Akademie der Kunst und Philosophie | Academy of Arts and Philosophy
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Kurs Nr. 504 Philosophie der Weltgeschichte

Jacob Burckhardt: Weltgschichtliche Betrachtungen und Kunstgeschichte


Zuletzt ging es darum, der mit verödender Erstarrung drohenden Kräfte des Intellekts, den Europäischen Geist entgegenzusetzen. Denn hätte der Arabismus gesiegt - es hätte ein Überhandnehmen des Materialismus und die Vernichtung des Individuums in einem unvorstellbaren Mass zur Folge gehabt

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:

Überall, wo in der abendländischen Kunst der Wille zur Gestalt, zur von innen lebenden, innenräumigen Gestalt so herrlich auflebt, individualisierend und Bewusstsein des eigenen Wertes und der Würde atmend und gebend - "überall da ist im Islam die Unräumigkeit der Fläche und die vereinheitlichende Linie. Bewegt, aber nicht im Sinne der Zielstrebigkeit und Überwindung, sondern Zwecklos in sich verlaufend. Nicht bildend, sondern bild-auflösend. Die Bilderfeindlichkeit des Islams ist tiefer als nur in seinem Gebot des Koran begründet." (G. Richter)

Der Islam entwickelt alle jene Wissenschaften, alle jene Kräfte der Abstraktion, unter denen die Erde in toter Gleichförmigkeit und Sinnlosigkeit erstarrt. Er kennt nur das Diesseits. Und auch sein Himmel, sein Jenseits,  ist nur ein genussreiches Diesseits. "Der Islam entwickelte in einzigartiger Weise die Kräfte, unter denen die Erde zum Grab wird. Und der heilige Stein, den er verehrt - mag es nun die Kaaba in Mekka oder der Felsen in Jerusalem sein - ist, wenn auch nicht äusserlich, so doch in Wahrheit der Stein, der auf dem Grab des Erlösers liegt." (G. Richter)

Es ging um das Schicksal der ganzen Erde, um das Schicksal des Menschen. Die Kreuzzüge, mochten sie nun nach dem Osten oder in das von Arabern eroberte Spanien nach Westen gehen, waren nur der äusserste Ausdruck eines Geisteskampfes, der eigentlich nicht auf den Schlachtfeldern Palästinas, sondern in den Seelen der abendländischen Menschheit ausgefochten wurde. Dieser Kampf kulminierte in der Auseinandersetzung zwischen Thomas von Aquin und Averroes. 

"Pilgrime in Menge hatten es zwar geniessen können; aber der Zugang dazu ist in den Händen der Ungläubigen, und es ist der Christenheit unwürdig, dass die heiligen Örter und das Grab Christi nicht im Besitz der Kirche sind. In diesem Gefühle ist die Christenheit eins gewesen; darum hat sie die Kreuzzüge unternommen, und sie hatte dabei nicht diesen oder jenen, sondern einen einzigen Zweck - das Heilige Land zu erobern. Das Abendland ist wiederum gegen das Morgenland ausgezogen." - Hegel
Es ging darum, der mit verödender Erstarrung drohenden Kräfte des Intellekts, den Europäischen Geist entgegenzusetzen. Denn hätte der Arabismus gesiegt - es hätte ein Überhandnehmen des Materialismus und die Vernichtung des Individuums in einem unvorstellbaren Mass zur Folge gehabt. Der Materialismus, der nichts anderes als ein weiterlebender Arabismus ist, findet sich heute noch an Universitäten, besonders an Amerikanischen Elite-Universitäten. 

Jacob-Burckhardt spricht den Moslems die Fähigkeit ab, sich in christlichen Ländern integrieren zu können. auch eine Annäherung an die okzidentalische Kultur hält er für Moslems verderblich - es sei denn sie konvertieren zum Christentum. Auch stellt er die Frage, inwieweit der Islam überhaupt ein Staatstum vertritt. "Sein Stolz ist, dass er eben der Islam ist, und es ist dieser einfachsten aller Religionen selbst durch die eigenen Leute nicht beizukommen." Es handelt sich um eine "Erbärmliche Geschichtswissenschaft, weil Alles ausserhalb des Islams gleichgültig und Alles innerhalb des Islams Partei- oder Sektensache ist." Deshalb ist es auch kein Wunder, dass in vielen islamischen Ländern wie der Türkei das Handwerk der Geschichtsklitterer seine Blütezeit erfährt. Nach Burckhardt gibt es nur zwei Möglichkeiten mit Moslems zu verfahren: Entweder ausrotten oder in Ruhe lassen.

“Der entsetzlich verdummende Einfluss der mohammedanischen Religion, der Fanatismus, die eitle Anmaßung nur den eigenen Glauben für den richtigen zu halten, schließen aber auch jede Besserung aus.”

