed to counter the Ottoman Navy, it was able to resupply the isolated Ottoman garrisons and land reinforcements from the Ottoman Empire's provinces, theatening to crush the rebellion; likewise the failure of the Greek fleet to break the naval blocade of Missolonghi (as it did several times earlier) in 1826 led to the fall of the city. The Greek fleet was primarily outfitted by prosperous Aegean islanders, principally from three islands: Hydra, Spetses and Psara. Each island equipped, manned and maintained its own squadron, under its own admiral. Although they were manned by experienced crews, the Greek ships were not designed for warfare, equipped with only light guns and staffed by armed merchantmen. Against them stood the Ottoman fleet, which enjoyed several advantages: its ships and supporting craft were built for war; it was supported by the resources of the vast Ottoman Empire; command was centralized and disciplined under the Kapudan Pasha. The total Ottoman fleet size consisted of 20 three-masted ships of the line, each with about 80 guns and 7 or 8 frigates with 50 guns, 5 corvettes with about 30 guns and around 40 brigs with 20 or fewer guns.


"The burning of the Ottoman frigate at Eressos by Dimitrios Papanikolis" by Konstantinos Volanakis

In the face of this situation, the Greeks decided to use fire ships, which had proven themselves effective for the Psarians during the Orlov Revolt in 1770. The first test was made at Eresos on 27 May 1821, when an Ottoman frigate was successfully destroyed by a fire ship under Dimitrios Papanikolis. In the fire ships, the Greeks found an effective weapon against the Ottoman vessels. In subsequent years, the successes of the Greek fire ships would increase their reputation, with acts such as the destruction of the Ottoman flagship by Constantine Kanaris at Chios, after the massacre of the island's population in June 1822, acquiring international fame. Overall, 59 fire ship attacks were carried out, of which 39 were successful. At the same time, conventional naval actions were also fought, at which naval commanders like Andreas Miaoulis distinguished themselves. The early successes of the Greek fleet in direct confrontations with the Ottomans at Patras and Spetses gave the crews confidence and contributed greatly to the survival and success of the uprising in the Peloponnese. Later, however, as Greece became embroiled in a civil war, the Sultan called upon his strongest subject, Muhammad Ali of Egypt, for aid. Plagued by internal strife and financial difficulties in keeping the fleet in constant readiness, the Greeks failed to prevent the capture and destruction of Kasos and Psara in 1824, or the landing of the Egyptian army at Methoni. Despite victories at Samos and Gerontas, the Revolution was threatened with collapse until the intervention of the Great Powers in the Battle of Navarino in 1827. (vgl. Kurse Nr. 554 Friedrich Hölderlin II, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Nr. 020 Goethe, Nr. 552 William Shakespeare, Akademie der Kunst und Philosophie
 


Fahne des christlichen Orients und der Türkei (Bandera Imperio Bizantino)


Wappen Byzantion (altgriechisch, latinisiert Byzantium, modern Byzanz, türkisch Bizans) war eine um 660 v. Chr. am südwestlichen Ausgang des Bosporus gegründete Koloniestadt dorischer Griechen aus Megara, Argos und Korinth. Byzantium wurde unter römischer Herrschaft zu einer Stadt in der römischen Provinz Thracia. Aufgrund seiner günstigen Lage an der europäischen Küste des Bosporus, auf der Ostspitze einer Halbinsel zwischen Marmarameer und Goldenem Horn, wurde Byzantion von 326 bis 330 von Kaiser Konstantin I. zur neuen Hauptstadt des Römischen Reiches ausgebaut und in der Folgezeit Konstantinopel genannt. Durch einen noch heute bei Türken üblichen Angriffskrieg wurde es von Moslems (Osmanen) erobert und Bizans bzw. später Istanbul genannt. Das byzantinische Wappen wurde von den Türken bzw. Osmanen durch die rote Halbmond Räuber- und Piratenflagge ersetzt. 
 
 

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Zur Philosophie und Kulturgeschichte von Byzanz, des Mittelalters, der Schule von Chartres, der Renaissance, der Aufklärung, des Idealismus, der Romantik vgl. Kurse: Nr. 551 G.W.F. Hegel, Nr. 511 J.G.Fichte, Nr. 509 F.W.J. Schelling, Nr. 505 Arthur Schopenhauer, Nr. 531 Platon, Nr. 533 Aristoteles, Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 553 Friedrich Schiller I-II, Nr. 554 Friedrich Hölderlin I-II, Nr. 512 Novalis, Nr. 630 Johann Ludwig Tieck, Nr. 631 Adelbert von Chamisso, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 629 Voltaire, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 561 Sir Walter Scott, Nr. 555 Angelus Silesius, Nr. 634 Hans Sachs, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 588 Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Nr. 550 Fjodor M. Dostojewskij I-II, Nr. 506 Wladimir Solowjew. Nr. 618 St. Ephraim der Syrer, Nr. 617 St. Cyrill von Alexandrien, Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Nr. 613 St. Gregor von Nyssa, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 611 St. Johannes Cassianus, Nr. 609 St. Athanasius der Große, Nr. 605 St. Irenaeus von Lyon, Nr. 604 St. Hildegard von Bingen, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 581 Bernhard von Chartres, Nr. 580 Wilhelm von Conches, Nr. 579 Albertus Magnus, Nr. 578 Pierre Abaelard, Nr. 574 Johannes von Salisbury, Nr. 577 Petrus Lombardus, Nr. 576 Gilbert de la Porrée / Gilbert von Poitiers, Nr. 565 Johannes Scotus Eriugena, Nr. 575 Thierry de ChartresNr. 571 Alanus ab Insulis, Nr. 572 Anselm von Canterbury, Nr. 570 St. Hilarius von Poitiers, Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Nr. 568 Nicolaus Cusanus II, Nr. 568 Nicolaus Cusanus III, Nr. 564 St. Ambrosius, Nr. 564 St. Augustinus I, Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 500 St. Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 501 St.Thomas Aquinas: Summa Theologica I., Nr. 502 St.Thomas Aquinas, Sth. I-II, Nr. 582 St.Thomas Aquinas, Sth II-II, Nr. 583 St.Thomas Aquinas, Sth. III, Nr. 566 Meister Eckhart, Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 558 Calderon de la Barca, Nr. 563 Miguel de Cervantes, Nr. 637 Lope de Vega I, Nr. 637 Lope de Vega II, Nr. 632 Ginés Pérez de Hita, Nr. 633 Luis Vaz de Camões, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 552 William Shakespeare II, Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 560 Walter von der Vogelweide, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 586 Tizian, Nr. 598 El Greco, Nr. 620 Giovanni Battista Tiepolo, Nr. 590 Giovanni Bellini, Nr. 587 Andrea Mantegna, Nr. 595 Jan van Eyck, Nr. 635 Rogier van der Weyden,Nr. 640 Stefan Lochner, Nr. 626 Luca Signorelli, Nr. 610 Piero della Francesca, Nr. 596 Perugino, Nr. 522 Raffael (Raffaello Sanzio), Nr. 523 Sandro Botticelli, Nr. 602 Benozzo Gozzoli, Nr. 606 Fra Angelico,Nr. 607 Pinturicchio, Nr. 593 Filippo Lippi, Nr. 594 Filippino Lippi, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 603 Bernard van Orley, Nr. 615 Ambrogio da Fossano detto il Bergognone, Nr. 636 Eugène Delacroix, Nr. 639 Bartolomé Esteban Murillo, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Akademie der Kunst und Philosophie



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Letzte Bearbeitung:06.04.2020