“Von den drei für semitische Völker gemachten Religionen hat keine so gewirkt, das freie Denken, die bewusste Vernunft einzuschränken, wie der Islam. Und rechnen wir die Inquisitionszeiten, die Verbrennungen der Hexenprozesse ab, hat keine der semitischen Religionen so viele Menschenopfer gekostet, als die mohammedanische. Auch ihr ist ureigen, unter der Firma der Nächstenliebe, unter der Maske religiöser Heuchelei jede Freiheit des Gedankens als Sünde hinzustellen; ihr ist ureigen, nur die eigene Anschauung des  Propheten oder Macher der Religion als allein wahr hinzustellen und den Glauben zum unumstößlichen Gesetz erhoben zu haben.” 

"Der Islam, der eine so furchtbar kurze Religion ist, ist mit dieser seiner Trockenheit und trostlosen Einfachheit der Kultur wohl vorwiegend eher schädlich als nützlich gewesen, und wäre es auch nur, weil er die betreffenden Völker gänzlich unfähig macht, zu einer andern Kultur überzugehen. Die Einfachheit erleichterte sehr seine Verbreitung, war aber mit derjenigen höchsten Einseitigkeit verbunden, welche der starre Monotheismus bedingt’, und aller politischen und Rechtsentwicklung stand und steht der elende Koran entgegen; das Recht bleibt halb-geistlich. [..] Abgesehen von der allgemeinen Rechtlosigkeit vor dem Despotismus und seiner Polizei, von der Ehrlosigkeit aller derer, die mit der Macht  zusammenhängen, wofür die Gleichheit aller, die Abwesenheit von Adel und Klerus keinen Ersatz gewähren, entwickelt sich ein diabolischer Hochmut gegenüber dem nichtislamischen Einwohner und gegenüber andern Völkern, bei periodischer Erneuerung des Glaubenskrieges, ein Hochmut, wodurch man gegen den noch immer unverhältnismäßig größten Teil der Welt und dessen Verständnis abgesperrt ist.“- Jacob Burckhardt
"Es fehlte der allgemeine Drang zur Ergründung der Welt und ihrer Gesetze" Ib.

"Und eine Komödie ist unmöglich, schon weil es keine gemischte Geselligkeit gibt" Ib.

"In der bildenden Kunst ist nur die Architektur ausgebildet, zuerst durch persische Baumeister, dann mit Benutzung des byzantinischen und überhaupt jedes vorgefundenen Stiles und Materials. Skulptur und Malerei existieren so gut wie gar nicht, weil man die Vorschrift des Korans nicht nur innehielt, sondern weit über den Wortlaut übertrieb. Was dabei der Geist überhaupt einbüßte, läßt sich denken. Daneben besteht freilich das täuschende Bild von blühenden, volkreichen, gewerblichen islamischen Städten und Ländern mit Dichterfürsten, edelgesinnten Großen usw. z.B. in Spanien unter und nach den Omaijaden. Aber über jene Schranken hinaus, zur Totalität des Geistigen, drang man auch hier nicht durch, und Unfähigkeit zur Wandlung, zur Einmündung in eine andere höhere Kultur war auch hier das Ende, wozu dann noch die politisch-militärische Schwäche gegen Almoraviden, Almohaden und Christen kam." - Jacob Burckhardt
 

Anmerkungen

zur "Frömmigkeit" bzw. "Unglaube" der Muslime und zur erheuchelten Religion ("simulata religione") vgl. Kurse Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 558 Calderon de la Barca, Nr. 563 Miguel de Cervantes, Nr. 637 Lope de Vega I, Nr. 637 Lope de Vega II, Nr. 641 Lope de Vega III, Nr. 632 Ginés Pérez de Hita, Nr. 633 Luis Vaz de Camões, Nr. 568 Nicolaus Cusanus - Renaissance Philosopher I, Nr. 568 Nicolaus Cusanus - Renaissance Philosopher II, Nr. 582 St.Thomas Aquinas - Philosopher of Gothic period IV, Nr. 500 Thomas von Aquin I: Summa contra Gentiles, Nr. 501 St.Thomas Aquinas II, Nr. 502 St.Thomas Aquinas - Philosopher of Gothic period III. Ib.
 
 




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Zur Philosophie und Kulturgeschichte von Byzanz, des Mittelalters, der Schule von Chartres, der Renaissance, des Barock, der Aufklärung, des Idealismus, der Romantik vgl. Kurse: Nr. 551 G.W.F. Hegel I, Nr. 660 G.W.F. Hegel II, Nr. 511 Johann Gottlieb Fichte I, Nr. 658 Johann Gottlieb Fichte II, Nr. 509 F.W.J. Schelling I, Nr. 510 F.W.J. Schelling II, Nr. 513 F.W.J. Schelling III, Nr. 505 Arthur Schopenhauer I-II, Nr. 663 Arthur Schopenhauer III, Nr. 531 Platon, Nr. 533 Aristoteles, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Nr. 020 Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 553 Friedrich Schiller I-II, Nr. 554 Friedrich Hölderlin I-II, Nr. 512 Novalis, Nr. 630 Johann Ludwig Tieck, Nr. 631 Adelbert von Chamisso, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 629 Voltaire I-II, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 561 Sir Walter Scott, Nr. 555 Angelus Silesius, Nr. 634 Hans Sachs, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 588 Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Nr. 550 Fjodor M. Dostojewskij I-II, Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 661 Philosophie der Geschichte, Nr. 659 Wissenschaftslehre, Nr. 545 Sittenlehre I-II, Nr. 614 Sittenlehre III, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre I-II, Nr. 641 Staats- und Rechtslehre III, Nr. 644 Staats- und Rechtslehre IV, Nr. 655 Staats- und Rechtslehre V, Nr. 618 St. Ephraim der Syrer, Nr. 617 St. Cyrill von Alexandrien, Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Nr. 613 St. Gregor von Nyssa, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 611 St. Johannes Cassianus, Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 653 St. Cyprianus, Nr. 609 St. Athanasius der Große, Nr. 605 St. Irenaeus von Lyon, Nr. 604 St. Hildegard von Bingen, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 581 Bernhard von Chartres, Nr. 580 Wilhelm von Conches, Nr. 578 Pierre Abaelard, Nr. 574 Johannes von Salisbury, Nr. 577 Petrus Lombardus, Nr. 576 Gilbert de la Porrée / Gilbert von Poitiers, Nr. 565 Johannes Scotus Eriugena, Nr. 575 Thierry de ChartresNr. 571 Alanus ab Insulis, Nr. 572 Anselm von Canterbury, Nr. 570 St. Hilarius von Poitiers, Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Nr. 568 Nicolaus Cusanus II, Nr. 568 Nicolaus Cusanus III, Nr. 564 St. Ambrosius, Nr. 564 St. Augustinus I, Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 654 St. Augustinus III, Nr. 579 St. Albertus Magnus, Nr. 500 St. Thomas von Aquin I, ScG, Nr. 501 St.Thomas von Aquin II,  Sth I., Nr. 502 St.Thomas von Aquin III, Sth. I-II, Nr. 582 St.Thomas von Aquin IV, Sth II-II, Nr. 583 St.Thomas von Aquin V, Sth. III, Nr. 566 Meister Eckhart, Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 558 Calderón de la Barca, Nr. 648 Calderón de la Barca II, Nr. 650 Calderón de la Barca III, Nr. 651 Calderón de la Barca IV, Nr. 563 Miguel de Cervantes I, Nr. 645 Miguel de Cervantes II, Nr. 637 Lope de Vega I, Nr. 638 Lope de Vega II, Nr. 642 Lope de Vega III, Nr. 643 Lope de Vega IV, Nr. 652 Juan Ruiz de Alarcón, Nr. 632 Ginés Pérez de Hita, Nr. 633 Luis Vaz de Camões, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 552 William Shakespeare II, Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 560 Walter von der Vogelweide, Nr. 662 Gottfried von Strassburg, Akademie der Kunst und Philosophie

Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 586 Tizian, Nr. 591 Paolo Veronese, Nr. 597 Correggio, Nr. 598 El Greco, Nr. 620 Giovanni Battista Tiepolo, Nr. 590 Giovanni Bellini, Nr. 656 Andrea Solari, Nr. 657 Bernadino Luini, Nr. 587 Andrea Mantegna, Nr. 595 Jan van Eyck, Nr. 635 Rogier van der Weyden, Nr. 640 Stefan Lochner, Nr. 646 Michael Pacher, Nr. 647 Peter Paul Rubens, Nr. 649 Giotto di Bondone, Nr. 626 Luca Signorelli, Nr. 610 Piero della Francesca, Nr. 596 Perugino, Nr. 522 Raffael (Raffaello Sanzio), Nr. 523 Sandro Botticelli, Nr. 602 Benozzo Gozzoli, Nr. 606 Fra Angelico, Nr. 607 Pinturicchio, Nr. 608 Domenico Ghirlandaio, Nr. 593 Filippo Lippi, Nr. 594 Filippino Lippi, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 603 Bernard van Orley, Nr. 615 Ambrogio da Fossano detto il Bergognone, Nr. 636 Eugène Delacroix, Nr. 639 Bartolomé Esteban Murillo, Akademie der Kunst und Philosophie



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Letzte Bearbeitung:23.09.2020